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Web und Wahrheit 31
und Erfolg der schulischen Wissensvermittlung wird regelmäßig durch Prüfungen kontrolliert und durch Benotungen und bestimmte Formen von Abschlüssen sozialrelevant dokumentiert. Der nicht immer nur positive „Ruf“, aber auch die Autorität der Schule beruhen nicht zuletzt auf diesen pädagogisch durchaus immer wieder reflektierten Eigenschaften.
Unbestritten war aber bisher: Die Schule ist (in enger Verzahnung mit Hochschulen) die auf methodisch kontrollierten und kritisch geprüften rationalen Grundlagen beruhende zentrale Vermittlungsinstitution von gesellschaftlich akzeptierten Informations- und Wissensangeboten im Kontext einer pädagogisch reflektierten, häufig auch als „humanistisch“ charakterisierten Bildung. Vor diesem Hintergrund hat die Schule nicht nur den Auftrag, kulturell als relevant erachtetes Wissen altersangemessen zu vermitteln, sondern zugleich den normativen Auftrag, Einsicht in Bewertungskriterien für verlässliches Wissen kollektiv zur Geltung zu bringen.
Insofern beruht das schulische (wie universitäre) Prüfungswesen auf einer selbstverständlich erscheinenden, aber keineswegs selbstverständlichen Prämisse: Die mehr oder weniger gelungene Vermittlung, Aneignung und Wiedergabe von Lehr- und Lernstoff setzt ein Wissen voraus, das aufgrund seiner fachlichen und sachlichen Verlässlichkeit gesellschaftlich kanonisiert ist und nicht zuletzt deshalb Anspruch auf eine kollektive Verbindlichkeit erhebt. Aus diesem Grund wird heute weder „deutsche Physik“ noch „Marxismus-Leninismus“ in den Schulen gelehrt oder geprüft und für Frauen ist der früher auch als „Pudding-Abitur“ bekannte Gymnasium-Abschluss „aus der Mode gekommen“.
Vor diesem Hintergrund stellt sich seit jeher in und für Schulen die Frage: Was soll gelehrt und gelernt werden? Unstrittig war bisher die Unterstellung, dass in schulischen Lehrplänen sachlich und fachlich fundiertes und gesellschaftlich kanonisiertes Wissen vermittelt und abgeprüft werden muss. In diesem Sinne gehören Hauswirtschaft, Psychologie, Gesundheitslehre oder Börsen- und Finanzkunde nicht (mehr) oder noch nicht zum kanonischen Wissen von (öffentlichen) Schulen. Aber selbst wenn es gesellschaftspolitisch wie pädagogisch sinnvoll erschiene, solche Bereiche zu unterrichten, war – jedenfalls bisher – unstrittig, dass fachspezifisch verlässliches Wissen zu unterrichten sei.
Genau diese stillschweigende Prämisse wird durch die Mediessozialisation der Jugend einerseits und durch Interessengruppen (samt den
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