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70 Michael Beißwenger, Veronika Burovikhina und Lena Meyer

Sprache zu bringen. Entsprechend bleiben bei der Lektüre von Fachtexten erfahrungsgemäß viele Fragen nicht nur offen, sondern auch unthematisiert. Schwierigkeiten werden beim Verständnis von Fachtexten für die Lehren- den häufig erst dann manifest, wenn es zu spät ist, nämlich bei der Begut- achtung eingereichter Haus- und Qualifikationsarbeiten, bei der Bewertung von Klausuren und mündlichen Prüfungsleistungen.

Das Konzept TEXTLABOR stellt ein Szenario und die dafür benötigte technische Grundlage bereit, um die Erarbeitung von Fachtexten als einen kooperativen, nachvollziehbaren und begleitend tutorierbaren Prozess zu gestalten. Ausgehend von ihrer individuellen Lektüre und von Leitfragen, die die Arbeit mit dem Text vorstrukturieren, fügen die Studierenden dem Text in einer Online-Umgebung schriftliche Kommentare hinzu, diskutieren zentrale Aussagen des Textes in kleinen „Lektüregruppen“ direkt am Text und unterstützen sich wechselseitig bei der Rekonstruktion von Verstehens- voraussetzungen, die für den Aufbau eines adäquaten Textverständnisses benötigt werden. Die Ergebnisse der kooperativen Textarbeit und die dabei identifizierten offenen Fragen sowie die in der Online-Umgebung hinterleg- ten schriftlichen Kommentare und Diskussionen bilden die Grundlage für die Diskussion des Textes in der Präsenzveranstaltung und für die Erarbei- tung eines konsentierten Textverständnisses. Eine ausführliche Begründung des didaktischen Konzepts geben Beißwenger/Burovikhina (2019).

5.2 Technische Grundlage

Die technische Grundlage für das TEXTLABOR-Konzept bilden Werkzeuge für die kooperative Textannotation. Zwei Werkzeuge, die wir an der Uni- versität Duisburg-Essen für die Arbeit mit dem TEXTLABOR in Seminaren eingesetzt haben, seien nachfolgend vorgestellt. Die beigegebenen Screen- shots vermitteln einen Eindruck, wie sich die Arbeit im TEXTLABOR wäh- rend der Online-Phase für die Studierenden praktisch gestaltet. Für den Einsatz in unseren Seminaren wurden die beiden Werkzeuge von Mitarbei- ter/inne/n des Zentrums für Informations- und Mediendienste (ZIM) in eine Instanz der Lernplattform Moodle integriert.³

³ Für engagierte Unterstützung bei der Bereitstellung der technischen Grund- lagen, ohne die es in der Mediendidaktik nicht geht, danken wir Holger

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