diff --git "a/binary/validation.csv" "b/binary/validation.csv" --- "a/binary/validation.csv" +++ "b/binary/validation.csv" @@ -1,57 +1,58 @@ +label;text Wissenschaft;Ökonomen empört über Nennung eines politischen Aktivisten, der "keine wissenschaftlichen Publikationen aufweist". Wien – Das österreichische Schulbuch Geospots (7. und 8. Klasse AHS) sorgt unter Wirtschaftswissenschaftern für Aufregung: Der Gemeinwohlökonom und Ex-Sprecher von Attac Österreich, Christian Felber, wird dort in einer Grafik in einer Reihe mit John Maynard Keynes, Karl Marx, Milton Friedman und Friedrich August von Hayek genannt, wie nzz.at schon am Wochenende berichtete. Einige Forscher haben deswegen nun einen Offenen Brief an das Bildungsministerium geschrieben. Die Auswahl einer Person, die über keine ökonomische Ausbildung verfügt und keine wissenschaftlichen Publikationen aufweist, stellt einen Affront für alle (österreichischen) Wirtschaftsforscher dar, heißt es im Aufruf zur Unterzeichnung des Briefs. Zwar teile man das Ziel, unterschiedliche Wirtschaftstheorien und Fragestellungen der Ökonomie vorzustellen, heißt es im von bisher 26 Ökonomen unterzeichneten Schreiben. Eine geeignete Person sei aber nach den Kriterien einer entsprechenden internationalen Bedeutung sowie weithin anerkannter wissenschaftlicher Arbeit zu wählen. Wenn es um Fragen des Gemeinwohls und Gemeinschaftsgüter gehe, schlagen die Ökonomen Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom vor. Lege man den Fokus auf Globalisierungskritik, kämen auch Joseph Stiglitz oder Paul Krugman in Frage, bei einem Akzent auf Verteilungsfragen Thomas Piketty oder der aktuelle Nobel-Laureat Angus Deaton. Felber, der vorwiegend als politischer Aktivist auftritt, sei aber abzulehnen. Dessen Gemeinwohltheorie erfülle nicht die üblichen Kriterien der Wissenschaftlichkeit. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wird schließlich aufgefordert, das im Veritas Verlag erschienene Lehrbuch in der aktuellen Form nicht weiter für den Einsatz an Schulen zuzulassen. Wissenschaft;Deutsche Forscher wollen eine weithin vergessene Sprache dokumentieren, bevor sie endgültig verschwindet. Augsburg – Wenn durch anhaltenden und intensiven Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen zwei oder mehr Sprachen zu einer verschmelzen, ist das Ergebnis eine sogenannte Kreolsprache. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Haitianische Sprache, in der sich Französisch mit verschiedenen westafrikanischen Sprachen sowie auch Sprachen karibischer Ureinwohner vermischt hat. Weit weniger bekannt ist, dass es von uns aus gesehen am anderen Ende der Welt auch eine auf dem Deutschen basierende Kreolsprache gibt – zugleich ist es die einzige der Welt: das Unserdeutsch, das in Papua-Neuguinea und dem Nordosten von Australien gesprochen wird (Tondokumente finden Sie hier). Diese Sprache ist ein Erbe der kurzlebigen Kolonie Deutsch-Neuguinea, die das Deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts in Ozeanien errichtet hatte und der unter anderem Inselgruppen wie die Marshallinseln, die Karolinen, Nauru und Palau angehörten. Wie die Universität Augsburg berichtet, ist am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft ein internationales Forschungsprojekt zur umfassenden und systematischen Dokumentation von Unserdeutsch (auch Rabaul Creole German genannt) gestartet worden. Im Rahmen des Projekts soll in Zusammenarbeit mit dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim ein digitales Unserdeutsch-Korpus entstehen, das die Sprache umfassend dokumentiert, um dieses Wissen für Forschungs- und Lehrzwecke nutzbar zu machen. Eine weitere Aufgabe des Projekts besteht in der Rekonstruktion und Beschreibung von Entstehung und Geschichte der Kreolsprache im Rahmen eines Dissertationsprojekts auf der Grundlage von Oral History, Archivquellen und linguistischer Strukturanalyse. Und die Zeit für das auf 36 Monate angelegte Projekt drängt. Denn Unserdeutsch steht knapp vor dem Aussterben – es wird heute nur noch von etwa 100 älteren Menschen in Papua-Neuguinea und Australien gesprochen. -Nicht-Wissenschaft;Ruf nach Reform des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Berlin – Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht! Ihren zum geflügelten Wort gewordenen Satz aus dem Jahr 2013 würde die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heute so wohl nicht wiederholen – oder zumindest adaptieren. Denn Ausspähen unter Freunden, das ist offenbar auch in Deutschland möglich. Mehrere deutsche Medien berichten, der BND habe in anderen EU-Staaten nicht nur auf Bitten der NSA gespäht, sondern auch mit eigenen Spähbegriffen. Der Vorgang war am Mittwochabend im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKG), das über die Aufsicht der Geheimdienste zuständig ist, Thema. An der Sitzung nahm auch BND-Chef Gerhard Schindler teil, der vor einigen Monaten schon wegen der Hilfsdienste für die USA schwer unter Druck geraten war. Der Sender RBB Inforadio berichtete, der BND habe möglicherweise bis zum Herbst 2013 unzulässige Suchbegriffe verwendet. Nach Informationen von Spiegel Online soll der BND Botschaften sowie andere Behörden von EU-Ländern und weiteren Partnerstaaten ausgespäht haben. Darunter seien auch französische und US-amerikanische Ziele gewesen. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob die verwendeten Suchbegriffe auch vom Auftragsprofil des BND gedeckt waren, sagt der stellvertretende Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Clemens Binninger (CDU). Zum Auftragsprofil des BND gehört zwar ein Land wie Afghanistan, EU-Länder und die USA aber zählen nicht dazu. Die Abgeordneten wollen nun eine Taskforce einsetzen. Diese soll Mitarbeiter in Pullach und Berlin befragen, Akten durchforsten und sich die Selektoren vorlegen lassen. So soll klar werden, wer entschieden hat, welche Suchbegriffe zu verwenden. Der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) fordert strengere Regeln bei der Fernmeldeaufklärung und erklärt in der Rheinischen Post: Wir müssen sicherstellen, dass diese Regeln auch durchgesetzt werden. Das Parlament müsse mehr Befugnisse und die ausreichenden Mittel für die Kontrolle des BND erhalten. Rechtsstaat und Grundrechte enden nicht an Deutschlands Grenzen, so Maas. Der Grünen-Geheimdienstexperte Hans-Christian Ströbele kritisiert, dass das Kanzleramt den BND nicht im Griff habe. Zu Merkels Satz vom Ausspähen sagte er: Während sie diesen Satz gesagt hat, müssen sich die Damen und Herren beim BND ja auf die Schenkel geklopft und gefragt haben: Was erzählt die denn da? (bau, 15.10.2015) +Nicht-Wissenschaft;'Frankreich pflegt sein revolutionäres Erbe. 300 Jahre nach dem Tod von Ludwig XIV. steht es ganz im Bann des absolutistischen Herrschers. Es war ein gewaltiger Leichenzug, der sich an jenem Herbstabend 1715 vor Schloss Versailles langsam in Bewegung setzte. Die 2.500 Menschen in Schwarz nahmen sich in der einbrechenden Dunkelheit bald nur noch als Silhouetten aus. 400 Arme gingen mit rauchenden Fackeln voraus, wie es das mittelalterliche Protokoll wollte. Es folgte das livrierte Schlosspersonal, dann die Pagen, die Musketiere, die Höflinge. In der Mitte die Karosse mit der sterblichen Hülle des Königs, des Sonnenkönigs; danach der Klerus, ein Kardinal, die Grands-Maîtres, Herzöge. Zu den langsamen, hohlen Schlägen einer Totentrommel, jeder so schwer wie ein Stein, bewegte sich der Zug durch die Nacht, den Bois de Boulogne, vorbei am Hügel von Montmartre, bis er am frühen Morgen bei der Kathedrale von Saint-Denis anlangte, wo die Herrscher Frankreichs seit Jahrhunderten in den Sarkophagen der Königsgruft ruhten. Der zehnstündige Trauermarsch ist einer der eindrücklichsten Teile der Ausstellung, die Schloss Versailles dem Ende von Ludwig XIV. widmet. Totenschädel umrahmen den Eingang, und zum Tambourschlag des Sensenmannes steigt man die Stufen einer Ehrentreppe empor, die der absolutistische, eigentlich absolute, Monarch selbst benutzt haben musste. Mit etwas klammem Gefühl betritt man die völlig verdunkelten Räume und verfolgt Station um Station mit, wie der 77-jährige König vom Wundbrand in seinem linken Bein zerfressen wurde und sein Leben so beschloss, wie er gelebt hatte – würdig, die strenge Etikette des Hofes wahrend. Ich werde gehen, aber der Staat wird bleiben, waren seine letzten Worte, zutreffender wohl als das Bonmot LEtat cest moi, das man ihm fälschlicherweise in den Mund gelegt hatte. Man liest Ludwigs handschriftliches Testament, man folgt den Berichten der Autopsie, der Einbalsamierung, der öffentlichen Aufbahrung und den bourbonischen Trauerregeln, die alles überleben und bis zum spanischen König Juan Carlos Anwendung finden werden. In Versailles gab es je nach Rang die kleine, die große und die Halbtrauer, für wenige in Violett, für die meisten in Schwarz – an allen Leuchtern, allen Kutschen und Pferden. Ludwigs Zeitgenosse Mathieu Marais, ein damals bekannter Jurist, berichtete allerdings von spontanen Festen und Trinkgelagen entlang der Trauerroute. Laut Marais war das einfache Volk jedenfalls nicht vom Schmerz beseelt, den der Tod eines so großen Königs eigentlich bewirken sollte. Ludwig XIV. war der größte, langlebigste aller französischen Monarchen. Er erweiterte das Territorium seines Reiches bis an den Rhein und die Pyrenäen; er baute neben Versailles und den Champs-Élysées auch den Invalidendom und die große Pariser Plätze Vendôme oder Victoires; er förderte Autoren wie Molière, Komponisten wie Lully. Aber Ludwig war auch ein Prasser, der das Volk mit seinen Steuern drangsalierte, um im Luxus schwelgen zu können. Und wenn er nicht Menuett tanzte, führte er teure Angriffskriege, die Frankreich ausbluteten und ruinierten. Missernten dezimierten die Bevölkerung in einem Jahr um zwei Millionen Menschen, ohne dass der König sein Mitgefühl zeigte. Vor seinem Tod tauchten bitterböse Pamphlete auf, und Voltaire sagte: Ohne das Plazet des Königs ist es nicht erlaubt zu denken. Da scheint es plausibel, dass die Pariser Ludwigs Tod zumindest mit Erleichterung aufnahmen. Der alte König selbst erklärte seinem gerade einmal fünfjährigen Urenkel und Nachfolger, Ludwig XV., in einem späten Anflug von Selbstkritik: Ich habe den Krieg zu sehr geliebt, imitieren Sie mich darin nicht, auch nicht in den zu hohen Ausgaben, die ich vorgenommen habe. Die gleiche Finanzpolitik, die der große Ludwig betrieben hatte, fegte 70 Jahre später das Ancien Régime mithilfe der Guillotine hinweg. Die Versailler Ausstellung zeigt Gemälde von der Schändung der Königsgräber 1793, im vierten Jahr der Revolution. Auch Ludwigs erstaunlich gut erhaltenen Überreste warfen die Sansculotten in ein Massengrab in Saint-Denis, heute noch eine der brenzligsten Zonen der Banlieue, der Bannmeile vor der Stadt. So kehrt in Frankreich der Wind der Geschichte: In der monarchischen Restauration von 1815 wurden die erlauchtesten Ahnherren wie Ludwig XIV. wieder mit größtem Pomp geehrt. Dem guillotinierten Königspaar Ludwig XVI. und Marie-Antoinette wurde sogar ein Staatsbegräbnis zuteil. Es erschallten Rufe, die Bourbonen würden so lange herrschen, wie Frankreich existiere. Das wechselhafte Schicksal der französischen Könige gibt eine Ahnung von dem inneren Widerspruch, mit dem Frankreich bis heute lebt. Es ist der vollkommene Gegensatz zwischen absoluter Monarchie und egalitärer Revolution. Dieser tiefe Bruch, der sich nach wie vor durch die französische Gesellschaft zieht, erklärt die Gewalt der politischen und sozialpartnerschaftlichen Beziehungen – zuletzt, als Air-France-Gewerkschafter den Direktoren die weißen Hemden vom Leib rissen. Die Revolution ist heute Allgemeingut der Franzosen. Sogar die Konservativen nennen sich heute unter Nicolas Sarkozy Les Républicains, das heißt Erben der Revolution. Offene Royalisten gibt es in Frankreich kaum mehr. Ludwig XIV. rührt aber auch in den republikanischen Franzosen etwas an, das sie selbst nicht erklären können. In der Versailler Ausstellung kommt es zum Ausdruck. Der ergreifende Schlag der Totentrommel, der die Ausstellung wie ein Motiv durchzieht, die schwarzen Samttapeten in den fensterlosen Gemächern und das erloschene Weiß der Königslilien wirken so tief empfunden, als würde die Nation noch heute, 300 Jahre später, um ihren König trauern. Allerdings gilt es zu präzisieren: Die Trauer gilt nicht der Person des Königs, der Gichtfüße und eine Analfistel hatte, dazu Geschlechtskrankheiten, ständig Bauchschmerzen, Blatternnarben und im linken Oberkiefer keine Zähne mehr, weshalb ihm das Wasser beim Trinken aus der Nase lief. Wenn schon Trauer, so gilt sie der symbolischen Figur des Monarchen. Louis Quatorze ist für die Franzosen in erster Linie die Verkörperung des Großen, Grandiosen, der Grandeur. Er steht für jene Idee Frankreichs, laut der die französische Nation nur im ersten Rang sich selbst ist, wie Charles de Gaulle noch im 20. Jahrhundert sagte. Der Historiker Joël Cornette weist in einem neuen Buch über den Tod des größten französischen Königs nach, dass seine Allmacht nicht nur real, sondern auch vorgestellt war: Ludwig XIV. war zweifellos der Souverän, der sich am stärksten dem Spiel der Inszenierung verschrieb. Seine Herrschaft bestand im Wesentlichen im Fabrizieren von Bildern, Symbolen, Emblemen und Allegorien. Als der Sonnenkönig 1715 starb, begann folgerichtig der langsame Niedergang der weltweit führenden Nation. Schon Ludwig hatte auf Louisiana, seine nach ihm benannte Amerikabesitzung, verzichtet; das war der Anfang vom Ende der französischen Kolonien in Nordamerika und erklärt, warum die USA und das Internet heute nicht Französisch, sondern Englisch sprechen. Danach ging es mit Frankreich nur noch bergab. In dem pyramidal organisierten Staat, den Ludwig XIV. gezimmert hatte, fehlt heute etwas, das damals selbstverständlich war: die Hierarchiespitze, das heißt, der König selbst. Ludwigs Hauptleistung war, dass er die Grundlage für den modernen, rationalen und hierarchischen Zentralstaat schuf, der Frankreich bis heute sicher durch die Jahrhunderte geleitet hat. So wie Deutschland durch die Sprache und Kultur geeint wurde, England durch den Freiheitsgedanken und den Liberalismus, hält Frankreich dank Zentralstaat zusammen. Dass es 300 Jahre später immer noch existiert und sich im globalen Konzert trotz Dauerkrise erstaunlich gut hält, darf der verblichene Ludwig für sich in Anspruch nehmen. Was er mithilfe seiner Minister wie Colbert schuf, prägte Frankreich umfassender, als man meinen würde. Das flächenmäßig größte Land Europas bleibt etatistisch und zentralistisch, bürokratisch und merkantilistisch; es pflegt den Esprit, den Gaumen und die Mätressen, es liebt das Schauspiel in allen Formen und beansprucht für seine Ideen universelle Geltung. Vor allem aber wahrt es bis heute höfische Machtstrukturen und eine sehr persönliche Auffassung von politischer Macht. Noch heute setzt sich der Staatspräsident über sein Parlament hinweg, wenn ihm der Sinn danach steht; allein bestimmt er über die Höhe der Steuern oder den Bau neuer Atomkraftwerke, allein befehligt er die Armee, die Staatsanwaltschaft und die TV-Direktoren. François Hollande mag kein Sonnenkönig sein, nur ein geringer Ersatz für die fehlende Pyramidenspitze; aber was Frankreichs Kurs in Syrien oder der Flüchtlingspolitik anbelangt, bestimmt er in Eigenregie.Der König ist tot, es lebe der Wahlmonarch.' Wissenschaft;Die Insel liegt keine 500 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt und wurde erst sehr spät von Menschen erobert – offenbar von Südostasien aus. Brisbane/Wien – Es sind nicht einmal 500 Kilometer, die Madagaskar vom ostafrikanischen Festland trennen. Und obwohl Ostafrika als die Wiege der Menschheit gilt, von wo aus vor mehr als 100.000 Jahren der Homo sapiens seinen Siegeszug rund um den Globus antrat, war die Insel eines der letzten Gebiete, das vom Menschen besiedelt wurde. Wann genau das passierte, ist unklar. Rätselhaft ist aber auch, wer die ersten Siedler waren. Linguistische Studien und auch DNA-Vergleiche kamen zum Schluss, dass die ersten Madagassen nicht vom afrikanischen Festland kamen, sondern aus dem südostasiatischen Raum, vermutlich aus dem 7000 Kilometer entfernten Indonesien. In einer vergleichenden Untersuchung rekonstruierten australische Genetiker vor vier Jahren, dass rund 30 indonesische Frauen vor etwa 1200 Jahren auf der Insel gelandet seien. Auch die Sprache Malagasy weist Ähnlichkeit mit Indonesisch auf. Während also sprachlich und genetisch eine Verwandtschaft mit Malaysiern und Polynesiern offensichtlich scheint, haben Archäologen bislang vergeblich versucht, Belege für die Besiedlung der Insel von Südostasien aus zu finden. Doch das ist nun einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Alison Crowther (Uni Queensland in Brisbane) im Fachmagazin PNAS gelungen. Die Archäologin und ihr Team haben bei Grabungen in 18 alten Siedlungen insgesamt 2.443 pflanzliche Überreste aus archäologischen Sedimenten geborgen. Während im benachbarten Ostafrika Sorghum- und Perlhirse angebaut werden, fanden die Forscher Spuren von Reis, asiatischer Baumwolle und Mungbohnen, die beide seit Jahrtausenden in Süd- und Südostasien verbreitet sind. Die Forscher werten die Funde als weitere Beweise dafür, dass Madagaskar vermutlich vor 1.000 bis 1.200 Jahren tatsächlich von Indonesien aus besiedelt wurde. Noch überraschender waren dann aber ähnliche Recherchen auf den Komoren, einer Inselgruppe nördlich von Madagaskar, wo man afrikanische Sprachen spricht. Auch hier deuten Pflanzenfunde darauf hin, dass die Inselgruppe zuerst von Südostasien aus besiedelt wurde. -Nicht-Wissenschaft;Angriff auf Eurowings geplant. Frankfurt/Schwechat – Turkish Airlines greift auf dem deutschen Billigflugmarkt an. Wir planen, mit unserer Low-Cost-Tochter Anadolu-Jet in Deutschland zu starten, sagte Vorstandschef Temel Kotil dem Handelsblatt vom Donnerstag. Der Markteintritt sei für Sommer 2016 ins Auge gefasst. Anadolu-Jet mit 29 Maschinen wird bisher nur in der Türkei eingesetzt. Die Tickets sind im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent günstiger als Linienflüge mit Turkish Airlines, betonte Kotil. Damit könnte der Konzern, der zuletzt rasant gewachsen war, auch die neue Lufthansa-Billigtochter Eurowings angreifen. In Deutschland wäre ein Markteintritt für Anadolu-Jet vergleichsweise leicht, schreibt das Handelsblatt. Die Billigairline nutze per Codesharing die Start- und Landeerlaubnis der Muttergesellschaft Turkish Airlines und könnte damit auf Anhieb 14 deutsche Flughäfen erreichen. Kotil sagte, möglich sei auch eine Ausweitung von Anadolu-Jet nach Großbritannien und Frankreich. +Nicht-Wissenschaft;Die Angeklagten im Telekom-Prozess rechtfertigten die Kursmanipulationen mit der Abwehr von Kursangriffen. Erfolgsprämien zahlte man trotz Ungereimtheiten. Wien – Endgültige Klarheit über die Abläufe bei der Überweisung von insgesamt 9,8 Millionen Euro an den vierköpfigen Vorstand der Telekom Austria (TA) und 95 Führungskräfte soll Franz Nigl bringen. Der frühere TA-Personalchef, der später zur ÖBB wechselte und nun bei der Post werkt, wird am 12. Mai als letzter Zeuge im neuerlichen Prozess rund um die TA-Kursmanipulationen befragt. Nigls Aussage kann insofern maßgeblich sein, als es nicht nur der Staatsanwaltschaft darum geht, zu klären, ob die Überweisung der Erfolgsprämien aus dem seit dem Jahr 2000 laufenden Erfolgsprämienmodell automatisch erfolgte, oder eigens angeordnet werden musste. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte bemängelt, dass das Erstgericht nicht geprüft hatte, ob die Auszahlung der Erfolgsprämien an den Vorstand mithilfe betrügerischer Handlungen erwirkt worden war, und ob der Vorstand seinerseits bei der Prämienzahlung an die TA-Führungskräfte wissentlich Befugnisse missbrauchte (Untreue). Die Causa Kursmanipulationen im Februar 2004 wird am Wiener Straflandesgericht nicht neu verhandelt, diesbezüglich wurden die Urteile wegen Untreue gegen zwei ehemalige TA-Vorstandsdirektoren, einen Prokuristen und den dienstbaren Broker nicht aufgehoben. Allerdings könnte sich das Strafmaß ändern. Lange Verfahrensdauer gilt gemeinhin als Milderungsgrund. Ex-Festnetz-Vorstand Rudolf Fischer hatte im Frühjahr 2013 drei Jahre Haft ausgefasst, Ex-Finanzchef Stefano Colombo 3,5 Jahre und Banker Johann Wanovits fünf, während der teilgeständige Prokurist drei Jahre bekam, davon eines unbedingt. Geheuer war der mysteriöse Kurssprung in den letzten Sekunden des letzten für das Employee-Stock-Option-Programm (Esop) maßgeblichen Börsenhandelstages auch dem damaligen TA-Aufsichtsratspräsidenten und ÖIAG-Chef Peter Michaelis nicht. Weil die Finanzmarktaufsicht FMA prüfte, blockierte er nicht nur die Auszahlung an den Vorstand, sondern gab auch der TA-Führung zu verstehen, dass Prämien der Führungskräfte zurückzuhalten waren, schilderte er bei seiner Zeugenaussage am Donnerstag. Als die FMA keinen rauchenden Colt fand – Beweise für Kursbildung in rechtswidriger Weise wären ein solcher gewesen, ersetzte er den Auszahlungsstopp durch einen Vorbehalt im Fall allfälliger Malversationen. Kursangriffe, auf deren Abwehr sich die Angeklagten im Prozess wortreich beriefen, seien nicht klar ersichtlich gewesen, gab Michaelis zu Protokoll. Der TA-Generaldirektor habe den Kurssprung beispielsweise auch auf Änderungen im Morgan Stanley Caital Index (MSCI) zurückgeführt. Dass die FMA die über die Deutsche Bank agierenden Angreifer nicht ausforschte, wurmt insbesondere Broker Wanovits. Er wurde zwar vom Vorwurf der Kursmanipulation exkulpiert (war damals noch nicht strafbar), handelte sich mit der von der TA-Führung und dem Kronzeugen angezettelten Aktienorder aber existenzielle Probleme ein. Sein Institut Euroinvest überschritt die Großveranlagungsgrenze (25 Prozent des Eigenkapitals) und wurde dafür von der FMA bestraft. Mögliche Kursgewinne konnte er nicht realisieren, weil er die auf Pump und eigenes Risiko gekauften TA-Papiere nach zwei Tagen wieder verkaufen musste. Womit eine mögliche Erklärung vorliegt, warum Wanovits die TA im Boot haben wollte und (mündlich) eine Million Euro Honorar vereinbart hatte. Die stotterte die TA in Form von Barzahlungen in Papiersackerl (690.000 Euro) und Honoraren für Scheinaufträge ab. Ein Riesenfehler, wie Wanovits beteuerte. Die Causa hat mein Leben zerstört. Ursprünglich habe er mit der TA eine Geschäftsbeziehung aufbauen, Finanzdienstleistungen für die Telekom erbringen wollen, wurde Wanovits nicht müde, zu betonen. Das sei nach der FMA-Untersuchung aber nicht mehr erwünscht gewesen. Eingeladen, ins Sackerl zu greifen und sich zu bedienen, wie behauptet, habe er weder den Kronzeugen noch den Prokuristen. Das schwöre ich bei meinem Augenlicht. Wissenschaft;'Verschaffen uns Drohnen einen Überblick über unzugängliche Krisengebiete, oder liefern sie Katastrophenpornos fürs Internet?. Die Welt ist in letzter Zeit so chaotisch und bedrohlich geworden, dass der berühmte Werbeslogan eines TV-Senders plötzlich wie eine Drohung klingt: Mittendrin statt nur dabei. Wer will das schon – zumindest wenn es um Orte geht wie das Camp Bab al-Salama kurz vor der syrisch-türkischen Grenze, in dem mehr als 50.000 Menschen auf eine Ausreisemöglichkeit in Richtung Sicherheit und Frieden warten. So viel: Enge, Schmutz, Hitze, Angst. Viel attraktiver erscheint es, die Dinge nüchtern und aus der Distanz zu betrachten; über ihnen zu stehen – besser: zwanzig Meter über den Dingen zu schweben. Gibt man auf Youtube die Suchbegriffe Drone und Refugee ein, gewinnt man einen neuen Blick auf die Flüchtlingskrise – fast jede Station auf der Strecke von Syrien nach Europa wurde bereits durch die neue Technologie dokumentiert. Der TV-Journalist Murad Gazdiev, der für Russia Today arbeitet, ließ eine Drohne durch die zerstörten Häuserschluchten von Homs fliegen, eine sanfte und gerade deshalb gespenstische Kamerafahrt durch eine gott- und menschenverlassene Ruinenlandschaft, bis man ab Minute 1.30 plötzlich drei Kinder da unten entdeckt. Die Menschenrechtsorganisation IHH filmte das Flüchtlingslager bei Bab al-Salama aus der Luft – endlose Reihen weißer Zelte, die aus der Ferne seltsam geordnet und sauber wirken. Griechische Videojournalisten des Drone Media Network wiederum beobachteten mit einer fliegenden Kamera die Ankunft von Flüchtlingen in Schlauchbooten auf Lesbos – blaues, kristallklares Wasser, rote Schwimmwesten, eine wunderbare Farbkombination. Die Vogelperspektive produziert einerseits eine gewisse Distanz – und vermittelt dem Zuschauer gleichzeitig einen unmittelbaren Eindruck vom Ausmaß der Krise, wie es keine Landkarte und Infografik vermag. Während die kleinen Gestalten aus dem Schlauchboot klettern und in der grünen Uferböschung verschwinden, gibt es wohl kaum einen Zuschauer, der nicht hofft, dass die Sicherheitskräfte diesmal zu spät eintreffen. Die neue Weltunordnung – Bürgerkriege, Revolutionen, globale Migrationsbewegungen, Failed States – geht einher mit bahnbrechenden Medieninnovationen. Immer mehr Journalisten arbeiten mit Drohnen oder erstellen sogenannte 360-Grad-Videos, die man auch durch Virtual-Reality-Brillen wie Facebooks Oculus Rift oder das Do-it-yourself-Modell Google Cardboard betrachten kann. Und auch die Menschen, die in Krisengebieten leben (besser: leben müssen), betätigen sich als Bürgerjournalisten. Die ARD-Dokumentation My Escape schnitt vor einiger Zeit Handyaufnahmen von Flüchtlingen zusammen – und ermöglichte den Fernsehzuschauern einen ganz neuen Blickwinkel. Die Macht der Bilder ist groß – was man auch daran erkennt, dass der rechtskonservative AfD-Politiker Alexander Gauland die Deutschen ermahnt, sie müssten lernen, die traurigen Kinderaugen auszuhalten. Und vielleicht haben viele Menschen tatsächlich eine Art Hornhaut auf der Netzhaut – sind abgestumpft und schwer zu beeindrucken. In den Krisen der Vergangenheit entfalteten Fotos und Filmaufnahmen noch eine humanitäre und politische Wirksamkeit – die Bilder von My Lai in Vietnam veränderten die Einstellung der Amerikaner zum Krieg in Südostasien, die Fotos von Biafra-Blähbauch-Babys, die in den 1980er-Jahren während der Hungersnot in Ostafrika gemacht wurden, prägen das Image der Region bis heute. Die Fotografien sind ein Mittel, etwas real (oder realer) zu machen, das die Privilegierten und diejenigen, die einfach nur in Sicherheit leben, vielleicht lieber übersehen würden, schrieb Susan Sontag in ihrem berühmten Essay Das Leiden anderer betrachten. Aber gilt das immer noch? Im 21. Jahrhundert aber gehen selbst ikonografische Bilder wie jenes, das einen toten sechsjährigen Flüchtlingsjungen an einem griechischen Strand zeigte, in der Datenmasse unter. Da stellt sich die Frage, wie die neuen Bildtechnologien unseren Blick auf die Welt verändern. Sorgen die Flugsequenzen und Point-of-View-Aufnahmen der Smartphones dafür, dass wir die Krisen wie ein Videospiel wahrnehmen – womit gemeint ist: entmenschlicht, gefühllos, actionorientiert -, oder sorgen sie dafür, dass eine neue Empathiefähigkeit entsteht? Die Kameradrohnen haben mit den hochgerüsteten Flugobjekten der US-Armee Predator und Reaper, die Millionen Dollar kosten und mit Luft-Boden-Raketen bestückt sind, jedenfalls nichts gemein außer dem Namen. Der DJI Phantom Copter oder die Parrot AR.Drone kosten auf Amazon.de zwischen 200 und 1500 Euro. Eine fliegende Kamera, die die Reichweite von Fotografen, Bürgerjournalisten und Paparazzi erweitert, urteilt die Columbia Journalism Review (CJR), jeder hat nun Augen im Himmel, nicht nur die Regierungen und Sicherheitsbehörden. In den USA gibt es bereits erste Lehrgänge für das Fach Flying Robotic Journalism – zum Beispiel im Rahmen des Interactive Telecommunications Program der New York University. Der britische Journalist Lewis Whyld, der bereits 2014 nach dem Taifun Haiyan, der die Philippinen verwüstet hatte, mit einer Kameradrohne arbeitete, erzählt: Es geht nicht um spektakuläre Luftaufnahmen, sondern darum, Zugang zu Regionen zu bekommen, die man zu Fuß nicht erreicht. Auch der amerikanische Drohnenexperte Matt Waite betont den Nachrichtenwert der Luftaufnahmen von Kriegs- und Katastrophengebieten: Gerade weil es schwierig ist, den Leuten einen Eindruck von der Größe und Intensität eines Ereignisses zu vermitteln, ist es legitim, zu versuchen, die Luftperspektive einzunehmen. Es geht nicht nur um Katastrophenporno. Drohnen haben gegenüber Helikoptern den klaren Vorteil, dass sie billiger, unauffälliger und beweglicher sind. In den vergangenen Jahren haben Journalisten und Aktivisten mit Drohnen unter anderem große Demonstrationen in Brasilien und Venezuela dokumentiert und konnten so beweisen, dass mehr Menschen an den Protesten teilnahmen, als die Behörden zugaben (die türkische Polizei schoss 2013 während der Proteste auf dem Taksim-Platz sogar die Privatdrohne eines Aktivisten ab, was wiederum von einem Smartphone gefilmt und in den sozialen Netzwerken tausendfach geteilt wurde, was beweist, wie viele Perspektiven es heute auf ein Geschehen gibt und wie schwierig es ist, die Deutungshoheit zu behalten). Der kenianische Journalist Dickens Olewe zum Beispiel betreibt die Webseite www.AfricanSkyCam.com. Mit einer Drohne nahm das AfricanSkyCam-Team zum Beispiel die illegale Deponie Dandora bei Nairobi auf, bewies nicht nur, wie viel Sondermüll dort abgeladen wird – sondern erstellte mithilfe der Luftaufnahmen auch ein 3-D-Modell, in dem sich die Zuschauer frei bewegen können, die so das Ausmaß des Problems zu begreifen vermögen. Kameradrohnen sind in Kenia erst seit April dieses Jahres erlaubt, in vielen Ländern wie den USA ist es verboten, Drohnen zu kommerziellen Zwecken zu verwenden. Auch in Europa ist die Rechtslage unklar, was daran liegt, dass sich die Technik oft schneller entwickelt als die Gesetze. Und auch die Anwender und Zuschauer müssen permanent dazulernen. Im August 2015 flog die deutsche VR-Reporterin Julia Leeb in den Osten der Demokratischen Republik Kongo, um den Zuschauern den tödlichsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg auf neue Art und Weise nahezubringen. Die Bedienungsanleitung ihrer neuen Virtual Reality-Kamera konnte die 35-Jährige erst auf der mehrtägigen Reise in das Rebellengebiet studieren: sechs Go-Pro-Kameras werden auf einem Kunststoffstab (auch Rig genannt) befestigt, so dass ein dreidimensionaler Bildraum aufgenommen werden kann, in dem sich die Zuschauer – oder besser: Nutzer – frei umsehen können. Leeb ist kein Nerd oder Technikfreak, nutzt die neue Technologie nicht, weil sie das cool findet: Ich habe ein Werkzeug gesucht, mit dem ich Menschen auf meine Reisen mitnehmen und sie zu Zeugen machen kann. Die Suche nach alternativen Sichtweisen auf das Weltgeschehen ist das große Thema in Leebs Arbeit. Sie veröffentlichte zum Beispiel einen Bildband über Nordkorea mit Aufnahmen, die sie undercover über den Alltag in der Diktatur gemacht hat. Und sie begleitete den Expolitiker und Autor Jürgen Todenhöfer nach Afghanistan, Libyen und Syrien. In den abgelegenen Dörfern in zentralafrikanischen Dschungelgebieten, die von Warlords kontrolliert werden, filmte sie keine Kampfhandlungen, sondern baute die VR-Kamera, deren Akkus von einer Autobatterie versorgt wurden, einfach auf einem Dorfplatz auf. Betrachtet man das Material durch eine VR-Brille oder mit dem Smartphone, kann man sich in dem Dorf eigenständig umschauen. Dreht man den Kopf oder bewegt das Gerät, verändert sich der Bildausschnitt: auf der linken Seite sieht man eine Gruppe von Kindern, die aufgeregt umherspringen, blickt man nach oben, sieht man einen blassblauen heißen Himmel, rechts entdeckt man eine blonde Frau, Julia Leeb, die Fotos von den Dorfbewohnern macht. Irgendwann nähert sich ein junger Mann der Kamera, sagt ein paar wütende Worte in einer fremden Sprache, macht wilde Gesten, dann entfernt er sich wieder – instinktiv dreht der Nutzer den Kopf nun nach links und verfolgt die Schritte des bewaffneten Aggressors. Das ist der Moment, in dem man zum ersten Mal merkt, dass man es mit einer mächtigen Technologie zu tun hat. Telepräsenz nennen Fachleute das Phänomen. Man könnte auch sagen. Es fühlt sich echt an. Julia Leeb sagt: Die Brille aufzusetzen ist eine Entscheidung. Man isoliert sich und konzentriert sich ganz auf das Geschehen. Einen VR-Film kann man nicht nebenbei schauen. Leeb träumt davon, durch die VR-Technologie einen Kontakt zwischen verfeindeten Gesellschaften herzustellen. Ein Texaner, der sein Land noch nie verlassen hat, macht eine VR-Reise nach Pjöngjang. Er schaut sich um und hört Schritte hinter sich. Er dreht sich um und sieht eine junge Frau. Er realisiert, dass in Nordkorea Menschen leben und keine Roboter. Leeb ist sich sicher: So kann man Feindbilder zerstören. Auch der Fotograf Christian Stephen, der für das Kollektiv Ryot arbeitet und der das 360-Grad-Projekt Welcome to Aleppo gemacht hat, meint: Es gibt eine verhängnisvolle und beinahe kriminelle Ignoranz gegenüber den Geschehnissen. Indem wir Virtual Reality verwenden, erlauben wir den Menschen, sich mit den Geschichten zu verbinden. Amnesty International arbeitet ebenfalls mit der neuen Technologie: Auf der Webseite Syria360.com, die in Zusammenarbeit mit Aktivisten vor Ort erstellt wurde, kann man sich unter anderem auf einem zerstörten Schulhof in Aleppo umsehen. Eine Erzählerin berichtet trotzig: Wir sind ein widerstandsfähiges Volk und haben den Schulunterricht in den Untergrund verlagert. Das ist ein Moment, in dem einem bewusst wird, dass auch das Objektivitätsversprechen der 360-Grad-Videos fragwürdig ist, und man sich fragt, ob man die neuen Medien als Propagandawerkzeug nutzen kann. Die 3-D-Modelle und 360-Grad-Räume zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass der Autor oder Produzent den Blick des Betrachters nicht bis ins letzte Detail lenken kann. Es ist durchaus möglich, dass der Nutzer eines 360-Grad-Films aus Syrien gerade den Himmel betrachtet, während rechts von ihm etwas Entscheidendes passiert. Weil die Gefahr besteht, dass der Zuschauer das Wichtigste übersieht, beschäftigen sich VR-Journalisten wie Julia Leeb gerade damit, wie man den Blick der Nutzer durch die Erzählerstimme, durch akustische Tricks und andere Kniffe lenken kann. Ein Beispiel: Man schaut meist dorthin, wo es hell ist. Eine neue Filmsprache entsteht. Der naive Glaube, dass allein neue Bilder dazu führen, dass sich die Welt und die Menschen ändern, ist jedoch genau das: naiv. In Dave Eggers dystopischem Roman The Circle gibt es das sogenannte SeeChange-Projekt: Ein Netzwerk unzähliger winziger Kameras soll die Welt komplett transparent machen. Der Technologieprophet Eamon Bailey, eine stevejobsartige Figur, sagt: Tyrants can no longer hide. There needs to be, and will be, access and documentation, and we need to bear witness. And to this end, I insist that all that happens must be known. Nur weil man etwas sieht, versteht man es noch lange nicht – oder ist gar in der Lage, die Dinge zu beeinflussen. Neue Technologien wie Virtual Reality oder soziale Netzwerke, schreibt die MIT-Soziologin Sherry Turkle in ihrem aktuellen Buch Reclaiming Conversation, eignen sich gut dafür, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf bestimmte Missstände zu lenken. Man müsse jedoch aufpassen, dass die langsame, harte Arbeit der Politik nicht verlorengeht: Das Lesen, die Analyse, der Versuch, einen anderen Menschen, der einen anderen Standpunkt hat, zu überzeugen. (...) Politik braucht Konservationen und Gesprächspartner, die zulassen, dass die Welt komplexer ist, als sie ursprünglich dachten. Ein Klick auf ein Video sei nur der erste Schritt: Wenn wir uns der Präsenz des anderen aussetzen, lernen wir, zuzuhören und entwickeln die Fähigkeit der Empathie. Bislang haben die Drohnenvideos und die Virtual-Reality-Aufnahmen jedoch meist keine Tonspur. Der langsame Flug durch das zerstörte Homs wird von einer ominösen Synthie-Melodie untermalt, was die albtraumhafte Wirkung des Videos nur verstärkt. Diese Technologien sind in der Lage, einen Menschen an einen anderen Ort zu versetzen und ihm den Schutz der Distanz zu rauben. Wenn man mit der Kameradrohne durch Homs schwebt und plötzlich die drei Kinder unten auf der Straße entdeckt, ist das ein Schock, man hat sofort den dringenden Wunsch, Fragen zu stellen: Aber die Kinder laufen stumm weiter durch die Straßen. Das Sehen reicht nicht. Man muss auch reden und nachdenken. Unser Mitgefühl beteuert unsere Unschuld und unsere Ohnmacht, schrieb Susan Sontag in Das Leiden anderer betrachten und forderte, es beiseitezurücken und stattdessen darüber nachzudenken, wie unsere Privilegien und ihr Leiden überhaupt auf der gleichen Landkarte Platz finden und wie diese Privilegien – auf eine Weise, die wir uns vielleicht lieber gar nicht vorstellen wollen – mit ihrem Leiden verbunden sind.' Wissenschaft;TU-Physiker beobachteten den Tanz von Wassermolekülen auf Materialoberfläche. Wien – Sie kommen in Batterien, Brennstoffzellen oder elektrischen Bauteilen zum Einsatz, dennoch ist das chemische Verhalten ihrer Oberfläche bislang weitgehend unerforscht: Perowskite. Wiener Physiker berichten nun im Fachblatt Nature Materials über die erstmalige Beobachtung eines theoretisch vorhergesagten Effekts der Materialien: Wassermoleküle an der Oberfläche von Perowskiten zerlegen sich und beginnen regelrecht zu tanzen. Ulrike Diebold vom Institut für Angewandte Physik der Technischen Universität (TU) Wien untersucht im Rahmen zweier hoch dotierter Förderpreise – eines Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats ERC und des österreichischen Wittgenstein-Preises – Oberflächen von Festkörpern. Mittels Rastertunnelmikroskop und Computersimulationen ging sie den Vorkommnissen auf der Oberfläche von Strontium-Ruthenat auf den Grund, wenn das Material mit Wasser in Kontakt kommt. Es handelt sich dabei um eine Kristallstruktur aus Sauerstoff, Strontium und Ruthenium – ein typischer Vertreter der Materialklasse der Perowskite. Dabei zeigte sich, dass Wassermoleküle dort in zwei Teile zerlegt werden. Eines der beiden Wasserstoffatome des H2O-Moleküls wandert zu einem auf der Materialoberfläche sitzenden Sauerstoffatom und wird von diesem festgehalten. Übrig bleibt eine Sauerstoff-Wasserstoff-Gruppe, die mit dem festgesetzten Wasserstoffatom per Wasserstoff-Brückenbindung verbunden bleibt. Da sich diese OH-Gruppe nicht frei bewegen kann, tanzt sie gewissermaßen um das fixierte Wasserstoff-Atom herum. Bei ihren Beobachtungen bestimmter Regionen der Kristalloberfläche über einen längeren Zeitraum hinweg konnten die Forscher den atomaren Tanz sogar mitfilmen, teilte die TU in einer Aussendung mit. Aufgrund von theoretischen Berechnungen wurde dieser Effekt schon vor einigen Jahren vorhergesagt, wir sind nun die Ersten, die das experimentell bestätigen konnten, sagt Diebold. In Simulationen berechneten die TU-Forscher Florian Mittendorfer und Wernfried Mayr-Schmölzer auch was passiert, wenn es auf dem Tanzparkett enger wird: Setzt sich nämlich ein zweites Wassermolekül neben das erste, hört die Drehbewegung auf. Außerdem zeigten die Wissenschafter, dass sich eine Vielzahl an Wassermolekülen auf der eigentlich gleichmäßigen Strontium-Ruthenat-Oberfläche nicht regelmäßig verteilt. Dafür verantwortlich dürften Unregelmäßigkeiten im Material unterhalb der unmittelbaren Oberfläche sein. Wissenschaft;Astrid Heine forscht in Sachen Musiktherapie bei Wachkomapatienten. Stille Nacht, heilige Nacht, O du Fröhliche, Feliz Navidad. Weihnachtslieder rütteln auf, sagt Astrid Heine. Mit ihnen verbinde jeder und jede etwas, eine Emotion, ein Erlebnis. Deswegen spielt die 28-Jährige derlei Lieder diese Tage gern für ihre Zuhörer: Wachkomapatienten. Heine, geboren in Graz, ist Musiktherapeutin und beforschte für ihre Masterarbeit die Wirkung ihrer Therapie auf Menschen im Wachkoma. Interessiert habe sie schon immer die Kombination zwischen Musik, Gesundheit und Mensch, sagt Heine, die berufsbegleitend am Department Health Sciences an der Fachhochschule Internationales Management Center (IMC) in Krems studierte. Zum Forschungsprojekt sei sie eher zufällig gekommen: Das Landesklinikum Hochegg wollte eine Pilotstudie durchführen, mein Studiengangsleiter hat mich gefragt, ob ich mich als Forschungsassistentin beteiligen möchte, sagt Heine. Die Untersuchung hatte einen neurowissenschaftlichen Fokus. Diese Fragestellung war neu. Es gab schon Arbeiten dazu, wie Therapeuten Veränderungen im Verhalten von Patienten wahrnehmen – aber kaum darüber, was sich in der Physiologie, im Gehirn, tut. Beschränkt hat sich das Forscherteam auf die Untersuchung dreier Hirnareale: Frontalhirn, Hippocampus und Kleinhirn. Sie verglichen zwei Patientengruppen miteinander. Die eine hatte fünf Wochen lang Musiktherapie, die andere nicht. Die Ergebnisse zeigten deutliche Veränderungen bei der Gruppe mit Musiktherapie, sowohl in den Gehirnscans als auch in ihrem Verhalten, das die Wissenschafter mittels Mikrovideoanalyse studierten: Die Hirnaktivität ist in den untersuchten Arealen stark gestiegen. Die Patienten erschienen während der Musiktherapie deutlich wacher, ihre Atmung verlangsamte sich, und ihre Körperspannung nahm ab. Eine ihrer Patientinnen habe sogar tief geseufzt, sagt Heine. Ein anderer hat die Augen weiter aufgerissen, so als wollte er sehen, was rund um ihn passiert. Was die Musiktherapeutin für Patienten spielt? Im Prinzip alles, sagt Heine, auch Rock oder Pop. Es wird dann halt nicht so gespielt wie auf einer CD oder im Radio, sondern angepasst an den Patienten. Zum Beispiel werde ich mal leiser, mal lauter und warte seine Reaktion ab. Besonders starke Regungen würde aber Musik auslösen, die Patienten gern gehört hatten. Einer war etwa in Irland auf Urlaub und hat dort gern Harfenmusik gehört. Das habe ich für ihn gespielt. Bei einer anderen Patientin kamen Volkslieder zum Einsatz. Einige ihrer Familienmitglieder waren in der Blasmusik und haben auch zu Hause viel musiziert. Über diese individuellen Präferenzen könne es gelingen, die Menschen direkt mit der Musik anzusprechen, tiefe Emotionen bei ihnen auszulösen. Emotionen sind auch das, was die stärkste Reaktion erzeugt. Sie werden wiederum häufig durch Erinnerungen hervorgerufen. Und an Weihnachten, daran habe jeder irgendeine Erinnerung, sagt die Musiktherapeutin. Für ihre Masterarbeit erhielt sie den Würdigungspreis des Wissenschaftsministeriums. Künftig will Heine, die gerade mit ihrem ersten Kind schwanger ist, erforschen, wie Musik Neugeborenen den Start ins Leben erleichtern kann. -Nicht-Wissenschaft;Präsident nach Auszählung eines Drittels der Stimmen bei rund 60 Prozent. Kampala – Der ugandische Staatschef Yoweri Museveni liegt bei der Präsidentenwahl ersten Ergebnissen zufolge klar in Führung. Nach Auszählung der Stimmen aus mehr als einem Drittel der Wahllokale lag der seit 30 Jahren regierende Museveni bei rund 60 Prozent, wie die Wahlkommission am Freitag mitteilte. Der stärkste seiner sieben Herausforderer, der 59-jährige Oppositionsführer Kizza Besigye, kommt demnach auf rund 33 Prozent der Stimmen. Damit bleibt dem 71-jährigen Museveni vermutlich eine Stichwahl erspart. Bei der Abstimmung vom Donnerstag waren in dem ostafrikanischen Land rund 15 Millionen Menschen wahlberechtigt. -Nicht-Wissenschaft;Stattdessen soll eine Vertrauensperson eingesetzt werden. Die deutsche Regierung hat dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags den Einblick in die sogenannte Selektorenliste des US-Geheimdienstes verweigert. Stattdessen wolle die Regierung eine Vertrauensperson einsetzen, die für den Ausschuss die geheime Liste der US-Spionageziele prüfen solle, sagte der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg (CDU) am Mittwoch in Berlin. (APA/AFP, +Nicht-Wissenschaft;Erneuter Attentatsversuch nahe Großsiedlung Ariel im Westjordanland. Jerusalem – Zwei Palästinenser sind nach einer Messerattacke auf eine israelische Soldatin im Norden des besetzten Westjordanlandes von der Armee erschossen worden. Wie die Streitkräfte mitteilten, ereignete sich Angriff am Donnerstag an einer Kreuzung nahe der israelischen Großsiedlung Ariel. Nach Angaben der Rettungsdienste erlitt die etwa 20-jährige Soldatin mittlere bis schwere Stichwunden. Die beiden Angreifer seien am Tatort verstorben. Israel und die Palästinensergebiete werden seit Oktober von einer Gewaltwelle erschüttert, bei der bisher 196 Palästinenser, 28 Israelis und vier Ausländer starben. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer sowie seltener Schusswaffen oder Autos für ihre Angriffe nutzten. Andere starben bei Protestaktionen gegen die israelische Besatzung des Westjordanlands und Ostjerusalems. +Nicht-Wissenschaft;Vermeintlicher britischer Tourist wurde von regierungsfreundlichem TV-Sender interviewt – doch er konnte nicht gut Englisch. Die regierungsfreundliche aserbaidschanische TV-Station LiderTV ist in ein relativ großes Fettnäpfchen getappt: Der Sender strahlte anlässlich der European Games ein Interview mit einem britischen Touristen aus, der das Land in vollen Tönen lobte: Es sei wundervoll, das Essen deliziös und die European Games wären wunderbar organisiert. Bu könüllü gəncin adı Seymur Səfərovdur. Cəbrayıldan məcburi köçkündür. Hazırda Badamdar qəsəbəsində yaşayır.Bu gün... Das Problem: Der Mann war gar kein britischer Tourist – das beweist Rohmaterial, das später im Netz aufgetaucht ist. Lider TV-nin saxta turist kimi təqdim etdiyi Seymur Səfərovun original kadrları Dort spricht der Mann mit breitem Akzent, sein Englisch ist laut BBC äußerst schlecht. Er sei eindeutig kein britischer Tourist. Der Fernsehsender LiderTV gab zu seiner Verteidigung an, dass sie von einem Konkurrenzsender hereingelegt worden wären, der als regierungskritisch gilt. Ein weiterer Versuch, den großen Erfolg von Aserbaidschan zu untergraben, so der Sender. Auf Facebook machten sich zahlreiche Nutzer über den Faux-Pas lustig: Unser Land wird noch Nordkorea überholen, zitiert die BBC aus den Kommentaren. Wissenschaft;Christian Eckmann hat keine Bedenken, den Schaden ausbügeln zu können, den Kairoer Museumsmitarbeiter angerichtet hatten. Kairo – Nach einer missglückten Reparatur der berühmten Totenmaske von Tutanchamun übernimmt nun ein deutscher Experter die Angelegenheit. Die Arbeiten könnten in zwei Monaten abgeschlossen sein, sagte Christian Eckmann bei einer Führung durch sein Atelier im Archäologischen Museum in Kairo. Der Experte – ein Spezialist für die Konservierung von Glas- und Metallobjekten des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz – hatte bereits im Jänner gesagt, die unbezahlbare Maske, die zu den größten Schätzen des Kairoer Museums gehört, sei nicht in Gefahr. Der Grabschatz von Tutanchamun war 1922 von dem britischen Archäologen Howard Carter im Tal der Könige in Luxor entdeckt worden. Anders als die anderen ägyptischen Pharaonen-Gräber waren die Grabkammern des 1324 vor unserer Zeitrechnung im Alter von 19 Jahren verstorbenen Pharaonen nicht geplündert worden. Mehr als 5.000 Objekte wurden gefunden, viele sind heute in Kairo im Museum ausgestellt. Eckmann wurde mit der Restaurierung beauftragt, nachdem Mitarbeiter des Kairoer Museums die Maske stümperhaft repariert hatten. Im August 2014 war während der Reparatur der Beleuchtung der Kinnbart der mit Lapislazuli und Halbedelsteinen besetzten Goldmaske abgefallen. Mitarbeiter des Museums hatten diesen daraufhin mit Epoxidharzkleber wieder angeklebt, dabei jedoch an der Bruchstelle eine sichtbare Klebenaht hinterlassen. Laut Eckmann muss der Kleber mit Holzspachteln entfernt und der Bart neu angesetzt werden. Die Arbeiten seien aber eine Gelegenheit, die genaue Konstruktion der Maske und die verwendeten Materialien zu studieren. (APA, red, 21. 10. 2015) Wissenschaft;Internationales Team mit österreichischer Beteiligung sequenzierte Bauplan einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Wien – Wissenschafter haben das Genom der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) entschlüsselt. Die in Österreich Fisole genannte Pflanzenart ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die in Amerika schon vor Jahrtausenden domestiziert wurde. Ein mexikanisch-spanisches Forscherteam mit österreichischer Beteiligung berichtet nun darüber im Fachjournal Genome Biology. Die Fisole wurde in Amerika zwei Mal domestiziert, einmal in den Anden und einmal in Mittelamerika, erklärte Heinz Himmelbauer vom Institut für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien. Von einer Anden-Sorte gebe es bereits den genetischen Bauplan, in ihrer aktuellen Arbeit haben die Wissenschafter nun auch das Genom einer Sorte aus dem mittelamerikanischen Zweig (BAT93) sequenziert. Die systematische Untersuchung von Pflanzengenomen gilt als Grundlage für eine Verbesserung von Kulturpflanzen. Zwischen den beiden Linien, die sich vor langer Zeit getrennt haben und unabhängig voneinander domestiziert wurden, hätten sich deutliche Unterschiede gezeigt. Mit 620 Millionen Basenpaaren ist das Genom der Fisole nur etwa ein Fünftel so groß wie jenes des Menschen, enthält aber 50 Prozent mehr Gene. Insgesamt wurden 30.491 Gene im Fisolengenom identifiziert und deren Aktivitätsmuster in der Pflanze untersucht. Die Forscher erhoffen sich Einblicke in die biologischen Grundlagen von Prozessen wie Resistenzen gegenüber Schädlingen oder Wassermangel, Stickstofffixierung in den Wurzeln, Fruchtbildung und Fruchtqualität. Als überraschend hat sich laut Himmelbauer bei der Sequenzierung gezeigt, dass viele nichtcodierende RNAs, die nicht in Proteine übersetzt werden, etwa bei der Fruchtbildung eine Rolle spielen. Die Forscher planen, weitere Fisolensorten sowie einige ihrer wild vorkommenden Verwandten zu untersuchen. Damit soll es zukünftig gelingen, Gene zu identifizieren, die bei der Domestizierung der Pflanze eine Rolle gespielt haben. Wissenschaft;Einschätzungen von Gründen für Übergewicht werden auch nach sozialen Differenzen vorgenommen. Wien – Übergewicht gilt als zentrale gesundheitspolitische Herausforderung moderner Gesellschaften. Dringliche Warnungen vor den Folgen von Übergewicht für den Einzelnen und die Gesellschaft sind ebenso omnipräsent wie Ratschläge, wie dem Übergewicht beizukommen sei. Ein Diskurs, der viele Stigmatisierungen bereithält, so die Wissenschafts- und Technikforscherin Ulrike Felt. Felt untersucht in einem Forschungsprojekt an der Uni Wien gemeinsam mit ihren KollegInnen Michael Penkler und Kay Felder, wie in der Behandlung und Prävention von Übergewicht mit sozialen oder kulturellen Differenzen umgegangen wird. Wo werden solche Unterschiede gemacht oder nicht gemacht, und was für Konsequenzen haben solche Einteilungen in der Wiener Gesundheitsversorgung? Felt und ihr Team untersuchen dafür etwa Präventionsprogramme, welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in deutsch-, türkisch- und bosnisch-/kroatisch-/serbischsprachige Gruppen unterteilten. Wir konnten hier beobachten, dass das Problem des Übergewichts je nach Gruppe unterschiedlich konzipiert und bearbeitet wird, sagt Felt. So wurde etwa bei den türkischsprachigen Gruppen Wissensvermittlung in den Vordergrund gestellt, während bei den deutschsprachigen Frauengruppen Schwierigkeiten mit dem Gewicht vorwiegend als psychologische Probleme gerahmt wurden. In einem Vorgängerprojekt forschte Felt bereits darüber, wie Menschen überhaupt eine Vorstellung von dem Problem Übergewicht bekommen, wofür auch Medienanalysen österreichischer Zeitungen durchgeführt wurden. Spätestens mit der Veröffentlichung des ersten österreichischen Adipositas-Berichts im Jahr 2006 gab es eine breite mediale Berichterstattung über Adipositas, die bis dato noch sehr verbreitet als Fettsucht bezeichnet wurde. Dieser Begriff hat eine extrem negative Konnotation und vermittelt Vorstellung von Menschen, die sich nicht unter Kontrolle haben, sagt Felt. Es ging einerseits darum, was gesellschaftlich schiefläuft – andererseits darum, was die Einzelnen falsch machen: Kinder sitzen nur mehr vor dem Fernseher, und wir nehmen einfach viel zu viel Nahrung zu uns, beschreibt Felt den Tenor diverser Medienberichte über die kranke Gesellschaft. Adipositas wurde zu einer der gefährlichsten Epidemien des 21. Jahrhunderts quasi sozialen Ursprungs – ein Bild, das auch zahlreiche Stereotypisierungen bietet. Im Adipositas-Bericht selbst wurden die sozialen Differenzen stark betont: die stärkere Betroffenheit von Menschen mit geringerem Einkommen und Bildungsgrad oder der Umstand, dass bei Folgeerkrankungen von Adipositas schichtspezifische Unterschiede festgestellt wurden. Wir wurden neugierig, wie mit diesen Unterschieden in der Praxis umgegangen wird, beschreibt Felt, wie die Idee zu dem Projekt From Lab to Intervention and Back – Doing and Undoing Diversity in Obesity Research, Treatment and Prevention, das vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds WWTF gefördert wird, entstand. Um die Rolle sozialer oder kultureller Differenzierungen im Umgang mit Übergewichtzu untersuchen, hat das Forschungsteam unterschiedliche Orte der Behandlung, Prävention und Erforschung von Adipositas untersucht. Dabei arbeiteten Felt und ihr Team auch mit medizinischem Personal zusammen, welches Patientinnen und Patienten vor und nach Magenoperationen (Magenverkleinerungen oder Magenbänder) betreut. Auch Präventionsprogramme gegen Übergewicht wurden untersucht, die schon von vornherein auf sozioökonomisch benachteiligte Gruppen fokussieren. Die Frage ist: Wann macht es Sinn, Leute in der Gesundheitsversorgung in unterschiedliche Gruppen einzuteilen?, sagt Felt. Einerseits erlaube dies, Probleme und etwaige Benachteiligungen zu benennen. Andererseits laufe man Gefahr, Stereotypisierungen und kulturelle Zuschreibungen wiederum zu reproduzieren. Hier die Balance zwischen Individualisierung und Gruppenbildung zu finden ist eine Herausforderung, die sich für Verantwortliche in der Gesundheitsversorgung in allen Bereichen stellt. Betroffene selbst begründen ihr Übergewicht oftmals auch mit bestimmten Gruppenzugehörigkeiten. Ich komme vom Land, ich gehöre zur Computergeneration oder ich bin ein Nachkriegskind lauten etwa einige Berichte von Menschen, die sich selbst einordnen und damit mögliche Gründe für Übergewicht verbinden. Felt sieht im Umgang mit Übergewicht viele Problemfelder. Mit der Thematisierung von Übergewicht als westlicher Zivilisationskrankheit habe sich Druck aufgebaut. Dem Einzelnen wird immer mehr Verantwortung für das Funktionieren der Gemeinschaft gegeben, so viele kranke Menschen würden uns schließlich in ein sozioökonomisches Desaster stürzen. Dazu kommen noch massive Diskriminierungen am Arbeitsmarkt. In den USA ist längst bekannt, dass es dicke Bewerber und Bewerberinnen auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben. Eine Studie der Universität Tübingen hat diese Hürde für Übergewichtige 2012 auch für Deutschland nachgewiesen. Aktivismus gegen Diskriminierung von Dicken oder eine Pro-Fat-Bewegung, wie es sie in den USA schon lange gibt, sind in Österreich kaum präsent, so Felt. Wir haben hier eine sehr starke Vorstellung, dass man am Körper arbeiten, ihn verbessern muss – als Beweis, dass man sich als Subjekt in der Hand hat. -Nicht-Wissenschaft;'In dieser Folge der Serie "Die Rückseite des Films": ein kinematografischer Streifzug durch die Welt vor 78 Jahren. Österreich in Bild und Ton war der Titel der ersten staatlich produzierten Wochenschau-Serie in Österreich. Ihre Lebensdauer (1933 bis 1938) entspricht der des austrofaschistischen Ständestaats. Unter staatlicher Kontrolle diente die Kinowochenschau nicht nur als Informationskanal, der von den aktuellen Weltereignissen berichtete, sondern auch als Propagandainstrument, das ein sorgfältig gepflegtes Bild von Austria vermittelte. Über fünf Jahre hinweg entstanden knapp 500 Ausgaben, bis die österreichische Wochenschau nach dem Anschluss 1938 neu orientiert wurde. Heute sind noch geschätzte 70 Prozent der Serie überliefert. Im Österreichischen Filmmuseum werden 264 Ausgaben aus den Jahren 1935 und 1937 aufbewahrt – ein Bestand, den das Filmmuseum vor kurzem online zugänglich gemacht hat. Aus diesem Anlass präsentieren wir heute einen kleinen Vorgeschmack. Die Ausgabe 33a/37 vom 13. August 1937 ist typisch für die Reihe und deren Vielfalt an Themen. Zum Beginn: ein Whos who der damaligen Kulturwelt, die sich in Salzburg für die Festspiele (24. Juli bis 31. August) versammelt hat. Kurz zu sehen sind unter anderem die populären Filmschauspielerinnen Marlene Dietrich und Paula Wessely, die Dirigenten Arturo Toscanini und Bruno Walter, die Opernsänger Herbert Alsen, Alfred Jerger, Henk Noort und Helge Roswaenge sowie der damalige Direktor der Wiener Staatsoper, Erwin Kerber. Danach: Bilder vom ersten Besuch des britischen Königs Georg VI. in der nordirischen Hauptstadt Belfast am 28. Juli (wo der erst kurz zuvor gekrönte Monarch knapp einem Bombenattentat der IRA – im Film nicht sichtbar – entging). An dritter Stelle: die Folgen der Schneestürme in New York. Offensichtlich fand dieser anachronistische Bericht erst zu einem späteren Zeitpunkt Aufnahme in die Kopie. Eine kleine Anzahl von Kopien musste mehr als 700 Kinos im ganzen Land bedienen, und daher waren diese über einen längeren Zeitraum im Einsatz. Vorführer und Kinobetreiber ergänzten oder veränderten sie beliebig, um sie immer noch aktuell zu halten. Es folgen: eine Parade in Kairo zur Feier der Thronbesteigung des 16-jährigen ägyptischen Königs Faruq I. am 29. Juli; Einblicke in den Österreich-Pavillon (samt Schwechater-Bierzelt!) auf der am 25. Mai eröffneten Weltausstellung in Paris; Bilder vom am 7. Juli ausgebrochenen zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Zum Schluss: Sportberichte über einen leichtathletischen Länderkampf zwischen Österreich und der Tschechoslowakei sowie einen heiteren Kuhkampf in Südwestfrankreich. Spektakuläres und Sensationelles waren immer Teil der Berichterstattung – damals wie auch heute. Im Internet sind die Wochenschaubilder von gestern (immer) wieder sichtbar und aktuell – als Teil der nationalen Erinnerungskultur. (Oliver Hanley, Österreichisches Filmmuseum, 15.9.2015) Die Online-Videodatenbank Österreich in Bild und Ton: Die Jahre 1935 bis 1937 steht auf der Website des Österreichischen Filmmuseums zur Verfügung. Gewidmet Siegfried Mattl, der an der Gestaltung dieser Serie maßgeblich beteiligt war. Mattl starb im April in Wien.' -Nicht-Wissenschaft;Finanzielle Turbulenzen hatten den Nokia-Nachfolger durcheinandergewirbelt. Der aus Nokia hervorgegangene Hersteller Jolla hat angekündigt, dass einige Vorbesteller des Jolla-Tablets nun Geräte erhalten werden. Gleichzeitig wird das Projekt aber eingestampft, sodass nicht alle Kunden bedient werden können. Für die leer ausgegangenen Kunden wolle Jolla eine Lösung finden, berichtet Heise unter Berufung auf den Jolla-Blog. Die Tablets waren ab November 2014 über ein Crowdfunding-Verfahren vorfinanziert worden. Die dadurch erlangten Einnahmen hatten das Finanzierungsziel weit überschritten. Doch offenbar hatte es Produktionsschwierigkeiten oder Probleme anderer Natur gegeben – denn die Auslieferung verzögerte sich immer weiter, bis schließlich nicht einmal mehr alle Vorbesteller das Gerät erhielten. Was die Turbulenzen für die Zukunft von Jolla bedeuten, bleibt momentan unklar. Das Unternehmen wolle die Lizenzierung des Betriebssystems Sailfish OS fortsetzen, hieß es. Ob ein neues Tablet folgt oder die Kunden später ihr vorbestelltes Gerät – oder ihr Geld zurück – erhalten, wurde nicht beantwortet. -Nicht-Wissenschaft;Immer mehr US-Bürger lassen den Bummel durch Einkaufsstraßen aus und holen sich das weihnachtliche Shoppingerlebnis auf den Bildschirm. Der Supereinkaufstag Black Friday in den USA ist geschlagen. Und erste Zahlen zeigen: Die Umsätze für die traditionellen Einzelhändler sind um 1,5 Prozent gesunken, während die online generierten Umsätze um mehr als 20 Prozent zugenommen haben. Damit bestätigt der Start in das US-Weihnachtsgeschäft einen Trend, der es Retailern schon seit Jahren schwer macht. Der Online-Anteil am Weihnachtsgeschäft ist bereits auf 15 Prozent gestiegen, sagt Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin des Private Banking der Bank Austria. Das Business für klassische Geschäfte wird härter. Das Kaufverhalten hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Das Schlendern durch Kaufhäuser und Geschäftsstraßen auf der Suche nach Geschenken wird weniger. Oft wird im Internet über Produkte recherchiert, der Gang in ein Geschäft dient dann nur noch dazu, ein bestimmtes Produkt zu kaufen – falls es nicht ohnehin gleich online bestellt wird. Damit fällt für die Händler eine wichtige Einnahmequelle weg: die Impulskäufe. Die traditionellen Kaufhäuser leiden zudem darunter, dass immer öfter Elektronik (Smartphones, Tablet und Co) unter dem Weihnachtsbaum liegt und immer seltener Bekleidung. Dieser Trend spiegelt sich auch an der Börse wider. Die Aktie des Kaufhauses Macys hat heuer bereits mehr als 40 Prozent verloren, die Kette hat zudem mit einer Gewinnwarnung enttäuscht. Für die Kauf- und Versandhauskette Nordstrom ging es um mehr als 20 Prozent bergab. Die Juwelierkette Tiffanys hat zuletzt mit schwachen Zahlen enttäuscht und notiert, verglichen mit dem Ende des Vorjahres, um rund 25 Prozent schwächer. Risikobewusste Investoren könnten sich überlegen, ob sie sich bei diesen Niveaus wieder in diese Aktie trauen, sagt Rosen-Philipp. Dem Shopping-Trend entsprechend, hat sich die Aktie von Amazon mehr als verdoppelt. Eine Studie der Deutschen Bank zeigt, dass Amazon die traditionellen US-Kaufhausketten, die sich zum Teil noch mit ihren Homepages und Webshops ziemlich schwertun, heuer beim Umsatzvolumen wohl erstmals überholen wird. Grundsätzlich erleben viele Einzelhandelsaktien in den Wochen vor Weihnachten oft eine Schwächephase, erklärt Rosen-Philipp, da im Vorfeld immer die Angst vor einer Enttäuschung im Weihnachtsgeschäft an den Aktien haftet. Die Erholung der Papiere erfolgt oft im Jänner, wenn sich zeigt, dass das Weihnachtsgeschäft doch nicht so schlecht gelaufen ist und diverse Gutscheine bei den Händlern eingelöst worden sind. Dass die US-Händler heuer von einem verhaltenen Weihnachtsgeschäft ausgehen, zeigt sich auch daran, dass mit 755.000 Saisonarbeitern nur gleich viele wie im Vorjahr für das Weihnachtsgeschäft gesucht wurden. 2013 wurden noch 786.800 Leute von Oktober bis Dezember eingestellt. Die US-Händler bekommen auch den starken Dollar zu spüren, der vor allem das Geld der Touristen nicht so locker sitzen lässt. New York ist als Shoppingdestination heuer etwa um fast 15 Prozent teurer als vergangene Weihnachten. Zudem beklagen die Händler, dass die Konsumenten das Geld, das sie beim Tanken ob der gesunkenen Spritpreise sparen, nicht für Einkäufe ausgeben – zumindest bei den traditionellen Händlern kommt davon kaum etwas an, sagt Rosen-Philipp. Seit rund einem Jahr warteten die herkömmlichen US-Händler nun schon vergebens, dass sich der Rückgang beim Ölpreis in ihrem Umfeld auswirkt. Dass das Onlinegeschäft immer größer und wichtiger wird, zeigte heuer auch der Cyber Monday, der auf den Black Friday folgt: Der Umsatz an diesem Tag hat heuer erstmals die Marke von drei Milliarden Dollar überschritten. Seit sechs Jahren gilt der Cyber Monday als der umsatzstärkste Tag des Jahres im Onlinehandel. +Nicht-Wissenschaft;Unter den Toten sind auch vier Kinder, fünf Personen werden noch vermisst. Kos – Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis dauert an. Am frühen Dienstagmorgen sind vor der Insel Kos weitere neun Flüchtlinge ertrunken. Darunter waren auch vier Kinder, teilte die Küstenwache mit. Mindestens fünf Menschen wurden noch vermisst. Die Küstenwache konnte sieben Personen aus dem Meer retten. Das Boot kenterte nach Informationen des staatlichen Fernsehens gegen drei Uhr nachts. Die Rettungsaktion wurde durch starken Wind erschwert. In diesem Jahr sind mehr als 600.000 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern über die Türkei nach Griechenland gekommen. Hunderte ertranken bei dem Versuch, mit Booten das Mittelmeer zu überqueren. +Nicht-Wissenschaft;Online und weiterhin bei Verkaufsstellen erhältlich. Die Autobahnvignette in der Slowakei ist ab 1. Jänner 2016 nicht mehr in der klassischen Pickerlvariante, sondern als elektronische Vignette erhältlich. Die Gebühr für die E-Vignette kann online auf www.eznamka.sk (auch auf Deutsch) oder an Tankstellen, Selbstbedienungs- bzw. Vignettenverkaufsstellen an den Grenzen entrichtet werden. Darauf wies der ARBÖ am Freitag in einer Aussendung hin. Die Fahrzeugdaten werden elektronisch gespeichert. Es muss keine Bestätigung im Fahrzeug angebracht werden. Der Käufer bekommt erhält jedoch einen Beleg, der Daten zum Fahrzeug sowie zu Typ und Laufzeit der Vignette enthält. Änderungen bezüglich des Fahrzeuges können während der Gültigkeitsdaueronline bekannt gegeben werden. +Nicht-Wissenschaft;Auch Beschränkungen für Patentanwälte und Tierärzte in Mahnbrief beanstandet. Brüssel – Die EU-Kommission hat Österreich wegen Hürden für eine Reihe von freien Berufen gerügt, darunter Architekten und Ingenieure. Die EU-Kommission richtete in dieser Angelegenheit am Donnerstag einen zweiten Mahnbrief an Österreich. Sollte Österreich die Bedenken der Kommission nicht binnen zwei Monaten zerstreuen, kann diese den Fall vor den EU-Gerichtshof bringen. Die Kritik der EU-Kommission betrifft Anforderungen an den Sitz von Patentanwaltsgesellschaften, übermäßige Anforderungen an die Beteiligung am Gesellschaftsvermögen für Gesellschaften von Ziviltechnikern (Architekten, Zivilingenieure und Ingenieurskonsultenten), Patentanwälten und Tierärzten, sowie Beschränkungen multidisziplinärer Tätigkeiten für Gesellschaften von Ziviltechnikern und Patentanwälten, wie die EU-Behörde mitteilte. Neben Österreich erhielten auch Zypern, Deutschland und Polen eine Rüge der EU-Kommission. Die nationalen Vorschriften dieser Länder beinhalten nach Angaben der EU-Behörde unverhältnismäßige und nicht gerechtfertigte Hindernisse im Bereich der freiberuflichen Dienstleistungen. Die Auflagen würden der EU-Dienstleistungsrichtlinie zuwiderlaufen. Wissenschaft;Panama – Für Tarzan waren die verholzenden Kletterpflanzen als Transportmittel durch den Regenwald eindeutig von Vorteil. Ein internationales Forscherteam hat nun aber einen erheblichen Nachteil der Kletterpflanzen im Fachblatt PNAS dokumentiert: Wie Versuche in Panama zeigten, wird in von Lianen durchsetzten Abschnitten des tropischen Regenwalds nur rund ein Viertel jener Kohlenstoffmenge aufgenommen wie in Abschnitten ohne. Regenwälder binden rund 40 Prozent des Kohlenstoffs der Erde. AbstractPNAS: Lianas reduce carbon accumulation and storage in tropical forests Cambridge – Die Firma Novartis hat in den Ansatz rund eine Milliarde Euro investiert und scheiterte. Doch nun besteht wieder Hoffnung, Ersatzorgane für Menschen in Schweinen wachsen zu lassen: Der US-Genetiker George Church verkündete bei einer US-Fachtagung, dass es ihm gelungen sei, mittels der Methode Crispr jene Retroviren zu eliminieren, die eine Transplantation von Tier zu Mensch verhinderten. LinkScience News: Gene-editing method revives hopes for transplanting pig organs into people London – Die wohl wichtigste wissenschaftliche Grundlage für die politischen Diskussionen und Maßnahmen zum Klimawandel sind die Berichte des Weltklimarats IPCC. Ralf Barkemeyer und Kollegen haben die Berichte für das Fachmagazin Nature Climate Change linguistisch untersucht und festgestellt, dass sie seit den 1990er-Jahren unlesbarer geworden sind. Zugleich habe sich die Berichterstattung in den internationalen Medien verbessert, auch wenn diese oft pessimistischer sei als die IPCC-Berichte. AbstractNature Climate Chance: Linguistic analysis of IPCC summaries for policymakers and associated coverage (tasch, 13.10.2015) Wissenschaft;Washington – Einen Tag nach Beginn des Weltklimagipfels startet in Washington eine weitere Konferenz zu einer wichtigen Zukunftsfrage. Dank der revolutionären Crispr-Cas9-Technik ist es seit kurzem einfach und billig, punktgenaue Veränderungen der DNA vorzunehmen. Ab Dienstag diskutieren deshalb Wissenschafter aus mehr als 20 Ländern darüber, wie man diese Technik beim Menschen nützen soll. LinkNature: Human-genome editing summit to sample global attitudes -Nicht-Wissenschaft;Arbeiten mit dem gewissen Knick in der Wiener Galerie Thoman. Der Zufall ist der beste Partner der Kreativität, heißt es. Auch Peter Sandbichler setzt auf den unvorhergesehen hereinschneienden Gesellen. Der Zufall heißt bei ihm aber oft Intuition. Etwa dann, wenn Sandbichler (geb. 1964 in Kufstein) kurz vor knapp noch etwas an einer Arbeit ändert. Er sei völlig abgekommen von der Fremdproduktion, denn man verliert diesen letzten Moment, erzählt er. Manche Dinge könne man einfach nicht sprachlich fassen, nicht erklären, die müsse man machen. So wie die Gussformen für seine Skulls – für die imposanten Schädel von Gepard, Gämse, Reh, Hyäne, Kuh und eine Wesenheit, die wir Kik nennen wollen, die derzeit in der Galerie Thoman in Wien – trotz ihrer surrealen Dimensionen – einen morbiden Grusel verbreiten. Die in glasfaserverstärktem Kunststoff gegossenen Tierschädel entstehen – und das ist vorstellungstechnisch beachtlich – als Negativform: Das heißt, Sandbichler setzt alltägliche Dinge aus seinem Atelier – Eimer, Deckel, Rohre, Kartonagen – so zusammen, dass im Inneren der Skull als Hohlraum entsteht. Quasi die verschärfte Variante von Pilot und Kleinem Prinz: Das ist die Kiste. Das Schaf, das du willst, steckt da drin. Und so bleibt es, bis der animalische Schädel aus seinem Versteck befreit wird, spannend. Überraschende Spuren der Trägermaterialien, Farbreste finden sich auf den tatsächlich knochenfarbenen Kunst-Krania. Statt der glatten Perfektion des Seriellen, wie sie auf seine schwarzen Module aus glänzendem Acryl zutrifft, ist Sandbichler nun Handwerklichkeit extrem wichtig. Sei es die Gipsziehtechnik, in der er Wandobjekte – Scheiben wie riesenhafter Deckenstuck – fertigt. Oder die in Japan erlernte Falttechnik Origami, die auch einer reizvollen Serie mit Tageszeitungsseiten den Namen gibt. Und dann ist da noch Sandbichlers entwaffnend-charmante Art der Kartonfaltung: Der Künstler setzt die richtigen Knicke, indem er sich auf große Schachteln setzt. Aus den derart gestauchten Kartons entstehen, ausgegossen mit einem Acyrlharz-Steinmehl-Gemisch, bestechend simple und bequeme Sitzobjekte. Entscheidend beim Knicken und Falten: Licht und Schatten werden durch Vor- und Rücksprünge zum gestaltenden, das ursprünglich Plane und die Monochromie belebenden Element. Das Highlight der aktuellen Ausstellung – jene die Akustik und Behaglichkeit im Raum beeinflussende Kassettendecke aus Karton – vereint all seine formalen Kniffe: das Knicken und Falten, die Schattenspiele, das Architektonische sowie das Modulhafte, das bei ihm inspiriert ist von Theorien Buckminster Fullers und dessen Prinzip der Tensegrity (aus tension, Spannung, und integrity, Eingliederung). Nicht zu vergessen ist die große Rolle, die das Recycling spielt. Denn Sandbichler verwertet Transportverpackungen von Fahrrädern wieder. Es reizt den Künstler, Dinge, die am Ende ihres Arbeitszyklus sind, noch einmal herauszugreifen. In der Galerie steht die Intervention allerdings am Anfang, ist eine Skulptur, die empfängt. Sie soll bleiben. +Nicht-Wissenschaft;'Der Bushmann soll kein Bushmann mehr sein. Eine der komischeren Meldungen dieser Woche kam aus den USA: John Ellis Jeb Bush hat den Amis am Montag klargemacht, dass er 2016 für das Präsidentenamt kandidieren will. Die Quasifeudalisierung Amerikas, von der diese Ansage zeugt, ist an sich von makaberer Komik: Der Bush-Präsenz folgt die Bush-Persistenz bis hin zur Bush-Penetranz. Gegen die Beharrungssucht der Bushes waren selbst die Bourbonen Waisenkinder. Gut möglich, dass bei der nächsten amerikanischen Revolution im Jahr 3000 King Bush XVI. unters Schafott gelegt wird. Komischer noch das andere Bush-Problem, das Jeb plagt. Wir wissen ja: Die acht Jahre unter seinem Bruder George W. (Irakkrieg etc.) sind vielen Amerikanern in so unguter Erinnerung. dass ihnen die Aussicht auf einen weiteren Bush im Weißen Haus willkommen ist wie ein Furz im Raumanzug. Von Jeb kann man schwerlich verlangen, dass er sich nun umbenennen lässt (Jeb Jones, Jeb Kowalski, Dalai Jeb usw.), um mit dem Bush hinter dem Busch zu halten. Daher stehen seine Politstrategen vor der Aufgabe, seinen Wahlkampf anderweitig zu entbushen, auf dass jeder Gedankenkonnex zu Bush-Vater und Bruder-Bush, den anderen Büschen also, tunlichst aus den Wählerhirnen verschwinde. Das Entbushungskommando hat sich schon auf Teufel komm raus an die schöne Kunst des Auslassens gemacht: Jebs Website wimmelt von Jebs in fetten Lettern (Meet Jeb!); alle Bushes dagegen werden klein (oder gar nicht) geschrieben. Die Website heißt nicht bush2016.com, sondern jeb2016.com. Wie sonst! Analoge Weglassschmähs finden wir, no na, nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande. Seit Jörg Haider als kostspieligster Blauclown der heimischen Geschichte entlarvt worden ist und nur noch das Wählersegment im IQ-Bereich achtzig minus das Gegenteil glaubt, kommt die FPÖ mit dem Entjörgen kaum nach. Eher würde H.-C. Strache auf Tschick und Haargel verzichten, als zuzugeben, dass er in seinem Leben mit dem Jörgl mehr als nur ein Schwein gehütet hat. Wer auf der FPÖ-Website nach dem Namen Haider sucht, findet weit über hundert Treffer zu FP-Tourismussprecher Roman Haider, zu Jörg Haider gerade zwölf. Ganz offenkundig: So wenig, wie die Freiheitlichen mit dem Jörg zu tun haben, hat sonst höchstens noch der Jeb mit der Familie Bush zu tun.' Wissenschaft;Wellenförmige Muster in Materiescheibe um AU Microscopii lassen sich mit nichts vergleichen, was man bisher kennt. Ein internationales Astronomenteam hat mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops und des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile in einem nahen Sternsystem etwas beobachtet, das sie ziemlich ratlos zurücklässt: Es scheint, als würden sich in einer Staubscheibe rund um den Stern AU Microscopii (AU Mic) Strukturen mit enormer Geschwindigkeit fortbewegen. Sind es die Folgen einer Eruption des Zentralgestirns, oder haben die wellenförmigen Muster mit einem – bisher nicht nachgewiesenen – Exoplaneten in der Materiescheibe zu tun? Möglicherweise handelt es sich auch um ein völlig unbekanntes Phänomen. AU Microscopii im südlichen Sternbild Mikroskop liegt weniger als 33 Lichtjahre von der Erde entfernt, befindet sich damit also praktisch in der kosmischen Nachbarschaft. Die den Stern umgebende große Staubscheibe ist für irdische Beobachter fast genau von der Seite zu sehen. Astronomen ist es nun gelungen, diese Materiescheibe mithilfe des erst vor kurzem am Very Large Telescope installierten Instruments Sphere detailscharf abzubilden. Außer den Sphere-Daten wurden dabei frühere Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble genutzt. Erstmals konnten auf diesem Weg nicht nur Unterstrukturen der Scheibe untersucht werden, sondern auch Muster, die sich offenbar mit der Zeit verändern. Mehr noch: Die Scheibe um AU Mic weist offensichtlich Strukturen auf, die sich äußerst schnell und wellenartige fortbewegen. Als das Instrumententeam von Sphere nach Zielobjekten für seine ersten Beobachtungen suchte, war AU Mic ein naheliegender Kandidat. Thomas Henning, Direktor des Max-Planck-Instituts für Astronomie, war an den Untersuchungen beteiligt und zeigte sich bereits von den ersten Aufnahmen beeindruckt: Gleich auf den ersten Blick haben wir detaillierte Strukturen in der Scheibe gesehen – hätten Sie mir vor ein paar Jahren gesagt, dass solche Bilder 2015 möglich wären, hätte ich Ihnen das vermutlich nicht geglaubt. Wir haben diese Strukturen dann mit Bildern verglichen, die einige Kollegen und ich 2010 und 2011 mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen hatten. Diese Vergleichsanalysen ergaben eine veritable Überraschung: Es gelang den Wissenschaftern, eine ganze Reihe von Strukturen eindeutig sowohl in den Sphere- als auch in den Hubble-Bildern zu identifizieren. Das Außergewöhnliche an den Beobachtungen war allerdings, dass sich diese Strukturen innerhalb der wenigen Jahre, die zwischen den Beobachtungen vergangen waren, deutlich vom Stern entfernt hatten. Diejenigen Strukturen, die weiter vom Stern entfernt sind, scheinen sich dabei schneller zu bewegen als die sternnäheren. Mindestens drei der Strukturen bewegen sich so schnell, dass sie der Schwereanziehung des Sterns entkommen und damit das System verlassen könnten – also mit mindestens 40.000 Kilometer pro Stunde, schätzen die Forscher. Solche hohen Geschwindigkeiten schließen aus, dass es sich um herkömmliche Scheibeneigenschaften handelt, die als Störungen hervorgerufen werden, wenn sich Objekte – etwa Exoplaneten – auf ihrer Umlaufbahn um den Stern durch das Scheibenmaterial bewegen. Etwas anderes muss dafür gesorgt haben, dass die Wellen Fahrt aufgenommen und derart hohe Geschwindigkeiten erreicht haben – und das zeigt, dass man es offenbar mit etwas wirklich Ungewöhnlichem zu tun hat. AU Mic ist ein roter Zwergstern vom Typ M1 Ve, der nur etwas mehr als halb so groß ist wie die Sonne, ein mit rund zwölf Millionen Jahren recht junger Stern im Vergleich zu den knapp fünf Milliarden Jahren unserer Sonne. Wie bei solchen jungen Sternen häufig, zeigt AU Mic starke Aktivität und produziert mit einiger Häufigkeit Eruptionen, bei denen stellares Plasma mit hoher Geschwindigkeit nach außen geschleudert wird. Die Astronomen spekulieren, dass die bewegten Strukturen in der Staubscheibe auf diese Weise zustande gekommen sind. Eine weitere durchaus reizvolle Möglichkeit ist, dass die Veränderungen in der Scheibe auf das Vorhandensein eines oder mehrerer extrasolarer Riesenplaneten in der Staubscheibe hindeuten. Eine der stellaren Eruptionen könnte etwas auf einem der Exoplaneten ausgelöst haben – falls es dort Exoplaneten gibt. Sie könnte dort gewaltsam Materie losgelöst haben, die sich jetzt durch die Scheibe bewegt, angetrieben durch die Wucht der Eruption, meint Glenn Schneider vom US-amerikanischen Steward Observatory. Insgesamt legt der überraschende Nachweis der dynamischen Strukturen in der Materiescheibe von AU Mic ein ganzes Programm zusätzlicher Beobachtungen nahe. Haben die Forscher besonders großes Glück, könnte ihnen sogar der Nachweis von Protoplaneten in der Scheibe gelingen, also von kleineren Körpern, die eifrig weitere Masse sammeln, um zu ganzen Exoplaneten heranzuwachsen. Allgemeiner sollten detaillierte Beobachtungen der Dynamik solcher Scheiben direkte Vergleiche mit der Simulation solcher Objekte ermöglichen – und könnten auch Informationen über Prozesse der Planetenentstehung liefern, die in der Scheibe ihre Spuren hinterlassen haben. Wissenschaft;Bald ist die Hälfte der Satellitenflotte vor Ort. Cayenne – Eine Rakete mit zwei neuen Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ist von Französisch-Guyana aus ins All gestartet. Die Sojus-Rakete hob am Donnerstag kurz vor 13.00 Uhr deutscher Zeit im Weltraumbahnhof Kourou ab. An Bord waren der elfte und der zwölfte Satellit – von insgesamt 30 geplanten – für das Programm der EU und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Mit Galileo will Europa vom amerikanischen GPS unabhängig werden. Seine Positionsdaten sollen künftig zum Beispiel von Navigationsgeräten in Autos benutzt werden. Allerdings kam das Vorhaben wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen immer wieder in die Kritik. Die Satelliten sollten drei Stunden und 48 Minuten nach dem Start ausgesetzt werden. -Nicht-Wissenschaft;Menschliche Körperform soll Nähe zum Gesprächspartner erhöhen. Ein Polster in der Form eines menschlichen Körpers mit einer Handy-Halterung im Kopf soll Telefongespräche nach der Vorstellung japanischer Ingenieure künftig noch persönlicher machen: Das Forschungsinstitut für fortgeschrittene Telekommunikation (ATR) stellt jetzt in Tokio den Hugvie genannten Kuschelpolster vor, das zusammen mit einem Futon-Hersteller und einer Textilfirma entwickelt wurde. Der Polster ist 80 Zentimeter groß und 55 Zentimeter breit und mit einem Stoff bezogen, der an die menschliche Haut erinnern soll. Seine Form ist dem menschlichen Körper nachempfunden: Es hat einen Kopf, einen Körper und kurze Gliedmaßen, aber kein Gesicht. Am Kopf hat der Hugvie einen Schlitz für ein Mobiltelefon. Während der Nutzer telefoniert, kann er mit dem Hugvie kuscheln. Nach Angaben der Entwickler stellt der Polster ein Gefühl besonderer Nähe zum Gesprächspartner her, weil nicht nur das Gehör, sondern auch der Tastsinn angesprochen werde. So entstehe das starke Gefühl, dass der Nutzer die andere Person umarmt. Die Ingenieure berufen sich dabei sogar auf wissenschaftliche Erkenntnisse: Körperlicher Kontakt mit einem einfachen und leblosen Gegenstand senkt demnach die Produktion des Stresshormons Cortisol. Der Hugvie, dessen Name sich aus dem englischen Wort hug (Umarmung) und dem französischen Wort vie (Leben) zusammensetzt, soll im September in den Handel kommen und 10.000 Yen (71 Euro) kosten. +Nicht-Wissenschaft;Nach "Diablo 2" bringt Blizzard auch sein 2002 erschienenes Strategiespiel auf den neuesten Stand. Blizzard nimmt es mit dem Support seiner Spiele sehr ernst. Nach dem letzten Update für Diablo 2 erhält nun auch Warcraft 3 nach fünf Jahren einen neuen Patch. Das Update 1.27 erscheint am Dienstag und dürfte laut einem Video des Herstellers nicht das letzte Update für das 2002 erschienene Strategiespiel gewesen sein. Der Inhalt des Patches wurde nicht verraten. Bei Diablo 2 handelte es sich um eine Optimierung für aktuelle PCs und Betriebssysteme. Blizzard richtet sich in dem Video speziell an den chinesischen Markt, wo Warcraft 3 nach wie vor sehr beliebt ist. Wissenschaft;Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna erhalten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2016. Frankfurt am Main – Die Wissenschafterinnen Emmanuelle Charpentier (47) und Jennifer Doudna (51) werden mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2016 ausgezeichnet. Ihre Namen sind verknüpft mit einer der größten wissenschaftlichen Sensationen der vergangenen Jahre: einer einfach zu handhabenden Allzweckschere für Gene. Die mit 100.000 Euro dotierte Ehrung gilt als eine der angesehensten für Forscher in Deutschland. Die Entdeckung der beiden Preisträgerinnen hat einen Quantensprung in der Forschung bewirkt, begründete der Stiftungsrat seine Entscheidung. Der mit 60.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an den Biochemiker und Strukturbiologen Claus-Dieter Kuhn (37) von der Universität Bayreuth. Die französische Mikrobiologin Charpentier ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, zuvor war sie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig tätig. Doudna ist Biochemikerin und Professorin an der University of California in Berkeley (USA). Die beiden Forscherinnen hatten unter anderem bereits den Dr. Paul Janssen Award for Biomedical Research und den Prinzessin-von-Asturien-Preis erhalten. (APA, red, 25. 1. 2016) -Nicht-Wissenschaft;Finanzminister Tsakalotos sprach mit Hedgefonds. Athen – Griechenland will sich im kommenden Jahr wieder Geld am Anleihemarkt besorgen. Geplant sei eine Rückkehr an den Bondmarkt in der zweiten Jahreshälfte 2016, sagte Finanzminister Efklidis Tsakalotos am Dienstagabend am Rande einer Veranstaltung in London. Seit Mitte 2014 hat das Land keine Staatsanleihen mehr bei privaten Investoren platziert. Er habe am Dienstag mit Hedgefonds über dieses Thema gesprochen, so Tsakalotos. Es ging um generelle Sachen wie den Zeitplan, die griechische Wirtschaft, die Rekapitalisierung der Banken, wann wir eine Rückkehr an die Märkte planen und so weiter, sagte der Finanzminister. Die griechische Regierung hatte am Dienstag erklärt, bis Ende der Woche die letzten Hürden für die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen der Europartner nehmen zu wollen. Insgesamt geht es um bis zu 86 Milliarden Euro für ein drittes Hilfspaket. Dadurch war das Land im Juli vor der Staatspleite und einem drohenden Austritt aus der Eurozone bewahrt worden, musste sich dafür aber zu harten Reformen und Sparauflagen verpflichten. In zwei vorangegangenen Paketen wurden dem Land seit 2010 bereits mehr als 200 Milliarden Euro geliehen. Indes hat eine neue Streikwelle aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung begonnen. Am Mittwoch kam es zu erheblichen Verspätungen im inländischen Flugverkehr, da die Beamten der zivilen Luftfahrt um 8 Uhr für vier Stunden ihre Arbeit niederlegten. Dutzende Flüge vor allem von und zu den griechischen Inseln fielen aus. Die internationalen Verbindungen wurden dagegen normal bedient, wie der Flughafen Athen mitteilte. Am Donnerstag wollen die Beamten der zivilen Luftfahrt gleich 24 Stunden streiken. Auch dieser Streik werde Probleme im Inlandsverkehr mit sich bringen, teilten die griechischen Fluggesellschaften mit. Für Donnerstag sind in Griechenland darüber hinaus Streiks in anderen Bereichen angekündigt: Behörden, Schulen, Bahnen, Fähren sollen bestreikt werden. Auch Ärzte und Apotheker wollen die Arbeit niederlegen und nur Notfälle behandeln. Die griechischen Journalisten wollen ebenfalls streiken. -Nicht-Wissenschaft;50-Jähriger nach Rückfall wieder im Gefängnis. Freistadt/Linz – Einen Tag nach seiner Haftentlassung hat ein 50-Jähriger in Freistadt seine Exfreundin mit dem Umbringen bedroht, sie verprügelt und verletzt. Der Mann, der wegen einer gefährlichen Drohung gegen die Frau bereits im Gefängnis gewesen ist, wurde nach seinem Rückfall erneut in die Justizanstalt Linz eingeliefert, wie die oberösterreichische Polizei berichtete. Der 50-Jährige, der in der Schweiz lebt, war am 13. November nach zwei Monaten freigekommen. Am folgenden Tag betrank er sich mit Schnaps und fuhr mit dem Auto nach Freistadt, wo seine ehemalige Partnerin arbeitet. Er bedrohte sie und attackierte sie mit Faustschlägen gegen den Kopf. Dann flüchtete er. 25 Minuten später wurde er erneut festgenommen. Die 52-jährige Frau wurde im Spital ambulant behandelt. +Nicht-Wissenschaft;Potente Investoren und das liebe Vieh: Ärzte sind alarmiert. Wien – Vor 20 Jahren hätte ich es nicht getan, ich bin ein Freiberufler mit Herz und Seele, sagt Otto Fischer. Aber was ihm in den vergangenen Jahren an Vorschriften und Bevormundung untergekommen sei, habe ihn eines Besseren belehrt. Fischer ist seit 31 Jahren Tierarzt. Seit heuer arbeitet seine Klinik in Korneuburg unter dem Dach des schwedischen Konzerns Anicura. Der Tiermedizinriese erwirbt in Europa derzeit eine Klinik nach der anderen und finanziert nun auch Fischers Praxis. In Skandinavien sind bereits rund 80 Prozent der Tierärzte in der Hand einiger weniger potenter Ketten. Fischer sieht sich durch das immer härtere Umfeld für Freiberufler in die größeren Strukturen gedrängt. 100.000 Auflagen machten einem das Leben schwer – die Registrierkasse sei nur eine von vielen Belastungen. Man muss ja schon fast Fachausbildungen besuchen, um den Impfpass ausfüllen zu dürfen. Dazu käme die teure Medizintechnik. Tierärzte suchen dafür händeringend Geld. Fischer sieht die Eingliederung seiner Klinik in die Anicura, hinter der die Investoren Fidelio und Nordic Capital agieren, als Weg in die Professionalisierung, dem viele andere folgen würden: Für Einzelkämpfer seien die vielen Hürden nicht mehr zu bewältigen. Die rechtliche Konstruktion sei legal, da das Geschäft der Praxis weiter von Tierärzten geführt werde. Niemand redet uns drein, wir sind nicht weisungsgebunden. Mitbewerber und die Tierärztekammer sehen das anders. An veterinären Einrichtungen dürfen in Österreich nur Tierärzte beteiligt sein. Anicura ignoriere das und provoziere einen Rechtsstreit, sagt Kurt Frühwirth. Der Präsident der Tierärztekammer lässt die Causa, wie berichtet, prüfen. Die Schweden haben neben zwei österreichischen Kliniken 2015 still und leise in neun deutsche Praxen investiert – und ließen sich dabei auch vom in Deutschland geltenden Kapitalbeteiligungsverbot der Branche nicht abhalten. Rückenwind erhalten sie aus Brüssel: Die EU will Beschränkungen des Zugangs zum Markt aufweichen – was auch Pharma- und Futtermittelriesen zu Tierärzten machen könnte. Eine Ordination gehöre weiterhin eigenverantwortlich von Ärzten geführt, betont Fischer. Doch ob das Kapital für ihre Ausstattung nun von der Bank oder von anderen Unternehmen komme, ist seiner Meinung nach zweitrangig. Dem sei nicht so, sagt Frühwirth. Die Bank will ihr Geld zurück. Ein Investor will Umsatz und Renditen sehen. Kolportiert würden in der Tiermedizin zehn bis 15 Prozent. Klar sei es verlockend, Millionen auf den Tisch zu bekommen, ergänzt Frühwirth. Aber die Spielregeln sind andere. Ein Gesundheitsberuf dürfe nicht kommerzialisiert werden. Kritiker wie er warnen, dass der Druck durch kapitalgetriebene Investoren die Sicht auf Interessen der Patienten trübt, Unabhängigkeit gehe verloren. Neben Konzernen wie Anicura engagiert sich auch Fressnapf in der Tiermedizin. In Wien-Seyring kooperiert die Heimtierkette mit Tierplus, einem Verbund aus österreichischen Tierärzten. Was etlichen Mitbewerbern missfällt, ist aus Sicht der Kammer rechtens. Wir vermieten nur die Fläche, sagt Fressnapf-Chef Norbert Marschallinger. Es gibt keine Fremdinvestoren, weder Private Equity oder Aktiengesellschaften, noch ist Fressnapf beteiligt oder zahlt unsere Rechnungen, versichert Herwig Pucher. Der Geschäftsführer der Tierplus entwickelt und verpachtet Praxen. Er plädiert in der stark fragmentierten Branche für mehr Aufgabenteilung. +Nicht-Wissenschaft;Laut dem Wirt treten Dealer in der Lerchenfelder Straße "hordenartig" auf. Neubauer Bezirkschef Blimlinger: Sind nicht untätig. Wien – Beschwerden über offenes Drogendealen an der U6 und in den Straßenzügen rund um deren Stationen sind nicht neu. Im siebenten Wiener Gemeindebezirk häuften sie sich in den vergangenen Monaten vor allem im Bereich Lerchenfelder- und Kaiserstraße, sowie stadtauswärts am Beginn der Ottakringer Thaliastraße. Dort befindet sich unter anderem auch der Josef-Strauß-Park: eine der wenigen Grünflächen in Wien-Neubau. Zuletzt schien sich die Lage, nicht zuletzt aufgrund einer Aktion scharf der Polizei, etwas beruhigt zu haben, wie auch der ORF online berichtete. Doch am Donnerstag meldete sich der Wiener Szenewirt Andreas Flatscher in einem an alle Parteien in der Bezrksvertretung sowie an etliche Medien adressierten Mail zu Wort. Der Häuserblock Lerchenfelderstraße – Kaiserstraße – Bernardgasse – Lerchenfeldergürtel habe sich zu einem regelrechten Drogen-Hotspot entwickelt. Bereits vormittags werde dort offener Drogenhandel betrieben, schreibt Flatscher. Er betreibt zwei Lokale in der Gegend. Vor allem vor einem der beiden, dem Flatscher Bistrot, sei die Lage derzeit inakzeptabel: Die Dealer, mit vorrangig afrikanischem Migrationshintergrund, treten in großen Gruppen geradezu hordenartig auf und sprechen Personen jeden Alters und Geschlechts an, um ihnen Drogen jeglicher Art anzubieten. Flatschers Kritik im STANDARD-Gespräch: Es werde tatenlos zugesehen, wie ein ganzes Grätzl sukzessive versandelt und abdriftet. Sein Appell: Machen wir das Viertel wieder zu dem, was es einst war – ein Treffpunkt für Junge und Junggebliebene, die das Angebot einer pluralistischen Restaurantszene genießen möchten. Genau dies sei auch sein Anliegen, meint dazu der Neubauer Bezirkschef Thomas Blimlinger (Grüne). Das Drogendeal-Problem im Grätzl sei schon recht heftig, sagt er zum STANDARD. In dieser Schmuddelecke des siebenten Bezirks würden manchmal sogar Mütter mit Kinder und Schüler hartnäckig angesprochen. Die Dealer hätten meist nur eine Tagesration Drogen bei sich, den Rest also woanders deponiert. Laut herrschendem Suchtgiftgesetz – das bald novelliert werden soll – verunmögliche das eine polizeiliche Verfolgung. Unrichtig, so Blimlinger, sei jedoch die von Flatscher verbreitete Mär der Untätigkeit. Vielmehr sei die Polizei seit Monaten verstärkt vor Ort. Auch gelte es, den öffentlichen Raum gerade dort durch andere Projekte und Aktivitäten zu besetzen: eine Bemühung, der der inzwischen recht schlechte Ruf der Gegend zuwiderlaufe. Wissenschaft;Bioinvasoren gefährden die einheimische Tierwelt auf den Antipoden-Inseln. Wellington – Sie scheinen die harmlosen Cousins von Ratten zu sein, aber Mäuse zählen ebenso wie diese zu den schlimmsten Bioinvasoren weltweit. Auf den vulkanischen Antipoden-Inseln im Südpazifik haben sie sich mangels natürlicher Feinde derart vermehrt, dass sie den Lebensraum der einheimischen Vögel und anderer Tiere kahlfressen. Alleine auf der nur 20 Quadratkilometer großen Hauptinsel des subantarktischen Archipels wimmeln geschätzt 200.000 Mäuse. Nun will Neuseeland, zu dessen Hoheitsgebiet die Inselgruppe gehört, hart durchgreifen und rückt mit einem Expertenteam, zwei Schiffen, drei Hubschraubern und 65.500 Kilogramm Mäusegift aus. Es sei die schwierigste Ausrottungsaktion, die ihre Regierung je unternommen habe, sagte die neuseeländische Umweltministerin Maggy Barry: Die Insel liegt in rauer See und wird von antarktischen Stürmen gepeitscht, es ist wirklich am Ende der Welt und die Expedition war eine enorme logistische Herausforderung. Die Aktion auf der Hauptinsel wird umgerechnet rund 2,4 Millionen Euro kosten. Die Mäuse wurden wahrscheinlich im 19. Jahrhundert von Robbenjägern eingeschleppt. Durch ihre große Zahl werden sie zur Gefahr für einheimische Arten. Auf der unwirtlichen Insel nisten zahlreiche Seevogelarten, unter anderem Albatrosse. Und es gibt dort eine Papageienart, die sonst nirgendwo vorkommt: den Einfarblaufsittich (Cyanoramphus unicolor). Laufsittiche leben die meisten Zeit am Boden und ernähren sich vorwiegend pflanzlich. In der südpazifischen Inselwelt hat sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Arten auf isolierten Inseln entwickelt. Einige der gegenüber Umweltveränderungen empfindlichen Arten sind bereits ausgestorben – das soll sich nun auf den Antipoden-Inseln nicht wiederholen. Wissenschaft;Schüler entdeckten den etwa 30 Jahre alten Weitwanderer in Orth an der Donau. Orth a.d. Donau – Auf einen Weitwanderer im wörtlichen Sinn sind Schüler aus Orth an der Donau (NÖ) bei einem Amphibien-Schutzprojekt gestoßen. In der Nähe des Fadenbachs in Orth entdeckten sie eine Europäische Sumpfschildkröte, die zuletzt 2005 bei Witzelsdorf registriert wurde – rund zehn Kilometer entfernt. Für Experten des Nationalparks Donauauen eine beträchtliche, ungewöhnliche Wanderstrecke für ein solches Reptil. Freiwillige Helfer holen während der Frühjahrs-Wanderung von Amphibien täglich in der Früh Tiere aus Kübelfallen, bestimmen die Art und tragen sie über die Straße. Schüler der Neuen Mittelschule Orth entdeckten dabei auch eine Sumpfschildkröte und kontaktierten Experten. Ein Abgleich mit der Fotodatenbank, in der spezifische Merkmale und Nummerierung aller erfassten Exemplare gespeichert sind, zeigte: Die Kinder hatten Schildkröte Nummer 123 angetroffen, ein Männchen, das zuletzt 2005 in Witzelsdorf registriert wurde. Aufgrund von Körpergröße und sonstigen Merkmalen wird das Tier aktuell auf ein Alter von etwa 30 Jahren geschätzt. Witzelsdorf liegt stromabwärts rund zehn Kilometer vom jetzigen Fundort entfernt. Dass er so weit westwärts wanderte, ist verwunderlich, schließlich hat er einen guten Weibchen-Bestand in Witzelsdorf, erklärte Maria Schindler in einer Aussendung des Nationalparks. Männchen würden aber manchmal abwandern, um Inzucht zu vermeiden. Wissenschaft;Forscher untersuchten Ausgrabungsstätten aus der Schnurkeramischen Kultur Mitteleuropas. Göteborg/München – Schwedische Forscher haben Einblick in mitteleuropäische Lebensverhältnisse während der Kupfersteinzeit, der Epoche des Übergangs zwischen Neolithikum und Bronzezeit, gewonnen. Sie analysierten Knochen und Zähne aus mehreren Ausgrabungsstätten in Bayern und Baden-Württemberg, darunter von zwei großen Friedhöfen. Der Befund: Rund 42 Prozent der Bestatteten stammen ursprünglich nicht von dort – darunter viele Frauen, schreiben die Forscher im Fachblatt PLOS ONE. Die Wissenschafter um Karl-Göran Sjögren von der Universität Göteborg schlussfolgern daraus eines: Zur Zeit der sogenannten Schnurkeramischen Kultur vor knapp 5.000 Jahren dürfte es ein relativ stabiles System weiblicher Exogamie gegeben haben – also des Heiratens außerhalb der eigenen sozialen Gruppe. Die Frauen könnten demnach auf lange Wanderungen gegangen sein, um sich in den Siedlungen ihrer künftigen Ehemänner niederzulassen. Die Forscher schreiben von einem komplexen System des sozialen Austausches und der wirtschaftlichen Diversifizierung im späten neolithischen Europa. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Gruppen der Schnurkeramischen Kultur sehr mobil waren, besonders die Frauen. Welche Distanzen die Frauen genau zurücklegten, sei noch unklar, sagte Sjögren. Kurze Wege von Dorf zu Dorf seien genauso denkbar wie weite Strecken quer durch Süddeutschland, etwa von Franken ins südlichere Niederbayern. Das müssen wir noch genauer untersuchen, so Sjögren. Anhand von Isotopenanalysen konnten die Wissenschafter auf die Ernährungsgewohnheiten der Menschen schließen und sich ein Bild machen, wer in einer Siedlung heimisch war und wer später zuwanderte. In ihrer Ernährungsweise unterschieden sich die Siedlungen nämlich voneinander – in manchen hatten sich Milchwirtschaft und Ackerbau schon stärker durchgesetzt als in anderen. Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena findet das Vorgehen der schwedischen Forscherkollegen schlüssig. Große Wanderungsbewegungen zu Zeiten der Schnurkeramik seien bekannt, sagte der Wissenschafter, der nicht an der Studie beteiligt war. Zu der Zeit vor rund 5.000 Jahren zog es große Gruppen von der pontischen Steppe im heutigen Südrussland in Richtung Mitteleuropa, bis nach Süddeutschland und in die Schweiz. Eine ältere Studie hatte bereits die Wanderung einer jungen Frau vom Schwarzwald nach Dänemark in der Bronzezeit beleuchtet. Von ihrem Heimatdorf war das Mädchen um das Jahr 1370 vor unserer Zeitrechnung die 800 Kilometer lange Strecke zur dänischen Halbinsel Jütland gewandert. Sie war später in ihre Heimat zurückgekehrt und dann erneut nach Jütland gekommen. Dänische Wissenschafter vermuten, dass die junge Frau mit einem Mann aus Jütland verheiratet wurde, um Handelsbeziehungen zwischen den Familien zu festigen. -Nicht-Wissenschaft;'Weil die Politik nicht mit neuen Gefahren umgehen kann, sieht Rosa Brooks die Welt in einer Lage wie in den 1930er-Jahren. STANDARD: Es gibt kaum noch traditionelle Schlachtfelder – und Sie kritisieren das. Was soll daran eigentlich schlecht sein? Rosa Brooks: Das ist nicht grundsätzlich schlecht. Aber es ist ein Problem, wenn alle Regeln, die wir haben, um Konflikte zu regulieren, darauf beruhen, dass wir unterscheiden können, wann und wo Krieg oder kein Krieg ist. Es ist ein Problem, wenn Gesetze und Politik nicht mehr mit der Art im Einklang sind, wie Kriege geführt werden. Denn dann können Regierungen das ausnützen oder Fehler machen. Das erlaubt, dass schlimme Dinge passieren. STANDARD: Wie unterscheiden sich die neuen Methoden etwa von Unabhängigkeitsbewegungen? Brooks: Das ist eine komplizierte Frage. Wenn man in ein paar Hundert Jahren zurückschaut, könnte das, was wir heute sehen, die historische Anomalie sein; dass die Menschen den Versuch, Konflikte Regeln folgen zu lassen, komisch finden. Für den Großteil der Geschichte war die Trennlinie zwischen Staaten, Banditen, Warlords, Armeen und Firmen ziemlich unklar. Die Welt bewegt sich zurück zur Unordnung. STANDARD: Über neue Kriege wird schon lang geschrieben. Wie erklären Sie, dass sie sich gerade jetzt so ausbreiten? Brooks: Teil davon ist die US-Dominanz in traditioneller Kriegsführung. Saddam Hussein hat 1991 versucht, konventionelles Militär gegen die USA einzusetzen, und dieses wurde im Grunde ausradiert. Alle anderen haben daraus die Lehren gezogen. STANDARD: Welche sind das? Brooks: Man muss klug sein und Schwächen suchen. Vor allem, weil wir in einer Welt leben, in der alle Staaten zumindest so tun, als wären sie Regeln verpflichtet. Das heißt, wenn man gegen sie verstoßen will, kann man das nicht offen tun. Und dann nutzt man Cyberangriffe, kleine grüne Männchen, politische Propaganda. STANDARD: Ist das nicht eine Chance, größere Kriege zu vermeiden? Brooks: Zum Teil ja. Zweideutigkeiten können Konflikte minimieren. Nach den chinesischen Cyberattacken auf US-Systeme waren die USA bemüht, sie nicht als Cyberangriffe zu bezeichnen. Wer will schon Krieg gegen China? Zweideutige Angriffe sind zwar nicht großartig – aber manchmal besser als die Alternative. STANDARD: Glauben Sie, dass Drohnenattacken vor 150 Jahren weniger Aufregung erzeugt hätten? Brooks: Ja. Wenn vor 150 Jahren jemand gesagt hätte: Die Russen töten Leute in anderen Staaten, wäre die Reaktion gewesen: Klar, was sollten sie sonst machen? Das war vor der Uno-Charta. Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, die Möglichkeit, Staaten zur Rechenschaft zu ziehen, sind neu. STANDARD: Nun sieht etwa Russland, dass es Erfolg versprechen kann, Konventionen zu ignorieren. Wie kann man das vermeiden? Brooks: Ich weiß es nicht. Ich glaube, wir sind in einer ähnlichen Situation wie in den 1930er-Jahren. Die Frage ist: Wie können wir Institutionen für Kriegszeiten erdenken, die Akteure davon abhalten, ihre Macht zu missbrauchen? STANDARD: Haben Sie Beispiele? Brooks: Zu Drohnenattacken geben uns rechtliche Rahmenbedingungen keine klaren Antworten. Die US-Regierung sagt: Wir sind in einem bewaffneten Konflikt mit Al-Kaida. Ihre Verbündeten sind also feindliche Kämpfer im bewaffneten Konflikt. Ergo: Die US-Drohnenattacken sind legal. Wenn die USA aber falschliegen, wenn es kein bewaffneter Konflikt ist oder die Leute keine Kämpfer – dann sind die USA Mörder. Manchmal werden Ziele Wochen, Monate, gar Jahre im Voraus definiert. Da könnte es durchaus gerichtliche Prüfungen geben. STANDARD: Hat das Verhalten mächtiger Staaten wirklich Auswirkungen auf andere? Brooks: Ich glaube nicht, dass nur ein paar Staaten mit gutem Beispiel voranschreiten müssen, damit der IS die Waffen fallen lässt. Wenn sich aber mächtige Akteure auch unethisch oder illegal verhalten, inspiriert das andere dazu, den Regeln nicht zu folgen. STANDARD: Sind neue, globale Organe und Gesetze nötig? Brooks: Die Untergrabung der Souveränität ist gefährlich. Staaten bekommen ohnehin immer mehr Konkurrenz von nichtstaatlichen Akteuren. Aber langfristig braucht man ein mächtiges globales Regierungssystem mit einem Militär. Dieses müsste auf einer gerechten Vertretung staatlicher und nichtstaatlicher Akteure aufbauen. STANDARD: Ist Ihr Eindruck, dass jene, die da etwas tun könnten ... Brooks: Absolut nicht, das wird nicht passieren! (Manuel Escher, Anna Sawerthal, 18.3.2016)' +Nicht-Wissenschaft;Nach Entspannungssignalen zwischen Havanna und Washington. La Paz – Nach den Entspannungssignalen zwischen Kuba und den USA will auch Boliviens sozialistischer Präsident Evo Morales die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wieder verbessern. Er empfing am Dienstag den US-Geschäftsträger in dem Andenstaat, Peter Brennan, und betonte, dass er an einem Dialog und der Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Regierungen interessiert sei. Im September 2008 hatte Morales US-Botschafter Philip Goldberg des Landes verwiesen. Washington tat dies im Gegenzug mit Boliviens Botschafter. Morales warf Goldberg damals vor, die konservative Opposition gegen seine Umverteilungspolitik zugunsten der indigenen Bevölkerung zu unterstützten und die Teilung des Landes zu betreiben. Seither haben beide Länder keine Botschafter entsandt, die Beziehungen laufen auf Ebene der Geschäftsträger. 2013 lehnte Bolivien einen neuen Kandidaten als US-Botschafter ab. Morales machte damals zudem die US-Regierung für die erzwungene Zwischenlandung seines Flugzeugs in Wien verantwortlich. Der Verdacht, der Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden befinde sich an Bord, erwies sich damals als falsch. Wissenschaft;US-Forscher interpretieren Anomalien bei ungarischen Versuchen mit neuer fundamentaler Wechselwirkung. Debrecen/Irvine – Die Physik kennt vier Grundkräfte der Natur, also vier unterschiedliche Arten, auf denen sich Objekte gegenseitig beeinflussen können: Gravitation, Elektromagnetismus, schwache Wechselwirkung und starke Wechselwirkung. Theoretische Physiker spekulieren schon länger über die Existenz einer möglichen fünften Grundkraft, die freilich das aktuell gültige Standard-Modell der Elementarteilchenphysik sprengen würde. US-Wissenschafter von der University of California in Irvine glauben nun konkreten Hinweisen auf eine solche Kraft auf die Spur gekommen zu sein. Jonathan Feng und sein Team analysierten die Daten von Experimenten ungarischer Kollegen und untersuchten dabei eine Unregelmäßigkeit, für die sie nun eine passende Erklärung gefunden haben wollen. Die auf dem Reprintserver arXiv präsentierte Arbeit sorgte in der Fachwelt wenig überraschend für Diskussionen. Immerhin werden die Argumente aber so ernst genommen, dass gleich mehrere Gruppen daran gehen wollen, die Versuche der Ungarn zu reproduzieren, darunter auch am Cern und am INFN Frascati National Laboratory bei Rom. Die Physiker um Attila Krasznahorkay vom Institut für Nuklearforschung an der ungarischen Akademie der Wissenschaften waren bei ihren Experimenten der Frage nachgegangen, ob Dunkle Photonen existieren könnten. Diese masselosen Teilchen fungieren in einigen Theorien als Kräfteüberträger zwischen möglichen Dunkle-Materie-Partikeln. Um dieser hypothetischen Teilchen habhaft zu werden, beschossen die Physiker Lithium-7 mit Protonen und erhielten dabei instabiles Beryllium-8, das bei seinem Zerfall ein Elektronen-Positronen-Paar abgab. Überraschenderweise beobachteten die ungarischen Forscher bei der Detektion der Partikel-Paare eine Anomalie, die sie mit der Entstehung eines unbekannten Teilchens mit einer Energie von 17 Megaelektronenvolt erklärten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in den Physical Review Letters. Die Physiker von der University of California halten allerdings eine andere Erklärung des Phänomens für mindestens ebenso plausibel: Feng und seine Kollegen vermuten, dass hinter den Unregelmäßigkeiten in den Daten des Experiments ein sogenanntes protophobes X-Boson steckt, das – so glauben die Physiker weiter – eine bisher unbekannte nur sehr lokal wirkende Kraft überträgt. Klarerweise folgte auf die Präsentation des Papiers bei einer Konferenz am SLAC National Accelerator Laboratory im kalifornischen Menlo Park vielfache Kritik. Völlig von der Hand weisen will die Fachwelt die von Feng geäußerten Thesen allerdings nicht. Mehrere Physiker-Gruppen sollen die Experimente der ungarischen Wissenschafter binnen eines Jahres wiederholen, um zu sehen, ob sich die Ergebnisse reproduzieren lassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem DarkLight-Projekt am Jefferson Laboratory des MIT in Newport News, Virginia. Auch dort sind Forscher auf der Suche nach Dunklen Photonen, indem sie Gasteilchen mit Elektronen beschießen. -Nicht-Wissenschaft;'Die beiden Paradiesvögel traten im Rahmen des Jazzfest Wien in der Wiener Staatsoper auf. Wien – Sie sind zwei Paradiesvögel mit einem gemeinsamen Habitat: Angelika Kirchschlager hat vor Jahren den Renommierpartien an den großen Opernhäusern Adieu gesagt, sich bunten Sangesprojekten zugewendet (u. a. mit Konstantin Wecker). Rufus Wainwright, der komponierende Sänger, hatte nicht nur immer schon ein Faible für Oper. Er hat sogar schon eine komponiert: Prima Donna. Vor einigen Jahren sind die beiden dann erstmals bei einem Schweizer Festival aufeinandergetroffen und ein Duett aus Così fan tutte gesungen. Beim Jazzfest Wien tauschten die zwei nun ab und zu ihre angestammten musikalischen Kleider: Kirchschlager tat sich mehrmals im Great American Songbook um, Wainwright trug drei Lieder aus Hector Berlioz Zyklus Les nuits dété vor. Ging das gut? Zum Teil. Wainwright ist ja ein gottbegnadeter Sänger: Gebt diesem Mann eine einzige lange Note, und schon ist sogar ein Riesenhaus wie die Staatsoper erfüllt mit Präsenz, Intensität und Spannung. Drei der Berlioz-Lieder interpretierte der US-Amerikaner mit Charme, Leichtigkeit, Mikro und tauglichem Französisch. Richtig wundervoll wurde es aber bei eigenen Songs (etwa Vibrate, Les Feux dartifice tappellent, Cigarettes and Chocolate Milk): Auch da hat sich Wainwright selbst ja ganz, ganz viele lange Noten hineingeschrieben. Über dem sanft plätschernden Wellengang der Klavierbegleitung zieht die Singstimme ihre sonnige Bahn; jene des 41-Jährigen erinnerte in ihrer hellen Leichtigkeit und dem entspannten Vibrato an den frühen Billy Joel; eine Hauch Schärfe à la Willie Nelson war auch mit dabei. In Sachen Entertainerqualität reichte der Sohn zweier Musiker an Robbie Williams heran (mit dem er auch schon zusammengearbeitet hat): ein Vollprofi. Im hellen Anzug und Ledersandalen servierte Wainwright in den Zwischenmoderationen entspannt eine Pointe nach der anderen. Angelika Kirchschlager agierte da insgesamt ein wenig unfreier. Angetan mit einem luftigen Kleid, auf dem fröhliche Farben miteinander kollidierten, mühte sich die sympathische Mezzosopranistin, bei ihren Interpretationen einiger Broadwaysongs (We Kiss in a Shadwow; Not While Im Around) ihre Opernstimme hintanzuhalten; speziell in der hohen Lage gelang ihr das leider nicht. Will man Sondheim-Songs oder The Rose à la Christa Ludwig hören? Selbst in der Staatsoper will man das nicht. Aber Kirchschlagers Gretchen am Spinnrade war natürlich top. Wenn Wainwright nicht selbst am Flügel saß, begleitete Sarah Tysman die beiden ganz fein, nur bei Not While Im Around waren da ein paar seltsame Akkorde. Himmlische Begeisterung in der Wiener Staatsoper nach dem finalen Halleluja-Duett.' +Nicht-Wissenschaft;Mikkey Dee ersetzt erkrankten James Kottak. Hannover – Die Scorpions gehen nach einer Erkrankung ihres Schlagzeugers James Kottak im Mai mit dem früheren Motörhead-Drummer Mikkey Dee in den USA auf Tour. Kottak habe sich entschieden, eine langwierige Krankheit in einer Klinik auszukurieren und falle für die Konzerte aus, teilte die Rockband am Donnerstag mit. Wir hätten uns gewünscht, unsere Return to Forever-Tour mit James fortsetzen zu können, aber wir müssen einsehen, dass seine Gesundheit Vorrang hat, sagte Sänger Klaus Meine. In den USA wird nun vom 6. Mai an Dee bei Konzerten in Charlotte, Nashville, St. Louis oder Las Vegas an den Drums sitzen. Der Schwede war von 1992 bis zur Auflösung von Motörhead nach dem Tod von Frontmann Lemmy Kilmister im vergangenen Jahr Schlagzeuger der Band. Wissenschaft;Wien – Um dem Klimawandel zu trotzen, müssen manche Pflanzen ihren Standort wechseln und etwa in höhere Regionen flüchten. Solche Migrationen fallen Bäumen naturgemäß nicht ganz leicht. Japanische Forscher um Shoji Naoe berichten nun im Fachblatt Current Biology, dass japanischen Blütenkirschbäumen von autochthonen Schwarzbären und Mardern geholfen wird: Sie laben sich zuerst an den Früchten, wandern dann nach oben und scheiden die Kerne wieder aus – bis zu 300 Höhenmeter über jenem Ort, wo die Früchte gefressen wurden. LinkCurrent Biology: Mountain-climbing bears protect cherry species from global warming through vertical seed dispersal Rio de Janeiro – Forscher haben im Bereich der Amazonasmündung ein riesiges Korallenriff entdeckt. Wie Rodrigo Moura (Uni Rio de Janeiro) und Kollegen im Fachblatt Science Advances schreiben, erstreckt sich das Riff auf einer Fläche von 9500 Quadratkilometern und beherbergt zahlreiche Rifffischarten. Das Besondere: Im schlammigen Wasser von Deltas, wo sich Süß- und Meerwasser vermischen, hielt man Riffe bislang für ausgeschlossen. LinkScience Advances: An extensive reef system at the Amazon River mouth (red, 27.4.2016) Wissenschaft;Stanford – US-Forscher haben einen Lithium-Ionen-Akku entwickelt, der sich bei drohender Überhitzung selbstständig abschaltet – und nach Abkühlung wieder aktiviert. Möglich sei dies durch den Einsatz einer Nanomaterialkombination aus Graphen, Nickelpartikeln und thermoresponsiven Polymeren, so die Wissenschafter in Nature Energy. Überhitzung und daraus resultierende Gefahren sind bislang die größten Probleme dieser Akkus. AbstractNature Energy: Fast and reversible thermoresponsive polymer switching materials for safer batteries London – Melioidose, auch Pseudorotz genannt, ist eine wenig bekannte Krankheit, die wegen ihrer Vielfalt an Symptomen oft nicht korrekt diagnostiziert wird. Laut einer Studie in Nature Microbiology wurde sie daher bislang sträflich unterschätzt. Die Infektion mit dem Bodenbakterium Burkholderia pseudomallei, das gegen viele Antibiotika resistent ist, fordere jährlich etwa so viele Todesopfer wie die Masern. AbstractNature Microbiology: Predicted global distribution of Burkholderia pseudomallei and burden of melioidosis (dare, jdo, 12.1.2016) -Nicht-Wissenschaft;Gebürtiger Bosnier kommt ablösefrei aus Kasachstan. Altach – Der SCR Altach hat Mittelstürmer Mihret Topcagic verpflichtet. Der gebürtige Bosnier mit österreichischer Staatsbürgerschaft spielte zuletzt zwei Jahre für den kasachischen Klub Schachtjor Karagandy, er kommt ablösefrei. In Vorarlberg erhält der 27-Jährige einen Vertrag bis Sommer 2017. Er hat beim WAC und bei der Admira bereits Bundesliga-Erfahrung gesammelt. -Nicht-Wissenschaft;58-jähriger wurde durch die Luft geschleudert und blieb bewusstlos liegen. Frohnleiten – Ein 58-jähriger Steirer ist am Donnerstagvormittag bei einem Angriff eines Stieres auf einem Bauernhof in Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) schwer verletzt worden. Der Mann war dabei, zehn freilaufende Jungstiere in einer Box mit frischem Stroh zu versorgen, als er plötzlich von einem Stier attackiert und über das Tor der Box in den Hof geschleudert wurde, wo er bewusstlos liegenblieb. Die Ehefrau des 58-Jährigen verständigte die Rettung und leistete Erste Hilfe. Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallkrankenhaus Graz geflogen. +Nicht-Wissenschaft;Nach 33. Heimsieg en suite fehlt nicht mehr viel auf den Rekord der Bulls. San Antonio (Texas) – Durch einen 108:87-Erfolg über die Los Angeles Clippers am Dienstagabend (Ortszeit) haben die San Antonio Spurs in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA auch das 33. Heimspiel der Saison für sich entschieden und steuern weiter auf den Rekord der Chicago Bulls zu. Chicago hatte zu Beginn der Saison 1995/96 37 Partien am Stück gewonnen. Durch den neuerlichen Erfolg schlossen die Spurs zu den Orlando Magic auf, die 95/96 ebenfalls mit 33 Heimsiegen gestartet waren und sind damit in dieser Kategorie das zweitbeste Team der NBA-Historie. Der erfolgreichste Schütze für den Tabellenzweiten der Western Conference gegen die Gäste aus Los Angeles war Kawhi Leonard mit 20 Punkten. Routinier Tim Duncan schob sich mit sechs erzielten Punkten unterdessen auf Rang 14 in der ewigen NBA-Bestenliste. Der 39-Jährige hält nun bei 26.399 Zählern und überholte damit die ehemalige Boston-Celtics-Größe John Havlicek, der von 1962 bis 1978 aktiv war. (APA/dpa, 16.3.2016) Ergebnisse vom Dienstag: Indiana Pacers – Boston Celtics 103:98Orlando Magic – Denver Nuggets 116:110Brooklyn Nets – Philadelphia 76ers 131:114Milwaukee Bucks – Toronto Raptors 89:107San Antonio Spurs – Los Angeles Clippers 108:87 Los Angeles Lakers – Sacramento Kings 98:106 +Nicht-Wissenschaft;Laut Polizei haben in der Silvesternacht 1.000 Männer vor dem Kölner Bahnhof Frauen belästigt und ausgeraubt. Ähnliche Vorfälle soll es in Hamburg gegeben haben. Köln – Nach Übergriffen auf zahlreiche Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht hat die Kölner Bürgermeisterin Henriette Reker für Dienstag ein Krisentreffen angesetzt. Daran sollen unter anderen die Kölner Polizei, die Bundespolizei und Stadtdirektor Guido Kahlen teilnehmen, wie eine Stadtsprecherin sagte. Am Silvesterabend hatten sich auf dem Bahnhofsvorplatz laut Polizei etwa 1.000 Männer versammelt, die dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen. Das hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Ähnlich hatten sich die Polizei und die Polizeigewerkschaft in Pressemitteilungen geäußert. Aus der Menge bildeten sich demnach Gruppen von mehreren Männern, die Frauen umzingelten, bedrängten und ausraubten. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers sprach am Montag von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Bis Montag lagen der Polizei 60 Anzeigen vor. Reker bezeichnete die Vorfälle als ungeheuerlich. Es könne nicht sein, dass Besucher, die nach Köln kämen, Angst haben müssten, überfallen zu werden. Wir können nicht tolerieren, dass hier ein rechtsfreier Raum entsteht. Polizei und Bundespolizei seien dringend gefordert. Es müssten Schritte unternommen werden, um insbesondere Frauen vor solchen Übergriffen zu schützen. Möglicherweise müsse man auch die Videoüberwachung im Hauptbahnhof ausweiten. Erst im Lauf der Silvesternacht und in den Folgetagen war das Ausmaß der Gewalt deutlich geworden. Nach Polizeiangaben waren alle verfügbaren Einsatzkräfte vor Ort. Doch die Beamten hatten anscheinend nichts von den sexuellen Übergriffen und Diebstählen gemerkt. Als zwischen 1 und 1.30 Uhr bei der Kölner Polizei und der Bundespolizei die ersten Anzeigen eingingen, habe die Polizei von dem massiven Vorgehen erfahren, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Arnold Plickert, der Deutschen Presse-Agentur. Die Vorfälle hätten eine neue Qualität. Auch in Hamburg wurden in der Silvesternacht anscheinend mehrere junge Frauen von Männern sexuell belästigt und bestohlen. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um zehn Fälle, teilte die Polizei am Dienstag mit. Sie ereigneten sich in St. Pauli im Bereich der Reeperbahn. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Opfer im Gedränge zum Teil gleichzeitig von mehreren Männern in unterschiedlicher Gruppengröße mit südländischem oder arabischem Aussehen angegangen worden sein, teilten die Beamten mit. Dabei seien sie sexuell belästigt worden. Anschließend hätten die Opfer festgestellt, dass ihnen Wertgegenstände wie Geldbörsen und Smartphones fehlten. Betroffen waren demnach Frauen zwischen 18 bis 24 Jahren. Die Polizei rief Zeugen auf, sich zu melden. Es lägen nur vage Personenbeschreibungen der mutmaßlichen Täter vor. Wissenschaft;Geldmangel: Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos verschiebt eine bemannte Landung auf dem Mond auf frühestens 2033. Moskau – Das russische Mondfahrtprogramm verzögert sich: Die ambitionierten Pläne der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos haben durch die Wirtschaftskrise des Landes einen herben Dämpfer bekommen. Die erste Landung werden die Russen daher wohl nicht vor 2033 in den Mondsand setzen. Die Finanzierung des Entwicklungsprojekts PPTK-2 wurde etwa um die Hälfte gesenkt, was zur Verzögerung bei der Schaffung und Erprobung des Mondflug- und –landekomplexes um zwei bis drei Jahre führt, heißt es in der Roskosmos-Präsentation. PPTK-2 steht für einen neuen bemannten Raumfrachter. In den nächsten zehn Jahren sind für das Projekt noch 20,8 Milliarden Rubel (entspricht knapp 300 Millionen Euro) reserviert. Die Raumfahrtagentur schätzt, dass die Erprobung der Mondfähre damit nicht eher als 2029 oder 2030 beginnt. Die Testphase erstreckt sich nach Angaben von Andrej Ijonin von der Ziolkowski-Akademie auf mindestens drei bis vier unbemannte Flüge. Wenn ein Start im Jahr gelingt, so dauert es bestenfalls drei bis vier Jahre vom ersten Testflug bis zum ersten bemannten Start, fügte er hinzu. Noch im April hatte Roskosmos-Chef Igor Komarow Journalisten erklärt, die erste Mondlandung sei 2029 geplant. Es ist nicht das erste Mal, dass die hochfliegenden Pläne nach hinten verschoben werden müssen. Vor vier Jahren hatte Roskosmos der russischen Regierung noch vorgemalt, im Jahr 2030 bereits eine Mondbasis errichten zu können. Selbst für den Standort der Station gab es schon konkrete Pläne. Sie solle in der Nähe der Polzone liegen, wo das Vorhandensein von Wasser am wahrscheinlichsten ist, hieß es in der damaligen Präsentation. Trotz der Verzögerungen bleibt der Mond weiter Priorität für Roskosmos. Auf dem Erdtrabanten werden wichtige und seltene Rohstoffe vermutet. Der neue Wettlauf zum Mond ist damit auch ein Kampf um Rohstoffe. Die Kosmonauten sollen daher auch nicht zu einem Kurzausflug aufbrechen, sondern bereits bei der ersten Landung mindestens 14 Tage auf dem Mond bleiben. Natürlich verspricht die Mondlandung auch einen Imagegewinn. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass in jüngster Zeit vermehrt Verschwörungstheorien über die angeblich gefälschte Mondlandung der Amerikaner 1969 in den russischen Medien auftauchen. -Nicht-Wissenschaft;Über 35 Grad am Wochenende möglich. Wien – Der Hochsommer mit den entsprechenden Temperaturen wird in den kommenden Tagen in Österreich eintreffen und für Badewetter sorgen, kündigte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag an. Es wird von Tag zu Tag wärmer, Gewitter gibt es nur vereinzelt und die Wetterlage sollte weit bis in die nächste Woche anhalten. Am Mittwoch werden Höchstwerte zwischen 24 und 31 Grad erwartet, wobei es im Westen am wärmsten wird. Im Osten könnten kurzfristig ein paar Wolken auftauchen, für Regenschauer reicht es aber höchstens vereinzelt. Zwei Grad Temperaturplus und Sonne satt beschert uns der Donnerstag. Einzelne Gewitter können sich am ehesten im Bergland im Osten und Südosten bilden (z.B. von Semmering/Wechsel bis zur Pack). Auf 28 und 34 Grad Celsius wird die Quecksilbersäule bei viel Sonnenschein am Freitag klettern, wobei sich in jedem Bundesland ein 30er ausgehen wird. Am Nachmittag entstehen im Süden verstärkt Quellwolken und hier sind dann vereinzelt auch Gewitter möglich. Höchstwerte zwischen 29 und 34 oder sogar 35 Grad sollten am Samstag möglich sein. Bei viel Sonne sollte man den Tag wohl am besten im Bad verbringen. Noch ein, zwei Grad heißer und wieder viel Sonnenschein werden dem Sonntag alle Ehre machen. Gewitter sind an beiden Tagen nur vereinzelt gegen Abend möglich, am ehesten im Bergland. +Nicht-Wissenschaft;Ein 27-Jähriger attackierte Flüchtlinge und Passanten. In seiner Wohnung wurden Munition und eine Eigenbauwaffe gefunden. Bregenz – Die Sachbeschädigung an einer Flüchtlingsunterkunft in Bregenz hatte fremdenfeindliche Motive. Der Mann, der am Dienstag in das Mehrfamilienhaus gestürmt war, konnte Mittwochnacht gefasst werden. Er hatte aus seinem Wohnungsfenster auf Passanten geschossen. Im Stiegenhaus der seit Weihnachten von Flüchtlingen bewohnten Unterkunft hatte der 27-Jährige am Dienstagabend den Inhalt eines Feuerlöschers versprüht und lautstark über Ausländer geschimpft. Durch die starke Staubentwicklung wurde Brandalarm ausgelöst, was zu großer Aufregung im Haus führte. In der folgenden Nacht wurde die Polizei alarmiert, weil aus einem Wohnungsfenster auf Passanten geschossen werde. Der polizeibekannte Wohnungsbesitzer wehrte sich gegen den Besuch der Exekutive, in seiner Wohnung fanden die Beamten Munition und einen selbstgebastelten Gewehrlauf. Ob die Eigenbauwaffe funktionstüchtig ist, wird nun untersucht. Gegen den Mann besteht ein Waffenverbot. Ob er mit einer Waffe oder Knallkörpern hantiert hat, wollte er nicht sagen. Geständig war er hingegen in der Causa Flüchtlingsunterkunft. Er begründete den Angriff laut Polizei mit seiner Ausländerfeindlichkeit: Ich mag einfach keine Ausländer. Der Mann sei ein Einzelgänger und habe keine Verbindungen zur Neonaziszene, sagte Polizeisprecher Horst Spitzhofer. Wissenschaft;Kristina Stoeckl untersucht gesellschaftliche Rolle organisierter Religion am Beispiel der Russisch-Orthodoxen Kirche. Wien/Innsbruck – Die Soziologin Kristina Stoeckl von der Universität Innsbruck erhält einen hochdotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrats ERC. Mit dem mit bis zu 1,4 Millionen Euro dotierten Starting Grant will sie am Beispiel der Russisch-Orthodoxen Kirche den Umgang mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen untersuchen und eine post-säkulare Konflikttheorie entwickeln, teilte die Uni Innsbruck mit. Stoeckl will am Beispiel der Russisch-Orthodoxen Kirche den Umgang mit gesellschaftspolitischen Fragen wie Gleichstellung der Geschlechter, Fortpflanzungsmedizin oder Abtreibung analysieren und sich Argumente, Strategien und politische Agenden, die konservative Kreise in Abgrenzung von liberalen Tendenzen ins Feld führen, genauer ansehen, wie sie erklärte. Dabei will sie auch untersuchen, welche Allianzen konservative Akteure zur Verteidigung traditioneller Wertvorstellungen eingehen. Mit dem Einfluss der Russisch-Orthodoxen Kirche hat sich Stoeckl bereits in ihrem Buch The Russian Orthodox Church and Human Rights (2014) beschäftigt. Zwar wird das Naheverhältnis zwischen dem Russisch-Orthodoxen Patriarchen und Präsident Putin medial immer wieder beleuchtet, die eigenständige Rolle der Russisch-Orthodoxen Kirche auf der internationalen Bühne ist bisher auf wissenschaftlicher Ebene allerdings wenig untersucht und vor allem noch kaum theoretisch reflektiert worden, so die Soziologin. Die gebürtige Salzburgerin (Jahrgang 1977) ist seit Herbst 2015 wieder an der Universität Innsbruck tätig, wo sie ein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft abgeschlossen und von 2007 bis 2009 bereits als Koordinatorin der Forschungsplattform Weltordnung-Religion-Gewalt tätig war. Zuletzt war Stoeckl mit einem APART-Stipendium der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) beschäftigt. Mit dem ERC fördert die EU seit 2007 Grundlagenforschung in Europa. Vergeben werden Starting- und Consolidator-Grants für Nachwuchswissenschafter und Advanced Grants für etablierte Forscher. Stoeckl wurde für ihr Forschungsprojekt bereits mit dem österreichischen START-Preis (2015) des Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet. -Nicht-Wissenschaft;Entschädigungsklage richtet sich auch gegen Dr. Dre und Ice Cube. Los Angeles - Nach der Mordanklage gegen Marion Suge Knight droht dem US-Rap-Mogul sowie den Rapstars Dr. Dre und Ice Cube nun ein Zivilprozess wegen des gewaltsamen Todes eines 55-Jährigen. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, reichte die Familie des Opfers Terry Carter am Mittwochabend (Ortszeit) eine Entschädigungsklage ein, die sich unter anderem gegen Knight, Dr. Dre, Ice Cube und die Filmproduktionsfirma Universal Studios richtet. Eine konkrete Entschädigungsforderung nannte Carters Witwe Lillian nicht. Dr. Dre und Ice Cube waren ebenso wie Universal an der Produktion eines Dokumentarfilms über eine Rappergruppe beteiligt. Lillian Carter wirft ihnen laut Gerichtsakten vor, dass sie wussten oder (...) hätten wissen müssen, dass Suge ein gewalttätiges Individuum sei. Knight wird zur Last gelegt, im Jänner bei einem Streit auf einem Parkplatz den 55-jährigen Terry Carter überfahren und den 51-jährigen Cle Sloan bei dem Manöver verletzt zu haben. Knights Anwälte plädieren auf Selbstverteidigung. In dem Strafprozess droht Knight lebenslange Haft. Anfang der 90er Jahre hatte Knight gemeinsam mit dem Dr. Dre die Plattenfirma Death Row Records gegründet, die Rappern wie Snoop Dogg und Tupac Shakur zu Ruhm verhalf. Bei der Polizei ist Suge kein unbeschriebenes Blatt: Im Jahr 1992 saß er im Gefängnis, nachdem er gegen Bewährungsauflagen verstoßen und in Las Vegas einen Gangrivalen niedergeschlagen hatte. Vier Jahre später landete er erneut wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen hinter Gittern, 2003 kam er wegen einer Schlägerei in Hollywood für zehn Monate in Haft. (APA/AFP) +Nicht-Wissenschaft;Die Regierung will zeigen, sie hat einen Plan. Der soll unter anderem 1.000 zusätzliche Polizisten an den Grenzen umfassen. Wien – Die wichtigste Botschaft der Regierungsspitze nach dem Ministerrat am Mittwoch: Es gibt einen Plan. Und an dem wird gearbeitet. Gemeinsam, abgestimmt und sogar in dieselbe Richtung. Inhaltlich landet man in Österreich in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise hier schnell bei jenen technischen Sicherungen, von denen die Innenministerin sagt, natürlich geht es auch um einen Zaun. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sprach am Mittwoch lieber von einem Türl mit Seitenteilen. Was das Ziel dieser wie auch immer genannten Baupläne sein soll, darin ist sich die Regierung jedenfalls einig: Wir wollen die Leute, die kommen, kontrollieren können, formuliert es Faymann. Für Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist mit Blick auf die Bilder von Grenzübergang Spielfeld wichtig: Das Gefühl darf uns nicht beherrschen, dass ein Staat seine Souveränität aufgibt. Es ist eine Notwendigkeit, dass wir nicht den Eindruck erwecken, jeder spaziert, wie es ihm beliebt, über die Grenze. Kein Zaun wie in Ungarn Gleichzeitig betont die Regierungsspitze: Es geht nicht darum, die Flüchtlinge aufzuhalten, sagt der Vizekanzler. Wir bauen keinen Zaun, wie ihn Ungarn gebaut hat, sagt der Kanzler. Man müsse vor allem die EU-Außengrenze stärker kontrollieren, sagen beide. Von einer Festung Europa, wie sie Mikl-Leitner errichten will, ist am Mittwoch keine Rede. Wie die baulichen Maßnahmen genau aussehen sollen, darüber gibt es zur Zeit nur vage Ideen. Faymann spricht von Containern und Eingangsbereichen, Mikl-Leitner will erst einmal Experten zehn Tage planen lassen. Um die Situation an den österreichischen Grenzen besser bewältigen zu können, sollen zudem mehr Polizisten zur Grenz- und Grenzraumsicherung eingesetzt werden. Dafür habe man das Sicherheitspaket vorgezogen – macht tausend zusätzliche Polizisten. Insgesamt könnten bis zu 2.000 zusätzliche Beamte zum Einsatz kommen. Auch Zivildiener und Soldaten des Bundesheers sollen laut Ministerratsvorlage verstärkt für Assistenzleistungen herangezogen werden. Ungeordnete Zustände Was die Kritik des bayrischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) anlangt, der sich entsetzt zeigt, wie sich die Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden in den letzten Tagen und Wochen entwickelt hat, erklärte Kanzler Faymann: Mein Gesprächspartner ist die deutsche Kanzlerin. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich aber noch nicht der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zu Wort gemeldet, der ebenfalls am Mittwochvormittag befand, in Österreich würden ungeordnete Zustände herrschen. Die Innenministerin beklagt vielmehr einen Rückstau von Flüchtlingen, der entstanden sei, weil Deutschland zu wenige nimmt. Ein Befund, den auch der Kanzler teilt – allerdings: Dicht schaut anders aus. Würde Deutschland wirklich seine Grenze schließen, würde das eine humanitäre Katastrophe auslösen. Faymann ist aber davon überzeugt, dass weder Deutschland noch Österreich zu diesem Mittel greifen werden. Wenn allerdings nicht innerhalb weniger Wochen mehr Dynamik in die Sicherung der EU-Außengrenzen komme, wird die Möglichkeit von Notwehrmaßnahmen in einzelnen Nationalstaaten immer mehr diskutiert werden, ist sich Vizekanzler Mitterlehner sicher. Kein Willkommensfest Innerhalb Österrreichs sei es dringend nötig, winterfeste Transitunterkünfte zu schaffen. Möglichen Kritikern hält der Kanzler entgegen, dies sei keineswegs zu viel Komfort: Das ist kein Willkommensfest. Das verhindert, dass Menschen ihr Leben verlieren. Auch die rasche Vorlage notwendiger Anpassungen im Asylrecht, insbesondere einer Systemumkehr zu Asyl auf Zeit war Teil des Ministerratsvortrags. Bevor eine Gesetzesvorlage in Begutachtung gehen kann, muss sich die Regierung noch beim Thema Familiennachzug einig werden. Für Faymann stellt sich zudem die Frage, wie man die Befristung sinnvoll handhaben könne. Wenn wir das nicht ausräumen, dann wird das halt auf parlamentarischer Ebene länger besprochen, stellte der Kanzler in Aussicht. Die Opposition reagiert unterschiedlich auf das Vorhaben der Regierung, in Spielfeld eine Art Zaun zu errichten: FPÖ und Team Stronach sind dafür. Grüne und Neos dagegen. Grünen-Chefin Eva Glawischnig wertet dieses Vorhaben als ein Zeichen der Entsolidarisierung, auch Neos-Menschenrechtssprecher Nikolaus Scherak will das für die baulichen Maßnahmen nötige Geld lieber in Notunterkünfte an den Grenzen investieren. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hingegen fürchtet, dass die Ankündigung der Innenministerin in der Praxis ohnehin löchrig wie Schweizer Käse sein werde. Und für Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar ist die Sache ohnehin ganz einfach: Faymann soll die deutsche Kanzlerin endlich dazu bringen, dass sie die Stopptaste drückt und den Flüchtlingsstrom beendet. Wissenschaft;Kyodo Senpaku Kaisha ignoriert den Prozess jedoch ebenso wie die Schutzbestimmungen. Sydney – Ein japanisches Walfangunternehmen ist von einem Gericht in Australien zu einer Strafe von einer Million australischer Dollar (umgerechnet 660.000 Euro) verurteilt worden. Es hatte in einem Schutzgebiet trotz Verbots Wale getötet. Der Konzern Kyodo Senpaku Kaisha sei für schuldig befunden worden, zwischen 2008 und 2014 in den Gewässern der Antarktis Zwergwale gejagt zu haben, obwohl die Säugetiere in dem Gebiet unter australischem Recht geschützt seien, berichtete der Sender ABC am Mittwoch. Das Unternehmen, das das Gericht nicht anerkennt und auch keinen Vertreter zu dem Verfahren geschickt hatte, habe frühere Vorgaben und Urteile aus Australien willentlich missachtet, erklärte Richterin Margaret Jagot. Auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte bereits 2014 entschieden, dass Japan die angeblich zu Forschungszwecken abgehaltene Waljagd im Südpolarmeer stoppen muss. Das bisherige Forschungsprogramm habe keinem wissenschaftlichen Zweck gedient, so die Richter. Wissenschaft;Mit einem Wiedererwachen der berühmten Sonde wird nicht mehr gerechnet. Köln – Der Landeroboter Philae, der im November 2014 etwas unglücklich auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gelandet ist, wird mehr oder weniger aufgegeben. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) verkündete am Freitag in Köln, es gehe davon aus, dass sich das Mini-Labor wohl nicht mehr melden wird. Die anhaltende Funkstille – Philae hatte sich zuletzt am 9. Juli 2015 gemeldet – wies bereits darauf hin: Ein Kontakt mit Lander Philae wird immer unwahrscheinlicher, und die Bedingungen für den Lander auf dem Kometen schlechter. Die Chancen, dass Philae noch einmal Kontakt zu unserem Team im Lander-Kontrollzentrum des DLR aufnimmt, gehen leider gegen Null, und wir senden auch keine Kommandos mehr – es wäre sehr überraschend, wenn wir jetzt noch ein Signal empfangen würden, sagt Philae-Projektleiter Stephan Ulamec. Der Grund dafür ist, dass die Energie zur Kontaktaufnahme nicht mehr ausreicht und die Elektronik zu kalt ist. Für Philae bedeutet das, dass er zwar sehr wahrscheinlich eisfrei, aber voraussichtlich mit Staub bedeckt an seinem schattigen Platz auf Komet Tschurjumow-Gerassimenko in den ewigen Winterschlaf übergeht und sich in der Kälte nicht mehr einschaltet. Die Sonde Rosetta der europäischen Weltraumorganisation ESA wird hingegen noch bis September 2016 um den Kometen kreisen und weiterhin mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten Messungen durchführen. Auch die Kommunikationseinheit auf Rosetta wird noch nicht abgeschaltet – sie wird in den nächsten Monaten solange weiterhin auf Signale des Landers horchen, bis die dafür notwendige Energie nicht mehr zur Verfügung steht. Es war eine einzigartige Mission mit Philae – es war nicht nur das erste Mal, dass man jemals mit einem Lander auf einer Kometenoberfläche aufgesetzt hat, wir haben auch faszinierende Daten erhalten, mit denen wir noch viele Jahre arbeiten können, sagt Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR und an der Mission beteiligte Wissenschafterin. Am 12. November 2014 hatte Philae seine spektakuläre Landung vollbracht, die ihn nach ein paar Hüpfern unglücklicherweise im Schatten landen ließ. Dennoch forschten die Wissenschafter mehr als 60 Stunden mit Philaes Instrumenten, nahmen Fotos auf, analysierten Moleküle oder versuchten, sich in den unerwartet harten Untergrund zu hämmern. Mit seinen aufgeladenen Batterien konnte der Lander auch an seinem nur wenig von der Sonne beschienenen Standort arbeiten. Alle gemessenen Daten konnten sicher zur Erde gesendet werden. Nach dem Erreichen des sonnennächsten Punkt am 13. August 2015 verabschieden sich Komet, Rosetta und Philae nun wieder aus dem Inneren des Planetensystems: Tschurjumow-Gerassimenko ist mittlerweile wieder über 350 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. In der Kometennacht kann es jetzt bis unter minus 180 Grad Celsius kalt werden. Selbst am Tag bleibt der gesamte Komet nun tiefgefroren, erklärt Ekkehard Kührt, Planetenforscher am DLR. Für einen Lander, der auf Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius ausgelegt ist, ist dies keine arbeitsfreundliche Umgebung. Wäre er an seinem ursprünglichen Landeplatz zur Ruhe gekommen und hätte sich dort im Boden verankert, hätte er deutlich mehr Sonne zur Energieversorgung zur Verfügung gehabt, wäre aber voraussichtlich im März 2015 bei der Annäherung an die Sonne überhitzt. -Nicht-Wissenschaft;Gespräch mit der neuen jungen Chefdirigentin in Birmingham, die nicht nur als Musikchefin des Landestheaters Salzburg auf sich aufmerksam machte. Salzburg – Die Abkürzung CBSO steht nicht nur für einen recht langen Namen, also für City of Birmingham Symphony Orchestra. Sie meint auch einen der interessantesten Klangkörper Europas. Seinerzeit hat ihn Sir Simon Rattle international bekanntgemacht, bevor er nicht weniger als Chef der Berliner Philharmoniker wurde. Und bis vor kurzem war die Zukunft des Orchesters an den Könner Andris Nelsons gebunden, der jedoch zum Gewandorchester Leipzig wechselt. Mirga Gražinyte-Tyla, die ab September die Leitung in Birmingham übernehmen wird, blickt also auf schwergewichtige Vorgänger zurück. Allerdings ist sie keine Unbekannte mehr. Die Musikchefin des Landestheaters Salzburg machte international auf sich aufmerksam, als sie 2012 bei den Salzburger Festspielen den Young Conductors Award gewann. Unlängst leitete sie – sehr erfolgreich – das RSO im Wiener Konzerthaus. Birmingham? Wir haben dort zwei Programme erarbeitet, wir kennen einander schon, so die Litauerin. Auch empfand sie die Zusammenarbeit mit den Musikern des Orchesters als sehr leicht. Ungefähr vor einem Monat hat es dann jenen Suchprozess eingeleitet, bei dem jeder Musiker anonym für einen Kandidaten voten kann. In dieses Verfahren würde Verschiedenes, u. a. auch die Meinung des Publikums einfließen, so Gražinyte-Tyla, die bekundet, nach dem Angebot Birminghams einige Tage gründlich überlegt zu haben. Es gab da noch andere Angebote, es brauchte Bedenkzeit. Was in Birmingham von ihr erwartet wird? Vor alle wohl Hingabe ans Musizieren, ans Erarbeiten von Werken und natürlich soziale Kompetenz. Zusätzlich vor allem aber wohl mindestens das Halten des Niveaus, das internationale Reputation garantiert. Mirga Gražinyte-Tyla ist auch international längst gut vernetzt. In Salzburg wurde Dirigent Gustavo Dudamel auf sie aufmerksam und holte sie zum Los Angeles Philharmonic Orchestra. Auch mit der renommierten Kremerata Baltica und Geiger Gidon Kremer arbeitet sie eng zusammen. Gražinyte-Tyla studierte in Graz, dort kam der Wunsch auf, nicht nur Chöre, sondern auch Orchester zu dirigieren. Sie sammelte Wissen aber auch am Konservatorium in Bologna, an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und zuletzt an der Zürcher Hochschule der Künste. Wenn sie etwas an ihrem Beruf als heikel empfindet, dann den Umgang mit Zeit. Es bleibt nicht genug Zeit zur Vertiefung. Wettbewerbe etwa haben auch den Vorteil, dass man sich konzentriert vorbereiten kann. In Birmingham müsste musikalische Tiefenforschung aber möglich sein. Sir Simon Rattle war ja dort fast zwei profunde Jahrzehnte lang tätig. +Nicht-Wissenschaft;Am Freitag startete das Donaufestival mit Worldmusic-Stars wie Omar Souleyman und dem Hip-Hop-Künstler Gaika. Krems – Wenn der Mainstream die Avantgarde überholt, bekommen wir ein gewisses Grundproblem. Es stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum stehen wir alljährlich seit Jahren nachts zu für die Wegarbeit am Morgen im Stall absurden Nachtzeiten in abgerockten niederösterreichischen Mehrzweckhallen herum? Wollen wir uns dringend von via Tittensender RTL 2 bekannten Käse-Synthie-, Autodrom- und Autotune-Vocals befeuertem Doku-Soap- und Schlurf-Hip-Hop langweilen lassen? Were gonna have a good, good time. Do you wanna have a good, good time? Yes, were gonna have a dings, a good, good time. Its good, sowieso. Es klingt, als wäre man im größten anzunehmenden Ernstfall Dieter Bohlen mit Anlauf in den Schritt gefahren und hätte danach zur Beruhigung eine Knuspertüte geraucht. Die Kunst des laut Programmheft die Gesellschaft anklagenden, einen Befreiungsschlag durch Plattitüden erreichenden Hip-Hop-Künstlers Gaika beim diesjährigen Donaufestival in Krems ist eine geringe. Er ödet mit seinen vielleicht sogar ungewollten Macho-Mikrofonposen zu schlaffer Formatradiomusik einfach an. Dabei hat sich Intendant Tomas Zierhofer-Kin letztmalig vor seinem Engagement als neuer Chef der Wiener Festwochen im Programmheft so bemüht. Ein letztes Mal wird hier mit der Macht des Proseminars im hochsubventionierten Rücken mit allen Mitteln aus dem Begriffsregister eines abgebrochenen Social-Studies- und Gender-Bender-Studiums geschöpft. Ö3 ist eine Erfindung von Slavoj Žižek. Moderiert wird das Ganze von Peter Weibel auf Betablockern. Selbst noch im letzten Teil eines verschleppten Viervierteltakts wird Dissidenz geortet. Die Musik kommt zwar aus dem Klappcomputer, der Sound ist allerdings Analogkäse. Der aus Chicago kommende Footwork-Star RP Boo schickt zur Sperrstundenzeit mit zwei hochgebitchten Tänzerinnen den Hip-Hop zur Amphetamin-Kurzzeittherapie. Irgendwelche Soul-Samples mit Mickey-Mouse-Stimmen kommen auch vor. Aber so ist das, wenn man Mofas auffrisiert und statt eines fetten Motorsounds quengelnde Fichtenmopeds bekommt. Neben den aus dem Kongo kommenden neuen Afro-Rock-Superstars Mbongwana Star um ehemalige Mitglieder der legendären Staff Benda Bilili, die afrikanische Musiken mit dem britischen gut angezerrten Hardrock der frühen 1970er-Jahre verbinden – und damit die lokalen, Rucksack tragenden Stammgäste des hiesigen Wachauer Marihuandl-Hanf-Shops restlos zum Tanzen bringen –, gehört am Ende der Nacht die Show einem Mann. Der syrische Hochzeits-, Weihnachtsfeier- und Firmenjubiläumssänger Omar Souleyman mag zwar mit seinem arabischen Scheich-Outfit und einem hinter Sonnenbrillen und Freddie-Mercury-Bart angesiedeltem, eher statischem Auftreten als Mann, der sich nichts traut, weil das ja auch peinlich wäre, nicht der größte Bringer sein. Die aufgefetteten Alleinunterhalter-Orgelsounds sorgen aber immerhin dafür, dass man das superbanale Technoset des so wie RP Boo aus Chicago kommenden, weltweit eher wegen nichts gehypten Hieroglyphic Being schnell wieder vergisst. Übliches Four-to-the-floor-Gestampfe trifft im elektrischen Regelkreis auf Melodien aus dem Takatukaland. Das Ganze wird im Programmheft als rhythmischer Kubismus und Synth-Expressionismus bezeichnet. Kuratorenprosa my ass. Wissenschaft;William Campbell und Satoshi Ōmura für Entdeckung eines Wirkstoffs gegen Parasitenerkrankungen ausgezeichnet, Youyou Tu für Entwicklung eines Malariamedikaments. Stockholm – Der Nobelpreis für Physiologie beziehungsweise Medizin geht 2015 an den gebürtigen Nordiren William C. Campbell und den Japaner Satoshi Ōmura für die Entwicklung einer neuen Therapie gegen Erkrankungen durch parasitäre Fadenwürmer sowie an die Chinesin Youyou Tu für neue Entdeckungen bei der Behandlung von Malaria. Das gab die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag bekannt. Parasitäre Erkrankungen seien seit Jahrtausenden eine Plage der Menschheit und verursachten noch heute weltweit dramatische Gesundheitsprobleme, heißt es in der Begründung der Akademie. Insbesondere die ärmsten Bevölkerungsteile seien von diesen Krankheiten betroffen. Die diesjährigen Laureaten werden für Entdeckungen ausgezeichnet, die die Behandlung einiger der verheerendsten Infektionserkrankungen revolutioniert haben. Campbell (Drew University, Madison, USA) und Ōmura (Kitasato-Universität, Tokio) entdeckten einen Wirkstoff, der das Auftreten von sogenannter Flussblindheit als Folge der Onchozerkose sowie von Elephantiasis (lymphatische Filariose) dramatisch mindert: Avermectin bzw. dessen Derivat Ivermectin. Beide Krankheiten treten als Spätfolgen von Infektionen auf, die vorwiegend in tropischen Gebieten durch Fadenwürmer verbreitet werden. Die Flussblindheit ist das Endstadium der Wurmerkrankung Onchozerkose. Übertragen wird sie durch Kriebelmücken, die in den Wäldern an Flussläufen leben. Dort haben sich in Afrika wegen der Fruchtbarkeit der Regionen natürlich auch Menschen vermehrt angesiedelt, erklärte der Wiener Tropenmediziner Herwig Kollaritsch. Die Mücken übertragen die Larven der Fadenwürmer, die im menschlichen Körper ausreifen und ihrerseits wieder Larven (Mikrofilarien) bilden. Bei der Flussblindheit wandern letztere ins Auge ein. Ivermectin töte die Mikrofilarien ab und unterbreche so den Infektionskreislauf, so Kollaritsch. Dies gelte auch für die lymphatische Filariose. Zwar gab es schon zuvor Medikamente, die genau darauf abzielten. Diese seien aber nur teilweise wirksam gewesen und hätten teils hohe Nebenwirkungen verursacht. Tu (Chinesische Akademie für traditionelle chinesische Medizin, Peking) wiederum trug maßgeblich zur Entwicklung von Artemisinin bei. Dieses Medikament, das auf dem Wirkstoff des Einjährigen Beifußes (Artemisia annua) basiert, senkt die Sterblichkeitsrate von Malariapatienten erheblich. Beifuß wird in China seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt. Tu gelang es bereits in den 1970er Jahren, den aktiven Wirkstoff zu isolieren und seine Wirksamkeit gegen Malaria nachzuweisen. Nach Angaben der WHO erkrankten im Jahr 2013 weltweit 198 Millionen Menschen an der Tropenkrankheit. 584.000 Betroffene starben daran, 90 Prozent davon in Afrika. Malaria wird durch Parasiten verursacht, die durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Zwar würden sich sich vor allem in Indochina immer mehr Resistenzen gegen Artemisinin-Präparate zeigen, sagte Kollaritsch. Aber das deutliche Zurückdrängen der Krankheit sei sicherlich zur einen Hälfte auf Moskitonetze und zur anderen auf diese Medikamente zurückzuführen. Die Entdeckungen der drei Forscher hätten der Menschheit zu leistungsstarken neuen Mitteln verholfen, um Krankheiten zu bekämpfen, die jedes Jahr hunderte Millionen Menschen beeinträchtigen, so die Akademie in ihrer Begründung. Die Folgen in Form gesundheitlicher Verbesserung und verringerten Leidens seien unermesslich. Im vergangenen Jahr war das norwegische Forscherehepaar Edvard und May-Britt Moser zusammen mit dem in London forschenden US-Neurowissenschafter John OKeefe mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden. Ihre Arbeit dreht sich um das Positionierungssystem im Gehirn, das die räumliche Orientierung und das Finden eines Weges erleichtert. Am Dienstag folgt die Bekanntgabe des Physiknobelpreises, am Mittwoch die des Chemienobelpreises. Die Auszeichnung ist wie im Vorjahr mit acht Millionen schwedischen Kronen (umgerechnet 850.000 Euro) dotiert. Übergeben wird der Preis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. -Nicht-Wissenschaft;'Das neue Betriebssystem schnüffelt seine Nutzer durch zahlreiche Features aus, die meisten lassen sich deaktivieren. Für IT-Firmen ist es ein schwieriger Spagat: Einerseits sollen neue Anwendungen möglichst personalisierte Ergebnisse liefern und auf den Nutzer zugeschnitten sein, andererseits sollen gerade in Zeiten von globaler Überwachung durch Geheimdienste möglichst wenige Daten der Nutzer abgesaugt werden. Microsoft hat sich für einen Mittelweg entschieden: In seinen Grundeinstellungen ist das neue Windows 10 wohl das neugierigste Betriebssystem aller Zeiten, die meisten Funktionen lassen sich jedoch deaktivieren. Das Technikmagazin Chip.de hat nun zusammengefasst, wo Windows 10 überall spioniert. So ist schon die Installation durch ein Microsoft-Konto ein erster Versuch, mehr Daten durch den User zu generieren. Wenn möglich, sollte man die Variante eines lokalen Kontos auswählen oder das Konto im Anschluss zumindest umwandeln. Wer bei der Installation aufpasst, kann hier schon einige wichtige Privatsphäre-Einstellungen verändern und so für mehr Datenschutz sorgen. Als wahre Spionage-Expertin gilt Sprachassistentin Cortana. Logischerweise notiert sich diese alles, was sie über den Nutzer herausfinden kann, um ihm persönliche Erinnerungen oder Vorschläge zu basteln. Nutzer können den Wissensstand von Cortana – etwa zu Kalendereinträgen, E-Mail-Inhalten oder SMS-Nachrichten – im Notizbuch ablesen. Im Menü können die gesammelten Infos regelmäßig entfernt werden. Auch Browser Edge will viel über seine Nutzer wissen: So verfolgt Microsoft den Nutzer im Netz; Webadressen werden automatisiert an Microsoft übermittelt. Das dient laut Chip dazu, Vorschläge für andere Adressen zu generieren. Ein Phishing-Filter sammelt ebenfalls Daten, nach dem Download werden die Dateien auf Viren gescannt. Dasselbe gilt für den App-Store, der durch die Daten in der Lage ist, andere Anwendungen zu empfehlen. Wer den Cloud-Speicher OneDrive nutzt, sollte sich bewusst machen, dass Microsoft automatisch alle Fotodateien auf illegale Inhalte scannt. Microsoft hat dadurch bereits Pädophile überführt – doch der Datenschutz gewöhnlicher Nutzer leidet. Auch der Standort des Geräts sowie Daten zur Eingabe-Personifizierung werden von Haus aus an Microsoft übermittelt. Gerade bei Letzterem handelt es sich um durchaus sensible, biometrische Daten: die Aussprache einer Person – bei Nutzung der Spracheingabe –, den Schreibstil der Handschrift und das Tippverhalten. Zudem sollte allen Nutzern klar sein, dass Microsoft für jedes Gerät eine eindeutige Werbe-ID erstellt – wie es auch auf anderen Betriebssystemen wie Android oder iOS der Fall ist. Für einige Aufregung sorgte in den letzten Tagen zudem, dass Microsoft von Haus aus bei Verwendung der Diskverschlüsselung die zugehörigen Keys in der Cloud speichert. Wiederum gilt: All diese Datensammlungen können für den einzelnen Nutzer von Vorteil sein und können bei Bedarf deaktiviert werden. Datenschützer drängen Firmen allerdings dazu, den umgekehrten Weg des Opt-in zu gehen: standardmäßig möglichst wenig zu sammeln, Zusatzfunktionen zu bewerben und über die Folgen des Datensammelns klar aufzuklären.' +Nicht-Wissenschaft;Marktstart in Österreich am 5. April, zudem billigere Apple Watch und Carekit für Krankenpflege. Die Gerüchteküche hat wieder einmal Recht behalten. Apple hat am Montag in Cupertino wie erwartet das kleinere iPhone SE vorgestellt. Zudem schüttelte das Unternehmen ein neues iPad Pro aus dem Ärmel und kündigte Neuheiten für iOS 9.3, Apple Watch und Apple TV an. Apple-CEO Tim Cook schnitt auch den heiklen Streit mit dem FBI um ein entsperrtes iPhone eines Attentäters an. Beim iPhone SE handelt es sich um eine Mischung aus iPhone 5s, dessen Größe und Design es weitgehend übernimmt, und iPhone 6s, von dem Apple die interne Ausstattung recycelt hat. Zur Austattung des 4 Zoll großen Smartphones gehören etwa der A9-Prozessor samt M9-Motion-Coprozessor und der Grafikchip des iPhone 6s. Die Performance soll damit auf der Höhe des aktuellen Flaggschiffs liegen. Die Kamera bietet ebenfalls die gleiche Auflösung von 12 Megapixel, auf der Frontseite ist eine 5-Megapixel-Linse verbaut. Im Gegensatz zum iPhone 6s unterstützt das iPhone SE allerdings nicht 3D-Touch. Für Datenverbindungen stehen LTE und WLAN 802.11ac zur Verfügung. Auch NFC befindet sich an Bord, allerdings weiterhin nur für die Bezahlfunktion Apple Pay. Das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und kommt neben Silber und Dunkelgrau auch in Rosegold und Gold. Eine Überraschung hatte Apple beim Preis zu bieten: erwartet wurden zuvor 599 US-Dollar. Stattdessen kommt es ab 399 Dollar bzw. 479 Euro mit 16 GB auf den Markt. Daneben gibt es als zweite Speichervariante noch 64 GB, die 579 Euro kosten wird. In Österreich kann man das neue Apple-Handy ab 29. März bestellen, Anfang April kommt es in den Handel. Ein neues Mitglied hat auch die erst im Herbst vorgestellte iPad Pro-Serie bekommen. Statt des 12,9 Zoll großen Displays ist das neue Modell mit einem 9,7 Zoll großen Screen mit 2.48 x 1.536 Pixel ausgestattet. Allerdings hat Apple das Display verbessert, es soll deutlich heller sein und nicht mehr so stark spiegeln. Das Tablet misst zudem die Temperatur des Umgebungslichts und passt das Display entsprechend an – Apple nennt das neue Feature True Tone Display. Wie im größeren Modell ist ein A9X-Prozessor verbaut und das kleinere iPad Pro unterstützt den digitalen Zeichenstift. Zudem gibt es neues Zubehör wie einen SD-Kartenleser und einen USB-Kamera-Adapter. Das Gerät wird in Silber, Dunkelgrau, Gold und Rosegold mit 32 GB um 679 Euro angeboten. Die Version mit 128 GB kostet 859 Euro. Apple bietet das Tablet zudem mit 256 GB an – zu einem entsprechend saftigen Preis von 1.039 Euro. Dabei handelt es sich allerdings nur um die WLAN-Modelle. Die 3G-Versionen kosten je nach Speicherplatz 829, 1.009 bzw. 1.189 Euro. Das neue iPad Pro kommt ebenfalls Anfang April in den Handel. Für das iPad Air 2 hat Apple eine Preissenkung angekündigt. Es ist nun ab 429 Euro statt 489 Euro erhältlich. Auf den neuen Geräten läuft iOS 9.3, auf das Apple schon im Jänner eine Vorschau gab. Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Night Shift-Modus, der das Display in den Abendstunden automatisch auf wärmere Farben umstellt. Studien haben gezeigt, dass das blaue Licht von Monitoren zu Schlafstörungen führen kann. Für Computer und Android-Smartphone gibt es schon seit längerem Apps, welche die Farbtemperatur des Bildschirms automatisch regeln. Apple lässt das unter iOS allerdings nicht zu. Zwar war Anfang März mit Flexbright eine App im App Store verfügbar, die so eine Funktion bietet. Apple hat sie jedoch nach kurzer Zeit wieder entfernt. Ebenfalls eine Neuerung unter iOS 9.3 ist die Absicherung von Notizen mittels Fingerabdruck. Laut Apple sollen Nutzer dadurch auch sensible Informationen wie Login-Daten oder Bankinfos in der Notiz-App speichern können. Zudem können die Notizen nach Erstellungs- und Änderungsdatum sowie alphabetisch sortiert werden. In der Health App sollen Nutzer nun einfacher passende Apps für Gesundheit und Fitness finden. In den einzelnen Kategorien wie Kalorien oder Schlaf werden zugehörige Apps über ein neues Menü angezeigt. iOS 9.3 steht bereits zum Download zur Verfügung. Nutzer, die zustimmen, können ihre Gesundheitsdaten für Studienzwecke freigeben. Laut Apple habe man bei Studien zu Asthma und Diabetes bereits einige neue Erkenntnisse aufgrund der App-Daten gewonnen. Inzwischen werden unter anderem auch Studien zu Alzheimer und Parkinson mit Daten des ResearchKits durchgeführt. Zusätzlich hat Apple nun das CareKit vorgestellt. Entwickler können damit Apps für die Krankenpflege entwickeln. Die erste App richtet sich an Parkinson-Patienten, um den Fortschritt der Erkrankung besser erfassen zu können. Das Framework ist Open Source und wird im April veröffentlicht. Zur Apple Watch hatte Tim Cook wie nicht anders zu erwarten nur positive Worte übrig. Es sei die am meisten verkaufte Smartwatch am Markt. Verkaufszahlen wollte er allerdings nicht nennen. Und auch die Neuheiten fielen eher verhalten aus – es gibt nur eine Reihe neuer Nylon-Armbänder. Allerdings gibt es eine Preissenkung – das günstigste Modell gibt es nun um 349 Euro. Ein paar Neuheiten gibt es auch für Apple TV – unter anderem Ordner, um Apps zu organisieren und eine Diktierfunktion für Text-Eingaben inklusive User-Namen und Passwörter. Apple hat das Datum der Präsentation wohl nicht ohne Hintergedanken gewählt. Denn am Dienstag sollte in Kalifornien eine wichtige Anhörung im Fall um das iPhone eines der Attentäter von San Bernardino anstehen. Dieser Termin wurde allerdings verschoben, nachdem das FBI dem Gericht mitteilte das Gerät doch knacke zu können. Der Fall wurde auch bei der Präsentation von Tim Cook angesprochen. Wir haben das iPhone für Euch, unsere Kunden entwickelt. Und für viele ist es ein sehr persönliches Geräte, sagte Tim Cook. Für Apple sei es daher sehr wichtig, die Privatsphäre und Daten der Kunden zu schützen. Das sei man allen Nutzern schuldig und man lasse sich nicht davon abbringen. Wissenschaft;Paris - Der steirische Elektrotechniker Franz Amtmann und der französische Mathematiker Philippe Maugars wurden für ihren Beitrag zur Nahfeldkommunikation mit dem Erfinderpreis des Europäischen Patentamts in der Kategorie Industrie ausgezeichnet. Im Dienst des niederländischen Halbleiterherstellers NXP haben die beiden jene Nahfeld-Funktechnik entwickelt, die heute weltweit in Smartphones, auf Bankomatkarten und für Eintrittskarten zum Einsatz kommt. Der Preis wird seit 2006 jährlich in mehreren Kategorien an Erfinder vergeben, deren Innovationen einen herausragenden Nutzen für die Menschheit haben. -Nicht-Wissenschaft;Entwickler-Spielplatz über Kommandokonsole erreichbar – enthält sämtliche Gegenstände des Spiels. Spieler haben in Fallout 4 einen geheimen Raum gefunden, der offenbar jeden Gegenstand inklusive aller Waffen, Rüstungen und Gagdets beherbergt. Bevor man sich nun auf die Suche macht, sei darauf hingewiesen, dass dafür die PC-Version von Bethesdas Rollenspiel benötigt wird. Zutritt verschafft man sich nämlich durch die Eingabe des Befehls COC QASMOKE in der Kommandokonsole des Spiels. Bei dem Geheimraum handelt es sich wohl um einen Testbereich für die Entwickler. Ein ähnlicher Ort wurde bereits bei Bethesdas vorangegangenem Fantasy-Epos The Elder Scrolls 5: Skyrim eingerichtet. Fallout 4 ist vergangene Woche erschienen. Seitdem geben findige Spieler ihr Bestes, die Grenzen der postapokalyptischen Welt auszuloten. -Nicht-Wissenschaft;Blog-Posting nachträglich verändert – Verwirrung rund um widersprüchliche Aussagen. Das Microsoftsche Verwirrspiel rund um die Updates auf Windows 10 scheint kein Ende zu nehmen. Aktuellste Volte: die nachträgliche Änderung eines Blog-Eintrags, der bei manchen Nutzern für – offenbar verfrühte – Freude gesorgt hatte. Hatte Microsoft doch in diesem verlautbart, dass sämtliche Nutzer, die eine Preview-Version von Windows 10 nutzen, auf die finale Version des Betriebssystems aktualisieren können – und diese dann aktiviert bleibt. Ein Microsoft-Manager hatte dies auf Twitter sogar noch explizit bestätigt. The Verge hatte daraufhin berichtet, dass auf diesem Weg auch bestehende XP- und Vista-Nutzer zu ihrem Gratis-Windows-10 kommen können. Daraus wird nun aber nichts. Mittlerweile hat Microsoft nämlich – ohne die konkreten Änderungen zu kennzeichnen – entscheidende Passagen des Blog-Postings modifiziert. Demnach gilt das Angebot nur für jene, die schon bisher eine offiziell autorisierte Version von Windows 7 oder Windows 8.1 nutzen. Bei Arstechnica spekuliert man, dass dieser Trick bei der finalen Version trotzdem funktionieren könnte – immerhin würde beim finalen Upgrade wohl einfach der Preview-Key weiterverwendet. Die Präzisierung könnte insofern vor allem dazu gedacht sein, um zu verhindern, dass Unternehmen auf diesem Weg ihre System kostenlos auf Windows 10 aktualisieren. Dazu passt auch, dass Gabriel Aul von Microsoft auf Twitter ungeachtet der Änderung des Blog-Entrags weiter versichert, dass alle Tester eine vollständig aktivierte Windows-10-Version erhalten. Dies hat US-Medien dazu veranlasst, zu spekulieren, dass Microsoft auf diese reichlich wirre Weise eine Trennlinie zwischen Aktivierung und Lizenzierung aufziehen will. Eine valide Lizenz würde man auf diesem Weg also nicht erhalten, womit Firmen ausgeschlossen wären. @ZacB_ @joebelfiore Yes, as long as running a prerelease build connected with registered MSA: http://t.co/vlaGyfwzbr Bei all dem gilt abzuwarten, ob es sich Microsoft bis zur für Ende Juli vorgesehenen Freigabe der finalen Version nicht noch einmal überlegt. -Nicht-Wissenschaft;Drei Menschen ohne Wohnsitz bekommen ein Praktikum – Sendung im September geplant. Berlin – In einer neuen Sat.1-Sendung versuchen drei Obdachlose, dem Leben am Rande der Gesellschaft zu entgehen. Von der Straße in den Job heißt das Format, das am 13. September zunächst einmalig läuft. Drei Menschen ohne Wohnsitz bekommen ein Praktikum bei einer Hotelgruppe und dürfen zeigen, was sie können. Ein Sendersprecher bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte von Branchendiensten. Drei Obdachlose, ein Ziel: zurück in die Mitte der Gesellschaft, heißt es in der Ankündigung von Sat.1. Nachts schlafen sie auf Pappe, tagsüber suchen sie ihr Essen im Mülleimer, und im Winter frieren sie unter freiem Himmel. Die Streetworker Asgard Niemeier und Guido Fahrendholz wollen diesen Teufelskreis durchbrechen. Die beiden Sozialarbeiter unterstützen die drei Teilnehmer. +Nicht-Wissenschaft;Abschaltung beginnt im Frühjahr 2016 – Branche informiert Kunden im Internet und mit Werbespot – Betroffene brauchen entweder geeigneten Fernseher oder Zusatzbox. Die Kabelnetzbetreiber drehen 2016 das analoge Empfangssignal komplett ab. Für alle Betroffenen bleiben die Schirme dann schwarz. Damit das so gut wie nicht vorkommt, wird der Fachverband der Telekom- und Rundfunkunternehmen in der Wirtschaftskammer (WKO) voraussichtlich nächste Woche eine Info-Webseite einrichten, auch ein TV-Spot ist geplant. Die Abschaltung soll im Frühjahr 2016 beginnen. Wie viele Österreicherinnen und Österreicher nach wie vor über analoges Kabel fernsehen, ist schwer zu sagen. Laut RTR waren es Ende 2011 noch 70 Prozent der Kabelhaushalte, 2014 noch rund ein Drittel. Gemäß Teletest empfingen Ende 2014 rund 12 Prozent aller österreichischen TV-Seher ihre Programme via analogem Kabel. Auf Basis von rund drei Millionen österreichischen Fernsehhaushalten wären es einige Hunderttausend. Beim Wiener Kabelnetzbetreiber UPC gibt es mit UPC Mini ein Produkt, das derzeit sowohl analoges als auch digitales Signal bietet. Wie da das Verhältnis ist, weiß UPC nur aus Umfragen. Die firmeninternen Schätzungen werden aber nicht bekannt geben. Es ist anzunehmen, dass viele, vor allem langjährige Kabelkunden, nicht wissen, dass sie noch analog fernsehen. Für sie fielen bei UPC in ganz Wien schon 2014 acht Sender weg, darunter Arte und CNN. Nun werden sie 2016 – sofern sie weiter fernsehen wollen – zum Umstieg gezwungen. Analoges Kabelfernsehen gilt seit längerem als Auslaufmodell, dennoch ging die Digitalisierung im Gegensatz und Antenne und Satellit langsamer vonstatten. Fernsehen über Satellit und Antenne wird bereits seit 2013 nicht mehr analog, sondern ausschließlich digital ausgestrahlt. Antennenfernsehen erlebt unter dem neuen, digitalen Standard DVB-T2 eine Renaissance. Die ORF-Sendetechniktochter ORS, an der auch Raiffeisen beteiligt ist, bietet mit simpliTV ein Konkurrenzangebot zu Kabel und Satellit. UPC, Österreichs größter Kabelbetreiber, empfiehlt seinen betroffenen Kunden, bereits jetzt auf digital umzusteigen. Die Kunden würden aber ohnehin rechtzeitig über die weitere Vorgehensweise informiert. Jene Sender, die in Zukunft analog nicht mehr verfügbar sein werden, stehen weiterhin digital und unverschlüsselt zur Verfügung, erklärte eine UPC-Sprecherin der APA. Wir stehen mit den Hausverwaltungen direkt in Kontakt, die wiederum die Bewohner informieren, auch wenn sie nicht UPC-Kunden sind. Aus Sicht der Kabelnetzbetreiber bietet die Umstellung Vorteile. Man könne mehr TV-Kanäle in besserer Qualität anbieten, außerdem würden Kapazitäten für mehr HD-Programme und schnelleres Internet frei. Einen Nachteil gibt es aber: Für den Digital-Empfang ist entweder ein geeigneter Fernseher mit eingebautem DVB-C-Tuner oder eine zusätzliche Box notwendig. +Nicht-Wissenschaft;Nicht betroffen ist die Auslieferung des neusten Betriebssystems iOS 9. Apple hat die Auslieferung einer neuen Version des Betriebssystems für seine Computeruhr wegen eines noch vorhandenen Fehlers in der Software vertagt. Es dauere länger als erwartet, das Problem zu beheben, erklärte der Konzern am Mittwoch. Das System watchOS 2 werde in Kürze erscheinen – aber nicht mehr am Mittwoch, hieß es ohne einen konkreten Termin. Nicht betroffen ist die Auslieferung des neusten Betriebssystems iOS 9 für iPhone, iPad und iPod touch. Auch die Apps für die neue Softwareversion der Apple Watch würden wie geplant veröffentlicht. Mit dem neuen System sollen App-Entwickler direkten Zugriff auf die Sensoren der Uhr bekommen. Unter anderem sollen dafür Anbieter von Fitness-Anwendungen profitieren. Außerdem wird die Apple Watch sich damit direkt mit WLAN-Netzen verbinden können, statt nur mit einem iPhone. +Nicht-Wissenschaft;Berti wieder Mosers Stellvertreter – Zentralbetriebsräte wollen "radikalen Wechsel" in ORF-Personalpolitik: "Schluss" mit Einschnitten – Stindl als neue Stiftungsrätin im Gespräch. Wien – ORF-Radio-Betriebsrat Gerhard Moser wurde am Freitag in der Konstituierenden Sitzung des ORF-Zentralbetriebsrats wieder zum Zentralbetriebsratsvorsitzenden des öffentlich-rechtlichen Senders gewählt. Mosers Stellvertreter ist wie bisher Technik-Betriebsrat Gerhard Berti. Mosers links stehende Liste Unabhängige erreichte bei der jüngsten Zentralbetriebsratswahl im ORF eine knappe Stimmenmehrheit vor der SPÖ-nahen Liste Miteinander Bertis. Beide Gruppierungen holten je vier Mandate und halten acht von elf Mandaten im Zentralbetriebsrat. Die ÖVP-nahe Gruppierung Unser ORF von Marianne Schüttner legte bei der Wahl im Februar stark zu, landete nur knapp hinter Moser und Berti und hat nun drei Mandate. Nur eine von acht Zentralbetriebsratsfunktionen ging an eine Frau. Links liegen gelassen wurde der Antrag, Schüttner mit einer von drei Stellvertreterfunktionen zu betrauen und sie zu Mosers Vize zu machen. Moser und Berti sehen den ORF und seine Belegschaft in den kommenden vier Jahren vor großen Herausforderungen. Die geplante Zusammenlegung der Standorte in Wien, neue Strukturen und Arbeitsbilder, die sich die Geschäftsführung vorstellt, werden von uns kritisch hinterfragt werden, erklärten Moser und Berti nach der Konstituierenden Sitzung in einer Aussendung. Als Hauptziel ihrer betriebsrätlichen Zusammenarbeit nannten die beiden Belegschaftsvertreter einen radikalen Wechsel in der bisherigen ORF-Personalpolitik. Personal wurde jetzt lange genug abgebaut. Einschnitte in Vertragsverhältnisse und sogenannte Sparpakete haben wir ebenfalls ertragen müssen. Damit ist jetzt Schluss. Das Unternehmen ist finanziell gut aufgestellt, was wir jetzt brauchen sind neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie konkrete Perspektiven und Fördermaßnahmen für die Belegschaft. Der bürgerlichen Liste Schüttners boten Moser und Berti die Kooperation an: Zur konstruktiven Zusammenarbeit in Sachfragen sind wir immer bereit, wir sind gespannt auf ihre Ideen. Mitte März will die neu konstituierte Belegschaftsvertretung des ORF ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre besprechen und auch die internen Strukturen des Gremiums wie etwa die Entsendungen in den ORF-Stiftungsrat festlegen. Änderungen dürfte es dabei kaum geben. Moser und Christiana Jankovis werden wieder für die linke Liste Unabhängige in den Stiftungsrat einziehen, Berti und Stefan Jung wieder für die SP-nahe Liste Miteinander. Bei der VP-nahen Unser ORF scheidet unterdessen Monika Wittmann aus dem obersten ORF-Gremium aus. Für ihren Platz ist Radio-Betriebsrätin Grudrun Stindl im Gespräch, wie es im ORF heißt. Wissenschaft;Deutsche Biologen identifizieren gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen als wichtigste Faktoren für die Anzahl von Honigbienenvölkern. Halle (Saale) – Mit einer überraschenden These warten Biologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) auf: Sie berichten in Agriculture, Ecosystems & Environment, dass Pestizide und Parasiten kaum für den regionalen Rückgang von Honigbienenvölkern verantwortlich seien. Politische und sozio-ökonomische Veränderungen wie Revolutionen oder Bürgerkriege und der globale Honighandel würden eine wesentlich größere Rolle spielen. Dies gilt freilich nur für durch Imker gehaltene Bienenvölker, nicht für Wildbienen. Während in der Landwirtschaft der Bestäubungsbedarf in den letzten 50 Jahren um über 300 Prozent angewachsen ist, stieg die Zahl der Bienenvölker weltweit nur um 60 Prozent, so Robin Moritz und Silvio Erler von der MLU. Allerdings sei diese Entwicklung regional extrem unterschiedlich: In West-Europa und den USA verzeichne man seit Jahren einen starken Rückgang. Allein in Europa seien zwischen 1989 und 1995 rund sieben Millionen Bienenvölker verschwunden. Für ihre Studie werteten die Biologen Statistiken der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu Honigproduktion und -handel der letzten 50 Jahre aus. Diese umfassen unter anderem Angaben über die Anzahl der Bienenvölker in einem Land, die Menge an jährlich produziertem sowie an importiertem und exportiertem Honig. Die Forscher bemerkten auffällige zeitliche Entwicklungen: So sei ein extremer Rückgang der europäischen Bienenvölker in Europa Anfang der 1990er Jahre erfasst – also zeitgleich mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem politischen Wandel in Deutschland. Vor 1989 wurde die Imkerei in der DDR staatlich stark subventioniert, so Moritz. Die Imker hätten ihren Honig zu hohen Preisen an den Staat verkaufen können, der den Honig dann deutlich günstiger weiterverkaufte. Nach der Wiedervereinigung habe die Imkerei durch fehlende Subventionen an Attraktivität verloren, die Anzahl der Bienenvölker sei um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Das zeigt deutlich, dass politische Entwicklungen einen starken Einfluss auf die Zahl der Bienenvölker haben können, sagte Moritz. Heute sei die Annahme gängig, dass vor allem der Einsatz von Pestiziden sowie Parasiten und Wetterextreme für den Rückgang von Bienenvölkern verantwortlich sind. Für Bienenvölker, die von Imkern gehalten werden, trifft das aber nur bedingt zu, so Erler. Pestizide oder Krankheiten hätten zwar zweifellos Einfluss auf das Bienensterben, aber keinen nennenswerten auf die Zahl der gehaltenen Bienenvölker kaum, da Imker auf Schwunde rasch reagieren würden. Das lasse jedoch keine Rückschlüsse auf das Sterben von Wildbienen zu, wie die Forscher klarstellen. Wissenschaft;Komet überstand den Vorbeiflug unbeschadet, Lander Philae wohl auch. Darmstadt – Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, hat den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn, das sogenannte Perihel, passiert. Donnerstagfrüh um 4.03 Uhr MESZ war er der Sonne am nächsten. Es ist alles sehr glattgegangen, es war kein spektakulärer Vorbeiflug, sagte Paolo Ferri, Bereichsleiter Satellitenbetrieb der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt. Die Entfernung des Kometen zur Sonne liege bei rund 180 Millionen Kilometern und ändere sich in den kommenden Wochen nur sehr langsam. In den vergangenen Monaten und Wochen ist Tschuri durch die zunehmende Sonnennähe stetig aktiver geworden. Am 29. Juli konnte die Raumsonde Rosetta einen massiven Gasausbruch beobachten. Wir erwarten weitere Explosionen und Staubwirbel bis September, so Ferri. Dass dabei Teile des Kometen abbrechen, sei nicht so wahrscheinlich, aber auch nicht auszuschließen. Der Landeroboter Philae, der vor neun Monaten auf Tschuri gelandet war, befand sich beim Vorbeiflug ausreichend im Schatten, um vor der Hitze geschützt zu sein. Wissenschaft;Historiker und Dendrochronologe glauben: Das Klima dürfte ein wichtiger Grund gewesen sein. Princeton/Wien – Im 13. Jahrhundert beherrschten die Mongolen das größte zusammenhängende Landimperium aller Zeiten. Nach dem Tod von Dschingis Khan dauerte es einige Jahre, ehe sich die Mongolen an die Eroberung westlicher Länder machten. 1237 wurde Russland unterworfen, 1240 Polen, 1241 kam es zur legendären Schlacht von Liegnitz, in der sich der deutsche Herzog Heinrich II. von Schlesien mit ein paar Tausend Männern dem übermächtigen Feind entgegenstellte. Die Schlacht endete für die Deutschen mit einem Fiasko, doch der Blutzoll war auch unter den Mongolen so groß, dass sie von einem weiteren Vormarsch absahen. So lautet zumindest die offizielle Version. Womöglich spielten noch ganz andere Faktoren eine entscheidende Rolle beim Rückzug der Mongolen aus Mitteleuropa, behaupten Nicola Di Cosmo (Princeton University) und Ulf Büntgen (Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz). Der Historiker Di Cosmo und der Dendrochronologe Büntgen haben das Wetter zwischen 1230 und 1250 sowohl aufgrund von historischen Quellen als auch von Baumringen rekonstruiert. Wie sie im Fachblatt Scientific Reports berichten, folgten auf warme und trockene Sommer von 1238 bis 1241 nasskalte Bedingungen ab 1242. Damals dürften erhebliche Niederschläge die ungarische Ebene zum Sumpf gemacht haben, die Pferde der Mongolen hatten weniger zu fressen. Dadurch büßten die berittenen Truppen an Kampfkraft ein. Zudem dürften Plünderungen und Entvölkerung zu Hungersnöten geführt haben, was die Mongolen zusätzlich zum Abzug motiviert haben dürfte. Die Forscher halten ihre Fallstudie für ein Beispiel dafür, wie ein Klimawandel entscheidenden Einfluss auf vormoderne Entwicklungen hatte. Wissenschaft;Feierlichkeiten zum Jubiläum des wichtigen Verfassungsdokuments. Windsor - Die britische Königsfamilie, Premierminister David Cameron, tausende Gäste, Bierliebhaber und Pub-Besitzer haben das 800-jährige Bestehen der weltberühmten Urkunde Magna Carta gefeiert. Prinz William (32) enthüllte am Montag in der Nähe von Schloss Windsor ein Denkmal aus zwölf Bronzestühlen an der Stelle, an der am 15. Juni 1215 King John - auf Deutsch Johann Ohneland - das Dokument unterzeichnet und damit die Macht der Krone eingeschränkt hatte, um den revoltierenden Adel zu besänftigen. An der Feier nahmen Queen Elizabeth II. (89) und ihr Mann Prinz Philip (94) teil. Auch in zahlreichen Pubs wurde des Jubiläums gedacht. Zu Mittag stießen Wirte und Gäste mit Bier an und begingen so den ersten offiziellen Biertag in Großbritannien. Der Grund für die feuchtfröhliche Komponente des Jubiläums: Absatz 35 der Carta setzte ein einheitliches Biermaß für das Königreich fest, das London Quarter - es entsprach zwei Pints. Unter dem Schlagwort #CheersBDB für Prost Biertag Großbritannien posteten Feiernde Bilder in sozialen Netzwerken. Die Magna Carta gilt als Grundstein der parlamentarischen Demokratie in Großbritannien. Sie hielt fest, dass niemand über dem Gesetz stehe - nicht einmal der König selbst. In Teilen ist die Magna Carta bis heute in Kraft und gilt neben der Bill of Rights von 1689 als wichtigstes Verfassungsdokument des Königreichs. Wissenschaft;Die Frage ist gar nicht so eindeutig zu beantworten, zeigt die BBC in einem zoologischen Feature. Die längste Brücke, der höchste Baum, der schnellste Flieger: Rekorde ziehen als Thema immer. Einem solchen hat die BBC ein eigenes Feature gewidmet – nämlich der Frage, was das lauteste Tier auf Erden ist. Conclusio: Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Die Lautstärke lässt sich nicht allein an Dezibel bemessen – für unsere Wahrnehmung, ob laut oder leise, spielt auch die Frequenz der akustischen Signale eine Rolle: Manche Tierarten wie etwa das Große Hasenmaul (eine Fledermaus) wären ohrenbetäubend laut – allerdings spielt sich der Lärm in einem Bereich ab, der für uns unhörbar ist. Was wiederum die Dezibel anbelangt, macht es einen Unterschied, ob die Lautäußerung unter Wasser oder in der Luft erfolgt. Und nicht zuletzt spielt auch die Entfernung beziehungsweise die Größendimension eine wichtige Rolle. Knallkrebse etwa erzeugen mit ihren Scheren eine Kavitationsblase, deren Implosion nicht nur den namensgebenden Knall, sondern auch Temperaturen von einigen tausend Grad erzeugt – allerdings nur auf engstem Raum. Alles in allem kürt die BBC den Pottwal zum Sieger respektive zum lautesten Tier. Lesen Sie hier, warum aber aufgrund der unterschiedlichen Aspekte von Lautstärke auch Spezies wie etwa Ruderwanzen zu den Kandidaten gezählt werden müssen: --> BBC: The worlds loudest anmial might suprise you (red, 15. 4. 2016) -Nicht-Wissenschaft;Hermann Schützenhöfer wird am Dienstag zum Landeshauptmann gewählt - "Es gibt nur eine Abstimmung". Graz - Ganz verdaut ist die Sache noch immer nicht. Der politische Winkelzug des Franz Voves, seinem ÖVP-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer die gesamte nächste Legislaturperiode als Landeshauptmann zu überlassen, sorgt nach wie vor für angeregte Diskussionen in der SPÖ. Zumal jetzt auch ventiliert wird, der nunmehrige Ex-SPÖ-Landeshauptmann habe auch mit einem gewissen Rachegedanken gehandelt, weil die Funktionäre im Wahlkampf für ihn nicht wie erwünscht gerannt seien. Jedenfalls: Trotz anhaltender Irritationen in der SPÖ dürfte einer Wahl von Hermann Schützenhöfer morgen, Dienstag, zum neuen Landeshauptmann nichts im Wege stehen. Grüne, KPÖ und wohl auch die FPÖ werden die neue Regierung zwar nicht wählen, SPÖ und ÖVP verfügen jedoch zusammen über 29 Abgeordnete. 25 Stimmen sind für die Wahl notwendig, da sich der neue Landtag aus 48 statt bisher 56 Abgeordneten zusammengesetzt. Brisant hätte es vielleicht werden können, wenn Schützenhöfer ad personam zur Wahl gestanden wäre. Dann hätte womöglich der eine oder andere SPÖ-Abgeordneter in geheimer Wahl seinen Unmut über den Verlust des Landeshauptmannes geäußert. Mit der Abschaffung des Proporzes wurde aber auch Geschäftsordnung geändert und so werden nun der ÖVP-Landeshauptmann sein SPÖ-Stellvertreter Michael Schickhofer sowie alle Regierungsmitglieder von SPÖ und ÖVP en bloc gewählt. Es gibt nur eine Abstimmung, sagt Landtagsdirektor Maximilian Weiss. Für die politische Galerie wird interessant sein, ob vielleicht einer oder zwei aus der SPÖ-Landtagsriege die Zustimmung zur neuen Regierung verweigern. So wie die Grünen. Klubchef Lambert Schönleitner: Weder die Art und Weise, wie die Regierung Schützenhöfer-Schickhofer zustande gekommen ist, noch das schwarzrote Regierungsprogramm rechtfertigen einen grünen Vertrauensvorschuss. Ein Nein kommt auch von der KPÖ, wegen der Erfahrungen in der letzten Periode, heißt es. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dieser Regierung wählen, sagt auch Noch-FPÖ-Klubchef Hannes Amesbauer. Ihn löst FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek ab. +Nicht-Wissenschaft;Seit Jahren besucht Walter Tributsch den Akademikerball. Rechtsextreme träfen sich anderswo, sagt der "Alte Herr" der Burschenschaft Teutonia. Wien – Bei einem Besuch des Akademikerballs könnten Asylwerber die österreichische Kultur kennenlernen – und dann in der Heimat davon berichten. Diesen Vorschlag zur Kulturvermittlung macht Walter Tributsch, Alter Herr der schlagenden Burschenschaft Teutonia und Gründer der rechtsnationalen Zeitschrift Zur Zeit. Demonstranten würden den Ball überschätzen – Rechtsextreme würden sich anderswo in Europa treffen, sagt Tributsch. Deutschtümelei würde den Burschenschaften zu Recht nachgesagt. STANDARD: Seit einigen Jahren gibt es Proteste gegen den Akademikerball. Haben Sie dafür Verständnis? Tributsch: Die Burschenschaft hat seinerzeit 1848 dafür gekämpft, dass Demonstrationsfreiheit herrscht, dass Redefreiheit herrscht. Also bin ich auch dafür, dass man gegen den Ball demonstrieren kann. Wofür ich allerdings auch bin, ist, dass dies gewaltfrei passiert. Im Vorjahr zum Beispiel gab es 54 Verhaftungen, sechs Polizisten wurden verletzt. Das hat bitte mit Demokratie nichts mehr zu tun. Das ist Anarchie, das ist Chaos und das können wir nicht brauchen. STANDARD: Der Vorwurf vieler Demonstranten ist, dass der Ball als Vernetzungstreffen der extremen Rechten diene. Tributsch: Wenn sich Rechtsextreme – dazu zähle ich die Burschenschaften nicht – vernetzen wollen, gibt es in Europa wesentlich mehr Möglichkeiten. Es gibt auf politischer Ebene die Möglichkeit, sich zu treffen. Es gibt ein paar Parteien, die als rechts eingestuft werden, die haben ihre Treffen in allen Teilen Europas. Aber der Ball als solcher ist eine rein gesellschaftliche Veranstaltung, in erster Linie von Akademikern und Studenten. Hier ein Vernetzungsszenario aufzeigen zu wollen, ist völlig absurd. STANDARD: Es gibt doch immer wieder internationale Gäste. Tributsch: Natürlich. Es steht jedem frei – wir sind ja Gott sei Dank in einem demokratischen Land –, sich Ballkarten zu kaufen. Es steht jedem frei, auch Gäste mitzunehmen. Natürlich alles unter dem Aspekt, dass es sich hier nicht um Kriminelle handelt, dass solche Personen nicht auftreten, die eventuell gesucht werden. Bei diesem Ball gibt es seit mehr als 50 Jahren keinen einzigen Fall, wo auch nur einer gefunden wurde, dem irgendeine kriminelle Handlung nachgewiesen wurde. STANDARD: John Gudenus war damals wenige Monate nach seiner Verurteilung wegen Wiederbetätigung auf dem Ball. Tributsch: Ich will mich zur Verurteilung von John Gudenus nicht wirklich äußern. Er hat den Ball – ich weiß nicht, wie lange – mindestens 20, 30 Jahre besucht. Und ob er jetzt vor der Verurteilung dort war oder danach, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. STANDARD: Gibt es, abgesehen von Personen, die per Haftbefehl gesucht werden, Personen, die dort nicht willkommen sind? Tributsch: Störenfriede. Ich möchte keinen linken Extremisten oder Chaoten dort haben, der möglicherweise Farbbeutel herumschmeißt. Diese Leute können wir nicht brauchen. Es ist eine gesellschaftliche Veranstaltung, die in Ruhe und zur Freude der Teilnehmer ablaufen soll. Es wird ja auch niemand, der damit nicht einverstanden ist, auf den Life Ball gehen und dort irgendwie zu randalieren beginnen. STANDARD: Burschenschaften und Verbindungen wird oft Deutschtümelei nachgesagt – zu Recht? Tributsch: Ja. In der Hinsicht, dass man den historischen Kontext sehen muss. Die Burschenschaften wurden 1815 gegründet, das war die Zeit, wo Napoleon den europäischen Kontinent mit Krieg überzogen hatte und unter anderem die deutschen Länder überlaufen hat. Damals ist eine Einigungsbewegung entstanden, die von Studenten getragen war – das waren in Wirklichkeit die Burschenschaften, die damals gesagt haben, wir müssen uns zusammenschließen und schauen, dass die Einheit des Reiches hergestellt wird. Aus diesem historischen Kontext ist die sogenannte Deutschtümelei, die man den Burschenschaften heute auch noch unterstellt, zu verstehen. Es hat historische Wurzeln. STANDARD: Die Einheit des deutschen Volkes ist noch immer etwas, das betont wird in den Burschenschaften. Tributsch: Die Einheit des deutschen Volkes ist de facto so wie die Einheit des italienischen Volkes und des französischen oder englischen Volkes in der EU ja letzten Endes realisiert. Das sind mittlerweile alle Bürger der Europäischen Union und da kann man jetzt von Einheit sprechen oder nach wie vor verschiedenen Ländern, denen wir angehören – das spielt eigentlich keine Rolle. STANDARD: Das Reizthema in Zusammenhang mit den Demonstrationen ist die Hofburg als Ort der Feier. Wäre es nicht einfacher, den Ball woanders zu veranstalten? Tributsch: Wir haben uns das Leben noch nie einfach gemacht. Wir sind seit 28 Jahren in der Hofburg. Das ist nicht einzusehen, weil ein paar Extremisten aus der linken Seite uns dort nicht sehen wollen, dass wir diese Hofburg räumen sollen. Das kommt überhaupt nicht infrage. STANDARD: Der Ball ist erst seit 2007 Zentrum einer größeren Debatte. Glauben Sie, dass er überschätzt wird? Tributsch: Er wird weit überschätzt. Diese Ballrandalierer kennen wir ja schon vom Opernball. Früher waren sie dort, jetzt sind sie beim Akademikerball. Das ist eine Modeerscheinung, irgendwann wird das auch wieder uninteressant werden für die Linksextremisten und sie werden ein anderes Opfer finden. Da bin ich relativ locker. STANDARD: Das ist der erste Akademikerball seit den großen Flüchtlingsbewegungen im Sommer 2015. Es werden in diesen Verbindungen ja traditionell das Erbe des Volkes, die Kultur und die Heimat betont. Sehen Sie den Ball in diesem Kontext dieses Jahr anders? Tributsch: Ich sehe ihn nicht anders. Ich würde mir den einen oder anderen Asylwerber gerne am Ball wünschen. Die kommen aus einer anderen Kultur, sie sollen einmal sehen, welche kulturellen Eigenheiten wir haben. Viele kehren ja wieder zurück, die sollen zu Hause berichten, wie bei uns Gesellschaft gepflegt wird, welche kulturellen Eigenheiten wir haben. Das ist der einzige Aspekt, den ich mir vorstellen kann. STANDARD: … dass weniger Menschen kommen würden, wenn sie sehen, wie es am Akademikerball abläuft? Tributsch: Sie könnten zumindest feststellen, ob ihre Kultur dem entspricht, wie wir unser Leben gestalten. Sie kennen sicherlich die Publikation von Samuel Huntington, The Clash of Civilisations. Der meint ja, dass Kulturen, die grundsätzlich verschieden sind, nicht miteinander vereinbar sind. Wenn die Asylwerber jetzt sagen, so etwas könnten wir bei uns eigentlich auch haben, dann ist das schön. Würde mich freuen, das wäre so ein Kulturexport, den wir machen können. STANDARD: Haben die Burschenschaften die patriarchalen Strukturen nicht mit den Herkunftsländern vieler Asylwerber gemeinsam? Tributsch: Wenn ich mir die Vorfälle von Köln anschaue und das eine Folge von patriarchalen Strukturen ist, dann kann ich mir das bei uns nicht vorstellen. Bei uns stehen die Frauen in einem hohen Ansehen – mehr als in so manchen sogenannten emanzipierten Kreisen. Wir haben Respekt vor den Frauen. Für uns sind sie das Wichtigste, wir wollen sie schützen und sehen sie als ergänzenden Partner. Nicht, dass man sie auf der Straße angrapscht, das kommt bei uns nicht vor. Wissenschaft;Mottenpopulationen, die über mehrere Generationen hoher Lichtverschmutzung ausgesetzt waren, zieht es weniger zu künstlichen Lichtquellen. Basel/Zürich – Lichtverschmutzung wirkt sich negativ auf Organismen und ganze Ökosysteme aus, besonders nachtaktive Insekten sind betroffen. Sie werden vom künstlichen Licht angezogen – mit meist tödlichen Folgen. Eine Studie von Forschern der Universitäten Basel und Zürich im Fachblatt Biology Letters zeigt nun, dass städtische Motten gelernt haben, Licht zu meiden. Die Anziehungskraft, die Licht auf Motten ausübt, ist sprichwörtlich. Straßenlaternen und andere künstliche Lichtquellen werden dabei oft zur Todesfalle: Entweder verbrennen die Tiere an der Lichtquelle, oder sie werden zur leichten Beute für Fressfeinde. Die Sterblichkeit von urbanen Insekten ist in Städten deutlich höher als in ländlichen Gebieten. Künstliches Licht beeinflusst Insekten (und andere Tiere) aber auch, indem es ihren natürlichen Tag-Nacht-Zyklus stört und so Verhaltensweisen bei der Futtersuche und Fortpflanzung beeinflusst. Die Schweizer Zoologen haben nun untersucht, ob sich die Motten der Region Basel bereits evolutionär an die veränderten Lichtverhältnisse angepasst haben. Unter der Annahme, dass in urbanen Gebieten die natürliche Selektion Motten mit weniger Hang zum Licht begünstigt, untersuchtensie Populationen der Gespinstmotte Yponomeuta cagnagella. Für das Experiment sammelten sie Larven der Spezies in Gegenden mit wenig Lichtverschmutzung sowie in stark belasteten Gebieten. Im Labor testeten die Forscher dann das Verhalten von den rund 1050 geschlüpften Motten auf Lichtquellen. Die Resultate zeigen: Motten aus Populationen, die über mehrere Generationen hoher Lichtverschmutzung ausgesetzt waren, haben eine deutlich geringere Tendenz, sich dem Licht zu nähern als solche aus Gebieten mit weniger künstlichem Licht. Außerdem zeigte sich, dass in beiden Populationsarten die weiblichen Motten signifikant weniger von Licht angezogen wurden als die männlichen. Die Resultate legen nahe, dass die natürliche Selektion das Verhalten der Tiere verändert hat. Obwohl dieser evolutionäre Wandel die erhöhte Sterblichkeit durch künstliches Licht verringert, kann er auch negative Folgen haben. So könnte eine daraus folgende geringere allgemeine Mobilität der Insekten beispielsweise zu Nahrungsengpässen und Bestäubung von Pflanzen führen. Wissenschaft;Pfuhlschnepfen brauchen auf ihren langen Flügen Rastplätze, die allerdings vermehrt schwinden. Wellington/Wien – Pfuhlschnepfen sind Meisterflieger. Wenn die Zugvögel von Alaska zum Überwintern nach Neuseeland starten, fliegen sie 11.500 Kilometer nonstop, acht Tage und acht Nächte durch. Rund 90.000 kommen jeden September meist ziemlich fertig an den Küsten an, sagt Keith Woodley. Er leitet das Pukorokoro Miranda Shorebird Centre bei Miranda auf der Nordinsel. Jedes Jahr seien es weniger, sagt er kurz vor dem Welttag der Zugvögel am 10. Mai. Er kämpft um die Flugweltmeister, von denen einige auch im mitteleuropäischen Wattenmeer überwintern. Die bis zu 40 Zentimeter großen Vögel mit dem langen Schnabel haben für Neuseeländer eine besondere Bedeutung: Nach Überlieferung der Maori-Ureinwohner kamen ihre Vorfahren von anderen pazifischen Inseln nur nach Neuseeland, weil sie dem Flug der Pfuhlschnepfen folgten. Woodley beobachtet die leuchtend rostroten Männchen und die etwas blasseren Weibchen, wenn sie in Miranda ein beispielloses Fress- und Fitnessprogramm absolvieren. Ein Weibchen verdoppelt ihr Gewicht auf 660 Gramm, sagt er. Dann müssen sie ihre Beinmuskulatur trainieren, um nicht umzufallen, und ihre Flugmuskulatur, um mit diesem Gewicht überhaupt abheben zu können. Beim Menschen entspräche das einer Fressorgie bis zur Fettleibigkeit und einem anschließenden doppelten Marathon. Um gut genährt wieder im teils noch winterlichen Alaska zur Brutsaison anzukommen, fliegen die Tiere Woodley zufolge auf dem Rückweg ein bisschen auf Sparflamme: mit Rast im Watt an der chinesischen Küste, um aufzutanken. Anders als Seevögel können sie auf Wasser nicht landen, sie brauchen das Watt. Und das schwindet, wie Woodley bei zahlreichen Reisen mit Schrecken festgestellt hat. An der Küste werden Wattstreifen trockengelegt, die Behörden wollen Land gewinnen, um die Industrialisierung voranzutreiben. Dort sei ein Drittel der Rastplätze verschwunden. Für die Pfuhlschnepfen sei das fatal. Wir gehen davon aus, dass der Verlust dieser Rastplätze der Hauptgrund dafür ist, dass die Population schrumpft. 2015 setzte die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Vögel auf die Liste der bedrohten Tiere, wie auch den kleineren Knuttstrandläufer, auch aus der Familie der Schnepfenvögel, der im Winter aus Sibirien nach Neuseeland kommt. Woodley hat im März endlich einen entscheidenden Durchbruch geschafft: Nach jahrelangem Einsatz unterzeichnete das neuseeländische Umweltschutzministerium mit der chinesischen Forstbehörde ein Abkommen über den Schutz von zumindest zwei Rastplätzen – das Yalu-Jiang-Naturreservat in Liaoning im Nordosten Chinas und das Watt von Bohai Bay bei Luannan in der Provinz Hebei. In dem Reservat pausieren rund 70 Prozent der Pfuhlschnepfen aus Neuseeland. Das Problem ist, dass zum einen jedes Land nur auf sein eigenes Territorium schaut und dass zum anderen die Stationen eines solchen Flugkorridors ja nicht das ganze Jahr genutzt werden, sagt Bruce McKinlay vom Umweltschutzministerium. Die Pfuhlschnepfen können aber nur überleben, wenn alle drei Lebensräume in Alaska, China und Neuseeland intakt sind, sagt Woodley. An der Intelligenz der Vögel dürfte es nicht scheitern: In der Fachzeitschrift Scientific Reports schrieben Wissenschafter gerade, dass Zugvögel mit längeren Reiserouten cleverer seien als andere. Sie hatten bei Zugvögeln in Afrika in den Gehirnregionen, die Navigation und räumliche Orientierung steuern, mehr neue Neuronen nachgewiesen als bei Vögeln mit kurzen Flugrouten. Wissenschaft;Britische Astronomen entdecken neue Zwerggalaxie, deren Schicksal bereits besiegelt ist. Cambridge – Unsere Heimatgalaxie ist um eine kleine Begleiterin reicher: Astronomen um Gabriel Torrealba von der University of Cambridge haben eine bisher unentdeckte Zwerggalaxie erspäht – und sie ist überraschend ausgedehnt: Mehr als 7.000 Lichtjahre dürfte die Crater 2 getaufte Sterneninsel von einem Ende zum anderen messen. Wäre sie von der Erde aus gut sichtbar, würde sie am Nachthimmel etwa doppelt so groß erscheinen wie der Mond. Etwa 50 Satellitengalaxien ziehen um die Milchstraße ihre Runden, Crater 2 in einer Entfernung von 380.000 Lichtjahren könnte die viertgrößte unter ihnen sein. Die anderen drei sind dem Umfang nach absteigend die Große und die Kleine Magellansche Wolke und die Sagittarius-Zwerggalaxie. Warum Crater 2 den Astronomen bisher entgangen ist, hat weniger mit ihrer absoluten Leuchtstärke zu tun. Vielmehr liegt es daran, dass sie vor dem Hintergrund der Milchstraße gleichsam verschwindet und ihre Ränder praktisch nicht auszumachen sind. Insgesamt gibt die Zwerggalaxie etwa 160.000 Mal so viel Licht ab wie unsere Sonne. Nur mithilfe einer speziellen Software war es den Wissenschaftern im vergangenen Jänner gelungen, die geisterhafte galaktische Nachbarin auf Bildern des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ausfindig zu machen. Das Programm scannte in der Umgebung unserer Galaxie nach außerordentlich dichten Sternenansammlungen. Crater 2 ist vermutlich nicht alleine, wie Torrealba und ihre Kollegen in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society berichtet. In unmittelbarer Nähe befinden sich vier andere erst vor kurzem entdeckte Objekte: ein Kugelsternhaufen und drei weitere Zwerggalaxien im Sternbild Löwe. Sie alle könnten nach Ansicht der Astronomen Teil einer Gruppe sein, die gerade dabei ist, in die Milchstraße zu stürzen und in ihr aufzugehen. @@ -59,57 +60,57 @@ Wissenschaft;Österreichische und chinesische Wissenschafter um Anton Zeilinger Wissenschaft;Forscher finden in Wyoming einen T. rex-Knochen, der offenbar von einem Artgenossen angefressen wurde. Washington – Immer wieder als Vermutung geäußert, liefert nun eine Ausgrabung eine weitere Bestätigung: Tyrannosaurus rex dürfte auch ein Kannibale gewesen sein. Das Indiz: Der Paläontologe Matthew McLain von der kalifornischen Loma Linda University und sein Team fanden bei Grabungen in der Lance-Formation von Wyoming einen Tyrannosaurusknochen. Dieser weist Bissspuren auf und ist an beiden Enden abgebrochenen (Fotos finden Sie hier). Der Knochen war bedeckt mit Kerben. Mit sehr tiefen Kerben, wird McLain in einer Mitteilung der Geological Society of America zitiert. Die meisten der Kerben verliefen rechtwinklig zum Knochen – etwa so, also würde ein Mensch ein Huhn abknabbern, nur etwas größer dimensioniert. Eine Kerbe am Rand hingegen wies auch parallele Muster auf. Der Räuber hatte demnach den Kopf beim Biss zur Seite weggerissen. Und die Spuren weisen auf Zähne hin, wie sie typisch für Theropoden sind, ein großes Krokodil hingegen ausschließen. Die Tätersuche ist damit laut McLain de facto abgeschlossen. In der Region lebten damals, soweit man weiß, nur zwei große Theropoden: T. rex und sein kleinerer Verwandter Nanotyrannus. McLain ist daher überzeugt: Das muss ein Tyrannosaurus gewesen sein. Offen ist jedoch, ob ein T. rex seinen Artgenossen im Kampf getötet und dann aufgefressen hat, oder ob er sich einfach nur am Aas eines bereits toten Exemplars bedient hat. Diese und weitere Fragen werden am Sonntag auf der Jahrestagung der Geological Society of America in Baltimore diskutiert werden, wo der kreidezeitliche Fund präsentiert wird. Schon vor einigen Monaten hatten britische Forscher aus Bissspuren an den fossilen Schädelknochen eines Daspletosaurus – eines weiteren Verwandten von T. rex – geschlossen, dass die großen Räuber heftig miteinander kämpften und Konkurrenten vermutlich auch auffraßen. Die Studie publizierten die Autoren im Fachjournal PeerJ. In einer anderen Untersuchung analysierten Forscher der Yale University in New Haven Bissspuren eines T. rex. Auch sie vermuteten in ihrer in PLOS One erschienenen Studie bereits, dass Tyrannosaurus rex ein Kannibale war. (APA, red, 31. 10. 2015) Wissenschaft;Mikrokügelchen aus Kunststoff oder Siliziumdioxid können in gewünschter Geometrie und Reihenfolge angeordnet werden. Zürich – Wissenschafter der ETH Zürich und von IBM haben eine neue Methode entwickelt, um aus verschiedenen Arten von Mikrokügelchen künstliche Moleküle herzustellen. Die Forscher möchten solch winzige Objekte später für Mikroroboter, in der Photonik sowie der biochemischen Grundlagenforschung verwenden. Um die Mikroobjekte herzustellen, verwenden die ETH- und IBM-Forscher als Grundbausteine Kügelchen aus Kunststoff oder Siliziumdioxid mit einem Durchmesser von rund einem Mikrometer und unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, wie die ETH berichtet. Diese Partikel können kontrolliert in gewünschter Geometrie und Reihenfolge angeordnet werden. Die so hergestellten Gebilde seien viel größer als typische chemische oder biochemische Moleküle, jedoch viel kleiner als Objekte der makroskopischen Welt, hieß es in der Mitteilung. Laut ETH-Professor Lucio Isa, der das Forschungsprojekt zusammen mit IBM-Research-Wissenschafter Heiko Wolf leitet, kann deshalb von Riesenmolekülen oder von Mikroobjekten gesprochen werden. Die Wissenschafter können mit der neuen Methode Stäbchen in unterschiedlicher Länge und Zusammensetzung, winzige Dreiecke und einfach aufgebaute dreidimensionale Objekte erstellen. Sie möchten die Technik jedoch noch weiterentwickeln. Mögliche künftige Anwendungen sind selbstangetriebene Mikrovehikel, die sich dank einer ausgeklügelten Geometrie und Materialzusammensetzung in einem externen elektrischen oder magnetischen Feld vorwärtsbewegen. Denkbar seien in ferner Zukunft sogar Mikroroboter für biomedizinische Anwendungen, die andere Mikroobjekte greifen und transportieren können. Außerdem könnten mit den Bauteilen maßgeschneiderte Mikrostrukturen hergestellt werden, die in der Photonik eingesetzt werden. Die Forscher wollen auch versuchen, künftig Mikroobjekte herzustellen, bei denen die Kügelchen beweglich – statt wie bisher fest – miteinander verbunden sind. Damit könnten diese als Großmodelle für chemische und biochemische Verbindungen dienen, beispielsweise um die Proteinfaltung experimentell zu studieren. Laut Isa soll auch versucht werden, Objekte aus anderen Materialien als Kunststoff oder Siliziumdioxid herzustellen. Wissenschaft;CID-947 hat ein Zehntel der Masse seiner Heimatgalaxie und kratzt damit an herkömmlichen astronomischen Theorien. Zürich – Sind die Theorien zu Bildung und Wachstum von Galaxien falsch? Oder galten in der Frühzeit des Universums andere Gesetze? Solche Fragen stellen sich nun Astronomen nach der Entdeckung eines unverhältnismäßig großen Schwarzen Lochs in einer weitentfernten Galaxie. Das Objekt CID-947 wurde von Benny Trakhtenbrot von der ETH Zürich und einem internationalen Team von Astrophysikern mit dem Keck-Observatorium auf Hawaii und anderen Weltraumteleskopen entdeckt. Es handelt sich um ein supermassereiches Schwarzes Loch, wie vermutlich alle Galaxien – zumindest die großen – eines in ihrem Zentrum haben. Dieses liegt in einer Galaxie, die so weit von uns entfernt ist, dass das bei uns eintreffende Licht sie uns so zeigt, wie sie etwa zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall aussah. Anders als ein stellares Schwarzes Loch, das aus einem kollabierten Stern hervorgegangen ist und eine entsprechende Masse hat, bringt ein supermassereiches Schwarzes Loch Millionen oder gar Milliarden Mal mehr auf die hypothetische Waage als die Sonne. Trotzdem wahren diese riesigen Objekte eine gewisse Relation zu ihren Wirtsgalaxien – nicht so CID-947. Es gehört mit fast zehn Milliarden Sonnenmassen zu den massereichsten bisher bekannten Schwarzen Löchern, berichten die Zürcher Forscher im Fachjournal Science. Die dazugehörige Galaxie hat jedoch die Masse einer normalen Galaxie, sagt Trakhtenbrot. Damit hat das Schwarze Loch ein Zehntel der Masse seiner Galaxie, während es andere nur auf wenige Tausendstel bringen. Dieses Missverhältnis verblüfft die Astronomen. Bisher wurde stets beobachtet, dass die Masse von Schwarzen Löchern parallel zur Zahl der Sterne ihrer Heimatgalaxie und damit deren Masse ansteigt. Schließlich gibt es ein gemeinsames Reservoir aus kaltem Gas, aus dem einerseits Sterne entstehen und andererseits auch das Schwarze Loch gefüttert wird. Außerdem deuteten Studien an, dass Strahlung, die während des Wachstums des Schwarzen Lochs ausgesandt wird, die Sternbildung kontrolliert oder sogar stoppt. Dies gelte aber offenbar nur für das lokale Universum, das die nahe Vergangenheit des Universums abbilde, so Trakhtenbrot. CID-947 ist offenbar viel effizienter gewachsen als seine Galaxie, sagt der Astrophysiker. Aus ihren Beobachtungen schließen die Forscher zudem, dass das Schwarze Loch am Ende seines Wachstums angelangt ist, während ringsum weiterhin Sterne entstehen. Entgegen früherer Annahmen stoppte der Energie- und Gasfluss, angetrieben vom Schwarzen Loch, die Sterngeburten also nicht. Die Galaxie könne in Zukunft noch weiterwachsen, doch das Verhältnis zwischen der Masse des Schwarzen Lochs und der Sterne würde weiterhin unüblich groß bleiben. CID-947 könnte damit ein Vorläufer der extremsten, massereichsten Systeme sein, die wir heute im lokalen Universum beobachten, vermuten die Forscher. Weitere Erkenntnisse über die Galaxienentwicklung erhoffen sie sich von Beobachtungen mit dem Radioteleskop Alma in Chile. (red/APA, 12. 7. 2015) -Nicht-Wissenschaft;Bis zu 4,7 Milliarden Euro werden in Österreich Jahr für Jahr in Subventionen gesteckt, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Wien – In Österreich wird viel Geld ausgegeben für Förderungen – oft mit unbeabsichtigten, nichtsdestotrotz aber nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt. Erstmals hat das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Auftrag des Klima- und Energiefonds (Klien) die Summen erhoben, und die sind selbst für die Verfasser der Studie überraschend hoch. Auf bis zu 4,7 Milliarden Euro summieren sich die in Österreich pro Jahr vergebenen Förderungen, die kontraproduktiv zur Erreichung der Klimaziele sind. Es gibt einen großen Hebel, wo man ansetzen kann, sagte Wifo-Chef Karl Aiginger am Mittwoch. Genauer unter die Lupe genommen haben die Verfasserinnen der Studie, Daniela Kletzan-Slamanig und Angela Köppl, die Bereiche Mobilität, Energie sowie Wohnen. Etwa die Hälfte der umweltschädlichen Subventionen entfällt demnach auf den Verkehrssektor, gefolgt vom Bereich Energie (gut ein Drittel). Etwa 14 Prozent der kontraproduktiven Subventionen sind dem Bereich Wohnen zuordenbar. Der Analysezeitraum umfasste die Jahre 2010 bis 2013. Den größten Hebel, der noch dazu im nationalen Alleingang umgelegt werden könnte, ist die Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Förderungen, wo Österreich allein nichts ausrichten kann – beispielsweise bei der Mineralölsteuer-Befreiung von Kerosin. Immerhin knapp zwei Drittel der für die Umwelt kontraproduktiven Förderungen (2,3 bis 2,9 Milliarden Euro) seien aber national änderbar. Das sollte in einer neuen Klima- und Energiestrategie sowie bei einer ökologischen Steuerreform mitbedacht werden, sagte der Geschäftsführer des Klimafonds, Ingmar Höbarth. +Nicht-Wissenschaft;Hinter den an Unternehmen verschickten Links zu Bewerbungsunterlagen verbirgt sich ein Hackerangriff. Eisenstadt – Im Burgenland warnt die Wirtschaftskammer vor einer neuen Masche, mit der Betrüger bei Unternehmern abkassieren wollen: Betriebe, die beim AMS freie Stellen gemeldet haben, bekamen per E-Mail Bewerbungen geschickt, hinter denen sich Hackerangriffe verbargen, teilte die Wirtschaftskammer Burgenland am Dienstag in einer Aussendung mit. Bei den betrügerischen Mails fehlten Telefonnummer und Adresse des Bewerbers. Stattdessen gab es einen Link zu den Unterlagen. Beim Anklicken der Bewerbungsunterlagen werden die Dateien am Computer verschlüsselt und nur gegen Lösegeld wieder zugänglich. Die Wirtschaftskammer rät daher bei Bewerbungsmails, aber auch bei angeblichen Paketbenachrichtigungen, Rechnungen und anderen Dokumenten zur Vorsicht. Wissenschaft;Fossil eines Tarbosaurus war aus der Mongolei geschmuggelt und anschließend versteigert worden. New York – Hollywoodstar Nicolas Cage hat einen Dinosaurierschädel zurückgegeben, der ihn eine Menge Geld gekostet hatte: Vor knapp neun Jahren war der Schädel eines Tarbosaurus bataar für eine Viertelmillion Euro versteigert worden. Cage hatte ihn im guten Glauben gekauft – später stellte sich das Fossil aber als in der Mongolei gestohlen heraus, sagte Cages Sprecher. Er hatte von dem Auktionshaus ein Echtheitszertifikat bekommen, sagte Cages Sprecher. Im Juli letzten Jahres wurde sein Büro dann vom Heimatschutzministerium angesprochen, weil mehrjährige Ermittlungen ergeben hatten, dass der Schädel vermutlich illegal aus der Mongolei in die USA geschmuggelt worden war. Cage habe voll mit den Behörden zusammengearbeitet und den Schädel auch untersuchen lassen. Weil die Ermittlungen ergeben haben, dass der Schädel tatsächlich unrechtmäßig im Land ist und der Regierung der Mongolei gehört, hat Mr. Cage ihn den Behörden übergeben. Tarbosaurus bataar lebte in der späten Kreidezeit, Fossilien wurden in der Mongolei und China gefunden. Er gehörte mit bis zu zwölf Metern Länge zu den größten Tyrannosauriden und kann als asiatischer Vetter von T. rex betrachtet werden. Wissenschaft;Was die Probleme bei dem 2009 gestarteten Planetenjäger verursacht hat, ist vorerst unklar. Washington –Das Weltraumteleskop Kepler ist nach mehreren Tagen im Notfallmodus wieder voll in Betrieb. Es war ein langes Wochenende für Kepler und das Team, aber das Raumfahrzeug ist wieder in Ordnung! :), twitterten NASA-Wissenschaftler des Ames Research Center in Moffett Field (Kalifornien) am Montag. Dass sich das Teleskop in den Notfallmodus versetzt hatte, war Wissenschaftern im Ames Research Center der US-Raumfahrtbehörde in Moffett Field bei einem routinemäßigen Kontaktversuch aufgefallen. Nähere Informationen über die Ursache des Ausfalls lagen vorerst nicht vor. Den letzten geregelten Kontakt mit Kepler hatten die Wissenschafter am 4. April. Als die Kontrollstation das Teleskop drei Tage später auf das Zentrum der Milchstraße richten wollte, fiel auf, das Kepler in den Notfallmodus umgeschaltet hatte. Der große Abstand zur Erde erschwert die Diagnose des Problems. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit dauert es 13 Minuten bis ein Signal zu der Raumsonde und zurück gelangt, erklärt Nasa-Missionsmanager Charlie Sobeck vom Ames Research Center in Mountain View. Es ist nicht das erste Mal, dass Kepler technische Probleme hatte: Im Mai 2013 musste die ursprüngliche Mission des Teleskops abgebrochen worden. Seitdem operiert das Teleskop im begrenzten K2-Modus. Wie das Wissenschaftsmagazin Scientific American ergänzte, habe Kepler nun kurz vor Beginn einer neuen Phase auf den Notfallmodus umgeschaltet. In dieser Phase sollte das Teleskop über ein als gravitational microlensing bekanntes Verfahren Jagd auf größere Planeten in weiterer Entfernung von ihren Sternen machen. Parallel zu Kepler seien mehrere Teleskope unter anderen in Chile und Australien im Einsatz, die die Messungen des Raumfahrzeugs mit Daten von der Erde unterstützen sollen. Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Planetenjäger war 2009 gestartet worden, um nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Seitdem hat das Weltraumteleskop fast 5000 Hinweise auf Planeten gefunden, von denen mehr als 1000 bereits bestätigt wurden. Im vergangenen Jahr erspähte Kepler den bisher erdähnlichsten Planeten, er wurde Kepler-452b genannt. Wissenschaft;Flugpassagierin vermutete hinter Notizen ihres Sitznachbarn einen "Terrorcode". Dieser, ein Ökonom, ortet gesellschaftliche und behördliche Probleme. Philadelphia – Ein Wirtschaftswissenschafter der University of Pennsylvania erlebte Ende letzter Woche auf einem Flug von Philadelphia nach Syracuse einen absurden wie unangenehmen Zwischenfall: Seine Sitznachbarin im Flugzeug verständigte das Bordpersonal, nachdem sie ihn dabei beobachtet hatte, verdächtige und kompliziert aussehende Formeln auf ein Blatt Papier zu kritzeln. Die Passagierin gab zunächst an, sich krank zu fühlen, und verlangte die Umkehr der Maschine zum Terminal des Startflughafens. Dort stieg sie aus und teilte den Behörden ihren Terrorverdacht mit: Ihr dunkelhaariger, vollbärtiger Sitznachbar habe womöglich einen terroristischen Geheimcode verfasst. Der Mann musste daraufhin das Flugzeug verlassen und wurde von Sicherheitskräften befragt. Schnell entpuppte sich der Verdächtige als der aus Italien stammende Ökonom Guido Menzio, der an der University of Pennsylvania lehrt. Er befand sich auf dem Weg zu einer Konferenz in Kanada und wollte im Flugzeug einen Vortrag über Fluktuationen in der Arbeitslosenquote vorbereiten. Eine Differentialgleichung und seine Sitznachbarin wurden ihm dabei zum Verhängnis. Die Sorgen der Passagierin wurden nach einem kurzen Verhör für unbegründet befunden, die Maschine hob mit rund einer Stunde Verspätung in Richtung Syracuse ab, wie ein Sprecher von American Airlines mitteilte. Die misstrauische Passagierin ging nicht mehr an Bord. Menzio gab gegenüber Associated Press an, er sei zwar von offizieller Seite korrekt behandelt worden. Der Vorfall offenbare jedoch die politische Stimmung im Land und die Gefühle, die die Wähler von Donald Trump leiten. Auf Facebook kritisierte er später auch das rigide Sicherheitsprotokoll der Behörden, wie die Washington Post berichtet: Das System ist zu starr und verlässt sich ungeprüft auf Angaben von Menschen, die womöglich völlig ahnungslos sind. Wenn einer die Alarmglocken läutet, steht alles still. Die Fremdenfeindlichkeit, die Menzio durch Trumps Präsidentschaftskampagne angefacht sieht, werde künftig alles noch schlimmer machen. -Nicht-Wissenschaft;Die US-Slalomrekordlerin stürzt sich in den Super-G und denkt an das Nightrace in Schladming. Aspen – Nach ihrem grandiosen Wochenende mit für die Konkurrenz demoralisierenden Slalomsiegen sucht Mikaela Shiffrin nach neuen Herausforderungen: Es wäre richtig cool, wenn ich mich mit den Männern vergleichen könnte, sagte die 20-jährige Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Am liebsten wäre der US-Amerikanerin ein Start beim sogenannten Nightrace am 26. Jänner in Schladming. Shiffrin denkt nicht von ungefähr an die Planai. Schließlich hatte Marlies Schild, die einstige Dominatorin im Stangenwald, 2012 als Vorläuferin des Nachtslaloms der Herren verblüfft. Die Salzburgerin hätte sich damals mit ihrer – natürlich auf perfekter Piste erzielten – Zeit als 27. für das Finale qualifiziert. Vor Shiffrin hatte Lindsey Vonn an einen direkten Vergleich mit den Herren gedacht, allerdings in der Abfahrt, die sie zeitweilig beinahe so dominierte wie ihre Landsfrau gegenwärtig den Slalom. Wie gesagt beinahe, den in Aspen, wo Shiffrin 2011 als Achte des Slaloms ihre ersten Weltcupzähler geholt, aber bis zum vergangenen Wochenende noch nie gewonnen hatte, stieß die Läuferin aus dem nahen Vail in neue Dimensionen vor. Der 3,07-Sekunden-Gesamtvorsprung auf die Zweitplatzierte im ersten Slalom war ebenso neuer Rekord wie die 1,69 Sekunden, die sie zur Halbzeit des zweiten Torlaufs in Front lag. Sie erzielte in allen vier Läufen Bestzeit. Die Überlegenheit gibt der Weltcupführenden angeblich selbst zu denken: Es macht mir schon ein bisschen Angst. Ich habe jetzt eine Zielscheibe auf meinem Rücken. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Anna Fenninger und den freiwilligen Saisonverzicht der Slowenin Tina Maze ist sie auch die Favoritin auf den Gewinn des Gesamtweltcups, zumal Shiffrin schon beim Auftakt als Zweite von Sölden im Riesentorlauf groß gepunktet hat. Am Freitag in Aspen war sie als Halbzeitführende auf dem Weg zum zweiten Erfolg in dieser Disziplin (nach Sölden 2014) zu Sturz gekommen. Am kommenden Wochenende will Shiffrin in Lake Louise erstmals im Super-G starten. Ich werde attackieren. Ich will sehen, wie schnell es im Weltcup zugehen kann. Der Selbsterfahrungstrip findet gewissermaßen auf Lindsey Vonns Piste statt. Hier hatte die in Abdankung begriffene Königin des US-Skisports 15 Rennen gewonnen. -Nicht-Wissenschaft;Das Helene-Fischer-Vokabular vor dem Ernst-Happel-Stadion besteht aus nicht viel mehr als einem Wort: Atemlos. Die Analyse ihrer gesamten Songtexte zeigt, sie singt hauptsächlich über sich und DICH. Ein Helene-Fischer-Song nur für Sie! Aus dem gesamten Wortschatz der auf ihrer Homepage veröffentlichten Texte können Sie sich mit diesem Generator einen Song basteln lassen. Natürlich freuen wir uns über ein selbstperformtes Video Ihres persönlichen Songs! Als weiteres Extra haben wir eine Wordcloud zusammengestellt (Its so 2004). Sie zeigt die häufigsten Wörter in Helene Fischers Songtexten. (Video: Michael Luger, Grafik: Markus Hametner, 2.7.2015) -Nicht-Wissenschaft;Nach Agenturwechsel von Mercedes verlieren 20 der 60 Mitarbeiter ihren Job. Hamburg – Der Verlust des Verkaufsliteratur-Etats von Mercedes-Benz führt bei der auf Relationship-Marketing spezialisierten Hamburger Agentur Jung von Matt/365 zu drastischen Konsequenzen: 20 von 60 Mitarbeitern wurden deswegen entlassen, berichtet das Webportal des Wochenmagazins Werben & Verkaufen, wuv.de. Der Fortbestand von JvM/365 sei offenbar nicht gesichert. Das ebenso wie Meldungen, wonach die Geschäftsführer Hans Albers und Meik Vogler bereits gekündigt haben, ist bis dato aber noch nicht bestätigt, heißt es auf wuv.de. Der Mercedes-Etat wanderte zur Berliner Agentur Antoni, betrieben von André Kemper und Tonio Kröger. +Nicht-Wissenschaft;Arnautovic-Klub zahlt Rekordsumme für Schweizer. Stoke-on-Trent/Mailand – Xherdan Shaqiri wechselt von Inter Mailand zu Stoke City und wird damit Teamkollege von Marko Arnautovic. Der Neunte der letzten Premier-League-Saison gab am Dienstag die Verpflichtung des 23-jährigen Schweizer Teamspielers bekannt. Shaqiri unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. Die Ablösesumme beträgt 12 Millionen Pfund (16,97 Mio. Euro), das ist Rekord für Stoke. (APA/red – 11.8. 2015) +Nicht-Wissenschaft;In "Der Nachtmahr" erschafft der Filmemacher und Künstler Akiz ein unheimliches Wesen, das eine junge Frau heimsucht. Ein Gespräch über digitale Geburten, ikonografische Bilder und den neuen Schrecken. Wofür dieses Wesen steht, das eines Nachts auftaucht und zum ständigen Begleiter der 16-jährigen Tina (Carolyn Genzkow) wird, ist nicht klar. Doch die junge Frau wird den Nachtalb nicht mehr los – bis sie beginnt, die hässliche Kreatur zu akzeptieren. Der Nachtmahr ist der erste Teil des filmischen Triptychons Geburt – Liebe – Tod des deutschen Künstlers Akiz. Ein Film, der davon erzählt, dass es am schwierigsten sein kann, sich selbst zu lieben. STANDARD: Ihr Film beginnt mit einer Urszene. Man sieht eine junge Frau mit ihrem Mobiltelefon spielen und das Foto ihrer Freundin Tina, der Hauptfigur, zu manipulieren, als das Wesen plötzlich am Display auftaucht. Tina und das Wesen erleben eine Verschmelzung. Ist diese Metamorphose eine Art von Geburt? Akiz: Es ist eine Geburt, weil man den Nachtmahr hier zum ersten Mal sieht, und das fötushafte Aussehen des Wesens legt eine sol- che Interpretation auch nahe. Aber ich würde nicht sagen, dass es im Film prinzipiell um Geburt geht, obwohl das Motiv immer wieder aufgegriffen wird. Zum Beispiel wenn Kim Gordon als Lehrerin über William Blake und die Geburt des Schattens spricht. Aber ich wollte keinen Film drehen, der sich von selbst erklärt, denn gerade das ist ja das Verstörende. Wenn ich mir selbst einen Film ansehe oder ein Gemälde, möchte ich es auch nicht interpretiert bekommen. Die Quintessenz eines Kunstwerks zu erfassen funktioniert für mich wie der Rohrschachtest. STANDARD: Es ist aber sicher kein Zufall, dass dieses erste Erscheinen in Form eines digitalen Bilds geschieht? Akiz: Die Kommunikation zwischen den Menschen ist heute digital. Ich will das nicht als gut oder schlecht beurteilen, aber es ging mir darum, dieser Lebenswelt so nahe wie möglich zu kommen. STANDARD: Der Begriff Nachtmahr steht für Albtraum, aber auch für den Nachtalb. Ihr Film spielt mit beiden Bedeutungen. Akiz: Ich dachte eher an das Wesen, das einem nachts auf der Brust sitzt. Der Mahr ist ein altes, beinahe vergessenes Wort. Der Titel ist ein wenig irreleitend, denn er suggeriert einen Horrorfilm. Doch ich denke nicht, dass man als Zuschauer bei diesem Film im Kino die ganze Zeit Angst hat. Das war nie meine Absicht. Zu Beginn wird eine gefährliche Stimmung erzeugt, die jedoch nie gesteigert wird. Es geht vielmehr darum, wie sich das Verhältnis zwischen der Frau und dem Wesen umdreht: Die Kreatur wird ein Teil von ihr. Das hat für mich weniger mit Horror zu tun als mit dem Gegenteil. STANDARD: Die zwei Seelen in einer Brust zu akzeptieren? Akiz: Der Horror und die Schönheit sind überall. STANDARD: Sie haben die Kreatur ja auch entworfen. Wie kam es dazu? Akiz: Der erste Entwurf entstand 2001. Eine Skulptur aus Steinguss, eine Mischung aus Embryo und Greis. Dann habe ich Gelenke und Kabelzüge eingebaut, eine neue Oberfläche kreiert und sogar eine Atmung – bis ich plötzlich zum ersten Mal an eine Filmszene dachte, in der die Kreatur neben einem Mädchen im Auto sitzt. STANDARD: Die Gestalt weckt Assoziationen zu Füsslis Nachtmahr-Gemälde. Akiz: Von diesem Gemälde bezieht der Film auch seinen Titel, aber das Füssli-Bild hat etwas Sexuelles, das ist bei mir nicht das Thema. Es ist ein ikonografisches Bild, so wie Che Guevara oder Mari- lyn Monroe. Aber ich habe Füssli tatsächlich erst wahrgenommen, als ich die Figur schon entworfen hatte. STANDARD: Wofür steht das Wesen? Akiz: Ich möchte meine Interpretation für mich behalten. Sie ist sehr banal, und es freut mich, wenn andere etwas für sich entdecken. Ob es das Unterbewusste ist oder eine ungewollte Schwangerschaft. Ich habe sogar gehört, dass es für Bulimie stehe oder für ein Wesen aus dem Totenreich, das eine lebende Seele zu sich holt. STANDARD: Das erinnert wiederum an das Blake-Gedicht, das die Schüler interpretieren sollen und das nur Tina aus rein persönlicher Sicht erklären kann. Akiz: Ich muss zugeben, dass ich dabei wahllos in die Gesammelten Werke gegriffen habe – und es hat wunderbar gepasst. Aber ich wollte kein Leitmotiv für den Film, mit dem man sich als Zuschauer dann die ganze Zeit beschäftigt. STANDARD: Tina ist das Kind reicher Eltern und wächst in bürgerlichen Verhältnissen auf. Welche Rolle spielt dieses Milieu, das den Hedonismus der Clique erst erlaubt? Akiz: Meine Ideen haben nur Sinn ergeben, wenn die Geschichte in genau einem solchen Milieu spielt. Es ist ein Leben, in dem sich Tag und Nacht auflösen. Tina entwickelt zunehmend ein Gefühl von Peinlichkeit, die ein fehlendes Zugehörigkeitsgefühl bewirkt. Sie hat eine Freundin, an die sie sich jedoch nicht wenden kann. Ich würde diese Freundschaften nicht als intime, menschliche Bindung bezeichnen. Das Hauptproblem sind ihre Eltern, wobei mir wichtig war, dass sie nicht als böse gezeichnet werden. Sie wollen helfen und reagieren dennoch mit purer Hilflosigkeit. STANDARD: Das Ende des Films gleicht einem Befreiungsschlag. Akiz: Ich sehe Tina als eine Kriegerin, die sich durch eine multimediale Welt kämpft. Am Ende ist es egal, was passiert – es wird nicht mehr so schlimm sein wie vorher. Sie erreicht wie bei einem Computerspiel ein neues Level. STANDARD: Es gibt im europäischen Genrekino ein neues Interesse für den Schrecken. Ist Der Nachtmahr einem gesellschaftspolitischen Klima der Eingrenzung und Aussperrung geschuldet? Akiz: Ich denke, das sind zwei verschiedene Dinge. Die Entwicklung des Genrekinos ist auch eine technische. Es sind heute mit der neuen Technik Dinge möglich, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren. Das hat aber noch nichts Politisches an sich. Die politische Dimension meines Films zu beurteilen, halte ich für schwierig. Ich habe in verschiedenen Teilen der Welt gelebt, sehe Gutes und Schlechtes. Meine künstlerischen Wurzeln erkenne ich am ehesten im Expressionismus der 1920er-Jahre. Da war ein radikaler Geist zu spüren, und es ging um archetypische Themen. Wenn Der Nachtmahr als europäischer Film mit neuem Geist bezeichnet wird, dann ehrt mich das. +Nicht-Wissenschaft;Die Gegenwart kommt beim Schwelgen in Erinnerungen zu kurz – Sonntag 22.45 in ORF 2. Es gehört zu den Privilegien der Veteranen, dass sie in Erinnerungen schwelgen dürfen. Darin findet sich immer jene Wehmut, die das Gefühl begleitet, dass es früher besser war. Die am Sonntag im ORF 2 ausgestrahlte Dokumentation Meine Leopoldstadt über den zweiten Wiener Gemeindebezirk bot reichlich von dieser Nostalgie. An einem Tisch zu sitzen kamen in der Leopoldstadt aufgewachsene Erzähler wie Jazz Gitti, Lydia Kolarik vom Schweizerhaus, Louie Austen und der Künstler Rudi Holdhaus. Zusätzlich memorierten der Autor Robert Menasse und Richard Lugner ihre Kindheit im zweiten Bezirk. Mit den von Regisseur Chico Klein unterfütterten historischen Beiträgen ergab das ein individuell gefärbtes Mosaik der Leopoldstadt. Menasse klärte volksbildnerisch über die Geschichte der Marienbrücke auf, Lugner darüber, wo im Zweiten man am besten einen lädierten Fiat Topolino im dritten Gang anstartet. Holdhaus besuchte Orte seiner Kindheit und zeigte, was daraus geworden ist. Die Gegenwart kam dabei zu kurz. Warum ziehen heute so viele Leute in den Zweiten, warum boomt der Bezirk? Warum kamen keine jener Menschen zu Wort, die den Bezirk heute mitgestalten und lebenswert machen? Das Angebot an Lokalbetreibern und den Bezirk prägenden Personen und Phänomenen ist ja nicht gerade klein. Andererseits ist es den Leopoldstädtern wahrscheinlich lieber, ihre kleinen Alltagsgeheimnisse bleiben solche. Die vielen Busse, die bewegungsfaule Touristen tagtäglich auf Fotosafari durch den Hieb kutschieren, empfinden manche Bewohner auch ohne aktive Beteiligung der Gäste am Bezirksleben bereits als Belästigung. Wissenschaft;Römerzeitliche Vase nach Reparatur "in einem besseren Zustand als zuvor". Jerusalem – Ein Unglück kommt selten allein: Während in einem taiwanesischen Museum ein Bub ins Stolpern kam und sich mit den Händen in einem 350 Jahre alten Ölgemälde abstützte und so ein Loch hineinriss, passierte einem kleinen Mädchen in Jerusalem ebenfalls ein teures Missgeschick: Es hat im Israel-Museum versehentlich ein rund 2.000 Jahre altes Glasgefäß zerbrochen. Das römerzeitliche Gefäß sei eine Leihgabe und gehöre der Familienstiftung Robert und Renee Belfer aus New York, berichtete Haaretz. Es sei Teil einer Sammlung von Objekten aus dem Altertum. Das Museum erhielt vor einem halben Jahr zahlreiche Objekte der Sammlung für eine Spezialausstellung. Wegen der Sommerferien in Israel besuchen viele Familien mit Kindern das Museum. Das Mädchen habe sich am vergangenen Sonntag anscheinend gegen die Glasvitrine gelehnt oder sie erschüttert, hieß es weiter in dem Bericht. Dabei sei das ausgestellte Objekt umgefallen. Es handelt sich dabei um ein etwa 2.000 Jahre altes römisches Glasgefäß, dass bereits vor dem Unglück einen Sprung hatte. Experten des Museums hätten es inzwischen mit Erlaubnis der Besitzer wieder repariert, offenbar recht erfolgreich: Das Gefäß sei nun in einem besseren Zustand als zuvor. Man muss sich sehr anstrengen, um den Bruch mit bloßem Auge zu erkennen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Museum. (APA/red, 25. 8. 2015) -Nicht-Wissenschaft;Keine Einigung auf verpflichtende Volksentscheide – Opposition und Volksvertreter enttäuscht. Wien – Harald Petz wollte erst gar nicht verhehlen, wie enttäuscht er von der Politik ist. Er sei geschockt, mit welchen Begründungen SPÖ und ÖVP eine große Demokratiereform ablehnen, sagte Petz. Er war einer von acht per Los ermittelten Bürgern, die gemeinsam mit einer parlamentarischen Enquetekommission Modelle zum Ausbau der direkten Demokratie erarbeiten sollten. Eigentlich sollte die Gruppe, die am Mittwoch das letzte Mal tagte und die seit Dezember 2014 zahlreiche Experten lud, festlegen, unter welchen Voraussetzungen es nach erfolgreichen Volksbegehren verpflichtende Volksbefragungen geben soll. Bisher wurden Volksbegehren ja sehr oft einfach schubladisiert. Kompromiss stand schon Vor zwei Jahren gab es sogar schon einen Kompromiss zwischen SPÖ, ÖVP und Grünen. Demnach sollte immer dann eine (ohnehin nicht bindende) Volksbefragung durchgeführt werden, wenn zehn Prozent der Wahlberechtigten ein Volksbegehren unterschreiben. Bei Verfassungsänderungen sollte die Hürde 15 Prozent sein. Nach Kritik vom Bundespräsidenten und von anderen Stellen ruderte man aber zurück und setzte die Kommission ein. Nun wollen die Regierungsparteien, wie erstmal bereits im Sommer verkündet wurde, nur mehr kleinere Reformen. In den Ländern und Gemeinden soll die direkte Demokratie ausgebaut werden, für die Bürger soll es künftig – ähnlich wie in der Schweiz – objektive Abstimmungsbüchlein zum jeweiligen Abstimmungsthema geben, wie SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann erklärte. Eigene Sitzungen Volksbegehren, die von mehr als 100.000 Leuten unterschrieben werden, sollen künftig in einer eigenen Parlamentssitzung behandelt werden, bei der die Proponenten auch ein Rederecht haben. Bei Gesetzesvorhaben soll es online eine Art Vorverfahren geben, an dem sich Interessierte beteiligen können. Für FPÖ, Grüne, Neos und Team Stronach geht das viel zu wenig weit. Sie haben bereits am Dienstag einen Minderheitenbericht veröffentlicht. Für FPÖ-Justizsprecher Harald Stefan ist nun klar, dass die Regierungsparteien gar nie ein Interesse am Ausbau der direkten Demokratie hatten. Ähnlich die Grüne Daniela Musiol: Sie warf Rot und Schwarz vor, nie einen Kompromiss versucht zu haben. Für Neos-Vertreter Nikolaus Scherak spricht die Koalition der Bevölkerung die Mündigkeit ab. ÖVP-Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl möchte die Kritik im STANDARD-Interview so nicht stehenlassen und stellt auch einen neuen Anlauf für verpflichtende Volksbefragungen in Aussicht. STANDARD: Einer der Bürgervertreter hat sich im Parlament geschockt gezeigt, dass trotz aller Versprechen nun nach erfolgreichen Volksbegehren keine automatische Volksbefragung oder Volksabstimmung kommt. Was sagen Sie dem? Gerstl: Dass grundlegende Änderungen der Verfassung immer einer Zwei-Drittel-Mehrheit bedürfen. Wir brauchten ein neues Wir-Gefühl im Parlament. STANDARD: Aber es gab schon einen gemeinsamen Entwurf von SPÖ, ÖVP und Grünen. Gerstl: Der fast nur auf Kritik gestoßen ist – beim Bundespräsidenten, bei den Höchstgerichten. Die Einwände gingen auch in unterschiedliche Richtungen. Es gab dann keinen gemeinsamen Willen, diese Kritik einzuarbeiten. Ich sehe hier klar die Opposition in der Verantwortung. Es erschüttert mich auch, dass das nicht möglich war, weil ich ein Verfechter eines Umbaus der Verfassung bin. STANDARD: Man hat aber schon das Gefühl, dass die Regierungsparteien nach der Kritik vom Präsidenten abwärts kalte Füße bekommen haben. Gerstl: Nein, das hängt nicht mit kalten Füßen zusammen, sondern mit unserem Anspruch, es gut zu machen. Wir können nicht Regelungen beschließen, die von jedem Juristen an jeder Uni zerlegt werden. Das hat keinen Sinn. STANDARD: Die Wähler könnten sich aber schon gepflanzt fühlen. Der frühere ÖVP-Chef Spindelegger hatte automatische Bürgerabstimmungen noch zur Koalitionsbedingung erklärt. Gerstl: So darf man das nicht stehenlassen. Wir werden eine große Änderung durchführen. Die Länder und Gemeinden sollen künftig häufiger Volksabstimmungen und Volksbegehren durchführen. Wir wollen diese derzeit noch vorhandene verfassungsrechtliche Grenze aufbrechen. STANDARD: Der Verfassungsrechtler Theo Öhlinger hat in der Enquete aber auch erklärt, dass das bei den Ländern mangels Kompetenzen wenig bringt. Gerstl: Er hat aber auch gesagt, dass es auf Gemeindeebene viele Möglichkeiten gibt. Wir werden uns das anschauen. Wenn es intensiv genutzt wird, können wir den nächsten Schritt auf Bundesebene setzen. STANDARD: Dann würde man also einen neuen Anlauf starten? Gerstl: Selbstverständlich. Direkte Demokratie ist ein ständiger Prozess. Jetzt wird ein erster großer Schritt gesetzt, dem weitere folgen sollen. +Nicht-Wissenschaft;'Nicht nur Unterschriften, auch 3.600 Euro sind für eine Kandidatur zu berappen. Wien – Heinz-Christian Strache übt sich in Bescheidenheit, dieser Tage muss Norbert Hofer als Star der Freiheitlichen vorn stehen. Beide werden ihrer Rolle gerecht: Hofer strahlt, versichert für jede Fernsehkamera, für jedes Mikrofon einzeln, dass er glücklich ist. 20 Schachteln werden ihm und Strache nachgetragen, als die beiden am Donnerstag kurz nach elf Uhr in das Innenministerium kommen. In jeder Schachtel 1.000 Unterstützungserklärungen, mehr als dreimal so viele wie notwendig. Leicht sei es gewesen, diese zusammenzubekommen, erzählt Hofer; allein in seiner burgenländischen Heimatgemeinde hätten sechsmal so viele Unterstützer unterschrieben, wie die FPÖ Mitglieder hat. Und das Postkastl quelle vor neuen Unterstützungserklärungen schon über. Dann hinauf zur Wahlbehörde, kurzer Smalltalk mit Robert Stein, dem zuständigen Beamten, der wie Hofer nach einem Unfall am Stock geht. Die beiden tauschen sich über ihre Erfahrungen mit Therapeuten aus, Hofer empfiehlt einen Chirurgen aus Wels. Danach geht es an die Amtshandlung, wie Stein den Auszählungsvorgang nennt. 6.000 bestätigte Unterschriften werden auf ihre Plausibilität geprüft, eine höhere, von den Kandidaten aus Prestigegründen angestrebte Zahl geht das Innenministerium nichts an. Anschließend werden die Herren zur Kassa gebeten: 3.600 Euro werden als Druckkostenbeitrag für die Stimmzettel fällig. Stein erzählt, dass dies einmal in den 1950er-Jahren festgelegt wurde – der für damalige Zeiten beinahe prohibitiv hohe Betrag von 50.000 Schilling wurde aber nie valorisiert, sondern einfach auf einen runden Eurobetrag umgerechnet. Heutzutage sind eher die 6.000 Unterschriften eine Hürde. Hofer hat sie mit Unterstützung der FPÖ leicht übersprungen. Bis in die 1990er-Jahre wäre es noch leichter gewesen: Lange galt nämlich, dass die Unterschriften von fünf Nationalratsabgeordneten (hinter denen ja theoretisch jeweils rund 27.000 Wahlberechtigte stehen) ausreichen, um einen Kandidaten auf den Wahlzettel zu bringen. Dies wurde aber zunehmend als unfair empfunden, daher wurde das Gesetz geändert – jetzt müssen sich alle Kandidaten der Mühe unterziehen, mindestens 6.000 Wahlberechtigte zu mobilisieren. Der unabhängigen Kandidatin Irmgard Griss ist dies bereits in der ersten Märzwoche gelungen – am 8. März legte sie 7.851 Unterschriften vor – sie sammelte aber weiter und lag zuletzt laut Eigenangaben bei mehr als 12.000. Die Parteikandidaten Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) haben je 20.000 Unterstützer mobilisiert – bevor sie deren Unterstützungserklärungen ins Innenministerium bringen, werden sie diese privat zählen lassen, Khol durch einen Notar. Der unabhängige, aber von den Grünen unterstützte Kandidat Alexander Van der Bellen hat ebenfalls rund 17.000 Unterstützungserklärungen beisammen. Diese werden am Freitagvormittag ins Ministerium gebracht. Spannend wird es noch für Richard Lugner, der am Donnerstag optimistisch wirkte: 5.000 Unterstützer dürfte er zusammenbekommen, und weitere 1.000 könnten es während der Nachfrist werden. Robert Marschall hat seinen Wahlvorschlag bei der Bundeswahlbehörde eingereicht. Das gab der Obmann der EU-Austrittspartei und Herausgeber des Stadtmagazins Wien-konkret Donnerstagabend via Twitter bekannt. Ob er schon die nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen beisammen hat, verriet er vorerst jedoch nicht. Elfriede Awadalla hingegen gibt auf. Bisher war ich ganz optimistisch, jetzt aber nicht mehr, sagt sie. Ich danke allen, die für mich gelaufen sind und die sich eingesetzt haben. Aber es wird sich nicht ausgehen. Die Zeit für eine unabhängige linke Kandidatur in Österreich sei noch nicht reif, klagt sie.' Wissenschaft;Nachfolger des verstorbenen Harald Posch. Wien – Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG hat Andreas Geisler (47) zum neuen Leiter der Agentur für Luft- und Raumfahrt in der FFG bestellt. Geisler folgt in dieser Funktion dem kürzlich verstorbenen Harald Posch nach. Geisler ist ein Förder-Profi, er kennt die Innovationslandschaft in Österreich und Europa hervorragend, hieß es am Mittwoch seitens der FFG-Geschäftsführung in einer Aussendung. Die Agentur für Luft- und Raumfahrt in der FFG ist die Andockstation Österreichs zur internationalen Raumfahrtszene. Sie vertritt Österreich in internationalen Gremien der Luft- und Raumfahrt, etwa in der Europäischen Weltraumorganisation ESA, und betreut das Österreichische Weltraumprogramm ASAP. Andreas Geisler absolvierte eine HTL für Nachrichtentechnik und Elektronik, studierte Biologie an der Uni Wien und Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach Tätigkeiten im EDV-Bereich war Geisler wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflanzenphysiologie der Uni Wien sowie am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg. Von 1999 bis 2003 betreute er im Wissenschaftsministerium die Internationalisierung der österreichischen Umweltforschung. 2003 wechselte er zur Austrian Space Agency GmbH und war zusätzlich von 2005 bis 2012 stellvertretender Bereichsleiter für die Thematischen Programme der FFG. Seit 2009 ist Geisler Teamleiter im Bereich Energie und Umwelt in der FFG. (APA, 1. 7. 2015) Wissenschaft;John W. Kluge Preis würdigt "brillante Philosophen und vielseitig engagierte Personen des öffentlichen Lebens". Washington – Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas und sein kanadischer Kollege Charles Taylor haben gemeinsam den mit 1,5 Millionen Dollar (umgerechnet 1,3 Millionen Euro) dotierten John W. Kluge Preis erhalten. Habermas sei der wichtigste Philosoph und Theoretiker unserer jüngeren Generationen, sagte Jane McAuliffe, Direktorin des Kluge-Zentrums. Der Preis wird von der privaten Stiftung John W. Kluge finanziert und zeichnet Geistes- oder Sozialwissenschaftler für ihr Lebenswerk aus, für deren Fachgebiete es keine Nobelpreis gibt. Unter anderem wurde bereits der polnische Philosoph Leszek Kolakowski ausgezeichnet. Der 86-Jährige Habermas habe wichtige Debatten der vergangenen fünf Jahrzehnte vorangetrieben und damit Deutschland und ganz Europa gedient, sagte McAuliffe, die auch Leiterin für wissenschaftliche Programme an der Bibliothek des US-Kongresses ist, in ihrer Laudatio in Washington. Sowohl Charles Taylor als auch Jürgen Habermas seien brillante Philosophen und vielseitig engagierte Personen des öffentlichen Lebens, die trotz unterschiedlicher philosophischer Traditionen die Fähigkeit teilen, drängende Probleme unserer Zeit mit einem herausragenden Gespür für individuelle und soziale Zusammenhänge anzusprechen, heißt es in der Begründung von James H. Billington, amtierender Direktor der Library of Congress. Heutzutage ist Philosophie ein parasitäres Unterfangen, das von Lernprozessen in anderen Sphären lebt, sagte Habermas bei der Preisverleihung. Vor allem existiere Philosophie aber in einer Nebenrolle in Form von Reflexion, die sich auf andere, bereits bestehende kulturelle Errungenschaften bezieht. Er bedankte sich für die außergewöhnliche akademische Auszeichnung, die erstmals an einen Deutschen geht und die zugleich Habermas erster amerikanischer Preis ist. Ein illustrer Kreis deutscher Einwanderer habe in den USA gewirkt, sagte Habermas, darunter Theodor W. Adorno, Hannah Arendt und Max Horkheimer. Taylor, 1931 in Kanada geboren, ist emeritierter Professor für Philosophie an der McGill University in Montréal. Seit 2009 ist er ein Permanent Fellow am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), wo er den Forschungsschwerpunkt Religion und Säkularismus leitet. (APA, 30. 9. 2015) -Nicht-Wissenschaft;FPÖ will Verfassungskonformität vorab vom VfGH prüfen lassen. Wien – Der Verfassungsausschuss des Parlaments will die Möglichkeit erörtern, Staatsverträge noch vor Abschluss des Ratifizierungsprozesses auf ihre Verfassungskonformität zu testen. Ein entsprechender Antrag der FPÖ wurde im Verfassungsausschuss am Donnerstag laut Parlamentskorrespondenz zwar abgelehnt. Dennoch soll ein Gutachten des Verfassungsdienstes eingeholt werden. Nach Meinung der Freiheitlichen würde mit einer Vorabprüfung von Staatsverträgen durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) eine Rechtsschutzlücke geschlossen und die Gefahr einer divergierenden Rechtslage im Außen- und Innenverhältnis der Republik gebannt. SPÖ, ÖVP und NEOS lehnten den Antrag ab. Der Verfassungsdienst im Bundeskanzleramt soll nun noch offene Fragen klären. -Nicht-Wissenschaft;Gemeinden können ORF-Porträts um 3.000 Euro kaufen. Wien – Österreichs Gemeinden sollen dem ORF helfen, die Kosten für das ab 29. März startende Frühstücksfernsehen Guten Morgen Österreich hereinzuspielen. Das berichten die Oberösterreichischen Nachrichten in ihrer aktuellen Ausgabe. Es werde zwar vom ORF kein Produktionskostenbeitrag eingehoben, aber jede Gemeinde kann ein Ortsporträt kaufen, welches die ORF-Profis machen, so Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer in den OÖN. Der Preis werde sich in einer Größenordnung von 3.000 Euro bewegen. Wenn pro Jahr 250 Gemeinden zugreifen, kämen so immerhin rund 750.000 Euro zusammen. Im ORF erklärte man dazu auf APA-Anfrage, dass Ortsporträts fixer Bestandteil jeder Guten Morgen Österreich-Sendung sind und nach ausschließlich redaktionellen Gesichtspunkten gestaltet werden. Die Rechte liegen beim ORF, für Produktion und Ausstrahlung des Beitrages wird selbstverständlich nichts berechnet. Über die ORF-Enterprise erhalten interessierte Gemeinden die Möglichkeit, die Rechte an der weiteren kommerziellen Nutzung des entsprechenden Beitrags nach Ausstrahlung zu erwerben und diese dann etwa auf ihre Homepage zu stellen, bei Tourismus-Messen zu zeigen etc. Laut ORF ein üblicher Vorgang, so wie generell über die ORF-Enterprise Lizenzvermarktung Material aus ORF-Sendungen erworben werden kann. Das mögliche Interesse an der Nachnutzung eines solchen Beitrags stehe übrigens auch in keinem Zusammenhang mit der Auswahl der von Guten Morgen Österreich besuchten Orte oder Gemeinden, betonte der ORF. Die neue Morgenschiene wird wochentags von 6.00 bis 9.00 Uhr ausgestrahlt. Gesendet wird aus einem mobilen Studio, das in Ländern und Gemeinden Station macht. -Nicht-Wissenschaft;'American Pharoah und Golden Horn winkt eine goldene Zuchtzukunft. Zuvor galoppieren die Hengste beim Breeder ''s Cup. In die Geschichte liefen beide – einer auf Sand, einer auf Rasen. Also nie gegeneinander. Lexington/Wien – Seit Freitag und zum 32. Mal wird in Lexington, Kentucky, bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft galoppiert. Die wertvollsten der insgesamt mit 24,5 Millionen Dollar dotierten 13 Rennen des Breeders Cup steigen am Samstag. Im BC Classic (fünf Millionen Dollar) über etwas mehr als 2000 Meter auf Sand und im BC Turf (drei Millionen) über rund 2400 Meter auf Gras geben Rösser, die ihren Jahrgang geradezu spektakulär dominiert haben, ihre Abschiedsvorstellungen. American Pharoah ist schon vor dem Classic in die Geschichte gelaufen. Schließlich gewann der Hengst unter dem Mexikaner Victor Espinoza das Kentucky Derby, die Preakness und die Belmont Stakes in Serie, also als erst zwölftes Pferd innert 140 Jahren die US-Triple Crown. 37 Jahre warteten die Fans auf diesen Coup. Dass American Pharoah im August in Saratoga eine knappe Niederlage – die zweite in bisher zehn Rennen – einstecken musste, erhöht die Spannung für Samstag, ändert aber nichts an der klaren Favoritenstellung. Trainer Bob Baffert nimmt mit Wehmut von seinem Schützling Abschied: Ich hätte ihn sehr gerne noch ein oder zwei Jahre im Training behalten. Doch Züchter und Besitzer Ahmed Zayat hat Anteile an die irische Coolmore-Gruppe verkauft, die den Hengst nun in ihrem Gestüt wirken lässt. Europas Gegenstück zu American Pharoah ist der dreijährige Hengst Golden Horn, der in diesem Jahr unter dem italienischen Starjockey Frankie Dettori nicht nur das englische Derby in Epsom, sondern auch den Prix de lArc de Triomphe souverän gewann. Er gilt nach der Wertung der englischen Wettzeitung Racing Post als derzeit bester Galopper der Welt und sollte den BC Turf normalerweise leicht gewinnen. Es dürfte auch für ihn das letzte Rennen vor der Zuchtlaufbahn sein. Besitzer Anthony Oppenheimer hat das zumindest nach dem Triumph in Paris verkündet. Golden Horn hat von seinen bisher acht Rennen sieben gewonnen. Dass die beiden tierischen Stars nicht direkt aufeinandertreffen, liegt am Geläuf. Golden Horn könnte als an Gras gewöhntes Pferd auf Sand kaum sein volles Können entfalten. American Pharoah braucht umgekehrt für seine maximale Leistung Sand.' -Nicht-Wissenschaft;Oberlandesgericht Wien entscheidet, dass Klage von Datenschützer Schrems zulässig ist. Facebook wird sich vor der österreichischen Justiz für Datenschutzverletzungen verantworten müssen. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Wien hervor, das sich mit einer Sammelklage des Datenschützers Max Schrems befasst hat. Das Landesgericht Wien hatte die Klage zuvor aus prozessrechtlichen Gründen abgelehnt, daraufhin war Schrems vor das OLG gezogen. Ich bin glücklich mit der Entscheidung, schreibt Schrems in einer Aussendung. OLG-W: 20 von 22 Punkten der Facebook-Klage zulässig. Sammelklage weiter umstritten. Rechtsmittel an OGH zulässig. https://t.co/95P4afOTPu Unklar bleibt nach wie vor, ob der Rechtsstreit als Sammelklage durchgeführt werden kann. Das soll nun der Oberste Gerichtshof entscheiden. Schrems hatte tausende Mitstreiter gefunden, die ebenfalls gegen den Missbrauch ihrer Daten durch Facebook klagten. Ob Verbraucher ihre Ansprüche an andere Verbraucher weitergeben dürfen, ist in der österreichischen Rechtsprechung allerdings nicht endgültig geklärt. Es wird also spannend, so Schrems. -Nicht-Wissenschaft;'Die Regeln in Wolfsburg sind streng: "Das gibt eine Strafe". Wolfsburg – Fußball-Profi Nicklas Bendtner hat seinen Arbeitgeber VfL Wolfsburg mit einem Foto bei Instagram verärgert. Der Däne ist auf dem Bild mit einem Mercedes-Fahrzeug zu sehen. Dies kam beim VW-Club aus Wolfsburg nicht gut an. Das gibt eine Strafe, kündigte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs am Freitag an. Es war eine Sorglosigkeit. On my way to another session Ein von Nicklas Bendtner (@bendtner3) gepostetes Foto am 16. Feb 2016 um 13:17 Uhr Der Stürmer ist beim deutschen Bundesliga-Club schon mehrfach ins Fettnäpfchen getreten. Zuletzt stand er in Pflichtspielen gegen Ingolstadt und in der Champions League bei KAA Gent nicht im Kader. VfL-Trainer Dieter Hecking möchte über den früheren Arsenal-Angreifer nicht mehr reden. (APA; 19.2.2016)' -Nicht-Wissenschaft;2,6 Terabyte Daten geben Einblick in Geheimgeschäfte. Spuren führen zum Zirkel um Wladimir Putin und zu Fußballstar Lionel Messi. Auch Raiffeisen International und Hypo Vorarlberg tauchen in den Daten auf. Die wichtigsten Punkte der Panama Papers im Überblick: Wien – Mit den Panama Papers wurde am Sonntagabend ein riesiger Datensatz über Steueroasen veröffentlicht. Das International Consortium for Investigative Journalists hat mit den elf Millionen Dateien, darunter Mails, Kontodaten und Briefe, das bisher größte Datenleck publiziert. In Österreich waren die Wiener Wochenzeitung Falter und der ORF an den monatelangen Recherchen beteiligt. Nach den Enthüllungen hat die Regierung Panamas ihre Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesagt. Die Staatsanwaltschaft hat derweil Ermittlungen eingeleitet. Die panamaische Regierung verfolgt eine Nulltoleranzpolitik in allen Bereichen des Rechts- und Finanzwesens, wo nicht mit einem höchsten Maß an Transparenz gearbeitet wird, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung des panamaischen Präsidialamts. Biggest leak in the history of data journalism just went live, and its about corruption. https://t.co/dYNjD6eIeZ pic.twitter.com/638aIu8oSU Die Daten stammen aus der Kanzlei Mossack Fonseca, einem der weltweit größten Anbieter von Briefkastenfirmen mit Sitz in Panama. Die Dateien bergen brisante Enthüllungen über die Offshore-Deals internationaler Politiker, heimischer Banken und Oligarchen in Steuerparadiesen, heißt es in einer Aussendung des Falter. Von der heimischen Finanzmarktaufsicht (FMA) hieß es am Montag, sie prüfe die Raiffeisenbank International (RBI), sowie die Hypo Vorarlberg.: Wir werden bei jeder dieser Banken eine anlassbezogene Vorortprüfung durchführen um zu überprüfen, ob in diesen genannten Fällen die Organisationspflicht zur Prävention von Geldwäsche eingehalten wurde, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik. Die Hypo Vorarlberg hat unterdessen erneut beteuert, nur legale Offshore-Geschäfte zu betreiben. In jedem einzelnen Fall sei der wirtschaftlich Berechtigte bekannt, betonte Hypo-Vorstandschef Michael Grahammer. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) als Eigentümervertreter unterstrich, dass sich die Bank ganz aus dem Offshore-Bereich zurückziehen werde. In den Unterlagen tauchen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung die Namen von Milliardären, Politikern, Sportlern, Waffenhändlern, Spionen und Betrügern auf. Unter anderem hätten Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko Briefkastenfirmen einrichten lassen. Die heißeste Spur, die den Panama Papers zu entnehmen ist, dürfte die zu einem Zirkel um Putin sein. Das schließt insbesondere die Süddeutsche aus den vielen Geschäftsverbindungen von Sergej Roldugin zu Offshore-Firmen in Panama. Roldugin ist Cellist, bedeutender dürfte sein Draht zum russischen Präsidenten sein: Er ist Patenonkel von Putins Tochter Maria. Über Roldugins Panama-Netzwerk sollen Geschäfte mit Aktienoptionen, lautend auf einige der wichtigsten russischen Konzerne, gelaufen sein. Millionen aus dem großen Vermögen seien nicht nur an Putins Zirkel geflossen, auch die Familie des Kreml-Chefs habe offenbar profitiert. So sei die Immobilie, in der 2013 die pompöse Hochzeit von Putins zweiter Tochter Katarina stattfand, mit Teilen der Offshore-Gelder finanziert worden. Das Netzwerk: Putin und seine engsten Zirkel – eine interaktive Grafik: https://t.co/LCLYXpssCu #panamapapers pic.twitter.com/K07LC7WAnw Auch weitere Vertraute Putins werden als Beteiligte des Netzwerkes genannt, insbesondere der Milliardär Gennadi Timtschenko, der im Rohstoffgeschäft groß wurde. Er finanziert auch den Judoklub Jawara-Newa, dessen Ehrenpräsident Putin sei, schreibt die Süddeutsche. Andere Briefkästen stünden in Verbindung mit früheren KGB-Kollegen des Präsidenten, zur Ehefrau seines Pressesprechers, zu einem Cousin und zu weiteren Oligarchen, zu denen Putin enge Verbindungen habe. Insgesamt leiteten enge Vertraute Putins den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren unter konspirativen Umständen offenbar mehr als zwei Milliarden Dollar (1,75 Milliarden Euro) durch Briefkastenfirmen aus Russland heraus. Putin habe Anfragen der Zeitung unbeantwortet gelassen, heißt es, aber schon vergangene Woche russischen Journalisten vorweg eine Antwort gegeben. Er bereitete sie auf eine Informationsattacke vor, gegen die man sich rechtliche Schritte vorbehalte. Auch der isländische Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson soll bis Ende 2009 zusammen mit seiner heutigen Ehefrau eine Briefkastenfirma besessen haben, in der unter anderem Anleihen wichtiger isländischer Banken deponiert waren. Ein Video zeigt, wie Gunnlaugsson Fragen nach persönlichen Offshore-Geschäften ausweicht. Die isländische Opposition fordert unterdessen den Rücktritt des Ministerpräsidenten. Mehr als 16.000 Isländer haben bereits eine Petition unterzeichnet, die den Rücktritt von Gunnlaugsson fordert. Die Opposition will diese Woche ein Misstrauensvotum im Parlament abhalten. Laut Rundfunk sollte am Montag zudem der Verfassungsausschuss des Parlaments in dieser Frage zu Beratungen zusammenkommen. Auch international sanktionierte Geschäftsleute wie ein Cousin des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und Monarchen wie der König von Saudi-Arabien haben den Unterlagen zufolge Offshore-Firmen genutzt. Neue Vorwürfe gibt es durch das Datenleck laut Süddeutscher auch gegen den argentinischen Fußballstar Lionel Messi und gegen Juan Pedro Damiani, Mitglied der Ethikkommission des Weltfußballverbands Fifa. Das ukrainische Antikorruptionsbüro wird aufgrund der Panama Papers nicht gegen Präsident Petro Poroschenko ermitteln. Gemäß den geltenden Gesetzen gehört der Präsident nicht zur Liste der Funktionsträger, gegen die das Büro Ermittlungen aufnehmen kann, erklärte die Behörde. Eine Grafik von ICIJ zeigt, welche Personen aus dem politischen Umfeld in den Panama Papers vorkommen: Die Informationen über die Offshore-Geschäfte wurden der Süddeutschen laut eigenen Angaben von einer anonymen Quelle zugespielt. Der Zeitung zufolge handelt es sich um 2,6 Terabyte an Daten, das sind 11,5 Millionen Dokumente zu insgesamt 214.000 Briefkastenfirmen. Es sei das größte Datenleck, das es je gab. #panamapapers ist das bislang größte Datenleck: 2,6 Terabyte, 11,5 Millionen Dokumente https://t.co/Jhfpz3rWZO pic.twitter.com/UAgAT0BIUE An der Auswertung der Dokumente beteiligten sich etwa 400 Journalisten aus fast 80 Ländern. In Deutschland waren an der Recherche auch NDR und WDR beteiligt. Das Leck umfasst E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 214.000 Gesellschaften vor allem in Panama und auf den Britischen Jungferninseln. Die Briefkastenfirmen wurden von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründet. Diese erklärte auf Anfrage, man arbeite seit 40 Jahren ohne jede Beanstandung. Nie sind wir einer Straftat beschuldigt oder angeklagt worden. Auch österreichische Firmen und Banken seien – wie erwähnt – in den Datensätzen immer wieder zu finden, schreibt der Falter. Wien sei als Hotspot aufklärungswürdiger Geschäfte aufgefallen, gerade Banken sollen demnach in Erklärungsnotstand geraten. In den Daten würden auch Deals erwähnt, die über die RBI und die Hypo Vorarlberg abgewickelt wurden, berichteten ORF und Falter. Beide Banken betonen, sich an die Gesetze gehalten zu haben. In den Daten sollen mehr als ein Dutzend Offshore-Gesellschaften im Zusammenhang mit den beiden heimischen Banken gefunden worden sein. So soll Raiffeisen dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko bei Geschäften zwischen Briefkastengesellschaften in der Karibik und seinen eigenen Unternehmen geholfen haben. Die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank taucht demnach bei 20 Offshore-Gesellschaften auf. Die Banken verweisen darauf, dass Offshore-Geschäfte nicht verboten seien. In beiden Fällen stellt sich die Frage, ob die Banken gegen die gesetzliche Sorgfaltspflicht verstoßen haben. Die RBI betonte am Sonntagabend auf APA-Nachfrage die besondere Sorgfaltspflicht, die bei Offshore-Geschäften gelte und eingehalten werde. Man erfülle die gesetzlichen Verpflichtungen zur Geldwäschereiprävention vollumfänglich, wurde eine Sprecherin in Falter und ORF zitiert. Die Bank sei verpflichtet, die Identität des wirtschaftlichen Eigentümers eines Kunden festzustellen. Die Bank verweist darauf, kein Organ der Exekutive zu sein, eine gänzliche Durchleuchtung von Kunden und Transaktionen sei nicht möglich. Auch die Hypo Vorarlberg dementierte den Vorwurf, die Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Die Bank verfolge in ihrer Geschäftspolitik eine rigorose Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Das betreffe natürlich auch alle Regelungen zur Verhinderung von Geldwäscherei. Generell gilt: Der Besitz einer solchen Offshore-Firma ist für sich nicht illegal, schreibt die Süddeutsche, die bei dieser Enthüllung federführend ist. Aber wer sich in den Panamapapers umsieht, stellt sehr schnell fest, dass es in der überwältigen Zahl der Fälle vor allem um eines geht: zu verschleiern, wem die Firma in Wahrheit gehört. Die Daten belegten, wie die globale Offshore-Industrie im Verbund mit großen Banken, Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern in aller Verschwiegenheit die Besitztümer von Politikern, Funktionären, Drogenschmugglern, aber auch von Milliardären, Prominenten und Sportstars verwalte. Igor Angelini, Chef der Finanzermittlungseinheit von Europol, erklärt dem Bericht zufolge, dass Briefkastenfirmen auch eine wichtige Rolle bei Geldwäsche-Aktivitäten im großen Maßstab spielen. Gleiches gelte für Korruption: Offshore-Firmen würden besonders genutzt, um die Bestechungsgelder weiterzuleiten. Die Süddeutsche und das ICIJ haben die Kanzlei Mossack Fonseca laut eigenen Angaben mehrfach um Reaktionen zu den Dokumenten gebeten. Die Kanzlei antwortete demnach mit zwei allgemeinen Stellungnahmen. Darin verteidigt sie ihre Tätigkeit: Seit 40 Jahren arbeitet Mossack Fonseca in unserem Heimatstaat sowie in anderen Rechtsordnungen ohne jede Beanstandung. Nie sind wir einer Straftat beschuldigt oder angeklagt worden. Sie schränkt jedoch ein, dass die Möglichkeiten, die betreuten Gesellschaften zu überwachen, aus rechtlichen und praktischen Gründen begrenzt sei. In die laufenden Geschäfte der Mandanten sei man nicht eingebunden. Abschließend heißt es in der Stellungnahme: Die Art und Weise, wie Sie Ihre Fakten präsentieren, lässt darauf schließen, dass Sie unbefugten Zugang zu vertraulichen Dokumenten und Informationen unseres Unternehmens gehabt haben, die Sie sodann aus dem Kontext gerissen präsentieren und interpretieren. Wir dürfen davon ausgehen, dass Sie wissen, dass die Verwendung von rechtswidrig erlangten Informationen/Dokumenten eine Straftat darstellt, und werden nicht zögern, deswegen straf- und zivilrechtlich vorzugehen. In dem Fernsehsender TVN sagte Kanzleianwalt Ramon Fonseca Mora am Sonntag, sein Unternehmen helfe nicht bei Geldwäsche oder Steuerhinterziehung. Mossack Fonseca gründe lediglich Firmen und verkaufe sie dann an Banken, Vermögensverwalter und Anwälte. Eine Geschäftsbeziehung zu den Endkunden bestehe nicht. Fonseca Mora räumte ein, dass die veröffentlichten Dokumente zum Teil aus seiner Kanzlei stammen. Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen. Mehrere Länder haben im Zuge der Enthüllungen erste Schritte eingeleitet. Die australische Steuerbehörde teilte am Montag mit, wegen möglicher Steuerflucht 800 vermögende Kunden einer Kanzlei, die die Firmen gegründet haben soll, zu überprüfen. Dabei gehe es auch um Verbindungen zu einem Dienstleister mit Sitz in Hongkong. In Neuseeland prüften die Behörden, ob auch Bürger ihres Landes in die Vorgänge verwickelt sind. In Norwegen forderte Industrieministerin Monica Maeland die DNB-Bank zu einer schriftlichen Erklärung über ihre Rolle in der Affäre auf. Die Bank hatte eingeräumt, zwischen 2006 und 2010 etwa 40 Kunden dabei geholfen zu haben, Offshore-Firmen auf den Seychellen zu gründen. +Nicht-Wissenschaft;Die Verhandlungen wurden nach dem Abbruch durch die Familienministerin wieder aufgenommen. Wien – Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) haben die Gespräche über die Reform des Kinderbetreuungsgeldes wieder aufgenommen. Karmasin drängt die SPÖ nun zu Bewegung, sie erwartet Vorschläge für Kompromisse, stellte sie am Dienstag vor dem Ministerrat fest. Karmasin hatte die Verhandlungen vor ein paar Wochen für beendet erklärt, da mit dem Koalitionspartner zunächst kein Ergebnis erzielt werden konnte. Nach Aufforderung der Regierungsspitzen kehrten die Ministerinnen wieder an den Verhandlungstisch zurück. Die Familienministerin hielt am Dienstag fest, dass sie offen, konstruktiv und ehrlich in die Verhandlungen gehe. Es müsse aber Bewegung bei der SPÖ geben, betonte sie. Aus dem Frauenressort hieß es dazu lediglich, man sei in Verhandlungen. Termine für die Gespräche wurden ebenso wie inhaltliche Details zuletzt nicht kommuniziert. +Nicht-Wissenschaft;Das neue Früh-Format wird wochentags zwischen 6 und 9 Uhr ausgestrahlt. Wien – In Obertauern in Salzburg startet der ORF am 29. März sein Frühstücksfernsehen Guten Morgen Österreich (GMÖ). Das neue Früh-Format wird wochentags zwischen 6 und 9 Uhr ausgestrahlt. Eva Pölzl und Lukas Schweighofer führen wie berichtet als Hauptmoderatoren gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen aus den Landesstudios durch die Sendung. Am 18. Februar präsentiert der ORF das mobile GMÖ-Studio, das künftig von einem Truck durch die Lande gezogen wird. Neben Sendung und Studio werden dabei auch alle Moderatoren, Sendungsexperten und das ZiB-Team der Frühschiene vorstellt. Pölzl und Schweighofer führen in Guten Morgen Österreich mit wöchentlich wechselnden Moderatoren und Moderatorinnen aus den jeweiligen Landesstudios durch die Sendung und melden sich jeden Tag aus einem anderen Ort der jeweils angepeilten Region. Pölzl übernimmt dabei die Moderationen aus Vorarlberg, Steiermark, Kärnten, Burgenland und Wien, Schweighofer jene aus Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich. Zum Auftakt in Obertauern treten beide Hauptmoderatoren auf. Als Sendungsexperten wurden zuletzt Armin Assinger für Fitness und Training, Ex-Miss Austria Christine Reiler für medizinische Fragen, Karl Ploberger für Garten-Themen sowie Krone-Tier-Fachfrau Maggie Entenfellner kolportiert. Neue Gesichter dürfte es bei den Moderatoren bzw. Moderatorinnen der in Guten Morgen Österreich integrierten ZiB-Sendungen geben. Die Zeit im Bild-Redakteurinnen Rosa Lyon und Gaby Konrad sollen diese präsentieren. Das Grundkonzept von Guten Morgen Österreich: Zur vollen und halben Stunde gibt es Zeit im Bild-Sendungen, um viertel nach und viertel vor jeweils Wetter- und Verkehrsinfos, dazwischen aktuelle Tagesthemen, Beiträge aus der jeweiligen Region, Studiogäste und verschiedene Serviceelemente. Mit dem Format will der ORF die Marktführerschaft in der Morgen-Zeitzone zurückholen, wie Generaldirektor Alexander Wrabetz wiederholt betonte. Der ORF schließe damit seine letzte strategische Programmlücke, so Wrabetz. +Nicht-Wissenschaft;Das ÖFB-Team gewinnt eine zähe Partie nach zweimaligem Rückstand 3:2 in Montenegro – Achter Sieg für Koller-Team en suite. Es war ein Selbsttest. Es galt, am Freitagabend in Podgorica folgende Frage zu beantworten: Wie spielen wir eigentlich Fußball, wenn überhaupt kein Druck vorhanden ist? Als Gruppensieger und EM-Teilnehmer ist man sorgenfrei, wobei Teamchef Marcel Koller felsenfest davon überzeugt war (und ist), dass sich der Schlendrian eine andere Adressen suchen muss. Zu gefestigt, zu gut, zu willensstark, zu hungrig auf weitere Erfolge ist der Weltranglistenelfte. Außerdem: Das ist kein Testspiel, es ist EM-Qualifikation. Wir haben Verantwortung den anderen Ländern gegenüber. Montenegro war nur für sich selbst verantwortlich. Die Stimmung im nicht ganz ausverkauften, dafür aber baufälligen Gradski-Stadion war absolut im Rahmen, einige der österreichischen Spieler hatten ja einen Hexenkessel befürchtet. Koller nominierte genau jene elf Männer, die Schweden in Solna mit 4:1 deklassiert hatten. Der Schweizer hat Kontinuität und Konsequenz vermutlich mit der Muttermilch aufgesogen. Die Gastgeber begannen engagiert, sie haben technisch versierte Kicker in ihren Reihen. Die Österreicher strotzten nicht gerade vor Ideen, die Montenegriner durchschauten das, setzten Konter. 32. Minute: Feiner Pass von Nikola Vukcevic auf Mirko Vucinic, Aleksandar Dragovic attackiert halbherzig, Vucinic trifft nach Oberarmeinsatz zum 1:0. Referee Daniele Orsato aus Italien vetraute seinen regungslosen Assistenten, Österreich lag in der neunten Partie der Quali erstmals in Rückstand. 35. Minute: Robert Almer verhindert per Reflex den Ausbau der Premiere. Fazit erste Halbzeit: Selbsttest verpatzt. Nach Seitenwechsel wehte plötzlich ein neuer Wind. 54. Minute: Schöne Kombination, Kapitän Christan Fuchs bedient David Alaba – drüber. 55. Minute: Ausgleich. Martin Harnik zu Marc Janko, der erzielt aus kurzer Distanz sein 23. Länderspieltor (49 Einsätze) und holt in der ewigen Schützenliste Walter Schachner ein. Der Selbsttest nahm Konturen an. 60. Minute: Fulminanter Weitschuss von Marko Arnautovic, Goalie Vukasin Poleksic pariert spektakulär. Aber dann übernahm Orsato das Kommando. Er verweigerte einem regulären, herrlichen Treffer nach Weitschuss von Zlatko Junuzovic die Anerkennung, weil ein Montenegriner den anderen im Strafraum niedergestoßen hatte (66.). Auf der Gegenseite gab es Tor, obwohl Vucinic beim Weitschuss von Fatos Beciraj in Abseitsposition Almer klar behindert hatte (68.). Wem nicht geholfen wird, der muss sich selber helfen. Marko Arnautovic machte im Strafraum Meter und zog zur rechten Zeit und zum Ausgleich ab (81.) – neuntes Teamtor – 2:2. Coach Koller brachte auch Marcel Sabitzer, auf der Gegenseite nahm sich Vucinic durch ständiges Gemecker selbst aus dem Spiel (87./Gelb-Rot). Und Sabitzer fixierte Österreichs siebenten Auswärtssieg en suite (92.). Das ist ebenso ein Rekord wie der achte Pflichtspielsieg in Folge. Der Selbsttest wurde eindeutig bestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was für eine Mannschaft wir sind, sagte Arnautovic. Am Montag wird im ausverkauften Happel-Stadion ab 18 Uhr gegen Liechtenstein die Gruppe G ihrer Erledigung zugeführt. Das wird kein Selbsttest, sondern eine rauschende Abschlussfeier. (Christian Hackl aus Podgorica, 9.10.2015) EM-Qualifikation – Gruppe G/9. Runde: Montenegro – Österreich 2:3 (1:0)Podgorica, Gradski Stadion, 11.000, SR Orsato (ITA). Torfolge:1:0 (32.) Vucinic1:1 (55.) Janko2:1 (68.) Beciraj2:2 (81.) Arnautovic2:3 (92.) Sabitzer Montenegro: Poleksic – Rodic, Savic, Simic, Tomasevic (74. Balic) – Vukcevic, Boljevic (56. Zverotic) – Marusic, Mugosa (64. Mandic), Beciraj – Vucinic Österreich: Almer – Klein, Prödl, Dragovic, Fuchs – Baumgartlinger, Alaba (82. Jantscher) – Harnik, Junuzovic (82. Sabitzer), Arnautovic – Janko (82. Okotie) Gelbe Karte: Poleksic Rote Karte: Vucinic (87./Schiedsrichterkritik) +Nicht-Wissenschaft;Nach A1 und "3" hat nun auch T-Mobile seine Gebietsabfrage gestartet. Wo in Österreich die vierte Mobilfunkgeneration LTE verfügbar ist, können nun auch T-Mobile-Kunden seit kurzem online nachsehen. Der Anbieter hat seine LTE-Gebietsabfrage sowie die weiteren Ausbaupläne veröffentlicht. Bei A1 und 3 ist das schon länger möglich. Die T-Mobile-Karte zeigt in den noch nicht abgedeckten Gebieten, ob LTE voraussichtlich bis Jahresende oder in den nächsten acht Wochen verfügbar sein wird. Sofern es gar keine Auskunft gibt, kann man sich in eine Liste eintragen, um später Informationen zu erhalten. Bei A1 wird für die angegebene Adresse auf einer Straßenkarte zusätzlich angezeigt, welche Maximalgeschwindigkeit zur Verfügung steht. 3 gibt nur an, ob LTE verfügbar ist oder nicht. T-Mobiles LTE-Ausbau wird mit der Aktion Testen wie ich will begleitet, bei dem Kunden das Netz selbst mit einem Apple iPhone 6 oder Samsung Galaxy S6 vier Wochen kostenlos testen und weiße Flecken finden sollen. Alle drei Mobilfunker wollen ihren Netzausbau bis Jahresende abschließen. +Nicht-Wissenschaft;Drei Debütanten aus Österreich nehmen die 102. Tour de France in Angriff. Dem Vorarlberger Matthias Brändle ist schon beim Prolog am Samstag viel zuzutrauen. Utrecht/Wien – Nicht überall, wo Frankreich draufsteht, ist ausschließlich Frankreich drin. Die Tour de France etwa wurde 1954 erstmals im Ausland, in den Niederlanden, gestartet. Daran knüpft man heuer quasi an, die 102. Auflage der Rundfahrt beginnt am Samstag in Utrecht. Und sie beginnt, wie das Sitte ist, mit einem Zeitfahren. Weniger traditionell ist die Tatsache, dass dabei ein Österreicher mitmischen könnte. Matthias Brändle aus Hohenems strebt einen Top-Ten-Platz an. Der 25-Jährige gewann heuer den Prolog zur Belgien-Rundfahrt und belegte im Prolog zur Tour de Suisse Rang drei. Nach 5,1 Kilometern lag er vier Sekunden hinter dem Holländer Tom Dumoulin, zwei Sekunden hinter dem Schweizer Fabian Cancellara. Brändle hat sich, wenn man so will, gemausert. Im Vorjahr, in seiner zweiten Saison beim Schweizer IAM-Team, gewann er zwei Etappen der stark besetzten Großbritannien-Rundfahrt. Am 30. Oktober schaffte er als Stundenweltrekordler gar Historisches, nachdem der Weltverband (UCI) neue Auflagen zur Beschaffenheit des Zeitfahrrads beschlossen hatte. Brändle nützte ein kleines Zeitfenster und überbot den Deutschen Jens Voigt mit 51,852 Kilometern um 737 Meter. Mittlerweile wurde er selbst überboten, zuletzt vom Briten Bradley Wiggins, dessen 54,526 Kilometer länger Bestand haben könnten. So oder so hat dem Österreicher das geglückte Unterfangen viel Selbstvertrauen gegeben. Er wisse nun, dass ich etwas schaffen kann, wenn ich es mir wirklich vornehme. Was er sich für Samstag genau vornimmt, behält Brändle für sich. Ich will ins Ziel kommen und mich völlig verausgabt haben. Der Prolog ist mit 13,8 Kilometern länger als jener in der Schweiz, zudem kurvenreich. Ich mag das, sagt Brändle, schließlich sollte ein guter Radrennfahrer nicht nur permanent kurbeln, sondern auch zeitgerecht bremsen können. Und die Zuseher haben auch mehr davon, wenn nicht bloß alle paar Minuten einer vorbeiflitzt. Seit fünf, sechs Jahren, sagt Brändle, habe er sich sukzessive entwickelt. Diese Zeit braucht es, damit man einen gewissen Level erreicht. Zuletzt verlegte er sich immer mehr aufs Zeitfahren. Ich hab gemerkt, dass ich mich mit meiner Größe und meinem Gewicht spezialisieren muss. Er misst 1,89 Meter und wiegt 78 Kilogramm, damit kann er in den Bergen mit den sogenannten echten Gämsen nicht ganz mithalten. Im Kampf gegen die Uhr aber zählt er sich mittlerweile zu den Besten. Doch natürlich sei die Luft, sagt Brändle, nirgends so dünn wie bei der Tour. Um sich optimal vorzubereiten, dünne Luft in ganz anderem Sinn zu atmen und Kondition zu tanken, ist Brändle in die Höhe gegangen. Er zog, wie vor der Belgien-Rundfahrt und der Tour de Suisse, für eine Woche ins 2309 Meter hoch gelegene Hospiz auf dem Schweizer Berninapass. Da bleiben Auto- oder Motorradfahrer stehen, um etwas zu essen oder zu trinken – aber es gibt schon auch Zimmer. Nur für Zeitfahreinheiten begab sich Brändle nach Sankt Moritz, dafür war ihm der Pass dann doch zu steil. Auf die Meisterschaften am Wochenende hat Brändle bewusst verzichtet. Die Titel dort gingen just an Marco Haller (Straßenrennen) und Georg Preidler (Zeitfahren), die ebenfalls am Samstag am Tour-Start stehen. Sie sollen drei Wochen lang ihre sprintstarken Kapitäne unterstützen – Preidler hilft bei Giant-Alpecin dem Deutschen John Degenkolb, Haller bei Katjuscha dem Norweger Alexander Kristoff. Auch in Fluchtgruppen dürfte von den drei Österreichern am ehesten Brändle auftauchen – wobei die Luft nicht nur oben, sondern auch vorn dünner zu werden pflegt. (Fritz Neumann – 1.7. 2015) Die Österreicher bei der Tour de France (mit Gesamt-Platzierungen, Etappensiegen und Gelbem Trikot): Max Bulla: 1931 (Gesamt-15./3 Etappensiege und Gelbes Trikot), 1932 (19.), 1933 (a=ausgeschieden), 1936 (a) Karl Thallinger: 1933 (a), 1936 (a) Albert Oblinger: 1936 (a) Franz Dunder: 1936 (a) Alfred Kain: 1954 (a), 1955 (a) Kurt Schneider: 1954 (68.), 1955 (50.) Kurt Urbancic: 1954 (a) Adolf Christian: 1957 (Gesamt-Dritter, Etappen-3. Cannes), 1958 (28.), 1959 (41.) Richard Durlacher: 1959 (a) Wilfried Thaler: 1960 (a) Gerhard Schönbacher: 1979 (89./Letzter), 1980 (85./Letzter), 1981 (112.) Erich Jagsch: 1980 (a) Harald Maier: 1982 (78.), 1984 (a), 1992 (50.) Gerhard Zadrobilek: 1987 (14.), 1988 (21.), 1989 (60.) Helmut Wechselberger: 1989 (42.) Georg Totschnig: 1995 (37.), 1997 (34./Sieg in Teamwertung mit Telekom), 1998 (27.), 1999 (20.), 2003 (12.), 2004 (7./ Etappen-3. Plateau de Beille), 2005 (26./Etappensieg Ax-Trois Domaines), 2006 (47.) Peter Luttenberger: 1996 (5./Etappen-3. Les Arcs), 1997 (13.), 2000 (21./Etappensieg im Team-Zeitfahren mit Once), 2002 (a), 2003 (13./ Sieg in Teamwertung mit CSC) Gerhard Trampusch: 2002 (63.) Rene Haselbacher: 2003 (a), 2004 (a/jeweils nach Sturz) Gerrit Glomser: 2003 (64.), 2004 (a), 2005 (a/Etappen-4. Karlsruhe) Peter Wrolich: 2004 (113.), 2005 (146./Etappen-2. Tours), 2006 (135.), 2007 (133.), 2009 (a) Bernhard Eisel: 2004 (131.), 2005 (143./Etappen-3. Karlsruhe), 2006 (108.), 2007 (121./Etappen-6.), 2008 (144.), 2009 (150.), 2010 (156.), 2011 (161.), 2012 (146.), 2014 (126.) Bernhard Kohl: 2007 (31./Etappen-7.), 2008 als Gesamtdritter und Bergkönig wegen Doping disqualifiziert Thomas Rohregger: 2010 (74.) Markus Eibegger: 2010 (a) +Nicht-Wissenschaft;Unsicherheit durch Brexit. Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Wissenschaft;Den Volkshochschulen kommt mit der Erwachsenenbildung eine sehr wichtige Aufgabe zu. Ihr Kursprogramm strotzt aber geradezu vor esoterischem Schwachsinn. Astrologie hat heutzutage nichts mit Wahrsagerei zu tun, es ist die Lehre von der Zeitqualität. Das Horoskop ist der Plan, aus dem wir unsere persönlichen Anlagen, Begabungen, Lebensaufgaben, Lernthemen und Schwerpunkte erkennen können. Wollen Sie einen Blick in Ihr Horoskop riskieren und darauf, was das Leben noch für Sie bereithält? Wer diesen Blick riskieren wollte, konnte das im Dezember tun. Und zwar nicht auf irgendeiner Esoterikmesse oder in einem ähnlich unseriösen Umfeld, sondern in einer Vortragsreihe der Volkshochschule Zwettl in Niederösterreich. Drei Kurse über Moderne, psychologisch orientierte Astrologie konnte man sich dort anhören. Auch im Sommersemester bietet das VHS-Programm Bildung der besonderen Art: Krankheitsmuster aufspüren und deren Auflösung erleben und Energieausgleich im Meridiansystem aktivieren kann man sich im Kurs über Bioenergetische Regulationstechnik beibringen lassen. Dieselbe Referentin erklärt in einer anderen Veranstaltung, wie man (angeblich) den schulischen Erfolg von Kindern mit ätherischen Ölen steigern kann. Die Volkshochschule Zwettl mag nicht zu den wichtigsten und prominentesten Bildungseinrichtungen des Landes gehören. Aber sie verdeutlicht einen Trend, der langsam besorgniserregend wird. Der Verband Österreichischer Volkshochschulen schreibt auf seiner Website: Die Volkshochschulen verstehen sich als der Demokratie verpflichtete, weltanschaulich an die Menschenrechte gebundene, von politischen Parteien unabhängige Bildungseinrichtungen. Sie sind Erwachsenenbildungseinrichtungen, die Bildungsanlässe durch öffentliche Angebote organisierten Lernens setzen, Bildungsprozesse professionell in Gang bringen, unterstützen und begleiten. Niemand kann daran zweifeln, dass die Erwachsenenbildung eine wichtige Aufgabe ist. Die Welt verändert sich, und nur weil man irgendwann die Pflichtschulausbildung absolviert hat, heißt das nicht, dass es danach nichts Neues mehr zu lernen gibt. Einrichtungen wie die Volkshochschulen bieten hier die wunderbare Gelegenheit, lokal und für meistens vergleichsweise geringe Gebühren neues Wissen in den verschiedensten Gebieten zu erlangen. Ich selbst bin immer noch dankbar für meine grundlegenden Italienischkenntnisse, die ich vor langer Zeit in einem Sprachkurs für Kinder an der VHS Krems erworben habe. Die Sprachkurse machen weiterhin einen wichtigen und großen Teil des Kursprogramms der verschiedenen Volkshochschulen aus. Daneben gibt es viele andere Bereiche, in denen man sich weiterbilden kann. Ein genauer Blick in die Programme zeigt aber, dass sich dort auch jede Menge Esoterik, Aberglaube und Pseudowissenschaft finden. Die Zweigstelle Tamsweg der VHS Salzburg hat beispielsweise einen Kurs über Homöopathie im Programm (Die homöopathische Hausapotheke: Wie kann die Kraft von Arnica, Chamomilla und Co für die Gesundheit genutzt werden?), an der VHS Steiermark kann man sich über die Homöopathische Sommerapotheke und Homöopathie bei Erkältungskrankheiten informieren. Homöopathie für die Familie gibt es an der VHS Baden, die im Kursprogramm auch behauptet, dass es für jede Erkrankung die passende homöopathische Therapie gibt. Zwei Kurse in Homöopathie gibt es an der VHS Linz und vermutlich noch an vielen anderen Volkshochschulen des Landes. Die beliebte Pseudomedizin mit den Zuckerkugeln ist aber bei weitem nicht die einzige esoterische Disziplin im VHS-Programm. Ein TCM-Kochkurs an der VHS Klagenfurt verspricht: Wir entgiften die Leber und die Gallenblase. An der VHS St. Pölten bekommt man Feng Shui erklärt, und auch an der VHS Melk kann man Besser leben mit Feng Shui. Dort lässt sich außerdem noch Pendeln in Theorie & Praxis erlernen, denn: Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit zu pendeln, nur ist diese Gabe oft verschüttet und muss wiedererweckt werden. In diesem Seminar erlernen Sie, wie Sie in Ihrem Haus den geeigneten Schlafplatz finden (frei von Wasseradern und anderen Störzonen). Zahlenmystik hat hingegen die VHS Tirol im Programm, ebenso einen schamanistischen Diätkurs, um das Wunschgewicht zu erreichen. Ein wahres Kompetenzzentrum für Pendler, Wasseradersucher und Rutengeher scheint die VHS Oberösterreich zu sein. Ganze 41 Kurse finden sich dort derzeit zu diesem Thema. Neben der Ausbildung von Anfängern und Fortgeschrittenen gibt es dort auch Veranstaltungen zu speziellen Fragen wie der Wohnraum- und Schlafplatzentstörung, dem Arbeiten mit der Einhandrute/Tensor und dem Arbeiten mit der Grifflängenrute. Man muss heutzutage schon fast froh sein, wenn sich im Kursprogramm einer Volkshochschule nur die übliche, leicht esoterisch angehauchte fernöstliche Mischung aus Yoga, Meditation et al. findet. Astrologie, Wünschelruten, Homöopathie und derlei anderer Unsinn haben im Katalog einer seriösen Volksbildungseinrichtung aber definitiv nichts zu suchen. Wenn die Vertreter dieser Disziplinen mit entsprechenden Kursen Geld verdienen wollen, sollen sie das privat erledigen, aber nicht die Seriosität der Volkshochschulen für ihre Zwecke missbrauchen (denn natürlich wird der Status als VHS-Kursleiter von den Esoterikern für ihre Eigen-PR benutzt). Es ist zwar durchaus nachvollziehbar, dass viele Volkshochschulen angesichts eines geringen Budgets und mangelnden Publikums der Versuchung erliegen, ihr Programm mit (scheinbar) attraktiver Esoterik aufzupeppen. Nachvollziehbar – aber nicht verständlich und auf gar keinen Fall akzeptabel. Das sieht übrigens auch der Verband Österreichischer Volkshochschulen so. Dort gibt es eigene Richtlinien zum Umgang mit Esoterikangeboten, in denen aufgelistet wird, was alles nicht Teil des Angebots sein sollte. Unter anderem Spekulative Verfahren ohne Wirkungsnachweis, worunter eigentlich all die Kurse fallen, die ich weiter oben aufgezählt habe (und noch viele andere, für die hier kein Platz mehr war). In der Einleitung der VHS-Richtlinien wird erklärt: Volkshochschulen sind in erster Linie Bildungsvermittler. Sie sind innovativ mit einer hohen Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit neuen Ideen. Das erfordert eine aufmerksame Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung und einen verantwortlichen Umgang mit Bildungsangeboten. Eine besondere Herausforderung stellen Angebote in Grenzbereichen der Religion, Gesundheitsbildung, Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung dar, insbesondere im Zusammenhang mit Esoterik. Es scheint, als sei man dieser besonderen Herausforderung nicht ganz gewachsen ... Wissenschaft;Ausschreibungen werden von der FFG abgewickelt. Wien – Das Wissenschaftsministerium hat vier neue Förderinitiativen an der Schnittstelle Forschung-Wirtschaft gestartet. Mit insgesamt 29 Millionen Euro soll der Wissenstransfer in die Wirtschaft und die Innovationskraft der Unternehmen gestärkt werden, teilte das Ressort am Freitag mit. Schwerpunkte sind Produktionstechnologien, Energie-, Umwelt- und Biotechnologie sowie innovative Dienstleistungen. Mit 13,5 Mio. Euro sollen die Forschung vor allem an Fachhochschulen (FH) und gemeinsame Projekte mit Unternehmen gestärkt werden. 10,5 Mio. Euro stehen für neue Research Studios Austria zur Verfügung. Weitere 5,1 Mio. Euro gibt es für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen von Hochschulen und Unternehmen. Konkret sollen im Programm COIN Aufbau mittel- bis langfristige Projekte (maximale Einzelförderung 2 Mio. Euro) an kleineren Forschungsinstituten und FH mit 9 Mio. Euro gefördert werden, um damit Know-how aufzubauen und der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Im Programm COIN Netzwerke sollen kurz- bis mittelfristige gemeinsame Projekte (500.000 Euro maximale Einzelförderung) von Hochschulen und Forschungsinstituten vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 4,5 Mio. Euro gefördert und damit nachhaltige Netzwerke aufgebaut werden. Ein Schwerpunkt liegt hier im Dienstleistungsbereich. Mit dem Programm Forschungskompetenzen für die Wirtschaft soll aktuelles High Tech-Wissen in den Betrieben verankert werden, betonte Staatssekretär Harald Mahrer. 5,1 Mio. Euro gibt es für neue Weiterbildungsmaßnahmen (maximal 500.000 Euro pro Projekt) von Hochschulen und Unternehmen, die Hälfte davon ist für Vorhaben im Bereich Industrie 4.0 reserviert. Für die nächste Generation von Research Studios Austria stehen 10,5 Mio. Euro zur Verfügung. Diese meist an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen angedockten Einheiten sollen Ergebnisse aus der Forschung möglichst rasch in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umsetzen. Schwerpunkte sind Industrie 4.0, Energie-, Umwelt- und Biotechnologie. Die Ausschreibungen werden von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelt. Wissenschaft;Giulio Superti-Furga und Helga Nowotny hatten es vorgemacht. Wien – Genom Austria hat die Sequenzierung des Erbguts und dessen Analyse der ersten zehn freiwilligen Teilnehmer in Österreich abgeschlossen. Die vollständig sequenzierten Genome stehen ab sofort auf Genom Austria der Öffentlichkeit zur Verfügung – anonymisiert, nur mit Angabe von Alter und Geschlecht. Es handelt sich um das erste persönliche Genomprojekt auf dem europäischen Festland und wurde vor etwas mehr als einem Jahr vom CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien ins Leben gerufen. Nach den Genomen von Giulio Superti-Furga, dem wissenschaftlichen Direktor des CeMM und Projektverantwortlichen von Genom Austria, und Helga Nowotny, Mitglied im Steering Board, sind nun die ersten vollständig sequenzierten Genome von freiwilligen Teilnehmern auf Webseite des Projektes abrufbar. Zu dem Projekt gibt es auch Unterrichtsmaterialien für Schulen. Vorerst will man auf 20 Probanden kommen. An diesem Freitag (26. April) ist dieses Projekt bei der Langen Nacht der Forschung mit einem eigenen Stand und Vorträgen vertreten: Im AKH-Hörsaalzentrum der MedUni Wien. -Nicht-Wissenschaft;'Wegen offenkundiger Probleme in der Migrationspolitik verzeichnen die Rechten wachsende Erfolge. Sind die Schwedendemokraten (SD) bald Schwedens größte Partei? Die einwanderungskritischen Rechtspopulisten, die bei den Parlamentswahlen vor einem Jahr 12,9 Prozent der Stimmen erhielten, legen stetig zu. Mehrere Umfragen bescheinigen ihnen jetzt Werte zwischen knapp 18 und 20 Prozent. Nur noch sechs bis neun Prozentpunkte trennen sie von den regierenden Sozialdemokraten, deren einstige Kernwähler zur Konkurrenz überlaufen: In der Arbeiterschaft sind die SD inzwischen die Nummer eins. Unterdessen ist die Migrationspolitik zur wichtigsten Wählerfrage aufgestiegen, noch vor Dauerbrennern wie Gesundheitswesen und Schulpolitik. Ist der Vormarsch der Rechten noch zu stoppen – und wenn ja, wie? Dass die sozialdemokratische Parteispitze die offene Auseinandersetzung meide, werde die SD jedenfalls weiter begünstigen, urteilt Mats Knutson, Kommentator des schwedischen Fernsehens. Migrationsminister Morgan Johansson hatte vor einigen Tagen eine Fernsehdebatte mit einem führenden SD-Politiker abgesagt. Grund sei wohl politische Panik gewesen, fürchtet der Kolumnist der Tageszeitung Dagens Nyheter Johan Croneman: Es sei fraglich, ob man eine solche Debatte überhaupt gewinnen könne. In der Tat bietet die migrationspolitische Bilanz in dem Land, das 2014 im Verhältnis zur Einwohnerzahl EU-weit mit Abstand die meisten Asylbewerber aufnahm, zahlreiche Ansatzpunkte für Kritik. Der wohl schwerwiegendste ist das weitgehende Scheitern der Integration am Arbeitsmarkt. Mehr als sieben Jahre dauert es durchschnittlich von der Ankunft in Schweden bis zur Arbeitsaufnahme. Erschwerend wirkt dabei der akute Wohnungsmangel in den Großstädten; in Stockholm wartet man inzwischen durchschnittlich knapp zehn Jahre auf die Zuweisung einer Mietwohnung. Viele Migranten würden daher in der an Arbeitsplätzen armen Provinz geparkt, kritisierte unlängst der staatliche Rechnungshof. Für Unruhe sorgt auch die eskalierende Kriminalität in den überwiegend von Migranten bewohnten Großstadtvororten. So hält Malmö mit rund 30 Handgranaten- und Sprengstoffanschlägen seit Jahresbeginn einen traurigen skandinavischen Rekord. Unterdessen schreitet die religiöse Radikalisierung in den einschlägigen Milieus fort. Laut Angaben des Staatsschutzes vom Jahresbeginn haben sich bis zu 300 schwedische Staatsbürger im Ausland der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen. Gemessen an der Einwohnerzahl belegt Schweden damit europaweit einen der Spitzenplätze. Das Artikulieren von Ängsten angesichts dieser Entwicklungen galt in der öffentlichen Debatte der letzten Jahre nur begrenzt als opportun, was den SD bei der Imagepflege als einzige wahre Opposition entgegenkam. Angesichts der Klagen überforderter Kommunen und der wachsenden Landnahme durch die Schwedendemokraten setzt sich die rot-grüne Regierung jetzt für eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen in der EU wie auch innerhalb Schwedens ein; so erwägt man, unwillige Kommunen künftig zur Aufnahme zu zwingen. Die bürgerlichen Parteien wiederum plädieren für restriktivere Asylregeln, unter anderem zum Beispiel für die Vergabe von zeitlich begrenzten Aufenthaltsgenehmigungen. Der Kampf um das Vertrauen der Wähler in Sachen Migrationspolitik dürfte derzeit die wichtigste – und schwerste – Aufgabe der etablierten Parteien sein.' +Nicht-Wissenschaft;Scheich Ahmed al-Asir hatte sich Gesichtsoperation unterzogen. Beirut – Ein bekannter untergetauchter Islamist ist auf dem Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut festgenommen worden. Der Salafistenführer Scheich Ahmed al-Asir sei am Samstag bei dem Versuch, mit einem gefälschten Ausweis über Ägypten nach Katar auszureisen, von Behörden festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden im Libanon erklärte, der Sunnit Al-Asir habe sich zuvor einer Gesichtsoperation unterzogen. Der Kritiker der schiitischen Hisbollah-Miliz und Unterstützer des Widerstandes gegen Machthaber Bashar al-Assad im benachbarten Syrien ist seit Juni 2013 auf der Flucht. Damals hatte die libanesische Armee seine Basis südlich von Beirut gestürmt, bei den Kämpfen starben unter anderem 18 Soldaten. 2014 wurde Al-Asir von einem Militärgericht wegen der Gründung einer bewaffneten Gruppe, die Armeeangehörige getötet hat, sowie wegen der Aufhetzung von Sunniten und Schiiten verurteilt – der Richter empfahl die Todesstrafe. Wissenschaft;Österreichische Archäologinnen untersuchen erstmals die damalige Rollenverteilung und soziale Bedeutung der Mutterschaft. Wien – Die Bilder wirken geradezu idyllisch: adrette Hütten am Rande eines Waldes, Felder und Wiesen. Männer pflügen oder bringen gerade Jagdbeute heim, während die Frauen am Feuer sitzen, Getreide mahlen und weben. Neben ihnen spielen die Kinder. Solche Vorstellungen prähistorischen Lebens haben sich über Generationen in den Köpfen festgesetzt, eingeprägt durch Buchillustrationen, Museen und Filme. Bei unseren Vorfahren herrschten eben noch klare Verhältnisse – glaubt man. Konservative Stimmen berufen sich gerne auf diese angeblich natürliche Rollenverteilung. Frauen gleich fürsorgliche Mütter, Männer als Ernährer. Doch war es wirklich so? Die frühen Bewohner Mitteleuropas hinterließen keine Schriftstücke, die ersten sie betreffenden Zeugnisse wurden von Griechen und Römern niedergeschrieben. Und die interessierten sich nicht unbedingt für die Details der Sozialstruktur von keltischen oder germanischen Stämmen. Die einzigen möglichen Hinweise müssen somit in der Erde gesucht werden. Arbeit für Archäologen. Es mag wie eine unmögliche Aufgabe anmuten, das Sozialgefüge von Gemeinschaften, die lange vor Christi Geburt lebten, anhand von Gräbern und Siedlungsresten zu enträtseln. Katharina Rebay-Salisbury macht genau das. Die am Institut für Orientalische und Europäische Archäologie (Orea) in Wien tätige Forscherin hat dabei vor allem den Stellenwert der Mutterschaft im Blick. Hatten Frauen mit Kindern einen anderen gesellschaftlichen Rang als Kinderlose, und gab es alternative Lebensentwürfe? Seit gut einem Jahr geht Rebay-Salisbury diesen Fragen zusammen mit ihrer Kollegin Doris Pany-Kucera im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekts nach. Das weltweit bisher einzigartige Unterfangen erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Ohne naturwissenschaftliche Unterstützung käme das Orea-Team nicht weit. Der Status einer Beerdigten lässt sich mitunter an Grabbau und -beigaben ablesen. Kostbarer Schmuck ist der wohl gängigste Beleg. In Österreich gibt es diesbezüglich einige schöne Beispiele aus der Bronzezeit, darunter die letzten Ruhestätten der reichen Frauen von Franzhausen in Niederösterreich. Nicht selten jedoch haben die Archäologen das Nachsehen. Diese Grabfelder sind sehr oft von Beraubungen betroffen, berichtet Rebay-Salisbury. Man findet regelmäßig grüne Verfärbungen an den Knochen – ein Hinweis auf verschwundenen Bronzeschmuck. Manchmal kam es offenbar zu gewollten Unterbrechungen der Totenruhe nach relativ kurzer Zeit. Skelettteile wurden herausgenommen und in anderen Gräbern erneut bestattet. Das, meint Rebay-Salisbury, deutet vermutlich auf Beziehungen zwischen den Verstorbenen hin. Wir haben zahlreiche Bestattungen, bei denen Frauen mit Kindern begraben wurden, sagt die Archäologin. Manchmal geschah dies auch bei Männern. Das muss aber nicht heißen, dass sie die Eltern waren. Mittels Erbgutvergleichen können Blutsverwandtschaften inzwischen auch nach tausenden Jahren noch nachvollzogen werden. Die Orea-Forscher arbeiten dabei mit dem Gerichtsmediziner Walther Parson von der Medizinischen Universität Innsbruck zusammen, einem international anerkannten Experten für DNA-Analysen. Wie viele Schwangerschaften eine Frau im Lauf ihres Lebens gehabt hat, lässt sich eventuell durch genaue Untersuchung ihrer Zahnwurzeln ermitteln. Dort werden stetig mikroskopisch dünne Schichten Zement abgelagert, ähnlich den Jahresringen eines Baumes, wie die Forscher im American Journal of Physical Anthropology zeigen. Schwangerschaftsbedingte physiologische Veränderungen hinterlassen erkennbare – und zählbare – Abweichungen in der Ringstruktur. Ein weiterer Ansatz beruht auf dem Nachweis von Belastungsspuren an Beckenknochen. Diese Methode ist unter Fachleuten jedoch umstritten. In den Gräberfeldern fällt den Wissenschaftern noch etwas anderes auf: Oft fehlen Schwangere und Kleinkinder. Häufig finden wir die Babys in den Siedlungen, sagt Rebay-Salisbury. Im Ramsautal zum Beispiel wurden sie unter Türschwellen begraben. Vielleicht dachte man, die Kinder könnten so leichter wiedergeboren werden. Den Eltern half dieser Glauben womöglich, die Verlusterfahrung besser zu bewältigen. Verstorbene schwangere Frauen indes dürften früher bei Ausgrabungen oft nicht als solche erkannt worden sein. Fötenknochen sind mitunter winzig und leicht zu übersehen. Oder sie wurden mit Tierknochen verwechselt. Katharina Rebay-Salisbury weist jedoch noch auf eine andere mögliche Erklärung hin: Die Ungeborenen könnten den Toten entnommen worden sein. Diese Praxis war in mediterranen Kulturkreisen nicht unüblich und findet sogar im Talmud Erwähnung, erklärt die Forscherin. Interessante Einblicke in das Rollenverhältnis der Geschlechter sowie den Umgang mit Kindern bieten die eisenzeitlichen Funde von Hallstatt. Die dortigen Salzbergwerke waren schon lange vor Beginn unserer Zeitrechnung in Betrieb. Es arbeiteten nicht nur Männer unter Tage. Beim Untersuchen von Skeletten aus dem nahe gelegenen Gräberfeld stieß Pany-Kucera auf stark ausgeprägte Muskelansätze an den Knochen und typische Abnutzungserscheinungen der Gelenke – bei den weiblichen Bestatteten. Die Frauen haben eher die schwere Schlepparbeit gemacht, berichtet Rebay-Salisbury. So viel zur Vorstellung von der häuslichen Mutter, Hüterin von Herd und Kindern. Sogar Babys wurden mit ins Bergwerk gebracht, sagt Rebay-Salisbury. Und schon wenige Jahre nach der Stillzeit begann der Ernst des Lebens. Die sterblichen Überreste von Kindern auf dem besagten Friedhof zeigen ebenfalls schon Spuren von Schwerstarbeit, inklusive leichter Schädeltraumata. Offenbar mussten alle schuften, Mann und Frau, Jung und Alt. -Nicht-Wissenschaft;Nur eine Woche nach der Wahl präsentiert Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl heute, Montag, in Eisenstadt sein künftiges Regierungsteam. Fix ist FP-Landeschef Johann Tschürtz als Niessls Stellvertreter und Landesrat für Sicherheit. Aus der Bundespolitik ausscheiden wird SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Er wird Landesrat für Soziales und Gesundheit. Die Pressekonferenz im Livestream +Nicht-Wissenschaft;Kardiologe an Med-Uni zum zweiten Mal ausgezeichnet – Zwei hervorragende Absolventen an TU Graz. Graz/Linz – Drei Grazer Universitätsabsolventen haben am Montag im Beisein von Bundespräsident Heinz Fischer sub auspiciis praesidentis rei publicae ihre Doktoratsurkunde erhalten. Andreas Eitzlmayer und Carlo Alberto Boano kommen von der Technischen Universität Graz, ein weiterer von der Medizinischen Universität. Dort hat der 35-jährige Kardiologe Peter Rainer schon zum zweiten Mal sub auspiciis promoviert. Die spezielle Auszeichnung einer Promotion im Beisein des Bundespräsidenten gibt es für Absolventen österreichischer Universitäten nur dann, wenn die Oberstufe mit Vorzug und das Studium mit Auszeichnung absolviert und ein auszeichnungswürdiges Verhalten an der Hochschule als auch außerhalb derselben bescheinigt worden ist. Der gebürtige Salzburger Peter Rainer (geb. 1981) hat bereits im Jahr 2006 in der Humanmedizin sub auspiciis promoviert. In den vergangenen Jahren hat er an der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) hinsichtlich der molekularen Ursachen der kardialen Hypertrophie – der Verdickung des Herzmuskels und der daraus resultierenden Herzschwäche – geforscht. An der Med-Uni Graz erforscht der Assistenzprofessor die Umbauvorgänge, die bei Herzerkrankungen auftreten und letztlich zu Herzinsuffizienz führen, weiter. Speziell widmet er sich den Folgen des akuten Myokardinfarkts und des langwährenden Bluthochdrucks. Am Montag promovierte er im Fach Medizinische Wissenschaft. Ausschließlich Bestnoten haben auch der Verfahrenstechniker Andreas Eitzlmayr und der Telematiker Carlo Alberto Boano an der Technischen Universität Graz erbracht: In Stockholm und Turin hat Boano (geb. 1985 in Alba) studiert, bevor er an die TU Graz wechselte. In seiner Doktorarbeit am Institut für Technische Informatik analysierte er den störenden Einfluss der Umgebung auf die Leistung des Internet der Dinge. Mit Letzterem wird ein System aus miniaturisierten Computern, die drahtlos miteinander kommunizieren und als winzige Systeme in alle möglichen Gegenstände integriert sein können, bezeichnet. Boano hat die Wirksamkeit einer Methode bewiesen, mit deren Hilfe störende Umgebungseinflüsse vorhergesagt und kompensiert werden können. Seit dem Vorjahr ist er Assistenzprofessor am Institut für Technische Informatik in Graz. Andreas Eitzlmayr (geb. 1985 in Wels) hat eine Methode entscheidend weiterentwickelt, mit der die Simulation der Strömung und Vermischung in komplex geformten Mischapparaten wie zum Beispiel Extrudern ermöglicht wird. Die Erkenntnisse seien vor allem für pharmazeutische Prozesse relevant, hieß es dazu vonseiten der TU Graz. Nach mehreren Jahren beim Grazer Research Center Pharmaceutical Engineering (RCPE) hat es den Verfahrenstechniker nun in ein oberösterreichisches Unternehmen gezogen. Wissenschaft;Forschungsprojekt zu Unterschieden in der Diätologie zwischen Österreich und anderen Ländern. Wien – Ebola hin, Zikavirus her – Todesursache Nummer eins sind die nichtübertragbaren Krankheiten: Krebs, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes, und bei diesen spielt die Ernährung eine große Rolle. In der Diätologie, also der Wissenschaft von der Rolle der Ernährung in der Vorbeugung und Therapie von Krankheiten, haben sich allerdings in den verschiedenen Ländern durchaus unterschiedliche Zugänge entwickelt: Einem übergewichtigen Belgier könnten also andere Diäten empfohlen werden als einem Österreicher. Möglicherweise, schränkt Andrea Kolm von der Fachhochschule St. Pölten ein, ob das so ist, wissen wir nicht. Im Rahmen des großangelegten Projekts IMPECT (Improvement of Education and Competences in Dietetics), das von Kolm geleitet wird, werden nun Unterschiede der Diätologie in Österreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden erforscht. Das Erasmus-plus-Projekt der Europäischen Union mit einem Budget von 370.000 Euro startete im Herbst 2015, angelegt ist es auf drei Jahre. Derzeit wird in Diskussion mit den Partnerländern erhoben, wo mögliche Unterschiede liegen, sagt Diätologin Kolm. Die Diätologie ist als Wissenschaft an europäischen Hochschulen noch recht jung – in Österreich gibt es ein entsprechendes Bachelorstudium erst seit 2006, davor wurden die damaligen Diätassistenten an medizinisch-technischen Akademien ausgebildet. Lehrpläne und Ausbildung, aber auch Methoden unterscheiden sich noch von Land zu Land. Das mache den internationalen Austausch schwierig. Im Rahmen des Projekts werden daher nun zunächst die Prozessmodelle – also der jeweilige Ablauf von Anamnese, Therapie und Evaluation – verglichen, und es wird ein gemeinsames Modell entwickelt. Dabei leistet man quasi Vorarbeit, denn europaweit möchte der europäische Verband der Diätologen bis 2020 ein einheitliches Prozessmodell schaffen, sagt Kolm. Erste Diskussionen im Projektteam zeigen, dass eine solche Standardisierung keineswegs einfach ist. Doch wenn keiner weiß, was genau mit einem bestimmten Schritt gemeint ist, kann man sich über die Grenzen hinweg nur schwer über Therapie, Best-Practise-Beispiele und Forschungsergebnisse austauschen. In einem zweiten Schritt werden gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen aus Antwerpen, Fulda, Groningen und Neubrandenburg zehn virtuelle klinische Fallbeispiele zu häufigen Themenbereichen wie Diabetes, Darmkrebs, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt. Die Fälle werden von Studierenden erhoben, didaktisch weiterentwickelt, dann sehen wir uns an, wo es Unterschiede gibt, sagt Kolm. Beispielsweise wird also ein Patient mit eingeschränkter Glukosetoleranz (grenzwertiger Diabetes) vorgestellt, für den die Studierenden eine Ernährungstherapie ausarbeiten sollen. Anschließend wird gefragt: Wie wird therapiert, wenn sich danach Diabetes entwickelt, und wie, wenn es zusätzliche Komplikationen gibt, beispielsweise ein Nierenproblem oder Bluthochdruck? Das dient nicht nur dem Training der Studierenden, sondern macht auch länderspezifische Unterschiede sichtbar, die dann wiederum Themen für künftige Forschungen aufzeigen. An Forschungsthemen mangelt es der jungen Wissenschaft ohnehin nicht. Durch die Akademisierung der früheren Diätassistenz habe sich der wissenschaftliche Anspruch generell gewandelt, lobt Kolm, doch es gibt noch viel zu tun. Zudem seien in der Diätologie viele Ergebnisse leider nicht so handfest. In der Medizin erhält eine Gruppe ein Medikament, die andere das Placebo. Doch wir können unsere Untersuchungsteilnehmer natürlich nicht irgendwo drei Wochen lang festsetzen und bestimmen, was sie wann essen dürfen, sagt Kolm. Daher sei man zumeist auf Ernährungsprotokolle angewiesen, in denen aber, das zeigen Studien, gern das eine oder andere weggelassen werde. Aussagen zu Ursache und Wirkung – beispielsweise: Wer eine bestimmte Diät einsetzt, senkt damit Bluthochdruck – lassen sich daraus nicht ableiten. Wir können immer nur Zusammenhänge darstellen und versuchen dann, die Ursache zu definieren. Generell zeige sich in der Diätologie, dass es die Lösung nicht gibt, sondern viele Optionen. Einige dieser Optionen soll also nun IMPECD aufzeigen. Die Fallbeispiele und die dazugehörigen didaktischen Unterlagen, die an der Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen entwickelt werden, werden dabei auch in einen Onlinekurs eingearbeitet, der die länderspezifischen Unterschiede aufzeigen soll, damit die Studierenden ein Gefühl dafür bekommen, was in den anderen Ländern Usus ist, sagt Kolm. Der Onlinekurs in englischer Sprache wird in Summer-Schools von Studierenden der beteiligten Hochschulen getestet und weiterentwickelt. Technische und didaktische Unterstützung erhält das Projektteam auch vom Service- und Kompetenzzentrum für Innovatives Lehren und Lernen und dem Institut für Creative Media Technologies der FH St. Pölten. Mit Projektende soll der Kurs kostenlos zur Verfügung gestellt werden – für die Ausbildung der künftigen und die Weiterbildung der derzeitigen Diätologen. Wissenschaft;Wissenschafter haben Testpersonen eine Radioshow vorgespielt und danach einen 3-D-Atlas des menschlichen Gehirns erstellt. Das Wissen, dass das menschliche Gehirn zwei Zentren hat, die Sprache steuern, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Demnach ist ein Areal im hinteren Schläfenlappen für das Verständnis von Sprache und ein Bereich im Stirnlappen für die Sprachproduktion zuständig. Faserstränge verbinden die Areale. Diese Beschreibung ist in ihrer Ausschließlichkeit wahrscheinlich überholt. Wissenschafter der University of California in Berkeley ist es nämlich gelungen, einen 3-D-Bildatlas eines menschlichenGehirns zu erstellen und 10.000 Wörtern in jenen Regionen zu platzieren, die beim Hören derselben aktiv werden. Auf den ersten Blick gibt es nahezu kein Areal, das nicht aktiviert wird, tatsächlich sind es immerhin 130 – verteilt über das ganze Organ: Das Gehirn erscheint als engmaschiges semantisches Netzwerk. Die Arbeit erschien in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature. Das Sample der Untersuchung war freilich nicht groß: Die Wissenschafter spielten nur sieben Testpersonen jeweils zweistündige Mitschnitte der in den USA kultisch verehrten Moth Radio Hour vor, einer Art Poetry Slam, der seit den 1990er-Jahren läuft. Mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) konnten sie erkennen, welche Regionen wann beim Zuhören aktiviert wurden. Zwölf Begriffsgruppen Daraufhin erstellten sie aus den 10.000 Wörtern insgesamt zwölf Gruppen von Begriffen mit ähnlichen Bedeutungen – und erkannten, dass in den Gehirnen der Probanden bei verwandten Begriffen die gleichen Regionen aktiviert wurden. Der seitliche Scheitellappen wird bei Worten aus den Bereichen Gesellschaft, Familie, Freunde aktiviert, Nervenzellen in der Nähe der Sehrinde zeigen Aktivität, wenn es -wenig überraschend – um das Sehen ging. Die Testpersonen wuchsen alle in westlichen Industrieländern auf. Sie zeigten durchaus ähnliche Ergebnisse, was auf ähnliche Lebenserfahrungen beruhen kann, aber nicht muss. Die Wissenschafter wollen daher weitere Studien mit einer größeren Stichprobe durchführen, um mögliche Unterschiede in der für Bedeutungsgruppen zuständigen Gehirnregion – vielleicht auch aufgrund unterschiedlicher Sozialisation – aufzeigen zu können. Ein Blick in die innere Gedankenwelt mag futuristisch und ziemlich beängstigend klingen. Für die Neurowissenschaften ist es nur ein weiterer Mosaikstein, um die Arbeitsweise des Gehirns, zu der noch zahlreiche Fragen offen sind, besser zu verstehen. -Nicht-Wissenschaft;Das US-Duo zwischen Esoterik-Pop und Tischgrillabenden mit Laptop bietet bedrohlichen Ambient-Noise-Kitsch. Das US-amerikanische Ehepaar Faith Coloccia und Aaron Turner klingt in besonders schönen Momenten so, als ob es gemeinsam mit Elfenmutter Enya eine Paddelfahrt im Orinoco Flow unternommen hätte, bevor es sich während eines Glases Rotweins dem Durchhalte-Heuler Only Time widmet. Man hat schon Schlimmeres gehört. Kitsch soll ja nicht nur Menschen vorbehalten sein, die die Schönheit in der Norm und Pflichterfüllung suchen. Auch Lumpen kinder und zum Beispiel Aaron Turner benamste Menschen mit einer einschlägigen Vergangenheit in von esoterischem Wohlklang sehr weit entfernten, kräftig gegen enge Verhältnisse und kurze Sicht weisen ankämpfenden Irgendwas-mit-Metal-Bands wie Isis oder Old Man Gloom dürfen zwischendurch einmal die Füße hochlegen. Es klingt dann ohnehin nach doppeltem Boden. Der Laptop wird als Tischgriller verwendet, auf dem mit Insektengeräuschen gefüllte USB-Sticks gebraten werden. Zwischendurch erinnert eine verzerrte Gitarre an die samstägliche Feuerwehrsirenenprobe. Faith Coloccia tupft in das Piano. Pfeifende Feedbackschleifen und im Schritttempo abgespielte Streicher-Samples ergänzen den Gesang aus dem Wunderland so, dass einem vor dieser trügerischen Idylle sehr rasch angst und bange wird. Doch siehe: Verhalltes Lull und Lall vermögen es, die Spannung wieder im tiefen Einverständnis mit der Welt aufzulösen. Wer etwas mit den kanadischen Hippie-Hardcore-Pink-Floyds Godspeed You! Black Emperor anfangen kann: Leute, kauft. -Nicht-Wissenschaft;Medienbehörde lehnt Beschwerde ab: Kauf der TV-Rechte verstieß nicht gegen das ORF-Gesetz. Wien – Die vom ORF gezahlten Lizenzpreise für die Uefa Champions League waren nicht zu hoch. Die Medienbehörde KommAustria weist in einer aktuellen Entscheidung eine Beschwerde von Puls 4 ab. Der ORF habe nicht gegen das Gesetz verstoßen, teilt die KommAustria mit. Puls 4 hatte dem ORF Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. Der Gebührenfunk habe die Rechte für die Saisonen 2015/2016 bis 2017/2018 zu einem überhöhten, kaufmännisch nicht gerechtfertigten Preis gekauft. Nach derStandard.at-Infos dürften die Kosten des ORF bei etwa vier Millionen Euro pro Saison gelegen sein, jene von Puls 4 bei rund 2,5 Millionen Euro. Die KommAustria ermittelte durch eine vertrauliche Befragung, in welchem Rahmen aus dem österreichischen Markt Gebote für die Uefa-Rechte abgegeben wurden beziehungsweise zu welchem Preis der ORF den Zuschlag erhielt. Aufgrund dieser Information wurde ein Amtsgutachten erstellt, das nachweist, dass sich der ORF durch seine Beteiligung an der Versteigerung der Uefa-Rechte nicht wettbewerbsverzerrend verhalten hat. Die Methode: In einer Wirtschaftssimulation wurde der ORF zu einem Privatsender ohne Einnahmen aus Programmentgelt umgerechnet. Der Erwerb der Uefa Champions League-Rechte sei zu dem gezahlten Preis für den ORF auch ohne Einkünfte aus Programmentgelt leistbar und dementsprechend unter kaufmännischen Kriterien gerechtfertigt, begründet die Medienbehörde. Die Entscheidung der KommAustria ist noch nicht rechtskräftig. Der ORF begrüßte die Entscheidung in einer ersten Reaktion. Sie bestätigt, dass der ORF die Champions-League-Rechte völlig rechtmäßig und zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen erworben hat, betonte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Wir sind davon ausgegangen, dass das Ergebnis eines offenen und fairen Bieterverfahrens wie im Fall der Champions League nicht im Nachhinein korrigiert werden wird und sind froh, hier nun im Sinne unseres Publikums Rechtssicherheit zu haben, so der ORF-Chef. -Nicht-Wissenschaft;Sigmar Gabriel war ein SPD-Chef, der die Basis begeisterte. Doch nun wächst die Entfremdung, viele verstehen seine Volten nicht mehr. In dieser Woche war Sigmar Gabriel endlich am Ziel – wenn auch nur für 13 Minuten. So lange dauerte am Mittwoch die Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt, die der SPD-Chef als Vizekanzler leiten durfte. Denn Angela Merkel erholt sich gerade in Südtirol von den Strapazen des Regierens und von Stuhlproblemen in Bayreuth. Dort war, bei der Premiere von Tristan und Isolde, ihre Sitzgelegenheit zusammengekracht. Gabriel hingegen saß für eine knappe Viertelstunde in Berlin fest auf ihrem Platz. Das möge er doch genießen, wurde sogleich gelästert – denn als Kanzler wird der SPD-Chef diesen Sessel möglicherweise niemals einnehmen können. Nicht nur, weil die SPD in Umfragen nach wie vor über magere 25,5 Prozent nicht hinauskommt, während CDU und CSU sich über Werte jenseits der 40-Prozent-Marke freuen können. Auch innerhalb der SPD rumort es unüberhörbar, Unzufriedenheit mit Gabriel macht sich breit. Vor kurzem veröffentlichte Björn Uhde, SPD-Mitglied aus Schleswig-Holstein, via Facebook einen Kommentar, der in der SPD für viel Gesprächsstoff sorgt. Hallo Sigmar, ich habe ein Problem, schreibt Uhde und bezeichnet den SPD-Chef als Mister Zickzack. Viele Ortsvereinsvorsitzende kommen gar nicht mehr dazu, SPD-Politik zu erklären, klagt er und droht: Auch ich werde mich nicht für Wahlkampfstände hergeben, wo wir wegen deines Zickzackkurses zu Recht in Grund und Boden kritisiert werden. Tatsächlich war die Politik der SPD in letzter Zeit nicht immer ganz stringent, etwa bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung. Zuerst war Gabriel selbst dagegen, dann jedoch schwenkte er um und zwang Justizminister Heiko Maas (SPD), ein Gesetz vorzubereiten. Während andere SPD-Spitzenpolitiker deutlich machten, mit der Pegida-Bewegung nichts zu tun haben zu wollen, tauchte Gabriel überraschend und unabgesprochen bei einer Veranstaltung in Dresden auf, um mit Pegida-Anhängern zu sprechen. Nicht erklärbar war vielen auch sein Schwenk in der Griechenlandpolitik. Zunächst hatte Gabriel stets auch Solidarität mit Athen angemahnt. Doch als diese nach den Verhandlungen mit den Geldgebern beschlossen, ein Referendum abzuhalten, wurde sein Ton harscher. Man werde nicht die überzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen, so Gabriel. Nicht gut kam zudem seine Reise nach Teheran an. Nicht einmal eine Woche nach Abschluss des Atomabkommens fuhr Gabriel (in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister) bereits mit einer Wirtschaftsdelegation in den Iran, um dem Mullah-Regime seine Aufwartung zu machen. Tenor der Kritik: Gabriel habe sich viel zu schnell angebiedert. Dessen Konter: Er suche eben Kontakte statt Konflikte. Auch ein Strategiepapier Gabriels sorgt für heftige Debatten. Darin ist von innerer und äußerer Sicherheit die Rede, von einem patriotischen Selbstverständnis und davon, dass Steuern und Sozialabgaben nicht hoch, sondern fair sein müssten. Offensichtlich will Gabriel die SPD im Bundestagswahlkampf 2017 in der politischen Mitte positionieren. Juso-Chefin Johanna Ueckermann höhnt, da werde eher ein Bild der CDU light gezeichnet als eines der SPD. Und der linke SPD-Vize Ralf Stegner legte ein eigenes Zukunftspapier vor. In dem fordert er einen höheren Spitzensteuersatz, höhere Erbschaftssteuern und die Abschaffung des Ehegattensplittings. Der Frust der Genossen schlägt sich auch in Umfragen nieder. Laut einer Forsa-Umfrage für den Sternsind nur 50 Prozent der SPD-Mitglieder mit Gabriels Arbeit als SPD-Chef zufrieden. Bloß 35 Prozent der Befragten halten ihn für den besten Kanzlerkandidaten für die Wahl 2017. Was viele über die Kanzlerkandidatur der SPD 2017 denken, hat gerade Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) formuliert, indem er Merkel lobte: Sie macht das ganz ausgezeichnet – sie ist eine gute Kanzlerin. Und: Ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat für den SPD-Bewerber noch richtig ist oder nicht, das werden wir sehen. Immerhin gibt es einen Trost für Gabriel: Seinen Job macht ihm keiner streitig. Es zeigt auch niemand Ambitionen für die Kanzlerkandidatur 2017. Denn der Bedarf, sehenden Auges gegen die beliebte Merkel in eine Niederlage zu gehen, ist nicht sehr ausgeprägt. -Nicht-Wissenschaft;Österreich bleibt in der EM-Qualifikation für 2016 ungeschlagen, ja, feiert in und gegen Russland den sechsten Auswärtssieg en suite. Marc Janko macht mit einem Traum von einem Tor die Reise nach Frankreich beinahe zur Gewissheit. Moskau - Sie wollten unmittelbar vor dem Urlaub die allerletzten Kräfte mobilisieren, im abschließenden Saisonspiel einen Kampf bis zum Umfallen abliefern, den Russen zeigen, wer Tabellenführer der Gruppe G ist. Und die österreichische Fußballnationalmannschaft mobilisierte, zeigte. Umgefallen ist sie nicht. Teamchef Marcel Koller konnte, vom verletzten David Alaba abgesehen (wurde durch Stefan Ilsanker ersetzt), aus dem Vollen schöpfen. Martin Harnik ist fit geworden, also lief die Einsergarnitur ein. Der Boss hatte den Auftrag erteilt, hinten kompakt zu stehen, aber in erster Linie Fußball zu spielen. Und sie spielten von Anpfiff an. Russland kam gar nicht zum Schauen, fand keine Zeit, eine Ordnung zu finden. Die Gäste pressten, drückten, kombinierten. Sie waren geistig voll auf der Höhe und konzentriert, kombinierten sich durch die nicht ausverkaufte Otkrytije Arena. Die linke Seite mit Kapitän Christian Fuchs und Marko Arnautovic wirbelte in der Moskauer Schwüle, schon bald war klar, dass Zlatko Junuzovic der absolute Wahnsinn ist. Er schaltete seinen Motor ein, das gesamte Feld wurde sein Arbeitsplatz, der Bremen-Legionär war Passgeber, Antreiber, Schaltzentrale, Herz, Lunge, Hirn. Jankos Bewerbung In der vierten Minute wurde Russlands Torhüter Igor Akinfejew noch von einem eigenen Verteidiger geprüft, danach sorgten die Österreicher selbst für Gefahr. 7. Minute: Arnautovic misslingt der allerletzte Pass ganz knapp. Zehnte Minute: Outeinwurf von Fuchs in die Tiefe, Junuzovic, wer sonst, scheitert. Russland wirkte gehemmt, überrascht, perplex. Trainer Fabio Capello stand wie versteinert an der Seitenlinie. Nur eine gute Aktion hat er von den Seinen schon gesehen, Robert Almer parierte einen Schuss von Oleg Schatow (28.). Aus Capellos Sicht war das Gegentor allerdings nur eine Frage der Zeit, in der 33. Minute ist es gefallen. Junuzovic, von Harnik bedient, scheitert binnen Sekunden zweimal an Akinfejew, die Verteidigung bringt den Ball nicht aus dem Gefahrenbereich. Gefahr wird im österreichischen Spitzenfußball bekanntlich durch Marc Janko personifiziert. Der 31-Jährige hebt ab, legt sich quer, mit dem Rücken zum Tor. Es war der Beginn eines großartigen Fallrückziehers, der im 1:0 endete. Adjektive wie fulminant, famos, traumhaft für sein 21. Länderspieltor (46 Einsätze) sind schamlose Untertreibungen. Jubel. Das war eines der schöneren und wichtigeren Tore meine Karriere, ich hoffe, es war nicht das letzte, sollte Janko danach sagen. Der Mann sucht übrigens einen Verein. Russland im Schock, mit dieser Sanktion war nicht zu rechnen. 35. Minute: Junuzovic spielt Julian Baumgartlinger frei, der läuft ohne Verfolger gen Tor, schießt daneben. Das 2:0 wäre die Entscheidung gewesen. Es muss schon sehr blöd hergehen Nach der Pause änderte sich das Bild doch ein bisserl drastisch. Die Russen wollten nicht als Versager dastehen, legten zu. Almer war urplötzlich nicht mehr unterbeschäftigt, die Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger wurden mit einer Art Walze konfrontiert. Die Österreicher hatten Teilchen ihrer Aggressivität verloren. Der erschöpfte Harnik wurde durch Marcel Sabitzer ersetzt (65.), Torschütze Janko machte Platz für Rubin Okotie (75.). Der knappe Vorsprung wurde dank einer fast schon kitschigen Aufopferung über die Runden gebracht. Da haben die Jungs alles rausgehaut, sagte Coach Marcel Koller. Die Teilnahme an der EM-Endrunde 2016 in Frankreich ist kaum noch zu verhindern. ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach:_Wir haben den TGV Richtung Frankreich in Bewegung gesetzt. Russland, zuvor 21 Heimspiele en suite unbesiegt, wird eher zuschauen müssen. Nochmals Janko: Jetzt muss es schon sehr blöd hergehen, dass wir das aus der Hand geben. Österreichs Lustreise zum Wiedersehen mit Frankreich nach der WM-Teilnahme 1998 wird am 5. September in Wien gegen die Republik Moldau fortgesetzt, drei Tage später werden in Stockholm die Schweden beehrt. Aber jetzt ist Urlaub. Wohlverdient. (Christian Hackl aus Moskau, 14.6.2015) Fußball-EM-Qualifikation, Gruppe G/6. Runde: Russland - Österreich 0:1 (0:1). Moskau, Otkrytije Arena, 35.000, SR Milorad Mazic (SRB) Tor: 0:1 (33.) Janko Russland: Akinfejew - Smolnikow, Nowoselzew, Beresuzki (12. Tschernow), Kombarow (72. Kerschakow) - Gluschakow, Iwanow (46. Mirantschuk) - Schatow, Schirokow, Schirkow - Kokorin Österreich: Almer - Klein, Dragovic, Hinteregger, Fuchs - Baumgartlinger, Ilsanker - Harnik (65. Sabitzer), Junuzovic (87. Prödl), Arnautovic - Janko (76. Okotie) Gelbe Karten: Kokorin bzw. Klein +Nicht-Wissenschaft;"Zoomania" auf Platz drei. New York – Die Chefin hat den Superheldenfilm Batman v Superman: Dawn of Justice vom Thron der nordamerikanischen Kinocharts gestoßen. Die Komödie von Melissa McCarthy spielte zum Start an den Kinokassen in den USA und Kanada am Wochenende rund 23,48 Millionen Dollar (20,66 Mio. Euro) ein und setzte sich damit an die Spitze, wie der Hollywood Reporter am Sonntag berichtete. Batman und Superman spielten in ihrer dritten Woche noch rund 23,44 Millionen Dollar (20,63 Mio. Euro) ein und mussten sich knapp geschlagen geben. Auf dem dritten Platz landete der Animationsfilm Zoomania mit rund 14,4 Millionen Dollar. +Nicht-Wissenschaft;In keiner Publikation ist dieser Menschentyp so konzentriert vertreten wie in "Zur Zeit". Es gibt so viel Trauriges in der Welt. Etwa, um ein brennend aktuelles Beispiel zu nennen, die Gleichgültigkeit gegenüber unseren Ahnen. Noch schlimmer ist: Die germanische Mythologie ist dem Großteil der Bevölkerung unbekannt. Zwar dürfte auch die indische oder griechische Mythologie dem Großteil der Bevölkerung an woran auch immer vorbeigehen, aber nicht jeder ist entwurzelt, und sensible Menschen leiden. In keiner Publikation ist dieser Menschentyp so konzentriert vertreten wie in Zur Zeit, und dort erreicht sie den höchsten Konzentrationsgrad in Andreas Mölzer. Die Gleichgültigkeit gegenüber unseren Ahnen und der Verlust der eigenen Mythen charakterisieren uns als entwurzeltes Volk und entortete Gesellschaft. Kollektive Neurosen und individuelle Sinnentehrung sind die Folgen, klagte er aktuell. Über die Sinnentehrung des Individuums kann man bei gegebener Entortung der Gesellschaft lange nachsinnen, ohne viel klüger geworden zu sein, wenn man erraten hat, dass Mölzer vermutlich Sinnentleerung gemeint haben könnte. Eine gewisse Lässigkeit im Umgang mit seinen Grundbegriffen verrät auch sein Schwanken zwischen Ahnen- und Armenkult. Gewiss, der Armenkult, wie er bei den alten Völkern zelebriert wurde oder wie er von den Römern und bis heute in Japan in der Shinto-Religion existiert, ein solcher Ahnenkult mutet archaisch an. Da ist es kein Wunder in unseren politisch korrekten Tagen, da der Begriff der Rasse tabuisiert und strafrechtlich verfolgbar ist, da man die Existenz und Wirkmächtigkeit von Völkern und der durch sie konstituierten nationalen Gemeinschaften tunlichst leugnen will, in diesen Tagen können naturgemäßig die eigenen Ahnen auch nichts zählen. Oder die eigenen Armen? Egal. Wenn einmal der Begriff der Rasse tabuisiert und strafrechtlich verfolgbar ist, kann das nur zur Folge haben, dass für das heimische Durchschnittspublikum Gandalf der Graue realer als Odin und Thor und die Figuren von Games of Thrones realer als Friedrich Barbarossa und Kaiser Maximilian sind. Wo aber Gefahr ist, lässt Zur Zeit auch das Rettende ins Kraut schießen. Ungarn als leuchtendes Vorbild feiert Zur Zeit an anderer Stelle Ungarns Ministerpräsidenten. Er zeigt den anderen, wo es langgeht, und schon wird Ungarn nicht mehr von ungebetenen Gästen belästigt. Dass nun Ungarn nicht mehr vom wandernden Volk behelligt wird, straft diejenigen Lügen, die da gebetsmühlenartig den Satz wiederholten, Zäune könnten doch die Massen nie und nimmer bremsen. Sollen sich doch andere mit den ungebetenen Gästen vom wandernden Volk behelligen lassen. Bravourös gemeistert! Es gibt aber auch gute Nachrichten – aus Österreich. Wie das neue Führungsteam um Sebastian Kurz die PolAK verändern will, versprach Donnerstag Die Presse zu enthüllen. Es ging dabei um die gute alte ÖVP-Akademie. Man wolle, sagte der neue Vorsitzende, Sebastian Kurz, vorab der Presse, die es schon gar nicht mehr erwarten konnte, die PolAk zu einem Ort machen, an dem Politik anders gedacht werde, damit sie dann anders gemacht werden könne. Mit allem war zu rechnen, wenn das politische Genie eines Sebastian Kurz explodiert, aber das überraschte sogar den abgefeimtesten politischen Beobachter. Konkret sollen an der Akademie - wer hätte das gedacht? – grundsatzpolitische Positionen vorbereitet, also vorgedacht werden. Das erste Debattenthema wird Eigenverantwortung versus Staatsverantwortung sein. Darauf ist in der ÖVP noch nie jemand verfallen. Eindringlicher hätte man gar nicht demonstrieren können, wie Politik anders gedacht werde, damit sie dann anders gemacht werden könne. Daneben soll die PolAk helfen, Fakten herauszuarbeiten. Am Beispiel Flüchtlinge: Manchen, sagt der Außenminister, gefalle nicht, dass die Unterbringung von 80.000 Asylwerbern Kosten von rund einer Milliarde Euro im Jahr verursache. Doch das sei ein Faktum - und wie vortrefflich herausgearbeitet! Nicht einmal vor neuen Trends schreckt man zurück. Man will ihnen den nötigen Raum geben, etwa der Digitalisierung. Bei so viel Neuerungswillen kann Kurzens Geständnis nicht mehr überraschen: Allerdings brauchen wir Mut zur Elite. Vor neuen Trends ist diese Woche auch eine Rechtsanwältin nicht zurückgeschreckt. Sie versandte auf Facebook Werbematerial, das sie in Jeans mit nacktem Rücken von hinten zeigte. Mit diesem Mut zur Elite schlug sie die PolAk glatt aus dem Feld. +Nicht-Wissenschaft;'Iris Gerlach vom Deutschen Archäologischen Institut spricht über Plünderungen, Zerstörungen und Rettungsversuche im vom Krieg gebeutelten Jemen. STANDARD: Die Sicherheitslage im Jemen hat sich seit dem Eingreifen Saudi-Arabiens dramatisch verschlechtert. Doch sie war doch auch schon vor Ausbruch der Kämpfe schlecht. Gerlach: Einer der Forschungsschwerpunkte des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), das seit fast 40 Jahren im Jemen ist, liegt in der Oase von Marib mit ihren Städten und Palästen, Tempelanlagen, Friedhöfen und dem großen Damm aus dem ersten Jahrtausend vor Christus. Dort haben wir arbeiten können, solange es ruhig war. Die Lage hat sich aber tatsächlich im Laufe der letzten Jahre dramatisch verschlechtert. Wir haben darauf dahingehend reagiert, dass wir einerseits Wächter vom jeweiligen Stamm für den Grabungsplatz, sowie für uns als Team angestellt haben. Andererseits hatten wir ab 2009 zudem auch noch Militär von der Zentralregierung in Sanaa. Diese beiden Komponenten zusammen haben uns in diesen Krisenregionen geschützt. Vor allem aber der lokale Stamm war Garant dafür, dass man nicht entführt wurde, weil sie für die Sicherheit gebürgt haben. Problematisch war es, wenn man das Stammesgebiet verließ und die Straße, einen quasi rechtsfreien Raum, erreichte. Da benötigte man dann auf jeden Fall Militärschutz, um zurück nach Sanaa zu kommen. STANDARD: Nun herrscht Krieg im Jemen. Aber sind die jemenitischen Kulturgüter überhaupt direkt von den Kämpfen betroffen? Gerlach: Ja. Vor allem seit März 2015, seit dem Eingreifen der saudi-arabischen Koalition und den folgenden Luftangriffen auf den Jemen. Wir müssen leider in zunehmendem Maße verzeichnen, dass gerade die Fundplätze aus dem frühen ersten Jahrtausend v. Chr. im Zuge dieser Kampfhandlungen zerstört werden. Archäologische Stätten sind aber nur das eine. Es gab auch massive Luftschläge u. a. auf die Altstadt von Sanaa, die zum Unesco-Kulturerbe gehört. Das wird oft vergessen: Im Jemen gibt es auch eine einzigartige mittelalterliche Architektur. Jedes Altstadthaus in Sanaa etwa, aber auch unzählige Dörfer sind für sich bereits bedeutende Kulturstätten. Das sind häufig in sich geschlossene, teilweise rezent kaum überformte historische Siedlungsensembles. Die Altstadt von Sada zum Beispiel, die jetzt durch saudische Luftangriffe völlig zerstört ist, stand auf der Tentative List der UNESCO. Es gibt viele solcher Kulturstätten, die bei uns in Europa alle unter Denkmalschutz stehen würden. In der Stadt Dhamar wurde ein relativ neues Museum durch einen Bombenangriff völlig zerstört. Dort vernichtete dieser einzige Angriff weit über 10.000 Objekte unwiederbringlich. Das DAI hat bereits frühzeitig gemeinsam mit internationalen Kollegen eine Liste mit allen archäologischen Stätten und Museen zusammengestellt. Diese übergab die Unesco umgehend der saudi-arabischen Militärkoalition – mit der dringenden Bitte, diese Plätze nicht anzugreifen. Leider sieht die Realität aber anders aus. Wenn vermutet wird, dass sich dort gegnerische militärische Einrichtungen befinden, wird auf die Kulturstätten keine Rücksicht genommen. Es gibt da anscheinend oft diese Haltung: Who cares, dann geht eben ein ganzes Museum oder ein alter Tempel kaputt. Hauptsache, wir kommen mit unseren politischen Zielen voran. Aufgrund dieser Einstellung gibt es wohl auch letztlich Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen – obwohl dies konträr zu jeglicher Vernunft und Moral steht. STANDARD: Gibt es neben Schäden durch Kämpfe auch Raubzüge in archäologischen Stätten und Museen, wie wir das bereits in Syrien und im Irak gesehen haben? Gerlach: Das ist leider teilweise auch der Fall. Es finden zudem religiös motivierte Zerstörungen statt. Gerade im Süden des Landes, im heutigen Hadramawt, sind Zerstörungen von Heiligengräbern zu beobachten, die der radikalen wahhabitischen Auslegung des Islams nicht entsprechen. Die wurden teilweise bereits vor dem Krieg beschädigt, doch ihre gezielte und vollständige Zerstörung findet heute statt, da in den betroffenen Regionen keine staatliche Kontrolle mehr existiert bzw. Extremisten die Macht übernommen haben. Und es werden Museen geplündert: Das passiert ebenfalls durch Al-Kaida und andere jihadistische Gruppen vor Ort. Vor allem Sinjibar, die Provinzhauptstadt von Abian, ist nachweislich davon betroffen. Zum Glück ist es aber zumindest bisher nicht zur Ausradierung eines ganzen Fundplatzes aufgrund religiöser Motivation gekommen. Doch gestalten sich die massiven Plünderungen an vielen Orten als existenzbedrohend für die archäologischen Stätten. Anzahl und Intensität dieser Zerstörungen nehmen seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung deutlich zu. STANDARD: Merkt man diese Plünderungen auch auf dem Markt für Kulturgüter? Gerlach: Ja, was Südarabien betrifft verfolgen wir vom DAI aus auch den Antiken-Markt und arbeiten mit dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) und Interpol zusammen. Im Zuge dessen bekommen wir immer wieder Objekte zur Begutachtung, die im Zoll liegen oder auf europäischen Auktionen angeboten werden. Zum Glück handelt es sich oft um Fälschungen, doch kommen heute auch vermehrt echte Stücke mit gefälschten Dokumenten ins Land. Auffallend ist dabei, dass jetzt immer häufiger Objekte mit der Herkunftsangabe Aus alten Sammlungen auftauchen. Das quantitive Anwachsen von Antiken aus Kriegsgebieten aus anscheinend alten und damit zumindest offiziell legalen Altbeständen wundert einen dann schon. Letztlich sehen wir dabei nur die Oberfläche des Handels – nämlich was in Auktionshäusern – meist legal – angeboten oder vom Zoll abgefangen wird. Wir wissen aber von einem umfangreichen und wohlorganisierten Schwarzmarkt. Dabei werden die Objekte außerhalb unserer direkten Kontrolle verschoben. Unsere Kenntnisse dazu sind äußerst gering. Mal erhalten wir indirekte Informationen, häufig aber eben auch gar nicht. STANDARD: In Syrien und im Irak gibt es einen vom Islamischen Staat (IS) organisierten Handel mit Kulturgütern. Wie sehr sind die Raubzüge im Jemen organisiert? Gerlach: Anders als in Syrien und im Irak, habe ich derzeit keinerlei Information, dass im Jemen jihadistische Organisationen aus dem Antikenhandel Profit schlagen. Wir wissen aber, dass religiös motiviert zerstört wird. Dies geschieht, weil es sich entweder um Zeugnisse einer präislamischen Kultur handelt oder um Hinterlassenschaften und damit Symbole einer anderen islamischen Glaubensausrichtung; in beiden Fällen handelt es sich um Kulturen von sogenannten Ungläubigen, deren Erhalt, aus Sicht der Extremisten, weder lohnenswert noch wünschenswert ist. STANDARD: Sind die Plünderungen also in keiner Weise organisiert? Gerlach: Im Süden des Jemen ist das sicher vor allem durch radikale Gruppen und Kriminelle organisiert, sonst würden die Objekte nicht so problemlos außer Landes kommen. Aber die Gesamtsituation im Jemen ist nicht vergleichbar mit Syrien, wo vor allem islamistische Gruppen das Geschäft kontrollieren. Im traditionellen Jemen bestimmen die Stammesgesellschaften über mögliche Raubgrabungen auf ihrem Territorium. Entweder dulden sie nur die Plünderungen oder sind durch ihre Stammesmitglieder auch direkt an der Durchführung und Organisation beteiligt. Die jeweiligen Raubgräber verdienen dabei natürlich nur wenig, mehr aber als als einfacher Tagelöhner auf dem Feld. Wirklich Verdienen tun erst die Zwischenhändler. Jemand, der selbst eine Raubgrabung durchführt, bekommt vor Ort nur wenige Dollar. Mit zunehmender wirtschaftlicher Not bildet so etwas aber eine Einkommensquelle, mit der man seine Familie ernähren kann. Ich will das nicht entschuldigen, jedoch muss man verstehen, dass dies ein Prozess ist, der durch Armut in Gang gesetzt und durch den Krieg umso mehr verstärkt wird. Die Bösen sind also nicht jene, die da ausgraben, sondern es sind die Abnehmer, die überhaupt erst einen Markt für Antiken schaffen. STANDARD: Irgendwie müssen die Objekte schließlich bei den Abnehmern landen. Wie funktioniert das? Gerlach: Man hat da immer nur indirekte Quellen, aber die Möglichkeiten sind beschränkt. Es gibt die grüne Grenze nach Saudi-Arabien und in den Oman, die hunderte Kilometer lange, kaum zu kontrollierende Küstenlinie sowie die massiv eingeschränkten, und damit zurzeit für den Schmuggel am unattraktivsten Flugverbindungen. Am einfachsten kann man die Antiken durch die Wüste außer Landes schaffen. Korruption spielt sicher immer eine Rolle. Man muss schließlich Grenzer bestechen, damit etwas außer Landes kommt oder Behördenmitarbeiter zur Ausstellung von Papieren zu überreden. Über die Wege selbst ist im Detail leider sehr wenig bekannt. Ich weiß, dass vor dem Krieg relativ viel in den Golfstaaten an den Flughäfen beschlagnahmt wurde. Viele Objekte werden dabei aber unentdeckt geblieben sein. Ein Großteil der Antiken verlässt das Land heute wohl über den Landweg. STANDARD: Hat sich der Markt für gestohlenen Kulturgüter seit dem Ausbruch der Kampfhandlungen vergrößert? Gerlach: Es hat signifikante Steigerungen gegeben. Seit Syrien auf der roten Liste steht, wagt zwar kaum ein Kunsthändler im Westen überhaupt noch, ein Stück offiziell anzubieten. Auf dem Schwarzmarkt aber schon. So landen eben immer wieder Stücke mit gefälschten Papieren beim Zoll. STANDARD: Wer sind letztlich die Abnehmer? Gerlach: Öffentliche Museen in Deutschland und den meisten anderen europäischen Museen muss man in jedem Fall ausschließen. Bei Auktionshäusern sehen wir, dass Objekte aus sogenannten alten Sammlungen, d.h. vor 1970 erworben und damit legal im Handel, angeboten werden. Aber eben nur ein Bruchteil der südarabischen Antiken landet in Auktionshäusern. Der größte Teil ist das, was wir gar nicht greifen können. Das ist der Schwarzmarkt, irgendwelche privaten Sammler, wo solche Objekte dann verschwinden. Wo genau sie verschwinden, dazu gibt es keine Studien. Aber wir wissen von Abnehmern in Europa, Amerika und auch in der Golfregion. Die staatlich-öffentlichen Museen in Deutschland kaufen zum Beispiel nichts mehr auf, was auch nur annähernd aus einem nicht gesicherten Kontext stammt. Das ist allerdings eine Politik, die leider noch nicht überall praktiziert wird. Aber in Europa sind wir grundsätzlich auf einem guten Weg. STANDARD: Reicht das denn aus? Gerlach: Nein, das reicht nicht aus. Wir müssen unsere Gesetze ändern. In Deutschland ist das mit der anstehenden Novellierung des Kulturgüterschutzgesetzes auf einem guten Weg, indem der Import von Kulturgütern ganz neu definiert wird und man beispielsweise auch eine Genehmigung des jeweiligen Landes besitzen muss, aus dem eine zu verhandelnde Antike stammt. Der teilweise heftige Widerstand aus Kreisen des Kunsthandels spricht für die neuen Regelungen. Unabhängig davon sollte man aber auch europaweit eine Lösung finden. Sicherlich gibt es in solchen Zeiten auch immer Bedarf, das Personal in Behörden aufzustocken. Beim DAI arbeiten wir heute viel intensiver im Bereich des Kulturgüterschutzes als noch vor 15 Jahren. Ein sinnvolles Instrument zur Bekämpfung des illegalen Antikenhandels ist auch die sogenannte Rote Liste. Das ist eine visuell leicht zu erfassende beispielhafte Zusammenstellung von Objektgattungen und Typen, die häufig im Kunsthandel illegal vertrieben werden, also bestimmte Gruppen, zum Beispiel Rollsiegel aus dem Irak oder bestimmte Reliefdarstellungen aus Syrien. Derartige Rote Listen gibt es bereits für viele Länder wie Afghanistan, Libyen, Irak und Syrien, und wir arbeiten gerade auch an so einer Zusammenstellung für den Jemen. So etwas hilft den Behörden, dem Zollbeamten, der am Flughafen sitzt und ein antikes Objekt grob einem Land, einer Region und einer Gattung zuordnen muss. Mit Hilfe dieser Liste kann er verstärkt kritische Fragen zu den Antiken stellen und die Antworten bereits frühzeitig überprüfen: Was sind das für Papiere? Wer hat sie ausgestellt? Wo kommt das Objekt wirklich her? Wichtig ist eine internationale Vernetzung, die wir zurzeit ausbauen. STANDARD: Wie erfahren Sie von solchen Objekten? Gerlach: Das deutsche BKA entsendet regelmäßig Mitarbeiter zu Auktionshäusern, um dort zu überprüfen, welche Objekte angeboten werden. Und wenn dabei Antiken aus Südarabien sind, dann bekommen wir Bilder davon und nehmen dazu Stellung. Wir schicken Abbildungen zu unseren jemenitischen Partnern, die überprüfen, ob das möglicherweise aus einem ihrer Museen stammt. Teilweise können wir, soweit vorhanden, mit den entsprechenden Fachleuten auch die Inschriften von Objekten übersetzen und sagen: Moment, das stammt ja aus einer Region, wo erst kürzlich Ausgrabungen vom DAI durchgeführt wurden. Das stammt definitiv aus einer Raubgrabung!. Im Jemen können solche Feststellungen relativ problemlos getroffen werden, da wissenschaftliche Grabungen großteils erst Ende der 70er-Jahre ihren Anfang nahmen. Folgerichtig bedeutet dies, dass alle Objekte, die vor 1970 aus sogenannten alten Sammlungen stammen, gar nicht aus möglichen vertraglich abgesicherten Fundteilungen im Kontext wissenschaftlicher Grabungen stammen können, weil es diese nämlich schlichtweg gar nicht gab. Bis auf Zufallsfunde müssen daher all diese Antiken aus Raubgrabungen oder Plünderungen von Museen stammen. STANDARD: Kann man in der jetzigen Situation eigentlich etwas vor Ort machen, um den Handel zu verhindern? Gerlach: Wir versuchen unser Möglichstes. Wichtigster Ansatzpunkt ist die Verhinderung von Raubgrabungen. An den Orten, an denen das DAI ausgegraben hat, haben wir daher Wächter des jeweiligen Stammes angestellt, die für uns die Fundorte bewachen. Darüber hinaus bin ich mit den Scheichs jener Stämme telefonisch in Kontakt, bespreche Probleme und demonstriere ganz allgemein unser Engagement für die Grabungsstelle und die Bewohner der Region. Das klappt bisher ganz gut und schafft Vertrauen. Man muss natürlich dafür sorgen, dass die Bezahlung dieser Wächter in Kriegszeiten weiter funktioniert. Man muss hoffen, dass diese Wächter sich gegen andere Interessen auch aus dem gleichen Stamm durchsetzen können. Hier kann letztlich nur der Scheich als oberste Instanz helfen. Andererseits versuchen wir die jemenitische Antikenbehörde in jeglicher Form zu unterstützen. Das erfolgte, solange es ging, also bis 2013, noch vor Ort, heute hauptsächlich über bestimmte Fortbildungsmaßnahmen. Wie dokumentiert man zum Beispiel die Objekte, sodass man sehr schnell vergleichen kann, was auf dem Schwarzmarkt ist und was nicht. Das sind Dinge, die wir von der Ferne aus machen können. Ansonsten bleibt uns nur abzuwarten und zu hoffen.' +Nicht-Wissenschaft;Skandinavier zogen nach 33:34-Niederlage ihren Protest zurück– Spanien bezwingt Kroatien. Wroclaw/Krakau – Spaniens Handballer greifen nach ihrem ersten EM-Titel. Die Iberer besiegten im zweiten Halbfinale der europäischen Titelkämpfe in Krakau im Duell der ehemaligen Weltmeister Kroatien mit 33:29 (18:14) und treffen am Sonntag (17.30 Uhr/ARD) auf Deutschland, das sich zuvor in Wroclaw gegen Norwegen nach Verlängerung denkbar knapp mit 34:33 (27:27, 14:13) durchsetzte. Den ersten Vergleich der beiden Teams zum Turnierauftakt hatten die Spanier mit 32:29 für sich entschieden. Beste Werfer beim Erfolg gegen den zweimaligen Olympiasieger waren Antonio Garcia und Valero Rivera mit jeweils sechs Toren. Die Kroaten um den Kieler Domagoj Duvnjak erwischten in der Tauron Arena den besseren Start und gingen mit 10:7 (17.) in Führung. Doch mit einer starken Abwehrleistung und einfachen Toren nach Tempogegenstößen kamen die Spanier wieder zurück ins Spiel. Mit fünf Treffern in Serie ging Spanien mit 15:13 (26.) in Führung. Die Partie blieb auch in der zweiten Halbzeit eng, Kroatien kämpfte sich auf 23:24 (46.) heran. Doch die Spanier hatten das bessere Ende für sich. Deutschland musste kurz um den Finaleinzug bangen, denn Norwegen legte gegen die Wertung des Spiels Protest ein. Nach Ansicht der norwegischen Offiziellen soll Deutschland in den letzten Sekunden einen zusätzlichen Spieler in einem gelben Leibchen auf das Feld geschickt haben, obwohl Tormann Andreas Wolff seinen Kasten nicht verlassen hatte. Am Samstag zogen die Norweger ihren Protest aber zurück. Bester deutscher Werfer war vor rund 7.500 Zuschauern Tobias Reichmann mit zehn Treffern, den Siegtreffer erzielte Kai Häfner. Damit haben die deutschen Handball-Männer erstmals seit dem Titelgewinn 2004 wieder ein EM-Finale erreicht. Der bisher letzte große Erfolg war der WM-Triumph 2007 im eigenen Land. Von Beginn an hatte sich das erwartete Duell auf Augenhöhe entwickelt. Die deutsche Deckung war für den im Turnierverlauf bisher so starken norwegischen Rückraum eine nur schwer zu überwindende Wand. Norwegen hatte im Turnierverlauf Titelverteidiger Frankreich, Gastgeber Polen und Kroatien geschlagen Das deutsche Team hatte im Angriff Probleme, die Lockerheit der vergangenen glanzvollen Auftritte fehlte. Einige technische Fehler ermöglichten dem Gegner zudem einige leichte Tore bei Tempogegenstößen. Die Spannung steigerte sich von Minute zu Minute, in der packenden Schlussphase glich Kühn für die Deutschen mit seinem vierten Tor beim vierten Versuch zum 22:22 (49.) aus. Doch die Norweger legten wieder vor. 19 Sekunden vor dem Ende rettete Dahmke seine Mannschaft in die Verlängerung. Häfner sorgte dort mit zwei Toren in Folge für die erste deutsche Führung (30:29/64.) seit der 47. Minute. Es blieb dramatisch. Bis Häfner fünf Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung sorgte. Wissenschaft;Archäologin: "Einige Monumente wie der Torbogen werden leicht wieder zu errichten sein, das ist kein Zauberwerk". Berlin/Palmyra – Nach der Rückeroberung der syrischen Weltkulturerbestätte Palmyra durch die Regierungstruppen geht es nun um die nötige Restaurierung beschädigter Monumente. Experten aus Berlin haben bereits ihre Unterstützung angeboten. Für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz lässt sich sagen, dass wir für jede Form der Hilfe bereitstehen, so der Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger. Der syrische Antikendirektor Mamun Abdelkarim hatte sich nach der Einnahme Palmyras durch die Regierungstruppen am Sonntag zuversichtlich gezeigt, den gesprengten Baal-Tempel, den Tempel von Baal-Schamin, den Torbogen und die zerstörten Grabtürme binnen fünf Jahren wieder aufbauen zu können. Palmyra zählt zum Weltkulturerbe und war vor etwa einem Jahr von der Terrormiliz IS besetzt worden. Momentan ist es so, dass sich die syrischen Kollegen ein Bild der Lage in Palmyra machen, sagt Parzinger. Die syrische Antikenverwaltung werde in der kommenden Woche sagen können, wo sie Hilfe von der Weltgemeinschaft erwarte. Da sei in erster Linie die Unesco gefordert. Auch die Berliner Experten sind bereit zu helfen. Auch die deutsche Archäologin Friederike Fless beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau: Einige Monumente wie der Torbogen werden leicht wieder zu errichten sein, das ist kein Zauberwerk, da ist wohl auch nicht so viel zerstört, sagte die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Bei der Zitadelle ist Gefahr im Verzug, da sie beschossen worden ist, und dort die Mauern zusammenzufallen drohen, wenn sie nicht rasch gesichert werden, sagte Fless. Bei den Tempeln besteht dagegen keine Eile, das kann man sich in aller Ruhe überlegen. Die Idee, durch den Wiederaufbau der zerstörten Kulturdenkmäler ein Zeichen zu setzen, werde im Westen diskutiert, seitdem die Dschihadisten im Sommer die beiden Tempel sprengten, sagte die DAI-Präsidentin. Die nötigen Informationen dazu seien vorhanden. Zudem bilde das DAI in den Nachbarländern syrische Flüchtlinge als Handwerker, Steinmetze und Experten für den Wiederaufbau aus, um die nötigen Arbeiten vor Ort zu machen. Noch sei die Gegend aber nicht so befriedet, dass man dort entspannt arbeiten kann, sagte Fless. Anders als zu befürchten war, seien die Monumente auch bei den tagelangen Kämpfen kaum beschädigt worden. Überdies hätten die Dschihadisten nicht wie angedroht die von ihnen in der antiken Stadt vergrabenen Minen gesprengt. Dies hätte noch richtig Schaden anrichten können. Abdelkarim und seine Kollegen würden nun zunächst eine Schadenskartierung erstellen und Grabungen in den Tempeln vornehmen m��ssen. Anschließend werde der syrische Antikendirektor mit der UN-Kulturorganisation Unesco darüber sprechen, ob und in welcher Form die zerstörten Tempel, der gesprengte Torbogen und die Grabtürme wieder aufgebaut werden sollten. Denkbar sei eine vollständige Rekonstruktion wie bei der Frauenkirche in Dresden oder ein partieller Wiederaufbau wie bei der Gedächtniskirche in Berlin, sagte Fless. Wissenschaft;ESA erteilt Auftrag an Airbus-Konsortium – Erstflug 2020 geplant. Paris – Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) hat die Entwicklung einer neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 in Auftrag gegeben. Wie Airbus Defence & Space am Mittwoch mitteilte, unterzeichneten die ESA und Airbus Safran Launchers einen Vertrag mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro über die Entwicklung von zwei Versionen der Trägerrakete Ariane 6 – Ariane 62 und Ariane 64. Für die ersten Entwicklungsarbeiten bis Mitte 2016 sieht der Vertrag eine Summe von etwa 680 Millionen Euro vor. Insgesamt belaufen sich die Entwicklungskosten den Angaben zufolge auf rund drei Milliarden Euro. Das neue System soll zwölf Raketen pro Jahr in den Orbit bringen und hat Partner in zwölf europäischen Ländern. Der Erstflug ist für das Jahr 2020 geplant, die volle Einsatzfähigkeit für 2023 vorgesehen. Der Vertrag ermögliche die Entwicklung der europäischen Trägerrakete der neuen Generation, erklärte Alain Charmeau, Chef von Airbus Safran Launchers. Das Unternehmen sei entschlossen, unseren institutionellen und kommerziellen Kunden eine nach wie vor zuverlässige und gleichzeitig konkurrenzfähigere Trägerrakete zu liefern, die sich dem ständig verändernden Raumfahrtgeschäft anpasst. Die Mitgliedstaaten der ESA hatten im Dezember beschlossen, das Erfolgskapitel der europäischen Trägerrakete Ariane fortzuschreiben, um neben dem US-Anbieter SpaceX weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Ariane 5 war zum ersten Mal 1998 gestartet. (APA, 12. 8. 2015) Wissenschaft;GL7 bzw. GW7 ist für längliche Form und höhere Qualität verantwortlich – bei gleich bleibenden Erträgen. Peking/Wien – Er ist in Südostasien das mit Abstand wichtigste Lebensmittel: Bis zu 76 Prozent aller konsumierten Kalorien werden in Form von Reis zugeführt. Wer es sich leisten kann, achtet auf gute Qualität: Guter Reis ist transparent, opake Flecken weisen auf einen kalkigen Geschmack hin. Für chinesische Konsumenten sollen Reiskörner zudem möglichst lang und schlank sein. Bisher gab es allerdings das Problem, dass die Zucht solcher Reisvariationen auf Kosten der Ernte ging: Wird Basmati-Reis in der idealen Qualität angebaut, verringert sich dadurch der Ernteertrag um 14 Prozent. Chinesische Bauern produzieren deshalb lieber meist nicht so gute Qualität, um hohe Erträge zu haben. Zwei Genetikerteams aus China haben nun unabhängig voneinander im Fachblatt Nature Genetics jenes Gen identifiziert, das sowohl für die längliche Form wie auch für den reduzierten Kalkgehalt verantwortlich ist: Es ist unter den Namen GL7 und GW7 bekannt und kommt dank natürlicher Züchtung bereits in mehreren Reisvarianten zum Einsatz. Die Entdeckung ermögliche es, weitere Reissorten zu verändern, ohne dass die Erträge darunter leiden, sagt Xiong Guosheng, einer der beteiligten Forscher. Davon würden vor allem die ärmsten Menschen profitieren. (tasch, 7.7.2015) -Nicht-Wissenschaft;Mit einer kleinen Panne wurde die Großbaustelle abgeschlossen, geplantes Budget um 500.000 Euro unterschritten. Wien – Per Vakuumsauger sollte am Freitag symbolträchtig der letzte Stein ins neue Pflaster der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße bugsiert werden. Allerdings fehlte es an Haftung, der Stein fiel und brach. Erst im zweiten Versuch gelang es der versammelten Politikerschar, die Mahü endgültig zu beschließen. Dennoch zeigte sich vor allem Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) hörbar erleichtert. Der notwendige zweite Anlauf kann durchaus als symptomatisch für die Geschichte der neuen Wiener Mariahilfer Straße gesehen werden: Waren doch nach der ersten Vorstellung des Projekts viele – darunter vor allem Wirtschaft und Opposition – gegen die Umwandlung der Einkaufsmeile in eine Begegnungs- und Fußgängerzone. Auch der Koalitionspartner SPÖ stürzte sich nicht gleich mit vollem Elan in die Mahü-Neugestaltung. Erst das knappe positive Votum der Anrainer in den Bezirken Mariahilf und Neubau besiegelte die neue Mariahilfer Straße. Der Gegenwind ist auch an Vassilakou nicht spurlos vorübergegangen. Das eine oder andere graue Haar, das in den vergangenen zwei Jahren dazugekommen ist, hat sicher mit der Mahü tun, betonte sie heute. Noch könne sie gar nicht wirklich begreifen, dass die Mariahilfer Straße endgültig fertig sei. Und das im Zeitrahmen und billiger als ursprünglich angenommen. Noch ist zwar nicht alles genau abgerechnet, der Projektkoordinator Peter Lux geht von einer voraussichtlichen Budgetunterschreitung von 500.000 Euro aus. Insgesamt waren für den mehr als einjährigen Umbau 25 Millionen Euro veranschlagt worden. Es ist ein gelungenes Projekt, das mich sehr glücklich macht, sagte Vassilakou. Die Mahü sei aber auch ein Lernerfolg gewesen. Denn jetzt wisse man, wie man zukünftige Projekte dieser Größenordnung angehen werde. Rückblickend wäre es etwa sinnvoll gewesen, einen kleinen Abschnitt der Einkaufsmeile gleich neu zu gestalten, um ein konkretes Anschauungsobjekt als Entscheidungsgrundlage zu haben. Die Mahü soll jedenfalls nicht die letzte Tat sein: Es gibt viele Wünsche auf Bezirksebene nach Neugestaltungen, meinte Vassilakou. Ziel sei es, die Lebensqualität in jedem Bezirk durch Verkehrsberuhigung und mehr Grünflächen zu verbessern. Die Mariahilfer Straße sei aufgrund der Dimensionen aber sicherlich das größte Projekt der vergangenen und nächsten Jahre gewesen, meinte die Stadträtin. Jetzt wird aber erst einmal die Mariahilfer Straße gefeiert: Nach dem offiziellen Akt heute, bei dem auch die Bezirksvorsteher von Mariahilf, Markus Rumelhart (SPÖ), und Neubau, Thomas Blimlinger (Grüne), anwesend waren, sollen am Samstag alle was davon haben. Beim Eröffnungsfest wird es unter anderem Auftritte der Song-Contest-Starter The Makemakes sowie von Tagtraeumer geben, Passanten können sich mit Kinderunterhaltung, einem Kletter-Wettbewerb, Flying-Fox-Fahrten oder auf der kollektiven Rüttelplatte vergnügen. Dafür wird die komplette Mariahilfer Straße für den Verkehr gesperrt, auch der 13A muss noch einmal ausweichen und wird am Samstag geteilt geführt. Der Bus fährt zwischen Alser Straße/Skodagasse und Neubaugasse/Westbahnstraße sowie zwischen Hauptbahnhof und Neubaugasse (U3), wie die Wiener Linien mitteilten. Aber nicht alle zeigten sich heute rundum zufrieden: Es sei zu früh für Jubelmeldungen, befand etwa der Autofahrerclub ÖAMTC. Weder die Abläufe auf der neuen Begegnungsfläche noch die Auswirkungen auf die Umgebung können zu diesem Zeitpunkt seriös bewertet werden, so Bernhard Wiesinger vom ÖAMTC per Aussendung. Eine Übertragung auf andere Bezirke sei zu diesem Zeitpunkt daher nicht sinnvoll. (Video: Sarah Brugner & Michael Luger, Text: APA/red, 31.7.2015) +Nicht-Wissenschaft;55-Jähriger verletzte Ziegenbock mit vier Schüssen – Polizist gab Bock den Fangschuss – Anzeige wegen Tierquälerei. Oberwart – Weil er fürchtete, seine zwei Ziegen könnten die Bonsaibäumchen des Nachbarn abfressen, hat ein 55-Jähriger auf seinem Grundstück im Bezirk Oberwart auf die Tiere geschossen. Der Mann tötete am Samstag zunächst die Geiß mit zwei Schüssen. Am Sonntag feuerte er laut Polizei viermal auf den Bock, der verletzt aufs Nachbargrundstück flüchtete. Ein Polizist gab dem Tier den Fangschuss. Der 55-Jährige hielt die Ziegen, die in Vergangenheit immer wieder ausgerissen waren, auf seinem eingezäunten Grundstück, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Montag. Samstagabend entschloss sich der Burgenländer, die Geiß zu töten und griff zur Pistole, die er legal besaß. Das erschossene Tier legte der Mann unter einen Reisighaufen. Am Sonntag wollte er dann auch den Bock töten. Trotz vier gezielt abgegebener Schüsse war das Tier nicht sofort tot, lief durch den circa 200 Meter langen Garten und sprang über eine niedrige Mauer auf das Nachbargrundstück, hieß es in der Polizei-Aussendung. Die Nachbarin hörte das laute Brüllen des verwundeten Tieres und verständigte die Polizei. Die Beamten folgten der Blutspur und fanden den Ziegenbock am Nachbargrundstück in einem Stadel unter Gerümpel. Weil er schwere Kopfverletzungen hatte, tötete ihn ein Polizist mit einem gezielten Schuss. Den 55-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Verdacht auf Tierquälerei. Wissenschaft;Roboter können auch als Hilfsmittel für die Kunstproduktion dienen – wie das geht, wird im Forschungsprojekt "Robotic Woodcraft" erprobt. Wien – Warum nicht eine Schnitzmaschine auf einen Industrieroboter draufspannen und ein Kunstwerk aus dem Holz schälen? Eine Frage, die für Reinhold Krobath, den Leiter der Abteilung Holztechnologie der Universität für angewandte Kunst in Wien keineswegs abwegig ist. Mit Kreissägen, Fräsen und Drechselwerkzeugen haben es er und seine Kollegen schon versucht – mit erstaunlichen Ergebnissen: Komplexe Formen kommen heraus, die man dem Werkstoff Holz gar nicht zugetraut hätte, mathematisch exakte Muster oder – warum nicht? – ein Porträt des Uni-Rektors Gerald Bast, eingefräst in eine Pressholzplatte (siehe Foto). Aus den vielen absehbaren Anwendungsmöglichkeiten für Robotertechnik ist ihr Einsatz als Werkzeug für Künstler, Designer und Architekten vielleicht nicht die naheliegendste. Dass noch dazu der Traditionswerkstoff Holz für eine innovative Bearbeitung durch einen mechanischen Assistenten ausgewählt wird, mag noch mehr als Gegensatz erscheinen. Aber der Schein trügt. Robotik Woodcraft heißt das vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützte und von Georg Glaeser von der Abteilung für Geometrie an der Angewandten geführte Forschungsprojekt, in dem sich neben der Uni die Robotikorganisation Association for Robots in Architecture und das Wiener Designbüro Lucy.D zusammengefunden haben. Das Ziel, sagt Holztechnologe Krobath, ist, traditionelles Handwerk mit Robotertechnik zu verbinden und so neue Impulse zu setzen. Die dahinterstehende Frage: Wie kann man diese neue Technologie für die Kreativindustrie aufbereiten? Zu diesem Zweck wurde ein nagelneuer Industrieroboter des Herstellers Kuka angeschafft, ein sechsachsiges Gerät mit einer Traglast von 120 Kilo und einer Reichweite von 2,5 Metern. Eine tonnenschwere Maschine, die in ähnlicher Form anderenorts Automotoren zusammenschraubt oder Produkte auf Paletten stapelt. Das Dasein des Industrieroboters an der Angewandten ist abwechslungsreicher als jenes in einer Produktionshalle. Nicht als Ersatz von Arbeitskräften, sondern als Werkzeug soll er hier eingesetzt werden. Krobath und die anderen Projektteilnehmer testen das Zusammenspiel aller möglichen robotergeführten Maschinen und verschiedener Holzarten und experimentieren mit neuen Techniken. Wir probieren ein handwerkliches Gerät nach dem anderen mit dem Roboter aus und schauen, was rauskommt, erläutert Krobath. Darunter sind Dinge, die man mit der Hand gar nicht oder nur sehr schwer herstellen könnte. Verschiedene Hölzer wie Linde, Eiche, Kirsche wurden getestet. Weißbuche ist das beste Holz zum Fräsen, berichtet Krobath. Aber auch Eibe hat gut funktioniert. Und Nadelholz, obwohl das sonst eher nicht so gut ist, weil es ausreißt. Mittlerweile resultieren aus der Beschäftigung mit dem Roboter eine Reihe von künstlerischen Arbeiten und Designobjekten. Auf der vergangenen Vienna Design Week wurde etwa die Arbeit Randomized Identities präsentiert, bei der Strukturen, die aus der Natur abgeschaut waren, automatisch variiert wurden. Produktionsprozesse, die Werkstücke exakt reproduzieren, wurden ins Gegenteil verkehrt, indem Zufallszahlen in die Parameter der Steuerungssoftware geschleust wurden. In einer anderen Arbeit gestaltete Lucy.D eine Installation für den Designpreis eines Uhrenherstellers – ein Rad, das im Inneren lamellenartige geschwungene Linien zeigt, und das Verlangsamung und Beschleunigung des individuellen Zeitempfindens symbolisieren soll. Andere Künstler scannten Bronzeskulpturen und ließen sie vom Roboter reproduzieren oder frästen ein zigarrenförmiges Boot aus dem Holz. Wie aber bringt man dem Roboter mit der Kreissäge am Arm bei, genau jene Schnitte zu machen, die den Holzblock zum Kunstwerk formen? Hier kommt Robotikentwickler und Architekt Johannes Braumann ins Spiel. Der Gastprofessor der Kunst-Uni Linz und Mitgründer der Association for Robots in Architecture, einer Spin-off-Organisation der TU Wien, beschäftigt sich mit Programmieransätzen, die es erlauben, Einzelstücke und Kleinserien mithilfe von Robotern zu fertigen: Man kann so viele Werkzeuge draufmontieren und mit dem Roboter in 3-D drucken, fräsen, filmen oder zeichnen. Die Frage ist: Wie steuere ich das? Die Antwort liegt für Braumann nicht in der Software, die standardmäßig für Industrieroboter verwendet wird. Er und seine Kollegen bauen auf der visuellen Programmiersprache Grasshopper auf, die in der Kreativszene verbreitet ist. Ein entsprechendes Plug-in schlägt dabei die Brücke zu der Robotersteuerung. Wenn ich etwas von A nach B heben will, setze ich die dafür notwendigen Schritte in der virtuellen Umgebung um, erklärt Braumann das Prinzip. Das Besondere: Man erkennt beim Design eines Prozesses sofort, ob er funktioniert und welche Auswirkungen er auf das Werkstück hat. In dem Entwurfsprogramm legt man die Regeln und Eigenschaften fest, die ein Werkstück definieren. Wenn man dann Größe, Länge oder andere Parameter verändert, verändern sich die Fertigungsprozesse mit. So kann man schnell Einzelstücke mit individuellen Eigenschaften gestalten. Die neuen Anforderungen an ein Design sind ein Satz an fixen und variablen Regeln, die dann zu tausenden individuellen Ausformungen führen können. -Nicht-Wissenschaft;Axel-Springer-Konzern wurde bis zuletzt als Favorit gehandelt. London/Berlin – Reuters wurde als Käufer gehandelt, ebenso Konkurrent Bloomberg, und Springer sollte vor dem Zuschlag stehen. Doch während die Medienwelt den Käufer der Financial Times in Deutschland suchte, griff ein Medienhaus aus Japan zu: Nikkei. Für fast 1,2 Milliarden Euro übernimmt der japanische Finanzinformationskonzern, der den Tokioter Börsenindex schuf, das lachsfarbene und längst überwiegend digitale Weltwirtschaftsblatt. Dem britischen Medienkonzern Pearson gehörte die Financial Times seit 60 Jahren. Er will sich nun auf Bildungsmedien konzentrieren, hier gilt er als Weltmarktführer. Seinen Buchverlag Penguin hat Pearson schon 2013 mit Bertelsmanns US-Verlagsriesen Random House fusioniert – zum weltgrößten Publikumsverlag. Dort hält Pearson 47 Prozent. Der Verkauf der renommierten, 1888 gegründeten Financial Times ist eher kein Stoff für Abgesänge auf klassische Medien. Die Financial Times meldete an die 737.000 Abos, davon rund 70 Prozent digital – allein von 2013 auf 2014 stieg die Zahl der Digitalabos um ein Drittel – bezahlter Digitalabos. Mehr als die Hälfte ihres Umsatzes macht die Financial Times inzwischen nicht mit Werbung, sondern mit Erlösen von Usern der gedruckten und der digitalen Ausgabe. Früh schon setzte die Financial Times auf kostenpflichtige Inhalte auch im Netz. Sie hat eine dafür praktische Hauptzielgruppe: Manager und Unternehmer, deren Zugänge ihre Firma zahlt. Wie bei ihrem globalen Hauptkonkurrenten Wall Street Journal, das Medienmulti Rupert Murdoch übernommen hat. Samt dem Finanzinformationskonzern Dow Jones – noch ein Börsenindex, diesmal aus New York. Nikkei übernimmt mit der Financial Times und ihrer starken Webpräsenz FT.com auch Fachmedien wie The Banker und den Investors Chronicle. Nicht im Paket sind indes die 50 Prozent der FT Group am Economist. Pearson behält den Anteil an dem erfolgreichen Politik- und Wirtschaftswochenmagazin. Nikkei ist die Kurzform von Nihon Keizai Shimbun, die größte Wirtschaftszeitung Japans. Eine äußerst gut informierte Zeitung – die allein in der jüngsten Börsensaison laut Bloomberg detaillierte Daten von gut 40 börsennotierten Unternehmen vor Bilanzveröffentlichung publizierte. Der Umsatz der FT Group betrug 2014 472 Millionen Euro bei 34 Millionen Euro operativem Ergebnis. Die Nikkei-Mediengruppe setzt laut Handelsblatt jährlich rund 2,2 Milliarden Euro um. Die FT ist übrigens nicht die erste Nikkei-Beteiligung in London: 2014 kaufte der japanische Konzern einen kleinen Anteil an Monocle – einem schicken Magazin von Tyler Brûlé. Der ist auch Kolumnist der Financial Times. +Nicht-Wissenschaft;'Musik zwischen Festivals und ESC-Erfahrung - 60 Jahre Fernsehen im Herbst: Sechs Hauptabendshows und User-Einbindung. Wien - Der ORF wird 2016 wieder eine Auswahlshow für den Song Contest ins Programm bringen, kündigte TV-Direktorin Kathrin Zechner Mittwoch im ORF-Publikumsrat an. Aus den Erfahrungen mit der Song-Contest-Auswahl werden auch neue, mit der Musikwirtschaft vereinbarte TV-Musikformate entwickelt. Offenbar sind mehrere Formate in Arbeit. Nach STANDARD-Infos sind das neben der Auswahl für den Song Contest 2016 Den nächsten TV-Großeinsatz nach dem Song Contest (und vor der Bestellung der nächsten ORF-Führung 2016) kündigte Zechner ebenfalls im Publikumsrat an: Sechs Hauptabendshows soll es im Herbst zu 60 Jahre Fernsehen geben; der Programmschwerpunkt wird ausdrücklich multimedial, Zechner kündigte auch User Generated Content zum Thema an. Neuigkeiten wird es auch für Sportsfreunde geben: Zur Rückkehr der Fußball-Champions-League in den ORF plane man ein neues Sportstudio, wie ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner darlegte. Wir entwerfen ein multifunktionales Sportstudio, in dem wir sowohl die Champions League, aber auch die Bundesliga und anderes abwickeln können. Jedes Thema soll dabei eine eigene Farbwelt bekommen. Zechner zeigte einen ersten Entwurf, ausdrücklich nicht zur Publikation - das ein bisschen an frühere ZiB-Studios erinnerte - mit gestreiften Wänden.' Wissenschaft;Die Pegel der Weltmeere werden in den kommenden 100 bis 200 Jahren um mindestens einen Meter steigen, legen neue Daten nahe. Miami – Ein Anstieg der Meeresspiegel um mindestens einen Meter ist neuen Forschungsdaten zufolge in den kommenden ein- bis zweihundert Jahren unvermeidlich. Damit drohten niedrig gelegene Landstriche, darunter ganze Inselstaaten und Großstädte wie Tokio und Singapur, zu versinken, berichtete der Leiter der Abteilung für Erderforschung der US-Weltraumbehörde Nasa, Michael Freilich. Mehr als 150 Millionen Menschen, die meisten von ihnen in Asien, leben innerhalb eines Meters des gegenwärtigen Meeresspiegels, sagte Freilich. Die neuen Satellitendaten stammen von der Nasa und der französische Weltraumbehörde CNES, die seit 1992 diesbezügliche Messungen vornehmen. Demnach sind die Ozeane seit 1992 im Schnitt um 7,6 Zentimeter gestiegen, mancherorts sogar um mehr als 23 Zentimeter. Für den Anstieg sorgt insbesondere das Schmelzen von Gletschern, aber auch die Erwärmung der Ozeane, durch die sich das Meerwasser ausdehnt. Die Forscher sind besonders besorgt über das Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds. Dort schmolzen im vergangenen Jahrzehnt durchschnittlich 303 Gigatonnen Eis pro Jahr. Vom Eis in der Antarktis gingen durchschnittlich 118 Gigatonnen pro Jahr verloren. Eine Unbekannte in dem Prozess sind die Folgen eines völligen Zusammenbruchs großer Eisberge. Nasa-Forscher Tom Wagner sagte, wenn die Eisschichten schnell in sich zusammenfielen, sei sogar ein Anstieg um drei Meter binnen zwei Jahrhunderten denkbar. -Nicht-Wissenschaft;Rivalen geben sich noch nicht geschlagen – Ex-Außenministerin und Baulöwe attackieren einander – Rubio warnt vor Spaltung der konservativen Bewegung. Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. -Nicht-Wissenschaft;Das britische Kampfschimpfer-Duo und sein Exit. Nichts ist gut. Alles wird schlechter werden. Das Land, in dem man wohnt, geht sowieso vor die Hunde. Beruflich hat man ungern, aber zwangsweise mit Menschen zu tun. Im Callcenter hört man den Weltuntergang als Erster und am lautesten. Das Essen, das man zu Hause isst, schmeckt wie der vorgeschnittene Schinken aus dem Kühlfach nach Pisse. Für vernünftige Mixgetränke und Lebensentwürfe reicht das Geld nicht. Wenn nicht der Hip-Hop und ein ziemlich dreckiger Dialekt-Kauderwelsch aus Nottingham in der Nähe des beliebten antiken Volkshelden Robin Hood wären, den es möglicherweise gar nicht gegeben hat, wäre es so: Die zwei Sleaford Mods aus England schimpfen auch auf ihrem neuesten Album Key Markets nach wie vor wie die Rohrspatzen mit Fuck-, Suck-, Piss- und Dick-Führerschein. Die Heimat geht vor die Hunde, der Tee schmeckt nach Hundeplörre, die Frau ist alt und krank, das Konto auf der Bank liegt im Sterben, das Bier ist warm, die Zukunft im Arsch. Die Sleaford Mods schimpfen nach wie vor über minimalistischen Rockidocki- und Hippiedihoppie-Beats auf Bassgitarren- und Schlagzeugsample-Basis über ein Leben im Prekariat westlicher Industrienationen, denen man nicht nur die Vollbeschäftigung und Sozialleistungen geraubt hat, sondern vor allem auch die Seele. Die Sleaford Mods sind die beste Band Großbritanniens. Wer etwas Gegenteiliges behauptet, kriegt eine gewimst. Mit Anlauf. +Nicht-Wissenschaft;Zur Aufarbeitung von UCK-Gräueltaten an Serben – Sondergericht könnte auch Außenminister Thaci in Bedrängnis bringen. Prishtina (Pristina)/Wien – Nach monatelangem Tauziehen hat das kosovarische Parlament am Montag ein Sondertribunal zur Aufarbeitung von Kriegsverbrechen der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK) während des Kosovo-Krieges (1998-1999) auf den Weg gebracht. Die Ergebnisse könnten neben zahlreichen anderen Regierungspolitikern auch Außenminister und Vize-Premier Hashim Thaci in Bedrängnis bringen. Die Parlamentarier stimmten nach einer mehrstündigen Marathondebatte am Montagabend zuerst für die zur Einrichtung des Tribunals notwendige Verfassungsänderung, bevor sie auch das eigentliche Gesetz zu dessen Schaffung verabschiedeten. Frühere Anläufe waren gescheitert. Auch am Montag boykottierten die Oppositionsparteien die Abstimmung, zwei Abgeordnete der Regierungspartei PDK von Thaci stimmten laut Medienberichten ebenfalls gegen die Verfassungsänderung. Thaci war früher selbst führendes UCK-Mitglied, hatte sich jedoch nach internationalem Druck für die Einrichtung des Sondertribunals eingesetzt. Ehemalige UCK-Kämpfer empfingen ihn daher am Montag mit Dieb, Dieb-Rufen und bewarfen ihn mit Flaschen. Allerdings könnte das Tribunal auch Thaci selbst in Bedrängnis bringen. Der Schweizer Europarats-Sonderermittler Dick Marty hatte ihm und früheren Verbündeten neben anderen Kriegsverbrechen vorgeworfen, Serben getötet und deren Organe anschließend verkauft zu haben. Thaci hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Die EU richtete 2011 eine Sonderarbeitsgruppe in der Angelegenheit ein. In einem Zwischenbericht erklärte der damalige Chefermittler Clint Williamson vor rund einem Jahr zwar ausreichende Beweise für Kriegsverbrechen, nicht jedoch für systematischen Organhandel gefunden zu haben. Namen konkreter Beschuldigter nannte er damals nicht. Diese werden wohl erst bekannt, wenn die mittlerweile vom US-Juristen David Schwendiman geleitete Ermittlungsgruppe die ersten mutmaßlichen Kriegsverbrecher anklagt. Voraussetzung dafür ist wiederum das am Montag beschlossene Sondertribunal. Mit ersten Anklagen wird nun Anfang 2016 gerechnet. Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier zollten dem Schritt am Dienstag Beifall. Kurz sprach von einem wichtigen Schritt zur Aufarbeitung des Vergangenheit und einem Zeichen demokratischer Reife. Die Abgeordneten haben damit bewiesen, dass es ihnen ernst ist damit, den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit folgend die Geschehnisse (...) lückenlos aufzuklären, lobte der Außenminister. Auch Steinmeier würdigte eine mutige Entscheidung für Verfassungsänderungen, um rechtsstaatliche Prinzipien und strafrechtliche Verantwortung durchzusetzen. Die kosovo-albanische UCK war erstmals 1996 nach Repressionen und Übergriffen der serbischen Polizei mit Anschlägen und Angriffen in Erscheinung getreten. Zuvor hatte der serbische Präsident Slobodan Milosevic 1989 der Provinz Kosovo den Autonomiestatus größtenteils entzogen, und es wurden Albaner-feindliche Gesetze erlassen. Regional-Regierung und -Parlament wurden aufgelöst. Nach einer Volksabstimmung im Kosovo wurde die Republik Kosovo proklamiert und eine Paralleladministration der Albaner errichtet. 1998 kam es schließlich zu dem von Gräueltaten und Massenvertreibungen geprägten, offenen Unabhängigkeits-Krieg zwischen der UCK und Rest-Jugoslawien, in den schließlich die NATO aufseiten der Kosovo-Albaner eingriff. Der Kosovo kam danach unter UNO-Verwaltung, ehe er 2008 seine Unabhängigkeit erklärte. Milosevic wurde u.a. wegen Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagt. Mehrere ehemalige UCK-Kämpfer landeten vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag. Prominentester Fall: Der Ex-Befehlshaber und spätere Ministerpräsident Ramush Haradinaj. Er wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen, wobei etliche Zeugen unter mysteriösen Umständen starben. Nur im Fall von Haradin Bala kam es zu einer Verurteilung zu 13 Jahren Haft. Das Sondertribunal gilt als Teil des Normalisierungsprozesses zwischen Serbien und dem Kosovo, auf den die Europäische Union für eine weitere Annäherung beider Staaten pocht. Es soll sich nun mit noch offenen Anschuldigungen, darunter jener des Organhandels, befassen. +Nicht-Wissenschaft;Ob er in die übergroßen Fußstapfen seines Vorgängers passen wird, ist fraglich. Er tritt nicht nur ein unheilvolles, sondern auch ein schweres Erbe an. Denn keine andere Figur hat das Böse auf der Leinwand derart personifiziert wie der Meister der dunklen Macht in der von George Lucas in den 1970er-Jahren kreierten Star Wars-Reihe. Seither spukte Darth Vader im popkulturellen Gedächtnis mehrerer Generationen und war nicht nur als Superschurke dienlich, sondern auch – das muss man sich als öffentliche Person eben gefallen lassen – als bizarre Witzfigur und Kinderschreck. Doch weil jede Geschichte irgendwann ihr Ende finden muss, sollte auch das Schicksal des Mannes mit der röchelnden Stimme besiegelt sein. Und weil das Kino immer wieder – wie schon Hugo von Hofmannsthal wusste – ein Ersatz für die Träume ist, brauchte es für den jüngsten Teil der Sternensaga, Das Erwachen der Macht, einen würdigen Nachfolger. Dass dieser zugleich die interessanteste Figur im aktuellen Krieg zwischen Gut und Böse ist, verwundert nicht weiter: Der neue Mann in Schwarz hat im Gegensatz zum restlichen, eindimensionalen Personal wenigstens ein Geheimnis. Ob Kylo Ren in die übergroßen Fußstapfen seines Vorgängers passen wird, ist dennoch fraglich. Immerhin lässt er bereits bei seinem ersten Auftritt Zeichen von Schwäche erkennen. Das mag ihn uns einfachen Menschen zwar etwas näherbringen, einem richtigen Ekel steht das allerdings auch unter der Maske nicht gut zu Gesichte. Doch vielleicht ist es gerade diese Ambivalenz, die erst recht den Hass auf sich zieht, denn schließlich kann nichts schrecklicher sein als Selbsterkenntnis. Und seine böseste Tat wird dem neuen Kuttenträger von den Rebellen und ihrer Fangemeinde ohnehin nie verziehen werden. Für den sich lange Filmminuten hinter seinem diabolischen Outfit verbergenden 32-jährigen US-Schauspieler Adam Driver, der sich bislang mit Auftritten in den Filmen von Independent-Regisseur Noah Baumbach einen Namen machte, bedeutet seine neueste Rolle jedenfalls einen Karrieresprung in Hollywoods Blockbuster-Liga. Für Driver ist es also durchaus vorteilhaft, dass er in Das Erwachen der Macht auch sein wahres, gar nicht hässliches Antlitz zeigen darf, selbst wenn es sich als Spielzeugfigur im unendlichen Merchandising-Universum der Reihe weniger gut verkaufen lässt als der Kapuzenmann. Doch zum Glück herrscht im Universum kein Vermummungsverbot. Wissenschaft;Die kühlen Riesen haben eine segensreiche Wirkung: Sie fördern das Wachstum des Phytoplanktons. Sheffield/Wien – Im März 2000 löste sich der größte Eisberg, der je verzeichnet wurde, vom Ross-Schelfeis der Antarktis. Mit 37 Kilometern Breite und fast 300 Kilometern Länge hatte B-15 annähernd die Fläche von Oberösterreich. Solche Giganten sind selten, aber Rieseneisberge von ein, zwei Dutzend Kilometern Länge brechen immer wieder von den zirkumpolaren Eiskappen ab. Wahrgenommen werden sie primär als potenzielle Gefahr für die Schifffahrt – bei ausreichender Größe eventuell auch als Erzeuger eines eigenen Mikroklimas in ihrer Umgebung, was tendenziell ebenfalls unter Störung fällt. Tatsächlich scheinen die kühlen Riesen aber keineswegs nur Störenfriede zu sein, berichten britische Forscher in einer aktuellen Studie im Fachmagazin Nature Geoscience. Demnach fördern Eisberge das Wachstum des Phytoplanktons, da sie Eisen und andere Nährstoffe enthalten, die beim Abschmelzen freigesetzt werden. Das Team um Grant Bigg von der Universität Sheffield kam zu einem ganz anderen Schluss als frühere Studien, die Eisbergen nur eine geringe Rolle zugesprochen hatten, was laut Bigg daran liegt, dass diese nur Eisberge von durchschnittlicher Größe untersucht hatten. Die Sheffielder Forscher hingegen widmeten sich Rieseneisbergen von 18 Kilometern Länge und mehr, von denen ständig Dutzende im Antarktischen Ozean treiben. Deren Auswirkung finde in einer ganz anderen Größenordnung statt. Auf 175 Satellitenbildern analysierten die Forscher farbliche Veränderungen des Meerwassers – ein Anzeichen für das Wachstum des Phytoplanktons – rund um 17 Rieseneisberge. Sie kamen zum Befund, dass ein solcher Eisberg dieses Wachstum stark fördert. Er hinterlässt auf seiner Säfahrt eine fruchtbare Zone von einigen Hundert Kilometern Länge, die mindestens einen Monat lang bestehen bleibt. Rieseneisberge spielen laut Bigg daher eine nicht zu unterschätzende Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. -Nicht-Wissenschaft;Die mögliche Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl stellte sich am Montag den Neos vor. Wien – Die Neos-Räumlichkeiten in der Wiener Neubaugasse waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Irmgard Griss stellte sich am Montagabend Neos-Mitgliedern und -Sympathisanten, um Einblick zu geben, wie sie das Amt des Bundespräsidenten (sie spricht bewusst nicht von Bundespräsidentin) anlegen würde. Wie berichtet hat die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs ihr Interesse an einer Kandidatur 2016 bekundet – vorausgesetzt es gelingt, via Crowdfunding ausreichend Mittel für einen Wahlkampf aufzustellen – ich bin da aber ganz optimistisch. Da wird schon was zusammenkommen, sagte Griss. Die Domain irmgardgriss.at ging am Montag online. Entscheidung am 17. Dezember Neos-Parteichef Matthias Strolz kündigte an, am 17. Dezember im Rahmen eines erweiterten Parteivorstandes entscheiden zu wollen, ob es von den Pinken eine Wahlempfehlung geben wird. Wobei Griss offenbar ohnehin kein großes Interesse an allzu offizieller Unterstützung hat. Ich werbe nicht darum – das gelte sowohl für die Neos als auch für die FPÖ, die ebenfalls Sympathien für eine Griss-Kandidatur erkennen ließ. Aber man kann niemandem den Mund verbieten. Die erste Frage aus dem rund 100 Köpfe zählenden Auditorium war dann auch gleich, ob sie einen Kanzler Heinz-Christian Strache angeloben würde. Griss holte etwas aus und verwies – wie mehrfach im Laufe des Abends – auf die Verfassung. Demnach stehe es dem Bundespräsidenten zwar theoretisch frei, wen er oder sie als Kanzler angelobe, allerdings brauche ein Kanzler auch das Vertrauen des Parlaments. Wie sie dieses Dilemma lösen würde: Sollte sie tatsächlich vor die Gewissensfrage gestellt sein, jemanden angeloben zu müssen, den sie für nicht geeignet halte, würde sie das Amt zurücklegen, erklärte Griss. Gegen verhetzende Sprache auftreten Den Namen Strache nahm sie dabei kein einziges Mal explizit in den Mund. Und schnell fügte sie auch hinzu, sie würde zu überzeugen versuchen, dass keine verhetzende Sprache in der Politik verwendet wird. Es ist die Aufgabe des Bundespräsidenten, dagegen aufzutreten. Keine klare Antwort kam von der 69-Jährigen zur Frage, ob sie sich für Asyl für Edward Snowden ausgesprochen hätte. Sie verwies zunächst darauf, dass der Bundespräsident nicht über Asylanträge entscheide. Mehreren Nachfragen, wie sie grundsätzlich zu der Frage stehe, wich sie aus. Diskussionen einmahnen Zuvor hatte sie freilich wiederholt betont, sie würde als Bundespräsident auch Diskussionen einmahnen – etwa wenn es mehr Engagement in der Europadiskussion benötige (ich bin eine begeisterte Europäerin). Sich selbst bezeichnete Griss zwar als katholisch geprägt, betonte aber auch, dass Religion keinesfalls das Verhalten im öffentlichen Raum bestimmen dürfe – eine für die Neos nicht unwichtige Botschaft. Aktiver als Fischer Wesentlich aktiver als Heinz Fischer würde sie nach eigenen Worten auftreten, wenn der Nationalrat verfassungswidrige Gesetze beschließen würde. Nach gängiger Rechtsansicht prüft der Bundespräsident nur, ob ein Gesetz verfassungskonform beschlossen wurde, nicht aber dessen Inhalt. Griss zu dieser Frage: Wenn es eine klare Verfassungswidrigkeit gibt, hat der Bundespräsident das Recht und die Pflicht, darauf hinzuweisen. Am Ende des rund 90-minütigen Auftritts gab es tosenden Applaus von den Zuhörern. Strolz hatte schon zuvor im Gespräch mit dem STANDARD klare Präferenzen für Griss erkennen lassen. Zwischen ihm und ihr habe es schon mehrere ausführliche Treffen gegeben. Wir haben uns schon sehr gut kennengelernt. Der Eindruck war sehr positiv. Und: Das kann durchaus was werden. FPÖ-Unterstützung kein Problem für Neos Zu diskutieren werde aber noch sein, in welchem Härtegrad unsere Unterstützung ausfallen soll. Falls es auch von der FPÖ eine Wahlempfehlung geben sollte, wäre das für die Neos kein Problem. Wir treffen unsere Entscheidung unabhängig von anderen Parteien. Sie lernt schnell Nachdem Griss bisher keine politischen Ämter innehatte, sei für Strolz wichtig gewesen, zu sehen, wie schnell sie lernt. Und ich muss sagen: Das ist beeindruckend. Schließlich ist das politische Parkett glatt. In ersten Umfragen (Gallup für Österreich) schnitt Griss zuletzt jedenfalls sehr gut ab. Sie läge mit 35 Prozent demnach knapp vor dem grünen Wunschkandidaten Alexander Van der Bellen und sogar deutlich vor Erwin Pröll (ÖVP) und Rudolf Hundstorfer (SPÖ). OGM-Chef Wolfgang Bachmayer hält Umfragen aber für fragwürdig, solange die Kandidaten nicht feststehen. Jede Umfrage geht anders aus, wenn andere Kandidatenkombinationen abgefragt werden. Wenig bekannt Was die Daten ebenfalls relativiert: Griss verfügt noch über relativ niedrige Bekanntheitswerte. Beim APA/OGM-Vertrauensindex kam sie zwar auf einen sehr guten Saldo – 29 Prozent haben Vertrauen zu ihr, nur fünf Prozent haben keines. Das heißt aber laut Bachmayer auch: Fast zwei Drittel kennen Griss noch nicht oder haben keine Meinung zu ihr. Zum Vergleich: Zu Hundstorfer haben nur 13 Prozent keine Meinung, bei Pröll sind es 17 und bei Van der Bellen 21 Prozent. Bis alle Kandidaten feststehen, wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. Der SPÖ-Vorstand ist für den 15. Jänner angesetzt. Ganz überzeugt soll Hundstorfer nicht mehr sein – aber wenn er will, ist er unser Kandidat, sagt ein Parteikenner. Die ÖVP will sich erst aus der Deckung wagen, wenn die Roten sich festgelegt haben. Und auch die Grünen werden wahrscheinlich heuer keine Entscheidung mehr treffen, wie Parteichefin Eva Glawischnig zuletzt deponierte. +Nicht-Wissenschaft;Zangerl hält die Reform für diskriminierend und kündigt rechtliche Schritte an. Innsbruck – Tirols AK-Chef Erwin Zangerl (ÖVP) hat am Donnerstag erneut gegen die im Zuge der Steuerreform beschlossene Grunderwerbssteuer gewettert. Diese sei in der vorliegenden Form ungerecht, eigentumsfeindlich, belastet den Mittelstand und widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz, bemängelte er in einer Aussendung und kündigte rechtliche Schritte an. Ferner kritisierte der Arbeiterkammerpräsident in diesem Zusammenhang den seiner Ansicht nach mangelnden Einsatz der Tiroler Nationalräte von ÖVP und SPÖ. Auch sei ein Schreiben unbeantwortet geblieben, indem die Arbeiterkammer ihren massiven Protest an Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und Finanzminister Hans Jörg Schelling (beide ÖVP) kundgetan habe. Zangerl wähnt in seiner Kritik Rechts-Experten hinter sich. Diese würden die unterschiedliche Bewertung von Grundstücken und Immobilien von Bauern, Unternehmen und Privaten ebenfalls als diskriminierend beurteilen und sie verfassungsrechtlich infrage stellen. Zudem sind die westlichen Bundesländer laut Zangerl massiv benachteiligt. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg seien Grundstücke und Immobilien deutlich teuerer. Durch die Grunderwerbssteuer würden Bürger bestraft, die sich im Laufe harter Arbeitsjahre unter größten Entbehrungen ein Haus oder eine Wohnung erspart haben. Wissenschaft;'Die Entdeckung kleiner regulatorischer RNAs und ihrer Funktionen sorgte für einen Umbruch in der Molekularbiologie. Wien – Wie revolutionär die Entdeckung kleiner RNAs ist, lässt sich an der ungewöhnlich kurzen Zeit ablesen, die zwischen Publikation und Nobelpreisverleihung liegt. 1998 veröffentlichten Andrew Fire und Craig Mello ihre Ergebnisse zum Einfluss von doppelsträngigen Ribonukleinsäuren, kurz RNA, die bis dahin hauptsächlich dafür bekannt waren, die genetische Information der DNA zu den Proteinproduktionsstätten zu transportieren. Kleine RNA-Moleküle, die aus der doppelsträngigen RNA entstehen, sind die Basis eines potenten Schutzsystems gegen fremde Erbinformation. Sie können allerdings auch zelleigene Gene hemmen und spielen daher eine entscheidende Rolle in der Genregulation. Für die Entdeckung dieses Mechanismus, der RNA-Interferenz genannt wird, erhielten die beiden US-Amerikaner bereits acht Jahre später den Medizin-Nobelpreis; im Durchschnitt vergehen zwischen Fund und Preisverleihung mehr als zwanzig Jahre. Basis dieses bedeutsamen biologischen Systems ist die Frage: Wie schütze ich mein Erbgut vor DNA-Parasiten?, sagt Julius Brennecke, Forschungsgruppenleiter am Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA). DNA-Parasiten – das sind beispielsweise Viren oder Transposons, sogenannte springende Gene, die ihre Position im Genom verändern können und durch das Springen in andere Gene deren Funktion ausschalten. Etwa die Hälfte des menschlichen Genoms besteht aus Transposons. Das ist einerseits ein Sequenzreservoir – ein Forscher nannte das kürzlich die Knetmasse der Evolution, sagt Brennecke. Andererseits haben Transposons die Möglichkeit, unsere DNA zu schädigen, und dementsprechend sind sie ähnlich wie Zigarettenrauch ein Grund für Mutationen, die auch krankheitsrelevant sind. Um diesen Mutationen entgegenzuwirken, entwickelte sich in Tieren, Pflanzen und Pilzen das Abwehrsystem RNA-Interferenz. Am Vienna Biocenter werden kleine RNAs derzeit in fünf Forschungsgruppen untersucht. Seit elf Jahren findet hier auch das weltweit renommierte Microsymposium zur Biologie dieser besonderen Moleküle statt, das vom IMBA gemeinsam mit dem Institut für Molekulare Pathologie (IMP) und dem Gregor-Mendel-Institut organisiert wird. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Förderung junger Wissenschafter: Auch PhD-Studenten können ihre Projekte präsentieren. Dieses Jahr waren unter anderem Raphael Manzenreither (IMBA) und Tanja Drexel (IMP) beteiligt, die unterschiedliche Signalwege kleiner RNAs in Tieren erforschen. Manzenreither studiert die Abwehr von Viren beim Modellorganismus Taufliege. Wenn ein Virus in eine Fliege eindringt, produziert er viele RNAs, die zerstört werden müssen, damit die Fliege überlebt, sagt er. Zur Abwehr binden zelleigene kleine RNA-Moleküle an die Virus-RNA und zerschneiden diese. Ich untersuche, wie der Mechanismus möglichst effizient funktioniert und welche Proteine dafür wichtig sind, sagt Manzenreither. Kleine RNAs werden von Organismen aber auch zur Regulation der eigenen Gene angewandt. Die Evolution hat ein System genommen, das funktioniert, und es ein bisschen moduliert. Wenn ich das Rad erfunden habe, kann ich das Konzept bei einem Auto verwenden, bei einem Fahrrad oder ein Zahnrad bauen, sagt Brennecke. Die hierfür zuständigen Moleküle heißen microRNAs und sind Forschungsobjekt von Tanja Drexel. Sie untersucht ihre Wirkungsweise im Fadenwurm C. elegans. In drei Zellpaaren im Kopf des Wurmes habe ich eine microRNA gefunden, die ein Genprodukt hemmt, sagt Drexel. Diese Hemmung erlaube es C. elegans, verbessert Kohlenstoffdioxid wahrzunehmen. In anderen Zellen des Körpers kann das Genprodukt jedoch unbehelligt von der microRNA produziert werden – ein Paradebeispiel für posttranskriptionelle Regulation, die nicht ein Gen selbst, sondern dessen Folgeprodukt, die RNA, beeinflusst. Der durchsichtige Fadenwurm bringt den Vorteil, dass sich Zellen oder Genprodukte mit fluoreszierenden Mitteln markieren und so unter dem Mikroskop betrachten lassen. So können Wissenschafter feststellen, welches Gen in welchen Zellen exprimiert wird, also Produkte wie RNA und Proteine bildet. Die Mechanismen der kleinen RNA haben so neue Möglichkeiten in Forschung und Therapie eröffnet. Wenn du die Methode verstehst, kannst du jede RNA einer Zelle experimentell lahmlegen, sagt Brennecke. Das war vorher überhaupt nicht möglich. In den vergangenen Jahren habe mit der Entdeckung des CRISPR/Cas-Systems eine zweite Revolution stattgefunden: Das ist das Pendant der Bakterien zur RNA-Interferenz, ihr Schutz gegen Eindringlinge. Der Unterschied: Bei der RNA-Interferenz wird das Gen selbst, die DNA, nicht angerührt. Nur ihr RNA-Produkt wird zerstört. Bei CRISPR/Cas greift der Komplex die DNA an und zerschneidet sie. Das passiert natürlicherweise in Bakterien, die entsprechenden Proteine lassen sich aber auch in Menschen, Tieren oder Pflanzen einbringen. Nur wenige Jahre nach der Entdeckung wird die Methode regulär in molekularbiologischen Laboren angewandt, um DNA punktgenau zu verändern. Vor einer therapeutischen Anwendung stellen sich ethische, aber auch medizinische Fragen – was passiert mit einem Organismus, dem zusätzliche kleine RNAs verabreicht werden? Die Hoffnung auf Therapien, etwa zur Bekämpfung diverser Krebsarten und Erbkrankheiten, ist dennoch groß. Einige potenzielle RNA-Arzneimittel befinden sich bereits in der pharmazeutischen Phase III, in der bei einer größeren Patientengruppe getestet wird, ob die Wirkung signifikant ist und welche Nebenwirkungen entstehen. Nicht zuletzt durch die Anwendbarkeit hat sich die Biologie kleiner RNAs zu einem großen und breitgefächerten Forschungsfeld entwickelt. Eines der schönsten Dinge ist: Wir arbeiten auf dem gleichen Gebiet, aber es ist in den verschiedenen Modellorganismen immer etwas anders, sagt Brennecke. Die Forscher lernen voneinander und sind trotzdem offen. Denn weil das Feld so divers ist, tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße.' -Nicht-Wissenschaft;'Alexander Wrabetz über die Generalswahl 2016, geplante Youtube-Kanäle, die neue Fußball-App und vermeintliche Schulterschlüsse. Wien – Wie nervös macht den ORF-General der Gebührenentscheid des Verwaltungsgerichtshofs? Dieses und eine Handvoll andere Probleme, Projekte und Pläne erklärt Alexander Wrabetz im STANDARD-Interview: Wer allein über Web Radio hört, muss keine Gebühren zahlen, entschieden die Höchstrichter. Wrabetz wirkt gelassen: Der Problemdruck ist in den nächsten Jahren nicht so groß. Höchstens ein paar Tausend Menschen konsumierten ORF-Radio allein über das Web. Aber: In zehn Jahren sollte es diese Gebührenlücke nicht mehr geben – dann könnte das schon relevantere Größenordnungen haben. In politisch nicht aufgeheiztem Klima stehe die Entscheidung an: Rundfunkgebühr auch für Web-Konsum oder gleich eine Abgabe für alle Haushalte. Schon 2016 steht laut Gesetz ein Antrag auf Gebührenerhöhung an. Wie hoch die ausfallen soll, will Wrabetz noch nicht gerechnet haben. In der digitalen Welt hat der ORF einiges vor. Eine Arbeitsgruppe bastelt an Youtube-Kanälen des ORF, etwa für Comedy. Die Medienbehörde hat das Social-Media-Konzept des ORF darüber und mehr Aktivitäten auf Facebook gerade abgenickt. Vor allem ein verlängertes Marketingtool für den ORF, kein neues Geschäftsfeld, sagt er. Ein länger angekündigter ORF-Programmguide mit Empfehlungsfunktionen, auch für User, überfordert die Fernseh-IT des ORF noch. Und das Gesetz beschränkt Social-Media-Möglichkeiten des ORF für diesen Programmführer. Und er sieht heute keine Anzeichen für deren Lockerung. Als ersten Schritt kündigt Wrabetz nun eine Individualisierung der ORF-TVthek an, vor 2017. Ab Mitte September soll die Fußball-App des ORF um Nationalteam, Bundesliga, EURO und Champions League, Maßstäbe setzen, sagt Wrabetz – mehr zu Social TV und zur App hier. Wrabetz war im Frühsommer mit Medienmachern wie Niko Pelinka (Kobza Media) und Marcin Kotlowski (Wien Holding/W24) auf Kurz-Studienreise bei Google und Co im Silicon Valley. Sein Befund über die Herausforderer: Da sitzen einige Tausend bis Zehntausend der intelligentesten Kids der Welt mit den größten Geldmengen und denken nach, wie sie eine Branche nach der anderen genau zwischen die Augen treffen können. Sie denken auch darüber nach, wie sie das klassische Fernsehen und Radio zwischen die Augen treffen. Sie meinen das nicht böse. Sie sind überzeugt, dass alles Bestehende verändert werden muss. – Mehr dazu hier. Netflix etwa habe das klassische Fernsehen bisher nicht ersetzt, auch nicht in den USA – aber man muss es ernst nehmen. Der ORF setzt das Videoabrufportal Flimmit dagegen; bis 2016 will der ORF ein Klassik-Streamingportal starten. Hat Wrabetz mehr Streamingpläne? Ich sehe heute keine weiteren Felder. Sehr schwer umsetzbar ist laut Wrabetz eine geplante Videokooperation des ORF mit Zeitungsportalen – die Wettbewerbsbehörde habe Einwände. Plan B lautet nun, das über die APA zu organisieren. Das wird geprüft. Die Video-Zulieferung sah Wrabetz als Beitrag des ORF zum vielbeschworenen Schulterschluss österreichischer Medien gegen internationale Giganten wie Google und Facebook. Seine Erfahrung, etwa bei unsinnigen App-Beschränkungen: Kaum kommt man zur konkreten Medienrealität und zu einvernehmlichen Lösungen, dann finden sich plötzlich alle wieder in ihren Medien-Schrebergärten wieder, die sie ängstlich behüten. Wie für Bewegungsspielraum bei Apps bräuchte es für einen Regional-Fernsehkanal des ORF bräuchte es eine Gesetzesänderung, und die sieht Wrabetz derzeit nicht. Vorerst – ab Frühjahr 2016 – kommt die Regionalität vor allem ins neue Frühfernsehen. Von sechs bis neun Uhr meldet sich der ORF aus einer Gemeinde, in der tunlichst gerade etwas los ist – Hahnenkammrennen, Salzburger Festspiele, Narzissenfest oder Beach-Volleyball. Tritt Wrabetz, 2016 zehn Jahre ORF-Chef, wieder an? Er wirkt so, sagt es aber nicht – nur: Die Aufgabe und Herausforderung gehen weiter. Und eines schließt er aus: Ganz sicher will er nicht Bundeskanzler werden – was ja nicht alle bisherigen ORF-Generäle ausschließen. Wrabetz geht nicht davon aus, dass Finanzdirektor Richard Grasl 2016 gegen ihn antritt. Ein Direktorenteam für 2016 kommentiert er nicht. Aber eine Bewerbung sollte jedenfalls die geplante neue Führungsstruktur des ORF enthalten: mit Direktoren für Information und Programm über alle Medien. Die ORF-Redakteure sorgen sich um redaktionelle Vielfalt in dieser neuen Struktur. Wrabetz sagt, er überdenkt seine Organisationspläne dazu. Doch schon in jüngsten Ressortleiter-Besetzungen vermutet die Redakteursvertretung politische Geschäfte mit Blick auf die Generalswahl. Wrabetz findet öffentliche Debatten darüber absolut entbehrlich. Und: Ich verstehe, dass sich immer mehr Mitarbeiter über öffentliche Abqualifizierung von Redakteuren durch den Redakteursrat beschweren. Dem Betriebsrat ist Wrabetz dankbar, dass der die Betriebsvereinbarung über Hearings gekündigt hat. Mit Form und Gewichtung der Hearings war Wrabetz so unglücklich wie Betriebsrat, Gleichstellungsbeauftragte und Kandidaten, sagt er. Das hindert den ORF offenbar nicht daran, für kommende Woche zu einem Hearing über die Funktion des Chefredakteurs im Landesstudio Niederösterreich zu laden. Als Favorit gilt, wie berichtet, Vize und Bundesländerkoordinator Robert Ziegler. Der ORF-Betriebsrat hat zudem beim Obersten Gerichtshof eine Feststellungsklage über die millionenschwere Anrechnung von Vordienstzeiten eingebracht. Er beruft sich auf eine Entscheidung des EU-Gerichtshofs. Wrabetz: Offensichtlich war den EU-Richtern nicht bewusst, dass sie hier Unsinn rechtsprechen. Und wenn man Wrabetz nach einer Bilanz der ersten neun, bald zehn Jahre fragt und auch nach Entwicklungen, die er lieber ausgelassen hätte? Da kommt er auf Mitten im Achten – auch eine Erfahrung – und leitet elegant zu einem Lob der größtenteils weniger schwierigen Fiction-Produktion des ORF über. Lob für Fernsehfilm- und -serienchef Heinrich Mis, Exprogrammdirektor Wolfgang Lorenz, TV-Direktorin Kathrin Zechner und ihre Teams. Und fürchtet sich Wrabetz schon vor Aufregung um die Schalko-Serie Altes Geld im Herbst, die um 20.15 oder kurz nach 21 Uhr laufen soll mit ihren durchaus gewagten Dialogen über Inzest, Sexualpraktiken, NS-Vergangenheit und Wiener Stadtpolitik? Eher nein: Wer Vorstadtweiber ausgehalten hat, wird auch Altes Geld aushalten. Hier gehts zum Interview – und zum Start die Haushaltsabgabe' -Nicht-Wissenschaft;Das Musikfestival eröffnete am Donnerstag trocken, mit Hip-Hop und Elektronik. St. Pölten – Die Hinweistafeln entlang der Landstraße muten prophetisch an: Sportlerfest, Westernparty in Zagging, Riesenheidelbeeren selber pflücken, Erlebnisspielplatz. Am Ende der Straße liegt St. Pölten. Und dort findet in etwa genau das gerade statt. Das FM4-Frequency-Festival feiert 15 Jahre Bestand, zum siebenten Mal bespielt man das VAZ-Gelände in der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Kühl, aber weitgehend trocken. Way to Madness steht in riesigen bunten Buchstaben über dem Eingang. Dahinter wartet ein Labyrinth aus Sperrgittern und etlichen Wassergräben – Takeshis Castle für Einsteiger. Sicherheit werde diesmal großgeschrieben, heißt es, wie eigentlich eh immer. Party hard – but clean, wird man an jedem Mistkübel erinnert. Auch das ist nicht neu. Das Müllproblem versuchen die Veranstalter in diesem Jahr mit einem drängenden Sozialproblem zu verknüpfen. Zelte können am Ende des Festivals für das Flüchtlingslager Traiskirchen gespendet werden. Mit Dildo am Gürtel Auf dem Festivalgelände scheppert es von allen Seiten, weil jeder Tattoo-Stand mittlerweile seine eigene Anlage braucht. Thementränken vom englischen Pub bis zum Pariser Bistro haben etwas von Disneyland. In einem Zirkuszelt gibt es auch wieder einen Artpark. Dort treten den ganzen Tag über Straßenkünstler von Breakdancern bis zu Feuerspuckern auf. An einem besonders schmucken Stand verkaufen hornbebrillte Styler Waren der Marke fick dich. Dazu passen Verkleidungen wie Engelsflügel, die zum Shirt mit der Aufschrift random bitch getragen werden. Und natürlich gibt es auch wieder einige Super-Mario-Darsteller im Blaumann und mit Dildo-Pistole am Gürtel. Dagegen wirken vollbesetzte 360-Grad-Pissoirs wie originelle soziale Plastiken. Der US-Singer-Songwriter Chuck Ragan versuchte trotz Stimmproblemen gegen das nachmittägliche Desinteresse des Publikums anzukämpfen. Eine launige Mischung aus Folk und Southern Rock, bei der auch Zither und Violine zum Einsatz kommen. Als auf Ragans Frage, ob denn schon alle bereit für Bad Religion seien, kaum Reaktion aufbrandete, war klar, dass auch die nächste Band nicht besonders viele hinter den Öfen hervorlocken würde. Aber 35 Jahre Bandgeschichte können auch überfordern. Noch dazu, wenn Greg Graffin, Sänger der Punkrocktruppe, mittlerweile mit Landeshauptmannfrisur und Lesebrille agitiert. Ruhestörung bei José González Am frühen Abend lockte dann die Pärchenstunde vor beiden Hauptbühnen. Mit The Script in groß und José González in klein kamen Frischverliebte auf ihre Kosten. Die irische Kuschelrock-Band The Script, bestehend seit 2001, gab ihr erstes Österreich-Konzert. Zu Ohrwürmern wie Breakeven und Superheroes formte Sänger Daniel ODonoghue kleine Fingerherzchen. Für 2016 lud er sich und seine Band gleich selber ein: Der Veranstalter steht hier an der Seite, wollt ihr, dass wir nächstes Jahr wieder kommen? José González hielt seinen Vortrag bescheidener. Der sanfte Singer-Songwriter aus Schweden wurde bekannt durch seine melancholischen Akustiknummern Crosses und Heartbeats, die in zahlreichen Filmen, Serien und Werbevideos Verwendung fanden. Im Februar erschien nach längerer Absenz sein drittes Album Vestiges & Claws. Der Auftritt mit seiner vierköpfigen Band (immerhin mit den wohl gefühlvollsten Schlagwerkern des Festivals) hätte ein alternatives Highlight des Abends werden können. Wenn nicht die Party-Deejays vom Commercial-Stand einer Biermarke gnadenlos zur Ruhestörung geschritten wären. Radical Chic mit Molotov Die Hip-Hop-Formation K.I.Z baute bei ihrer Fascho-Satire auf einen Haufen Uniformierter mit Sturmgewehren, meterhohe Marmorstatuen ebensolcher und Illuminaten-Symbolik. Ein K.I.Z-Konzert ist keine demokratische Veranstaltung, sagte der Rapdiktator, ehe alle Tanz den Adolf Hitler schrien. Die Mischung aus Möchtegern-Deichkind und Laibach geht aber nur bei der Ausstattung auf, stimmlich war bei den Jungs aus Berlin nicht viel los. Immerhin, am Ende versuchte man sich als Therapeut: Ihr müsst die Probleme aus eurer Kindheit verarbeiten. Zeigt den reifen Menschen den Fickfinger! Der Finger war auch häufig bei Rap-Kollege Casper im Einsatz, zum Beispiel gegen Rassismus, Sexismus und Fremdenhass. Tausende waren vor den Chemical Brothers von der großen zu ihm auf die kleine Bühne geflüchtet. Der deutsch-amerikanische Rapper, der live mit Rockband auftritt, coverte nach einer halben Stunde Bilderbuchs Maschin. Neben viel Schunkelmusik gab es auch ein bisschen linken Radical Chic mit Molotov-Cocktail. Das gipfelte in einer Zugabe im Verbund mit K.I.Z. Einigen konnte man sich auf BGS GSG der 70er-Jahre-Punkband The Buttocks. Polizisten, aufgepasst! Die Elektroniker von den Chemical Brothers – bei denen derzeit mit Tom Rowlands nur ein originaler Bruder am Gerät steht – machten indes auf der großen Bühne Schluss. Dazu wurde erst einmal das gesamte Feld eingeräuchert, fette Laser und psychedelische Visuals inklusive. Im Unterschied zu dem davor vom Publikum abgefeierten EDM-Duo Major Lazer haben die reiferen Herren der Chemical Brothers noch Gefühl für Dramatik. Auch nach 20 Jahren Bestand fasziniert das Dunkle und Störende ihrer Deejay-Sets. Da wird auch noch so mancher Höhepunkt abgewürgt und nicht alle 30 Sekunden mit einem anderen beliebigen Hit aus den Charts auf den nächsten Drop hingearbeitet. Gegen Ende baumeln zwei riesige Roboter von der Decke, die mit ihren Laserstrahl-Augen das Gelände scannen. World, the time has come to .... Husch, husch, ins Zelt! (Stefan Weiss, 21.8.2015) +Nicht-Wissenschaft;"Zu allem bereit" – "Aus Plaste und Elaste ist ihr Rückgrat gemacht" – "Tschüss, Kunstfreiheit" – Verleger ist für weite Auslegung künstlerischer Freiheit. Berlin – Der deutsche Komiker Dieter Hallervorden hat im Satirestreit nachgelegt und ein Lied auf Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gedichtet. Seinen neuen satirischen Song mit dem Titel Merkel – zu allem bereit postete er am späten Sonntagabend bei Facebook. Sie war einst junger Pionier. Sie hat schon früher gut taktiert. Und danach auf Jungfrau Maria gemacht. Und uns jetzt ein Stückchen Scharia gebracht, singt er darin. Hallervorden reagiert damit auf die Entscheidung der Berliner Bundesregierung, auf Wunsch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan den Weg für ein gesondertes Strafverfahren gegen den Satiriker Jan Böhmermann frei zu machen. In seinem Liedtext heißt es auch: Aus Plaste und Elaste ist ihr Rückgrat gemacht. Über den Diktator wird hier nicht mehr gelacht. Tschüss, Kunstfreiheit. Böhmermann hatte Ende März in seiner Fernsehshow Neo Magazin Royale mit einem Schmähgedicht gegen Erdogan ein gewaltiges politisches Echo ausgelöst. Am Wochenende kündigte Böhmermann eine Fernsehpause an. Es gebe möglicherweise bedeutsamere Themen als die Diskussion um ein Gedicht, stand auf seiner Facebook-Seite am Samstag. Darüber hinaus ist die Redaktion davon überzeugt, dass ein weiterer Song von Dieter Didi Hallervorden zum Thema unbedingt zu verhindern ist. Jan Böhmermanns Verleger Helge Malchow plädiert für möglichst wenig Beschränkungen bei der künstlerischen Freiheit. Ich bin der Meinung, dass eine freie Gesellschaft eine extrem weite Auslegung von künstlerischer Freiheit braucht, sagte er der Süddeutschen Zeitung (Montag). Natürlich könne man Böhmermanns Gedicht über den türkischen Präsidenten sexistisch oder rassistisch finden. Aber das würde irgendwann zu einer Kunst führen, bei der freies Denken verboten wäre. Malchow warnte: Dann gibt es nur noch puritanisches Sprechen, keine Ironie mehr, keine Satire, keine Kunst. Malchow hat Böhmermanns Buch Alles, alles über Deutschland: Halbwissen kompakt im Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch auf den Markt gebracht und ist in der Vergangenheit mehrfach für seine Autoren wie Heiner Müller, Bret Easton Ellis, Maxim Biller vor Gericht gezogen, wenn es um die Freiheit der Kunst ging. Böhmermann hatte in seiner satirischen ZDF-Show Neo Magazin Royale den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in dem Gedicht mit drastischen Worten angegriffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die deutsche Justiz am Freitag ermächtigt, gegen ihn zu ermitteln. Böhmermann hat angekündigt, eine Fernsehpause einzulegen. Ich habe das Gefühl, dass ihn das emotional stark getroffen hat. Aber auch nicht umbringt, sagte Malchow der Zeitung. +Nicht-Wissenschaft;'Birgit Minichmayr liest am Freitag in der Bludenzer Remise aus Werken von Dorothy Parker. Auf zwanzig Hunde brachte es Dorothy Parker (1893-1967) im Lauf ihres Lebens. Die Vierbeiner, vornehmlich Terrier und Pudel, hörten auf Namen wie Cliché oder Cest tout!. Von einem der Herrchen behielt die geborene Rothschild zumindest den Nachnamen, ihre lakonisch-lyrischen Antipathien eröffnete die scharfzüngige Schreiberin mit Men: A Hate Song. Prompt folgten als Hassobjekte Verwandte, Frauen, Bohemiens, das Büro – und Schauspieler. Anfangs jobbte Parker am Klavier einer Tanzschule in Manhattan, ihre ersten bezahlten Texte waren Bildunterschriften in der Vogue. Für Vanity Fair und The New Yorker schrieb sie Kritiken und Kolumnen; Gedichte und Stories publizierte sie unter Pseudonym. Linkes Engagement brachte ihr Ärger statt Engagements in Hollywood, wo sie an Drehbüchern, u. a. für Alfred Hitchcocks Saboteure, mitgearbeitet hatte. Parkers Gedichte liest man im Original, Erzählungen sind übersetzt, u. a. von Pieke Biermann. Zu den markigen Reimen der Dorothy Parker zählt: Men seldom make passes / At girls who wear glasses. Eine Frau, der man unabhängig vom Styling Avancen macht, ist Birgit Minichmayr. Die Schauspielerin übermannt und überzeugt auf den Bühnen von Wien, Berlin, Salzburg, München und Zürich. Menschen abseits der Theatermetropolen müssen sich auf Kino und Fernsehen beschränken, wenn sie die mehrfache Nestroy-Preisträgerin sehen möchten. Nicht so am Freitag in Bludenz. Dorothy Parkers Erbe ging an Martin Luther King und die NAACP. Direkt nach Äthiopien gehen Gage und Kartenerlös der Lesung ihrer Texte im Rahmen von Kultur.Leben – ein Caritas-Projekt hilft dort Aids-Waisen.' Wissenschaft;'Sasha Mendjan erforscht die biologische Entwicklung des Herzens. Sein Ziel ist es, ein Herz im Labor zu züchten. Wien – Etwa 60 bis 80 Mal in der Minute, rund 100.000 Mal am Tag schlägt unser Herz. Es ist die Pumpe des Blutkreislaufs, ein Hochleistungsmotor des Lebens – und das am aufwendigsten konstruierte Organ des Menschen, sagt Sasha Mendjan. Der Biologe meint damit zum Beispiel die zehn und mehr verschiedenen Gewebetypen, die ein menschliches Herz aufbauen. Für einen Stammzellforscher wie Mendjan ist dies sehr viel. Je mehr Gewebetypen, desto schwieriger ist die Suche nach Antworten, etwa auf die Frage: Wie bilden sich aus Stammzellen – also dem Ausgangsmaterial, das sich noch zu allen Zelltypen unsers Körpers entwickeln kann – bestimmte Organe? Und wie lassen sie sich bilden? Denn die künstlichen Organe versprechen großen Nutzen für die medizinische Forschung. So ist auch Mendjans Vision, in seinem Labor einmal ein von ihm gezüchtetes Herz schlagen zu sehen. Die biologischen Grundlagen dafür erforscht er ab 1. Oktober am Wiener Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Organe im Millimetermaß Weltweit arbeiten Forscher an der Entwicklung von aus Stammzellen gewonnenen Organen. Am IMBA gelang es Forschern um Jürgen Knoblich vor zwei Jahren, aus den nicht differenzierten Zellen menschliche Minihirne von bis zu vier Millimetern Größe herzustellen. Britische Forscher haben bereits 2006 erste Minilebern vorgestellt – sie sind so groß wie kleine Münzen. Minilungen haben jüngst Forscher vom britischen Stem Cell Institute in Cambridge entwickelt – Mendjans derzeitiger Forschungsstandort. Diese sogenannten Organoide sind dreidimensionale Modelle, die das Verhalten und die Funktion der menschlichen Organe nachahmen. Sie dienen vor allem zur Erforschung von Krankheitsentstehungen und zum Testen von Medikamenten. 95 Prozent der Forschung in diesem Bereich konzentrieren sich bisher darauf, ein bestimmtes Gewebe aus Stammzellen zu produzieren. Die Organoide bestehen aber wie die echten Organe des Menschen in der Regel aus mehreren Gewebetypen, sagt Mendjan. Nachdem das Gewebe auch untereinander kommuniziert, könnten sie viel besser die Wirkung von Medikamenten demonstrieren. Die vergleichsweise teuren und aufwendigeren Versuche mit Mäusen, Ratten und anderen Tieren machen die Organoide nicht obsolet. Sieht man in ihnen, dass eine bestimmte Mutation die Herzentwicklung beeinflusst, will man auch sehen, ob das in der Maus zutrifft. Das ist immer noch ein echter Organismus, sagt Mendjan. In der Kombination von molekularer Grundlagenforschung, Tiermodellen und humanen Stammzellmodellen aus dem Labor sieht der 36-Jährige die Zukunft der Medizinforschung. Eingeschränkte Entwicklung Doch: Die künstlichen Organe müssen noch sehr viel besser werden – bisherige Organoide sind noch nicht wirklich optimal entwickelt, sagt der künftige IMBA-Forscher. So funktionieren zurzeit viele Organoide viel eingeschränkter als unsere Organe. Ihre Zellen ähneln eher jenen aus einem sehr frühen Stadium der Entwicklung – noch vor der Geburt. Um sie wirklich zur Medikamentenentwicklung oder zu therapeutischen Zwecken einsetzen zu wollen, braucht man die volle Funktionalität. 2007 kam Sasha Mendjan als Postdoc an das Stem Cell Institute der University of Cambridge: ein Ort, der heute rund 50 Stammzellforschungsgruppen beherbergt. Auch wenn das IMBA die Stammzellforschung noch weiter ausbauen will, ist sie hier natürlich viel kleiner aufgestellt. Doch der Wechsel vom Silicon Valley der Stammzellforschung Europas nach Wien fällt Mendjan nicht schwer: Hier am IMBA habe ich mehr Möglichkeiten, an etwas Neuem zu arbeiten. In Cambridge herrscht unter den vielen Gruppen ein großer Wettbewerb. Die beste Idee wird nicht mit anderen diskutiert, sagt Mendjan. Von Wien zeichnet er ein anderes Bild: Hier trifft man auf Leute, die sehr verschiedene Dinge machen, verschiedene Techniken anwenden und mit denen man sehr frei diskutieren kann. Zum Beispiel auch Ansätze, wie man der Entwicklung des künstlichen Herzens auf die Schliche kommen könnte. Fehlende Herzminiatur Warum ihn gerade das besonders interessiert, begründet Mendjan: Ein Organoid vom Herzen gibt es noch nicht. Das trifft auch auf andere Gewebe zu, die vom Mesoderm – einem bestimmten Zelltyp aus der sehr frühen Entwicklung des Menschen – abstammen: zum Beispiel das Bindegewebe oder die Muskulatur. Ich will wissen: Warum konnten wir bisher noch keine Organoide, die sich aus den mesodermalen Zellen entwickeln, herstellen? Und vor allem interessiert Mendjan: Wie können wir sie herstellen? Ein Grund für die wenigen Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet könnte sein – so Mendjans Annahme -, dass die Stammzellen in Organen wie dem Herz wenig aktiv sind. Im Darm werden die Gewebezellen alle sechs Tage ausgetauscht, die Stammzellen regenerieren das Gewebe. Im Herz wird ein Prozent aller Zellen in einem Jahr ausgewechselt. Das Herz ist also ein Organ, das sich nur sehr langsam regeneriert. Daher wurde auch bisher noch keine Herzstammzelle gefunden, sagt Mendjan. Zudem ist zu bedenken: Selbst wenn es Stammzellen im Herz gäbe, ließe sich hier – im Gegensatz zum Darm – eine Biopsie kaum durchführen. Dadurch ließen sich also die nützlichen Stammzellen für die Experimente im Labor nicht gewinnen. Für seine Herzforschung will der gebürtige Belgrader, der in Deutschland studierte, daher vor allem pluripotente Stammzellen nutzen: also jene neutralen Zellen, die sich noch in keiner Weise ausdifferenziert haben. Dabei greift er auf induziert pluripotente Stammzellen zurück: 2012 ging der Medizin-Nobelpreis an Forscher, die normale Körperzellen künstlich reprogrammiert und in Zellen verwandelt haben, die sich wieder in jegliches Gewebe entwickeln können. Die Technik hat die Stammzellforschung revolutioniert; sie macht sich auch Mendjan zunutze. Nebenwirkungen möglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen nach wie vor zu den häufigsten Krankheiten. Das treibt die Forscher an. Zudem könnte mit einem künstlichen Miniherz besser sichergestellt werden, dass Medikamente jeglicher Art keine Nebenwirkungen auf unser zentrales Lebensorgan haben. Denn: Jedes Medikament muss vor Zulassung auf Herz-Toxizität getestet werden. Bisher dient vor allem ein Typ von Herzzellen, von Mäusen, Ratten oder auch Hunden abstammend, diesen Versuchen. Bei vielen Medikamenten sind damit Nebenwirkungen auf unser Herz nicht ausgeschlossen. Das, hofft Mendjan, wird sich langfristig ändern.' -Nicht-Wissenschaft;Aus Syrien kommen täglich neue Kriegsflüchtlinge, aber auch jene in den "Warteräumen ", besonders in der Türkei, wollen weiter, um ein neues Leben im Westen zu beginnen. Eine irakische Facebook-Kampagne – mit bisher überschaubarer Anhängerschaft, aber man weiß, wie schnell sich das ändern kann – mit dem Namen Ich wandere nicht aus zeigt, wie komplex die Verhältnisse sind, die nun endgültig aus dem Nahen Osten zu uns übergeschwappt sind. Im Bericht von Al-Arabiya über Ich wandere nicht aus wird ein junger Mann in Nasiriya im Südirak vorgestellt: Er weiß von der Kampagne, bleibt jedoch dabei, dass er lieber heute als morgen gehen würde. Er könne aber seinen alten Vater nicht allein lassen. Auch wenn die Lage in Nasiriya keineswegs automatisch auf jene anderer Flüchtlinge aus dem Irak oder anderswoher, die jetzt in Europa ankommen, übertragbar ist: Die Geschichte ist wohl auch ein Hinweis darauf, dass wir es zurzeit mit zwei unterschiedlichen Flüchtlingspopulationen zu tun haben: Menschen, die gehen müssen, um ihr nacktes Leben zu retten, und Menschen, die gehen, weil ihnen ihre Heimat keinerlei Hoffnung mehr gibt. Und ein anderer Aspekt dieser Geschichte beantwortet eben gleich auch die Frage, was denn das Bleiben für manche so unerträglich macht, selbst in Gegenden, wo gerade kein Krieg ist: Geht man auf die Facebook-Seite der Kampagne, dann wird man sie mit Zeichen und Bildern schiitischer Frömmigkeit garniert finden. Ein Sunnit, der diese Seite sieht, oder auch einfach ein irakischer Mensch, der in einer Welt ohne konfessionelle Kategorien oder religiöse Dominanz leben will, wird das als folgende Botschaft lesen: Die religiösen Schiiten werden aufgerufen zu bleiben – um das Land endgültig zu übernehmen. Wenn der Islamische Staat, der andere Landesteile mit Krieg überzogen hat, einmal besiegt sein wird, ist noch lange nicht wieder alles gut im Irak. Syrien, woher die meisten Flüchtlinge kommen – auch wenn man sich im Klaren darüber sein sollte, dass sich auch andere Araber in Syrer verwandeln -, ist großflächig von Kampfhandlungen betroffen. Seit 2011 musste etwa die Hälfte der Bevölkerung ihre Wohnorte verlassen. Dass der Strom nach Europa in den vergangenen Wochen so angeschwollen ist, hat gleich mehrere Gründe. Da gibt es tatsächlich eine Zunahme der Kämpfe zwischen dem Assad-Regime beziehungsweise dessen Hilfstruppen (vor allem der libanesischen Hisbollah) und verschiedenen Rebellengruppen: Beim Krieg aus der Luft nimmt das Regime keinerlei Rücksicht auf Zivilisten, aus manchen Gebieten, auch bei Damaskus, fliehen die Menschen vor allem vor den Bombardements. Dazu kommen die Blockade, die Aushungerung, die Krankheiten: Not, Elend, Tod. Und neuer Schrecken ist noch zu erwarten wie etwa die große Schlacht um Aleppo. Aber das ist nicht der einzige Krieg, bei uns noch stärker wahrgenommen werden ja die stetigen Vorstöße des Islamischen Staats (IS) – in die von den Kurden gehaltenen Gebiete im Norden, zurzeit auch im Nordwesten bei Idlib, aber auch im Südwesten bei Deraa. Der IS tritt oft als Profiteur der Kämpfe zwischen Regime und Nusra-Front auf, der Filiale von Al-Kaida in Syrien. Die Kämpfe zwischen IS und Nusra nehmen im Moment wieder zu. Das heißt ganz konkret: In Syrien findet zurzeit gleich auch noch der große Kampf um die Führung des internationalen Jihadismus statt. Und dann gibt es noch den dritten Krieg: die Luftschläge der US-geführten internationalen Allianz gegen den IS, die sich ständig ausweiten – nun wird sich auch Frankreich beteiligen, das bisher nur im Irak Einsätze flog. Die Menschen fliehen nicht nur vor dem IS, sondern auch vor dem Luftkrieg gegen den IS. Doch nicht alle Flüchtlinge kommen direkt aus den Kampfgebieten, viele haben Syrien schon vor Monaten oder sogar Jahren verlassen, um den Krieg in den Nachbarländern – Türkei, Libanon, Jordanien, um die am meisten belasteten zu nennen – abzuwarten. Doch das Ende ist nicht nur nicht abzusehen, neue Flüchtlingsströme rücken ständig nach. Dass sich ihnen vermehrt syrische Mittelstandsfamilien anschließen, also Menschen, die Vermögen zurücklassen, verstärkt die Hoffnungslosigkeit aller: Niemand erwartet, dass in Syrien in absehbarer Zeit annähernd Normalität zurückkehrt. Ganz im Gegenteil, soeben tauchen wieder neue Akteure – etwa Russland – am Rande des Schlachtfelds auf. Die Syrer, aber auch die Iraker geben ihre Heimat auf, nicht nur physisch. 2003, nach dem Sturz Saddam Husseins, und noch einmal 2011 durch den Ausbruch des Arabischen Frühlings, gab es Hoffnung, dass die Region Anschluss finden könnte – in politischer, wirtschaftlicher, sozialer Hinsicht. Diese Hoffnung ist für die mittelbare Zukunft zerstört. In den Kriegsjahren im Irak ab etwa 2005 war zu beobachten, dass Leute weggingen, sich jedoch die Option für eine Rückkehr offenhielten: Oft deklarierten sie ihre Flucht nicht einmal, schon allein deshalb, damit niemand ihr zurückgelassenes Eigentum als frei ansehen konnte. Heute – hört man, quantifizieren lässt sich das natürlich noch nicht – schließen mehr Flüchtlinge völlig mit ihrer Vergangenheit ab. Was sie haben, wird verkauft – da werden jetzt wieder ein paar Gesellschaftssektoren sehr reich -, auch um die immer teureren Schlepperhonorare bezahlen zu können. Sie sehen Europa nicht als Warteraum, sie kommen, um zu bleiben. Und es sind nicht die Schlechtesten. Was nichts daran ändert, dass auch die Angry Young Men des Nahen und Mittleren Ostens im Strom mitwandern: Modernisierungsverlierer in ihren eigenen Ländern, durch lange Kriege Entwurzelte und Entkulturalisierte, die ihre Frustration – und den ihnen eingebläuten prämodernen Islam – mitbringen und, wenn sie ihrer Wut Ausdruck verleihen, als sozial nicht kompatibel angesehen werden. Um sie besser zu verstehen, müsste man sich nicht nur die aktuellen Ursachen der Flucht, sondern jene für die Konflikte ansehen: natürlich die hausgemachten, aber auch jene angefangen vom Klimawandel über die Folgen der neoliberalen Wirtschaft bis zu den regional- und geopolitischen Machtspielen. -Nicht-Wissenschaft;Nächster Termin am 24. Februar mit Ex-Hypo-Vorstand Kulterer als Zeuge. Klagenfurt – Der Hypo-Untreue-Prozess gegen Ex-Flick-Anwalt Alexander Klaus am Landesgericht Klagenfurt ist am Freitag nach kurzer Zeit vertagt worden. Die Verteidigung stellte einen Antrag auf Ablehnung eines Sachverständigen, über den der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Oliver Kriz gesondert entscheiden wird. In dem Verfahren geht es um ein Vorzugsaktiengeschäft der Kärntner Hypo, bei dem die Zeichner der Aktien Rückkaufgarantien der Bank erhielten. Klaus soll für den der Bank entstandenen Schaden mit verantwortlich sein. Die Hypo habe der Flick-Privatstiftung, für die Klaus tätig war, rund 4,3 Mio. Euro für Geld bezahlt, das sie um 2,6 Mio. am Kapitalmarkt bekommen hätte, der Schaden für die Bank beträgt daher laut Staatsanwalt Robert Riffel 1,7 Mio. Euro. Klaus wird vorgeworfen, über interne Vorgänge in der Hypo Bescheid gewusst zu haben. Er hatte eine Put-Option formuliert, welche der Milliardärin Ingrid Flick garantierte, dass die Bank ihr Investment zurückkaufen würde, wenn sie das wollte. Der Angeklagte bekannt sich nicht schuldig. Als nächster Verhandlungstag wurde am Freitag der 24. Februar genannt. An diesem Tag soll der ehemalige Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer befragt werden. Kulterer hatte Klaus im Vorfeld des Prozesses belastet. Am 26. Februar sollen Ex-Hypo-Vorstand Josef Kircher und ein Notar einvernommen werden, der ebenfalls eine Rolle in dem Vorzugsaktien-Geschäft gespielt hat. +Nicht-Wissenschaft;Erhebliche Probleme für das öffentliche Verkehrssystem. Rom - Etwa 20 Personen sind am Freitag beim Zusammenstoß zweier U-Bahn-Züge in Rom verletzt worden. Das Unglück ereignete sich auf der Linie B unweit der Station EUR Palasport im Süden der Hauptstadt. Laut Betreibergesellschaft ist ein menschlicher Fehler für den Unfall verantwortlich, bei dem niemand schwer verletzt wurde. Beide Züge waren in die gleiche Richtung unterwegs. Passagiere berichteten, dass die Metro im Tunnel mit geschlossenen Türen stehen blieb. Dabei kam es zu Panikszenen. Der öffentliche Verkehrsbetrieb wurde teilweise unterbrochen, was zu erheblichen Problemen führte. In Rom gibt es lediglich zwei U-Bahn-Linien, an einer dritten wird noch gebaut. +Nicht-Wissenschaft;'Sollen die Eurostaaten Griechenland einen Teil der Schulden erlassen, um Druck von der Regierung zu nehmen? Darüber streiten Kommission und IWF in der Eurogruppe. Lagarde und Juncker spalten die Troika, das Dreigespann der Kreditgeber und Gläubiger von Griechenland, also die EU-Staaten, Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB). Das berichtete die deutsche Wochenzeitung Die Zeit zum Streit über die Tragfähigkeit von Finanzplänen und Schulden der griechischen Regierung. Christine Lagarde, die Chefin des IWF, fand die Sparvorhaben nicht ausreichend, um gemäß den Statuten ihrer Organisation eine Zustimmung zur Auszahlung der dringend nötigen Milliardensummen genehmigen zu können. Jean-Claude Juncker hingegen befand, dass man den Griechen genug an einschneidenden Reformen zugemutet habe; er drängte auf Abschluss. Der deutsche Finanzminister schlägt sich eher auf die Seite des IWF, will dessen Ausstieg verhindern. Er ist verhandlungsbereit, sein Gegenüber aus Paris ebenso, wenngleich der auf eine prinzipielle Einigung drängt, so das Blatt. Wer nun glaubt, dass es sich dabei um einen aktuellen Bericht über den Umgang mit dem wieder einmal von Pleite bedrohten Griechenland kurz vor dem Treffen der Eurogruppe Montag in Brüssel handelt, sieht sich getäuscht. Dieser Streit spielte sich genau so vor dreieinhalb Jahren, im November 2012, vor der Freigabe des zweiten Eurohilfspakets ab. Die handelnden Personen sind dieselben, einige haben die Position gewechselt: Kommissionschef Juncker war damals Eurogruppenvorsitzender; der damalige französische Finanzminister Pierre Moscovici ist nun sein Währungskommissar. Lagarde und Schäuble sind im Amt. 2012 war es darum gegangen, ob Athen bis 2020 seine Staatsschuld auf 120 Prozent des BIP gesenkt haben könnte (Lagarde bezweifelte es). Von diesem Ziel ist heute keine Rede mehr (aktuelle Schulden: rund 176 Prozent des BIP). Aber wenn sich die Genannten mit den Eurofinanzministern treffen, wird es wieder genau um die Schuldentragfähigkeit, um Nachhaltigkeit des Budgets in Athen gehen. Und um die Freigabe des dritten, im August 2015 beschlossenen Hilfspakets an Athen im Volumen von 86 Milliarden Euro. Wie berichtet, bezweifelt IWF-Chefin Lagarde heute, dass das Wachstumsszenario in den bisherigen Verhandlungen mit der griechischen Regierung hält und Premierminister Alexis Tsipras Ende 2018 einen Primärüberschuss (vor der Schuldentilgung) von 3,5 Prozent des BIP im Budget vorlegen könnte. Sie hat daher in einem Brief an die Eurogruppe unter Jeroen Dijsselbloem geschrieben. Der IWF verlangt, dass ernsthaft über einen Schuldenschnitt geredet wird. Denn: Athen sei offenbar nicht in der Lage, das verlangte Notpaket an Reformen zu beschließen, die bei einem Verfehlen der Ziele zwingend in Kraft treten müssten. Dazu sollte in der Nacht auf Montag das griechische Parlament tagen. Deutschland hat einen harten Schuldenschnitt, das Erlassen von Schulden, immer strikt abgelehnt, weil der EU-Vertrag Transferzahlungen das verbiete. SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert nun – wie Paris – zumindest Zahlungserleichterungen bei den Krediten, was man im Kompromiss mit Zustimmung Schäubles bereits 2012 gemacht hatte. Juncker verbreitet Optimismus. Athen habe seine Reformziele so gut wie erreicht, sagte er am Wochenende im Interview mit der Funke-Verlagsgruppe. Nun müsse man reden, wie man die Schulden langfristig tragfähig macht. Ob Lagarde dazu, wie 2012, mit den Augen rollt? Sie wird ein Dejà-vu haben. (Thomas Mayer aus Brüssel, 9.5.2016)' Wissenschaft;Fund auf dem Quirinal: Überreste eines altrömischen Wohnhauses sind über 2.500 Jahre alt. Rom – Die Stadt Rom war in ihrer Frühzeit nach Ansicht von Archäologen deutlich größer als bisher angenommen. Dies ergebe sich aus einem neuen sensationellen Fund auf dem Quirinal-Hügel, wie italienische Medien berichten. Dort haben Archäologen Reste eines mehr als 2.500 Jahre alten Wohnhauses entdeckt. Die Ruinen aus dem sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung seien bei Ausgrabungen im Inneren eines leerstehenden Palastes auf dem Quirinal-Hügel entdeckt worden, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Fundamente seien außerordentlich gut erhalten. Bisher hatte man angenommen, dass sich an der Stelle ein Friedhof befand. In dem Gebäude aus der Zeit des Königs Servio Tullio (578-539 v. u. Z.) soll soll eine hochrangige Familie gelebt habt. Es ist der bedeutendste archäologische Fund in Rom in den vergangenen Jahren. Der Quirinal ist einer der sieben Hügel des klassischen Roms. Bisher waren die Forscher aber davon ausgegangen, dass es dort zu der Zeit nur einen Friedhof gab und sich die Besiedlung auf die Gegend des Forums am Kapitol-Hügel beschränkte. Das bedeutet, dass Rom zu Beginn des sechsten Jahrhunderts deutlich größer war als wir bisher erwarteten, sagte die Ausgrabungsleiterin Mirella Serlorenzi. Gefunden wurden die außerordentlich gut erhaltenen Fundamente im Inneren des im 19. Jahrhundert erbauten Palazzo Canevari, in dem sich früher ein Geologisches Institut befand. Der neue Eigentümer, eine Sparkasse, will darin Büros einrichten. In der Nähe liegt der Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten, der Palazzo Quirinale. Die heutige italienische Hauptstadt wurde der Legende nach im Jahr 753 vor unserer Zeitrechnung gegründet. Das Jahrhundert, aus dem die nun entdeckten Ruinen stammen, zählt noch zur Königszeit vor Ausrufung der römischen Republik. Die spätere Keimzelle eines Weltreichs gehörte damals noch zum Einflussgebiet der Etrusker. -Nicht-Wissenschaft;Strategische Beratung, Vernetzung aller Kommunikationskanäle, klassische PR-Arbeit. Wien – Grayling übernimmt die PR für Media-Saturn und seine zwei Handelsmarken Media Markt und Saturn. Strategische Beratung und die Vernetzung aller Kommunikationskanäle stehen neben der Unterstützung der klassischen PR-Arbeit im Fokus. Die Kommunikationsbranche und den Handel verbindet ein zentraler Treiber: die Digitalisierung. Smart Online und Offline verbinden, das gilt für den Handel und für die Kommunikation. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir Media Markt und Saturn als Nummer 1 und Nummer 2 in dieser für die gesamte Branche spannenden Phase kommunikativ begleiten und beraten dürfen, sagt Sigrid Krupica, CEO von Grayling. -Nicht-Wissenschaft;Bildungsministerin Heinisch-Hosek will verbale Beurteilung statt Ziffernnoten zum Regelfall machen. Wien- Sitzenbleiben in der Volksschule soll künftig der Vergangenheit angehören. So sieht es zumindest Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in einem Gesetzesentwurf vor. Im Ministerratsvortrag zur Bildungsreform war davon allerdings noch keine Rede. SPÖ und ÖVP hatten lediglich vorgesehen, dass der Schulstandort autonom entscheidet, ob es alternative Leistungsbeurteilungen gibt. Jetzt will Heinisch-Hosek Fakten schaffen: Die künftig Bewertungsgespräch genannte verbale Beurteilung soll von der ersten bis zur dritten Klasse verpflichtend sein. Eltern und Erziehungsberechtigte sollen dabei über Lern- und Entwicklungsstand, Lernfortschritte, Leistungsstärken sowie Begabungen informiert werden. Jedes Semester stehen schriftliche Semester- und Jahresbeurteilungen statt Ziffernnoten an. In den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf folgert man, dass Kinder der 1. bis zur 3. Schulstufe jedenfalls zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe, also bis in die 4. Klasse berechtigt sind. Damit sei ein höchstmögliches Maß an Individualisierung möglich. Denn: Moderne Pädagogik darf ein Wiederholen von Schulstufen in diesem Altersbereich nicht zulassen. Bildungsministerin soll sich an Vereinbarungen halten In der ÖVP sieht man das ganz anders. Bildungssprecherin Brigitte Jank erklärt: Die Bildungsministerin sollte sich an Vereinbarungen halten. Eine erstmalige Beurteilung, ob die Bildungsziele erreicht sind, sei in der vierten Klasse problematisch. Der Entwurf aus dem Bildungsministerium sieht Ausnahmen zwar vor, diese seien aber äußerst restriktiv zu handhaben. Bisher fallen pro Schuljahr lediglich 0,5 Prozent der Volksschüler durch. Kinder jener Eltern, die zusätzlich Noten einfordern, sollen laut Entwurf auch bei negativer Beurteilung aufsteigen. Und, ebenfalls neu: Auch die Verhaltensbeurteilung soll entfallen und durch eine Beschreibung der Entwicklungssituation ersetzt werden. Bildungspsychologin sieht positive Effekte Bildungspsychologin Christiane Spiel von der Uni Wien hält verbale Beurteilungen statt Ziffernnoten für sehr förderlich und unterstützend . Eine differenzierte Rückmeldung über das, was die Schüler gut und was sie besser machen können, ermögliche es, Selbstwertgefühl und Motivation zu steigern. Das Problem von Ziffernnoten sei, dass sie maßgeblich von der Lehrperson abhängen. Auch, dass das Sitzenbleiben abgeschafft werden soll, begrüßt die Bildungspsychologin. Positive Effekte beim Wiederholen einer Klasse sind sehr selten, sagt sie. Für acht Schüler aus Groß-Siegharts kommen diese Pläne zu spät: Sie alle müssen heuer die dritte Klasse wiederholen, was der Volksanwaltschaft so außergewöhnlich erscheint, dass sie ein Prüfverfahren eingeleitet hat. Volksanwalt Peter Fichtenbauer mutmaßt, man habe auf dem Rücken der Kinder Organisationspolitik betrieben und die nachfolgende Klasse mit nur elf Schülern auffüllen wollen. Die Direktorin wollte auf Standard -Anfrage nicht Stellung nehmen. -Nicht-Wissenschaft;In "Willkommen Österreich" sitzen sie seit ein paar Wochen beim Paartherapeuten. Ab Mittwoch stehen Dirk Stermann und Christoph Grissemann mit Magda Kropiunig im Klassiker "Sonny Boys" auf der Bühne des Wiener Rabenhofs. STANDARD: Sie kennen einander Ihr halbes Leben. Wie gut will man einander überhaupt kennenlernen? Stermann: Die Frage ist ja gar nicht so sehr, ob man will oder nicht. Wir sind quasi gezwungen, weil wir einander in so vielen intensiven Situationen zusammen erleben. STANDARD: Setzt Ihnen das zu? Grissemann: Es gab zwei tätliche Übergriffe, die erwähn ich immer wieder gern, aber die psychische Zerrüttung ist größer. Stermann: Ich bin psychisch so stabil, dass ich es fast ohne bleibende Schäden überstanden habe. Er hat mich abgehärtet. STANDARD: Persönliche Zwistigkeiten passen zum Stück, darin spielen Sie zwei gealterte, zänkische Komiker. Die erfolgreiche Karriere liegt hinter ihnen, die beiden sind etwas abgehalftert, jetzt sollen sie noch einmal gemeinsam auftreten. Wie kam es dazu? Stermann: 1972 hat Neil Simon sich gedacht, dass irgendwann in Österreich zwei Typen lange zusammenarbeiten und sich irrsinnig auf den Geist gehen. Für die hat er das Stück geschrieben. Probeweise haben das vor uns lauter alte Männer gespielt um zu sehen, wie das Stück so funktioniert, und das hat es scheinbar sehr gut. Jetzt dürfen die Jungen ran. Grissemann: Das war eine Idee von Rabenhof-Direktor Thomas Gratzer. Wir haben uns acht Jahre lang dagegen gewehrt, Sonny Boys für eine verschmockte Komödie gehalten, die mit uns nix zu tun hat. Dann hab ich es aber aufmerksam gelesen. Und da steckt so viel von uns selbst drin, dass ich mir gedacht hab, es wär eigentlich schade, wenn man das nicht spielt. Wer soll das sonst spielen? STANDARD: Davor haben das zum Beispiel Kapazunder wie Helmut Lohner, Otto Schenk und Gert Voss gemacht. Grissemann: Langgediente Volksschauspieler, ja. Die letzte Rolle vor der Krebsdiagnose. Das war schon auch ein Argument, es nicht zu machen, weil es so nach Abschied klingt. Was soll danach kommen? Aber die Herausforderung anzunehmen, das nicht als alte Männer zu spielen, sondern als mitten im Leben stehende, Fast-50-Jährige, hat ja auch ihren Reiz. Stermann: Das Setting wurde für uns umgeschrieben, gekürzt, auf drei Personen runtergebracht. Etwa behalten wir unsere Namen, sodass ich mir keine neuen merken muss. Grissemann: Das erleichtert die Schauspielarbeit. Stermann: Auch Magdas Rollennamen heißt Magda. Magda hätte sich natürlich viele Namen merken können, weil sie professionelle Schauspielerin ist, aber wir… STANDARD: Sie verkörpert Christophs Cousine, die die beiden Gockel immer wieder zusammenzubringen versucht. Haben Sie einander vorher schon gekannt? Kropiunig: Ja, aber wir arbeiten jetzt zum ersten Mal miteinander. Es ist nicht viel anders als bei anderen Theaterproben. Es gibt die gleichen Glücksmomente und Schwierigkeiten und läuft alles sehr professionell ab. STANDARD: Sie spielen im Fernsehen sowie auf der Bühne. Was ist Ihnen lieber? Kropiunig: Beides. Obwohl die beiden ganz verschieden sind. Ich komme vom Theater und das werde ich wahrscheinlich immer machen. STANDARD: Beim Aufzeichnen fürs Fernsehen kann man ja mehr improvisieren. Grissemann: Fernsehen ist eigentlich das Schlimmste. Es ist ein ungeprobtes Programm, von dem du selbst nicht überzeugt bist. Das sind Witze, die mir geschrieben werden und die ich aufsage. Humor von der Stange, ganz klar auf ein Publikum ausgerichtet. Willkommen Österreich ist nicht mein Humor. Ich bin teilweise vor dem Publikum schon wieder aus dem Studio draußen, weil ich mir den Mantel schnappe und zur U-Bahn laufe. Ich denke in den letzten zehn Minuten der Sendung schon, was ich zuhause essen werde. Würde ich die Witze machen, die mir gefallen, hätte ich wahrscheinlich nur 20.000 Zuschauer. Fernsehen ist ein riesiger, aufgeblähter Apparat. Da finde ich Theater angenehmer. Oder Kabarett, da sinds nur wir zwei. STANDARD: Der Humor damals, 1972, war ein anderer, die Witze handzahm. Klowitze, Schwulenwitze, Hämorrhoidenwitze kommen im Stück nicht vor. Stermann: Wir kennen weniger Tabus. Aber Klowitze wird es auch bei uns keine geben, sondern eher ein fast sentimentales Stück, eine Love-Story. Kropiunig: Ich finde grad Komödie sehr herausfordernd, weil der Charakter von dir lebt, du ganz viel von dir hineingeben musst. Boulevard hab ich schon gemacht, das will ich jetzt nicht wieder machen. Sonny Boys ist sehr dialoglastig, man muss sehr schnell denken. Es ist eine Timingsache und sehr präzise. Leute zum Lachen zu bringen ist sehr schwierig. Stermann: Wir brauchen Stichworte. Das ist das Banale am Theater. Stichwort, Stichwort, Stichwort. Wann steh ich wo, was mach ich mit den Händen… STANDARD: Hat sich Ihr Humor verändert, seit Sie angefangen haben? Stermann: Der Humor gar nicht so, aber die Herangehensweise. Früher haben wir gar nicht darüber nachgedacht, dann hat man angefangen, sich ein bissl zu überlegen, was man macht. Inzwischen haben wir eine Art von gelassener Professionalität, die nicht mehr so viel will. Für mich ist es unangenehm, wenn ich Leute im Fernsehen sehe, die so aktiv sind, das finde ich abturnend. Besser finde ich die, die sich immer weiter zurücklehnen und aus dem heraus eine Unterhaltungssendung machen. Grissemann: Wie im ganz normalen Leben. Fernsehsendungen, wo die Menschen immer so steif reden und nicht geraucht und getrunken werden darf, finde ich seltsam. Da empfinden es manche schon als anarchisch, wenn man bei uns ein Glas Wein trinkt. Das hab ich nie verstanden, ist doch absurd! Wir kriegen viele Zuschriften: Um Gottes Willen, da trinken Menschen im Fernsehen Wein, darf das sein? Stermann: Unsere Aufgabe ist es, Willkommen Österreich zu machen und gleichzeitig aus dieser Sendung auszusteigen. Nur wissen wir und die Redakteure vorher nicht, wie. Das macht es für uns spannend. Wenn es glatt über die Bühne gegangen ist, so wie es vorgesehen war, dann entsteht dadurch immer eine gewisse Leere. Es ist schon der Wunsch da, dass was passieren könnte. STANDARD: Wenn Sie beide noch einmal anfingen – dann eher wie Joko und Claas oder wie Jan Böhmermann? Stermann: Ich würde mich, wenn ich die Wahl hätte, mir einen Hamburger ins Gesicht spritzen zu lassen, immer für nein entscheiden. Grissemann: Mir wäre das auch zu anstrengend. Was einem schon zu denken gibt, ist, dass wir beide jetzt genau aus der Zielgruppe bis 49 Jahre herauswachsen. STANDARD: Stefan Raab hat die Reißleine gezogen und gesagt, er hört mit 50 auf. Von Ihnen hat man das auch mal gehört. Grissemann: Ja, ich häng auch nicht so wahnsinnig an dem Job. Ich kann mir schon vorstellen, dass in zwei Jahren Schluss ist. Ich würde die Sendung gern weitermachen, aber es ist nicht so, dass ich jetzt irrsinnig dran hänge. Ich kann mir ein gutes Leben auch ohne Willkommen Österreich vorstellen. STANDARD: Fernsehen bietet die Möglichkeit, tagesaktueller zu sein als die Bühne. Sind Sie gern politisch? Viele Situationen wiederholen sich ja doch immer wieder. Stermann: Ja, es ändert sich nichts. Wenn die Autoren uns bei der Sitzung die Witze zeigen, hätte es genau so ganz oft auch vor sechs Jahren schon sein können. Wir benutzen diese Namen eigentlich als Codes. Wenn du Mikl-Leitner sagst, dann weißt du, die Leute lachen, weil sie ahnen, jetzt kommt ein Mikl-Leitner-Witz. Den musst du gar nicht mehr machen. Es reicht, Mikl-Leitner zu sagen. Grissemann: Vollkommen austauschbare Figuren. Das Dschungelcamp ist genau das gleiche wie das Parlament, Dieter Bohlen genau das gleiche wie HC Strache. In Wahrheit gehts um den Witz und nicht um die politische Message. Haben wir ja keine. Beziehungsweise ist die, die wir haben, eh klar, und es wäre nicht amüsant, die jedem zu sagen. Zeigefingerkabarett geht mir auf die Nerven. Wenn der Witz okay ist, dann ist mir egal, ob DJ Ötzi vorkommt oder Jörg Haider. Stermann: Auf der anderen Seite ist es so: Indem wir uns über alle gleich lustig machen, entsteht irgendwann so ein Gefühl, dass man eine Demokratieverdrossenheit unterstützt. Die Möglichkeit, die du als Witzeerzähler oder Entertainer hast, ist ja sehr begrenzt. Darum würd ich gar nicht erst anfangen, irgendwas zu versuchen. Ich finde nicht, dass es die Aufgabe von Komikern ist, dass manche Sachen aufgearbeitet werden, sondern die von Journalisten. Hin und wieder möchte man aber schon eine Art Haltung zeigen, weil es wichtig ist, weil man die als Mensch eben hat. Darum bau ich darauf, dass ich das noch mit 70 moderiere, weil vielleicht weiß ich dann, wie man es richtig macht. Bis jetzt weiß ich es noch nicht. STANDARD: Bisher kämpfen Sie ja durchaus mit harten Bandagen? Stermann: Im direkten Gespräch ist das letzte, was wir wollen, Gäste der Lächerlichkeit preiszugeben. Und sonst tun das ja nicht wir, sondern die Leute selbst. Wenn der Verteidigungsminister so redet, wie er redet, dann schafft er das schon selber. Grissemann: Es wird ja niemandem die Würde gestohlen. Es ist letztendlich nicht mehr als ein Joke, ein Witz. Und es gibt nix Vergnüglicheres als Schadenfreude. Wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht, kann ich da immer noch lachen. Auch wenn es ein 80-Jähriger ist. Das ist halt einfach lustig. Deswegen demütigt man ja niemanden. Zumal ich mich selbst auch nicht aus den Witzen raushalte, weil Stermann macht über mich genauso Witze wie ich über ihn. Die ganze Welt kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen, dass Witze über sie gemacht werden. Das ist schon in Ordnung. STANDARD: Ich kann uns und unsere Shows nicht mehr unterscheiden, heißt es im Stück. Wie gut können Sie die Grenze zwischen Berufsironie und privat noch ziehen? Grissemann: Komplett. Das ist schon eine gezielte, gelernte Fertigkeit für den Beruf. Ich bin im Privatleben eigentlich fernab von jedem Zynismus. Ich erzähle auch keine Witze, bin in einer geselligen Runde eher sehr langweilig, stiller Trinker. Mir geht’s auf die Nerven, wenn jemand Witze erzählt. Also eigentlich bin ich das exakte Gegenteil in Sendung und privat. Stermann: Total. Es wäre ja furchtbar, würde man einem Kind mit Bauchschmerzen zynisch begegnen. STANDARD: In Willkommen Österreich haben Sie beide große Freude an Heinz Fischer. Wird er Ihnen als Bundespräsident fehlen? Stermann: Ja, aber nicht nur für unsere Arbeit. Er fehlt mir als Figur jetzt schon ein bisschen. Aber Van der Bellen wird man ja auch ins Herz schließen können. Grissemann: Wir werden uns gebührend verabschieden. -Nicht-Wissenschaft;Private Handynummer von Strolz wurde veröffentlicht – ÖVP entschuldigt sich. Wien – Matthias Strolz staunte nicht schlecht. Am Wochenende meldeten sich am Handy des Neos-Chefs Interessenten für die Büroräume der Partei in der Wiener Neustiftgasse. Ein Unbekannter hatte im Immobilienteil des STANDARD (Ausgabe 3./4. Oktober) ein Inserat geschaltet: Vormieter gescheitertes Start-up, hieß es darin. Daher sei das 300 Quadratmeter große Büro per sofort unbefristet verfügbar. Als Ansprechpartner wurde ein Herr Strolz angegeben – mit der echten Handynummer des Neos-Gründers. ÖVP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch kommentierte das Inserat noch am Wochenende auf Twitter mit: Oha Selbstaufgabe? IP-Adresse führt zur ÖVP DER STANDARD konnte in der Zwischenzeit die IP-Adresse des Auftraggebers ausfindig machen. Sie ist seit Mai 2002 beim Provider Tele 2 auf die ÖVP Wien eingetragen. Eine Rückfrage bei Tele 2 ergab, dass die IP-Adresse noch immer den Landesschwarzen am Rathausplatz 9 gehört. Strolz zeigte sich auf Anfrage des STANDARD empört: Er erwarte sich von ÖVP-Landesparteichef Manfred Juraczka eine klare öffentliche Entschuldigung, auch der schwarze Klubobmann im Parlament, Reinhold Lopatka, und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sollten aus seiner Sicht klarstellen, dass sie derartige Methoden ablehnen. Einmaliger Vorgang Es ist meines Wissens ein einmaliger Vorgang in der Zweiten Republik, dass eine Parlamentspartei die private Nummer eines Parteichefs veröffentlicht, sagt Strolz. Er spricht von einer Grenzüberschreitung, die er auch in der Präsidialsitzung aller Parteien am Freitag im Parlament zur Debatte stellen will. Auch er habe private Nummern von Mitterlehner oder auch Kanzler Werner Faymann, so Strolz. Aber wenn wir uns auf dieses Niveau begeben, haben wir viel an politischer Kultur verloren. Rechtliche Schritte erwägt der Neos-Chef nicht. Da ist mir die Zeit zu schade, das zu Gericht zu bringen. Es gehe um Anstand, den die Wiener ÖVP im aktuellen Wahlkampf gerne propagiere. Aber das ist die eklatanteste Verletzung von Anstand, die ich im Wahlkampf gesehen habe. Freies WLAN für Besucher Bei der Wiener ÖVP sah man zunächst keinen Grund für eine Entschuldigung. Landesgeschäftsführer Hoch betonte, dass es sich keineswegs um eine offizielle Aktion der Wiener ÖVP gehandelt habe. Wir machen ja kein Dirty Campaigning. Und: Im Wahlkampf arbeiten bei uns 70 Mitarbeiter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einer von denen war. Am Donnerstagabend korrigierte Hoch dann dann seine Aussage: Die Anzeige ist nicht im Auftrag und ohne Wissen der Parteiführung von einem Wahlkampf-Mitarbeiter in Eigenregie gestaltet worden. Die Geschichte war eigentlich nicht bösartig, sondern als Gag zu verstehen, hat uns der Mitarbeiter versichert. Hoch weiter: Die Veröffentlichung der Privatnummer von Matthias Strolz ist besonders unglücklich gelaufen, und die Parteiführung möchte sich in aller Form bei dem Bundesobmann der Neos dafür entschuldigen. Auch via Twitter wurde eine Entschuldigung nachgereicht: Jetzt nachrecherchiert. Wahlkampfgag v. Mitarb. o Wissen d Parteifürhrung gebucht. Aber Tel geht nicht, dafür entschuldigen wir uns. #Strolz (Günther Oswald, 8.10.2015) +Nicht-Wissenschaft;Heute konkret | Kulturzeit | Terra Mater | Promised Land | Geronimo | Am Ende des Tages | Weltjournal | Weltjornal + | Zoom | Die Erben | Arabeske. 18.30 MAGAZINHeute konkret Claudia Reiterer be richtet von dubiosen Werbeveranstaltungen, die mit Haushaltsartikeln ihr Unwesen treiben. Bis 18.47, ORF 2 19.20 MAGAZINKulturzeit Die Themen des Kulturmagazins: 1) Polens Historiker und der Zweite Weltkrieg. 2) Der Untergrund des Denkens. Ein Gespräch mit dem Philosophen Philipp Hübl. Bis 20.00, 3sat 20.15 MAGAZINTerra Mater: Südafrika (2) Die zweite Folge des Dreiteilers rückt die tropische Ostküste in den Mittelpunkt. Hier tummeln sich Nilkrokodile und Weißkehlwarane, die Savanne ist die Heimat der Elefanten. Bis 21.15, Servus TV 20.15 ÖKODRAMAPromised Land (USA 2012, Gus Van Sant) Gus Van Sant erzählt von den skrupellosen Machenschaften mächtiger Erdgasunternehmen: Matt Damon verkörpert den hemdsärmeligen Verhandler im Außendienst, der der verarmten Landbevölkerung für Frackingverträge ein besseres Dasein verspricht. Ein spannendes Sujet, das Kapitalismus und ökologische Verwerfungen zusammenbringt. Im Anschluss ist Van Sants meisterhaftes Biopic Last Days in Erinnerung an Kurt Cobain zu sehen. Bis 21.55, Arte 22.15 HÄUPTLINGGeronimo (USA 1993, Walter Hill) Walter Hill erzählt die Flucht des Häuptlings Geronimo (Wes Studi) aus dem Reservat, seinen letzten Kampf um das Land und seine endgültige Gefangennahme. Angelehnt an Robert Aldrichs Ulzana’s Raid zeichnet Hill das differenzierte Bild eines Menschen, der durch seinen verzweifelten Überlebenskampf zur Legende verklärt wird. Bis 0.25, Servus TV 22.25 AUSFAHRTAm Ende des Tages (Ö 2013, Peter Payer) Nicholas Ofczarek nimmt als alter Schulfreund mit Miezekatzentattoo die Verfolgung auf der Westautobahn auf. Ein wilder, rasender, manchmal freilich etwas ziellos umherirrender Rachefilm mit Simon Schwarz, Anna Unterberger. Bis 23.55, 3sat 22.30 MAGAZINWeltjournal: Ausnahmezustand Frankreich Seit den Terroranschlägen gilt in Paris der Ausnahmezustand. Dieser räumt den Behörden umfassende Befugnisse ein, unter anderem ermöglicht er Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss. Bis 23.05, ORF 2 23.05 REPORTAGEWeltjournal +: Belgiens Kampf gegen Radikalisierung Brüssel gilt als ein Hotspot radikaler Islamisten. Die Reportage geht der Frage nach, warum sich gerade so viele belgische Muslime radikalisieren. Bis 23.50, ORF 2 23.15 MAGAZINZoom: Überlebt Volkswagen? Seitdem der Abgas-Skandal publik wurde, ist der Konzern mit weltweit fast 600.000 Beschäftigten in Turbulenzen geraten. Bis 23.45, ZDF 23.30 DOKUMENTATIONDie Erben: Schreiben gegen das Vergessen Junge Schriftsteller schreiben über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Ruth Zylberman hat vier Autoren – Daniel Mendelsohn, Yannick Haenel, Laurent Binet und Marcel Beyer – zu ihren Beweggründen befragt. Bis 0.25, Arte 23.50 GREGORY PECKArabeske (Arabesque, USA 1966, Stanley Donen) Gregory Peck als Professor Pollock und Sophia Loren als gekidnappte Yasmin Azir sind auf der Flucht vor unsichtbaren Verfolgern. Ein fulminanter Abenteuerfilm mit prächtiger Ausstattung. Zum gestrigen 100. Geburtstag Gregory Pecks. Wer die romantische Komödie bevorzugt und Peck lieber an der Seite von Audrey Hepburn auf einer Vespa sieht, kann zu Ein Herz und eine Krone (22.55, ORF 3) ausweichen. Bis 1.30, ORF 2 +Nicht-Wissenschaft;Die inoffizielle Website steht in keiner Verbindung zu Richard Lugner. Wien – Der zuletzt mäßig originelle Wildwuchs an gefakten Domains mit Namen potenzieller Präsidentschaftskandidaten nimmt in einer aktuellen Wendung wieder lustige Züge an. Ein junger Webdesigner stellt unter moertel16.at eine Mörtel Jukebox zur Verfügung, die aktuell 15 unterhaltsame Sager von Richard Lugner per Mausklick abspielt. +Nicht-Wissenschaft;Die Linzer Band wird am 31. Dezember in der Stadtwerkstatt aufspielen. Mit dabei das neue Album "Melaina Chole", das mit mächtigen Gitarrensouds wie auch mit fragilen Trauerpassagen aufwartet. Linz – Seit 1993 betreiben die Linzer Buam Robert Hackl alias Mournful Morales (Gitarre), Sänger/Bassist Manfred Klahre (Künstlername: Phred Phinster) und Schlagzeuger Manfred Kollross (Collossos Rossos) die Band Jack Frost. Heute läuten die inzwischen mit einem Mann verstärkten Düsterrocker das neue Jahr mit einem Silvesterball-Konzert in der Linzer Stadtwerkstatt ein. Die drei Gründungsmitglieder sind Kinder der Schwarzen Szene, die in den 1980ern als Fortsetzung respektive Neuorientierung der Punkbewegung entstand. Damals war diese Gothic-Rock- und Dark-Wave-Szene noch weitgehend frei von Mittelalternostalgie. Combos wie Sisters Of Mercy, The Mission oder Fields Of The Nephilim spielten verschleppte Gitarren sowie getragene und klagend-morbide Lieder. Fields Of The Nephilim nennt Mournful Morales auch als eine Hauptinspiration für Jack Frost. Der Bandname ist einem Saint-Vitus-Song entlehnt, anfangs orientierte sich Jack Frost auch eher am Zeitlupen-Doom-Metal der Black-Sabbath-Verehrer Saint Vitus. Mit dem zweiten Gitarristen Gary Gloom und dem Album Glow Dying Sun kam 1999 dann eine stilistische Veränderung in Richtung klassischen Gothic Rocks im Stil von Joy Division, Swans oder Bauhaus. Mit mehr Flexibilität in puncto Harmonien und Gitarrensoli hat das Quartett auch sein heuer erschienenes achtes Studioalbum Melaina Chole eingespielt. Der Albumtitel bedeutet im Griechischen schwarze Galle – bezeichnet also den Saft, der die Band aber nicht in die totale Trübsinnigkeit abgleiten lässt, sondern im Gegenteil ihre Kreativität beflügelt. Melancholia muss nicht unbedingt nur Pein sein, in der Molllastigkeit liegt eine triste Schönheit. Auf Melaina Chole entführen mächtige Gitarrenwände ebenso wie fragile Akustikpassagen in eine Zone irgendwo zwischen Doom, New Wave und Johnny Cash – ein Stil, den die Band selbst als Gloom Rock bezeichnet. Die Texte handeln vom Scheitern. Ohne Plattenfirma, aber mithilfe einer Berliner Agentur verbreitet Jack Frost das Album derzeit nur bei Live-Shows und via Internet. Beim Silvesterball geht es nach den Düstermännern mit Plattenverlegungen vom BlauCrowd DJ Team weiter, das den Tanzboden mit Punk, Ska und tanzbaren Rockhadern aus den 1960ern, 1970ern, 1980ern und 1990ern beschallen wird. +Nicht-Wissenschaft;Parlament beschloss im letzten Jahr 123 Gesetze – Rekord an schriftlichen Anfragen. Wien –Der Nationalrat ist im abgelaufenen Parlamentsjahr zu 48 Sitzungen mit einer Gesamtdauer von 303 Stunden und 13 Minuten zusammengetreten und hat dabei 123 Gesetze beschlossen. Dazu kommen 32 genehmigte Staatsverträge und zwei Vereinbarungen mit den Bundesländern. Das geht aus der Bilanz der Tagung 2014/15 hervor. 30,9 Prozent der Gesetzesbeschlüsse fielen laut Parlamentskorrespondenz einstimmig. Damit bleibt der Wert etwas unter dem Durchschnitt der letzten Gesetzgebungsperioden. Auch in anderen Belangen macht sich bemerkbar, dass nunmehr sechs gewählte Parteien im Nationalrat sitzen: Die Zahl der schriftlichen Anfragen hat mit 3.850 absolutes Rekordniveau erreicht, gleiches gilt für die Anträge von Abgeordneten. Mehr als 700 Mal haben die Mandatare ihre Forderungen in selbstständige Gesetzes- und Entschließungsanträge gegossen. Zu den Plenarsitzungen kommen 138 Ausschusssitzungen, 24 Unterausschusssitzungen, 20 Sitzungen des Hypo-Untersuchungsausschusses und 16 Sitzungen der beiden Enquete-Kommissionen zur Stärkung der Demokratie in Österreich und zur Würde am Ende des Lebens. Sechs der Nationalratssitzungen waren Sondersitzungen außerhalb des regulären Arbeitsplans, die, mit einer Ausnahme, stets auf Initiative einer oder mehrerer Oppositionsparteien einberufen wurden. Im Rahmen der 48 Plenarsitzungen nahmen die Abgeordneten auch 33 Berichte der Regierung, des Rechnungshofs und der Volksanwaltschaft in Verhandlung. Zudem hielten sie elf Aktuelle Stunden, vier Aktuelle Europastunden und neun Fragestunden mit 108 Fragen und 81 Zusatzfragen ab. Dazu kommen sieben Erklärungen von Regierungsmitgliedern. In 69 Entschließungen erhielt die Regierung Arbeitsaufträge vom Nationalrat. Die mit Abstand meisten parlamentarischen Anfragen gehen erneut auf das Konto der FPÖ (2.496), gefolgt von den NEOS (418), vom Team Stronach (393) und von den Grünen (366). Von Seiten der SPÖ wurden insgesamt 114 Anfragen gestellt, von der ÖVP 50. Dazu kommen 13 Anfragen von fraktionslosen Abgeordneten. Auf Verlangen der Opposition diskutierte der Nationalrat über zehn Dringliche Anfragen sowie vier Dringliche Anträge und hielt 17 Kurze Debatten zu schriftlichen Anfragebeantwortungen einzelner Regierungsmitglieder und Fristsetzungsanträgen ab. Insgesamt drei Mal versuchten FPÖ und Grüne mit einem Misstrauensvotum den Rücktritt eines Regierungsmitglieds bzw. der Bundesregierung zu erzwingen, jeweils ohne Erfolg. Das Parlament zog auch viele Bürger an. Bei insgesamt 5.000 Führungen und Hausbegehungen erhielten mehr als 90.000 Besucher, unter ihnen viele Schüler, Informationen über die Arbeit der Parlamentarier. Im April begrüßte Nationalratspräsidentin Doris Bures den millionsten Besucher im Parlament seit 2005. Viele Besucher hatte auch die Website des Parlaments (www.parlament.gv.at). Rund 2,8 Millionen User sorgten seit Tagungsbeginn für mehr als 250 Millionen Clicks. Die Demokratiewerkstatt des Parlaments setzte ihre 2007 begonnene Geschichte fort. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die seither an den Workshops zur Vermittlung demokratischer Werte und politischer Bildung teilgenommen haben, liegt bereits bei 76.500. Im abgelaufenen Schuljahr besuchten 9.500 Schüler 450 Workshops. 4.300 Jugendliche konnten bisher für ihr besonderes Interesse mit dem Titel Demokratiewerkstatt-Profi ausgezeichnet werden. Wissenschaft;Ein uraltes Rätsel ist gelöst: Forscher konnten die Notation eines verlorenen Musikstückes aus dem Mittelalter rekonstruieren. In zwanzigjähriger Arbeit konnte ein Musikstück der tausendjährigen akustischen Vergessenheit entrissen werden: Forscher der University of Cambridge rekonstruierten ein mittelalterliches Lied, das an De consolatione philosophiae (Über den Trost der Philosophie), das Hauptwerk des römischen Philosophen Boethius (480/485-524/526) angelehnt ist. Das weit verbreitete Werk zählte zu den meistkommentierten Texten des Mittelalters – und schlug sich auch musikalisch nieder. Zwar ist das Lied auch handschriftlich überliefert, allerdings in der Form früher Neumen, die zur ergänzenden Notation über Texten dienten. Die Entschlüsselung dieser Melodieformeln ist mitunter ausgesprochen schwierig. Neumes zeigen die melodische Richtung an, allerdings ohne alle Tonhöhen zu spezifizieren – und das ist ein großes Problem, sagte Sam Barrett, der an dem Projekt beteiligt war. Ein wiederentdecktes Manuskripts aus dem elften Jahrhundert entpuppte sich aber als musikalischer Stein von Rosette: Mithilfe der Aufzeichnungen konnten die Forscher in mühevoller Kleinarbeit fast 90 Prozent des Musikstücks rekonstruieren . Wie des Rätsels Lösung klingt, hören Sie hier: --> University of Cambridge: First performance in 1,000 years: ‘lost’ songs from the Middle Ages are brought back to life (red, 1.5.2016) Wissenschaft;Museum für Völkerkunde in Stuttgart kaufte Kunstwerk im Jahr 2000 für 250.000 US-Dollar – Relief war 1991 aus Tempel verschwunden. Berlin – Baden-Württemberg hat ein gestohlenes Relief der Göttin Durga an Indien zurückgegeben. Kunststaatssekretär Jürgen Walter überreichte die grünliche Kalkstein-Skulptur am Mittwoch in Berlin an den Botschafter der Republik Indien. Eine Verpflichtung zur Rückgabe nach dem Unesco-Kulturgüterübereinkommen bestehe nicht, hieß es. Das 1.300 Jahre alte Relief Durga Mahishasuramardini wurde im Jahr 2000 für 250.000 US-Dollar (derzeit ca. 224 000 Euro) aus Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg für das Linden-Museum für Völkerkunde in Stuttgart gekauft. An der Seriosität des Verkäufers habe es damals keinen Zweifel gegeben, teilte das Kunstministerium mit. Die Herkunft des Kunstwerks sei nach bestem Wissen geprüft worden. Wie man jetzt weiß, verschwand das 80 Kilogramm schwere Relief 1991 aus einem Tempel in Tengpona im Kaschmir-Tal und wurde illegal ausgeführt. Der Verkäufer sitzt wegen des Vorwurfes der Hehlerei in Haft. Versichert war die Summe nicht. Wie in Fällen der Rückgabe von Kulturgütern aus staatlichen Museen an ihre rechtmäßigen Eigentümer üblich, erhalten weder diese Museen noch das Land die Ankaufsummen zurück. -Nicht-Wissenschaft;Österreicher in Norwegen auf Platz vier – Wegen Wind Einzl- statt Mannschaftskonkurrenz. Lillehammer – Weltmeister Bernhard Gruber hat am Samstag beim verspäteten Weltcup-Auftakt der Nordischen Kombinierer in Lillehammer Rang vier belegt. Den Sieg sicherte sich zum ersten Mal in seiner Karriere der Deutsche Fabian Rießle. Der Olympia-Dritte gewann vor dem Japaner Akito Watabe (+12,5 Sek.) und dem Finnen Ilkka Herola (15,2). Gruber fehlten 3,8 Sekunden auf den Drittplatzierten. Wie bei der aufgrund von Windkapriolen ausgefallenen ersten Station in Kuusamo machte den Kombinierern auch in Lillehamer das Wetter Probleme. Statt des geplanten Teambewerbes wurde deshalb am Samstag dank des provisorischen Sprungdurchganges vom Vortag ein Einzelbewerb ausgetragen. Im Probedurchgang hatte Gruber Platz sieben belegt, diese gute Ausgangsposition nütze der Salzburger für einen gelungenen Einstieg in den Winter. Ich bin absolut zufrieden, das ist ein super Auftakt. Im Laufen habe ich mir noch schwer getan, es geht aber bergauf, meinte Gruber, der die 15. Laufzeit verzeichnet hatte. Zweitbester Österreicher war Philipp Orter mit etwas mehr als einer Minute Rückstand an der zehnten Stelle, nicht weit hinter dem Kärntner folgten Lukas Klapfer (12.) und Mario Seidl (13.). Zehnter, das passt schon einmal gut, betonte Orter. Der nach dem Springen noch zweitplatzierte Fabian Steindl fiel auf den 16. Rang zurück. Der deutsche Titelverteidiger Eric Frenzel kam nach einem schlechten Sprung nicht über Rang 21 hinaus. Cheftrainer Christoph Eugen äußerte sich aufgrund des guten Mannschafts-Abschneidens positiv. Mit fünf in den Top 16 kann man zufrieden sein, meinte Eugen. Der Vorstoß von Grußer ins Spitzenfeld sei aufgrund des leichten Trainingsrückstandes des Salzburger eine erfreuliche Überraschung. Dass der Bernie schon jetzt um das Podest mitkämpft, hätte ich mir nicht so erwartet. Das freut mich. (APA, 5.12.2015) Ergebnisse des Weltcup-Auftakts der Nordischen Kombinierer in Lillehammer – Endstand nach einem Sprung (vom Freitag/provisorischer Durchgang) und dem 10-Kilometer-Lauf: 1. Fabian Rießle (GER) 25:22,4 Min. (5. im Springen/6. im Langlauf) – 2. Akito Watabe (JPN) +12,5 Sek. (8./8.) – 3. Ilkka Herola (FIN) 15,2 (12./3.) – 4. Bernhard Gruber (AUT) 19,0 (7./15.) – 5. Francois Braud (FRA) 23,7 (3./20.) – 6. Manuel Faißt (GER) 26,3 (11./16.). Weiter: 10. Philipp Orter (AUT) 1:04,3 (18./19.) – 12. Lukas Klapfer (AUT) 1:12,3 (14./22.) – 13. Mario Seidl (AUT) 1:13,2 (6./31.) – 16. Fabian Steindl (AUT) 1:20,5 (2./35.) – 23. Harald Lemmerer (AUT) 1:55,9 (36./14.) – 28. Wilhelm Denifl (AUT) 2:23,2 (19./40.) – 50. Paul Gerstgraser (AUT) 5:30,7 (44./50.) Stand im Weltcup nach einem Bewerb: 1. Rießle 100 Punkte – 2. Watabe 80 – 3. Herola 60 – 4. Gruber 50. Weiter: 10. Orter 26 +Nicht-Wissenschaft;Auch Bayern-Zugang Renato Sanches im 23-Mann-Aufgebot von Teamchef Santos. Lissabon – Fernando Santos, der Teamchef von Österreichs EM-Gruppengegner Portugal, hat am Dienstag seinen 23-Mann-Kader für die EURO in Frankreich nominiert. In dem von Cristiano CR7 Ronaldo angeführten Aufgebot steht auch Bayern Münchens 18-jähriger Zugang Renato Sanches. Der mehrere Monate verletzt gewesene 35-jährige Tiago (Atletico) fehlt hingegen so wie der angeschlagene Bernardo Silva (Monaco). Bei der Europameisterschaft treffen die Portugiesen in Gruppe F auf Österreich (18. Juni in Paris), Ungarn und Island. Während der Vorbereitungszeit bestreiten sie noch drei Testspiele gegen Norwegen (29. Mai), England (2. Juni) und Estland (8. Juni). (APA/AFP, 18.5.2016) Portugals Kader für die Fußball-EM: Tor: Rui Patricio (Sporting Lissabon)Anthony Lopes (Olympique Lyon)Eduardo (Dinamo Zagreb) Abwehr: Vieirinha (VfL Wolfsburg)Cedric (Southampton)Pepe (Real Madrid)Ricardo Carvalho (AS Monaco)Bruno Alves (Fenerbahce Istanbul)Jose Fonte (Southampton) Eliseu (Benfica Lissabon)Raphael Guerreiro (FC Lorient) Mittelfeld: William Carvalho (Sporting Lissabon)Danilo Pereira (FC Porto) Joao Moutinho (AS Monaco)Renato Sanches (Benfica Lissabon)Adrien Silva (Sporting Lissabon)Andre Gomes (Valencia)Joao Mario (Sporting Lissabon) Angriff: Rafa Silva (Sporting Braga)Ricardo Quaresma (Besiktas Istanbul)Nani (Fenerbahce Istanbul)Cristiano Ronaldo (Real Madrid)Eder (OSC Lille)