diff --git "a/otnitrestructure.json" "b/otnitrestructure.json" deleted file mode 100644--- "a/otnitrestructure.json" +++ /dev/null @@ -1,734 +0,0 @@ -[ - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Künig Ottnides buoch hebt sich an Es ward ein buoch funden ze Lunders in der stat, das het schrift wunder, daran lag manig blat. die haiden durch ir erge die hetten das begraben. nu sol wir von dem buoche guot kurzweile haben. Wer in freuden welle und in kurzweile wesen – daz las im von dem buoche singen oder lesen, von einem künigreiche, das hat Lamparten namen. das endarf vor allen kronen sich des namen nicht enschamen. Es wuochs in Lamparten ein gewaltiger künig reich, dem was bei den zeiten dhain künig geleich über alle lant ze Walhen. das bezeichente das, die weile und daz er lebete daz er gewalteklichen sass. Si muosten alle fürchten den künig und auch sein heer. die lant het er betwungen von dem gebirge unz an das mer: den zins si im muosten bringen, die bei im sassen da, die muosten alle fürchten sein gebot und auch sein dro. Durch sein küniges wirde gab man im preis. gehaissen was er Ottnit, ze sturm was er weis. Breissen und Perne das was im undertan. im dient auf Garte aller tagelich zwenundsibenzigk dienstman. Nach rechter küniges wirde in seiner tugende er rang. im hulfen die seine, daz er die lant bezwang. zwelf man sterke het der wunder küene man. im diente mit gewalte Rome und auch Latron. Also der degen edele gebanket het den leib, do rieten im die seine, daz er im näme ein weib, die im ze haben zäme und frawe möchte sein und auch mit eren hiesse über Lamparten ain künigin. Da sprach der künig edele 'nu ratet mir, mage unde man, als ichs in meinem lande aller teuriste han, wo ich ein frawen vinde, die mir genossame sei, daz ich von irem geschlechte der schame beleibe frei.' Da sassens an dem rate wol in fünf tagen und kunden für die warhait dem künige nicht gesagen, wo si ein frawen funden, die er mit eren möchte nemen, also daz si sich irs rates hernach nicht dorften schämen. Da sprach der marggrave Helmnot von Tuschon 'was künige uns ist gesessen, die sind dir undertan. wir künnen nindert vinden | dishalb mers über alle lant –\t", - "output": "Es beginnt König Otnits Buch Es ward ein Buch gefunden in der Stadt Lunders, das war ein Wunder an Geschriebenem, daran lag so manches Blatt. Die Heiden in ihrer Arglist, die hatten das vergraben. Nun sollen und werden wir von diesem Buch gute Kurzweil haben. Wer da in Freuden und in Kurzweil sein will – laß sich das von diesem Buche singen und lesen, von einem Königreich, das hat den Namen Lamparten. Das braucht sich vor sämtlichen Kronen seines Namens nicht zu schämen. Es war in Lamparten ein gewaltig mächtiger König herangewachsen – dem war zu seinen Zeiten kein König gleich – über alle welschen Lande. Das konnte man daran als Zeichen sehen, über die ganze Zeit seines Lebens, wie er seinen Besitz verwaltete. Alle mußten sie fürchten den König und auch sein Heer. Er hatte alle Länder niedergezwungen vom Gebirge bis zum Meer, alle mußten sie ihm den Zins bringen, die damals um ihn saßen, die waren alle voll Ehrfurcht vor seinem Gebot und auch vor seiner Bedrohlichkeit. Um seiner Königswürde willen gab man ihm höchsten Preis. Geheißen war er Otnit, im Kampfsturm war er erfahren. Brissen und Bern waren ihm untertan. Ihm dienten auf Garte Tag für Tag zweiundsiebzig Dienstmannen. In seiner Tugend rang er um die rechte Würde eines Königs. Und die Seinen halfen ihm, daß er die Länder niederzwang. Die Stärke von zwölf Männern hatte der wunderkühne Mann. Als Sachwalter dienten ihm Rom und auch Lateran. Wie nun dem edlen Degen sich Leib und Leben zu aller Freude entwickelt hatten, da rieten ihm die Seinen, daß er sich ein Weib nähme, die ihm an seine Seite paßte und als Landesherrin geeignet wäre und auch in Ehren Königin über Lamparten genannt werden könnte. Da sprach der edle König: „Nun ratet, Verwandte und Lehnsleute, die ihr mir die Allerteuersten aus meinem Land seid, wo ich eine adelige Dame finde, die mir eine passende Gefährtin ist, aus einem Geschlecht, für das ich mich auch nicht im geringsten schämen muß.“ Da setzten sie sich zur Beratung wohl an fünf Tagen und wußten dann wahrlich nicht dem König zu sagen, wo sie eine adelige Dame fänden, die er mit Ehre und Anstand nehmen könnte, so daß sie sich für ihren Rat später nicht zu schämen brauchten. Da sprach der Markgraf Helmnot von Tuscan: „Was an Königen um uns herum sitzt, die sind dir untertan. Wir können nirgendwo diesseits des Meeres in irgendeinem Land finden,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da ist kain künig so reiche: er muos dienen deiner hant.' Da sprach von den Reussen der künig Ylias, wan er nach Otniden do der tewriste was. 'ich waiss ein frawen schöne und wolgeborn, der gebat nie kain man, er hiet das haubt sein verloren.' Da sprach der künig Otnit 'nu sage mir fürbas, Ylias lieber oheim, wo von mag wesen das? wer ist ir geschlächte? wer mag die frawe sein? mag si mit eren haissen über Lamparten künigein?' 'Iren vater wil ich dir nennen, der haisset Nachorel, geboren von Montabur: sein leib hat moren fel. im dienet haiden mere dann der cristenhait. ze Iherusalem der herre die küniges krone trait. Suders in Syrie das ist sein haubtstat. wer in botscheften der frawen ie gebat, der muost den leib verliesen durch die künigin. was wil du mer ze fragen? si wirt nimmer dein. Si leucht aus allen frawen, als das schöne golt tuot neben blanken blei: das du gelauben solt. si leuchtet aus allen weiben recht als die rose tuot. es ward nie kint so schöne, man seit si auch guot.' Da sprach von Lamparten der künig Otnit 'nu bringet mich des innen, ob ir mir wäge seit. ich wil mich getrosten des künigreiches mein, ich muoss den leib verliesen, oder mir werde die künigin.' Da sprach der künig von Rewssen 'nu sei es got geklagt, daz ich dir dise märe hewte han gesagt, die nach deinem tode dir auferstanden sint. ich widerriet es gerne: du bist meiner swester kindt.' 'Wer mir das widerratet, dem wird ich nimmer holt. ich han gehaien lange silber und golt: den hort wil ich nu bieten, ich gewinne ein creftig heer. es ergee mir wie got welle, ich mus nach ir hin über mer.' 'Kumst du ze Montabur, so sihe die zinnen an. zwaiundsibenzigk haubet hat er gestecket daran die er durch der frawen willen hat den boten abgeschlagen. daz ich ir ie gedachte, das wil ich got clagen, daz mir so grosse jamer davon nu künftig sint!' da sprach der künig von Lamparten 'wie ist im so lieb sein kindt! er sol nach seinem rechte gelaublichen tuon,", - "output": "daß der König dort so mächtig wäre, daß er deiner Hand nicht dienen müßte.“ Darauf sprach von den Reußen der König Ylias, denn er war dort nach Otnit der Bedeutendste: „Ich weiß eine adelige Dame, schön und wohlgeboren, um die hat nie ein Mann gebeten, der nicht seinen Kopf verloren hätte.“ Darauf sprach der König Otnit: „Nun sage mir weiter, Ylias, lieber Oheim, woher kann das kommen?“ Wer gehört zu ihrem Geschlecht? Wer kann diese Edeldame sein? Kann sie mit Ehre und Anstand Königin über Lamparten heißen?“ „Ihren Vater will ich dir nennen: Der heißt Nachorel, von Montabur geboren; sein Körper trägt die Haut eines Mohren. In der Heidenschaft hat er mehr Diener als die Christenheit hat. Zu Jerusalem trägt dieser Herr die Königskrone. Suders in Syrie, das ist seine Hauptstadt. Jeder, der als Botschafter je um diese Edeldame gebeten hat, der mußte Leib und Leben verlieren um dieser Königin willen. Was willst du noch mehr zum Erfragen? Sie wird nimmer dein! Sie leuchtet aus allen Damen von Adel hervor, wie es das schöne Gold tut im Vergleich zu blankem Blei – das sollst du glauben! Sie leuchtet aus allen Frauen hervor, recht wie das die Rose tut. Nie ward ein Mädchen so schön – und man nennt sie gut.“ Da sprach der König Otnit von Lamparten: „Nun verhelft mir dazu, wenn ihr mir gewogen seid! Ich will und werde auf mein Königreich verzichten, ich muß Leib und Leben verlieren, wenn die Königin nicht mein wird!“ Darauf sprach der König von Reußen: „Nun sei es Gott geklagt, daß ich dir diese Geschichten heute gesagt habe, die dir zum Tode sich hier erhoben haben. Ich würde dir gerne abraten, du bist schließlich meiner Schwester Kind.“ „Wer mir davon abrät, dem werde ich nimmer hold sein. Ich habe lange Silber und Gold gehortet, ich will jetzt meinen Schatz aufbieten und mir ein starkes Heer aufstellen. Es gehe mir nach Gottes Willen – ich muß zu ihr hinüber übers Meer.“ „Kommst du nach Montabur, so sieh die Zinnen an! Zweiundsiebzig Häupter hat er dort aufgesteckt, die er um der edlen Dame willen Boten abgeschlagen hat. Daß ich überhaupt an sie gedacht habe, das will ich Gott klagen, daß mir so großer Jammer deshalb bevorsteht!“ Da sprach der König von Lamparten: „Wie ist ihm sein Kind so lieb! Er soll nach seinem Recht und Glauben tun", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "gebe si einem manne: so hat er tochter unde suon.' 'Das ist im wol geraten, des hat er dhainen | muot,\t[CXCVI rc] und wil dich des berichten warumb ers nicht entuot. er hat im fürgesetzet des er sich solte schämen: wenn im die muoter stirbet, so wil er die tochter nemen. Er sähe gerne tot der frawen muoter leib, durch das sein schöne tochter wurd sein liebes weib.' 'das sol im got verbieten' sprach der künig Otnit. 'ich geruoe nimmer, unz si mir nahen gelit.' Da sprach aber von Reussen der künig Ylias 'seit du dein gemüet daran gewendet has, vil manigen Lamparten wirt die raise ein fünfzigktag. iedoch wil ich dir helfen so ich aller beste mag.' 'Wer mir der raise hilfet, dem bin ich immer holt. im sei auch mitgetailet mein silber und mein golt, landt und burge darezuo leut und guot. ich wil im immer danken, wers williklichen tuot, dem bin ich immer wäge die weil und ich lebe. daz mir got die selde und das gelücke gebe, daz ich den haiden irre seiner unrainikait, und auch die maid schöne bringe heer in die cristenhait. Vil liebe schargenosse, wir müessen auf den see. got uns der selden gunne, daz es uns wol ergee. welch cristen man erstirbet, dem wil ich geben trost: dem ist auch immermere sein reine seel erlost. Nu lat euch nicht verdriessen, fart frölichen dar. wir müessen fliessen mit ritterlicher schar. wer mir nu helfen welle, der bedenke sich enzeit: mit frölichem muot' sprach der künig Otneit 'sollen wir die haiden tödten, die nindert cristen sint.' da sprach Ylias von Rewssen 'du bist meiner swester kind. von rechte sol ich wagen bei dir leib und mein leben. ich wil dir füeren tausent ritter und auch mich selben geben.' Da sprach der Lamparte 'du hast in kurzer frist mir des wol erzaiget, des du mir schuldig bist. getrewer freunde hilfe die ist vil wünnicleich, und sendet mich got herwidere, ich mere dir dein künigreich.' Da sprach auf Garte der burggrave Engelwan 'du hast auf diser burge zwenundsibenzigk man, den bist du zu ainem vogt gesetzet und geborn,", - "output": "und sie einem Manne geben, so hat er Tochter und Sohn zugleich.“ „Das hat man ihm wohl geraten, danach steht ihm nicht der Sinn, und ich will dir berichten, warum er’s nicht tut. Er hat sich etwas vorgenommen, wofür er sich schämen sollte: Wenn ihm die Mutter stirbt, so will er die Tochter nehmen. Er sähe den Leib der Mutter dieser edlen Dame gern schon tot, damit seine schöne Tochter sein geliebtes Weib würde.“ „Das soll ihm Gott verbieten“, sprach der König Otnit. „Ich werde nicht ruhen, bis sie neben mir zu liegen kommt.“ Darauf sprach wieder der König Ylias von Reußen: „Da du nun dein Sinnen und Trachten daran gewendet hast, wird wohl manchen Lamparten diese Reise zu ihrem Fünfzigtag; jedoch will ich dir helfen, so gut es mir nur möglich ist.“ „Jeder, der mir auf dieser Reise hilft, dem bin ich für immer hold. Mit ihm soll mein Silber und mein Gold geteilt sein, Land und Städte, dazu die Leute und das Hab und Gut. Ich werde ihm für immer danken, wenn einer das aus freiem Willen tut, dem bin ich für immer gewogen, solange ich lebe. Daß mir Gott das Heil und das Glück gebe, daß ich den Heiden abbringe von seiner Unreinheit und auch das schöne Mädchen herführe unter die Christenheit! Liebste Mitstreiter, wir müssen aufs Meer! Gott vergönne uns das Heil, auf daß es uns wohl ergehe! Jeder Christenmensch, der sterben wird, dem will ich Trost geben: Dem ist für alle Zukunft seine reine Seele erlöst. Nun laßt es euch nicht verdrießen und begebt euch fröhlich auf die Fahrt dorthin! Wir müssen aufs Meer hinaus mit einer ritterlichen Streitmacht. Jeder, der mir nun helfen will, der bedenke sich beizeiten: Mit fröhlichem Mute“, sprach der König Otnit, „werden wir die Heiden töten, die ja doch keine Christen sind.“ Da sprach Ylias von Reußen: „Du bist meiner Schwester Kind! Und deswegen werde ich nach Recht und Pflicht bei dir Leib und mein Leben wagen. Ich will dir tausend Ritter zuführen und auch mich selber geben.“ Da sprach der Lamparte: „Du hast sehr prompt mir deutlich erzeigt, was du mir schuldig bist. Die Hilfe treuer Freunde, die ist eine Wonne! Und sendet mich Gott hierher zurück, ich vermehre dir dein Königreich!“ Da sprach Engelwan, der Burggraf von Garte: „Du hast in dieser Stadt zweiundsiebzig Lehnsmannen, denen bist du zum Vogt gesetzt und geboren,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "und klagent si das sere, solt du da werden verloren.' Mit zorne sprach sein bruoder der küene Helmnot 'du waist nit warumb du reitest nach frawen in den todt. du soltest wol billichen bei deinen landen sein: eines reichen edlen fürsten tochter wär | dir wol künigein.'\t Da sprach der Lamparte 'du magst mirs nicht erweren. fürchtest du des leibes, so solt du mir nicht sweren. du hast doch ie gehöret' sprach der künig Otnit, 'daz biderbes mannes erbe in allen landen leit.' Da sprach der trugksäss, ir vater Huteger, 'wir wissen deinen ernst, wir irren dich nimmer. dir gebend auf diser burge zwenundsibenzigk dienstman iegklich hundert ritter, wilt du sis nit erlan.' Da sprach der Lamparte 'das ist ein freundes rat. daz dise burg ze Garte so manigen ritter hat! vor aller meiner helfe warens ie mein erster streit. si sullen der marke hüeten' sprach der künig Otnit. 'Fürsten, graven, freien und edele dienstman, was ich der ane Garte in meinem lande han, die mich williclichen diser fart gewern, wir sullen uns ellenden: des mag ich nicht embern.' Da sprach der marggrave Helmnot von Tuschan 'so nim von mir ze steur fünftausent küener man: die wil ich mit dir senden, herre, über den wilden see. sol ich selb mit dir fliessen, so wirt ir leichte mee.' 'Got lon dir deiner gabe' sprach der künig Otnit, 'du hast mich gesteuret auf lobelichen strit. du hast mich wol getröstet ungebeten und ungemant: ich bevilhe dir auf dein trewe baide leut und lant. Reicher fürste reiner, das ist wol zu dir bewart. wenn ich von lande reite mit lieber herefart, Garte und alle mein ere sol dir bevolhen sein. ich bevilhe dir auch mein muoter, herre, auf die trewe dein.' Da sprach von Troyen der herzoge Gerebant 'ich wil dich, herre, stewren zu deiner herefart: mein fünftausent helde, la dirs ein dank sein. und wilt du, ich fleuss auch selb mit dir nach der künigin.' Da sprach der Lamparte 'des wil ich muoten nicht. du hast mich wol gesteuret, wie et mir geschicht, daz du mir hast gehaissen so manigen stolzen degen:", - "output": "die werden das schmerzlich beklagen, wenn sie dich dort verlieren.“ Mit Zorn sprach sein Bruder, der kühne Helmnot: „Du weißt nicht, warum du in den Tod reitest – damenhalber! Du solltest billigerweise bei deinen Landen sein; die Tochter eines reichen und mächtigen, edlen Fürsten könnte dir auch gut Königin sein.“ Darauf sprach der Lamparte: „Du kannst es mir nicht verwehren. Fürchtest du für dein Leben, so sollst du mir keinen Schwur leisten. Du hast doch lange gehört“, sprach der König Otnit, „daß das Erbteil eines wackren Mannes in allen Landen liegt!“ Da sprach der Truchseß, ihr Vater Hiuteger: „Wir wissen um deine Ernsthaftigkeit und werden dich nicht mehr abzubringen versuchen. In dieser Stadt geben dir zweiundsiebzig Dienstmannen jeder hundert Ritter, wenn du’s ihnen nicht erlassen willst.“ Da sprach der Lamparte: „Das ist Rat und Hilfe eines Freundes! Daß diese Stadt Garte so viele Ritter hat! Vor aller Hilfe von außen waren sie immer meine erste Streitmacht – sie sollen die Grenzmark hüten“, sprach der König Otnit. „Fürsten, Grafen, Freie und adelige Dienstmannen, was immer ich hier – außer denen von Garte – in meinem Lande habe, alle, die mich freiwillig bei dieser Unternehmung unterstützen: Wir werden uns aufmachen in die Fremde, ich kann darauf nicht verzichten.“ Da sprach der Markgraf Helmnot von Tuscan: „So laß dir von mir beisteuern fünftausend kühner Männer, die will ich mit dir senden, Herr, über die wilde See. Soll ich selbst mit dir hinaus, so werden ihrer leicht noch mehr.“ „Gott lohn dir deine Gabe,“ sprach der König Otnit, „Du hast beigesteuert, was mich meine Streitmacht loben läßt, du hast mich wohl unterstützt ohne Bitte und Mahnung. Ich übergebe dir in deine Treue die Leute und das Land. Mächtiger Fürst, du Reiner, bei dir sind sie wohl bewahrt! Wenn ich jetzt aus dem Land reite auf eine Heerfahrt, die mir lieb ist, sollen Garte und all meine Ehre dir befohlen sein! In deine Hände befehle ich auch meine Mutter, Herr, auf deine Treue hin!“ Da sprach der Herzog Gerebart von Troyen: „Auch ich will, Herr, zu deiner Heerfahrt beisteuern: Meine fünftausend Helden, ich hoffe, das genügt, und wenn du willst, komme ich selbst mit hinaus nach der Königin.“ Darauf sprach der Lamparte: „Das will ich dir nicht zumuten. Du hast wohl beigesteuert für alles, was mir geschehen kann, indem du mir so viele stolze Degen verheißen hast.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "du solt hie haime selbe des Heugebürges phlegen.' Da sprach der von Cecilie, der haiden Zachareis 'ich sitze in dem gedinge, du bist mein obristes reis. des du ander leute phlegest, das tuon ich ungebeten. ich wil dich hohe steuren, wenn du auf den see wilt tretten. Wenn du wilt fliessen auf den see von den gstaden, ich wil dir zwelf kiele | vol reiche speise laden\t und mit bestem weine, den man künigen ie getruog. nu sitz auf wenn du wellest, ich gib dir drew jar genuog. Ich wil dich hohe steuren, reicher künig Otnit: zwainzigtausent helden phelle und samat, reiche tuoch vol golde wol gewürfelt und geweben, des wil ich dir den vollen und zwainzigktausent helden geben.' Da sprach der Lamparte 'ich wil auch füeren über see dreissigtausent helde und dannoch leute mee. daran solt du gedenken: ich wil mit freuden farn. die ich hie haime lasse, die muos got bewaren. Ir solt daran gedenken, ir helde, seit gemant, ich wil dhainen füeren, oder er habe sturmgewant, er sei auch ein edel ritter oder ritters genos: mir envolget dhainer, ist in ein vinger blos.' Da sprach der künig von Reussen 'ich füer dir über see fünftausent schneller helde, leucht als der schnee in liehten stahelringen: indert man si plecken sicht. wohin ich meinen fanen naige, davon so komend si nicht.' Da sprach der marggrave Helmnot von Tuscan 'ich wil dir emphelhen manigen hohen kastelan. fünftausent schneller helde das ist mein erster gruos: so gesweche dir mein trewe, ob in indert blicke ein fuoss, er sei mit stahlringen bedecket und bewart.' da sprach aber von Troyen der herzoge Gerebart 'Stutschir und Bonefente das ist mir undertan: darzuo wil ich dir senden auch fünftausent man in liechten stahlringen, edel und wolgeborn, als ich dirs allerbeste in meinen landen han erkorn.' 'ir habt mich gesteuret' sprach der künig Otnit 'mit fünfzigktausent ellen auf der argen haiden streit. Vinde ich noch hundert tausent, den wil ich geben solt. wer hinder mir beleibet, dem wird ich nimmer holt.' da sach man manigen dringen durch habe und auch durch guot,", - "output": "Du sollst hier daheim das Heugebirge halten.“ Da sprach der von Cecilie, der Heide Zacharis: „Ich sitze in deiner Gerichtsbarkeit, du bist der oberste Zweig im Baum des Gerichts. Was du bei andern Leuten erflehst, das tu ich ungebeten. Ich werde Großes beisteuern, immer wenn du die See betreten willst. Wenn du jetzt hinauswillst vom Gestade auf die See, werde ich dir zwölf Schiffe mit reichlich Proviant volladen und mit dem besten Wein, den man Königen je auftrug. Nun sitz auf! Wann immer du willst! Ich gebe dir genug für drei Jahre! Ich werde Großes beisteuern, reicher und mächtiger König Otnit: für zwanzigtausend Helden Seide und Samt, kostbare Tuche, mit viel Gold wohl durchwebt der Werft, davon gebe ich dir und den zwanzigtausend Helden die Fülle.“ Da sprach der Lamparte: „Und ich werde über die See führen dreißigtausend Helden und noch mehr Leute. Daran sollst du denken: Ich will mit Freuden auf die Fahrt gehen. Die ich hier daheim lasse, die muß Gott bewahren. Und das sollt ihr bedenken, ihr Helden, und daran seid gemahnt: ich will keinen führen, der nicht seine Sturmausrüstung hat, auch wenn er ein Ritter von Adel oder einem Ritter ebenbürtig ist. Mir folgt keiner, wenn ihnen auch nur ein Finger entblößt bleibt.“ Da sprach der König von Reußen: „Ich führ dir über die See fünftausend tapferer und behender Helden, licht wie Schnee in lichten Stahlringen, an denen man keine Blöße sieht. Wohin ich auch meine Fahne neige, dort werden sie nicht weichen.“ Da sprach der Markgraf Helmnot von Tuscan: „Ich will unter deinen Befehl stellen so manchen hochbeinigen Kastilianer. Fünftausend tapferer und behender Helden – das ist mein erster Gruß. So soll meine Treue zu dir gebrochen heißen, wenn es ihnen irgendwo vom Fuß blitzt, es sei denn, er wäre von Stahlringen bedeckt und bewahrt.“ Da sprach wiederum der Herzog Gerebart von Troyen: „Stutschir und Bonavent, das ist mir untertan; von dort will ich dir auch fünftausend Mann senden in leuchtenden Stahlringen, adelig und wohlgeboren, wie ich sie dir in meinem Land als die Besten ausgesucht habe.“ „Ihr habt mich ausgesteuert“, sprach der König Otnit, „mit fünfzigtausend Kräften zum Streit gegen die argen Heiden. Find ich noch hunderttausend, denen will ich selbst den Sold geben. Wer da hinter mir zurückbleibt, dem wird meine Huld nimmermehr.“ Und dann sah man manchen herbeidrängen wegen Hab und auch wegen Gut;", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "dar drang auch summelicher durch seinen hohen muot. Si waren alle willig dem reichen künige her. des gesahen summeliche Lamparten nimmer mee. ross und ringe wurden da gegeben: durch des guotes willen wagten si das leben. Vil manige knaben junge emphiengen von im schwert. 'wol mich' sprach der Lamparte | 'daz iemand guotes geert.\t es stet ein turn ze Garte, darinne leit mein hort, der ist gefüllet mit schatze von dem bodem unz an den bort.' Doch gab er also lange, unz des guotes nicht belaib. die seiner kammer phlagen die schuoffen daz man schraib dreissig tausent schilte und also maniges ritters dach: die waren auch beraitet, daz des nicht da gebrach. 'Oheim unde herre' sprach der künig Ylias, 'seit du von starkem guote die grossen tugende has und auch so reiche wirde, nu kiese dir einen man, der dir geraten künne: an wen wilt du dein eere lan? Da sprach der Lamparte 'ich bin deiner swester kindt. seit daz die fürsten alle in unserm gewalte sint, ich wil dich ze vater kiesen: du bist der vater mein. die leute und auch mich selben emphilhe ich auf die trewe dein.' 'Ich sage dir' sprach der Reusse 'und varest du auf das mer, du möchtest wol ertrinken, du und all dein heer: der segelwint ist böse, es ist nicht varens zeit.' 'ich far, als du gebeutest' sprach der künig Otnit. 'Wenn uns der mai erscheinet, gen den liechten summertagen, so bit des deine freunde, daz si iren helden sagen, daz si sich beraiten, wie es in darnach ergee, daz wir mit vogelgesange varen auf dem wilden see.' Da sprach von Lamparten der künig Otnit 'seit alle mein freude und wünne an ewch leit, so laistet ewr trew, die ir mir habt gegeben. das wil ich verdienen, und sol ich lang leben.' Die trew ward gelaistet, si lobten im also, daz sis vil gerne täten. des ward der künig fro. dem künige ward der winter und die kurzen tage lang davon daz in die minne und der maide schöne zwangk. Si waren fro der phlege, wes er si wolte bitten. urlaub si da namen, von Garte si do riten. mit minniklichem muote er in allen urlaub gab.", - "output": "und etlicher drängte herbei nur wegen seinem hohen Mut. Alle waren sie zu Willen dem mächtigen erhabnen König. Und etlicher sah dafür Lamparten nimmermehr. Ross’ und Ringe wurden da gegeben, um des versprochnen Gutes willen wagten sie das Leben. Gar mancher junge Knappe empfing die Schwertleite von ihm. „Wohl mir“, sprach der Lamparte, „daß da jemand Gut begehrt! Es steht ein Turm in Garte, darinnen liegt, was ich gehortet habe; der ist gefüllt mit Schätzen vom Boden bis zum obersten Rand.“ Er aber gab so lange, bis von seinem Gut nichts geblieben war. Seine Kämmerer sorgten dafür, daß man verbuchte dreißigtausend Schilde und ebensovieler Ritter Ausrüstung; die wurden so ausgestattet, daß es da an nichts gebrach. „Schwestersohn und Herr“, sprach der König Ylias, da du an Hab und Gut so große Möglichkeiten hast und eine solche Anerkennung in deinem Reich, nun wähl dir einen Mann, der dich beraten und unterstützen kann: Wem willst du deine Ehre anvertrauen?“ Da sprach der Lamparte: „Ich bin deiner Schwester Kind. Da all die Fürsten unter unserer Herrschaft sind, will ich dich zum Vater wählen: Du bist mein Vater! Die Leute und auch mich selber empfehle ich deiner Treue.“ „Ich sage dir“, sprach der Reuße, „wenn du jetzt auf das Meer hinausfährst, ist es wohl möglich, daß du ertrinkst, du und all dein Heer – der Segelwind ist widrig, es ist noch nicht die Zeit für eine Meerfahrt.“ „Ich fahre so, wie du gebietest“, sprach der König Otnit. „Wenn uns der Mai erscheint auf die lichten Sommertage zu, dann bitte deine Freunde darum, daß sie ihren Helden sagen, daß sie sich vorbereiten auf das, was dann auf sie zukommt, auf daß wir mit Vogelgesang auf der wilden See fahren.“ Und dann sprach König Otnit von Lamparten: „Da all meine Freude und Wonne an euch liegt, so leistet mir den Treueid, den ihr mir zugesagt habt! Das will ich mir verdienen, wenn ich so lange leben soll.“ Der Treueid ward geleistet, sie gelobten ihm damit, daß sie das aus freiem Begehren täten. Darüber wurde der König froh. Dem König wurde der Winter und seine kurzen Tage lang; das kam daher, daß ihn der Gedanke an die Liebe und die Schönheit des Mädchens bezwangen. Sie waren froh über seine Forderung und alles, das er sie bitten wollte. Sie nahmen darauf Abschied und ritten dann von Garte fort.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "des volgte tugent und ere dem künige in sein grab. Da si alle von im schieden bis an den ainen man – den heiden von Pulle, den wolt er nindert lan, und auch den künig von Reussen; die zwen er het erwelt, die waren in seinem lande ze den besten aus erzelt – da sprach der Lamparte 'got lass mich geleben, daz ich dir des gedanke, des du mir hast gegeben, tugentreicher haiden, des ich dich nie gebat. und woltest du cristen werden, ich het dich an bruoder stat. 'Enruoch bin ich ein haiden, und ist mein trewe guot, ob ich dir | mer gediene dann dir ein kristen tut.\t mein trew ist ungebrochen, wo es dir an die sorge gat. ich diene dir also gerne, als der tauf emphangen hat.' Da sprach Ylias von Reussen 'es nahent gen den tagen. du solt im wol getrawen. bit dir den haiden sagen, wo du die kiele vindest, die er dir geben wil. daz du dich darnach richtest, bit dir sagen ein zil.' Da sprach der weise haiden 'wo mocht es anders sein, da er die kiele fünde, es geschehe in Messin, in meinem künigreiche und in meiner besten habe, da alle marnare müessen sitzen auf und abe!' Da sprach der Pulleschar 'nu la mich, herre, varn, sol ich deine kiele berichten und bewaren, daz du die also vindest, als ich gelobt han.' da sprach der Lamparte 'wie wol ich dirs gan!' 'Ich wil auch gegen Reussen' also sprach der künig Ylias. 'es nahet vast dem jare, daz ich da haime was. ich sach gerne da haime mein weib und meine kint. ich muoss die helde schawen, die dir gehaissen sint.' 'Got gesegen euch baide' sprach der künig Otnit, 'und lass euch des geniessen, daz ir getrewe sit, daz ir so gerne laistet mein gebet und mein gebot. ich getar euch nimmer irren – nu gesegen euch got.' Sunst gab er in baiden urlaub ane dank. ich wän von sagenden dingen ine der maide schöne zwangk. im het auch ir minne vil nach benomen den sin. Otnides abentewr ist ietzo aine hin. Abenteur: Wie Ottnit seinen vater Albrichen vant, do er im den harnasch gab II", - "output": "Erfüllt von Gedanken der Liebe verabschiedete er sie alle. Dafür folgten dem König Tugend und Ehre bis in sein Grab. Als sie alle von ihm geschieden waren bis auf den einen Mann – nämlich den Heiden von Pülle, den wollte er keinesfalls gehenlassen, und auch den König von Reußen; die zwei hatte er auserwählt, die waren in seinem Land als die Besten gerechnet – da sprach der Lamparte: „Gott lasse mich erleben, daß ich dir dafür danken kann, daß du mir gegeben hast, tugendreicher Heide, worum ich dich nie gebeten habe. Und wenn du Christ werden wolltest, ich hielte dich an Bruders Stelle.“ „Vergiß, daß ich ein Heide bin – und meine Treue ist gut, wenn ich dir mehr diene, als das ein Christ tut. Meine Treue hat keinen Sprung, was immer du besorgen magst. Ich diene dir ebenso gerne wie einer, der die Taufe empfangen hat.“ Da sprach Ylias von Reußen: „Die Tage rücken näher. Du kannst ihm ruhig vertrauen. Bitte den Heiden, dir zu sagen, wo du die Schiffe findest, die er dir geben will. Auf daß du dich danach richten kannst, bitte ihn, dir das Ziel zu sagen.“ Da sprach der erfahrene Heide: „Wo anders könnte es sein, daß er die Schiffe fände, wenn nicht in Messin, in meinem Königreich und in meinem besten Hafen, da alle Seeleute auf- und absitzen müssen!“ Und dann sprach der Püllianer: „Nun laß mich, Herr, auf Fahrt gehen, wenn ich deine Schiffe herrichten soll und sicherstellen, daß du sie so vorfindest, wie ich dir versprochen habe.“ Da sprach der Lamparte: „Wie gern vergönne ich dir das!“ „Ich will auch nach Reußen“, also sprach der König Ylias. „Es geht mächtig an ein Jahr, daß ich nicht daheim war; ich habe daheim meine Frau und meine Kinder immer gerne gesehen. Und ich muß nach den Helden schauen, die dir versprochen sind.“ „Gott segne euch beide“, sprach der König Otnit, „und lasse euch den Nießnutz haben dafür, daß ihr so treu seid, daß ihr so bereitwillig erfüllt meine Bitte und mein Gebot. Ich wage nicht, euch länger zu behelligen – nun segne euch Gott!“ Solchermaßen verabschiedete er beide ohne weiteres. Ich glaub, des Mädchens Schönheit-vom-Hörensagen zwang ihn; auch hatte ihm der Gedanke an ihre Liebe beinahe den Verstand benommen. Von Otnits Abenteuer-Kapiteln ist hiermit eines dahin. Abenteuer: Wie Otnit seinen Vater Alberich fand, als der ihm den Harnisch gab", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Mit züchten sprach sein muoter, daz minicleiche weib 'du wilt in grosse sorge bringen deinen leib. du soltest billichen han deiner freunde rat. es erget vil selten ebene, was man one rat begat.' 'Muoter unde frawe' sprach der künig Otnit, 'du solt mir nicht irren den willen noch den streit. was du mir gebeutest, fraw, das geschicht – het aber ich tausent muoter, durch die belibe ich nicht.' 'Ich solts nicht widerraten' sprach die künigin, 'vater und herre, manne unde kindelein, seit dichs so sere gelustet, so wil | ich dirs nit weren.\t nu mües dir gelücke und selde got da bescheren.' Da sprach der Lamparte 'mir ist ein traum bekant. vil lieber cammerer, nu bringe mir mein sturmgewant.' da sprach mit clagenden worten das minnicliche weib 'sun, du geruoest nimmer, du verliesest dann deinen leib.' Da sprach der Lamparte 'frawe und muoter mein, ein man mag auch nimmer an ungelücke sein. dem ich mich bevilhe, der muos mich bewaren. ich han geruoet lange, ich wil aber irre varen. Ich han nach abentewr nu lange nicht geriten. muoter unde frawe, du solt mir guotes biten, wan ich dich nie erzürnte. des ich gelaubig bin. und werest du mir die reise, so wil ich doch dahin.' Da sprach die fraw in züchten 'du bist mein liebes kint, seit alle meine mage an dich gedigen sint und auch an meinen bruoder, deinen oheim Ylias, den künig von wilden Reussen, der dir ie getrewe was.' 'Bring mir meine ringe' also sprach der helt bald, 'ich muos nach abentewr reiten in den walt. mir ist mein muot so ringe, mir gelinget villeichte wol. der biderbe an allen dingen sein hail versuochen sol.' Da sprach sein liebe muoter 'du wilt in sorgen leben. und suochest du abentewr, ich wil dir mein stewr geben, daz du mir immermere muost dester holder sein. wenn du nu von mir reitest, so gib ich dir das vingerlein.' 'Muoter und frawe, ich swer dir sein ainen aid, daz ich es niemand gibe, ist es dir anders laid.' 'sun und herre, nu hab dir daz golt. und gibst du es aber iemand, ich wird dir nimmer holt.' ", - "output": " Mit feiner Art sprach seine Mutter, die liebenswerte Frau: „Du willst und wirst Leib und Leben in große Sorge und Gefahr bringen. Du solltest billigerweise deiner Freunde Rat und Beistand haben. Es geht nur selten glatt, was man ohne Rat und Beistand unternimmt.“ „Mutter und Herrin“ sprach der König Otnit, „du sollst mich nicht von meiner Absicht noch vom Kampf abbringen. Alles was du gebietest, Herrin, das geschieht. Aber hätte ich auch tausend Mütter, so bliebe ich um derentwillen nicht!“ „Ich sollte nicht dagegen sein oder abraten“, sprach die Königin, „Vater und Herr, Mann und Kindlein, da es dich so schmerzlich gelüstet, will und werde ich dir’s nicht verwehren. Nun möge dir Gott da Glück und Heil bescheren!“ Da sprach der Lamparte: „Mir ist ein Traum geworden. Du, lieber Kammerherr, bring mir nun mein Sturmgewand!“ Da sprach mit klagenden Worten die liebenswerte Frau: „Sohn, du ruhst nimmermehr, bis du dein Leib und Leben verlierst!“ Darauf sprach der Lamparte: „Meine Herrin und meine Mutter, es ist nicht möglich, daß ein Mann immer ohne Unglück ist. Dem ich mich anbefehle, der muß und wird mich bewahren. Ich habe lange ausgeruht, nun will ich wieder als chevalier errant auf Fahrt. Auf Aventiure bin ich nun lange nicht geritten. Mutter und Herrin, du sollst Gutes für mich erbitten, denn ich habe dich nie erzürnt. Das glaube ich jedenfalls. Und verwehrst du mir die Reise, so will ich doch dort hin!“ Da sprach die Dame mit feiner Art: „Du bist mein liebes Kind, seit es dahin gediehen ist, daß meine einzigen Verwandten du und noch mein Bruder seid, dein Oheim Ylias, der König von wilden Reußen, der dir seit je getreu war.“ „Bring mir meine Ringe“, sprach der kühne Held, „ich muß auf Aventiure reiten in den Wald. Mir ist ums Gemüt so leicht-geringe, es wird mir schwerlich mißlingen. Der Wackere soll an allem, was er hofft, sein Heil versuchen!“ Da sprach seine liebe Mutter: „Du willst und wirst dein Leben in Sorge und Gefahr bringen, du suchst Aventiure, ich will dir meine Aussteuer geben, daß du mir in alle Zukunft nur desto mehr deine Huld entgegenbringen mußt. Wenn du denn von mir wegreitest, so gebe ich dir diesen Fingerring.“ „Mutter und Herrin, ich schwöre dir einen Eid darauf, daß ich ihn niemand geben werde, wenn anders dir das leid ist.“ „Sohn und Herr, nun nimm dies Gold an dich. Und gibst du’s aber jemandem, werde ich dir meine Huld für immer entziehen!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Als der Lamparte das vingerlin ersach, er schawets vleissiclichen, er lachte und sprach 'nu wisste ich hart gerne, vil liebe muoter mein, wavon so lieb dir wäre ditz clain vingerlein?' 'Das vingerlein ist reiche, und dunket dich nichtes weert. du suochest abenteur. seit des dein herze geert, wiltu in die wilde reiten, so lasse es von dir nicht. du vindest abenteur, von dem staine das geschicht. Du solt mir das gelauben, ditz selbe vingerlein, daz du das nicht gäbest, ob die reiche wären dein. das golt hat nutzes klaine, der stain | ist aber so stark:\t es frumt dir in disem jare über fünfzig tausent mark. So du von Garte reitest, so keer es zu der lengken hant über rone und über gebirge neben der stainwant, und warte wo ein linde under dem gebirge stee und aus der stainwande ein küeler brunne gee. Die linde die ist grüen, darunter ein anger brait. fünfhundert rittern schöne die linde schatten trait. kumst du under die linden grüene, so muost du mir des jehen. solt du abenteur vinden, das muoss all da geschehen.' Da naigte der Lamparte der lieben muoter sein. si sprach 'du solt nicht bergen, sun, das vingerlein. wohin du wellest reiten, so lass es blecken bar. solt du abenteur vinden, die weiset es dich dar.' Da rait der Lamparte vil unverzagter dan von der burg ze Garte an alle seine man. das was den getrewen und auch den biderben laid, daz er des niene wolte, daz iemand mit im rait. Da maidt er das gevilde als in sein muoter bat, und keerte in die wilde on strass und on phat. da habt er gen der sunnen das vingerl und die handt. er rait die ungeverte ze tal die stainen want. Da kam er in ein aw neben dem Gartensee. da sprungen auf der haiden bluomen und der klee. die vogele schone sungen, da hort er süessen dos. die nacht het er gewachet, des reitens in verdros. Die sunne gen dem morgen durch die wolken schain. da beschawet er dicke das golt und seinen stain. da vant er über anger das grüene gras geweten: er sach mit klainen füessen ein schmales phat getreten. ", - "output": " Sowie der Lamparte den Fingerring erblickte, beschaute er ihn fleißig, er lachte und sprach: „Nun wüßte ich sehr gerne, du meine geliebte Mutter, woher dir dieser kleine Fingerring so lieb ist.“ „Dieser Fingerring ist kostbar und mächtig, auch wenn er dich nichts wert dünkt. Du suchst Aventiure! Weil das dein Herz begehrt – willst du in die Wildnis reiten, so laß ihn nicht von dir! Du wirst Aventiure finden, das geschieht durch diesen Stein. Das sollst du mir glauben: Eben diesen Fingerring, den solltest du nicht weggeben und wären alle Reiche der Welt dein! Das Gold hat wenig Nutzen, der Stein aber ist so stark: er bringt dir in diesem einen Jahr fünfzigtausend Mark Gewinn. Wenn du aus Garte hinausreitest, laß es linkerhand gehen, über gestürzte Bäume und über Gebirge der Steinwand entlang, und achte, wo eine Linde unter dem Gebirge steht und aus der Steinwand ein kühler Quell hervortritt. Die Linde, die ist grün, darunter ein weiter Anger. Für fünfhundert Ritter hält die Linde schön Schatten bereit. Kommst du unter diese grüne Linde, wirst du wissen, was ich meine. Sollst du Aventiure finden, so wird dies dort geschehen.“ Da verneigte sich der Lamparte vor seiner lieben Mutter. Sie sprach: „Du sollst, Sohn, den Fingerring nicht verbergen! Wo immer du hinreiten willst, laß ihn unverdeckt sehen! Sollst du Aventiure finden, die weist er dir zu.“ Und dann ritt der Lamparte als gänzlich Unverzagter von dannen, weg aus der Stadt Garte, ohne all seine Mannen. Das war seinen Getreuen und Wackeren leid, daß er das nicht wollte, daß jemand mit ihm ritt. Da mied er das weite Gefild, wie ihn seine Mutter gebeten hatte, und wandte sich in die Wildnis ohne Straße und ohne Pfad. Da hielt er gegen die Sonne das Ringlein und die Hand. Er ritt ohne Weg und Steg talabwärts die steinerne Wand. Dann kam er auf eine Aue neben dem Gartesee, da waren auf der Heide Blüten und der Klee aufgesprungen. Die Vöglein sangen schön, da hörte er süßen Schall. Die Nacht war er wach geblieben, das Reiten verdroß ihn mittlerweile. Die Sonne schien dem Morgen entgegen durch die Wolken. Da beschaute er immer wieder das Gold und den Stein. Da fand er über den Anger hinweg das grüne Gras zertrampelt. Er sah von kleinen Füßen einen schmalen Pfad getreten.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Dem selben phade er volgte under die stainewant, da er den küelen brunnen und auch die linden vant. er sach die grüenen haiden und auch der linden ast. si het auch auf ir raise vil manigen werden gast. Die vogele darauf sungen vil laut widerstreit. 'ich wäne ich reite rechte' sprach der künig Otnit. da erbaisste er vom rosse und zoch es an der hant. da frewte sich sein herze, da er die linden vant. Die linden schawte er lange, er lachte unde sprach 'das wisse got von himel, du bist ein schönes dach. es gieng von einem bawme nie so süesser wint.' da luogte er under die este: er sach ein vil klaines kindt. Das het sich gedrucket nider auf das gras. |\t dene wisste der Lamparte laider wer es was. es het an seinem leibe die allerhertisten wat, die junges oder altes in der welte nindert hat. Mit edlem gestaine was gezieret sein gewant. da er das kindt allaine under der grüenen linden vant, 'awe, wo ist dein muoter?' sprach der künig Otnit. 'dein leib vil unberuochet under disem bawme lit. Du hast an deinem leibe vil ritterliche klaid. ich getar nicht erschrecken dich. wie bin ich so gar verzait? durch dein kindes schöne getar ich dir nicht getuon. das wolte got von himele, und werest du mein sun. Du bist in kindes masse des vierden jares alt. ob ich dich mit mir füerte, was hulf mich der gewalt? ich het es lützel ere, seit niemand hüetet dein. awe, wo ist dein muoter, vil liebes kindelein?' Von golt und auch von seiden was sein gewate gar. da stuond er und schawete den leib und auch das har. in dauchte hart schöne das kind und auch sein dach. es kam von ainem staine, daz er in ligende sach. In einem vingerlein fuort er in an der hant. er stuond in manigem muote da ers ligende vant. er sprach 'dein grosse schöne und dein wat ist also guot – wie ich dich aine vinde, du bist nicht unbehuot. Ich bin nach abentewr geriten dise nacht. nu hat mich got der guote under dise linden bracht. seit ich nach abentewr heer geriten bin und ich nicht anders vinde, so muost du mit mir hin.' ", - "output": " Eben diesem Pfad folgte er bis unter die Steinewand, wo er den kühlen Quell und auch die Linde fand. Er sah die grüne Heide und der Linde Ast. Sie beherbergte auch auf ihren Zweigen so manchen werten Gast. Die Vögel darauf sangen überlaut im Wettstreit. „Ich glaube, ich reite richtig“, sprach der König Otnit. Da stieg er von seinem Roß und zog es an der Hand. Da freute sich sein Herz, daß er dort die Linde gefunden hatte. Die Linde schaute er lange an, er lachte und sprach: „Das soll Gott im Himmel wissen, du bist ein schönes Dach! Nie ging von einem Baum ein so süßer Wind aus.“ Da lugte er unter die Äste – er sah ein ganz kleines Kind. Das hatte sich aufs Gras niedergedrückt. Da aber wußte der Lamparte leider nicht, wer es war. Es trug an seinem Leib die allerhärteste Rüstung, die, ob jung oder alt, irgendwer in der Welt hatte. Mit Edelsteinen war sein Gewand verziert. Als er das Kind ganz allein unter der Linde fand: „Oh weh! wo ist deine Mutter?“, sprach König Otnit. „Dein Körperchen liegt unter diesem Baum und keiner kümmert sich!“ Du hast an deinem Leib höchst ritterliche Kleider. Ich wage nicht, dich zu erschrecken – wie bin ich so gänzlich verzagt? Wegen deiner kindlichen Schönheit wage ich nicht, dir etwas zu tun. Das wollte Gott vom Himmel, daß du mein Sohn wärest! Du bist nach Kindergröße wohl jetzt im vierten Lebensjahr. Wenn ich dich mit mir führte, was hülfe mir solche Gewalt? Ich hätte wenig Ehre davon, wo du in niemands Obhut bist! Oh weh, wo ist deine Mutter, du liebstes Kind?“ Aus Gold und auch aus Seide war seine Kleidung von oben bis unten. Da stand er und beschaute den Körper und auch das Haar. Überaus schön dünkte ihn das Kind und auch, was es bedeckte. Von dem einzigartigen Stein kam es, daß er ihn da liegen sah. In dem einzigartigen Fingerring führte er ihn an der Hand. Er stand und sein Gemüt war bewegt, wo er es da liegend fand. Er sprach: „Deine große Schönheit und dein Kleid ist so gut – auch wenn ich dich alleine finde: Du bist nicht unbehütet! Ich bin die ganze Nacht nach Aventiure geritten – nun hat mich Gott, der Gute, unter diese Linde gebracht. Da ich nach Aventiure hierhergeritten bin, und ich nichts anderes finde, so mußt du mit mir hin!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Sein ross das heftete er vast an einer linden zwai. er sprach 'ich wil versuochen ob iemand bei dir sei. wenn wilt du wachen?' der Lamparte rüefte. der claine bracht in inne daz er nicht vaste sliefe. Er wolt in zu dem rosse in kindes weise tragen. des ward im zu der brüste ein grosser slag geschlagen. der klaine do den grossen mit der fauste sluog. da half im des sein sterke, daz er in nicht entruog. Da sprach der Lamparte 'wer seine veinde spart und seinen freundt erzürnet, der hat sich nicht wol bewart, der mag villeichte an baiden vil grossen schaden nemen. schmäher veinde und klainer wunden sol sich der man nicht schämen. Wie bist als ungefüege?' sprach der künig Otnit. 'wavon kumt dir die sterke, die an deinem leibe leit? du wilt mir entrinnen leicht an meinen dank.' sich segnete der grosse dicke, da er mit dem klainen rangk. Der grosse was | erzürnet, der klaine was fro.\t der aine lachte laute, dem andern was nindert so. doch zoch an der lenge des grossen sterke hin. da betrog den klainen sere sein hochfart und sein sin. Von seinem grossen spote ward im sein preis genomen. und het er nicht gelachet, so het er in nicht überkomen. der grosse nam den klainen und warf in auf das gras. das kam von den schulden daz es sein wille was. Zwelf manne sterke het der ungefüege man. den klainen behabt er kaume, daz er im nicht entran. also von dem grossen der claine niderlag, da graif er zu dem schwerte und wolt im einen schlag haben geschlagen mit neide, der im gienge an seinen leibe. 'la steen' sprach der klaine, 'du machst gerner schlahen ein weibe. wilt du mich sere schelten und darzuo ze tode schlahen des hast du lützel ere: du magst mich gerner vahen.' Da sprach der Lamparte 'des tuon ich entraun nicht. ich han sein immer schande, wo man dich gefangen sicht. so getar ich diser märe von dir nicht gesagen. des gelaubet auf mich niemand, daz ich dich hab hie erschlagen. Wo ich dich nu fuorte mit mir gefangen hin, so spottend mein die leute, wan ich der grosse bin. so sprächen alle leute ›wie übel es Otnide stat, daz er ein so klaines kindelein durch ruom gevangen hat!‹ ", - "output": " Sein Roß, das band er fest an der einzigartigen Linde Zweig. Er sprach: „Ich will herausfinden, ob jemand bei dir ist. Wann willst du aufwachen?“, rief der Lamparte. Da ließ ihn der Kleine innewerden, daß er nicht fest schlief. Er wollte ihn zu dem Roß tragen, wie man ein Kind trägt. Dafür wurde ihm ein gewaltiger Schlag gegen die Brust geschlagen: Der Kleine schlug da den Großen mit der Faust. Da verhalf ihm seine Stärke dazu, daß er ihn nicht tragen konnte. Da sprach der Lamparte: „Wenn einer seine Feinde schont und seinen Freund erzürnt, dann hat er sich nicht gut geschützt, der kann leicht an beiden ganz gewaltigen Schaden nehmen. Verächtlicher Feinde und kleiner Wunden soll sich der Mann nicht schämen. Warum bist du so ungehobelt?“, sprach der König Otnit. „Woher kommt dir die Stärke, die in deinem Leibe steckt? Du willst mir entrinnen, und ich kann’s nicht leicht hindern.“ Der Große bekreuzigte sich oft, während er mit dem Kleinen rang. Der Große war erzürnt, der Kleine, der war fröhlich, der eine lachte laut, dem andern war keineswegs danach, doch zog auf die Dauer der Große mit seiner Stärke den Längeren; da war der Kleine mit seiner Hoffart und dem, was er wollte, schmerzlich betrogen. Durch seinen gewaltigen Spott ward ihm der Siegespreis genommen; und hätte er nicht gelacht, so hätte der ihn nicht überwunden: Der Große nahm den Kleinen und warf ihn auf das Gras – das hatte seinen Grund darin, daß er es einfach wollte. Die Stärke von zwölf Männern hatte der ungefüge Mann, den Kleinen konnte er kaum halten, daß er ihm nicht entrann. Sowie der Kleine von dem Großen gelegt worden war, griff er im Augenblick zum Schwert und wollte ihm einen Schlag geschlagen haben voll Aggressivität, der ihm an Leib und Leben ging. „Laß sein“, sprach der Kleine, „da kannst du ja noch eher ein Weib erschlagen! Willst du mich schmerzhaft beschimpfen und dann totschlagen, so hast du davon wenig Ehre; eher solltest du mich gefangennehmen!“ Da sprach der Lamparte: „Meinertreu, das tu ich nicht! Ich habe immer nur Schande davon, wenn man dich als Gefangenen sieht. Und diese Geschichte mit dir traue ich mich nicht zu erzählen. Niemand wird mir zutrauen, daß ich dich hier erschlagen habe. Aber wenn ich dich jetzt als Gefangenen mit mir führen würde, so spotten die Leute über mich, weil ich der Große bin. So sprächen alle Leute: ›Das steht Otnit aber übel an, daß er ein so kleines Kindlein zu seinem Ruhm gefangen hat!‹", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Wil dich nu mein schwert schneiden, so muost du ligen todt. ich kum von einem manne nie in so grosse not. du brächtest mich in schande, liess ich dich lenger leben.' 'entrawen' sprach der claine, 'du muost mir fride geben.' Da viel im ze fuosse der vil lützele geschaft. er sprach 'la mich, künig Ottnit, durch deine herschaft! so gib ich dir ze minne ein so guot sarewat, daz nieman in der welte so festes nicht enhat. Fünfzig tausent marck goltes ist die brünne wert. zu dem halsberge wil ich dir geben ein schwert, daz alle ringe schrotet als si nie gewunnen stahl. ja ward nie helm so veste, es tet im schaden mal. Zu dem halsberge gehöret ein baingewant. das ist nindert ringk. so scheinet insondere mein handt. werdent dir die ringe, du solt in wesen holt. da ist nicht valsches inne, es sei alles lauter golt. Ich wän auch in der welte icht so guotes sei. ich nam | es in einem lande, das haisset Arabi.\t das golt ist valsches ane und ist lauter sam ein glas. ich nam es an einem berge, der haisset Caucasas. Zu den liechten ringen gib ich dir einen schilt so vesten und so starchen, ob du mirs danken wilt, den nie geschoss verwundet noch dhaines schwertes slag, noch dhaines fewrs hitze dardurch gewinnen mag. Das schwert wil ich dir nemen, des varbe die ist liecht. was du darmit gestreitest, so hat es der scharten nicht. die klinge haisset Rose, die nenne ich mit namen. wo man alle swert erzeuhet, da darft du dichs nicht schamen. Zu allem dem geschmeide gib ich dir ein haubetdach, daz man ob ritters haubte so schönes nie gesach. der man ist immer sälig wer den helm trait. man küset auch sein haubet über ein halbe meile brait.' Da sprach der Lamparte 'seit du so grosse gabe gist, so wil ich dich nicht enlassen, du sagst mir wer du sist.' da sprach aber der klaine 'ich bin ein wildes gezwergk. mir dienet in Lamparten manig tale unde berg.' 'Nu sag mir wie du haissest' sprach der künig reich. 'wilt du mich gerne nemen, so rüef et Alberich.' da sprach der Lamparte 'du bist lassens ungewert. ja mag dich nicht gehelfen dein brünne und auch dein schwert, ", - "output": " Wenn mein Schwert dich nun zerschneiden will, dann mußt du tot daliegen! Kein Mann hat mich je in so gewaltige Bedrängnis gebracht. Du brächtest mich in Schande, wenn ich dich länger leben ließe.“ „Meinertreu“, sprach der Kleine, „du mußt mir Frieden geben.“ Da fiel der Winzgeschöpfling ihm zu Füßen: „Laß mich leben und frei, König Otnit, dein ist die Herrlichkeit! Und ich gebe dir als Liebeszeichen eine so gute Rüstung, wie niemand auf der Welt eine so feste hat. Fünfzigtausend Mark in Gold ist die Brünne wert. Zu der Halsberge will ich dir ein Schwert geben, das alle Ringe zerschrotet, als hätten sie niemals Stahl gesehen, ja, nie ward ein Helm so fest, daß es ihn nicht mit seinem Zeichen beschädigte. Zu der Halsberge gehört eine Beinrüstung. Die ist nirgendwo gering; so erscheint meine Hand, in jedem Detail. Werden diese Ringe dein, so bring ihnen deine Huld entgegen! Sie bergen keinerlei Falsch, es ist alles lauteres Gold. Ich glaube auch nicht, daß es auf dieser Welt etwas von dieser Qualität gibt. Ich nahm’s in einem Lande mit, das heißt Arabi. Das Gold ist ohne Verfälschung und ist lauter wie Glas. Ich nahm’s von einem Berg mit, der heißt Caucasas. Zu den leuchtenden Ringen gebe ich dir einen Schild, so fest und so stark – wenn du ihn annehmen willst – den niemals ein Geschoß verwundet noch der Schlag eines Schwertes, noch vermag die Hitze eines Feuers da hindurchzudringen. Ich will dir den Namen des Schwertes sagen, seine Farbe, die ist Licht; in welchem Streit du damit kämpfst, es bekommt keine Scharten. Die Klinge heißt ‚Rose’, soll ich sie mit Namen nennen. Wenn alle Schwerter in der Welt gezogen werden, da mußt du dich nicht schämen. Zu all diesem Geschmeide gebe ich dir eine Kopfbedeckung, daß man auf eines Ritters Haupt nie eine schönere sah. Der Mann hat sein Heil für immer, wenn er diesen Helm trägt. Auch sieht man sein Haupt schon über eine halbe Meile in der Runde.“ Darauf sprach der Lamparte: „Weil du so große Gabe gibst, will ich dich nicht freilassen, es sei denn, du sagst mir, wer du bist.“ Da sprach wiederum der Kleine: „Ich bin ein wildes Gezwerg, mir dient in Lamparten so manches Tal und mancher Berg.“ „Nun sage mir, wie du heißt“, sprach der reiche und mächtige König. „Wenn du mich bei Namen nennen möchtest, so rufe einfach ‚Alberich’!“ Da sprach der Lamparte: „Ich gewähre dir die Entlassung doch nicht. Nein, deine Brünne und dein Schwert vermag dir nicht zu helfen,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "noch alles daz du mir gehaissest und auch magst gegeben. das mag dich nicht gehelfen, daz ich dich lasse leben. ich schlach dir under der linden ab das haubet dein, du helfest mir erwerben ein schöne künigein.' 'Wer ist si, der du muotest?' sprach aber Alberich. 'ist si leibes und guotes ein küniginne reich? mag aber si mit eren heissen wol dein weib, so erwirb ich dir die frawen, oder hab dir meinen leib.' 'Ir vater hat vil der lande jennehalb an dem meer. ich traw ir nicht gewinnen, ich suoch si danne mit heer. ir vater ist als unraine, der wil si niemand geben. dhain man getar ir gemuoten, man neme im dann so das leben.' Er ist ein künig gewaltig über al die haidenschaft hat er gen allen künigen jenehalb mers vil grosse craft. er ist auf Montabur, da hat er heimlich.' 'vil wol ich in erkenne' sprach aber Alberich. 'Wilt du mich noch lassen' sprach der vil küene man, 'so wil ich dir laisten daz ich dir gelobt han.' |\t da sprach der Lamparte 'ich wän des icht ergee. du wirdest ledig nimmer, du setzest dann bürgen ee.' 'Du wilt mich hohe bezwingen' sprach der küene knab. 'du aischest von mir bürgen, ja wan ichs nindert hab. du solt gottes gedenken' sprach der vil claine man, 'la mich, ich wil dir laisten daz ich dir gelobt han.' Da sprach der Lamparte 'hie wirt lassens nicht, unz an die liechten ringe daz die mein auge ansiht.' 'entrewn' sprach der klaine 'si werden nimmer dein die weile ich muoss gefangen in deiner gewalte sein.' 'Nu rate das beste uns baiden' also sprach der künig reich. 'des wil ich dich beschaiden' sprach aber Alberich. 'la mich auf mein trewe, dir mag guot von mir geschehen.' 'nain ich' sprach der Lamparte, 'ich muos die ringe vorhin gesehen.' 'La mich auf mein trewe, so geet dir freuden zu. du magst mich gerne lassen, ich bins ein künig als du. mir jehent mein genossen daz ich getrewe sei. wie vil du hast der lande – : dann dein drei! Du hast ob der erde gewaltes harte vil, so han aber ich darunder alles daz ich wil. ich gib wol wem mich gelustet silber unde golt: ein man der wirdt gereichet, wird ich im mit trewen holt. ", - "output": " noch was du mir sonst verheißt und auch magst geben! Das alles kann dir nicht helfen, daß ich dich leben lasse! Ich schlage dir unter dieser Linde das Haupt ab, es sei denn, du hilfst mir bei der Werbung um diese schöne Königin.“ „Wer ist sie, nach der du trachtest?“, sprach wiederum Alberich. Ist sie nach Leib und Leben und Hab und Gut eine reiche und mächtige Königin? Kann sie aber mit Ehre und Anstand gut deine Frau heißen, so erwerbe ich dir diese Dame, oder du kannst mich mit Leib und Leben behalten.“ „Ihr Vater hat viele Länder auf der andern Seite am Meer. Ich trau mir nicht zu, sie zu gewinnen, es sei denn, ich suche sie mit Heeresmacht auf. Ihr Vater ist so unrein, der will sie niemandem geben. Kein Mann wagt, nach ihr zu trachten, dem man nicht auf der Stelle das Leben nimmt. Er ist ein gewaltiger König in der gesamten Heidenschaft hat er große Macht gegenüber allen Königen jenseits des Meeres. Er ist auf Montabur, da ist er zuhause.“ „Oh, ich kenne ihn wohl“, sprach wiederum Alberich. „Wenn du mich jetzt freiläßt“, sprach der so kühne Mann, „dann will ich dir erfüllen, was ich dir versprochen habe.“ Da sprach der Lamparte: „Ich fürchte, nichts davon geschieht. Du wirst niemals frei, du setzt denn vorher Bürgen ein.“ „Du willst mich höchlich zwingen“, sprach der kühne Knab. „Du forderst von mir Bürgen – ja, bloß daß ich nirgendwo welche habe! Sei Gottes eingedenk“, sprach der winzige Mann, „laß mich frei und ich will dir erfüllen, was ich dir versprochen habe.“ Darauf sprach der Lamparte: „Nichts wird hier freigelassen! Bis ich die leuchtenden Ringe, bis ich die mit eignen Augen sehe!“ „Meinertreu“, sprach der Kleine, „sie werden nimmer dein, solange ich in deiner Gewalt Gefangener bleiben muß.“\t „Nun rate, was das Beste für uns beide ist“, so sprach der reiche und mächtige König. „Das will ich dir auseinandersetzen“, sprach wiederum Alberich. „Verlaß dich auf meine Treue und dir kann Gutes von mir geschehen.“ „Oh nein!“, sprach der Lamparte. „Vorher muß ich die Ringe sehen!“ „Laß mich frei auf meine Treue hin, so wird dir Freude werden. Du kannst mich gut und gerne freilassen: Ich bin nämlich ein König wie du. Meine Genossen sagen von mir, daß ich treu und vertrauenswürdig bin. Wie viele Länder du auch hast –: wie drei von deiner Sorte! Du hast über der Erde gewaltig viel Macht, entsprechend habe ich darunter alles, was ich nur will. Ich gebe wem immer mich gelüstet Silber und Gold. Ein Mensch wird reich und mächtig, wenn ich ihm Huld und Treue gewähre.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Nu la mich' sprach der claine. 'ich swer dir einen aid und gib dirs mein trewe und mein sicherhait, daz ich dir niene lüge' sprach aber Alberich. 'ich wag es auf dein trewe' sprach do der künig rich. Von im stiess er den clainen. vor im er schone stuond in züchticlichen worten, als die gefangen tuond. da sprach der Lamparte 'seit du gefangen stast, nu hin und bringe mir balde daz du mir gelobt hast.' Mit züchten sprach der claine 'nu gewer mich einer bet durch aller künige wirde, ee daz ich von dir tret.' da sprach der künig Otnit 'was mag die bete sein?' mit züchten sprach der claine 'si ist nicht der schade dein.' 'Nu lass mich doch hören, was du gebiten maht.' mit züchten sprach der claine 'ich han mir sein vor gedacht, ich wil dein dienst immer und dein aigen sein: durch aller künige wirde gib mir dein vingerlein!' Da sprach der Lamparte 'entrawn, ich entar. ich gäb dirs vil gerne, es ist mir verboten gar. wes du anders an mich muotest, | des wil ich dich gewern.\t ich gäb daz vil gerne: ich mag sein nicht embern.' Da sprach aber der klaine 'warzuo ist es dir guot? was sol dir künigreiche, du habst auch milten muot? daz dich so sere erbarmet ditz clain vingerlein! bät ich dich deines rosses, das wurde nimmer mein.' 'Ich gäbe dir noch lieber ein burg oder ein landt, dann ich dir ietzo gäbe das golt ab meiner hant. daz aber er dein muot so sere nach disem golde tobt! ich gäb dirs vil gerne: nu han aber ich verlobt: es gab mirs mein muoter, der han ichs versworen, ich fürcht, ob ich dirs gäbe, ich het ir hulde verloren.' 'awe' sprach der claine, 'warzuo sol dir dein grosser leib und auch dein mannes sterke, und fürchtest du ein weib? Das du so sere fürchtest eines weibes gerten schlag! ich wän dein leib von wunden da nimmer genesen mag.' 'si hat in guoter weile nie mit gerten mich geschlagen. mir ist aber so lieb mein muoter, daz ich ir geren wil vertragen. Vil wee tuot meinem herzen, wenn es si trauren sicht. nu lach oder zürne, ich gib dirs zwar nicht.' 'entrewn' sprach der claine, 'du magst nicht geweren mich! ich fürcht, ob du mirs gäbest, dein muoter schlüege dich. ", - "output": " Nun laß mich frei“, sprach der Kleine, „ich schwöre dir einen Eid und gebe dir dafür meine Treue und meine Versicherung, daß ich dich nicht belüge“, sprach wiederum Alberich. „Ich wage es auf deine Treue hin“, sprach darauf der reiche und mächtige König. Von sich stieß er den Kleinen. Der stand jetzt schön vor ihm in artigen Worten, wie das Gefangene tun. Da sprach der Lamparte: „Wo du als Gefangener vor mir stehst, nun also los, und bring mir schleunigst, was du mir versprochen hast.“ Artig sprach der Kleine: „Nun gewähre mir eine Bitte um aller Königswürde willen, bevor ich wegtrete.“ Darauf sprach der König Otnit: „Was kann das für eine Bitte sein?“ Artig sprach der Kleine: „Es wird dein Schade nicht sein!“ „Nun laß mich hören, was du da bitten kannst!“ Artig sprach der Kleine: „Ich habe das vorher gedacht: Ich will dein Dienstmann immer und dein Eigen sein – bei der Würde aller Könige: Gib mir deinen Fingerring!“ Darauf sprach der Lamparte: „Meinertreu, das wag ich nicht! Ich gäb ihn dir wirklich gern, aber es ist mir gänzlich verboten. Jede andere Forderung wollte ich dir gewähren. Ich gäb ihn dir wirklich gern, aber es ist mir nicht möglich, ohne ihn zu sein!“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Wozu ist er dir gut? Was soll dir Königreich und Macht, hast du keinen freigebigen Sinn? Was barmst du so wehleidig um diesen kleinen Fingerring? Hätte ich dich um dein Roß gebeten, das würde freilich nimmer mein!“ „Ich gäb dir lieber noch eine Stadt oder ein Land, als daß ich dir jetzt gäbe das Gold von meiner Hand. Daß du aber ausgerechnet so wahnsinnig nach diesem Golde gierst! Ich gäb ihn dir wirklich gern – nun hab ich aber versprochen: es war meine Mutter, die hat ihn mir gegeben, der hab ich einen Schwur geleistet – ich fürchte, wenn ich ihn dir gäbe, ich hätte ihre Huld verloren.“ „Oh weh“, sprach der Kleine, „was taugt dir dein mächtiger Körper und auch deine Manneskraft, wenn du ein Weib fürchtest? Daß du so wehleidig fürchtest eines Weibes Gertenschlag! Ich glaube fast, dein verwundeter Leib kann da nie und nimmer überleben!“ „Sie hat über so lange Zeit nie mit Gerten mich geschlagen. Aber mir ist meine Mutter so lieb, daß ich ihr gern verzeihen will. Nein, es tut meinem Herzen weh, wenn es sie traurig sieht. Nun lache oder zürne, ich geb ihn dir wahrlich nicht!“ „Meinertreu“, sprach der Kleine, „du kannst mir das wirklich nicht gewähren. Ich fürchte, wenn du ihn mir gäbst, deine Mutter würde dich schlagen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Ich wäne es ward nie künige so lieb ein vingerlein. magst du mich doch lassen schawen auf die trewe mein?' er sprach 'seit du so sere nach disem golde strebest, nu gib mirs dein trewe, daz du mirs wider gebest.' Er wolt es in nie erlassen, er muosste im aide sweren. da graif er nach der hende: des torst er im nicht weren. als er im ab der hende das vingerlein gebrach, zehant verschwant der claine, daz ers nimmer sach. Da sprach der Lamparte 'sag an, wo bist du hin?' mit zorne sprach der claine 'nun enruoch, wo ich bin! du hast von deiner hende ein vingerlein gegeben, daz du nicht überwindest, und solt du lenger leben. Da du mich erste vienge und dich mein auge sach von disem selben staine das gelück dir geschach. ich müesse dir immer dienen, hestu das vingerlein. nu hebe dich, war du wellest – das wirt nimmer dein.' Da sprach von Lamparten der künig Otnit 'lat mich des geniessen daz ir ein künig seit, |\t seit ich mich auf ewr trewe hie gelassen han. was ich noch gutes häte, das wär euch undertan.' Mit züchten sprach der claine 'du hast nit rechten muot. was dir dein vater ratet und dein muoter, das ist guot. wo sahest du aus henden ie geben gewunne spil? mir ist der stain so nütze, daz ich dirs nicht geben wil.' Da sprach der Lamparte 'so bin ich ungewert. wilt du mir aber bringen den halsberg und das schwert, daz du mir hast gehaissen, des mache ein tail doch war!' 'ich kere mich' sprach der claine 'an dein rede nicht umb ein har.' Da sprach der Lamparte 'mir ist übele nu geschehen. möcht ich dich erlaufen oder künd ich dich gesehen, daz du mir hast gehaissen, das müst du mir tragen, oder du wurdest bei deinem baine vast umb disen stain geschlagen.' 'Was solten dir die ringe?' sprach aber Alberich 'oder was sol ainem toren so hohes künigreich? ich wil die ringe senden einem der ir bas bedarf.' mit ungefüegen stainen er im do nach warf. Da gurte er seinem rosse in zornigem muote bas. von danne wolt er reiten, in zorne er darauf gesass. in vil grimmen muote reit der künig reich. 'her, guot man, beleibet!' sprach aber Alberich. ", - "output": " Ich glaube, noch nie ward einem Könige ein Fingerring so lieb. Kannst du mich ihn wenigstens anschauen lassen, auf meine Treue hin?“ Er sprach: „Da du so hartnäckig nach diesem Golde strebst, so versichere mir nun auf deine Treue, daß du mirs wiedergibst!“ Und er wollte’s ihm nicht erlassen, er mußte ihm Eide schwören. Da griff er nach der Hand – das wagte er ihm nicht zu verwehren. Sowie er ihm das Ringlein von der Hand heruntergerissen hatte, auf der Stelle verschwand der Kleine, so daß ers nicht mehr sah. Da sprach der Lamparte: „Sag an, wo bist du hin?“ Mit Zorn sprach der Kleine: „Was kümmert’s dich, wo ich bin? Du hast einen Fingerring von deiner Hand hergegeben, darüber kommst du nicht hinweg, und wenn du noch so lange leben solltest! Als du mich zum ersten Mal fingst und mein Auge dich sah, geschah dir dieses Glück durch eben diesen Stein. Ich müßte dir für immer dienstbar sein, hättest du den Fingerring. Nun heb dich fort, wohin du willst – er wird nimmer dein.“ Darauf sprach der König Otnit von Lamparten: „Laßt mir’s von Nutzen sein, daß ihr ein König seid! Wo ich mich doch auf euer Treueversprechen hier eingelassen habe! Alles was ich an Hab und Gut sonst haben mag, das würde ich euch untertan machen!“ Wohlerzogen sprach der Kleine: „Du bist nicht klug und bei Sinnen! Was dir dein Vater rät und deine Mutter, das ist gut! Wo hast du je gesehen, daß gewonnene Spiele aus der Hand gegeben werden? Mir ist der Stein so nützlich, daß ich dirs nicht geben will noch werde!“ Da sprach der Lamparte: „So ist’s mir nicht gewährt! Willst du mir aber die Halsberge bringen und das Schwert, was du mir verheißen hast, das mache doch wenigstens zum Teil wahr!“ „Ich schere mich“, sprach der Kleine, „nicht ein Haar um deine Rede!“ Da sprach der Lamparte: „Da ist mir nun übel mitgespielt! Könnt ich’s oder wüßt ich’s, dich mit Laufen oder Blicken einzuholen – was du mir verheißen hast, das müßtest du mir hertragen oder du würdest an einem Bein heftigst um diesen Stein geschlagen!“ „Was sollten dir diese Ringe?“, sprach wiederum Alberich. „Oder was soll einem Toren so hohe königliche Macht? Ich werde die Ringe einem senden, der ihrer mehr bedarf.“ Da warf er nach ihm mit ungefügen Steinen. Und dann zog er seinem Roß voller Zorn den Gurt fester. Er wollte von dannen reiten, in Zorn saß er auf. In grimmigster Stimmung ritt der reiche und mächtige König. „Herr! Guter Mann! Bleibt!“, sprach wiederum Alberich.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'Wem wilt du nu lassen dein liebes vingerlein? oder wer sol dir hulde gewinnen umb die muoter dein? du magsts ungerne verliesen: der stain ist also guot. wie mich die slege erbarment, die dir dein muoter tuot!' Da sprach der Lamparte 'des muos ich mich bewegen. ich bin doch meiner muoter so nahen bei gelegen, daz ich billichen leide was mir von ir geschicht. wir sein gefreunt so guote, si schlecht mich ze tode nicht!' 'Ich wil dich aber bas getrösten' sprach dannoch Alberich. 'gib mir des dein trewe, gewaltig künig rich, daz du des nicht enzürnest, was ich rede von der muter dein oder was ich müg gesprechen. so gib ich dir das vingerlein.' Da sprach der Lamparte 'ich liesse dir ee dein golt. und macht auch reden so übele, ich wird dir nimmer holt. du magst so sere strafen das tugentreiche weib: weste ich wo ich dich funde, ich näme dir deinen leib.' Mit züchten sprach der claine 'wol dich, selig kindt! du hast der trewen aine, da die leute mit behalten sindt.' |\t da sprach der Lamparte 'ja muos ich nu verdagen, was du von ir gesprichest. wann wilt du auch heute sagen?' 'Ich sag von deiner muoter wan die warhait. du zürnest ein weile, und wirt dir doch nimmer laid. ich mach dirs also süesse, daz dus wol hören muost. gib mir des dein trewe, daz du mir darumb nicht entuost.' Da sprach der Lamparte 'ich wil dirs mein trewe geben, daz ich dich nicht erzürne all die weile wir leben. ein man mag des waren sagen allze vil – du magst reden auch so lange, daz ichs immer hören wil.' Mit züchten sprach der klaine 'es muos nu gelobt sein. ich wart auf dein trewe, se hin dir dein vingerlein!' da sprach der Lamparte 'so bin ich dir holt. ich enruoch was du nu klaffest, und wirt mir wider das golt.' Der Lamparte listig und auch der sterker was. das golt muost er im bieten, da warf er in auf das gras. zuo im gesass er nidere. 'nu sage mir, böser geist! ee ich dich talang verlasse du sagest mir was du weist.' Das golt an seinen vinger der Lamparte stiess. allererst sach er den klainen, von im er in nicht liess. da sprach der wilde weise 'herr künig, wie sere ir tobet! nu hüetet ewr treue! was habt ir mir gelobet?' ", - "output": " „Wem willst du nun deinen geliebten Fingerring lassen? Oder wer sollte dir die Huld bei deiner Mutter wiedergewinnen? Du kannst ihn nicht verlieren wollen – der Stein ist dermaßen gut! Ach, was barmen mich die Schläge, die dir deine Mutter antun wird!“ Da sprach der Lamparte: „Das muß ich nehmen wie’s kommt. Schließlich habe ich meiner Mutter so nahe gelegen, daß es recht und billig ist auszuhalten, was mir von ihr geschieht. Wir sind einander so sehr verbunden – sie wird mich nicht totschlagen!“ „Ich habe etwas, worauf du dich mehr verlassen kannst“, sprach darauf Alberich. „Gib mir dafür deine Treue, König, der du über viele Reiche waltest, daß du darüber nicht erzürnst, was ich auch über deine Mutter reden oder aussprechen könnte: So werde ich dir den Fingerring geben.“ Da sprach der Lamparte: „Eher würde ich dir dein Gold lassen, wenn du so übel reden kannst – meine Huld bekommst du niemals! Wenn du so verletzend die tugendreiche Frau beschimpfen kannst – wüßt ich, wo ich dich fände, ich nähm dir Leib und Leben!“ Wohlerzogen sprach der Kleine: „Wohl dir, glückseliges Kind! Du besitzt eine solche Treue, darin sind die Leute gut aufgehoben.“ Darauf sprach der Lamparte: „Gut, so muß ich denn schweigen zu allem, was du über sie sprichst. Wann willst du denn heute reden?“ „Ich sage über deine Mutter nichts als die Wahrheit. Du wirst eine Weile zürnen, und doch wird dir nicht auf immer Leid. Ich mache dir’s so süß, daß du das Gute hören mußt. Gib mir dafür deine Treue, daß du mir dafür nichts tust!“ Da sprach der Lamparte: „Ich will dir meine Treue zusagen, daß ich dich nicht erzürnen werde all unser Leben lang. Ein Mann kann des Wahren allzu viel sagen – du aber kannst so lange reden: ich werde mir alles anhören.“ Wohlerzogen sprach der Kleine: „Nun muß es versprochen sein! Ich rechne auf deine Treue, schau her: dein Fingerring für dich!“ Da sprach der Lamparte: „So hast du meine Huld. Es ist mir gleich, was du jetzt kläffst, wenn nur das Gold wieder mein wird!“ Der Lamparte war trickreich und auch der Stärkere. Er mußte ihm das Gold hinreichen, da warf er ihn auf das Gras. Er setzte sich zu ihm hinunter: „Und jetzt rede, böser Geist! Bevor ich dich jemals freilasse, sagst du mir alles, was du weißt!“ Das Gold stieß er an seinen Finger, der Lamparte. Jetzt erst sah er den Kleinen und ließ ihn mehr nicht von sich. Da sprach der wilde Schlaukopf: „Herr König, ihr tobt zum Wehtun! Nun hütet euer Treueversprechen! Was habt ihr mir versprochen?“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da sprach der Lamparte 'geselle, ich tuon dir nicht, und freut sich des mein herze wann dich mein auge ansicht mir ist dein leib noch lieber dann das vingerlein. sag alles das daz du wissest von der lieben muoter mein.' 'So sage ich dein muoter vor allem wandel frei. ich wän ein weib so guote in Lamparten nindert sei. doch hat si ein tail dinges in irn tagen getan: sich, wo dein vater wäre! si het zwen man.' Da graif er in das messere, da griffe er in das schwert. der claine wäre lassens gerne von im gewert. do erblaichte im sein varbe, er ward vil dick rot. er sprach 'nu sag nicht mere und lasse mich on not!' 'Ich fürcht mir nicht sere' sprach der lützel Alberich. 'nu schone deiner trewe, biderber künig reich. sich verkert hart dicke ewr herze und ewr muot, und seit doch so getrewe, daz ir mir nicht entuot. Ich dunk euch gar ze claine und seit über mich ze gros, und seit über alle künige bas dann risen genos. |\t unsere leüt an uns baiden vil ungeliche sint. wie gros aber ir euch dunket, so seit ir doch mein kind.' Da sprach der Lamparte 'du hast ietzo gelogen. bräch ich nicht mein trewe und wär nicht ungezogen mein herze ist ungefüege und getar dir doch nicht getuon.' er sprach aus zornes munde. 'und bin aber ichs dein suon?' Mit züchten sprach der klaine 'du bist mein kindelein.' 'des muos auf einer hürde brinnen die muoter mein, daz bei ir iemand für meinen vater lag. und vinde ichs auf der burge ze Garte, si geneusset sein nimmer tag.' Mit zorne sprach der klaine 'du bist hie one sinn. du bist davon gehöhet, daz ich dein vater bin. dein sälde und gelücke ist dir unbekannt. du hast von meiner lere baide burge und lant. Da ich bei deiner muoter aller erst ie gelag, das was in grüenem maien umb einen mittentag. si wainte hart haisse da ichs allererst bezwang. du solt mit ir nicht zürnen, es geschach an iren dank. Deinen vater und dein muoter die hort ich sere biten nach altlichem orden in ir wirdiclichen siten, daz in got bescherte ein claines kindelein. des bat dein vater tewr und auch die muoter dein. ", - "output": " Da sprach der Lamparte: „Kamerad, ich tu dir nichts! Nein, mein Herz freut sich, wenn mein Auge dich nur ansieht! Dein Leib und Leben ist mir noch lieber als der Ring. Sag alles, was du wissen magst von meiner geliebten Mutter!“ „So sage ich deine Mutter frei von jedem Fehl! Ich denke, eine so gute Frau gibt es nirgend sonst in Lamparten. Doch hat sie zum Teil Sachen gemacht seinerzeit – nur mal dein Vater: Was denkst du? Sie hatte zwei Männer!“ Da griff er zum Messer, da hätte er zum Schwert gegriffen. Der Kleine hätte von ihm gern seine Freilassung gewährt bekommen. Und dann wurde ihm seine Farbe bleich und er ward immer wieder rot. Er sprach: „Nun sage mir nicht mehr und erlaß mir solche Not!“ „Ich fürchte für mich keinen Schmerz“, sprach der kleine Alberich. „Nun hüte dein Treueversprechen, du wackrer, reicher und mächtiger König. Euer Herz und euer Verstand verkehrt sich ziemlich oft! Aber sicher seid ihr doch so getreu, daß ihr mir nichts tut! Ich dünke euch viel zu klein, und ihr seid viel zu groß über mir, und ihr ragt über alle Könige als wäret ihr mehr einem Riesen ebenbürtig. Die Glieder an uns beiden sind sehr ungleich! Aber wie groß ihr euch auch dünkt, so seid ihr doch mein Kind!“ Da sprach der Lamparte: „Jetzt hast du gelogen! Wenn ich nicht meine Treue bräche und wäre nicht ungezogen mein Herz ist aus den Fugen – und wage dir doch nichts zu tun!“ Er sprach aus einem Mund des Zorns. „Und ich bin tatsächlich dein Sohn?“ Wohlerzogen sprach der Kleine: „Du bist mein Kindlein!“ „Dafür muß diese meine Mutter auf dem Scheiterhaufen brennen, daß einer für meinen Vater bei ihr gelegen hat! Und finde ich sie auf der Burg zu Garte, dann hat sie das den letzten Tag genossen!“ Mit Zorn sprach der Kleine: „Hier bist du ohne Sinn und Verstand! Du bist doch dadurch erhöht, daß ich dein Vater bin! Du erkennst dein Heil und dein Glück nicht! Durch meinen Plan und meine Fügung hast du Städte und Länder! Als ich zum allerersten Mal bei deiner Mutter gelegen habe, das war im grünen Monat Mai um einen hohen Mittag. Sie weinte siedendheiß, als ich sie zum ersten Mal bezwang. Du sollst nicht mit ihr zürnen – es geschah ohne ihren Dank! Deinen Vater und deine Mutter, die hörte ich, wie sie voll Schmerz beteten, nach althergebrachter Ordnung in ihrer ehrwürdigen Gewohnheit, daß Gott ihnen ein kleines Kindchen bescheren möge. Darum betete dein Vater hoch und teuer, und so auch deine Mutter.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Wie lieb si an einander waren, doch wil ich rehte sagen, die fraw von dem manne mochte kindes nicht bejagen. da was si auch so gehewr daz si ir kainen mer erkos. si klagten baide tewr daz ir lande wurde erblos. Ich gedacht in meinem muote ›und stirbet nu der man, so wirt zehant verstossen die fraw wol getan. das lant muos immer mere mit unsälden leben.‹ da gewan ich si ze weibe. daz sol mir got vergeben. An ir vil schönem bete si eines tages sass. si wünste nach liebem kinde, ir augen wurden nass. in der kemenate torst niemand bei ir sein, durch das si wainen musste. da liess si niemand ein. Da stuont ich vor dem bette und hort was si do sprach. davon ward ich ir gewaltig, daz si mich nicht ensach. wie sere si sich werete, so ward si doch mein weib. nu minn mich also clainen für zwaier künige leib. Ich traw mer bezwingen dann du und alles dein heer. sich getar kain künig gesetzen wider dich ze weer.' da sprach der Lamparte 'ich muos es übersehen. was ich darumbe täte, so wer es doch geschehen.' 'Nu sitze ein weile und behalt dein vingerlein, so wil ich | dir laisten das gelübde dein.\t ich wil dir auf mein trewe nicht gelogner worte sagen: ich wil dir heer die ringe in deinem schilte tragen.' Als schier und im der claine entwaich da in den berg, da truog er von der esse das wunnicliche werk, von golde liechte ringe einen newen schilt also vol, als es an seinem leibe ein man ze rechte tragen sol. Lauter als sam ein brünne und liecht als ein glas satzt er im die ringe nider auf das gras, zu dem halsberge einen vesten helm liecht. der was geworcht so veste! dhain schwert das schnaits nicht. Da was der Lamparte fro der ringe sein. er moht ir nicht geschawen, so schöne was ir schein. 'ich wäne es welle ein wunder' sprach der küene 'hie geschehen: ich mag vor liechtem glaste der ringe nicht gesehen.' Da schawet er die ringe: die warn stahlen blos, vil ungefüege dicke, guldin und auch wol vingers gros. da er si genuog schawete, da legt ers aller erst an. die ringe stuonden ebene. des freute sich der man. ", - "output": " Wie lieb sie einander auch waren, so will ich doch aufrichtig sagen: Die Dame konnte von diesem Manne kein Kind erjagen! Sie war aber auch so verläßlich, daß sie nach keinem andern schaute. Beide klagten hoch und teuer, daß ihr Land nun ohne Erbe bliebe. Da bedachte ich in meinem Sinn: ›Wenn der Mann jetzt stirbt, so wird die schöne Landesherrin auf der Stelle verstoßen! Und das Land muß für alle Zeit im Unheil leben!‹ Und dann gewann ich sie als Frau – das soll mir Gott vergeben! Auf ihrem schönen Bett saß sie eines Tages. Sie heulte nach einem lieben Kind, die Augen wurden ihr naß, niemand wagte, bei ihr in der Kemenate zu sein, weil sie weinen mußte; da ließ sie niemand herein. Damals stand ich vor ihrem Bett und hörte, was sie in dem Moment sprach. Ich konnte sie überwältigen, weil sie mich nicht sah. Zwar hat sie sich schmerzhaft gewehrt, aber mein Weib wurde sie doch! Minn mich und liebe mich, so klein wie ich bin, für die Verkörperung zweier Könige! Ich trau mir zu, mehr zu bezwingen, als du und all deine Heeresmacht, obwohl kein König wagt, sich dir zur Wehr zu setzen!“ Da sprach der Lamparte: „Ich muß darüber hinwegsehen. Was immer ich deswegen unternähme, es wäre doch schon geschehen.“ „Nun setz dich einen Augenblick und halte deinen Fingerring fest, so will ich dir das Versprechen, das du bekommen hast, erfüllen. Ich werde dir, bei meiner Treue, kein Wort sagen, das gelogen ist. Ich will dir die Ringe in deinem Schild hertragen.“ Ebenso schnell wie der Kleine von ihm dort in den Berg entwichen war, trug er von der Esse das lustbare Kunstwerk herbei: auf einen neuen Schild gehäuft leuchtende Ringe aus Gold, recht wie sie ein Mann auf dem Leibe tragen soll. Lauter wie ein Quell und licht wie Glas setzte er ihm die Ringe auf dem Gras ab, zu der Halsberge noch einen festen leuchtenden Helm. Der war so fest geschmiedet! Ein Schwert konnte nichts davon durchschneiden. Da freute sich der Lamparte über seine Ringe. Er konnte sie gar nicht anschauen, so schön war ihr Schein. „Ich glaube, hier will ein Wunder“, sprach der Kühne, „geschehen: Ich kann vor leuchtendem Gleißen die Ringe gar nicht sehen.“ Da schaute er die Ringe an, die waren frei von Stahl, ganz ungefüge und dick, Gold, und auch gut einen Finger groß. Als er sie genug beschaut hatte, da legte er sie zum ersten Mal an. Die Ringe standen ebenmäßig. Darüber freute sich der Mann.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Si waren gemessen ze kurz noch ze lang, ze weit noch ze enge. frölich er darinne sprang. der helm was umb gespenget, gleich dem liecht erschein aus ieglichem orte ein karbunkelstain. In der mitten darinne stuond ein adamant. sein rieme was ein borte. den helm er auf gebant. 'got lone dir deiner gabe' sprach der künig reich. 'sind dier die ringe rechte?' sprach aber Alberich. 'Mir ward bei meinen zeiten nie wat als ebene bracht.' 'ee ich dich ie gesähe, da het ich dirs gedacht. nu han ich wol gezieret, Lamparte, deinen leib. wilt du daz ich dir diene, so erzürn nicht das weib. Ich gib dir mein trew, und erzurnest du die muoter dein, so mües wir geschaiden immermere sein.' da sprach der Lamparte 'gerne laist ich dein gebot. ee daz ich si erzürnte, ich erzurnet lieber got. Got lon meiner muoter, von der ich die gabe han! ich wil mich alles dinges an dein genade lan. wider deinen willen mein herze nimmer strebet. mein muoter dein geneusset all die weil si lebet.' Der Lamparte in freuden zu seinem rosse graif. da wolt im der klaine haben den stegraif. da sprach der Lamparte 'ich stee hie in disen tag, nu ich dir mit nicht anders deinen dienst erweren mag.' Mit unverzagtem muote gurt er dem rosse bas. da raumt im der wilde unz er darauf gesass. do sprach der Lamparte 'nu reich mir den schilt.' |\t 'ich sihe wol' sprach der claine 'daz du von mir wilt.' E er den schilt emphienge, da schawte er sein schwert. er sprach 'ich bin in nöten ze streite wol gewert. wer mit der Rosen fleuhet, der muos sich immer schamen.' da vant er beidenthalb daran geschriben seinen namen. Gulden was sein schaide. daz der vessel solte sein, das was durchslagen von golde ein borte seiden. das oberthalb der helze was des swertes klotz, das was ein karfunkel wol dreier feust gros. Den schilt nam er ze halse. da wolt er von im dan. 'got muos dich gesegnen' sprach aber der claine man. 'du solt mich nu nicht meiden, als du bedurfest mein. du magst mich nimmer verliesen, hast du das vingerlein.' ", - "output": " Sie waren weder zu kurz noch zu lang gemessen, weder zu weit noch zu eng. Fröhlich sprang er darin herum. Der Helm war ringsum mit Spangen besetzt, lichtgleich schien an jedem Vorsprung ein Karfunkelstein auf. Und drinnen in der Mitte stand ein Diamant. Sein Riemen war eine geflochtene Borte. Er band den Helm auf. „Gott lohne dich für deine Gabe“, sprach der reiche und mächtige König. „Sind dir die Ringe recht?“, sprach wiederum Alberich. „Meiner Lebtag hat man mir noch kein so ebenmäßiges Gewand gebracht.“ „Längst bevor ich dich gesehen, da hatt ich dirs schon zugedacht. Nun hab ich, Lamparte, deinen Leib wohl geziert. Willst du, daß ich dir dienstbar bin, so erzürne nicht die Frau! Ich geb dir meine Treue darauf: Wenn du deine Mutter erzürnst, so müssen wir für alle Zeit geschiedene Leute sein!“ Drauf sprach der Lamparte: „Gern erfülle ich dein Gebot. Eh daß ich sie erzürnen würde, erzürnte ich lieber Gott! Gott lohne meine Mutter, von der ich diese Gabe habe! Ich will und werde mich in allen Sachen deiner Gnade überlassen. Nimmermehr strebt mein Herz gegen deinen Willen. Meine Mutter hat ihre Freude und ihren Nutz an dir, so lange sie lebt!“ Der Lamparte griff in Freuden zu seinem Roß. Da wollte ihm der Kleine den Steigbügel halten. Da sprach der Lamparte: „Ich bleibe hier den ganzen Tag über stehen, wenn ich dir anders deinen Dienst nicht verwehren kann!“ Mit unverzagtem Mut zog er dem Roß den Gurt nach. Da macht der Wilde ihm Platz, bis er aufgesessen war. Da sprach der Lamparte: „Nun reiche mir den Schild!“ „Ich sehe wohl“, sprach der Kleine, „daß du von mir fort willst.“ Bevor er noch den Schild empfing, da schaute er sein Schwert an. Er sprach: „Wenn ich in Kampfnot komme, bin ich zum Streit wohlbewehrt. Wenn einer mit dieser Rose flieht, muß er sich für immer schämen!“ Und dann fand er daran auf beiden Seiten seinen Namen geschrieben. Golden war seine Scheide. Was die Fessel sein sollte, das war eine mit Gold durchschlagene seidene Borte. Was oberhalb des Griffs der Schwertknauf war, das war ein Karfunkel, wohl drei Fäuste groß! Den Schild nahm er zum Hals; darauf wollte er fort von ihm. „Gott möge dich segnen“, sprach hinwider der kleine Mann. „Du sollst mich von nun an nicht meiden, sowie du mich brauchen solltest! Du kannst mich nimmer verlieren, hast du nur den Fingerring.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Der Lamparte kerte von im in den walt. sein muot der was ringe, sein freude was manigvalt. er sprach 'ich bin ze streite allererst nu gewert. war käm ich da ich versuochte mein harnasch und mein schwert?' Sein phat das rait er widere neben der stainwant. er was in ungemuote do er nicht ze streiten vant. er sprach 'sol ich das wunder von dem schwerte nicht gesehen? mit mir enstreitet nieman, es muos vor der burg geschehen.' Für sich rait er nach streite unz an den dritten tag, daz er vor übermuote dhainer ruoe phlag. da sprach der Lamparte 'ich bin ein vil unselig man, daz ich nach meinem willen nicht ze fechten han!' Die sein unsanft embarn, die warn gar verzait. die im nicht guotes gunden, die heten in verclait. ze Garte und in dem lande was jamerliche not: si wanden all geleiche der künig wäre todt. Jämmerliche swäre het die muoter sein. getrösten niemand kunde die edlen künigin die not leidete nach ir kinde das tugentreiche weib. wär er nicht komen schiere, si het verloren den leib. An dem vierden morgen der Lamparte rait für die burg ze Garte in die grüene awen brait. als der morgensterne durch vinster wolken brach, dem sterne schein geleiche sein helme und auch sein dach. Da was dem wachtere der gast vil unbekant. gleich dem morgenblicke leuchte im alles sein gewant. für die burg ze Garte rait er in das grüene hag. das ross heftete er vaste: da ward es auch liechter tag. Er gieng mit gewalte unz an den burggraben geleich als er die | maur wolt erstürmet haben.\t da sprach der wachter 'und trüegt ir immer fewrschein, und wie vast aber ir nu dringet, euch enlat doch niemand ein.' Da sprach der Lamparte 'nu sleuss auf mir das tor und sage den besten allen, ir herre sei hievor.' der wachter rüefte vil laute 'wes slafet dise diet? es ist heut der vierde morgen daz mein herre von hinnen schiedt. Vor diser burg gemaure stet ein vil küener man, von füessen unz an das haubt ist er gezündet an. er gicht, er sei mein herre, als ichs von im han vernomen. er ist leicht dem teufel entrunnen und aus der helle kumen.' ", - "output": " Der Lamparte wandte sich von ihm, in den Wald hinein. Der Mut war ihm leicht und gering, die Freude war ihm mannigfalt. Er sprach: „Jetzt erst bin ich zum Streit bewehrt. Wo fände ich, da ich meinen Harnisch und mein Schwert versuchte?“ Er ritt seinen Pfad zurück, neben der Steinwand. Er war unmutig, als er nichts zu streiten fand. Er sprach: „Soll ich die Wunderwirkung dieses Schwertes denn nicht sehen? Niemand streitet mit mir – dann muß es vor der Stadt geschehen.“ Er ritt vor sich hin, auf der Suche nach Streit, bis zum dritten Tag, wobei er vor lauter Übermut sich keine Ruhe gönnte. Und dann sprach der Lamparte: „Ich bin ein ganz unglückseliger Mann! Daß ich nichts zu fechten habe wie ich es wollte!“ Die ihn nur schwer entbehren konnten, die waren ganz verzagt. Die ihm nichts Gutes gönnten, die hatten ihn verschmerzt. Zu Garte und im ganzen Land herrschte jammervolle Not: Sie glaubten alle gleichermaßen, der König wäre tot. Jammervolle Last lag auf seiner Mutter. Trösten konnte keiner die edle Königin, die große Not litt um ihr Kind, die tugendreiche Frau. Wäre er nicht gleich gekommen, sie hätte das Leben verloren. Am vierten Morgen ritt der Lamparte vor die Burg zu Garte auf die grüne weite Aue. Wie der Morgenstern durch finstre Wolken brach, so schien, dem Sterne gleich, sein Helm und auch seine Rüstung. Da war dem Wächter der Fremden gänzlich unbekannt. Gleich dem Morgenblitzen leuchtete ihm all sein Gewand. Vor die Burg zu Garte ritt er in den grünen Hag. Das Roß hielt er fest beim Zügel, und nun ward es auch lichter Tag. Er tobte bis an den Burggraben, grad als hätte er die Mauer erstürmen wollen. Da sprach der Wächter: „Und trügt ihr noch so viel Feuerschein, und wie feste ihr auch herandrängt, hier läßt euch doch keiner ein!“ Darauf sprach der Lamparte: „Nun schließ mir das Tor auf und sage den Besten allen miteinander, ihr Herr sei hier draußen!“ Der Wächter rief laut: „Weshalb schläft all dieses Volk? Es ist heute der vierte Morgen, daß mein Herr von hinnen ging. Vor den Mauern dieser Burg steht ein gar kühner Mann, von den Füßen bis zum Haupt steht er in Flammen. Er sagt, er sei mein Herr, wie ich von ihm vernommen habe. Er ist vielleicht dem Teufel entronnen und aus der Hölle gekommen!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "In sorgen do erwachte die edle künigin. si luogt durch das venster, da si ersach den schein, si sprach 'sich, der brinnet als sam ein kerzenliecht. meines sunes ringe die sint so schöne nicht.' Die in der burge waren, baide weib unde man, die giengen durch das wunder auf an die zinnen stan. da sprach der burggrave 'herre, wer mugt ir sein? ir müesset euch allererste nennen, ee wir euch lassen ein.' Sein stimme sich verkeerte, sein rede die was gros, sein haubt under helme het ungefüegen dos. da sprach der burggrave 'nu sagt, herre, wer ir seit!' da sprach der Lamparte 'ich bins dein herre Otneit.' 'Wer gab euch dise brünne und disen helm liecht und auch den schilt newen? des entruog mein herre nicht.' da sprach der degen küene 'ich wil dir die warhait sagen: ich bins ein wilder heiden und han den herren dein erschlagen. Nu sind auf diser burge zwenundsibenzigk dienstman: die sullen den schaden rechen, den ich irem herren han getan. die hat der Lamparte alle mir genant und gezelt. ich beit vor der porte, ob ir in rechen welt. Da sprach der burggrave 'entrawn, es muos sein.' aller erst schluog sich zun brüsten die arme künigein. da tet den vil getrewen irs herren sterben wee. da slouft er an die ringe weis als der schnee. Das tor unz an den angel er auf mit zorne warf. si gezuckten auf der bruggen zwo schöne klingen scharf. wie küene der wirt wäre, doch erzürnte in der gast: er schriet von ime die ringe recht als das faule bast. Er sluog vil vast hinwidere, sein swert was aber gar enwicht, auf seinen erbherren und verschriet | der ringe nicht.\t er sluog in für die füesse, er het in sanft erslagen. da sprach der Lamparte 'nu heisse in von mir tragen.' Het er im nicht erbarmet, er het im den leib benomen. in des was auch gewaffent der ander bruoder komen. da sprach der Lamparte 'des streites ist genuog. nu müess es got erbarmen, daz ich in hewte nider sluog. Allererste wil ich gelauben daz ir mir getrewe seit. nu vergebet mir dise untugende, ja bin ichs Otnit.' allererst si in bekanden und liessen in do in. da sprach der Lamparte 'wo ist die muoter min?' ", - "output": " In Sorgen erwachte da die edle Königin. Sie lugte durch das Fenster, als sie den Schein sah, sprach sie: „Sieh, der brennt als wie ein Kerzenlicht! Die Ringe meines Sohns sind so schön nicht!“ Die da in der Burg waren, Frauen und Männer, die gingen zum Staunen hinauf und stellten sich an die Zinnen. Da sprach der Burggraf: „Herr, wer mögt ihr sein? Ihr müßt euch erst mit Namen nennen, ehe wir euch einlassen!“ Seine Stimme war verfremdet, seine Rede, die war groß, von dem Haupt unterm Helm kam ein unharmonisches Getöse. Da sprach der Burggraf: „Nun sagt, Herr, wer ihr seid!“ Darauf sprach der Lamparte: „Ich bins, dein Herr Otnit.“ „Wer gab euch diese Brünne und diesen leuchtenden Helm und auch diesen neuen Schild? So etwas trug mein Herr nicht!“ Darauf sprach der kühne Degen: „Ich will dir die Wahrheit sagen: Ich bins, ein wilder Heide, und habe deinen Herrn erschlagen. Nun sind auf dieser Burg zweiundsiebzig Dienstmannen, die sollen den Schaden rächen, den ich ihrem Herrn angetan habe. Die hat der Lamparte alle mir genannt und aufgezählt. Ich warte vor dem Tor, falls ihr ihn rächen wollt.“ Da sprach der Burggraf: „Bei meiner Treu, das muß sein!“ Und nun schlug sich die arme Königin gegen die Brüste. Da tat den Getreuen das Sterben ihres Herrn weh. Dann zog er die Ringe an, weiß wie der Schnee. Das Tor warf er mit Zorn bis an die Angel auf. Auf der Brücke zückten sie zwei schöne scharfe Klingen. Wie kühn der Hausherr auch sein mochte, der Fremde brachte ihn doch in Zorn: Er schrotete die Ringe von ihm herunter als wären sie nichts als fauler Bast. Er schlug zwar fest dagegen – aber sein Schwert war ein Nichts – auf seinen Erbherrn und zerschrotete ihm die Ringe kein bißchen. Er schlug ihn nieder, vor die Füße, er hätte ihn bequem erschlagen können. Da sprach der Lamparte: „Nun veranlaß einer, daß man ihn mir wegträgt!“ Hätte er ihn nicht erbarmt, er hätte ihm Leib und Leben genommen. Indessen war gewappnet auch der zweite Bruder gekommen. Da sprach der Lamparte: „Genug gestritten! Möge es Gott erbarmen, daß ich ihn heute niedergeschlagen habe. Ich will jetzt gerne glauben, daß ihr mir treu seid. Nun vergebt mir diese Ungebührlichkeit, ich bins wirklich: Otnit.“ Jetzt erst erkannten sie ihn und ließen ihn daraufhin ein. Da sprach der Lamparte: „Wo ist meine Mutter?“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da ward vil wol emphangen der herre sa zehant. da weisten in die leute da er sein muoter vant. die fraw in schier bekande, sein haubt das ward blos. da ward allererst vor liebe der frawen wainen gros. Da gieng er über den wunden, der von im verhawen lag. 'awe, daz ich dir hewte ie gesluog dhainen schlag! das muos got erbarmen! du solt mirs vergeben: ich wil dichs immermere ergetzen, sol ich leben.' 'Nu sag mir' sprach sein muoter, 'wer gäbe dir das gewant?' 'ich rit als du mich hiessest, neben der stainwant. da han ich dein genossen, daz ich dir vil wäge bin.' Otnides abentewr ist aber aine hin. Abenteur: Wie Otnit heerferte nach der frawen über mere III Sein muoter fragte in dicke 'wo namest du das dach?' da sagte er ir von erste alles das im dort geschach. 'ich mag dirs nicht gelaugen' sprach das schöne weib, 'ich wil in dein genade setzen meinen leib.' Si hiels und kusste in, unz er ir freundt ward. da begund es schiere nahen seiner heerfart. doch beit er auf Garte unz im kam das jar. die mit im varen solten, die komen alle dar. Er emphalch dem burggraven die muoter und das landt. die herren schwuorn im hulde. da huob er sich zehant mit seinen schargenossen und nam urlaub von der muoter sein. er fuor mit seinen helden in die habe ze Messein. Da emphieng in minnekleichen der haidnische man. die kiele er im beraitte. zehant huob er sich dan. im waren ze dreien jaren die kiele | wol geladen.\t die anker si do losten und flussen von den staden. Da fuor der Lamparte mit freuden und sein heer. an dem zwelften morgen da kam er über mer. an des massbawmes ende ein marner oben trat. er gesach die burg ze Suders und des haiden haubtstat. Er ruofte in lauter stimme 'was sol uns nu geschehen? ich han ze Syrie das weite landt gesehen und auch die stat ze Syders. der sei wir nahen bei! es ist guot daz man also vliesse, daz man on angst sei.' Da sprach der marnäre so der schiffe phlag 'wän, ich euch nu nicht guotes geraten mag:", - "output": " Da ward der Herr auf der Stelle bestens empfangen. Und dann wiesen ihn die Leute dahin, wo er seine Mutter fand. Die Landesherrin erkannte ihn sogleich, sein Haupt, das ward entblößt. Und der Dame ward jetzt aus Liebe ein großes Weinen. Und dann ging er hin, beugte sich über den Verwundeten, der da lag, von ihm niedergehauen. „Oh weh, daß ich heute auch nur einen Schlag nach dir geschlagen habe! Das möge Gott erbarmen! Du sollst es mir vergeben! Ich will es an dir jetzt und immerdar gutmachen, wenn ichs erlebe.“ „Nun sage mir“, sprach seine Mutter, „wer mag dir dies Gewand gegeben haben?“ „Ich ritt, wie du mich geheißen hast, neben der Steinwand. Da hatte ich den Nutz von dir, wofür ich dir sehr gewogen bin.“ Von Otnits Abenteuer-Kapiteln ist wieder eines dahin. Abenteuer: Wie Otnit der Dame wegen eine Heerfahrt über Meer unternahm Seine Mutter fragte ihn immer wieder: „Wo magst du die Rüstung her haben?“ Da sagte er ihr von Anfang an alles, was ihm dort geschehen war. „Vor dir kann ich das nicht leugnen“, sprach die schöne Frau, „ich will mein Leib und Leben in deine Gnade geben!“ Sie umhalste und küßte ihn, bis er ihr Liebster ward. Da rückte seine Heerfahrt immer schneller näher; doch wartete er auf Garte, bis ihm das Jahr herum war. Die mit ihm auf die Fahrt gehen sollten, die kamen alle dorthin. Er befahl die Mutter und das Land dem Burggrafen. Die Herren schworen und huldigten ihm. Dann machte er sich sogleich auf, zusammen mit seinen Mitstreitern, und nahm Abschied von seiner Mutter. Er begab sich mit seinen Helden auf die Fahrt zum Hafen von Messin. Dort empfing ihn liebevoll der heidnische Lehnsmann. Er hatte ihm die Schiffe vorbereitet. Gleich hob er sich von dannen. Für drei Jahre waren ihm die Schiffe wohl beladen. Sie lösten jetzt die Anker und trieben vom Gestade weg. Da war nun der Lamparte mit Freuden auf Fahrt und so auch sein Heer. Am zwölften Morgen hatte er das Meer überquert. Ein Seemann trat oben an die Spitze des Mastbaums; er sah die Burg zu Suders und die Hauptstadt des Heiden. Er rief in heller Aufregung: „Was wird uns jetzt geschehen? Ich hab das weite Land von Syrie gesehen und auch die Stadt Suders! Der sind wir ganz nahe! Es wäre gut, daß man so navigiert, daß man keine Angst haben muß!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "der wint schlecht uns ze verre! so komen wir nimmer wider!' er sprach zu seinen knechten 'nu lat die segele nider!' Da sprach der Lamparte 'ist aber dir bekannt, sei wir geflossen rechte ze Surie in das landt? und sagst du mir nit rechte, es get dir an das leben. ich wil dir zwelf boge ze botenbrot geben.' 'Du bist geflossen rechte ze Suders gen der habe. ich wil dir widerraten, daz du icht sitzest abe. ich wän wir ze nahen der stat geflossen sein: ze Suder in der veste da ist manig raubgalein.' Do sprach der Lamparte 'mir ist nicht kündig wol, wie gerne ich fürbas füere, ich waiss nicht war ich sol. den ich mir ze ainem maister auf diser ferte het erkoren, der mich das leren solte, den han ich laider verloren. Ich solt wider keren. was hilfet mich mein fart? ich han mich zu der verte laider nicht bewart.' mit trauriklichem muote er gar befangen was. 'magst du dich selben trosten!' sprach von Reussen Ylias. Da sprach der Lamparte 'laider ich enmag! nu muoss es got erbarmen daz ich gelebt ie disen tag. der mir da helfen solte von den sorgen mein, der ist mir ze verre. ja han ich dort vergessen laider sein!' Mit zorne sprach der haiden 'du hast doch alle die, die dir da helfen solten, die hast auch bei dir hie. ze sturme und auch ze streite hast du wol bewart in liechten stahelringen dreissigtausent gar geschart.' 'Ich han verloren das beste' sprach der künig reich. mit jammer sach er umbe: bei im stuond Alberich. da ward der Lamparte so reich und auch so fro daz er vergass der sorgen. vil laut ruofte er do 'vater unde herre, wer hat dich heer bracht? allererst wil ich lachen, und was mirs doch ungedacht.' |\t er huob in auf die armen und kust in wol tausent stund. mit züchten sprach der claine 'helt, dir ist nicht kundt, daz ich so grosse trew zu deinem leibe han. du läst mich hart leichte, so wil ich dich nicht lan. du vergissest mein vil dicke, so vergas aber ich dein nie. emphach mich wie du wellest, ich bin aber bei dir hie.' Da sprach der Lamparte 'durch got berichte mich. sag mir auf dein trew, wo hast du verborgen dich?'", - "output": " Da sprach der Seemann, der die Schiffe befehligte: „Ich fürchte, ich kann euch nichts Gutes bieten. Der Wind treibt uns zu weit! So kommen wir niemals zurück!“ Er sprach zu seinen Knechten: „Nun laßt die Segel nieder!“ Da sprach der Lamparte: „Hast du wirklich erkannt, daß wir richtig gefahren sind nach dem Lande Syrie? Wenn du mir nicht das Rechte sagst – es geht dir ans Leben! Ich werde dir zwölf Armreife als Botenbrot geben.“ „Du bist ganz richtig auf den Hafen von Suders zugefahren. Ich will dir davon abraten, hier etwa abzusitzen. Auch fürchte ich, wir sind zu nahe an die Stadt herangefahren. In der Festung Suders da ist so manche Raubgaline.“ Da sprach der Lamparte: „Hier kenn ich mich nicht gut aus. Wie gern ich auch weiterführe, ich weiß nicht, wo ich hin soll. Den ich mir als Magister für diese gefährliche Unternehmung gewählt hatte, der mich das hätte lehren sollen, den habe ich leider verloren. Ich sollte umkehren! Was hilft mir jetzt meine Fahrt? Ich habe für diese Fahrt leider nicht gut vorgesorgt.“ Ein trauriger Mut nahm ihn ganz gefangen. „Magst dir selber Trost geben!“, sprach Ylias von Reußen. Darauf sprach der Lamparte: „Vermag ich leider nicht! Möge Gott sich jetzt darüber erbarmen, daß ich diesen Tag je erlebt habe. Der mir hier helfen sollte bei dem, worum ich mich sorgte, der ist mir allzu fern. Ach, ich habe ihn leider dort vergessen!“ Mit Zorn sprach der alte Heide: „Du hast doch alle die, die dir da helfen sollten, die hast du doch alle hier bei dir! Für Sturm und Streit hast du, wohl gerüstet in leuchtenden Stahlringen, dreißigtausend, als bestens geordnetes Heer.“ „Ich habe das Beste verloren“, sprach der reiche und mächtige König. Mit Jammer sah er um sich – und da stand Alberich neben ihm! Da fühlte sich der Lamparte so reich, so mächtig und auch so froh, daß er seine Sorgen vergaß. Überlaut rief er dann: „Vater und Herr, wer hat dich hierhergebracht? Jetzt will ich aber lachen, ich hätt es nicht mehr gedacht!“ Er hob ihn auf die Arme und küßte ihn wohl tausendmal. Wohlerzogen sprach der Kleine: „Held, dir ist dir nicht bekannt, daß ich so große Treue für dein Leib und Leben hege. Du läßt mich leichthin, ich aber werde dich nicht lassen! Du vergißt mich ständig, ich aber vergaß dich nie! Empfang mich, wie du willst, ich jedenfalls bin hier bei dir.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'oben auf dem massbaume. in die keibe ich sass. ich het mich wol geweiset, an das ich dich versuochte bas.' Da sprach der Lamparte 'nu bis mir willekomen. daz ich dich hie han funden, das muos mich immer frummen. mir was vil wee ze muote seit daz ich one dich was.' 'mit wem hast du geraunet?' sprach von Reussen Ylias. 'Du magst darvon verliesen leicht deinen leib. waffen sei geruofet über das selbe weib! daz ich dirs ie genante, das wil ich got clagen.' da sprach der Lamparte 'ich wil dir guote märe sagen.' 'Sage ims auf sein trewe' sprach aber Alberich, 'daz ich dir helfen welle der küniginne rich. ich wais in so getrewen, er trägt dir dhainen hass. wenn ir mich bede wisset, so ist euch dester bas.' Da sprach der Lamparte 'oheim, nu gang heer. wilt du mirs immer danken, ich sag dir guote mär. du wänest ich habe geraumet mit mir alters ain. wil du die mär nu hören, so trit heer zu uns zwain.' 'Sag an' sprach der Reusse, 'wer ist mit dir da? mit deiner absprache machest du mich gra.' der Lamparte den Reussen vil kaume des erbat, daz er zu dem klainen und zu dem grossen trat. Da ruofte des schiffes herre 'nu gebt euch selben rat! ich wäne der künig reiche dhain sorge hat. welt ir mit den haiden streiten auf dem mer, so warnt euch ze sturme: euch kumt vil schier ein heer. Si komend mit wildem feur, der streit ist euch nicht guot. si brennent uns die kiele, so müess wir under die fluot.' da stuonden in den sorgen die zwen künige reich. 'ich kan euch wol geraten' sprach aber Albereich. 'Guotes freundes lere ie guot ze nöten was.' sich begunde segenen von Reussen Ylias. 'wer ist der uns die lere und auch die räte geit? wilt du dich nit segnen, oheim Otneit? Er ist der zwaier aines, der teufel oder got. sag an, bist du gehewr? so laist ich dein gebot.' da sprach der Lamparte | 'ja ist es ein gezwerch.\t im ist kunt in der welte manig tal und manig berg.' 'Entraun' sprach der Reusse, 'des höre ich dich nu jehen. sol ich das gelauben, ich muos aller erst sehen.'", - "output": " Darauf sprach der Lamparte: „Um Gottes Willen, weise mich. Sage mir auf deine Treue, wo hast du dich verborgen?“ „Oben auf dem Mastbaum. In den Mastkorb habe ich mich gesetzt. Ich hätte mich schon gezeigt, nur wollte ich dich noch ein bißchen prüfen.“ Darauf sprach der Lamparte: „Nun sei mir willkommen! Daß ich dich hier gefunden habe, daß muß mir immer von Vorteil sein. Mir war sehr weh zumute, wo ich so ohne dich war.“ „Mit wem hast du geraunt“, sprach von Reußen Ylias. „Du kannst davon leicht dein Leben verlieren! Weh sei geschrieen über dieses Weib! Daß ich sie dir je genannt habe, das will ich Gott klagen!“ Darauf sprach der Lamparte: „Ich will dir eine gute Nachricht sagen!“ „Sag’s ihm auf seine Treue“, sprach wieder Alberich, „daß ich dir verhelfen werde zu der reichen und mächtigen Königin. Ich weiß ihn so getreu, er trägt keinerlei Feindseligkeit gegen dich. Wenn ihr beide von mir wißt, so ist das umso besser für euch.“ Darauf sprach der Lamparte: „Oheim, nun geh her! Wenn du gestattest: Ich sage dir gute Nachricht. Du glaubst, ich habe mit mir selber geraunt. Willst du die Nachricht jetzt hören, so tritt her zu uns beiden.“ „Sag an“, sprach der Reuße, „wer ist da bei dir? Mit deinem Beiseitesprechen machst du mich grau!“ Der Lamparte hatte den Reußen noch kaum darum gebeten, daß er zu dem Kleinen und zu dem Großen träte, da rief der Herr des Schiffs: „Nun helft euch selber! Ich fürchte, der reiche und mächtige König hat nun eine Sorge. Wollt ihr mit den Heiden auf dem Meer kämpfen, so bereitet euch auf Sturm vor: Hier kommt gleich ein Heer auf euch zu! Sie kommen mit dem Wilden Feuer, der Kampf wird euch nicht bekommen. Sie verbrennen uns die Schiffe, und wir müssen in den Fluten untergehen.“ Da standen sie nun mit ihren Sorgen, die beiden reichen und mächtigen Könige. „Ich weiß euch wohl zu helfen“, sprach wieder Alberich. „Die Belehrung eines guten Freundes war in der Kampfnot immer gut.“ Da fing von Reußen Ylias an, sich den Segen zu geben. „Wer ist der, der uns diese Belehrung und auch diese Hilfe anbietet? Willst du dich nicht segnen, Schwestersohn Otnit? Es ist einer von beiden: Entweder der Teufel oder Gott! Sag an: Bist du uns geheuer? Dann folge ich deinem Gebot.“ Da sprach der Lamparte: „Um die Wahrheit zu sagen – es ist ein Gezwerge. Er kennt in der Welt so manches Tal und manchen Berg.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da sprach der Lamparte 'hörest du sein nicht?' 'ich wais nit was es mainet unz es mein auge ansicht. Es mag mit zauberlisten ein trügenweise sein.' 'wilt dus nu gerne schawen, so nim das vingerlein und stoss es an den vinger, so wirt es dir bekant.' der Reusse laut erlachte, da er den klainen vant. Er sprach mit süessen worten 'wannen kumst du, klaines kint? awe, daz dein mage dir also verre sint.' 'wie clain aber ich dich dunke, du gelaube mir fürwar, ich han auf meinem haubet mer dann fünfhundert jar.' Ir solt mir bede volgen, das ist euch beden guot. wer nach freundes rate und nach ir willen tuot, ob im da misselinget, da ist er unschuldig an. es leret ein freundt den andern des er selbe nicht kan. Ein künig mag wol liegen durch seines leibes not. gefüege rede gehöret vil dicke für den todt. wer dich der märe frage von wanne die kiele gan, so sprich, du begerest gelaites und seiest ein kaufman.' Da sprach der Lamparte 'der rat ist enwicht. ich redete mit in gerne, ich kan ir sprach nicht. ich bin sunst unberichtet' sprach der künig reich. 'so muos ich dich si leren' sprach Alberich. 'Wil du mirs immer danken, ich gib dir einen stain, der dich die sprache leret. der zungen ist dhaine, wenn dein zunge besluisset den stain in den mundt, was iemand wider dich sprichet, das ist dir alles kundt.' 'Wie mag ich das gelauben' sprach der künig Otnit, 'daz got einem staine so grosse gabe git, daz ich von seiner sterke alle leut wol mag vernemen? daz du so vil geluigest, des mochest du dich wol schämen.' 'Sweige' sprach der claine, 'du strafest mich all ze vile. got tuot aus dem staine und aus der erden was er wil. ja ist im ze tuon nicht unmüglich. daran solt du gelauben' sprach aber Alberich. Den mund er auf gehabte unz er den stain verbarg. er sprach 'ich wil versuochen die sein crefte stark.' da daucht in wie er vernäme wol aller leute wort. da gie der Lamparte oben an des schiffes bort. Da schrai der marner laute 'wie es uns ergee, wol vierzigk raubgaleen die vliessent auf dem see. |\t", - "output": " „Meinertreu“, sprach der Reuße, „ich höre, daß du das behauptest – soll ich das glauben, muß ich das erst selber sehen!“ Darauf sprach der Lamparte: „Hörst du ihn denn nicht?“ „Ich weiß nicht, was das heißen soll, bis ich es mit eigenen Augen sehe. Es kann eine Wahnmusik mit Zaubertricks sein.“ „Wenn du begehrst, das jetzt zu sehen, so nimm diesen Fingerring und steck ihn an den Finger, und du wirst es erkennen.“ Der Reuße lachte laut auf, als er den Kleinen entdeckte. Er sprach in süßen Worten: „Von wo kommst du, kleines Kind? Oh weh, daß dir deine Verwandten so fern sind!“ „Wie klein ich dich auch dünke, glaub mir als die Wahrheit: Ich habe mehr als fünfhundert Jahre auf dem Haupte! Ihr sollt mir beide folgen, das wird gut für euch beide sein. Wenn einer nach Freundesrat und nach ihrem Willen handelt, wenn er da Mißerfolg hat, dann ist nicht er die Ursache. Es lehrt ein Freund den andern, was der selber nicht weiß. Ein König kann wohl einmal lügen, wenn er in Not für Leib und Leben gerät. Eine Rede nach Fug und Recht führt oft genug in den Tod! Wenn dich einer um Auskunft bittet, woher diese Schiffe sind, so sprich, du begehrst Geleitschutz und seist ein Handelsmann.“ Da sprach der Lamparte: „Dieser Rat ist nichts! Ich würde gern mit ihnen reden, aber ich kann ihre Sprach’ nicht! Die hat man mich nicht unterrichtet“, sprach der reiche und mächtige König. „Also muß ich sie dich lehren!“, sprach Alberich. „Wenn du erlaubst: Ich gebe dir einen Stein, der dich die Sprache lehrt. Es existiert keine Zunge – immer wenn deine Zunge diesen Stein in den Mund einschließt, was immer dann einer zu dir spricht, du wirst das alles kennen.“ „Wie kann ich das glauben“, sprach der König Otnit, daß Gott einem Steine eine so große Gabe verleiht, daß ich durch seine Stärke alle Leute gut verstehen kann? Daß du so viel daherlügst, dafür magst du dich wohl schämen!“ „Nun schweig aber!“, sprach der Kleine, „du beschimpfst mich zu viel! Gott macht aus dem Stein und aus der Erde alles, was er will. Wahrlich, nichts ist ihm zu machen unmöglich – daran sollst du glauben!“ So aber sprach Alberich. Den Mund sperrte er auf, bis er den Stein darin verborgen hatte. Er sprach: „Ich werde seine starken Kräfte ausprobieren!“ Da dünkte ihn, daß er aller Leute Worte gut verstünde. Da ging der Lamparte oben an den Bord des Schiffs.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "was si halt mainen, si vliessent vaste heer. wer mit in reden künne, der berichte si der mär.' Die raubgaleien flussen vast auf dem see. ir segele laute dussen weiss als der schnee bedenthalb der kiele. da lachte Otnit. da sprach der barkenär 'nu sagt mir wer ir seit!' Da sprach der Lamparte 'ich bins ein kaufman. grossen kaufschatz reichen ich heer gefüeret han.' da winkte er daz sich burgen die leute under das dach mit helmen und mit schilten, daz man der dhainen sach. 'Wer haisset euch so nahen zu diser veste varn?' sprach der barkenäre. 'das solt ir bewarn.' 'ich wil noch näher füeren, mit leib und auch mit guot, er saget, wer kaufschatz bringe, daz ir dem nicht entuot. Ich füere von Karlinge das aller beste gewant, daz ich ze Walhen indert in den steten fant. des han ich meine kiele wol gefüllet und geladen. nu bringet mir gelaite und helfet mir zu den gstaden. Es mag immer mere das land dester bas! helfet mir zu der maur. ich wil dar ane has.' 'wer also grosse bringet, der sol willekumen sein' sprachen die galinäre und flussen wider ein. Da het auch ir gewartet der konstabel von der stat da fragt auch si der märe, stille haben er si bat. si sprachen 'herre, er füeret seine kiele gewantes vol und muotet eines geleites, ob man ims geben sol. Si jehen, wer kaufschatz füere, der solle hie haben fride. den sol man in gebieten bei dem hals und bei der wide.' da sprach der statrichtere 'ich sol das wol bewaren, daz man in nicht entuo gewaltes. ich wil selb mit in farn.' Da hiess er im gewinnen auch ein raubgalin. wol vierzigk pusaunere die setzte er zu im darin. einen fanen und ein creuze er oben an dem masbaume bant: damit er in beweiste, daz in fride wäre erkant. Da ruofte der nauder laute, der auf dem masbaume sass, 'gehabt euch wol dort nidene, unser ding vert aber bas. wir süllen frölichen auf den kielen faren in. ja wil der statmaister unser gelaite selbe sein.' Vor den haiden allen der richter selbe vlos. ob der galie obne manig pusawn laut erdos.", - "output": " Und dann schrie der Kapitän laut: „Wie soll uns das ausgehen! Wohl vierzig Raubgalinen, die gleiten übers Meer. Was immer sie im Sinn haben mögen, sie gleiten schnell hierher. Wer da weiß, wie man mit ihnen redet, der erteile ihnen Auskunft!“ Die Raubgalinen glitten schnell über die See. Ihre Segel gaben ein lautes Tosen von sich – weiß wie der Schnee – zu beiden Seiten der Schiffe. Da lachte Otnit. Da sprach der Galinenführer: „Nun sagt mir, wer ihr seid!“ Darauf sprach der Lamparte: „Ich bins, ein Handelsmann! Gewaltig reiche Handelsschätze habe ich hierhergeführt.“ Und dann winkte er, daß sich die Leute unter Deck verbürgen mit Helmen und mit Schilden, daß man keinen von ihnen sah. „Wer heißt euch, so nah an diese Festung heranzufahren?“ sprach der Galinenführer. „Das solltet ihr sein lassen!“ „Ich will noch näher heranführen, mit Leib und Leben und mit Hab und Gut, wenn einer einen Handelsschatz bringt, daß ihr dem nichts tut, sagt er. Ich führe aus Karlingen die allerbesten Gewänder, die ich in Welschland irgend in den Städten fand. Damit habe ich meine Schiffe wohl gefüllt und beladen. Nun bringt mir Geleitschutz und helft mir zum Gestade. So mag mehr und mehr dies Land – umso besser! Helft mir bis zur Stadtmauer, ich will ohne Feindseligkeit dahin.“ „Wer so viel mit sich bringt, der soll willkommen sein!“ sprachen die Galinenleute und glitten wieder landwärts. Da hatte sie auch schon erwartet der Konstabler der Stadt forderte sie da auf, Auskunft zu geben, bat sie anzuhalten. Sie sprachen: „Herr, er führt seine Schiffe her, voll mit Gewändern, und verlangt Geleitschutz, wenn man ihm den gewähren wollte. Sie behaupten, wenn einer Handelsschatz mit sich führe, der solle hier Frieden haben. Den soll man ihnen entbieten, strafbewehrt bei Hals und Strang.“ Darauf sprach der Stadtrichter: „Ich werde das zu verhüten wissen, daß man ihnen irgend Gewalt antut. Ich werde selbst mit ihnen hereinfahren.“ Und dann befahl er, für ihn auch eine Raubgaline bereitzumachen. Wohl vierzig Posaunenbläser setzte er zu sich hinein. Eine Fahne und ein Kreuz band er oben am Mastbaum fest. Damit zeigte er ihnen, daß ihnen Friede gewährt wäre. Da rief der Schiffer, der auf dem Mastbaum saß, laut: „Seid guter Dinge dort unten, unsere Sache geht wieder besser. Wir werden auf unsern Schiffen fröhlich einlaufen. Der Stadtoberste will tatsächlich selber unser Geleitschutz sein.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "die geste emphieng er schone | und belaites in die habe.\t er sprach 'wenn ir nu wellet, so vart in barken abe.' Da warens auf dem wage den tag unz an die nacht. auch het er seine kiele gar zesamen bracht. 'nu rat an und lere, vil lieber Alberich, wie wir die stat gewinnen' so sprach der künige rich. 'Die porte stat offen, ich wän uns iemand wer. wenn alle leute entslafen, wir dringen darein mit heer. si müessen des entgelten daz alle haiden sint: wir sullen si selber tödten, ir weib und ir kind.' Da sprach der claine weise 'wer leret dich den list? so stüend das vil übele daz du ein künig bist, daz du erzürnen woltest deinen hausgenoss und im nicht widersagst. das wer ein laster gros.' Da sprach der Lamparte 'das muoss er mir vertragen. der haiden ist so zornig, im getar niemand widersagen. ich send auf sein genade auch dhainen boten dar. tuon ich im sunst icht laides, er wirt sein wol gewar.' 'Entrawn' sprach der claine, 'das laster wurde dein. daz man dich darumbe schülte, ich wolt ee bot sein. man solts mit eren werben. wie bist du so verzait? wilt du mirs immer danken, ich han im schier widersait.' Da sprach der Lamparte 'des bin ich immer fro. auch dank ich dirs vil gerne, ob es sich gefüeget so. sol ich dein alhie beiten?' sprach der künig reich. 'ich kum dir morgen widere.' von im fuor Albereich. Er bracht in des wol innen, daz es wer ein gezwerg. dem wilden dem was kündig baide tal und berg. er weste wol was burge in der haidenschefte lag. es kam ze Montabur ee das es wurde tag. Da sass er neben der maure nider auf ainen stain unde beite das vil kaume unz daz der tag erschain, daz er die botschaft würbe, die man in werben bat. der haiden auf die maure ob im an die zinnen trat. Durch die suossen winde so gieng er an den luft. ja het er durch die hitze geraumet seine gruft. mit züchten sprach der claine 'wer ist der ob mir stat? getar ich dich gefragen, so gib mir deinen rat. Wa ist des hauses herre?' sprach er. 'das bin ich.' da vorchte sich der haiden vil vast er segnete sich.", - "output": " Vor allen Heiden glitt der Richter selbst dahin. Oben an Oberdeck der Galine erscholl laut manche Posaune. Er empfing die Fremden artig und geleitete sie in den Hafen. Er sprach: „Wenn ihr jetzt wollt, kommt in Booten an Land.“ Da blieben sie den Tag auf See bis zur Nacht. Auch hatte er seine Schiffe alle miteinander versammelt. „Nun rat an und belehre uns, du lieber Alberich, wie wir diese Stadt gewinnen!“ So sprach der reiche und mächtige König. „Das Tor steht offen, ich glaube nicht, daß uns jemand abwehrt. Wenn alle Leute schlafen, dringen wir mit Heeresmacht ein. Sie müssen das entgelten, daß alle Heiden sind! Wir werden sie selber töten, ihre Frauen und ihre Kinder!“ Da sprach der kleine Weise: „Wer lehrt dich solche Kriegskunst? Es wäre sehr übel darum bestellt, daß du ein König bist, wenn du deinen Hausgenossen in Zorn versetzen wolltest, ohne ihm den Krieg zu erklären. Das wäre höchst lästerlich!“ Da sprach der Lamparte: „Das muß er sich von mir gefallen lassen! Der Heide ist so ein Zorniger, niemand wagt, ihm eine Kriegserklärung zu bringen. Auf seine Gnade werde ich auch keinen Boten dorthin senden. Wenn ich ihm auf diese Weise irgend Leid antue, wird er das schon merken.“ „Meinertreu!“, sprach der Kleine, „da würdest du dir das Laster heimholen! Bevor man dich dafür schelten müßte, wollte eher ich dein Bote sein. Mit Ehre und Anstand soll man etwas erwerben, weshalb bist du so verzagt? Wenn du mit mir einverstanden bist: Ich habe ihm bald den Krieg erklärt!“ Darauf sprach der Lamparte: „Darüber bin ich ewig froh! Auch bin ich gerne einverstanden, wenn es sich denn so fügt. Soll ich hier auf dich warten?“, sprach der reiche und mächtige König. „Ich komm morgen zu dir zurück!“ Und von ihm fuhr Alberich. Er machte ihm so recht klar, daß es ein Gezwerge war. Dem Wilden, dem war gleichermaßen Tal und Berg bekannt; er wußte wohl, was an Städten und Burgen in der Heidenschaft lag. Es kam nach Montabur, ehe es Tag wurde. Dann setzte er sich neben der Mauer auf einen Stein nieder und konnte kaum erwarten, bis daß endlich der Tag erschien, auf daß er die Botschaft überbrächte, die zu überbringen man ihn gebeten hatte. Der Heide trat auf die Mauer an die Zinne über ihm. Es war der süßen Winde wegen, daß er an die Luft ging; ja, es war die Hitze, deretwegen er seine Gruft verlassen hatte. Wohlerzogen sprach der Kleine: „Wer ist, der da über mir steht? Wenn ich’s wagen darf zu fragen, so gib mir Auskunft:", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'was ist das da sprichet, daz ich des nicht ensihe?' er sprach 'bistus der teufele? was tust du danne hie?' 'Nain ich' sprach der claine, 'ich bins | ein ander bot.\t mich hat da heer gesendet mein maister und mein got.' 'auf deines gotes märe darauf enacht ich nicht. was er mir mag gepieten, das dünket mich enwicht. Ich acht hart lützel auf deines gotes bet. ich fürcht wan Apollen und meinen Machmet. den wil ich gerne dienen, die sint die gote mein.' 'nu sag an' sprach der claine, 'wie lang wilt du unselig sein? Daz du an in nicht gelaubest, das wirt auch leicht enwicht, daz du den nicht enfürchtest, dem man gewaltes gicht, der das hat beschaffen, daz du bist menschlich. Machmets und Apollen, wo ist deren himelrich?' 'Si sein wo si wellen' sprach der haiden do. 'mich und meine genossen machend si vil dicke fro.' mit witzen sprach der claine 'du bist der sinne ein kindt. nu bin ich eine sterker dann deine götter sind.' Da sprach aber der haiden 'nu tu mir doch bekannt, sag mir was du werbest, warumb du heer bist gesant.' 'da hat mich der gesendet zu dir der maister mein, daz du einem reichen künige gebest die tochter dein.' Mit beden seinen handen so rauft er aus den bart. 'awe' sprach der haiden 'daz ich ie geborn ward! daz mich meiner tochter nie dhain man gebat, ich hiess im ab sein haubt slahen an der stat.' Da sprach aber der claine 'auf dein red acht ich nicht. es ist geschehen dicke daz nimmermer geschicht. ich sag dir offenlichen, gibst du im nicht die maid, daz er dich mit here suochet. dir sei von im widersait.' Der alte haiden laute wainte und sprach 'daz mir bei meinen zeiten das laster ie geschach! mir getorst bei meinen jaren nie kain man widersagen. daz ichs nu muos hören, das wil ich den goten clagen. Du solt mir das gelauben, het ich dich in meiner handt, und were der himel dein aigen, ich schlüeg dich umb ein want.' einen stain ungefüegen den stiess er in den graben. da wolt er den cleinen ze tode erworfen haben. Mit zorn sprach der claine 'was hilfet dich dein weer? nu gib im dein tochter, oder er suochet dich mit heer.", - "output": " Wo ist der Herr des Hauses?“, sprach er. „Das bin ich.“ Und dann fürchtete sich der Heide heftigst gab er sich den Segen. „Was spricht da und wie kommts, daß ich das nicht sehe?“ Er sprach: „Bist dus, der Teufel? Was tust du dann hier?“ „Nicht doch“, sprach der Kleine, „ich bins, ein andrer Bote. Mich hat mein oberster Herr und mein Gott hierhergesandt.“ „Auf die Botschaft deines Gottes, auf die achte ich nichts. Was er mir gebieten kann, das dünkt mich ein Nichts! Wahrlich wenig hab ich Acht auf deines Gottes Bitte! Ich fürchte nur Apollo und meinen Mahmet. Denen will ich gerne dienen, die sind meine Götter.“ „Nun sage an“, sprach der Kleine, „wie lange noch willst du heillos bleiben? Daß du an ihn nicht glaubst, das führt aber leicht ins Nichts, daß du den nicht fürchtest, den man allmächtig nennt, der das geschaffen hat, daß du überhaupt ein Mensch bist. Mahmets und Apollos – wo ist deren Himmelreich?“ „Mögen sie sein, wo sie wollen“, sprach der Heide darauf, „mich und die Meinen machen sie oft froh.“ Der Kleine sprach klug: „Deinem Verstand nach bist du ein Kind! Ich bin als einzelner stärker als deine Götter sind!“ Darauf sprach wiederum der Heide: „Nun gib mir doch Kunde und sage mir, was du überbringst, aus welchem Grund du hergesandt bist?“ „Es hat mich mein oberster Herr daher zu dir gesandt, auf daß du einem reichen und mächtigen Könige deine Tochter gebest.“ Mit beiden Händen raufte er sich da den Bart aus. „Oh weh!“, sprach der Heide, „daß ich je geboren ward! Kein Mann hat mich je um meine Tochter gebeten, dem ich nicht auf der Stelle den Kopf abzuschlagen befahl!“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Deiner Rede achte ich nicht! Es ist oft geschehen, was nimmermehr geschieht! Ich sage dir offen: Gibst du ihm das Mädchen nicht, sucht er dich mit Heeresmacht heim. Hiermit sei dir von ihm der Krieg erklärt!“ Der alte Heide weinte laut und sprach: „Daß mir zu meinen Lebzeiten so etwas Lästerliches zustoßen mußte! So lange ich lebe wagte nie ein Mann, mir den Krieg zu erklären! Daß ich das nun hören muß, will ich den Göttern klagen! Das sollst du mir glauben: Hätte ich dich in meiner Hand – und wäre der Himmel dein Eigentum – ich würde dich um die Mauer schlagen!“ Einen ungefügen Stein, den stieß er in den Graben hinunter, da hätte er gern den Kleinen zu Tode geschmissen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "ee denn du icht wissest, so sihestu hie vor, er nimt si mit gewalte und hengket dich für das tor.' Der haiden schrai so laute, daz berg und tal und auch die burg alle von seinem dos erschalle. die in der burg sliefen, die erwachten davon gar. durch die grossen wunder so huoben si sich dar. 'Ich wän, du seist unsinnig' | sprach die künigin.\t 'nain ich' sprach der haiden, 'man bitet mich der tochter mein. mir hat vil zorniclichen ein stimme widersait. ich mag mich nicht errechen. das sei Machmete geclait.' Er sprach zu seinen haiden 'lauft umb den burggraben, daz er uns icht entrinne, ir solt in umbhaben.' die haiden alle sprungen nider an das gras. si sluogen unde stachen da Alberich da was. Hinders haiden rugge verbarg sich das zwergelein. 'künig, du solt gebieten daz si ir werfen lassen sein. vor schüssen und vor werfen traw ich wol verbergen mich: wellent si mein lange ramen, si treffent leichte dich.' Mit zorne sprach der haiden 'lat steen und werfet nicht. wie wolt aber ir den treffen, den man nindert sicht? was er nu talang claffet, daz muos ich im vertragen.' da sprach aber der claine 'was sol ich dem künige sagen?' 'Daz mir got muos richten über ewr baider leben! ich wil dir nicht gelauben, du solt mir briefe geben.' er sprach 'seit ich der briefe hie nicht gelaisten mag, dabei solt dus gedenken' und sluoc im einen backenschlag. Die leute es alle horten, so laut erhal sein handt. der haiden ward unsinnig, durch wüeten man in gebant. die tochter und ir muoter vielen an ir gebet. si clagten alle ir laster Apollen und Machmet. Da het auch wol erworben sein botschaft Alberich. da keert er von der maur gegen dem künige reich. si ramten sein mit werfen – da was er anderswa. Otnides abentewr ist aber aine da. |\t Abenteur: Wie Suders zerbrochen ward IV Da kam er zu den kielen ee daz es ward nacht. da sprach der Lamparte 'was märe hast du mir bracht?' 'ich bringe dir böse märe von der künigin: du gewinnest si mit streite, ja wirt si nimmer din.", - "output": " Voll Zorn sprach der Kleine: „Was hilft dir deine Abwehr? Gib ihm jetzt deine Tochter, oder er sucht dich mit Heeresmacht heim! Ehe es dir recht bewußt wird, siehst du hier vor dir: Er nimmt sie mit Gewalt und hängt dich vors Tor.“ Der Heide schrie so laut, daß Berg und Tal und auch die ganze Stadt von seinem Getöse erscholl. Die in der Stadt schliefen, die waren schlagartig hellwach. In großer Neugier begaben sie sich dorthin. „Ich fürchte, du hast den Verstand verloren“, sprach die Königin. „Nicht doch“, sprach der Heide, „man bittet mich um meine Tochter. Mir hat voller Zorn eine Stimme den Krieg erklärt! Und ich kann nicht meine Rache nehmen! Das sei Mahmet geklagt!“ Er sprach zu seinen Heiden: „Lauft um den Stadtgraben, daß er uns nicht entrinne, sollt ihr ihn einkreisen!“ Die Heiden sprangen alle aufs Gras hinunter. Sie schlugen und stachen dahin, wo Alberich im Moment war. Hinter des Heiden Rücken barg sich das Zwerglein. „König, gib den Befehl, daß sie ihr Werfen sein lassen! Vor Stechen und vor Werfen trau ich mich wohl zu verbergen – wollen sie noch lange nach mir zielen, treffen sie leicht dich!“ Voll Zorn sprach der Heide: „Laßt ab und werft nicht weiter! Wie wollt ihr denn den treffen, den man nirgendwo sieht? Was er den ganzen Tag über kläfft, das muß ich ihm nachsehen!“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Was soll ich dem König sagen?“ „Gott muß mir Richter sein über euer beider Leben! Ich werde dir nicht glauben – du mußt mir Brief und Siegel dafür geben.“ Er sagte: „Da ich dir den Wunsch nach Brief und Siegel hier nicht erfüllen kann, sollst du sie dir hiermit denken!“ – und schlug ihm eins an die Backe. Die Leute hörten es allesamt, so laut knallte seine Hand. Der Heide kam von Sinnen. Weil er tollwütig war, band man ihn zusammen. Die Tochter und ihre Mutter fielen nieder zum Gebet. Sie klagten all ihre Laster und Lasten Apollo und Mahmet. Da hatte denn auch Alberich seine Botschaft gut überbracht. Und dann kehrte er von der Mauer zurück zu dem reichen und mächtigen König. Sie versuchten, mit Werfen ihn zu treffen, aber er war schon anderswo. Von Otnits Abenteuer-Kapiteln ist wieder eines fertig. Abenteuer: Wie Suders aufgebrochen wurde Und dann kam er zu den Schiffen, ehe es Nacht ward.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Ich han iren vater erzürnet daz man in gebunden hat.' da sprach der Lamparte 'nu gib uns deinen rat. gewinnen wir die veste, so hab wir alles landt.' 'ich trawe euch wol in barken füeren auf den sant. Die nacht ist ietzo vinster, den mone niemandt sicht: si hüetent auf der maure, die wachtere, nicht. wir sullen in barken fliessen verholen zu den gstaden. si fürchtend auf dem wage dhaines veindes schaden. Ich trawe auch uns die barken wol verholen stelen. auch solt ir stille schweigen und solts mit züchten helen.' die zwen künige volgten nun dem klainen man. bei der burgmaur fünfhundert barken er gewan. Die der barken huoten, die wurden gar betrogen: si wanden daz die unde si heten auf den see gezogen. da sprach ir ieglicher 'ich enwais wo meine barken sint. die keten brestent alle, und emphüert si uns der windt.' Si sprungen ab den kielen alle in die barken nider. si komen dar läre und flussen balde wider. des morgens ieglicher seine barken vant. si truogen dreissig tausent helde do des nachtes an den sant. Si sprungen aus den barken auf die erde do. daz si enbunden warn, des wurdens alle fro. Otnit von Lamparte und von Reussen Ylias giengen aus den barken nider auf das gras. Da sprach der Lamparte 'nu rat an, Alberich, daz wir die stat zerstörn ze laide dem künige reich.' 'ir secht wol' sprach der klaine 'daz die porten offen stat. ich kan euch ze ewrem streite geben dhainen rat.' Da sprach der Lamparte 'du darfst uns nimmer manen. Ylias von den Reussen, nime meinen sturmfanen. er taugt auch anders nieman ze füeren an der handt: wem ich in anders gäbe, das wär nicht wol bewant.' 'Des solt ir mich erlassen, öheim Otnit. ich han fünftausent helde gefüeret in den streit, die ich billichen | weisen und laiten sol.\t ein also grosse menige bedarf ir herren wol.' Da sprach der Lamparte 'ich mag dichs nicht erlan, seit ich dich ze troste mit mir gefüeret han. wir mügen wol bede streiten under einer banir liecht. die wir heer haben gefüeret, die entweichent uns nu nicht.'", - "output": "Darauf sprach der Lamparte: „Welche Nachricht hast du mir mitgebracht?“ „Ich bring dir schlechte Nachricht von der Königin. Wenn du sie nicht im Kampf gewinnst, ich sag dir, wird sie nimmer dein. Ich habe ihren Vater so in Zorn gebracht, daß man ihn gefesselt hat.“ Darauf sprach der Lamparte: „Nun schenk uns deine Hilfe. Gewinnen wir die Festung, so haben wir das ganze Land.“ „Ich traue mir wohl zu, euch in Booten an den Strand zu führen. Die Nacht ist zur Zeit finster, man sieht den Mond nicht. Sie sind nicht auf der Hut, die Wächter, auf der Mauer. Wir werden heimlich in Booten ans Ufer gleiten. Sie fürchten keinen Angriff von See her. Ich trau mir auch wohl zu, heimlich die Boote für uns zu stehlen.“ Und ihr werdet still und schweigsam sein und wie wohlerzogene Leute in aller Heimlichkeit handeln.“ Die beiden Könige richteten sich ausschließlich nach dem kleinen Mann. Bei der Burgmauer besorgte er fünfhundert Boote. Die Wachen der Boote wurden vollständig betrogen: sie glaubten, die Wogen hätten sie auf See hinausgezogen. Darauf sprach jeder von ihnen: „Ich weiß nicht, wo meine Boote sind. Die Ketten brechen alle und der Wind entführt sie uns“. Sie sprangen von Schiffen alle in die Boote hinunter. Sie waren leer dahergekommen und glitten alsbald zurück. (Am Morgen fand jeder seine Boote wieder. Sie hatten da dreißigtausend Helden über Nacht an den Strand getragen.) Sie sprangen dann aus den Booten an Land. Daß jemand sie losgebunden hatte, darüber waren sie alle froh. Otnit von Lamparten und Ylias von Reußen stiegen aus den Booten aufs Gras hinunter. Darauf sprach der Lamparte: „Nun hilf uns dazu, Alberich, daß wir die Stadt zerstören, dem reichen und mächtigen König zum Leid.“ „Ihr seht doch wohl“, sprach der Kleine, „daß das Tor offen steht. Bei eurem Kampf weiß ich euch keine weitere Hilfe.“ Darauf sprach der Lamparte: „Mehr brauchst du uns nicht zu sagen. Ylias von den Reußen, nimm mein Sturmbanner! Keines andern Hand taugt besser, es zu führen! Es wäre nicht gut, es einem andern zu geben.“ Das solltet ihr mir erlassen, Schwestersohn Otnit! Ich habe fünftausend Helden zum Kampf hergeführt, die ich nun auch weisen und leiten sollte. So viele Männer bedürfen sehr wohl ihres Herrn!“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " 'Das waiss got' sprach der Reusse, 'nu gib mir in an die hant.' einen swären fanen er do an gebant, daraus ein lewe leuchtete von schönem golde rot. die zwen künige fuorten vil manigen in den todt. Si waren gar beraitet, als der tag auf brach. ein haiden auf der maure in lauter stimme sprach 'nu wol auf, wachet alle! uns ist ein kaufschatz komen: wer zu dem kaufe gahet, dem wirt der leib schier benomen. Er mag sein wol entgelten und seines kindes kind. wol dreissigtausent ritter hie vor der maure sint, in liechten stahelringen weiss also der schnee. von disem kaufschatze geschicht uns allen wee.' Davon vil manig haiden in der stat erschrak. da kam in mit laide die sunne und auch der tag. von dem kaufschatze ward da maniger verlorn. Otnit drang in die porten und bliess sein heerhorn. Die haiden sich do scharten, vil michel ward ir schal. vil schiere si sich samten vor dem comaun überal. wol sechzigktausent haiden komen für den palas, da der constabel, ir richter, inne was. Den gesten er entgegne mit grosser menige reit. Otnit neben dem Reussen gewalticlichen strait. do staphten si zesamme auf sorgsamen streit. da ruofte der Lamparte 'tscha tschavalier Otnit!' Da drang gen der dicke von Reussen Ylias. da wisste man welhes cristen oder haiden was. da kam so vil der haiden, daz man nicht fürbas liess des küniges fanen. mitten er auf den palas stiess. Da tet der Lampart vil manigem haiden schaden. si hetten in gefüeret auf ir kumber von den staden. wem do der ungehewr gab einen schlag mit seines swertes orte, vor im er toter gelag. Die haiden wichen alle vor dem vil küenen man. da getorste im an der enge ir dhainer vor gestan. vil manigem küenen haiden benam er da das leben. es komen auch die seinen nicht dan unvergeben. Vil manige weite lucken er beidenthalben schluog. der Reusse an seinem rucke den fanen nach im truog. 'lasse die helde streiten!' ruofte aber Alberich, 'da wellent dir die | haiden entrinnen, künig reich.\t", - "output": "Darauf sprach der Lamparte: „Ich kann es dir nicht erlassen, wo ich dich doch mitgeführt habe, weil ich auf dich vertraue. Wir können beide gut unter ein und demselben leuchtenden Banner kämpfen. Die wir hergeführt haben, die werden uns jetzt nicht im Stich lassen.“ „Das weiß Gott“, sprach der Reuße, „nun gib mir’s in die Hand!“ Und dann schnallte er eine schwere Fahne an, aus der ein Löwe aus schönem rotem Golde leuchtet’. Die zwei Könige führten so manchen Mann in den Tod. Sie waren ganz und gar vorbereitet, als der Tag anbrach. Ein Heide auf der Mauer sprach mit lauter Stimme: „Wohl auf nun, wacht alle auf! Hier ist uns ein Handelsschatz gekommen – wer zu dem Einkauf rennt, dem wird schnell Leib und Leben genommen! Er wird gut bezahlen dafür, und so noch seine Kindeskinder! Wohl an die dreißigtausend Ritter sind hier vor der Mauer, in leuchtenden Stahlringen, weiß wie der Schnee. Von diesem Handelsschatz wird uns allen Weh geschehen.“ Davon erschrak so mancher Heide in der Stadt. Und dann kam ihnen die Sonne mit Leid und auch der Tag. Durch diesen Handelsschatz wurde so mancher zum Verlustgeschäft. Otnit drang durch das Tor und blies sein Heerhorn. Darauf formierten sich die Heiden, ihr Lärmen wurde riesengroß. Ganz schnell sammelten sie sich überall vor der Kommune. Wohl sechzigtausend Heiden kamen vor den Palas, in dem der Konstabel, ihr Befehlshaber, residierte. Den Fremden ritt er mit einer großen Zahl von Männern entgegen. Otnit stritt gewaltig neben dem Reußen. Und dann stampften sie zusammen zum Einsatz von Kummer und Sorgen. Und dann rief der Lamparte: „Che Chevalier Otnit!“ Und dann drängte Ylias von Reußen gegen das feindliche Dickicht. Und dann wußte man, was Christ oder Heide war. Und dann kamen so viele Heiden, daß man sie nicht weiter vorließ, die Fahne des Königs. Mitten auf den Palas stieß er vor. Und dann fügte der Lamparte so manchem Heiden Schaden zu. Sie hatten ihn zu ihrem eigenen Kummer von seinen Gestaden hergeführt. Wem der Ungeheure dann einen Schlag versetzte mit seiner Schwertspitze, der lag tot vor ihm. Die Heiden wichen alle zurück vor dem überaus kühnen Mann. Dann wagte keiner mehr, an der Engstelle als Vorderster zu stehen. So manchem kühnen Heiden nahm er dort das Leben. Und auch die Seinen kamen nicht ungeschoren davon. ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Ja sint die porten alle laider unbewart. die beslozzen waren, die habens auf gespart. sich, ob dus mügest erwenden, künig Otnit. si brennent dir die kiele und nement was darauf lit.' Ainen schnellen türken der Lamparte twang. er kam mit seinen helden, ze einer porte er aus gedrangk. da entwichen im die haiden, so creftig was sein heer. er schluog ir vil ze tod und ertranktes in dem mer. Also der Lamparte dem Reussen ze tal weich, da ward im sein hilfe gen dem haiden ze weich. da nam er schaden grossen, den er nicht mocht verclagen: er verlos fünftausent helde und ward selb nidergeslagen. Da kam auf ainem türken der claine nachgeriten. er sprach zum Lamparten 'du hast genoug hie gestriten. nu keer wider bei zeite und riche deinen zorn: du hast den künig von Reussen und seine helde verloren.' Da sprach der Lamparte 'oheim Ylias, nu muos es got erbarmen, daz ich bei dir nit was. ich muos nach deinem tode immermere traurig wesen.' mit zorn keerte er wider und half im genesen. Da het sich der Reusse seiner hilfe gar verzigen. den sach er jammerlichen mitten under den veinden ligen. die weil und er gemochte, da het er sich gewert. im kam die hilfe schiere: davon ward er ernert. Da het er umbefangen den fanen mit ainer handt, sein swert in der andern, da er in ligende vant. von starken schlegen grossen ward er ungesunt. er vant in ligende für todten, und was doch nindert wundt. Das schwert nam er zun handen, den schilt ze rucke er warf. allererst muost er versuochen die seinen klingen scharf. nach freunden und nach veinden er toblichen schluog. auf den si ee vast drungen, dem ward do raumes genuog. Hart jamerliche der küene Reusse sprach, da er durch helmes venster den oheim ob ime sach 'nu müesse got erbarmen daz ich ie ward geboren! das liebest daz ich hette, das han ich laider verloren.' Des freute sich der küene, daz er in lebentig vant. auf zuckt er in schnelle von der erde mit der hant. 'es mag dise raise one schaden nicht wesen. ich wil dichs wol ergetzen, und trawestu genesen.'", - "output": "So manche weiten Lücken schlug er nach beiden Seiten. Der Reuße in seinem Rücken trug ihm die Fahne hinterher. „Laß die Helden kämpfen!“, rief wiederum Alberich, „dort wollen dir die Heiden entkommen, reicher und mächtiger König. Die Tore sind doch leider tatsächlich alle unbewehrt, und die geschlossen waren, die haben sie sperrangelweit geöffnet. Sieh zu, ob du’s abwenden kannst, König Otnit! Sie brennen dir die Schiffe nieder und nehmen, was darin liegt!“ Ein tüchtiges türkisches Roß hatte der Lamparte zwischen den Schenkeln. Er kam mit seinen Helden, bei einem Tor drang er nach außen. Und dann wichen die Heiden vor ihm zurück, so stark war seine Truppe. Er schlug viele von ihnen zu Tode und ertränkte sie im Meer. Wie der Lamparte dann sich von dem Reußen talwärts entfernt hatte, blieb dem dann nur noch spärliche Hilfe gegen den Heiden. Und dann nahm er großen Schaden, über den er nicht genug klagen konnte: Er verlor fünftausend Helden und wurde selber niedergehauen. Und dann kam auf einem türkischen Roß der Kleine nachgeritten. Er sprach zum Lamparten: „Du hast hier genug gekämpft! Kehre jetzt beizeiten zurück und räche deinen Zorn! Du hast den König von Reußen und seine Helden verloren!“ Darauf sprach der Lamparte: „Mutterbruder Ylias, jetzt möge es Gott erbarmen, daß ich nicht bei dir war! Nach deinem Tod muß ich immerdar voll Trauer sein!“ Voll Zorn kehrte er zurück und half ihm, am Leben zu bleiben. Zu der Zeit hatte der Reuße seine Hilfe ganz und gar aufgegeben. Den sah er jämmerlich mitten unter den Feinden liegen. Solange er vermochte, hatte er sich noch gewehrt. Jetzt kam ihm schnelle Hilfe, dadurch wurde er gerettet. Er hatte noch die Fahne mit einer Hand umfangen, in der andern sein Schwert, als er ihn daliegen fand. Die starken und mächtigen Schläge hatte er nicht ausgehalten. Er fand ihn daliegen wie einen Toten, und doch war er überhaupt nicht verwundet. Er nahm das Schwert in die Hände, den Schild warf er auf den Rücken. Jetzt mußte er erst richtig seine scharfe Klinge ausprobieren. Nach Freunden und nach Feinden schlug er wie tobsüchtig. Auf den sie vorher so heftig eingedrungen waren, der kriegte jetzt genügend Raum. Gar jammervoll sprach der kühne Reuße, als er durchs Helmfenster den Schwestersohn über sich sah: „Nun möge Gott erbarmen, daß ich je geboren ward! Das Liebste, was ich hatte, das habe ich leider verloren!“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " 'Wie magst du mich ergetzen des schaden den ich han? nu ligend vor uns verhawen alle | meine man.'\t der Reusse sprach mit jammer 'ich genäs noch vil wol. nu waiss aber ich unselig nicht, zweu mir mein leben sol.' 'Sich muos der man getrösten' sprach der künig Ottnit 'des leibes und der leute, wer get in einen streit. was er darinne verleuset, des muos er sich bewegen. ich wän, du magst nicht streiten: la mich des fanen phlegen.' 'Nain' sprach der Reusse, 'mir wirret schiere nicht. si werdent wol vergolten die man hie tote sicht. ich wil dir aber helfen. du solt mir den fanen lan. du gesichst mich heute sterben oder ich geriche meine man.' Da stuond und warte gen in die haidenschaft, wenn si versuochten aber ir mannes craft. da sprach der Lamparte 'wir müessen et aber an si. wir liessen dise todten ungerochen übele sin.' Zesammen si do drungen, da mischete sich ir schar, da wurden liechte ringe gleich bluotgefar. da muosten aber die geste dem wirte angesigen: da sach man manigen haiden vor dem Lamparte ligen. Si hetten zu der erde manigen todten bracht. die haiden sich verburgen: niemen mit in da vacht. si hetten manigen todten gevellet auf das gras. 'mit wem sol ich nu fechten?' so sprach von Reussen Ylias. 'Ee du dich gehabest immer also jammerlich, ich zaige dir tausent haiden' sprach aber Alberich, 'die sich haben verborgen, wilt du rechen deine man.' 'vil gerne!' sprach der Reusse. 'herre, nu wol dann!' Da fuort in der claine in ein stainewant, da er wol tausent haiden versperret inne vant. da stiess er mit dem fuosse rigele und tür: 'unraine Sarratine, ir müesset doch herfür!' Da vielens im ze füessen. 'herre, lat uns leben! in ewrs gottes gnaden wellen wir uns geben.' 'vil gerne' sprach der Reusse, 'und geltet mir meine man. mit disem besemreise wil ich schlahen den ban. Ich wil euch buosse setzen, der ir enbrechet nicht. man sol euch also schawen, als man si ligen sicht. wem ich mit disem reise slahe heute einen slag, der muos die buosse vasten bis an den jungsten tag.'", - "output": "Darüber freute sich der Kühne, daß er ihn lebendig fand. Mit festem Griff zog er ihn mit der Hand vom Boden empor. „Es ist unmöglich, daß auf dieser Reise Schaden ausbleibt. Ich will dir’s reichlich vergelten, wenn du dir zutraust, am Leben zu bleiben.“ „Wie kannst du mir vergelten, was ich an Schaden habe? Da liegen jetzt, niedergehauen, alle meine Männer vor uns.“ Der Reuße sprach mit Jammer: „Ich bliebe ja höchstwahrscheinlich am Leben. Nun weiß ich aber in meinem Unglück nicht, was mir mein Leben soll!“ „Es muß ein Mann vertrauen und verzichten“, sprach der König Otnit, „auf seinen Leib und seine Leute, wenn er in den Kampf zieht. Was er dabei verliert, das hat er eben riskiert. Ich fürchte, du kannst nicht kämpfen, laß mich die Fahne nehmen!“ „Nein“, sprach der Reuße, „es geht gleich wieder! Die werden gut vergolten, die man hier tot sieht! Ich werde dir wieder helfen, du sollst mir die Fahne lassen. Du siehst mich heute sterben, oder ich räche meine Männer!“ Derweil stand und lauerte ihnen gegenüber die Heidenschaft, wann sie ihre Manneskraft wieder ausprobieren würden. Darauf sprach der Lamparte: „Wir müssen wieder ran an sie. Übel wärs, wir ließen diese Toten ungerächt sein“ Da drangen sie aufeinander ein, und dann vermischten sich die Einheiten, und dann wurden leuchtende Ringe gleichmäßig blutfarben. Und dann mußte es so kommen, daß die fremden Gäste wieder über den Gastgeber siegten – und dann sah man manchen Heiden vor dem Lamparten liegen. Sie hatten manchen tot zu Boden gebracht. Die Heiden verbargen sich – keiner focht da mit ihnen. Sie hatten manchen auf das Gras gefällt, tot. „Und mit wem soll ich jetzt fechten?“, sprach von Reußen Ylias. „Bevor dir das ein ewiger Jammer bleibt, zeig ich dir tausend Heiden“, sprach wiederum Alberich, „die sich verborgen halten – wenn du deine Männer rächen willst.“ „Sehr gern!“, sprach der Reuße. „Mein Herr – wohl auf denn!“ Darauf führte ihn der Kleine in eine Steinewand, wo er wohl tausend Heiden verbarrikadiert fand. Und dann trat er mit dem Fuß gegen Riegel und Tür. „Unreine Sarazenen! Und ihr müßt doch heraus!“ Darauf fielen sie ihm zu Füßen. „Herr, laßt uns leben! Wir wollen uns in die Gnade eures Gottes geben!“ „Gern“, sprach der Reuße, „und ihr vergeltet mir meine Männer! Mit diesem Besenreis will ich den Weg schlagen!“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Der veinde er ieglichen zu dem liechte truog. er nam in bei dem hare, das haubt er im abe schluog. ze tode schluog er si alle, unz er ir nimmer vant. het er ir icht mer funden, si het auch | erslagen sein handt.\t Da drang er durch die todten aber füerebas. er kam in ein gewelbe, das volles frawen sass. die vielen im ze füessen: 'herre, nu lat uns den leib! du hast sein lützel ere, schlagst du uns arme weib.' 'Ir seit mir alle geleiche, weib und man. ir müesset mir die gelten, die ich verlorn han.' er nam si bei ir vachse und tet in auch als sam. da zürnte allererste der claine und ward dem Reussen gram. Der claine huob sich vil balde von im aus der stainwant auf das wal der toten, da er Otniden vant. 'dein öheim schlecht die frawen. des magst du dich wol schemen. die gerne cristen würden, den wil er das leben nemen.' Mit zorne der Lamparte do zu dem Reussen sprang. er sprach 'du bist unsinnig, dein leib der hab undank! die frawen sind unschuldig, den du hast iren leib benomen. macht du dar gedenken, du bist auch von frawen komen. Wilt du dhaines dienstes von mir sein gewert, so tu es durch meinen willen und stoss ein dein swert. du bist an den sinnen laider gar ein kint. wol dann, hilf mir ze taufen, die gerne cristen sind.' Mit zorne sprach der Reusse 'da keer ich mich nicht an. du solt mit deiner taufe mich mit fride lan. welhe ich ze wasser füere, die werden ungesunt. geschehent si auch mir ze taufen, ich stoss si in den grundt.' Da erbat er in des kaume, daz er sein swert in stiess und die armen frawen mit gemache lies. die gerne cristen wurden, die taufte der künig reich, und half im des vil vaste der lützel Alberich. Mit zorne gie der Reusse von im in das wal. welch wunter sich auf richte, den sties er wider ze tal. den cristen zu dem haiden dem trat er in den mundt. die wol genesen wären, die macht er ungesunt. Mit zorne do der claine zu dem Lamparte sprach 'wir haben vor disem trolle talangk kainen gemach. er möcht doch den cristen wol einen fride geben. sumelich die wol genäsen, die lat er nicht leben.'", - "output": "Ich will euch eine Buße setzen, die ihr nicht brechen werdet! Man soll euch so schauen, wie man sie da liegen sieht. Wem ich mit diesem Reis heute einen Schlag schlage, der muß die Buße durchhalten bis zum jüngsten Tag.“ Jeden einzelnen der Heiden trug er ans Licht. Er nahm ihn beim Haar, schlug ihm das Haupt ab. Er schlug sie alle zu Tode, bis er keinen mehr fand. Hätte er noch mehr von ihnen gefunden, seine Hand hätte auch die erschlagen. Und dann drängte er sich durch die Toten noch einmal hindurch. Er kam in ein Gewölbe, das voll mit Frauen saß. Die fielen ihm zu Füßen. „Herr, laßt uns doch Leib und Leben! Du hast wenig Ehre davon, wenn du uns arme Weiber hinschlachtest.“ „Ihr seid mir alle gleich, Weiber und Männer. Ihr müßt mir die vergelten, die ich verloren habe!“ Er nahm sie beim Schopf und tat ihnen ein Gleiches. Da geriet der Kleine richtig in Zorn und wurde böse auf den Reußen. Der Kleine machte sich schleunig von ihm aus der Steinwand, auf das Schlachtfeld der Toten, wo er Otnit fand. „Dein Oheim schlachtet die Frauen, dafür kannst du dich wohl schämen. Die gern Christen würden, denen will er das Leben nehmen!“ Voll Zorn sprang darauf der Lamparte zu dem Reußen hin. „Du bist wahnsinnig! Verdammt sei dein Leib! Die Frauen sind ohne Schuld, denen du Leib und Leben genommen hast. Kannst du so weit denken: Du bist auch von einer Frau gekommen! Willst du, daß ich dir noch irgendeinen Dienst gewähre, so tu’s um meinetwillen und stoß dein Schwert in die Scheide. Du bist, was den Verstand angeht, leider vollständig kindisch. Auf denn, hilf mir taufen, die gern Christen sein wollen.“ Voll Zorn sprach der Reuße: „Ich schere mich nichts darum! Du sollst mich mit deiner Tauferei in Frieden lassen! Die ich zum Wasser führe, die werden ganz und gar nicht gesund. Wenn das Schicksal sie mir zum Taufen überläßt, stoß ich sie in den Grund.“ Da konnte er ihn also kaum bewegen, sein Schwert einzustecken und die armen Frauen in Ruhe zu lassen. Die gern Christen wurden, die taufte der reiche und mächtige König. Und dabei half ihm feste der kleine Alberich. Voll Zorn ging der Reuße weg von ihm ins Feld der Schlacht. Jeder Verwundete, der sich aufrichtete, den stieß er wieder hinunter. Den Christen wie dem Heiden, dem trat er in den Mund. Die sehr wohl am Leben hätten bleiben können, die machte er ganz und gar nicht gesund. ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Da sprach aber mit zorne der künig Otnit 'oheim, du wilt et nimmer lassen deinen streit. was richest an den leuten die durch uns erstorben sint? du bist enrechten trewen eins ungehewrn mannes kindt.' Vil kaume ward der Reusse von der ungefüege bracht, do | het er im aber schiere einer newen ungefuoge erdacht.\t er gie zu der haiden bethaus da er die abgote vant. heraus truog er die sarke und sluoge si umb ein want. Da sprach der Lamparte 'got muos dir rechte sinn beschern. wie lang sol ich dir heute dein ungefüege weren? nu hab auch deinen willen, tuo et was dich dunke guot. du wilt durch mich nicht lassen deinen wunderlichen muot.' 'Volge mir, Lamparte' sprach aber Alberich, 'und suochen wir die todten, das ist gewissenlich. die wol genesen künnen under disem heer, die senden wir in barken zu den kielen auf das meer.' Do giengens und suochten, den laide was getan, und funden under den cristen wan fünfhundert man die wol genesen mochten die sand er auf den see. do tet dem Lamparten der jammer hart wee. 'Ich sag dir' sprach der klaine, 'du hast genomen schaden. es ist vil maniger laider heer auf seinen todt geladen. herr künig, wenn ir nu wellet, so blaset ewr horn. nu lachet oder wainet, ir habt neuntausent ritter verlorn.' 'Got lass michs gebüessen' sprach der künig Otnit, 'daz also manig toter in meinem dienste lit. der abent ist ze nahen, fürbas ich nicht enmag. wir müessen hie beleiben unz morgens auf den tag.' 'Nu sihe' sprach er zu dem Reussen, 'was hulfe mich mein zorn? wie ungefüege ich wäre, so wärens doch verloren. ze langer heerferte gehöret dhain gewin. meiner unsälden ist aber aine dahin.' Abenteur: Wie die stat geben ward und si für die stat fuoren V Die stat ward besetzet und auch die nacht behuot. waz den Lamparten und den Reussen dauchte guot, die haiden taten gerne des si der künig bat: si gaben im auf genade ir leib und auch die stat. Sunst lagens ane sorgen die nacht unz an den tag.", - "output": "Voll Zorn sprach darauf der Kleine zu dem Lamparten: „Wir haben vor diesem Troll den ganzen Tag keine Ruhe. Er könnte doch wohl wenigstens den Christen ihren Frieden geben! Einige, die sehr wohl am Leben bleiben würden, die läßt er nicht leben!“ Darauf sprach wiederum voller Zorn der König Otnit: „Mutterbruder, du willst halt deinen Kampf nimmer aufhören. Was rächst du an Leuten, die für uns gestorben sind? Du bist, alles was Recht ist, das Kind eines Ungeheuers!“ Und kaum hatte man den Reußen von seinen Untaten abgebracht, da hatte er sich schon wieder eine neue Untat ausgedacht. Er ging zum Bethaus der Heiden, wo er ihre Abgötter fand. Er trug die heiligen Schreine heraus und schlug sie um die Wand. Darauf sprach der Lamparte: „Gott möge dir rechten Verstand bescheren! Wie lang soll ich dir denn heute noch an deinem Unfug hindern? Nun hab halt deinen Willen, tu doch, was dich gut dünkt! Du willst um meinetwillen offenbar deine wunderlichen Absichten nicht aufgeben.“ „Folge mir, Lamparte“, sprach wiederum Alberich, „und suchen wir die Toten – da wissen wir, was ist. Und die aus diesem Heer, die eine Chance haben, am Leben zu bleiben, die senden wir in Booten zu den Schiffen aufs Meer.“ Darauf gingen sie und suchten die, denen ein Leid geschehen war, und fanden unter den Christen nur fünfhundert Mann, die wohl am Leben bleiben konnten, die sandte er aufs Meer. Da tat dem Lamparten der Jammer sehr, sehr weh. „Ich sage dir“, sprach der Kleine, „du hast Schaden genommen. Es ist leider so mancher auf seinen Tod hierher geladen worden! Herr König, wenn ihr jetzt wollt, so blast euer Horn. Nun lacht oder weint – ihr habt neuntausend Ritter verloren.“ „Das lasse Gott mich büßen“, sprach der König Otnit, „daß so viele in meinem Dienst jetzt tot daliegen. Der Abend ist allzu nah, ich kann nicht mehr weiter. Wir müssen hierbleiben bis morgen auf den Tag.“ „Nun sieh“, sprach er zum Reußen, „was könnte mir mein Zorn helfen? Und wenn ich mich noch so gehen ließe, sie wären doch verloren. Zu einer langen Heerfahrt gehört Gewinn und Verlust. Von meinen Unglücksgeschichten ist wieder eine dahin.“ Abenteuer: Wie die eine Stadt übergeben wurde und sie vor die andere Stadt zogen Die Stadt ward besetzt und die Nacht über bewacht. Alles was den Lamparten und den Reußen gut dünkte:", - "history": [] - }, - { - "instruction": "��bersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da sprach der Lamparte 'nicht lenger ich enmag in diser stat beleiben. nu wol auf, es ist zeit: wir sullen für Muntabur!' sprach der künig Otneit. 'Nu | wol auf, küener Reusse, und rechen unsern zorn,\t auch rechen unser leute, die wir han verlorn. die toten ligend immer in dem herzen mein. der vergisse ich nimmer, mir werde dann die künigein.' Die dannoch bei in da waren, die saumten sich do nicht. vil manige weisse brünne und manigen helmen liecht, herte stahlringe die hettens an geleit. si zugen aus der veste auf die grüene haide breit. Da sprach der Lamparte 'nu wol auf, meine man! allererst wil ich streiten, nu ich ze leben han. ich mus die burg gewinnen, oder ich verliese meinen leib. ich geruoe nimmer, mir werde dann das weib. Die mir heer haben gevolget, die wil ich alle manen. Ylias von Reussen, nim meinen sturmfanen! sechzehen tausent helde die volgent uns an den graben. uns getar der haiden nimmer die burg mit streite vorgehaben.' Mit jammer sprach der Reusse 'ich waiss nit war ich sol. in walhischen reichen het ich die kunde wol, daz ich die leute fürte die rechten strasse hin. si riten nach mir irre: ich enwais wo ich selbe bin.' 'Wolt ir mir nu volgen' also sprach das getwerg 'die helde wil ich weisen durch tal und auch durch berg unz an des berges höhe, da Muntabur leit.' 'nu lon dir got von himele' sprach der künig Otnit. 'Dein ross das haiss mir leihen, daz man da füeret an der handt. den fanen wil ich füeren unz in des küniges lant. ob si dich darumbe fragen, die dir reitent bei, wer deinen fanen füere, so sprich daz ichs der engel sei.' Im gab der Lamparte das ross in sein gewalt und satzt in darauf gereite. sein brogen ward manigvalt. den fanen habt er vaste. do rait er für das heer. da weiste er die helde die strassen one weer. Die Walhen sprachen alle und segente sere sich 'reicher künig here, wenn wilt du segen dich? sihest du nicht das wunder daz dir ist bescheert? wer ist das auf deinem rosse mit deinem fanen fert?' Des lachten si vil süesse, die zwen künige heer.", - "output": "die Heiden taten bereitwillig, worum der König sie bat. Sie übergaben ihm auf Gnade Leib und Leben und auch die Stadt. So lagen sie die Nacht ohne Sorgen bis zum Tag. Und dann sprach der Lamparte: „Ich kann nicht länger in dieser Stadt bleiben. Auf jetzt, es ist Zeit! Wir müssen nach Montabur!“, sprach der König Otnit. „Auf jetzt, kühner Reuße! Rache für unsren Zorn, und Rache für unsre Leute, die wir verloren haben! Die Toten liegen für immer in meinem Herzen, die vergesse ich nimmermehr, es sei denn, die Königin wird mein!“ Die jetzt noch bei ihnen waren, die hielten sich dann nicht auf. So manche weiße Brünne und manchen leuchtenden Helm, harte Stahlringe, die hatten sie angelegt. Sie zogen aus der Veste auf die weite grüne Heide hinaus. Darauf sprach der Lamparte: „Auf jetzt, meine Männer! Jetzt will ich erst richtig kämpfen, was das Leben hält! Ich muß die Stadt gewinnen oder ich verliere Leib und Leben! Nimmermehr werde ich ruhen, es sei denn, die Frau wird mein! Die mir bis hierher gefolgt sind, all denen will ich meine Befehle sagen: Ylias von Reußen, nimm meine Sturmfahne! Sechzehntausend Helden, die folgen uns bis an den Burggraben. Der Heide wird nimmer wagen, uns die Stadt mit Kampf zu verwehren.“ Mit Jammer sprach der Reuße: „Ich weiß nicht, wo ich hin soll! In welschen Reichen, da hätte ich eine genaue Kenntnis, daß ich die Leute auf der richtigen Straße hinführte. Hinter mir würden sie in die Irre reiten; ich weiß nicht, wo ich selber bin!“ „Wolt ihr mir nun folgen“, so sprach der Zwerg, „ich will die Helden durch Tal und auch durch Berg weisen, bis zu der Berghöhe, da Montabur liegt.“ „Das lohn dir Gott im Himmel“, sprach der König Otnit. „Befiehl, daß man mir dein Roß leiht, das man da an der Hand führt! Ich werde die Fahne bis in des Königs Land führen. Falls sie dich danach fragen, die da mit dir reiten, wer deine Fahne führe, so sag, daß ich’s bin, der Engel!“ Der Lamparte stellte ihm das Roß zur Verfügung und setzte ihn bereitwillig drauf. Er setzte sich mächtig in Pose, fest hielt er die Fahne – dann ritt er an die Spitze des Heers. Und dann wies er den Helden die Straße, die nicht verteidigt wurde. Die Welschen sprachen alle und man gab sich erschrocken den Segen: „Reicher und mächtiger König, Erhabner, wann willst du dir den Segen geben?", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "si sahens alters aine und ander niemand mer. 'es ist der gotes engel' sprach der künig Otnit, 'der uns sein gelaite für Muntabur git. Daran solt ir gedenken: welhe hie verfarn, die füeret er hin ze himele. ir solt euch nicht an streite sparn.' |\t des waren die Lamparde alle vil fro. 'so süllen wir gern streiten' sprachen si, 'ist im so.' Dem zeichen si do volgten und namens alle war. da sprach ir ieglicher 'wenn kum wir dar?' da riten die unverzaiten fürbas auf das velt. vil laute rüefte der claine 'nu schlacht auf ewr gezelt! Wilt du die burg schawen, so reite her, Otnit! ietzo wil ich dich weisen, wo Muntabur leit. nu gib hin dem Reussen den fanen an die hant. ir sehent nu wol die höhe und auch die stainwant.' Es nam der starke Reusse den fanen in zorne do. daz si die burg gesahen, des waren alle fro. der Reusse wolt vor zorne nindert auf gehaben: er truog die banier vaste unz an den burggraben. In die burgleiten er den fanen stiess. des Lamparten leute er do herbergen hiess. der marschalk in erlaubte neben der burg das velt. do dachtens über anger vil manig herrlich gezelt als ims der reiche haiden ze Messin hette gegeben. der waren zwai von golde gestricket und geweben. wenn man die zerbraite, ir dach den schaten truog daz hundert ritter hetten darundter raumes genuog. Von helfenbeine stangen lauter als ein spieglglas. daz an der stangen orte der knoph der hütten was, da was ein gesenket ein karbunkelstain, der in des küniges palas als sam ein kerze schain. Si hetten der burg ze nahen ir hütten auf gezogen. si wolten danne treiben die haiden mit iren bogen. 'wir ligen al ze nahen' sprach der künig reich. 'ich traw es wol erwenden' sprach aber Albereich. 'Vor diser burgmaure solt ir stille ligen. ich mache daz noch heinte ir schalles wirt geswigen. was auf der burgmaure geschosses da mügen haben, das wil ich in alles brechen und werfen in den graben. Ich wil noch heinte hüeten' sprach aber das gezwerg.", - "output": "Siehst du nicht das Wunder, das dir da beschert ist? Wer ist das, das da auf deinem Roß reitet mit deiner Fahne?“ Da lächelten sie süß, die zwei erhabnen Könige. Sie allein konnten’s sehen und sonst niemand. „Es ist Gottes Engel“, sprach der König Otnit, „der uns sein Geleit bis vor Montabur gibt. Daran sollt ihr denken: Alle, die hier dahingehen, die führt er zum Himmel hinan. Ihr sollt euch als Krieger nicht schonen!“ Darüber waren die Lamparten alle sehr froh. „Dann verlangt es uns nach Krieg“, sprachen sie, „wenn das so ist!“ Dem Zeichen folgten sie dann und alle nahmen es wahr. Da sprach jeder von ihnen: „Wann kommen wir dort an?“ Dann ritten die Unverzagten vorwärts bis auf das Feld. Mit lauter Stimme rief der Kleine: „Nun schlagt eure Zelte auf! Willst du die Stadt sehen, so reit her, Otnit! Jetzt will ich dir zeigen, wo Montabur liegt. Nun gib dem Reußen die Fahne in die Hand. Ihr seht jetzt gut die Höhe und auch die Steinwand.“ Der starke Reuße übernahm jetzt die Fahne in Zorn. Daß sie die Stadt erblickten, darüber waren alle froh. Der Reuße wollte vor Zorn nirgends anhalten. Er trug das Banner gleich durch bis an den Stadtgraben. Er stieß die Fahne in den Grabenwall. Dann befahl er den Leuten des Lamparten zu lagern. Der Marschall gab ihnen die Erlaubnis für das Feld neben der Stadt. Da bedeckten sie den Anger mit vielerlei herrlichen Zelten, wie sie ihm der reiche Heide in Messin gegeben hatte. Zwei davon waren aus Gold geknüpft und gewebt. Immer wenn man die ausbreitete, gab ihr Dach so viel Schatten, daß hundert Ritter darunter genug Platz hatten. Stangen aus Elfenbein, lauter wie Spiegelglas. Was an der Stangenspitze der oberste Knauf der Zelthütten war, da war ein Karfunkelstein eingelassen, der in des Königs Palas grad wie eine Kerze schien. Sie hatten ihre Zelthütten etwas zu nahe an der Stadt aufgezogen: Die Heiden wollten sie mit ihren Bogen vertreiben. „Wir liegen allzu nahe“, sprach der reiche und mächtige König. „Ich trau mir zu, die Sache zu ändern“, sprach wiederum Alberich. „Ihr werdet ruhig hier liegenbleiben vor dieser Stadtmauer. Ich sorge noch heute dafür, daß sie mit ihrem Übermut aufhören.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "urlaub nam es zu dem künige und huob sich auf den berg. da suochte es auf der maure was es geschosses vant das brach es gar mitalle und warf es von der want. Da sprach von Lamparte der künig Otnit 'sihe, wo die weer der haiden alle in dem graben leit! nu slafen wir mit freuden bis morgen früe. wir sein des vil an angst, daz man uns nu icht tuo.' Die haiden rüeften laute 'der teufel der ist komen!' des wir zu der wer bedürfen, das hat man uns benomen. du solts disem | künige, dein tochter, gerne geben.\t wirt er unser gewaltig, er benimt uns allen das leben.' Da sprach des küniges frawe, die guote haidenin, 'du möchtest si wol dem künige geben, die tochter dein. du möchtest sein wol entgelten, wilt du im dein kint versagen, der Suders hat zerbrochen und die leute darin erslagen.' Auf huob er die faust und schluog si in den munt. 'wilt du mirs immer raten, du wirst ungesunt.' da sprach die küniginne 'sein got geb im die craft, daz er noch über uns baide werde sigehaft.' Da sprach ein weiser haiden zu dem künige 'nu nime rat, seit daz die burg so veste der weere nicht enhat.' der haiden sprach in zorne 'seit wir vierzigk tausent haben, wir sullen mit in vechten morgen auf dem burggraben.' Alberich der erhorte daz si hetten gelobt. er sprach zu dem alten haiden 'herr künig, ich wän ir tobet. euch mügen nicht gefristen alle die nu lebentig sint. er hengkt dich an die zinnen, du gebest im dein kint.' Mit zorne sprach der haiden 'wer hat dich nu heer bracht? der rede du muotest, der ist mir ungedacht. daz ir so nahent komet, das möcht ir gote clagen. des muos mein burgmaur ewr aller haubt tragen.' 'Des wirdest du wol innen' sprach aber Alberich. 'ob vor der burg nicht were der Lamparte reich, du müessest dein tochter mir alters aine geben. dich beschirmet niemant, ich benem dir dein leben.' Mit stecken und mit stainen warf er dem klainen nach. er vorcht sich hart klaine, von im was im do gach. er het in gerne troffen. da er in do nicht sach, da ward er aber so zornig daz er das har aus brach. Da huob sich aber der klaine zu der stainwant", - "output": "Wo immer sie auf der Stadtmauer Geschütz haben mögen, das werde ich ihnen alles zerbrechen und in den Graben werfen. Noch heut nacht kümmere ich mich darum“, sprach noch einmal der Zwerg. Er verabschiedete sich von dem König und machte sich auf den Berg hinauf. Dann suchte er auf der Mauer, alles was er an Geschütz fand, das zerbrach er vollständig und ganz und gar und warf es von Wand. Und dann sprach der König Otnit von Lamparten: „Nun seh einer an, wo die Wehr der Heiden samt und sonders im Graben liegt! Jetzt schlafen wir in Freuden bis morgen früh. Wir brauchen keinerlei Angst zu haben, daß man uns jetzt etwas tut. Die Heiden riefen laut: „Der Teufel, der ist gekommen! Was wir zur Verteidigung brauchen, das hat man uns weggenommen! Du sollst sie, deine Tochter, diesem König freiwillig geben! Wenn er über uns Herr wird, nimmt er uns allen das Leben!“ Darauf sprach die Gemahlin des Königs, die gute Heidin: „Du könntest sie dem König schon geben, deine Tochter. Es wäre gut möglich, daß du bezahlen mußt, wenn du dem dein Kind versagst, der Suders niedergebrochen und die Leute darin erschlagen hat.“ Er hob die Faust auf und schlug sie in den Mund. „Wenn du mir das noch einmal rätst, bleibst du nicht gesund! Darauf sprach die Königin: „Sein Gott gebe ihm die Kraft, daß er Sieger wird über uns beide!“ Darauf sprach ein weiser Heide zum König: „Nun nimm den Rat an, da deine noch so feste Stadt über keine Gegenwehr verfügt!“ Der Heide sprach voller Zorn: „Da wir hier vierzigtausend haben, werden wir morgen mit ihnen auf dem Stadtgraben kämpfen.“ Alberich hatte gleich gehört, was sie gelobt hatten. Er sprach zu dem alten Heiden: „Herr König, ich glaube, ihr seid tobsüchtig! Allesamt, die hier noch lebendig sind, können euch nicht retten. Er hängt dich an die Zinnen, gibst du ihm nicht dein Kind!“ Voller Zorn sprach der Heide: „Was hat dich jetzt hergebracht? Auf das, was du mir zumutest, verschwende ich keinen Gedanken! Daß ihr uns so nahekommt, das könntet ihr Gott schon mal klagen! Dafür wird meine Stadtmauer nämlich euer aller Häupter tragen!“ „Du wirst es noch merken“, sprach wiederum Alberich, „wenn vor der Stadt nicht der reiche und mächtige Lamparte wäre, dann müßtest du deine Tochter eben mir allein geben. Niemand würde dich beschirmen, wenn ich dir das Leben nähme!“ Mit Stecken und mit Steinen warf er dem Kleinen hinterher, der fürchtete sich kein kleines bißchen, schnell war er fort von ihm.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "nider zu der erden, da er Otniden vant. 'ja embeut dir der haiden den offenlichen streit.' 'so engeer ich nichts mere' sprach der künig Otnit. Da slief er in den sorgen die nacht unz an den tag. wie schiere er erwachte, wie er in ruoe lag! in mannlicher stimme er vil laute rüefte dem künige von den Reussen, der dannoch bei im da schlief. 'Wie lange wilt du schlafen, von Reussen Ylias? wir sullen mit dem bluote begiessen das grüene gras! si wellent mit uns streiten auf dem burggraben. nu heben wir uns bei zeiten, daz wir den berg behaben.' |\t Ir liechtes sturmgewante das legten si do an. da truog man gen der porte den Otnides van, den der starke Reusse mit gewalte truog. hei, was der Lamparte der haiden nider sluog! Die heiden rüeften alle 'nu setzen uns ze weer. es gahet gen der burge der künig und sein heer.' innerthalben der maur ward sein geludem gros. der heiden gerte streites, die porte man auf slos. Da drang do zesamme die sturmgeite diet. si wolten si versuochen. niemant si da schiet. da wereten sich die geste den wirten unverzait. da sluog sich zu den brusten die minnicliche maid. Das har als sam die seiden si aus der swarte brach. si vorcht irs vaters todes, da si den streit gesach. die muoter nam ir tochter mit jammer bei der handt. si gie zu ir bethause, da si die sarke vant. Irer abgoten beiden sprach si ir gebet. si flehte harte dicke Appollen und Machmet. das har ir von dem nacke gieng nider für den fuoss zerrauft und verworren. jamerlich was ir gruos. Da schain ir durch ir zophe ir hals als der schnee. da tet Albrichen der maide jamer wee. wo ir durch ir schöne zophe das nackelin erschain, das bran als sam es were ein karbunkelstain. Ir mund brann als sam ein rose und als ein rubin. gleich dem vollen mane leuchtete ir baider augen schein. si was in rechter grösse ze baiden seiten schmal gedräet als sam ein kerze von den armen hin ze tal. Ir arm slecht, ir hende – an schöne nicht gebrach.", - "output": "Er hätte ihn gerne getroffen, als er ihn aber nirgends erblickte, da wurde er wieder so zornig, daß er sich die Haare ausriß. Dann machte sich der Kleine wieder zur Steinwand davon, hinunter auf den Boden, wo er Otnit fand. „Der Heide bietet dir tatsächlich den offenen Kampf an.“ „Mehr begehr ich nicht“, sprach der König Otnit. In Vorbereitung auf den Kampf schlief er dann die Nacht bis zum Morgen. Wie schnell wachte er auf, wie ruhig hatte er gelegen! Mit mannhafter Stimme rief er mächtig laut dem König von den Reußen, der da immer noch neben ihm schlief. „Wie lange willst du schlafen, von Reußen Ylias? Wir müssen mit dem Blut das grüne Gras begießen! Sie wollen mit uns auf dem Stadtgraben kämpfen. Brechen wir nun beizeiten auf, daß wir den Berg in die Hände bekommen.“ Ihr leuchtendes Sturmgewand, das legten sie dann an. Und dann trug man nach dem Tor die Fahne Otnits, die der starke Reuße als der Bannerträger führte. Hei, was der Lamparte an Heiden niederschlug! Die Heiden riefen alle: „Setzen wir uns nun zur Wehr! Der König eilt der Stadt entgegen und sein Heer.“ Das Geschrei über ihn hinter den Mauern wurde gewaltig, der Heide begehrte den Kampf, man schloß das Tor auf. Da drängte sich denn das sturmgierige Volk ineinander. Sie wollten sie prüfen. Und niemand trennte sie da. Da wehrten sich die fremden Gäste gegen die unverzagten Gastgeber. Da schlug sich das liebliche Mädchen gegen die Brüste. Ihr Haar, grad wie Seide, brach sie aus der Kopfhaut! Sie fürchtete den Tod für ihren Vater, als sie den Kampf sah. Die Mutter nahm ihre Tochter mit Jammer bei der Hand. Sie ging zu ihrem Bethaus, wo sie die heiligen Schreine fand. Beiden ihrer Abgötter sprach sie ihr Gebet. Immer und immer wieder flehte sie zu Apollo und Mahmet. Das Haar fiel ihr vom Nacken hinunter bis zu den Füßen, zerrauft und zerzaust. Ihr „Gegrüßet seid!“ war voller Jammer. Dabei schien ihr der Hals durch die Zöpfe hindurch wie der Schnee. Da tat Alberich der Jammer des Mädchens weh. Wo ihr der feine Nacken zwischen ihren schönen Zöpfen hindurchschien, da brannte es, grad als wäre es ein Karfunkelstein. Ihr Mund brannte grad wie eine Rose und wie ein Rubin. Dem vollen Mond gleich leuchtete ihrer beider Augen Schein.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "ir negel daran so lauter, daz man sich darinnen ersach. ir wängele mit den trähen warn baidenthalb bestreut recht als es perle wärn. die magt was ungefreut. Da ward der maide jamer hart gröslichen stark. si vlegten ir gote baide und vielen für den sark. sich kratzte und raufte die frau minniclich. da huob ir die hende der lützel Alberich. Ir hende er minneclichen in sein hende gefie. die fraw sprach zu ir muoter 'wer ist bei mir hie? wer ist der mich da vahet und mich so vaste hat? er tuot unhoflichen, daz er mich nicht lat.' Da sprach die maget schöne 'la mich durch mein bet. weder bist dus Appollo oder bistus | Machmet?\t hilf mir aus den sorgen, bist dus mein abgot.' 'nain ich' sprach der claine, 'ich bins von himel ein bote.' 'Wie darfstu mich dann rüeren vor den goten mein? du solt mich balde lassen' also sprach das magedein. 'sie handelnt dich leicht übele. nu sint si bei mir hie.' 'nu ruoche' sprach der claine, 'ich bin sterker dann sie.' 'Nu sag mir was du wirbest' sprach die schöne maid. mit züchten sprach der claine 'es wirt dir wol gesait. mein maister von den himeln hat mich zu dir gesant: du solt küniginne werden über all Walhen lant.' Da sprach die maget edele 'an der rede bist du betrogen. ich bin in der haidenschefte geborn und auch gezogen. da muos ich inne ersterben' sprach die künigin. 'ich wil bei meiner muoter und bei meinem vater sin.' Da sprach aber der claine 'die rede frumt dir nicht. an deinem schönen leibe ein wunder gros geschicht, daz du nicht überwindest all die weile und daz du lebest, davon daz du so sere wider deinen schepfer strebest.' Da sprach die junkfrau 'was enwais ich wer der ist, der mich da hat beschaffen!' er sprach 'der haisset Crist. er ist gewaltig über die erde und über das himelreich und über alle geschefte' so sprach Alberich. 'Wes du dir magst erdenken, das ist im undertan. wilt du den Lamparten nicht zu einem man, versagst du im deinen willen, so dunkest du mich tumb. an henden und an füessen machet er dich krump. Er benimt dir dein schöne und machet dich darzuo blint.", - "output": "Sie hatte die richtigen Maße, schmal an beiden Seiten, gedreht ganz wie eine Kerze, von den Armen oben bis ganz unten. Ihr Arm glatt, ihre Hände – an Schönheit fehlte es nicht. Die Nägel daran so klar, daß man sich darin spiegelte. Ihre Wänglein waren beide mit den Tränen bestreut, recht als wären es Perlen. Nein, das Mädchen hatte keine Freude. Und dann wurde der Jammer des Mädchens übermächtig und grenzenlos. Sie flehten ihre beiden Götter an und fielen vor dem heiligen Schrein nieder. Die liebliche Dame kratzte und raufte sich. Darauf hielt der kleine Alberich ihre Hände fest. Ihre Hände umfing er liebevoll mit seinen Händen. Die Dame sprach zu ihrer Mutter: „Wer ist hier bei mir? Wer ist, der mich da umfängt und mich so festhält? Das ist nicht courtois, daß er mich nicht losläßt.“ Darauf sprach das schöne Mädchen: „Laß mich los, ich bitte dich! Bist du’s, Apollo, oder du, Mahmet? Hilf mir aus den Sorgen, wenn du’s bist, mein Abgott!“ „Nicht doch“, sprach der Kleine, „ich bin’s, der Himmelsbote!“ „Was treibt dich dann, mich anzurühren vor meinen Göttern? Du sollst mich sofort loslassen“, so sprach das Mädchen. „Sie werden dir leicht übel mitspielen. Sie sind nämlich hier bei mir.“ „Laß gut sein“, sprach der Kleine, „ich bin stärker als sie!“ „Nun sag mir, was willst du, wen wirbst du“, sprach das schöne Mädchen. Wohlerzogen sprach der Kleine: „Man wird es dir schon sagen! Mein Herr und Meister aus den Himmeln hat mich zu dir gesandt. Du sollst Königin werden über ganz Welschland.“ Darauf sprach das edle Mädchen: „In der Sache liegst du falsch! Ich bin unter der Heidenschaft geboren und auch erzogen und dort muß ich sterben“, sprach die Königin. „Ich will bei meiner Mutter und bei meinem Vater sein.“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Diese Rede bringt dir nichts Gutes! An deinem schönen Leib wird ein Wunder geschehen, das du in deinem ganzen Leben nicht verwindest, weil du deinem Schöpfer so schmerzlich Widerstand leistest.“ Darauf sprach die junge Dame: „Was weiß denn ich, wer das ist, der mich geschaffen hat!“ Er sprach: „Er heißt Christ! Er hat alle Gewalt über die Erde und über das himmlische Reich und über alles, was geschaffen ist.“ So sprach Alberich. „Alles, was du nur erdenken kannst, das ist ihm untertan. Willst du den Lamparten nicht zum Mann,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "du solt an in gelauben: nu bist dus doch sein kindt. von ime hast du die schöne und auch die varbe liecht.' da sprach die juncfraw 'deinen got fürcht ich nicht!' Da half es in vil lützel waz er si mer gebat. den streit wolt er schawen: an das venster er getrat. da wart er welh es besser an dem streite möchte haben: die cristen triben die haiden vast über den graben. Der Lamparte ein lucken baidenthalben schluog. der Reusse mit gewalte den fanen nach im truog unz an die burgporten und lainte in an die want. da namen si do bede die swert zu beder handt. Da sprach zu der junkfrawen der lützel Alberich 'wilt du den streit schawen, küniginne rich? was dir mein got gebeutet, läst | du des nicht geschehen,\t so muost in disem streite deinen vater todten sehen.' Da sprach die junkfrau 'der heiden ist doch vil.' 'so hilfe ich meinem gesellen alles des ich wil.' die junge und auch die alte traten zu im do. da si den streit ersahen, si wurden baide unfro. 'Sichestu' sprach der klaine 'meines gotes zorn? verkerest du dich nicht schiere, so ist dein vater verloren. du magst den Lamparten gerne kiesen ze ainem man, ee das heute an euch allen grosser schade werde getan.' Da sprach die maid in züchten 'man? was ist auch das? ich gelob dirs nimmer, du beschaidest mich sein bas.' 'du gelernest hart schiere' sprach die muoter 'mannes sit. ee dann dein vater sterbe, so tuo des er dich bit.' Mit züchten sprach der claine 'vil guot ist mannes leib. wilt du den mannen volgen, so muost du werden weib. gewonst dus ein weile, die nacht unz an den tag, es mag dir also gelieben, daz dirs niemand erlaiden mag.' 'Nu sei mir weders welle, lieb oder laid, ich wil doch nicht keren an dein kunterfet. ich gelaiste nimmer dein bet noch dein gebot, ich sech dann ob du mügest sein sterker dann mein got. Nu gesach ich dich heute so creftig noch so stark, daz du meine gote rüerest oder irn sark.' vil schiere het der claine die sark erhaben. er schluog es umb die maure und warf es in den graben. 'Warta' sprach der Reusse, 'der streit ist wunneclich,", - "output": "versagst du ihm deinen Willen, so dünkst du mich nicht gescheit: Er macht dich krumm an Händen und an Füßen. Er nimmt dir deine Schönheit und obendrein macht er dich blind. Du sollst an ihn glauben, schließlich bist du doch sein Kind! Von ihm hast du die Schönheit und auch deinen leuchtenden Teint.“ Darauf sprach die junge Dame: „Deinen Gott fürchte ich nicht!“ Es brachte ihn nicht weiter, wie sehr er sie noch bat. Er wollte sehen, wie es um den Kampf stand; er trat ans Fenster. Da hielt er Ausschau, wer’s in diesem Kampfe besser hätte. Die Christen trieben die Heiden heftig über den Graben. Der Lamparte schlug nach beiden Seiten eine Lücke, der Reuße trug triumphierend die Fahne hinter ihm her bis an das Stadttor und lehnte sie an die Wand. Dort nahmen sie dann beide die Schwerter mit beiden Händen. Und dann sprach der winzige Alberich zu der jungen Dame: „Willst du den Kampf sehen, reiche und mächtige Königin? Alles was mein Gott dir gebietet – läßt du das nicht geschehen, so wirst du in diesem Kampf deinen Vater als Toten sehen müssen.“ Darauf sprach die junge Dame: „Der Heiden sind doch viele!“ „Aber ich werde meinem Gefährten alles, was ich nur will, zur Hilfe geben.“ Da traten die Junge und die Alte zu ihm. Als sie den Kampf sahen, verging ihnen beiden die Freude. „Siehst du“, sprach der Kleine, „den Zorn meines Gottes? Änderst du nicht auf der Stelle deinen Sinn, ist dein Vater verloren. Jetzt hast du die Möglichkeit, den Lamparten freiwillig zum Mann zu wählen, bevor heute an euch allen großer Schade angerichtet wird!“ Darauf sprach das Mädchen züchtig und wohlerzogen: „Mann? Was ist denn das? Ich gelobe dir’s nie und nimmer, wenn du mir das nicht genauer erklärst.“ „Du wirst ganz schnell lernen“, sprach die Mutter, „was ‚Mann’ ist. Bevor dein Vater sterben muß, tu worum er dich bittet!“ Wohlerzogen sprach der Kleine: „Mann ist etwas sehr Gutes. >Willst du den Männern folgen, so mußt du werden Weib!< Gewöhnst du dich eine Weile, nämlich die Nacht bis zum Tag, kann es dir so angenehm werden, daß es dir niemand verleiden kann.“ „Nun sei es mir wie es will, lieb oder leid, ich werde doch nichts auf deine falsche Rede geben. Nie und nimmer erfülle ich deine Bitte noch dein Gebot, wenn ich nicht sehe, daß du mächtiger und stärker bist als mein Gott! Ich habe dich heute noch nicht so kräftig und stark gesehen, daß du meine Götter oder ihren Schrein auch nur angerührt hättest.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "den da streitet auf der maure der lützel Alberich. ich enwais wer im helfe: er hat den streit erhaben. der haiden heiligen alle die ligent in dem graben.' Da was auch der heiden harte wenig hie vor. da triben si die cristen unz in das bürgetor. da sprach die junkfraw 'nu wis sein frideschilt, daz ich den vater icht verliese! ich tuon alles daz du wilt.' Mit witzen sprach der klaine 'des solt du dich nicht weren. wilt du die haiden und deinen vater neren, wilt du daz ich es lasse mit guotem fride sein, wilt du den künig kiesen, so sende im dein vingerlein.' 'Ich hans im gehaissen, nu muos auch es geschehen. sol ich sein ze freunde muoten, so lass mich in allererste sehen.' da sprach aber der claine 'sihestu, wer dort stat, jener der so vil der haiden für sich geschlagen hat? Aus allen halsbergen so leuchtet sein gewant, sam in vinsterm hause ein kerze wirt erkannt. er vichtet vor in allen, bluotig ist sein swert.' 'entrawn' | sprach ir muoter, 'er ist eines biderben weibes wert!'\t Da sprach die junkfraw 'nu bring im hin mein golt. sag dem Lamparten, ich bin im mit treuen holt. bit in daz er entweiche von der burg mit seinem heer. ich tuon waz er gebeutet, daz er mir den vater neer.' Da was der claine biderbe der rede hart fro. das vingerlin ergreifte, zu dem künige gie er do. 'o wol dir diser märe, künig Otnit, daz ein schöne junkfraw an deinem arm geleit.' Der künig wart getröstet, daz er des streites vergas. da sprach der Lamparte 'nu sag mir fürbas was mein fraw embiete, die edle künigin.' 'daz dus, ir holde minne – und sand dir das vingerlin. Nu haisset den Reussen aufhören, ir habt nu genuog gestriten. dein fraw und auch ir muoter die haissent dich des biten, daz du der burg entweichest und die haiden lassest leben. den ir leib schönen wil si in dein gnade geben.' Da sprach der Lamparte 'entraun, das muos geschehen. wär ich nu so sälig, daz ich si solte sehen!' in zorne sprach der Reusse 'lass es ungefridet sein! dir wirt doch wol die frawe. hilfe mir zu der porten ein!' Mit zorne sprach der claine 'wie solt ein schönes weib", - "output": "Im Nu hatte der Kleine die Schreine emporgehoben. Er schlugs um die Mauer und warf das Zeug in den Graben. „Schau mal“, sprach der Reuße, „der Kampf ist köstlich, den er da auf der Mauer kämpft, der winzige Alberich. Ich weiß nicht, wer ihm da helfen mag, er hat den Kampf zu etwas Erhabenem gemacht: Der Heiden Heilige, die liegen im Graben.“ Und dann waren nur noch ganz wenige Heiden hier draußen. Und dann trieben sie die Christen bis in das Stadttor. Und dann sprach die junge Dame: „Nun sei sein Friedensschild, auf daß ich den Vater nicht verliere! Ich tu alles, was du willst.“ Gewitzt sprach der Kleine: „Dagegen sollst du dich nicht wehren. Willst du die Heiden und deinen Vater retten, willst du, daß ich jetzt guten Frieden sein lasse, willst du den König erwählen, schicke ihm deinen Fingerring!“ „Ich habe es ihm versprochen, nun muß es auch geschehen. Soll ich ihn zum Freund begehren, so laß mich ihn nunmehr sehen!“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Siehst du, wer dort steht, der, der so viele Heiden vor sich hin geschlachtet hat? Aus allen Halsbergen leuchtet seine Rüstung so hervor, wie man in finstrem Hause die Kerze erkennt. Er ficht vor allen andern, blutig ist sein Schwert.“ „Meinertreu“, sprach ihre Mutter, „er ist eine tüchtige Frau wert.“ Darauf sprach die junge Dame: „So bring ihm nun mein Gold hinüber. Sag dem Lamparten, ich bin ihm in Treuen gewogen. Bitte ihn, daß er sich mit seinem Heer von der Stadt zurückziehe. Ich tu alles, was er gebietet, daß er mir den Vater erhalte.“ Da war der tüchtige Kleine über diese Rede sehr froh, ergrapschte den Fingerring – zum König ging er alsbald. „Wohl dir! Ich bringe dir frohe Botschaft, König Otnit, daß eine schöne Jungfrau an deinem Arm liegen wird!“ Das war dem König so tröstlich, daß er aufs Kämpfen vergaß. Da sprach der Lamparte: „Nun sag mir weiter, was meine Dame entbieten läßt, die edle Königin!“ „Herz As: ihre holde Minne – und übersandte dir den Fingerring. Befehlt jetzt dem Reußen aufzuhören, ihr habt jetzt genug gekämpft! Deine Dame und auch ihre Mutter lassen dich darum bitten, daß du dich von der Stadt zurückziehst und die Heiden lebenläßt. Sie will ihren Leib, ihren schönen, in deine Gnade übergeben.“ Darauf sprach der Lamparte: „Meinertreu, das soll geschehen. Wäre ich jetzt auch noch so glücklich, daß ich sie sehen könnte!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "bei dem gewinnen freud, der irem vater nam den leib? er möcht wol tuon mit eren des in die frawe bat. in nummerdummernamen! du wirdest nimmer vechtens sat.' Da sprach der Lamparte 'ich wil ir nichts versagen.' da hetten auch die haiden die porten zuo geschlagen. si wolten nimmer streiten. zuo sluogen si das tor. Otniden und die seinen liessen si hie vor. Da bliess der künig reiche sein lützel herhorn. da het er seiner helde ein michel tail verlorn. dreissig tausent helde het er wan sechs tausent man, und torsten doch die haiden die cristen nicht bestan. Da keerte von der veste der biderbe künig reich. 'nu sol wir uns verbergen' sprach aber Albereich. 'bei einer wisen grüene da waiss ich einen bach: da kan uns niemand vinden, da hab wir guot gemach.' Da nam aber der Reusse den fanen an die handt. da rait er trauriclichen von der stainwant. er kerete in ein wilde auf ein haide brait, darin der claine wisste, da ward das heer gelait. 'Wir zwene müessen hinwider' sprach das gezwerg. 'du solt mit mir reiten, Otnit, für den berg. des ich got wol getrawe und | den listen mein,\t daz wir von danne icht keren, uns werde dann das magedein. Du solt sich haissen warnen ze streite all dein heer. für die burgkmaur füert ich wol leute mer; so werdens unser innen. wir möchten nicht gehaben, uns berüef der wachter auf dem burggraben. Wir sullen vil kaume wider kumen ungestriten. du solt den küenen Reussen und seine helden biten, wenn so ich in rüefe, daz si dir ze hilfe kumen. saument si sich lange, so wirt dir die maid benomen.' Da riten die heergesellen wider zu der stainwant. si komen unermeldet für die burgmaur gerant. da hiess er Otniden an der burgleiten haben. da gieng er unermeldet auf den burggraben. Da staig er ungewarnet da zu der burgmaure oben ein. er vant die junkfrawen und die alten künigein bei einander sitzen und manig haidinisches weib, die sassen ob den todten und qualten sere ir leib. Es sassen beieinander die küniginne rich.", - "output": "In Zorn sprach der Reuße: „Mach noch keinen Frieden! Du bekommst die Dame auch so! Hilf mir zum Tor hinein!“ Mit Zorn sprach der Kleine: „Wie soll eine schöne Frau an dem Freude gewinnen, der ihrem Vater Leib und Leben nahm? Er kann wohl in allen Ehren tun, worum ihn die Dame gebeten hat. In numine Dumine Namen! Du kriegst doch nie den Hals voll vom Fechten!“ Da sprach der Lamparte: „Ich werde ihr keinen Wunsch versagen.“ Da hatten die Heiden das Tor auch schon zugeschlagen. Sie wollten nicht mehr kämpfen – sie schlugen das Stadttor zu, Otnit und die Seinen ließen sie draußen. Da blies der reiche und mächtige König sein winziges Kriegshorn. Da hatte er schon einen großen Teil seiner Helden verloren: Von seinen dreißigtausend Helden hatte er nur noch sechstausend Mann; und doch wagten die Heiden nicht mehr, gegen die Christen anzutreten. Da zog sich der tüchtige, der reiche und mächtige König von der Veste zurück. „Nun müssen wir uns verstecken“, sprach wiederum Alberich. „Bei einer grünen Wiese, da weiß ich einen Bach, da kann uns niemand finden, dort können wir uns gut ausruhen.“ Da nahm der Reuße die Fahne wieder in die Hand. Da ritt er traurig von der Steinwand weg. Er zog sich zurück in die Wildnis, eine ausladende Heide, wo der Kleine sich auskannte, dort wurde das Heerlager errichtet. „Wir zwei müssen wieder zurück“, sprach der Zwerg. „Du sollst mit mir vor den Berg reiten, Otnit. Ich traue Gott und meinen Fähigkeiten wohl zu, daß wir nicht von dort zurückkommen, ohne daß wir das Mädchen haben. Du solltest anordnen lassen, daß dein gesamtes Heer in Kampfbereitschaft bleibt. Ich würde schon mehr Leute vor die Stadtmauer führen – sie werden uns aber bemerken. Wir könnten kaum herankommen, ohne daß uns der Wächter ausruft, dort auf dem Stadtgraben. Wir werden kaum unangefochten zurückkommen. Du mußt den Reußen und seine Helden bitten, sowie ich ihn rufe, daß sie dir zuhilfe kommen. Säumen sie sich lange, nimmt man dir das Mädchen wieder ab. Da ritten die Kampfgefährten wieder zu der Steinwand. Ohne daß man sie bemerkte, jagten sie bis vor die Stadtmauer. Da wies er Otnit an, am Abhang vor der Stadt zu halten. Da ging er unbemerkt den Stadtgraben hinauf. Und dann stieg er ohne weitere Ausrüstung oben bei der Burgmauer ein. Er fand die junge Dame und die alte Königin", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "zwischen ir baider seiten verbarg sich Albereich. da sprach der klaine vil sanfte zu der jungen künigin 'wenn wilt du laisten das gelübde dein?' 'Das tuon ich vil gerne wenn so du wilt. der künig hat aber den haiden des teufels mitgespilt. wilt du michs nicht erlassen, so gib mir deinen rat, wie ich dem helde werde, der mich so teur erarnet hat.' Da sprach aber der klaine 'wilt du laisten mein gebot, so sprich zu deiner muoter, es sei aber kumen got.' 'ich hans wol gehöret' sprach des alten haiden weib. 'ich fürcht, ob ich irs helfe, mir neme ir vater den leib.' 'Nu volge meiner lere, das ist euch baiden guot. kumt nicht aus meinem rate: ich sag euch was ir tuot. du solt deiner tochter erlauben daz si gee, daz si ir abgot phlege, Machmet, daz er aufstee.' Da sprach in lauter stimme das schöne magedein 'wilt du mir erlauben, fraw unde muoter mein, so wil ich für die porten auf den burggraben, des unser abgot bede mich gebeten haben. Si habent mir gehaissen, si wellens widertuon das uns hat gelestert des Lamparten suon, und jehent, welle ichs vlegen, si komen wider in.' 'dir sei der gang erlaubet' sprach die alte künigin. 'Muoter und fraw, si haben mich des gebeten, ich sol alters ain zuo in für die porten tretten, daz ichs allaine schawe und anders niemand | mer.'\t 'dir sol niemand volgen.' des ward die maget heer. Si wolt nicht geferten, wie vil man sis gebat, aus der burgmaure allaine trat. da nam der wilde klaine die maget bei der hant, und fuorte si an die leiten da er Otniden vant. Da het Otnit in streite den tag sein schwert gezogen. er was von müede entslafen auf seinem satelbogen. der claine rüefte im leise. da er ims vil vertruog, da er nicht wachen wolt, mit der faust er in do sluog. 'Du wilt mit schlafen verliesen die ere und den leib dein! nu wache, Lamparte, ich bring dir die künigein.' der Lamparte von dem slaf erwachte und sprach 'o wol mich daz ich ie gelebte heut disen tag! Läge ich nu an dem tode, ich würde doch gesunt.'", - "output": "beieinander sitzen und viele heidnische Frauen, die saßen über den Toten und zerquälten sich voll Schmerz den Leib. Die reichen und mächtigen Königinnen saßen nebeneinander. Alberich verbarg sich zwischen ihnen. Da sprach der Kleine ganz leise zu der jungen Königin: „Wann willst du dein Gelübde erfüllen?“ „Das tu ich freiwillig und gern, wann immer du willst! Der König hat den Heiden aber auch den Teufel zugespielt! Willst du mir’s nicht versagen, so gib mir deinen Rat, wie ich des Helden Eigen werde, der für mich, seine Ernte, so teuer bezahlt hat.“ Darauf sprach wiederum der Kleine: „Wenn du meinem Gebot folgen willst, so sage zu deiner Mutter, Gott sei wieder gekommen.“ „Ich hab es wohl gehört“, sprach die Frau des alten Heiden. „Ich fürchte, wenn ich ihr dabei helfe, nähme ihr Vater mir Leib und Leben.“ „Nun befolge, was ich dir sage, das ist gut für euch beide. Weicht nicht von meinem Rat, ich sage euch, was ihr tut. Du sollst deiner Tochter erlauben, daß sie gehe und sich bei ihrem Abgott – Mahmet – darum kümmere, daß er auferstehen soll.“ Und dann sprach das schöne Mädchen mit lauter Stimme: „Wenn du mir erlaubst, meine Herrin und Mutter, so will ich vor das Tor auf den Stadtgraben, darum haben mich unsere beiden Abgötter gebeten. Sie haben mir verheißen, sie wollen das wiedergutmachen, was des Lamparten Sohn uns an Schmach und Laster angetan hat, und sie erklären, wenn ich’s erflehe, kommen sie wieder herein.“ „Der Gang sei dir erlaubt“, sprach die alte Königin. „Mutter und Herrin, sie haben mich auch gebeten: Ich soll ganz alleine vor das Tor treten, daß nur ich sie schaue und sonst niemand.“ „Niemand soll dir folgen!“ Darüber ward das Mädchen ganz fröhlich. Sie wollte keinen Begleiter, wie inständig man sie auch bat, trat allein aus der Stadtmauer. Und da nahm der wilde Kleine das Mädchen bei der Hand und führte sie bis zu dem Abhang, wo er Otnit fand. Da hatte nun Otnit den ganzen Tag über sein Schwert hatte. Er war aus Müdigkeit über seinem Sattelbogen eingeschlafen. Der Kleine rief ihm leise. Nachdem er viel Nachsicht mit ihm gehabt hatte, und als er nicht aufwachen wollte, da schlug er ihn mit der Faust. „Du willst mit Schlafen dein Ansehen, Leib und Leben verlieren! Wach auf jetzt, Lamparte, ich bringe dir die Königin!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "er umbfie die frawen und kusst si wol hundert stund. 'ich wil dir das erlauben' sprach do Alberich, 'daz du halsest und küssest die küniginne rich: Du solt aber nicht ze weibe gewinnen das magedein, unz daz si wirt getauft! si ist noch ein haidenin. nu hebe dich balde von hinnen, geselle, das rat ich.' er sprang in sein geraite, die meid nam er für sich. Von der burgkleiten si do bede riten. ir ross gie enschaufte, niemants si da erbiten. die haiden wolt er irren, Alberich der was kluog: der abgot er ainen in die burg getruog. Das tet er durch die haiden, er machte einen spot. si wanden daz es spräche Machmet ir got. da ruofte er bei dem sarke, dannoch in niemandt sach, die haiden wolt er affen, in lauter stimme er sprach 'Vallet alle nider und sprechet ewr gebet. danket der junkfrawen, hie kum ich Machmet. ir solt alle danken der jungen künigin, die hat mich des erflegt und den gesellen min, das wir herwider wellen in unser stainwant. secht zu, ich han mich selb gelainet an die want. die maid sol niemand irren, des hiess si euch alle biten. die kan uns wol geflegen nach haidnischen siten.' Also het er betöret die haiden all geleich. nach dem Lamparten huob sich do Alberich durch gebirge und durch staine, da er Otniden vant. des ross truog harte schwere, darzuo het ers verrant. In einer kemenaten der haiden sass verspart. vor zorne | und vor grimme rauft er aus den bart,\t daz er dem Lamparten das laster muos vertragen. 'tuot auf' sprach der cammerere, 'ich wil euch guote märe sagen.' Da sprach aber der haiden 'sag an und sint si guot?' 'ich wil euch ewr schwäre ringen und ewrn muot. Machmet und Appollo die komen wider in, und hat si des erfleget die junge künigin.' Mit zorne sprach der haiden 'ja herre, war ist mein kindt?' 'es ist noch vor der porten, da ir goten sint.' 'awe' sprach der alte, 'wie unselig ich nu bin! nu wol auf zu den rossen! mein tochter ist dahin.' Da wurden aber die haiden ze streite schier gegart.", - "output": "Der Lamparte erwachte aus dem Schlaf und sprach: „Oh wohl mir, daß ich doch diesen Tag heute erlebe! Und wenn ich jetzt auf den Tod läge, ich würde doch gesund.“ Er umfing die Dame und küßte sie wohl hundertmal. „Ich will dir das erlauben“, sprach da Alberich, „daß du sie halst und küßt, die reiche und mächtige Königin. Aber du sollst das Mädchen nicht als Frau kriegen, bis sie getauft wird – sie ist noch eine Heidin! Nun mach dich schleunig davon, Kamerad, das rate ich.“ Er sprang in seinen Reitsattel, das Mädchen nahm er vor sich. Dann ritten beide hinunter vom Abhang vor der Stadt. Ihr Roß ging im Galopp, sie warteten auf keinen. Er wollte die Heiden in die Irre führen – Alberich, der war klug: er trug einen von den Abgöttern in die Stadt. Das tat er der Heiden wegen, um sich einen Spott zu machen: Sie wähnten, daß da Mahmet, ihr Gott, spräche. Da rief er neben dem Schrein, während ihn keiner sah – er wollte die Heiden äffen; mit lauter Stimme sprach er: „Fallt alle nieder und sprecht euer Gebet! Danket der Jungfrau – hier komme ich, Mahmet! Ihr sollt alle der jungen Königin danken, die hat von mir und meinem Kameraden erfleht, daß wir wieder zurück wollen in unsere Steinwand. Seht her, ich habe mich selber gegen die Wand gelehnt. Niemand soll das Mädchen stören, das hieß sie euch alle bitten. Die weiß uns wohl anzuflehen nach heidnischem Brauch.“ Auf die Weise hat er alle Heiden gleichermaßen zu Toren gemacht. Und dann hob sich Alberich davon, dem Lamparten hinterher, durch Gebirge und durch Steine, wo er Otnit fand. Dessen Roß trug sehr schwer, außerdem hatte er’s zu sehr gejagt. In einem Kaminzimmer saß der Heide, eingesperrt. Vor Zorn und aus Grimm raufte er sich den Bart aus, dafür, daß er dem Lamparten seine Lästerlichkeit hingehen lassen mußte. „Macht auf“, sprach der Kammerherr, „ich will euch etwas Gutes sagen.“ Darauf sprach wiederum der Heide: „Sag es, wenn es gut ist!“ „Ich will eure Last und eure Schwermut verringern. Mahmet und Apollo, die sind wieder hereingekommen, und das hat sie von ihnen erfleht, die junge Königin.“ Mit Zorn sprach der Heide: „Ja, Herrgott, und wo ist mein Kind hin?“ „Es ist noch vor dem Tor, wo ihre Götter sind.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "mit zwelftausent haiden het er sich geschart. da was auch Otniden der reise hart gach. iedoch fuor im der haiden auf seiner schlege nach. Auf manigem schnellen ross die haiden ranten dan. davon der Lamparte fliehen began. si sahen in verre reiten, der mon leuchtete in liecht. Otnides ross was müede, es mocht fürbas nicht. 'Nun rat uns zwain das beste, vil lieber Alberich. awe, wem sol ich lassen die magt wunniclich? nu müessen liechte ringe von bluote werden rot! ee ich mich von ir schaide, ich geläg ee bei ir todt.' 'Das waiss got' sprach der claine, 'ich han mir nicht erdacht, wie ich dich von hinne bringe. reite so du beste magst. ich waiss hie einen brunnen und ein mos, da mag man über gereiten dhainer schlachte ross.' Da sprach die küniginne 'ich wande es wer dein spot. wes vertrawest du so sere? nu hilfet dir dein got. wie bin ich dem entrunnen, der mich hat erzogen! es ist trügene weise das mich hat betrogen. Ich rate dir das beste' sprach das magedein, 'daz du vil drate entrinnest dem argen vater mein. er zeucht dir aus deine adern, und erwischet dich sein hant. ich mag dir nicht gevolgen: setz mich hie nider auf den sant. Ich han verloren mein eere, und tuot mir an dem leibe nicht. doch clag ich immer mere, ob dir schade durch mich geschicht.' da sprach der Lamparte 'daz wil ich dir widersagen: ee ich dich heute lasse, ich lige ee bei dir erschlagen.' Sein ross truog in schone unz daz er vant den bach. da sprang er zu der erden, da er das wasser sach. da bewag er sich des markes, das het der raise genuog. die maget er an dem arme über das tiefe wasser truog, |\t von dem bache verre und satztes auf das lande. den schilt warf er ze rucke, sein schwert in die handt. wie vil der veinde wären, doch satzt er sich ze weer. von im huob sich der claine und bracht im alles sein heer. Daz si daz wasser funden, das kam in ze staten. si mochten nicht geriten, si muosten zu im waten. der heiden do mit zorne erbeist auf das gras und auch sein starke menige, die mit im komen was. Da huob sich zu dem schwerte der haiden und sein rot.", - "output": "„Oh weh“, sprach der Alte, „was bin ich jetzt so unglücklich! Auf zu den Pferden, meine Tochter ist dahin!“ Und dann wurden die Heiden noch einmal schnell zum Kampf gerüstet. Zwölftausend Heiden hatte er um sich geschart. Indessen hatte es Otnit weiter mächtig eilig, der Heide jedoch war ihm immer hinterher, in seiner Hufspur. Auf vielen starken und schnellen Rossen jagten die Heiden daher. Deshalb machte sich der Lamparte auf die Flucht. Sie sahen ihn in der Ferne reiten, der Mond gab ihnen leuchtendes Licht. Otnits Roß war müde, es konnte nicht mehr weiter. „Jetzt hilf uns beiden zum Besten, liebster Alberich! Oh weh, wem soll ich dies Mädchen, meine Wonne, lassen? Jetzt müssen leuchtende Ringe vom Blute werden rot! Ehe ich mich von ihr trenne, halte ich lieber mit ihr Beilager im Tod!“ „Das weiß Gott“, sprach der Kleine, „ich habe mir noch nicht ausgedacht, wie ich dich von hier wegbringe. Reite so gut wie du kannst! Ich weiß hier einen Quell und einen Sumpf, es gibt kein Pferd, daß man da hinüberreiten kann.“ Und dann sprach die Königin: „Erst dachte ich, du hättest einen Witz gemacht! Warum verlierst du so sehr dein Zutrauen? Es hilft dir doch dein Gott! Wie bin ich denn bloß dem weggelaufen, der mich aufgezogen hat! Es ist Lug und Trug, was mich betrogen hat! Das Beste, das ich dir rate, ist“, sprach das Mädchen, „daß du meinem argen Vater schnellstens entkommst. Er zieht dir die Eingeweide heraus, wenn er dich in die Hände kriegt! Ich kann dir nicht folgen, setz mich hier nieder auf den Sand. Mein Ansehen habe ich verloren – aber tut mir nichts an Leib und Leben! Und doch: Ich klage bis in Ewigkeit, wenn dir Schaden wegen mir geschieht.“ Darauf sprach der Lamparte: „Dem will ich widersprechen: Eh ich dich hier und heute lasse, liege ich lieber totgeschlagen bei dir!“ Sein Roß trug ihn noch schön, bis er den Bach fand. Und dann sprang er zu Boden, wo er das Wasser sah. Und dann gab er das Kampfpferd auf – es hatte genug von der Reise. Das Mädchen trug er auf dem Arm über das tiefe Wasser bis weit hinter den Bach und setzte sie auf den Boden. Den Schild warf er auf den Rücken, das Schwert in die Hand. Wie viele die Feinde auch waren – er setzte sich zur Wehr. Der Kleine machte sich auf, um ihm sein ganzes Heer zu bringen. Daß sie das Wasser gefunden hatten, das kam den beiden zustatten. Sie konnten nicht bis hin reiten, sie mußten zu ihm waten.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da vacht der Lamparte ze schlage und ze gebot. er muost et vechten, do mans in nicht erlie. er schluog so vil der haiden, daz man trucken über si gie. Iedoch bezwang in die müede, da er ze lange facht. do entweich im in den armen die craft und auch die macht. 'ich mag nimmer gestreiten. awe, war sol ich nuo?' do sigen die Sarratine allenthalben zuo. Da sprach der Lamparte 'mein leib des frides begert. welt ir mich erneren, heer haiden, so gib ich euch mein schwert. ich enruoch ob ir mich vahet, daz ir mich lasset leben. ich wils euch auf ewr trew und auf ewr gnade geben.' 'Durch meiner tochter willen so nim ich dir den leib.' 'ich wais nit wes ir mich zeihet: si ward noch nie mein weib.' 'alle die nu lebent die mügen dich nicht erneren.' 'so wil ich mich' sprach der arme 'noch ein weile weren.' So wer ich mich doch armer so ich allerlengst mag.' da sach er leute reiten und hort iren huofschlag. sein herze in hoffnunge ein wenig creftiger was. 'nu wer dich, lieber oheim!' sprach von Reussen Ylias. Die türken sach man springen vil bas dann den zelt. der Reusse rait ze vordrist und erbaisste auf das velt zu seiner swester kinde, daz da in nöten was. das schwert gab do zu den handen von Reussen Ylias. Da sprach der Lamparte 'ich taug nicht an den streit. ir helde, ir solt mir helfen, wan ir geruoet seit. ich gewan bei meinen jaren nie so grosse herzensere. oheim, nu nim die Rosen: ich mag streiten nicht mere.' Des freut sich der Reusse, da er die Rosen vant. er nam dem Lamparte das schwert aus seiner handt. allererst huob sich ein jammer und ein streit also gros. da viel | der Lamparte der frawen in die schos.\t Si sprach 'mir ist vil schwäre, daz ir in meiner schos liget. ir mügt davon wol sterben, ob mein vater euch angesiget.' er sprach 'mir ist vil laide daz ich dir nicht naher noch bin bei gelegen. nu ergee mir, wie got welle, ich han mich sein gar bewegen.' Da erbat er si des kaume daz si im den helme abgebant. si wischte in mit ir stauchen und mit ir weissen handt. als in der alte haiden in ir schos ligende sach, da viel er nider vor zorne, daz er nie wort ersprach. Under des die haiden mit den cristen sere striten.", - "output": "Der Heide, mit Zorn, stieg dann ab, aufs Gras hinunter, und so auch die große Menge, die mit ihm gekommen war. Dann griffen der Heide und seine Rotten zum Schwert. Und dann focht der Lamparte, mit Schlag und Gegenschlag, und er mußte wahrlich fechten, nachdem man’s ihm nicht erließ. Er erschlug so viele Heiden, daß man trockenen Fußes über sie gehen konnte. Und doch bezwang ihn die Müdigkeit, als er zu lange fechten mußte. Da wichen ihm Saft und Kraft aus den Armen. „Ich kann nimmer kämpfen! Oh weh, wo soll ich jetzt hin?“ Und dann sickerten die Sarazenen auf allen Seiten ein. Da sprach der Lamparte: „Mein Leib sehnt sich nach Frieden! Wollt ihr mich am Leben lassen, Herr Heide, so übergebe ich euch mein Schwert. Es macht mir nichts aus, wenn ihr mich gefangennehmt, wenn ihr mir nur das Leben laßt: Ich will’s euch auf eure Treu und eure Gnade übergeben.“ „Um meiner Tochter willen nehme ich dir Leib und Leben.“ „Ich weiß nicht, wessen ihr mich zeiht, sie ist durch mich noch nicht zur Frau geworden!“ „Alle, die noch am Leben sind, die können dich nicht retten!“ „So will ich mich“, sprach der Arme, „noch eine Zeitlang wehren! Und so wehr ich Armer mich doch wenigstens, so lang ich kann!“ Und dann sah er Leute reiten und hörte ihren Hufschlag. Sein Herz wurde von Hoffnung ein wenig gekräftigt. „Nun wehr dich, lieber Schwestersohn!“, sprach von Reußen Ylias. Die Türkenpferde sah man springen, bestimmt nicht im Paßgang. Der Reuße ritt zuvorderst und stieg aufs Feld ab zum Kind seiner Schwester, das da in Bedrängnis war. Das Schwert nahm er in beide Hände, Ylias von Reußen. Darauf sprach der Lamparte: „Ich tauge nicht mehr für den Kampf. Ihr Helden, ihr müßt mir helfen, denn ihr seid ausgeruht! Ich hab meiner Lebtag noch nicht solchen Herzensschmerz erworben. Oheim, jetzt nimm du das Schwert Rose, ich kann nicht mehr kämpfen!“ Darüber freute sich der Reuße, als er an Rose kam; er nahm dem Lamparten das Schwert aus der Hand. Jetzt erst erhob sich der Jammer und der Kampf zur vollen Größe. Da fiel der Lamparte der Dame in den Schoß. Sie sprach: „Das macht es mir schwer, daß ihr in meinem Schoß liegt. Das könnte wohl euer Tod sein, wenn mein Vater über euch siegt.“ Er sprach: „Es tut mir leid, daß ich nicht schon noch näher bei euch gelegen habe. Nun geschehe mir, was Gottes Wille ist, ich habe es ganz und gar aufgegeben.“ Dann konnte er sie kaum dazu bringen, daß sie ihm den Helm abband.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "si kamen über die todten gegangen und geriten. 'nu wol auf' sprach der Reusse, 'es ist aber zeit! müget ir icht gefechten, so hebet euch wider in den streit!' Da sprach der Lamparte 'das muos et aber sein. nu wünsch uns baiden hailes, vil liebe frawe mein. ich wais wol, wes si muotend, des werdens auch gewert.' da sprach der Lamparte 'nu gib mir wider mein schwert.' Zesamen si do traten, manig haiden wart allda gefalt. in lagen auch vor den fuossen die cristen ungezalt. da sprach der Lamparte 'allererst hebt sich die not: mir ligent meiner helde aber wol viertausent todt.' 'Nu sull wir si rechen' sprach von den Reussen Ylias: da drungen si do bede da der alte haiden was. der begunde im entweichen mit seinem sturmfanen. da begunde auch der Lamparte die seinen vaste manen. Die haiden muosten entweichen, vil lützel was ir heer. si getorsten gen den cristen sich nit setzen ze weer. si vorchten alle sere Otnides unzucht. die banier lag darnider, der alte gab die flucht. Otnid begunde mit zorne da seinen sweher jagen, und möcht ern han erraichet, er het in gerne erslagen. er ward für Muntabur gejagt unz an sein tor. darein entweich der haiden, Otnit belaib hie vor. Die veinde wurden alle von dem streite taub. von rossen und von ringen namen die cristen grossen raub. da sprach zu der junkfrawen der lützel Alberich 'nu muss dein vater ersterben, küniginne reich.' Da ward der junkfrawen jammer harte gros. ir vielen von den augen die trahen in die schos. 'sol mir mein vater sterben, so sei es got geclait, ich solts im aber nicht wissen' | sprach die schöne maid;\t 'er mag genesen nimmer, so grimme ist sein muot; auch hat ers wol verdienet, ich enruoch was er im tuot.' da kam der Lamparte wider zuo in geriten. allererst het er dem haiden den sig gar ab erstriten. Er sprach zu der junkfrawen 'sag an, wie gehabst du dich, freundinne und frawe? stant auf und küsse mich.' 'das getuon ich nimmer, du wellest mir erste sagen, künig, auf dein trewe, hast du meinen vater erschlagen?' 'Nain ich' sprach der küene, 'du solt guotes muotes wesen,", - "output": "Sie tupfte ihn mit ihrem weiten Ärmel und mit ihrer weißen Hand ab. Sowie ihn der alte Heide in ihrem Schoß liegen sah, da fiel er vor Zorn zu Boden, daß er kein Wort mehr herausbrachte. Währenddem führten die Heiden mit den Christen einen schmerzhaften Kampf. Sie kamen über die Toten dahergegangen und geritten. „Auf jetzt“, sprach der Reuße, „es ist wieder an der Zeit! Könnt ihr noch irgend ins Gefecht, so erhebt euch wieder zum Kampf!“ Darauf sprach der Lamparte: „Genau, so muß es sein! Nun wünsche uns beiden Heil, du meine vielgeliebte Herrin! Ich weiß wohl, was sie wollen – das wird ihnen gewährt.“ Und dann sprach der Lamparte: „Und jetzt gib mir mein Schwert zurück!“ Dann traten sie gegeneinander an, mancher Heide wurde dort gefällt. Auch ungezählte Christen lagen ihnen vor den Füßen. Darauf sprach der Lamparte: „Jetzt hebt erst die richtige Kampfnot an. Schon wieder liegen mir hier wohl viertausend Helden tot da!“ „Die müssen wir jetzt rächen“, sprach von den Reußen Ylias. Und dann drängten sie dann beide dahin, wo der alte Heide war. Der begann, sich vor ihnen zurückzuziehen mit seiner Sturmfahne. Daraufhin begann der Lamparte, die Seinen heftig anzufeuern. Die Heiden mußten sich zurückziehen, ihr Heer war sehr klein geworden. Sie trauten sich gegen die Christen nicht zur Wehr zu setzen. Sie fürchteten sich alle sehr vor Otnits Barbarei. Das Banner lag am Boden, der Alte wandte sich zur Flucht. Otnit, mit Zorn, fing dann an, seinen Schwiegervater zu jagen, und wenn er ihn hätte erreichen können, hätte er ihn mit Lust erschlagen. Er wurde bis vor Montabur gejagt, bis an sein Tor. Da hinein entkam der Heide, Otnit blieb draußen. Den Feinden allen war von diesem Kampf Hören und Sehen vergangen. An Rossen und an Ringen machten die Christen gewaltige Beute. Dann sprach der winzige Alberich zu der jungen Dame: „Nun muß dein Vater verscheiden, reiche und mächtige Königin!“ Darauf wurde der Jammer der jungen Dame unermeßlich. Ihr fielen von den Augen die Tränen in den Schoß. „Soll mir mein Vater sterben, so sei es Gott geklagt – ich sollte es ihm aber nicht vorwerfen“, sprach das schöne Mädchen; „er kann nimmer am Leben bleiben – er ist dermaßen grimmig; auch hat er’s wirklich verdient – es ist mir gleich, was er ihm tut.“ Indem kam der Lamparte wieder zur ihnen geritten. Jetzt erst hatte er dem Heiden den Sieg ganz abgekämpft. Er sprach zu der jungen Dame: „Sag, wie geht es dir,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "und bis mir dest holder: dein vater ist genesen. wär er mir nicht entrunnen, ich hiet im den leib benomen.' da sprach die maget schöne 'so bis mir willekomen.' Si namen vil der rosse und ander sturmgewant. was er der lembtige wunden under den cristen vant, die wol genesen mochten, die fuort er mit im dan. gesundter und siechen het er neuntausent man. Da satzt er die junkfrauen auf ein castelan. si riten unverborgen vil offenlichen dan. ze Suders in der veste kundens des nicht bewaren: er wolte zu den kielen mit seiner frawen varn. Der raise si im wol gunden. da fuor er auf den see. da het er von den haiden kain angst mee. da mocht er auf dem wage streites sicher sein. Alberich und der Reusse die tauften im die künigein. Ee si ze lande komen, da wart die maget ein weib. ir vater und ir muoter vergass si durch seinen leib. an dem neunzehenden morgen si fuoren in Messin. da hiess in aber der haiden got willekumen sin. Da wart vil wol emphangen der künig Otnit. er het auf Garte mit der frawen hochzeit. die fürsten im riten entgegne, freien und dienstman. hin ist die abenteur, heben aber ein anders an. Abenteur: Wie der haiden der wurm air sande seinem aidem Ottnide VI Der haiden sich versparte aine in ainen palas, daz niemant in der welte bei im darinne was. sunst sass er verborgen unz an den dritten tag, daz er vor seiner erge trinken noch | essen nicht emphlag.\t Im getorste niemand ruofen, in getorste niemand sehen. wer in erzürnt hette, dem were schade geschehen. essens noch trinkens getorst in niemand biten noch dhaines schlafes. da kam der jäger dar geriten. Der fragete wo were der liebe herre sein. man jach, er wär beslozzen und liess et niemand zuo im. da sprach der jager weise 'ich muoss in zwar haben, het er sich under die erden vor den leuten begraben.' Iedoch ward er geweiset an der kemenatentür.", - "output": "Geliebte und Herrin? Steh auf und küsse mich!“ „Das tu ich nie und nimmer, wenn du mir nicht vorher sagst, König, auf deine Treue: Hast du meinen Vater erschlagen?“ „Aber nein“, sprach der Kühne, „du sollst guten Mutes sein, Und sei mir desto mehr gewogen: Dein Vater ist am Leben. Wäre er mir nicht entronnen, hätte ich ihm das Leben genommen.“ Darauf sprach das schöne Mädchen: „So sei mir willkommen!“ Sie nahmen viele von den Rosse und sonstige Kriegsausrüstung. Was er da am Leben fand an Verwundeten unter den Christen, die eine Chance hatten, gerettet zu werden, die führte er mit sich. An Gesunden und Verwundeten hatte er neuntausend Mann. Und dann setzte er die junge Dame auf einen Kastilianer. Ohne sich zu verstecken ritten sie ganz offen davon. Die in der Veste zu Suders konnten ihn daran nicht hindern. Er wollte sich mit seiner Dame zu den Schiffen begeben. Diese Reise haben sie ihm wohl gewährt. Und dann begab er sich auf See. Da gab es keine Heiden mehr, die ihn bedrängten. Da auf den Wogen konnte er vor Kampfhandlungen sicher sein. Alberich und der Reuße: Die tauften ihm die Königin. Bevor sie an Land kamen, da ward aus dem Mädchen eine Frau. Vater und Mutter vergaß sie an seinem Leib. Am neunzehnten Morgen fuhren sie in Messin ein. Dort hieß ihn der Heide wieder Gott willkommen sein. Und dann ward der König Otnit aufs Beste empfangen. Auf Garte hielt er mit der Dame Hochzeit. Die Fürsten ritten ihm entgegen, und die Freien und die Dienstmannen. Dahin ist das Abenteuer-Kapitel, fangen wir wieder ein Neues an! Abenteuer: Wie der Heide der Drachen Eier seinem Eidam Otnit sandte Der Heide sperrte sich einsam im Palas ein, und keine Menschenseele war mit ihm darinnen. So saß er verborgen bis zum dritten Tag, und aus lauter Bosheit rührte er kein Essen und Trinken an. Niemand wagte, ihm zu rufen, niemand wagte, ihn zu sehen. Jeder der ihn erzürnt hätte, dem wäre nichts Gutes geschehen. Zu essen oder zu trinken wagt’ ihn niemand zu bitten, noch auch zu schlafen. Und dann kam der Jäger geritten. Der fragte, wo er wäre, sein lieber Herr. Man erklärte, der wäre eingeschlossen und ließe wirklich niemand zu sich.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da sprach er zu dem künige 'herre, nuo tret herfür. dein kind ist wol behalten das darft du nimmer clagen. wilt du mirs immer danken, ich wil dir gute mär sagen. Seit dir ist so laide daz du verloren hast das weib, wilt du dem Lamparten nemen seinen leib, wilt du mirs immer danken: ein ding ich funden han, das muos dem Lamparten an sein leben gan. Davon im harte schiere sein leib wirt benomen.' mit freuden sprach der haiden 'das sol dir immer frummen.' da entsloss er auf die porte und liess den jäger ein. er sprach zu dem wildenäre 'sag an, was mag es sein, daz dem Lamparten grossen schaden tuot? mag er davon ersterben, die miete die wirt guot.' 'ich het nach den hunden ze verre mich verrant, da kam ich unerweiset under ein stainwant. Einen wurm ungefüegen sach ich darauf geen. het ich tausent manne sterke, den wolt ich nicht besteen. er het auch mich verslunden, het er mich da gewest. ze walde liess ich in schleichen und huob mich in sein nest. Noch grösser dann mein haubet vand ich da ein ai. da suocht ich da mere. ich vant da nicht wan zwai. die waren ungefüege gros und swer genuog, also daz ich si kaum haim in mein haus getruog. Ich vorcht, si verdurben und legtes in ein warmes loch. was darinne ist, das ist lebentig. die air han ich noch. davon sullen si der wurme in dem lande da bekomen. wer mit dem teufl vichtet, dem wirt der leib benomen. Die air wil ich füeren in der Lamparten lant und wil die würme bruoten in einer stainwant. komen si ze iren jaren, in tuot der hunger wee. so wän ich, in dem lande vor in icht bestee. Über vihe und über leute dann | es so ergat.\t so ist Otnit also küene, daz er die wurme bestat. so mag er sich des ainen nicht erwern wol: wer in bestreife, er tregt in in sein hol. So muos er von den wurmen sa verliesen das leben.' da sprach sa der haiden 'darumb wil ich dir geben alles des du muotest, daz du den degen stark mit den würmen tötest, ich gib dir tausent mark.' Da sprach der jäger weise 'ich wil dir geben rat", - "output": "Darauf sprach der kluge Jäger: „Wahrlich, ich muß ihn haben, und hätte er sich unter die Erde begraben vor den Leuten!“ Also wurde er zur Tür des Kaminzimmers gewiesen. Da sprach er zu dem König: „Herr, jetzt komm hervor! Dein Kind ist wohlbehalten, du brauchst nicht mehr zu klagen. Wenn ich auf deine Zuwendung hoffen darf: Ich will dir etwas Gutes sagen. Wo es dir so viel Leid bereitet, daß du die Frau verloren hast – wenn du dem Lamparten Leib und Leben nehmen willst, wenn ich auf deine Zuwendung hoffen darf: Ich habe etwas gefunden, das muß dem Lamparten ans Leben gehen. Davon wird ihm ganz schnell das Leben genommen!“ Voll Freude sprach der Heide: „Das soll für immer dein Schade nicht sein. Da schloß er die Tür auf und ließ den Jäger ein. Er sprach zu dem Wildschützen: „Sag, was kann das sein, das dem Lamparten großen Schaden zufügt? Und wenn er davon sterben kann, dann wird der Lohn gut.“ „Ich hatte mich, den Hunden nach, allzu weit verlaufen, da kam ich unversehens unter eine Steinwand. Einen riesigen Drachen sah ich darauf gehen. Hätte ich tausend starke Mann, gegen den wollte ich nicht antreten. Er hätte mich glatt verschluckt, hätte er gewußt, daß ich da bin. Ich ließ ihn in den Wald schlurchen und machte mich zu seinem Nest. Noch größer als mein Haupt, fand ich dort ein Ei. Darauf suchte ich dort weiter: Ich fand nicht mehr als zwei. Die waren riesengroß und schwer genug, so daß ich sie kaum heim bis in mein Haus tragen konnte. Ich fürchtete, sie könnten verderben und legte sie in ein warmes Loch. Was immer darin ist, es ist lebendig. Die Eier hab ich noch. Davon sollen sie die Lindenwürm kriegen in dem Land da. Wer mit dem Teufel vicht, dem wird Leib und Leben genommen! Die Eier werde ich in das Land der Lamparten überführen, und werde die Drachen in einer Steinwand ausbrüten. Wenn sie dann Jahr um Jahr wachsen, tut ihnen der Hunger weh. Und so glaube ich, nichts im Land wird vor ihnen sicher sein. So geht es dann über Vieh und über Menschen her. Nun ist Otnit dermaßen kühn, daß er gegen die Drachen antreten wird. Gegen eines aber kann er sich kaum wehren: Jeder der ihn verfolgt, den trägt er in seine Höhle. Und da muß er stracks durch die Drachen das Leben verlieren.“ Darauf sprach der Heide: „Dafür werde ich dir geben", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "und wil dich selber lernen, seit es got gefüeget hat: du solt mir zwen saume mit geschmeide haissen laden und mit edlen gestainen und sendt mich über zu den gstaden. Von baumwolle und von seiden lade mir ein saumschrein. da süllen stäticlichen die air inne sein in hitze und in wirme: anders entaugens nicht. ich sag dir das: von den würmen den cristen schaden geschicht. Deine briefe solt du senden der lieben tochter dein, du wellest holt irem manne und deinem kinde sein. mit edlem gestaine sende in das grosse golt. so wellen si des wenen du seist in baiden holt.' Des volget im der haiden. auf ainen kiel er luod von golde und von gestaine in bulgen michel gut. als der jäger wolte, also muost man im laden. da vloss er in den kielen ze römischen staden. Da gab man im gelaite in Lamparten land unz auf die burg ze Garte, da er den künig vant. vil botscheftlichen er nach den saumen rait. in einem saumschreine was laider kunterfet. Also der weise haiden auf die burg gegieng und für die burgporten, der portner in emphieng. da vernam et nieman da die rede sein. an Otnides willen liess in niemand ein. Da sagte man es dem künige, es wer ein bote komen, si hetten bei ir jaren nie solhe rede vernomen. 'er bringet zwen saume, die vil harte schwere tragen. was er mit rede maine, des künnen wir euch nicht sagen.' 'Nu bringet mir die sawme und auch den fremden man.' man liess in ein zu der porte und hiess in für sich gan. 'was ist daz du wirbest?' der haiden sprach also: 'künig, ich bringe dir märe, der du muost wesen fro.' Da sagt er im vil märe und gab im einen brief. als in der künig schaute, vor freuden er do rüef 'daz er sich hat bekeret, des sei immer got gelobt, daz der vil übele haiden nicht immer mere tobet!' Den | boten er do weiste da die küniginne was.\t den brief gab er der frawen. do si die schrift gelas, 'er bringet guote märe' sprach do die künigin, 'uns hat emboten hulde der liebe vater mein. Er hat emboten uns baiden minne und auch früntschaft.", - "output": "alles was du verlangst, daß du den starken Degen mit den Drachen tötest – ich geb dir tausend Mark!“ Darauf sprach der kluge Jäger: „Ich werde dir helfen und will dir alles selber erklären, da Gott die Dinge nun einmal so gefügt hat: Du sollst mir zwei Saumtiere mit Geschmeide beladen heißen und mit Edelsteinen und schick mich ans andere Ufer. Belade mir einen Transportkasten mit Baumwolle und Seide, darin sollen die Eier sein, in gleichmäßiger Temperatur und Wärme – anders werden sie unbrauchbar. Ich sage dir das: Von diesen Drachen geschieht den Christen Schaden! Und dann sollst du Briefe an deine geliebte Tochter schicken: Du wollest ihrem Manne und deinem Kind gewogen sein. Zusammen mit Edelsteinen schicke ihnen jede Menge Gold – so werden sie glauben wollen, daß du ihnen beiden gewogen bist!“ Darin folgte ihm der Heide. Auf ein Schiff lud er großes Gut aus Gold und Edelsteinen in ledernen Säcken. Wie’s der Jäger wollte, so mußte man ihm laden. Dann fuhr er mit den Schiffen zu römischen Ufern. Dann gab man ihm Geleit im Lampartenland bis hinauf auf die Burg in Garte, wo er den König fand. Ganz wie ein Botschafter ritt er hinter den Saumtieren; in einem der Saumkästen war leider bloß Falschgold. Sowie der kluge Heide auf die Burg hinaufgegangen war und vor das Burgtor, empfing ihn der Torwächter. Da verstand aber niemand dort, was er sagte. Ohne Otnits Zustimmung ließ man niemanden ein. Da sagte man das dem König: es wäre ein Bote gekommen; sie hätten ihrer Lebtag noch keine solche Sprache gehört. „Er bringt zwei Saumtiere, die sehr schwer tragen. Was er mit seiner Rede meint, das können wir euch nicht sagen.“ „Nun bringt mir die Saumtiere und auch den fremden Mann!“ Man ließ ihn zum Tor herein und befahl ihm weiterzugehen. „Was ist dein Anliegen?“ Der Heide sprach so: „König, ich bringe dir Neuigkeiten, über die du froh sein mußt.“ Dann richtete er ihm viele Nachrichten aus und gab ihm einen Brief. Wie der König ihn so anschaute, rief er gleich vor Freude: „Daß er seinen Sinn gewandelt hat, dafür sei Gott ewig gelobt, daß dieser üble Heide nicht in alle Ewigkeit tobsüchtig ist!“ Dann wies er den Boten zur Königin. Den Brief gab er der Dame. Als sie die Schrift gelesen hatte –", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "er preiset hart sere dein gelücke und dein craft. die weil er dich waiss lebentig, so get im freude zuo. er gicht, im sei in der welte niemand lieber denn du. Er wil sich lassen taufen und wil heer in dein landt. nu la dir nicht versmahen daz er dir hat gesant. du solt im das gelauben des du an dem briefe hörest jehen.' 'ich wil euch' sprach der haiden 'sein gabe lassen sehen.' Vier schwäre bulgen er im do für getruog. da lag inne goldes und edler staine genuog. da sach er vor im ligen fürspan und vingerlin. ir vater vil sere dankte die edle künigin. Der heiden sprach 'ein bulge leit noch vor dir vol. es ist noch nicht gewachsen daz man dir geben sol. es bringet dir edle staine. ich sag dir' sprach der bote, 'es ist aus dem garten ein abramische krote. Wenn die gewachset, die bringet einen stain, daz in der welt die sunne so guotes nicht beschein. ich wil dir sagen mere, was dir ist gesant: ich sol dir, herre, ziehen einen helphant. Der mag an gebirge nicht genesen wol. ich gib dirs baide schiere. beweis mich in ein hol!' 'ich geschaffe dir gebirge und darzuo allen rat und haiss dein phlegen schone meinen potestat.' Da hiess er in weisen in ein stainwant bei der stat ze Triente, da er den berg vant. sein schalkliche zuchte er in den berg getruog. des er darin bedorfte, des gab man im genuog. Da was er zwelf monate in dem berge oder mer. da het er mit den wurmen gros herzenser. ee ers züge ze rechte, da het er arbait! ei, was er doch sorgen mit den wurmen laid! In dem halben jare die würm wurden so gros, daz ir maister sere des lebens bei in verdros, daz si dicke warteten wie si im benämen das leben. in wolt auch der richtere der speise nimmer geben. Si hetten daran zu klaine, so man in gab des tages ein rind. do sprach der richtere 'es ist villeicht des teufels kind! mein herre möht gerner lassen disen helphant, ee dann er im verschlunte ein stat und auch ein lant.' Do der jägermaister den | würmen nichts bot\t", - "output": "„Er bringt gute Nachricht!“ – sprach dann die Königin: „Mein geliebter Vater hat uns seine Huld entboten! Er hat uns beiden Liebe und Freundschaft entboten. Er preist über die Maßen dein Glück und deine Kraft. Solang er dich am Leben weiß, ist ihm das ein Freudenquell; er erklärt, niemand auf der Welt sei ihm lieber als du. Er will sich taufen lassen und will in dein Land herkommen. Nun verschmähe nicht, was er dir geschickt hat! Du sollst ihm das glauben, was du an dem Brief sagen hörst!“ „Ich will euch“, sprach der Heide, „sein Geschenk sehen lassen.“ Vier schwere Ledersäcke trug er dann vor ihn hin. Darinnen lagen Gold und Edelsteine genug! Da sah er Broschen und Fingerringe vor sich liegen. Die edle Königin dankte ihrem Vater sehr. Der Heide sprach: „Dieser eine Ledersack liegt noch gefüllt vor dir. Diese Gabe für dich, die ist noch nicht ausgewachsen. Sie wird dir Edelsteine bringen! Ich sage dir“, sprach der Bote, „es ist aus dem Garten der Gärten, eine abrahamische Kröte. Wenn die heranwächst, bringt sie einen Stein, daß die Sonne etwas von solcher Güte auf der ganzen Welt noch nicht beschienen hat. Ich will dir noch mehr sagen, was dir hier geschickt worden ist: Ich soll dir, Herr, einen Elefanten heranziehen. Der kann aber ohne Gebirge nicht gut überleben. Ich werde dir’s beides alsbald übergeben. Weise mir eine Höhle zu!“ „Ich schaffe dir Gebirge und alles, was du brauchst, und weise meinen Podestà an, sich um dein Wohl zu kümmern.“ Dann ließ er ihn in eine Steinwand weisen bei der Stadt Trient, wo er sich bergen konnte. Sein heimtückisches Gezücht trug er in den Berg. Alles, was er da drinnen brauchte, gab man ihm zur Genüge. Dann war er zwölf Monate in dem Berg oder mehr. Da hatte er mit den Lindenwürm gewaltige Herzschmerzen. Bevor er sie richtig aufgezogen hatte, da hatte er vielleicht Mühen! Meine Güte, was für Sorgen durchlitt er mit den Drachen! In einem halben Jahr wurden die Drachen dermaßen groß, daß ihrem Meister das Leben bei ihnen schmerzlich und verdrießlich wurde, weil sie dauernd darauf lauerten, wie sie ihm das Leben nehmen könnten. Auch wollte ihnen der Bürgermeister nicht mehr zu fressen genehmigen: Das war ihnen zu wenig, wenn man ihnen alle Tage ein Rind gab. Und dann sprach der Bürgermeister: „Es ist vielleicht das Kind des Teufels!", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "und si vor hunger waren ietzo vil nahen todt, si zwang der hunger sere. do ramten si des man. do zenet ers zu dem liechte. vil kaum er in entran. Wo der biderbe den bösen zeuhet, der ist daran betrogen. also het er an den würmen seine veinde gezogen. da si sich vermochten, da achtens auf in nicht. er liess si auch nemen selber und weiste si an das liecht. Von grosser hungersgeite ward da den würmen zorne. waz in die augen sahen, das was gar verloren. waz si in dem lande funden, das verslunden si do gar. sunst hetten si ir erge mer dann ein ganz jar. In walde und in gevilde kunde nicht vor in bestan. si hetten auch der welte grossen schaden getan. si teten an den leuten die crefticlichen laid. vor in man auf den strassen weder gieng noch rait. Unz für die burg ze Garte das land er gar bezwang. da muosten in entweichen die leute on dank. si torsten auf dem velde ir acker vor in nicht gesäen, noch getorsten vor den walden ir wisen nicht gemäen. Si bestuonden küene ritter durch ir übermuot und auch durch ruomes willen. das ward ir kainem guot. jägern und gebaurn namen si das leben. die würm wolten nieman kainen fride geben. Da horte man da zu der kirchen die pfaffen über si clagen. da sprach der Lamparte 'er wirt nimmer erschlagen, er stirbet laider nimmer on meinen streit. ich muoss uns von im erlösen' sprach der künig Otnit. Sunst lag er eines nachtes bei der künigin. da begunde er aber denken an die sorge sin. 'ob mir nu misselinget, verleus ich meinen leib, awe, wem lass ich dann das ellende weib, die vater und muoter durch mich hat verkorn! ich waiss wol, stirbe ich aine, so sei wir baide verlorn. awe, nu muos ich aine meinen kumber clagen. nu getar auch ichs vor jammer meiner frawen nicht gesagen. Nu clag ich nicht zware weder burg noch die landt: ich clag mein frawen, die ich also stete vant. ich getar irs nicht gekünden, und wil doch den wurm bestan.' der Otnides sorgen hebt sich hie aber aine an. |\t ", - "output": "Mein Herr sollte lieber von diesem Elefanten lassen, bevor er ihm eine ganze Stadt und ein ganzes Land verschlingt.“ Als der Jägermeister den Drachen nichts mehr bot und sie vor Hunger schon dem Tode ganz nahe waren, zwang sie der Hunger sehr schmerzlich: Da trachteten sie nach dem Mann. Darauf lockte er sie ans Licht – er ist ihnen kaum entkommen. Wo der Gute den Bösen aufzieht, da ist er damit betrogen! Und so hatte er sich in den Drachen seine Feinde gezogen. Als sie nun frei waren zu tun, was sie wollten, da achteten sie nicht mehr auf ihn. Er ließ sie sich selber kümmern und hatte sie nur zum Licht gewiesen. Von großer Hungergier wurden die Drachen da ganz rasend. Alles, was ihnen die Augen zeigten, das war restlos verloren. Alles, was sie im Land fanden, das verschlangen sie dann restlos. Und so hatten sie ihr Unwesen mehr als ein ganzes Jahr. In Wald und Feld konnte ihnen nichts standhalten. So hatten sie denn aller Welt großen Schaden getan. Sie taten den Leuten die gewaltigsten Leiden an. Ihretwegen ging oder ritt kein Mensch mehr auf den Straßen. Bis vor die Stadt Garte drangsalierte er das Land. Da mußten sie sich vor ihnen zurückziehen, die Leute, unfreiwillig. Auf den Feldern wagten sie vor ihnen ihren Acker nicht zu bestellen, und vor den Wäldern wagten sie ihre Wiese nicht zu mähen. Kühne Ritter traten gegen sie an, aus Übermut und auch um des Ruhmes willen – das tat ihnen allen nicht gut! Jägern und Bauern nahmen sie das Leben. Die Drachen wollten niemand auch nur ein bißchen Frieden geben. Dann hörte man auch in der Kirche die Geistlichen über sie klagen. Da sprach der Lamparte: „Der wird in Ewigkeit nicht erschlagen! Er stirbt leider niemals, wenn nicht ich gegen ihn kämpfe! Ich selbst muß uns von ihm erlösen!“, sprach der König Otnit. So lag er eines Nachts bei der Königin, und da kam ihm wieder seine Sorge in den Sinn. „Wenn’s mir nun mißlingt, verliere ich Leib und Leben. Oh weh! Wem laß ich dann die Frau hier in der Fremde, die Vater und Mutter meinetwegen aufgegeben hat! Ich weiß wohl, auch wenn nur ich sterbe, allein, sind wir doch beide verloren. Oh weh! Jetzt muß ich einsam über meinen Kummer klagen! Jetzt trau ich mich vor lauter Jammer nicht, es meiner königlichen Gemahlin zu sagen. Wahrlich, ich klage hier nicht um Burg, Stadt und Lande! Ich klage um meine Gemahlin, die mich nie im Stich gelassen hat.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Abenteur: Wie Ottnit starb vom wurm VII Nu het er sich gerichtet aber in die sorge sein. er wande es horte niemand. da erwachte aber die künigin. dardurch brast ir herze, ir jammer ward so gros, daz si mit augen regene sein brust begos. Si druckte in zu den brüsten und kusste in wol tausent stund. 'herre got von himele, was wil mir werden kundt? o wee mir armen frawen, was wil mir nu geschehen? o waffen über die augen, damit ich dich han gesehen! Und waffen über die arme, damit ich dich umbfangen han, künig und herre, wem wilt du mich nu lan? nu han ich gelassen' sprach die künigin 'vater und muoter durch den willen din und alle meine mage' sprach die küniginne her. 'verleus ich dich alters ainen, so han ich niemand mer. alle meine mage die liesse ich, herre, durch dich. reicher künig edle, wem wilt du lassen mich?' Da sprach der Lamparte 'ich wil dich emphelhen gote und wil mich ergeben, frawe, in dein gebote. wie aber mir gelinge, ich verliese meinen leib oder ich behalt in leichte, mir ward nie lieber weib.' Da sprach si barmikliche 'hast aber du rechten sin? du solt dich bas bedenken! Otnit, wo wilt du hin? magst du doch rates fragen graven, freien, dienstman!' 'nain' sprach der Lamparte, 'ich wil den wurm bestan. Von deines vater listen kam der wurm in ditz land. nu mus es got erbarmen, daz in nicht schluog mein handt, daz ich in ie gesparte durch den willen dein.' 'das muos got erbarmen' sprach aber die künigein. 'Ja hat er geschupfet die wurme auf meinen leib.' 'got muos uns über in richten' sprach daz vil schöne weib, 'daz also vil der cristen ist durch in erschlagen. daz er ie kam in Lamparten, das wil ich gote clagen.' 'Du solt dich selber trösten' sprach der künig reich, 'ich kum dir schier widere, fraw minnikleich. ich getraw wol an dem wurme gerechen meinen zorn.' si sprach 'ja fürchte ich sere, du habst den leib verlorn, seit daz der | wurm so übel und so unselig ist,\t daz vor seiner erge niemant nu genist. du hast auch wol erzaiget, herre, dein frümkait,", - "output": "Ich trau mich nicht, ihr’s mitzuteilen, und doch will und werde ich gegen den Drachen antreten.“ Wieder fängt hier eines von Otnits Sorgen-Kapiteln an! Abenteuer: Wie Otnit vom Drachen starb Nun hatte er sich wieder auf seine Sorge ausgerichtet. Er hatte geglaubt, daß niemand zuhörte. Jetzt aber war die Königin erwacht. Durch und durch barst ihr Herz; ihr Jammer wurde so übermächtig, daß sie mit ihrem Augenregen seine Brust begoß. Sie drückte ihn zu den Brüsten und küßte ihn wohl tausendmal. „Herr Gott vom Himmel, was will mir hier zu Ohren kommen? Oh weh über mich, deine arme Gemahlin! Was wird jetzt mein Schicksal sein? Weh und ach über die Augen, mit denen ich dich gesehen habe! Und weh über die Arme, mit denen ich dich umfangen habe, König und Herr, wem willst du mich jetzt lassen? Hab ich doch gelassen“, sprach die Königin, „Vater und Mutter, nur deinetwegen, und all meine Verwandten“, sprach die hohe Königin. „Verliere ich dich Einzigen, so habe ich niemand mehr! All meine Verwandten, die ließ ich, Herr, für dich. Reicher, mächtiger, edler König! Wem willst du mich lassen?“ Da sprach der Lamparte: „Ich will dich Gott empfehlen, und will mich selbst, Madame, in dein Gebot ergeben. Wie es aber für mich ausgeht, ob ich Leib und Leben verliere oder vielleicht behalte – nie ward mir eine Frau, die mir lieber wäre!“ Darauf sprach sie ganz erbarmungswürdig: „Bist du denn recht bei Sinnen? Du solltest das alles nochmal überdenken! Otnit, wo willst du hin? Kannst doch Grafen, Freie, Dienstmannen um Rat und Hilfe bitten!“ „Nein“, sprach der Lamparte, „ich will und werde gegen den Drachen antreten. Es war eine Hinterlist deines Vaters, daß der Drache in dies Land kam. Möge sich Gott jetzt darüber erbarmen, daß ihn meine Hand nicht erschlagen hat, daß ich ihn je verschonte, um deinetwillen!“ „Darüber möge sich Gott erbarmen!“, wiederholte die Königin. „Ja, er hat mir die Drachen an den Hals geschleudert!“ „Gott muß uns über ihn richten“, sprach die wunderschöne Frau, daß so viele Christen seinetwegen hingeschlachtet wurden! Daß er je nach Lamparten kam, das will ich Gott klagen.“ „Sei getrost“, sprach der reiche und mächtige König, „ich komme ganz schnell zu dir zurück, du meine liebste Gemahlin. Ich trau mir schon zu, an dem Drachen meinen Zorn zu rächen.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "dich möcht wol verdriessen jarlang der arbait.' 'Das sind die edlen staine die mir dein vater hat gesant. nu hat er verderbet mir leute und auch mein landt. er muoss mir den schaden gelten der mir ist von im geschehen. du solt mir hailes wünschen: ich muos die würme sehen. Du solt nicht seer wainen, liebe frawe mein!' 'wie möcht ich das verlassen?' sprach die künigein. 'da merkent ditz die leute, wilt du zu sere clagen, freundinne und frawe, du solt es niemant sagen.' 'Du wilt des nicht erwinden, du wellest, herre, dar.' da sprach der Lamparte 'das ist mein wille gar.' da sprach die küniginne 'ich muos mich dein bewegen. ich han die jar gemerket, die ich bin bei dir gelegen: es ist in dem sechsten jare, daz du mir wurdest kundt. mein herze ist one waffen und on schneide wundt. aller erst solt ich mich nieten, vil lieber herre, dein, nu wiltu von mir schaiden' sprach aber die künigein. 'Nu muoss es got erbarmen daz ich dich ie gesach.' ir herze hort er krachen daz in ir leibe brach. da sprach die küniginne 'herre, nu beleib. dir kumet die raise übele' sprach das schöne weib. 'Nu soltest du mich trösten – so versagst du mir mein leben!' si sprach 'du wilt ze sere nach deinem tode streben.' alda schain im durch das venster des morgen blick, ein liecht. da wolt er aus dem bette, sie liess in von ir nicht. Wie küene sein herze wäre, des zornes er vergas. im wurden seine augen von grossem jammer nass, da in die frawe schone mit armen umbesloss, si wainten baide sere. das wasser über brüste flos. 'Frawe, ich muote urlaubes, des mag ich nicht emberen.' 'wie ungern ich dirs günne, doch muos ich dichs gewern. du wilt nicht hie beleiben: got der muos dich bewarn.' 'nu lass mich, schöne frawe, mit deinem urlaub farn.' Da sprang er aus dem bette, an legte er sein gewant. ob im tet er das venster auf mit seiner hant. da sprach der Lamparte 'waz dir die leute sagen, des solt du nicht gelauben. du solt nicht sere clagen. Küniginne und frawe, gib mir dein vingerlein. wer dir das wider | bringe, dem gelaube den tot mein.\t wer dir das vingerl bringet, dem ist vil wol geschehen:", - "output": "Sie sprach: „Ich fürchte voller Schmerz, du hast Leib und Leben schon verloren, wo doch der Drache so vom Übel und vom Unheil ist, daß vor seinem Unwesen hier keiner am Leben bleibt. Du hast zwar deutlich gezeigt, Herr, was du fertig bringst, aber diese harte Aufgabe kann dir über Jahr und Tag Verdruß bringen.“ „Das sind die Edelsteine, die mir dein Vater geschickt hat! Leute und mein Land hat er mir jetzt ins Verderben gestürzt! Er muß mir für den Schaden bezahlen, der mir durch ihn geschehen ist! Wünsch mir Heil! Ich muß die Drachen sehen! Du solltest nicht so schmerzlich weinen, du meine liebe Gemahlin!“ „Wie könnte ich das lassen?“, sprach die Königin. „Da merken die Leute etwas, wenn du so schmerzlich klagst, , du meine Geliebte und Gemahlin, du sollst aber niemand etwas sagen!“ „Du willst es also nicht sein lassen, du willst dorthin, Herr.“ Da sprach der Lamparte: „Das ist mein fester Wille!“ Da sprach die Königin: „Ich muß dich aufgeben! Ich weiß die Jahre genau, die ich bei dir gelegen bin: Es ist jetzt im sechsten Jahr, daß ich dich kennengelernt habe. Mein Herz ist ohne Waffen und ohne Schneide verwundet! Und jetzt sollte ich genug haben von dir, du liebster Herr, wo du von mir scheiden willst!“, so sprach die Königin. „Ach, möge sich Gott darüber erbarmen, daß ich dich je gesehen habe!“ Er hörte ihr Herz krachen, das ihr im Leibe brach. Dann sprach die Königin: „Herr, bleib hier! Die Reise wird dir übel ausgehen!“, sprach die schöne Frau. „Du solltest mir Trost geben – stattdessen sprichst du mir das Leben ab.“ Sie sprach: „Du willst allzu schmerzlich nach deinem Tode streben!“ Grad da schien ihm durch das Fenster der Blick des Morgens, ein Licht. Da wollte er aus dem Bett – sie ließ ihn nicht von sich. Wie kühn sein Herz auch sein mochte, er vergaß allen Heldenzorn. Von übermächtigem Jammer wurden ihm die Augen naß, als ihn die Gemahlin mit ihren Armen schön umschloß, weinten sie beide aus Schmerz. Das Wasser floß über Brüste. „Madame, ich will die Erlaubnis zu gehen. Ich kann darauf nicht verzichten.“ „Wie ungern vergönne ich dir das, doch ich muß es dir gewähren. Du willst nicht hier bleiben. Gott möge dich beschützen!“ „Jetzt laß mich, schöne Gemahlin, mit deiner Erlaubnis gehen.“ Dann sprang er aus dem Bett, an legte er sein Gewand. Über ihm das Fenster tat er auf mit eigner Hand. Dann sprach der Lamparte: „Was immer dir die Leute sagen,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "der nimet mir etwas mere und hat mich todten gesehen. Wer des wurms haubt bringet, der hat den wurm erslagen, oder aber zerhawen die zunge, die er in dem munde hat getragen. wer das haubt on zungen bringet, der hat dich betrogen. wer aber die zungen füeret, der hat dir nicht gelogen. Gelaube nicht in baiden, vil edle künigein! wer dir die Rosen bringet und die liechten brünne mein, darzuo des wurmes zunge und ditz vil claine golt, sich, er, der hat mich gerochen, dem bis mit rechten trewen holt. Der bringet auch villeichte den helme und das swert. der selbe sol von rechte mit dir sein gewert. lobe mir daz du dhainen nemest immer mer zu der ee, wie seer er dich bezwinget, er schlach dann den wurm ee.' Mit zornigem muote schlof er in sein sturmgewant. die fraw vil gewainte, do si im den riemen gebant. do lag vor seinem bette zu allen zeiten ein bräckelein, das muost mit im ze walde, so er aine wolte sein. Urlaub nam er von der frawen. da huob er sich zehant für sein kemenaten, da er sein ross gesatelt vant. den schilt neben der seiten, den bracken hinder sich. si sprach vil barmiklichen 'got gesegne dich.' Als er ein weile von der burgk gerait, da het er eines dinges vergessen, das was im laid. da gedacht er 'ich muoss widere zu der künigin: ich vinde nicht Albriches, ich hab dann das vingerlin.' Dannoch stuond si auf der maure und sach im alles nach. si freute sich, do sein herwidere der raise was so gach. si wande, er wolte beleiben und gieng gegen im an den graben. 'du wänest, ich welle erbeissen: darfür solt dus nicht haben. Ich het es gar vergessen: gib mir mein vingerlein!' da sprach die fraw in jammer 'bei weu sol ich gedenken dein?' 'bei maniger nacht vil guoten du mein gedenken solt.' die fraw haisse wainte und gab im dar sein golt. Da keerte er von der burge gegen dem wilden berg. under der linden grüene da vand er das gezwergk. 'war hast du dich beraitet?' sprach aber Alberich. 'ich wil aber in die sorge' sprach der künig rich. 'Wider wen wilt du nu streiten? wer hat dir icht getan?' da sprach der | Lamparte 'ich wil den wurm bestan.'\t mit zorne sprach der klaine 'du wilt ungerne leben.", - "output": "nichts davon solltest du glauben. Und du sollst nicht wehklagen! Du meine Königin und Gemahlin! Gib mir deinen Fingerring! Wenn dir den einer wiederbringt, dann glaube dem, daß ich tot bin! Wenn einer dir das Ringlein bringt, dem ist Gutes widerfahren: Der wird noch mehr von mir nehmen und hat mich als Toten gesehen. Wenn einer den Kopf des Drachen bringt, hat der den Drachen erschlagen – oder auch die herausgehauene Zunge, die er im Mund getragen hat. Wenn einer den Kopf ohne Zunge bringt, hat der dich betrogen! Wenn einer die Zunge mit sich führt, hat der dich nicht belogen. Glaube nicht den beiden, hochedle Königin! Wenn einer dir das Schwert Rose bringt und meine leuchtende Brünne, dazu des Drachen Zunge und dies winzige Stück Gold, siehe: er, der hat mich gerächt, dem sei in aufrichtiger Treue gewogen! Der bringt gewiß auch den Helm und das Schwert. Der soll von Rechts wegen mit dir bezahlt sein. Gelobe mir, daß du keinen anderen jemals zur Ehe nimmst, wie sehr er dich auch bedrängt, es sei denn, er erschlägt vorher den Drachen.“ In zornigem Mute schlupfte er in sein Sturmgewand. Die Dame mußte ständig weinen, während sie ihm den Riemen fertigband. Da lag immer vor seinem Bett ein kleiner Bracke, der mußte mit ihm in den Wald, wenn er allein sein wollte. Abschied nahm er von der Herrscherin. Dann begab er sich auf der Stelle aus seinen Gemächern dahin, wo er sein Roß gesattelt fand. Den Schild an der Seite, den Bracken hinter sich – und sie sprach, erbarmungswürdig: „Gott segne dich!“ Wie er eine Weile von Burg und Stadt weggeritten war, da hatte er eine Sache vergessen, das war ihm leid. Da dachte er bei sich: „Ich muß zurück zur Königin! Ich finde nichts von Alberich, wenn ich den Fingerring nicht habe!“ Sie stand immer noch auf der Mauer und hatte ihm immerzu nachgesehen. Sie freute sich, daß seine Rückkehr von der Reise so schnell ging. Sie glaubte, er wollte bleiben, und ging ihm bis an den Graben entgegen. „Du glaubst, ich will absteigen! Nein, halt das nicht dafür! Ich hatte ganz darauf vergessen: Gib mir meinen Fingerring!“ Da sprach die Dame in Jammer: „Bei was soll ich dann deiner gedenken?“ „Bei vielen wundervollen Nächten sollst du meiner gedenken!“ Die Dame weinte heiße Tränen und überreichte ihm sein Gold. Dann wandte er sich von der Burg, dem wilden Berg entgegen. Unter der grünen Linde, da fand er das Gezwerge. „Wohin in dieser Ausrüstung?“, sprach Alberich wieder.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "war nach wilt du aber so sere nach deinem tode streben?' Wilt du mit im vechten, das tuost du an meinen rat. er ist auf mein trew ein tore, der den wurm bestat.' do sprach der Lamparte 'ich han michs angenomen. es ergee mir wie got welle, ze schaden oder ze frummen. Nu frage ich dich rates: du solt mir geben trost, wie der ungehewr des leibes werde erlost. 'nu leide' sprach der klaine 'was dir von im widerfert. du wirdest sein wol inen was dir got hat da bescheert. Aber mit einem dinge ich dich noch trosten sol: kumst du mit im ze streite, du schlahest den wurm wol. ich wäne aber an im klain werde dein gewin, und vindet er dich schlafent, er tregt dich entraun hin. Ich wil dir das verbieten, daz du entschlafest nicht. so sag ich dir zware, daz dir hail an im beschicht. got muos dich gesegnen. gib mir mein vingerlin! und gesendet dich got widere, so ist es aber din.' Im warf der Lamparte das vingerlin auf das gras. Alberiches herze von der raise betrüebet was. er sprach 'zu solhen dingen gehöret michel arbait.' 'got gesegne dich' sprach der grosse. von dem klainen er do rait. Da rait er ungewiset durch das gebirge hin, als in sein muot gelerte und sein sturmlicher sin. da rait er ungeruowet den tag unz an die nacht. dannoch was im slafes ungedacht. Da erbaisste er zu der erde. sein fewr er aus geschluog. ungefüeger ranen este er selbe daran truog, durch das der wurm ersach dest ee des feures schein. da füert er an dem satle sein speis und seinen wein. Da sass er auf die grüene nider, er trank und ass und gab auch dem bracken der in seiner schosse sass. da het er niemant mere wan sich alters ain. da sass er bei dem fewr unz daz der mone erschain. Da wolt er aber reiten, sein mark er schiere enbant, und muot in hart sere daz er den wurm nicht envant. sunst rait er on ruo die nacht unz an den tag. da kam er auf einen anger, da vil der rosen lag. Under einem grüenen bawme erbaisste do der | degen.\t do het er auch vil gerne ein weile da gelegen. ungessen und ungetrunken muos er do laider sein.", - "output": "„Ich will wieder in die Sorge“, sprach der reiche und mächtige König. „Gegen wen willst du denn nun kämpfen? Wer hat dir was getan?“ Da sprach der Lamparte: „Ich will gegen den Drachen antreten.“ Mit Zorn sprach der Kleine: „Du willst nicht gern leben! Was ist’s, daß du schon wieder so schmerzlich nach deinem Tode streben willst? Willst du mit ihm fechten, das tust du ohne meine Hilfe. Meinertreu, der ist ein Tor, der gegen den Drachen antritt!“ Darauf sprach der Lamparte: „Ich habe es nun einmal übernommen. Es ergehe mir, wie Gott will, obs schadet oder nützt! Jetzt frage ich dich um Hilfe: Gib mir deinen Rat, wie man das Ungeheuer von Leib und Leben scheiden kann.“ „Leide du nur“, sprach der Kleine, „was dir von ihm wiederfährt. Du wirst schon merken, was dir Gott da beschert hat. Aber mir einem will ich dir doch noch raten und helfen: Kommt es zum Kampf mit ihm, wirst du den Drachen sicher erschlagen. Ich fürchte aber, du wirst an ihm nicht viel gewinnen, denn wenn er dich schlafend findet, trägt er dich ganz gewiß davon. Ich will dir dasverbieten, daß du einschläfst! Dann kann ich dir versichern, daß du ihn heil überlebst. Gott möge dich segnen! Gib mir meinen Fingerring! Und wenn dich Gott hierher zurückschickt, so ist er wieder dein.“ Der Lamparte warf ihm den Fingerring aufs Gras. Alberichs Herz war betrübt über diese Reise. Er sprach: „Das sind Dinge, die machen Schmerz und Mühe.“ „Gott segne dich!“, sprach der Große. Dann ritt er von dem Kleinen fort. Da ritt er, keiner wies ihn, durch das Gebirge hin, wie’s ihm sein Mut und sein stürmischer Sinn eingab. Da ritt er ohne Ruhe den Tag bis an die Nacht. Lange noch dachte er nicht an Schlaf. Dann endlich stieg er zu Boden. Er schlug sich ein Feuer. Ungefüge Äste von umgefallenen Bäumen trug er sich dahin. Dadurch sah der Drache den Feuerschein um so eher. Da führte er am Sattel seine Speise und seinen Wein. Da setzte er sich nieder ins Grün, er trank und aß und gab auch dem Bracken, der in seinem Schoß saß. Da hatte er niemand mehr außer sich selber, ganz allein. Da saß er beim Feuer, bis daß der Mond erschien. Da wollte er wieder reiten und band auf der Stelle sein Pferd los, und es schmerzte ihn gewaltig, daß er den Drachen nicht fand. So ritt er ohne Ruhe die Nacht bis an den Tag.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da het er an dem satele weder speise noch den wein. Sein herze im was besweret, sein leib vil müede gar. do naigte er sich ein weile durch sein ruo dar. ein lützel er wolte ruoen. der slaf in des bezwang, daz im das haupt nidere gen dem grüenen anger sangk. Der slaf kam im ze sorgen, des wachens in verdros. da legte sich der bracke auf des Lamparten schos. daz kam von seinem slafe, daz er des wurmes nicht ensach. davon dem Lamparten der grosse schade geschach. Der brach durch laubes dicke, die baume druckte er nidere. der bracke lief zu dem wurm und zu dem herren widere. was er in lauter stimme geball, das slief der gast. der müede acht et auf des hundes bellen nicht ein bast. Was in das welf gecratzte und in die ringe baiss, da lag er als ein todte der sich nicht verwais. als des wurmes haupt vernam des mannes gschmack, da straich er all gerichte, da der müede vor im lag. Der hundt wolt in da beissen und het den wurm vernomen. da mocht er vor dem helme nicht zu dem haubte kumen. der wurme ungehewr rackte seinen schnabel herfür: sein maul ward im noch weiter dann ein mässige tür. Unz an die sporn baide den ritter er verschlant, das kom von den schulden daz er in slafende vant. dem clainen hundtlein wolt er also haben getan: er ramte sein mit dem zagele, der brack im kaum entran. Dem wurm was von dem baume gen der stainwande gach. durch seines herren trew lief im der bracke nach unz al für das gebirge, da er mit neste inne sass. da vorcht auch sich der bracke und torst nicht fürbas. Die jungen heten darinne von hunger grosse not. wie er unverhawen ward, doch muost er ligen todt. er truog in seinen kinden in einen holn berg: die mochten in nicht gewinnen und sugen in durch das werk. Da verlos der Lamparte mit jammer seinen leib. das dannoch niene wiste auf | Garte sein liebes weib.\t man klagte in durch sein ere die er dem lande erwarb. das ist die abentewr da Otnit inne erstarb. Sich huob der bracke wider haim auf sein fart.\tVIII als die küniginne des hundes innen ward, da getorst si offenlichen ir jammer nicht geclagen.", - "output": "Da kam er auf einen Anger, wo viele Rosen lagen. Unter einem grünen Baum stieg der Degen dann ab. Und da hätte er dann auch sehr gern eine Weile gelegen. Da mußte er leider ohne Essen und ohne Trinken bleiben. Da hatte er am Sattel weder Speise noch den Wein. Sein Herz war ihm so schwer, der Leib völlig übermüdet. Da neigte er sich eine Weile, um dort zu ruhen, nur ein bißchen ruhen wollte er. Da bezwang ihn der Schlaf, daß ihm das Haupt auf den grünen Anger niedersank. Durch den Schlaf kam er in Sorgen, Wachbleiben fiel ihm zu schwer. Da legte sich der Bracke dem Lamparten auf den Schoß. Von seinem Schlaf kam es, daß er den Drachen nicht sah. Dadurch geschah dem Lamparten der gewaltige Schade. Der brach durch das dichte Laub, die Bäume drückte er zu Boden. Der Bracke lief zu dem Drachen und wieder zurück zu seinem Herrn. Er bellte mit lauter, heller Stimme – der Fremde verschlief alles. Der müde Gast achtete auf das Bellen seines Hundes halt nicht so viel! Und wie ihn der junge Hund auch kratzte und in die Ringe biß, er lag da wie ein Toter, der nichts mehr von sich weiß. Sowie der Drachenkopf den Mannsgeruch aufgenommen hatte, da strich er genau in die Richtung, wo der Müde vor ihm lag. Der Hund wollte ihn da beißen, hatte er doch den Drachen wahrgenommen. Da konnte er vor lauter Helm nicht an den Kopf kommen. Der ungeheure Drache reckte seinen Schnabel nach vorn. Das Maul wurde ihm noch weiter als ein mittelgroßes Tor. Bis an die beiden Sporen nahm er den Ritter in den Schlund. Das kam daher, daß er ihn im Schlaf gefunden hatte. Dem kleinen Hündchen wollte er das selbe antun: er zielte mit dem Schwanz nach ihm – der Bracke konnte ihm gerade noch entrinnen. Dem Drachen war es eilig, weg von dem Baum, hin zu der Steinwand. Aus Treue zu seinem Herrn lief ihm der Bracke nach bis direkt vor das Gebirge, in dem er mit seinem Nest saß. Da fürchtete sich auch der Bracke und traute sich nicht weiter. Die Jungen drin litten von Hunger gewaltige Not. Er ward zwar nicht im Kampf zerhauen, aber dennoch lag er auf den Tod. Er trug ihn seinen Kindern in diesen hohlen Berg. Die konnten nicht an ihn heran und saugten ihn aus seinem Zeug. Da verlor der Lamparte mit Jammer Leib und Leben. Davon wußte zu dieser Zeit seine geliebte Frau auf Garte noch nichts. Man klagte um ihn wegen seiner Ehre, die er dem Land erworben hatte.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "si gedacht aber in irem herzen 'mein herre der ist erschlagen.' Die do den bracken sahen und erkannten seine site, die wanden der genaden, daz ir herre nach im rite. er muosste dort beleiben, des zwang in grosse not. si mochten sein lange warten: er lag in dem berge todt. Si fragten alle geleiche 'war ist unser herre komen? der brack kom allaine – im ist villeicht der leib benomen. in hat verraten leichte die edle künigin. si mag an seinem tode vil wol schuldig sein.' 'Nu welle got von himele' sprach das schöne weib, 'und werdet ir des inne, so nemt mir meinen leib.' da sprachen aber die besten 'were dir sein sterben laid, du soltest uns nach im weisen – du waist wol wo er hin rait.' 'Waz han ich davon ze sagen?' sprach aber die künigein. 'ich getar euch dar nicht geweisen – ich gelobtes bei den trewen mein. ee daz aber ir nu zürnet, welt ir michs nicht erlan, ich sag euch war er kerte – und wolt den wurm bestan.' Da begunden die Lamparten irn herren alle clagen. si sprachen allgeleiche 'in hat der wurm hingetragen. wer in nu rechen welle, der hebe sich enzeit. es enwirt in Lamparten nimmer dhain Otneit so biderbe und so küene, so der lande kunde gephlegen. unser trost und freude ist an im gelegen. do sahen si den jammer, den der brack do begieng, daz er ir iedlichen bei seinem gern fieng. Welher im ie volgte, den zoch er für das tor. er wolt si alle weisen auf des starken wurmes spor. 'er wais wol meinen herren' sprach von Garte ein dienstman. 'raich mir meine ringe! ich wil mich legen an und wil dem bracken volgen unz mein auge das phat ansicht. wie lieb mir mein herre were, ich besteen aber des wurms nicht.' doch volgte er dem bracken, die strasse kundt er wol. |\t des weist auch den küenen der brack vil nach für das hol. Als er des wurmes stapfen also bluotigen vant, nicht fürbas wolt er reiten und kerte wider zehant. do sagte er böse märe, sein herre der wär tot. da huob sich auf Garte jammer und not. Von dem grossen jammer den do laid die künigin, und von des sunes tode starb auch die muoter sin. si starb also von dem jammer, daz si in sehen solt nicht mer.", - "output": "Das ist das Abenteuer-Kapitel, in dem Otnit gestorben ist. Der Bracke machte sich auf seinen Weg zurück nach Hause. Wie die Königin den Hund bemerkte, da traute sie sich nicht, ihren Jammer öffentlich zu beklagen, aber sie dachte in ihrem Herzen: „Mein Herr, der ist erschlagen!“ Die dann den Bracken sahen und sein Verhalten kannten, die hofften auf die Gnade, daß ihr Herr ihm nachgeritten käme – er mußte dort bleiben, höchste Not hatte ihn bezwungen! Sie konnten lange warten, er lag in dem Berg, tot. Sie fragten einer wie der andre: „Wo ist unser Herr hingekommen? Der Bracke kam allein – wahrscheinlich hat man ihm Leib und Leben genommen! Vielleicht hat ihn die edle Königin falsch beraten, ihn verraten? Es ist sehr gut möglich, daß sie an seinem Tod schuld ist.“ „Um Gottes und des Himmels Willen!“, sprach die schöne Frau. „Wenn ihr das erkennen könnt, so nehmt mir Leib und Leben!“ Darauf sprachen wieder die Besten: „Wenn dir sein Sterben leid ist, so solltest du uns zu ihm weisen – du weißt doch ganz gut, wo er hingeritten ist.“ „Was soll ich euch dazu sagen?“, sprach wieder die Königin. „Ich trau mich nicht, euch dahin zu weisen, ich gelobte es bei meiner Treue. Bevor ihr mir aber jetzt zürnt, und wenn ihr mir’s nicht erlassen wollt – ich sage euch, wohin er sich wandte: – nämlich, er wollte gegen den Drachen antreten.“ Darauf begannen die Lamparten alle um ihren Herren zu klagen. Sie sprachen einer wie der andre: „Der Drache hat ihn weggetragen! Wer ihn jetzt rächen will, der mache sich beizeiten auf! Es wird in Lamparten nie wieder ein Otnit so tüchtig und so kühn, der sich um die Lande kümmern könnte! Unser Trost und Freude liegt an ihm!“ Dann sahen sie den Jammer, mit dem der Bracke sich dauernd aufführte, daß er jedermann bei seinem Rocksaum faßte. Und immer, wenn einer ihm folgte, zog er den vor das Tor. Er wollte sie alle auf die Spur des starken Drachen weisen. „Er weiß genau, wo mein Herr ist“, sprach einer der Dienstmannen aus Garte. „Reich mir meine Ringe, ich will mich rüsten und will dem Bracken folgen, bis ich den Pfad mit eignen Augen sehe. Aber wie lieb mir mein Herr auch war, ich werde nicht gegen den Drachen antreten!“ Doch folgte er dem Bracken; der wußte den Weg genau, und darum wies der Bracke den Kühnen bis ganz nah vor die Höhle. Wie er die Fußstapfen des Drachen dermaßen voll Blut fand, wollte er nicht weiter reiten und kehrte auf der Stelle wieder um. Dann verbreitete er die böse Nachricht, sein Herr, der wäre tot.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da het auch nimmer freunde die künigin heer. Sunst lebtens in dem jammer unz in das dritte jar, daz ir die Lamparten namen kaine war. da verlos ir liechte farbe die frawe wol getan. si wolten si des zwingen daz si näme einen man, davon beruochet wären ir leute und auch ir landt, an dem das künigreiche wäre wol bewant. da sprach die küniginne 'ir dürft mir dhainen geben, man gewinn ich nimmer, er beneme dann dem wurm sein leben.' Da si nicht volgen wolte, die frawen man verstiess. alles irs künigreiches man ir nicht enliess des si sich neren wolte wan kuphers hundert phunt. das was ir gelt des jares. da warde ir jammer kundt. Auf der burg ze Garte was gemauret ein turn hol, der was unz an das ende von grunde schatzes vol. daz si nicht mannes wolte, darumb waren si ir gram. si mocht sein nicht geniessen: die slüssel man ir nam. Wie vil si ir laides teten, vil stäte was ir muot. si begieng sich von ir henden, als manige frawe tuot. das hulfen ir gewinnen ire mägde und weib. si worchten mit iren henden daz si betruogen ir leib. Die frawe lebte in sorgen baide nacht und tag. der leute und auch des landes laider niemand phlag. da zoch ir ieglicher zuo im daz er begraif. davon des landes wirde und ere gar entschlaif. Da sprach der marggrave zu der künigin 'mir ist vil laid dein kumber, fraw, wilt du mit mir sein?' mit jammer sprach die frau 'ich enruoch was mir geschicht das muos ich alles leiden. ich kum von Garte nicht.' Do sprach der marggrave 'nu erbarmet mich dein not. ich wil durch deinen willen rechen | meines herren todt.\t ich wil die weile erbeiten unz mein sun gewachse ze einem man, daz ich vil rechte wisse wem ich mein erbe sulle lan.' Ir phlag vil wol der fürste und auch die marggravin. si sanden ir auf Garte die speise und auch den wein, ze hochzeiten die klaider, ir silber und ir golt. si waren die weile si lebten der frawen mit trewen holt. Sunst muost in grossem jammer die arme fraw leben. dem do die küniginne von Lamparten ward gegeben, und der den wurm todte von dem der Otnit ward verloren,", - "output": "Da erhob sich auf Garte Jammer und Not. Durch den großen Jammer, den die Königin dann litt, und durch des Sohnes Tod starb auch seine Mutter. So starb sie denn durch den Jammer, daß sie ihn nie mehr sehen sollte. Da hatte die erhabene Königin denn keine Freunde mehr. So lebte man in solchem Jammer bis ins dritte Jahr, so daß die Lamparten sich kein bißchen um sie kümmerten. Da verlor sie ihren leuchtenden Teint, die wunderschöne Dame. Sie wollten sie dazu zwingen, einen Mann zu nehmen, der sich um ihre Leute und auch ihr Land kümmerte, bei dem das Königreich gut aufgehoben wäre. Da sprach die Königin: „Ihr braucht mir keinen zu geben, nimmer will ich einen zum Mann haben, es sei denn, er nähme dem Drachen das Leben.“ Als sie nicht folgen wollte, verstieß man die Landesherrin. Nichts von ihrem königlichen Reich und Reichtum ließ man ihr, von dem sie leben wollte, nur hundert Pfund Kupfer, das war ihre jährliche Apanage. Da lernte sie Jammer kennen. Auf der Burg zu Garte war ein Turm gemauert, ein hohler, der war bis obenhin vom Grund an voller Schätze. Aber weil sie keinen Mann wollte, waren sie ihr gram. Sie konnte sie nicht nutzen: Man hatte ihr die Schlüssel abgenommen. Aber was sie ihr auch an Leid antaten, sie blieb festen Mutes. Sie ernährte sich mit eigner Hand, wie das viele Damen tun. Das zu erreichen halfen ihr ihre Jungfern und Frauen. Sie arbeiteten mit eigenen Händen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Dame lebte in der Nacht wie am Tag in Sorgen. Um die Leute und auch um das Land kümmerte sich leider niemand. Da riß jeder an sich, was er zu fassen bekam. Dadurch zerrannen die Würde des Landes und sein Ansehen restlos. Da sprach der Markgraf zu der Königin: „Mir ist dein Kummer ein großes Leid, Herrin, willst du bei mir wohnen?“ Mit Jammer sprach die Dame: „Mir ist es gleich, was mein Schicksal ist, das muß ich alles erleiden. Aber aus Garte gehe ich nicht fort!“ Darauf sprach der Markgraf: „Deine Not erbarmt mich! Ich will für dich den Tod meines Herrn rächen. Aber ich will die Zeit abwarten, bis mein Sohn zum Mann heranwächst, damit ich auch genau weiß, wem ich mein Erbe hinterlassen kann.“ Der Fürst und auch die Markgräfin kümmerten sich sehr gut um sie. Sie schickten ihr nach Garte hinauf die Speise und auch den Wein, zu Festen die Kleider, ihr Silber und ihr Gold.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "des müsset lange beiten, wan er ist noch ungeboren. Er muoss in sorgen wachsen von dem der wurm wirt erslagen. ich wil euch sein geschlächte und seinen vater sagen: secht, das was von Bern herren Dietrichs alter an. ditz lied das höret gerne: allererst hebt es sich an. Das ist Wolffdiettrichs buoch, wie er geborn ward und die frauen nam ze weibe, die Otnides was I Auf Kunstenobl ze Kriechen ein gewaltiger künig sass, an dem tugent noch ere noch manheite nie vergass sein maister und sein schepfer, der in da werden liess. an im gebrast nicht mere wan daz er ein haiden hiess. Im dienten durch Kriechen der Bulgerie walt: von hunischem gemerke bezwang es sein gewalt. im dienten mit gewalte kriechische künigreich. er sass auf Kunstenobele und hiess herr Hugdiettreich. Botelunges swester von den Hünen was sein weib. die het guote witze und tugentlichen leib. si was alles wandels und missewende frei. si truog auch bei dem Kriechen schöner sune drei. Si waren lieb der frawen und auch der künigin reich. durch die grossen liebe da hiess mans alle Diettreich. do si der süne zwen bei dem künige gewan, do gieng den künig reichen ein heerfart an. Die volbracht er mit eren und gewan auch helde genuog. da wisste nicht der Krieche daz si den dritten truog. mit Berchtunge von Meran er do die heerfart schwuor. der  was sein rat getrewer: von recht er mit im fuor.\t Da wolt er seinem freunde, einem künige, laid tuon, von Tenemarche Fruoten, seiner swester suon. da sprach der künig reiche ze Berchtunge von Meran 'wem sol ich meine leute und meine burge lan, mein lant und mein erbe, auch mein künigreich und mein liebe frawen?' sprach Huge Diettreich. da sprach der vil getrewe 'wer mochts bas behaben? bevilch es meinem gesellen, dem herzogen Saben, alle deine reiche, die dir undertenig sint, darzuo meine frawen und deine vil lieben kind.' den reichen fürsten Saben hiess er do für sich gan. alles daz er het das machte er im undertan; ", - "output": "Sie blieben, so lange sie lebten, der Dame in Treuen zugetan. So also mußte die verarmte Edelfrau in großem Jammer leben. Dem dann die Königin von Lamparten zum Manne gegeben ward und der den Drachen tötete, durch den der Otnit verloren ward, auf den müßt ihr lange warten, denn er ist noch ungeboren! Er muß erst in Sorgen heranwachsen, der, von dem der Drache erschlagen wird. Ich will euch sein Geschlecht und seinen Vater sagen: Seht, das war der alte Ahn Herrn Dietrichs von Bern. Wollet das Lied gerne hören – gleich fängt es an! Das ist Wolf Dietrichs Buch: Wie er geboren ward und die Dame zum Weibe nahm, die Ortnits Frau gewesen war Auf Kunstenobel im Land der Griechen saß ein gewaltiger König, an dem er weder die Tugend noch die Ehre noch die Mannhaftigkeit vergessen hatte, sein meisterlicher Schöpfer, der ihn da hatte werden lassen – nicht mehr fehlte an ihm, als daß er ein Heide zu nennen war. Ihm waren dienstbar, im Interesse der Griechen, die Wälder der Bulgarei: von der hünischen Grenzmark hatte das seine Gewalt abgezwungen. Ihm waren dienstbar die griechischen Königreiche mit ihrer Macht. Er saß auf Kunstenobel und hieß Huge Dietrich, der Herr. Botelungs Schwester, von den Hünen, war seine Frau, die hatte einen wachen Geist und einen Leib mit allen Tugenden, sie war gänzlich frei von Wank und Wandel. Und sie trug dem Griechen drei schöne Söhne aus. Sie waren der Dame und auch dem reichen und mächtigen König lieb – und wegen dieser großen Liebe, da nannte man sie alle Dietrich. Als sie zwei der Söhne von dem König bekommen hatte, da stand für den reichen und mächtigen König eine Heerfahrt an. Die vollendete er mit Ehren und Anstand und gewann dazu Helden zur Genüge; Zu der Zeit wußte der Grieche nicht, daß sie den dritten trug. Mit Berchtung von Meran hatte er zu der Zeit die Heerfahrt beeidet. Der war sein getreuer Ratgeber – er war der rechte für diese Fahrt. Damals wollte er seinem Freunde, einem Könige, ein Leid tun, Fruote von Dänemark, dem Sohn seiner Schwester. Da sprach der reiche und mächtige König zu Berchtung von Meran: „Wem soll ich meine Leute und meine Städte und Burgen überlassen, mein Eigenland und mein Erbe, ja, mein Königreich und meine liebe Gemahlin?“ – so sprach Huge Dietrich. Darauf sprach der Vielgetreue: „Wer vermöchte das besser zu erhalten? Befiehl es meinem Gefährten an, dem Herzog Saben, ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "kint und künigreiche, weib und alles sein lant bevalch er im auf sein trewe. das was nicht wol bewant. als im den rucken keerte der vil liebe herre sein, er trat gezogenlichen für die künigein. Er sprach zu seiner frawen 'nu mein herre sei geriten, nu soltu nicht zürnen, ich wil dich etwas biten.' si sprach gezogenlichen 'ich zürne nicht wider dich, wilt du gefüeger dinge muoten, es geschicht. Du magst aber auf mein trewe solher bete gern, daz ich ee mit dir zürnte, ee ich wolte dich gewern.' er sprach valschlichen 'die bet ist aufgeschoben: ich getar gen dir nicht muoten, du wellest zorn verloben.' Da sprach die wol gezogne 'die bet erlaubet si. ich waiss dich so getrewen, ich bin lasters von dir fri. dein herre hat mich empholhen dir auf die trewe dein: ich waiss dich so getrewen, du varest nicht der eren mein.' Da sprach der valsches reiche 'ich sag dir was ich wil. du hast urlaub mir zu zürnen. nu bit ich auch nicht vil. ich han mich meines herren auf diser fert verzigen: er kumt doch nimmer widere: nu la mich bei dir ligen.' Die fraw da vor zorne ir herze in jamer brach. da flos ir von den augen über die brust ein bach. si sprach 'du hast zerbrochen an mir die trewe dein. und sendet in got herwidere, ich klag es dem herren mein.' Da er ir angst horte, da tet er als ein man, der wol mit valschen listen sein red verkern kan. da sprach er züchtikleichen 'ich het es nicht geruocht. du solt nicht zürnen, frawe, ich han dich nun damit versuocht. Ich han wol versuochet dein stäte und dein tugent. du hast in deinem herzen bede keusche und ganze tugent. was ich mit dir geschimphe, das  solt du mir vertragen.\t du solt kain untrew meinem herren von mir nicht sagen.' Si sprach 'hast dus in spotte gegen mir gerait, so wirt es meinem herren von mir nicht gesait. ich wil dirs mein trew und mein weiblich ere geben. gewähnestus immer mere, es geet dir an dein leben.' Da hort er an iren worten daz ir wille was nicht guot. er dacht 'ich han gehöret daz sis niene tuot. ich getar nicht mer erzürnen hie mit das schöne weib, und sagt sis meinem herren, es gat mir an den leib.' ", - "output": "all deine Reiche, die dir untertan sind, und auch meine Herrin, deine Gemahlin, und deine allerliebsten Kinder.“ Den reichen und mächtigen Fürsten Saben hieß er sodann vor sich treten: Alles, was er hatte, das gab er in seine Macht und Verantwortung; Kinder und Königreiche, Frau und all sein Land befahl er ihm auf seine Treue. Das wendete sich nicht zum Guten! Sowie er ihm den Rücken kehrte, sein allerliebster Herr, trat er höfisch-wohlerzogen vor die Königin. Er sprach zu seiner Herrscherin: „Nun, wo mein Herr wohl fortgeritten ist, nun sollst du nicht zürnen – ich will dich um etwas bitten.“ Sie sprach höfisch-wohlerzogen: „Ich habe keinen Zorn auf dich, wenn du mir zumutest, was füglich ist, so wird es geschehen. Sollte es aber sein, daß du meinem Vertrauen eine Bitte abbegehrst, die mich dir eher zürnen ließe, so wollte ich sie dir verwehren.“ Er sprach, voller Falsch: „Die Bitte ist aufgeschoben – ich wage nicht, sie dir zuzumuten, es sei denn, du gelobtest, nicht zu zürnen.“ Darauf sprach die Höfisch-Wohlerzogne: „Die Bitte sei erlaubt. Ich weiß dich als einen so Getreuen – ich habe keine Belästigung von dir zu erwarten. Dein Herr hat mich dir und deiner Treue anbefohlen. Ich weiß dich als einen so Getreuen – du gefährdest mir Ehre und Ansehen nicht!“ Darauf sprach der durch und durch Falsche: „Ich sag dir, was ich will. Du hast die Erlaubnis, mir zu zürnen; auch ist es nicht recht eigentlich eine Bitte: Ich habe meinen Herrn auf dieser Heerfahrt aufgegeben – er kommt doch nimmer wieder! Also laß mich mit dir schlafen!“ Die Dame zerbrach darauf vor Zorn ihr Herz in Jammer. Und dann floß ihr von den Augen über die Brust ein Sturzbach. Sie sprach: „Du hast an mir deine Treue zerbrochen. Und wenn Gott ihn wieder zurückschickt, ich werde das vor meinem Herrn anklagen!“ Als er merkte, daß ihr eng und ängstlich zumute wurde, da tat er wie ein Mann, der mit Falschheit und List wohl versteht, seine Rede zu verkehren. Ganz züchtig sprach er drauf: „Ich hätte mich nicht dazu verstanden – du sollst nicht zürnen, hohe Frau, ich hab dich nur auf die Probe damit gestellt. Und damit hab ich wohlerprobt deine Standhaftigkeit und deine Tugend. Du hast in deinem Herzen beides: Zurückhaltung und ganze Tugend. Was ich da an Scherz mit dir treibe – du sollst es mir nicht nachtragen! Nein, du sollst meinem Herrn von keiner Untreue von mir sagen!“ Sie sprach: „Hast du die Rede im Spotte gegen mich geführt, so wird meinem Herrn von mir darüber nichts gesagt – ich stehe dir mit meiner Treue und mit meiner Ehre als Frau dafür. sagst du so etwas jemals wieder: es geht dir ans Leben!“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da nahnete es dem jare, daz das dritte kindelein geborn solte werden von der edlen künigein. si was ein heidinne und gelaubte doch an got: wo si vor vorchte mochte da laistete si sein gebot. Si lag eines nachtes in irem bete und slief. si was nicht vol entslafen, unz ir ein stimme rüef 'fraw, du solt wachen, ditz schrecken mir vertragen: nu du an got gelaubest, ich sol dir guote mär sagen. Dein man und du seit haiden, doch tregst ein kindelein: got wil dich nicht erlassen, es muoss cristen sein.' si sprach 'wie gern ich laist sein bet und sein gebot, sol ich michs an dich lassen und an deinen got.' Er sprach 'dise märe also ware sint, als daz du an dem fünften morgen, fraw, gewinnest ein kint, daz dir dein schöpfere under dein herze hat gefrumt. du solt auch das nicht lassen, wann es zu der welde kumt: Über ein halbe meile sitzet ein guoter man. du solt mit deinem kinde zu dem ainsidel gan. das solt du im bringen an einem morgen fruo und solt in des nicht irren, waz er mit dem kindlein tuo.' An dem fünften morgen kam si aus aller not. da si sich vermochte, si tet waz er gebot: si truog aus der burge ir kindelein verstolen und gieng zum clausenäre verborgen und verholen. Si weste nit war si solte und gieng doch rechte dar. er war auch da gesessen mer dann vierzigk jar. als die küniginne zu dem heuslin gieng, derselb clausenäre si minniclichen emphieng. Er hiess si vleissiklichen got willekomen sein. 'dein sun sol cristen werden: gibe mir das kindelein.' si werte sich des lange: das kind si im doch liess. si sach das hart ungerne, daz ers in das wasser stiess. Da sach si ob dem wage scheinen kerzenliecht, die ez im hulfen  taufen, der ensach si laider nicht.\t das kindel er in seiden vil schone do bewant und gab es seiner muoter wider in die handt. Da sprach er zu der frawen 'sei dir lieb das kindelein, so behalt es unz an sein alter das taufgewante sein. ich wil dir sagen, frawe, waz im darvon geschicht, und sei dir lieb das kindelein, so verleuse das gewant nicht. ", - "output": "Da hörte er ihren Worten an, daß sie keineswegs gutwillig war. Er dachte: „Ich hab gehört, sie tut es nie und nimmer! Ich wage nicht, hiermit je wieder die schöne Frau zu erzürnen – und sagt sie’s meinem Herrn: es geht mir ans Leben!“ Da nahte Jahr und Tag, daß das dritte Kind sollte geboren werden von der edlen Königin. Sie war eine Heidin und glaubte doch an Gott – wo es ihr in Ehrfurcht möglich war, da erfüllte sie sein Gebot. Sie lag eines Nachts in ihrem Bett und schlief. Sie war noch nicht ganz eingeschlafen, als ihr eine Stimme rief: „Edle Frau, du sollst aufwachen – vergib mir, daß ich dich erschrecke! – da du doch an Gott glaubst, soll ich dir gute Botschaft sagen. Dein Mann und du, ihr seid Heiden, doch trägst du ein Kind – Gott erwartet von dir: Das muß getauft und Christ werden!“ Sie sprach: „Wie gerne erfülle ich seine Bitte und sein Gebot, und überlasse mich damit dir und deinem Gott!“ Er sprach: „Diese Worte sind so wahr, wie daß du am fünften Morgen, edle Frau, ein Kind bekommst, das dir dein Schöpfer unter deinem Herzen erschaffen hat. Und folgendes sollst du nicht lassen, wenn es in diese Welt kommt: Über eine halbe Meile von hier hat ein guter Mensch seinen Sitz – du sollst mit deinem Kinde zu diesem Einsiedel gehen. Das sollst du ihm hinbringen an einem Morgen in der Früh und sollst ihn nicht beirren bei dem, was er mit dem Kindlein tut.“ Am fünften Morgen kam sie aus allen Kindsnöten. Und sowie sie sich imstande sah, tat sie, was er geboten hatte: Sie trug aus der Stadt ihr Kindchen, heimlich, und ging zu dem Klausner, im Verborgnen und unerkannt. Sie wußte nicht, wohin genau sie sollte, und ging doch den rechten Weg. Und er saß da seit mehr als vierzig Jahren. Wie die Königin zu dem Häuslein gegangen kam, empfing besagter Klausner sie liebenswürdig. Er hieß sie immer wieder Gott willkommen sein. „Dein Sohn soll ein Christ werden, gib mir das Kind!“ Sie wehrte sich lange dagegen – dann überließ sie ihm das Kind doch. Das sah sie gar nicht gern, daß er’s ins Wasser tauchte! Dann sah sie über den Wogen Kerzenlicht scheinen; die es ihm taufen halfen, die sah sie leider nicht. Das Kind wickelte er überaus sorgfältig in Seide und gab es zurück in die Hände seiner Mutter. ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Wenn du in in sorgen sendest, so leg es an seinen leib.' 'so wirt es im ze claine, fürcht ich' sprach das weib. 'es wirt in seinem alter ein ungefüeger man: wie enge aber es dich dunke, so legt ers doch wol an. Wenn ers in streite füert, so ist sein leib gesunt. von dhainer schlachte waffen wirt er nimmer wundt. von wasser und von fewr verleuset er nimmer seinen leib.' 'so wil ich ims gern behalten' also sprach das weib. 'Ich wil dir sagen mere, wie lange es dir sol leben. ich wil immer zum jare eines mannes sterke geben. von der gotes gabe wirt er fünfzigk jar alt und fünfzig mannes sterke hat sein leib gewalt. Du solt umb in nicht sorgen: er kumt vil dicke in not, er kumt auch vil ofte, daz im nahen ist der todt. und wil dir sagen mere, daz er mit sein aines handt ein schöne küniginne erstreitet und ein landt.' Si het wol gelaistet ein besser gewant. da vorcht si des sere, si wurde darinne erkant. das sol des wurms veindes erste abentewr sein. noch lebt auf Garte in sorgen die arme künigein. Abenteur: Wie der künig kam und das kint sach II Da wuochs der junkherre. des phlag sein muoter wol mit muoterlicher trewe, als ein frawe irem kinde sol. als vil gern lieb den frawen ir junge kindel sindt, derselb was ir lieber dann andre ir kind. Si het in got ergeben und dem teufl gar benomen. da nahnete es dem jare, daz der künig solt kumen. da enwisste er nicht da haime des jungen sunes sein. da wuochs auch volliklichen das liebe kindelein. Die boten vaste gachten gegen dem künig reich.  \t si sagten im die märe, die waren wunnikleich. 'nu gib uns, herre, miete: du hast einen schönen suon.' mit freuden sprach der Krieche 'das wil ich gerne tuon.' Da was im lieb zu dem weibe und ze dem kinde: er het es recht. da truog man im entgegne den wunniklichen knecht. das kind was also schöne, daz ers vil gerne sach, und freute sich sein herze des im sein muoter jach. Da satzt man den klainen, daz er bei der tavele stuond, da er gelaufen mochte, als noch die kindel tuond,", - "output": "Darauf sprach er zu der Edelfrau: „Wenn dir das Kind lieb ist, so bewahre sein Taufgewand auf, bis er groß ist! Ich will dir sagen, edle Frau, wie es sein Schicksal bestimmt: und wenn dir das Kind lieb ist, so verlier das Gewand nicht! Immer wenn du ihn in die Sorgen entläßt, so leg es ihm an den Leib.“ „Es wird ihm aber zu klein werden, fürchte ich“, sprach die Frau. „Er wird, wenn er groß ist, ein ganz ungefüger Mann – aber wie eng es dich auch dünkt, er legt es an und es wird passen. Wenn er’s im Streite trägt, so bleibt sein Leib unverletzt, und von keiner Art von Waffe kann er je verwundet werden. Von Wasser und von Feuer verliert er nimmer Leib und Leben!“ „So will ichs gerne für ihn aufbewahren.“ Also sprach die Frau. „Ich will dir darüber hinaus sagen, wie lange es dir leben wird. Ich will ihm pro Jahr eines Mannes Stärke geben – durch diese Gottesgabe wird er fünfzig Jahre alt, und über fünfzig Mannesstärken wird sein Leib verfügen. Du sollst dich nicht um ihn sorgen: oft und oft kommt er in Kampfesnot, und noch so oft dahin, daß ihm der Tod nah ist. Und überdies will ich dir sagen, daß er mit seiner eignen Hand eine schöne Königin erstreiten wird und ein Land.“ Gern hätte sie ein noch besseres Gewand aufgebracht. Da fürchtete sie aber sehr, daß sie darin erkannt würde. Das soll des Drachenfeindes erstes Abenteuer-Kapitel sein Noch immer lebt auf Garte in Sorgen die arme Königin. Abenteuer: Wie der König kam und das Kind sah Dann wuchs der junge Herr heran – seine Mutter nahm sich seiner an in mütterlicher Treue, wie das eine Frau und Herrscherin mit ihrem Kind tun soll. So angenehm und gewünscht und lieb den Frauen ihre Kinderlein sind – dieser hier war ihr lieber als ihre andern Kinder. Sie hatte ihn Gott hingegeben und dem Teufel ganz entzogen. Da kam es an das Jahr, daß der König kommen sollte. Da wußte er noch nichts von seinem jüngsten Sohn daheim. Da wuchs es und wuchs, das liebe Kind. Eilboten ritten dem reichen und mächtigen König entgegen. Sie sagten ihm die Neuigkeiten, die ihm Wonne waren. „Nun gib uns, Herr, den Botenlohn: Du hast einen schönen Sohn.“ Mit Freuden sprach der Grieche: „Das will ich gerne tun!“ Da zog es ihn zu Frau und zu Kind – und das war recht so. Da trug man ihm den wonnigen kleinen Knappen entgegen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da gab man im durch liebe brot in sein handt: welch hundt im aber das zuckte, den warf er an die want. Do das die leute ersahen, si segneten alle sich. die weisen alle sprachen 'got behüete mich! vil ungefüege sterke hat dein vierthalbes jar.' durch des kindes wunder fuor vil der leute dar. Wer do des kindes sterke bei der schöne an sach, der segenete sich durch wunder. zu dem künige maniger sprach die wort, als man da sprichet, die gar unnütze sint: 'her künig, nu haisset in tödten: er ist des übeln teufeln kindt. Ir solt das gelauben, er ist von dem teufel kumen. wa her solt er dise sterke han genomen? läst du den teufel wachsen, dir wirt sorge davon bekant: kumt er zu seinen jaren, er verderbet leut und lant.' Der künig dise märe hort ungerne sagen. da begunde er an dem kinde schone und seinen leib clagen, daz ers verrechen solte, das gieng im an sein leben: vor ungeheurn dingen er wolt im nicht fride geben. Da sant er haimlichen nach dem ungetreuen Saben. da sprach der künig 'ich wäne wir übele gehüetet haben, mein ere muos ich verliesen und das kindelein. auch sprechen alle leute daz es nie wurde mein.' Da gedacht im aber Saben, der ungetrewe leib, wie er die lüge erfunde, damit er erzürnt das weib. er het in seinem herzen behalten manigen tag wie er irs auf gehüebe, daz si bei im nicht lag. Da sprach er zu dem künige 'herre, ich sag dir das, was ich eines nachtes horte, da ich bei meiner frawen sass.' er sprach '›und wolt der teufele immer bei mir sein!‹ – von den selben sachen ist komen das kindelein.' Do dacht  er aber wider '›han ich das auf si gelogen,\t si sagt villeicht die warhait, so bin ich gar betrogen.‹ du solt mich darumbe nicht melden, daz si so hat getobet: ich solt es nicht geseit haben. das het ich ir gelobet.' Do sprach der künig 'mich dunket daz unschuldig sei das weib. doch rat uns, herre Saben, daz wir im benemen den leib. rat wie werde dem kinde sein schöner leib benomen, daz es dem werde, von dem es sei bekomen.' Da sprach der valsche Sabene 'wol ich geraten kan. haisse dir gewinnen Berchtunge von Meran.", - "output": "Das Kind war dermaßen schön, daß er es voll Lust ansah, und es freute sich sein Herz über das, was ihm seine Mutter berichtete. Dann plazierte man den Kleinen, daß er an der Tafel stand, wo er herumlaufen konnte, wie das die Kinder immer so tun. Da gab man ihm liebevoll ein Stück Brot in die Hand, und wenn ihm irgendein Hund das wieder wegriß, den warf er an die Wand. Als die Leute das sehen mußten, bekreuzigten sie sich alle miteinander. Die Alterfahrenen sprachen alle: „Gott behüte mich! Eine ganz ungefüge Kraft haben deine dreieinhalb Jahre!“ Aus Neugier auf das Wunderkind kamen viele Leute angereist. Jeder, der da des Kindes Kraft und daneben seine Schönheit sah, der bekreuzigte sich vor diesem Wunder. Mancher sprach zum König die Worte, die man so spricht und die zu nichts nütze sind: „Herr König, heißt ihn töten! Er ist ein Kind des erzüblen Teufels! Das sollt ihr glauben! Er ist vom Teufel gekommen. Wo sollte er diese Kraft hergenommen haben? Läßt du den Teufel wachsen, dann wirst du Sorge kennenlernen! Kommt er zu Jahren, er stürzt Leute und Land ins Verderben!“ Der König hörte solche Worte ungerne sagen. Dann fing er an, an dem Kind Schönheit, Leib und Leben zu beklagen, daß er dafür Rache vollstrecken sollte, das ging ihm an sein Leben. Aufgrund der ungeheuerlichen Vorwürfe wollte er ihm den Frieden nicht geben. Darauf sandte er heimlich nach dem ungetreuen Saben. Dann sprach der König: „Ich fürchte, wir haben schlecht aufgepaßt! Mein Ansehen muß ich verlieren und das Kind dazu! Außerdem reden die Leute, daß es niemals meines ist.“ Da bedachte aber Saben bei sich, der treulose Leib, wie er diese Lüge erfunden habe, mit der er die Frau erzürnt hatte. Er hatte in seinem Herzen so manchen Tag bewahrt, wie er ihr das aufheben würde, daß sie nicht mit ihm geschlafen hatte. Da sprach er zu dem König: „Herr, ich sage dir das, was ich einmal des Nachts hörte, als ich mit Madame zusammensaß.“ Er sprach: „›Und wollte der Teufel immer bei mir sein!‹ – dies ist das sträfliche Wort, aus dem das Kind geworden ist.“ Dann aber dachte er wieder: „›Hab ich das nun über sie gelogen, und sie sagt vielleicht die Wahrheit, dann bin ich vollends betrogen ist.‹ Du sollst mich nicht verraten damit, daß sie so verrückt gespielt hat. Ich sollte das nicht gesagt haben – ich hatte ihr das versprochen.“ Darauf sprach der König: „Mich dünkt, daß die Frau ohne Schuld ist. Doch hilf uns mit Rat und Tat, Herr Saben, daß wir ihm Leib und Leben nehmen –", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "du hast ir nindert wan zwene, die dir getrewer sein. den haiss verholen tödten das claine kindelein. Beschicht es offenlichen – die leute unutze sint – si zeihent dich villeichte, du habst ertötet das kind. du solt im verholen haissen nemen sein leben.' er sprach 'ich wil dir volgen, du hast guoten rat gegeben.' Da sprach aber Saben 'des rates tuon ich mich abe. du solt mich des nicht zeihen, daz ich dirs geraten habe.' aus dem selben rate er sich darumbe nam: er wolt daz die getrewen wurden an einander gram. Berchtung der ward haimlich zu dem künige bracht. da sprach der alte weise 'wes ist nu gedacht? herre, lat mich hören, was dise märe sint.' mit jammer sprach der Krieche 'du solt tödten mir mein kind haimlich und so verholene, daz sein niemant werd gewar.' da sprach der vil getrewe 'secht, das behüet ich gar. ich wil an seinem tode vil gar unschuldig sein. mir wär laide wer tödete den erbherren mein.' Der künig sprach 'nu gedenke, Berchtung von Meran, daz ich nicht so getrewes in meinem reiche han, und lass mich des geniessen, daz man dir trewe gicht. du solt das kindl töten.' er sprach 'ich entöte sein nicht. Unser zwaier trewe nimmer mer geschaiden sint.' 'du hast auf Lilien Porte sechzehen schöne kint, unlange junkhern, und ein schones weip: die haiss ich alle tödten, du benemst dann dem kind seinen leib. Die sullen dir lieb von rechte und auch vil billich sein. die haiss ich alle hahen an die zinnen dein, und ze aller vordrist dir auch selber nemen  daz leben.'\t 'ich wil so grossen gelt nicht wider das aine geben.' Da gedacht der getrewe: 'es ist nicht also guot. ich tuo was er mich haisse: vil grimme ist sein muot. ee dann er mich hienge, meine kind und mein weib, wolt er michs nicht erlassen, ich neme im selber ee den leib.' Da sprach er zu dem künige 'welt ir michs nicht erlan, so wil ichs gerne tödten' sprach Berchtung von Meran. 'seit ir nicht welt embern oder es geschehe, so solt ir mirs antwurten, daz es niemand ersehe. Des gaben si do trewe aneinander da. Berchtung wer aber gerner gewesen anderswa.", - "output": "ratet, wie dem schönen Kind Leib und Leben genommen werden soll, auf daß es zu dem komme, von dem es wohl ist.“ Darauf sprach der falsche Saben: „Da weiß ich guten Rat. Laß Berchtung von Meran zu dir befehlen – du hast nirgendwo auch nur zwei, die dir treuer ergeben sind – dem befiehl, in aller Stille das kleine Kind zu töten. Geschieht es nämlich offen – die Leute sind ja so unnütz! – sie bezichtigen dich leicht, daß du selbst das Kind zu Tode gebracht hättest. Du sollst befehlen, ihm in aller Stille das Leben zu nehmen.“ Er sprach: „Ich will dir folgen, du hast guten Rat gegeben.“ Darauf sprach wieder Saben: „Von diesem Rate nehme ich Abstand. du sollst mich nicht bezichtigen, daß ich dir das geraten habe.“ Mit dem ganzen Ratschlag wollte er nichts tun haben darum: Er wollte, daß die beiden treu Vertrauten einander gram würden. Berchtung, der ward heimlich zum König gebracht. Da sprach der Alterfahrene: „Was ist hier geplant? Herr, laßt mich hören, was ihr mir zu sagen habt.“ Mit Jammer sprach der Grieche: „Du sollst mir mein Kind töten, so heimlich und in aller Stille, daß es niemand bemerkt.“ Darauf sprach der Vielgetreue: „Hört, davor werd ich mich hüten! Ich will an seinem Tode nicht die geringste Schuld tragen. Das wäre mir leid, wenn jemand meinen Erbherren tötete!“ Der König sprach: „Bedenke doch, Berchtung von Meran, daß ich nichts so Getreues in meinem Reich habe, und laß mirs von Nutzen sein, daß man dich den Treuen nennt! Du sollst das Kind töten!“ Er sprach: „Ich töte ihn nicht! Treu und Vertrauen zwischen uns beiden sind für alle Zeit ungeschieden!“ „Du hast auf Lilienport sechzehn schöne Kinder, noch kaum junge Herren, und ein schönes Weib – die laß ich alle töten, nimmst du diesem Kind nicht Leib und Leben! Die sollten dir von rechts wegen und höchst billigerweise lieb sein. Die laß ich allesamt hängen, an deine Zinnen, und zu allervörderst auch dir selbst das Leben nehmen!“ „So großes Entgelt will ich für das eine nicht geben!“ Und, dachte der Getreue bei sich: „Dafür ist es nicht gut genug. Ich tu, was er mich heißt – zu grimmig sind seine Anschläge. Bevor er mich hängt, meine Kinder und mein Weib – sollt er mirs nicht erlassen wollen – nehm ich ihm eigenhändig Leib und Leben.“ Darauf sprach er zum König: „Wollt ihr mirs nicht erlassen, so sei mein Begehr, es zu töten“, so sprach Berchtung von Meran.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "das ist die ander sorge: das erlaid das kindelein. noch lebt auf Garte in jammer die edle künigin. Abenteur: Umb des kindes genist – und ward behalten haimlich III Der künig sprach ze Berchtungen 'ich han mich wol bedacht, wie wir das kind gewinnen: du solt wachen dise nacht. dir muoss der torwart als undertenig sein – wenn dichs gelustet, er lat dich aus und ein. Dhainen kammeräre lass ich ligen vor der tür. also daz kint entschlafet, so soltu treten darfür. wenn si in der burge entslafen sint und mein fraw entslafet, so gib ich dir das kint.' Da tet der vil getrewe, als in der künig hiess. er schuof mit dem torwarte, daz er in in und aus liess. do tet der vil getrewe, als in sein herre bat: do si in der burg entsliefen, für die kemenat er getrat. Do redten miteinander der man und auch das weib. si hetten grossen jammer umb des kindes leib. der künig sprach zu der frawen 'wo namest du das kindelein, du namests von dem teufel!' 'nain' sprach die künigein. Da sprach der künig mit zorne 'es sol nicht lenger leben. ich wil im auch meines erbes nimer halbe stat gegeben, im wirt auch von mir nimmer baide burg noch landt: was ich im erbes gebe, das wär übele gewant.' Da sprach die frawe in | zorne 'das ist als du wilt.\t nu ist manig wol geborn man, der nimmer füeret schilt. also muos er auch vertrosten sich leicht der gabe dein. der in da hat beschaffen, der bewar das kindelein.' 'Er sol reuten und bawen, von art ist das sein recht. wer liess im seine künigreich? er mag nicht küniges knecht gesein mit seinem leibe. er hat nicht küniges muot. er sol in dem walde die leute morden umb ir guot.' Da sprach die frawe in jamer 'villeicht im bas geschicht: wes im got wil gunnen, des mag man im benemen nicht. was auch aus im sol werden, das ist dir unbekant: sein aines leib erstreitet ein künigin und ein landt.' 'Wilt aber das gelauben?' sprach er zu der künigin. si sprach 'mir ist getrawmet, daz es sol also sein.' da sprach aber der Krieche 'sol im geschehen das hail, so lass er seinen brüedern alhie sein drittail.", - "output": "„Da ihr nicht ablassen wollt und auf dem Geschehen besteht, so sollt Ihrs mir überantworten, so, daß es kein Mensch sieht!“ Darüber gaben sie einander da das Treueversprechen. Berchtung aber wäre lieber anderswo gewesen. Das ist die zweite Sorge – das erlitt das kleine Kind. Noch immer lebt auf Garte in Jammer die edle Königin. Abenteuer: Vom Überleben des Kindes – und insgeheim blieb es bewahrt Der König sprach zu Berchtung: „Ich habe ausgiebig darüber nachgedacht, wie wir an das Kind kommen. Du sollst der Wachhabende sein diese Nacht. Dann ist der Torwärter dein Untergebener – wann immer du Lust hast, er läßt dich aus und ein. Ich lasse keinen Kammerherrn vor der Tür liegen. Sowie das Kind eingeschlafen ist, so sollst du dich davorstellen – wenn sie in der Burg dann eingeschlafen sind und meine Gemahlin eingeschlafen ist, so geb ich dir das Kind.“ Da tat der Vielgetreue, wie ihn der König geheißen hatte. Er regelte mit dem Torwärter, daß der ihn ein- und ausließ. Und dann tat der Vielgetreue, wie ihn sein Herr gebeten hatte: Als sie in der Burg eingeschlafen waren, trat er vor die Kemenate. Da redeten sie miteinander, der Mann und auch die Frau. Sie hatten großen Jammer wegen des Kindes Leibesgestalt. Der König sprach zu der Dame: „Wo hast du das Kind her, wenn dus nicht vom Teufel hast!“ „Nein!“, sprach die Königin. Darauf sprach der König mit Zorn: „Es soll nicht länger leben. Auch will ich ihm von meinem Erbe keine halbe Stadt übergeben, und nimmermehr kriegt er von mir Burg oder Land: Alles, was ich ihm als Erbe übergäbe, wäre übel verwendet!“ Da sprach die Dame in Zorn: „Das ist halt, wie du willst! Es gibt heut manch hochwohlgebornen Mann, der niemals den Schild führt. Auch wird er sich über diese deine Gabe leicht hinwegtrösten. Der, der ihn geschaffen hat, der möge das Kind bewahren!“ „Er soll roden und Ackerbau treiben, das ist das Recht seiner Art. Wer würde dem seine Königreiche hinterlassen? Er kann kein Königsknappe sein mit seiner Statur! Er hat keinen Königsmut! Er soll im Wald Leute morden um ihr Hab und Gut!“ Da sprach die Dame in Jammer: „Vielleicht hat er ein besseres Schicksal. Was Gott ihm gönnen will, das kann kein Mensch ihm wegnehmen. Und was aus ihm werden soll, das ist dir unbekannt: Er allein, mit seiner Statur, wird eine Königin und ein Land erstreiten!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " An einem künigreiche hat er immer lant genuog, und kan er das erfechten, so ist er hart kluog. ich gib dirs mein trewe und meinen aid und lass es auch war, daz er aller meiner lande geneusset nimmer umb ein har, noch nimmer tail gewinnet, und solt er immer leben. ich verbeuts auch meinen kinden, daz si im ichtes geben, wann so ich sterbe, dhain des landes mein.' 'so muos im got genaden' sprach aber die künigein. Da schwuor bei den zeiten kain künig dhainen aid, was er in trewen lobte, es wär die warhait. do kerte sich hin umbe die frawe und slief, und schlaich er aus der decke. Berchtunge er leise rief. Er raumte durch die porte 'Berchtung, bist du da?' do sprach mit leisem worte der vil getrewe 'ja.' 'waist du ob in der burge die leut entslafen sint?' 'herre, es wachet niemand, nu emphelhet mir das kind.' Der künig dennoch forchte, es wachte sein liebes weib. da graif er under die hüle an ir mund und an ir leib. sein handt es alles suochte daz man an frawen sicht. wie dicke ers aber rüerte, si erwachte laider nicht. Da gieng er zu dem bete, da lag das kindelein, daz er verstelen wolte der lieben muoter sein. da getorst er nie gerüeren das klaine kindelein: er vorchte ob ers weckte, es weckte die muoter sein. |\t Er gedacht in seinem muote 'und wirt das kindel laut, so erschreiet auch die muoter, so lieb ist ir das traut, und bringet mich ze schanden. noch lieber verleur ichs leben. ich wils recht ermorden und wil ims also totes geben.' Ze seines betes haubet suocht er sein gürtelgewant nach walhischem site nam er ein messer an die handt. er sprach 'wilt du wainen, unraines kindelein, unz an die handt das messer stich ich in das herze dein.' Da zuckte er aus dem bete das kind, da ers vant. durch seinen tot das messer truog er an der handt. got gab im da ze haile das das kindel slief: anders het ers ermort. Berchtung im aber rüef 'Wie lange wilt du beiten? es ist gen dem tage. gib mir das kind bei zeiten, daz ichs fürder trage, ee dann die fraw erwache und uns melde des morgens schein.' vil sanfte sprach der Kriech 'nu nim hin das kindelein.'", - "output": " „Und das willst du glauben!“, sprach er zu der Königin. Sie sprach: „Mir hat geträumt, daß es so sein soll und wird.“ Da sprach wiederum der Grieche: „Soll ihm solches Heil geschehen, so lasse er seinen Brüdern sein Dritteil allhier! An einem Königreich hat er allemal genug Land, und wenn er das zu erfechten weiß, dann ist er überaus klug. Ich geb dir meine Treu darauf und meinen Eid und laß es auch wahr werden, daß er von all meinen Landen nicht den Nießnutz von einem Haar kriegt, noch auch je einen einzigen Teil abbekommt, und sollte er ewig leben. Ich werde es auch meinen Kindern verbieten, daß sie ihm auch nur das Geringste, wenn es mit mir ans Sterben kommt, von meinem Land abgeben.“ „So möge ihm Gott gnädig sein!“, sprach wiederum die Königin. Damals, zu jenen Zeiten, schwur kein König einen Eid, an dem nicht alles, was er auf Treu gelobte, die Wahrheit gewesen wäre. Darauf drehte sich die Dame um und schlief, und er schlich sich aus der Decke fort. Leise rief er nach Berchtung. Er raunte durch die Türe: „Berchtung, bist du da?“ Darauf sprach der Allertreuste mit leisen Worten: „Ja.“ „Weißt du, ob in der Burg alle Leute schlafen?“ „Herr, niemand ist wach. Nun übergebt mir das Kind.“ Der König hatte aber die Furcht, sein liebes Weib könnte wachsam sein. Da griff er unter die Hüllen, an ihren Mund und an ihren Leib – seine Hand suchte nach allem, was man an Frauen sieht. Wie viel und wie oft ers aber berührte, sie erwachte nicht, leider. Da ging er zu dem Bett, wo das Kind lag, das er stehlen wollte, weg von seiner lieben Mutter. Da wagte er das kleine Kind nicht anzurühren: Er hatte die Furcht, wenn ers aufweckte, daß es seine Mutter wecken könnte. Er überlegte bei sich: „Und wenn das Kind laut wird, dann fängt auch die Mutter an zu schreien, so lieb ist ihr ihr Schatz, und bringt mich in Schande. Lieber verliere ich Leib und Leben. Ich will es gleich hier umbringen und will es ihm schon tot übergeben.“ Am Kopfende seines Bettes suchte er sein Gürtelgewand nach welscher Art nahm er ein Messer in die Hand. Er sprach: „Willst du weinen, du unreines kleines Kind – bis an die Hand stech ich dir das Messer ins Herz!“ Dann zerrte er das Kind aus dem Bett, wo er es grad fand, in der Hand das Messer zum Todesstoß. Da schenkte ihm Gott zum Heil, daß das Kind schlief – er hätte es sonst umgebracht. Da rief Berchtung zu ihm hinein:", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Berchtung der getrewe seinen herren emphieng. von der kemenaten er vil leise gieng. da er kam für das gewelbe, da gieng er naher bas unz für die burgporten. auf das ross er gesass. In seinen regenmantel want er das kindelein. er sprach zu dem torwarte 'und gewähnest du mein, ich schlach dir ab das haubet und wirf dich in den graben. versweigst aber du die raise, du magst sein frum gehaben.' Wie eben aber er sich satzte, der raise in doch verdros. der torwart im legte das kindelein in die schoss. er rait über die brücke, im leuchtete des morgen schein. recht an der burgleiten erwachte das kindelein. Da rüefte es in den sorgen, als ein kindel tuot, daz auch zu sölhem tode hat dhainen muot. es sprach erbärmikliche 'muoter, decke mich.' der alte sprach in zorne 'ich enruoch, und freuset dich.' Als im der der liechte morgen und auch die sunne erschain, er gedacht an sein trewe. da was er alters ain. als der sunnen blicke durch die liechten wolken brach, er was geriten so verre, daz in niemands sach. Die steige und auch die strasse er durch vorchte vermaid, durch wald und durch gevilde er mit im schaches rait. da erwachte in den stunden vil gar das kindelein. da vergass es seines frostes und spilte mit den ringen sein. Also daz klaine kindel seiner sorgen gar vergass, da greif es an die ringe und sprach 'was ist das?' des halsberges schöne das kindel nie verdros. das ersach der Krieche, sein jamer ward vil gros. Es leucht im under die augen sein leib als der schnee. was das kind gelachte, das tet dem alten wee. er dacht 'ob ich dich tödte, das | ergie mir nimmer wol.\t mein herz ist so betrüebet, ich wän mit dir ersterben sol.' Da fuort ers auf die haide an ein vil grüenes gras in ein frömde wilde, da niemand bei in was. er satzt es auf den anger. da zoch er aus das schwert: das kind wolt er des todes durch den herren han gewert. Das schwert begunde er schawen, da was sein herze verzagt. das habt ir wol gehöret, vil dicke das gesagt: wem got sein leben wil fristen, nicht laides dem geschicht. sein hende es wolten töten, do gestats sein herze nicht.", - "output": " „Wie lange willst du warten! Es geht schon gegen den Tag! Gib mir das Kind beizeiten, daß ich es forttrage, bevor Madame erwacht und uns das Morgenlicht verrät!“ Ganz leise sprach der Grieche: „Da nimm nun hin das Kindchen!“ Berchtung, der Getreue, nahm seinen Herrn entgegen. Ganz vorsichtig ging er von der Kemenate weg. Da kam er vor das Torgewölbe, da ging er immer weiter, bis vor das Burgtor. Er setzte sich auf das Roß. In seinen Regenumhang wand er das Kind. Er sprach zu dem Torwächter: „Und wenn du etwas von mir erwähnst, ich schlag dir den Kopf ab und werf dich in den Graben! Schweigst du aber über den Ausritt, kannst du Nutz und Frommen davon haben.“ Wie bequem er sich aber setzte, der Ausritt machte ihm doch Verdruß. Der Torwächter legte ihm das Kind in den Schoß. Er ritt über die Brücke, das Morgenlicht leuchtete ihm. Grad am Burghang erwachte das Kind. Da rief es in seiner Furcht, wie ein Kind das macht, dem auch gar nicht nach einem solchen Tode ist, es sprach, zum Erbarmen: „Mutter, deck mich zu!“ Der Alte sprach in Zorn: „Ich denk nicht dran, frier doch!“ Wie ihm da der lichte Morgen und dann auch die Sonne schien, dachte er an seinen Treuschwur. Da war er ganz allein. Wie der Sonne Blitzen durch die lichten Wolken brach, war er so weit geritten, daß ihn niemand mehr sah. Die Stege und auch die Straße vermied er aus Furcht, durch Wald und durch Feld ritt er mit ihm wie ein Räuber. Da wurde das Kind nun ganz und gar wach. Da dachte es nicht mehr daran, daß ihm kalt war, und spielte mit seinen Ringen. Sowie das kleine Kind seine Sorgen ganz vergessen hatte, da griff es an die Ringe und sprach: „Was ist das?“ Und auch die Schönheit der Halsberge zog das Kind immer wieder an. Das alles sah der Grieche – sein Jammer ward sehr groß. Sein Körperchen leuchtete ihm in die Augen wie der Schnee; jedes Lachen des Kindes, das tat dem Alten weh. Er dachte: „Wenn ich dich töten würde, es würde mir nimmermehr gutgehen! Mein Herz ist so betrübt, ich meine, ich werde wohl mit dir sterben müssen!“ Da führte er es auf die Heide, an ein sehr grünes Gras, in eine unbekannte Wildnis, wo niemand in ihrer Nähe war. Er setzte es auf den Anger. Da zog er das Schwert heraus: Um des Herren willen wollte er dem Kind den Tod geben.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Da sprach er wider sich selben 'wie ist mir so geschehen? ich han vor meiner hende wol hundert man gesehen, die ich alle ertödet han und mit meiner handt erschlagen. daz ich nu bin so blöde, das wil ich gote clagen. Daz ich dich nicht tar töten, wavon kumt mir das?' das kindel er da fuorte mit zorne fürbas. er gedacht in seinem herzen 'es hat dir got gegeben, du bist villeicht also sälig, du solt behalten dein leben. Ee dann ich aber von dir schaide, doch wirt dir dein leib benomen. ich wil durch dein sterben zu ainem brunnen kumen. du muost dich selber ertrenken in dem wasser, liebes kind: das kumt von liechten rosen, die enmitten darinne sint. Ich wais wol daz dich trewget dein junge kinthait, daz dein torsche jugende dich darin verjaidt. der brunne ist tief alumbe und wilde, kindelein, die rosen brechen darinne: zwar du vellest darein. So wil ich danne schawen wie dir der tot sei beschert, ist dann dein vater ein teufel, er hat dich schier ernert.' mit grimmigen muote kam er dar gerant an ein wisen grüene, da er den brunnen vant. Mit jammerlichen herzen erbaisst er auf daz gras. dennoch im hart schwäre umb des kindes sterben was. er satzt es über den brunnen. het aber das kindelein gegriffen nach den rosen, so wär es gevallen darein. Es kam von seiner sälde, die rosen es vermaid. do gieng es von dem brunnen hin auf den anger brait, durch sein kurzweile viel es auf das grüene gras. es ahtete des hart klaine daz es altersaine da was. Berchtung der getrewe was listig und karg: sein ross in laubes dicke und sich selben verbarg. er sprach 'nu wer ich gerne disen tag bei dir – ich fürcht, ob dir icht werre, du vliehest heer zu mir. Ich wil doch bei dir wachen zwar dise nacht. du muost beinamen sterben, so ich dich als verre habe bracht. ich wil gros wunder heint an | deinem leibe sehen.\t und gelebst auch du bis morgen, es mag fürbas geschehen.' Das kind was alters aine und het kumbers nicht. es wartete des genaden von dem man manig wunder sicht. der phlag sein wol mit trewen, sein hilf es nicht betrog. das weib was im ze verre, der brüstlin es sog.", - "output": " Darauf schaute er das Schwert an, da war sein Herz verzagt. Ihr habt das sicher gehört und oft das gesagt: Wem Gott das Leben erhalten will, dem geschieht kein Leid. Seine Hände wollten es töten, und dann gestattete es sein Herz nicht! Da sprach er zu sich selbst: „Wie geschieht mir hier! Vor meiner Hand habe ich wohl hundert Männer gesehen, die ich alle getötet habe und mit meiner Hand erschlagen – daß ich nun so schwach bin, das sei mir Gott geklagt! Daß ich dich nicht zu töten wage – woher kommt mir das?“ Mit Zorn führte er das Kind dann weiter. Er dachte in seinem Herzen: „Gott hats dir gegeben, und am Ende bist du selig und sollst dein Leben behalten! Ehe ich dann aber von dir scheide, wird dir doch Leib und Leben genommen! An eine Quelle will ich kommen, für dein Sterben – in diesem Wasser mußt du dich selbst ertränken, liebes Kind: die leuchtenden Rosen mitten drin werden der Grund sein! Ich weiß wohl, du wirst dich täuschen lassen von deiner Jugend und Kindlichkeit, und daß deine Unerfahrenheit und Jugend dich da hineintreibt. Der Quell ist überall tief – und wild, Kindchen: die Rosen darin brechen – ja, ja, du wirst hineinfallen! Und dann will ich zuschauen, wie dir der Tod beschert wird. Wenn aber dein Vater ein Teufel ist, dann hat er dich schnell gerettet.“ Grimmigen Gemüts kam er dahergesprengt, an jene grüne Wiese, wo der den Quell fand. Mit Jammer im Herzen stieg er ab, ins Gras hinunter. Die Vorstellung war ihm sehr schwer, daß das Kind sterben sollte. Er setzte es an den Quell. Und hätte das Kindlein nach den Rosen gegriffen, so wäre es hineingefallen. Von seiner Gottseligkeit kam es, daß es die Rosen mied. Dann ging es weg von dem Quell, auf den weiten Anger hinüber; aus Kurzweil ließ es sich aufs grüne Gras fallen. Es machte ihm gar nichts aus, daß es ganz allein da war. Berchtung, der getreue, war klug und überlegt: Sein Roß und sich selber verbarg er im dichten Laub. Er sprach: „Ich möchte jetzt doch diesen ganzen Tag bei dir sein – ich fürchte, wenn dir etwas ist, dann fliehst du her zu mir! Wahrlich, ich werde auch noch diese Nacht bei dir wachen. Eigentlich mußt du sterben, so weit wie ich dich fortgebracht habe! Große Wunder will ich heut nacht leibhaftig an dir sehen, und wenn du bis morgen überlebst, dann mag das so bleiben.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Es sass unz an den abent, die sunne gar verschwant. da brach der liechte mon durch die wolken so zehant. da huob sich zu dem brunne durch hitze manig wilt. da was aber niemand des kindes frideschilt. Was wildes essen muoset, das mag wasser nicht embern. genas das klaine kindel, des muost es got gewern. zu dem brunnen liefen lewen, bern, wiltswein. mitten under dem gevilde sass das kindelein. Was wildes wasser wolte, das muost et alles dar. zu jungst kam gelaufen der wolfe ein michel schar in starken hungers geite, als man si laufen sicht. der hunger zwang si sere und teten dem kinde nicht. Von süesses leibes gschmacke ward in das kindel kunt. von grossen hungers note iegliches wolfs mund das kindelein beginte: under in allen es da sass. so sat ward ieglich, daz er des kindes nicht ass. Si sassen zu ainem ring umb das kind auf das gras. Berchtung durch das wunder hinach geschlichen was. er sprach 'nu muoss ich schawen, daz ich noch nie gesach: mich wundert daz die wolfe dir tuont kain ungemach.' Die augen in irn haubten brunnen als ein kerzenliecht. der arme was ein tore und forchte sein veinde nicht. er gieng ze ieglichem und griff im mit der handt, wo er ir liechte augen in iren köpfen vant. Wes er mit ine begunde, das muosten si im vertragen. sunst gieng er under in umbe, bis es begunde tagen. welher sich sein da werte, den schluog er daz er da lac. der wunder lachte do Berchtung die nacht unz an den tag. Mit jammer sprach der weise 'dir ist der leib vil unbenomen. dir müessen dise zaichen von gotes güete kumen, ich wil das wol gelauben, und wärest du des teufels barn, du wärest von den wolfen erstorben und verfarn. Ob ich nu het den willen daz ich gerne tötete dich, des ist mir nicht ze muote, ich fürcht es gerew mich, seit dir die argen wolfe fride haben gegeben, wes solt aber ich dich zeihen, ich liesse auch dich nu leben.' Do in der morgen leuchte, da merte sich sein gewin, des armen auf der haide: die wolfe liefen hin. da sprach der raine guote | 'ich wil fristen deinen leib:\t ich wil durch dich wagen meine kindt und auch mein weib.'", - "output": " Das Kind war ganz allein und völlig unbekümmert. Die Gnade dessen, von dem man mancherlei Wunder sehen kann, behütete ihn. Der nahm sich seiner in Treuen an, seine Hilfe betrog ihn nicht, denn weit weg war ihm die Frau, an deren feinen Brüsten er saugte. Da saß es bis an den Abend, die Sonne war ganz verschwunden, da brach der leuchtende Mond alsbald durch die Wolken. Da begab sich, der Hitze wegen, manch Wild zu dem Quell. Da war aber keiner dem Kind ein schützender Schild. Alles Wild, das Essen zu sich nimmt, das kann Wasser nicht entbehren. Sollte das Kind am Leben bleiben, so mußte ihm Gott dafür sorgen. Zum Quell kamen gelaufen Löwen, Bären, Wildsäue – genau in der Mitte des Gefildes saß das Kind. Alles Wild, das Wasser wollte, das mußte halt allsamt da hin; zum Schluß kam eine große Schar von Wölfen angelaufen, wie man sie laufen sehen kann, wenn sie ein mächtig gieriger Hunger treibt. Ein schmerzlicher Hunger hatte sie gepackt – und sie taten dem Kinde nichts! Der süße Duft seines Leibes ließ sie das Kind bemerken, aus großer Hungernot war jeder einzelne Wolfsrachen zum Kind hin aufgesperrt, mitten unter ihnen saß es da – da wurde jeder einzelne so satt, daß er von dem Kind nicht aß. Sie setzten sich zu einem Ring rund um das Kind ins Gras. Berchtung war bei diesem Wunder näher herangeschlichen. Er sprach: „Nun muß ich anschauen, was ich noch nie gesehen habe! Das wundert mich, daß dir die Wölfe kein Ungemach zufügen.“ Die Augen in ihren Häuptern brannten wie eine Kerzenflamme. Der arme Kleine war ganz ahnungslos und fürchtete seine Feinde nicht. Er ging zu jedem einzelnen und griff nach ihm mit seiner Hand dahin, wo er ihre lichten Augen in ihren Köpfen fand. Alles was er mit ihnen anstellte, das mußten sie ihm nachsehen. So ging er unter ihnen herum, bis es zu tagen begann. Jeder, der sich ihm zur Wehr setzte, den schlug er, daß er dalag. Über diese Wunderbarkeiten lachte da Berchtung die ganze Nacht bis zum Tag. Mit Jammer sprach der weise Mann: „Leib und Leben sind dir unbenommen – diese Zeichen müssen dir von der Güte Gottes kommen, das will ich wohl glauben: Denn wärst du des Teufels Kind, so wärest du unter den Wölfen gestorben und dahingegangen. Und hätte ich noch die Absicht, daß ich dich töten wollte – wonach mir nicht zumute ist – ich fürchte, es würde mich reuen, da dir die argen Wölfe Frieden gegeben haben, was sollte ich dir vorwerfen, um dich nicht auch am Leben zu lassen!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Er sprach 'ich wisste et gerne, von wem du werest behuot. ich wil dich doch versuochen, als man die cristen tuot.' er machte von holz ein creuz und stiess das in den sant. er sprach 'und bist du ein teufel, so brichet es dein handt.' Für es in die erde er das creuze stiess. das kind das was so geheure, daz es es nicht stecken liess. es schawte es in manigen enden, vil lang es ansach und het es in der hende, daz es nicht zerbrach. 'Ich sihe wol daz der teufl an dir unschuldig ist. ich wäne du seiest cristen, dich hat beschaffen Crist. bist aber du ein haiden, doch wil ichs lassen sein. ich wil dich lenger fristen, vil liebes kindelein. Nu versüenen wir uns heute, ich was dir gester gram.' das kind er von der erde auf seinen arm nam: 'da du under disen wolfen bist beliben gesunt,' er sprach 'du lebest noch lenger' und küsste es an den mund. 'Ich wil durch deinen willen mich vertreiben lan und wil auch durch dich wagen alles daz ich han. ich wil durch dich nu wagen mein weib und meine kind, die stete und auch die burge, die mir undertenig sind. Ich waiss wol daz ditz zaichen von guoten dingen vert, daz du under disen wolfen den leib hast ernert. an deines vaters willen wirst du noch ein künige reich: nu muost auch immermere haissen der Wolff herr Diettreich.' Er truog in zu dem rosse, darauf er do mit im sass. vor seines herren vorchte wurden im die augen nass. er sprach 'mir möcht noch lieber sein dein aines todt, dann ich und mein geslächte leiden immermere not.' Sunst rait er in den sorgen und fuorte den herren sein zu ainem wildenäre, der het ein hewselein, so seine jäger dick das gejaid ze lange triben und in dem walde benachten, daz si dann da beliben. Da rait er zu dem hause und klopfte an die want. da kam der wildenäre an die strasse da zehant. da emphieng er vleissiclichen den vil getrewen degen – wan er mit freuden dicke was in dem hawse da gelegen. Er sprach zu dem wildenäre 'guot man, wo ist dein weib? nu wil ich versuochen ewr zwaier leib. durch ewr baider trew bin ich zu euch geriten: ich wil durch hohe miete euch betlicher ding biten.", - "output": " Als ihnen der Morgen leuchtete, da mehrte sich sein Gewinn, dem Armen dort auf der Heide: Die Wölfe liefen fort. Da sprach der Reine, der Gute: „Ich will dir Leib und Leben erhalten, ich will für dich dransetzen meine Kinder und auch mein Weib!“ Er sprach: „Ich wüßte halt gerne, von wem du behütet worden bist. Ich will dich doch prüfen, wie man das mit einem Christen tut.“ Er machte aus Holz ein Kreuz und stieß das in den Sand. Er sprach: „Und wenn du ein Teufel bist, so wirst du es mit eigner Hand zerbrechen.“ Vor ihn in die Erde stieß er das Kreuz. Das Kind, das war so wenig Ungeheuer, daß es das nicht stecken ließ: es beschaute es an allen Enden, sah es lange und lange an und hielt es so in der Hand, daß es nicht zerbrach. „Ich sehe wohl, daß der Teufel nicht dein Erzeuger ist. Ich denke, du hast was Christliches, Christ hat dich geschaffen. Bist du aber ein Heide, dann sage ich, so soll es sein. Ich will dir für ein langes Leben sorgen, allerliebstes Kindchen. Nun versöhnen wir uns heute – gram war ich dir gestern!“ Er nahm das Kind von der Erde hoch, auf den Arm. „Da du unter diesen Wölfen unversehrt geblieben bist“, sprach er, „lebst du noch lange!“, und küßte es auf den Mund. Für dich will ich mich vertreiben lassen und will für dich auch alles dransetzen, was ich habe; ich will nun für dich dransetzen mein Weib und meine Kinder, die Städte und auch die Burgen, die mir untertan sind!“ Ich weiß das wohl, daß dieses Zeichen von guten Dingen zeugt, daß du unter diesen Wölfen Leib und Leben behalten hast. Auch ohne deines Vaters Willen wirst du noch ein reicher und mächtiger König. Und du mußt nun auch für alle Zukunft heißen: Der Wolf Herr Dietrich. Er trug ihn zu seinem Roß, auf saß er dann mit ihm. Aus Furcht um seinen Herrn wurden ihm die Augen naß; er sprach: „Noch lieber möchte mir aber dein einer Tod sein, als daß ich und mein Geschlecht in alle Zukunft in Leid und Nöten sind.“ So ritt er in Sorge und führte seinen Herrn zu einem Wildhüter, der hatte ein Häuslein – wenn seine Jäger, wie oft, die Jagd zu lang ausgedehnt hatten und in diesem Wald in die Nacht kamen, daß sie dann dort eine Bleibe hätten. Da ritt er zu diesem Haus und klopfte an die Wand. Da kam der Wildhüter sogleich auf die Straße heraus. Da empfing er den vielgetreuen Degen mit fleißigem Dienern – denn er hatte schon oft mit Freuden in dem Haus übernachtet.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Den hofe habe dir für aigen, da du inne bist gewesen, und was du von dem walde nutzes magst gelesen; und das dorf daz hie zuo gehöret, das sol dein aigen sein, daz du mir | nun behaltest das schöne kindelein.\t Ob dich die leute fragen, wo du habest das kind genomen, ich mein ob es funden sei, des la dich nicht überkumen daz ichs heer fuorte; das solt auch nieman sagen. du solt des schweren tewr, es hab dein weib bei dir getragen. Du solt im auch mit tailen das beste daz du hast. frau, ich wil dirs lonen, daz dus nicht verderben lassest.' des kindel sei da namen, dan rait der fürste reich. nu ist aus der dritten sorgen der Wolff Diettreich. Abenteur: Wie die fraw das kindt klagete, da si es nit wiste IV Als es mit grossem jammer ward der frawen tag, da grif si an das bette, da das kindelin ee vor des lag. da leuchtete ir mit jammer der schöne morgen liecht: si suochte ir vil liebes kindel, da vant sis laider nicht. Si warf an sich ein hemede, aus dem bet si sprang, ir kindelin si suochte under bete und under der bank. mit jammer sprach die frawe 'awe, daz ich ie ward geborn! war sol ich gotes arme? ich han mein kind verlorn.' Vor laide do die frawe viel auf den estrich. ir clage und ir wainen was also jammerlich. si sprach 'war sol ich arme? daz ich so unselig bin! was taug ich nu zu leben? tot, nu nim mich alhin.' Si schrai mit lauter stimm, daz man ir ward gewar. die in der burge waren, die liefen alle dar. die si da angriffen, die kunden ir nicht gehaben: si viel under si darnidere, daz man si muste laben. Si sprach 'getörst ich dich schelten, vil ungetrewer man, unraines küniges künne – war hast mein kindt getan? es ist erstorben laider, und ist das gewesen dein rat! du valscher ungehewr, wie wol du waist wer es ermordet hat!' 'Du zeihest mich unrechte' sprach der künig reich, 'solt ich mein kind ertöten, das wär unmügleich. wiltu michs nicht erlassen, ich sag dir wol, war es ist komen: von dem dus hast erworben, der hat es auch zu im genomen.' 'Ietzo sprichstu rechte' also sprach die künigin.", - "output": " Er sprach zu dem Wildhüter: „Guter Mann, wo ist dein Weib? Ich will hier und jetzt euer beider Leib und Leben auf die Probe stellen. Wegen euer beider Treue bin ich zu euch hierher geritten. Gegen hohe Bezahlung will ich euch um Dinge bitten, die man nur erbitten kann. Den Hof behalte als dein Eigen, auf dem du bisher gewesen bist, und auch das, was du von dem Wald als Nießnutz zusammenlesen kannst, und das Dorf, das hierzu gehört, das soll dein Eigen sein dafür, daß du mir dies schöne Kindlein jetzt aufnimmst. Wenn dich die Leute fragen, wo du das Kind her hast – ich meine, ob es etwa gefunden sei, so laß dir nicht auskommen, daß ich es hergebracht habe – niemand, aber auch niemand sollst du das sagen. Du sollst das hoch und teuer beschwören: von dir habe es deine Frau und hier ausgetragen. Du sollst auch mit ihm teilen – das Beste, das du hast. Madame, ich will Dirs lohnen, daß du es nicht zugrundegehen läßt.“ Das Kindlein nahmen sie alsdann. Der reiche und mächtige Fürst ritt von dannen. Nun ist aus der dritten Sorgenot heraus der Wolf Dietrich. Abenteuer: Wie die Dame klagte, daß sie nicht wüßte, wo ihr Kind wäre Als es mit großem Jammer Tag ward für die Dame, da griff sie in das Bett, wo bis dahin immer das Kind gelegen hatte. Da leuchtete ihr mit Jammer der schöne lichte Morgen, sie suchte ihr liebes Kindlein, da fand sie es leider nicht. Sie warf sich ein Hemd über, aus dem Bett sprang sie – ihr Kindlein suchte sie unter dem Bett und unter der Bank. Mit Jammer sprach die Dame: „Oh weh! daß ich je geboren ward! Wo soll ich Gottesarme hin! Ich hab mein Kind verloren!“ Vor Leid dann fiel die Dame auf den Estrich. Ihr Klagen und ihr Weinen war dermaßen voller Jammer! Sie sprach: „Wo soll ich Arme hin! Daß ich so unselig bin! Was taug ich noch zum Leben? Tod, nimm mich allhin!“ Sie schrie mit lauter Stimme, so daß man auf sie aufmerksam ward – die in der Burg waren, die liefen alle dorthin. Und die sie dann anfaßten, die konnten sie nicht halten: sie brach ihnen zusammen; man mußte ihr erst einen Schluck Wasser geben. Sie sprach: „Traute ich mich, dich zu schelten, du ungetreuester Mensch! Du Königsbastard von einem Bastard! Wo hast du mein Kind hingetan? Ach leider, es ist umgekommen – und es war dein Rat und deine Hilfe! Du Falscher, du Ungeheuer! Du weißt wohl, wer es ermordet hat!“ „Du bezichtigst mich zu unrecht!“, sprach der reiche und mächtige König.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'ich hans von dhainem mann erworben: es was dein. du hast michs auch beraubet. das erbarme got! wenn es die welt gefraischet, so bist du der leute spot, und bist auch zu ainem künige immermer enwicht. so man ander künige preiset, so hat man dich vernicht. und gib dirs mein | trewe, daz du mirs hast benomen,\t darumb ich an dein bete wil nimmermer komen.' Da ward dem künige laide, die frawe quelet irn leib. er weste vil wol ir übel, vil zornig was das weib. in haimlichen rate er do ze Sabene sprach ,nu mües es got erbarmen, daz ich das kind ie gesach!' Mit zorne sprach do Sabene 'Bertung von Meran, der hat an dem kinde und an dir übel getan, daz er dirs hat ermordet und im genomen hat das leben. und bist du recht sinnig, du solt nimmer ims vergeben.' 'Awe', sprach der Krieche, 'warumb redest du das? nu erbat ich ins kaume – wurde ich im nu gehass, das wär ein gros untrewe, und brächtest dus darzuo, ich hans lützel ere, was ich im darumb getuo.' 'Ja wil ich dich berichten', sprach der ungetrewe Saben. 'er möcht wol ewr baider damit geschonet haben. er solts wol han gefristet doch einen halben tag. zu solhen untrewen nieman wol gesprechen mag. Ich gib dirs mein trewe, Berchtung ist dir gram. wie sere er sich des werte, er tette aber ainem als sam. er ist als ungetrewe, herre Huge Diettrich, daz er geruowet nimmer, im werde dan dein künigreich.' Da sprach der künig mit zorne 'gib mir deinen rat, seit er die untrewe an meinem kinde erzaiget hat und ir noch mer zu tuon gert, wie ich mich gerechen müge, daz ich in also verderbe, daz er icht mer entüge.' 'Das wil ich dir raten: sende einen boten dar, bit in durch deinen willen, daz er ze hofe far. enbeut im, du wellest machen ritter, das ist mein rat, so beginnet er mit im füeren die teuristen, die er hat.' Der bote ze Berchtunge auf Lilienport ward gesant. Berchtung der gelobte die hofefart alzehant. er sprach 'wir sullen schawen meines herren hochzeit: wol dan mit mir, junkhern, ob ir gerne ritter seit!' Von maniger hande varbe gap er rot, geel und bla.", - "output": "„Sollte ich mein Kind umbringen? Das ist doch wohl nicht möglich! Wenn du mirs nicht erlassen willst – ich sag dir genau, wo es hingekommen ist: Von dem du es empfangen hast, der hat es wieder zu sich genommen!“ „Jetzt sagst du das Rechte“, so sprach die Königin. „Ich habs nicht von irgendeinem Mann bekommen – es war deins! Und du hast es mir auch geraubt, das erbarme Gott! Wenn das die Welt erfährt, so bist du der Hohn der Leute und taugst auch ein für allemal zu keinem König mehr! Wo man andere Könige preist, da hält man dich für ein Nichts! Und darauf geb ich dir mein Wort, dafür daß du mirs genommen hast, dafür werde ich nimmermehr in dein Bett kommen!“ Da ward dem Könige Leid, und die Dame quälte sich an Leib und Leben. Er kannte ihr Übel wohl, voller Zorn war die Frau. Im heimlichen Rat sprach er dann zu Saben: „Nun möge es Gott erbarmen, daß ich das Kind je erblickt habe!“ Mit Zorn sprach darauf Saben: „Berchtung von Meran, der hat an dem Kind und an dir übel gehandelt, daß er dirs ermordet hat und ihm das Leben genommen! Und wenn du recht bei Sinnen bist, so sollst du ihm das nimmer vergeben!“ „Oh weh“, sprach der Grieche, „warum redest du so! Es war schon so schwer, es von ihm zu erbitten – würde ich ihm jetzt feind dafür, das wäre eine große Treulosigkeit, und brächtest dus dahin, so hätt ich wenig Ehre davon, was immer ich ihm dafür antu.“ „Nein, da will ich dich berichtigen“, sprach der ungetreue Saben, „er hätte euch beide gut verschonen können damit – er hätte es eben noch einen halben Tag am Leben lassen sollen! Solche Treulosigkeit kann niemand rechtfertigen! Ich gebe dir mein Wort darauf: Berchtung ist dir nicht wohl gesonnen. Wie schmerzlich er sich auch dagegen gewehrt hat, er hat dann doch genau wie so einer gehandelt. Er ist so treulos, Herr Huge Dietrich, daß er nimmer ruht, bis ihm dein Königreich zuteilwird.“ Da sprach der König mit Zorn: „Gib mir deinen Rat, da er diese Treulosigkeit an meinem Kind bewiesen hat und sie auch weiterhin zu zeigen gedenkt, wie ich mich rächen könnte, daß ich ihn so verderbe, daß er zu nichts mehr fähig ist!“ „Das will ich dir raten: Sende einen Boten hin, bitt ihn, es sei dein Wille, daß er an den Hof komme. Laß ihm sagen, du wollest Ritter machen – das ist mein Rat; und er wird gleich die Besten und Teuersten, die er hat, mit sich herführen.“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "hundert schwertdegene die wolt er machen da. ze hofe er der getrewe und auch der milte hiess, davon daz er sich da nieman überschallen liess. Da gedacht im der weise 'es mag so nicht gesein. ob mich beginnet fragen mein herre umb sein kindelein, so muos ich haissen schreiben wavon es sei genesen, ob er icht dest holder seinem kinde welle wesen.' Da gewan er einen getrewen, der im das alles schraib, von welicher hande sache dem kinde das leben belaib, von erst unz zu dem letsten alles bedeuticliche, und daz er ward gehaissen der Wolff herr Diettereiche. |\t Da kam ze hofe der fürste und ward emphangen wol, als noch ein biderbe dicke von einem künige sol. er kam so werdicleich daz er schone ward vernomen: der künic sprach ze Saben 'Berchtung der ist komen. Nu solt du mir aber raten, wavon das geschehe, daz wir in so betriegen, daz man gevangen sehe Berchtung hat von leuten ze hofe grossen schal.' 'dhainer schlachte waffen la du in tragen in den sal. Berchtung ist so kreftig, und setzt er sich zu wer, ee dann man in gefahe, er lestert dich und alles dein heer. und wil dir raten mere: wenn er ze tische geet, daz er sich nider gesetzet und dein trucksäss vor im stet, so solt du dise märe sagen der künigin, daz si über Berchtunge schreie, er hab ertöt dein kindelein. ir solt bede waffen schreien dreistund. ir solts mit geschrai tuon den leuten allen kundt. So sols an deiner hende den sal alumbe gan. vor Berchtunges tische hebt das dritte rüefen an: ›waffen über Berchtungen hat ermort das kindelein!‹ sechzigk man in halsbergen heiss dringen nach dir in.' In den palas weiten satzt man die tavel brait. weisse tischlachen spähe wurden darauf gelait. do hiess man Berchtungen, den fürsten von Meran, und auch die herren alle in den palas essen gan. Da stuonden kameräre, der maniger umbe sluog und werten daz man den helden ire schwert nicht nach truog. als ieglicher gesass an sein stat, der künig mit valschem muote Berchtungen sitzen bat. Er sprach 'Berchtung, sitze, edelfürste, und beite mein:", - "output": "Der Bote ward nach Lilienport zu Berchtung gesandt. Berchtung gelobte und sagte die Hofreise auf der Stelle zu. Er sprach: „Wir werden bei dem Fest meines Herrn dabeisein. Auf denn mit mir, ihr Junker, wenn ihr Ritter sein wollt!“ Mancherlei Farben vergab er: rot, gelb und blau; hundert Schwertdegen, die wollte er dort machen. Bei Hofe nannte man ihn den Getreuen und den Großzügigen – weil er sich da von niemand in diesem Ruf übertreffen ließ. Da dachte der Alte und Weise bei sich: „So geht das nicht! Wenn mir mein Herr Fragen stellen sollte um sein Kind, so muß ich dafür aufschreiben lassen, auf welche Weise es am Leben geblieben ist, für den Fall, daß er seinem Kind umso mehr gewogen sein wollte.“ Da fand er einen Getreuen, der ihm das alles aufschrieb, aufgrund welcher Umstände dem Kind das Leben geblieben war, von Anfang bis Ende, alles deutlich nach seiner Bedeutung, und daß er Wolf Herr Dietrich geheißen ward. Dann kam der Fürst bei Hofe an und ward gut empfangen, wie sich das für einen Tüchtigen von einem Könige immer gehört. Er kam in solchen Würden, daß er alle Sinne erfreute. Der König sprach zu Saben: „Berchtung ist gekommen. Nun sollst du mir noch einmal raten, wie das geschehen soll, daß wir ihn so überlisten, daß man gefangen sieht Berchtung – hat am Hof einen gewaltigen Ruf bei den Leuten.“ „Veranlasse, daß er keinerlei Waffen mit in den Saal nimmt. Berchtung ist so stark – wenn er sich zur Wehr setzt, bevor man ihn gefangennimmt, macht er dich und deine sämtlichen Leute zuschanden. Und deshalb rate ich dir: Wenn er zu Tische geht, sich niedergesetzt hat und dein Truchseß vor ihm steht, so sollst du das der Königin sagen, daß sie über Berchtung schreien soll, er habe dir dein Kind getötet. Ihr sollt beide dreimal ‚Zeter und Mordio‘ schreien; ihr sollt es mit Geschrei allen Leuten kundtun. Und sie soll an deiner Hand den Saal umschreiten. Vor Berchtungs Tisch hebt das dritte Rufen an: „Wehe über Berchtung – hat das Kind gemordet! Sechzig Mann in voller Rüstung laß nach dir in den Saal eindringen.“ In den weiten Palas setzte man die ausladende Tafel; weiße, feine Tischtücher wurden daraufgelegt. Dann hieß man Berchtung, den Fürsten von Meran, und auch die andern Herren alle in den Palas zum Essen gehen. ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "so wil ich zu dir setzen dein fraw, die künigein.' Berchtung ims wol dankte. der künig der gie zehant in ein kemenaten, da er die küniginne vant. Er sprach 'ir solt euch rechen, vil edle künigin. ich wil dich auf den weisen, der ermordet hat dein kindelin.' mit jammer sprach die frawe 'ja, herre, wer ist das? zwar dem sol wir baide mit willen tragen hass. Magst du mich an die warhait bringen der mir hat das laid getan?' er sprach 'ich wil euch in nennen: es ist Berchtung von Meran. den sol wir heute vahen und benemen darumb den leib.' 'du tuost im vil unrechte' sprach das tugenthafte weib. 'Si haben deiner eren wenig damit gedacht, die dich mit lügemären haben auf den fürsten bracht. du volgest alles Sabene, der wirt euch baiden nimmer holt. Berchtungen den getrewen du nichts zeihen solt. Waist du was dir der fürste Berchtung von Meran, eren und guotes und vil | liebes hat getan?\t ob er nicht mer het getan, wann daz er mich dir gab, du solts im immer danken unz in dein selbs grab. In mein kemenaten het in sein zucht gewendt. Botelunge meinem bruoder ward ich von im entspent. Da erwarb er mich im selben, sich, und gab mich dir do. wilt du des nicht gedenken, wie tuost du dann so, wenn du des Berchtungen nicht geniessen last, daz du landt und burge und dein ere von im hast. wenn dir Berchtung allaine mit trewen abe gat, so wisse daz all dein ere gar ein ende hat.' Da sprach der künig mit zorne 'er giltet disen mort, wie wol du habst gesprochen heut disen tag sein wort, du muost doch über in schreien: er nam dir dein kindelein.' 'nain ich, auf mein trewe' also sprach die künigein. 'Ja wil ich im nicht raten an sein ere noch an sein leben. bist an dem kind schuldig, das wil ich dir vergeben, durch das es Berchtunge an sein ere nicht engee. ich wil an deinem bete darumbe slafen als ee.' Da sprach der künig reiche 'des magst du mir nicht versagen. ich hort dich so jammerlichen dein liebes kindelein clagen: wiltu nicht über in hie schreien, ich nimme dir dein leib.' 'ich rüef ee fünfstund wafen' sprach das schöne weib. Da sprach der künig zu der frawen 'nu bereitet euch darzuo.'", - "output": "Da standen Kammerherren, deren mancher das verbot und verwehrte, daß man den Helden ihre Schwerter nachtrug. Sowie sich jeder an seinen Platz gesetzt hatte, bat der König mit falschen Absichten Berchtung, sich zu setzen. Er sprach: „Berchtung, setz dich, Edelfürst, und warte auf mich; so will ich deine Herrin, die Königin, neben dich setzen.“ Berchtung dankte es ihm wohl. Der König ging alsbald in die Kemenate, wo er die Königin fand. Er sprach: „Ihr werdet euch rächen, hochedle Königin. Ich werde dir den zeigen, der dein Kind ermordet hat.“ Mit Jammer sprach die Dame: „Ja, Herr, und wer ist das? Wahrlich, dem werden und wollen wir beide feind sein. Kannst du mir zur Wahrheit verhelfen, wer mir das Leid angetan hat?“ Er sprach: „Ich will ihn euch nennen: Es ist Berchtung von Meran. Den werden wir heute gefangensetzen und ihm dafür Leib und Leben nehmen.“ „Du tust ihm ganz unrecht“, sprach die tugendhafte Frau. „Damit haben sie wenig an dein Ansehen gedacht, die dich mit Lügengeschichten auf den Fürsten gebracht haben. Du folgst in allem dem Saben, der wird euch beiden nimmer gewogen. Berchtung, den Getreuen, den sollst du nicht bezichtigen! Weißt du, was dir der Fürst Berchtung von Meran an Ehren und an Gutem und an Freundlichkeiten getan hat? Und wenn er nicht mehr getan hätte, als daß er mich dir gab – du solltest es ihm immer danken, bis in dein Grab hinein. In allem Anstand wandte er sich zu mir in meine Kemenate, meinem Bruder Botelung hat er mich entlockt – damals erwarb er mich für sich, und sieh, dir hat er mich dann gegeben! Willst du daran schon nicht denken – wie ist es nur möglich, daß du Berchtung nicht zugutehalten willst, daß du Land und Burgen und dein Ansehen von ihm hast! Und wenn nur Berchtung mit seiner Treue dir abhanden kommt, so wisse, daß es ein Ende hat mit deinem gesamten Ansehen.“ Da sprach der König mit Zorn: „Er vergilt diesen Mord, wie gut du ihm auch heute das Wort geredet hast, du mußt doch über ihn schreien: Er hat dir dein Kind genommen!“ „Auf meine Treu, das tu ich nicht!“, so sprach die Königin. „Wahrlich, ich werde nichts tun, was ihm an Ehre oder Leben geht! Bist du an dem Kind schuldig geworden, das will ich dir vergeben, damit es Berchtung nicht an seine Ehre geht – ich will dafür wieder wie vorher in deinem Bett schlafen!“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'nu sol das got wol wissen, daz ichs vil ungerne tuo.' do zerwarf si ir gebende und zerfuort auch ir har, von clagelicher swäre ward si übel gefar. Der künig schrai do vil laute und mit im die künigin, da si zu des sales porte mitalle drungen in, 'wafen über Berchtungen! der hat ermort unser kindt! das klagen wir got von himele und allen den die hinnen sint.' Das dritte rüefen laute vor Berchtungen geschach. die mit den halsbergen nach dem künige man dringen sach. da sass ir ieglicher und sach den andern an. der künig hiess Berchtungen vahen und alle seine man. Da man Berchtungen in seinen züchten vie, zehande sprach der guote 'nu bin ich übele hie. ich wand daz mir dienst und auch trew solte frommen – nu mag mir hie dweders zu dhainen staten komen. Ich muos durch trew leiden, was zu leiden mir geschicht. wie man die an mir brichet, so embrich ich ir doch nicht. nu wänent alle leute, ich hab den herren mein erschlagen: wisste ich von im icht guotes, des wolte ich euch doch nicht sagen.' Berchtungen den getrewen man in ainen kerker stiess. der seinen leute dhainen man ungevangen | liess.\t allererst hat Berchtung sorge durch den vil lieben herren sein – und lebt noch auf Garte die arme künigein. Abenteur: Wie Berchtung gefangen für gericht kam V Berchtung do gefangen mit seinen helden lag. die raine küniginne ir aller schone phlag an des küniges willen hetten si alles des genuog, des man auf ir tavele essen oder trinken truog. Sunst lagen si gefangen vier monat oder me. Berchtungen tet der kumber durch sein trew wee. der künig hiess gebieten durch alle sein landt, daz si ze hofe kämen, den gerichte wär erkannt, hin ze Chunstenopel für die burg auf den plan. da wolt er haissen richten über Berchtung von Meran. er gebot den herren allen daz si kämen gar, noch kain gewaffen brächten mit in dar. Den künig muostens fürchten, wan er in gewaltig was. in seidener wäte erbaistens auf das gras. da fuort auch niemand ringe wan der küene Baltram,", - "output": "Da sprach der reiche und mächtige König: „Das kannst du mir nicht versagen! Ich hörte dich so jammervoll über dein liebes Kind klagen – willst du nicht über ihn schreien, dann nehm ich dir Leib und Leben!“ „Da ruf ich lieber fünfmal Wehe!“, sprach die schöne Frau. Da sprach der König zu der Dame: „Bereitet euch entsprechend vor!“ „Das soll Gott nun wohl wissen, daß ich das nur unfreiwillig tu!“ Dann zerriß sie ihr Gebände und zerwühlte auch ihr Haar. Durch diese klageschwere Last verlor sie alle Farbe aus dem Gesicht. Der König schrie dann ganz laut und mit ihm die Königin, als sie zusammen durch das Portal des Saales drangen: „Wehe über Berchtung! Der hat unser Kind ermordet! Das klagen wir Gott vom Himmel und allen, die hierinnen sind!“ Als sie es das dritte Mal laut beriefen, geschah das vor Berchtung. Die Bewaffneten sah man hinter dem König hereindringen. Da saß jedermann und sah den andern an. Der König hieß Berchtung gefangennehmen und alle seine Mannen. Als man Berchtung, diesen Hochanständigen, gefangen hatte, da sprach sogleich der Gute: „Hier bin ich nun übel dran! Ich hatte gedacht, daß mir Dienst und Treue frommen sollten – doch weder das eine noch das andre vermag mir jetzt zustatten zu kommen. Aus Treue muß ich leiden, was zu leiden mir geschieht! Doch wie man die Treue auch an mir bricht, ich werde die meine nicht brechen. Nun glauben alle Leute, ich habe meinen Herrn erschlagen; doch auch wenn ich gute Nachricht von ihm hätte, so wollt ich euch das nicht sagen.“ Berchtung, den Getreuen, stieß man in einen Kerker. Keiner von seinen Leuten, den man nicht auch festgenommen hätte. Nun hat Berchtung erst recht Sorge wegen seines lieben Herren – Und immer noch lebt auf Garte die arme Königin. Abenteuer: Wie der gefangene Berchtung vor Gericht kam Da lag Berchtung nun gefangen mit seinen Helden. Die Königin, die Reine, kümmerte sich aufs schönste um sie gegen den Willen des Königs hatten sie genug von allem, das man an ihrer Tafel an Essen oder Trinken auftrug. So lagen sie gefangen vier Monate oder mehr. Berchtung tat der Kummer weh, den er wegen seiner Treue litt. Der König schickte ein Aufgebot über alle seine Lande, daß sie zu Hofe kommen sollten, die da rechtskundig wären, nach Kunstenobel auf die Ebene vor der Stadt. Dort wollte er Gericht halten lassen über Berchtung von Meran.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Berchtunges swager; dem was der künig gram. Der was auch da verholne, daz in da niemand sach. ze liebe und ze hilfe es Berchtungen geschach. der künig erbarmiklichen im do richten bat. den ungetrewen Saben satzte der künig an sein stat. Der sass auf seinem stuole, die crone er im verlech. seines künigreiches er sich durch Berchtungen verzech. der vil ungetrewe Saben winkte mit der hant dar, er rawnte dem künige in sein ore 'nu nimm vil rechte war: Last du im vorsprechen, so mag Berchtung vil wol genesen. er hat im selb schiere die besten ausgelesen.' der künig do die seinen bat und auch gebot, daz niemand mit worten hülfe Berchtungen aus der not. Da sassens an dem gerichte, die man welete do zu der kür. Saben gebot dem künige daz er Berchtungen brächte für mit rüefen und mit geschrai, als er ee het getan, und daz er die küniginne auch hiesse mit im gan. Der künig sich ensaumte nicht: auf sein burg er do getrat, die hüetere auf Chunstenobele er vleissiklichen bat, daz si ze liechte brächten den gefangen man und in gebunden brächten für sein gerichte dan. Da sprach zu dem künige die edle künigin 'nu lass in noch geniessen der guoten trewe sein. er hat dir wol gedienet, des solt du in geniessen lan: la mich | Berchtungen gesprechen, ich wil aine zu im dar gan.'\t Da sprach der künig mit zorne 'fraw, ich gunn euchs wol.' do gieng die künigine zuo im über das hol. da bracht man Berchtungen aus der vinster an das liecht. die fraw gruosste in schone. da antwurt er ir aber da nicht. 'Wilt du mir nicht danken?' also sprach die künigin. 'wes möcht mich gelusten, vil liebe frawe mein? het ich die welt versenket, ich were genuog beschrait. nu sich ich wol, frawe, daz ir ungetrewe seit.' 'Ja solt du mirs nicht verweisen, ja tet ichs ane dank. dir ist laider nicht gewissen, daz michs dein herre bezwang. waz ich hab begangen, das solt du mir vergeben, und sage mir die märe, ob das kind habe sein leben.' Da kerte er sich hinumbe und embot ir klainen gruos. si sprach 'hast du sein ere, ich valle dir an deinen fuoss.' da wolt zu der erde die frawe sein gesigen.", - "output": "Er gebot allen Herren, daß sie samt und sonders kämen und daß sie keine Waffen mit sich dahin brächten. Den König mußten sie fürchten, denn er hatte die Gewalt über sie. In seidenen Gewändern stiegen sie ab, aufs Gras hinunter. Da trug keiner Ringe, außer dem kühnen Baltram, Berchtungs Schwager; dem war der König nicht wohlgesonnen. Der war auch nur heimlich da, daß ihn dort niemand sah – Berchtung zuliebe und zuhilfe geschah das. Der König hatte gebeten, ihm Erbarmen zu zeigen im Gericht; den ungetreuen Saben hatte der König an seiner Statt eingesetzt. Der saß auf seinem Stuhl. Die Krone hatte er ihm verliehen, auf seine Königsmacht hatte er verzichtet, weil es um Berchtung ging. Der so ungetreue Saben gab mit der Hand einen Wink nach da; er raunte ihm ins Ohr: „Nun paß genau auf: Läßt du ihm Fürsprechen zu, so kann er gut mit dem Leben davonkommen. Er hat sich selbst schnell die besten ausgesucht!“ Da bat der König die Seinen und gebot, daß niemand Berchtung mit Worten aus der Not helfen dürfe. Dann saßen sie zu Gericht, die man da zur Urteilsfindung erwählt hatte. Saben gebot dem König, daß er Berchtung vorführen und anklagen sollte mit Berufen und Geschrei, wie ers vordem getan hatte, und daß er die Königin neben sich gehen lassen sollte. Der König säumte sich nicht, gleich ging er auf seine Burg, den Wächtern auf Kunstenobel trug er eifrig auf, daß sie den gefangnen Mann ans Tageslicht brächten und ihn alsdann gebunden brächten vor seine Richter. Da sprach die edle Königin zum König: „Nun laß ihn doch noch etwas davon haben, daß er so gut und treu ist. Er hat dir wohl gedient – laß ihn den Nutzen davon haben! Laß mich mit Berchtung sprechen, ich will alleine zu ihm gehen.“ Da sprach der König mit Zorn: „Madame, das möcht ich euch wohl gönnen!“ Darauf ging die Königin zu ihm oben ans Loch. Da brachte man Berchtung aus dem Dunkel an das Licht. Die edle Frau grüßte ihn ehrerbietig. Da antwortete er ihr aber nicht darauf. „Willst du mir nicht danken?“ So sprach die Königin. „Weshalb sollte mich danach gelüsten, Madame, geliebte Herrin? Hätte ich die ganze Welt zusammenstürzen lassen – ich wäre genugsam beschrieen! Ich sehe jetzt wohl, Madame, daß ihr keine Treue habt!“ „Wahrlich, das sollst du mir nicht vorwerfen, wahrlich, ich tat es nicht freiwillig! Dir ist nicht bewußt, leider, daß dein Herr mich dazu gezwungen hat.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "lachende sprach der alte 'ich lass euch da nicht ligen. Secht was ir mir darumbe zu einer miete gebet: ich gib euchs mein treue, daz ewr kindel noch lebet.' si halste und kusste in danne tausent stunde. si sprach 'auf dein trewe, und ist er aber noch gesunde?' 'Ir claget dann ander swäre, ir solt das kind nicht clagen. fraw, ich liess es lembtig, ir solts aber nieman sagen: in meiner vänknüss ich dest sanfter slief, daz ich in lebentig wiste. nu nemet hin disen brief. Den solt ir mir behalten, ich solle sterben oder genesen, und wenn ich euch ewrer trewe ermane, so haisset in lesen.' der künig ruofte vil laute 'ist er noch nit aus der stainwant?' die hende man im vast hinder seinen rucken bandt. Er sprach 'sol man mich binden als einen übersagten dieb? wie übel man mich handelt, das ist meinem herren lieb. nu entgilt ich anders nicht wan der trewen mein. was ich begie ie übels, das was in dem dienste sein.' Man fuorte für gericht den fürsten von Meran. da muost er vor Saben mit gebunden handen stan. si schrien als si vor taten, umb ir kindelein, und was vor het gewainet, das lachte darnach die künigein. Die frawen hiess man sitzen. da muost der künig clagen über den getrewen, er het im sein kind erslagen. da sprach der ungetreue, | des küniges vormund:\t 'laugenst oder gichstu, Berchtung? das tuo uns nu kundt.' Mit witzen sprach der alte 'awe! geselle Saben, ir seit ze künige worden – ir solt mein genade haben: des mich mein herre zeihet, da bin ich unschuldig an. ich getar gereden ichts mer, nu gebt mir einen man, der mit seinen worten sei heut mein frideschilt.' da sprach aber Sabene 'so nimme wen du nu wilt.' vil wee tet seinem herzen, daz die hende hetten bant. da suochte er under in allen: dhainen man er vant, der sein wort torst gesprechen. niemand er bracht dar. si sprachen haimlichen 'ez ist uns verboten gar.' da stuond er vor gerichte als ein vil ellender man. er sprach 'wie wol ich selb mein wort gesprechen kan, so wil es niemand hören. waffen über die freunde mein, daz si mich alters ain in disen nöten lassend sein!' da kam auch zu der sprache her Baltram gerant:", - "output": "Alles was ich begangen habe, das mußt du mir vergeben – und gib mir Gewißheit darüber, ob das Kind noch am Leben ist.“ Da wandte er sich um und bot ihr nicht ein kleines Zeichen. Sie sprach: „Wenn es dich ehrt, falle ich dir zu Füßen!“ Da wollte die Dame zu Boden gesunken sein. Mit Lachen sprach der Alte: „Ich lasse nicht zu, daß ihr da liegt! Seht zu, was ihr mir dafür zum Lohn gebt: Ich versichere euch auf meine Treue, daß euer Kind noch lebt.“ Sie umhalste und küßte ihn daraufhin tausendmal. Sie sprach: „Auf deine Treue – und ist er auch noch gesund?“ Wenn ihr keine andre Last zu klagen habt – das Kind müßt ihr nicht beklagen. Madame, ich verließ es und es lebte, ihr müßt es aber niemand sagen. In meinem Gefängnis hab ich umso sanfter geschlafen, als ich ihn am Leben wußte. Jetzt nehmt hier diesen Brief. Den müßt ihr mir aufbewahren, ob ich sterben muß oder leben soll. Únd wenn ich euch an eure Treue erinnern werde, dann laßt ihn lesen.“ Der König brüllte: „Ist er noch nicht aus der Steinwand heraus?“ Fest band man ihm die Hände hinterm Rücken zusammen. Er sprach: „Muß man mich binden wie einen ertappten Dieb? Wie übel man mich auch behandelt, lieb ist das meinem Herren! Für nichts anderes wird mir vergolten als für meine Treue. Alles was ich an Übel begangen habe, das war in seinem Dienst!“ Man führte den Fürsten von Meran vor Gericht. Da mußte er mit gebundenen Händen vor Saben stehen. Sie schrieen, wie sies zuvor getan hatten, um ihr Kindchen, und was sie vorher geweint hatte, das lachte die Königin jetzt. Man hieß die Edeldame sich setzen. Dann mußte der König Klage erheben über den Getreuen, daß er sein Kind umgebracht hätte. Drauf sprach der Ungetreue, des Königs Gerichtsherr: „Leugnest du oder gestehst du, Berchtung? Das tu uns nunmehr kund!“ Mit klugen Worten sprach der Alte: „Oh und Weh! Freund Saben, ihr seid zum König geworden, ihr müßt mir Gnade gewähren: An dem, dessen mein Herr mich bezichtigt, bin ich unschuldig. Mehr wage ich nicht zu sagen; stellt mir jetzt einen Mann, der mit seinen Worten heut mein Friedeschild sein soll!“ Darauf sprach wieder Saben: „So nimm nun, wen du willst!“ Seinem Herzen tat sehr weh, daß die Hände in Banden waren. Da suchte er unter ihnen allen – keinen einzigen Mann fand er, der für ihn das Wort zu nehmen gewagt hätte. Er brachte niemand auf. Heimlich sprachen sie: „Es ist uns strikt verboten.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "im volgten hundert ritter, die fuorten alle stählin gewant. Mit hundert halsbergen erbaiszt er auf das gras – der künig sach im vil laide, daz er also wol da was – sein halsberg im vor zorne an seinem leibe erklang. durch die rotte für gerichte er zu Berchtungen drang. Er sprach 'bist du verurtailet ietzo, Berchtung von Meran?' 'nain, ich stan hie gebunden als ein hilfloser man.' er sprach 'bist du gebunden, und hast mir das verholen, geleich einem diebe, wo ist das du hast verstolen?' Da sprach der vil getrewe 'si sagent auf mich mort. des entredete ich mich vil gerne, niemand sprechen wil mein wort.' 'awe' sprach der küene, 'warzuo sol vor zeiten fürsten lant?' Baltram schnaid mit zorne Berchtungen ab die bant. Do rüefte von Bulgerie der küene Baltram 'ja haben des edle fürsten immer laster unde scham, daz si verderben lassen einen fürsten guot!' er sprach: 'und tuot man ims heute, daz man euchs morgen tuot.' Daz im iemand helfen wolte, des wurdens alle fro. si gestuonden alle geleiche Baltramen do. er sprach 'wers gerne tete, man möcht wol auf mich sagen, daz ich alle künige und kaiser het erslagen.' Da sprach vil zornicliche der küene Baltram 'was aber ich küniges gerichte ie vernam, so daucht mich zwar kain täding als ungerecht. herr künig, des solt euch hengen weder ritter noch der knecht, das ir Saben volget, einem ungetrewen | man,\t der bei Botelunge fürsten ambt nie gewan. ja ward er zun Hünen nie graven genos. daz ir in hie über uns ziehet, das ist ein laster gros. Zwar ir müesset hören meines swagers wort. [...] das müest ir auf in erzeugen oder gen im behaben. nu besteet er ewr ainen, ir seit es oder Saben. Mit schwerte und auch mit schilde wil er sich des mortes weren. wer in des heute zeihet, auf des hals wil er das bern, daz er des nie gedachte, oder er wirt schuldig gar.' die reichen zu den armen sprachen 'er hat war.' Der künig sprach haimlichen 'wiltu vechten mit im, Saben?' 'nain, herre, das kind ist ewr, ir solt das mort auf in behaben.' da sprach der künig mit zorne 'nu sind die räte enwicht.", - "output": "Da stand er vor Gericht wie ein Ausgestoßener. Er sprach: „Wie gut ich auch selbst das Wort für mich ergreifen kann – niemand will es hören. Weh und Ach über meine Freunde, daß sie mich so ganz allein in diesen Nöten lassen!“ Dann kam als Fürsprech zum Prozeß Herr Baltram herbeigeeilt. Ihm folgten hundert Ritter, die führten alle ein stählernes Gewand. Mit hundert Halsbergen stieg er ab, aufs Gras hinunter – der König sah für sich viel Leid, daß er so munter daherkam – seine Halsberge bebte ihm vor Zorn scheppernd am Leibe. Durch die Rotten, vor Gericht, drang er zu Berchtung vor. Er sprach: „Bist du schon verurteilt, Berchtung von Meran?“ „Nein, ich steh hier gebunden, als ein Mann ohne Hilfe.“ Er sprach: „Bist du gebunden? Und hast mir das verheimlicht! Wie ein Dieb! Wo ist, was du gestohlen hast?“ Darauf sprach der Allertreuste: „Die Anklage lautet auf Mord. Dagegen würde ich mich gerne verteidigen, aber niemand will das Wort für mich nehmen.“ „Oh und Weh!“, sprach der Kühne, „Wozu haben seit alters Fürsten Land und Recht!“ Baltram, mit Zorn, schnitt Berchtung die Bande durch. Drauf rief der kühne Baltram von Bulgarie: „Ja! Dafür sollen edle Fürsten immer verlästert und beschämt sein, daß sie einen guten Fürsten untergehen lassen!“ Er sprach: „Und heute tut man ihm, was man euch morgen tut!“ Daß ihm jemand helfen wollte, darüber wurden sie alle froh. Sie standen jetzt alle wie ein Mann hinter Baltram. Er sprach: „Wer das gerne möchte, der kann mich nun anklagen, daß ich sämtliche Könige und Kaiser umgebracht hätte!“ Darauf sprach der kühne Baltram voller Zorn: „Was aber ich je von königlichen Gerichten gehört habe, so dünkt mich wahrhaftig kein einziger Prozeß dermaßen ungerecht. Herr König, das sollte euch weder Ritter noch Knappe durchgehen lassen, daß ihr Saben Folge leistet, einem ungetreuen Mann, der bei Botelung nie ein Fürstenamt erlangte. Ja, nicht einmal zum Grafen hat ers gebracht bei den Hünen. Daß ihr ihn hier uns allen vorzieht, das ist höchst lästerlich! Wahrlich, ihr müßt das Wort meines Schwagers anhören! […] dafür müßt ihr Zeugen beibringen oder gegen ihn das Feld behalten: Nun wird er gegen einen von euch antreten, das seid ihr oder Saben. Mit Schwert und auch mit Schild wird er sich gegen den Mordvorwurf wehren. Wer ihn dessen heute bezichtigt, dem will er das auf den Hals bleuen,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "das kind hiess ich in töten: ich vicht mit im darumbe nicht.' Da sprach aber Saben 'so solt ir in der rede begeben. wir kunnen mit kainem rechte dem manne benemen das leben. du sprichst, du wellest in lassen gar unschuldig sein, ob er halt het ermördet das klaine kindelein.' Da sprach der künig mit witzen 'Berchtung, mir ist vil laid, daz ich dir han geholfen in dise arbait. ich wais nicht, hast du schulde: ich wil dich ledig lassen sein. was ich nu darumbe täte, so wer doch verlorn das kindelein.' Berchtung rüefte vil laute 'nu sei des got gelobt, herr künig, daz irs gedenket und nicht immer tobet! unverdientes lasters tuot den getrewen wee. fraw künigine, nu haisset sehen, was an ewrem briefe stee!' Da suochte in die in dem stauchen. da si den brief vant, einem capplan gab si in vor ir in die handt. als er den brief schawte und vor ir aufgebrach, der frawen gab er in wider, do er die schrifte ersach. Die frawe sprach mit zorne 'ir seit ein müelich man. habt ir den brief geschawet, saget uns was stet daran.' 'so wunderliche räte, die daran mein auge sicht! tuot mir was ir wellet, fraw, ich lise euch des briefes nicht.' Was pfaffen si in do zaigte, die teten alle sam und wurden in irem herzen dem künige darumbe gram. si torsten vor dem künige des briefes nicht gelesen, si gedachten 'er ist zornig und lat uns nicht genesen.' Einem caplane gab die fraw den brief dar. si sprach 'nu nemet des briefes durch meinen willen war.' si sprach 'ir solt mir sitzen hie vil nahen bei. herr pfaffe, nu sagt mir rechte was daran geschriben sei. Und sagt ir mir nicht rechte was an dem briefe stee, ich nim euch ewr pfarre und tuo euch darzuo vil wee. und solt in sagen so laute, daz | man in wol vernem,\t hab iemand misseraten, daz er sich hewte schem.' Da sprach der pfaffe laute 'an disem briefe stat geschriben, daz unser junkherre noch lembtig ist beliben. es genas aber nie so kaume ein klaines kindelein.' 'das sind vil guote märe' sprach aber die künigein. 'Frau, es ist von dem künige unserm herrn komen, daz dem klainen kinde der leib solt sein benomen. der gebot es Berchtunge, daz er im neme den leib,", - "output": "daß er daran nicht einmal gedacht hat, oder man muß ihn in allen Punkten schuldig sprechen.“ Die Reichen und die Armen sprachen gleichermaßen: „Recht hat er!“ Der König sprach, so daß es keiner hörte: „Willst du mit ihm fechten, Saben?“ „Nein, Herr, es ist euer Kind, ihr müßt den Mordbeweis gegen ihn antreten.“ Darauf sprach der König mit Zorn: „Diese Ratschläge sind alle nichts! Ich hieß ihn das Kind töten – ich werde nicht mit ihm darum fechten!“ Darauf sprach wiederum Saben: „So müßt ihr ihn von dem Vorwurf freisprechen! Mit keinem Recht können wir dem Mann das Leben nehmen. Sprich: du wollest ihn ganz ohne Schuld sein lassen, auch wenn er das kleine Kind ermordet haben sollte.“ Darauf sprach der König mit gewitzten Worten: „Berchtung, es tut mir sehr leid, daß ich dir zu solchen Unannehmlichkeiten verholfen habe! Ich weiß nicht, ob du Schuld hast; ich will, daß du freigelassen wirst – Was immer ich darum jetzt täte, das Kind wäre doch verloren!“ Berchtung rief laut: „Nun sei Gott dafür gelobt, Herr König, daß ihr so denkt und nicht mehr wie tobsüchtig seid! Unverdiente Anklage tut den Getreuen weh. Frau Königin, laßt nun ansehen, was an eurem Brief steht!“ Darauf suchte sie in ihrem Ärmel. Da sie den Brief fand, gab sie ihn einem Kaplan in die Hand. Als er den Brief beschaut und ihn vor ihr erbrochen hatte, gab er ihn der Dame zurück, sobald er erkannte, was da geschrieben war. Die Dame sprach mit Zorn: „Ihr seid ein umständlicher Mann; ihr habt den Brief beschaut – sagt uns, was daran steht!“ „So rätselhafte Wunderdinge, die mein Auge daran sieht! tut was ihr wollt, Madame – ich lese euch diesen Brief nicht!“ Alle Schriftgelehrten, denen sie ihn daraufhin zeigte, taten genauso, und wurden in ihrem Herzen dem König darob gram. Sie wagten vor dem König nicht, den Brief zu verlesen; sie dachten bei sich: „Er ist voll Zorn und läßt es uns mit dem Leben büßen.“ Dem einen Kaplan reichte die Dame den Brief hin; sie sprach: „Nun nehmt euch dieses Briefs um meinetwillen an!“ Sie sprach: „Ihr müßt euch hier ganz nahe zu mir setzen. Gelehrter Herr, nun sagt mir genau, was daran geschrieben ist! Und sagt ihr mir nicht genau, was an diesem Brief steht, nehme ich euch eure Pfarre weg und außerdem werde ich euch sehr weh tun. Und ihr müßt ihn so laut sagen, daß man ihn gut hören kann, auch wenn jemand schandbar gehandelt hat, daß er sich heute schämen muß.“ Darauf sprach der Schriftgelehrte laut: „An diesem Briefe steht geschrieben, daß unser junger Herr noch am Leben ist.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "oder er hienge vor Lilienporte sein kind und auch sein weib. Mein herre aus seinem bete das kindelin verstal und gab es Berchtunge. der truog es durch den sal. da fuort ers aus der burge, da es ertöt solt haben sein handt, da enmocht er vor der trewe, die er in seinem herzen vant. Er fuort es ze einem brunnen, der stuond rosen vol. er wolt daz es sich het ertrenket – das bewarte es aber vil wol. het es gesuochet die rosen, es wär gevallen darein. da huob sich von dem brunnen das klaine kindelein. Ungas und ungetrunken sass es allain einen tag in regen und in winte, daz sein laider niemand phlag. an aller schlachte hilfe sass es als ein waiselein.' 'des muos es got ergetzen' also sprach die künigein. 'Da sass es undern wolfen, fraw, ein lange nacht. wolt got kaines todes do an im han gedacht so wers do erstorben. die wolfe teten ime nicht, wie kaume es sich gefüege, es hat noch an freuden phlicht. Berchtung stuond so nahen, daz er die wunder sach, daz also menige zaichen an dem kinde geschach. da huob er von der erde das klaine kindelein und kust auch vil dicke den lieben herren sein. Er sprach ›wie mir gelinge, dir ist der leib ernert. ich waiss wol daz die zaichen von guoten dingen fert. du erstirbest nimmer, du gewinnest künigreich.‹ davon ward er gehaissen der Wolff herr Diettereich.' Da ward under der krone Saben also haiss, daz im durch die stierne vor forchte drang der schwaiss. er wär michels gerner alswar gewesen: 'fraw, bei ewren hulden, der brief ist gar gelesen.' Da sprach der künig mit witzen ze Berchtunge von Meran 'ich vieng dich ze unrechte, ich bin selbe schuldig daran. ich bin selber schuldig an meinem lieben suon. nu riche dich wie du wellest: mich hiess es Saben tuon. Solt ich in diser welte leben tausent jar, so wolt ich mich an Saben nicht lassen umb ein har. er kumt auch nimmermere an die hulde mein.' nu ist aber Berchtung erlöset aus der grossen sorge sein. | \t Abenteur: Wie Sabenn das landt verswuor durch sein grosse untrew VI", - "output": "Noch nie aber ist ein kleines Kind so knapp mit dem Leben davongekommen.“ „Das sind sehr gute Nachrichten!“, sprach wiederum die Königin. „Madame, es hat der König, unser Herr, veranlaßt, daß dem kleinen Kinde Leib und Leben genommen werden sollte. Er war es, der Berchtung gebot, daß er ihm Leib und Leben nähme, oder er würde seine Kinder und auch seine Frau vor Lilienport hängen. Mein Herr hat das Kindelein aus seinem Bett gestohlen und es Berchtung gegeben. Der trug es durch den Saal. Dann führte er es aus der Burg davon. Als seine Hand es totmachen sollte, da brachte er es nicht fertig, aus Treue, die er in seinem Herzen fand. Er führte es zu einem Quellwasser, das voll Rosen stand. Er wollte, daß es sich dort selbst hätte ertränken sollen; davor hat es sich aber wohlbewahrt – hätte es nach den Rosen gefaßt, es wäre hineingefallen. Darauf begab es sich weg von dem Quell, das kleine Kindelein. Ohne Essen und ohne Trinken saß es alleine einen ganzen Tag in Regen und in Wind, und , oh Leid!, niemand kümmerte sich. Ohne irgendwelche Hilfe saß es da wie ein kleines Waislein.“ „Das muß ihm Gott wiedergutmachen!“, so sprach die Königin. „Da saß es unter Wölfen, Madame, eine lange Nacht. Hätte Gott gewollt und ihm da seinen Tod zugedacht, so wäre es da auch gestorben. Die Wölfe taten ihm nichts! Auch wenn es kaum zu glauben ist: es freut sich noch immer seines Lebens. Berchtung stand so nahe, daß er die Wunder sehen konnte, daß dermaßen viel Zeichen an dem Kind geschah! Da hob er es vom Boden auf, das kleine Kindelein, und küßte ihn viele, viele Male, seinen lieben Herrn. Er sprach: ‚Wie immer das gehen mag, ich sorge, daß du am Leben bleibst! Ich weiß wohl, daß all dies Zeichen von guten Dingen zeugt: Du wirst nicht sterben, vielmehr wirst du ein Königreich gewinnen!’ Darum ward er geheißen: der Wolf Herr Dietrich.“ Da wurde Saben unter der Krone dermaßen heiß, daß ihm vor Furcht der Schweiß aus der Stirne trat. Weitaus lieber wäre er anderswo gewesen! „Madame, bei eurer Huld, der Brief ist zuende gelesen.“ Darauf sprach der König mit gewitzten Worten zu Berchtung von Meran: „Ich habe dich zu Unrecht gefangengesetzt, ich allein trage alle Schuld. Ich allein trage Schuld gegen meinen lieben Sohn. Jetzt räche dich, wie du willst – Saben hieß mich das alles tun. Sollte ich in dieser Welt tausend Jahre leben, nicht um Haaresbreite wollte ich mich auf Saben verlassen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da sprach der künig mit zorne 'nu riche dich an dem man und lass in des entgelten, des er uns hat getan. er het drei tode auf deinen leib berait. es wirt auch im von rechte, daz er dir auf het gelait.' 'Du solt dich an im rechen' sprach die künigin. 'ja gruob er dir die gruoben, da muoss er selber in, radebrechen oder hahen oder brennen auf der hurt: zu der marter alle wolt er dich han gefuort.' Berchtung nam do Saben und fuort in von dan. nun durch sein schöne bewaint in manig man. do weist er im den galgen, die hurde und auch das rad. er was als ungetrewe, daz niemand umb in da bat. Da sprach Berchtung der guote 'wie nu, geselle Saben? nu muost du in die gruobe, die du mir hast gegraben. darin hat dich gevellet dein ungetrewer sit. du hast des nicht gedient, daz iemand umb dich bit.' Da sprach der ungetrewe 'ich enruoch was mir geschicht, wilt du dich erbarmen über mein leben nicht. bist aber du getrewe, so erbarmest leicht dich. geselle und herre, erbarme dich über mich.' 'Wir sein von kindes jugende gesellen heer gewesen, und gunnet es mir mein herre, ich liess dich gern genesen' also sprach der vil getrewe Berchtung von Meran, 'und wolte auch verkiesen, daz du mir hast getan.' Da sprach aber Saben 'geselle, wilt du mich neren durch gesellikliche trewe lass dir das land versweren, nimmer darin ze komen, die weile und du lebest, daz du durch dein trewe mir disen mort vergebest. Und tuo es durch deine güete und erner mir meinen leib. hab dir mein fürsten ambt, la mich und auch mein weib von allem meinem erbe mit einem stabe gan.' 'ja hat mir' sprach der guote 'die frawe nicht getan.' Da nam er seinen gesellen und fuort in bei der hant, da er den künig sitzende und ander fürsten vant. er sprach zu dem künige 'la meinen gesellen leben. ich han meinen zorn lassen, nu solt du im auch vergeben.' Da sprach der künig mit zorne 'ich enruoch was du im getuost. ich sag dir daz du dich immer vor im hüeten muost. was du in nu lenger fristest, das ist auf den schaden dein.' 'er muos entrawn hangen' so sprach die künigein. ", - "output": "Und nimmermehr wird er in meine Huld kommen!“ Nun ist Berchtung wieder mal erlöst aus seiner großen Sorgenot. Abenteuer: Wie Saben dem Land abgeschworen hat wegen seiner großen Treulosigkeit Da sprach der König mit Zorn: „Nun räche dich an dem Mann und laß ihn entgelten, was er uns angetan hat. Er hatte drei Tode auf deinen Leib und dein Leben bereit – so bekommt er von Rechts wegen auch, was er dir auferlegt hat.“ „Du mußt dich an ihm rächen“, sprach die Königin. „Er ist es, der dir die Grube gegraben hat – da muß er selbst hinein. Rädern und Hängen oder auf dem Scheiterhaufen brennen, zu all diesen Marterqualen hätte er dich gern geführt.“ Berchtung nahm darauf Saben und führte ihn davon. Nur wegen seiner Schönheit beweinte ihn so mancher. Dann zeigte er ihm den Galgen, den Scheiterhaufen und auch das Rad – er war von solcher Treulosigkeit, daß da niemand für ihn bat. Da sprach Berchtung, der Gute: „Wie nun, Freund Saben? Nun mußt du in die Grube, die du mir gegraben hast. Da hinein hat dich gefällt, daß du so treulos bist! Du hast es nicht verdient, daß jemand für dich bittet! Darauf sprach der Treulose: „Es ist mir gleich, was mein Schicksal ist, wenn du dich nicht über mein Leben erbarmen willst. Wenn du aber wahrhaft getreu bist, so wirst du dich leicht erbarmen. Freund und Herr, erbarm dich mein!“ „Wir sind von Kindheit an bis jetzt Freunde gewesen, und wenn es mir mein Herr vergönnt, so ließe ich dich gern am Leben“, das sprach der wahrlich Getreue, Berchtung von Meran, „und wollte dir auch nachsehen, was du mir angetan hast.“ Darauf sprach wieder Saben: „Freund, willst du mich leben lassen aus freundschaftlicher Treue erlaube mir, mit einem Eid zu beschwören, daß ich dieses Land verlasse, daß ich nimmermehr hierher zurückkehre, solange du lebst, dafür daß du mir in deiner Treue dieses mörderische Verbrechen vergeben willst. Und tus, weil du ein guter Mensch bist, und rette mir Leib und Leben. Übernimm mein Fürstenamt, laß mich und auch mein Weib von all meinem Erbe mit einem Stabe gehen!“ „Doch hat mir“, sprach der Gute, „deine Gemahlin nichts getan!“ Da nahm er seinen Freund und führte ihn bei der Hand dahin, wo er den König sitzen fand und die andern Fürsten. Er sprach zum König: „Laß meinen Freund leben!", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da sprach Berchtung | mit züchten 'frawe, lat ewrn zorn.\t ich wils nu wider bringen, daz ir het von im verlorn. das lat mich geniessen, edle küniginne reich, und nert mir meinen gesellen, als lieb euch sei Wolf herr Diettereich.' Da sprach die küniginne 'wilt du daz ich in ner, so solt du im gebieten daz er die lant verschwer und auch den hof mir rawme; anders mag es nicht geschehen. ich wil in mit meinen augen nimmer an gesehen.' Da sprach der künig in zorne 'er sol versweren die lant. [...] sein landt hab dir ze lehen und leute die darinne sint.' 'nain ich' sprach der getrewe, 'sein weib die tregt ein kindt. Ich wil mich underwinden der frawen die weil si lebt, und wil daz ir des kindes erberecht niemand gebet, ich wil si baide ziehen. stirbet aber das kindelein, so tail ich mit der muoter; das ander sei auch mein.' Des dankte im der valsche: die land er do verswuor. urlaub nam er zun fürsten, zun Hünen er do fuor. do danktens alle geleiche Berchtunge von Meran, daz er an seinem gesellen het also wol getan. Berchtung sich berichte und fuor haim in sein land. seinen junkhern nam er da er in vant. er claidte in liechter wate den lieben herren sein, neben im vil gleiche sein sechzehene kindelein. Da kam er mit freuden wider auf den hof geriten, als do die fürsten phlagen, in fürstenlichen siten. aller fürsten schallen was gegen im ein wint, da er zu Chunstenopele bracht die sibenzehen kind. Vil recht frölichen emphieng si die künigin. si sprach 'nu sag an guote, wo ist mein kindelin?' da sprach der getrewe 'nu secht wo er dort geet, der lengist und der grössist, der under in allen steet! Die andern sind dein dienst und auch meine kind, die wol in newn jarn über in elter sint. so wol hat er gewendet seine clainen jar, daz er sich mit in allen wol raufen getar. Ich wil euch sagen, frawe, ein arm man in zoch den er vil harte raufte, daz er ze walde vor im floch, wenn er in icht erzürnte, er sluog im einen slag, wann er in mocht erlangen, daz er vor im gelag. ", - "output": "Ich habe meinen Zorn gelassen, nun mußt auch du ihm vergeben.“ Da sprach der König mit Zorn: „Es ist mir gleich, was du mit ihm machst! Ich sage dir, daß du dich immerdar vor ihm hüten mußt. Alle Lebenszeit, die du ihm noch gibst, die ist zu deinem Schaden!“ „Meinertreu! Er muß hängen!“, so sprach die Königin. Darauf sprach Berchtung wohlerzogen: „Madame, laßt euren Zorn! Ich werde es jetzt zurückbringen, was ihr durch ihn verloren habt. Gewährt mir davon den Nutzen, edle Königin, reiche und mächtige, und laßt mir meinen Freund am Leben, bei eurer Liebe zu Wolf Herrn Dietrich.“ Da sprach die Königin: „Willst du, daß ich ihn leben lasse, so mußt du ihm gebieten, daß er mit Eid beschwört, diese Lande zu verlassen, und mir auch den Hof räumt – anders ist es nicht möglich. Ich will ihn mit eignen Augen nimmermehr sehen müssen.“ Darauf sprach der König in Zorn: „Mit einem Eid soll er beschwören, diese Lande zu verlassen! […] Nimm du sein Land zu Lehen und die Leute, alle, die dazugehören.“ „Nein, das will ich nicht“, sprach der Getreue, „seine Frau, die trägt ein Kind. Ich will mich der Dame annehmen, solange sie lebt, und will, daß ihr des Kindes Erbrecht keinem andern gebt. Ich will mich ihrer beider annehmen. Stirbt aber das Kind, so teile ich mit der Mutter; ein Teil sei dann mein.“ Dafür dankte ihm der Falsche. Mit einem Eid beschwor er, diese Lande zu verlassen. Abschied nahm er von den Fürsten, zu den Hünen begab er sich danach. Darauf dankten sie alle einhellig Berchtung von Meran, daß er an seinem Freund so gut gehandelt hatte. Berchtung traf alle Reisevorbereitungen und begab sich heim in sein Land. Seinen jungen Herrn nahm er auf, wo er ihn gelassen hatte. In leuchtende Gewänder kleidete er seinen lieben Herrn, geradso wie seine sechzehn Kinder. Da kam er mit Freuden wieder zurück an den Hof geritten – so wie Fürsten damals taten, in fürstlichem Gepränge. Ruf und Ruhm sämtlicher Fürsten war wie ein Windhauch gegen ihn, als er die siebzehn Kinder nach Kunstenobel brachte. Froh und fröhlich empfing sie die Königin. Sie sprach: „Nun sag an, sei so gut – wo ist mein Kind!“ Darauf sprach der Getreue: „Nun seht, wo er dort geht: Der größte und der kräftigste da unter allen! Die andern sind in deinem Dienst, und sie sind meine Kinder, die bis neun Jahre älter sind als er.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Sich verbarg auch vor im dicke des arm mannes weib. si clagten auch mir baide, si behielten kaum den leib. dem teufel aus der helle wurden si nie so gram: si kusten mich vor liebe, do ich in von in da nam.' Sein vater wolt in treuten, er was im lieb genuog: daz kind in nicht erkande, den vater es von im sluog und stiess in mit dem fuosse ein ungefüegen stoss: 'ja kumstu nimmermere' sprach der vater 'auf mein | schoss.'\t Berchtung gedachte an sein erste hofefart. sein helde er da fürbracht, mit den er gefangen ward. er sprach 'her künig, ergetzet dise geste ir schaden. si wurden mit mir gefangen, ich het si auch heer geladen. Si wolten hart gerne do hie ritter worden sein.' 'ich wils irer schaden ergetzen' also sprach die künigein. was ritter haben solten, des wurden si berait, satel und schilde und dreier hande klaidt. Die kastelan ieglichem wurden gegeben stark, darzuo knechte, claider, ieglichem vierzigk mark. die hochzeit werete wol fünfzehen tage. da vergass die küniginne ir jammerlichen klage. An dem fünfzehendem morgen sprach die küniginne reich 'wem wellen wir emphelhen, der da haisset Wolff Diettereich?' da sprach der künig mit witzen 'ir solt Berchtungen biten, daz er den knaben ziehe: er hat doch vil not durch in erliten, da er seiner trewen erste an im nicht vergass. des soll wir im bede danken, wann sein phliget auch niemand bas.' 'ich gab der künigin den junkhern an die handt!' da sprach der vil getrewe 'zweu sol er mir one landt? Was ir mir bevelhet an im, das ist nicht verloren.' da sprach der künig 'zware, Berchtung, ich hans versworn. sein drittail gäbe ich im gerne, ich entar vor dem aiden mein. daz ichs verschwuor also sere, das macht die muoter sein. Die sprach, er solt erfechten ein künigin und ein landt. ›zwew solt im danne das meine?‹ also sprach ich so zehant.' die frawe sprach mit zorne 'solt er mir anders leben, er nimt im villeicht selber, wellen wir im nicht geben.' Da sprach der künig mit witzen 'was er behaben kan, des solt du dich underwinden, Berchtung von Meran. kumt er ze seinen jaren, ist daz er streites gert, so han ich im behalten ein harnasch und ein guot swert, ", - "output": "So gut hat er seine wenigen Jahre genutzt, daß er sich leicht mit ihnen allen raufen traut. Ich will euch sagen, Madame, ein Unfreier hat ihn aufgezogen, den er sehr heftig gerauft hat, daß er vor ihm in den Wald geflohen ist, wenn er ihn irgend in Zorn brachte, schlug er ihm einen solchen Schlag, wenn er ihn erreichen konnte, daß er vor ihm dalag. Auch hat sich die Frau des Unfreien oft vor ihm versteckt! Außerdem haben sie mir beide geklagt, daß sie kaum Leib und Leben behalten konnten. Nicht einmal dem Teufel aus der Hölle wurden sie so gram – sie haben mich vor Liebe geküßt, als ich ihn von ihnen weggeholt habe.“ Sein Vater wollte ihn kosen, er war ihm ja lieb genug – das Kind kannte ihn nicht, es schlug den Vater von sich und stieß ihm mit dem Fuß einen gewaltigen Stoß. „Ja! Du kommst mir nimmer“, sprach der Vater, „auf den Schoß!“ Berchtung dachte an seine erste Reise zum Hof. Und er ließ seine Helden auftreten, mit denen er gefangengesetzt worden war. Er sprach: „Herr König, macht diesen Gästen ihre Schäden wieder gut. Sie sind mit mir gefangengesetzt worden – ich habe sie auch hierher geladen. Sie wären sehr, sehr gerne Ritter allhier geworden!“ „Ich will ihre Schäden wiedergutmachen!“ So sprach die Königin. Alles was Ritter brauchen, das wurde ihnen zur Verfügung gestellt: Sattel und Schilde und drei Garnituren Kleider. Die Rosse aus Kastilien, stark, wurden jedem gegeben, dazu Knappen, Kleider, einem jeden vierzig Mark. Das Fest währte wohl fünfzehn Tage. Da vergaß die Königin, was sie so jammervoll zu beklagen gehabt hatte. Am fünfzehnten Morgen sprach die reiche und mächtige Königin: „Wem wollen wir nun den in Pflege geben, der da Wolf Dietrich heißt?“ Darauf sprach der König mit gewitzten Worten: „Ihr sollt Berchtung bitten, daß er des Knaben Erziehung übernimmt – er hat doch viel Not seinetwegen erlitten, als er seine erste und vorderste Treuepflicht an ihm nicht vergaß. Dafür sollten wir ihm beide danken. Auch wird sich niemand besser um ihn kümmern.“ „Ich gab den jungen Herrn der Königin an die Hand!“ Und dann sprach der Allertreuste: „Was soll er mir ohne Land? Alles was ihr mir für ihn übertragt, das ist nicht verloren!“ Darauf sprach der König: „Die Wahrheit ist, Berchtung, mein Eid macht es unmöglich. Ich gäb ihm gerne sein Drittel, aber ich wage es nicht in Anbetracht meines Eides. Daß ich diesen schmerzlichen Schwur getan habe, daran ist seine Mutter schuld. Die hatte gesagt, er sollte eine Königin und ein Land im Kampf erringen. ‚Was sollte ihm dann das meine?‘, habe ich damals gleich gesagt!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da er sich seiner veinde vil wol inne erwert, und ein ross, da in niemand auch gahes auf erfert. und gebent im seine brüeder nicht was im zerecht werden sol, und ist er dann biderbe, er gewinnet seinen tail in ab vil wol. Darzuo solt du im helfen, ich emphilhe dir in umb das, bit in daz er beleibe mit seinen brüedern ane hass. bit si daz si im auch gerne geben sein dritten tail, oder si werden im villeicht alle, und sol er haben hail. Ich bevilhe dir nach meinem tode alles das ich han, fürste vil getrewer, das sei dir undertan, daz dus rechte tailest under meine kindelein, und bevilhe dir dein frawen auch auf die trewe dein'. Do sprach Berchtung mit witzen 'so gib ich im die kind, die mein und meines | weibes von gotes genaden sindt.\t vil lieber junkherre, die sein euch undertan, darzuo dien ich euch selber, und wachset ir ze man.' Berchtung bat urlaubes; des geweret man in do. da fuor er mit seinen kinden ze lande und was vil fro, daz er behalten hette das leben dem künige reiche. nu ist aber aus einer sorgen der Wolf herr Diettreich. Abenteur: Wie Huge Diettrich starb und Saben hulde gewan VII Berchtung nam mit trewen das liebe kindelein und bevalch es auf die sele der lieben frawen sein. er sprach 'derselben trewen du immer geniessen muost, daz du unserm erbherren als deinem kinde tuost.' Da was auch Berchtunge hart wol damit. er lachte vast dick seines herren sit, daz er in der burge niemand nicht vertruog, daz er so manigen starken raufte und auch sluog. Auch ward er in der burge so frävel und auch müelich, daz si alle waffen schrien über den Wolf Diettrich. wenn in her Berchtung wolte umb sein ungefüege slahen, so muost er in immer rechte binden unde vahen. Als si in auch gebunden, so sluog er in ze frommen: des muost er der ungefüege dest schierer abekomen. er sluog in hart dicke, die slege im teten wee. was er im auch verlobte, das brach er nimmermee. Sust nahte es dem tode, als es noch vil dicke tuot, daz si alle müessen sterben, si sein übel oder guot,", - "output": "Die Herrscherin sprach mit Zorn: „Sollte er mir bis dahin am Leben bleiben, so nimmt er sich leicht selber, wenn wir ihm nicht geben wollen!“ Darauf sprach der König mit gewitzten Worten: „Was er selbst zu erwerben weiß, darum sollst du dich kümmern, Berchtung von Meran. Wenn er ins Alter kommt, wo ihm nach Kampf ist, so habe ich einen Harnisch und ein gutes Schwert für ihn aufgehoben, in dem er sich seiner Feinde wohl erwehren wird, und ein Roß, auf dem ihn niemand, auch nicht der Schnellste, einholt. Und wenn ihm seine Brüder nicht geben, was ihm von Rechts wegen zukommen soll, und wenn er dann tüchtig ist, dann nimmt er ihnen seinen Teil schon ab! Darüber hinaus sollst du ihm helfen, deshalb empfehle ich ihn in deine Hände: bitte ihn, daß er ohne Feindschaft gegen seine Brüder bleibe. Und bitte sie, daß sie ihm freiwillig seinen Dritteil geben – oder sie fallen ihm leicht ganz und gar zu, wenn ihm das Glück hold ist! Ich befehle, nach meinem Tod, in deine Hände alles, was ich besitze, du allertreuster Fürst, das sei dir untertan, auf daß du’s nach Recht aufteilst unter meine Kinder, und auch deine Herrin befehle ich, auf deine Treue, in deine Hände.“ Darauf sprach Berchtung mit gewitzten Worten: „So übergebe ich ihm die Kinder, die ich und mein Weib von Gottes Gnaden haben. Allerliebster junger Herr: Die seien euch untertan. Dazu diene ich selbst euch, bis ihr zum Manne herangewachsen seid.“ Berchtung bat, Abschied nehmen zu dürfen; das gewährte man ihm alsbald. Da reiste er mit seinen Kindern heim und war sehr froh, daß er dem reichen und mächtigen König Leib und Leben erhalten hatte. Nun ist wieder einer Sorge ledig der Wolf Herr Dietrich. Abenteuer. Wie Huge Dietrich starb und Saben Huld gewann. Berchtung nahm in Treuen das liebe Kind und befahl es, auf ihre Seele, in die Hände seiner lieben Gemahlin. Er sprach: „Allzeit sollst du den Nutzen von der Treue haben, daß du unsern Erbherrn wie dein eigen Kind behandelst.“ Und dann ging es auch Berchtung sehr gut damit – er lachte oft und heftig über die Angewohnheiten seines Herrn, daß er in der ganzen Burg keinem etwas nachsah, daß er so manchen Starken raufte und schlug! Auch wurde er in der Burg so frech und anstrengend, daß sie alle ‚Alarm!‘ schrien über diesen Wolf Dietrich. Wenn ihn Herr Berchtung für seine Ungezogenheit schlagen wollte, so mußte er ihn jedesmal regelrecht fesseln und einfangen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "arme bettläre und edle künige reiche. also lag auch an seinem ende Huge Diettereiche. Da bevalch er Berchtunge burg und lant, seine süne all drei und die frawen bei der hant. da sprach gezogenlichen Berchtunge von Meran 'wer mir nicht envolget, umb den nim ich mich nicht an.' Sust ward der künig vil schiere verklagt und auch verswigen. des muost vil der lande nach im verwüestet ligen. do der trost des landes verschied und auch erstarb, der ungetrewe Saben umb seiner frawen hulde warb. Da ward dem lande jammer und mort allererst gefrummet. awe daz man die frawen so leichte überkummet! si fragte Berchtunge, ob er hulde solte haben: es wurb umb ir hulde der ungetrewe Saben. Da sprach Berchtung mit zorne 'wolt ir im nu vergeben, und wolt in vor nicht lassen leben, frawe, und gewinnet er hulde, er verderbet euch und ewr kind, er verderbet mich und alle, die euch mit trewen sint.' Da sprach die küniginne 'sol | ich da von ew getreten?\t die höchsten in dem lande haben mich umb in gebeten, daz ich im gebe hulde, was dich nu dünke guot.' 'es gerawet euch allererste, frawe, ob ir es tuot.' 'Seit daz du mirs verbeutest, so wil auch ichs nicht tuon.' 'und tuot irs darüber, er verderbet euch und ewren suon.' daz si ims verlobte und im doch hulde gab, des muost si verliesen den rechten laidstab. Als der ungetrewe ir hulde do gewan, da begunde er raten auf Berchtunge von Meran, und begunde auch raten auf die edl künigin, wie er die verstiesse und ir vil liebes kindelin. Da sprach der vil getrewe 'nu so si im hulde hat gegeben, nu ratet er auf mich sere, daz es mir geet an mein leben. nu sol man nimmermere gelauben an ein weib. O waffen über mich selben, warumb nam ich im nit seinen leib? Wer die argen diebe und ungetrewe leut spart, die verkeren sich vil selten, das solt ich wol han bewart, warzuo wolt ich den ze neren, der mir ungetrewe was? nu muoss es got erbarmen, daz er vor mir ie genas.' Da verstiess man Berchtunge von dem rate so zehant. der frawen und der kinde sich Saben underwant.", - "output": " Wenn sie ihn auch fesselten – er schlug ihn nur zu seinem Nutz und Frommen; damit sollte er von seiner Ungezogenheit umso schneller wegkommen; er schlug ihn oft und hart, die Schläge taten ihm weh – und alles, was er ihm darauf versprach, das brach er nimmermehr. So ging es auf den Tod zu, wie das bis heute meist geht, daß sie allesamt sterben müssen, seien sie böse oder gut, arme Bettler und edle, reiche Könige. Und so kam auch Huge Dietrich auf sein Ende zu liegen. Da befahl er Berchtung Burg und Land, seine Söhne, alle drei, und seine Gemahlin zu treuen Händen. Da sprach Berchtung von Meran in aller Form: „Wer mir nicht Folge leistet, der braucht nicht auf mich rechnen!“ So ward denn auch gleich die Totenklage über den König abgehalten und wieder beendet. So kam es, daß nach ihm viele Länder in Verwüstung daliegen mußten. Als der Trost des Landes verschieden und verstorben war, warb der ungetreue Saben um die Huld seiner Königin. Da ward dem Land Jammer, Mord und Totschlag erst richtig bereitet! Oh weh!, daß man die edlen Frauen doch so leicht überreden kann! Sie wollte von Berchtung wissen, ob er Huld haben sollte: es würbe nämlich um ihre Huld der ungetreue Saben. Da sprach Berchtung mit Zorn: „Wollt ihr ihm jetzt vergeben, und wolltet ihn vorher nicht am Leben lassen – Madame – und wenn er Huld gewinnt, wird er ins Verderben stürzen euch und euer Kind, wird er ins Verderben stürzen mich und alle, die euch in Treue verbunden sind!“ Darauf sprach die Königin: „Soll ich mich da gegen euch wenden? Die Höchsten im Land haben bei mir für ihn gebeten, daß ich ihm Huld gebe – was immer dich gut dünkt.“ „Es wird euch sofort reuen, Madame, wenn ihrs tut.“ „Da du mir davon abrätst, so will ichs auch nicht tun!“ „Und wenn ihrs dennoch tut – er stürzt euch und euren Sohn ins Verderben!“ Daß sies ihm nun versprach und ihm doch Huld gab, davon kams, daß sie den rechten Stecken und Stab verlor. Sowie der Ungetreue ihre Huld nun gewonnen hatte, da begann er nach Berchtung von Meran zu trachten, und begann auch nach der edlen Königin zu trachten und wie er die und ihr allerliebstes Kind ins Unglück stoßen könnte. Da sprach der Allertreuste: „Nun, wo sie ihm Huld gegeben hat, nun trachtet er sehr danach, daß es mir ans Leben geht. Nun sollte man sich nie und nimmer auf eine Frau verlassen! Weh über mich selber! Warum habe ich ihm nicht Leib und Leben genommen!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "er truog an mit den herren baide tag und nacht, da ers hin bringen wolte, da het ers schiere bracht. Zu den junkhern sprach er do alle zeit 'ir solt vil rechte wissen, herre, wer ir seit. von ewr muoter valsche ist der dritte künig enwicht: den si euch da zelet ze bruoder, der ist ewr bruoder nicht. Si trachtet auf ewr eere baide nacht und tag und ist stäte an dem rate wie si euch verderben mag. verstosset si von der burge, si ist auf ewrem schaden hie, und nemt ir alles das erbe daz ir ewr vater lie. Davon ir in den landen die leute hässig sint. den si euch da gibt ze bruoder, der ist ein kebskint. damit ward zerstöret ewrs lieben vater ee. got gebe daz ir geschaffet daz es ir übel gee.' Die junkherren bede wanden, er hette des war. des ward das weib verderbet von seinen lugen gar. und auch dem armen kinde verriet er sein künigreich. die künigin ward verstossen und ir suon Wolf Diettreich. Die junkherren bede sprachen zu ir muoter do 'wir sein eines dinges worden hart unfro: sol der Wolff Diettrich nicht unser bruoder sein?' 'ja er, auf mein trewe' sprach aber die künigein. 'Er ist nicht vaterhalb, muoter, meines vater kint. das sagent uns die leute, die des wol beweiset sind. wir mügen auch uns nicht, entrawen, vor dir nicht bewarn.' da sprach der elter bruoder 'du solt von dem hause farn. Was solt dir küniges erbe? du bist nicht künigin. daz du bei grossem gelte den lieben vater mein und uns so hast verhuoret, das sol dir | nicht ze frommen komen:\t nu hebe dich zu dem manne, den du dir da hast genomen!' Mit jammer sprach die frawe 'nu sei es got geclagt, daz du mich des solt zeihen. wer hat dir das gesagt? awe mir, ach, daz Sabene mein hulde ie gewan, und daz ich nicht envolgete Berchtunge von Meran.' 'Got erbarme'' sprach der junge 'daz unser muoter ist also recht unraine und daz wir ie wurden ewr kind. habt ir im nicht gevolget, das wirt wol widertan: hebt euch gen Lilienporten und volget Berchtungen von Meran!' Mit jammer sprach die frawe 'awe sun, la mich bei dir hie und auch bei dem erbe, daz mir dein vater lie.", - "output": " Wenn einer die argen Diebe und die Treulosen schont – die ändern sich selten zum Guten, das hätte ich wohl bedenken sollen. Wozu dieser Wille, den zu retten, der mir gegenüber treulos war? Nun muß es Gott erbarmen, daß ich ihm damals das Leben ließ!“ Dann verstieß man alsbald Berchtung aus dem Rat. Der Dame und der Kinder nahm Saben sich an: Tag und Nacht sann er mit den Herren darauf, wie ers dahin bringen wollte – wohin ers auch bald gebracht hatte. Zu den jungen Herren sprach er dann immerfort: „Ihr sollt von Rechts wegen wissen, Herren, wer ihr seid! Wegen eurer Mutter Falschheit ist der dritte König ein Nichts! Den sie euch da als Bruder zuzählt, der ist euer Bruder nicht! Sie trachtet Nacht und Tag nach eurer Ehre und sinnt beständig darauf, wie sie euch ins Verderben stürzen kann. Verstoßt sie aus Burg und Stadt, sie ist nur zu eurem Schaden hier, und nehmt ihr alles Erbe, das euer Vater ihr hinterließ. Und deshalb sind ihr die Leute im Lande feind: Der, den sie euch da zum Bruder gibt, der ist ein Kebskind. Damit ward die Ehe eures lieben Vaters zerstört. Gebe Gott, daß ihr schafft, daß es ihr übel geht!“ Die beiden jungen Herren glaubten, daß er die Wahrheit sage. Dadurch wurde die Frau ins tiefe Verderben gestürzt, von seinen Lügen. Und mit Niedertracht und Verrat brachte er auch das arme Kind um sein Königreich. Die Königin ward verstoßen, und ihr Sohn Wolf Dietrich. Die beiden Junker sprachen dann zu ihrer Mutter: „Eine Sache hat uns gar nicht erfreut: Der Wolf Dietrich soll nicht unser Bruder sein?“ „Aber doch! Auf meine Treue!“, sprach wiederum die Königin. „Er ist, Mutter, von Vaters Seite nicht meines Vaters Kind. Das sagen uns die Leute, die darüber gut unterrichtet sind. Und überhaupt, es ist uns wahrlich nicht möglich, uns vor dir zu hüten!“ Dann sprach der ältere Bruder: „Du mußt aus unserm Haus! Was soll dir ein königliches Erbe – du bist nicht Königin! Daß du bei so viel Geld und Besitz den lieben Vater mein und uns so verhurt hast, das soll dir nicht zum Guten ausschlagen! Und jetzt mach dich fort zu dem Mann, den du dir da genommen hast!“ Mit Jammer sprach die edle Frau: „Nun sei es Gott geklagt, daß du mich so bezichtigen mußt! Wer hat dir so etwas gesagt? Weh mir – ach! daß Saben je meine Huld gewann, und daß ich nicht Berchtung von Meran gefolgt bin!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "het ich man bei seinem lebene, des wolt ich mich hart schämen, wan ich wil nach seinem tode zwar dhainen nemen.' Da sprach der künig mit zorne 'ich sag dir was du tuo. du beleibest hie nicht lenger dann unz morgen fruo. dein reiche morgengabe ist meines bruoders und mein. du wirdest auf diser burge nimmermer künigein.' 'Nu müess es got erbarmen daz ich Saben ie gesach, daz ich von seinen schulden han disen ungemach!' wen si gebiten mochte, das was gar verloren: die junkherren wolten nie gelassen iren zoren. Man liess ir vil kaume ir ross und ir gewant. was so man in der kammere des reichen schatzes vant, des wolte man der frawen nicht gegen einer marke lan. si muost also arme reiten zu Berchtunge von Meran. Si rait vil erbarmiclichen unz zu der porten ein. do sagte man Berchtungen 'da kumt die künigein.' da sprach er 'so leit im wage was wir der erbe haben, ich wän si hab verstossen der ungetrewe Saben.' Iedoch er gegen der frawen mit seinen helden gieng und auch mit seinem weibe die küniginne er emphieng. da sprach er zu dem kinde 'nu wol an, herre mein! mit mir du solt emphahen die lieben muoter dein.' Da sprach der junkherre 'nu ist doch mein muoter hie. si kam in einem jare für Lilienporten nie.' er wänet es wär sein muoter des Berchtunges weib. von demselben wane beschwärt ward sein leib. Da sprach der vil getrewe 'zwar si ist dein muoter nicht, und dient dir doch vil gerne, wo dir sein not beschicht. also tuon auch ich zware, wo dir sein wirdet not. der aber dein vater haissen solt von recht, der ist todt.' Sust ward da der rede ir baider vor jammer gar geswigen. die freude in ir herzen die muost gar geligen. iedoch was im vil laide, wie er were ein kindelein. da lief er für die porte und emphieng die muoter sein. Berchtung mit schönen züchten zu der frawen do sprach 'was wolt ir, küniginne, in mein armes obedach?' si sprach 'wir müessen | suochen die freundt als wir si haben.\t meine hant mich verstossen und hat in das geraten Saben.' 'Des lone in got von himele, daz er euch verstossen hat. er tuot an euch vil rechte, seit ir verschmähet meinen rat.", - "output": " „Gott erbarme!“, sprach der Junge, „daß unsere Mutter dermaßen unrein ist und daß wir je eure Kinder wurden! Seid ihr ihm bisher nicht gefolgt, so wird das jetzt wohl nachgeholt: Macht euch fort nach Lilienport und folgt Berchtung von Meran!“ Mit Jammer sprach die edle Frau: „Oh weh, Sohn, laß mich hier bei dir und auch bei dem Erbe, das mir dein Vater hinterließ. Hätte ich einen andern zu seinen Lebzeiten gehabt, so wollte ich mich zutiefst schämen; außerdem, auch nach seinem Tode werde ich wahrlich keinen andern nehmen!“ Da sprach der König mit Zorn: „Ich sage dir, was du tun sollst: Du bleibst hier nicht länger als bis morgen früh! Deine reiche Morgengabe gehört meinem Bruder und mir. Du wirst auf dieser Burg nie mehr Königin!“ „Nun möge es Gott erbarmen, daß ich Saben je gesehen habe, daß ich durch seine Schuld dieses Ungemach habe!“ Jeder, den sie anflehen mochte – das war ganz verlorne Mühe: die jungen Herrn wollten ihren Zorn nicht fahrenlassen. Man ließ ihr ja kaum ihr Roß und ihr Gewand! Von dem, was man in der Kammer an reichen Schätzen fand, davon wollte man der edlen Frau nicht eine Mark lassen. Sie mußte als armes Weib zu Berchtung von Meran reiten. Ganz erbarmungswürdig ritt sie, bis unters Burgtor hinein. Da sagte man Berchtung: „Da kommt die Königin!“ Er sprach: „So liegt im Bach, was wir da an Erbe haben! Ich fürchte, der ungetreue Saben hat sie verstoßen.“ Er jedoch ging der edlen Dame mit seinen Helden entgegen, und zusammen mit seiner Frau empfing er die Königin. Dann sprach er zu dem Kind: „Auf denn, mein Herr! Du sollst mit mir deine liebe Mutter empfangen!“ Darauf sprach der junge Herr: „Aber meine Mutter ist doch hier! Das ganze Jahr ist sie nicht aus Lilienport herausgekommen!“ Er meinte, die Frau von Berchtung wäre seine Mutter. Durch diesen Irrtum ward ihm jetzt das Leben schwer. Da sprach der Allertreuste: „Nein, in Wahrheit ist das nicht deine Mutter! Und ist dir doch so gern zu Diensten, wo immer es dir not ist. Und auch ich tu das, wahrhaftig, wo immer es dir not tut. Der aber dein rechtmäßiger Vater heißt, der ist tot.“ Und so schwiegen beide nach dieser Rede, vor Jammer. Die Freude in ihrem Herzen, die lag wie tot. Hatte er doch so viel Leid, obwohl er noch ein kleines Kind war! Und dann lief er zum Tor und empfing seine Mutter.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "wer getreuen freunden volget, des volgen wirt vil guot. wer sol sich an den lassen, der nie gewan getrewen muot?' 'Mir ist geschehen übele' sprach do die künigin. 'gedenke an dein trewe und la mich bei dir sin, und lass mich bei dir leiden, fürst, was dir geschicht.' 'entraun' sprach der alte, 'ir bleibet bei mir nicht. Ewr suone bede die habent mer dann ich. Saben hat das reiche, des bestat nu lützel mich. ir woltet mir nit volgen, nu habt auch euch den schaden. der mich ie het ze veinde, den habt ir ze hause geladen.' Da sprach erbarmiklichen die künigine heer 'nu tuo mir was du wellest, ich han et niemand mer.' mit züchten sprach der alte 'ir solt gotwillekumen sein. nu seit in meinem lande fraw und künigein.' Mit züchten sprach der junge 'fraw, ir solt mir sein willekomen zu meines vater hause. was ich euch mag gefrummen, und daz ich euch mag gedienen, das tuon ich alle zeit. ich dien euch dest gerner daz ir mein muoter seit.' Die fraw geswaig vor jamer, daz si nie wort gesprach. da tröstet si der alte und fuortes an ir gemach. mit guoter handlung man do der frawen phlag. der junge erbite kaume, unz es ward des morgens tag. Da bezwang in auch der alte daz im vorchte was bekannt, daz er im alle morgen muosste raichen sein gewant. er tet es durch sein liebe, wo er sich an im vergass, daz in in frömden landen dienst lustet dester bas. Des morgens vor dem bete er eines mals stuond und wartet im mit dienst, als die cammerere tuond, unz er alles dinges zu der kirchen was berait: was er haben solde, das het er angelait. Aus der kemenate wolt er vor im gan. mit züchten sprach der junge 'herre, ir solt stille stan. ir müesset meines dienstes immermer wesen frei, ir sagt mir wer ich selber und mein geschlächte sei.' Lachent sprach der alte 'nu bist dus doch mein kind. du bist mir zwar lieber dann deine brüeder sint.' 'schweiget' sprach der junge, 'der schimph ist gar enwicht. seit ir mein vater heute und wardt sein gester nicht? Ich wil euch fragen, herre, ir solt mich berichten gar, in welhem lande ich rechte nach meinem vater far,", - "output": " Berchtung, mit schönstem Anstand, sprach zu der edlen Dame: „Wozu wollt ihr, Königin, in mein armseliges Obdach?“ Sie sprach: „Wir müssen die Freunde aufsuchen, die wir haben. Die Meinen haben mich verstoßen, und Saben hat ihnen das geraten.“ „Das lohne ihnen Gott vom Himmel, daß er euch verstoßen hat! Er tut ganz recht an euch, wo ihr meinen Rat verschmäht habt! Wenn einer getreuen Freunden folgt, so wird ihm das Folgen gut. Wer wird sich auf den verlassen, der noch nie treue Absichten hatte!“ „Mein Schicksal ist schlimm“, sprach darauf die Königin. „Gedenke deiner Treue und laß mich bei dir sein, und laß mich bei dir leiden, Fürst, was immer dein Schicksal ist.“ „Meinertreu!“, sprach der Alte, „bei mir bleibt ihr nicht! Eure beiden Söhne, die besitzen mehr als ich. Saben hat das Reich, davon steht mir nun wenig zu. Ihr wolltet mir nicht Folge leisten, nun sollt ihr auch den Schaden haben! Der mich seit je für seinen Feind hielt, den habt ihr euch ins Haus geladen.“ Drauf sprach erbarmungswürdig die Königin, die erhabne: „Dann tu mit mir, was du willst – ich habe doch niemanden mehr!“ Wie es sich gehörte sprach der Alte: „Ihr sollt gottwillkommen sein! Seid in meinem Lande Herrscherin und Königin.“ Wie es sich gehörte sprach der Junge: „Madame, ihr sollt mir willkommen sein in meines Vaters Haus. Alles, was ich euch Gutes tun kann und was ich euch an Dienst leisten kann, das werde ich jederzeit tun. Ich dien euch umso lieber, als ihr meine Mutter seid!“ Die Dame verfiel in Schweigen vor Jammer und sprach kein einziges Wort. Darauf tröstete sie der Alte und führte sie in ihre Gemächer. Dann kümmerte man sich um die Dame und behandelte sie aufs beste. Der Junge konnte kaum erwarten, daß der nächste Tag und Morgen anbrach; Damals zwang ihn der Alte, daß er kennenlernte, was Ehrfurcht war, indem er ihm alle Morgen sein Gewand reichen musste. Wenn er sich an ihm vergaß, tat er das aus Liebe zu ihm, auf daß der Junge in fremden Landen umso mehr Lust auf Dienen hätte. Dieses Mal, des morgens, stand er vor dem Bett und wartete ihm mit seinen Diensten auf, wie die Kammerherren tun, bis er mit allem Drum und Dran zum Kirchgang bereitet war – alles, was er brauchte, das hatte er angelegt. Aus der Kemenate wollte er vor ihm gehen. Wohlerzogen sprach der Junge: „Herr, ihr sollt stehenbleiben! Ihr müßt in Zukunft ohne meinen Dienst auskommen, es sei denn, ihr sagt mir, wer ich bin und zu welchem Geschlecht ich gehöre.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "oder wo ich in todten vinde; der raise ist mir vil gach. bin ich von edlem künne, ich wil auch tuon darnach.' Da werte des der alte, wann er des todes wär geweret: er truoge | under üechsen des edlen fürsten swert.\t er sprach 'nu frage die frawen die gester herein do reit: die kennet wol dein geschlächte und saget dir die warhait.' Von im begunde er streichen, nichts nit er in do bat. sich freute des der alte daz der junge von im trat. aus der kemenaten er von seinem maister gie. iedoch sprach er mit vorchten 'das schwert das lasset hie.' 'Entrawn' sprach der junge, 'das wil ich euch widersagen: warnet euch eines andern schwertes, ditz wil ich selber tragen.' er truog vil zorniklichen das schwert in seiner handt: hin gie er in das münster, da er sein muoter vant. Er sprach 'nu saget mir, frawe, und haisset ir ein künigein, wisset ir ob ir erkennet den lieben vater mein? seit aber ir mein muoter und bin ich ewr kind, ir solt mich dahin weisen da meine freundt sind.' 'Ir vart so zorniklichen' sprach die frawe guot, 'und bin doch des gelaubig daz ir mir nicht entuot: ich kan dir nicht beweisen nu mer der freunde dein, wann ich bin dein muoter und du mein kindelein.' 'Mag aber ein kindt von muoter on vater komen?' 'entraun' sprach die fraw, 'des hab ich nicht vernomen. von vater und von muoter wirt wol ein kind geborn. den vater den aber du hettest, den hastu laider verloren.' 'So saget mir wo der sturbe oder wo der sei gewesen – und saget ir mir unrechte, ich lass euch nicht genesen.' si sprach 'vil lieber herre, ir solt mir nicht entuon. von allen vier enden seit ir eines küniges suon. Dein vater und dein muoter was künig und künigein. du solt auch von rechte gewaltiger künig sein. dein vater was ze Kriechen ein gewaltiger künig reich, der sass auf Chunstenobele und hiess Hugediettereich.' Si sprach 'ir seit geleret, nu nemet den brief in die hant.' sein leben und sein sterben er daran geschriben vant; wie Berchtung in ernerte, an dem brief er das las, wavon er was verraten und wavon er genas. Da naigte er seiner muoter das haubet in die schos. do ward ir baider wainen und auch ir jammer gros:", - "output": " Lachend sprach der Alte: „Aber du bist doch mein Kind! Und zwar bist du mir lieber als mir deine Brüder sind.�� „Schweigt“, sprach der Junge, „das ist kein Scherz! Seid ihr heute mein Vater und wart es gestern nicht? Ich will von euch wissen, Herr, und ihr sollt mich genau unterrichten, in welches Land ich reisen muß, um zu meinem Vater zu kommen, oder wo ich ihn als Toten finde – auf diese Reise will ich so schnell wie möglich. Bin ich von edler Abkunft, so will ich auch danach handeln.“ Da gewährte das der Alte, denn sonst wäre er des Todes gewesen: jener trug unter der Achsel des edlen Fürsten Schwert. Er sprach: „Nun frag unsere Herrin, die gestern da hereingeritten ist. Die weiß gut um dein Geschlecht und sagt dir alle Wahrheit.“ Er brach auf und wollte davon, nicht das Geringste erbat er von ihm. Da freute sich der Alte, daß der Junge von ihm fortging: Aus der Kemenate ging er, weg von seinem Lehrmeister. Der aber sprach in Furcht und Ehrfurcht: „Das Schwert, das laßt hier!“ „Meinertreu!“, sprach der Junge, „dazu sage ich Nein! Bemüht euch um ein andres Schwert – dies will ich selber tragen.“ Voll Zorn trug er das Schwert in der Hand; er ging ins Münster hinüber, wo er seine Mutter fand. Er sprach: „Nun sagt mir, Madame, wenn ihr doch eine Königin heißt: Wißt ihr, ob ihr den kennt, der mein lieber Vater ist? Seid ihr aber meine Mutter und ich bin euer Kind, dann müßt ihr mich dahin weisen, wo meine Angehörigen sind.“ „Ihr kommt so voll Zorn daher“, sprach die hochedle Frau, „und doch glaube ich fest, daß ihr mir nichts tut. Ich kann dir jetzt nicht mehr Angehörige zeigen – nur: Ich bin deine Mutter und du bist mein Kind.“ „Ist es aber möglich, daß ein Kind von einer Mutter kommt, ohne Vater?“ „Meinertreu!“, sprach die Dame, „das hab ich noch nie gehört. Nur von Vater und von Mutter wird ein Kind geboren. Den Vater aber, den du hattest, den hast du leider verloren.“ „So sagt mir, wo der angeblich gestorben oder wo er gewesen ist – und sagt ihr mirs nicht richtig, lasse ich euch nicht am Leben.“ Sie sprach: „Mein liebster Herr, ihr sollt und werdet mir nichts tun. Nach allen vier Seiten seid ihr der Sohn eines Königs. Dein Vater und deine Mutter waren ein König und eine Königin. Du sollst von Rechts wegen auch ein gewaltiger König sein. Dein Vater war zu Griechenland gewaltiger König, reich und mächtig: Der saß auf Kunstenobel und hieß Huge Dietrich.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "er halstes und kusstes, ir claider wurden nass. durch seines maisters liebe des swertes er vergass. Der muoter er die tavel in den buosm widerumb stiess. da suochte er Berchtungen, das schwert er ligen liess. da bot er seinem maister vil senlichen gruos, er küsste im an die hende und naigt im auf den fuoss. 'Got müess dir vergelten, fürst von Meran, maister und herre, daz du mir hast getan. ich han von deinen gnaden mein ere und auch mein leben. ich wil mich, lieber maister, in dein genad geben. Ich han vil recht erfraget, von wann | ich bin bekomen.\t mir würdt unbillichen mein erbtail genomen. waiss got, mir gilt Sabene den ungetrewen rat, daz er mich und mein muoter also verstossen hat! So bin auch ich gewachsen vil nach zu ainem starken man. man muoss auch mir von rechte mein erbtail verlan. zwar ich geruowe auch nimmer, ich gewinne ein künigreich.' allererst wil in die sorge Wolff herr Diettreich. Abenteur: Wie Wolff Diettrich mit seinen zwain bruodern strite und gesiget in an VIII Mit jammer sprach der alte 'du hast mannhait unde tugent – zu deinem grossen leibe hast du zu claine jugent. es schadet deinen helden und deiner kinthait, daz du strebest alze fruo nach seneder arbait.' Mit züchten sprach der junge 'wer gern hat gemach, der versuochet selten frömdes obedach. wer aber in dem alter wil mit gemache leben, der muoss in seiner jugende nach dem hausrate streben. Du solt mich des nicht irren alle die weil ich tüge. ich versuoch in meiner jugende was ich erwerben müge. es müessen meine brüeder meine veinde sein, si lassen mir mein erbe und auch der muoter mein.‘ Mit jammer sprach der alte 'was ich sage, das ist war. ich was vor urlauge geruowet vierzigk jar. ich muos in meinem alter mit dir haben ungemach. nu muoss es got erbarmen daz ich Saben ie gesach! Auf den wil ich dir helfen und auf die bruoder dein, si tuon dir dann rechte und der frawen mein. sol aber es dir icht helfen – du wilt nach streite toben da für der eezeit – du solt mir das verloben,", - "output": " Sie sprach: „Ihr seid schriftkundig, so nehmt diesen Brief zur Hand.“ Sein Leben und sein Sterben fand er daran aufgeschrieben; wie Berchtung ihn errettete, las er an dem Brief, wovon er verraten und wovon er errettet wurde. Darauf beugte er das Haupt in seiner Mutter Schoß. Und dann ward ihr beider Weinen und auch ihr Jammer groß. Er halste sie und küßte sie, ihre Kleider wurden naß. Aufgrund der Liebe zwischen ihm und seinem Lehrmeister vergaß er das Schwert. Der Mutter schob er die Brieftafel wieder in den Busen. Dann suchte er Berchtung, das Schwert ließ er liegen. Dann bot er seinem Lehrmeister einen langersehnten Gruß: Er küßte ihm die Hände und neigte sich zu seinen Füßen. „Gott möge dir vergelten, Fürst von Meran, mein Lehrer und mein Herr, was du mir getan hast. Von deinen Gnaden hab ich meine Ehre und auch mein Leben. Ich will mich, lieber Meister, in deine Gnad ergeben. Ich habe gründlich erkundet, woher ich gekommen bin. Es wäre unbillig, wenn mir mein Erbteil genommen würde. Weiß Gott, Saben wird mir seine ungetreuen Machenschaften entgelten – daß er mich und meine Mutter auf die Weise verstoßen hat. Inzwischen bin ich doch gewachsen und eigentlich ein starker Mann. Und so muß man mir von Rechts wegen mein Erbteil überlassen. Wahrhaftig, ich werde nimmer ruhen, ich werde ein Königreich gewinnen!“ Jetzt erst will er richtig in die Sorge, der Wolf Herr Dietrich. Abenteuer: Wie Wolf Dietrich mit seinen zwei Brüdern kämpfte und sie besiegte Mit Jammer sprach der Alte: „Du hast männliche Tapferkeit und Tugend. In deinem mächtigen Körper hast du aber noch allzu wenig Jugend gehabt – es schadet deinen Helden und deiner Kindheit, daß dein Streben allzu früh dahin geht, dich nach Müh und Anstrengung zu sehnen.“ Wohlerzogen sprach der Junge: „Wer es gern gemächlich hat, der wird selten ein fremdes Dach über dem Kopf suchen; wer aber im Alter in einem ruhigen Gemach leben will, der muß in seiner Jugend nach dem Hausrat streben. Du sollst und wirst mich nicht von meinem Weg abbringen, solange ich zu etwas tauge – ich versuche, solange ich jung bin, zu erwerben, was mir möglich ist. Es müssen mir meine Brüder meine Feinde sein, wenn sie mir und auch meiner Mutter mein Erbe nicht überlassen.“ Mit Jammer sprach der Alte: „Was ich sage, das ist die Wahrheit:", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " daz du icht vechtest, wo wir komen in den streit. ich säh aber es vil gerne, nu ist sein noch nit zeit. des hab wir site ze Kriechen, er muoss volwachsen gar, daz im iemand schwert erlaube, er hab dann vierundzwainzigk jar.' 'Nu sweige' sprach der junge, 'und sich ich dich in der not, ee ich dich sterben liesse, ich läge ee bei dir todt. ich wil entrawn vechten umb mein selbs künigreich. ich erlaube mirs selber' sprach Wolff Diettrich. 'Traun' sprach der alte, 'ich tars dir nit wern. wir kummen doch wol wider, wil uns got von himel neren. uns diene das land ze Kriechen oder wir verliesen das leben. allererst muost du nu hören was ich dir wil ze stewr geben: Sechzehen junkhern, die liebisten die ich han – |\t meine süne sint si alle und sint dir undertan; si müessen aber alle mit dir füeren sturmgewant, ieglicher tausent ritter und einen fanen an der hant. Auch wil ich, lieber herre, dir meren dein schar in schneeweissen ringen auch mit tausent dar. ich gib dir die helde und ein baner liecht, die sind so ausgesuochet, daz si dir entweichent nicht. In der zwelften wochen sint si dir berait. so rechen wir mit zorne baide unser laid, es kumt von ungelücke, man geb uns ein künigreich.‘ 'got lon dir der gabe' sprach Wolffe Diettereich. Da muosten sich beraiten die recken in die not. si kamen auf Lilienporten des tages, als er gebot, die edlen und die küenen, die Berchtung da gerne sach. ir dhainem aines ringes noch aines riemen nie gebrach. Mit freuden sprach der junge 'si sint vil frölich kumen, und wirde ich ze herren immer, es sol in allen frumen: wes ir ainer muotet, das wil ich im nicht versagen. nu welhes ist die brünne, die ich sol selbe tragen?‘ Er sprach 'ich gäbe dir gerne deines vaters swert. da werest du zu streite vil wol damit gewert. des solt du mich erlassen, des mag nicht gesein. got vellet dich villeichte, füerest du es auf die brüeder dein.' 'Traun' sprach der Krieche, 'ich bin auch meines vaters suon. doch wil ich in mit dem swerte dhainen schaden tuon.' da hiess er im gewinnen ein andre klingen liecht und einen halsberg guoten, der was aber so veste doch nicht.", - "output": "Vierzig Jahre bin vor dem Krieg in Ruhe gelassen worden – und jetzt im Alter kommt mir mit dir das Ungemach! Nun möge es Gott erbarmen, daß ich Saben je zu sehen gekriegt habe! Ich will dir gegen ihn helfen, und gegen deine Brüder, es sei denn, sie gewähren dir und meiner Königin euer Recht. Soll dir aber Hilfe werden – du willst dich wie ein Wahnsinniger in den Kampf stürzen, noch bevor du recht mannbar bist – so mußt du mir das geloben, daß du nicht fechten wirst, wo wir irgend in einen Kampf geraten! Ich sähe es ja überaus gerne, aber noch ist nicht die Zeit dafür. Wir haben in Griechenland den Brauch, daß einer erst ausgewachsen sein muß, damit ihm erlaubt werde, das Schwert zu führen, ehe er vierundzwanzig Jahre ist.“ „Nun schweig!“, sprach der Junge. „Denn wenn ich dich in Bedrängnis sehe, wollte ich, bevor ich zuließe, daß du stirbst, lieber tot neben dir liegen! Ich will und werde, meinertreu!, selber um mein Königreich fechten! Die Erlaubnis gebe ich mir selbst!“, sprach Wolf Dietrich. „Meinertreu!“, sprach der Alte. „Ich wage nicht, dir das zu verwehren. Wir werden schon wohl zurückkehren, wenn Gott vom Himmel uns erhält! Entweder wird uns Griechenland wieder zu Diensten oder wir verlieren das Leben! Zuerst aber muß du hören, was ich dir als Aussteuer geben will: Sechzehn junge Herren, die liebsten, die ich habe – meine Söhne sind sie allesamt und sind dir untertan; sie alle werden, so wie du, Sturmausrüstung führen, und jeder von ihnen tausend Ritter, und eine Fahne an der Hand. Auch werde ich dir, lieber Herr, selber deine Heerschar vermehren, in schneeweißen Ringen, und auch mit einem Tausend! Ich gebe dir diese Helden und ein leuchtendes Banner, die sind so ausgesuchte Leute, daß sie nicht von dir weichen werden. Über zwölf Wochen sind sie bereit für dich. Dann rächen wir mit Zorn beide unser Leid – es geht mit dem Unglück zu, wenn man uns nicht ein Königreich gibt. „Gott lohne dir, was du mir gibst!“, sprach Wolf Dietrich. Und dann mußten sich die Recken vorbereiten für Kampf und Not. Sie kamen auf Lilienport auf den Tag, den er geboten hatte, die Edlen und die Kühnen, alle die Berchtung gern dort sehen wollte. Keinem fehlte es auch nur an einem Ring oder einem Riemen! Mit Freuden sprach der Junge: „So fröhlich sind sie hergekommen! Sollte ich je der Herr werden, wird es allen zu ihrem Nutzen sein! Was einer von mir will, das werde ich ihm nicht versagen. Welches ist nun die Brünne, die ich selber tragen soll?“ Er sprach: „Ich gäbe dir gern deines Vaters Schwert.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Do schlauft er an die ringe und nam urlaub von der muoter sein. do sprach die künigine 'nu schone der brüeder dein. lass si des nicht entgelten, ob si ungetrewe sind. ir seit doch alle drei wan zwaier leute kind. Was ich dir han behalten, das ist dir noch nit guot, seit daz du auf deine brüeder hast urlauges muot.' er sprach 'möchten wir si zwingen, das tet meinem herzen wol. wol mich' sprach Wolf Diettrich, 'daz ich mit in vechten sol! Iedoch laist ich vil gerne, muoter, dein gebot.' da kusste si den lieben und bevalch in dicke got. vil laute rüefte der junkherre 'raumet das loch. was tuot ir talang darinne? sorget ir ewrer muoter noch?' 'Ich han ewrn brüedern offenlich widersait. si bringen vil der veinde auf das gemerke breit. wir vechten nach dem rechte, das sol uns got beschern. mit dreissig tausent helden wil man uns das gemerke weren.' 'Nu lat die fanen fliegen mit freuden über velt. mir wirt an den todten meiner land widergelt. gan mir got gelückes, mir wirt ein künigreich. nu sol wir mit freuden fechten!' | sprach Wolff herr Diettereich.\t Die schönen castelanen si vor den recken zugen. die fanen über die haiden gewaltikliche flugen. da muost man gedranges sein auf den statten, bas dann über ein rast kose man der schefte schatten. Mitten in Kriechen si gewaltiklich riten, daz si des niemand irrte, vil gar ungestriten. 'entrawn' sprach der Krieche 'mir geit niemand ein künigreiche. ich wil meinen tail verbrennen' sprach Wolffdiettreiche. Da fuorens unverborgen durch der Kriechen landt. den abent und den morgen huob sich raub und brant, unz an dem vierden tage gen dem morgen fruo, da zugen auch die künige mit grosser menige zuo. Vil gewaltiklich kreftig was ir heer. si fuorten in der dicke dreissig tausent oder mer gen dem morgenstern, als der tag aufbrach. die werete ir baider huote. man aufeinander sigen sach. 'Secht ir' sprach zu den künigen der ungetrewe Saben, 'was wir an Berchtungen heer gehaien haben? mit solher schar grosser dient er ewrem vater nie mer. und sol er leben lange, er tuot uns gros herzenseer.'", - "output": "Bestens wärst du damit für den Kampf bewehrt! Aber du sollst es mir erlassen, denn es kann nicht sein! Allzu leicht könnte Gott dich fällen, wenn du es gegen deine Brüder führst.“ „Meinertreu!“, sprach der Grieche. „Ich bin auch meines Vaters Sohn! Aber ich will ihnen mit dem Schwert keinen Schaden zufügen.“ Da befahl er, ihm eine andere leuchtende Klinge zu bringen und eine gute Halsberge, die aber nicht ganz so fest war. Da zog er die Ringe an und nahm Abschied von der Mutter. Und dann sprach die Königin: „Nun schone mir deine Brüder! Laß sie es nicht entgelten, wenn sie treulos sind. Ihr seid doch alle drei die Kinder der selben zwei Menschen! Was ich für dich aufbewahrt habe, daß ist dir noch nicht zum Guten gediehen, da du auf Krieg gegen deine Brüder sinnst!“ Er sprach: „Wenn wir sie bezwingen könnten – das täte meinem Herzen wohl! Wohl mir!“, sprach Wolf Dietrich, „daß ich mit ihnen fechten werde! Doch leiste ich gerne, Mutter, deinem Gebote Folge.“ Darauf küßte sie den Lieben und befahl ihn viele Male Gott. Laut brüllte der junge Herr: „Kommt aus dem Loch! Was macht ihr den ganzen Tag da drinnen? Sorgt ihr euch noch um eure Mutter?“ „Ich habe euren Brüdern öffentlich den Krieg erklärt. Sie bringen jede Menge Feinde, über die ganze Länge der Grenzmark. Wir fechten auf der Seite des Rechts – das soll uns Gott bescheren! Mit dreißigtausend Helden will man uns die Grenzmark verwehren.“ „Nun laßt die Fahnen fliegen mit Freuden übers Feld! Mit den Toten werden mir meine Länder entgolten. Vergönnt mir Gott das Glück, dann wird mir ein Königreich! Nun laßt uns mit Freuden fechten!“, sprach Wolf Herr Dietrich. Die schönen kastilischen Rosse zogen sie vor die Recken. Gewaltig flogen die Fahnen über die Heide. Da gab es ein mächtiges Gedränge auf dem Platz, mehr als eine Raste weit sah man der Schäfte Schatten. Mit gewaltiger Macht ritten sie mitten nach Griechenland hinein, und niemand hielt sie auf, ganz ohne Kampf. „Meinertreu!“, sprach der Grieche. „Mir gibt niemand ein Königreich! Ich werde mein Teil verbrennen!“, sprach Wolf Dietrich. Da marschierten sie in aller Öffentlichkeit durch das Land der Griechen. Den Abend und den Morgen erhob sich Raub und Brand bis an den vierten Tag gegen den frühen Morgen – da zogen auch die Könige mit einer großen Menge heran. Gar gewaltig war ihr Heer:", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Da sprach mit frömden muote Berchtung von Meran 'nu sol auch wir die Kriechen auf die rede bestan. des sol sich heut getrösten der ritter und der knecht, daz uns got immer danket, wir streiten umb das recht.' Die schar bedenthalben zesamme keerten do. die sich do streites trosten, die wurden alle unfro. zesammen si do drungen, die schäfte si brachen gar. ir weise si do sungen in baidenthalb der schar. Da huob sich bedenthalben angst und not. da muosten liechte ringe von bluote werden rot, da gegeneinander drungen die schar gemainiklich, da strait vor Berchtungen der Wolff her Diettrich. Die spreissen gen den wolken in von den handen flugen. da si die schefte brachen, die scharfen schwert si zugen, und erbeisten von den rossen nider auf das gras. si muosten alle weichen wo Wolff Diettrich was. Er hawte da bedenthalben lucken unde phat. si namen alle ir ende, wenn der junge hin getrat. die schar durchbrach der Krieche und Berchtung da dreistund. wen er nicht sluog ze tode, der ward doch sere wundt. Unz auf den schwertvessel schluog er manegen durch den helm. da ward mit mannes bluote begossen gar der melm. 'nu fliehe wir' sprach Saben zu dem künig reich, 'ditz ist der übel teufl, es ward nie Wolff Diettreich.' Da wurden liechte ringe von bluote rotgefar. des muost auch im entweichen die kreftikliche schar. doch rach er mit grimme allererst seinen zorn. da wuot er durch die todten in dem bluote unz über die sporn. Da ward von lebenden leuten die haide schier blos. das bluot | durch liechte ringe vast auf die erden gos.\t über den jungen Kriechen do vil maniger schrai. des tages sluoge Wolff Diettrich vil manigem sein haubt enzwai. Berchtung und sein herre die gachten über velt, si wolten Saben suochen, da was lär sein gezelt. do si in nicht enfunden, gros was ir ungehabe: si sluogen nider die hütten und den rossen die hachsen abe. Was si der flieher funden, ir kainer der genas. si betungten mit den todten das velt und auch das gras. die veinde jageten niemand wan Berchtung von Meran und seiner süne zehene: das waren sein ainlif dienstman.", - "output": "dicht beieinander führten sie dreißigtausend oder mehr dem Morgenstern entgegen, als der Tag heraufbrach – ihr beider Leibgarde verteidigte sie. Aufeinandereindringen sah man. „Seht ihr“, sprach zu den Königen der ungetreue Saben, „was wir uns an Berchtung bisher herangezogen haben! Mit einer so großen Heerschar wird er euerm Vater nimmermehr dienen – und wenn er lange genug lebt, wird er unserm Herzen schwere Wunden zufügen.“ Da sprach Berchtung von Meran feindlich und entschlossen: „Und jetzt werden wir gegen die Griechen antreten und sie zur Verantwortung ziehen! Der Ritter wie der Knappe sollen heute ihr Vertrauen darein setzen: Gott wird uns vergelten, wir kämpfen für das Recht!“ Von beiden Seiten wandten sich dann die Heerscharen gegeneinander. Die ihr Vertrauen in diesen Kampf setzten, die wurden alle unfroh. Aufeinander sie dann drangen, ihre Lanzenschäfte zerbrachen sie samt und sonders. Ihre Kampflieder sie dann sangen, auf beiden Seiten in den Heeren. Da erhob sich auf beiden Seiten Drang und Enge. Da mußten leuchtende Ringrüstungen von Blut rot werden, da drängten sich die Scharen gegeneinander und wurden handgemein, da kämpfte vor Berchtung der Wolf Herr Dietrich. Die Spreißel flogen ihnen von den Händen den Wolken entgegen. Als sie die Schäfte zerbrochen hatten, zogen sie die scharfen Schwerter und stiegen von den Rossen auf das Gras herunter. Alle mußten weichen, da wo Wolf Dietrich war. Er hieb da nach beiden Seiten Lücke und Pfad. Sie nahmen alle ihr Ende, wenn der Junge hintrat. Die Heerschar durchbrach da der Grieche, und Berchtung, dreimal – wen er nicht totschlug, der ward doch schwer verwundet! Bis auf das Schwertgehenk hinunter schlug er so manchen durch den Helm. Da ward mit Mannes Blut der Staub begossen und getränkt. „Laßt uns fliehen“, sprach Saben zu dem reichen und mächtigen König. „Dies ist der üble Teufel selbst, einen Wolf Dietrich hat es nie gegeben!“ Da wurden leuchtende Ringe rotfarben von Blut. Und deshalb mußte die starke Heerschar vor ihm zurückweichen. Doch rächte er jetzt erst mit Grimm seinen Zorn: er watete durch die Toten, im Blut bis über die Sporen. Da ward die Heide bald leer von lebendigen Menschen. Das Blut goß und goß durch lichte Ringe auf die Erde. So mancher schrie da über den jungen Griechen, so manchem schlug Wolf Dietrich an diesem Tag das Haupt in zwei Stücke. Berchtung und sein Herr, die eilten übers Feld;", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Als si baidenthalb vast miteinander striten, da was auch mit den künigen Saben auf das velt geriten. si warteten wie es ergienge dem kreftiklichen heer, daran si sahen baide: daz floch on alle wer. Sust habten auf der haide die zwen künige reich. 'nu wer sint jene drei' sprach Wolff herr Diettreich, 'die ich dort auf der warte sihe bei einander haben?' 'ja sint es deine brüeder und der ungetrewe Saben.' 'Si mügen uns nit entrinnen' sprach er: 'nu wol dan!' 'du magst ir nicht erreiten' sprach Berchtung von Meran. 'daz aber ich Sabene hette' sprach Wolff her Diettreich, 'darumb wolt ich verliesen ze Kriechen das künigreich.' Wievil man ims werte, doch rait er über velt. da riten auch die drei bas vor im dann enzelt. Wolff Diettrich rüeffte vil laute 'ungetrewer Saben, ich wil dir fride gebieten, du magst wol stille haben.' Da sprach der ungetrewe 'des mag nu nicht gesein. ja fürcht ich Berchtungen und die untrewe dein.' mit zorne sprach der Krieche 'wer gab aber dir hail, daz du mir solt verirren mein rechtes erbtail? Oder wer hat dir erlaubet über mein muoter zucht? das muost du mir büessen, und hulf dich nicht dein flucht.' da sprach aber Saben 'man hat dich wol gewert. dir hat der […] geschaffen sein harnasch und sein guot schwert. Da hast du, mördere, immer an genuog. darzu ist dir bevolhen sein ross daz in da truog. die gabe ist dir nützer dann alle künigreich.' 'mir sol noch mer werden' sprach Wolff Diettreich. Da sprach aber Saben 'reite dan, auf unser leben! dir und Berchtunge wellen wir fride geben und wellen dir mittailen, daz man dir des besten gicht.' Berchtung sprach 'valscher hoffart! er gert deines frides nicht.' Sunst wart ein michel schelten mit zorn under in. do keerten dise widere und jene riten hin. vil laute rüeffte do Saben 'ich sag dir was du tuo: helt, ob du ie biderbe wurdest, nu beit unser hie unz morgen fruo.' |\t 'Entrawn' sprach der Krieche, 'das wil ich wol bewaren.' sein ross was erstrecket, er kunde ir nicht erfarn. Da ers nicht mocht erreiten noch der künig reich, do wainte aller erst vor zorne der Wolff herr Diettreich.", - "output": "sie wollten Saben suchen – da war aber sein Zelt leer. Als sie ihn nicht fanden, wurden sie sehr ungebärdig: Sie schlugen die Hütten nieder und den Rossen die Hachsen ab. Was sie an Flüchtern fanden – keiner von ihnen blieb am Leben. Sie düngten mit den Toten das Feld und auch das Gras. Die Feinde jagten keine andreren als Berchtung von Meran und zehn seiner Söhne: Das waren seine elf Dienstmannen. Wie sie von beiden Seiten so heftig miteinander kämpften, da war auch zusammen mit den Königen Saben auf das Feld geritten. Sie beobachteten, wie es dem starken Heer erginge – da erkannten sie beide: Das floh ohne Gegenwehr. So hielten da auf der Heide die zwei reichen und mächtigen Könige. „Und wer sind die drei“, sprach Wolf Herr Dietrich, „die ich dort auf Beobachtungsposten beieinander halten sehe?“ „Das sind niemand anders als deine Brüder und der ungetreue Saben.“ „Sie können uns nicht entrinnen!“, sprach er. „Auf denn, dorthin!“ „Mit Reiten kriegst du sie nicht“, sprach Berchtung von Meran. „Dafür, daß ich Saben hätte“, sprach Wolf Herr Dietrich, „dafür wollte ich das griechische Königreich aufs Spiel setzen!“ Wie sehr man’s ihm verwehren wollte, er ritt doch übers Feld. Und dann ritten die drei vor ihm, gewiß schneller als im Paßgang. Wolf Dietrich brüllte: „Ungetreuer Saben, ich will dir Frieden bieten, du kannst einfach stehenbleiben!“ Da sprach der Ungetreue: „Das kann nun leider nicht sein! Denn wahrlich, ich fürchte Berchtung und deine Treulosigkeit.“ Mit Zorn sprach der Grieche: „Wer hat dich denn mit dem Heil versehen, daß du mir mein rechtmäßiges Erbteil abspenstig machen sollst? Oder wer hat dir erlaubt, meine Mutter unter Kuratel zu nehmen? Das mußt du mir büßen, und deine Flucht würde dir nicht helfen!“ Darauf sprach wieder Saben: „Man hat dich reichlich und wehrhaft ausgestattet! Der […] hat dich mit seinem Harnisch und seinem guten Schwert versorgt! Daran hast du für immer genug, du Schlächter! Außerdem ist dir sein Roß anbefohlen, das ihn damals getragen hat – diese Gabe ist dir nützlicher als jedes Königreich!“ „Mir wird noch mehr werden!“, sprach Wolf Dietrich. Darauf sprach wieder Saben: „So reite davon, bei unserem Leben! Dir und Berchtung wollen wir Frieden geben und wollen mit dir teilen, so daß man dir das Beste zuspricht!“ Berchtung sprach: „Welche Falschheit, welche Hoffart! Deinen Frieden begehrt er nicht!“ Auf die Weise entstand eine große Scheltrede zwischen ihnen, mit Zorn.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Do riten die heergesellen wider auf das wal. was si der veinde funden, die sluogen si ze tal. mit zorn sprach der junge 'und wilt du, maister mein, wir suln der veinde beiten und hie bis morgen sein.' 'Das wil ich widerraten' sprach Berchtung von Meran. 'si bringen früe heer bas dann tausent man, die halsberge füeren und tuon uns grossen schaden. ich wän wir sein bede auf grossen jammer heer geladen.' 'Verzaget nicht als schiere' sprach der Wolff her Diettreich. 'ich muos den leib verliesen, oder ich erwerbe ein künigreich.' mit zorne sprach der alte 'sol ich dir die warhait sagen? die wir ze streite brachten, die sind alle erslagen. Ich füerte dir in den streite sechzehen meine kind. die sind bei dir erstorben daz ir wäne zehne sind. wiltu nuo selb zwelfte ein ganzes heer bestan? nu vicht mit wem du wellest, du hast wän ich ainlif dienstman.' 'Nu welle got von himele' sprach Wolff Diettrich, 'daz die so hohe kauften mein armes künigrich! mir sol nicht an den meinen so grosser schade geschehen. ich gelaube nicht irs todes, du lassest michs ee sehen.' Da fuorte so der weise seinen herren bei der handt, da er gesach die toten. die het er schier erkant. da er ir antlitz als sere verschroten sach, er viel auf ieglichen, vor laide er nicht ensprach. Da brach er in abe die helme, si waren ze tode wundt. da liess er ir dhainen, er kusste in an den mundt. sein herze ward betrüebet, sein augen wurden nass. Berchtung durch seinen herren der kinde gar vergas. Da zoch er den jungen von seinen kinden hin. da sprach er zu dem herren 'wo ist nu ewr sin? welt ir die herren bewainen, die mir da sint erslagen? meine kindt si waren, lat mich die selbs clagen.' Mit jammer sprach der Krieche 'ja rewet mich mein leben! die weil daz ich lebte hest du mirs gegeben. ich wolt es nemen für Kriechen und für alle künigreich, daz meine gesellen lebten' sprach Wolff Diettreich. 'Seidt aber du die herren von mir hast verloren, Berchtung, lieber maister, riche an mir deinen zorn. du hast von meinen schulden verloren deine kindelein. dir sei vor got erlaubet, schlach mir ab das haubte mein.", - "output": "Die einen wendeten darauf wieder und die andern ritten weiter. Darauf brüllte Saben: „Ich sag dir, was du tun kannst, Held, falls du den Mumm hast: Du wartest jetzt hier bis morgen früh auf uns!“ „Meinertreu“, sprach der Grieche, „davor werde ich mich hüten!“ Er ließ seinem Roß die Zügel – er konnte sie nicht einholen. Als er sie nicht erreiten konnte, auch nicht als reicher und mächtiger König, da weinte richtig vor Zorn der Wolf Herr Dietrich. Darauf ritten die Heergefährten zurück auf das Schlachtfeld. Was sie an Feinden fanden, die schlugen sie zu Boden. Mit Zorn sprach der Junge: „Und wenn es dir recht ist, mein Meister, wir werden die Feinde erwarten und bis zum Morgen hierbleiben.“ „Davon will ich abraten“, sprach Berchtung von Meran. „Sie bringen in der Früh mehr als tausend Mann hierher, die Halsbergen tragen und uns großen Schaden zufügen werden. Ich fürchte, wir beide sind zu großem Jammer eingeladen.“ „Verzagt nicht so schnell!“, sprach der Wolf Herr Dietrich, „ich muß das Leben verlieren, oder ich erwerbe dieses Königreich.“ Mit Zorn sprach der Alte: „Soll ich dir die Wahrheit sagen? Die wir zum Kampf mitgebracht haben, die sind alle erschlagen! Ich führte dir in diesen Kampf meine sechzehn Kinder – die sind neben dir gestorben, daß sie, fürcht ich, noch zehn sind. Willst du nun zu zwölft ein ganzes Heer bestehen? Ficht, mit wem du willst! Du hast, fürcht ich, nicht mehr als elf Dienstmannen!“ „Das verhüte Gott vom Himmel!“, sprach Wolf Dietrich, „daß die um so hohen Preis mein lumpiges Königreich kauften! Nein, so großer Schade an den Meinen soll mir nicht geschehen! Ich glaube ihren Tod nicht, bis du sie mich sehen läßt!“ Drauf so nahm der Weise seinen Herrn bei der Hand und führte ihn dahin, wo er die Toten sah: Die hatte er bald erkannt. Als er ihr Antlitz so schwer zerhauen sah, fiel er auf jedem einzelnen nieder – vor Leid konnte er nicht sprechen. Da zog er ihnen die Helme ab, sie waren auf den Tod wund. Da ließ er keinen einzigen aus, jeden küßte er auf den Mund. Sein Herz ward betrübt, seine Augen wurden naß. Berchtung vergaß für seinen Herren sogar seine Kinder. Da zog er den Jungen von seinen Kindern weg. Da sprach er zu dem Herrn: „Wo ist jetzt euer Verstand! Wollt ihr die Herrn beweinen, die mir da erschlagen sind? Sie waren meine Kinder – laßt mich die selbst beklagen!“ Mit Jammer sprach der Grieche: „Wahrlich, mich reut mein Leben!", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Durch got solt du mich töten, seit ich des han begert.' da wolt er durch sich selber gestochen han sein schwert. vil schiere gesach der alte | daz im sein ernste was.\t da zuckte er im die clingen und warfs auf das gras. Er sprach zu seinem herren 'des jammers ist genuog. lat si die frawen bewainen die si in irem leibe truog.' der junge sprach 'mein swäre was ie unclägelich. allererst bin ich in sorgen' sprach Wolf herr Diettrich. Abenteur: Wie Wolff Diettrich seine dienstman clagete, Berchtunges süne IX Mit zorne sprach der alte 'nu lass dein clage sein. mein und meines weibes waren die kindelein. nu hilfe mir selber raten und lassen wir den zorn, was wir darumbe täten, doch wären si verloren. Ja ist unser baider hilfe an in nicht verdorben gar. uns wachsent ander leute und koment auch andre jar. es kan uns nicht gehelfen, was wir bewainen die kindt. si werden auch nicht lembtig, die erstorben sint. Ich sage dir' sprach der alte, 'wilt du nu volgen mir, nu volge mir mit willen, das beste rat ich dir. ich wil mit dir verderben, dir werde dein künigreich.' 'ich tuon was du gebeutest' sprach Wolff Diettreich. 'Ich sage dir' sprach der alte, 'und bewainest du die kind, die in deinem dienst alhie erstorben sind, wilt du si lenger bewainen, ich diene dir nimmer mer.' 'so muoss ich mit dir lachen' sprach der künig heer. 'Ditz wal wir müessen raumen' sprach Berchtung von Meran. 'du hast auf diser erde nun ainlif dienstman. damit sul wir entweichen, es ist nu fliehens zeit. uns kument wol tausent ritter, den hab wir dhainen streit.' Mit jammer sprach der junge 'solt ich nu deine kind ungerochen lassen, die bei mir erstorben sint, wem liess ich meine gesellen und meine dienstman?' 'wir sullen nit stäts zürnen' sprach Berchtung von Meran. 'Ich sage dir' also sprach der alte, 'sei wir hie unz auf den tag, so kumt so vil der veinde, daz in niemand entrinnen mag. nu fliehen wir zu unser vesten, das ist weislich.' 'ich fleuhe vil ungerne' sprach Wolff Diettrich. 'Du solt von rechte fliehen, wir haben dhaine wer.", - "output": "So lange ich lebte, hättest du deins für mich gegeben. Ich wollte meines hernehmen, statt für Griechenland und sämtliche Königreiche, dafür, daß meine Gefährten noch am Leben wären!“, sprach Wolf Dietrich. „Weil du aber diese Herrn meinethalben verloren hast, Berchtung, lieber Meister, räche an mir deinen Zorn! Ich bin der Grund, weshalb du deine Kinder verloren hast. Vor Gott sei dir erlaubt: Schlag mir das Haupt ab! Um Gottes willen sollst du mich töten, weil ich das begehrt habe!“ Darauf wollte er sein Schwert durch sich selber gestochen haben. Der Alte durchschaute sofort, daß es ihm damit ernst war – da riß er ihm die Klinge weg und warf sie auf das Gras. Er sprach zu seinem Herrn: „Des Jammers und des Klagens ist genug! Laßt die Dame sie beweinen, die sie in ihrem Leib getragen hat!“ Der Junge sprach: „Keine Klage reichte für das, was auf mir lastet! Jetzt erst bin ich richtig in Sorgen!“, sprach Wolf Herr Dietrich. Abenteuer: Wie Wolf Dietrich seine Dienstmannen beklagte, Berchtungs Söhne Mit Zorn sprach der Alte: „Nun laß dein Klagen sein! Mein und meiner Frau waren diese Kinder. Nun hilf mir, mir selbst zu helfen! Und lassen wir den Zorn! Was wir deswegen auch täten – verloren wären sie doch. Und wahrlich, für uns beide ist mit ihnen nicht alle Hilfe dahin! Uns erwachsen andere Menschen, und es kommen auch andere Jahre. Alles, was wir um die jungen Leute weinen, kann uns keine Hilfe sein! Die gestorben sind, werden davon nicht lebendig. Ich sage dir“, sprach der Alte, „willst du mir jetzt folgen – folge mir jetzt mit voller Absicht! Ich rate dir das allerbeste. Ich will mit dir untergehen, oder dir wird dein Königreich.“ „Ich tu, was du gebietest!“, sprach Wolf Dietrich. „Ich sage dir“, sprach der Alte, „und beweinst du die jungen Leute, die in deinem Dienste allhier gestorben sind, willst du sie noch länger beweinen – ich werde dir nie mehr dienen!“ „So muß ich mit dir lachen!“, sprach der König, der erhabne. „Dies Schlachtfeld müssen wir räumen“, so sprach Berchtung von Meran. „Du hast auf dieser Erde nicht mehr als elf Dienstmannen. Und so sollten wir weichen – jetzt ist Zeit zu fliehen. Tausend Ritter werden uns kommen – gegen die halten wir in keinem Kampf stand. Mit Jammer sprach der Junge: „Sollte ich nun deine Kinder ungerächt lassen, die hier an meiner Seite gestorben sind, wem überließe ich da meine Gefährten und meine Dienstmannen!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "du hast auch wol gehöret: zwen sint eines her. so koment villeichte tausent und vechten alle auf dich, warumb wilt du töten dich selbe und mich? Wir sullen ze walde fliehen' sprach Berchtung von Meran. 'du magst mit ainlif gesellen nit tausent man bestan, und habe | wir dann auch dhainen ganzen schilt.'\t mit jammer sprach der Krieche 'ich volge dir wes du wilt.' 'So sül wir' sprach der alte 'auf die burg ze Lilienport. wir haben an den Kriechen begangen grosse mort.' 'ja ruochte ich' also sprach Wolff Diettreich 'und wurden si mir nimmer holt, wär Chunstenopel mein aigen und aller Kriechen golt.' 'Ich sag dir' sprach der alte, 'ich han alles des genuog, des man hundert rittern auf tavele ie getruog. des gib ich dir auf Lilienporte vil genuog wol fünf jare. welt aber ir icht mere, das bringet selber dare. Die weile uns weret die speise, die leibnarung und der wein, so sol wir vor den veinden alles stürmens sicher sein. ist daz man uns nicht besetzent, wir gemüen das künigreich.' 'auf der burgmaure wil ich ersterben' sprach Wolff Diettreich. Si bewagen sich der genge die nacht unz an den tag. da gieng in vor der alte, der seiner kinder phlag. si erstrichen das gebirge, das was et hoch genuog. Berchtungen muoten sere die ringe die er an truog. 'Du magst mir nicht gevolgen' also sprach herr Diettrich. 'ich enruoch was mir geschähe, hettest du ein künigrich.' 'sweige' sprach der junge 'und nim vil rechte war: ich sich ein fewr blicken, da liget wäne ich der veinde schar. Ee ich auf Lilienporte hinein kum geriten, wärn es nit guote freunde, mit ine wurd gestriten.' 'entrawn' sprach ein ander, 'ich sich auch dort ein liecht. sint es die rechten veinde, so genist ir ainer nicht.‘ 'Zwar ich sol ersterben, ich besehe dann wer si sint.' er sprang in seiner brünne spilende als ein kint ze tal die hohen leüten huob er sich vor in dan, daz im gevolgten kaume sein ainlif dienstman. Da dauchten in ze claine die ranen und auch die graben: ee si im ze hilfe kamen, er het den streit erhaben. Berchtunges süne gemaine nach im die leiten da sprang. do erforchten in die veinde, da so manig brünne erklang. Ee si sich auf gerichten ze streite al geleich,", - "output": "„Wir sollen nicht endlos zürnen!“, sprach Berchtung von Meran. „Ich sage dir“, so sprach der Alte, „bleiben wir hier, bis der Tag anbricht, so kommen so viele Feinde, daß niemand ihnen entrinnen kann. Fliehen wir jetzt zu unserer Veste – das ist weise gehandelt!“ „Ich fliehe sehr ungerne“, sprach Wolf Dietrich. „Mit Recht sollst du fliehen, wir haben keine Gegenwehr. Du hast doch wohl auch gelernt: ‚Zwei sind einem ein Heer!‘ Es kommen aber wahrscheinlich tausend und fechten alle gegen dich! Warum willst du dich selber töten und mich? Wir sollten in den Wald fliehen“, sprach Berchtung von Meran. „Du kannst mit elf Gefährten nicht gegen tausend Mann bestehen. Und außerdem haben wir keinen einzigen ganzen Schild! Mit Jammer sprach der Grieche: „Ich folge dir in allem, was du willst.“ „Wir werden also“, sprach der Alte, „auf die Burg Lilienport gehen. Wir haben unter den Griechen gewaltiges Gemetzel angerichtet.“ „Was sollte es mich kümmern!“, also sprach Wolf Dietrich, „und wenn sie mir niemals Huld zeigen, wär auch Kunstenobel mein eigen und aller Griechen Gold.“ „Ich sage dir“, sprach der Alte, „ich habe genug von allem, was man hundert Rittern nur je auftafeln mochte. Davon gebe ich dir auf Lilienport genug, fünf Jahre lang – wollt ihr aber etwa mehr, dann bringt das selber bei. Solange uns die Speise reicht, die Lebensmittel und der Wein, so lange werden wir vor allen Anstürmen der Feinde sicher sein. Und wenn sie uns nicht belagern, werden wir dem Königreich zusetzen.“ „Auf der Burgmauer will ich hinsterben!“, sprach Wolf Dietrich. Sie begaben sich auf den Weg, die Nacht über bis zum Tag. Und voran ging ihnen der Alte, der sich seiner Kinder annahm. Sie strichen das Gebirge hinauf, das war ganz schön hoch – Berchtung mühten und schmerzten die Ringe, die er anhatte. „Du schaffst es nicht, mir zu folgen“, so sprach Herr Dietrich. „Es wäre mir gleich, was mir geschieht – hättest du das Königreich!“ „Schweig!“, sprach der Junge, „und schau genau hin: Ich sehe ein Feuer blitzen! Da liegt die Heerschar der Feinde, glaube ich! Bevor ich in Lilienport einreite – sollten es nicht gute Freunde sein, mit denen würde gekämpft!“ „Meinertreu“, sprach ein andrer, „ich sehe auch ein Licht dort! Sind das tatsächlich die Feinde, so überlebt nicht einer von ihnen!“ „Wahrlich, der Tod soll mich treffen, wenn ich nicht nachsehe, wer sie sind!“ Er sprang mitsamt seiner Rüstung, als obs ein Kinderspiel wäre,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da het auch si erschrecket Wolff herr Diettreich. si liessen bei den feurn ir halsberg und ir ross. si vorchten nun des leibes und entrunnen auf ein mos. Fünfzigk kastelane si funden da stan, der namen nun ainlif die ainlif dienstman. den zwelften nam auch da der Wolff Diettrich. si liessen aber da den veinden manigen halsberg wunniklich. Mit jammer sprach der alte 'wir suln gen der veste farn. wir vinden morgen geste, des müg wir nicht bewarn. aller meiner lande ich nimmer | geniessen mag:\t man besitzet uns auf der burge ee es morgen werde tag.' In was geleget heute; doch komens auf Lilienport. vil schier der wachter vernam des maisters wort. auch hort in auf der zinne wol die frawe sein, si zelte durch die porten nun zehen kindelein. Den ainliften si do fragte 'Berchtung, wo ist unser herr?' mit jammer sprach der alte 'wir haben ietzund nicht mer. was uns ist erstorben, das ist unclagelich. gehabe dich vil wol, frawe, es lebet noch Wolff Diettrich.' Si sprach vil klagelich 'wo sind nu meine kind?' mit zorn sprach der alte 'ich waiss wol wo si sint. si haben wol vergolten irs todes herzenseer. ich wirf dich über die maur, gedenkest du ir immer mer. Was wir zwai clagen solten, das wirt er aine klagen. nu tröste meinen herren, dem müess wir es vertragen, daz er der kinde tode vergesse durch uns zwai. mich müet der jammer immer, daz er so laute ob in schrai.' Sust volgte im die frawe, der kinde si vergass. verborgenlichen taugen wurden ir augen nass. da ward in der burge die clage unmasslich. niemand clagte also sere, als der Wolff Diettrich. Sust werte ir aller jammer unz an den fünften tag. doch verclagten si die todten, die niemand erwecken mag. an dem fünften morgen da huob sich ein grosser schall von den argen veinden ward vol da berg und tal geleit und erfüllet, die burg al umbelegen. si muosten von der veste der raise sich bewegen. die wachter rüeften laute 'nu wachet und hüetet wol! das velt und das gebirge ist alles veinde vol.‘ Da erschrak an seinem bete der fürst von Meran.", - "output": "die hohe Leite hinab hob er sich davon, daß ihm seine elf Dienstmannen kaum folgen konnten. Da kamen ihm die Baumstrünke und die Gräben vor wie nichts – noch ehe sie ihm zuhilfe kamen, hatte er den Kampf begonnen. Berchtungs Söhne, alle auf einmal, sprangen ihm über die Leite nach. Daraufhin gerieten die Feinde in Furcht, da so manche Brünne erklang. Noch bevor sie sich zum Kampf aufgerichtet hatten allemiteinander, da hatte sie Wolf Herr Dietrich schon in Schrecken versetzt. Sie ließen bei den Feuern ihre Halsbergen und ihre Rosse – sie fürchteten nur noch für Leib und Leben und entkamen in einen Sumpf. Fünfzig kastilische Rosse fanden sie dort stehen – von denen nahmen nur elf die elf Dienstmannen, das zwölfte nahm Wolf Dietrich für sich selbst. Manche wunderbare Halsberge hingegen ließen sie den Feinden zurück. Mit Jammer sprach der Alte: „Wir sollten jetzt nach der Veste reiten – morgen finden wir dort Gäste, das können wir nicht verhindern. Unterstützung aus meinen Landen werde ich nicht haben können: Man wird uns auf der Burg belagern, ehe es morgen Tag wird. Schon heute hatte man ihnen einen Hinterhalt gelegt, doch kamen sie nach Lilienport. Und sofort vernahm der Wächter das Wort des Meisters. Auch hörte ihn die Hausherrin auf der Zinne sehr wohl: Sie zählte, durch das Tor, nicht mehr als zehn Kinder. Den elften fragte sie dann: „Berchtung, wo ist unser Herr?“ Mit Jammer sprach der Alte: „Mehr haben wir jetzt nicht mehr. Was uns weggestorben ist, das kann niemand genug beklagen. Doch halte an dich, Madame: Wolf Dietrich ist noch am Leben.“ Sie sprach ganz voll Klage: „Und wo sind meine Kinder?“ Mit Zorn sprach der Alte: „Ich weiß sehr gut, wo sie sind. Sie haben den Herzensschmerz über ihren Tod angemessen vergolten! Ich werf dich über die Mauer, wenn du je wieder ihrer gedenkst! Was wir zu zweit beklagen müßten, das wird er allein beklagen! Nun tröste meinen Herrn; mit dem müssen wir nachsichtig sein, daß er den Tod der Kinder mit unserer Hilfe um unser beider willen vergesse. Mir macht der Jammer immerzu zu schaffen, daß er so laut über ihnen geschrien hat.“ So also folgte ihm die Dame – sie vergaß die Kinder. Heimlich und im Verborgnen wurden ihr die Augen naß. Darauf ward in der Burg das Klagen maßlos. Niemand klagte so schmerzlich wie der Wolf Dietrich. So währte ihr aller Jammer bis an den fünften Tag. Schließlich endete ihre Klage um die Toten, die niemand zu erwecken vermag.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da trat er in das venster und erkant manigen man, vil manigen der geste, die fuorten frömdes dach. sein herze erschrak vil sere, da er so vil der geste ersach. Da gieng er über das bete, da sein herre auf lag. den weckte er vil sanfte 'nu wol auf, es ist tag. deine brüeder uns haben besessen, allererst geschicht uns wee. es ligent vor meiner burge fünftausent oder mee.' Da warf er einen mantl über sein brust blos. si traten in das venster, die menige sahen si vil gros, die vor der maur lagen, die zwen künig reich. 'nu bin ich erst in sorgen' sprach Wolf Diettereich. Abenteur: Wie er und sein ainlif süne besessen ward X 'Sweige' sprach der alte 'und gehab dich noch wol. seines laides niemand sich ze übele gehaben | sol.\t der man sol seines liebes auch nicht sein ze fro. was wir darumbe täten, so wer im doch also.' Mit zorne sprach der junge 'seit mir got hat gegeben daz si kumen sind so nahen, so wil auch ich nu mein leben wagen und mein ere umb mein künigreich. got lat mich nicht verderben' sprach Wolff herr Diettereich. Die in der burge waren, die richten sich ze streit, und was doch ungesperret ir tor ze aller zeit. si liessen nider die brucke und giengen für das tor. wes si in der burge luste, das funden si davor. Wie gros ir menige wäre, doch was es ungeleich. da sigte auch vil dicke Wolff Diettreich. von starker batalie huob sich vil oft not. die veinde gestriten selten, ir belibe wol zwainzigk todt. Sunst ward von den wirten der geste vil gefalt. die wundt dannen kamen, die lass ich ungezalt. also erwerten die wirte den frömden gar, daz do durch sturmes willen kam keiner dar. Da ward ein fride gemachet und auch ein gesprachtag. Saben der tädinge und maister Berchtung phlag. 'ich rate dir das beste' sprach der ungetrewe Saben, 'des solt auch du mir volgen, wilt du den leib behaben. Berchtung, ich wil dir raten, und wilt du gerne leben, du solt deinen junkherren und die burg den künigen geben.' 'nu welle got von himele' sprach Berchtung von Meran.", - "output": "Am fünften Morgen da erhob sich ein großer Lärm von den argen Feinden wurde da Berg und Tal voll, vollbelegt und vollgefüllt, die Burg rundum belagert. Jeden Weg aus der Veste mußten sie sich aus dem Kopf schlagen. Die Wächter riefen laut: „Nun wacht und hütet euch wohl! Das Feld und das Gebirge ist allüberall voller Feinde!“ Da erschrak in seinem Bett der Fürst von Meran. Da trat er in ein Fenster und erkannte so manchen Mann, gar manchen der ungebetenen Gäste; fremdartige Helme, Decken, Überwürfe hatten sie. Sein Herz erschrak in tiefem Schmerz, als er so viele an ungebetnen Gästen erblickte. Da ging er und beugte sich über das Bett, auf dem sein Herr lag. Den weckte er ganz sanft: „Wohl auf nun, es ist Tag! Deine Brüder belagern uns, jetzt wird uns erst richtig Weh geschehen! Vor meiner Burg liegen fünftausend oder mehr!“ Da warf er einen Umhang über seine bloße Brust. Sie traten in das Fenster, sie sahen die große Menge, wie sie vor der Mauer lagen, die zwei reichen und mächtigen Könige. „Nun bin ich erst richtig in Sorgen“, sprach Wolf Dietrich. Abenteuer: Wie er und seine elf Söhne belagert wurden „Schweig“, sprach der Alte, „und halte einfach an dich! Wegen seines Leides soll niemand seine gute Haltung aufgeben. Und über das, was ihm angenehm ist, soll ein Mann auch nicht zu fröhlich sein! Was wir auch unternehmen, es wär doch wie es ist!“ Mit Zorn sprach der Junge: „Da Gott es mir gegeben hat, daß sie so nahegekommen sind, so will auch ich jetzt mein Leben wagen und meine Ehre um mein Königreich! Gott läßt mich nicht untergehen!“, sprach Wolf Herr Dietrich. Die in der Burg waren, die richteten sich zum Kampf her; es war aber ihr Tor die ganze Zeit noch unversperrt. Sie ließen die Brücke herunter und gingen vor das Tor. Wonach es sie in der Burg gelüstete, das fanden sie draußen. Wie groß ihre Menge auch war, es war doch ungleich. Und Wolf Dietrich siegte da sehr oft. Ganz oft erhob sich ein Kampfgedränge von heftiger Bataille – selten kämpften die Feinde, ohne daß wohl zwanzig von ihnen tot zurückblieben. Auf die Weise wurden von den Gastgebern viele von den Gästen gefällt. Die verwundet davonkamen, die zähle ich gar nicht. So also wehrten die Einheimischen die Fremden völlig ab, so daß keiner sich näherte, um die Burg zu stürmen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'er hat sich gar ze verre auf die trewe mein verlan.' Saben sprach 'die künige zwene aid habend gesworn, daz si das velt icht raumen, die burg werde dann ee verloren. dich und deinen herren und alle deine kindt die henket man an die zinnen und die auf der burge sindt.' Mit jammer sprach der alte 'des muos ich mich bewegen. so bin ich doch in trewen und in eren todt gelegen.' der fride nicht lenger werete. do rait er wider ein und sagte dise märe dem lieben herren sein. Wes do die künige schwuoren, das liessens alles war. si lagen vor der burge unz in das vierde jar. da ward des jungen rew und auch sein jammer gros, daz er also sterben solte; des verligens in verdros. Von sorge ward er weise, als die weisen jungen tuond. vil früe an einem morgen er für Berchtungen stuond. da sprach vil erbärmiklichen Wolf herr Diettreich 'mit ruowe erwirbet niemand ere noch künigreich.' 'Nu sag an' sprach der alte, 'was wilt du daz ich nu tuo? wisste ichs wie ichs erwurbe, da hulf ich dir vil gerne zuo.' mit jammer sprach der Krieche 'got müess dich bewaren. es ergee wie got welle, ich muos laider von dir faren.' Mit zorne sprach | der alte 'nu waist du nit wohin du solt.\t daz du der rede erdenkest, ich wirde dir nimmer holt. welcher vogel ze früe fleuget aus dem neste sein, dem mag wol misselingen. also geschicht dir, herre mein.' Mit züchten sprach der Krieche 'mir sein meine federn lang und sein also gewachsen, daz si mich nicht dunken krank. der sterkist und der lengist ich under euch allen bin. als mich die sorge zwingent, ich gewinne auch leichte sinn. Erlaube mir die raise. warumb tuost du das? sol ich bei dir verderben? was ist dir dester bas? ich wolte gerne lösen dich und deine kind, die durch mich in die sorge und in angst komen sind.‘ Da sprach der getrewe 'wes hast du dir gedacht, daz du dich underwindest, daz du nit vollenden macht! und daz du dirs gedenkest, daran tuost du unwitzikleich.' 'was tauget auch unversuochet!' sprach Wolff her Diettreich. 'Ich wil die welt durchreiten und darzuo alle lant, mir werde auf diser erde etwo ein künig bekant, der so gewaltig auch haisse, in des dienst wil ich auch sein,", - "output": " Darauf wurde ein Waffenstillstand beschlossen und ein Verhandlungstag. Saben war Unterhändler und Meister Berchtung. „Ich rate dir das beste“, sprach der ungetreue Saben, „und darin solltest du mir folgen, wenn du Leib und Leben behalten willst! Berchtung, ich will dir raten – wenn dir dein Leben lieb ist – du sollst deinen jungen Herren und die Burg an die Könige übergeben!“ „Das verhüte Gott vom Himmel!“, sprach Berchtung von Meran. „Er verläßt sich restlos und nur zu weit auf meine Treue.“ Saben sprach: „Die Könige haben beide einen Eid geschworen, daß sie das Feld nicht räumen, bevor euch die Burg verloren ist. Dich und deinen Herrn und alle deine Kinder, die hängt man an die Zinnen, und alle, die sonst auf der Burg sind.“ Mit Jammer sprach der Alte: „Das muß ich auf mich nehmen. So finde ich den Tod doch in Treuen und in Ehren!“ Der Waffenstillstand ging zuende. Da ritt er wieder hinein und sagte diese Nachrichten seinem lieben Herren. Was die Könige da geschworen hatten, das ließen sie alles wahr werden: Sie lagen vor der Burg bis ins vierte Jahr. Da ward die Trauer des Jungen und auch sein Jammer groß, daß er auf diese Weise sterben sollte; das Herumliegen verdroß ihn. Aus Sorge ward er klug, wie es klugen Jungen so geht. Eines Morgens ganz früh stand er vor Berchtung. Da sprach Wolf Herr Dietrich – und das war erbarmenerregend: „Mit Ausruhen erwirbt niemand weder Ehre noch Königreich.“ „Dann sag an“, sprach der Alte, „was willst du, daß ich nun tun soll? Wenn ich das wüßte, was ich dafür tun soll, würde ich dir gerne dabei helfen.“ Mit Jammer sprach der Grieche: „Gott möge dich bewahren! Es gehe wie Gott will – ich muß fort von dir, leider!“ Mit Zorn sprach der Alte: „Du weißt doch nicht, wohin du sollst! Daß dir solches Gerede in den Sinn kommt, dafür werd ich dir nimmer gut! Der Vogel, der zu früh aus seinem Nest fliegt, dem kann es wohl mißlingen – so wird es dir geschehen, mein Herr.“ Artig sprach der Grieche: „Meine Federn sind mir lang und sind mir so gewachsen, daß sie mich nicht schwach dünken. Der Stärkste und der Größte von euch allen bin ich. So wie die Sorgen mich zwingen, gewinne ich leicht auch den Verstand dazu. Erlaube mir die Fahrt. Warum tust du das? Soll ich bei dir zugrundegehen? Was könnte denn noch besser für dich sein? Ich wollte gerne dich und deine Kinder erlösen, die durch mich in diese Sorge und in Angst gekommen sind.“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "daz er mir rechtes helfe an den argen brüedern mein! Hilfet er mirs bezwingen, darumb wird ich sein man. ich wil ein tail des landes durch seinen willen emphan.' 'wais got' sprach der alte, 'du reitest manigen tag. den künig waiss ich nindert, der dir gehelfen mag.' 'Schweig' sprach der Krieche, 'wie möcht das geschehen? ich wil es nicht gelauben, ich wil es ee besehen. was taugt das leben dem kinde, es sei dann auch muotes frei! ob du indert kainen wissest, den sag mir wo der sei.' 'Seit du nicht wilt erwinden' sprach Berchtung von Meran, 'du wellest hilfe suochen, so waiss ich einen man, wär er uns nicht ze verre, er lost uns hie mit heer.' 'den selben wil ich suochen, und wer er über mer. Den solt du mir zaigen und sein landt wo das leidt.' 'das haisset Lamparten und haisset er Otneidt. kain künig mag sich im geleichen, so mächtig ist sein heer. ein fraw mit gewalte nam er einem künige über mer. Im ist vil wol kundig was decket tal und berg. der selben küniginne gehalf im ein gezwerg. wes auch den künig gelustet, das muoss beinamen ergeen. wo gegen er sich genaiget, das mag vor im nicht gesteen.' Mit züchten sprach der Krieche 'nu erlaube mir das ich far. ob ichs halt nicht bedörfte, doch so wolt ich dar, daz ich den künig gesehe, von dem ich höre wunder sagen.‘ si westen aber nicht laider daz in der wurm | het hin getragen.\t Mit witzen sprach der alte 'die raise ist dir ze gros. du vindest nindert strass noch kain stige blos. du kumest auch hart dicke daz du mir der warhait gichst. du muost sechs wochen reiten, daz du weder lant noch leute sichst. Es haisst die Romanie, das lant noch leute enhat. du vindest nindert huobe noch acker wol besät, hebestu dich auf die strasse, kind, es gerewet dich.' Da sprach aber der junge 'herre maister, tröstet mich.' 'Ja muoss ich' sprach der alte 'darumbe die raise weren. du magst dich auf der strasse vor hunger nicht erneren. geleiche den vihes hirten da geend die wilden lewen.' 'du magst mir' sprach der junge 'von tieren nicht gedrewen.' 'Seit du nicht wilt beleiben' sprach Berchtung von Meran, 'so gib ich dir vil gerne, daz ich dir behalten han. Valken den vil guoten, den weilent dein vater rait.", - "output": " Da sprach der Getreue: „Was hast du dir dabei gedacht, daß du etwas unternehmen willst, das du nicht zuendebringen kannst! Und daß du an so etwas denkst, daran tust du nicht klug.“ „Was taugt schon etwas ohne Probieren!“, sprach Wolf Herr Dietrich. „Ich will die Welt durchreiten und sämtliche Länder dazu, bis ich irgendwo auf dieser Erde einen König kennenlerne, den man so gewaltig heißt – und in dessen Dienst will ich treten – daß er mir zum Recht gegen meine argen Brüder verhilft! Hilft er mir, sie zu bezwingen, werde ich dafür sein Lehnsmann. Ich will einen Teil des Landes von seinem Willen empfangen.“ „Weiß Gott“, sprach der Alte, „du wirst manchen Tag reiten – ich weiß nirgendwo den König, der dir da helfen kann.“ „Schweig!“, sprach der Grieche, „wie sollte das zugehen? Ich will es nicht glauben, bevor ich es nicht selbst gesehen habe! Was taugt dem Kind das Leben, wenn es nicht freien Mutes ist! Falls du irgendwo einen weißt, dann sage mir, wo der wäre!“ „Da du’s nicht lassen willst“, sprach Berchtung von Meran, „und willst unbedingt Hilfe suchen, so weiß ich einen Mann – wär uns der nicht so weit weg, würde er uns hier mit einem Heer auslösen.“ „Genau den will ich suchen, und wenn er jenseits des Meeres wäre! Den sollst du mir zeigen und sein Land, wo das liegt! „Das heißt Lamparten, und er heißt Otnit. Kein König kann sich mit ihm messen, so mächtig ist seine Heeresmacht. Eine Frau nahm er mit Gewalt einem König von jenseits des Meers. Alles was Tal und Berg bedeckt, das ist ihm wohl kund! Zu jener Königin verhalf ihm ein Zwerg. Wonach den König auch gelüstet, das geschieht wirklich und wahrhaftig. Wogegen er sich wendet, das bleibt nicht bestehen vor ihm.“ 419 Artig sprach der Grieche: „Nun erlaube mir, daß ich ziehe. Selbst wenn ich es nicht nötig hätte, so wollte ich doch dorthin, um den König zu sehen, von dem ich so Staunenswertes sagen höre.“ Sie wußten aber nicht, leider, daß ihn der Lindwurm fortgetragen hatte. Mit Witz sprach der Alte: „Diese Reise ist zu groß für dich! Du findest nirgendwo eine Straße und keinen freien Steig. Du wirst oft genug dahinkommen, mir recht zu geben! Du mußt sechs Wochen reiten, daß du weder Ländereien noch Leute siehst! ‚Die Romanie’ heißt das, was weder Ländereien noch Leute hat; du findest keine Hufe und keinen Acker, wo gesät wäre – begibst du dich auf diese Straße, Kind, es wird dich reuen!“ Drauf sprach der Junge: „Herr und Meister, gebt mir eure Unterstützung!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "in vil manigem volkwige ze sige dar auf er strait. Seinen helm, sein brünne, seinen schilt und auch sein swert, das han ich dir behalten, ob dein wille des nu geert.' 'den schildt man entraun an meinem halse nimmer gesicht. warumb solt ich den füeren? mir wart et sein ambt noch nicht. Einen schilt wil ich mir kiesen selbe' sprach der junge man. 'ich wil durch übermuote alle wilde tier bestan. man vermisset sein doch lützel, welhes da von mir wirt erslagen. welhes sich weret aller lengist, des sigk wil ich tragen. Ich wil des schweren aide, oder ich gelige dann todt, daz ich durch sein ere immer mer aus aller not wil sein genossen helfen und wil in trewe schweren.' mit jammer sprach der alte 'nu müess dich got mir neren. Und wilt du nicht beleiben, vil lieber herre mein, gee balde und nim urlaub von der lieben muoter dein!' da giengen sie baide da er sein muoter vant. mit jammer sprach der alte 'ewr suon der wil in die landt.' 'Nu welle got von himele' sprach do die künigin. 'er sol vil vast wallen, liebe muoter min.' si sprach 'sun und herre, wem last du dann mich?' 'meinem maister Berchtunge wil ich bevelhen dich.' 'Got muoss dir behalten, vil liebes kind, dein leben! was ich dir han behalten, das wil ich dir nu geben. nu muos ich immer wainen mein laid ze grossem schaden.' si sprach zu dem jungen 'nu raiche mir mein laden.' Ir herze ward durchbrünstig, do si die claider vant. si sprach zu irem lieben kinde 'nu hab dir ditz gewant.' wie und si da gewainte, sein auge ward nie nass. das gewant begunde | er schawen: er sprach 'muoter, zwew ist mir daz?\t Ich näme vil michels gerner einen herten halsberg liecht. gib es wem du wellest, muoter, ich wil sein nicht.' 'ja solt du daran gelauben, suon, es ist dir guot, wo du wilt ainig reiten. ze kindisch ist dein muot.' 'Ja bin ich dem gewante gar ein zu grosser knecht: an lenge und an der weite ist es mir nindert recht.' si sprach 'nu gib mirs wider, tuot es dir indert wee. als lieb ich dir ie wurde, la sehen wie es dir stee!' Da volgte er der muoter und nam es in die hant. da mainte er daz es im were ze wenig, das gewant. die wat er an sich slaufte, da ward si im gar ze weite.", - "output": " „Wahrlich, ich muß“, sprach der Alte, „diese Reise darum verwehren: Auf dieser Straße vermagst du dich vor Hunger nicht am Leben zu erhalten! Als Viehhirten gehen dort die wilden Löwen umher.“ „Mit Tieren“, sprach der Junge, „kannst du mir nicht drohen!“ „Da du nicht bleiben willst“, sprach Berchtung von Meran, „so werde ich dir jetzt gerne geben, was ich für dich aufbewahrt habe: Falke, den allerbesten, den weiland dein Vater geritten hat. In manchem Massenkampf hat er sich auf ihm zum Sieg gekämpft. Seinen Helm, seine Brünne, seinen Schild und auch sein Schwert, das habe ich für dich aufbewahrt – für diesen Fall, wo du es jetzt willst und begehrst.“ „Den Schild wird man, meinertreu, niemals an meinem Halse sehen! Warum sollte ich den führen? Ein Schildamt habe ich ja noch nicht. Einen Schild wähl ich mir selber“, sprach der junge Mann. „Ich werde aus heißem Mut allen wilden Tieren mich stellen! Wenig wird man eins vermissen, das da von mir erschlagen wird! Das, welches sich am längsten wehrt, dessen Sieg will ich tragen! Das will ich mit Eiden beschwören, oder ich will tot am Boden liegen, daß ich zu seiner Ehre allzeit aus jeder Not will seinen Genossen helfen, und will ihnen Treue schwören!“ Mit Jammer sprach der Alte: „Nun möge Gott dich mir erhalten! Und da du nicht bleiben willst, mein allerliebster Herr, geh bald und nimm Abschied von deiner lieben Mutter.“ Da gingen sie dann beide dorthin, wo er seine Mutter fand. Mit Jammer sprach der Alte: „Euer Sohn will in die Lande hinaus.“ „Das soll Gott vom Himmel nicht wollen!“, sprach drauf die Königin. „Er soll kräftig wollen und mitwallen, meine liebe Mutter!“ Sie sprach: „Sohn und Herr, und wem überläßt du mich?“ „Meinem Meister Berchtung will ich dich anempfehlen.“ „Gott möge dir, mein liebes Kind, dein Leben erhalten! Was ich für dich behalten habe, das will ich dir jetzt geben. Nun muß ich für immer zu meinem großen Schaden mein Leid beweinen!“ Sie sprach zu dem Jungen: „Reiche mir jetzt meine Lade.“ Das Herz brannte ihr durch und durch, als sie die Kleider fand; sie sprach zu ihrem lieben Kind: „Hier, nimm dies Gewand.“ Wie sehr sie dabei auch weinte, sein Auge ward kein bißchen naß – er beschaute das Gewand: „Mutter, was soll ich damit? Ich nähme sehr viel lieber eine harte, leuchtende Halsberge. Gib das, wem du willst, ich will’s nicht!“ „Wahrlich, du sollst daran glauben, Sohn, es ist gut für dich, wo du ganz alleine reiten willst. Zu kindisch ist dein Verstand!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "er sprach 'nu sage mir, muoter, ist es guot für dhainen streite?' Si sprach 'es were so lang nicht gelegen in meiner laden. dir kan feur noch wasser noch anders nicht geschaden. wo es hin gereichet, da wirstu auch nimmer wundt, und bist vor allem waffen darinne sicher und gesundt. Du hast über dein herze der selden dach geschlauft. das sind die selben claider, da du inne bist getauft. du solt an got gelauben, so wirt dir dein künigreich.' 'nu geruoch er mich behüeten' sprach Wolf herr Diettreich. Da hiess er im gewinnen seines vater sturmgewant. sein muoter vil gewainte, do si im die riemen bant. si warn alle verzweivelt an dem küenen degen her und wolten auch des wänen, si gesähen in nimmermer. Also man do mit jammer in der burge innen ward, daz der junkherre wolt auf die senenden vart, die alten zu den jungen mochten wainen nicht verlan. es traurete aber niemand so sere als sein ainlif dienstman. Der alte sprach zu dem jungen 'nu gedenket an unsere jar. kumst du zu frömden leuten, so vergissestu unser gar. in deiner kintlichen jugende geliebet dir villeicht ein weib. da von so hebt dich ringe, und verliesen wir den leib.' 'Du getrawest mir vil übel' sprach Wolff Diettreich. 'der mir die schönste gäbe und tausent künigreich und darzuo land und burge, was ir in der welte sint, ich wil nimmer weib gewinnen, ich löse dich ee und deine kindt.' 'Des gib mir dein trewe' sprach Berchtung von Meran, 'daz du der nicht brechest.' da ward ein aid getan, den swuor er auf seinem swerte. den aid er stäte lie. wie guot state ers häte, den aid gebrach er nie. 'Ich sag dir' sprach der alte, 'mein armuot die ist stark – doch han ich dir behalten goldes dreissig mark, ob dich got gesendet under eines wirtes obedach, daz du doch des ersten habest damit gemach. |\t Nu solt dich nicht entrichten. dein ross ist all ze snel. an dem satel hanget: zwai barel und auch von jägerspeise anderhalb ein bulge vol. wenn dir des zerrinnet, got dich beraten sol. Ich mag dir vor der porte zu kainen staten kumen. reite als dich got beweise, du hast ein dichs an genomen. als man dich fraget der märe, so du reitest für das tor,", - "output": " „Wahrlich, ich bin für das Gewand doch schon ein viel zu großer Kerl! In der Länge, in der Weite, nirgendwo paßt es mir.“ Sie sprach: „Nun, gib es mir wieder, wenn es dir irgendwo weh tut! Wenn ich dir nur ein wenig lieb bin – laß sehen, wie es sitzt!“ Da folgte er seiner Mutter und nahm es in die Hand. Da meinte er, daß es ihm zu klein wäre, das Gewand. Er schlüpfte in das Kleidungsstück hinein, da wurde es ganz weit für ihn. Er sprach: „Nun sag mir, Mutter, ist es irgendwie für den Kampf gut?“ Sie sprach: „Es hätte sonst nicht so lange in meiner Lade gelegen. Dir kann weder Feuer noch Wasser noch etwas anderes Schaden zufügen. Wo es hinreicht, da wirst du auch niemals verwundet, und bist vor allen Waffen darin sicher und gesund. Du hast dir über dein Herz die Decke der Gottseligkeit gezogen. Das ist die selbe Kleidung, in der du getauft bist – du sollst an Gott glauben, so wird dir dein Königreich!“ „So geruhe er nun, mich zu behüten!“, sprach Wolf Herr Dietrich. Darauf ließ er sich seines Vaters Sturmgewand bringen. Seine Mutter weinte viel, als sie ihm die Riemen band. Sie waren alle verzweifelt über den kühnen Degen, den erhabnen. Auch wollten sie alle befürchten, daß sie ihn nimmermehr sehen würden. Wie man dann in der ganzen Burg mit Jammer inneward, daß der junge Herr auf diese Sehnsuchtsfahrt wollte, da vermochten die Alten wie die Jungen das Weinen nicht zu unterlassen. Niemand aber trauerte so schmerzlich wie seine elf Dienstmannen. Der Alte sprach zu dem Jungen: „Gedenkt an unsere gemeinsamen Jahre! Kommst du zu fremden Leuten, so vergißt du uns ganz und gar. In der Jugend deiner Jünglingszeit verliebst du dich leicht in eine Frau, Daher kümmert dich wenig, wenn wir Leib und Leben verlieren!“ „Dein Vertrauen zu mir ist wirklich schlecht!“, sprach Wolf Dietrich. „Wenn mir einer die Allerschönste gäbe und tausend Königreiche und dazu Länder und Burgen, so viel es in der Welt gibt – nie will ich eine Frau gewinnen, bevor ich nicht dich und deine Kinder ausgelöst habe.“ „Dafür gib mir deine Treue“, sprach Berchtung von Meran, „und daß du sie nicht brechen wirst!“ Darauf ward ein Eid gegeben, den schwor er auf seinem Schwert. Diesen Eid hielt er stets. Wie gut die Gelegenheit auch sein mochte – den Eid, den brach er nie. „Ich sage dir“, sprach der Alte, „meine Armut, die ist groß, doch habe ich für dich aufbewahrt dreißig Mark in Gold, falls Gott dich zu jemandem schickt, der dir Obdach gewährt, daß du es wenigstens fürs erste damit bequem hast.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "so sprich ›ich bins ein hüeter und sol wachen heint hie vor.‹ So wellent si dich leicht vahen, so bist auch du nicht krank. du erwerest wol deinen mantl an ir aller dank.' da man im sein rosse auf den hof gezoch, ein ieglich mensch das ander vor grossem jammer floch. Vor jammer mochte niemand den andern gesehen an. da küsten in vil dicke sein ainlif dienstman. si wurfen auf die porte, ir jammer ward vil gros. also fuor er über die brucke – seine kindlein blos. Abenteur: Wie im sein swert brach auf dem wurm und truog in in den berg XI Da er also balde von der veste rait, im sahen nach die seinen, den was von herzen laid. do kerte er gegen den veinden einem degene geleich. allererst wil in die sorge Wolff herr Diettreich. Da ward ein michel fragen wer er wäre, und von wanne er rite. er sprach zun huotern 'ich hüete vor der burge, die was ietzo auf getan: Wolff Diettrich wil entrinnen und sein ainlif dienstman!' Da rait er durch die veinde daz in da niemand vieng. wer aber im ze nahen inder an dem weg gieng, den letzte er als unschone, daz er in nichts mer enbat. man truog in dann toten, er kam nimmer von der stat. Da rait er vor dem walde die nacht unz an den tag. der huote gen den veinden er alters aine phlag. des tages wol zwainzig toten sand er in in das heer. do sis innen wurden, si fluhen ane weer. 'Nu muos es got erbarmen' sprach der ungetrewe Saben, 'daz wir so lasterlichen alle hie gehüetet haben, daz uns ist entrunnen Wolff Diettreich: er gewinnet villeichte wider alters ain sein künigreich.' Da keerte er auf die strasse des andern morgens fruo. er wolt gegen Lamparten, da richt auch er sich zuo. den tag unz an den abent er vast für sich do rait. vil schier da ward er irre, das muost im wesen laid. Da zwang in des der abent, | er möcht nicht fürbas.\t daz er dar het gefüeret, ein lützel er des as. er mocht nicht von der müede, als manegem noch geschicht. wie wee im der slaf do tete, doch so slief er alles nicht. ", - "output": " Du sollst den rechten Weg nicht verlassen. Dein Roß ist überaus schnell. An deinem Sattel hängt: zwei Fäßchen und auch ein Sack mit Jagdproviant auf der andern Seite – wenn dir das ausgeht, dann soll Gott dich versorgen! Jenseits dieses Tores vermag ich dir nicht mehr zu helfen. Reite wie Gott dich lenkt, du hast das ganz allein auf dich genommen. Sowie man Auskunft von dir haben will, wenn du vors Tor reitest, so sprich: ‚Ich bin der Posten, der heut nacht hier vorm Tor Wache halten soll.‘ Vielleicht wollen sie dich auch fangen, dann bist du ja auch nicht schwach – du wirst dich schon deines Umhangs wehren, gegen sie alle.“ Als man ihm sein Roß auf den Hof gezogen hatte, floh eins das andere vor großem Jammer. Vor Jammer konnte keiner den andern ansehen. Da küßten ihn viele Male seine elf Dienstmannen. Sie warfen das Tor auf, ihr Jammer ward riesengroß. So fuhr er über die Brücke – seine Kindlein schutzlos. Abenteuer: Wie ihm sein Schwert auf dem Lindwurm brach und der ihn in den Berg trug Als er so schnell und kühn von der Veste ritt, sahen ihm die Seinen nach; es war ihnen von Herzen leid. Dann wandte er sich zu den Feinden wie einer von den Kriegern. Jetzt erst will er richtig in die Sorge, der Wolf Herr Dietrich. Da ward ein großes Fragen, wer er wäre, und von wannen er geritten käme. Er sprach zu den Wachposten: „Ich bin Posten vor der Burg. Die wurde gerade aufgetan: Wolf Dietrich will entrinnen und seine elf Dienstmannen!“ Darauf ritt er durch die Feinde, daß niemand ihn gefangennahm. Wer ihm aber zu nahe kam, irgendwo am Weg, den verletzte er so unschön, daß er ihn um nichts mehr bat. Man trug ihn tot von dannen, selber kam er nicht von der Stelle. Darauf ritt er vor dem Wald, die ganze Nacht bis zum Tage. Er alleine hielt die Wacht gegen die Feinde. Diesen Tag schickte er ihnen wohl zwanzig Tote in ihr Heer – als sie’s recht innewurden, flohen sie ohne Gegenwehr. „Nun muß es Gott erbarmen“, sprach der ungetreue Saben, „daß wir alle so lästerlich schlecht Wacht gehalten haben, daß uns Wolf Dietrich entronnen ist. Er gewinnt leicht ganz allein sein Königreich wieder.“ Darauf begab er sich auf die Straße am andern Morgen in der Früh.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Da machte er ein fewr, daz über all den walt erschain. die ranen ungefüege truog er dar alters aine. da versuochte er vil des wildes durch seinen tumben sin. vil gern het ers bestanden, dhaines bestuond aber in. An dem dritten morgen da zog er fürbas. wie wee im die raise tette, wie selten er vergas, er gedacht an Berchtunge, seinen maister von Meran: er bevalch got vil dicke sein ainlif dienstman. Bis an den fünften morgen der künigdegen rait. die strasse und auch die steige er vil gar vermaid. aller hande wildes sach er vil manige schar, sein ross begunde müeden, des ward er traurig gar. Da muote in hart sein starke arbait. an allen seinen freuden was im widersait. in begraif grosse swäre, des enkunde er nicht bewaren, daz er in der wilde muost one strasse farn. 'Nu müess es got erbarmen' sprach der Wolff Diettrich. 'ich lass in disem walde alles mein künigreich.' Da zoch er ab die brünne und warf si auf ein ron. mit trauriklichem muote so schied er darvon. 'Awe' sprach der Krieche 'wie sol ich mich erneren? ich mag mich also blosser der veinde nicht erweren. meines vater erbe wartet mir nichts mer. wem sol ich dich nu lassen?' sprach der künig her. Hart barmikliche er von dem geswerbe floch über rane und über staine sein ross er mit im da zoch, da het er im der müede vil gerne gemachet buos, wol dreier raste lange gieng er neben im ze fuos. Mit stecken und mit ruoten sluog er im manigen slag. vor hunger und vor müede daz ross im da erlag. im mochte nicht gehelfen, waz er im schlege sluog. so lieb was im sein rosse, daz er den satel truog. Da bant er in vil vaste auf den ruggen sein. er kame auf ein gebirge, da leuchtete im der sunnen schein. da erhort er ein stimme die vil laute erschal, daz ir antwurte alda baide berg und tal. So ungehewrn ruofe ward nie nicht mer geleich. 'ich wän ditz sei die helle' sprach Wolff herr Diettreich. 'nu han ich laider nieman, der mir die märe erfar. nu ergee mir wie got welle, ich muos et selber dar. ", - "output": "Er wollte nach Lamparten, das war die Richtung, die er nahm. Den Tag bis zum Abend ritt er fest vor sich hin. Plötzlich geriet er zu seinem Leidwesen in die Irre. Dann zwang ihn der Abend, daß er nicht weiterkonnte. Von dem was er mit sich führte, aß er nur ein bißchen – er konnte nicht vor Müdigkeit, wie das manchem so geht. Wie sehr ihn der Schlaf auch anfocht, so schlief er doch keinen Augenblick. Dann machte er ein Feuer, das seinen Schein über den ganzen Wald warf; die ungefügen Baumstücke trug er ganz allein dahin. Dann probierte er in seiner Unerfahrenheit viel Wild aus – sehr gern wäre er gegen sie angetreten, aber keines stellte sich ihm. Am dritten Morgen dann zog er weiter. Wie weh ihm die Reise auch tun mochte, so selten vergaß er, an Berchtung zu denken, seinen Meister von Meran. Und oftmals befahl er Gott seine elf Dienstmannen. Bis zum fünften Morgen ritt der Königssproß und Krieger. Die Straße und auch die Steige mißte er gänzlich. Von allerhand Wild sah er so manche Schar, sein Roß begann müde zu werden, darüber ward er überaus betrübt. Dann machte ihm die starke Anstrengung hart zu schaffen. Alle seine Freuden waren ihm versagt. Eine große Schwere ergriff ihn – er wußte sich nicht davor zu schützen – dadurch, daß er in dieser Wildnis so ohne Straße vorwärtskommen mußte. „Nun möge es Gott erbarmen!“, sprach der Wolf Dietrich. „Ich lasse in diesem Wald mein ganzes Königreich!“ Dann zog er die Brünne herunter und warf sie über einen Baumstumpf. Betrübt und traurig nahm er Abschied und ging davon. „Oh weh!“, sprach der Grieche, „wie soll ich mich am Leben halten! In dieser Weise entblößt kann ich mich der Feinde nicht erwehren! Das Erbe meines Vaters gibt nichts mehr auf mich. Wem soll ich dich nun lassen?“, sprach der König, der erhabne. Höchst erbarmungswürdig entfloh er dem Geschwurbel über Stumpf und über Stein zog er sein Roß mit sich – da hätte er seiner Müdigkeit sehr gern Abhilfe geschaffen – wohl drei Rasten weit ging er neben ihm, zu Fuß. Mit Stecken und mit Ruten schlug er ihm so manchen Schlag – vor Hunger und vor Müdigkeit fiel ihm das Roß zu Boden. Er vermochte nicht, ihm zu helfen, was er ihm auch an Schlägen schlug. So lieb war ihm sein Roß, daß er den Sattel trug. Da band er ihn sich ganz fest auf den Rücken.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Ich wän wol daz die teufel mir hie vil nahent sint. ich hör Luciferen schreien und alle seine kindt.' sein ross das traib er | nidere die leiten hin ze tal.\t vor hunger und vor durste si bede teten manigen val. Mit jammer sprach der Krieche 'got mir einen steig bescheer, da ich den teufel vinde! wie clain aber sei mein weer, man sol mir das gelauben, ich muoss den teufl sehen. sol aber ich nu ersterben, das muoss alhie beschehen.' Die leiten zoch er nidere, ein wasser er ersach. 'waffen' sprach der Krieche, 'wie ein ungefüeger bach!' die ungefüegen helle und die teufel die er da vant, die waren des meres unde und sluogen an die stainwant. Mit vallen und mit strauchen so kam er an den sant auf die eben erden nider an das lant. da stuond ein grüene linde, darunter ein anger was: im gieng unz an die gürtele die bluomen und das gras. Es gab geschmack vil süessen die rosen und der klee. 'o wol mich' sprach der Krieche, 'wie halt es mir ergee, got hat meinem rosse waide alhie beschert. mir ist vil dest sanfter daz es sich ernert. Es wirt hie von dem anger fürbas nicht gezogen. nu wil auch ich hie slafen auf meinem satelbogen. sol ich vor hunger sterben, so lig ich hie lieber todt dann auf der bösen erde: dits grase ist rosenrot. Seidt ich die grüenen linden und den anger funden han, – ich enmag vor hungers not weder reiten noch gan – wo möcht ich bas ersterben? es ist hie so wunnekliche.' Da entslief in senenden sorgen der Wolff herr Diettriche. Der durst und auch der hunger het im nach benomen den leib. aus des meres grunde gieng ein ungehewres weib. si trug an irem leibe von schuopen ein haut. si sach auch dem geleiche sam si wäre des teufels braut mit langem wassermiese so gar bewachsen was, als in dem wasser wachset vil ungefüeges gras. ir hiengen von dem kinne die gran unz auf den fuoss. wie ungestalt si wäre, si het dannoch senften gruos. Si was an allen enden vil schleimig und nass. ir har gieng über die versen und dannoch fürbas. ir was die augengruobe wol einer spannen weit, wol zwaier vinger tiefe, alda das auge leit. ", - "output": "Er kam auf ein Gebirge hinauf, da leuchtete ihm der Sonnenschein. Da hörte er eine Stimme, die sehr laut herüberschallte, so daß ihr Berg und Tal allerorten antwortete. Solchem ungeheuerlichen Ruf gab’s nichts und niemals mehr etwas zu vergleichen. „Ich fürchte, dies ist die Hölle!“, sprach Wolf Herr Dietrich. „Nun habe ich leider niemand, der mir mehr darüber in Erfahrung bringt. Es geh mir halt, wie Gott will – ich muß wohl selber hin! Ich fürchte, daß mir die Teufel hier wohl ganz nah sind. Ich höre Luzifer schreien und seine sämtlichen Kinder!“ Sein Roß, das trieb er den Abhang hinunter ins Tal, vor Hunger und vor Durst taten sie beide so manchen Fall. Mit Jammer sprach der Grieche: „Gott beschere mir einen Steig, wo ich den Teufel finde! Wie schlecht ich auch zur Verteidigung gerüstet sein mag – das soll man mir glauben: Ich muß den Teufel sehen! Und wenn ich denn nun sterben soll, dann muß das hier geschehen!“ Den Abhang zog er hinunter, ein Wasser erblickte er. „Schwert steh mir bei!“, sprach der Grieche, „was für ein ungefüger Bach!“ Die ungefüge Hölle und die Teufel, die er da gefunden hatte, die waren des Meeres Wellen und schlugen an die Steinwand. Mit Fallen und mit Straucheln, so kam er bis an den Sand, auf ebenerdigen Boden am Strand unten. Da stand eine grüne Linde, darunter war ein Anger, bis an den Gürtel gingen ihm die Blumen und das Gras. Einen überaus süßen Duft gaben die Rosen und der Klee. „Oh, wohl mir!“, sprach der Grieche, „was immer mir auch geschieht – Gott hat meinem Roß hier Weide und Futter beschert! Mir ist so viel wohler, daß es nun Nahrung findet! Von diesem Anger wird nicht weitergezogen! Nun will auch ich hier schlafen, auf meinem Sattelbogen. Muß ich vor Hunger sterben, so bleib ich lieber hier tot liegen, als auf einem schlechten Stück Erde: dies Gras ist rosenrot! Da ich diese grüne Linde und den Anger gefunden habe – der Hunger nagt an mir, ich kann weder reiten noch gehen – wo könnte ich besser dahinsterben! Es ist hier so wonnereich!“ Dann schlief in Sehnsuchtssorgen ein der Wolf Herr Dietrich. Der Durst und auch der Hunger hatte ihm beinahe Leib und Leben genommen. Aus des Meeres Grunde ging ein ungeheures Weib. Sie trug an ihrem Leibe eine Haut von Schuppen. Sie sah gerade so aus, als wäre sie des Teufels Braut, war mit langem Wassermoos vollständig bewachsen,", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Ir mundt was als ein schaffel, ir zen wol spannen lang, ir füesse als ein schaufel, vil unselig was ir gang. ir was auch ir stirne wol einer ellen brait. da si den degen weckte, das was dem degen vil lait. Si trat über den Kriechen und zoch im aus sein schwert. si sprach 'nu wais et nieman wes du hast begert. du suochest abentewr' sprach das wilde weib: 'er wär doch hart übele, wer dir nu näme deinen leib. Nu hast du in deiner jugende vil wunnekliche glide. und wesste ich ob | du edel wärest, ich geb dir gerne fride.'\t sein schwert das barg si vil schiere, wan das kunde si wol. si verbarg sich selb hinder eines baumes hol. Da der Krieche erwachte und des swertes nicht ensach, da wand er seine hende vil bärmiklich er sprach 'waiss got, mir sint diebe hie vil nahen bei gewesen. funde ich noch icht gehewres, so möcht ich noch wol genesen.' Da nam er seinen briefe mit jammer in die handt. alle sein swäre er daran geschriben vant. die fraw leise hort unz daz er gar aus gelas alles daz an dem briefe von im geschriben was. Da alle sein swäre gelas der Wolff herr Diettreich, da gesprach aus dem baume die küniginne reich mit grimlichen muote die küniginne sprach 'wer hat dir erlaubet ditz ligen und den gemach!' Vil schiere da blickt er umbe. da im die frawe ward erkant, da fiel im vor forchten der brief aus der handt. der Krieche sprach mit forchten 'was mag es dir geschaden? ich bin mit ungemache an dise stat geladen. Du magst mit senften worten mir wol sprechen zuo, und lass mich des geniessen, daz ich dir nichtes tuo. ist aber die grüene linde und diser anger dein?' 'ja er ist mein aigen' sprach die künigein. 'Daz ich han hie geslafen, das lasset one zorn und helfet mir gerichtes, ich han mein schwert verlorn. das ward mir aus der schaide gezogen da ich da lag.' si sprach 'ich hilf dir gerne, wes ich dir gehelfen mag. Und hettest du iemand freunde, dir wurde villeicht bas. ich sich wol' sprach die frawe, 'dir gewirret etwas. nu sage' sprach die frawe, 'was ist aber dein not? du hast gesundes herze und leist doch schiere todt. ", - "output": "wie es im Wasser als ungefüges Gras wächst. Vom Kinn hingen ihr die Grannen bis auf den Fuß. Wie ungestalt sie aber auch sein mochte, so kam sie doch freundlich heran. Sie war allüberall ganz schleimig und naß; das Haar ging ihr über die Fersen und noch weiter; die Augenhöhle war ihr wohl eine Spanne weit, wohl zwei Finger tief bis da, wo das Auge liegt. Ihr Mund war wie ein Schaff, ihre Zähne wohl spannenlang, ihre Füße wie eine Schaufel, ihr Gang war ganz unglücklich; auch war ihre Stirne wohl eine Elle breit. Als sie den Degen weckte, da begann ihm das größte Leid. Sie trat über den Griechen und zog ihm sein Schwert heraus. Sie sprach: „Nun weiß halt niemand, was du begehrt hast – du suchst Aventiure“, sprach das wilde Weib. „Der wäre doch ein sehr schlechter Mensch, der dir jetzt Leib und Leben nähme! Du bist so jung und hast so wonnige Gliedmaßen! Wenn ich wüßte, daß du von Adel bist, ich gäb dir gerne Frieden.“ Sein Schwert, das barg sie ganz schnell, darauf verstand sie sich; sich selbst verbarg sie hinter dem Loch eines Baums. Als der Grieche aufwachte und das Schwert nicht erblickte, da rang er die Hände ganz erbarmungswürdig sprach er: „Weiß Gott, Diebe sind mir hier ganz in der Nähe gewesen! Fänd ich etwas, das kein Ungeheuer ist, so könnte ich wohl am Leben bleiben!“ Da nahm er seinen Brief mit Jammer in die Hand: Alles was ihn beschwerte, das fand er daran geschrieben. Die Dame hörte leise zu, bis er vollständig gelesen hatte, alles, was an dem Briefe von ihm geschrieben war. Als der Wolf Herr Dietrich alles, was ihn beschwerte, gelesen hatte, da sprach aus dem Baum die reiche und mächtige Königin wie wenn sie grimmig wäre sprach die Königin: „Wer hat dir erlaubt, hier zu liegen und dir Gemach zu schaffen!“ Überrascht blickte er um sich. Als er erkannte, was das für eine Dame war, da fiel ihm vor Furcht der Brief aus der Hand. Ehrfürchtig sprach der Grieche: „Was kann dir das schaden? In meinem Ungemach hat dieser Ort mich eingeladen. Du kannst ruhig in sanften Worten mit mir sprechen, und laß mich den Nutzen davon haben, daß ich dir nichts tu! Gehört denn diese grüne Linde und dieser Anger dir?“ „Ja, er ist mein Eigentum!“, sprach die Königin. „Daß ich hier geschlafen habe, dafür zürnt mir nicht", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Es ist doch vil übele, ob du verderben solt. ich trawte dir wol gehelfen, wär ich dir anders holt.' 'mir gewirret an dem herzen noch an dem leibe nicht. es kumt von arbaite, daz man mich als blöden sicht. Got, seit ich sol ersterben, so lass es schiere sein! iedoch genäs ich villeichte, het ich speise und wein. zu meiner erznei gehöret lützel maisterschaft. der durst und auch der hungere benimt mir mein craft.' 'Ich erkenne wol die salben, die dein herze haben sol. dreissig tausent ritter die ernerte ich aine wol.' mit jammer sprach der Krieche 'si ist ein gehewr weib. und ob du an got gelaubest, so erner mir meinen leib.' 'Mir ist vil unmäre, ob du toter hie geleist. mein hilfe frümd dich vil klaine, du sagest mir wer du seist.' 'mein vater was ein Krieche und was ein künig reiche. er sass auf Chunstenopel und hiess Huge Diettreiche. |\t Nu habent mich verstossen die argen brüeder mein.' 'das hab ich wol gehöret' sprach die künigein. 'alle meine helden ich von in verloren han. si haben mir auch besessen mein ainlif dienstman. Nimmer ichs überwinde, ligent si ze Kriechen todt.' si sprach 'wilt du mir volgen, si kument wol aus der not. was dir deine freunde ratent, da bist du unverdorben mit. wil du genesen gerne, so tuo des ich dich bit: Daz du mich nemest ze weibe, ich gib dir dreu künigreich.' 'nain ich, auf mein treu' sprach Wolff Diettreich. 'nu la mich alhie sterben, ich enruoch was mir geschicht. des übeln teufels muoter kumt an meinen armen nicht. Das ich dir versage so schiere, das la dir nicht wesen zorn. ich han dich und alle frawen unz an meinen todt versworn. ob du begunnest zürnen, wie solt ich mich erneren? näm aber ich alle frawen, dannoch muos ich dich verschweren: Der teufel aus der helle käme wol zu der hochzeit.' vor freuden ward ir mündel wol dreier spannen weit. sust trat si auf hoher: die fraw schöner was. si schleufet sich aus den schuopen und warf si auf das gras. Si leuchtete aus allen weiben als die sunne liecht. aller magde schöne was gen ir gar nicht. des hungers und des durstes er durch ir schöne vergas. 'ich wäne' sprach der Krieche 'mir geviel nie frawe bas. ", - "output": "und verhelft mir zu meinem Recht: Ich habe mein Schwert verloren. Das ward mir aus der Scheide gezogen, als ich da lag.“ Sie sprach: „Ich helf dir gerne, wo ich dir behilflich sein kann! Und wenn dir jemand befreundet wäre, würde dir wahrscheinlich besser. Ich sehe wohl“, sprach die Dame, „irgendetwas ist wirr in dir. Nun sag“, sprach die Dame, „was ist denn deine Not? Du hast ein gesundes Herz und liegst hier und bist fast tot! Es ist doch sehr schade, wenn du zugrundegehen solltest. Ich traute mich schon, dir zu helfen, wenn ich dir nur irgend hold wäre.“ „Ich bin nicht wirr, nicht am Herzen und auch sonst am Leib nicht – es kommt von der Anstrengung, daß man mich hier so gebrechlich sieht. Gott, wenn ich denn hinsterben soll, so laß es jetzt gleich sein! Ich würde jedoch leicht am Leben bleiben, hätte ich nur Speise und Wein. Für meine Arznei braucht man wenig Gelehrsamkeit – der Durst und auch der Hunger nimmt mir meine Kraft!“ „Ich kenne die Salbe gut, die dein Herz haben muß. Dreißigtausend Ritter, die könnt ich ganz alleine quicklebendig machen.“ Mit Jammer sprach der Grieche: „Ist mir dieses Weib geheuer! Und falls du an Gott glaubst, dann erquicke mich an Leib und Leben!“ „Mir ist völlig gleichgültig, ob du hier liegst und tot bist! Meine Hilfe wird dir kaum zuteil, wenn du mir nicht sagst, wer du bist.“ „Mein Vater war ein Grieche und war ein reicher und mächtiger König. Er saß auf Kunstenobel und hieß Huge Dietrich. Jetzt haben mich meine argen Brüder verstoßen.“ „Das habe ich wohl gehört“, sprach die Königin. „Alle meine Helden habe ich durch sie verloren. Meine elf Dienstmannen belagern sie mir auch! Nie werde ichs verwinden, wenn sie in Griechenland zu Tode kommen!“ Sie sprach: „Wenn du mir Folge leisten willst, werden sie wohl aus ihrer Not kommen. ›Was dir deine Freunde raten, davon wirst du nicht zugrunde gehen.‹ Willst du gerne leben, so tu, worum ich dich bitte: Dafür daß du mich zur Frau nimmst, gebe ich dir drei Königreiche!“ „Ohne mich! Auf meine Treu!“, sprach Wolf Dietrich. „Laß mich hier jetzt sterben, es ist mir gleich, was mir geschieht – des üblen Teufels Mutter kommt mir nicht an den Arm! Daß ich dir so prompt absage, davon laß dich nicht erzürnen. Ich habe geschworen, bis an meinen Tod auf dich und alle Frauen zu verzichten. Wenn du anfingst zu zürnen, wie sollte ich mein Leben retten? Und nähm ich alle Frauen – ich muß dennoch auf dich verzichten: Der Teufel aus der Hölle käme vermutlich zur Hochzeit!“", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Mein muot ist mir gehöhet, du gevellest mir so wol. nu erbarms got von himele, daz ich dich nicht nemen sol. nu sitze nider, frawe, durch got und tröste mich.' si sprach mit süessen worten 'sag an, was irret dich?' 'Ich han gesworn des aide, frawe wolgetan, daz ich nimmer weib gewinne, ich löse ee mein ainlif dienstman.' 'ich sag dir' sprach die frawe 'und wilt du gerne leben, bezwingest du deine bruoder, du solt mir ainen geben. Ob ich dich bäte, herre, umb dein aines leib, des wil mir got nicht gunnen: du nimst ein ander weib. nu la mich deinen bruoder füeren an des meres grundt. ich mach im täglich wol tausent wunder kundt. Was das mere bedecket, das stet in meiner handt, dar zuo ob dem wage wol dreissig landt. alle schrawazen wil ich im ze aigen geben und alle meerwunder. wie möcht er schöner leben!' 'Entrawn' sprach der Krieche 'ich gib dir den bruoder mein. des magst du auf mein trewe gar on zweifel sein, und mag ich in bezwingen, vil schöne frawe heer.' da sprach die küniginne 'ich bitte dich nichtes mer. Ich erkenne ein speise, die ist nutz und guot, die dir an dem | leibe und an dem herzen sanfte tuot,\t die du vil sanfte füerest mit dir in der taschen dein. si müet auch dich nicht sere, es ist weder speise noch wein. Wilt du mirs loben bei trew, so beleibestu sorgen frei. du gib der speise niemand, wan der getrewe sei. ich sage dir von der wurzen, die hat solhe maisterschaft, wenn du ir newssest, so hast du eines lewen craft. Dir † ist darauf dein haubet † gelegen. ir stet vil in der welte, man solt ir vil schone phlegen.' si füerte in zu dem baume, da si die wurzen ersach. si lernte in daz ers erkande, wo ers immer mer gesach. Als er der wurze ein wenig genam in sein mund, 'o wol mich' sprach der Krieche, 'nu bin ich aber gesundt. mir gewirret an meinem leibe nicht so gros als umb ein har. alle meine sterke, frawe, die han ich wider gar. Ir solt mir, frawe, raten, seit ir so getrewe seit, wie ich wider ze seiner sterke bringe mein ravit.' si sprach 'der selben wurzen solt du im auch geben ein tail, so gewinnet es sterke wider und wirt fro und gail.' ", - "output": "Vor Freude ward ihr Mündlein wohl drei Spannen weit. So trat sie ein Stück zurück – und die Dame war schöner! Sie wand sich aus den Schuppen und warf sie aufs Gras. Sie überstrahlte alle Frauen wie die leuchtende Sonne, sämtlicher Mädchen Schönheit war gegen sie das reine Nichts! Den Hunger und den Durst vergaß er vor ihrer Schönheit. „Ich glaub“, sprach der Grieche, „nie hat mir eine Frau besser gefallen! Mein Mut ist mir gestiegen, du gefällst mir so gut! Nun erbarme es Gott vom Himmel, daß ich dich nicht nehmen werde. Nun setz dich nieder, Madame, um Gottes willen, und tröste mich!“ Sie sprach mit süßen Worten: „Sag an, was beirrt dich?“ „Ich habe Eide dafür geschworen, du schöne Frau, daß ich keine zur Ehe gewinne, bevor ich nicht meine elf Dienstmannen ausgelöst habe. „Ich sage dir“, sprach die Dame, „wenn dir dein Leben lieb ist: Bezwingst du deine Brüder, sollst du mir einen geben! Wenn ich betteln würde, Herr, um deinen Leib, um dein Leben, das wird mir Gott nicht gönnen – du wirst eine andre zur Frau nehmen. So laß mich deinen Bruder an den Grund des Meeres führen; ich mache ihn jeden Tag mit tausend Wundern bekannt! Alles was das Meer bedeckt, das steht in meiner Hand, dazu über den Wogen wohl dreißig Länder. Alle Land- und Wasserschrate will ich ihm zu eigen geben und alle Meerwunder – wie könnte er ein schöneres Leben haben!“ „Meinertreu!“, sprach der Grieche, „ich geb dir meinen Bruder! Da kannst du, auf meine Treue, ganz ohne Zweifel sein, wenn ich ihn bezwingen kann, schönste Dame, hocherhabene!“ Drauf sprach die Königin: „Mehr erbitte ich nicht von dir. Ich kenne eine Speise, die ist nützlich und gut, die dir am Leibe und am Herzen wohltut, die du ganz einfach mit dir in der Tasche führst. Sie macht dir keinerlei Mühe, sie ist weder Speise noch Wein. Willst du mirs versprechen, bei deiner Treue, so bleibst du frei von Sorgen: Du gibst von dieser Speise niemandem, außer einem, der getreu ist. Ich sage dir über diese Wurz: die ist von solch meisterlicher Eigenschaft, wenn du etwas von ihr zu dir nimmst, hast du die Kraft eines Löwen. Dir ist darauf dein Haupt gelegen. Es stehen viele von ihr in der Welt, man sollte sie sehr sorgfältig pflegen.“ Sie führte ihn zu dem Baum, wo sie die Wurz gesehen hatte. Sie lehrte ihn, sie zu erkennen, wo immer er sie in Zukunft erblicken würde. Als er von der Wurz ein wenig in den Mund genommen hatte –", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Es ward zehandt versuochet, sein ross ward wider stark. in einem frechen muote vand er aber sein mark. wie mager es aber wäre, iedoch truog es in von dan. da kam aus seinen sorgen der hilflose man. Mit züchten sprach der Krieche 'frawe, ist dir icht bekant, welchen weg man reitet in der Lamparten lant?' 'du vindest dhain strassen, reite nur bei dem meer, du sichst Lamparten schiere. got dir glück da bescheer. Du solt dich, herre, hüeten, das lant ist an fride, da vant man ee gerichte bei dem halse und bei der wide. du wirdest nimmer irre' sprach die küniginne reich. nu ist aber aus den sorgen der Wolff herr Diettereich. Abenteur: Wie er die schacher schluog in dem walde XII Von danne er do keerte durch den grüenen walt als in die frawe lerte die steige manigvalt bei dem mere vil nahen durch das wilde lant. die steige und auch die strasse im waren vil unbekant. Des ritt er oft irre, als ichs vernomen han. an dem vierden morgen da kam der küene man in ein starke wilde. da hort er sere clagen. da was ein maget vil schöne mit gewalte hin getragen. Da waren in dem lande fünfzigk schachman, die hetten in dem walde vil schaden getan. ze velde | und auf den strassen raubten si das landt.\t das was den landtleuten mit schaden wol bekannt. Dar kom der degen küene allaine zuogeriten. owe hie von den recken mit ellen ward gestriten! als in die schachäre zuo in sahen komen, ieglicher sprach besunder, als wir das han vernomen: 'Dort heer feert ein recke, der füert ein harnasch an, das solt ir wissen alle, das selbe wil ich han.' da sprach aber der ander 'er dunket sich nie so stark, er muos mir in der wilde lassen hie sein mark.' 'So gunnet mir des helmes' sprach der dritte do. da sprach es der vierde 'so bin ich des swertes fro.' sunst ward da getailet was er mochte han. als si ersach der recke, er eilte durch den tan. Gegen den schachern ward dem degen ger. da ward vil schiere gezucket schwert, schilde und sper.", - "output": "„Oh, wohl mir!“, sprach der Grieche, „nun bin ich wieder gesund! Von der Wirrnis an meinem Leib und Leben ist alles, alles weg! All meine Stärke, Madame, die habe ich restlos wieder. Ihr sollt mir, Madame, raten – ihr seid so treu und zuverlässig – wie ich mein Reitpferd wieder zu seiner Stärke bringe.“ Sie sprach: „Von der selben Wurz sollst du auch ihm ein Stückchen geben, so gewinnt es seine Stärke zurück und wird froh und munter.“ Das ward sogleich probiert: Sein Roß ward wieder stark, er fand sein Reittier von neuem in keckem Mut – so mager es auch sein mochte, es trug ihn doch fort von hier. Da kam aus seinen Sorgen der hilflose Mann! Wohlerzogen sprach der Grieche: „Madame, ist dir vielleicht bekannt, welchen Weg man reitet ins Land der Lamparten?“ „Du findest keine Straße. Reite immer nur am Meer entlang. Du wirst Lamparten bald sehen. Gott beschere dir dort Glück! Du solltest dich, Herr, hüten: Das Land ist ohne Frieden. Gerichtsbarkeit bei Hals und Strang, die fand man früher dort! Du wirst niemals in die Irre gehen!“, sprach die Königin, die reiche und mächtige. Nun ist wieder aus den Sorgen der Wolf Herr Dietrich. Abenteuer: Wie er die Räuber schlug im Wald Dann kehrte er von dannen durch den grünen Wald, wie die Dame ihn gewiesen hatte, die vielfältigen Steige am nahen Meer entlang durch das wilde Land. Die Steige und auch die Straßen waren ihm g��nzlich unbekannt. Deshalb ritt er oft in die Irre, wie ich vernommen habe. Am vierten Morgen dann kam der kühne Mann in eine starke Wildnis. Da hörte er ein schmerzliches Klagen. Da war ein sehr schönes Mädchen mit Gewalt entführt worden. Da waren in dem Lande fünfzig Räubermänner, die hatten in dem Wald viel Schaden angerichtet. Zu Feld und auf den Straßen raubten sie das Land aus – das war den Leuten im Lande wegen der Schäden wohlbekannt. Dorthin kam der Degen, der kühne, allein geritten. Oh weh!, hier ward tapfer gekämpft von den Recken! Als ihn die Räuber herankommen sahen, sprach ein jeder von ihnen, wie wir das vernommen haben: „Dort kommt ein Recke daher, der führt einen Harnisch an sich. Das sollt ihr alle wissen – den will ich haben!“ Da sprach aber der andere: „Der kann sich so stark dünken, wie er will –", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "die bei dem fewre sassen und schraiten da die maid, der schlug er fier und zwainzig, als uns das ist gesait. Die andern im entrunnen, si warden aber wundt. da ward die maget ledig an der selben stund. da lief si gegen dem recken, danken si im began. si sprach 'got müess euch lonen, vil wunderküener man.' Da erbaisste er zu der erde der wunderküene degen stark. er huob die maget edle für sich auf das mark. da kerte er durch die wilde, als uns das ist bekannt, zu einem reutere, den er da nahend vant. Dem bevalh er die frawen, als wir vernomen han. damit keerte dannen der vil küene man. da sagte im niemand märe, im was auch unbekant wie berichtet were leute und auch lant. Wo er auf der strassen für die leute rait, die waren so betrüebet daz in niemand freit. da fragte auch niemand. sust kam er in das lant. künig Otnides todt der was im unbekant. An ainem morgen früe da gefieng der küene man einen weg vil engen, der truog in in den tan. das kam im ze sorgen. der wald vil dicke was, wann da was vil tewre baide veld und gras. Des ritte er oft irre als vil dicke noch geschicht. der edle fürste küene der het der speise nicht. wo er die nachtselde het durch das land genomen, da ward er ie beraten, als wir das han vernomen. Da rait der küene recke allen den tag, daz er in dem walde vil clainer speise phlag. do es gieng an den abent, da vant der küene man einen reutere, als ich vernomen han. Der half im mit der speise und fragte den küenen degen, wes er in dem walde des tages het gephlegen, daz er also spate wäre zu im komen. aller erst sagte er im märe, als wir | das han vernomen.\t Er sprach 'ich bin von Kriechen komen in ditz landt, ich wolt auch gegen Gart. nu tuo mir das bekant wo ich die rechten strasse reite von dir aldar.' er sprach 'vil lieber herre, der beweis ich euch vil gar.' Der reuter der gieng danne mit im in den tan. er waiste in auf ein strasse, den aus erwelten man.", - "output": "er muß mir hier in der Wildnis sein Pferd lassen!“ „So gönnt mir den Helm!“, sprach darauf der dritte. Da sprach der vierte: „So werde ich mich über das Schwert freuen!“ Solchermaßen ward da geteilt, was er nur dabeihaben mochte. Sowie der Recke sie erblickte, eilte er durch den Tann. Der Degen war gierig auf die Räuber. Da ward auf der Stelle Schwert, Schild und Speer gezückt. Die da beim Feuer saßen und dort das Mädchen schreien ließen, von denen erschlug er vierundzwanzig, wie uns das gesagt ist. Die andern entrannen ihm, sie wurden aber verwundet. Da ward das Mädchen im Augenblick ledig und frei. Da lief sie dem Recken entgegen, sie sagte ihm Dank. Sie sprach: „Gott möge es euch lohnen, höchst wunderkühner Mann!“ Da stieg er zur Erde, der wunderkühne Degen, der starke. Er hob das Mädchen, das edle, vor sich auf das Pferd. Dann begab er sich durch die Wildnis – so viel uns das bekannt ist – zu einem Reutebauern, den er da in der Nähe fand. Dem befahl er die Dame, wie wir vernommen haben. Damit wandte er sich von dannen, der sehr kühne Mann. Da gab ihm niemand Bescheid, ihm war auch unbekannt, wie es um Land und auch Leute stand. Überall auf der Straße, wo er vor Leute geritten kam, waren die so betrübt, daß niemand etwas von ihm wissen wollte. Da wollte auch keiner von niemand etwas wissen. So kam er in das Land. König Otnits Tod, der war ihm unbekannt. An einem Morgen in der Früh, da geriet der kühne Mann in einen sehr engen Weg, der trug ihn in den Tann. Das bereitete ihm Sorgen – der Wald war sehr dicht, denn Feld und Gras gab’s da so gut wie nicht. Deshalb ritt er oft in die Irre, wie es einem heut noch häufig geschieht. Der edle Fürst, der kühne, der hatte nichts zu essen. Wo er das Nachtlager in diesem Lande genommen hat, da wart er immer versorgt, wie wir das vernommen haben. Da ritt der kühne Recke den ganzen Tag, daß er in dem Walde nur wenig zum Essen kam. Als es an den Abend ging, da fand der kühne Mann einen Reutebauern, wie ich vernommen habe. Der verhalf ihm zu einem Essen, und wollte von dem kühnen Degen wissen, was er in dem Walde den Tag gemacht hätte, daß er so spät zu ihm gekommen wäre.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da was es worden vinster. daz er nicht da belaib, des nimt mich immer wunder, waz in von danne traib. Doch kerte er durch die wilde durch das gebirge dan. gegen dem Gartsee gahen er began. ja rait er in dem walde des nachtes vil kümmerlich. nu ist aber aus einen sorgen der Wolff herr Diettrich. Abenteur: Wie er frawen Liebgarten horte clagen ir lieben man XIII Den Gartsee hort er diesen, vinster was die nacht. von den wachtern hort er einen bracht und ein künigine vil jammerlichen clagen. dar begunde er gahen, ee dann es wolte tagen. Da erbaisste er von dem rosse und weiste es durch den tan. aber clagen sere horte der küene man. er gedacht 'bist du gefangen, so hilfet dir mein leib.' ja klagte Otniden sein vil schönes weib. Da was im unkunde die burg und auch das landt. da kam der edle recke ze Garte für gerant. sein ross das band er balde, als wir hören sagen. er huob sich ze der maur und hort die frawe clagen. Si klagte jammerlich, ir clage die was gros. 'nu bin ich hie ze Garte vil maniger freuden blos. himelischer kaiser, was het ich dir getan, daz du mich hast geschaiden von meinem lieben man? Der gewan mich mit nöten verre in der haidenschaft. alle meine mage sint mir vil unbekant. ich was ein haideninne und er ein cristenman, wann ich durch seinen willen den rainen tauf gewan. Nu muos ich mich sein anen, das wil ich klagen Crist, der ob aller welte vil gar gewaltig ist.' hie klagte vil klagelichen die künigine reich ‑ das horte bei der maur Wolf herr Dietreich. 'Seit ich verloren han meinen lieben man, so wil ich mich ervallen, und mir got vil laides gan.' hie warte mit seinem schilte Wolf herr Diettreich, da behabte ein junkfrawe die künigine reich. Die was taugenliche mit ir gegangen dar. si nam der künigine mit ganzen trewen war. 'klaget mässiclichen, | fraw, ewren lieben man.\t ja lebt noch got der reiche, der euch wol ergetzen kan.'", - "output": "Erst hier und ihm erzählte er, wie wir das vernommen haben. Er sprach: „Ich bin von Griechenland in dies Land gekommen, und ich wollte nach Garte. Nun erkläre mir, wo ich die richtige Straße von dir dorthin reite!“ Er sprach: „Liebster Herr, die werde ich euch ganz genau weisen!“ Der Reutebauer ging davon mit ihm in den Tann. Er wies ihn auf eine Straße, den auserwählten Mann. Da war es finster geworden. Daß er nicht dort geblieben ist, das wird mich immer wundernehmen, was ihn davongetrieben hat. Doch er wandte sich durch die Wildnis, durch das Gebirge von dannen. Er machte sich auf und eilte nach dem Gartesee. Wahrlich, in dem Wald ritt er in dieser Nacht sehr bekümmerlich. Nun ist wieder aus einer Sorge der Wolf Herr Dietrich. Abenteuer: Wie er Frau Liebgart ihren lieben Mann beklagen hörte Den Gartesee hörte er tosen, finster war die Nacht. Von den Wächtern hörte er Lärm, und eine Königin gar jämmerlich klagen. Da machte er sich auf und eilte, bevor es noch Tag werden wollte. Da stieg er von dem Roß und leitete es durch den Tann. Wieder hörte der kühne Mann schmerzlich klagen. Er dachte bei sich: „Bist du gefangen, so helf ich dir mit Leib und Leben!“ Es war Otnit, den seine schöne, schöne Frau beklagte. Zu der Zeit war ihm die Burg und auch das Land ganz unbekannt. Da kam der edle Recke bis vor Garte herangesprengt. Schnell band er das Roß, wie wir sagen hören. Er machte sich zu der Mauer und hörte die Dame klagen. Sie klagte jämmerlich, ihre Klage, die war groß: „Nun bin ich hier zu Garte so ohne jede Freude! Himmlischer Kaiser, was könnte ich dir getan haben, daß du mich von meinem lieben Mann geschieden hast? Der hat mich mit solcher Not, fern in der Heidenschaft, gewonnen. Von all meinen Verwandten weiß ich nichts mehr. Ich war eine Heidin und er ein Christenmann, und nur um seinetwillen habe ich die reine Taufe gewonnen. Nun muß ich ohne ihn sein, das will ich Christ klagen, der die höchste Gewalt über alle Welt hat!“ Hier klagte so kläglich die Königin, die reiche und mächtige – das hörte an der Mauer Wolf Herr Dietrich. ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " 'Wie mocht ich werden ergetzet des lieben herren mein? ich wän daz in der welte nicht so biderbe man müge sein. er jach daz in der welte indert wäre sein geleich, wan ainer von Salnegge, haisset Wolf herr Diettreich. Der ist da ze Kriechen gar ein gewaltig man. im dient gewaltikleichen gevilde und manig tan. da Otneit mein herre ze jungest von mir rait, was er guoter märe mir von dem recken sait!' Allererste sprach bei der maure Wolff herr Diettreich 'klaget mässikliche, küniginne reich.' Da erschamt sich die werde und wolt danne gan. durch aller frawen güete bat er si stille stan. 'Ir solt mich lassen hören umb wen ir jammer traget. wer was der ellens reiche, den ir so sere klaget?' si gedacht es wäre ir herre, Otneit ir lieber man, und het durch versuochen dise frag da getan. Trähene von ir augen die vielen hin ze tal. die natzten im die hende vor dem weiten sal. die nacht die was nicht vinster, si kos den küenen degen. da het die küniginne sich freuden gar bewegen. 'Bist dus, mein lieber herre?' sprach das raine weib. 'das hat mein armer dienst getan wider deinen leib, daz du mich so versuochest! nu melde dich enzeit, und schaide mich von jammer, hoher künig Otneit. Nun muotet mich ze weibe der grave Herman, der bei deinen zeiten ie dir was undertan. gedenke, künig herre, wie stat dir das an, und schaide mich von nöten, vil tugentlicher man. Nu muoss ich täglichen leiden vil grosse not, das mir nu endicleiche vil lieber were der todt. ja muotet mein ze weibe, der under Otniden sass. reicher got von himele, dir sei geklaget das! Seidt Otnit mein herre ze jungst von mir schied, seit het ich laider niemand, der ichtes mich beriet. des ist mir sorg und jamer ze allen zeiten kundt. man geit mir meines geltes nun kupfers hundert phundt. Da muoss ich mich zum jare mit nöten mit betragen. was ich und meine freulin mit handen mag bejagen, das ist mein gelt zum jare, des ich mich neren muos. der süess got von himele, der tuo mir sein schier buos.", - "output": "„Weil ich meinen lieben Mann verloren habe, so will ich mich erstürzen, wenn mir Gott so viel Leid zumutet!“ Hier paßte Wolf Herr Dietrich mit seinem Schild auf – da hielt eine Kammerjungfer die Königin zurück. Die war heimlich mit ihr dorthin gegangen. In aller Treue nahm sie sich der Königin an. „Mäßigt eure Klage, Madame, um euren lieben Mann! Es lebt doch noch Gott, der reiche und mächtige, der euch wohl entschädigen kann.“ „Wie könnte ich entschädigt werden für meinen lieben Herrn? Ich fürchte, daß in der Welt keiner sein kann, der so gut und tüchtig ist. Er behauptete, daß in der Welt keiner ihm gleich sei, außer einem von Salneck, der heißt Wolf Herr Dietrich. Der ist dort in Griechenland ein gar gewaltiger Mann. Gefilde und so mancher Tann sind unter seiner Gewalt in seinem Dienst. Als Otnit, mein Herr, zuletzt von mir fortgeritten ist, was hat er mir für gute Dinge von dem Recken gesagt!“ Jetzt erst sprach an der Mauer Wolf Herr Dietrich: „Mäßigt eure Klage, Königin, reich und mächtig!“ Darauf schämte sich die Ehrenwerte und wollte davongehen. Beim guten Rufe sämtlicher Edelfrauen bat er sie stehenzubleiben. „Ihr sollt mich hören lassen, um wen ihr solchen Jammer tragt. Wer war dieser Allertapferste, den ihr so schmerzlich beklagt?“ Sie dachte bei sich, das wäre ihr Herr, Otnit, ihr lieber Mann, und hätte, um sie zu prüfen, diese Frage da getan. Tränen, von ihren Augen, die fielen hinab – die netzten ihm die Hände, vor dem weiten Saal. Die Nacht, die war nicht finster, sie sah den kühnen Degen. Da begann die Königin, sich maßlos zu freuen. „Bist du’s, mein lieber Herr?“, sprach die reine Frau. „Das hat mein armer Dienst deinem Leib und Leben angetan, daß du mich so prüfen willst! Nun tu mir’s kund, es ist Zeit, und scheide mich von Jammer, hoher König Otnit! Nun begehrt mich zum Weibe der Graf Herman, der zu deiner Zeit immer dein Untertan gewesen ist. Bedenke, König und Herr, wie dir das ansteht, und scheide mich von meinen Nöten, du tugendreichster Mann! Nun muß ich jeden Tag viel große Not leiden, so daß mir nun ein Ende und der Tod viel lieber wäre. Wahrhaftig begehrt mich der zum Weibe, der unter Otnit saß! Reicher und mächtiger Gott vom Himmel, das sei dir geklagt! ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Nun gedenke, künig herre, do ich erste bei dir lag, wie recht tugentliche mein dein küener leib phlag! ich laiste durch den willen gar ein herte fart. daran solt du gedenken, vil edle fürsten art.' 'Ich bins nicht ewr herre, ich bins ein vertribner man, der weder landt oder leute noch erbe nie gewan. gar on mein | schulde so bin ich vertriben.\t mir ist sicherlichen nicht wan schilt und sper beliben, darzuo mein ross gesatelt ‑ des muoss ich mich began. ich bin in disem lande gar ein ellend man. ich klagte euch gerne, frawe, meine grosse not. nu ist ewr clage manicvelter umb des edlen herren todt.' 'Was möcht ich, ellensreicher, ewrs laides mir geklagen! man hat in manigen landen von mir ainen vil ze sagen. man saget in disem lande meines herren todt: des leide ich hie ze Garte jammer und grosse not.' 'Nu saget mir, küniginne, wie mag es umbe in stan?' 'herre, ich sande aus disem hause einen wol begarten man, der wolt an den würmen rechen seinen zorn: da von han ich den lieben herren mein verlorn.' Er sprach 'durch abenteur bin ich heer komen. ewr clage, frawe, han ich wol vernomen. ich rech euch an den würmen, oder si müessen mich nach im tragen. mich erbarmet hart sere sust getanes clagen.' 'Das wil ich widerraten' sprach fraw Liebegart. 'zwelf mannes sterke het Otnit mein zart. den hat der wurm ainer in den stain getragen. ir mügt wol hie beleiben, lat mich in aine clagen. Womit het ich verdienet' sprach das raine weib 'daz ir durch meinen willen solt wagen ewren leib? das geferte ist nach den würmen vil schwinde in den tan. ich wil euch, degen, raten daz ir hie solt bestan.' Da sprach der ritter edle 'des mag nicht ergan. ich bestan si endiclichen, vinde ich si in dem tan. seit si sich mortes vleissen, si lassent mir iren leib. der märe sult ir beiten, vil tugentreiches weib.' Urlaub gert er dannen, si bat in stille stan. 'saget mir, riter edele, wie ist ewr name getan? durch ewr tugende willen nennet euch, küener man, daz ich got umb ewr ere dest bas geflegen kan.'", - "output": "Seit Otnit, mein Herr, zuletzt von mir Abschied nahm, seitdem hatte ich leider niemanden, der mir irgend geholfen hätte. Daher ist mir allzeit Sorge und Jammer kund. Von meinem Geld gibt man mir nicht mehr als hundert Pfund Kupfer! Mit Not muß ich mich damit das Jahr über begnügen. Was ich und meine Jungfrauen mit den Händen erwerben können, das ist meine Apanage, von der ich mich erhalten muß. Der süße Gott vom Himmel, der möge mir bald Abhilfe schaffen! Nun denke daran, König und Herr, wie ich zum ersten Mal bei dir lag, wie so richtig und tüchtig dein kühner Leib sich meiner annahm! Deinetwillen hab ich eine gar harte Reise durchgestanden! Daran sollst du denken, du hochedler Fürstensproß.“ „Ich bin nicht euer Herr! Ich bin ein Mann, der vertrieben wurde, der weder Land oder Leute noch Erbe je gewann! Ganz ohne meine Schuld bin ich vertrieben worden. Das einzige, was mir sicher geblieben ist, sind Schild und Speer, dazu mein gesattelt Roß – damit muß ich auskommen! Ich bin in diesem Lande ein ganz und gar Elender und Fremder. Ich würde euch gerne, Madame, meine große Not klagen – nun ist eure Klage, um dieses edlen Herren Tod, viel größer.“ „Was vermöchte ich denn, Allertapferster, wenn ich mir hier euer Leid vorklage!\" Man hat in so manchen Landen von mir allein schon so viel zu sagen! In diesem Lande sagt man meinen Herren tot – deshalb leide ich hier in Garte Jammer und große Not!“ „Nun sagt mir, Königin, wie mag es um ihn stehen?“ „Herr, ich sandte aus diesem Haus hier einen gut gerüsteten Mann, der wollte an den Drachen seinen Zorn rächen – davon hab ich meinen lieben Herrn verloren.“ Er sprach: „Aus Aventiure bin ich hierhergekommen. Eure Klage, Madame, habe ich wohl vernommen: Ich räche euch an den Drachen, oder sie müssen mich ihm hinterhertragen. Mich rührt zu Erbarmen und tiefem Schmerz wie ihr klagt.“ „Davon möchte ich abraten!“, sprach Frau Liebgart. „Die Stärke von zwölf Mann hatte Ortnit, mein Zarter. Den hat einer der Lindenwürm in den Stein getragen. Ihr solltet hierbleiben – laßt gut sein, daß ich ihn beklage! Womit hätte ich verdient“, sprach die reine Frau, „daß ihr um meinetwillen euer Leib und Leben wagen solltet? Die Reise zu den Drachen in den Tann ist hart und bedrohlich! Ich will euch, Degen, raten, daß ihr hierbleiben solltet.“ ", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": " Er sprach 'küniginne, des mag nicht wesen. ich muoss ee da ze walde sterben oder genesen.' er gie zu seinem rosse, des hab er immer dank. gewappent on stegraif er in den satel do sprang. Sere wainende sprach fraw Liebgart 'awe meines herren, ditz geleichet seiner fart! wilt du mich bas versuochen?' sprach aber das raine weib. 'got durch sein güete behalte deinen leib!' Einen puneiz auf dem rosse tet er auf dem graben hart baldecliche, als wirs vernomen haben. er naigte der küniginne, von danne was im gach. im tet die tugentreiche vil manigen segen nach. Da kerte er von der burge durch den vil tiefen tan her nider gen der Etsche, da | vant der küene man\t die rechten landtstrassen die rait der helt sa. Wolff Diettrichs abenteur ist aber aine da. Abenteur: Wie er einen toten ritter vant, der was dem wurm emphallen XIV Ze berge bei der Etsche gahen er began hart baldiclichen gegen Triendte dan. da sassen artztleute an der selben stund, da tetten im die armen irn grossen jammer kundt. 'Got willekomen, herre, heer in ditz landt, ob euch got von himele zu hilfe uns hat gesant. uns hat ein wurm wilder ze laide vil getan. er hat hie verderbet wol fünfhundert man. Daz solt ir helfen richten, vil hochgeborner helt. ze vogt und auch ze herren uns allen seit erwelt. er hat uns verderbet den künig Otneit. der was ein kind der jare, sein lob was worden weit.' Es wurden sicherlichen schilt dar getragen mit schatze für den recken, als wir hören sagen. 'ewr guot solt ir behalten' sprach der werde degen. 'ich han durch gotes willen der raise mich bewegen.' Da belib der ritter edle unz an den dritten tag. sein und seines rosses vil güetlich man do phlag. si dienten im mit vleisse, das was michel recht. das tet mit guotem willen manig ritter und knecht. Eines tages gen der none – ze ruowe was der man –", - "output": "Da sprach der Ritter, der edle: „Das geht nun nicht! Ich werde am Ende gegen sie bestehen, wenn ich sie in dem Tann finde. Da sie alles hinmorden, sollen sie mir Leib und Leben lassen! Wartet auf diese Nachricht, allertugendhafteste Frau!“ Abschied begehrte er, um zu gehen; sie bat ihn stehenzubleiben. „Sagt mir, Ritter, edler, welchen Namen hat man euch gegeben? Um eurer guten Eigenschaften willen, nennt euch, kühner Mann, daß ich Gott umso besser anflehen kann, für eure Ehre!“ Er sprach: „Königin, das kann nicht sein! Zuvor muß ich dort in den Wald, sterben oder überleben!“ Er ging zu seinem Roß – dafür sei er immerdar gepriesen! In voller Rüstung, ohne Steigbügel, sprang er in den Sattel. Schmerzlich weinend sprach Frau Liebgart: „Oh weh um meinen Herrn – dies gleicht ganz seiner Fahrt! Willst du mich noch mehr prüfen?“, sprach noch einmal die reine Frau. „Gott in seiner Güte erhalte dir Leib und Leben!“ Eine Angriffsparade mit dem Roß vollführte er auf dem Graben, ohne sich nur irgend aufzuhalten, wie wir vernommen haben. Er verneigte sich vor der Königin, es war ihm eilig davonzukommen. Die Tugendreiche schickte ihm gar manchen Segen hinterher. Dann wandte er sich von der Burg weg durch den tiefen, tiefen Tann, hinunter nach der Etsch. Da fand der kühne Mann die rechte Landstraße, die ritt der Held sogleich entlang. Von Wolf Dietrichs Abenteuer-Kapiteln ist wieder eines fertig. Abenteuer: Wie er einen toten Ritter fand, den hatte der Drache fallen lassen Dann machte er sich eilig die Etsch entlang in die Berge, so schnell als möglich fort gegen Trient. Dort saßen dazumal Erzhauer. Da taten ihm diese Armen ihren großen Jammer kund. „Gott willkommen, Herr, hier in diesem Land – falls euch Gott vom Himmel uns zur Hilfe gesandt hat! Uns hat ein wilder Lindwurm viel zuleid getan; er hat hier an die fünfhundert Mann ins Verderben gebracht. Das sollt ihr richten helfen, hochwohlgeborner Held – zum Vogt und auch zum Herrn seid uns allen auserwählt! Er hat uns ins Verderben gebracht, unsern König Otnit. Der war noch jung an Jahren, und allerorten lobte man ihn.“ Es wurden, das ist gewiß, Schilde hergetragen, mit Schätzen drauf, vor den Recken, wie wir erzählen hören.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "da begunde er fragen gen dem wilden tan. er bat daz si im täten des wurmes fart bekant. do zaigten si in dem Meersee zu der staines want. Urlaub nam do ze Triende Wolff herr Diettreich. da gachte über die haide der helt vil lobeleich. er kerte auf ein strasse in den wilden tan. da vant er sicherlichen einen todten man. Der was dem wurm emphallen in der selben stund. er erbaisste zu der erde, gross jammer ward im kundt. er sprach 'owe, recke, dein kumber ist mir laid. du macht wol edele wesen, seiden sint deine claid. Du magst sicherlichen wol fürsten künne sein.' er vand an seiner hende zwai reiche vingerlein. stucke von gewande lagen umb den krais. bluotig was die strasse, in begos ein angstswais. Eines weibes stimme die hort er sere clagen, die was in den zeiten mit sorgen umbetragen. die was ein grävinne. wie kunde ir laider wesen? eines degenkindes die frawe was genesen. Der vor im lag toter, | der was gewesen ir man.\t si het sich verloffen von den leuten in den tan. dar eilte baldicleichen der degen unbekant. si bot aus uncreften im ir vil weissen handt. Ir was von uncreften ir sprache gar gelegen. das begunde erbarmen dem auserwelten degen. darnach in kurzer weile die frawe sich versan, si begunde ze hande fragen den riter wol getan. Da sprach gezogenliche der fürste vil stolz 'saget mir, frawe edle, wer bracht euch in das holz?' 'herre, mir nam ein wurme den allerliebsten man, den in diser welte dhain frawe ie gewan. In einem baumgarten heut morgen das geschach. davon sicherlichen mein freude alda zerbrach. er was milt des guotes und gar ein werder man. ich stal mich vor den leuten daheer in disen tan. Freude ist mir gezucket, nu han ich funden not' sprach die tugentreiche, 'nu nahet mir der tot.' da sprach der ritter edle 'frawe, ir muget wol genesen, ob sein got geruochet, ich sol ewr amme wesen.' Da sprach aus uncreften die fraw lobesam", - "output": "„Euer Gut sollt ihr behalten“, sprach der hochwürdige Degen, „ich hab mich um Gottes willen auf diese Reise gemacht.“ Dann blieb der Ritter, der edle, bis zum dritten Tag. Sehr zuvorkommend hat man sich um ihn und sein Roß gekümmert. Sie bedienten ihn mit allem Fleiß, und das war nur sehr recht. Mit bestem Willen tat das so mancher Ritter und Knappe. Eines Tages gegen die Non – der Mann war jetzt ausgeruht – da fing er an, sich über den wilden Tann zu erkundigen. Er bat, daß sie ihn mit der Drachenfährte bekannt machten. Darauf zeigten sie zu der Steinwand in dem Meersee. Abschied nahm er von Trient, Wolf Herr Dietrich. Dann eilte der hochlöbliche Held über die offene Wildnis. Er wandte sich auf eine Straße in den wilden Tann. Dort fand er, wahrhaftig, einen toten Mann. Den hatte grad zu der Zeit der Lindwurm fallenlassen. Er stieg hinunter auf den Boden, großen Jammer mußte er erkennen. Er sprach: „Oh weh, Recke, dein Kummer macht mir Leid. Du mußt wohl ein Edler sein, von Seide sind deine Kleider. Gewiß mußt du aus einem Fürstengeschlecht sein.“ Er fand an seiner Hand zwei reiche Fingerringe. Rüstungsteile und Gewandfetzen lagen rundherum, blutig war die Straße, Angstschweiß lief ihm herunter. Die Stimme einer Frau, die hörte er schmerzlich klagen, zur selben Zeit, die war von nichts als Sorgen umgeben. Das war eine Gräfin. Wie konnte ihr leidvoller zumute sein! Von einem Knaben war die Dame genesen. Der vor ihm lag als Toter, der war ihr Mann gewesen. Sie war weg von den Leuten in den Tann gelaufen. Dahin eilte jetzt, tapfer, aufs Ungewisse, der fremde Kriegsmann. Kraftlos bot sie ihm ihre überaus weiße Hand dar. Sie war so kraftlos, daß ihr die Sprache ganz versiegt war. Das erbarmte sogleich den auserwählten Degen. Kurze Zeit danach war die Dame wieder soweit bei Sinnen, daß sie auf der Stelle anfing, den schönen Ritter auszuholen. Darauf sprach wohlerzogen der so stolze Fürst: „Sagt mir, edle Dame, wer brachte euch in dies Gehölz?“ „Herr, mir nahm einer von den Drachen den allerliebsten Mann, den je eine Dame in dieser Welt finden konnte. In einem Baumgarten, heute morgen, geschah das. Davon ist, wahrhaftig, all meine Freude dort zerbrochen.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'awe, ritter edle, ja hab ich gen euch scham.' 'schame ist hie zergangen' sprach Wolff herr Diettreich, 'ja hilfe ich euch aus sorgen, ob ich bin sinnenreich.' Von der stainwande gahen er began. in seinem helme balde wasser bracht er dan. hie labte sich die frawe. das tuo ich euch bekannt: ir half aus uncreften da des fürsten handt. Abenteur: Wie er des todten riters frawen ze einem reuter brachte und ims emphalch wie das kinde XV Von harnasch ward er geblösset, sein curseit von im gezogen. si was von des recken hilfe unbetrogen. mit kinde mit alle truog er si all ze hant zu ainem reutere, den er nahen bei im vant. 'Phlige mir der frawen' sprach Wolff herr Diettreich 'mit vil grossen eren, ich tuon dich des guotes reich.' da sprach der wirt zum gaste 'alles daz ich han, das sei meiner frawen mit dienste undertan.' Da sprach zum reutere der vil küene man 'wirte, durch dein trewe sei dir kunt getan, du solt das kindel taufen, tuo so tugentleich, nenne es nach meinem vater Huge Diettreich.' Er ward von dem wirte mit eren wol gephlegen. urlaub nam er von in baiden do der werde. wider zu dem todten gachte er all ze hant. sein ross der ritter edle dannoch gebunden vant. Er sprach 'awe recke, nu rewet mich dein leben. |\t got geruoche deiner seele ein ringe weize ze geben.' sunst klagte er jammerliche des edlen graven leib. er sprach 'ich vant in nöten heut dein schönes weib.' Hie brach er über den todten baide laub und gras. do gacht er nach dem wurme, dem er unwäge was. die nacht begraif mit krefte den auserwelten degen. er het sicherlichen slafes sich bewegen. Damit der degen küene rait alle die nacht. er horte in dem walde von vogele süessen bracht. die nacht was gar vinster, des rit er vil kümmerlich. nu ist aber in sorgen Wolff herr Dietterich. Abenteur: Wie das ross den wurm vertraib die weile er slief XVI", - "output": "Er war großzügig mit seinem Gut und ein ganz und gar schätzenswerter Mann. Ich stahl mich vor den Leuten davon, da her in diesen Tann. Freude ist mir ausgejätet, Not hab ich nun gefunden“, sprach die Tugendreiche, „nun naht mir der Tod.“ Da sprach der Ritter, der edle: „Madame, ihr könnt sehr wohl am Leben bleiben, wenn Gott das will – ich werde eure Amme sein.“ Darauf sprach, kraftlos wie sie war, die hochlöbliche Dame: „Oh weh, edler Ritter, Scham spüre ich euch gegenüber.“ „Scham ist hier fehl am Platz“, sprach Wolf Herr Dietrich, „ich helf euch wahrlich aus euern Sorgen, wenn ich meinen Verstand zusammenbringe. Gleich eilte er von der Steinwand, in seinem Helm brachte er dann alsbald Wasser. Hieran labte sich die Dame. Das tu ich euch kund: Ihr half da aus ihrer Kraftlosigkeit des Fürsten Hand. Abenteuer: Wie er des toten Ritters Gemahlin zu einem Reutebauern brachte und sie ihm anempfahl, wie auch das Kind Der Harnisch ward ihm abgetan, sein Kursit ihm abgenommen – sie war nicht betrogen um die Hilfe des Recken. Mitsamt dem Kinde trug er sie auf der Stelle zu einem Reutebauern, der sich ganz in seiner Nähe fand. „Nimm dich der Dame an“, sprach Wolf Herr Dietrich, „und erweise ihr größte Ehre. Ich gebe dir reiches Gut dafür.“ Da sprach der Hausherr zu dem Fremden: „Alles, was ich habe, das sei Madame untertänigst zudiensten.“ Da sprach der so kühne Mann zu dem Reutebauern: „Bei deiner Treu als Herr dieses Hauses, nimm dies zur Kenntnis: Du sollst das Kindlein taufen, erweis ihm deine Tugend, nenn es nach meinem Vater Huge Dietrich.“ Er ward von dem Hausherrn in aller Ehrerbietung gehütet. Dann nahm er von ihnen beiden Abschied, der Ehrwürdige. Er eilte auf der Stelle zurück zu dem Toten. Sein Roß fand der Ritter, der edle, immer noch angebunden. Er sprach: „Oh weh, Recke, ja, mich reut dein Leben. Gott geruhe, deiner Seele ein leichtes Fegefeuer zu geben.“ Und so beklagte er in Jammer des edlen Grafen Leib und Leben. Er sprach: „In ihren Nöten fand ich heut dein schönes Weib.“ Und so brach er Laub und Gras und legte es über den Toten. Dann eilte er dem Lindwurm hinterher, dem er nicht gewogen war! Die Nacht griff mit Macht nach dem auserwählten Krieger – den Schlaf, wahrhaftig, hat er von sich ferngehalten.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "Er rait durch ein gevelle gegen einer stainwant. in luste sere slafens, das tuon ich euch bekannt. zu im der tag erleuchte, als wir nu haben vernomen, da was der degen küene auf ein haiden komen. Da erbaisst er von dem rosse nider auf das landt, und legte sich schlafn in seines schildes rant. da slief der degen küene wol auf liechten tag. der wurm gieng vom loche, da er aber der waide phlag. Durch sein schnabelwaide gie er von dem neste dan. ein gezwerg von dem staine rüefen do began 'wache, degen märe, ja ist es an der zeit, du manest mich grosser laide umb den künig Otneit. Der kam durch den wurm da her in disen tan, hie verlos auch sein leben der ausserwelte man. Otnit der vil edle verlos hie seinen leib. den bewainte noch ze Garte Liebgart sein schönes weib.' Dannoch slief underm schilt der wunderküene man. der wurm gachte balde zuo im durch den tan. dannoch slief vil sere die edle fürsten art. das gezwerg begund sich raufen bei dem har und bart. 'Awe, wilt du nicht wachen, wunderküene man, so lebt niemand in der welte der die würme düre bestan. awe, wilt du nicht wachen, wer sol uns fride geben! oder wer richet nu die armen, verleusest du das leben!' Dannoch slief auf dem schilde der küene degen stolz. der wurm gachte balde zuo im durch das holz. das ross das brach den zaum und lief den wurm an. es traib in von dem herren mit streite in den tan. Wann es den wurm wilden getraib verre dan, so lief es zu dem herren, als ich vernomen han, und wolt in gern wecken, das tuon ich euch bekant. es schluog | in mit dem fuosse auf des schildes rant.\t Es lit von dem wurme vil ungefüege not, das solt ir gelauben: vil nahen was im der todt. er begunde im zerren sein vil schönes fel, doch was es in den zeiten vil küene unde schnell. Es het den wurm grossen verre hindan getriben. nu was der degen küene allain hie beliben. der was nu erwachet, höret wie er do sprach, da er sein ross das guote nass von bluote sach. ", - "output": " Damit ritt der kühne Degen die ganze Nacht hindurch. Er hörte im Walde süßen Vogellaut. Die Nacht war gar finster – und so ritt er überaus beschwerlich. Nun ist er wieder in Sorgen, der Wolf Herr Dietrich. Abenteuer: Wie das Roß den Lindwurm vertrieb, dieweil er schlief Er ritt durch ein Gefälle, jener Steinwand entgegen; seine Lust auf Schlaf tat weh, das tu ich euch kund. Der Tag leuchtete ihm herauf, wie wir nun vernommen haben, da war der kühne Degen auf ein Heideland gekommen. Da stieg er vom Roß, auf den Boden hernieder, und legte sich schlafen in seines Schildes Rand. Dort schlief der kühne Degen recht in den hellichten Tag. Der Lindwurm ging vom Loch dahin, wo sein Futterrevier war. Um seinen Schnabel zu weiden, ging er von dem Nest weg. Von dem Stein fing da ein Gezwerge zu rufen an: „Wach auf, berühmter Krieger, wahrlich, es ist an der Zeit: Du erinnerst mich an großes Leid um den König Otnit! Der kam wegen dem Lindwurm da her in diesen Tann – hier verlor er auch sein Leben, der auserwählte Mann! Otnit, der hochedle, verlor hier Leben und Leib. Den beweinte noch stets zu Garda Liebgart, sein schönes Weib.“ Immer noch schlief unterm Schild der wunderkühne Mann. Der Lindwurm eilte alsbald durch den Tann auf ihn zu. Immer noch schlief, wehe, ganz tief der edle Fürstensproß. Das Gezwerge begann sich das Haar und den Bart zu raufen. „Oh weh! Willst du nicht aufwachen, wunderkühner Mann! So lebt denn niemand in der Welt, der sich gegen die Drachen traute! Oh weh! Willst du nicht aufwachen, wer soll uns Frieden geben! Oder wer rächt die Armen, wenn du das Leben verlierst!“ Immer noch schlief auf dem Schilde der stolze, kühne Degen. Der Lindwurm eilte alsbald durch das Holz auf ihn zu. Das Roß, das zerbrach den Zaum und rannte den Lindwurm an. Es griff ihn an und trieb ihn weg von dem Herren in den Tann. Sobald es den wilden Lindwurm weit weggetrieben hatte, lief es zu dem Herrn – wie ich vernommen habe – und wollte ihn so gerne wecken – das tu ich euch kund. Es schlug ihn mit dem Fuß auf des Schildes Rand. Es hatte von dem Lindwurm unsägliche Not erlitten –", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'Wee, daz ich nicht han gewachet' sprach der küene man, 'ja het ich dir geholfen, als du mir hast getan. ich sichs an deinem swaisse, du bist gewesen in not. wer got und dein hilfe nicht gewesen, wir weren bede tot. Nu han ich deiner trewe und auch der hilfe dein genossen daz ich heute han das leben mein. ich sichs an deiner gebäre, der wurm ist hie gewesen. nu hat uns got geholfen, daz wir sein genesen.' Er richte sich von der erde, als ich vernomen han. den zaum den machte er balde und legt in dem ross an. er mass des wurms füesse, vil eisslich was sein gang, die kla vor dem rüste waren daumellen lang. Da sprach der ritter edle 'si, was sol ditz wesen? der teufl aus der helle, wer künde darvor genesen? wer ich also tote beliben in disem tan, wer het dann erlöset mein ainlif dienstman? Die liess ich da ze Kriechen in vil grosser not. si ringent täglichen nun umb den todt. herre got von himele, lass mich die zeit geleben, daz ich in trost mit freuden noch ainest müesse geben!' Da gurte er seinem rosse vil schnelliclichen bas. in einem grimmen muote er darauf gesass. da keerte nach dem wurme der degen lobelich. nu wil in die sorgen Wolff herr Diettrich. Abenteur: Wie ims swert brast auf dem wurm, und truog in in den berg Da kerte er gen der wilde durch das gebirge dan gen der staineswende, als ich vernomen han. da erbaisste der ritter edle nider auf das landt. sein ross er hart snelle zu ainem baume bant. Da gieng gen dem berge der vil küene degen. er het vil sicherlichen streites sich bewegen. da er kam zu dem loche, als ir wol habt vernomen. in einem grimmen muote was der helt dar komen. 'Her wirt, seit ir hie haime?' sprach der küene man, 'ja wellent euch die geste mit streite hie bestan. |\t nu wert euch mannlichen' sprach der küene degen. 'ir geltet mir die todten, die vor euch sint gelegen.' Der jungen waren fünfe, die grinen den ritter an. der alte was nicht dahaime, der was nach der speise gegan.", - "output": "das sollt ihr glauben, der Tod war ihm sehr nahe. Er hatte schon angefangen, ihm sein so schönes Fell zu zerreißen, doch war es in dem Moment besonders kühn und tapfer. Es hatte den Lindwurm, den großen, weit davongetrieben. Und so war der kühne Degen alleine hier zurückgeblieben. Der war nun aufgewacht – hört, wie er dann sprach, als er sein Roß, das gute, naß von Blut sah. „Weh, daß ich nicht gewacht habe“, sprach der kühne Mann, „wahrlich, ich hätte dir geholfen, wie du mir getan hast. Ich seh’s an deinem Blute: Du bist in Not gewesen! Wär Gott und deine Hilfe nicht gewesen, wir wären beide tot! Nun hat mir deine Treue und auch deine Hilfe gebracht, daß mir heute das Leben geblieben ist. Ich seh’s dir an: Der Lindwurm ist hier gewesen! Nun hat uns Gott geholfen, daß wir gerettet sind.“ Er erhob sich von der Erde, wie ich vernommen habe. Sogleich machte er den Zaum und legte ihn dem Roß an. Er maß die Füße des Lindwurms aus – gar schrecklich war sein Schritt, die Klauen vor dem Rist waren daumenellenlang. Da sprach der edle Ritter: „Sieh, was soll das sein! Der Teufel aus der Hölle, wer könnte davor am Leben bleiben? Wäre ich als Toter in diesem Tann geblieben, wer hätte dann meine elf Dienstmannen erlöst? Die ließ ich dort in Griechenland in so großer Not. Sie ringen täglich mit nichts anderm als dem Tod! Herr Gott vom Himmel, laß mich so lange am Leben, daß ich ihnen Trost und Freude einst noch geben kann!“ Da zog er seinem Roß ganz schnell den Gurt nach, grimmigen Mutes saß er auf. Da machte er sich nach dem Lindwurm auf, der hochlöbliche Degen. Nun will in die Sorgen hinein Wolf Herr Dietrich. Abenteuer. Wie ihm das Schwert auf dem Lindwurm zerbarst und der ihn in den Berg trug Da machte er sich auf, der Wildnis entgegen, durch das Gebirge hin, der Steinwand entgegen, wie ich vernommen habe. Da stieg der edle Ritter ab und auf den Boden. Sein Roß, in einem Nu, band er an einen Baum. Da ging er dem Berg entgegen, der so kühne Degen. Er hatte sich Kampf vorgenommen, und nichts anderes. Da kann er zu jenem Loch, wie ihr wohl vernommen habt.", - "history": [] - }, - { - "instruction": "Übersetze den folgenden mittelhochdeutschen (mhd.) Text 'Otnit/Wolfdietrich' eines unbekannten Autors in neuhochdeutsche (nhd.) Sprache und sei dabei so präzise wie möglich.", - "input": "'was solt ich an euch welferen eren hie began? ja wil ich nach dem alten, der hat uns laide vil getan.' Do kerte er von den jungen aus der staines want wider gen dem walde. [...] [...] \teinen fraislichen sturm, den facht ein lewe wilder, das ander was der wurm. Da füerte er an dem schilde den lewen von golde rot. da sach er dort den wilden stan in grosser not. 'mag ich dir nicht gehelfen, ich wil dir widersagen, daz ich dich nimmer gemalt an meinem schildt welle tragen.' Das sper zu seiner hende gefieng der küene man. mit einer starken tjoste rant er den wurm an. das sper ze manigen stucken vor seiner hande brast. er kunde sein nicht gewinnen. das betaurte sere den gast. Da erbaisst der ritter edle nider auf das landt. sein ross er hart balde zu ainem baume gebandt, nam das swert zu baiden handen und schluog auf den wurm. er kunde sein nicht gewinnen. der gast huob den sturm. Das swert ze dreien stucken als ein aphl hin gesprang. da het der ritter edle vil manigen gedangk. auf rackt er sein hende. 'vil genediger got, du magst mir wol gehelfen, ich stee hie in grosser not. Hilf, got von himele, gnediglicher Crist, hilf an disen zeiten, seit du gewaltig bist. und ist daz ich toter beleibe in disem tan, so berat doch zen Kriechen mir meine ainlif dienstman. Die sint auch verdorben, verleuss ich hie mein leben. süesser Crist von himele, ich han mich dir ergeben. es stet an disen zeiten umb mich vil kümmerleich.' aller erst ist in nöten Wolff herr Diettreich.", - "output": "Grimmigen Mutes war der Held angekommen. „Herr Hauswirt, seid ihr daheim?“, sprach der kühne Mann. „Es sind Gäste hier, die zum Kampf gegen euch antreten wollen! Nun wehrt euch mannhaft!“, sprach der kühne Degen. „Ihr vergeltet mir alle, die da tot vor euch gelegen sind.“ Da waren Junge, fünf, die fletschten den Ritter an – der Alte war nicht daheim, der war nach Nahrung gegangen. „Was sollte ich an euch Welpen hier für Ehren gewinnen! Der Alte ist’s, den ich will, der hat uns viel Leid angetan.“ Darauf verließ er die Jungen, wandte sich aus der Steinwand, wieder dem Wald entgegen. Einen fürchterlichen, stürmischen Kampf, den focht ein wilder Löwe – der andre war der Lindwurm. Da führte er nun an seinem Schild den Löwen, von rotem Gold – und dann sah er den Wilden dort stehen, in großer Bedrängnis. „Wenn ich dir nicht helfen kann, dann werde ich mich von dir trennen und sage dir, daß ich dich nie mehr gemalt an meinem Schild tragen will!“ Den Speer faßte der kühne Mann mit fester Hand. Mit einer starken Tjoste rannte er den Lindwurm an. Der Speer zerbarst vor seiner Hand in viele Stücke. Er konnte ihn nicht besiegen – das dauerte den Fremden schmerzlich. Da stieg der Ritter, der edle, ab und auf den Boden. Sein Roß, in einem Nu, band er an einen Baum, nahm das Schwert mit beiden Händen und schlug auf den Lindwurm. Er konnte ihn nicht besiegen. Der Fremde stürmte. Das Schwert sprang in drei Stücke wie ein Apfel dahin. Da hatte der edle Ritter ganz viel Gedanken. Seine Hände reckte er hoch. „Du gnädiger Gott, du vermagst wohl, mir zu helfen, ich steh hier in großer Not! Hilf, Gott vom Himmel, gnadenreicher Christus, hilf zu diesem Augenblick, denn du bist gewaltig. Und ist’s daran, daß ich tot in diesem Tann bleibe, dann beschütze mir doch bei den Griechen meine elf Dienstmannen! Weil, die müssen ins Verderben, wenn ich hier mein Leben verliere. Süßer Christ vom Himmel, dir hab ich mich ergeben – es steht zu dieser Stunde gar kummervoll um mich!“ Jetzt ist richtig in Not Wolf Herr Dietrich.", - "history": [] - } -] \ No newline at end of file