{ "date_scraped": 1732865984, "url": "https://de.wikipedia.org/wiki/Mischpult", "content": "Ein Mischpult dient dem Zusammenführen verschiedener elektrischer Signale und findet sich hauptsächlich in den Bereichen Veranstaltungstechnik und Musikproduktion.\n\nEin Mischpult zur Videobearbeitung nennt man herkömmlich auch Schnittpult, meistens jedoch Bildmischer. Die zur Beleuchtung von Bühnen benutzten Lichtsteuerungsanlagen werden umgangssprachlich oft als Lichtmischpult bezeichnet, obgleich hierbei keine Signale gemischt werden. Hauptsächlich verwendet man den Begriff Mischpult im Zusammenhang mit der Tontechnik.\n\nEin Audio-Mischpult – auch als Ton-Mischpult, Tonpult, Mischer, Mixer oder Konsole bezeichnet – dient dazu, elektrische Tonsignale von verschiedenen Quellen auf zwei oder mehr Ausgangssummen oder -busse , meistens nach Frequenzgangs- und Dynamikveränderungen, zusammenzufügen. Für Mischungen in Stereofonie werden zum Beispiel alle am Mischpult anliegenden Signale auf die Stereo-Kanäle „Links“ und „Rechts“ zusammengeführt. Ferner lassen sich mit geeigneten Mischpulten Mehrkanal-Surroundmischungen erzeugen. Es gibt unterschiedliche Mischpulte für die jeweiligen tontechnischen Anwendungen, wie Aufnahme und Abmischung in Tonstudios, Live-Beschallung, DJ oder Sendung, die sich in Bezug auf Größe, Funktionsumfang, Ergonomie, Klangeigenschaften und Preis von 50 Euro bis über eine Million Euro stark unterscheiden können. Audio-Mischpulte gibt es in den Ausführungen Analogmixer, Digitalmixer und Powermixer.\n\nEin Mischpult ist in den meisten Fällen in verschiedene Funktionsbereiche aufgeteilt. In der üblichen Konfiguration folgen die Signalwege dabei meist der Leserichtung von oben nach unten und von links nach rechts.\n\nDie erste Sektion bilden mehrere Audio-Eingänge. Diese sind gegebenenfalls weiter gruppiert nach Mono- und Stereo-Eingängen.\n\nAuf größeren Mischpulten finden sich Subgruppen, mit denen mehrere Eingangssignale zusammengefasst werden können, etwa um gleichzeitig deren Lautstärke regeln zu können, sie an verschiedene Spuren eines Aufnahmegeräts oder eine eigene PA-Gruppe zu schicken. Bei Mischern, die zum DJing verwendet werden, ist außerdem ein Crossfader zwischen den Subgruppen üblich.\n\nDie von den einzelnen Kanälen zu internen oder externen Effektgeräten abgezweigten Signale können wieder dem Summensignal, manchmal auch bestimmten Subgruppen zugemischt werden.\n\nDer finale Mix wird schließlich über einen Master-Fader einer – externen oder beim Powermixer integrierten – PA, einem Aufnahmegerät oder Sender zugeführt.\n\nVom Bediener können verschiedene Punkte im Signalweg, meist mit einem „Solo“ gekennzeichneten Schalter/Taster, gewählt werden, um sie auf dem Kopfhörer oder Lautsprechern im Abhörraum wiederzugeben oder vorzuhören.\n\nEs gibt analoge, digitale und hybride Mischpulte. In Analogmischpulten ist das Signal immer ein elektrisches Abbild des Schalls und wird auch so verarbeitet. In Digitalmischpulten dagegen wird der Ton in ein digitales Signal umgewandelt und von Prozessoren verarbeitet. Hybridpulte besitzen eine digitale Steuerung und analoge Signalverarbeitung.\n\nAlle diese Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. So kann ein kleines Mischpult günstiger in Analogtechnik hergestellt werden, da ein geringerer Schaltungsaufwand nötig ist. Mit der Anzahl der Kanalzüge und Ausgänge wächst der Schaltungsaufwand und damit steigt der Preis an. Große Mischpulte können meistens kostengünstiger in Digitaltechnik hergestellt werden, weil eine Grundausstattung zwar teurer, eine Erweiterung und Aufteilung allerdings preiswerter ist, da die digitalen Signale auf einem gemeinsamen Datenbus übertragen werden und nicht von separaten elektrischen Leiterbahnen. Außerdem kann bei Digitalpulten an der Anzahl der Bedienelemente gespart werden, da ein Regler oder eine Taste mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Es müssen nicht mehr für alle Kanäle Bedienelemente vorhanden sein. Die vorhandenen Kanalbedienstreifen können durch Layer- oder Bankumschaltungen mehrfach genutzt werden. So sind Kanalzahlen möglich, die in analoger Bauweise aus reinen Platzgründen nicht mehr zu realisieren wären. Bei heutigen Digitalpulten lassen sich die meisten Einstellungen in so genannten Szenen oder Snapshots abspeichern und bei Bedarf in Sekundenbruchteilen wieder aufrufen. Oft sind Effektgeräte wie zum Beispiel Kompressoren in Digitalpulten bereits integriert. Dadurch können im Vergleich zur Analogtechnik Platz und Kosten für zusätzliche Geräte eingespart werden.\n\nDes Weiteren können manche digitalen Modelle auch dynamische Regelvorgänge wie etwa Faderbewegungen speichern und automatisch ablaufen lassen . Hybridpulte bieten diese Möglichkeit auch für analoge Signalverarbeitung. Der Schaltungsaufwand und damit der Preis für die Kopplung der digitalen Steuerung mit der analogen Signalverarbeitung ist verglichen mit einem rein digitalen Ansatz jedoch sehr hoch und findet deswegen heute kaum Anwendung. Einzig eine digitale Pegelsteuerung in ansonsten analogen Pulten ist noch gebräuchlich. Echte Hybridpulte wie etwa die Euphonix CS-Serie oder die Lawo PTR werden heute nicht mehr hergestellt.\n\nMischpulte lassen sich auch auf einem Computer realisieren. Sie sind hierbei meistens in so genannte Digital Audio Workstations integriert.\n\nDie wichtigsten Merkmale eines Mischpultes sind die Anzahl der Eingangskanäle, die Anzahl der Ausgangsbusse, die Klangbearbeitungsmöglichkeiten und die ergonomische Anordnung der Bedienelemente für den jeweiligen Anwendungsbereich. Auf der rein technischen Seite ist das entscheidende Merkmal die Signalqualität. Der Frequenzgang sollte möglichst linear sein, und der Dynamikbereich, das heißt der Abstand zwischen dem Eigenrauschen des Mischpultes und seiner Verzerrungsgrenze, sollte möglichst groß sein.\n\nAm Anfang des Signalweges in einem Tonmischpult wird die Signalquelle je nach Pegel entweder an einen Line- oder einen Mikrofoneingang angeschlossen. Lineeingänge dienen zum Anschluss vergleichsweise hochpegliger Audiogeräte wie Keyboards und CD-Player und stehen meist in Form von Klinkenbuchsen, bei einfachen Geräten auch Cinch, zur Verfügung. Mikrofoneingänge sind hingegen meist in Form von XLR-Buchsen ausgeführt und verfügen oft über eine Phantomspeisung zur Verwendung hochwertiger Kondensatormikrofone. Über einen Drehregler wird der Eingangspegel der Signalquelle dem optimalen Arbeitsbereich des Mischpultes angepasst. Hier kann auch ein spezieller Mikrofon- oder Entzerrvorverstärker für Plattenspieler eingebaut sein. Zur optischen Kontrolle eines jeden Kanalpegels ist oft entweder ein Peakmeter oder ein vu-Meter vorhanden. Ergänzend zum Gainregler findet sich meist ein Pad-Schalter , mit dem ein zu lautes Eingangssignal um einen bestimmten Betrag abgesenkt werden kann.\n\nEbenso findet sich bei vielen Mischpulten ein sogenannter Trittschallfilter . Oft kann die Grenzfrequenz dieses Filters eingestellt werden, entweder durch zweistufige Taster , oder sogar durch Drehpotentiometer.\n\nHandelt es sich um ein digitales Mischpult, so folgt an dieser Stelle die Analog-/Digitalwandlung des Signals.\n\nAnspruchsvoller ausgestattete Mischpulte verfügen als Nächstes über einen Phasenschalter, mit dem die Schwingungsrichtung des Signals um 180° gedreht werden kann . Dies ist nützlich, um entweder Polungsfehler in der Verkabelung zu korrigieren oder gegenpolige Signale aufgrund von Mehrfachmikrofonierung einer Klangquelle anzupassen .\n\nAls Nächstes durchläuft das Signal die Klangregelung . Der Klang eines Signals kann in verschiedenen Frequenzbändern bearbeitet werden. Diese Bänder lassen sich jeweils im Pegel anheben oder absenken. Verfügt das Mischpult ferner über einen Frequenzregler, so können die einzelnen Bänder ggfs. verschoben werden, was gezieltere Anpassungen an die tatsächlich im Signal vorkommenden Frequenzen ermöglicht. Ist darüber hinaus ein Gütenregler vorhanden, so kann die Breite der Beeinflussung eines Bandes variiert werden. Sind alle genannten Regelmöglichkeiten vorhanden, so spricht man von einem vollparametrischen Equalizer. Daneben können für den Bass- und den Höhenbereich auch noch separate, sehr steilflankige Hoch- und Tiefpassfilter vorhanden sein, die es erlauben, sämtliche Frequenzen ober- oder unterhalb einer bestimmten Grenzfrequenz komplett wegzufiltern.\n\nBei manchen Pulten kann die Dynamik des Signals mittels Noise Gate und/oder Kompressor beeinflusst werden. Bestimmte Mischpulte verfügen des Weiteren über sogenannte Insertbuchsen in den Eingangssektionen der Kanäle, die das Einschleifen von externen Dynamik- oder Effektgeräten im betreffenden Kanal erlauben.\n\nIm weiteren Verlauf des Kanalzugs folgen anschließend der Ein-/Ausschalter sowie als elementares Bauteil der bei jedem Mischpult vorhandene Schieberegler für den Kanalpegel, üblicherweise als Fader bezeichnet, bei Kompaktmischern auch als Drehpotentiometer ausgeführt.\n\nIm Signalweg hinter dem Fader folgt der Panoramaregler , mit welchem bestimmt werden kann, wie das Signal im Stereobild der Mischpultsumme positioniert ist. Er ist ein Überblendregler und dient dazu, ein Signal nach dem Kanal-Fader auf den rechten und linken Kanal in der Stereosumme zu verteilen; ist der Kanal einer Subgruppe zugeordnet, wird das Signal entsprechend dorthin geleitet, wobei die rechte Reglerstellung der geradzahligen Subgruppe, die linke der ungeraden entspricht. Um dabei eine insgesamt gleich bleibende Lautheit zu erreichen, wird das Signal einer entsprechenden Kurve folgend auf der dem Regler abgewandten Seite stärker bedämpft, auf der dem Regler zugewandten Seite weniger. Bei der in Mischpulten üblichen Intensitätsstereofonie werden dabei keine Signale in ihrer Laufzeit verändert oder auf den gegenüberliegenden Kanal geleitet.\n\nLetztes Glied im Kanalzug ist das sogenannte Routing. Verfügt das Mischpult über Subgruppen, kann das Signal über Schalter neben dem Fader je nach Ausführung alternativ oder gleichzeitig zum Mastersignal an diese geschickt werden. Ebenso kann – besonders bei digitalen Mischern – jeder einzelne Eingangskanal direkt einer Spur eines Mehrkanal-Recorders zugeordnet werden.\n\nDas Signal eines Kanals kann an verschiedenen Stellen im Kanalzug auf sogenannte Effekt- oder Monitorwege geschickt werden. Meistens sind derartige Aux-Wege zwischen „pre-fader“ und „after-“ beziehungsweise „post-fader“ umschaltbar. Die Regler dafür finden sich auf dem Bedienfeld meist direkt über dem Panpot.\n\nDas Mischen mehrerer Signale stellt eine technische Herausforderung dar, da die Lautstärke eines Kanals keinen Einfluss auf die Lautstärke eines anderen haben darf. Verbindet man lediglich den Mittelschleifer aller Lautstärke- bzw. Panoramapotentiometer miteinander, beeinflusst die Ausgangsimpedanz eines Kanals die Lastimpedanz, die auf die anderen Kanäle wirkt, und kann so im Extremfall die anderen Ausgänge kurzschließen, wenn ein Kanal komplett „abgedreht“ ist, und sein etwaiger Panoramasteller sich in einer Extremstellung befindet . Um dies zu vermeiden, ist dafür zu sorgen, dass alle Kanäle eine feste Ausgangsimpedanz haben. In einfachen Passiv-Mischpulten geschieht das durch einen Widerstand in der Größenordnung des Potentiometerwiderstandes am Ausgang jedes Kanals. Da dieser Widerstand eine additive Konstante in der Funktion des Ausgangswiderstands von der Potentiometerstellung darstellt, wird der Einfluss der Potentiometerstellung auf den Ausgangswiderstand eines Kanals vermindert. In aktiven Mischpulten folgt auf jeden Kanal ein Impedanzwandler, also ein Operationsverstärker oder ein Transistor/Triode in Kollektorschaltung/Drainschaltung/Anodenschaltung mit definierter Ausgangsimpedanz. Dadurch sind die Impedanzen beim Mischen völlig unabhängig von den Ausgangsimpedanzen der Kanäle. Bei vielen Kanälen ist zu beachten, dass die – aus dem Überlagerungssatz hervorgehende – Mischspannung der Durchschnittsspannung entspricht, also die Amplitude eines Eingangs durch die Anzahl der Kanäle geteilt wird. Es muss daher eine Verstärkung um die Anzahl der Kanäle erfolgen, um tatsächlich die Summe der Spannungen zu erhalten.\n\nHinter dem Routing folgt die Mastersektion des Pultes, in der die Mischung der Signale sowie die Ausgabe der Summe an einen oder mehrere Masterausgänge erfolgt. Separate Ausgänge um das PA-Summensignal aufzuzeichnen werden dabei meist als Two-Track, abgekürzt 2TK, bezeichnet; ein 2TK in-Weg dient dazu, das aufgenommene Signal ohne weitere Beeinflussung direkt wieder abzuspielen.\n\nGrößere Mischpulte besitzen zusätzlich Subgruppen, auf denen eine Mischung mehrerer Eingangssignale erfolgt. So können Tonquellen wie Schlagzeug, Chor- oder Orchesterstimmen zusammengefasst und mit einem einzigen Fader ins Mastersignal geblendet werden. Ebenso können die einzelnen Spuren eines Aufnahmegeräts oder verschiedene Lautsprecheranlagen bespielt werden. Bei Mischpulten für Musikdarbietung ist mit dem waagerecht eingebauten Crossfader eine ähnliche Konstruktion vorhanden; hierbei werden der linken und rechten Seite ein oder mehrere Eingänge zugewiesen, zwischen denen mit einem einzigen Regler überblendet werden kann.\n\nWährend einer Produktion braucht der Bediener am Pult neben dem Mastersignal auch die Möglichkeit, einzelne Kanäle oder Subgruppen im Regieraum oder auf dem Kopfhörer vorzuhören, ohne das Ausgangssignal zu beeinflussen. Mit dem Pre-Fader-Listening kann eine neue Signalquelle begutachtet werden, während auf dem Ausgangssignal noch andere Kanäle anliegen. Dazu besitzt jeder Abhörpunkt einen eigenen PFL-Schalter, bei dessen Aktivierung die Pult-Abhöre nur noch die einzelnen PFL-geschalteten Signale darstellt. Ähnlich erlaubt der Mixdown-Solomodus , einzelne Kanäle genau so abzuhören, wie sie im Mix klingen, also inkl. ihrer Pegel- und Panoramaeinstellung sowie auf sie angewandte Effekte. Nützlich ist dies auch bei der Fehlersuche oder zur Nachjustierung von Filtern während einer laufenden Produktion und zur Begutachtung gerade aufgenommenen Materials, die „Hinterbandkontrolle“.\n\nEbenso ist es wichtig, den Agierenden ein Feedback zu geben, das sogenannte Monitoring. Sofern keine Kopfhörer oder In-Ear-Monitoring-Systeme benutzt werden, auf denen das Mastersignal laufen kann, ohne Rückkopplungen in die Tonabnehmer zu verursachen, müssen dazu spezielle Mixes erstellt werden. Dies kann im einfachsten Fall über die Aux-Wege realisiert werden, größere Mischpulte verfügen aber über spezielle Möglichkeiten zur Erstellung von Kopfhörer- und Monitormischungen und deren Verteilung auf die Aufnahmeräume und agierenden Personen. Bei großen Live-Aufführungen wird dafür auch ein eigenes Pult auf der Bühne benutzt.\n\nEinige Pulte bieten auch die Möglichkeit der Kommunikation des Tontechnikers mit den Personen im Aufnahmeraum .\n\nProfessionelle Mischpulte für die Festinstallation in großen Studios haben meistens keine einzeln ausgeführten Ein- und Ausgangsanschlüsse mehr. Die Verkabelung erfolgt vielmehr über Multipin-Steckverbindungen. Damit können mit Multicore-Kabeln auch effizient und übersichtlich viele analoge Audiowege gelegt werden, etwa in verschiedene Studioräume oder vom FOH zur Bühne, wo die einzelnen Anschlüsse an Stageboxen aufliegen.\n\nEin Steckfeld , in das Bedienpanel eingebaut oder in einem externen Rack, an das intern die Ein- und Ausgänge aller im Studio vorhandenen Audiogeräte angeschlossen sind, ermöglicht es, alle Geräte sehr leicht und flexibel durch einfaches Stecken kurzer Kabel miteinander zu verbinden .\n\nBei diesem Konzept kann mit einem Kanal nur ein Signal bearbeitet werden, das heißt, die Hinterbandkontrolle kann nur über einen weiteren eigenen Kanal stattfinden. Die Anzahl der Subgruppen ist fest vorgegeben und kann nicht beliebig erweitert werden. Daher wird dieses Mischpultkonzept heute meistens im Live-Bereich als FOH-Mischer verwendet. Vor Aufkommen der Inline-Mischpulte waren Splitpulte auch im Studiobetrieb üblich, große Split-Konsolen besaßen zu diesem Zweck eine eigene Abhörsektion mit entsprechend vielen Kanälen. Ein Vorteil des Konzepts ist die bessere Übersicht über den Signalfluss, nachteilig die mangelnde Flexibilität und, insbesondere bei größeren Setups, der enorme Platzbedarf.\n\nDas erste Mischpult mit dem Inline-Konzept wurde von der Firma SSL entwickelt und ist bis heute der professionelle Standard in großen Musikstudios. Die Idee hinter diesem Konzept ist die, dass man mit einem Kanal gleichzeitig zwei Signale verarbeiten kann. Zum einen liegt das Input-Signal der aufzunehmenden Quelle am Hauptfader an und wird zum Tonbandgerät oder zur DAW geschickt. Gleichzeitig kann man über den „kleinen“ Fader im selben Kanalzug das Off-Tape--Signal abhören. Für die Abmischung kann man die Belegung der Fader wechseln, zusätzliche Signalquellen einspielen, Kanäle beliebig als Subgruppen definieren sowie die Filter und Ausspielwege flexibel zwischen den vorhandenen Signalen desselben Kanalzugs aufteilen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die enorme Platzersparnis. Man bezeichnet das Inline-Konzept auch als „Sandwich-Bauweise“.\n\nDas Konzept der Splint-Konsolen ist eine Mischung aus den beiden vorangegangenen Mischpultkonzepten. Die Anzahl der Subgruppen ist zwar wie beim Split-Pult begrenzt, jedoch können pro Kanal zwei unterschiedliche Signale angelegt werden, von denen das eine über den Hauptfader, das andere über den „Small Fader“, zumeist ein kleiner Fader oder ein Potentiometer, geregelt wird. Die Signale können über Statusumschalter zwischen dem Hauptfader und dem „kleinen“ Fader, je nach Ausstattung des Pultes auch flexibel auf den Entzerrer oder die Ausspielwege geschaltet werden. Eins der bekanntesten Pulte dieser Bauart ist das „8-Bus“-Pult der Firma Mackie.\n\nFür besondere Einsatzzwecke werden Mischpulte mit zusätzlichen Funktionen ausgerüstet, die entweder über eigene Bedienelemente oder über die Verbindung mit vorhandenen Funktionen Arbeitsabläufe vereinfachen.\n\nDie im Studiobereich vorrangig verwendeten Kondensatormikrofone benötigen eine Betriebsspannung. Diese kann bei den meisten Mischpulten als Phantomspeisung zugeschaltet werden. Wenn ein Mischpult keine Phantomspeisung hat, besteht die Möglichkeit, ein Speiseteil oder einen geeigneten Vorverstärker zwischen Mikrofon und Mischpult zu schalten. Die Spannung beträgt meistens 48 Volt.\n\nBesonders bei Sendemischpulten und manchmal auch bei DJ-Mixern kann mit dem Hochziehen eines Kanal-Faders oder dem Drücken des SignalSchalters das an diesen Kanal angeschlossene Wiedergabegerät gestartet werden.\n\nUm Rückkopplungen zu vermeiden, darf in einem Studioraum, in dem ein Mikrofon in Betrieb ist, dessen Signal nicht wiedergegeben werden. Die Stummschaltung kann so konfiguriert werden, dass beim Öffnen eines Mikrofonkanales die Monitorboxen im entsprechenden Raum abgeschaltet werden und das Signal nur noch über Kopfhörer verfügbar ist.\n\nInsbesondere digitale Mischpulte können mit einer mehr oder weniger aufwendigen Effekt-Sektion ausgestattet sein . Dies reicht von einfachen Summeneffekten in Geräten des unteren Preissegmentes bis zu hochwertigen Effekt- und Dynamikbearbeitungseinrichtungen für jeden Kanalzug in teuren Pulten.\n\nZusätzlich zu den Filtermöglichkeiten in den einzelnen Kanalzügen kann mit einem Summen-Equalizer das Ausgangssignal den Gegebenheiten des Raumes und der Lautsprecher angepasst werden. Ähnlich den integrierten Effekten genügen auch diese Equalizer bei billigen Geräten kaum professionellen Standards, schon wegen des begrenzten Platzangebots am Bedienfeld können nur wenige, damit relativ breite, Filterbänder geboten werden.\n\nEin Powermixer fasst ein Mischpult und einen Tonfrequenz-Leistungsverstärker in einem Gerät zusammen. Geräte dieser Art werden vor allem für Live-Darbietungen vor etwas kleinerem Publikum von etwa 50 bis 100 Personen beispielsweise von Musikcombos, Tanzgruppen, für Karaoke-Events, von Schaustellern, Werbeveranstaltern eingesetzt. Sie halten als Teil einer Beschallungsanlage den Gesamtaufwand klein, da im Wesentlichen sonst nur noch die Lautsprecherboxen und die Tonquellen benötigt werden.\n\nPowermixer werden von verschiedenen Herstellern angeboten und haben meist die übliche Pultform. Sie gehören in ihrer Wirkungsweise grundsätzlich auch zur Gruppe der Audioverstärker und sind oft in Stereo-Technik, also zweikanalig aufgebaut. Einfachere, zumeist nicht in Pultform erscheinende und von der Frontplatte aus zu bedienende Geräte, die seltener zweikanalig sind, werden allgemein als „Mischverstärker“, im unteren Preissegment jedoch ebenfalls als „Powermixer“ bezeichnet. Die Definitionen sind daher nicht exakt abgrenzbar.\n\nIn vernetzten Produktionssystemen wie dem ARD-Hörfunk sind viele Mischpulte in den Studios fernbedienbar. Die Regler des eigentlichen Pultes werden durch Servo- oder Linearmotoren mitbewegt. Dadurch bleibt die Stellung der Regler „aktuell“ und ein manueller Eingriff vor Ort ist weiterhin möglich. Typische Anwendungsfälle der Fernsteuerung sind:" }