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<title level="a">Urheberrecht und Zugang in einer digitalen Welt – Urheberrechtliche Fragestellungen des Zugangs für Gedächtnisinstitutionen und die Digital Humanities –</title>
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<persName xml:id="cboulanger">Christian Boulanger</persName>
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<bibl>Katharina de la Durantaye, Benjamin Raue. (2020). Urheberrecht und Zugang in einer digitalen Welt – Urheberrechtliche Fragestellungen des Zugangs für Gedächtnisinstitutionen und die Digital Humanities –. RuZ - Recht und Zugang, 1(1), 83-94. DOI: 10.5771/2699-1284-2020-1-83</bibl>
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<title level="a">Urheberrecht und Zugang in einer digitalen Welt – Urheberrechtliche Fragestellungen des Zugangs für Gedächtnisinstitutionen und die Digital Humanities –</title>
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<title level="j">RuZ - Recht und Zugang</title>
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<front>Urheberrecht <lb/>Prof. Dr. Katharina de la Durantaye und Prof. Dr. Benjamin Raue * <lb/>Urheberrecht und Zugang in einer digitalen Welt <lb/>-Urheberrechtliche Fragestellungen des Zugangs für <lb/>Gedächtnisinstitutionen und die Digital Humanities -<lb/></front>
<body><!-- missing "I."-->Einleitung <lb/>Das Urheberrecht gewährt dem Urheber Ausschließlichkeitsrechte an Werken. Techni-<lb/>sche und werkvermittelnde Leistungen werden durch Leistungsschutzrechte ge-<lb/>schützt. Wo diese Rechte anfangen und aufhören, wer ein Werk unter welchen Um-<lb/>ständen und auf welche Weise nutzen darf, sind Kernfragen des Urheberrechts. Es <lb/>muss einen Ausgleich schaffen zwischen Exklusivitäts-und Zugangsinteressen. 1 <lb/>In der analogen Welt wurden Zugangsfragen im Urheberrecht dennoch selten pro-<lb/>blematisiert. Der Eigentümer eines Buches konnte es selbstverständlich aufschlagen <lb/>und lesen, ohne den Urheber um Erlaubnis bitten zu müssen. Der analoge Werkgenuss <lb/>war urheberrechtlich irrelevant. Das Urheberrecht mussten im Wesentlichen professio-<lb/>nelle Verwerter beachten. Private und wissenschaftliche Nutzer konnten es hingegen <lb/>weitgehend ignorieren. <lb/>Die Digitalisierung hat die Verhältnisse grundlegend geändert und den Anwen-<lb/>dungsbereich des Urheberrechts erheblich ausgedehnt: 2 Wer ein digitales Werkstück <lb/>nutzt, vervielfältigt es in aller Regel jedenfalls im Arbeitsspeicher seines Geräts. Er <lb/>nimmt damit eine Handlung vor, für die er grundsätzlich der Zustimmung des Urhe-<lb/>bers bedarf. 3 Urheberrecht ist Alltagsrecht geworden. Das stellt das Urheberrecht stär-<lb/>ker als früher vor die Herausforderung, die berechtigten Interessen der Urheber und <lb/><!-- misplaced "I."-->I. <lb/></body>
<front>* Katharina de la Durantaye ist Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Privates <lb/>Medienrecht an der Europa-Universität Viadrina; Benjamin Raue ist Inhaber der Professur für <lb/>Zivilrecht, Recht der Informationsgesellschaft und des Geistigen Eigentums sowie Direktor <lb/>des Instituts für Recht und Digitalisierung (IRDT) an der Universität Trier. <lb/></front>
<!-- mixed-reference -->
<listBibl>1 Dazu ausführlich: Peukert, GRUR-Beilage 2014, 77 ff. <lb/>2 Dazu etwa: Hofmann, ZGE 2016, 482, 498; Becker, ZGE 2016, 239, 273; Raue, ZGE 2014, <lb/>387, 389. <lb/>3 Zur Frage, ob der Erwerb eines (digitalen) Werkexemplars mit dem Erwerb eines dinglichen <lb/>Genussrechts verbunden ist, vgl.: Kuschel, Der Erwerb digitaler Werkexemplare zur privaten <lb/>Nutzung, 2019. <lb/></listBibl>
<front>DOI: 10.5771/2699-1284-2020-1-83 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>sonstigen Rechteinhaber mit den Allgemeininteressen auf Informationsfreiheit und <lb/>Kommunikation in Einklang zu bringen. 4 <lb/>Es wundert daher nicht, dass Fragen des Zugangs in den letzten Jahren nicht nur in <lb/>den Fokus der Wissenschaft, sondern auch der Gesetzgebung und der Rechtsprechung <lb/>geraten sind. 5 <lb/>Diese Zeitschrift wird in ihrem urheberrechtlichen Teil das Spannungsverhältnis <lb/>zwischen urheberrechtlichen Ausschließlichkeitsrechten einerseits und Zugangsrech-<lb/>ten bzw. -interessen andererseits beleuchten und die aktuellen Entwicklungen kritisch <lb/>begleiten. Ihnen ist der erste Teil dieses Beitrags gewidmet. Weil wir in dieser Zeit-<lb/>schrift auch interdisziplinäre Fragestellungen erörtern wollen, werden im zweiten Teil <lb/>urheberrechtliche Fragestellungen der Digital Humanities skizziert. <lb/><!-- missing "II." -->Gedächtnisinstitutionen <lb/>Digitale Technologien eröffnen Gedächtnisinstitutionen neue Möglichkeiten, um ihren <lb/>Bestand zu erhalten, zu erweitern und zugänglich zu machen. Nicht all diese Möglich-<lb/>keiten werden in der Praxis auch genutzt. Neben wirtschaftlichen hat dies vor allem <lb/>rechtliche Gründe: Digitale Pendants analoger Nutzungen, die zustimmungsfrei zuläs-<lb/>sig waren, bedürfen zum Teil der Zustimmung des Rechteinhabers. <lb/>Das liegt zunächst an der oben bereits genannten Ausweitung des Urheberrechts. <lb/>Grund ist aber auch der Zuschnitt der gesetzlichen Erlaubnistatbestände. Sie erklären <lb/>urheberrechtlich relevante Nutzungen unter bestimmten Voraussetzungen ohne Er-<lb/>laubnis des Rechteinhabers für zulässig. Die Tatbestände entstammen der analogen <lb/>Welt. Nicht alle passten daher auf digitale Sachverhalte. Zudem waren die Vorausset-<lb/>zungen und der Anwendungsbereich der Tatbestände oft unklar -alleine schon, weil <lb/>sie viele unbestimmte Rechtsbegriffe enthielten. Gedächtnisinstitutionen konnten <lb/>darum oftmals nur schwer einschätzen, welche Nutzungen erlaubnisfrei gestattet wa-<lb/>ren und welche nicht. 6 <lb/>In den letzten Jahren haben sowohl der nationale als auch der europäische und der <lb/>internationale Gesetzgeber bestehende gesetzliche Erlaubnistatbestände bzw. deren <lb/>Vorgaben verändert und neue geschaffen, um dieses Problem zu adressieren. 7 Bislang <lb/>sind viele Fragen noch nicht oder nicht umfassend erforscht. Dazu gehören Inhalt und <lb/><!--misplaced "II."-->II. <lb/></body>
<!-- mixed-reference -->
<listBibl>4 Vgl. nur: EuGH, Urt. v. 8.9.2016 -C-160/15, ECLI:EU:C:2016:644 = GRUR 2016, 1152 Tz. <lb/>31 -GS Media/Sanoma; EuGH, Urt. v. 8.9.2016 -C-160/15, ECLI:EU:C:2014:1195 = GRUR <lb/>2014, 654 Tz. 24 -PRCA/NLA; EuGH, Urt. v. 4.10.2011 -C-403/08 und C-429/08, <lb/>ECLI:EU:C:2011:631 = GRUR 2012, 156 Tz. 164 -FAPL u. Murphy; Schack, Urheber-und <lb/>Urhebervertragsrecht, 9. Aufl. 2019, Rn. 9; Raue, ZGE 2017, 514, 515. <lb/>5 Grundlegend dazu etwa: Wielsch, Zugangsregeln, 2008. <lb/>6 Vgl. dazu nur: de la Durantaye, Allgemeine Bildungs-und Wissenschaftsschranke, 2014, <lb/>S. 274 ff. <lb/>7 Daneben hat auch der EuGH einige Urteile gefällt, die für Gedächtnisinstitutionen von erheb-<lb/>licher Bedeutung sind, vgl. nur: EuGH, Urt. v. 19.12.2019 -C-263/18, ECLI:EU:C:2019:1111 <lb/>= GRUR 2020, 179, 179 ff. -Tom Kabinet zur Zulässigkeit des Weiterverkaufs "gebrauchter" <lb/>E-Books. <lb/></listBibl>
<!-- misplaced header, wrong line break after page number -->
<page>84 <lb/></page>
<front>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>Umfang dieser neuen bzw. geänderten Regelungen auf nationaler Ebene, das Verhältnis <lb/>der europäischen Vorgaben untereinander, die bei der Umsetzung bestehenden Spiel-<lb/>räume und die Möglichkeiten des deutschen Gesetzgebers, diese Spielräume auszunut-<lb/>zen. <lb/><!-- missing "1." -->Deutsches Recht <lb/>Bereits im Koalitionsvertrag von 2013 hatte die Große Koalition die Schaffung einer <lb/>Bildungs-und Wissenschaftsschranke in Aussicht gestellt. 8 Am 1. März 2018 trat <lb/>schließlich das Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erforder-<lb/>nisse der Wissensgesellschaft (UrhWissG) in Kraft. 9 Es regelt die gesetzlichen Erlaub-<lb/>nistatbestände für Unterricht, Forschung und Gedächtnisinstitutionen neu ( § § 60a-60h <lb/>UrhG). Ziel war vor allem die Schaffung möglichst konkreter Regelungen, die auf un-<lb/>bestimmte Rechtsbegriffe verzichten und technologieneutral formuliert sind, um so die <lb/>Rechtssicherheit für die Institutionen zu erhöhen. 10 <lb/>Inhaltlich war der Spielraum des nationalen Gesetzgebers jedoch durch europäische <lb/>Vorgaben begrenzt, wie sie insbesondere in der Richtlinie zur Harmonisierung be-<lb/>stimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Infor-<lb/>mationsgesellschaft (InfoSoc-RL) 11 enthalten sind. Demgemäß hat das UrhWissG die <lb/>Nutzungsmöglichkeiten eher moderat erweitert. 12 Ohne Vorgänger ist aber die Text <lb/>und Data Mining-Schranke des § 60d UrhG. Danach darf für die automatisierte Aus-<lb/>wertung einer Vielzahl von Texten das Ursprungsmaterial automatisiert und systema-<lb/>tisch vervielfältigt und das dabei entstehende Korpus öffentlich zugänglich gemacht <lb/>werden, sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind und der Nutzer nichtkommerzi-<lb/>elle Zwecke verfolgt. 13 <lb/>Allein diese Neustrukturierung und vorsichtige Erweiterung der Erlaubnistatbe-<lb/>stände führt für die Gedächtnisinstitutionen zu Erleichterungen. Zudem erweitern die <lb/>klareren Konturen den realen Handlungsspielraum. Momentan wirken sich diese Vor-<lb/>teile in der Praxis jedoch noch nicht in vollem Maße aus, weil die Rechtssicherheit, die <lb/>das UrhWissG der Praxis gebracht hat, (noch) zeitlich befristet ist: § § 60a-60h sind zu-<lb/>nächst nur bis Ende Februar 2023 in Kraft; 2022 ist sie zu evaluieren. 14 Größere Inves-<lb/>titionen in die neue Rechtslage lohnen sich für Gedächtnisinstitutionen mithin zu-<lb/></body>
<!-- misplaced "1." -->1. <lb/><!-- mixed-reference --><listBibl>8 Vgl. nur: Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD, Deutschlands Zukunft gestalten, <lb/>S. 134, abrufbar unter: www.cdu.de/artikel/der-koalitionsvertrag-von-cdu-csu-und-spd, <lb/>zuletzt abgerufen am 27.1.2020. <lb/>9 Art. 4 UrhWissG, BGBl. 2017 I Nr. 61, S. 3351. <lb/>10 Vgl.: BT-Drs. 18/12329, S. 2. <lb/>11 Richtlinie 2001/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur <lb/>Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte <lb/>in der Informationsgesellschaft, ABl. EG 2001 L 167/10. <lb/>12 Vgl. dazu: de la Durantaye, GRUR 2017, 558 ff. <lb/>13 Vgl. dazu nur: Raue, CR 2017, 656 ff.; Spindler, ZGE 2018, 273 ff.; Specht, OdW 2018, 285. <lb/>14 § 142 UrhG. <lb/></listBibl>
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<front>85 <lb/>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/>
<page>85 <lb/></page></front>
<front>RuZ 1. Jg. 1/2020 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>nächst nicht. Allerdings erfordert die DSM-RL die Verstetigung einiger Schranken (da-<lb/>zu sofort unter 2.a). <lb/><!-- missing "2."-->Europarecht <lb/>Am 6. Juni 2019 trat die Richtlinie über das Urheberrecht und die verwandten Schutz-<lb/>rechte im digitalen Binnenmarkt (DSM-RL) 15 in Kraft. Ihr Inhalt war teilweise hoch <lb/>umstritten, 16 obwohl die Richtlinie nicht den großen Wurf darstellt, den sich manche <lb/>erhofft hatten. Für Lehrende, Forschende und Gedächtnisinstitutionen bringt sie aber <lb/>wertvolle zusätzliche Möglichkeiten, urheberrechtlich geschützte Werke zustim-<lb/>mungsfrei zu nutzen. <lb/>Ausnahmen und Beschränkungen <lb/>Die Ausnahmen und Beschränkungen vom Urheberrecht der DSM-RL sind verpflich-<lb/>tend, anders als ein Großteil der InfoSoc-RL. 17 Mitgliedstaaten müssen diese Vorgaben <lb/>zwingend und dauerhaft in nationales Recht umsetzen. Das betrifft gewichtige Teile <lb/>des Unterabschnitts 4 "Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft <lb/>und Institutionen". So müssen § § 60a, d, e und f UrhG und damit jene Normen, die im <lb/>Gesetzgebungsverfahren besonders kontrovers diskutiert wurden, auch nach Februar <lb/>2023 in Kraft bleiben und deren Befristung spätestens mit Ablauf der Umsetzungsfrist <lb/>am 7. Juni 2021 aufgehoben werden. <lb/>Trotzdem kann die geltende Rechtslage nicht unverändert beibehalten werden. Die <lb/>DSM-RL zwingt den Gesetzgeber zu einigen Anpassungen der gesetzlichen Erlaubnis-<lb/>tatbestände. So verpflichten etwa Art. 3 und 4 DSM-RL die Mitgliedstaaten, das Text <lb/>und Data Mining in größerem Umfang zu gestatten, als § 60d UrhG dies bislang tut. 18 <lb/>Nach Art. 3 Abs. 2 DSM-RL müssen Mitgliedstaaten vorsehen, dass die Forscher das <lb/>Korpus unbefristet für Zwecke späterer Forschung aufbewahren dürfen (Art. 3 Abs. 2 <lb/>DSM-RL). Überdies sollen Mitgliedstaaten das Text und Data Mining vergütungsfrei <lb/>zulassen (ErwGr 17). 19 In geringerem Umfang als für wissenschaftliche Zwecke müs-<lb/><!-- misplaced "2." -->2. <lb/>a) <lb/></body>
<!-- mixed-reference -->
<listBibl>15 Richtlinie (EU) 2019/790 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 <lb/>über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmarkt und zur <lb/>Änderung der Richtlinien 96/9/EG und 2001/29/EG, ABl. EU 2019 L 130/92. <lb/>16 Dies gilt insbesondere für Art. 15 und 17 DSM-RL, die dem Leistungsschutzrecht für Pres-<lb/>severleger bzw. der Haftung von Plattformbetreibern gewidmet sind. <lb/>17 ErwGr. 5; zum Verhältnis der Schranken der DSM-Richtlinie zu jenen der InfoSoc-Richtli-<lb/>nie, vgl. nur: Stieper, GRUR 2020, 1 ff. <lb/>18 Vgl. dazu nur: Raue, ZUM 2019, 684 ff.; Stieper, GRUR 2020, 1, 4. <lb/>19 So sieht es auch der Diskussionsentwurf des BMJV für ein Erstes Gesetz zur Anpassung des <lb/>Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarkts vom 15. Januar 2020 vor, ab-<lb/>rufbar unter: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/Disk <lb/>E_Anpassung%20Urheberrecht_digitaler_Binnenmarkt_Versendungsschreiben.html?nn=67 <lb/>12350, zuletzt abgerufen am 27.1.2020. <lb/></listBibl>
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<front><page>86 <lb/></page>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></front>
<front>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>sen Mitgliedstaaten auch das Text und Data Mining für kommerzielle Zwecke erlauben <lb/>(Art. 4 DSM-RL). <lb/>Nach Art. 5 DSM-RL müssen Mitgliedstaaten überdies, anders als es das geltende <lb/>Recht in Deutschland ( § 60a UrhG) derzeit vorsieht, den grenzüberschreitenden remo-<lb/>te access zu Materialien erlauben, die digital zur Veranschaulichung von Unterricht <lb/>oder Lehre zur Verfügung gestellt wurden. Fraglich ist, ob Bereichsausnahmen für be-<lb/>stimmte Werkgattungen, wie sie das deutsche Recht derzeit enthält, künftig Bestand <lb/>haben können. <lb/>Dem Erhalt des kulturellen Erbes ist Art. 6 DSM-RL gewidmet. Danach müssen <lb/>Mitgliedstaaten Einrichtungen des Kulturerbes gestatten, Werke und sonstige Schutz-<lb/>gegenstände für Zwecke der Erhaltung in dem dafür erforderlichen Umfang, mithin <lb/>auch redundant, zu vervielfältigen -und zwar unabhängig vom konkreten Format <lb/>oder Medium. Bildungseinrichtungen gehören nach der DSM-RL nicht zu den Ein-<lb/>richtungen des Kulturerbes (vgl. Art. 2 Nr. 3 DSM-RL). Im deutschen Recht werden <lb/>sie hingegen in § 60d Abs. 1. i.V.m. § 60e Abs. 1 UrhG privilegiert. Das darf auch künf-<lb/>tig so bleiben: Bildungseinrichtungen werden von Art. 5 Abs. 2 lit. c InfoSoc-RL er-<lb/>fasst. Seinen Anwendungsbereich lässt die DSM-RL unberührt (vgl. Art. 25 DSM-<lb/>RL). 20 <lb/>Wichtig für Gedächtnisinstitutionen ist, dass die Schranken -mit Ausnahme des <lb/>kommerziellen Textes und Data Mining gem. Art. 4 DSM-RL -lizenzfest sind und <lb/>sich auch gegenüber technischen Schutzmaßnahmen durchsetzen (Art. 7 DSM-RL). <lb/>Erleichterung der Lizenzierungspraxis <lb/>Überdies enthält die Richtlinie Vorgaben, die den Abschluss von Lizenzverträgen er-<lb/>leichtern sollen -vor allem in Bezug auf vergriffene Werke. Nach Art. 8 Abs. 1 DSM-<lb/>RL müssen die Mitgliedstaaten festlegen, dass Verwertungsgesellschaften mit Einrich-<lb/>tungen des Kulturerbes Lizenzvereinbarungen über die nicht-kommerzielle Nutzung <lb/>vergriffener Werke und sonstiger Schutzgegenstände abschließen dürfen, deren Rech-<lb/>teinhaber die Verwertungsgesellschaft nicht mit der Wahrnehmung ihrer Rechte be-<lb/>traut haben (sog. Außenseiter). 21 <lb/>Dafür muss die betreffende Verwertungsgesellschaft in zweifacher Hinsicht reprä-<lb/>sentativ sein: erstens für die Art von Werken und sonstigen Schutzgegenständen und <lb/>zweitens für die Rechte, auf die sich die Vereinbarung bezieht. Ist die Verwertungsge-<lb/>sellschaft -gegebenenfalls vermittelt über Gegenseitigkeitsverträge -in mehreren Mit-<lb/>gliedstaaten repräsentativ, kann sie Lizenzen für all diese Länder erteilen. Für Bereiche, <lb/>in denen keine repräsentative Verwertungsgesellschaft existiert, müssen die Mitglied-<lb/>staaten ihren Einrichtungen des Kulturerbes über eine Schranke ermöglichen, Werke <lb/>und sonstige Schutzgegenstände aus ihren Sammlungen für nicht-kommerzielle Zwe-<lb/></body><!-- misplaced "b)"-->b) <lb/>
<listBibl>20 So auch: Stieper, GRUR 2020, 1, 5. <lb/>21 Vgl. dazu nur: de la Durantaye/Kuschel, ZUM 2019, 694 ff.; de la Durantaye, GRUR 2020, <lb/>7 ff. <lb/></listBibl>
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<front>87 <lb/>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/>
<page>87 <lb/></page></front>
<front>RuZ 1. Jg. 1/2020 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>cke auf nicht-kommerziellen Internetseiten zugänglich zu machen (Art. 8 Abs. 2, 3 <lb/>DSM-RL). <lb/>Die Nutzungen sollen in einer zentralen Datenbank dokumentiert werden (Art. 10 <lb/>DSM-RL); die Interessenträger sollen einen Dialog führen (Art. 11 DSM-RL). Rechte-<lb/>inhaber müssen der Nutzung einfach widersprechen können (Art. 8 Abs. 4 DSM-RL). <lb/>Damit werden alle Mitgliedstaaten verpflichtet, erweiterte kollektive Lizenzen für <lb/>vergriffene Werke einzuführen. 22 In Deutschland gibt es derartige Lizenzen de facto <lb/>bereits (vgl. § § 51, 52 VGG), allerdings nur für vergriffene Schriftwerke. Außerdem <lb/>können bislang nur die Vervielfältigung und die öffentliche Zugänglichmachung lizen-<lb/>ziert werden. Grenzüberschreitende Nutzungen, die die Richtlinie ausdrücklich ge-<lb/>statten will (Art. 9 DSM-RL), sind derzeit nicht möglich. <lb/>Elementar für den Erfolg der Regelungen wird sein, dass der nationale Gesetzgeber <lb/>die Anforderungen an das Vergriffensein bei der Umsetzung nicht zu hoch ansetzt. <lb/>Nach Art. 8 Abs. 5 DSM-RL soll mit "vertretbarem Aufwand" geprüft werden, ob das <lb/>Werk oder der Schutzgegenstand auf den üblichen Vertriebswegen für die Öffentlich-<lb/>keit erhältlich ist. In den Erwägungsgründen wird ausgeführt, dass Stichproben in vie-<lb/>len Fällen ausreichen werden (ErwGr. 38 S. 6). Wer den Aufwand betreiben muss, dür-<lb/>fen die Mitgliedstaaten festlegen (ErwGr. 38 S. 2). <lb/>Damit hat der europäische Gesetzgeber Konsequenzen aus den Erfahrungen mit der <lb/>Verwaiste Werke-RL 23 gezogen. Danach müssen die berechtigten Kultureinrichtungen <lb/>eine "sorgfältige Suche" nach dem Rechteinhaber jedes Werkes durchführen, bevor sie <lb/>mit der Nutzung beginnen dürfen (Art. 2 Abs. 1, Art. 3). 24 Bei Massendigitalisierungs-<lb/>projekten ist eine solche Suche mit ganz erheblichen Kosten verbunden. Gedächtnisin-<lb/>stitutionen machen von dieser Nutzungsmöglichkeit, die Deutschland in § § 61 ff. <lb/>UrhG umgesetzt hat, deswegen auch nur selten Gebrauch. Das beim Amt der Europä-<lb/>ischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) geführte zentrale Register verwaister <lb/>Werke weist derzeit für die gesamte EU lediglich 5.924 Werke aus. 25 Das beim Deut-<lb/>schen Patent-und Markenamt geführte Register vergriffener Werke hingegen enthält <lb/>alleine für Deutschland 27.583 Einträge. <lb/><!-- missing "3." -->Völkerrecht <lb/>Im September 2016 trat der Vertrag von Marrakesch zur Erleichterung des Zugangs für <lb/>blinde, sehbehinderte und anderweitig lesebehinderte Personen zu veröffentlichten <lb/></body><!-- misplaced "3."-->3. <lb/>
<note place="footnote">22 Nach Art. 12 DSM-RL dürfen sie auch in anderen Fällen, in denen die individuelle Lizenzie-<lb/>rung so aufwändig ist, dass sie üblicherweise nicht erfolgt, erweiterte kollektive Lizenzen <lb/>vorsehen; verpflichtet sind sie dazu aber nicht. <lb/></note><!-- mixed-reference --><listBibl>23 Richtlinie 2012/28/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25.10.2012 über be-<lb/>stimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke, ABl. EU 2012 L 299/5. <lb/></listBibl><note place="footnote">24 Diese Vorgaben wurden umgesetzt in § § 61 Abs. 2, 61a UrhG.<lb/></note><listBibl>25 Orphan Works Database, abrufbar unter: https://euipo.europa.eu/orphanworks/#search/basi <lb/>c/all, zuletzt abgerufen am 23.1.2020. Darin enthalten sind 6.902 eingebettete Werke. <lb/></listBibl>
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<front><page>88 <lb/></page>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></front>
<front>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
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<body>Werken (Vertrag von Marrakesch) 26 in Kraft. Er ist der erste völkerrechtliche Vertrag, <lb/>der ausschließlich Ausnahmen und Beschränkungen des Urheberrechts gewidmet ist. 27 <lb/>Die EU hat die Vorgaben des Vertrags in der Marrakesch-RL umgesetzt. 28 Das deut-<lb/>sche Umsetzungsgesetz trat am 1. Januar 2019 in Kraft. 29 <lb/>Die neuen § § 45b-d UrhG modifizieren und ergänzen den Erlaubnistatbestand zu-<lb/>gunsten von Menschen mit Behinderungen ( § 45a UrhG). Sie erlauben Blinden und <lb/>sehbehinderten Menschen, veröffentlichte Texte und darin eingebettete Illustrationen <lb/>in barrierefreie Formate zu konvertieren und konvertieren zu lassen, ohne den Rechte-<lb/>inhaber um Zustimmung bitten zu müssen ( § 45b Abs. 1 UrhG). Auch Einrichtungen <lb/>für Blinde und sehbehinderte Menschen -insbesondere barrierefreie Bibliotheken -<lb/>dürfen solche konvertierten Exemplare erstellen ( § 45c Abs. 1 UrhG). Sie dürfen sie <lb/>untereinander tauschen und ihren Kunden sowohl analog als auch digital zur Verfü-<lb/>gung stellen ( § 45c Abs. 2 UrhG), unabhängig davon, ob die Rechteinhaber barriere-<lb/>freie Versionen anbieten. Die Erlaubnistatbestände sind lizenzfest ( § 45d UrhG). Im <lb/>Gegenzug enthält der Urheber einen Anspruch auf angemessene Vergütung ( § 45c <lb/>Abs. 4 UrhG). <lb/><!-- missing "III." -->Digital Humanities <lb/>Wissenschaftliche Erkenntnis beruhte im analogen Zeitalter fast ausschließlich auf <lb/>Leistungen des menschlichen Geistes und deren Vermittlung auf menschlichen Fähig-<lb/>keiten. Durch das Aufkommen von Computern und der zunehmenden Digitalisierung <lb/>von Erkenntnisquellen unterstützen Algorithmen immer stärker den menschlichen Er-<lb/>kenntnisprozess und erweitern die Möglichkeit, Informationen übersichtlich darzu-<lb/>stellen. Dieses Potential des Digitalen nutzen zunehmend auch Geisteswissenschaftler. <lb/>Die systematische Nutzung computergestützter Verfahren und digitaler Ressourcen in <lb/>den Geisteswissenschaften werden schlagwortartig als "Digital Humanities" bezeich-<lb/>net. 30 <lb/><!-- misplaced "III."-->III. <lb/></body>
<!-- mixed-reference -->
<listBibl>26 Marrakesh Treaty to Faclitate Access to Published Works for Persons Who Are Blind, Vi-<lb/>sually Impaired or Otherwise Print Disabled, abrufbar unter: https://wipolex.wipo.int/en/te <lb/>xt/301016, zuletzt abgerufen am 27.2.2020. <lb/>27 Vgl. dazu: Schmidt, Maximalschutz im internationalen und europäischen Urheberrecht, <lb/>2018, Kapitel 3. <lb/>28 Richtlinie (EU) 2017/1564 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. September <lb/>2017 über bestimmte zulässige Formen der Nutzung bestimmter urheberrechtlich oder <lb/>durch verwandte Schutzrechte geschützter Werke und sonstiger Schutzgegenstände zuguns-<lb/>ten blinder, sehbehinderter oder anderweitig lesebehinderter Personen und zur Änderung <lb/>der Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und <lb/>der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABl. EU 2017 L 242/6. <lb/>29 BGBl. 2018 Teil I Nr. 40, S. 2014 ff. <lb/>30 Erste Vorläufer entwickelten sich -unter anderen Namen -schon in den frühen 1960er Jah-<lb/>ren. Ein geschichtlicher Überblick der Digital Humanities findet sich etwa bei: Thaller, Ge-<lb/>schichte der Digital Humanities, in: Jannidis/Kohle/Rehbein, Digital Humanities -Eine Ein-<lb/>führung, 2017, S. 2 ff. <lb/></listBibl>
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<front><page>89 <lb/></page>
de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/>
<page>89 <lb/></page></front>
<front>RuZ 1. Jg. 1/2020 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
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<body>Die Gewinnung neuer Erkenntnisse war im analogen Zeitalter weitgehend urheber-<lb/>rechtsneutral. Allenfalls das Kopieren von Texten oder Fotos, die in der eigenen Bi-<lb/>bliothek nicht vorhanden waren, berührte die Interessen der Urheber. Die Digitalisie-<lb/>rung von und die Arbeit mit digitalisierten Texten und anderen urheberrechtlich ge-<lb/>schützten Schutzgegenständen (z.B. Bilder, Fotos, Videos, Audioaufnahmen) erfordern <lb/>-wie oben unter I. bereits angesprochen -jedoch wenigstens eine vorübergehende <lb/>Vervielfältigung im Arbeitsspeicher des Computers. Auch eine solch flüchtige Verviel-<lb/>fältigung hat der Gesetzgeber als Vervielfältigung im Sinne von § 16 UrhG eingestuft. 31 <lb/>Damit ist sie grundsätzlich dem Urheber vorbehalten. Flüchtige Verwertungshandlun-<lb/>gen stellt typischerweise die Urheberrechtsschranke des § 44a UrhG frei. Noch nicht <lb/>vollständig geklärt ist aber, ob auch die Nutzung offensichtlich rechtswidrig zur Verfü-<lb/>gung gestellter Schutzgegenstände von § 44a UrhG gedeckt ist. 32 <lb/>Forscher der Digital Humanities möchten Texte, Bilder und andere urheberrechtlich <lb/>geschützte Gegenstände aber nicht nur betrachten oder durchsuchen, sondern dauer-<lb/>haft speichern, normalisieren, annotieren oder sonst anreichern und anschließend auf <lb/>Trends, Korrelationen und andere Zusammenhänge (automatisiert) untersuchen. Dau-<lb/>erhafte Vervielfältigungen sind nicht von § 44a UrhG gedeckt, sondern müssen durch <lb/>andere Schranken gerechtfertigt werden, etwa § § 53, 60c ff. UrhG. Bei der Auslegung <lb/>und Reichweite der Schranken ist insbesondere auch die Wissenschaftsfreiheit (Art. 13 <lb/>GRCh; Art. 5 GG) zu berücksichtigen und mit dem Grundrecht auf Geistiges Eigen-<lb/>tum (Art. 17 Abs. 2 GRCh; Art. 14 GG) abzuwägen. 33 <lb/>Das Urheberrecht knüpft im Regelfall an menschliche Handlungen an. 34 Auch im <lb/>digitalen Zeitalter lassen sich grob fünf Phasen der wissenschaftlichen Arbeit differen-<lb/>zieren: erstens die Recherche-und Materialsammelphase, zweitens die Aufbereitungs-<lb/>phase, in der die gesammelten Materialien geordnet, normalisiert, annotiert und sonst <lb/>bearbeitet werden, drittens die Phase der Erkenntnisgewinnung, viertens die Ergebnis-<lb/>präsentation und fünftens die Datenaufbewahrung und -nachnutzung. <lb/></body>
<!-- mixed-reference -->
<listBibl>31 Vgl. nur § 16 Abs. 1 UrhG: "gleichviel ob vorübergehend" und Dreier/Schulze-Schulze, Ur-<lb/>heberrechtsgesetz, 6. Aufl. 2018, § 16 Rn. 12 m.w.N. <lb/>32 Raue, ZGE 2017, 514, 530 ff., 534. <lb/>33 Nach dem EuGH muss die grundrechtliche Dimension der Nutzungsrechte dem Eigen-<lb/>tumsrecht der Urheber gegenübergestellt werden; sie muss praktische Wirksamkeit entfalten, <lb/>vgl. etwa: EuGH, Urt. v. 29.7.2019 -C-516/17, ECLI:EU:C:2019:625 = GRUR 2019, 940 <lb/>Tz. 42 -Spiegel Online/Volker Beck. <lb/>34 Urheberrechtlich relevant können auch unterlassene Vorsichts-und Beseitigungsmaßnahmen <lb/>durch Verletzungen von Verkehrspflichten sein, im wissenschaftlichen Kontext etwa beim <lb/>Betreiben von Repositorien. Vgl. allgemein zu (Verkehrs-)Pflichten von Plattformen: EuGH, <lb/>Urt. v. 14.6.2017 -C-610/15, ECLI:EU:C:2017:456 = GRUR 2017, 790 Tz. 35 ff. -Stichting <lb/>Brein/ Ziggo u.a. (Pirate Bay) und Art. 17 DSM-RL; letzterer ist nur auf kommerzielle Platt-<lb/>formen anwendbar (Art. 2 Nr. 6 DSM-RL). Zur Urheberrechtswidrigkeit der Nutzung sol-<lb/>cher Schattenbibliotheken: Steinhauer, Die Nutzung einer "Schattenbibliothek" im Licht des <lb/>Urheberrechts: Einige Überlegungen am Beispiel von Sci-Hub, 2016, abrufbar unter: http:// <lb/>nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:708-dh4052, zuletzt abgerufen am 27.1.2020. <lb/></listBibl>
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<front><page>90 <lb/></page> de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></front>
<front>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
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<body><!-- missing "1."-->Recherche-und Materialsammelphase <lb/>In der Recherche-und Materialsammelphase stellen sich Zugangsfragen, die bei priva-<lb/>ten Informationsinhabern nicht nur urheberrechtliche, sondern auch eigentums-und <lb/>vertragsrechtliche Fragen aufwerfen sowie bei Informationen der öffentlichen Hand <lb/>Fragen des Informationszugangs 35 und deren Weiterverwendung. Urheberrechtlich re-<lb/>levant ist im Forschungskontext, ob bereits das Betrachten bzw. Lesen digitaler Quel-<lb/>len, zu denen dem Wissenschaftler rechtswidrig Zugang verschafft wurde, eine Urhe-<lb/>berrechtsverletzung darstellt. 36 Denn die Schutzgegenstände müssen dafür vorüberge-<lb/>hend im Arbeitsspeicher des digital device gespeichert werden. <lb/>Wer digitale Materialien dauerhaft speichert und aufbereitet, muss das Urheberrecht <lb/>beachten. Das gilt uneingeschränkt, wenn das Material urheberrechtlich geschützt ist. <lb/>Die Schutzdauer für urheberrechtliche Verwertungshandlungen, die in Deutschland <lb/>stattfinden, ist 70 Jahre nach dem Tod des Autors ( § 64 UrhG). 37 Aber auch an sich ge-<lb/>meinfreie Werke können dem Urheberrecht unterfallen. So können etwa (nicht-ma-<lb/>schinelle) Übersetzungen urheberrechtlich geschützter Werke auch nach Ablauf der <lb/>Schutzfrist des Originalwerks als Bearbeitungen nach § 3 UrhG geschützt sein. Ihr <lb/>Schutz läuft erst 70 Jahre nach dem Tod des Übersetzers aus. Darüber hinaus genießen <lb/>wissenschaftliche Ausgaben, also Ausgaben urheberrechtlich nicht geschützter Werke <lb/>oder Texte, die das Ergebnis wissenschaftlich sichtender Tätigkeit sind und sich we-<lb/>sentlich von den bisher bekannten Ausgaben unterscheiden, ab Erscheinen 25 Jahre <lb/>lang Schutz ( § 70 UrhG). Für die wissenschaftliche Praxis ebenfalls relevant ist, dass <lb/>die Vervielfältigung von Datenbanken oder die Entnahme von Texten aus ihnen gegen <lb/>das Urheberrecht verstoßen kann, wenn die Datenbanken entweder das Ergebnis <lb/>schöpferischer Leistung ( § 4 Abs. 2 UrhG) oder wesentlicher Investitionen ( § 87 a <lb/>UrhG) sind. <lb/><!-- missing "2." -->Aufbereitungsphase <lb/>Um digitale Korpora für anspruchsvolle wissenschaftliche Fragestellungen nutzen zu <lb/>können, müssen diese im Regelfall aufbereitet werden. 38 Über die Frage nach dem Ver-<lb/>vielfältigungsrecht hinaus stellt sich dabei die Frage, inwiefern dadurch in das Bearbei-<lb/>tungsrecht eingegriffen wird. 39 Der deutsche Gesetzgeber hat "ausschließlich technisch <lb/>bedingte Änderungen eines Werkes nach § 60d Absatz 1, § 60e Absatz 1 sowie § 60f <lb/></body><!-- misplaced "1." and "2." -->1. <lb/>2. <lb/>
<listBibl>35 Zu den urheberrechtlichen Einschränkungen der Informationszugangsansprüche etwa: Raue, <lb/>JZ 2013, 280 ff. <lb/>36 Dazu: Raue, ZGE 2017, 514, 530 ff. <lb/>37 Bei mehreren Autoren richtet sich der Fristbeginn nach dem Tod des Längstlebenden, § 65 <lb/>Abs. 1 UrhG. <lb/>38 Vgl.: Triaille/de Meeüs d 'Argenteuil/de Francquen, Study on the legal framework of text and <lb/>data mining, 2014, S. 47 f.; Schöch, Digitale Wissensproduktion, in: Jannidis/Kohle/Rehbein, <lb/>Digital Humanities -Eine Einführung, 2017, S. 223, 227 ff. <lb/>39 Dazu etwa: Spindler, GRUR 2016, 1112, 1113 f.; Specht, OdW 2018, 285. <lb/>91 <lb/>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></listBibl>
<!-- misplaced header, missing header text -->
<page>91 <lb/></page>
<front>RuZ 1. Jg. 1/2020 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<!-- missing header -->
<body>Absatz 2" in § 23 S. 3 UrhG freigestellt. Dessen Verhältnis zum unionsrechtlichen Ver-<lb/>vielfältigungsbegriff ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. 40 <lb/>Zugleich ist fraglich, ob die Digitalisierung und Aufbereitung von Texten Rechte <lb/>nach dem Urheberrechtsgesetz oder sonstige Datenrechte begründen, wer dessen Inha-<lb/>ber ist und wem Nutzungsrechte an den Daten zustehen. Insbesondere in Forschungs-<lb/>gruppen wird die Frage nach Nutzungs-und Veröffentlichungsrechten relevant, wenn <lb/>es zum Streit innerhalb der Gruppe kommt oder einzelne Forscher die Forschungsein-<lb/>richtung wechseln. <lb/><!-- missing "3." -->Erkenntnisgewinnung <lb/>Zur Erkenntnisgewinnung setzen Forscher der Digital Humanities Algorithmen ein, <lb/>die Zusammenhänge, Korrelationen und andere Erkenntnisse aus Texten und anderen <lb/>Schutzgegenständen gewinnen können. Der europäische Gesetzgeber hat klargestellt, <lb/>dass dies im Grundsatz auch dann nicht in das Urheberrecht eingreift, wenn dafür <lb/>computergestützte Algorithmen verwendet werden. 41 Die erforderlichen Vervielfälti-<lb/>gungshandlungen sind für die nichtkommerzielle wissenschaftliche Forschung zurzeit <lb/>nach § 60d UrhG, 42 künftig auch für Forschungseinrichtungen und Einrichtungen des <lb/>Kulturerbes, freigestellt. 43 <lb/><!-- missing "4." -->Ergebnispräsentation <lb/>Werden die Erkenntnisse in gedruckter Form präsentiert und dabei urheberrechtlich <lb/>geschützte Materialien verwendet, greift dies in das Vervielfältigungs-und Verbrei-<lb/>tungsrecht ein ( § § 16, 17 UrhG). Für die Online-Präsentation muss das Recht der öf-<lb/>fentlichen Zugänglichmachung ( § 19a UrhG) beachtet werden. 44 Weder die Wissen-<lb/>schaftsschranke des § 60c UrhG noch die Text und Data Mining-Schranke des § 60d <lb/>UrhG stellen Präsentationen frei. Gegebenenfalls sind andere Erlaubnistatbestände, et-<lb/>wa die Zitatschranke ( § 51 UrhG), einschlägig. <lb/></body><!-- misplaced "3." and "4." -->3. <lb/>4. <lb/>
<listBibl>40 Vgl. etwa: Ohly, GRUR 2017, 964, 967 f. m.w.N. <lb/>41 ErwGr. 9 Richtlinie (EU) 2019/790 des Europäischen Parlaments und des Rates vom <lb/>17. April 2019 über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnen-<lb/>markt und zur Änderung der Richtlinien 96/9/EG und 2001/29/EG. ABl. EU 2019 L <lb/>130/92; ferner Dreier/Schulze-Dreier, Urheberrechtsgesetz, 6. Aufl. 2018, § 60 d Rn. 1, 4; <lb/>Fromm/Nordemann-A. Nordemann, Urheberrecht, 12. Aufl. 2018, § 60 d Rn. 4; Dreyer/ <lb/>Kotthoff/Meckel-Hentsch, Urheberrecht, 4. Aufl. 2018, § 60 d Rn. 3; Raue, ZUM 2019, 684, <lb/>685. <lb/>42 Dazu etwa: Obergfell, Big Data und Urheberrecht, in: Ahrens/Bornkamm/Fezer/Koch/ <lb/>McGuire/Würtenberger, FS Büscher, 2018, S. 223, 228 ff.; Raue, CR 2017, 656 ff.; Spindler, <lb/>ZGE 2018, 273, 277 ff.; Specht, OdW 2018, 285. <lb/>43 Vgl. dazu den Diskussionsentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucher-<lb/>schutz, Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernis-<lb/>se des digitalen Binnenmarkts v. 15.1.2020. <lb/>44 Specht, OdW 2018, 285, 287; Raue, CR 2017, 656, 660. <lb/></listBibl>
<!-- misplaced header -->
<front><page>92 <lb/></page>de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></front>
<front>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
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<body>Zu Gute kommt den Forschern aber, dass die in urheberrechtlich geschützten Mate-<lb/>rialien enthaltenen Informationen typischerweise nicht urheberrechtlich geschützt sind <lb/>(mit Ausnahme von fiktionalen Werken). Lediglich wenn sie die wissenschaftlichen Er-<lb/>kenntnisse anhand von längeren Textpassagen oder von Bild-, Film-oder Tonaufnah-<lb/>men veranschaulichen wollen, müssen sie sich auf einen gesetzlichen Erlaubnistatbe-<lb/>stands berufen können. Auch wenn sie von gemeinfreien Datenbeständen auf urheber-<lb/>rechtlich geschützte Materialien verlinken, um Linked Open Data zu erstellen, müssen <lb/>sie grundsätzlich urheberrechtliche Wertungen berücksichtigen. 45 Das Verlinken auf <lb/>urheberrechtlich geschützte Inhalte ist danach urheberrechtsfrei, wenn diese mit Zu-<lb/>stimmung des Urhebers frei verfügbar sind und keine Zugangssperren überwunden <lb/>werden. Sind die Inhalte rechtswidrig veröffentlicht worden, dann haftet der Linkset-<lb/>zer, wenn er dies weiß oder wissen müsste. Bei der Ausgestaltung der Sorgfaltspflich-<lb/>ten 46 sind allerdings die Informations-und die Wissenschaftsfreiheit angemessen zu <lb/>berücksichtigen. <lb/><!-- missing "5." -->Nachnutzungsphase <lb/>Die gute wissenschaftliche Praxis erfordert, dass Forschungsdaten auch nach Ab-<lb/>schluss eines Projekts gespeichert und Dritten für die Überprüfung der Ergebnisse so-<lb/>wie für die Anschlussforschung zur Verfügung gestellt werden. 47 Zugleich gilt: Das öf-<lb/>fentliche Zurverfügungstellen urheberrechtlich geschützter Materialien in Forschungs-<lb/>repositorien greift in das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung ( § 19a UrhG) ein. <lb/>Die Forscher müssen sich daher entweder auf eine Zustimmung des Urhebers oder auf <lb/>eine gesetzliche Schranke stützen können. Dieses Problem können sie unter Umstän-<lb/>den umgehen, indem sie Texte in einem abgeleiteten, reduzierten Textformat bereitstel-<lb/>len, das von der urheberrechtlich geschützten Form entkleidet ist, aber für bestimmte <lb/>Fragestellungen weiterverwendet werden kann. 48 <lb/>Derzeit verpflichtet § 60d UrhG den Forscher, das Korpus und die Vervielfältigun-<lb/>gen des Ursprungsmaterials nach Abschluss der Forschungsarbeiten zu löschen. Er <lb/>darf sie zwar an Bibliotheken und andere Einrichtungen des Kulturerbes zur dauerhaf-<lb/>ten Aufbewahrung übermitteln. Unklar ist aber, inwiefern diese dem übermittelnden <lb/></body><!-- misplaced "5." -->5. <lb/>
<listBibl>45 EuGH, Urt. v. 8.9.2016 -C-160/15, ECLI:EU:C:2016:644 = GRUR 2016, 1152, 1152 ff. -<lb/>GS Media/Sanoma; überholt daher: BGH, Urt. v. 17.7.2003 -I ZR 259/00, GRUR 2003, 958, <lb/>961 f. -Paperboy. <lb/>46 Dazu allgemein: Dreyer/Kotthoff/Meckel-Dreyer, Urheberrecht, 4. Aufl. 2018, § 15 d <lb/>Rn. 81 ff.; Raue, ZGE 2017, 514, 528 f. <lb/>47 Vgl. etwa: DFG, Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, Kodex, 2019, Leit-<lb/>linie 12, 13, 17 sowie Max-Planck-Gesellschaft, Regeln zur Sicherung guter wissenschaftli-<lb/>cher Praxis, abrufbar unter: https://www.mpg.de/229457/Regeln_guter_wiss_Praxis__Vollte <lb/>xt-Dokument_.pdf, zuletzt abgerufen am 27.1.2020. <lb/>48 Vgl. dazu etwa den Workshop "Strategien für die Nutzbarmachung urheberrechtlich ge-<lb/>schützter Textbestände für die Forschung durch Dritte", abrufbar unter: http://text-und-dat <lb/>a-mining.de/workshops, zuletzt abgerufen am 27.1.2020. <lb/></listBibl>
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<front><page>93 <lb/></page> de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/>
<page>93 <lb/></page></front>
<front>RuZ 1. Jg. 1/2020 <lb/>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb <lb/></front>
<body>und anderen Forschern Zugang zu den Materialien verschaffen dürfen. 49 Künftig wird <lb/>dies anders sein: In Umsetzung von Art. 3 DSM-RL wird § 60d UrhG keine Lösch-<lb/>pflicht mehr enthalten. 50 <lb/>Wie in der Bearbeitungs-und Aufbereitungsphase stellt sich auch in der Nachnut-<lb/>zungsphase die Frage, ob durch die Sammlung, Zusammenstellung, Ordnung und Auf-<lb/>bereitung der Texte sowie an den Forschungsergebnissen eigene Rechte der beteiligten <lb/>Forscher entstehen, die einer Nachnutzung durch Dritte, aber auch durch andere Mit-<lb/>glieder der Forschungsgruppe entgegenstehen können. <lb/><!-- missing "IV."-->Fazit <lb/>Die Digitalisierung bietet Gedächtnisinstitutionen und Forschern der Digital Huma-<lb/>nities viele Möglichkeiten. Wenn sie mit aktuellen, urheberrechtlich noch geschützten <lb/>Gegenständen arbeiten wollen, gibt das Urheberrecht dafür einen Rahmen vor. Die ur-<lb/>heberrechtlichen Schranken der § § 60a ff. UrhG, die das UrhWissG 2018 in das UrhG <lb/>eingefügt hat, haben die urheberrechtlichen Möglichkeiten für Gedächtniseinrichtun-<lb/>gen und Forscher transparenter, übersichtlicher und anwendungsfreundlicher ausge-<lb/>staltet. Allerdings haben diese zugleich neue Fragen und Probleme aufgeworfen. Da-<lb/>rüber hinaus stellen sich ganz neue Fragen der Zuordnung von und der Nutzungsrech-<lb/>te an Forschungsdaten. Wir wollen mit der "Recht und Zugang" ein Forum schaffen, <lb/>in dem diese Fragen aus Perspektive der Wissenschaft und der Gedächtniseinrichtun-<lb/>gen beleuchtet werden. Sie sind herzlich eingeladen, dazu beizutragen. <lb/></body><!-- misplaced "IV." -->IV. <lb/>
<listBibl>49 Dazu: Raue, CR 2017, 656, 661; Spindler, ZGE 2018, 273, 285. <lb/>50 § 60d Abs. 5 UrhG des Diskussions-Entwurfs lautet: "(5) Berechtigte nach Absatz 2 Satz 1 <lb/>und Absatz 3 Nummer 1 dürfen Vervielfältigungen nach Absatz 1 mit angemessenen Sicher-<lb/>heitsvorkehrungen gegen unbefugte Benutzung aufbewahren, solange sie für Zwecke der <lb/>wissenschaftlichen Forschung oder zur Überprüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse erfor-<lb/>derlich sind.". <lb/></listBibl>
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<front><page>94 <lb/></page> de la Durantaye und Raue • Urheberrecht und Zugang <lb/></front>
<front>https://doi.org/10.5771/2699-1284-2020-1-83, am 11.07.2025, 10:55:52 <lb/>Open Access -<lb/>-https://www.nomos-elibrary.de/de/agb </front>
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</TEI>