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**T:** Schön, dass Sie heute hier sind. Ich freue mich, dass Sie gekommen sind. Sind Sie ganz gut hier angekommen heute?
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**P:** Ja, muss ja.
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**T:** Ich freue mich auf jeden Fall, dass Sie da sind.
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**P:** Schön, wollen wir mal gucken.
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**T:** Wie vereinbart würde ich gerne mit Ihnen heute darüber sprechen, inwieweit es überhaupt für Sie sinnvoll sein könnte, hier zur Behandlung hinzukommen. Sie haben ja auch schon gesagt, Sie sind sich da noch gar nicht so sicher, ob Sie das überhaupt möchten, hat sich da in der Woche jetzt nochmal was getan, haben Sie nochmal drüber nachgedacht oder haben Sie das danach erstmal so ein bisschen beiseite geschoben?
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**P:** Tatsächlich habe ich es erstmal ein bisschen beiseite geschoben. Also ich bin mir da immer noch nicht so ganz sicher. Ich sehe da nicht so ein großes Problem, wenn ich ehrlich bin. Aber mein Chef, meine Frau, vielleicht Sie ja auch, anscheinend schon.
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**T:** Also ich habe da jetzt noch gar keine Diagnostik bei Ihnen vorgenommen. Mir geht es jetzt erstmal ein bisschen darum, dass wir so ein bisschen gemeinsam schauen. Macht das für Sie Sinn? Und dann muss ich natürlich auch schauen, ob das Sinn macht. Aber wenn Sie das nicht möchten, dann muss man da irgendwie so ein bisschen gemeinsam abwägen. Ich hätte aber auch darauf bezogen einfach noch so ein paar Fragen an Sie. Das hilft mir vielleicht so, um nachzuvollziehen, was in Ihnen vorgeht, warum Sie das vielleicht möchten, warum Sie jetzt vielleicht doch hier sind. Ein Grund kann ja auch Ihre Frau sein, dass Sie denken, ihr zuliebe würden Sie das gerne mögen. Und vielleicht auch, was da so ein bisschen entgegenspricht. Passt das für Sie, wenn wir da so ein bisschen drauf schauen?
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**P:** Ja, stellen Sie Ihre Fragen, was wollen Sie wissen?
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**T:** Okay, ich dachte vielleicht, auch so eine Therapie zu machen, hat ja immer Vor- und Nachteile. Also Sie haben ja vielleicht so ein paar Gedanken, das könnte hilfreich sein. Oder davor habe ich vielleicht auch ein bisschen Angst. Und das macht, finde ich, immer Sinn, da so ein bisschen eine Pro- und Contra-Liste zu machen. Und dadurch kann ich so ein bisschen auch schauen, woran können wir vielleicht gemeinsam arbeiten und was würde auch dagegen sprechen, wo Sie vielleicht auch vollkommen zu Recht sagen, nee, das passt für mich hier gar nicht.
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**P:** Naja, Contra können wir gleich schon sagen. Wenn Sie mir jetzt die ganze Zeit hier mit Alkoholthemen kommen, da habe ich keinen Bock drauf. Ich bin ja kein Säufer.
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**T:** Hatten Sie den Eindruck, dass ich da heute viel darüber gesprochen habe?
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**P:** Ja, beim letzten Mal ging es ja schon, wo Sie nachgefragt haben, wie viel Alkohol ich trinke. Dass Sie gesagt haben, oder ich habe zumindest das Gefühl auch von Ihnen bekommen, dass es auch zu viel ist. Ich meine, es ist doch kein Problem, was ich da trinke.
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**T:** Könnte ich da vielleicht irgendwas anders heute machen, dass ich Ihnen da nicht wieder das Gefühl gebe, dass Sie denken, oh je, der trinkt ja viel zu viel?
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**P:** Nee, deswegen, dass ich die ganze Zeit nur über diesen Alkimodus spreche. Ich habe keinen Bock, abgestempelt zu werden.
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**T:** Okay, also Contra wäre die Angst, dass Alkohol nur ein Thema ist und nichts anderes.
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**P:** Ja, genau. Ich muss mich hier schön stigmatisieren. Das kriege ich ja schon zu Hause und jetzt anscheinend noch von der Arbeit. Was soll das denn?
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**T:** Wäre das vielleicht ein Pro-Thema, dass Sie vielleicht in der Therapie auch da nochmal über das Thema Arbeit und Ihre Frau sprechen könnten, wenn Sie sagen, da ist irgendwie ganz schön viel Konflikt gerade?
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**P:** Könnte ich mir vorstellen, ja.
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**T:** Also das wäre was, worüber Sie vielleicht auch ganz gerne mal sprechen würden, so über das Verhältnis zu Ihrer Frau zum Beispiel.
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**P:** Ja, doch schon.
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**T:** Dann schreibe ich mal auf, über die Ehe sprechen, passt das so? Oder über die Konflikte sprechen, was wäre Ihnen da lieber?
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**P:** Über die Frau.
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**T:** Über die Frau. Und wenn Sie sagen, auf der Arbeit ist das jetzt auch gerade ein ziemlicher Konflikt mit Ihrem Chef und Sie fühlen sich da gerade auch gar nicht wohl im Kontakt mit ihm, wenn ich das richtig raushöre?
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**P:** Na ja, mit ihm, wie soll ich sagen. Die Arbeit ist halt einfach viel zu viel, die wir gerade haben. Jetzt hatten wir noch eine Systemumstellung, ich bin auch nicht mehr der Jüngste und jetzt sagt er noch, dass ich betrunken zur Arbeit komme. Also den Stress, den man da hat, nur Druck, nur Druck, immer umstellen, das finde ich Scheiße.
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**T:** Also Stress und Druck auf der Arbeit ist irgendwie eigentlich etwas, was Sie gerade viel, viel mehr beschäftigt, als das Thema Alkohol, über das gerade alle mit Ihnen sprechen wollen.
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**P:** Ja, endlich sagt es mal jemand. Es ist ja, alle sagen nur, hier kommen Sie, gehen Sie zur Therapie, gehen Sie zur Therapie.
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**T:** Mhm, okay. Und Therapie heißt dann für Sie gleich auch so ein bisschen nur Alkohol, oder? Also war da so gar nicht Ihre Vorstellung, dass wir auch über Stress und Ihren Druck sprechen?
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**P:** Tatsächlich nicht. Alles, was ich gehört habe, ist, geh da mal hin, um mit deinem Alkoholproblem konfrontiert zu werden.
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**T:** Ja, ich glaube, da kann ich Sie vielleicht sogar ein bisschen beruhigen. Also es ist natürlich so, dass Sie irgendwie mit zum Anliegen hierhin kamen, dass Sie gesagt haben, die anderen spiegeln mir, ich trinke zu viel Alkohol. In der Therapie geht es eben auch darum, dass es Ihnen besser geht auf Dauer und wenn Sie sagen, Stress und Druck ist da für Sie ein totales Thema, dann wäre das etwas, woran wir total gut arbeiten könnten.
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**P:** Und wie würden Sie das machen?
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**T:** Also es gibt unterschiedliche Techniken, die man da so anwenden kann. Also eine Möglichkeit, um Stress und Druck abzubauen, ist ja auch irgendwie, die Leute machen dann total viel Sport, andere gehen vielleicht auch mit anderen raus und trinken was.
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**P:** Ja, ich gehe halt auch ein bisschen trinken, das ist ein bisschen am Wochenende und so, das kann ja gar kein Problem sein, was ich gerade mache.
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**T:** Wäre das auch ein Wunsch, dass es vielleicht irgendwie noch in einem oder auch in zehn Jahren immer so wäre? Oder wäre vielleicht Ihr Wunsch, dass Sie dann, wenn Sie irgendwie einen stressigen Tag auf der Arbeit haben, vielleicht irgendwie was anderes schönes unternehmen?
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**P:** […] Weiß ich gerade nicht. Also ich finde das ja eigentlich ganz schön, wenn ich dann abends noch irgendwo weggehe, mein Minigolfverein, und mir da einfach mal nach einer Runde Minigolf, 18 Loch, da zwei, drei Bierchen gönne, das ist ja, finde ich total in Ordnung. Aber die anderen sehen das nicht so.
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**T:** Da höre ich heraus, das sind dann irgendwie so ein bisschen zwei Interessen verbunden, dass Sie vielleicht gerne Minigolf spielen und dann auch noch so einen Entspannungseffekt haben. Ich glaube, was für mich da so ganz wichtig wäre, wenn Sie sagen, Sie haben irgendwie Stress und Druck erlebt, dass ich glaube, ich könnte Ihnen da sehr viele Strategien an die Hand geben, wie Sie mit Stress umgehen können. Da gibt es ja ganz viele verschiedene Weisen, wie man damit umgehen kann. Also wie gesagt, vielleicht kognitive Techniken, also gedankliche Techniken, aber auch Aktivitäten, die Sie dann durchführen können, um das so ein bisschen abzubauen. Und vielleicht kann ich Ihnen dann so ein bisschen ein größeres Repertoire bieten, dass Sie vielleicht nicht nur auf die ein, zwei Aktivitäten zurückgreifen könnten. Das wäre so ein Angebot meinerseits.
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**P:** Ok.
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**T:** Wäre das auch vielleicht ein Pro-Thema? Also ich würde vielleicht hier noch ergänzen, über Stress und Druck sprechen, da haben Sie gesagt, da wäre schon irgendwie Redebedarf, habe ich das richtig verstanden?
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**P:** Ja, auf jeden Fall. Da können wir auch jetzt direkt weiter darüber reden. Oder über meine Frau oder so. Wir müssen ja nicht die ganze Zeit über Alkohol sprechen.
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**T:** Ja, das stimmt. Dann habe ich gerade tatsächlich, weil wir wollen uns ja beide Seiten anhören, auch nochmal beim Contra rausgehört, dass da vielleicht auch ein bisschen die Angst ist, ich müsste dann vielleicht an meinem Verhalten was ändern und das wollen Sie ja gerade noch gar nicht. Sie haben ja auch gesagt, Sie möchten jetzt gerade eigentlich doch noch gerne weiter nach dem Minigolf, irgendwie mit Freunden gemeinsam was trinken. Also das wäre vielleicht was, was Sie eher jetzt von der Therapie abhalten würde?
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**P:** Das sehe ich halt eher als Entspannung an. Ich wüsste nicht, dass jetzt die Therapie mir da in irgendeiner Weise so einen Genuss und so einen Abschaltmodus geben würde, wie das jetzt das Minigolf und der Alkohol gerade tun würde.
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**T:** Ja, da haben Sie recht. Also das kann die Therapie sicher nicht ersetzen, dass Sie irgendwie eine schöne Zeit beim Minigolf zum Beispiel mit Ihren Freunden haben. Es soll auch kein Ersatz für irgendwas anderes sein, aber es kann eine Hilfe sein, um dann außerhalb der Therapie zum Beispiel irgendwie was anderes aufzubauen. […] Das wäre, würde ich vielleicht beim Contra sogar, wenn ich das so ein bisschen rausjahre, vielleicht das aufzugeben, so aktuelle Rituale aufzugeben, dass das gegen eine Therapie sprechen würde.
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**P:** Ja. Das nachher heißt, ich kann hier kein Alkohol oder jedes Mal, wenn ich dann Alkohol trinke, wird es dann sofort stigmatisiert, da habe ich keine Lust drauf.
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**T:** Und pro wäre dann nochmal vielleicht andere Entspannungstechniken zu lernen?
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**P:** Ja, wenn es sein muss, ja.
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**T:** Ich sage immer, es muss gar nichts, Sie müssen gar nichts. Das wäre meine Frage, ob das so ein Anliegen wäre, was Ihnen helfen würde oder ob Sie sagen, nee, das brauche ich gar nicht, will ich gar nicht, mehr Entspannung brauche ich nicht.
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**P:** Also würde ich gerade ja sagen, dass ich es nicht brauche. Ich würde lieber über die beiden Themen Frau und Arbeit sprechen.
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**T:** Über Arbeit sprechen. Ok.
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**P:** Das ist ja Stress und Druck und Arbeit, alles, was Sie da links draufgeschrieben haben, sind ja die wesentlichen Themen. Das rechts oben, das ist halt für mich kein Problem.
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**T:** Okay, aber dann höre ich da jetzt doch so ein bisschen raus, ein paar Themen gibt es, die wir vielleicht gemeinsam beim nächsten Mal nochmal besprechen könnten. Nehmen Sie das auch so wahr oder war das für Sie jetzt eher nicht so spannend?
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**P:** Ja, wenn wir uns wirklich darauf einigen können, dass wir uns erstmal auf die Pro-Seite angucken, kann ich mir schon vorstellen, dass ich da nächste Woche nochmal wiederkomme.
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**T:** Okay, ja dann denke ich, dass wir uns vielleicht die Themen nächste Woche nochmal gemeinsam anschauen und freue mich dann, Sie nochmal zu sehen.
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**P:** Gut, dann machen wir das so.
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