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Zwei Verstaatlichungsgesetze 1946 und 1947 betrafen die Grossbanken und grosse Teile der Grundstoffindustrie sowie der Elektrizitätswirtschaft. Währungsreform und das folgende erste Lohn- und Preisabkommen stellten den Beginn der stabilen Sozialpartnerschaft dar. In der Wiederaufbauphase dominierte die staatliche Lenku... |
Bis 1966 regierten Koalitionen der beiden Grossparteien ÖVP und SPÖ. 1966 wurde eine ÖVP-Alleinregierung unter Bundeskanzler Josef Klaus gebildet, ihr folgten ab 1970 mehrere Alleinregierungen der SPÖ unter Bundeskanzler Bruno Kreisky. 1983–86 musste die SPÖ unter Bundeskanzler Fred Sinowatz eine Koalition mit der FPÖ ... |
Nach den Wahlen 2006 lagen die Oppositionsparteien (Grüne, FPÖ) wieder bei etwa 15 % der Stimmen und die Grossparteien stellten mit einer grossen Koalition die Regierung unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ). 2008 zerbrach die Koalition. Bei den Neuwahlen wurden die Grossparteien geschwächt; bei unveränderter Reg... |
Mit dem Eintritt Hugos I. von Liechtenstein in die Dienstmannschaft der Babenberger um 1140 und dem Bau der Namen gebenden Burg Liechtenstein bei Mödling wurden die Herren von Liechtenstein zu einem österreichischen Adelsgeschlecht. Im 13. Jahrhundert verlagerten sie den Schwerpunkt ihrer Herrschaft in das nordöstliche... |
1806 erlangte Liechtenstein die Souveränität. Dies bedeutete für das Haus Liechtenstein eine Sonderstellung am Wiener Hof wie in der österreichischen Aristokratie. Mitglieder des fürstlichen Hauses machten in Österreich weiterhin Karrieren am Kaiserhof, in der Armee oder als Diplomaten. Auf der Grundlage der Stellung d... |
1945 floh ein Grossteil der fürstlichen Familie von Wien nach Liechtenstein. Ende Februar 1945 wurden unter schwierigen Umständen die Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein von Wien nach Vaduz verbracht; seit 2004 ist ein Teil der Kunstwerke wieder im Palais Liechtenstein in Wien zu besichtigen. |
1309 erwarben die Habsburger im Gebiet des heutigen Liechtenstein Burg und Herrschaft Gutenberg, 1375 in dessen unmittelbarer Nachbarschaft die Grafschaft Feldkirch. Um ihre Stellung angesichts der territorialen Expansion der Habsburger zu stärken, liessen sich die Brüder Hartmann IV. (II.) und Heinrich V. (I.) von Wer... |
Liechtenstein wurde 1806 trotz der engen Verbindung zu Österreich Mitglied des Rheinbunds. Fürst Johann I. übergab als österreichischer Feldherr die Regentschaft seinem minderjährigen Sohn Karl, um der Rheinbundakte zu entsprechen, die ein Verbot von Kriegsdiensten für fremde Armeen enthielt. 1815 wurde Liechtenstein M... |
Am 5.6.1852 schlossen Österreich und Liechtenstein einen Zollvertrag, der 1863 und 1876 erneuert wurde. Der Abschluss wurde durch den österreichisch-preussischen Konflikt um die wirtschaftspolitische Gestaltung des Deutschen Bunds mit ermöglicht. Österreich verwendete den Vertrag propagandistisch gegen Preussen. Liecht... |
Ab 1844 war das österreichische Gewichts- und Masssystem gültig, 1876 übernahm Liechtenstein das dekadische System, das in Österreich seit 1871 galt (→ Masse und Gewichte). Das österreichische Münzsystem wurde mit dem am 23.12.1863 abgeschlossenen Zollerneuerungsvertrag eingeführt, erst 1867 verliessen Österreich und L... |
Das Postwesen wurde ab 1817 von österreichischen Postbehörden verwaltet, ohne dass eine vertragliche Basis dafür bestanden hätte (→ Post). Ein Postvertrag wurde 1911 geschlossen, Liechtenstein druckte eigene Postwertzeichen. 1869 errichtete Österreich die Telegrafenstation Vaduz-Feldkirch, 1898 schuf die k.k. Staatstel... |
Seit 1872 besteht die dem österreichischen Staat gehörende und durch Liechtenstein führende Eisenbahnstrecke Feldkirch–Schaan–Buchs (→ Eisenbahn). Nach der Eröffnung der Arlbergbahn 1884 verstärkte sich die Einbindung Liechtensteins in den Markt der Habsburgermonarchie. 1927 bedingte die zu tief liegende Eisenbahnbrück... |
Durch ein Patent führte Fürst Johann I. 1812 das österreichische ABGB von 1811 grossteils, die österreichische allgemeine Gerichtsordnung von 1781, das österreichische StGB von 1803 und die österreichische StPO von 1803 in Liechtenstein ein. Von den Gerichten befand sich nur die erste Instanz in Liechtenstein. Zweite G... |
Nach dem Ersten Weltkrieg kam es in Liechtenstein zu einem aussenpolitischen Kurswechsel. Die Christlich-soziale Volkspartei strebte eine wirtschaftliche Orientierung zur Schweiz an, während die Fortschrittliche Bürgerpartei bestrebt war, die bestehende zu Österreich aufrechtzuerhalten. Dieser Standpunkt wurde auch vom... |
Im August 1919 kündigte der liechtensteinische Landtag den Zollvertrag mit Österreich. Die Integration des Fürstentums in den österreichisch-ungarischen Wirtschaftsraum ging zu Ende. Vor allem für die Unterländer Gemeinden bereitete die Trennung vom Wirtschaftsleben Vorarlbergs Probleme, die erst Ausnahmebestimmungen i... |
Bis in die 1940er Jahre stellten die Österreicher die grösste Ausländergruppe der Wohnbevölkerung Liechtensteins, seither kommen sie nach den Schweizern an zweiter Stelle. 2006 war Österreich nach der Schweiz das Land, in dem die meisten Auslandsliechtensteiner wohnten. Unter den in Liechtenstein arbeitenden Grenzgänge... |
Das österreichische Universitätswesen war für Liechtenstein immer zentral. Seit 1976 sind in Österreich die liechtensteinischen Studenten den österreichischen an allen Hochschulen gleichgestellt. Weitere Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Studien, Prüfungen und akademischen Graden erfolgten 1989 und 1990. |
Die Stadt Feldkirch hat mit ihrer städtischen Infrastruktur und ihren Bildungsmöglichkeiten für Liechtenstein seit Jahrhunderten eine herausragende Bedeutung. Patienten aus Liechtenstein werden im Landeskrankenhaus und im Landesnervenkrankenhaus Valduna betreut. Die Feldkircher Stadtwerke versorgten Mauren und Eschen 1... |
Die politischen Verhältnisse in Österreich griffen bis 1945 häufig nach Liechtenstein über. Der «Liechtensteiner Heimatdienst» stand dem österreichischen Modell eines autoritären «Ständestaats» nach 1933 nahe; er agierte indirekt gegen die Bindung an die Schweiz. Die Nationalsozialisten in Liechtenstein waren instituti... |
Ab 1949 gab es zwischen Österreich und Liechtenstein wegen eines unklaren Grenzverlaufs im Bereich der Alp Sareis Grenzverhandlungen, die 1960 mit einem Grenzvertrag zum Abschluss gebracht wurden. Weitere bilaterale Abkommen kamen auf Gebieten wie der Doppelbesteuerung, der justiziellen Zusammenarbeit und des Bildungs-... |
Übergangsriten: Der Begriff der Übergangsriten wurde 1909 vom Ethnologen Arnold van Gennep (1873–1957) geprägt. Demnach durchläuft jeder Mensch verschiedene Lebensabschnitte, deren Übergänge durch profane oder sakrale Handlungen gesellschaftlich geregelt sind. Auch die Übergänge beim Wechsel der Jahreszeiten und andere... |
Für wichtige Lebenseinschnitte wie Geburt, Hochzeit oder Tod bieten Kirchen und Glaubensgemeinschaften sakrale Übergangsriten; die Mehrheit der liechtensteinischen Bevölkerung stützt sich dabei auf die katholische Kirche und deren Sakramente wie Taufe und Ehe sowie auf christliche Beerdigungsriten. In manchen Fällen we... |
Ein für junge Männer bedeutender weltlicher Übergangsritus in der frühen Neuzeit war die Aufnahme in die Knabenschaft, die durch die Bezahlung eines Umtrunks erfolgte. Später spielte der Eintritt in die Jungmannschaft bzw. für junge Frauen in die Marianische Kongregation eine ähnliche Rolle. Schul- und Lehrabschluss so... |
Überparteiliche Liste: Politische Partei. Die Überparteiliche Liste trat erstmals bei den Gemeinderatswahlen 1987 in Vaduz als «Überparteiliche Liste Vaduz» (ÜLV) in Erscheinung. Die Initianten (besonders Josef Büchel, Rainer Ospelt und Leo Sele), die sich Anfang der 1980er Jahre gegen den Bau des Kunsthauses in Vaduz ... |
Überschwemmungen: Überschwemmungen drohen in Liechtenstein seit je v.a. durch den Rhein. Im Tal des Alpenrheins war schon im 11. Jahrhundert von «Rhein- und Rüfenot» infolge von Hochwassern und Flussverlagerungen die Rede. Die ersten Gegenmassnahmen bestanden darin, gefährdete Stellen am mäandrierenden Flusslauf durch ... |
Eine für das 18. und 19. Jahrhundert feststellbare Häufung von Berichten über Überschwemmungen ist nicht nur der besseren Überlieferung zuzuschreiben. Der Raubbau an den Wäldern Graubündens führte wegen vermehrter Rüfenbildung, Bergstürzen und Erdrutschungen dem Rhein grössere Mengen Geschiebe zu. Die Geschiebeablageru... |
Nach den überstandenen Rheingrössen des 18. Jahrhunderts brachten auch die zahlreichen Überschwemmungen des folgenden Jahrhunderts das kleine, durch die Lasten der napoleonischen Kriege völlig verarmte und verschuldete Land in Not, so u.a. im Hungerjahr 1816/17 (→ Hungersnöte), 1846 und 1868. Vor allem die Rheinnot vom... |
Zum bislang letzten Mal demonstrierte der Rhein im September 1927 seine zerstörerische Kraft. Der Fluss brach am 25.9.1927 knapp oberhalb der Eisenbahnbrücke Schaan–Buchs aus und ergoss sich in das Schaaner Riet. Die ganze Talebene nördlich von Schaan wurde überflutet, über das Maurer Riet bis nach Tosters (Vorarlberg)... |
Neben dem Rhein kam es auch bei anderen Gewässern zu Überschwemmungen – z.B. trat in der Nacht vom 14. auf den 15.6.1910 der Dorfbach in Triesen über seine Ufer und beschädigte Häuser und Ställe. |
Seli-Chronik, 2006, 117f. |
ZUR VERTIEFUNG |
Verheerender Rheinbruch oberhalb von Vaduz, 1846 |
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