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Aber eine Sache, die wir bei Vergleichstests mit Holzkohle herausfanden,
war die verkürzte Brennzeit. Und die Briketts waren recht bröckelig und wir verloren Energie, während sie beim Verbrennen zerfielen.
Also wollten wir ein stabileres Brikett herstellen, das mit der Holzkohle auf dem Markt von Haiti mithalten konnte.
Also gingen wir zurück ins MIT, nahmen die Instron-Maschine und fanden heraus, was für Kräfte man braucht, um ein Brikett auf ein Niveau zu komprimieren, das seine Leistung verbessert.
Und während Studenten die Sache im Labor untersuchten, hatten wir auch Partner in Haiti, die an der Entwicklung und Verbesserung des Prozesses arbeiteten und ihn den Dorfbewohnern dort nahebrachten.
Und nach einiger Zeit entwickelten wir eine kostengünstige Presse, die das Herstellen von Kohle erlaubt, die jetzt sogar länger und sauberer verbrennt als Holzkohle.
Und jetzt sind wir in einer Situation, wo wir ein Produkt haben, das sogar besser ist als das, was man auf dem Markt in Haiti kaufen kann. Und das ist doch eine tolle Sache.
Allein in Haiti werden jedes Jahr rund 30 Millionen Bäume gefällt.
Es besteht die Chance, dass dies umgesetzt wird und eine ganze Menge dieser Bäume rettet.
Außerdem liegt der Ertrag, der mit dieser Kohle eingenommen wird, bei 260 Millionen Dollar.
Für ein Land wie Haiti ist das eine ungeheure Menge - mit einer Bevölkerung von ungefähr acht Millionen und einem Durchschnittseinkommen von weniger als 400 Dollar.
Das sind also unsere Fortschritte mit unserem Kohleprojekt.
Und hier ist noch eines der Dinge, die ich interessant finde. Ich habe einen Freund an der Uni Berkeley, der sich mit Risikoanalyse beschäftigt.
Und er hat das Problem der gesundheitlichen Auswirkungen von verbrennendem Holz und Kohle verglichen.
Und er hat herausgefunden, dass man auf der ganzen Welt eine Million Tode verhindern könnte, wenn man als Kochbrennstoff
statt Holz Kohle verwendet. Das ist bemerkenswert. Aber bis jetzt gab es dazu keinen anderen Weg, außer Bäume zu fällen.
Aber jetzt haben wir die Möglichkeit, landwirtschaftliche Abfälle zu verwenden, um Kochbrennstoffe herzustellen.
Eines der wirklich aufregenden Dinge ist aber etwas, das sich auf meiner Reise nach Ghana letzten Monat herausstellte.
Und das ist, finde ich, supercool und sogar noch einfacher in der Anwendung als das, was Sie eben gesehen haben. Wenn Sie sich so was vorstellen können. Hier ist es.
Also was ist das? Das sind zu Kohle gewordene Maiskolben.
Und das tolle daran ist, man muss nicht erst Briketts formen. Die sind ja schon fertig. Genau das ist mein 100-Dollar-Laptop.
Und ich habe sogar was zum Anschauen mitgebracht, wie Nick.
Die können Sie ja mal herumreichen.
Sie sind voll funktionell, praxiserprobt und bereit für den Einsatz.
Und ich finde, ein bemerkenswerter Aspekt dieser Sache ist die Einfachheit des Technologietransfers. Im Unterschied zur Holzkohle aus Zuckerrohr, wo wir den Leuten beibringen müssen, sie zu Briketts zu formen, und wo es den Extraschritt gibt, das Bindemittel zuzubereiten, kommen die Maiskolben schon vor-brikettiert.
Und das ist gerade eines der spannendsten Dinge in meinem Leben, was vielleicht ein trauriger Kommentar über mein Leben ist.
Aber wenn Sie es erstmal sehen, wie Sie da vorn in der ersten Reihe, nicht wahr? Eben! Okay. Also auf jeden Fall -- -- hier ist es. Und ich finde, das ist ein perfektes Beispiel dessen, was Robert Wright erwähnte, als er über diese Nicht-Nullsummendinge redete.
Man hat also nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern auch Vorteile für die Umwelt.
Aber dies ist auch eine der sehr seltenen Situationen, wo es noch einen wirtschaftlichen Vorteil gibt.
Leute können ihren eigenen Kochbrennstoff aus Abfallprodukten machen.
Sie können daraus Einkünfte generieren.
Sie können das Geld sparen, das sie für Kohle ausgegeben hätten, und sie können mehr produzieren und auf dem Markt an die Leute verkaufen, die nicht selbst Kohle herstellen.
Es ist ganz selten, dass man in Sachen Gesundheit und Wirtschaft oder Umwelt und Wirtschaft nicht Abstriche machen muss.
Das ist also ein ungeheuer spannendes Projekt und ich freue mich sehr darauf zu sehen, wohin es uns bringt.
Also wenn wir jetzt über die Zukunft reden, die wir schaffen werden, dann ist eines der Dinge, die meiner Meinung nach wichtig sind, eine klare Vision der Welt, in der wir leben.
Und ich meine nicht wirklich die Welt in der WIR leben.
Ich meine die Welt, wo Frauen zwei bis drei Stunden pro Tag damit verbringen, Korn zu mahlen, damit ihre Familien essen können.
Die Welt, wo fortschrittliche Baumaterialien handgemachte Zementdachziegel sind und wo man bei zehnstündigen Arbeitstagen immer noch nur 60 Dollar pro Monat verdient.
Die Welt meine ich, wo Frauen und Kinder 40 Milliarden Stunden pro Jahr mit dem Wasserholen verbringen.
Das ist so, als wenn alle Arbeitstätigen im Staat Kalifornien das ganze Jahr Vollzeit mit Wasserholen beschäftigt wären.
Es ist ein Ort, wo zum Beispiel, wenn dies Indien wäre, in diesem Raum nur drei von uns ein Auto hätten.
Und wenn dies Afghanistan wäre, wüsste nur eine Person in diesem Raum, wie man das Internet verwendet.
Wäre dies Sambia, wären 300 von Ihnen Bauern, 100 von Ihnen hätten AIDS oder HIV.
Und mehr als die Hälfte von Ihnen würde von weniger als einem Dollar pro Tag leben.
Das sind die Dinge, für die wir Lösungen finden müssen.
Die Dinge, für die wir unsere Ingenieure ausbilden müssen, unsere Designer, unsere Geschäftsleute, unsere Unternehmer.
Das sind die Lösungen, die wir finden müssen.
Es gibt ein paar Gebiete, die, wie ich glaube, noch dringender angegangen werden müssen.
Eines davon ist die Schaffung von Technologien, die Mikro-Unternehmen und Mikro-Finanzierungen unterstützen, damit Leute unterhalb der Armutsgrenze eine Möglichkeit finden, sich dort rauszubewegen und dass sie es nicht tun, indem sie auf althergebrachte Weise Körbe flechten, Geflügel züchten, und so weiter.
Aber es gibt neue Technologien und Produkte, die sie auf diesem kleinen Level herstellen können.
Das nächste, was wir schaffen müssen, sind Technologien für arme Bauern, um ihre eigenen Ernten aufzuwerten.
Und wir müssen unsere Entwicklungsstrategien überdenken, damit wir keine Aufklärungskampagnen durchführen, die sie von einem Bauernleben abbringen, sondern die sie von einem armen Bauernleben abbringen.
Und wir müssen darüber nachdenken, wie wir das effektiv gestalten können.
Wir müssen mit den Leuten in diesen Gemeinden arbeiten und ihnen die Ressourcen und Werkzeuge geben, die sie brauchen, damit sie ihre eigenen Probleme lösen können. Das ist die beste Lösung.
Wir sollten das nicht von außen machen.
Also müssen wir diese Zukunft schaffen und das müssen wir jetzt tun.
Danke.
Chris Anderson: Erzählen Sie doch - während wir sehen, ob jemand eine Frage hat - erzählen Sie doch bitte von einer der anderen Sachen, an denen Sie arbeiten.
Amy Smith: Ein paar von unseren anderen Projekten sind Untersuchungen, wie man kostengünstig Wasserqualität testen kann, damit Gemeinden ihre eigenen Wassersysteme betreiben können und wissen, wann sie funktionieren, wann sie aufbereitet werden müssen, etc.
Wir untersuchen auch kostengünstige Wasseraufbereitungssysteme.
Eines der spannendsten Dinge ist solare Wasser-Desinfektion und die Verbesserung ihrer Verwendbarkeit.
CA: Wo sind denn die Engpässe dabei, diese Projekte umzusetzen?
Brauchen Sie Unternehmer oder Risikokapitalgeber, oder was brauchen Sie, um das, was Sie haben, umzusetzen?
AS: Ja, ich glaube es sind große Mengen von Leuten, die involviert sind. Es ist schwierig. Der Markt ist sehr aufgespalten und die Konsumenten haben kein Einkommen.
Also kann man nicht dieselben Konzepte wie in den USA verwenden, um die Dinge voranzutreiben.
Und wir sind nur wenige Angestellte, nämlich nur ich.
Also wissen Sie, ich mache, was ich kann mit meinen Studenten.
Wir haben 30 Studenten pro Jahr, die raus in die Welt gehen und versuchen, die Technologien umzusetzen und voranzubringen.
Die andere Sache ist, dass alles einen langen Zeitrahmen hat, da man, na ja, man kann nicht erwarten, dass etwas in einem oder zwei Jahren gelöst ist. Man muss also fünf oder zehn Jahre vorausschauen.
Aber ich denke, wenn man diese Vision hat, kann man Fortschritte machen.
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Eine öffentliche Gesellschaft, beobachtete Dewey vor langer Zeit, ist begründet
durch Diskussion und Debatte. Wenn wir die Tyrannei der Vermutungen in Frage stellen und geläufige Meinungen vermeiden sollen, den Bereich des Nichthinterfragten, dann müssen wir bereit sein unsere eigenen Vermutungen der Debatte und Diskussion zu unterstellen. Es ist in diesem Sinne, dass ich in eine Diskussion eintre...
Planung des Staatenaufbaus aktiviert. Die klar ausgedrückte Vermutung ist, dass Kapitalismus ebenso wie Demokratie nach 150 Jahren, annehmbar geworden sind.
Wenn wir die Welt von 1945 betrachten und auf die Landkarte von kapitalistischen Wirtschaften und demokratischen politischen Systemen schauen, waren diese die seltene Ausnahme,
nicht die Norm. Die Frage stellt sich nun aber sowohl über die Form von Kapitalismus als auch über die Art von demokratischer Teilnahme. Wir müssen aber anerkennen, dass dieser Zeitpunkt durch einen seltenen Konsens
von Vermutungen hervorgebracht wird, und das bietet die Basis für eine Art von Handeln, denn Konsens zu jedem Zeitpunkt ermöglicht es uns zu handeln. Und es ist notwendig, egal wie zerbrechlich oder wie provisorisch unser Konsens ist, um vorwärts kommen zu können.
Aber der Großteil der Welt profitiert weder vom Kapitalismus noch von demokratischen Systemen. Die Mehrheit des Globusses erlebt den Staat als unterdrückend, als eine auf Ablehnung von Rechten, des Justizwesens bedachte Organisation anstatt ebendies bereit zu
stellen. Und in Bezug auf Erfahrung des Kapitalismus gibt es zwei Aspekte, die der Rest der
Welt erlebt. Erstens eine Rohstoffindustrie.
Blutdiamanten, geschmuggelte Smaragde, Holz, das direkt von den Ärmsten abgesägt wird. Zweitens
technische Unterstützung. Und technische Unterstützung schockiert Sie vielleicht, aber sie ist heutzutage die schlimmste Form des hässlichen Gesichts der entwickelten Welt gegenüber Entwicklungsländern. Zehntausende von Dollar werden angeblich ausgegeben für den Aufbau der Leistungsfähigkeit mit Leuten, die mit bis zu ...
zu denken. Nächste Vermutung -- und natürlich haben uns die Ereignisse vom 7. Juli -- ich gebe mein Beileid -- und zuvor vom 11. September daran erinnert, dass wir nicht in drei verschiedenen Welten leben.
Wir leben in einer Welt. Aber das ist leicht gesagt, wenngleich
wir uns nicht um die Folgen der einen Welt kümmern, in der wir leben, dass nämlich
diese eine Welt nicht auf einem riesigen Ausschlussgebiet und einem Einschluss weniger aufbauen darf, wenn wir eine Welt haben wollen. Wir müssen nun endlich über Welt in Bezug aufs Rechtssystem nachdenken, auf Pflichten und Verantwortungen, die in ihrem Ausmaß wirklich global sind. Sonst werden wir diesen offenen Zeit...
Was für Organisationen stehen zur Auswahl? Wir
haben drei entscheidende Begriffe: Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Staat. Mit diesen ersten beiden werde ich mich nicht weiter beschäftigen, außer zu sagen, dass unkritische Übertragung von Annahmen von einem Zusammenhang zu einem anderen nur Unheil verursachen kann. Ökonomik, so wie sie gelehrt wird in den meist...
meinem Zusammenhang. Mein Land wird dominiert von der Drogenwirtschaft und der Mafia. Lehrbuchökonomik funktioniert
nicht in meinem Zusammenhang, und ich habe fast keine Vorschläge von irgendjemandem darüber, wie man eine legale Wirtschaft aufstellt. Die Armut unseres Wissens muss die erste Grundlage zum Fortschritt werden und nicht der Aufzwang eines auf Grundlage matheamtischer Muster arbeitenden Systems, für welches ich enormen R...
Johns Hopkins Universität waren unter den besten.
Zweitens, anstatt ohne Ende darüber zu diskutieren, was die Staatsstruktur ist, warum machen wir es nicht einfacher und sagen: Was ist eine Reihe von Funktionen, die der Staat im 21. Jahrhundert ausführen muss?
Clare Lockhart und ich schreiben ein Buch darüber. Wir hoffen es findet weite Verbreitung -- und der dritte Punkt ist, dass wir tatsächlich einen Index erstellen könnten um Vergleiche zu ziehen, wie gut diese Funktionen, über die wir uns einig wären, an verschiedenen Orten durchgeführt werden.
Was sind nun diese Funktionen? Wir schlagen 10 vor. Und
zwar ein rechtliches Monopol auf Mittel von Gewalt, eine Verwaltungskontrolle, eine Handhabung der öffenlichen Finanzen, Investitionen in Humankapital, zur Verfügung gestellte/geregelete Bürgerrechte, Infrastrukturregelung, Regulierung des materiellen und immateriellen Staatsvermögens, Erstellung eines Markts, internat...
Ich werde das nun nicht weiter ausführen. Ich hoffe, dass die Fragen mir
dazu noch Gelegenheit geben werden. Das ist ein erreichbares Ziel, weil ich – im Gegensatz zur weitverbreiteten Annahme -- sagen würde, dass wir im Grunde wissen, wie man das
macht. Wer hätte sich vorstellen können, dass Deutschland heute entweder vereinigt oder demokratisch wäre, wenn man es aus Oxfords Perspektive von 1943 ansieht? Aber Leute in Oxford bereiteten sich auf ein
demokratisches Deutschland vor und engagierten sich in der Planung. Und
es gibt viele andere Beispiele.