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Freiherr Franz Ico von Frydag (* 9. Februar 1606 auf Schloss Gödens bei Wilhelmshaven; † 12. September 1652 ebenda) war ein deutscher Militär und Diplomat zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.
Leben
Franz Ico von Frydag war der Sohn des Freiherrn Haro von Frydag und dessen Ehefrau Catharina von Innhausen und Knyphausen. Mit 15 Jahren immatrikulierte sich Frydag am 7. Januar 1621 an der Universität Franeker.
Im Mai 1634 besuchte Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen die Freie Stadt Hamburg. Anlässlich dieses Besuchs wurde Frydag zusammen mit Freiherrn Enno Wilhelm Innhausen und Kniphausen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Der Fürst verlieh Frydag den Gesellschaftsnamen der Läuternde und als Motto unrein geblüht. Als Emblem wurde Frydag Frauenhaar (Adiantum capillus veneris L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Frydags Eintrag unter der Nr. 239. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für seine Aufnahme bedankte:
Ein kraut heist Frawen haar pflegt vnrein blut Zu leuternJnß menschen leib hindurch das er nicht geh Zu scheiternDer Nahme Leuternd drumb mir aufgegeben wardWeil lauter rein will sein der wahren tugend fahrt.Wiewohl nuhn in der welt gantz rein mannit kan werden,Da Vns die sünd anhengt in wercken, wort, gebärden,Bereitet vnß doch hier Zur newen welt der geist,Vnd endlich leutert rein, wan er Vnß Zu sich reist.
Bis zum Prager Frieden im Jahr 1635 kämpfte Frydag als Obrist auf der schwedisch-lutherischen Seite. Anschließend zog er sich für einige Jahre in seine Heimat zurück und heiratete 1639 die katholische Freiin Margarethe Elisabeth von Westerholt. Mit ihr hatte er acht Kinder, die im katholischen Glauben erzogen wurden, nachdem er selbst auch konvertiert war. Die katholische Kirche in Neustadtgödens erinnert bis heute daran.
1646 wurde er durch Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfreiherrenstand erhoben, und wirkte 1648 als kaiserlicher Gesandter in Münster. Dabei wurde er tatkräftig von seinem Verwandten, dem Freiherrn Enno Wilhelm von Innhausen und Kniphausen unterstützt. 1653 wirkte Frydag wieder zusammen mit ihm am Reichstag in Regensburg.
Freiherr Franz Ico von Frydag starb am 12. September 1652 auf Schloss Gödens bei Wilhelmshaven im Alter von 46 Jahren.
Familie
Er war mit Margreta Elisabeth, geborene von Westerholt verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder:
Haro Burchard (* 1640; † 1692 in Hamburg), kaiserlicher Geheimrat, Herr von Gödens
Juliana Katharina ⚭ Freiherr Johann von Büren ⚭ Graf von Duras († 1699)
Franz Heinrich (* 1643; † 1694 in Berlin) kaiserlicher Gesandter, Herr von Gödens ⚭ Sophia Elisabeth von Aldenburg, Gräfin von Aldenburg (1661–1730)
Karl Philipp (1644–1698), Malteser-Ritter, Großprior von Ungarn
Iko Wilhelm (1645–1711), Jesuit in Maastricht
Hedwig Oriana (1648–1694) ⚭ Dodo zu Inn- und Knyphausen
Maximilian (jung gestorben)
Johann Ernst (1649–1703) Rektor des Jesuitenkollegiums in Halle Brabant
Literatur
Alexander von Werdum: Stammregister der Häuptlinge von Gödens, Oldersum, Werdum und anderer. In: Diedrich Möhlmann (Hg.): Hironimus Grestius’s Reimchronik von Harlingerland, nebst Alexander von Werdum’s Genealogie der Häuptlinge von Gödens &c., und S.E. Jhering’s Beschreibung der Herrlichkeit Gödens / zum ersten Male aus den Handschriften. Hergeröder, Stade und Harburg 1845, S. 33–53, hier S. 41 (Digitalisat).
Albert von Boyneburg-Lengsfeld: Art. Frydag. In: Johann Samuel Ersch: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Bd. 51, Brockhaus, Leipzig 1850, S. 475–478 (Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen).
Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft
Militärperson (HRR)
Oberst (Schwedisches Heer)
Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (Schweden)
Diplomat der Habsburgermonarchie (vor 1804)
Franz Ico
Freiherr
Geboren 1606
Gestorben 1652
Mann |
Willi Vallendar (* 30. Juli 1943 in Berlin) ist ein deutscher Jurist, der bis Juli 2008 Richter am Bundesverwaltungsgericht war, zuletzt als Stellvertretender Vorsitzender eines Revisionssenates.
Leben
Willi Vallendar studierte an der Universität zu Köln Rechtswissenschaft und schloss das Studium 1967 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen ab. 1971 folgte das Zweite Juristische Staatsexamen. Er begann anschließend seine Richterlaufbahn am Verwaltungsgericht Köln als Richter auf Probe und wurde 1974 zum Richter auf Lebenszeit und zum Richter am Verwaltungsgericht Köln ernannt. 1978 wurde er nach Bonn in das Bundesinnenministerium als wissenschaftlicher Mitarbeiter abgeordnet. Nachdem er dort ein Jahr tätig gewesen war, wurde er an das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen abgeordnet, wo er dann im Juni 1979 zum Richter am Oberverwaltungsgericht ernannt wurde.
Im Oktober 1993 wurde Willi Valendar zum Richter am Bundesverwaltungsgericht ernannt. Er gehörte zunächst dem 3. Revisionssenat an, der sich unter anderem mit dem Recht des Lastenausgleichs, dem Recht der Besatzungsschäden, dem Rechtsgebiet des Währungsausgleichs und dem Gesundheitsverwaltungsrecht befasste. Im Januar 1995 wechselte er in den 11. Revisionssenat, der sich mit Flurbereinigungsrecht, Atomrecht, das Straßen- und Wegerecht, dem Recht des Baues von Wasserstraßen und dem Erschließungs- sowie das Erschließungsbeitragsrecht zu befassen hatte. Anfang 2001 wurde der 11. Senat aufgelöst und Vallendar wechselte in den 9. Revisionssenat, der die Aufgaben des ehemaligen 11. Senates übernahm. Vom Juli 2004 bis zum Juni 2007 gehörte er auch dem 10. Revisionssenat an und wurde im Oktober 2004 zum stellvertretenden Vorsitzenden beider Senate ernannt. Im Juni 2007 wurden der 9. und der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichtes zusammengelegt. Ende Juli 2008 trat er in den Ruhestand. Er wurde von Naturschutzverbänden dem gemäßigteren Flügel des 9. Revisionssenates in umweltrechtlichen Fragestellungen zugerechnet.
Neben einem maßgeblichen Einfluss auf die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes nahm er auch als Mitherausgeber und Autor von Kommentaren zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, Allgemeinen Eisenbahngesetz und zum Personalvertretungsrecht Einfluss auf die Rechtsentwicklung.
Weblinks
Pressemitteilung Nr. Nr. 49/2008 des Bundesverwaltungsgerichtes vom 1. August 2008
Einzelnachweise
Richter (Bundesverwaltungsgericht)
Rechtswissenschaftler (21. Jahrhundert)
Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert)
Deutscher
Geboren 1943
Mann |
Holzmühle steht für:
Holzmühle, eine Mühle, in der Holz gemahlen wird
Holzmühle (Weitersfeld), Mühle in der Gemeinde Weitersfeld, Niederösterreich
Holzmühle ist der Name folgender Ortsteile und Orte
in Baden-Württemberg:
Holzmühle (Achstetten), Gehöft der Gemeinde Achstetten, Landkreis Biberach
Holzmühle (Bad Saulgau), Gehöft der Stadt Bad Saulgau, Landkreis Sigmaringen, in Siedlungszusammenhang mit dem Gehöft Holzmühlehof
Holzmühle (Bopfingen), Wohnplatz der Stadt Bopfingen, Ostalbkreis
Holzmühle (Ettenheim), Hof der Stadt Ettenheim, Ortenaukreis
Holzmühle (Kißlegg), Weiler der Gemeinde Kißlegg, Landkreis Ravensburg
Holzmühle (Rosenberg), Weiler der Gemeinde Rosenberg, Ostalbkreis
Holzmühle (Vogt), Hof der Gemeinde Vogt, Landkreis Ravensburg
in Bayern:
Holzmühle (Altusried), Einöde des Marktes Altusried, Landkreis Oberallgäu
Holzmühle (Bärnau), Einöde der Stadt Bärnau, Landkreis Tirschenreuth
Holzmühle (Falkenfels), Einöde der Gemeinde Falkenfels, Landkreis Straubing-Bogen
Holzmühle (Innernzell), Einöde der Gemeinde Innernzell, Landkreis Freyung-Grafenau
Holzmühle (Kirchberg im Wald), Einöde der Gemeinde Kirchberg im Wald, Landkreis Regen
Holzmühle (Kirchendemenreuth), Einöde der Gemeinde Kirchendemenreuth, Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Holzmühle (Kulmbach), Einöde der Stadt Kulmbach, Landkreis Kulmbach
Holzmühle (Lam), Weiler des Marktes Lam, Landkreis Cham
Holzmühle (Leutershausen), Einöde der Stadt Leutershausen, Landkreis Ansbach
Holzmühle (Markt Erlbach), Einöde des Marktes Markt Erlbach, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Holzmühle (Martinsheim), Einöde der Gemeinde Martinsheim, Landkreis Kitzingen
Holzmühle (Oberndorf am Lech), Einöde der Gemeinde Oberndorf am Lech, Landkreis Donau-Ries
Holzmühle (Pillnach), Wüstung in der Gemeinde Kirchroth, Landkreis Straubing-Bogen
Holzmühle (Rain), Einöde der Stadt Rain, Landkreis Donau-Ries
Holzmühle (Remlingen), Einöde des Marktes Remlingen, Landkreis Würzburg
Holzmühle (Rettenbach), Dorf der Gemeinde Rettenbach, Landkreis Cham
Holzmühle (Roden), Einöde der Gemeinde Roden, Landkreis Main-Spessart
Holzmühle (Röhrnbach), Einöde des Marktes Röhrnbach, Landkreis Freyung-Grafenau
Holzmühle (Schlammersdorf), Einöde der Gemeinde Schlammersdorf, Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Holzmühle (Seeshaupt), Einöde der Gemeinde Seeshaupt, Landkreis Weilheim-Schongau
Holzmühle (Sonderhofen), Einöde der Gemeinde Sonderhofen, Landkreis Würzburg
Holzmühle (Speichersdorf), Einöde der Gemeinde Speichersdorf, Landkreis Bayreuth
Holzmühle (Spiegelau), Weiler der Gemeinde Spiegelau, Landkreis Freyung-Grafenau
Holzmühle (Tirschenreuth), Einöde der Stadt Tirschenreuth, Landkreis Tirschenreuth
Holzmühle (Wittibreut), Einöde der Gemeinde Wittibreut, Landkreis Rottal-Inn
Holzmühle (Woringen), Einzelgehöft der Gemeinde Woringen, Landkreis Unterallgäu
Holzmühle (Wurmsham), Einöde der Gemeinde Wurmsham, Landkreis Landshut
Holzmühle (Würzburg), Ortsteil im Stadtbezirk Lengfeld der kreisfreien Stadt Würzburg
Holzmühle (Zandt), Weiler der Gemeinde Zandt, Landkreis Cham
in Sachsen:
Holzmühle (Kauschwitz), Ortsteil des Stadtteils Plauen-Kauschwitz, Vogtlandkreis
in Österreich:
Holzmühle (Gemeinde Gastern), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde Gastern, Bezirk Waidhofen an der Thaya, Niederösterreich
Holzmühle (Gemeinde Groß Gerungs), Siedlungsplatz in der Stadtgemeinde Groß Gerungs, Bezirk Zwettl, Niederösterreich
Holzmühle (Gemeinde Kollerschlag), Siedlungsplatz der Marktgemeinde Kollerschlag, Bezirk Rohrbach, Oberösterreich
Holzmühle (Gemeinde Moorbad Harbach), Siedlungsplatz in der Gemeinde Moorbad Harbach, Bezirk Gmünd, Niederösterreich
Holzmühle (Gemeinde Rainbach im Mühlkreis), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde Rainbach im Mühlkreis, Bezirk Freistadt, Oberösterreich
Holzmühle (Gemeinde St. Oswald bei Freistadt), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde St. Oswald bei Freistadt, Bezirk Freistadt, Oberösterreich
Holzmühle (Gemeinde Zwettl-Niederösterreich), Siedlungsplatz in der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich, Bezirk Zwettl, Niederösterreich
Siehe auch:
Holzmühl
Hölzlmühle
Hölzleinsmühle |
Maxwell Boyce, MBE (* 27. September 1943 in Glynneath) ist ein walisischer Comedian, Sänger und ehemaliger Bergmann, der Mitte der 1970er nationale Berühmtheit in Großbritannien erlangte.
Kindheit und Jugend
Innerhalb von wenigen Tagen nach seiner Geburt starb sein Vater während einer Explosion im Kohlebergwerk, wo er arbeitete. Im Alter von 15 zog Boyce zu seinem Großvater. Wie sein Vater vor ihm verbrachte er seine späten Teenagerjahre im Bergwerk, bevor er in seinen frühen 20ern einen Fabrikjob annahm.
In den frühen 1970ern machte er einen Abschluss als Ingenieur des Bergwesens. während dieser Zeit begann er, Lieder über die Bergwerkergemeinschaft in Südwales zu schreiben. Er fing etwa 1972 an, in Folkclubs aufzutreten, wo er immer mit einem witzigen Element begann, hier und da einige Anekdoten über das Bergmannsleben und besonders den Nationalsport Rugby Union einstreute.
Musikalische Karriere
Max hatte ohne Erfolg an der Fernseh-Talentshow Opportunity Knocks teilgenommen. Kurz darauf nahm er am 3. November 1973 sein erstes Album Live at Treorchy mit EMI im Treorchy-Rugby-Club auf.
Die Songs auf dem Album, besonders Hymns and Arias, wurden bei Rugby-Fans schnell sehr beliebt und viele Jahre lang trat der Entertainer regelmäßig auf Bühnen, im Fernsehen und im Radio auf. Außerdem nahm er weitere Hit-Alben auf. Sein nächstes Album We All Had Doctors' Papers wurde 1975 veröffentlicht und kam auf den 1. Platz der UK-Albumcharts. Diese Aufnahme hat die Besonderheit, dass sie das einzige Comedy-Album ist, das je in die UK-Albumchart gekommen ist.
Ein früher Höhepunkt seiner Karriere geschah gleichzeitig mit der Vorherrschaft des walisischen Rugby-Nationalteams in der Five Nations Championship während der 1970er Jahre. Die Songs und Gedichte dieser Zeit waren Widerspiegelungen des echten Lebens und der sich entfaltenden Geschichte.
Boyces Karriere erlitt in den 1990er Jahren einen Tiefpunkt, erholte sich aber 1999 wieder, als er die Eröffnungszeremonie der Rugby-Weltmeisterschaft 1999 im Millennium Stadium in Cardiff übernahm.
Boyce wurde 1999 mit dem MBE ausgezeichnet.
Diskografie
Alben
Schriften
I Was There! (1979)
Max Boyce in the Mad Pursuit of Applause (1984)
Quellen
Weblinks
Offizielle Seite
Max's Management Company
Komiker
Musiker (Vereinigtes Königreich)
Popsänger
Member des Order of the British Empire
Waliser
Brite
Geboren 1943
Mann |
Das Buchtige Riccardimoos (Riccardia chamedryfolia) ist ein autözisches (Antheridien und Archegonien an verschiedenen Ästen an derselben Pflanze), thallöses Lebermoos.
Erkennungsmerkmale
Die kriechenden bis wenig aufsteigenden Thalli von Riccardia chamedryfolia sind dunkel- bis olivgrün gefärbt. An den Spitzen sind sie häufig blassgrün. Die unregelmäßig geformten Thalli sind zudem 1- bis 3-fach gefiedert mit mal länger, mal breiteren, zungenförmigen Thallusästen, die bis 4 mm lang und bis 1,5 mm breit werden können. Im mittleren Teil sind sie etwa 4 bis 8 Zelllagen dick. Die Unterseite ist meist relativ flach, während die Oberseite konvex gewölbt ist. Die Thallusränder zeichnen sich im Gegensatz zu Riccardia multifida durch 0 bis 1 Reihe hyaliner Zellen aus. Sie erscheinen bei durchscheinendem Licht daher nicht durchsichtig. Die Thallusspitzen sind rundlich. Die Epidermiszellen sind kleiner als die Zellen im Inneren und etwa 65 bis 90 µm lang und 25 bis 50 µm breit. In fast allen Epidermiszellen sind 1 bis 3 bräunliche Ölkörper vorhanden. Neben den kurzen männlichen Ästchen gibt es noch kürzere weibliche Ästchen, die Cilien aufweisen. Die keulenförmige Kalyptra ist papillös. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Riccardia multifida, das jedoch im Norden Deutschlands seltener ist.
Vorkommen
Das konkurrenzschwache, pionierfreudige Lebermoos wächst an nassen bis feuchten, häufig überrieselten, basenhaltigen, relativ kalkarmen, schattigen bis halbschattigen Standorten an Quellen, Gewässerrändern, überrieselten Felsblöcken, auf Baumwurzeln und Baumbasen, auf Erde, Sand und Humus, in basenreichen Mooren und in Torfstichen. Selten wächst es auch submers an Gewässerrändern. Oft kommt es als Initialmoos an gestörten Plätzen vor und wird rasch von anderen Moosen überwuchert. Durch die Zerstörung von quelligen Standorten, der Begradigung von Flüssen, durch Gewässerverschmutzung und intensiver Landwirtschaft ist die Art in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. In einigen Bundesländern steht das Lebermoos auf der Roten Liste.
Literatur
Nebel, Philippi: Die Moose Baden-Württembergs Band 3. (Ulmer Verlag, 1. Auflage, 2005, ISBN 3-8001-3278-8)
Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora. 4. Auflage (UTB Verlag), ISBN 3-8252-1250-5
Weblinks
Jungermanniopsida (Klasse) |
Butschbach ist ein Ortsteil der Stadt Oberkirch im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. In Butschbach leben 821 Einwohner auf einer Fläche von 5,56 km².
Zu Butschbach gehören neben dem Dorf Butschbach die bis 1837 selbständige Gemeinde Hesselbach, die Zinken Albersbach und Eckenberg, die Höfe In der Rot, Köbelesberg und Schafhof (Auf der Eck) und der Wohnplatz Fürsteneck.
Nordwestlich von Butschbach liegt die Ruine der Burg Fürsteneck, einer Höhenburg, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde.
Butschbach wurde am 1. Januar 1971 nach Oberkirch eingemeindet.
Zur Tradition des Ortes gehören die Feuerpferde von Butschbach, die einer Sage zufolge nachts in der Nähe des Ortes gesichtet wurden und heute Bestandteil des Karnevals sind.
Siehe auch
Oberkircher Winzergenossenschaft
Weblinks
Informationen über Butschbach-Hesselbach auf der Homepage der Stadt Oberkirch.
Einzelnachweise
Geographie (Oberkirch, Baden)
Ehemalige Gemeinde (Ortenaukreis)
Ort im Ortenaukreis
Gemeindeauflösung 1971 |
Erich Neuwirth (* 17. Oktober 1948 in Schleinbach, NÖ) ist außerordentlicher Universitätsprofessor für Statistik und Informatik an der Universität Wien, seit 2010 in Pension, dennoch in seinem Fach weiterhin aktiv.
Leben
Neuwirth studierte an der Universität Wien Mathematik und Statistik im Rahmen eines studium irregulare. 1974 erfolgte seine Promotion zum Dr. Phil.
Er lehrte seit 1969 an der Universität Wien und wurde dort 1987 in den Fächern Statistik und Computerdidaktik habilitiert. Er war zuerst Lehrer und Forscher am Institut für Statistik und Decision Support. Nach einer Restrukturierung der Universität Wien wurde er Mitglied der Fakultät für Informatik und leitete dort das Fachdidaktische Zentrum für Informatik. 2010 ging er in den Ruhestand, lehrt aber weiter an der Universität Wien, der Universität Salzburg und der Fachhochschule St. Pölten.
Er war zu Forschungsaufenthalten am National Institute of Multimedia Education in Japan, an der Northeastern University in Boston und am KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology) in Südkorea.
Der Filmer Manfred Neuwirth ist der Bruder von Erich Neuwirth.
Forschung
Kerngebiete seiner Forschung sind Wählerstromanalysen, Kombinatorik, Mathematik und Musik und die Verwendung von Spreadsheets im Unterricht. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die PISA-Studie. Bei der Auswertung der Studie aus dem Jahr 2003 zeigte er wesentliche Fehler auf. Seine Korrekturen wurden nachträglich übernommen.
Er publiziert bis heute (Stand Dezember 2021) regelmäßig in seinem statistischen und bildungspolitischen Blog Beiträge zum Thema Bildung, Statistik und Politik.
Öffentliche Tätigkeiten
Erich Neuwirth wirkte ab den frühen 70er-Jahren an den Wahlhochrechnungen von Gerhart Bruckmann im ORF mit. 1983 erarbeitete er die erste Wählerstromanalyse, die im ORF gesendet wurde. Von 1986 bis 1996 (mit einer Unterbrechung 1994) führte er die Wahlhochrechnungen des ORF durch. Danach betreute er die Wahlhochrechnungen des Innenministeriums, und seit 1997 rechnet und präsentiert er die Hochrechnungen von ServusTV.
Er publiziert auch Analysen zu Wahlen auf mehreren Websites.
Seit Mitte März 2020, als die COVID-19-Pandemie Österreich erreicht hatte, veröffentlicht Neuwirth auf seinem Twitter-Account Grafiken und Tabellen zur Veranschaulichung der zur Pandemie bekannten Daten und Analysen dazu. Mit Stand Dezember 2021 ist er seit einigen Monaten im Beraterstab des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. Er kritisiert öffentliche Stellen dafür, „kein ernsthaftes Interesse“ für die Aufbereitung der Daten zu zeigen, um diese verständlich an eine möglichst breite Schicht der Bevölkerung zu vermitteln. „Es gibt weiterhin viel zu tun, um allen zu helfen, die Situation besser zu verstehen und richtige Entscheidungen zu treffen. Das sei in einer Pandemie lebenswichtig.“ So zitiert in der ORF zu seiner Ehrung bei der Lebensretter-Gala am 20. Dezember 2021.
Sonstiges
Erich Neuwirth hat gemeinsam mit Thomas Baier den statconn Server und RExcel entwickelt. Der statconn server bietet die Möglichkeit, R mit MS Excel, Open Office und diversen Programmiersprachen zu verbinden. RExcel ist ein Add-In für Microsoft Excel, um R von Excel aus zu verwenden.
Auszeichnungen, Ehrungen
1996: European Academic Software Award 1996 für STIMM.
2017: Gerhart-Bruckmann-Preis der Österreichischen Statistischen Gesellschaft
2021: Auszeichnung als einer der Helden und Heldinnen des Jahres bei der Lebensretter-Gala des ORF.
2022: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
Publikationen
Musikalische Stimmungen, Springer, Wien (Januar 1998), ISBN 3211830006
mit Ivo Ponocny und Wilfried Grossmann: PISA 2000 und PISA 2003: Vertiefende Analysen und Beiträge zur Methodik, Leykam (Taschenbuch – Juni 2006), ISBN 3701175691
mit Deane Arganbright: The Active Modeler: Mathematical Modeling with Microsoft Excel, Duxbury, ISBN 0534420850
mit Richard M. Heiberger: R Through Excel: A Spreadsheet Interface for Statistics, Data Analysis, and Graphics, Springer, ISBN 978-1-4419-0051-7
Weblinks
Homepage von Erich Neuwirth
Neuwirth auf der Homepage der Fakultät für Informatik
Anmerkungen zu MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und Bildung
Methodisches zu Wahlanalysen
Aktuelle Wählerstromanalysen
Einzelnachweise
Statistiker (20. Jahrhundert)
Statistiker (21. Jahrhundert)
Mathematiker (20. Jahrhundert)
Hochschullehrer (Universität Wien)
Absolvent der Universität Wien
Österreicher
Geboren 1948
Mann |
MC-21 oder MC 21 steht für:
Irkut MC-21, russisches Flugzeug
Mitsubishi MC-21, japanische Schul- oder Transportflugzeugumbauten der Mitsubishi Ki-21
DSB MC 21, dänische Benzin-Triebwagen, siehe DSB M 21–22 #DSB MC 21 und 22
Iapygia (Gradfeld) (USGS-Nummer), Gradfeld des Mars
Abkürzung |
Die Grafen von Apremont (auch: Aspremont, Aspermont) waren ein lothringisches Adelsgeschlecht, deren Stammschloss sich in Apremont-la-Forêt, Departement Meuse, befand. Die im 13. Jahrhundert zu Grafen aufgestiegenen Herren von Apremont besaßen bis 1250 die Herrschaft Apremont. Ein letzter Familienzweig erlosch 1693.
Geschichte
Die Herren von A(s)premont waren Vasallen der Bischöfe von Metz und Verdun. Im Laufe des 13. Jahrhunderts stiegen sie durch Heiraten und Belehnungen zu Grafen auf. Sie stellten einen Bischof von Metz und drei Bischöfe von Verdun. Gottfried II. war mit Lauretta, der Erbin Simons III. von Saarbrücken verheiratet. Mit Unterstützung seines Onkels, des Metzer Bischofs Johann, erbte er die Grafschaft Saarbrücken, die jedoch, da er keine Nachkommen hinterließ, an die Herren von Commercy fiel.
Ab etwa 1300 bildeten sich mehrere Familienzweige aus; die meisten erloschen früh, aber einige bestanden bis ins 17. Jahrhundert. Dazu zählten die früh erloschenen Herren von Vandy; die (illegitimen) Herren von Bretainville und Saint-Laurent; die 1550 erloschenen Fürsten von Ambise, Barone von Dun und Buzancy. Die (seit 1475) Herren von Sorcy und Rombise, Barone von Nanteuil erloschen 1693 mit Marie-Louise d'Apremont-Nantevil (1651/52–1693), in erster Ehe Gemahlin von Karl IV. von Lothringen, in zweiter Ehe von Heinrich Franz von Mansfeld.
Herrschaft Apremont
Das Adelsgeschlecht Leiningen (Linie Leiningen-Dagsburg-Hardenburg) besaß im 16. Jahrhundert die Landvogtei Unterelsass und erwarb 1466 unter anderem die Herrschaft Apremont in Lothringen. Somit entstand die neue Linie von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg-Apremont, die in der Wormser Reichsmatrikel von 1521 erwähnt wird. Sie besaß ein zersplittertes Territorium zwischen der Pfalz, Westlothringen, Ostlothringen und dem Elsass. Die Grafschaft von Apremont wurde aber bereits 1599 dem Herzogtum Lothringen einverleibt.
Familienmitglieder
Gobert VI. von Apremont (* um 1187, † 1263), Kreuzfahrer und Mönch
Gottfried II. von Apremont (* um 1210; † 1250), Graf von Saarbrücken ⚭ Lauretta von Saarbrücken († nach 1270)
Johann († 1238), Bischof von Verdun und Metz
Johann von Apremont-Réchicourt († 1303), Bischof von Verdun
Heinrich von Apremont († 1350), Bischof von Verdun
Siehe auch
Aspremont-Lynden, Adelsgeschlecht aus der belgischen Provinz Limburg, ursprünglich aus Geldern stammend, 1623–1795 Herren der reichsunmittelbaren Grafschaft Reckheim. Der Lütticher Zweig der Familie Lynden nahm 1676 bei seiner Erhebung in den Grafenstand aufgrund einer Wappenähnlichkeit und der (falschen) Behauptung agnatischer Abstammung den Namen des lothringischen Grafenhauses an.
Literatur
Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien und reichsunmittelbaren Geschlechter vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 6., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44333-8, S. 19.
Einzelnachweise
Weblinks
Foundations of Medieval Genealogy: Limburg Ch. 3 Seigneurs d’Aspremont
Lothringisches Adelsgeschlecht
Apremont-la-Forêt |
Ernst Hagen ist der Name folgender Personen:
* Ernst von dem Hagen (1848–1928), österreichischer Feldmarschallleutnant
Ernst Hagen (Autor) (1906–1984), österreichischer Schauspieler und Autor
Ernst Hagen (Politiker) (* 1952), österreichischer Politiker (FPÖ)
Ernst Bessel Hagen (1851–1923), deutscher Physiker |
Pembroke Pines ist eine Stadt im Broward County im US-Bundesstaat Florida. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 171.178 ermittelt. Die geografischen Koordinaten sind: 26,01° Nord, 80,34° West. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,2 km².
Geografie
Pembroke Pines liegt etwa 15 km südwestlich von Fort Lauderdale und etwa 25 km nordwestlich von Miami. Das Stadtgebiet grenzt an die Kommunen Southwest Ranches, Davie, Cooper City, Hollywood und Miramar. Im Westen grenzt die Stadt an die Everglades.
Geschichte
Der Grundstein für Pembroke Pine war eine Ranch, die sich mit der Aufzucht von Milchkühen beschäftigte, wie viele im Land. 1943 verkaufte der Rancher Henry D. Perry 640 Morgen Land an die U.S. Navy zum Bau einer militärischen Flugschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz für kleine private Flugzeuge zugelassen. Auch heute noch ist der Flugplatz für kleine Privatmaschinen in Betrieb, ebenso wie für ein paar Reklame-Luftschiffe und einige Hubschrauber der US-Küstenwache.
Pembroke Pines wurde 1960 als Stadt aufgenommen.
Demographische Daten
Laut der Volkszählung 2010 verteilten sich die damaligen 154.750 Einwohner auf 61.703 Haushalte. Die Bevölkerungsdichte lag bei 1807,8 Einw./km². 67,3 % der Bevölkerung bezeichneten sich als Weiße, 19,8 % als Afroamerikaner, 0,3 % als Indianer und 4,9 % als Asian Americans. 4,4 % gaben die Angehörigkeit zu einer anderen Ethnie und 3,3 % zu mehreren Ethnien an. 41,4 % der Bevölkerung bestand aus Hispanics oder Latinos.
Im Jahr 2010 lebten in 37,5 % aller Haushalte Kinder unter 18 Jahren sowie 30,8 % aller Haushalte Personen mit mindestens 65 Jahren. 71,5 % der Haushalte waren Familienhaushalte (bestehend aus verheirateten Paaren mit oder ohne Nachkommen bzw. einem Elternteil mit Nachkomme). Die durchschnittliche Größe eines Haushalts lag bei 2,70 Personen und die durchschnittliche Familiengröße bei 3,21 Personen.
26,3 % der Bevölkerung waren jünger als 20 Jahre, 24,5 % waren 20 bis 39 Jahre alt, 29,6 % waren 40 bis 59 Jahre alt und 19,7 % waren mindestens 60 Jahre alt. Das mittlere Alter betrug 40 Jahre. 46,2 % der Bevölkerung waren männlich und 53,8 % weiblich.
Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag bei 61.873 $, dabei lebten 7,4 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
Im Jahr 2000 war Englisch die Muttersprache von 63,06 % der Bevölkerung, spanisch sprachen 27,91 % und 9,03 % hatten eine andere Muttersprache.
Wirtschaft
Die größten Arbeitgeber waren 2018:
Schulen
Chapel Trail Elementary School (ca. 1450 Schüler)
Coral Cove Elementary School
Lakeside Elementary School (ca. 1100 Schüler)
Palm Cove Elementary School (ca. 1200 Schüler)
Panther Run Elementary School (ca. 1400 Schüler)
Pasadena Lakes Elementary School
Pembroke Lakes Elementary School
Pembroke Pines Elementary School
Pines Lakes Elementary School (ca. 1100 Schüler)
Silver Palms Elementary School (ca. 1500 Schüler)
Glades Middle School
Pines Middle School (ca. 1850 Schüler)
Silver Trail Middle School (ca. 2300 Schüler)
Walter C. Young Middle School (ca. 2000 Schüler)
Charles W. Flanagan High School (ca. 5500 eingeschrieben Studenten)
Harvest Time Christian Academy
Parks und Sportmöglichkeiten
Es gibt ein breites Angebot von verschiedenen Stadtparks sowie mehrere sportliche Einrichtungen, sowie Spielwiesen und Möglichkeiten zum Camping. An Sportmöglichkeiten werden Softball, Baseball, Football, Basketball, Fußball und Schwimmen angeboten.
Krankenhäuser
Memorial Hospital Pembroke
Memorial Hospital West
South Florida State Hospital
Jackson Memorial Hospital
Religion
In Pembroke Pines gibt es derzeit acht verschiedene Kirchen aus sieben unterschiedlichen Konfessionen. Unter den zu einer Konfession gehörenden Kirchen ist die Baptistengemeinde mit zwei Kirchen am stärksten vertreten. (Stand: 2004).
Verkehr
Durch Pembroke Pines verläuft die Interstate 75, der U.S. Highway 27 sowie die Florida State Roads 25, 817, 820 und 823. Ganz im Osten tangiert der Florida’s Turnpike das Stadtgebiet. In Pembroke Pines befindet sich der nationale North Perry Airport. Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Fort Lauderdale-Hollywood International Airport und der Miami International Airport.
Kriminalität
Die Kriminalitätsrate lag im Jahr 2010 mit 237 Punkten (US-Durchschnitt: 266 Punkte) im niedrigen Bereich. Es gab vier Morde, zwölf Vergewaltigungen, 92 Raubüberfälle, 168 Körperverletzungen, 1102 Einbrüche, 3619 Diebstähle, 305 Autodiebstähle und fünf Brandstiftungen.
Söhne und Töchter der Stadt
Keith Norris (* 1985), Radrennfahrer
Geno Atkins (* 1988), American-Football-Spieler
Shayne Gostisbehere (* 1993), Eishockeyspieler
Kendall Ellis (* 1996), Sprinterin
Bella Thorne (* 1997), Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Model
Baby Ariel (* 2000), Schauspielerin und Influencerin
Anthony Schwartz (* 2000), American-Football-Spieler
Weblinks
Website der Stadt (engl.)
Einzelnachweise
Gemeindegründung 1956 |
Importine sind Proteinkomplexe in Eukaryoten, die den Transport von Proteinen vom Cytoplasma einer Zelle in ihren Zellkern erleichtern. Importine erkennen und binden die NLS-Sequenz auf Proteinen und der so entstandene Komplex bindet seinerseits an den Kernporenkomplex (NPC), der unter Energieverbrauch in den Zellkern geschleust wird.
Importinkomplexe bestehen aus einer α- und einer β-Untereinheit, von denen es mindestens sieben beziehungsweise vier teilweise zelltyp-spezifische Isoformen gibt. Einige dieser Untereinheiten sind in der Lage, autonom zu funktionieren und haben selbst den Namen Importin. Die α-Untereinheit erkennt die NLS-Sequenz und bindet diese. Der dimere Komplex dockt nun mit Hilfe der β-Untereinheit an die Kernpore an. Nun wird das Kernprotein in den Kern transportiert. Im Zellkern dissoziiert der Komplex. Die an das Ran-Protein gebundene β-Untereinheit wird wieder aus dem Kern geschleust, die α-Untereinheit wird allein aus dem Zellkern exportiert.
Weblinks
Molecule of the month: Importin complex
Jennifer McDowall/InterPro: Importins.
Transportprotein
Proteinkomplex
Proteingruppe |
Popești-Leordeni ist eine Stadt im Kreis Ilfov in Rumänien.
Lage
Popești-Leordeni liegt in der Walachischen Tiefebene, unmittelbar am südöstlichen Stadtrand von Bukarest. Das Zentrum der rumänischen Hauptstadt befindet sich in etwa 8 km Entfernung.
Geschichte
Die heutige Stadt entstand aus drei Dörfern: Popești-Conduratu (oder Pavlicheni), Popești-Români und Leordeni. Sie wurden 1530 erstmals urkundlich erwähnt. 1828 – während des Russisch-Türkischen Krieges – wurden auf dem Gebiet der Gemeinde römisch-katholische Gläubige aus dem Gebiet von Nikopol (Bulgarien) angesiedelt.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Textil- und die Lebensmittelindustrie sowie Handel und Gewerbe. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit nach Bukarest.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2002 lebten in Popești-Leordeni 15.115 Personen, darunter 14.915 Rumänen, 164 Roma und 12 Ungarn.
Verkehr
Popești-Leordeni verfügt über keinen Bahnanschluss. Die Stadt liegt an der Nationalstraße 4 von Bukarest nach Oltenița. Sie ist über Buslinien an das ÖPNV-System Bukarests angeschlossen.
Sehenswürdigkeiten
Orthodoxe Kirche Vintilă Vodă (17. Jahrhundert)
Römisch-katholische Kirche (19. Jahrhundert)
Weblinks
Einzelnachweise |
Dhal (Sindhi: ; ) ist der 19. Buchstabe des erweiterten arabischen Alphabets des Sindhi. Dhal besteht aus einem Dal () mit zwei übergesetzten Punkten nebeneinander.
In der arabischen Schrift des Sindhi steht Dhal für den aspirierten stimmhaften alveolaren Plosiv []. Das Äquivalent zum Dhal ist im Devanagari des Sindhi das Zeichen , in lateinischen Umschriften wird Dhal meist mit dh wiedergegeben.
Das Zeichen ist im Unicodeblock Arabisch als Dahal am Codepunkt U+068C und im Unicodeblock Arabische Präsentationsformen-A an den Codepunkten U+FB84 und U+FB85 kodiert.
Weblinks
The Sindhi Alphabet. unics.uni-hannover.de
Transliteration des Sindhi (PDF; 327 kB) transliteration.eki.ee
Literatur
Ernest Trumpp: Grammar of the Sindhi Language. Asian Educational Services, 1986, ISBN 81-206-0100-9.
Arabisches Schriftzeichen |
Ladyfinger ist
eine Felswand im Karakorum (Ladyfinger Peak) – siehe Bublimotin
eine andere Bezeichnung für die Gemüsepflanze Okra
der englische Name für ein Löffelbiskuit |
San Martín del Valledor (asturisch Samartín) ist eine Parroquia und ein Ort in der Gemeinde Allande der Autonomen Gemeinschaft Asturien im Norden Spaniens.Die 83 Einwohner (2011) leben auf einer Fläche von 54,40 km². Pola de Allande, der Verwaltungssitz der Gemeinde, liegt 87,80 km entfernt.
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche San Martín del Valledor
Torre del Valledor aus dem 17. Jahrhundert
Dörfer und Weiler
Quellen
Bevölkerungszahlen siehe
Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth
Weblinks
Torre del Valledor
Infoseite im Tourismusportal vivirasturias en, es
Karte von Asturien (PDF; 12,52 MB)
Ort in Asturien
Allande |
Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH mit Sitz in Berlin wurde 1994 gegründet und fördert als eine der größten Bildungsinstitutionen des Landes bundesweit über 4.000 Menschen. Unter dem Motto „Wir stiften Chancen“ engagiert sie sich mit Bildungsangeboten für besonders leistungsstarke Studierende und Promovierende, Schüler und benachteiligte Jugendliche.
Ihr Ziel ist es, junge Menschen an den entscheidenden Stellen der Bildungskette zu fördern und ihnen bestmögliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – zu ermöglichen.
Allianzen sind andere wirtschaftsnahe Stiftungen, Unternehmen, Unternehmensverbände, staatliche Institutionen in Bund und Ländern sowie ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Unterstützern.
Seit 2012 fungiert die Organisation als gemeinnützige GmbH. Alleiniger Gesellschafter ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft bR. Die sdw wird vor allem von Unternehmern, Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, unternehmensnahen Stiftungen und staatlichen Institutionen in Bund und Land getragen. Vorstandsvorsitzender der sdw ist seit 2023 der Unternehmer Rainer Dulger.
Im Studienförderwerk Klaus Murmann fördert die sdw leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen und Hochschularten. Sie erhalten Stipendien aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und nehmen an einem Seminarprogramm teil, das in Kooperation mit Vertretern aus dem Netzwerk der sdw angeboten wird. Als besonderes Programm des Studienförderwerks Klaus Murmann fördert das Studienkolleg in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung Lehramtsstudierende mit Persönlichkeit und Führungspotenzial. Die Gründerinitiative Herausforderung Unternehmertum des Studienförderwerks Klaus Murmann bietet Studierenden die Möglichkeit, bereits während des Studiums unternehmerische Praxiserfahrung zu sammeln und eigene Gründungsideen zu realisieren. Kooperationspartner ist die Heinz-Nixdorf-Stiftung. Ein weiteres Zusatzangebot des Studienförderwerks ist das Programm markt.macht.medien. Dieses entstand in Kooperation mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, welches das Ziel hat, die Wirtschaftskompetenz in den Medien von Studierenden zu fördern.
Das Hans Weisser Stipendium in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft fördert Aufenthalte im Ausland zur Weiterbildung nach dem Studium.
Der Studienkompass, eine Initiative der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der sdw, bietet Studien- und Berufsorientierung für angehende Abiturienten aus Nichtakademiker-Familien und ermutigt sie zur Aufnahme eines individuell passenden Studiums.
Zeig, was Du kannst! begleitet motivierte Schüler des Hauptschulzweigs beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung oder in eine weiterführende Schule. Kooperationspartner ist die Drosos Stiftung.
Mit Lehramt MINToring motivieren die Vector Stiftung und die sdw Schüler mit Interesse an MINT-Fächer, ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aufzunehmen.
Vivo – Bildung von Grund auf! in Kooperation mit der Wübben Stiftung fördert die Lernbereitschaft und -fähigkeit von Grundschülern, um herkunftsbedingte Wissens- und Kompetenzlücken zu schließen und ihnen einen unabhängig von ihrem familiären Hintergrund entsprechenden Bildungsweg zu ermöglichen.
Weblinks
Offizielle Website
Stiftung der Deutschen Wirtschaft Alumni e.V.
Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) - Regionalgruppe Schweiz
Bildungsunternehmen
Begabtenförderungswerk
Gegründet 1994
Dienstleistungsunternehmen (Berlin) |
Das Interaktionssystem ist ein soziologischer Fachbegriff und wird als solcher vor allem in der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann gebraucht. Innerhalb der Systemtheorie (auch: Theorie der sozialen Systeme) wird er oft synonym zum Begriff „Interaktion“ verwendet. Benutzt wird er in diesem Sinne auch von Dirk Baecker, Elena Esposito, Rudolf Stichweh, Peter Fuchs u. a. Systemtheoretikern.
Mit Interaktionssystem wird hier ein temporäres System bezeichnet, das dadurch zustande kommt, dass „Personen“ (bei Luhmann „Alter“ und „Ego“) zusammenkommen und in einer face-to-face-Situation kommunizieren. Luhmann unterscheidet das Interaktionssystem von gesellschaftlichen Funktionssystemen, die immer eigene symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien verwenden und sich durch Funktionale Differenzierung voneinander abgrenzen. Eine weitere Differenzierung zwischen gesellschaftlichen Funktionssystemen und Interaktionssystem liegt in der unterschiedlichen Stabilität: Ein Interaktionssystem kommt zustande und löst sich wieder auf.
Interaktionssysteme können unterschiedliche Komplexität entwickeln. Beispiele für Interaktionssysteme sind: Wartende an einer Haltestelle, eine Party, eine Massenschlägerei, Geschlechtsverkehr, die Situation von Gefangenen in einer Zelle, aber auch ein Gefängnisaufstand.
Der Begriff kann in der Soziologie auch außerhalb der Systemtheorie gebraucht werden.
Begriffsfunktion
Die Grundkonstellation der Interaktion beschreibt Luhmann als „doppelte Kontingenz“; damit ist gemeint, dass weder Alter das Bewusstsein von Ego erfährt noch dessen Inhalte kennt, noch umgekehrt Ego das bzw. die von Alter. Die Frage, auf die der Begriff eine Antwort anbietet, ist also, wie unter der Bedingung der doppelten Kontingenz eine Kommunikation (dennoch) zustande kommt. System soll nun heißen, dass die Vergangenheit der Kommunikation eine bestimmte Zukunft wahrscheinlich macht (und andere Möglichkeiten ausschließt oder extrem unwahrscheinlich macht) und damit nicht jede Kommunikation innerhalb der Interaktion gleichsam mit Null beginnt. Der Begriff des Systems antwortet grundsätzlich auf die Frage, wie eine an sich unwahrscheinliche Unwahrscheinlichkeit in einem bestimmten Kontext eine wahrscheinliche Unwahrscheinlichkeit wird.
Geschichte und Relevanz des Begriffs
Begriffsgeschichte
Der Begriff Interaktion wurde zunächst prominent durch den Symbolischen Interaktionismus gebraucht und wurde dann von Erving Goffman ausgebaut. Es gibt – bei aller Unterschiedlichkeit der Theorie (Rollentheorie vs. Systemtheorie) – bei Luhmann und Goffman Ähnlichkeit in der Verwendung: er meint Kommunikation in Anwesenheit (face-to-face) Situation.
Es ist maßgeblich Goffman zu verdanken, die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht in den Mittelpunkt einer soziologischen Forschung zu stellen. „Mein Grundinteresse“, schreibt Goffman „gilt der Untersuchung der persönlichen Interaktion als eines sich natürlich abgrenzenden, analytisch einheitlichen Teilgebiets der Soziologie“.
Um die Strategie des systemtheoretischen Begriffs zu verstehen, muss man sich zunächst klarmachen, was der Gegenstand der Soziologie ist. In der allgemeinen Vorstellung ist Gesellschaft „eine Ansammlung von Menschen“. Diese Vorstellung muss die Soziogie zurückweisen, um ihren Gegenstand zu definieren und sich von Anthropologie, Ethnologie und Psychologie abzugrenzen. Max Weber macht den Begriff des sozialen Handels stark und definiert dieses als eine Handlung, die auf einen anderen Menschen bezogen ist. Georg Simmel vermeidet den Begriff der Gesellschaft gänzlich und spricht lediglich von „Vergesellschaftung“, Émile Durkheim von „sozialen Tatsachen“, Niklas Luhmann von Sozialen Systemen (wobei er Menschen lediglich als Umwelt dieser begreift).
Auf die Frage, was der Gegenstand der Soziologie sei – bzw. wie „Gesellschaft“ (als Gegenstand der soziologischen Theorie) beschrieben werden kann – kann man zwei Herangehensweisen unterscheiden. Die eine – mikrosoziologische – Position (Max Weber, Alfred Schütz, Erving Goffman) geht von der Interaktion aus, die andere – makrosoziologische – (Emile Durkheim, Talcott Parsons) von der Priorität einer überpersonalen Struktur. Die erste Position schließt vor allem an Handlungstheorie und psychologische Ansätze an. Die zweite Position hat Bezüge zu der Linguistik von Ferdinand de Saussure und dem Strukturalismus und den Theorien des Ethnologen Bronisław Malinowski, der Philosophie Herbert Spencers und dem Funktionalismus.
Der Gegenstand des makrosoziologischen Ansatzes ist – so könnte man vereinfachend sagen – die gesellschaftliche Struktur. Der maßgebliche Gegenstand des mikrosoziologischen Ansatzes ist die Interaktion.
Relevanz
Die Besonderheit des Begriffs „Interaktionssystem“ ist nun, dass in ihm beide Ansätze zusammengedacht werden. Einerseits wird Interaktion und nicht Gesellschaft betrachtet, anderseits zeigt der Begriff des „Systems“ an, dass nicht vom Einzelnen, sondern von der Struktur ausgegangen wird.
Kritik des Begriffs
Luhmann ist als Interaktionstheoretiker umstritten. Es gibt allerdings Versuche, ihn als solchen auszuweisen und ihn vor allem auch mit der Rollentheorie Goffmans in Zusammenhang zu bringen.
Der Begriff Interaktion bzw. Interaktionssystem grenzt sich von dem der Gesellschaft ab. Man könnte aber auch Interaktion (Kommunikation in Anwesenheit) und interaktionsfreie Kommunikation (Buch) unterscheiden. Damit bleibt manchmal unklar, ob mit dem Begriff ein Theorieansatz (also eine Betrachtungsweise) oder ein Gegenstandsbereich gemeint ist.
Im Hinblick auf das Internet wird der Begriff zunehmend problematisch und verlangt eine neue Differenzierung. Die harte Unterscheidung von interaktionsfreier Kommunikation vermittels Buch (schriftlich, ohne Reaktionsmöglichkeit, in Abwesenheit, Rezipient bestimmt den Zeitpunkt der Rezeption etc.) und der Interaktion (mündlich, Reaktionsmöglichkeit, in Anwesenheit, Sender bestimmt den Zeitpunkt der Rezeption), werden durch die neuen Medien zunehmend verwischt. Es kommt also zu einer Ausdifferenzierung der Interaktion. Gerade in dieser Differenzierung wäre die Zukunft des Begriffs zu verorten und seine zukünftige Relevanz vorweg zu ahnen.
Einzelnachweise
Soziologische Systemtheorie |
Coupé Décalé (oder Couper-Décaler-Travailler) ist eine Musik- und Tanzform, die 2003 in der Pariser Diaspora von Musikern aus der Elfenbeinküste kreiert wurde; seine ursprüngliche Basis ist der Ziglibithy.
Die NZZ führt aus:
Seine Ursprünge liegen im Tanz des unweit von Abidjan gelegenen Dorfes Akoupé, der von der Jugend der Hauptstadt karikiert wurde. Aus einem Spaß hat sich ein neuer Tanz entwickelt, eingebettet in eine elektronische Musik, die Einflüsse des ivorischen Zouglou, des kamerunischen Makossa dem Soukous und der kongolesischen Rumba aufweist.
Musiker wie der 2006 verstorbene Douk Saga, Molaré oder Lino Versace (sie nennen sich nach einer Pariser Disco und wegen ihres Lebenswandels «la Jet Set») haben Afrika infolge der politischen Instabilität verlassen und sich in Paris niedergelassen. Sie scheuen die politische Thematik, die in der Musik der Heimat vorherrscht, und preisen ein rein hedonistisches Lebensgefühl.
Diese Hommagen stehen in der Tradition der Atalakus, singender Animateure, die einen festen Bestandteil der kongolesischen Orchester bilden und einzig dafür zuständig sind, Lob in die Lieder einzustreuen. Das wird mit amüsanten Phrasen, kreativen Wortbildungen oder onomatopoetischen Lauten ergänzt und auf monotone Weise repetiert mit hoher sprachlichen und performativen Innovationskraft. Ständig werden neue Tanzschritte erfunden und mit originellen Namen benannt.
So taufte Douk Saga seinen eigenen Stil «sagacité», Molaré hat den «farot-farot» erfunden, und Shanaka Yakuza promotet die «drogbacité» – diese Tanzschritte imitieren die Bewegungen Didier Drogbas, des ivorischen Fussballstars im englischen Klub FC Chelsea. Weitere Schlüsselbegriffe des Coupé-Décalé-Vokabulars sind «ambiancer», «bien galopper» (galoppierend tanzen), «boucantier» (in der Öffentlichkeit eine Show abziehen) oder «s'envoler» (abhauen). Sie gehören zu einer begrenzten Menge von Verben, die in vielen Liedern verwendet werden.
Weblinks
NZZ: Opium fürs Volk, Musikalische Innovation und politische Krise in Côte d'Ivoire
Daniel Künzler, Universität Basel: Coupé Décalé, ostentativer Konsum und der Bürgerkrieg in der Côte d’Ivoire (pdf)
Musik (Elfenbeinküste)
Musikgenre |
Die Culm Valley Light Railway war eine britische Eisenbahngesellschaft in Devon in England.
Die Gesellschaft wurde am 15. Mai 1873 gegründet um eine Bahnstrecke von Willand nach Hemyock zu errichten. Die Konzession basierte auf einer Regelung des Eisenbahngesetzes von 1868, welche eine vereinfachte Bauweise erlaubte. Die Gesellschaft erhielt starke örtliche Unterstützung. Der Bau der Strecke kostete 50.000 Pfund statt der geplanten 20.000 Pfund und dauerte zwei Jahre länger als geplant. Am 29. Mai 1876 erfolgt die Betriebsaufnahme.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die enttäuschten Eigentümer schon beschlossen, die Gesellschaft zu verkaufen. Im April erwarb die Great Western Railway die Gesellschaft für 33.000 Pfund.
Im Rahmen der Beeching-Axt wurde der Personenverkehr am 9. September 1963 und der Güterverkehr am 6. September 1965 eingestellt. Bis zum Jahr 1975 wurde noch eine Molkerei bedient.
Literatur
Colin G. Maggs: Culm Valley Railway, Oakwood Press 2006, ISBN 978-0-853616-52-8
Michael Messenger: The Culm Valley Light Railway, Twelveheads Press, ISBN 978-0-906294-29-1
Weblinks
Infos auf Ashill Village Info (englisch)
Great Western Railway
Bahngesellschaft (England) |
Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat, wobei der Islam jedoch eine wesentliche Rolle spielt.
Islam
Das Land ist seit der Islamisierung im 10. bis 12. Jahrhundert vorwiegend muslimisch geprägt. 75 % der Einwohner sind heute sunnitische Muslime der hanafitischen Rechtsschule. Die neue Religion wurde mit alten traditionellen Bräuchen vermischt. Der russische Forscher Valihanov schrieb, dass der Islam „nur eine Umhüllung, die über alte schamanistische Glaubensinhalte gelegt wurde“, sei.
In den 1920er Jahren sprach die Kommunistische Partei von Gemeinsamkeiten des Sozialismus und des Islam. Dennoch organisierte sich eine Sufi-Bruderschaft gegen die neuen Machthaber. Sie gründeten die Rebellengruppe der Basmatschen. Der Bewegung schlossen sich auch viele Bauern an, die die Verstaatlichung ihrer Felder verhindern wollten. Bald wurde die Bewegung jedoch zerschlagen und der staatlich verordnete Atheismus wurde eingeführt. Moscheen und Koranschulen wurden geschlossen. Die alten Traditionen konnten aber überleben.
Nach der Unabhängigkeit wurde im Zuge des marktwirtschaftlichen und politischen Umbaus auch der staatliche Einfluss auf Religion gelockert. Daraus folgte die Etablierung eins „moderaten“ Islam, bestehend aus traditionellen Werten und nomadischen Elementen: an vielen Orten wird Schweinefleisch offen verkauft, und Alkohol ist sehr populär. Nur selten tragen Frauen Kopftücher. Dieser volkstümliche Charakter des Glaubens wurde vor allem unter Ex-Präsident Askar Akajew wiederbelebt und spielte im Prozess der nationalen Integration eine wichtige Rolle. Inzwischen werden aber auch Stimmen laut, die sich für eine wortgetreuere, internationalere Auslegung des Islams einsetzen.
Christentum
Das Christentum ist heute die zweitstärkste Religionsgruppe. Erste Christen gab es schon im 7. Jahrhundert. Diese gehörten der Assyrischen Kirche des Ostens an (Nestorianische Kirche, siehe Nestorianismus), die heute nur noch im Irak, Iran und in Syrien besteht. In Ak-Beschim und in Navekat grub man zwei Gotteshäuser aus.
Russische Orthodoxie
Die Russisch-Orthodoxe Kirche gibt es in Kirgisistan seit dem 19. Jahrhundert. Unter dem Gouverneur Kaufmann ließen sich seit 1868 viele russische und ukrainische Kolonisten nieder. Diese bauten russische Kirchen.
Einige der alten Gebäude werden heute wieder zum Gottesdienst genutzt. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind russisch-orthodox.
Evangelische Christen
Das evangelische Christentum gelangte durch deutsche Siedler (Kirgisistandeutsche) bzw. durch die Zwangsumsiedlung Russlanddeutscher in den 1940er Jahren nach Kirgisistan.
Die Mennoniten (Altevangelische) gründeten zwischen 1882 und 1901 mehrere Dörfer in Kirgisistan. Von denen ist heute nur noch Rot-Front mehrheitlich von Mennoniten bewohnt.
In den 1940er Jahren kamen auch Lutheraner, von Stalin dorthin verbannt, nach Kirgisistan; sie gehören der ELKRAS an. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind viele der deutschstämmigen Lutheraner nach Deutschland ausgewandert. Aufgrund aktiver Missionstätigkeit gibt es in Kirgisistan heute aber wieder 17 Gemeinden. Heute sind noch 30 % der Mitglieder deutschstämmig.
Seit der Wende sind vermehrt auch Freikirchen, hauptsächlich Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten, in Kirgisistan tätig. Auch der Adventismus gelangte durch die Russlanddeutschen dorthin. Heute sind jedoch fast alle Gläubigen Einheimische.
Katholische Christen
Die römisch-katholische Kirche zählt in Kirgisistan rund 1.000 Gläubige (Stand 2014). Die Verbreitung des Katholizismus im Land erfolgt hauptsächlich durch jesuitische Missionare. Während des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. wurde 2006 aus der seit 1997 bestehenden Mission sui juris die Apostolische Administratur Kirgisistan gegründet. Im Jahr 2016 verfügte das Land über drei katholische Pfarreien in den Städten Bischkek, Talas und Dschalalabat.
Schamanismus
Auch heute gibt es unter den Kirgisen noch viele alte schamanistische Bräuche.
Die Vermischung dieser heidnischen Riten mit dem Islam bezeichnet man als Volksislam.
Buddhismus
Der Buddhismus kam im 1. Jahrhundert aus dem heutigen Pakistan nach Zentralasien. Vor der Islamisierung im 8. Jahrhundert war der Buddhismus im Tschüi- und Talastal verbreitet. Zeugnisse davon befinden sich zum Beispiel in der Nähe von Ak-Beschim oder auf den Zeichensteinen von Tamga Tasch.
Judentum
Die jüdische Gemeinde Kirgisistans formierte sich Ende des 19. Jahrhunderts mit der Eingliederung des Landes in das Russische Zarenreich. In Zeiten des Großen Terrors und während des Zweiten Weltkrieges ließen sich immer mehr Juden in Kirgisistan nieder. Der Volkszählung von 1959 zufolge lebten im Land noch 26.000 Juden. Doch mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderten die meisten ab. 1989 waren es noch 7200 Juden, Tendenz weiter abnehmend. Sie sind hauptsächlich bucharische Juden, ihre Vorfahren kamen aus dem Emirat Buchara. Eine kleine Minderheit sind aschkenasische Juden, die in der Zeit der Zugehörigkeit zu Russland und der Sowjetunion einwanderten.
Die meisten Juden Kirgisistans sind nach Ende der sowjetischen Ära nach Israel, Deutschland oder in die USA ausgewandert.
Alte Religionen
In Kirgisistan traten im Laufe der Geschichte mehrere verschiedene Religionen auf, die heute dort oder generell nicht mehr existieren.
Dazu sind zu zählen:
der Zoroastrismus
der Manichäismus
das nestorianische Christentum
Einzelnachweise
Kirgisistan |
Das Commonwealth der Philippinen war die politische Bezeichnung des Inselstaates der Philippinen in den Jahren zwischen 1935 und 1946, als das Land einen Commonwealthstatus zu den Vereinigten Staaten besaß. Vor 1935 gehörten die Philippinen zu den Außengebieten der Vereinigten Staaten, was sie lediglich zu einem Territorium der USA machte.
Die Bildung des Commonwealth wurde mit dem Philippine Independence Act () deklariert, gemeinhin auch als Tydings-McDuffie Act bekannt, und stellte eine zehn Jahre andauernde Übergangsregierung zur Vorbereitung auf eine volle Unabhängigkeit und Souveränität der Philippinen dar, die dem philippinischen Volk durch den Philippine Autonomy Act (dt. Gesetz zur Philippinischen Autonomie) oder Jones Law (dt. Jones-Gesetz) von den USA zugesichert worden war.
Aufbau
Das Commonwealth hatte seine eigene Verfassung, die bis in das Jahr 1973 Gültigkeit besaß, und verfügte über eine eigene Regierung, obwohl die Außenpolitik und die militärischen Belange unter der Verantwortung der Vereinigten Staaten blieben, wie auch bestimmte Gesetzgebungen die Bewilligung des amerikanischen Präsidenten erforderten.
Es wies eine ausgesprochen strenge Exekutive auf, besaß einen Einkammerkongress der Nationalversammlung und einen Obersten Gerichtshof, welche sich beide komplett aus philippinischen Amtsträgern zusammensetzten, sowie einen gewählten ortsansässigen Bevollmächtigten im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (wie es Puerto Rico heute innehat). Ein amerikanischer High Commissioner (Oberbevollmächtigter) und ein amerikanischer Militärratgeber waren dafür in der Commonwealthregierung vertreten, während die philippinische Armee unter der Leitung eines amerikanischen Feldmarschalls stand.
Nach einer Überarbeitung der Verfassung zwischen 1939 und 1940 wurde ein Zweikammerkongress eingerichtet, der sich aus einem Senat und einem Repräsentantenhaus zusammensetzte und die einschichtige Nationalversammlung ablöste.
Geschichte
Bildung
Im Dezember 1932 passierte ein Gesetz, der Hare-Hawes-Cutting Act, den Kongress der Vereinigten Staaten mit der Bestimmung, die Unabhängigkeit der Philippinen zu garantieren. Die Gesetzesvorlage beinhalteten Anordnungen über den Erhalt verschiedener Militär- und Marinebasen der Vereinigten Staaten, ebenso wie die Auferlegung von Tarifen und Quoten des Philippinischen Exportes.
Präsident Herbert C. Hoover legte Widerspruch gegen die Vorlage ein, aber der amerikanische Kongress überstimmte 1933 sein Veto und verabschiedete die Vorlage.
Der Gesetzesentwurf stand jedoch im Gegensatz zu den Interessen des philippinischen Senatspräsidenten Manuel Quezon und wurde gleichfalls auch vom philippinischen Senat abgelehnt.
Dies führte zu der Bildung und der Verabschiedung eines neuen Gesetzentwurfes, der als Tydings-McDuffie Act bekannt ist und die Einrichtung des Commonwealth der Philippinen für eine zehn Jahre andauernde Periode vorsah und schließlich einen friedlichen Übergang zu einer vollständigen Unabhängigkeit ermöglichen sollte.
Vorkriegsperiode
Im Oktober 1935 wurden die ersten Präsidentschaftswahlen abgehalten. Zu den Kandidaten gehörte unter anderem der ehemalige, aber außerhalb der Philippinen nicht anerkannte, Präsident Emilio Aguinaldo und der Führer der Unabhängigen Philippinischen Kirche Gregorio Aglipay. Manuel Quezon und Sergio Osmeña von der Nacionalista Party erhielten die Stimmenmehrheit und wurden schließlich in das Amt des Präsidenten und des Vizepräsidenten eingesetzt.
Die neue Regierung führte eine ambitionierte Aufbaupolitik durch, die die Nation auf eine wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit vorbereiten sollte.
Diese beinhaltete Vorkehrungen zur nationalen Verteidigung (wie die nationale Verteidigungsverordnung von 1935, die eine allgemeine Wehrpflicht im Land einführte), stärkere Kontrolle über die Wirtschaft, die Perfektionierung der demokratischen Institutionen, Reformen in der Bildungspolitik, Verbesserung des Transportwesens, die Förderung von lokalem Kapital und der Industrialisierung sowie die Kolonisation von Mindanao.
Indessen entstanden Unsicherheiten, speziell wegen der diplomatischen und militärischen Situation in Südostasien und in Bezug auf die Intensität, die die Bindung der USA auf die zukünftige philippinische Republik einnehmen wird, wie sich auch die Wirtschaft aufgrund der Weltwirtschaftskrise problematisch präsentierte. Diese Fragen erwiesen sich als die Hauptprobleme. Die Situation wurde zunehmend durch die gegenwärtigen agrarwirtschaftlichen Unruhen und die Machtkämpfe kompliziert, die sich zwischen Osmeña und Quezon entwickelt hatten, insbesondere nachdem es Quezon erlaubt wurde, nach einer sechsjährigen Amtsperiode wiedergewählt zu werden.
Bevor sich die politischen Leistungsfähigkeit vollends entwickeln konnte, kam es jedoch zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und zur japanischen Invasion der Philippinen.
Zweiter Weltkrieg
Das Japanische Kaiserreich startete am 8. Dezember 1941 einen Überraschungsangriff auf die Philippinen. Die Commonwealthregierung übergab daraufhin die Philippinische Armee der Befehlsgewalt der fernöstlichen US-Streitkräfte, die dem japanischen Eroberungsfeldzug entgegenwirken sollten. Manila wurde zur Offenen Stadt erklärt, um sie vor Zerstörungen zu schützen und sie wurde letztendlich am 2. Januar 1942 von den Japanern besetzt. In der Zwischenzeit kam es überall im Inselstaat zu Kämpfen gegen die japanischen Besatzer, wie zum Beispiel die Schlacht um Bataan, die Schlacht um Corregidor und die Schlacht um Leyte, ehe sich die kombinierten Amerikanisch-Philippinischen Streitkräfte im Mai 1942 endgültig ergaben.
Quezon und Osmeña wurden von ihren Truppen nach Corregidor eskortiert und verließen später den Archipel in Richtung Vereinigte Staaten, wo sie eine Exilregierung bildeten, die sowohl im Pacific War Council (dt. Pazifikkriegsrat) als auch bei der Deklaration der Vereinten Nationen vertreten war. Während der Exilperiode erkrankte Quezon an Tuberkulose und starb schließlich, woraufhin ihn Osmeña als Präsident ersetzte.
Derweil installierte das japanische Militär eine neue Regierung auf den Philippinen, die später als die Zweite Philippinische Republik bekannt wurde und dessen Vorsitz José P. Laurel erhielt, der von den Japanern als Präsidenten eingesetzt wurde. Diese Regierung wurde jedoch vom philippinischen Volk nie respektiert und blieb während der gesamten Besatzungsperiode unbeliebt.
Der Widerstand auf den Philippinen hielt derweil an. Eine der Guerillagruppen, die Hukbalahap-Bewegung (der "Volksarmee gegen die Japaner"), bestand aus 30.000 bewaffneten Kämpfern und kontrollierte einen Großteil von Central Luzon. Restposten der philippinischen Armee stützten sich auf eine Guerillakriegsführung. Der Erfolg dieser Kampagne war die Befreiung von zwölf der vierzehn Provinzen der Philippinen.
Am 20. Oktober 1944 landeten die Alliierten Streitkräfte unter General MacArthur auf Leyte und starteten die Befreiung des Archipels, denen weitere Landungskräfte folgten. Die Kämpfe dauerten an, bis am 2. September 1945 die formelle Kapitulation Japans folgte. Die geschätzte Anzahl an philippinischen Opfern lag insgesamt bei nahezu einer Million und die Hauptstadt Manila war nach Abschluss der Kriegshandlungen weitgehend zerstört.
Nach dem Philippinenfeldzug wurde das Commonwealth für ein Jahr mit der Vorbereitung auf die Unabhängigkeit restituiert. Im April 1946 folgten die Wahlen zur ersten unabhängigen philippinischen Regierung, die Manuel Roxas gewann. Zusammen mit Elpidio Quirino als Vizepräsident ging er als erster international anerkannter Präsident der unabhängigen Republik der Philippinen in die Geschichte des Landes ein.
Unabhängigkeit
Der Commonwealthstatus endete am 4. Juli 1946 mit der Anerkennung der Philippinischen Unabhängigkeit durch die Vereinigten Staaten.
Dennoch blieb eine Abhängigkeit der philippinischen Wirtschaft von den USA weiterhin erhalten, was unter anderem mit dem Bell Trade Act, auch als philippinische Handelsverordnung bekannt, zu tun hatte, der eine Vorbedingung für den Erhalt von Rehabilitationszuschüssen der Vereinigten Staaten darstellte.
Strategien
Aufstände und Agrarreformen
Zu dieser Zeit beklagten sich die Bauern oft über Missstände, deren Wurzeln zum einen im System der Schuldknechtschaft lagen, bei der die Landbesitzer den Bauern erlaubten, ihr Land zu bewirtschaften und dafür einen Anteil an der Ernte einbehielten. Zum anderen begründeten sich die Unstimmigkeiten im dramatischen Anschwellen der Bevölkerungszahlen, deren Auswirkungen sich zu dem wirtschaftlichen Druck, der auf den Bauernfamilien lastete, hinzu addierte. Um dem zu begegnen, wurde vom Commonwealth eine Agrarreform initiiert, dessen Erfolg jedoch von den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Landbesitzern behindert wurde.
Als ein Beispiel für diese Konfrontationen ist die Sakdalista-Bewegung zu nennen, die von einem Mann namens Benigno Ramos ins Leben gerufen wurde und sich für die Senkung der Steuern, die schnelle Umsetzung der Landreform, die Auflösung größerer Grundbesitzungen oder Haziendas und die Auftrennung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten einsetzte. Die Aufstände, die im Mai 1935 in Zentral-Luzon auftraten, forderten letztendlich etwa einhundert Menschenleben.
Nationalsprache
Aufgrund der hohen Anzahl an verschiedenartigen Philippinischen Sprachen wurde ein Programm für die „Entwicklung und Aufnahme einer gemeinsamen Nationalsprache, basierend auf den existierenden einheimischen Dialekten“ entworfen und in die philippinischen Verfassung von 1935 eingebracht. Der Commonwealth richtete ein Surian ng Wikang Pambansa (Nationales Sprachinstitut) ein, das sich aus Präsident Quezon und sechs weiteren Mitglieder aus verschiedenen ethnischen Gruppen der Philippinen zusammensetzte. Es wurde eine Beratung abgehalten, in deren Zuge die Sprache Tagalog (aufgrund ihrer ausgedehnten literarischen Tradition) als Grundlage für eine „Nationalsprache“ mit der Bezeichnung "Pilipino" ausgewählt wurde.
Im Jahre 1940 autorisierte das Commonwealth die Ausgabe eines Wörter- und eines Grammatikbuches für diese Sprache. Im gleichen Jahr wurde der Commonwealth Act 570 verabschiedet, der die Sprache Filipino nach der Unabhängigkeit zur offiziellen Landessprache erhob.
Mindanao
Das Commonwealth hatte zudem einen politischen Einfluss auf die Kolonisation von Mindanao. Die große Insel im Süden wurde zu einem wahren Zufluchtsgebiet. Welle um Welle an Einwanderern ergoss sich in die Region der Südphilippinen. Die Immigranten kamen dabei vorwiegend aus den Visayas und aus Luzon und gehörten maßgeblich zu den Volksgruppen der Cebuanos und der Hiligaynons aus den Zentral- und den Westvisayas, den Warays (Leyte-Samar) aus den Ostvisayas sowie den Ilokanos, den Tagalogs, den Pampangos, den Aklanons und den Bicolanos aus Luzon an. Die Zuwanderer besiedelten rasch die unberührten Gebiete Mindanaos und öffneten die Insel für eine flächendeckende Agrarwirtschaft und für die Industrie. Dabei verdrängten sie die einheimische Bevölkerung und provozierten Spannungen zu den seit Jahrhunderten hier angesiedelten muslimischen Bewohnern der Insel. Diese Spannungen entwickelten sich später zu den Konflikten mit muslimischen Rebellengruppen, denen sich die philippinische Regierung im Süden der Philippinen bis heute stellen muss.
Wirtschaft
Die Wirtschaft des Commonwealths basierte hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die auf Agrarprodukte, wie Abacá, Kokosnuss und Kokosöl, Zucker und Nutzholz basierte.
Der Ertrag dieser Wirtschaftsleistung gestaltete sich anfänglich gut trotz der Herausforderung verschiedener agrarbedingter Aufstände. Steuern, die von einer stabilen Kokosnussindustrie eingetrieben wurden, halfen dabei, die Wirtschaft durch eine Förderung der Infrastruktur und andere Entwicklungsprojekte anzukurbeln. Dieses Wachstum stoppte jedoch mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
Demographie
Im Jahre 1941 erreichte die geschätzte Bevölkerung die Zahl von 17.000.000 Menschen, wobei alleine Manila 648.000 Einwohnern beheimatete. Die Anzahl an Chinesen lag bei 117.000. Zudem lebten 9.000 Amerikaner und 30.000 japanischstämmige Einwanderer auf dem Archipel, wobei alleine Davao 20.000 Japaner beherbergte. Die Englische Sprache wurde von 27 % der Bevölkerung gesprochen, während Spanisch lediglich von 3 % der Bevölkerung verwendet wurde.
Im Folgenden sind geschätzten Zahlen an Sprechern der dominanten Sprachen angegeben:
Liste der Präsidenten
Die Farben geben die politische Partei oder Koalition jedes Präsidenten am Wahltag an:
1 Starb an Tuberkulose in Saranac Lake, New York.
2 Ende der Commonwealthregierung, Überführung in eine unabhängige Republik.
Weblinks
The Present Government of the Philippines von Maximo Kalaw. Dieser führt detailliert die Funktionen der verschiedenen Arme des philippinischen Commonwealths auf
Philippine History and Government Leodivico Cruz Lacsamana, Phoenix publishing House, 1990, ISBN=9710618946
Einzelnachweise
Historisches Territorium der Vereinigten Staaten
Historisches Territorium (Asien)
Geschichte der Philippinen (20. Jahrhundert)
Zwischenkriegszeit |
Hounslow East ist eine oberirdische Station der London Underground im Stadtbezirk London Borough of Hounslow. Sie liegt in der Travelcard-Tarifzone 4 an der Kingsley Road. Im Jahr 2013 nutzten 4,34 Millionen Fahrgäste diese von der Piccadilly Line bediente Station.
Die Metropolitan District Railway (MDR; Vorgängergesellschaft der heutigen District Line) eröffnete am 21. Juli 1884 die Strecke zwischen Osterley & Spring Grove und Hounslow Barracks (heute Hounslow West). In unmittelbarer Nähe befand sich der ein Jahr zuvor eröffnete Kopfbahnhof Hounslow Town. Nach Abschluss der Elektrifizierung wurde die direkte Verbindung geschlossen, da nun sämtliche Züge in Hounslow Town wendeten und westlich davon über eine Verbindungskurve wieder auf die Stammstrecke gelangten. Diese Betriebsform erwies sich jedoch als unpraktisch, so dass die MDR Hounslow Town am 1. Mai 1909 schloss und am darauf folgenden Tag die 300 Meter nördlich gelegene Station Hounslow East an der Direktverbindung als Ersatz eröffnete.
Die neue Station hieß zunächst ebenfalls Hounslow Town und erhielt am 1. Dezember 1925 ihren heutigen Namen. Am 13. März 1933 verkehrten erstmals auch Züge der Piccadilly Line. Seit dem 9. Oktober 1964 ist sie die einzige Linie auf dem Abschnitt westlich von Acton Town, da die District Line verkürzt wurde.
Weblinks
Foto der Eingangshalle (April 1939)
Einzelnachweise
Station der London Underground
Verkehrsbauwerk im London Borough of Hounslow
Erbaut in den 2000er Jahren
U-Bahnhof in London
Bahnhof in Europa |
Die Douglas B-66 Destroyer war ein Aufklärer und leichter Bomber der United States Air Force, der von 1956 bis 1973 eingesetzt wurde. Das Flugzeug war ein Schulterdecker mit gepfeilten Tragflächen und zwei darunterhängenden Strahltriebwerken. Insgesamt wurden in verschiedenen Varianten 294 Stück hergestellt.
Entwicklung
Im Jahr 1951 schrieb die U.S. Air Force einen Bomber und Aufklärer aus, der die Douglas B-26 Invader ersetzen sollte. Boeing schlug daraufhin eine Version der B-47 Stratojet vor, Martin eine Version der XB-51. Die USAF entschied sich 1952 jedoch für die Douglas A3D Skywarrior, die als strategischer Bomber der United States Navy am 28. Oktober 1952 ihren Erstflug hatte.
Die USAF bestellte keinen Prototyp, sondern fünf RB-66A-Vorserienflugzeuge, da man glaubte, dass die A3D ohne größere Umbauten für die USAF verwendbar sei. Sie war jedoch als strategischer Bomber für Angriffe aus großen Höhen entwickelt worden, während die RB-66 für Tiefflugeinsätze geeignet sein sollte. Dafür musste die Zelle verstärkt werden; zudem musste das Fahrwerk für den Einsatz von unbefestigten Pisten größere Räder erhalten. Vor allem aber musste das komplette Cockpit umgestaltet werden, um Aircraft Mechanic Inc. Schleudersitze der Typen Seat No 551/552/553/554 für jedes der vier Besatzungsmitglieder einbauen zu können. Der Navigator und der Bombenschütze wurden nach unten ausgestoßen, was in der kritischen Startphase fatal geendet hätte. In der A3D der Navy sollte die Besatzung mit dem Fallschirm abspringen. Die Avionik wurde fast komplett ausgetauscht. Die RB-66A erhielt das APS-27- und K-5-Radar, wofür das Radom vergrößert wurde, sowie vier Kameras für die Aufklärungsrolle. Auch die Triebwerke mussten ausgetauscht werden, da es Lieferengpässe beim von Douglas vorgeschlagenen Pratt & Whitney J57 gab. Die Wahl fiel aus politischen Gründen, gegen die Empfehlungen der Ingenieure für das J57, auf das zu schwache Allison J71. An heißen Tagen, oder während des Vietnamkrieges in Südostasien, reichte die Startbahnlänge wegen des unzureichenden Schubes nicht mehr aus, um abzuheben. Um Gewicht zu sparen, entfielen der Flügelklappmechanismus, der Fanghaken, die Katapultvorrichtung und das Enteisungssystem. Insgesamt erhöhte sich das Abfluggewicht dennoch um 5 Tonnen.
Einsatz
Die erste Serienvariante war die RB-66B, die sich nur unwesentlich von der RB-66A unterschied. Die ersten Maschinen wurden ab 1956 beim 363. Tactical Reconnaissance Wing (Aufklärungsgeschwader), Shaw Air Force Base, South Carolina (USA), eingesetzt.
Die 1956/57 gebaute B-66B unterschied sich von der RB-66B durch einen längeren Bombenschacht und einen größeren internen Treibstoffvorrat. Ferner konnten zwei Zusatztanks unter den Tragflächen mitgeführt werden. Der erste Einsatz erfolgte 1956 beim 12. Light Bombardment Wing (leichten Bombergeschwader), Hurlburt Field, Florida.
Die RB-66C (ab 1966 EB-66C) wurde speziell für die ELINT entwickelt. Ursprünglich wurden die 36 Flugzeuge bei der 9. Tactical Reconnaissance Squadron (Aufklärungsstaffel), Shaw AFB, bei der 42nd TRS in Spangdahlem und der 67. TRS in Yokota (Japan) eingesetzt. Im Jahr 1962 wurden die RB-66C über Kuba während der Kuba-Krise eingesetzt und ab 1965 fast ausschließlich über Vietnam. Hier setzten die 41. und 42. Tactical Electronic Warfare Squadrons (Staffeln zur elektronischen Kriegsführung) des 355. Tactical Fighter Wing (Jagdgeschwaders) die EB-66 von Takhli in Thailand ein, um nordvietnamesische Radarstellungen zu stören. Selbst angreifen konnten die RB-66/EB-66 nicht.
Das Wettererkundungsflugzeug WB-66D war die letzte Variante der Douglas B-66. Hier wurde die ECM-Ausrüstung der RB-66C durch eine Wettererkundungsausrüstung ersetzt. Die Flugzeuge wurden von 1957 bis 1965 eingesetzt.
Northrop erhielt 1962 zwei WB-66D (55-0408 und 55-0410) als Experimentalflugzeuge. Mit ihnen sollten Möglichkeiten untersucht werden, die Grenzschichtströmung an einer Tragfläche zu beeinflussen, um den Luftwiderstand zu verringern und somit die Reichweite zu erhöhen. Zwei General Electric XJ79-GE-13-Triebwerke am hinteren Rumpf ersetzten die Unterflügeltriebwerke der B-66. Diese Maschinen wurden als X-21A bezeichnet.
Produktion
Abnahme der B-66 durch die USAF:
Umbau der B-66 nach Fiskaljahren:
(FY = Fiscal Year. Das FY 1961 ging vom 1. Juli 1960 bis zum 30. Juni 1961.)
6 B-66, 31 RB-66/EB-66 und 3 WB-66 gingen im Zeitraum 1957 bis 1973 durch Unfälle verloren, zusammen also 40 Flugzeuge. In Vietnam verlor die USAF 15 RB-66/EB-66.
Varianten
B-66B leichter Bomber; 72 gebaut (53-0482/0507, 54-0477/0505, 54-0548/0551, 55-0302/0314)
EB-66B ECM-Umrüstung von 13 B-66B
EB-66C Bezeichnung der RB-66C ab 1966
EB-66E ECM-Umrüstung von 52 RB-66B
NB-66B zwei Testflugzeuge (53-0488 und 54-0481) für die Gemini- und Apollo-Programme der NASA
RB-66A Vorserienflugzeug; fünf gebaut (Seriennummern 52-2828/2832)
RB-66B Aufklärer; 145 gebaut (53-0409/0481, 54-0417/0446, 54-0506/0547)
RB-66C ELINT-Version; 36 gebaut (54-0447/0476, 55-0384/0389)
WB-66D Wetteraufklärer; 36 gebaut (55-0390/0425)
Northrop X-21A zwei zu Testflugzeugen umgebaute WB-66D
Zwischenfälle
Vom Erstflug 1954 bis zum Einsatzende 1975 wurden von Douglas B-66 aller Varianten 55 Totalschäden bekannt. Bei 31 davon kamen 81 Personen ums Leben. Im Zuge des Vietnamkrieges kam es zu 18 Verlusten.
In Deutschland waren B-66 zwischen 1957 und 1973 stationiert. In dieser Zeit kam es hier zu 6 Totalschäden, davon 3 tödlichen mit 11 Todesopfern. Vollständige Liste für Deutschland:
Am 8. Juli 1958 stürzte eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen 54-444) im Anflug auf die Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz) zwei Kilometer vor der Landebahn neben dem Ort Beilingen ab. Alle 3 Besatzungsmitglieder wurden getötet.
Am 9. Dezember 1958 wurde eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (54-535) bei der Landung auf der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz) vor der Landebahn aufgesetzt. Vier Besatzungsmitglieder wurden getötet.
Am 3. Juli 1959 stürzte eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (54-432) bei Sinzig (Rheinland-Pfalz) ab. Die Maschine war auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim gestartet. Die Besatzungsmitglieder konnten sich mit ihren Schleudersitzen aus der Maschine retten.
Am 9. Oktober 1969 verunglückte eine Douglas EB-66E Destroyer der United States Air Force (54-536) beim Start von der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz). Alle 4 Besatzungsmitglieder wurden getötet.
Am 28. August 1972 verunglückte eine Douglas EB-66C Destroyer der United States Air Force (55-386) beim Start von der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz). Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Abschuss bei Gardelegen 1964
Am 10. März 1964 wurde eine RB-66B (Kennzeichen 54-0541) in der DDR von sowjetischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Nach offizieller Darstellung der U.S. Air Force war die Maschine der 19. TRS, 10. TRW aus Alconbury (Großbritannien) von Toul-Rosières in Frankreich zu einem Trainingsflug gestartet, hatte sich wegen eines defekten Kompasses verflogen und drang versehentlich in den Luftraum der DDR ein. Nördlich von Gardelegen wurde sie von MiG-19 des 33. Jagdfliegerregiments aus Wittstock und des 35. Jagdfliegerregiments aus Zerbst abgeschossen. Die drei Besatzungsmitglieder katapultierten sich mit ihren Schleudersitzen aus der Maschine, wobei sich eines leicht verletzte. Sie wurden von den sowjetischen Truppen gefangen genommen und konnten die DDR nach vier Wochen verlassen.
Die Luftraumverletzung ereignete sich während eines Manövers der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD); die RB-66 überflog den Truppenübungsplatz Gardelegen. Sie wurde von den beiden Diensthabenden Systemen aus Wittstock und Altengrabow abgefangen, zur Landung aufgefordert und, als die Besatzung auch auf Warnschüsse nicht reagierte, abgeschossen. Eine Auswertung der aufgezeichneten Daten und Fotos durch die sowjetische Seite ergab, dass die RB-66 Fotos gemacht und radiometrische Aufzeichnungen durchgeführt hatte. Die Sowjetunion hatte rechtzeitig vor dem Manöver dieses gemäß einem vierseitigen Abkommen über den ungehinderten Flug von Transport- und Passagierflugzeugen über das Territorium der DDR den Westalliierten angekündigt und damit den entsprechenden Luftraum gesperrt. Aus Sicht der sowjetischen Seite hatte die RB-66 nachgewiesenermaßen den Auftrag, während des Manövers zu spionieren.
Technische Daten
Bewaffnung
Rohrbewaffnung zur Selbstverteidigung
1 × Heckstandeinheit mit einer Doppellafette in einer Drehkuppel mit 2 × 20-mm-Maschinenkanonen M24A1 mit je 400 Schuss Munition. Die Heckstandeinheit wird von einem Besatzungsmitglied aus der Kabine ferngesteuert. Als Zielhilfe ist ein Feuerleitradar eingebaut. Am Ende der Einheit sind in einer beweglichen Kugelblende zwei MK und das Zielbeleuchtungsradar eingebaut.
Kampfmittel bis zu 5.443 kg im internen Bombenschacht und zwei Außenlaststationen unter den Tragflächen
Ungelenkte Bomben
1 × B28IN (Mk.28IN) (Freifallbombe mit nuklearem 1,45-MT-Sprengsatz)
12 × Mark 82 LDGP (241-kg-/500-lb-Freifallbombe)
6 × Mark 83 LDGP (454-kg-Freifallbombe)
8 × panzerbrechende 730-kg-Bombe (1.600-lb)
4 × Mark 84 LDGP (907-kg-Freifallbombe)
Trivia
Im Film BAT-21 – Mitten im Feuer von 1988 spielt Gene Hackman die Rolle des Lt. Colonel Iceal Hambleton, der am 2. April 1972 als Navigator in einer EB-66 über Nordvietnam abgeschossen wurde. Der Film ist jedoch oft weit von den realen Begebenheiten entfernt.
Siehe auch
Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
Einzelnachweise
McDonnell Douglas
Bomber
Luftfahrzeug im Vietnamkrieg
Zweistrahliges Flugzeug
Aufklärungsflugzeug
Erstflug 1954 |
Djian ist der Familienname folgender Personen:
Philippe Djian (* 1949), französischer Schriftsteller
René Djian (* 1927), französischer Mittelstreckenläufer |
Gerhard von Mutius (* 6. September 1872 auf Gellenau, Landkreis Glatz, Provinz Schlesien; † 18. Oktober 1934 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Diplomat.
Leben
Herkunft
Gerhard entstammte der I. Linie des Adelsgeschlechts von Mutius. Er war der drittälteste Sohn des preußischen Rittmeisters und Herrn auf Altwasser und Gellenau Hans von Mutius (1825–1883) und dessen Ehefrau Gerta, geborene von Bethmann Hollweg (1831–1896), eine Tochter des Politikers Moritz August von Bethmann-Hollweg. Seine älteren Brüder waren der preußische Generalleutnant Albert von Mutius und der preußische Generalmajor Maximilian von Mutius.
Karriere
Er wurde auf Schloss Gellenau in der Grafschaft Glatz geboren, das seit 1788 im Familienbesitz war. Dort und auf dem Familiengut in Altwasser verbrachte er seine Kindheit. Nach dem Abitur 1893 am Gymnasium Schulpforta studierte er Jura an den Universitäten Freiburg, Leipzig und Berlin. 1896 legte er beim Kammergericht Berlin das Referendarexamen ab. Danach begann er eine Beamtenlaufbahn beim Amtsgericht Lewin. Nach der Militärzeit beim Dragoner-Regiment „von Bredow“ (1. Schlesisches) Nr. 4 der Preußischen Armee trat er in den Diplomatischen Dienst ein. 1903 war er Botschaftsattaché in Paris und anschließend 1904/05 in gleicher Eigenschaft in Petersburg. 1906/07 wirkte Mutius als Ministerialbeamter bei der Reichskanzlei in Berlin, wurde 1908 Botschaftsrat in Peking, 1909 in Paris und 1911 in Konstantinopel. 1914 kehrte er als Diplomatischer Sonderbeauftragter nach Petersburg zurück und war während des Ersten Weltkriegs von 1915 bis 1917 Diplomatischer Beauftragter beim Generalgouvernement in Warschau. Daran schlossen sich folgende Verwendungen an:
1918–1920 Deutscher Gesandter in Oslo
1921 Diplomatischer Beauftragter bei der Friedenskommission in Paris
1920–1921 Vorsitzender der deutschen Friedensdelegation, anschließend Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt
1923–1927 Deutscher Gesandter in Kopenhagen
1927–1931 Deutscher Gesandter in Bukarest
1931 Bevollmächtigter des Deutschen Reiches beim Völkerbund in Genf
Trotz seiner anspruchsvollen Tätigkeit als Diplomat verfasste er zahlreiche philosophische Bücher und Abhandlungen. Er war ein Cousin des liberalen Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg. Die Schriftstellerin Dagmar von Mutius ist seine Tochter.
Schriften
Der Schwerpunkt der Kultur. Verlag Reichl, Darmstadt 1919.
Ostasiatische Pilgerfahrt. Aus dem Tagebuch einer Reise nach China und Japan 1908/09. (= Schriftenreihe der Preußischen Jahrbücher. 2). Stilke, Berlin 1921 (Digitalisat).
Gedanke und Erlebnis. Umriß einer Philosophie des Wertes. Verlag Reichl, Darmstadt 1922.
Jenseits von Person und Sache. Skizzen und Vorträge zur Philosophie des Persönlichen. Bruckmann-Verlag, München 1925.
Zur Mythologie der Gegenwart. Gedanken über Wesen und Zusammenhang der Kulturbestrebungen. München 1933.
Die drei Reiche. Ein Versuch philosophischer Besinnung. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1916.
Das Lob der kleinen Stadt. Ein Portrait des Städtchens Lewin. In: Zeitwende. München 1926.
Abgeschlossene Zeiten. Autobiographie, erschienen im Selbstverlag, Hermannstadt 1926.
Literatur
Ferdinand Tönnies: G. v. Mutius og den danske Kultur. [dän. 1935]. In: Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe. Bd. 22, Berlin/New York (NY) 1998, S. 459–464 (dt. 545–550).
Dagmar von Mutius: Distanz und Nähe. Erinnerung an meinen Vater. In: Einladung in ein altes Haus. ISBN 3-921519-40-3, S. 267–273.
Karl Schindler: Erinnerungen an das Lewiner Ländchen, Groafschaftersch Häämtebärnla. Lüdenscheid 1956.
Handbuch des preußischen Adels. Band 2, 1893, S. 443.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. 16. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 615.
Weblinks
Eintrag auf Kulturportal West Ost
Einzelnachweise
Gerhard
Deutscher Diplomat
Philosoph (20. Jahrhundert)
Kavallerist (Preußen)
Person (Glatzer Land)
Deutscher
Geboren 1872
Gestorben 1934
Mann |
Pyroderces wolschrijni ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Prachtfalter (Cosmopterigidae). Die Art wurde nach dem Lepidopterologen Jacques Wolschrijn benannt, der den Großteil des zur Beschreibung verwendeten Materials sammelte.
Merkmale
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 7 bis 11 Millimeter. Der Kopf ist an Stirn (Frons) und Scheitel (Vertex) weiß. Das Nackenbüschel und der Halskragen sind rötlich braun. Die Fühler sind dunkelgrau und haben vorn eine weiße Linie, die von der Basis bis zu 1/3 der Fühlerlänge reicht. Sie sind in der apikalen Hälfte leicht gesägt. Das Fühlerbasisglied (Scapus) hat vorn eine deutliche weiße Linie und dorsal einen weißen Strich. An der Basis befindet sich ein schmaler, weißer Ring. Die Labialpalpen sind weiß. Das erste Segment ist sehr kurz, das zweite ist drei Viertel so lang wie das dritte und hat einen bräunlich grauen subapikalen Ring. Das dritte Segment ist ventral und apikal dunkelgrau.
Thorax und Tegulae sind rötlich braun und vorn grau durchmischt. Die Beine sind dunkelgrau. Die Femura der Mittel- und Hinterbeine haben weißgraue Striche. Die Tibien haben subbasal, medial und subapikal weiße Ringe, die Sporne sind weiß.
Die Vorderflügel sind rötlich braun und haben einen schmalen grauen Costalstrich, der von der Basis bis zum Apex reicht. Die costale Flügelhälfte ist von der Basis bis zu 2/5 der Vorderflügellänge stark grau durchmischt. Ein schmaler, sehr schräg nach außen verlaufender, weißlicher Subcostalstrich reicht von 1/5 der Vorderflügellänge bis zur Analfalte. Er ist undeutlich und auf beiden Seiten dunkelgrau gesäumt oder vollständig grau gesprenkelt. Ein unregelmäßiger, dunkelgrauer Fleck befindet sich auf und unterhalb der Analfalte. Er liegt ungefähr in der Hälfte der Vorderflügellänge und reicht nicht bis zum Flügelinnenrand. Er ist innen schmal weiß gerandet und außen breit weiß gesäumt. Die Apikalhälfte der Vorderflügel ist in der Mitte durch einen undeutlichen und unregelmäßigen grauen Strich verdunkelt. Am Apex ist dieser an beiden Seiten von einigen weißlichen Schuppen umgeben. Die Fransenschuppen sind am Apex rötlich braun, sie werden zum Flügelinnenrand ockergrau. Costal und dorsal zur Flügelspitze befinden sich zwei dunkelgraue Striche auf den Fransenschuppen. Der Dorsalstrich ist schmaler und undeutlicher. Der Grauanteil auf dem Vorderflügel ist variabel. Bei einigen Exemplaren kann die undeutliche weiße Linie stark grau gesprenkelt oder vollständig grau sein.
Die Hinterflügel sind fahlgrau und in Richtung Apex ockerfarben getönt. Die Fransenschuppen sind ockergrau. Das Abdomen ist ockergrau. Die Segmente sind hinten hell gebändert, ventral sind sie weiß. Das Afterbüschel ist dorsal ockerfarben und ventral weiß.
Bei den Männchen ist das Tegumen nahezu quadratisch. Das rechte Brachium ist gekrümmt. Es verjüngt sich distal leicht und hat an der Spitze einen kleinen Haken. Das linke Brachium ist ziemlich kräftig und an der Spitze nach innen gekrümmt. Die Valven sind lang und schmal und haben einen basalen Lobus. Der Aedeagus ist ziemlich schlank und zugespitzt. Die Manica ist an der Basis am breitesten. Der mittlere Abschnitt ist parallelwandig, der Apex ist nach unten gekrümmt. Die linke Valvella ist gerade und sehr dünn. Sie ist halb so lang wie die Manica, die rechte Valvella fehlt. Die sehr kurze und dünne linke Valvella ist in Verbindung mit der gekrümmten Spitze der Manica für die Art charakteristisch.
Bei den Weibchen sind die Apophyses posteriores etwas länger als die Apophyses anteriores. Das Ostium ist klein und hat einen sklerotisierten Ring. Der Ductus bursae ist schmal und weitet sich in Richtung des Ostiums. Er ist 2/3 so lang wie das Corpus bursae. Die obere Hälfte des Corpus bursae ist knollenförmig, der untere Teil ist sehr schmal. An der Einmündung des Ductus bursae befindet sich eine Vorstülpung. Die Signa bestehen aus zwei kleinen, rundlichen, beschuppten Schildchen.
Verbreitung
Pyroderces wolschrijni ist in Spanien, Portugal, Marokko und Malta (Mellieha, Għadira Nature Reserve, Naxxar, Rabat) verbreitet.
Biologie
Die Biologie der Art ist unbekannt. Die Falter wurden von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober gesammelt. Man vermutet, dass die Art zwei Generationen pro Jahr hervorbringt.
Belege
Weblinks
Prachtfalter
Cosmopterigidae |
Sarno steht für:
Sarno (Kampanien), Gemeinde in der Provinz Salerno, Italien
Sarno (Fluss), Fluss in der Gemeinde Sarno
Sarno ist Familienname folgender Personen:
Amerino J. Sarno (1914–1997), US-amerikanischer American-Football-Spieler und -Trainer
Devin Sarno (* 1966), US-amerikanischer Musiker
Fabio Sarno (* 1940), italienischer Schauspieler
Gaitelgrima von Salerno und Sarno (vor 1047–nach 1086), langobardische Adlige
Hector V. Sarno (1880–1953), italienisch-US-amerikanischer Schauspieler
Jacopo Sarno (* 1989), italienischer Sänger, Schauspieler und Synchronsprecher
Jay Sarno (1922–1984), US-amerikanischer Unternehmer
John E. Sarno (1923–2017), US-amerikanischer Arzt und Hochschullehrer
Joseph W. Sarno (1921–2010), US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor
Kelly Norris Sarno (* 1966), kanadische Unternehmerin und Musikvideoproduzentin
Louis Sarno (1954–2017), US-amerikanischer Reisender und Musikforscher
Michael Sarno (* 1958), US-amerikanischer Mobster
Peter Sarno (* 1979), kanadischer Eishockeyspieler
Vincenzo Sarno (* 1988), italienischer Fußballspieler
Siehe auch:
Sarnow (Begriffsklärung) |
Die Nieme ist ein 16,7 km langer, östlicher und orographisch rechter Nebenfluss der Weser im südniedersächsischen Landkreis Göttingen (Deutschland).
Verlauf
Der Bach entsteht auf der Ostabdachung des Bramwaldes oberhalb des Dorfs Varlosen (Ortsteil von Niemetal) durch den Zusammenfluss der drei Quellbäche Wesperke, Buirke und Valenke. Deren Quellen befinden sich nordöstlich der Gemeinde Bühren; etwas südwestlich von Bühren liegt der Ursprung der Schede, ein weiterer bzw. etwas südlicherer Wesernebenfluss.
Die ausschließlich im Naturpark Münden verlaufende Nieme fließt – ohne Bühren zu durchfließen – anfangs östlich des Bramwalds in nordöstlicher Richtung nach Varlosen (Ortsteil von Niemetal), um das Dorf ostwärts zu durchfließen. Danach mündet die von Westen von Ellershausen (Ortsteil von Niemetal) kommende Vöhre ein. Die Nieme verläuft weiter an Imbsen (Ortsteil von Niemetal) vorbei, wonach sie nach Westen abknickt und durch Löwenhagen (Ortsteil von Niemetal) fließt. Danach durchschneidet sie etwa nach Nordwesten fließend den Bramwald, wobei sie das südlich gelegene Naturschutzgebiet Totenberg tangiert.
Schließlich erreicht die Nieme Bursfelde (nördlichster Stadtteil von Hann. Münden), wo sie wenige hundert Meter nach dem Unterqueren der Landesstraße 561, welche Bursfelde im Süden mit Oedelsheim (Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Wesertal) im Norden miteinander verbindet, in die zur Nordsee fließende Weser mündet, die hier einen Abschnitt der hessisch-niedersächsischen Grenze bildet. Aufgrund eines Projektes zur Renaturierung hält die Niememündung hier in etwa wieder den Verlauf ein, der vor rund 200 Jahren bestanden hat.
Der am Westrand des Bramwalds gelegenen Einmündung der Nieme gegenüber und damit am anderen bzw. westlichen Weserufer befindet sich die Ostabdachung des hessischen Reinhardswalds.
Historische Kulturlandschaft
Die Nieme gehört im Talabschnitt von Löwenhagen bis zur Einmündung in die Weser zur 5 km² großen historischen Kulturlandschaft Niemetal mit Kloster Bursfelde, die von landesweiter Bedeutung ist. Diese Zuordnung zu den Kulturlandschaften in Niedersachsen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 2018 getroffen. Ein besonderer, rechtlich verbindlicher Schutzstatus ist mit der Klassifizierung nicht verbunden.
Einzugsgebiet und Zuflüsse
Das Einzugsgebiet der Nieme ist 40,41 km² groß. Zu ihren Zuflüssen gehören (flussabwärts betrachtet):
Weblinks
Einzelnachweise
Gewässer im Landkreis Göttingen
Geographie (Hann. Münden)
Bramwald |
Der Salto Sapo oder Salto El Sapo ist ein Wasserfall im Nationalpark Canaima im Südosten von Venezuela. Eine Aushöhlung unter den hinabstürzenden Wassermassen, die es erlaubt, hinter dem Wasserfall durchzugehen, macht ihn zu einer der größten Touristenattraktionen des Nationalparks.
Der Salto Sapo befindet sich in direkter Umgebung des Dorfes Canaima, das als Ausgangspunkt für Touren zum höchsten Wasserfall der Welt (Salto Ángel) dient. Kurz vor Canaima gabelt sich das Flussbett des Río Carrao auf, und der Fluss stürzt parallel in mehreren Wasserfällen in den See Laguna de Canaima. Aus dem See fließt im Anschluss der wiedervereinigte Rio Carrao weiter zum Río Caroní. Der Salto Sapo, zusammen mit seinem kleinen Ableger El Sapito, ist der – flussabwärts betrachtet – rechts außen gelegene Wasserfall.
Die Passage hinter dem gewaltigen Wasservorhang ist nur in Badekleidung ratsam, da vor allem während der Regenzeit ein Hindurchgehen im Trockenen nicht möglich ist. Während der Trockenzeit bleibt von den ehemals imposanten Wassermassen jedoch nur ein kleines Rinnsal übrig.
Weblinks
Gesamtansicht Luftaufnahme auf panoramio
Sapo
Wasserfall in Venezuela
Nationalpark Canaima
WSapo |
Loremo ist ein Automobilentwurf der Loremo AG. Der Name ist ein Akronym, zusammengesetzt aus Low Resistance und Mobile. Ein Produktionsbeginn wurde ab 2001 mehrmals angekündigt, aber nie verwirklicht. Es wurde lediglich ein Prototyp des Wagens gefertigt.
Firmengeschichte
Die Idee für ein solches Fahrzeug stammte aus dem Jahr 1993, Initiator war Ulrich Sommer. Die Entwicklung wurde 1995 begonnen. Ursprünglich sollte das Grundmodell mit 1,5 Litern Diesel auf 100 km auskommen und zu einem Preis von rund 11.000 Euro angeboten werden.
2008 schieden der ehemalige Chef und Mitgründer Gerhard Heilmaier sowie etwas später der Mitgründer Stefan Ruetz bei Loremo aus. Neuer Chef wurde Thomas Zollhöfer. Der Firmengründer und Initiator des Projekts, Ulrich Sommer, schied im Oktober 2009 aus der Firma aus.
2009 wurde das Konzept von der Initiative Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet.
Am 15. Dezember 2011 änderte sich die Anteilssituation, ein ungenannter Anteilseigner erwarb mehr als 50 % der Anteile an der Loremo AG. Dieser Anteilseigner brachte seine Firmenanteile in die neu gegründete Loremo Holdings Corp. mit Sitz in Dorsten ein.
Am 10. Dezember 2012 wurde bekanntgegeben, dass aufgrund der Umstrukturierung der Deutschen Börse die Aktien der Loremo Holdings Corp. voraussichtlich am 15. Dezember 2012 aus dem Handel genommen werden. Nach Planungen von Loremo sollte zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2013 der Handel in einem anderen Handelssegment wiederaufgenommen werden.
Dies hat nicht stattgefunden, bereits seit 2013 gibt es keine offiziellen Unternehmensinformationen mehr.
Am 23. November 2017 löste das Amtsgericht Gelsenkirchen die Aktiengesellschaft auf. Die Insolvenz wurde mangels Masse nicht eröffnet.
Entwicklungsgeschichte
Der Loremo sollte laut seinen Ingenieuren mit dem Ziel entwickelt werden, je nach Modell 1,5 Liter Dieselkraftstoff, 3 Liter Benzin oder 6 kWh Strom je 100 km zu verbrauchen.
Das erste Mal sollte der Loremo auf der IAA 2001 in Frankfurt präsentiert werden, ein Modell wurde dann aber erst 2006 auf dem Genfer Auto-Salon gezeigt, die Verzögerung wurde damit erklärt, dass sich ein wichtiger Investor zurückgezogen hätte. Das in Genf gezeigte Modell hatte weder Fahrwerk noch Motor. Der erste angeblich fahrbereite Prototyp stand auf der IAA 2007. Der Hersteller behauptete, bei Testfahrten weniger als 2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbraucht zu haben. Der Prototyp fuhr zunächst mit Dieselantrieb. Später wurde er auf Elektroantrieb umgebaut. Die Herstellung und der Umbau wurden von Heggemann bzw. Hans Götz Engineering durchgeführt.
Am 11. April 2009 soll der Loremo EV mit elektrischem Antrieb das erste Mal auf öffentlichen Straßen gefahren sein. Dabei sollen laut Firmenangaben Geschwindigkeiten bis knapp 100 km/h erreicht worden sein.
Im Juli 2010 wurde bekannt, dass lediglich ein fahrfähiger Prototyp und ein nicht betriebsfähiges Modell des Loremo existieren. Der Prototyp stand seit Oktober 2009 als Pfand in einer Werkstatt in Dorsten-Stadtsfeld, die von ihrem Werkstattpfandrecht Gebrauch machte, weil die Loremo AG offene Rechnungen für die Arbeiten am Fahrzeug nicht beglichen hatte. Weiter wurde bekannt, dass der Prototyp durch drei Batterien angetrieben wird.
Im November 2011 wurde der Loremo-Prototyp mit Elektroantrieb auf der türkischen ICP präsentiert.
Am 15. Oktober 2012 gab die Loremo Holdings Corp. bekannt, bis Ende November 2012 unter notarieller Aufsicht und in Anwesenheit des TÜVs und von internationalen Pressevertretern eine Langstreckentestfahrt mit einem Gas-Hybridmotor durchzuführen, der von einem Partnerunternehmen entwickelt wurde. Am 10. Dezember 2012 gab die Loremo Holdings Corp. dann bekannt, aufgrund der Weiterentwicklung des Motors die Langstreckentestfahrt zu verschieben. Vortests, die gemeinsam mit der Dekra durchgeführt wurden, hätten eine prognostizierte Reichweite von 1500 Kilometern mit 5 kg Autogas ergeben. Das Fahrzeug wird jedoch nicht von einem Gasmotor, sondern von einem Elektromotor angetrieben, der Gasmotor diene ausschließlich der Aufladung der im Fahrzeug vorhandenen Akkumulatoren, deren Kapazität für eine Reichweite von 200 Kilometern ausreiche. Die endgültigen Tests sollten zwischen Januar und Februar 2013 im Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung durchgeführt werden. Zu diesen Erprobungen kam es jedoch nicht mehr.
Im August 2016 nannte Die Zeit den Loremo unter dem Titel "Die toten Exoten", ohne irgendwelche bekannten Aktivitäten seit 2013.
Finanzierung des Projekts
Anfang 2006 beteiligte sich das malaysische Unternehmen Kosmo Motors Company durch Zahlung von umgerechnet ca. 2 Mio. Euro zu 26 % an der Firma Loremo.
Nachdem der Loremo AG in Nordrhein-Westfalen deutlich bessere Fördermöglichkeiten angeboten worden waren als in Bayern, wurde der Firmensitz nach NRW verlegt. Dort wurde das Vorhaben nach Aussage eines Sprechers des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums durch EU-Mittel des Technologie- und Innovationsprogramms mit 2,3 Mio. Euro unterstützt.
Am 15. April 2009 veröffentlichte die Loremo AG einen Beteiligungsprospekt zur Zeichnung neuer Aktien. Demnach wurden für die Konzeptentwicklung, nach der Prototypen für alle drei Antriebsarten (Dieselkraftstoff, Benzin und Strom) vorgestellt werden sollten, 2009 noch rund 4 Millionen Euro benötigt (Stand 8. Juni 2009).
Am 12. Juli 2010 gab Zollhöfer in einer eidesstattlichen Versicherung bekannt, dass das Barvermögen der Loremo AG sich auf 50 Euro beliefe.
Anfänglich geplante Karosserie
Der ursprüngliche Entwurf sollte eine Front- und eine Heckklappe haben. Die beiden Sitzreihen des Loremo sollten Dos-à-dos mit den Rückenlehnen zueinander stehen. Dazwischen sollte der Motor untergebracht werden, siehe Mittelmotor. Damit wurde ein wesentliches Merkmal des Zündapp Janus aufgegriffen.
Kritik
Die interessierte Öffentlichkeit konnte nie ein fahrfähiges Exemplar eines Loremos begutachten, da stets in den letzten Momenten angeblich Missgeschicke dies verhinderten, beispielsweise am 11. Mai 2009 in Marl.
Seit Sommer 2010 gibt es die vom Land mit 2,3 Millionen Euro geförderte Firma am Standort Marl nicht mehr. Dass es überhaupt zu einer Produktion des Loremo in der vorgesehenen Art kommen würde, war schon zu diesem Zeitpunkt äußerst unwahrscheinlich.
Literatur
Johannes Kelch: Ein Auto aus der virtuellen Welt. Entwicklung nach dem "Prinzip der Simplizität". Computerwoche Band 31 (2004), Heft 38, Seite 42–43
Frank O. Hrachowy: Widerstandskämpfer. Ein deutscher Automobilentwickler geht neue Wege. Krafthand, Band 80 (2007), Heft 11, Seite 42–44,
Katharina Sekareva: Roter Faden. Spezial NRW. 2-Liter-Auto. Wirtschaftswoche (2008), Heft 23, Seite 56, .
Weblinks
Offizielle Website (seit Mai 2017 nicht mehr erreichbar)
Artikel: Streamline Your Gas Guzzler to 1.5 Liters – umfangreicher Artikel zum Loremo (englisch)
Werbevideo eines fahrenden Loremos. Welche Art von Antrieb verwendet wurde, ist darin nicht zu erkennen.
Einzelnachweise
Konzeptfahrzeug
LOREMO |
Ocra steht für:
Okra, Gemüse-Eibisch, Abelmoschus esculentus, Malvengewächs
Nanos, Name des Gebirges in der antiken Geographie
Razdrto (Pass), Name des Passes und der dortigen Handelsstation in der antiken Geographie
OCRA steht für:
Ottmar Cramer, Lloyd Motoren Werk, ehemaliger Motorradhersteller, siehe Nürnberger Motorradindustrie#Lloyd bzw. Ocra
OCRA (Algorithmus): OATH Challenge-Response Algorithm (RFC 6287)
OCRA (Karosseriehersteller), ein ehemaliger italienischer Karosseriehersteller und Automobilzulieferer (1977–1990)
Siehe auch:
Orka
Abkürzung |
Chima [t͡ʃiːma] (* 6. November 1972 in Frankfurt am Main geboren, eigentlich Chimaobinna Enyiakanwanne Onyele) ist ein deutscher Musiker. Er steht bei der Universal Music Group unter Vertrag und ist Mitglied von Brothers Keepers.
Leben
Chimas Eltern waren Anfang der 1960er Jahre von Nigeria nach Deutschland gezogen. Er wurde in Frankfurt am Main geboren, ging dort in den Kindergarten und machte das Abitur auf der Ernst-Reuter-Schule. Mit 16 oder 17 Jahren besucht er das erste Mal Nigeria, was seinen Blick auf seine Eltern stark veränderte. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Soziologie. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter.
Karriere
Mitte der 1990er Jahre trat Chima mit dem Geschwisterpaar Aisha und Ismael Abdallah als Teil der englischsprachigen Rapgruppe Otropic T(h)ree auf. Ihre erste Platte scheiterte kommerziell, die Gruppe löste sich später auf. Erste Charterfolge erzielte der Sänger erst 2000 als Teil von Brothers Keepers, mit denen er durch den Erfolg der Top-4-Single Adriano (Letzte Warnung) deutschlandweit bekannt wurde. Im Anschluss daran erschien sein Solodebüt Reine Glaubenssache, das 2002 über EMI veröffentlicht wurde und aus dem die beiden Singles Ich leb das und Lass los ausgekoppelt wurden. Zu dieser Zeit ging er als Supportact mit Herbie Hancock auf Tour und begann mit den Vorbereitungen für sein zweites Album Im Rahmen der Möglichkeiten, das im Oktober 2005 nach einem Labelwechsel bei Pelham Power Productions erschien. Die erste Singleauskopplung aus dem Album, Wundervoll, wurde auch im Radio gespielt und zeigt die Wandlung vom Rapper zum deutschsprachigen Reggae-/Soulsänger.
2011 unterschrieb er einen Vertrag bei Konrad Sommermeyer (* 1979), der auch Tim Bendzko und Frida Gold managt. 2012 wurde er von der Universal Music Group unter Vertrag genommen. Mit der ersten Labelveröffentlichung, der Single Morgen, hatte er seine erste Chartplatzierung. Ähnlichkeiten mit dem Song Morgen von Herr von Grau haben unter anderem bei den Fans beider Parteien auf Facebook und der Bild für Furore gesorgt.
Zu Morgen gibt es auch einen Remix von Deichkind. Wenige Wochen nach der Singleveröffentlichung folgte das Album Stille, auf dem beim Stück Kleinigkeiten die Sängerin Lary mitwirkt.
Im November 2012 spielte Chima seine bislang einzige eigene Tournee unter dem Titel Merkst du was Tour. Im Oktober 2015 ging er erneut auf Deutschland-Tournee.
2019 sang er mit Namika das Titellied zu dem Film Rate Your Date und kündigte das Erscheinen eines neuen Albums im selben Jahr an.
Diskografie
Alben
2002: Reine Glaubenssache
2005: Im Rahmen der Möglichkeiten
2012: Stille
2014: Von Steinen und Elefanten
Singles
2001: Ich leb das
2002: Lass los
2005: Wundervoll
2006: Immer noch
2012: Morgen
2012: Ausflug ins Blaue
2012: Fliegen
2014: 100 Elefanten
2014: Das große Schweigen (exklusiv bei Spotify)
2019: Wir können alles sein (mit Namika)
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Quellen
Weblinks
Chima. Allesreal.de
Chima. Brothers Keepers.
Biografie. Universal Music.
Fabian Elsäßer: „Die deutsche Sprache ist mir ein persönliches Anliegen“. Deutschlandfunk, 14. Juli 2012 (Interview).
Popsänger
Rapper
Pseudonym
Deutscher
Geboren 1972
Mann |
Berufswahlreife ist ein Konzept der Laufbahnentwicklungstheorie. Diese charakterisiert den Entwicklungsstand eines Menschen im Hinblick auf seine Fähigkeit und Bereitschaft zur Inangriffnahme und effektiven Bewältigung phasentypischer Entwicklungsaufgaben. Die Berufswahlreife zeigt an, inwieweit ein Berufswähler seinem Alter entsprechend gestellte
Aufgaben im Vergleich zu anderen Individuen löst. Sie spielt vor allem vor und während der Statuspassage von der Schule bzw. Hochschule ins Berufsleben eine zentrale Rolle.
Verwandte Begriffe
In neueren Veröffentlichungen wird der Begriff „Berufswahlreife“ zunehmend durch den Begriff Berufswahlkompetenz ersetzt, um zu verdeutlichen, dass sich nicht bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter (durch „Reifung“) quasi automatisch die gewünschte Reife in vollem Umfang einstelle. Außerdem wird am Konzept der „Berufswahlreife“ in der Tradition Supers kritisiert, dass es psychologische Aspekte überbetone und soziologische Fragestellungen stark vernachlässige.
Für das deutsche Bundesinstitut für Berufsbildung ist die Berufswahlreife eines jungen Menschen ein Merkmal von mehreren für das Vorliegen einer Ausbildungsreife. Das Institut operationalisiert den Begriff Berufswahlreife als „Selbsteinschätzungs- und Informationskompetenz“. Berufswahlbereitschaft und -fähigkeit gilt als Metakompetenz aus Identität, Adaptabilität und Resilienz.
Merkmale der Berufswahlreife bzw. -kompetenz
Nach Donald E. Super, dem Nestor der Theorie der Laufbahnentwicklung, wird von berufswahlreifen Menschen erwartet, dass sie planvoll und explorierend an die Entwicklungsaufgabe der Berufswahl herangehen, eine allgemeine Entscheidungskompetenz, verbunden mit Wissen über die Arbeitswelt und spezifische Berufe erwerben sowie in affektiver und kognitiver Hinsicht Realitätssinn zeigen.
Supers richtiger Ansatz, wonach Berufswahlreife typischerweise in einem bestimmten Lebensalter erreicht werde, könnte dahingehend verstanden werden, dass die Kategorie (als erledigte Entwicklungsaufgabe) in höheren Lebensjahren keine entscheidende Rolle mehr spiele. Dieses Missverständnis wird in neueren Publikationen explizit korrigiert; ihm wird durch die konsequente Verwendung des Begriffs „Berufswahlkompetenz“ vorgebeugt. Da sich Berufsbilder veränderten und da der lebenslang ausgeübte eine Beruf immer seltener werde, sei es erforderlich,
dass Berufstätige ihr Wissen und ihre Einstellungen ständig darauf überprüften, ob sie noch der Realität entsprechen,
dass sie zu lebenslangem Lernen bereit seien und
dass sie gegebenenfalls die am Beginn des Berufslebens oder auch später getroffene Berufswahlentscheidung revidieren.
Selbstwissen
Für eine voll entwickelte Berufswahlreife ist es zwingend erforderlich, dass Schüler sich selbst kennen, d. h., dass ihnen ihre (im Beruf verwertbaren) Neigungen bewusst sind und dass sie in der Lage sind, für sie attraktive Berufsangebote im Hinblick darauf zu überprüfen, ob sie für die Anforderungen des betreffenden Berufs geeignet sind.
Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien beschreibt den Erwerb von „Selbstwissen“ folgendermaßen: „Die Wahl des richtigen Berufs setzt die Kenntnisse der eigenen Stärken und Schwächen sowie der eigenen Wünsche und Ziele voraus. Durch unmittelbare Rückmeldung von anderen, durch gezielte Erprobung der eigenen Fähigkeiten, durch den Vergleich mit anderen Personen und durch gesellschaftliche Erwartungen entwickeln wir ein Bild von uns selbst. Dieses Bild kann präziser oder diffuser, einfacher oder strukturierter, begründeter oder spekulativer, vollständiger oder einseitiger, eher richtig oder eher falsch sein. Berufswahlkompetente Menschen kennen die eigenen Stärken und Schwächen sowie die eigenen Bedürfnisse und Ziele, soweit sie für den Arbeits- und Leistungskontext relevant sind. Sie können diese artikulieren und sind in der Lage, selbstrelevante Informationen zu beschaffen und zu verarbeiten.“
Konzeptwissen
Als „Konzeptwissen“ bezeichnet das Thüringer Institut Wissen über Arbeitsfelder, über spezifische Merkmale in Frage kommender Berufe, aber auch über das Konzept Beruf im Allgemeinen, über Kategorien wie Männerberufe vs. Frauenberufe sowie über das Prestige des betreffenden Berufs.
Bedingungswissen
Über „Bedingungswissen“ verfügt ein Mensch, wenn ihm bekannt ist, was er, beginnend in der Gegenwart, unternehmen muss, um eine Ausbildung im Wunschberuf beginnen und erfolgreich abschließen zu können und um in dem betreffenden Beruf Karriere machen zu können.
Planungs- und Entscheidungskompetenz
Voll berufsreif bzw. -kompetent ist jemand, wenn er in der Lage ist, aus möglichen Optionen eine Option herauszufiltern, für die er sich letztlich entscheidet, und wenn er in der Lage ist, alle zuvor genannten Aspekte so miteinander zu verknüpfen, dass sich aus ihnen eine stimmige Berufswahlplanung ergibt.
Rolle der Erziehungsberechtigten im Reifungsprozess
Art. 26 Abs. 2 Satz 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, beschlossen am 10. Dezember 1948, bestimmt: „Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.“ Dieses Recht ist Teil des elterlichen Sorgerechts ( BGB) und erlischt erst mit dem Tag, an dem der Sohn oder die Tochter volljährig wird. In Deutschland ist dies gemäß BGB der 18. Geburtstag des Sohnes bzw. der Tochter.
Im Prinzip haben also Erziehungsberechtigte das letzte Wort in Sachen Berufswahl des ihnen anvertrauten Minderjährigen. Das bedeutet aber nicht, dass Minderjährige mit Berufswünschen, die den Vorstellungen ihrer Eltern widersprechen, diesen „gehorchen“ müssten und im Fall des „Widerstandes“ gegen den Elternwillen automatisch als „(berufswahl)unreif“ qualifiziert werden dürften. In Deutschland regelt das BGB Situationen, in denen Eltern untereinander oder im Verhältnis zu ihrem Kind sich nicht auf dessen schulischen bzw. beruflichen Werdegang einigen können. Abs. 1 Satz 1 GG lautet nicht: „Alle volljährigen Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“ Die Freiheit der Berufswahl ist vielmehr ein Bürgerrecht, das auch für Minderjährige gilt und das der deutsche Staat als Garant der Grundrechte seiner Bürger schützen muss. Folgerichtig bestimmt BGB: „In Angelegenheiten der Ausbildung und des Berufs nehmen die Eltern insbesondere auf Eignung und Neigung des Kindes Rücksicht. Bestehen Zweifel, so soll der Rat eines Lehrers oder einer anderen geeigneten Person eingeholt werden.“ Eltern dürfen bei Befolgung des § 1626 Abs. 2 BGB von ihren Plänen abweichende Berufspläne ihrer jugendlichen Kinder nicht ignorieren. Auch wenn keine Kindeswohlgefährdung im Sinne des Abs. 2 und Abs. 3 BGB vorliegt, kann selbst dann, wenn beide Eltern sich einig sind, ein Gericht die Entscheidung der Eltern ersetzen, wenn die Bildungsentscheidung der Eltern nicht mehr den Interessen des Kindes dienen kann. Willkür oder böser Wille sind dafür nicht erforderlich.
Diese Regelungen erleichtern juristisch die Entwicklungsaufgabe der Loslösung des Jugendlichen von seinen Eltern, die mit dem Erwerb von Berufswahlkompetenz eng verbunden ist.
Zur Anwendung kommen die oben angeführten Regelungen vor allem in Fällen wie dem folgenden: Der Inhaber einer Konditorei, dessen Urgroßvater bereits als Konditor die Firma gegründet hat, besteht darauf, dass sein Sohn ebenfalls Konditor wird, weil er den Abbruch der Familientradition nicht ertragen könnte. Dass sein Sohn andere Pläne hat, interessiert ihn nicht. Eine Entscheidung über die Bildung und Ausbildung eines Minderjährigen durch Richter ist allerdings in der Praxis die Ausnahme. Lothar Beinke stellt fest, dass Eltern in Sachen Berufswahlentscheidung ihrer Kinder in der Regel eher eine „Unterstützer-“ bzw. „Abnickerfunktion“ wahrnehmen.
Verfehlung der Entwicklungsaufgabe Berufswahlreife
Das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Berufsorientierungsprogramm (BOP)“ (siehe Weblinks) wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung vor dem Hintergrund durchgeführt, dass in den 2010er Jahren „Schulabgängerinnen und Schulabgängern klare Berufsvorstellungen fehlten, das Berufswahlspektrum eingeschränkt war und zu viele Ausbildungen abgebrochen wurden.“ Dabei zeigte sich, dass Schüler, die im Übergangssystem untergekommen waren und Zielgruppe einer Benachteiligtenförderung geworden waren, nicht nur von einem Mangel an Berufswahlkompetenz betroffen waren, sondern auch mit allgemeinen Motivationsproblemen (in Form einer nachhaltigen Unlust am formalisierten Lernen) und der Vorstellung belastet waren, ein sie befriedigendes Leben auch als „Ungelernter“ führen zu können.
Eine Berufswahl sollte durch Außenstehende rational nachvollziehbar sein. Als „rational“ gilt eine Berufswahl dann, wenn die Kategorien Neigung und Eignung in ihr optimal verwirklicht sind. Zu klären ist,
warum Schüler und Schulabgänger diesen für sie „optimalen“ Beruf nicht finden,
was sie daran hindert, eine Ausbildung in dem Beruf zu beginnen, nachdem sie ihn gefunden haben, und
warum sie ggf. eine Ausbildung in dem gewählten Beruf abbrechen.
Ursachen
Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft
Zur Aufnahme in die Arbeitswelt gehören zwei Seiten: die des Schulabgängers und die der aufnehmenden Wirtschaft. Wenn jemand keinen Ausbildungsplatz erhält, dann ist die Hauptursache hierfür, dass er den Anforderungen potenzieller Arbeitgeber anscheinend nicht gerecht wird. Bewerbern, die keinen Erfolg bei Arbeitgebern haben, die Ausbildungsstellen in dem Wunschberuf anbieten, und ihre Pläne nicht ändern, könnte man mangelnde Anpassungsfähigkeit (Adaptabilität) vorwerfen. In Zeiten, in denen es ein grobes Missverhältnis zwischen der Nachfrage nach Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätzen und dem Angebot gibt (wie heute noch in vielen Staaten des Mittelmeerraums mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit), greift dieser Vorwurf allerdings zu kurz. Für Menschen mit einem zu „unattraktiven Humankapital“ gibt es im Zeitalter der Digitalen Revolution immer weniger „einfache Arbeit“. Ob bei anspruchsvolleren Tätigkeiten auf Dauer in Deutschland ein Fachkräftemangel herrschen wird, ist trotz der demografisch bedingten relativ geringen Zahl an Einsteigern ins Berufsleben angesichts der fortschreitenden Digitalisierung fraglich.
Auch nimmt trotz aller Bemühungen um die Umsetzung des Art. 27 der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland die Zahl derjenigen zu, die wegen einer Behinderung darauf angewiesen sind, in einer Werkstatt für behinderte Menschen eine Berufsausbildung zu erhalten und zu arbeiten, die meisten davon lebenslang. Etwa vorhandene Berufswünsche des betroffenen Personenkreises erweisen sich in aller Regel als illusorisch. Ein Recht auf berufliche Förderung haben in Deutschland als „voll erwerbsunfähig“ Eingestufte, aber auch zumindest teilweise erwerbsfähige Menschen mit Behinderung (einschließlich solcher mit einer sogenannten „Lernbehinderung“) nur auf der Grundlage des Abs. 1 SGB III.
Unterschiedlicher Entscheidungsdruck
Da Gymnasiasten im Allgemeinen (außer denen, die vor dem Abitur die Schule verlassen) länger eine allgemeinbildende Schule besuchen als Gleichaltrige mit anderen Bildungsgängen, ist die Berufswahlreife am Ende der Sekundarstufe I bei ihnen geringer ausgeprägt als bei denen, die nicht ihre Berufsschulpflicht in Form eines Vollzeitunterrichts in der Sekundarstufe II erfüllen.
Die Fülle der Möglichkeiten, ohne Studium einen Ausbildungsberuf zu erlernen, wirkt sich auch auf die Entscheidungsbereitschaft junger Leute ohne Abitur negativ aus. Aber den Abiturienten stehen im Prinzip mit dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife alle Berufe offen, auch diejenigen, für die man ein abgeschlossenes Studium benötigt. Das Ergebnis ist bei vielen von ihnen Prokrastination, d. h. die Aufschiebung der Antwort auf die Frage, welcher beruflichen Tätigkeit der Betreffende nachgehen will. Diese tritt insbesondere bei solchen Studiengängen auf, die ihrerseits eine Auswahl unter verschiedenen Berufen erst nach erfolgreichem Studienabschluss ermöglichen (z. B. unter Studenten der Rechtswissenschaft). Die Karriereberaterin Ute Glaubitz behauptet mit Bezug auf Studienberechtigte: „Die meisten Leute wollen sich am liebsten gar nicht festlegen, mit 20 nicht und mit 30 auch nicht.“ Verräterisch sei in diesem Zusammenhang die häufige Verwendung der Floskel „erst mal“ bei Aussagen über den weiteren Lebensweg.
Gegenmaßnahmen
Schulabgänger, die es in Deutschland nicht schaffen, einen Platz im System der dualen Ausbildung oder in einer Berufsfachschule zu finden, werden, sofern sie nicht bereits ihre Berufsschulpflicht erfüllt haben, einem Lehrgang im Übergangssystem zugeführt. Das Übergangssystem umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung,
die von staatlichen und privaten Institutionen für Jugendliche angeboten werden, die nach Meinung der Arbeitsverwaltung nicht „ausbildungsreif“ sind. Ihnen müssen in erster Linie angemessene Arbeitshaltungen und Arbeitstugenden vermittelt werden, die nach Meinung der Experten einem Entwicklungsprozess unterliegen, also im Regelfall auch noch von „Spätentwicklern“ erworben werden können.
Wer immer es nicht schafft, ohne Hilfe ins Berufsleben zu starten, gilt als „Benachteiligter“, dem eine Benachteiligtenförderung zustehe. Ruth Enggruber gehört zur Gruppe derjenigen, die von „Inklusion“ nicht nur im Zusammenhang mit „Behinderung“ sprechen möchten, sondern möchten, dass alle tatsächlich Benachteiligten von Inklusionsmaßnahmen profitieren sollen. Ursula Bylinski vom Bundesinstitut für Berufsbildung zitiert das Programm der Deutschen UNESCO-Kommission aus dem Jahr 2009: „Allen Jugendlichen und Erwachsenen sollen Lerngelegenheiten gegeben werden, unabhängig von Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen. Inklusive Bildung geht davon aus, dass eine ‚Pädagogik für besondere Bedürfnisse‘ nicht in Isolation weiterentwickelt werden kann, sondern Teil einer allgemeinen pädagogischen und bildungspolitischen Strategie sein muss.“
Siehe auch
Ausbildungsreife
Berufsorientierung
Berufswahl
Berufswahlpass
Überakademisierung
Literatur
C. Bergmann, F. Eder, D. H. Rost (Hrsg.): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, Artikel Berufs- und Laufbahnberatung. (2. überarb. und erw. Aufl. 2001) Beltz PVU, Weinheim.
Lothar Beinke: Das Internet – ein Instrument zur Berufsorientierung Jugendlicher? Frankfurt/Main 2008, Verlag Peter Lang
Andreas Hirschi: Was macht Jugendliche fit für die Berufswahl? Panorama 4/2009, S. 13–14. Online (PDF, 92 kB)
Weblinks
Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Berufswahlkompetenz und ihre Förderung. Evaluation des Berufsorientierungsprogramms BOP. 2018
Lothar Beinke: Ausbildungsabbruch und eine verfehlte Berufswahl. Berufs- und Wirtschaftspädagogik online. 26. September 2011
Philipp Catani: Inklusive Berufsorientierung. 2022f.
Einzelnachweise
Arbeits- und Organisationspsychologie
Berufskunde
Lebensstadium |
Henry Wager Halleck (* 16. Januar 1815 in Westernville, New York; † 9. Januar 1872 in Louisville, Kentucky) war Offizier, Gelehrter und Jurist.
Er war Oberbefehlshaber (Commanding General of the United States Army) des US-Heeres zu Beginn des Sezessionskriegs.
Leben
Jugend
Henry Wager Halleck wurde in Westernville, New York geboren und war durch Einheiratung mit Alexander Hamilton verwandt. Nach dem Besuch der Hudson Academy und des Union College machte er 1839 den Abschluss an der US-Militärakademie in West Point, New York. Dort blieb er zwei Jahre als wissenschaftlicher Assistent für Pionierwesen. 1844 reiste er nach Europa, um das französische Militär kennenzulernen. Nach seiner Rückkehr schrieb er auf Grundlage seiner dort gemachten Erfahrungen Elements of Military Art and Science (Grundlagen der militärischen Lehre und Fertigkeit). Dieses Werk wurde von seinen Kameraden beim Militär wohlwollend aufgenommen. Später war es eine der wichtigsten taktischen Abhandlungen, die von den Offizieren im aufziehenden Bürgerkrieg verwendet werden sollte. Sein Wirken als Gelehrter bescherten ihm den (später abwertenden) Spitznamen Old Brains.
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg und Zeit in Kalifornien
Während des mexikanisch-amerikanischen Kriegs diente Halleck in Kalifornien. 1854 nahm er seinen Abschied als Berufsoffizier und wurde ein sehr erfolgreicher Jurist und Verleger in San Francisco. Er beteiligte sich an der Ausarbeitung der kalifornischen Verfassung und wurde ein anerkannter Sammler von Gegenständen zum Thema Kalifornien. Er war Direktor der Almaden Quicksilver Company in San José, Kalifornien, Präsident der Atlantic and Pacific Railroad, ein Bauunternehmer in Monterey und Eigentümer der Rancho Nicasio in Marin County, Kalifornien, die 120 km² groß war. Trotz dieser Vielzahl geschäftlicher Unternehmungen beschäftigte er sich weiterhin mit militärischen Dingen und gewann das Vertrauen des angesehenen General Winfield Scotts. 1860 war er Generalmajor der Miliz von Kalifornien.
Bürgerkrieg
Am 19. August 1861 wurde er von Präsident Abraham Lincoln zum Generalmajor des regulären Heeres befördert. Er war Befehlshaber der Wehrbereiche Missouri und Mississippi und war damit Oberbefehlshaber für alle militärischen Aktivitäten auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Den Höhepunkt seiner militärischen Karriere bildete die Ernennung zum Oberbefehlshaber des Heeres (Commanding General of the United States Army) am 11. Juli 1862. Präsident Abraham Lincoln war mit dem bisherigen Inhaber des Dienstpostens McClellan wegen geringer militärischer Erfolge unzufrieden. Halleck konnte demgegenüber einige Erfolge im Westen vorzeigen, so seine Siege bei Fort Henry, Fort Donelson, Shiloh und Corinth. Lincoln befahl Halleck deshalb, sich so schnell wie möglich in die Hauptstadt zu begeben. Die Übergabe der Dienstgeschäfte verzögerte sich, so dass er das Amt erst am zum 23. Juli 1862 antreten konnte.
Am 12. März 1864 wurde Ulysses S. Grant, Hallecks früherer Untergebener im Westen, zum Generalleutnant befördert und zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Halleck wurde zum Generalstabschef, dessen Aufgabe vor allem in der Verwaltung der mittlerweile zahlenmäßig sehr umfangreichen US-Armeen lag. Nachdem General Robert E. Lee bei Appomattox Court House für die Konföderierten Staaten 1865 kapituliert hatte, bekam er Kommandeursposten am James River. Nach dem Krieg war er Befehlshaber des Wehrbereichs Pazifik.
Tod
Henry Halleck war Befehlshaber der Militärdivision Süd, als er am 9. Januar 1872 in Louisville, Kentucky starb. Er ist auf dem Green-Wood Cemetery in Brooklyn, New York, bestattet. Ihm ist eine Straße in San Francisco und eine Statue im Golden-Gate-Park gewidmet.
Leistungen
Halleck war ein begabter Stratege und Organisator. In den Feldzügen, die er führte, zeigte er sich als zu wenig aggressiv. Er leitete effektiv die Anweisungen Präsident Lincolns weiter; so sehr, dass Lincoln zitiert wurde, Halleck sei in Wirklichkeit „wenig mehr als ein sehr guter Sekretär“ (little more than a first rate clerk). Er war nicht erfolgreich im Umgang mit seinen untergebenen Generälen, wie McClellan und Joseph Hooker, die seine strategischen Anweisungen nicht immer in seinem Sinne umsetzten. Während seines einzigen Feldkommandos bei Corinth im Mississippi rückte er sehr langsam vor, nur ungefähr eine Meile pro Tag, und grub sich dann ein. Das führte zwar letztendlich mit geringen Verlusten zum Erfolg, aber Politikern dauerte das Eintreten dieses Erfolges zu lange.
Schriften
International law, or Rules regulating the intercourse of states in peace and war (= The Making of the Modern Law). H.H. Bancroft, San Francisco, 1861.
Elements of Military Art and Science. D. Appleton, New York, 1856.
Mexican War in Baja California: the memorandum of Captain Henry W. Halleck concerning his expeditions in Lower California, 1846–1848. Hrsg. von Doyce Blackmann Nunis Jr. (= Baja California travels Series; 39.) Dawson, Los Angeles, 1977.
Antoine Henri Baron de Jomini: True Life of Napoleon. Aus dem Französischen übersetzt von Henry Wager Halleck. D. Van Nostrand, New York; Trübner & Co., London, 1863.
Literatur
Stephen E. Ambrose: Halleck: Lincoln’s Chief of Staff. Louisiana State University Press, Baton Rouge 1996, ISBN 978-0-8071-2071-2.
John H. Eicher, David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, ISBN 0-8047-3641-3.
John F. Marszalek: Commander of All Lincoln’s Armies: A Life of General Henry W. Halleck. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 2004, ISBN 0-674-014936.
Benjamin J. Swenson: „Measures of Conciliation“: Winfield Scott, Henry Halleck, and the Origins of U.S. Army Counterinsurgency Doctrine. In: The Journal of Military History. Bd. 86 (2022), Heft 4, S. 859–881.
Einzelnachweise
US-Amerikaner
Militärperson (Nordstaaten)
Absolvent der United States Military Academy
Geboren 1815
Gestorben 1872
Mann |
Jahn steht für:
Jahn (Familienname), ein Familienname – zu Namensträgern siehe dort
Jahn (Vorname)
(30830) Jahn, Asteroid des Hauptgürtels
Persönlichkeiten:
Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852), bekannt als Turnvater Jahn, Pädagoge und Gründer der Turnbewegung
Roland Jahn (* 1953), deutscher Journalist und Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU
Sportvereine:
Jahn Czernowitz, Fußballverein
TSV Jahn Calden, Hessen
TV Jahn Delmenhorst, Niedersachsen
SpVgg Jahn Forchheim, Bayern
SSV Jahn Regensburg, Bayern
TV Jahn Schneverdingen, Niedersachsen
Jahn Siegen, Nordrhein-Westfalen
TSV Jahn 1892 Würzburg
TV Jahn Wolfsburg, Niedersachsen
Siehe auch:
Jahn Reisen
Jahn-Teller-Effekt
Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum
Friedrich-Ludwig-Jahn-Denkmal Frankfurt am Main
Jähn
Jahns
Jan |
Tristram Edgar „Tris“ Speaker (* 4. April 1888 in Hubbard, Texas; † 8. Dezember 1958 in Lake Whitney, Texas) war ein US-amerikanischer Baseballspieler und -manager in der Major League Baseball (MLB). Seine Spitznamen waren The Grey Eagle und Spoke.
Biografie
Tris Speaker wurde in Hubbard, Texas geboren und wuchs dort auch auf. Bei einem Reitunfall brach er sich den rechten Arm und wurde so zum Linkshänder. Später verletzte er sich den linken Arm bei einem Unfall beim American Football. Die Chirurgen wollten den Arm amputieren, Speaker weigerte sich und sein Arm heilte wieder. 1905 spielte er eine Saison College Baseball am Fort Worth Polytechnic Institute. 1906 spielte Speaker erfolgreich bei den Cleburne Railroaders, einem Team im Minor League Baseball. Hier entdeckten ihn die Boston Red Sox und verpflichteten ihn. Sein erstes Spiel in der American League bestritt Speaker am 14. September 1907 gegen die Philadelphia Athletics. Insgesamt bestritt er 1907 sieben Spiele in der Major League. 1908 überließen die Red Sox Speaker den Little Rock Travelers als Austausch für die Bereitstellung des Klubgeländes für das Vorbereitungstraining. Tris Speaker zeigte in Little Rock so gute Leistungen, dass sich die Red Sox entschlossen, den Vertrag zurückzukaufen. In dieser Saison bestritt Speaker noch 31 Spiele in der American League bei einem Schlagdurchschnitt von 22,4 %.
1909 wurde Speaker Stammspieler auf der Position des Centerfielders. In 143 Spielen kam er auf einen Schlagdurchschnitt von 30,9 %. Mit der Verpflichtung von Duffy Lewis kam es zur Bildung des Million Dollar Outfields, welches Speaker, Lewis und Harry Hooper bildeten. Sein bestes Jahr bei den Red Sox hatte Tris Speaker 1912. Er spielte in allen Spielen mit, erreichte einen Schlagdurchschnitt von 38,3 %. Er führte die American League mit 10 Home Runs und 53 Doubles an. Karrierebestmarken gelangen ihm mit 222 Basehits, 136 Runs, 580 at-bats und 52 gestohlenen Bases. In der World Series gegen die New York Giants konnten sich die Red Sox in acht Spielen durchsetzen. Speaker führte sein Team mit einem Schlagdurchschnitt von 30 %, neun Basehits und vier erzielten Runs an. Seinen zweiten Erfolg mit den Red Sox in der World Series feierte Speaker 1915. Speaker und Babe Ruth, damals noch als Pitcher, waren beim Sieg gegen die Philadelphia Phillies die stärksten Spieler Bostons.
Nach dem World-Series-Erfolg sollte Speaker eine Gehaltsreduzierung von 15.000 $ auf 9000 $ hinnehmen. Er weigerte sich, solch einen Vertrag zu unterschreiben und wurde am 12. April 1916 zu den Cleveland Indians transferiert. Bei den Indians wurde Speaker mit einem Jahresgehalt von 40.000 $ zum bestbezahlten Baseballspieler seiner Zeit. 1916 beendete Speaker auch Ty Cobbs Serie von neun Titeln als Spieler mit dem besten Schlagdurchschnitt in der American League. Mit 38,6 % war Speaker deutlich besser als Cobb mit 37,1 %. Ebenfalls überragend waren Speakers Leistungen in der Defensive. Manche bezeichneten ihn sogar als den fünften Infielder.
Im Lauf der Saison 1919 übernahm Tris Speaker auch die Aufgaben des Managers bei den Indians. 1920 führte er sein Team in die World Series gegen die Brooklyn Dodgers. Die Indians gewannen die erste World Series ihrer Geschichte, Speaker seine dritte als Spieler und seine erste und einzige als Manager.
Am 17. Mai 1925 erreichte Speaker als fünfter Spieler in der Geschichte der Major League und der zweite Spieler der Indians nach Nap Lajoie seinen 3000. Basehit gegen Tom Zachary von den Washington Senators. Seine Karriere als Manager musste er nach der Saison 1926 beenden. Speaker und Ty Cobb waren verdächtig, in einen Wettskandal verwickelt zu sein, so dass der Präsident der American League Ban Johnson beiden den Rücktritt empfahl.
Als Spieler bestritt Speaker noch zwei Spielzeiten bei den Washington Senators und den Philadelphia Athletics. Er beendete seine Karriere mit 3514 Basehits. Darunter waren 793 Doubles, mit denen er noch heute die ewige Bestenliste der Major League Baseball anführt. Sein Schlagdurchschnitt von 34,5 % ist der fünftbeste der MLB.
1937 wurde Tris Speaker in die Baseball Hall of Fame aufgenommen. Er verstarb im Alter von 70 Jahren 1958 in Lake Whitney, Texas.
Weblinks
Daten als Manager (englisch)
Tris Speaker in der Baseball Hall of Fame (englisch)
Baseballspieler (Boston Americans)
Baseballspieler (Cleveland Indians)
Baseballspieler (Washington Senators, 1901–1960)
Baseballspieler (Philadelphia Athletics)
Baseballtrainer (Vereinigte Staaten)
Mitglied der Baseball Hall of Fame
Freimaurer (20. Jahrhundert)
Freimaurer (Vereinigte Staaten)
US-Amerikaner
Geboren 1888
Gestorben 1958
Mann |
Edward Earl Cherry (auch Ed Cherry) (* 12. Oktober 1954 in New Haven, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Gitarrist des Modern Jazz.
Leben und Wirken
Cherry, der seit seinem zwölften Lebensjahr Gitarre spielt und von Buddy Guy und Jimi Hendrix ebenso beeinflusst ist wie von Grant Green, war zunächst in Rhythm-&-Blues- und Funkbands aktiv, bevor er 1972 und 1973 am Berklee College of Music studierte. 1974 zog er nach New York City und gehörte bis 1975 zur Band von Jimmy McGriff. Von 1978 bis 1983 und dann wieder ab 1986 gehörte er als Gitarrist zu den Gruppen von Dizzy Gillespie, mit denen er weltweit auf Tournee ging und Alben wie die mit einem Grammy ausgezeichnete Live at the Royal Festival Hall einspielte. Zwischen 1983 und 1986 war er Mitglied der Band von Sam Rivers. Weiterhin arbeitete er mit so unterschiedlichen Musikern wie Carmen McRae, Kenny Burrell, Tim Hardin, Steve Coleman, Bill Cosby, Freddie Hubbard oder Henry Threadgill, in dessen „Very, Very Circus“ er längere Zeit spielte. Seit Gillespies Tod ist er mit seinem eigenen Trio unterwegs, nahm aber auch mehrere Alben mit John Patton und mit dem Orgeltrio von Ben Paterson auf. 1997 und 1998 spielte er auch in Roy Hargroves „Crisol“, seit 2004 auch mit Sängerin Paula West. Er tritt gelegentlich auch in einem Ensemble mit drei weiteren Gitarristen auf. Zu hören ist er auf Brian Charettes
Album Jackpot (2022).
Cherry war Professor am Essex County College in Newark und an der Montclair State University.
Diskographische Hinweise
First Take (1993, mit Jon Faddis, Kenny Barron)
The Spirit Speak (2001)
It’s All Good (2012, Posi-Tone Records, mit Pat Bianchi (Orgel), Byron Landham (Drums))
Are We There Yet? (Cellar Live, 2023)
Lexigraphische Einträge
Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L (= rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0.
Weblinks
MySpace Profil
AllAboutJazz Profil
Jazz-Gitarrist
US-Amerikaner
Geboren 1954
Mann
Person (New York City) |
Die 91. Eiskunstlauf-Europameisterschaften fanden vom 24. bis 31. Januar 1999 in Prag statt.
Ergebnisse
B = Bewertung
KP = Kurzprogramm
K = Kür
OT = Originaltanz
PT = Pflichttanz
QA = Qualifikation (Gruppe A)
QB = Qualifikation (Gruppe B)
Herren
Damen
Z = Zurückgezogen
Paare
Z = Zurückgezogen
Eistanz
Medaillenspiegel
Weblinks
1999
Sportveranstaltung 1999
Europameisterschaften 1999
Sportveranstaltung in Prag |
Ein Ausstrich bezeichnet:
Ausbiss, in der Bergmannssprache die Schnittfläche einer Lagerstätte mit der Oberfläche des Anstehenden
Ausbiss (Geologie), die Schnittfläche oder -linie einer geologischen Struktur mit der Oberfläche des Anstehenden
Ausstrich (Mikrobiologie), eine Methode zur Vereinzelung von Mikroorganismen auf einem festen Nährboden |
Endsfelden ist der Ortsname von
Endsfelden (Simbach am Inn), Ortsteil der Stadt Simbach am Inn, Landkreis Rottal-Inn, Bayern
Endsfelden (Untergriesbach), Ortsteil des Marktes Untergriesbach, Landkreis Passau, Bayern
Siehe auch:
Endfelden |
Coghill ist der Nachname folgender Personen:
Nevill Coghill (1899–1980), irisch-britischer Literaturwissenschaftler
Jack Coghill (1925–2019), US-amerikanischer Politiker
Jon Coghill, Schlagzeuger der australischen Rockband „Powderfinger“
Marmaduke Coghill, irischer Parlamentsabgeordneter
Coghill bezeichnet:
Coghill-Gruppe, oder Coghill-Maler, Bezeichnungen für griechische Töpfer und Vasenmaler |
Rockenmoor/Fuchsberg ist der Name eines ehemaligen Naturschutzgebietes im Gebiet der niedersächsischen Stadt Elsfleth im Landkreis Wesermarsch.
Das ehemalige Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 183 ist 155 Hektar groß und war zum größten Teil Bestandteil des FFH-Gebietes „Ipweger Moor, Gellener Torfmöörte“. Das Gebiet stand seit dem 15. Dezember 1987 unter Naturschutz. Zum 22. Dezember 2018 ging es im neu ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Gellener Torfmöörte mit Rockenmoor und Fuchsberg“ auf. Zuständige untere Naturschutzbehörde war der Landkreis Wesermarsch.
Das aus zwei Teilen bestehende Gebiet liegt zwischen Oldenburg und Elsfleth am Rand der Geest im Übergangsbereich zur Wesermarsch. Es stellte ein Hochmoorgebiet als Bestandteil des Ipweger Moores unter Schutz.
Das ehemalige Naturschutzgebiet wird vom Ipweger Moorkanal durchflossen. Im Gebiet nördlich des Ipweger Moorkanals finden sich Hochmoorgrünländereien und Brachflächen. Diese dürfen zum Schutz von boden- und buschbrütenden Vogelarten während der Brutzeit nicht bewirtschaftet werden. Die südlich des Ipweger Moorkanals liegenden Moorheiden und Moorwälder sind teilweise unkultiviert geblieben, teilweise durch Handtorfstiche verändert. Hier, wie auch im Gebietsteil Fuchsberg, kann sich das Moor regenerieren.
Neben dem Ipweger Moorkanal, der über den Moorriemer Kanal zur Hunte und zur Weser entwässert, wird das Gebiet auch über zahlreiche Gräben entwässert.
Weblinks
Ehemaliges Naturschutzgebiet in Niedersachsen
Moor in Niedersachsen
FRockenmoor/Fuchsberg
FRockenmoor/Fuchsberg
Geographie (Elsfleth)
Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa |
Wulf Raeck (* 1950) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.
Wulf Raeck studierte an der Universität Bonn, der Universität Hamburg sowie der Universität Göttingen Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Klassische Philologie und Kunstgeschichte. Er wurde 1980 mit der Arbeit Zum Barbarenbild in der Kunst Athens im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. in Bonn promoviert und war anschließend 1980/81 als Inhaber des Reisestipendiums des Deutschen Archäologischen Instituts im Mittelmeerraum unterwegs. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde Raeck Assistent am Institut für Klassische Archäologie der Universität München. Dort habilitierte er sich 1987 mit der Arbeit Modernisierte Mythen. Zum Umgang der Spätantike mit klassischen Bildthemen und wurde dort Akademischer Rat. 1994 wurde er auf den nach der Wende wieder eingerichteten Lehrstuhl für Klassische Archäologie an die Universität Greifswald berufen. Zwei Jahre später wechselte er auf den Lehrstuhl der Universität Frankfurt.
Von 1972 bis 1975 nahm Raeck an der deutschen Ausgrabung in Pergamon unter der Leitung von Wolfgang Radt teil, wo er bei der Wohnstadtgrabung eingesetzt war. Von 1982 bis 1995 leitete er die archäologischen Ausgrabungen bei der Restaurierung am pergamenischen Trajaneum. Seit 1998 leitet Raeck die Ausgrabungen in Priene, seit 2000 auch offiziell. Hier leitet er die Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft Stadtentwicklung, Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen im antiken Priene und Die hellenistische Polis als Lebensform: Priene. Mit Hans-Markus von Kaenel, Rüdiger Krause und Jan-Waalke Meyer gibt er die Frankfurter Archäologischen Schriften heraus, mit Ursula Mandel und Ramazan Özgan die Knidos-Studien. Von 2009 bis 2011 war Raeck Erster Vorsitzender der Mommsen-Gesellschaft, von 2011 bis 2013 war er Zweiter Vorsitzender.
Schriften
Zum Barbarenbild in der Kunst Athens im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr., Habelt, Bonn 1981 (Habelts Dissertationsdrucke. Reihe Klassische Archäologie, H. 14), ISBN 3-7749-1814-7
Modernisierte Mythen. Zum Umgang der Spätantike mit klassischen Bildthemen, Steiner, Stuttgart 1992, ISBN 3-515-05858-3
Herausgeber mit Christoff Neumeister: Rede und Redner. Bewertung und Darstellung in den antiken Kulturen, Bibliopolis, Möhnesee 2000 (Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 1), ISBN 3-933925-07-X
Herausgeber mit Dirk Steuernagel: Das Gebaute und das Gedachte. Siedlungsform, Architektur und Gesellschaft in prähistorischen und antiken Kulturen, Habelt, Bonn 2012 (Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 21), ISBN 978-3-7749-3816-8
Weblinks
Raeck auf der Webseite der Universität Frankfurt am Main
Klassischer Archäologe
Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Hochschullehrer (Universität Greifswald)
Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts
Deutscher
Geboren 1950
Mann |
Die gemeinnützige Bürgerstiftung Lebensraum Aachen wurde am 17. Juni 2005 mit dem Ziel gegründet, die Verbundenheit in die Aachener Region zu stärken. Die Bürgerstiftung, die unter dem Motto die Mitmachstiftung zahlreiche Projekte initiiert und fördert, arbeitet auf der Basis der auf der 56. Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen im Mai 2000 verabschiedeten Grundzüge einer Bürgerstiftung.
Stiftungsziele
Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht die aktive Mitgestaltung des Lebensraumes in der Region Aachen. Bürgerschaftliches Engagement wird als eine wichtige Ressource zur Mitgestaltung des regionalen Lebensumfeldes gefördert und unterstützt. Die konfessionslose und parteiübergreifende Stiftung Lebensraum Aachen hat sich folgende Schwerpunkte ihrer Arbeit gesetzt:
Bildung und Erziehung
Kunst und Kultur
Umwelt- und Naturschutz
Landschaftspflege und Denkmalschutz
Jugend- und Altenhilfe
öffentliches Gesundheitswesen
Völkerverständigung und Integration
Wissenschaft und Forschung
Laufende Projekte der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen
Gripsgymnastik
Die „Gripsgymnastik“, initiiert von Dieter H. K. Starke (1928–2015), bietet älteren Mitbürgern die Möglichkeit, ihre geistige Beweglichkeit sowie ihr Konzentrationsvermögen und logisches Denken zu schulen. Die Kurse werden in regelmäßigen Abständen in Seniorenzentren und Altenheimen durchgeführt.
Lebensbaumprojekt
Mit der Widmung eines Lebensbaumes für neugeborene Aachener möchte die Stiftung langfristig die Bindung der jüngsten Einwohner und ihrer Familien an die Region stärken. Derzeit sind mit Hilfe von Sponsoren und der fachlichen Unterstützung des Freundeskreises Botanischer Garten e.V. über 200 Obstbäume – zumeist alte, regionale Sorten – gepflanzt und gewidmet worden.
Nachhaltigkeitsprojekt
Im Rahmen des Projekts Aachen 2050 entstand das Nachhaltigkeitsprojekt, um über 200 Organisationen, die sich diesem Thema widmen, einen gemeinsamen Treffpunkt zu verschaffen. Seit dem 16. Juli 2022 ist dieses Projekt in den Räumen der „Meffis“ in der Aachener Mefferdatisstraße angesiedelt und entwickelt mit vielen weiteren Initiativen das Aachener Transformationszentrum.
Neuland, Neustart – Frauen finden ihren Platz
Seit Oktober 2016 führen wir „Integrations-Kurse“ für Frauen mit Fluchtgeschichte durch. Dabei geht es um Alltag, Sprache, Kindererziehung, deutsche Behörden, traumatische Erfahrungen usw. Durchgehendes Prinzip ist Partizipation; Teilnehmerinnen und Leiterinnen entscheiden gemeinsam darüber was geplant wird. Das Projekt leiten Margret Ragab und Irmgard Geupel.
Platz für Demokratie
Mitten in Aachen wird es auf Initiative der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen einen neuen Raum geben, den „Platz für Demokratie“. Gestaltet werden die Sitzbuchstaben für diesen Ort durch den Aachener Künstler Sebastian Schmidt.
Das Projekt ist Teil der ZwischenZeit am Büchel (ZZAB). Die Fläche des ehemaligen Parkhauses am Büchel 43 der städtischen Entwicklungsgesellschaft Aachen (SEGA) wird für eine Zwischennutzung zur Verfügung gestellt und so hergerichtet und gestaltet, dass zahlreiche Initiativen hier Formate und Veranstaltungen durchführen können. Auf der Fläche der ZwischenZeit am Büchel werden die 18 Lettern dieses Begriffs als 60 cm hohe Sitzmöglichkeiten in einem weiten Bogen aufgestellt, um zum Verweilen und Debattieren einladen.
Thermalwasserroute Aachen
Die Aachener Thermalquellen sind in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr aus dem Bewusstsein der Aachener und Stadtbild verschwunden, obwohl die heißen Quellen einer der wichtigsten Gründe waren, weshalb sich Römer und später Karl der Große hier angesiedelt haben. Seit 2007 möchten die Mitglieder der Projektgruppe „Thermalwasserroute Aachen“ auf die Bedeutung der Quellen aufmerksam machen und eine Thermalwasserroute durch die Aachener Innenstadt und Burtscheid entwickeln. Dazu sind zahlreiche Bausteine bereits umgesetzt, wie z. B.:
Installation einer interaktiven Multimediasäule mit Informationen zu den Aachener Thermalquellen, der Bädergeschichte und Verwendung des Thermalwassers
Erläuterung von Straßennamen mit Thermalquellenbezug durch Zusatzschilder.
Aufbau einer Schulpatenschaft: Erstellen von pädagogischem Material für Grundschulen
Nutzung des ehemaligen Fürstenbads aus dem zerstörten Kaiserbad in den Kurparkterrassen in Burtscheid
Beschreibung aller Aachener und Burtscheider Thermalquellen in der Wikipedia
Entwicklung des Aachener und Burtscheider Thermalwasserbechers in Zusammenarbeit mit der Raerener Keramikerin Ulrike Trommsdorff
Entwicklung einer Klappmaulfigur Quellgeist Granni in Zusammenarbeit mit dem Stefan Wunsch (Figurentheater Rosenfisch)
Entwicklung eines Thermalquellenspiels in Zusammenarbeit mit dem St. Ursula Gymnasium
Thematische Führungen zum Tag des offenen Denkmals und zum Tag des Geotops
Zwei interaktive Geocaching-Routen führen entlang der Thermalwasserroute in Aachen und in Burtscheid. Die dauerhafte Kennzeichnung der verborgenen Quellpunkte in der Stadt und die Einrichtung einer dauerhaften Ausstellung zum Thema „Aachener Thermalwasser und Bädergeschichte“ sind weitere Ziele der zukünftigen Arbeit.
Abgeschlossene Projekte der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen
Jugendfotowettbewerb show me your city
Im Jahr 2006 veranstaltete die Stiftung einen Jugendfotowettbewerb. Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren wurden aufgerufen, ihre Sicht auf die Aachener Region in Fotografien und Collagen darzustellen. Die Event- und Sachpreise für die besten Einzel- und Gruppenarbeiten wurden von Sponsoren zur Verfügung gestellt.
START-Projekt
Die Stiftung beteiligte sich am landesweiten START-Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. In diesem Projekt wurden Schüler aus Zuwanderfamilien gefördert, die über gute bis sehr gute schulische Leistungen verfügen und sich aktiv am sozialen Leben in der Region beteiligen. Bei der Vergabe der Stipendien wurde weiterhin die familiäre und wirtschaftliche Situation berücksichtigt. Die Bürgerstiftung förderte unter anderem elf Gymnasiasten beispielsweise mit der Finanzierung eines PC-Arbeitsplatzes, Unterstützung und Beratung vor Ort sowie mit der Bereitstellung von einem Bildungsgeld.
Grassofas
Auf Initiative der Stiftung sind an verschiedenen Standorten in Aachen, so im Rabental bei Gut Melaten in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Botanischer Garten e.V. drei Meter lange, acht Tonnen schwere Grassofas errichtet worden. Diese „lebenden“ Sitzgelegenheiten sollen die Mitbürger zum Verweilen und Genießen einladen. Das jüngste Sofa wurde im Rahmen des Aktionstages der ARD-Themenwoche „Ist doch Ehrensache“ am 9. Mai 2009 im Rabental errichtet.
Im Oktober 2011 wurde eines der Grassofas im Rahmen des Freiwilligentages saniert.
Willkommen für Flüchtlinge
Am 13. Dezember 2014 wurde die Initiative Willkommen für Flüchtlinge gegründet. Die Bürgerstiftung hatte sich zum Ziel gesetzt, die 400 Jugendliche ohne Begleitung, die in Aachen angekommen waren, zu unterstützen und ein Teil zur Integration beizutragen. Dazu arbeitete man mit professionellen Institutionen, wie dem Zentrum für soziale Arbeit Burtscheid, dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann und der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Brand zusammen. Projekte, wie das Bereitstellen und die Reparatur von Fahrrädern durch ehrenamtlich Tätige wurden von der Bürgerstiftung unterstützt. Sie war im Herbst 2015 Kooperationspartner der Aktion Helpfull Bags. Darüber hinaus unterstützte man Exkursionen von internationalen Förderklassen, Charity Partys und die Rechtsberatung von Flüchtlingen. Bei ihren Aktionen für die Integration von Flüchtlingen wurde die Bürgerstiftung von Aachener Firmen und Institutionen, wie beispielsweise der STAWAG, Zentis, dem Grenzlandtheater, Generalvikariat Aachen, dem Lions- und Rotary-Club unterstützt. Zugunsten der Willkommens-Aktion der Bürgerstiftung wurden unter anderem auch Benefizkonzerte in Aachen durchgeführt, wie beispielsweise mit der Sinfonietta Regio.
Du hat die Wahl, jedes Ma(h)l – Gesunde Ernährung für Kinder
Ein 2015 aufgelegtes Projekt richtet sich an Kinder im Grundschulalter. Mit Unterstützung einer pädagogischen Fachkraft soll den Kindern der verantwortungsvolle Umgang mit der Ernährung und eigenen Ernährungs-Entscheidungen trainiert werden. Das Projekt wird unter anderem durch von Pfandbons einer Aachener REWE-Filiale unterstützt.
Beteiligung an regionalen Aktionen
Darüber hinaus unterstützte die Stiftung u. a. 2007 das Kinder- und Jugendtelefon Aachen mit einer Spende.
Als Mitinitiator des Aachener Freiwilligentages 2007, 2009 und 2011 setzt sich die Bürgerstiftung zusammen mit anderen caritativen und ehrenamtlichen Organisationen in der Region Aachen für die Stärkung des Ehrenamtes und der Eigenverantwortlichkeit ein.
2012 unterstützte die Stiftung die Veranstaltungsreihe „250 Jahre Casanova in Aachen“.
Zusammen mit dem Investor Norbert Hermanns unterstützte die Stiftung 2013 die Errichtung einer Medienstation am neu errichteten Quellhaus der Rosenquelle im Kurpark Burtscheid. Ende 2013 wurde bekannt, dass die Bürgerstiftung auch bei der Gestaltung eines Erinnerungsstätte für den Bunker der Befreiung am Lousberg mit Hermanns zusammenarbeiten wird.
70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen
Zur Erinnerung an die Kapitulation der ersten deutschen Großstadt im Zweiten Weltkrieg wurde von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen ein Zeitzeugen-Projekt initiiert. Neben Gedenkveranstaltungen, die an diesen historischen Tag erinnern, wurde auch eine Dokumentation in Form eines Buches 70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen erstellt.
Offenes Aachen – Initiative für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt
Im Jahr 2017 wurde von der Stiftung eine Initiative für die Stärkung der Demokratie, der Wertegemeinschaft und des friedlichen, respektvollen Zusammenlebens in der Städteregion ins Leben gerufen. Gleichzeitig tritt die Initiative entschieden gegen Hass, Intoleranz, Hetze und Diskriminierung ein. Die Initiative Offenes Aachen versteht sich als Teil eines bundesweiten Netzwerks und kooperiert mit der Initiative Pulse of Europe, die im europäischen Rahmen die gleichen Ziele verfolgt. Die Initiative verfasste die 2017 die Aachener Erklärung für Demokratie, die von zahlreichen Aachener Organisationen, Institutionen und Unternehmen unterzeichnet wurde.
Gute Sache
Die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen bietet mit Unterstützung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und weiterer lokale Förderer ein bundesweites Qualifizierungsangebot für gemeinnützige Organisationen an, die eine verstärkte Kooperation mit Unternehmen suchen und sich dafür umfassend qualifizieren wollen.
Auszeichnungen
Die Stiftung wurde seit Beginn ihres Bestehens vom Bundesverband Deutscher Stiftungen mit dem Gütesiegel für Bürgerstiftungen ausgezeichnet. Die Stiftung wurde am 10. Mai 2007 mit einem Förderpreis für gute Rechenschaftsarbeit ausgezeichnet. Brigitte Erm (Scala-Design) erhielt im November 2007 die ENTERPREIS-Auszeichnung für die ehrenamtliche Unterstützung der Bürgerstiftung im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.
Der damalige Vorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, Hans-Joachim Geupel, wurde am 12. Juni 2018 für sein jahrelanges soziales Engagement im Rahmen der Arbeit der Bürgerstiftung mit dem Preis Aachen Sozial 2018 ausgezeichnet. Auch von 2023 bis 2025 bleibt die Auszeichnung mit dem Gütesiegel bestehen.
Ende Mai 2019 wurden das Projekt Offenes Aachen der Bürgerstiftung aus über 350 Bewerbungen mit einem Anerkennungspreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft gewürdigt. Im Juli 2019 nahm Hans-Joachim Geupel stellvertretend für die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen den Deutschen Stifterpreis entgegen.
Weblinks
Offizielle Seite der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen
Pressespiegel der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen
Einzelnachweise
Lebensraum Aachen
Bürgerinitiative
Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Stiftung in Aachen
Kultur (Städteregion Aachen)
Gegründet 2005
Kulturstiftung in Deutschland |
Die Peterskirche ist eine abgegangene Kirche in Eisenach.
Geschichte
Am Westhang des Petersberges befand sich nahe dem Zusammenfluss von Hörsel und Nesse bereits vor der Stadtgründung eine bedeutende Siedlung mit dem Namen „Ysenach“, in welcher eine dem Heiligen Peter geweihte Kirche stand.
Nach den stadtgeschichtlichen Quellen bestand die am Petersberg befindliche Siedlung noch bis zum 15. Jahrhundert als Siedlung. An diese erinnern die Straßennamen Hellergasse und Altstadtstraße. Die Peterskirche war demnach die älteste Pfarrkirche Eisenachs. Das Peterspratozinium deutet bereits auf ein hohes Alter hin. Bei den 1871 ausgeführten Bauarbeiten für die Petersberger Brauerei Erbslöh und beim Wohnungsbau in den Nachkriegsjahren wurden an mehreren Stellen Gräber und Grundmauern der Peterskirche entdeckt und untersucht.
Siehe auch
Liste ehemaliger Sakralbauten in Eisenach
Liste von Sakralbauten in Eisenach
Literatur
Weblinks
Kirchengebäude in Eisenach
Abgegangenes Bauwerk in Eisenach
Eisenach |
Alfredo Víctor Petit Vergel (* 24. Juli 1936 in Havanna; † 7. August 2021 ebenda) war ein kubanischer römisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in San Cristóbal de la Habana.
Leben
Alfredo Petit Vergel besuchte das Kolleg der Brüder der christlichen Schulen in Havanna. Danach studierte er zunächst Philosophie am Priesterseminar El Buen Pastor in Havanna. Anschließend absolvierte Petit Vergel an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein Theologiestudium, das er mit dem Lizenziat abschloss. In dieser Zeit war er Alumne des Päpstlichen lateinamerikanischen Kollegs „Pius“. Am 23. Dezember 1961 empfing Petit Vergel in der Kapelle des Päpstlichen lateinamerikanischen Kollegs durch den Sekretär der Kongregation für außerordentliche Aufgaben der Kirche, Kurienerzbischof Antonio Samorè, das Sakrament der Priesterweihe für das Erzbistum San Cristóbal de la Habana.
Nach der Rückkehr in seine Heimat war Alfredo Petit Vergel als Pfarrvikar an der Kathedrale San Cristóbal in Havanna und in der Pfarrei Sagrado Corazón in Vedado sowie als Kaplan der Katholischen Aktion tätig, bevor er Pfarrer der Pfarrei Salvador del Mundo in Cerro wurde. Daneben lehrte er am Priesterseminar San Carlos y San Ambrosio in Havanna. Später wirkte Petit Vergel als Diözesankanzler, Regens des Priesterseminars San Carlos y San Ambrosio sowie als Pfarrer der Pfarrei San Francisco de Paula und Krankenhausseelsorger am Hospital San Francisco de Paula. Ab 1985 war er Bischofsvikar für die zentrale Pastoralregion des Erzbistums San Cristóbal de la Habana. 1988 wurde Alfredo Petit Vergel zudem Verantwortlicher für die Ausbildung der Ständigen Diakone.
Am 16. November 1991 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Buslacena und zum Weihbischof in San Cristóbal de la Habana. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von San Cristóbal de la Habana, Jaime Ortega, am 12. Januar 1992 in der Kathedrale San Cristóbal in Havanna; Mitkonsekratoren waren Faustino Sainz Muñoz, Apostolischer Pro-Nuntius in Kuba, und Pedro Claro Meurice Estiu, Erzbischof von Santiago de Cuba. Sein Wahlspruch Junto a la cruz de Jesús estaba su madre („Beim Kreuz Jesu stand seine Mutter“) stammt aus . Als Weihbischof war Alfredo Petit Vergel zudem als Bischofsvikar für die Pastoralregion Süd des Erzbistums San Cristóbal de la Habana und als Richter am diözesanen Kirchengericht tätig. Ferner blieb er bis 2017 Pfarrer der Pfarrei San Francisco de Paula in Havanna. In der Kubanischen Bischofskonferenz war Petit Vergel Mitglied der Kommissionen für den Ständigen Diakonat sowie für die Glaubenslehre und Ökumene.
Am 26. Februar 2016 nahm Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt an.
Weblinks
Biografie von Alfredo Petit Vergel auf der Homepage des Erzbistums San Cristóbal de la Habana (spanisch)
Einzelnachweise
Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert)
Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert)
Weihbischof
Titularbischof
Römisch-katholischer Bischofsvikar
Richter (Kirchengericht)
Absolvent der Päpstlichen Universität Gregoriana
Person (Havanna)
Kubaner
Geboren 1936
Gestorben 2021
Mann |
Der Space Sextant (übersetzt: Weltraumsextant – ungebräuchlich, in Handbüchern auch STX abgekürzt) ist ein optisches Messinstrument zur manuellen oder (teil)automatisierten Navigation im Weltraum. Von den in der Seefahrt verwendeten Sextanten unterscheidet sich der Space Sextant sehr in Bauform und Handhabung. Dem eigentlichen Gerät ist ein Navigationsteleskop, das Scanning Telescope (SCT), angegliedert und fest im Raumfahrzeug montiert.
Ein noch unvollkommenes Versuchsmodell des Space Sextanten flog bei der Gemini-10-Mission und wies noch viele Mängel auf. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des Modells für das Apollo-Raumschiff ein, das Mitte der 1960er Jahre als externe Entwicklung am Instrumentation Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) (heute: Charles Stark Draper Laboratory Inc.) im Auftrag der NASA entstand. Diese deutlich verbesserte Ausführung war eine Kombination aus Teleskop und Sextant, hatte eine direkte Eingabe (DSKY) für den Apollo Guidance Computer und war ein entscheidendes Gerät zur Navigation. Während des Flugs zum Mond und zurück wurden etwa 50 Messungen vorgenommen.
Eingebaut war der Space Sextant im Tunnelübergang zur Überstiegluke zwischen Kommandokapsel und Mondfähre (im Bild), in der Mondfähre war er an der Deckenmitte untergebracht.
Die heute in Satelliten und Raumsonden gebräuchlichen Sternsensoren leiten sich vom Space Sextanten ab.
Weblinks
Jet Propulsion Laboratory: Space Navigation Applications (PDF; 1,3 MB) S. 21/22 (englisch)
Smithsonian’s National Air and Space Museum: Eye Pieces, Sextant, Apollo Guidance and Navigation System (englisch)
Johnson Space Center: Apollo Guidance, Navigation, and Control (GNC) Hardware Overview (englisch)
Optisches Messgerät
Raumfahrttechnik |
Die Civic Arena war eine Mehrzweckhalle mit schließbarem Dach in der US-amerikanischen Stadt Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Die Arena mit dem Spitznamen Igloo war von 1967 bis 2010 die Heimat der Pittsburgh Penguins in der NHL und war zuvor Spielstätte der Pittsburgh Hornets in der AHL. Außerdem spielten hier unter anderem die Pittsburgh Pipers, die Pittsburgh Condors in der ABA und die Pittsburgh Spirit. Die Arena bot 17.537 Plätze zu Eishockeyspielen, außerdem gab es 56 Luxus-Suiten und 1.696 Clubsitze. Die 1999 von der Mellon Financial erworbenen Namensrechte liefen am 1. August 2010 aus. Danach erhielt die alte Heimat der Penguins wieder den Namen Civic Arena.
Geschichte
Die Arena war in der letzten Saison ihrer Nutzung durch die Penguins die älteste und drittkleinste Spielstätte der NHL. Sie wurde 1961 für 22 Millionen US-Dollar erbaut. Ursprünglich wurde die Halle nicht für Sportereignisse geplant, sondern für die örtliche Civic Light Opera, die bis dahin im Pitt Stadium auftrat. Das Gebäude wurde mit einer einziehbaren Kuppel, die einen Durchmesser von 126 Meter hat, gebaut, die aus acht rostfreien Verkleidungen bestand, von denen sechs innerhalb von zweieinhalb Minuten unter die verbleibenden zwei statischen gefahren werden konnten.
Die Civic Light Opera verließ die Arena 1968, als klar wurde, dass die Akustik zu schlecht war. Die Pittsburgh Hornets zogen bereits 1961 ein und wurden 1967 durch die Pittsburgh Penguins ersetzt. Das Stadion wurde 1975 und 1993 stufenweise mit zusätzlichen Rängen an jeder Seite, Luxus-Suiten und Clubsitzen erweitert, wodurch sich die Zuschauerkapazität von 12.000 auf über 17.000 erhöhte. Durch die Anbringung einer neuen Anzeigetafel im Jahre 1995 konnte das Dach nicht mehr vollständig geöffnet und geschlossen werden.
Schließlich bemängelten die Besitzer der Penguins, dass die alte Arena zu kostspielig sei und nicht genug Zuschaueraufkommen produziere, um das Team profitabel zu halten. Ziel war nun der Bau einer neuen Arena, um einen Wegzug der Penguins aus Pittsburgh zu verhindern. Anfang 2008 konnte eine Einigung mit der Verwaltung über die Finanzierung erzielt werden. Unmittelbar neben der Arena wurde auf der Fläche eines ehemaligen Krankenhauses das Consol Energy Center errichtet, welches zur Saison 2010/11 bezugsfertig war.
Trotz kommunaler Bemühungen, die Arena als Bauwerk mit Denkmalstatus zu erhalten, wurde sie zwischen September 2011 und dem 31. März 2012 abgerissen. Aus den Stahlträgern der Dachkonstruktion stellte eine Schmiede in Pittsburgh Souvenirs her, von denen etwa 40.000 Stück zugunsten karitativer Zwecke verkauft wurden.
Kultur
Die Arena war 1995 Schauplatz für den Actionfilm "Sudden Death" mit Jean-Claude Van Damme.
Galerie
Weblinks
pittsburghhockey.net: The Civic Arena (Mellon Arena) History 1961 - Present (englisch)
hockey.ballparks.com: Mellon Arena (englisch)
hockeyarenas.com: Mellon Arena
lakingsinsider.com: There used to be an Arena – Pittsburgh Civic Arena “The Igloo” (englisch)
setlist.fm: Konzertliste der Civic Arena und der Mellon Arena (englisch)
Einzelnachweise
Civic Arena
Civic Arena
Pittsburgh Hornets
Pittsburgh Penguins
Sportstätte in Pennsylvania
Erbaut in den 1950er Jahren
Erbaut in den 1960er Jahren
Abgegangenes Bauwerk in den Vereinigten Staaten
Bauwerk in Pittsburgh |
Schwensen ist der Familienname von:
Kalle Schwensen (* 1953), Person aus dem Hamburger Rotlichtmilieu
Laura Schwensen (* 1991), deutsche Ruderin |
Eine Unfallursache bezeichnet das fehlerhafte Fahrverhalten einer Person oder einen Sachverhalt, die einen Straßenverkehrsunfall auslösen. Im Rahmen einer örtlichen Unfalluntersuchung werden einem Unfall eine oder mehrere Unfallursachen aus dem Unfallursachenverzeichnis zugeordnet. In vier Hauptkategorien unterteilt, listet das Verzeichnis des Statistischen Bundesamtes insgesamt über 80 verschiedene Ursachenbezeichnungen auf:
Fehler der Fahrzeugführer
Technische Mängel und Wartungsmängel
Falsches Verhalten der Fußgänger
Allgemeine Unfallursachen
Beispiele für unterschiedliche Unfallursachen
Fehler der Fahrzeugführer
Da Fahrzeugführer selbst für ihre Fahrtüchtigkeit verantwortlich sind, fallen auch Einschränkungen durch Übermüdung, Alkohol- bzw. Drogen- oder Medikamentenkonsum sowie sonstige körperliche und geistige Einschränkungen mit in diese Kategorie.
Fehlerhaftes Fahrverhalten beinhaltet dagegen immer mangelnde Aufmerksamkeit bzw. das Missachten von Verkehrsregeln durch den Fahrzeugführer. Häufige Faktoren sind hierbei überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, Fehler beim Abbiegen oder Wenden, das Nichtbeachten der Vorfahrt oder sonstiges Fehlverhalten wie Fehler beim Überholen oder eine falsche Straßenbenutzung. Im Jahr 2018 waren Unfallursachen aus diesem Bereich mit insgesamt 89 % die mit Abstand häufigsten Unfallursachen. Mit über 40 separaten Ursachen ist diese Kategorie mit Abstand die umfangreichste
Die Gewerkschaft der Polizei bestätigte bereits 2015, dass insbesondere die Ablenkung durch die Nutzung von Smartphones am Steuer die Unfallgefahr stark erhöht. In manchen Städten wurden Unaufmerksamkeit und Ablenkung für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle verantwortlich gemacht.
Technische Mängel und Wartungsmängel
In diese Kategorie fallen technische Mängel bzw. Ausfälle von Lenkung, Bremsen, Motor oder der Beleuchtung sowie unfallverursachende Defizite bei der Bereifung. Technische Ursachen, die in keine der genannten Kategorien fallen, werden als sechster Unterpunkt als „andere Mängel“ zusammengefasst.
Falsches Verhalten der Fußgänger
Die Unterteilung erfolgt hier entweder nach dem Ort des Auftretens, z. B. an Fußgängerübergängen, Kreuzungen, oder im Zusammenhang mit Sichthindernissen. Weitere Unterpunkte sind mangelnde Aufmerksamkeit und sonstiges Fehlverhalten.
Allgemeine Unfallursachen
Zu den allgemeinen Unfallursachen zählen unter anderem schwierige Straßenverhältnisse und/oder Sichtbehinderung sowie sonstige Einschränkungen durch klimatische Einflüsse wie Starkregen, Schnee oder Glatteis. Weitere allgemeine Unfallursachen schließen Hindernisse (ungesicherte Unfallstellen, Ölspuren etc.) oder Wildunfälle mit ein.
Unfallursachen bei Verkehrstod
Neben Unfällen mit Sach- und/oder Personenschäden werden Unfälle mit Verkehrstoten sowie Ursachen und Beteiligte in Deutschland separat erfasst. Besonders gefährdet sind Personen, die mit dem Motorrad oder dem Fahrrad an Unfällen beteiligt sind. Von ihnen verunglückten im Jahr 2018 insgesamt 135.103, von denen 1.142 ums Leben kamen. Somit waren 34,9 % aller in Deutschland registrierten Verkehrstoten im Straßenverkehr mit Kraft- beziehungsweise Fahrrädern unterwegs, was eine deutliche Steigerung gegenüber zum Vorjahr bedeutet.
Siehe auch
Unfalltyp
Unfallanalyse
Straßenverkehrsunfall
Verkehrstod
Weblinks
Geltende Erlasse (SMBl. NRW.) mit Stand vom 9. Oktober 2019, Anlage 8: Unfallursachen (PDF-Datei; 21 KB)
Straßenverkehrsunfälle, Beteiligte, Verunglückte und Unfallursachen 2014 nach Ländern und Ortslage. (PDF; 6 MB) destatis.de, 2014, S. 322
Verkehr Verkehrsunfälle. (PDF; 7 MB) destatis.de, 2013
Einzelnachweise
Verkehrsunfälle
Straßenverkehr |
Racaille [], fem., ist ein französisches Schimpfwort und bedeutet so viel wie „Pack“, „Gesindel“ oder „Abschaum“.
Herkunft
Die Wortherkunft ist unklar. Es dürfte sich jedoch als Diminutiv nach dem Muster canaille aus rac (vgl. „Racker“ im Deutschen, altenglisch rack ‚Hund‘) oder aus dem provenzalischem rascar (ausgemergeltes Tier) gebildet haben.
Französische Politik und Gesellschaft
Nicolas Sarkozy machte als Innenminister und erklärter Präsidentschafts-Anwärter das Wort international bekannt: Bei einem Besuch der von Unruhen geplagten Gemeinde Argenteuil im Oktober 2005 antwortete er einer Einwohnerin, die sich über die jugendlichen „racailles“ beklagt hatte: „Sie haben genug von diesem Gesindel? Na, wir werden Sie davon befreien.“ («Vous en avez assez de cette bande de racailles? Eh bien, on va vous en débarrasser.»)
Alltagskultur
Jugendliche in den Banlieues verwenden den Begriff racaille ironisch als Selbstbezeichnung. In einem weiteren Sinne steht er für deren Subkultur, Sprechweise und Kleidungsstil nach amerikanischem Gangsta-Vorbild. In diesem Kontext hat er seinen abfälligen Charakter verloren und gleicht in dieser Hinsicht dem britischen chav.
Auch in Deutschland findet der Begriff „Racaille“ Verwendung. Die Gruppierung um den deutsch-kongolesischen Rapper Mortel nennt sich „Racaille Gang“.
In Dialekten im grenznahen Gebiet zu Frankreich hat der Begriff auch Einzug gehalten: Der schwäbische Dialekt kennt das Wort "Ragall" für eine zänkische Frau.
Eine 2012 aufgelöste Ultra-Gruppierung von Werder Bremen nannte sich Racaille Verte (Grünes Gesindel). Eine der daraus resultierenden Ultra-Gruppierungen nahm sich der Begrifflichkeit „Racaille“ an und tauschte, wie in der französischen Jugendsprache üblich, die erste Silbe mit der letzten Silbe, sodass der Name „Caillera“ entstand.
Einzelnachweise
Lebensstil
Schimpfwort (Personengruppe) |
Der Tanz der Marktfrauen oder auch Tanz der Marktweiber ist der Höhepunkt des Straßenfaschings in München. Er findet jährlich am Faschingsdienstag um 11:00 Uhr auf dem Viktualienmarkt statt.
Geschichte
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkleideten sich die Marktfrauen und tanzten vor ihren eigenen Ständen oder mit Marktfrauen der benachbarten Verkaufsstände in das Faschingsende. Erstmals erwähnt wurde allerdings der Brauch erst in den 1950er Jahren. In den 1980er Jahren verlegt man den Tanz dann auf eine Bühne im Biergarten des Marktes, bis im Jahr 1987 die Tradition in einem größeren Rahmen wiederbelebt wurde. Auf der Bühne präsentieren sich seitdem jeweils zwölf Marktfrauen mit dem amtierenden Oberbürgermeister und der Narrhalla.
Aktuelles
Die am Markttanz Beteiligten üben die Choreografie schon vier Monate zuvor ein und treten jedes Jahr in fantasievollen und selbstgestalteten Kostümen auf, die sich auf das Marktgeschehen beziehen. Seit 2004 trainiert Christian Langer als ausgebildeter ADTV-Tanzlehrer die Marktweiber.
Der Tanz der Marktfrauen und das Faschingstreiben am Viktualienmarkt (ca. 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr) ziehen jährlich tausende von Besuchern an.
Weblinks
Stadtportal München
Tanz der Marktfrauen Fotos, Videos 2002–2008
Tanz der Marktfrauen 2013
Einzelnachweise
Veranstaltung (Karneval)
Tanzveranstaltung in München
Markthallen München
Feste und Brauchtum (München)
Viktualienmarkt |
Millin ist der Familienname von:
Bill Millin (1922–2010), schottischer Soldat und Dudelsackspieler
Sarah Gertrude Millin (1889–1968), südafrikanische Schriftstellerin
Terence Millin (1903–1980), irischer Urologe und Chirurg
Aubin-Louis Millin de Grandmaison (1759–1818), französischer Mediziner
Siehe auch:
Millen
McMillin |
André Neveu (* 28. August 1946 in Paris) ist ein französischer theoretischer Physiker, der hauptsächlich über Stringtheorie und Quantenfeldtheorie arbeitet.
Neveu studierte in Paris an der École normale supérieure (ENS). 1969 machte er sein Diplom (Thèse de Troisieme Cycle) an der Universität Paris-Süd (Univ. Paris XI) in Orsay bei Philippe Meyer und Claude Bouchiat und 1971 promovierte (Thèse d’Etat) er dort. 1969 war er (als Mitarbeiter der CNRS) bei John Schwarz und David Gross an der Princeton University, wo er mit seinem französischen Kommilitonen Joel Scherk Divergenzen in Ein-Schleifendiagrammen der bosonischen Stringtheorie untersuchte (sie entdeckten die Ursache Tachyon-Divergenzen). 1971 bis 1974 war er am Labor für Hochenergiephysik der Universität Paris XI, wo er mit Scherk zeigte, dass die Spin-1-Anregungen von Strings Yang-Mills-Theorien beschreiben konnten. Um 1971 entwickelte Neveu mit John Schwarz in Princeton gleichzeitig mit Pierre Ramond (1971) die erste Stringtheorie, die auch Fermionen beschrieb (nach den drei Urhebern NSR-Stringtheorie genannt). Gleichzeitig war das eine frühe Arbeit zur Supersymmetrie, die etwa zur gleichen Zeit durch russische Physiker wie Juri Golfand eingeführt wurde. In Princeton entwickelte er mit David Gross das Gross-Neveu Modell und untersuchte er u. a. mit Roger Dashen und Brosl Hasslacher quantenfeldtheoretische Modelle ausgedehnter Hadronen und semiklassische Näherungen in der Quantenfeldtheorie, die sich in der DHN-Methode zur Quantisierung von Solitonen niederschlug. 1972 bis 1977 war er am Institute for Advanced Study, wobei er die Hälfte der Zeit in Orsay verbrachte. 1974 bis 1983 war er am Labor für Theoretische Physik der ENS und 1983 bis 1989 in der Theorieabteilung des CERN. Ab 1975 war er Maitre de Recherche am CNRS und ab 1985 Directeur de Recherche. Ab 1989 war er am Institut (Labor) für theoretische Physik der Universität Montpellier II (jetzt LPTA, Labor für theoretische und Astroteilchen-Physik). 1994/5 war er Gastprofessor an der University of California, Berkeley.
1973 erhielt er den Prix Paul Langevin der französischen physikalischen Gesellschaft. 1988 erhielt er den zusammen mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) verliehenen Gentner-Kastler-Preis, 2020 die Dirac-Medaille des International Centre for Theoretical Physics (ICTP).
Neveu ist verheiratet und hat drei Kinder.
Schriften
Weblinks
Verweise und Anmerkungen
Physiker (20. Jahrhundert)
Franzose
Geboren 1946
Mann
Gentner-Kastler-Preisträger
Person (CERN) |
Der Tripsitter ist eine Person, die den Trip – die halluzinogene Drogenerfahrung – eines anderen oder einer nicht zu großen Gruppe beaufsichtigt oder begleitet. Er sollte die zu konsumierende Droge kennen, sollte dabei selbst aber nüchtern sein. Der Tripsitter kann bei Problemen, z. B. bei psychischen, in schwerwiegenden Fällen Horrortrip genannt, eingreifen. Dies geschieht meist durch Körperkontakt, beruhigendes Zureden und dem Wechsel des Settings. Auch die Gefahr von Unfällen im halluzinogenen Rausch kann durch einen Tripsitter gesenkt werden. Die Zuhilfenahme eines Tripsitters gilt in betreffenden Kreisen als besonders verantwortungsvoll.
Siehe auch
Talk down
Einzelnachweise
Drogenkonsum
Ehrenamt |
Der Begriff Rumba bezeichnet ursprünglich, wie Milonga, Bachata oder Timba, ein geselliges Zusammensein, zu dem auch Musik gehört. Als Komplex aus Tanz, Gesang und Perkussion entstand sie im 19. Jahrhundert in den Schwarzenvierteln der kubanischen Hafenstädte Havanna und Matanzas, wurde aber auch in den Zuckerrohrplantagen praktiziert. Es ist ein rein weltliches Genre, dessen Trommelbegleitung und Melodik aus afrikanischen Wurzeln genährt werden, während die Texte, von Einsprengseln auf Yoruba besonders in den Abakuá-Hochburgen abgesehen, auf Spanisch, teilweise sogar in der Form der spanischen décima espinela abgefasst sind. Ihre Einheit von Gesang, Tanz und Instrumentalmusik ist in afrikanischer Musik nicht unbekannt, verweist aber insbesondere auch auf den Flamenco, dessen Rumba zu den cantes de ida y vuelta gehört, als Wurzel. Gemäß dem namhaften und grammy-gekrönten Rumba-Perkussionisten Mongo Santamaría entstand der Guaguancó, als Afrokubaner versuchten, Flamencomusik zu singen. Die älteren Guaguancó-Lieder werden auch als Guaguancó del tiempo de España (Guaguancó aus der spanischen Zeit) bezeichnet, eine Kategorie, die auf die spanische Kolonialzeit auf Kuba verweist.
Im November 2016 wurde der Rumba in die Liste des immateriellen Kulturerbes als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Besetzung
Stimmen: ein gemischter Chor, oft identisch mit dem Publikum, und ein Solist.
Instrumente: in der Grundbesetzung drei Congas oder Cajones, Claves und ein weiteres schärfer klingendes Perkussionsinstrument („Palitos“, Löffel oder auch ein Stock auf dem Korpus einer Conga). Die größte und tiefste der Trommeln heißt Tumba und legt ein eintaktiges Fundament, die mittlere, Segundo, ein zweitaktiges Muster, jeweils mit Variationen. Die höchste, Quinto, ist völlig frei und reagiert auf diese Variationen und das dritte Element der Rumba, nämlich je nach Untergenre ein oder zwei Tänzer.
Form
Oft beginnen die Claves, auf die nach und nach die Trommeln folgen. Es kann aber auch sein, dass Sänger und Chor eine Titelzeile voraussingen und die Schlaginstrumente zusammen beginnen.
Der Gesang setzt mit Nonsens-Silben des Solosängers, genannt „Diana“, ein. Zu einigen traditionellen Dianas gehört eine Beantwortung durch den Chor, die auch aus Text bestehen kann.
Der Vorsänger singt nun traditionelle, improvisierte (der Anlass des Fests ist ein beliebtes Thema) oder selbstgeschriebene Texte: octosillabische Vierzeiler oder Décimas.
Am Ende wird dem Chor eine zu wiederholende Zeile vorgegeben. Diese wechselt im Weiteren mit Improvisationen des Solisten ab, und die Tänzer kommen dazu.
Genres, Tanz
Es gibt drei traditionelle Genres in der Rumba, die sich im Tempo, der verwendeten Clave und dem Tanz unterscheiden.
Yambú
Die Tänzer im Yambú, Mann und Frau, ahmen alte Leute nach. Das rhythmische Grundgerüst ist ein Son-Clave. Obwohl der Yambú als älteste Form der Rumba gilt, gibt es den Spruch „En el yambú no se vacuna“ (etwa: „Beim Yambú gibt's kein Gepimper“), der auf den Guaguancó Bezug nimmt.
Guaguancó
Auch der Guaguancó ist ein pantomimischer Tanz. Mann und Frau verkörpern Hahn und Henne, wobei der Mann durch Flügelschlagen oder Staubaufscharren Avancen auf das Geschlechtsteil der Frau macht, die sich durch ihren Rock, ein Tuch oder simples Abwenden schützt. Der Tanz gipfelt im „Impfen“ der Frau („vacunao“) mit entsprechenden Hüftbewegungen.
Columbia
Die Columbia ist im -Takt und der entsprechenden Clave. Statt Mann und Frau sind es hier der (typischerweise männliche) Solotänzer und der Spieler der Quinto, die miteinander in Dialog treten. Schnell, bisweilen akrobatisch und mit Einflüssen aus anderen Tänzen der Abakuá.
Interpreten
Alberto Zayas (1908–1983) nahm 1957 für die Panart erstmals eine Rumba, El vive bien, auf Tonträger auf.
Los Muñequitos (de Matanzas). Sie vertreten im Gegensatz zu den anderen Gruppen aus Havanna den Rumba-Dialekt von Matanzas.
Los Papines. Gegründet 1957 von den Brüdern Luis, Alfredo, Jeus und Ricardo Abreu.
Conjunto de Clave y Guaguancó. In den 60er Jahren von Mario Alán mit Agustín Piña, Andres Gutiérrez Malanga und Miguel Ángel Mesa gegründet und heute unter Leitung von Amado Dedeu. Verwendete ursprünglich nur Cajones.
Rumberos de Cuba. Eine All-Star-Band unter Leitung von Rodolfo Chacón Tartabull. Die Mitglieder sind oder waren mit dem Conjunto de Clave y Guaguancó oder dem Conjunto Folklorico Nacional verbunden.
Weblinks
Rumba columbia: Manguero „el Congo Real“ Columbia Cimarona (Video bei YouTube)
Eine Rumba guaguancó aus Havanna: Rumba Havana Vieja – Grupo Guelmilere 2 (Video bei YouTube)
Ein Yambú aus Santiago: Rumba-Yambu Stg de Cuba 1.3 (from djembe.fi) (Video bei YouTube)
Sammlung von Rumbatexten: Tonada Guaguancó Para Celina (auf cancionerorumbero.blogspot.com)
Musikerbiografien und Diskografie: La rumba no es como ayer: Pequeña Enciclopedia de la Rumba Cubana (auf larumbanoescomoayer.blogspot.com)
Einzelnachweise
Kubanischer Tanz
Rumba
Stilrichtung der Lateinamerikanischen Musik
Repräsentatives immaterielles Kulturerbe |
Basque Korsarioak ist ein Rugby-Union-Klub aus der spanischen Stadt Donostia-San Sebastián. Das Franchise, das vom Rugbyverein Bera Bera RT geleitet wird, nimmt an der Superibérica de Rugby teil und umfasst als Einzugsgebiet das gesamte Baskenland. Korsarioak ist Baskisch für Korsar.
Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Miniestadio de Anoeta aus. Die Mannschaftsfarben sind Rot und Dunkelblau.
Weblinks
Offizielle Homepage archiviert
Spanischer Rugby-Union-Verein
Sport (Donostia-San Sebastián)
Gegründet 2009
Sportverein in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland
Organisation (Donostia-San Sebastián) |
Ingeborg Wilfert, geborene Kunert (* 1. März 1939 in Dresden) ist eine deutsche Kartografin.
Leben
Nach dem Abitur in Dresden studierte Ingeborg Wilfert von 1958 bis 1963 Kartographie an der Technischen Hochschule beziehungsweise Technischen Universität Dresden. Ab 1964 übte sie verschiedene Tätigkeiten beim Topographischen Dienst Dresden (heute Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen) aus, ehe sie 1970 als Aspirantin der Sektion Geodäsie und Kartographie an die Technische Universität Dresden zurückkehrte. Hier wurde sie 1975 Assistentin und später Oberassistentin am Institut für Kartographie und promovierte 1976 im Fach Kartografie.
Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegen in der Reproduktions- und Drucktechnik sowie der Technologie der Kartenherstellung. In den 1990er Jahren kamen Datenbanksysteme, Digitalkartografie und Programmierung als weitere wichtige Tätigkeitsfelder hinzu. Von 1992 bis 2004 war sie Professorin für Kartentechnik am Institut für Kartographie der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der Technischen Universität Dresden, dessen Direktor sie von 1994 bis 1997 war. Sie ist bis heute am Institut für Kartographie tätig.
Ingeborg Wilfert ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Brockhaus-ABC Kartenkunde; 1983 (Mitautorin)
Anwendungen von PROLOG in der Kartographie. In: Geowissenschaftliche Mitteilungen der TU Wien 39 (1991); Seiten 143–151.
Effektive rechnergestützte Herstellung thematischer Karten. In: Kartographische Nachrichten 3 (1995); Seiten 85–93.
Internet und Kartographie. In: Kartographischer Baustein Nr. 14; 1998; Seiten 51–61.
Lexikon der Geowissenschaften; 2000 (Mitautorin)
Rasterdatenformate und ihr Einsatz bei kartographischen Aufgabenstellungen. In: Kartographische Schriften. Band 4; 2000; Seiten 65–77.
Ehrungen
2007: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kartographie
Siehe auch
Dresdner Schule der Kartografie
Literatur
Dorit Petschel: 175 Jahre TU Dresden. Band 3: Die Professoren der TU Dresden 1828–2003. Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. von Reiner Pommerin, Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-02503-8, S. 1045.
Einzelnachweise
DDR-Bürger
Deutscher
Frau
Geboren 1939
Hochschullehrer (Technische Universität Dresden)
Kartograf (20. Jahrhundert)
Kartograf (21. Jahrhundert) |
Wohnprojekte-Tage, auch Wohnprojekttage, gibt es in einigen Städten der Bundesrepublik Deutschland. Sie werden von Organisationen durchgeführt, die das Thema neue Wohnformen in ihrem Umfeld bearbeiten. Sie dienen der Information über nachbarschaftliche Wohnprojekte allgemein, der Förderung von Kontaktmöglichkeiten für Interessierte und dem fachpolitischen Diskurs über die Notwendigkeit, neue Wohnformen stärker zu fördern, als dies bisher geschieht. Kommunen, die erkennen, dass Wohnprojekte auf vielfältige Nachfrage stoßen und ein wichtiges Segment des Wohnungsmarkts darstellen, beteiligen sich nicht selten an den Kosten von Wohnprojekte-Tagen.
In München wurden die ersten Wohnprojekte-Tage Mitte der 90er Jahre von „Urbanes Wohnen e.V.“ durchgeführt (der „8. Münchner Wohnprojekttag 2008“ war zugleich „erster Bayerischer Wohnprojekttag“), 1997 folgte Hamburg, wo „STATTBAU HAMBURG“ seither als Organisator und Veranstalter auftritt, in Nordrhein-Westfalen ist es die „Wohnbund-Beratung NRW“, in Leipzig seit dem Jahr 2000 der „Arbeitskreis integriertes Wohnen e.V.“ und in Kiel seit 2005 der „Interessenverband Wohnprojekte Schleswig-Holstein“. Im Wechsel veranstaltet das
„Forum für gemeinschaftliches Wohnen e. V.“ aus Hannover Wohnprojekte-Tage in Niedersachsen und Bremen.
Wohnprojekte-Tage sind keine kommerziellen Veranstaltungen, sondern ein Service für Interessierte, die für sich selbst nach qualitativen Wohnalternativen suchen.
Weblinks
http://www.urbanes-wohnen.de/ Urbanes Wohnen e.V.
http://www.stattbau-hamburg.de/ STATTBAU HAMBURG
http://www.experimentdays.de/ EXPERIMENTDAYS BERLIN
http://www.wohnbund-beratung-nrw.de/ WohnBund-Beratung NRW GmbH
http://www.akiw-leipzig.de/ Arbeitskreis integriertes Wohnen e.V.
http://www.wohnprojekte-sh.de/ Interessenverband Wohnprojekte Schleswig-Holstein
Wohnungsmarkt |
Natascha Abigail McElhone (* 14. Dezember 1971 als Natasha Abigail Taylor in Walton-on-Thames, Surrey, England) ist eine britische Schauspielerin mit irischen Wurzeln. Im Kino wurde sie bekannt für ihre Rollen in Ronin (1998), Die Truman Show (1998), Solaris (2002); außerdem durch die Fernsehserie Californication (2007–2014).
Familie, Jugend und Ausbildung
McElhones Großeltern mütterlicherseits waren streng gläubige Katholiken aus dem County Donegal, die während der Zeit des Nordirlandkonflikts nach Glasgow zogen. Ihre Tochter Noreen McElhone heiratete den ebenfalls irischstämmigen Journalisten Chris Tayler. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Natascha und ihr Bruder Damien. Die Ehe wurde geschieden als Natascha zwei Jahre alt war und ihre Mutter heiratete bald darauf den Autor und Journalisten Roy Greenslade. Aus der zweiten Ehe ihres Vaters mit einer schwedischen Journalistin stammen zwei Halbbrüder von McElhone.
Werk
In den frühen 1990er-Jahren studierte sie Schauspiel in London und begann ihre Karriere auf Theaterbühnen in London und Manchester, wo sie vorwiegend in Shakespeare-Stücken zu sehen war. Nebenbei übernahm sie kleinere Fernsehrollen. Internationale Bekanntheit erlangte sie 1998 in einer Hauptrolle neben Robert De Niro in Ronin und einer Nebenrolle im Film Die Truman Show. Von 2007 bis 2014 spielte sie an der Seite von David Duchovny eine der Hauptrollen in der US-amerikanischen Fernsehserie Californication.
Persönliches
McElhone lernte ihren späteren Ehemann Martin Kelly während seines Medizinstudiums im Alter von 15 Jahren über dessen Mitbewohner kennen, mit dem sie damals ausging. Nachdem sie sich vorübergehend aus den Augen verloren hatten, wurden sie in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ein Paar. McElhone heiratete Kelly am 19. Mai 1998 in einem Dorf in Südfrankreich, anschließend lebten sie einige Zeit in Paris, bevor sie sich in London niederließen. Das Paar bekam drei Söhne, die 2000, 2003 und 2008 geboren wurden. Der letzte Sohn wurde dabei 5 Monate nach dem Tod des Vaters geboren, der am 20. Mai 2008 völlig überraschend in ihrem Haus in London an einem Herzinfarkt starb, während sich McElhone zu Dreharbeiten in Los Angeles befand.
Filmografie (Auswahl)
Bücher
Natascha McElhone: After You: Letters of Love, and Loss, to a Husband and Father. Penguin, 2010
Auszeichnungen
1999: MTV Movie Award – Nominierung für die beste Actionszene (zusammen mit Robert De Niro) in Ronin
2003: Saturn Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Solaris
2005: Irish Film and Television Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Solaris
2005: Satellite Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Revelations
Weblinks
Twitter-Account
"Solaris"-Star Natascha McElhone: "Wie viele interessante Zwanzigjährige gibt es?". Spiegel Online, 12. März 2003
Einzelnachweise
Filmschauspieler
Theaterschauspieler
Brite
Geboren 1971
Frau |
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