text
stringlengths
50
554k
Freiherr Franz Ico von Frydag (* 9. Februar 1606 auf Schloss Gödens bei Wilhelmshaven; † 12. September 1652 ebenda) war ein deutscher Militär und Diplomat zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Leben Franz Ico von Frydag war der Sohn des Freiherrn Haro von Frydag und dessen Ehefrau Catharina von Innhausen und Knyphausen. Mit 15 Jahren immatrikulierte sich Frydag am 7. Januar 1621 an der Universität Franeker. Im Mai 1634 besuchte Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen die Freie Stadt Hamburg. Anlässlich dieses Besuchs wurde Frydag zusammen mit Freiherrn Enno Wilhelm Innhausen und Kniphausen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Der Fürst verlieh Frydag den Gesellschaftsnamen der Läuternde und als Motto unrein geblüht. Als Emblem wurde Frydag Frauenhaar (Adiantum capillus veneris L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Frydags Eintrag unter der Nr. 239. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für seine Aufnahme bedankte: Ein kraut heist Frawen haar pflegt vnrein blut Zu leuternJnß menschen leib hindurch das er nicht geh Zu scheiternDer Nahme Leuternd drumb mir aufgegeben wardWeil lauter rein will sein der wahren tugend fahrt.Wiewohl nuhn in der welt gantz rein mannit kan werden,Da Vns die sünd anhengt in wercken, wort, gebärden,Bereitet vnß doch hier Zur newen welt der geist,Vnd endlich leutert rein, wan er Vnß Zu sich reist. Bis zum Prager Frieden im Jahr 1635 kämpfte Frydag als Obrist auf der schwedisch-lutherischen Seite. Anschließend zog er sich für einige Jahre in seine Heimat zurück und heiratete 1639 die katholische Freiin Margarethe Elisabeth von Westerholt. Mit ihr hatte er acht Kinder, die im katholischen Glauben erzogen wurden, nachdem er selbst auch konvertiert war. Die katholische Kirche in Neustadtgödens erinnert bis heute daran. 1646 wurde er durch Kaiser Ferdinand III. in den Reichsfreiherrenstand erhoben, und wirkte 1648 als kaiserlicher Gesandter in Münster. Dabei wurde er tatkräftig von seinem Verwandten, dem Freiherrn Enno Wilhelm von Innhausen und Kniphausen unterstützt. 1653 wirkte Frydag wieder zusammen mit ihm am Reichstag in Regensburg. Freiherr Franz Ico von Frydag starb am 12. September 1652 auf Schloss Gödens bei Wilhelmshaven im Alter von 46 Jahren. Familie Er war mit Margreta Elisabeth, geborene von Westerholt verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder: Haro Burchard (* 1640; † 1692 in Hamburg), kaiserlicher Geheimrat, Herr von Gödens Juliana Katharina ⚭ Freiherr Johann von Büren ⚭ Graf von Duras († 1699) Franz Heinrich (* 1643; † 1694 in Berlin) kaiserlicher Gesandter, Herr von Gödens ⚭ Sophia Elisabeth von Aldenburg, Gräfin von Aldenburg (1661–1730) Karl Philipp (1644–1698), Malteser-Ritter, Großprior von Ungarn Iko Wilhelm (1645–1711), Jesuit in Maastricht Hedwig Oriana (1648–1694) ⚭ Dodo zu Inn- und Knyphausen Maximilian (jung gestorben) Johann Ernst (1649–1703) Rektor des Jesuitenkollegiums in Halle Brabant Literatur Alexander von Werdum: Stammregister der Häuptlinge von Gödens, Oldersum, Werdum und anderer. In: Diedrich Möhlmann (Hg.): Hironimus Grestius’s Reimchronik von Harlingerland, nebst Alexander von Werdum’s Genealogie der Häuptlinge von Gödens &c., und S.E. Jhering’s Beschreibung der Herrlichkeit Gödens / zum ersten Male aus den Handschriften. Hergeröder, Stade und Harburg 1845, S. 33–53, hier S. 41 (Digitalisat). Albert von Boyneburg-Lengsfeld: Art. Frydag. In: Johann Samuel Ersch: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Bd. 51, Brockhaus, Leipzig 1850, S. 475–478 (Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen). Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft Militärperson (HRR) Oberst (Schwedisches Heer) Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (Schweden) Diplomat der Habsburgermonarchie (vor 1804) Franz Ico Freiherr Geboren 1606 Gestorben 1652 Mann
Willi Vallendar (* 30. Juli 1943 in Berlin) ist ein deutscher Jurist, der bis Juli 2008 Richter am Bundesverwaltungsgericht war, zuletzt als Stellvertretender Vorsitzender eines Revisionssenates. Leben Willi Vallendar studierte an der Universität zu Köln Rechtswissenschaft und schloss das Studium 1967 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen ab. 1971 folgte das Zweite Juristische Staatsexamen. Er begann anschließend seine Richterlaufbahn am Verwaltungsgericht Köln als Richter auf Probe und wurde 1974 zum Richter auf Lebenszeit und zum Richter am Verwaltungsgericht Köln ernannt. 1978 wurde er nach Bonn in das Bundesinnenministerium als wissenschaftlicher Mitarbeiter abgeordnet. Nachdem er dort ein Jahr tätig gewesen war, wurde er an das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen abgeordnet, wo er dann im Juni 1979 zum Richter am Oberverwaltungsgericht ernannt wurde. Im Oktober 1993 wurde Willi Valendar zum Richter am Bundesverwaltungsgericht ernannt. Er gehörte zunächst dem 3. Revisionssenat an, der sich unter anderem mit dem Recht des Lastenausgleichs, dem Recht der Besatzungsschäden, dem Rechtsgebiet des Währungsausgleichs und dem Gesundheitsverwaltungsrecht befasste. Im Januar 1995 wechselte er in den 11. Revisionssenat, der sich mit Flurbereinigungsrecht, Atomrecht, das Straßen- und Wegerecht, dem Recht des Baues von Wasserstraßen und dem Erschließungs- sowie das Erschließungsbeitragsrecht zu befassen hatte. Anfang 2001 wurde der 11. Senat aufgelöst und Vallendar wechselte in den 9. Revisionssenat, der die Aufgaben des ehemaligen 11. Senates übernahm. Vom Juli 2004 bis zum Juni 2007 gehörte er auch dem 10. Revisionssenat an und wurde im Oktober 2004 zum stellvertretenden Vorsitzenden beider Senate ernannt. Im Juni 2007 wurden der 9. und der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichtes zusammengelegt. Ende Juli 2008 trat er in den Ruhestand. Er wurde von Naturschutzverbänden dem gemäßigteren Flügel des 9. Revisionssenates in umweltrechtlichen Fragestellungen zugerechnet. Neben einem maßgeblichen Einfluss auf die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes nahm er auch als Mitherausgeber und Autor von Kommentaren zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, Allgemeinen Eisenbahngesetz und zum Personalvertretungsrecht Einfluss auf die Rechtsentwicklung. Weblinks Pressemitteilung Nr. Nr. 49/2008 des Bundesverwaltungsgerichtes vom 1. August 2008 Einzelnachweise Richter (Bundesverwaltungsgericht) Rechtswissenschaftler (21. Jahrhundert) Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert) Deutscher Geboren 1943 Mann
Holzmühle steht für: Holzmühle, eine Mühle, in der Holz gemahlen wird Holzmühle (Weitersfeld), Mühle in der Gemeinde Weitersfeld, Niederösterreich Holzmühle ist der Name folgender Ortsteile und Orte in Baden-Württemberg: Holzmühle (Achstetten), Gehöft der Gemeinde Achstetten, Landkreis Biberach Holzmühle (Bad Saulgau), Gehöft der Stadt Bad Saulgau, Landkreis Sigmaringen, in Siedlungszusammenhang mit dem Gehöft Holzmühlehof Holzmühle (Bopfingen), Wohnplatz der Stadt Bopfingen, Ostalbkreis Holzmühle (Ettenheim), Hof der Stadt Ettenheim, Ortenaukreis Holzmühle (Kißlegg), Weiler der Gemeinde Kißlegg, Landkreis Ravensburg Holzmühle (Rosenberg), Weiler der Gemeinde Rosenberg, Ostalbkreis Holzmühle (Vogt), Hof der Gemeinde Vogt, Landkreis Ravensburg in Bayern: Holzmühle (Altusried), Einöde des Marktes Altusried, Landkreis Oberallgäu Holzmühle (Bärnau), Einöde der Stadt Bärnau, Landkreis Tirschenreuth Holzmühle (Falkenfels), Einöde der Gemeinde Falkenfels, Landkreis Straubing-Bogen Holzmühle (Innernzell), Einöde der Gemeinde Innernzell, Landkreis Freyung-Grafenau Holzmühle (Kirchberg im Wald), Einöde der Gemeinde Kirchberg im Wald, Landkreis Regen Holzmühle (Kirchendemenreuth), Einöde der Gemeinde Kirchendemenreuth, Landkreis Neustadt an der Waldnaab Holzmühle (Kulmbach), Einöde der Stadt Kulmbach, Landkreis Kulmbach Holzmühle (Lam), Weiler des Marktes Lam, Landkreis Cham Holzmühle (Leutershausen), Einöde der Stadt Leutershausen, Landkreis Ansbach Holzmühle (Markt Erlbach), Einöde des Marktes Markt Erlbach, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Holzmühle (Martinsheim), Einöde der Gemeinde Martinsheim, Landkreis Kitzingen Holzmühle (Oberndorf am Lech), Einöde der Gemeinde Oberndorf am Lech, Landkreis Donau-Ries Holzmühle (Pillnach), Wüstung in der Gemeinde Kirchroth, Landkreis Straubing-Bogen Holzmühle (Rain), Einöde der Stadt Rain, Landkreis Donau-Ries Holzmühle (Remlingen), Einöde des Marktes Remlingen, Landkreis Würzburg Holzmühle (Rettenbach), Dorf der Gemeinde Rettenbach, Landkreis Cham Holzmühle (Roden), Einöde der Gemeinde Roden, Landkreis Main-Spessart Holzmühle (Röhrnbach), Einöde des Marktes Röhrnbach, Landkreis Freyung-Grafenau Holzmühle (Schlammersdorf), Einöde der Gemeinde Schlammersdorf, Landkreis Neustadt an der Waldnaab Holzmühle (Seeshaupt), Einöde der Gemeinde Seeshaupt, Landkreis Weilheim-Schongau Holzmühle (Sonderhofen), Einöde der Gemeinde Sonderhofen, Landkreis Würzburg Holzmühle (Speichersdorf), Einöde der Gemeinde Speichersdorf, Landkreis Bayreuth Holzmühle (Spiegelau), Weiler der Gemeinde Spiegelau, Landkreis Freyung-Grafenau Holzmühle (Tirschenreuth), Einöde der Stadt Tirschenreuth, Landkreis Tirschenreuth Holzmühle (Wittibreut), Einöde der Gemeinde Wittibreut, Landkreis Rottal-Inn Holzmühle (Woringen), Einzelgehöft der Gemeinde Woringen, Landkreis Unterallgäu Holzmühle (Wurmsham), Einöde der Gemeinde Wurmsham, Landkreis Landshut Holzmühle (Würzburg), Ortsteil im Stadtbezirk Lengfeld der kreisfreien Stadt Würzburg Holzmühle (Zandt), Weiler der Gemeinde Zandt, Landkreis Cham in Sachsen: Holzmühle (Kauschwitz), Ortsteil des Stadtteils Plauen-Kauschwitz, Vogtlandkreis in Österreich: Holzmühle (Gemeinde Gastern), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde Gastern, Bezirk Waidhofen an der Thaya, Niederösterreich Holzmühle (Gemeinde Groß Gerungs), Siedlungsplatz in der Stadtgemeinde Groß Gerungs, Bezirk Zwettl, Niederösterreich Holzmühle (Gemeinde Kollerschlag), Siedlungsplatz der Marktgemeinde Kollerschlag, Bezirk Rohrbach, Oberösterreich Holzmühle (Gemeinde Moorbad Harbach), Siedlungsplatz in der Gemeinde Moorbad Harbach, Bezirk Gmünd, Niederösterreich Holzmühle (Gemeinde Rainbach im Mühlkreis), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde Rainbach im Mühlkreis, Bezirk Freistadt, Oberösterreich Holzmühle (Gemeinde St. Oswald bei Freistadt), Siedlungsplatz in der Marktgemeinde St. Oswald bei Freistadt, Bezirk Freistadt, Oberösterreich Holzmühle (Gemeinde Zwettl-Niederösterreich), Siedlungsplatz in der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich, Bezirk Zwettl, Niederösterreich Siehe auch: Holzmühl Hölzlmühle Hölzleinsmühle
Maxwell Boyce, MBE (* 27. September 1943 in Glynneath) ist ein walisischer Comedian, Sänger und ehemaliger Bergmann, der Mitte der 1970er nationale Berühmtheit in Großbritannien erlangte. Kindheit und Jugend Innerhalb von wenigen Tagen nach seiner Geburt starb sein Vater während einer Explosion im Kohlebergwerk, wo er arbeitete. Im Alter von 15 zog Boyce zu seinem Großvater. Wie sein Vater vor ihm verbrachte er seine späten Teenagerjahre im Bergwerk, bevor er in seinen frühen 20ern einen Fabrikjob annahm. In den frühen 1970ern machte er einen Abschluss als Ingenieur des Bergwesens. während dieser Zeit begann er, Lieder über die Bergwerkergemeinschaft in Südwales zu schreiben. Er fing etwa 1972 an, in Folkclubs aufzutreten, wo er immer mit einem witzigen Element begann, hier und da einige Anekdoten über das Bergmannsleben und besonders den Nationalsport Rugby Union einstreute. Musikalische Karriere Max hatte ohne Erfolg an der Fernseh-Talentshow Opportunity Knocks teilgenommen. Kurz darauf nahm er am 3. November 1973 sein erstes Album Live at Treorchy mit EMI im Treorchy-Rugby-Club auf. Die Songs auf dem Album, besonders Hymns and Arias, wurden bei Rugby-Fans schnell sehr beliebt und viele Jahre lang trat der Entertainer regelmäßig auf Bühnen, im Fernsehen und im Radio auf. Außerdem nahm er weitere Hit-Alben auf. Sein nächstes Album We All Had Doctors' Papers wurde 1975 veröffentlicht und kam auf den 1. Platz der UK-Albumcharts. Diese Aufnahme hat die Besonderheit, dass sie das einzige Comedy-Album ist, das je in die UK-Albumchart gekommen ist. Ein früher Höhepunkt seiner Karriere geschah gleichzeitig mit der Vorherrschaft des walisischen Rugby-Nationalteams in der Five Nations Championship während der 1970er Jahre. Die Songs und Gedichte dieser Zeit waren Widerspiegelungen des echten Lebens und der sich entfaltenden Geschichte. Boyces Karriere erlitt in den 1990er Jahren einen Tiefpunkt, erholte sich aber 1999 wieder, als er die Eröffnungszeremonie der Rugby-Weltmeisterschaft 1999 im Millennium Stadium in Cardiff übernahm. Boyce wurde 1999 mit dem MBE ausgezeichnet. Diskografie Alben Schriften I Was There! (1979) Max Boyce in the Mad Pursuit of Applause (1984) Quellen Weblinks Offizielle Seite Max's Management Company Komiker Musiker (Vereinigtes Königreich) Popsänger Member des Order of the British Empire Waliser Brite Geboren 1943 Mann
Das Buchtige Riccardimoos (Riccardia chamedryfolia) ist ein autözisches (Antheridien und Archegonien an verschiedenen Ästen an derselben Pflanze), thallöses Lebermoos. Erkennungsmerkmale Die kriechenden bis wenig aufsteigenden Thalli von Riccardia chamedryfolia sind dunkel- bis olivgrün gefärbt. An den Spitzen sind sie häufig blassgrün. Die unregelmäßig geformten Thalli sind zudem 1- bis 3-fach gefiedert mit mal länger, mal breiteren, zungenförmigen Thallusästen, die bis 4 mm lang und bis 1,5 mm breit werden können. Im mittleren Teil sind sie etwa 4 bis 8 Zelllagen dick. Die Unterseite ist meist relativ flach, während die Oberseite konvex gewölbt ist. Die Thallusränder zeichnen sich im Gegensatz zu Riccardia multifida durch 0 bis 1 Reihe hyaliner Zellen aus. Sie erscheinen bei durchscheinendem Licht daher nicht durchsichtig. Die Thallusspitzen sind rundlich. Die Epidermiszellen sind kleiner als die Zellen im Inneren und etwa 65 bis 90 µm lang und 25 bis 50 µm breit. In fast allen Epidermiszellen sind 1 bis 3 bräunliche Ölkörper vorhanden. Neben den kurzen männlichen Ästchen gibt es noch kürzere weibliche Ästchen, die Cilien aufweisen. Die keulenförmige Kalyptra ist papillös. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Riccardia multifida, das jedoch im Norden Deutschlands seltener ist. Vorkommen Das konkurrenzschwache, pionierfreudige Lebermoos wächst an nassen bis feuchten, häufig überrieselten, basenhaltigen, relativ kalkarmen, schattigen bis halbschattigen Standorten an Quellen, Gewässerrändern, überrieselten Felsblöcken, auf Baumwurzeln und Baumbasen, auf Erde, Sand und Humus, in basenreichen Mooren und in Torfstichen. Selten wächst es auch submers an Gewässerrändern. Oft kommt es als Initialmoos an gestörten Plätzen vor und wird rasch von anderen Moosen überwuchert. Durch die Zerstörung von quelligen Standorten, der Begradigung von Flüssen, durch Gewässerverschmutzung und intensiver Landwirtschaft ist die Art in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. In einigen Bundesländern steht das Lebermoos auf der Roten Liste. Literatur Nebel, Philippi: Die Moose Baden-Württembergs Band 3. (Ulmer Verlag, 1. Auflage, 2005, ISBN 3-8001-3278-8) Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora. 4. Auflage (UTB Verlag), ISBN 3-8252-1250-5 Weblinks Jungermanniopsida (Klasse)
Butschbach ist ein Ortsteil der Stadt Oberkirch im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. In Butschbach leben 821 Einwohner auf einer Fläche von 5,56 km². Zu Butschbach gehören neben dem Dorf Butschbach die bis 1837 selbständige Gemeinde Hesselbach, die Zinken Albersbach und Eckenberg, die Höfe In der Rot, Köbelesberg und Schafhof (Auf der Eck) und der Wohnplatz Fürsteneck. Nordwestlich von Butschbach liegt die Ruine der Burg Fürsteneck, einer Höhenburg, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Butschbach wurde am 1. Januar 1971 nach Oberkirch eingemeindet. Zur Tradition des Ortes gehören die Feuerpferde von Butschbach, die einer Sage zufolge nachts in der Nähe des Ortes gesichtet wurden und heute Bestandteil des Karnevals sind. Siehe auch Oberkircher Winzergenossenschaft Weblinks Informationen über Butschbach-Hesselbach auf der Homepage der Stadt Oberkirch. Einzelnachweise Geographie (Oberkirch, Baden) Ehemalige Gemeinde (Ortenaukreis) Ort im Ortenaukreis Gemeindeauflösung 1971
Erich Neuwirth (* 17. Oktober 1948 in Schleinbach, NÖ) ist außerordentlicher Universitätsprofessor für Statistik und Informatik an der Universität Wien, seit 2010 in Pension, dennoch in seinem Fach weiterhin aktiv. Leben Neuwirth studierte an der Universität Wien Mathematik und Statistik im Rahmen eines studium irregulare. 1974 erfolgte seine Promotion zum Dr. Phil. Er lehrte seit 1969 an der Universität Wien und wurde dort 1987 in den Fächern Statistik und Computerdidaktik habilitiert. Er war zuerst Lehrer und Forscher am Institut für Statistik und Decision Support. Nach einer Restrukturierung der Universität Wien wurde er Mitglied der Fakultät für Informatik und leitete dort das Fachdidaktische Zentrum für Informatik. 2010 ging er in den Ruhestand, lehrt aber weiter an der Universität Wien, der Universität Salzburg und der Fachhochschule St. Pölten. Er war zu Forschungsaufenthalten am National Institute of Multimedia Education in Japan, an der Northeastern University in Boston und am KAIST (Korea Advanced Institute of Science and Technology) in Südkorea. Der Filmer Manfred Neuwirth ist der Bruder von Erich Neuwirth. Forschung Kerngebiete seiner Forschung sind Wählerstromanalysen, Kombinatorik, Mathematik und Musik und die Verwendung von Spreadsheets im Unterricht. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die PISA-Studie. Bei der Auswertung der Studie aus dem Jahr 2003 zeigte er wesentliche Fehler auf. Seine Korrekturen wurden nachträglich übernommen. Er publiziert bis heute (Stand Dezember 2021) regelmäßig in seinem statistischen und bildungspolitischen Blog Beiträge zum Thema Bildung, Statistik und Politik. Öffentliche Tätigkeiten Erich Neuwirth wirkte ab den frühen 70er-Jahren an den Wahlhochrechnungen von Gerhart Bruckmann im ORF mit. 1983 erarbeitete er die erste Wählerstromanalyse, die im ORF gesendet wurde. Von 1986 bis 1996 (mit einer Unterbrechung 1994) führte er die Wahlhochrechnungen des ORF durch. Danach betreute er die Wahlhochrechnungen des Innenministeriums, und seit 1997 rechnet und präsentiert er die Hochrechnungen von ServusTV. Er publiziert auch Analysen zu Wahlen auf mehreren Websites. Seit Mitte März 2020, als die COVID-19-Pandemie Österreich erreicht hatte, veröffentlicht Neuwirth auf seinem Twitter-Account Grafiken und Tabellen zur Veranschaulichung der zur Pandemie bekannten Daten und Analysen dazu. Mit Stand Dezember 2021 ist er seit einigen Monaten im Beraterstab des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. Er kritisiert öffentliche Stellen dafür, „kein ernsthaftes Interesse“ für die Aufbereitung der Daten zu zeigen, um diese verständlich an eine möglichst breite Schicht der Bevölkerung zu vermitteln. „Es gibt weiterhin viel zu tun, um allen zu helfen, die Situation besser zu verstehen und richtige Entscheidungen zu treffen. Das sei in einer Pandemie lebenswichtig.“ So zitiert in der ORF zu seiner Ehrung bei der Lebensretter-Gala am 20. Dezember 2021. Sonstiges Erich Neuwirth hat gemeinsam mit Thomas Baier den statconn Server und RExcel entwickelt. Der statconn server bietet die Möglichkeit, R mit MS Excel, Open Office und diversen Programmiersprachen zu verbinden. RExcel ist ein Add-In für Microsoft Excel, um R von Excel aus zu verwenden. Auszeichnungen, Ehrungen 1996: European Academic Software Award 1996 für STIMM. 2017: Gerhart-Bruckmann-Preis der Österreichischen Statistischen Gesellschaft 2021: Auszeichnung als einer der Helden und Heldinnen des Jahres bei der Lebensretter-Gala des ORF. 2022: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Publikationen Musikalische Stimmungen, Springer, Wien (Januar 1998), ISBN 3211830006 mit Ivo Ponocny und Wilfried Grossmann: PISA 2000 und PISA 2003: Vertiefende Analysen und Beiträge zur Methodik, Leykam (Taschenbuch – Juni 2006), ISBN 3701175691 mit Deane Arganbright: The Active Modeler: Mathematical Modeling with Microsoft Excel, Duxbury, ISBN 0534420850 mit Richard M. Heiberger: R Through Excel: A Spreadsheet Interface for Statistics, Data Analysis, and Graphics, Springer, ISBN 978-1-4419-0051-7 Weblinks Homepage von Erich Neuwirth Neuwirth auf der Homepage der Fakultät für Informatik Anmerkungen zu MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und Bildung Methodisches zu Wahlanalysen Aktuelle Wählerstromanalysen Einzelnachweise Statistiker (20. Jahrhundert) Statistiker (21. Jahrhundert) Mathematiker (20. Jahrhundert) Hochschullehrer (Universität Wien) Absolvent der Universität Wien Österreicher Geboren 1948 Mann
MC-21 oder MC 21 steht für: Irkut MC-21, russisches Flugzeug Mitsubishi MC-21, japanische Schul- oder Transportflugzeugumbauten der Mitsubishi Ki-21 DSB MC 21, dänische Benzin-Triebwagen, siehe DSB M 21–22 #DSB MC 21 und 22 Iapygia (Gradfeld) (USGS-Nummer), Gradfeld des Mars Abkürzung
Die Grafen von Apremont (auch: Aspremont, Aspermont) waren ein lothringisches Adelsgeschlecht, deren Stammschloss sich in Apremont-la-Forêt, Departement Meuse, befand. Die im 13. Jahrhundert zu Grafen aufgestiegenen Herren von Apremont besaßen bis 1250 die Herrschaft Apremont. Ein letzter Familienzweig erlosch 1693. Geschichte Die Herren von A(s)premont waren Vasallen der Bischöfe von Metz und Verdun. Im Laufe des 13. Jahrhunderts stiegen sie durch Heiraten und Belehnungen zu Grafen auf. Sie stellten einen Bischof von Metz und drei Bischöfe von Verdun. Gottfried II. war mit Lauretta, der Erbin Simons III. von Saarbrücken verheiratet. Mit Unterstützung seines Onkels, des Metzer Bischofs Johann, erbte er die Grafschaft Saarbrücken, die jedoch, da er keine Nachkommen hinterließ, an die Herren von Commercy fiel. Ab etwa 1300 bildeten sich mehrere Familienzweige aus; die meisten erloschen früh, aber einige bestanden bis ins 17. Jahrhundert. Dazu zählten die früh erloschenen Herren von Vandy; die (illegitimen) Herren von Bretainville und Saint-Laurent; die 1550 erloschenen Fürsten von Ambise, Barone von Dun und Buzancy. Die (seit 1475) Herren von Sorcy und Rombise, Barone von Nanteuil erloschen 1693 mit Marie-Louise d'Apremont-Nantevil (1651/52–1693), in erster Ehe Gemahlin von Karl IV. von Lothringen, in zweiter Ehe von Heinrich Franz von Mansfeld. Herrschaft Apremont Das Adelsgeschlecht Leiningen (Linie Leiningen-Dagsburg-Hardenburg) besaß im 16. Jahrhundert die Landvogtei Unterelsass und erwarb 1466 unter anderem die Herrschaft Apremont in Lothringen. Somit entstand die neue Linie von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg-Apremont, die in der Wormser Reichsmatrikel von 1521 erwähnt wird. Sie besaß ein zersplittertes Territorium zwischen der Pfalz, Westlothringen, Ostlothringen und dem Elsass. Die Grafschaft von Apremont wurde aber bereits 1599 dem Herzogtum Lothringen einverleibt. Familienmitglieder Gobert VI. von Apremont (* um 1187, † 1263), Kreuzfahrer und Mönch Gottfried II. von Apremont (* um 1210; † 1250), Graf von Saarbrücken ⚭ Lauretta von Saarbrücken († nach 1270) Johann († 1238), Bischof von Verdun und Metz Johann von Apremont-Réchicourt († 1303), Bischof von Verdun Heinrich von Apremont († 1350), Bischof von Verdun Siehe auch Aspremont-Lynden, Adelsgeschlecht aus der belgischen Provinz Limburg, ursprünglich aus Geldern stammend, 1623–1795 Herren der reichsunmittelbaren Grafschaft Reckheim. Der Lütticher Zweig der Familie Lynden nahm 1676 bei seiner Erhebung in den Grafenstand aufgrund einer Wappenähnlichkeit und der (falschen) Behauptung agnatischer Abstammung den Namen des lothringischen Grafenhauses an. Literatur Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien und reichsunmittelbaren Geschlechter vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 6., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44333-8, S. 19. Einzelnachweise Weblinks Foundations of Medieval Genealogy: Limburg Ch. 3 Seigneurs d’Aspremont Lothringisches Adelsgeschlecht Apremont-la-Forêt
Ernst Hagen ist der Name folgender Personen: * Ernst von dem Hagen (1848–1928), österreichischer Feldmarschallleutnant Ernst Hagen (Autor) (1906–1984), österreichischer Schauspieler und Autor Ernst Hagen (Politiker) (* 1952), österreichischer Politiker (FPÖ) Ernst Bessel Hagen (1851–1923), deutscher Physiker
Pembroke Pines ist eine Stadt im Broward County im US-Bundesstaat Florida. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 171.178 ermittelt. Die geografischen Koordinaten sind: 26,01° Nord, 80,34° West. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,2 km². Geografie Pembroke Pines liegt etwa 15 km südwestlich von Fort Lauderdale und etwa 25 km nordwestlich von Miami. Das Stadtgebiet grenzt an die Kommunen Southwest Ranches, Davie, Cooper City, Hollywood und Miramar. Im Westen grenzt die Stadt an die Everglades. Geschichte Der Grundstein für Pembroke Pine war eine Ranch, die sich mit der Aufzucht von Milchkühen beschäftigte, wie viele im Land. 1943 verkaufte der Rancher Henry D. Perry 640 Morgen Land an die U.S. Navy zum Bau einer militärischen Flugschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz für kleine private Flugzeuge zugelassen. Auch heute noch ist der Flugplatz für kleine Privatmaschinen in Betrieb, ebenso wie für ein paar Reklame-Luftschiffe und einige Hubschrauber der US-Küstenwache. Pembroke Pines wurde 1960 als Stadt aufgenommen. Demographische Daten Laut der Volkszählung 2010 verteilten sich die damaligen 154.750 Einwohner auf 61.703 Haushalte. Die Bevölkerungsdichte lag bei 1807,8 Einw./km². 67,3 % der Bevölkerung bezeichneten sich als Weiße, 19,8 % als Afroamerikaner, 0,3 % als Indianer und 4,9 % als Asian Americans. 4,4 % gaben die Angehörigkeit zu einer anderen Ethnie und 3,3 % zu mehreren Ethnien an. 41,4 % der Bevölkerung bestand aus Hispanics oder Latinos. Im Jahr 2010 lebten in 37,5 % aller Haushalte Kinder unter 18 Jahren sowie 30,8 % aller Haushalte Personen mit mindestens 65 Jahren. 71,5 % der Haushalte waren Familienhaushalte (bestehend aus verheirateten Paaren mit oder ohne Nachkommen bzw. einem Elternteil mit Nachkomme). Die durchschnittliche Größe eines Haushalts lag bei 2,70 Personen und die durchschnittliche Familiengröße bei 3,21 Personen. 26,3 % der Bevölkerung waren jünger als 20 Jahre, 24,5 % waren 20 bis 39 Jahre alt, 29,6 % waren 40 bis 59 Jahre alt und 19,7 % waren mindestens 60 Jahre alt. Das mittlere Alter betrug 40 Jahre. 46,2 % der Bevölkerung waren männlich und 53,8 % weiblich. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag bei 61.873 $, dabei lebten 7,4 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Im Jahr 2000 war Englisch die Muttersprache von 63,06 % der Bevölkerung, spanisch sprachen 27,91 % und 9,03 % hatten eine andere Muttersprache. Wirtschaft Die größten Arbeitgeber waren 2018: Schulen Chapel Trail Elementary School (ca. 1450 Schüler) Coral Cove Elementary School Lakeside Elementary School (ca. 1100 Schüler) Palm Cove Elementary School (ca. 1200 Schüler) Panther Run Elementary School (ca. 1400 Schüler) Pasadena Lakes Elementary School Pembroke Lakes Elementary School Pembroke Pines Elementary School Pines Lakes Elementary School (ca. 1100 Schüler) Silver Palms Elementary School (ca. 1500 Schüler) Glades Middle School Pines Middle School (ca. 1850 Schüler) Silver Trail Middle School (ca. 2300 Schüler) Walter C. Young Middle School (ca. 2000 Schüler) Charles W. Flanagan High School (ca. 5500 eingeschrieben Studenten) Harvest Time Christian Academy Parks und Sportmöglichkeiten Es gibt ein breites Angebot von verschiedenen Stadtparks sowie mehrere sportliche Einrichtungen, sowie Spielwiesen und Möglichkeiten zum Camping. An Sportmöglichkeiten werden Softball, Baseball, Football, Basketball, Fußball und Schwimmen angeboten. Krankenhäuser Memorial Hospital Pembroke Memorial Hospital West South Florida State Hospital Jackson Memorial Hospital Religion In Pembroke Pines gibt es derzeit acht verschiedene Kirchen aus sieben unterschiedlichen Konfessionen. Unter den zu einer Konfession gehörenden Kirchen ist die Baptistengemeinde mit zwei Kirchen am stärksten vertreten. (Stand: 2004). Verkehr Durch Pembroke Pines verläuft die Interstate 75, der U.S. Highway 27 sowie die Florida State Roads 25, 817, 820 und 823. Ganz im Osten tangiert der Florida’s Turnpike das Stadtgebiet. In Pembroke Pines befindet sich der nationale North Perry Airport. Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Fort Lauderdale-Hollywood International Airport und der Miami International Airport. Kriminalität Die Kriminalitätsrate lag im Jahr 2010 mit 237 Punkten (US-Durchschnitt: 266 Punkte) im niedrigen Bereich. Es gab vier Morde, zwölf Vergewaltigungen, 92 Raubüberfälle, 168 Körperverletzungen, 1102 Einbrüche, 3619 Diebstähle, 305 Autodiebstähle und fünf Brandstiftungen. Söhne und Töchter der Stadt Keith Norris (* 1985), Radrennfahrer Geno Atkins (* 1988), American-Football-Spieler Shayne Gostisbehere (* 1993), Eishockeyspieler Kendall Ellis (* 1996), Sprinterin Bella Thorne (* 1997), Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und Model Baby Ariel (* 2000), Schauspielerin und Influencerin Anthony Schwartz (* 2000), American-Football-Spieler Weblinks Website der Stadt (engl.) Einzelnachweise Gemeindegründung 1956
Importine sind Proteinkomplexe in Eukaryoten, die den Transport von Proteinen vom Cytoplasma einer Zelle in ihren Zellkern erleichtern. Importine erkennen und binden die NLS-Sequenz auf Proteinen und der so entstandene Komplex bindet seinerseits an den Kernporenkomplex (NPC), der unter Energieverbrauch in den Zellkern geschleust wird. Importinkomplexe bestehen aus einer α- und einer β-Untereinheit, von denen es mindestens sieben beziehungsweise vier teilweise zelltyp-spezifische Isoformen gibt. Einige dieser Untereinheiten sind in der Lage, autonom zu funktionieren und haben selbst den Namen Importin. Die α-Untereinheit erkennt die NLS-Sequenz und bindet diese. Der dimere Komplex dockt nun mit Hilfe der β-Untereinheit an die Kernpore an. Nun wird das Kernprotein in den Kern transportiert. Im Zellkern dissoziiert der Komplex. Die an das Ran-Protein gebundene β-Untereinheit wird wieder aus dem Kern geschleust, die α-Untereinheit wird allein aus dem Zellkern exportiert. Weblinks Molecule of the month: Importin complex Jennifer McDowall/InterPro: Importins. Transportprotein Proteinkomplex Proteingruppe
Popești-Leordeni ist eine Stadt im Kreis Ilfov in Rumänien. Lage Popești-Leordeni liegt in der Walachischen Tiefebene, unmittelbar am südöstlichen Stadtrand von Bukarest. Das Zentrum der rumänischen Hauptstadt befindet sich in etwa 8 km Entfernung. Geschichte Die heutige Stadt entstand aus drei Dörfern: Popești-Conduratu (oder Pavlicheni), Popești-Români und Leordeni. Sie wurden 1530 erstmals urkundlich erwähnt. 1828 – während des Russisch-Türkischen Krieges – wurden auf dem Gebiet der Gemeinde römisch-katholische Gläubige aus dem Gebiet von Nikopol (Bulgarien) angesiedelt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Textil- und die Lebensmittelindustrie sowie Handel und Gewerbe. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit nach Bukarest. Bevölkerung Bei der Volkszählung 2002 lebten in Popești-Leordeni 15.115 Personen, darunter 14.915 Rumänen, 164 Roma und 12 Ungarn. Verkehr Popești-Leordeni verfügt über keinen Bahnanschluss. Die Stadt liegt an der Nationalstraße 4 von Bukarest nach Oltenița. Sie ist über Buslinien an das ÖPNV-System Bukarests angeschlossen. Sehenswürdigkeiten Orthodoxe Kirche Vintilă Vodă (17. Jahrhundert) Römisch-katholische Kirche (19. Jahrhundert) Weblinks Einzelnachweise
Dhal (Sindhi: ; ) ist der 19. Buchstabe des erweiterten arabischen Alphabets des Sindhi. Dhal besteht aus einem Dal () mit zwei übergesetzten Punkten nebeneinander. In der arabischen Schrift des Sindhi steht Dhal für den aspirierten stimmhaften alveolaren Plosiv []. Das Äquivalent zum Dhal ist im Devanagari des Sindhi das Zeichen , in lateinischen Umschriften wird Dhal meist mit dh wiedergegeben. Das Zeichen ist im Unicodeblock Arabisch als Dahal am Codepunkt U+068C und im Unicodeblock Arabische Präsentationsformen-A an den Codepunkten U+FB84 und U+FB85 kodiert. Weblinks The Sindhi Alphabet. unics.uni-hannover.de Transliteration des Sindhi (PDF; 327 kB) transliteration.eki.ee Literatur Ernest Trumpp: Grammar of the Sindhi Language. Asian Educational Services, 1986, ISBN 81-206-0100-9. Arabisches Schriftzeichen
Ladyfinger ist eine Felswand im Karakorum (Ladyfinger Peak) – siehe Bublimotin eine andere Bezeichnung für die Gemüsepflanze Okra der englische Name für ein Löffelbiskuit
San Martín del Valledor (asturisch Samartín) ist eine Parroquia und ein Ort in der Gemeinde Allande der Autonomen Gemeinschaft Asturien im Norden Spaniens.Die 83 Einwohner (2011) leben auf einer Fläche von 54,40 km². Pola de Allande, der Verwaltungssitz der Gemeinde, liegt 87,80 km entfernt. Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche San Martín del Valledor Torre del Valledor aus dem 17. Jahrhundert Dörfer und Weiler Quellen Bevölkerungszahlen siehe Koordinaten und Höhenangaben siehe Google Earth Weblinks Torre del Valledor Infoseite im Tourismusportal vivirasturias en, es Karte von Asturien (PDF; 12,52 MB) Ort in Asturien Allande
Die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) gGmbH mit Sitz in Berlin wurde 1994 gegründet und fördert als eine der größten Bildungsinstitutionen des Landes bundesweit über 4.000 Menschen. Unter dem Motto „Wir stiften Chancen“ engagiert sie sich mit Bildungsangeboten für besonders leistungsstarke Studierende und Promovierende, Schüler und benachteiligte Jugendliche. Ihr Ziel ist es, junge Menschen an den entscheidenden Stellen der Bildungskette zu fördern und ihnen bestmögliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – zu ermöglichen. Allianzen sind andere wirtschaftsnahe Stiftungen, Unternehmen, Unternehmensverbände, staatliche Institutionen in Bund und Ländern sowie ein Netzwerk aus ehrenamtlichen Unterstützern. Seit 2012 fungiert die Organisation als gemeinnützige GmbH. Alleiniger Gesellschafter ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft bR. Die sdw wird vor allem von Unternehmern, Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, unternehmensnahen Stiftungen und staatlichen Institutionen in Bund und Land getragen. Vorstandsvorsitzender der sdw ist seit 2023 der Unternehmer Rainer Dulger. Im Studienförderwerk Klaus Murmann fördert die sdw leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen und Hochschularten. Sie erhalten Stipendien aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und nehmen an einem Seminarprogramm teil, das in Kooperation mit Vertretern aus dem Netzwerk der sdw angeboten wird. Als besonderes Programm des Studienförderwerks Klaus Murmann fördert das Studienkolleg in Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung Lehramtsstudierende mit Persönlichkeit und Führungspotenzial. Die Gründerinitiative Herausforderung Unternehmertum des Studienförderwerks Klaus Murmann bietet Studierenden die Möglichkeit, bereits während des Studiums unternehmerische Praxiserfahrung zu sammeln und eigene Gründungsideen zu realisieren. Kooperationspartner ist die Heinz-Nixdorf-Stiftung. Ein weiteres Zusatzangebot des Studienförderwerks ist das Programm markt.macht.medien. Dieses entstand in Kooperation mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, welches das Ziel hat, die Wirtschaftskompetenz in den Medien von Studierenden zu fördern. Das Hans Weisser Stipendium in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft fördert Aufenthalte im Ausland zur Weiterbildung nach dem Studium. Der Studienkompass, eine Initiative der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der sdw, bietet Studien- und Berufsorientierung für angehende Abiturienten aus Nichtakademiker-Familien und ermutigt sie zur Aufnahme eines individuell passenden Studiums. Zeig, was Du kannst! begleitet motivierte Schüler des Hauptschulzweigs beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung oder in eine weiterführende Schule. Kooperationspartner ist die Drosos Stiftung. Mit Lehramt MINToring motivieren die Vector Stiftung und die sdw Schüler mit Interesse an MINT-Fächer, ein Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aufzunehmen. Vivo – Bildung von Grund auf! in Kooperation mit der Wübben Stiftung fördert die Lernbereitschaft und -fähigkeit von Grundschülern, um herkunftsbedingte Wissens- und Kompetenzlücken zu schließen und ihnen einen unabhängig von ihrem familiären Hintergrund entsprechenden Bildungsweg zu ermöglichen. Weblinks Offizielle Website Stiftung der Deutschen Wirtschaft Alumni e.V. Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) - Regionalgruppe Schweiz Bildungsunternehmen Begabtenförderungswerk Gegründet 1994 Dienstleistungsunternehmen (Berlin)
Das Interaktionssystem ist ein soziologischer Fachbegriff und wird als solcher vor allem in der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann gebraucht. Innerhalb der Systemtheorie (auch: Theorie der sozialen Systeme) wird er oft synonym zum Begriff „Interaktion“ verwendet. Benutzt wird er in diesem Sinne auch von Dirk Baecker, Elena Esposito, Rudolf Stichweh, Peter Fuchs u. a. Systemtheoretikern. Mit Interaktionssystem wird hier ein temporäres System bezeichnet, das dadurch zustande kommt, dass „Personen“ (bei Luhmann „Alter“ und „Ego“) zusammenkommen und in einer face-to-face-Situation kommunizieren. Luhmann unterscheidet das Interaktionssystem von gesellschaftlichen Funktionssystemen, die immer eigene symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien verwenden und sich durch Funktionale Differenzierung voneinander abgrenzen. Eine weitere Differenzierung zwischen gesellschaftlichen Funktionssystemen und Interaktionssystem liegt in der unterschiedlichen Stabilität: Ein Interaktionssystem kommt zustande und löst sich wieder auf. Interaktionssysteme können unterschiedliche Komplexität entwickeln. Beispiele für Interaktionssysteme sind: Wartende an einer Haltestelle, eine Party, eine Massenschlägerei, Geschlechtsverkehr, die Situation von Gefangenen in einer Zelle, aber auch ein Gefängnisaufstand. Der Begriff kann in der Soziologie auch außerhalb der Systemtheorie gebraucht werden. Begriffsfunktion Die Grundkonstellation der Interaktion beschreibt Luhmann als „doppelte Kontingenz“; damit ist gemeint, dass weder Alter das Bewusstsein von Ego erfährt noch dessen Inhalte kennt, noch umgekehrt Ego das bzw. die von Alter. Die Frage, auf die der Begriff eine Antwort anbietet, ist also, wie unter der Bedingung der doppelten Kontingenz eine Kommunikation (dennoch) zustande kommt. System soll nun heißen, dass die Vergangenheit der Kommunikation eine bestimmte Zukunft wahrscheinlich macht (und andere Möglichkeiten ausschließt oder extrem unwahrscheinlich macht) und damit nicht jede Kommunikation innerhalb der Interaktion gleichsam mit Null beginnt. Der Begriff des Systems antwortet grundsätzlich auf die Frage, wie eine an sich unwahrscheinliche Unwahrscheinlichkeit in einem bestimmten Kontext eine wahrscheinliche Unwahrscheinlichkeit wird. Geschichte und Relevanz des Begriffs Begriffsgeschichte Der Begriff Interaktion wurde zunächst prominent durch den Symbolischen Interaktionismus gebraucht und wurde dann von Erving Goffman ausgebaut. Es gibt – bei aller Unterschiedlichkeit der Theorie (Rollentheorie vs. Systemtheorie) – bei Luhmann und Goffman Ähnlichkeit in der Verwendung: er meint Kommunikation in Anwesenheit (face-to-face) Situation. Es ist maßgeblich Goffman zu verdanken, die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht in den Mittelpunkt einer soziologischen Forschung zu stellen. „Mein Grundinteresse“, schreibt Goffman „gilt der Untersuchung der persönlichen Interaktion als eines sich natürlich abgrenzenden, analytisch einheitlichen Teilgebiets der Soziologie“. Um die Strategie des systemtheoretischen Begriffs zu verstehen, muss man sich zunächst klarmachen, was der Gegenstand der Soziologie ist. In der allgemeinen Vorstellung ist Gesellschaft „eine Ansammlung von Menschen“. Diese Vorstellung muss die Soziogie zurückweisen, um ihren Gegenstand zu definieren und sich von Anthropologie, Ethnologie und Psychologie abzugrenzen. Max Weber macht den Begriff des sozialen Handels stark und definiert dieses als eine Handlung, die auf einen anderen Menschen bezogen ist. Georg Simmel vermeidet den Begriff der Gesellschaft gänzlich und spricht lediglich von „Vergesellschaftung“, Émile Durkheim von „sozialen Tatsachen“, Niklas Luhmann von Sozialen Systemen (wobei er Menschen lediglich als Umwelt dieser begreift). Auf die Frage, was der Gegenstand der Soziologie sei – bzw. wie „Gesellschaft“ (als Gegenstand der soziologischen Theorie) beschrieben werden kann – kann man zwei Herangehensweisen unterscheiden. Die eine – mikrosoziologische – Position (Max Weber, Alfred Schütz, Erving Goffman) geht von der Interaktion aus, die andere – makrosoziologische – (Emile Durkheim, Talcott Parsons) von der Priorität einer überpersonalen Struktur. Die erste Position schließt vor allem an Handlungstheorie und psychologische Ansätze an. Die zweite Position hat Bezüge zu der Linguistik von Ferdinand de Saussure und dem Strukturalismus und den Theorien des Ethnologen Bronisław Malinowski, der Philosophie Herbert Spencers und dem Funktionalismus. Der Gegenstand des makrosoziologischen Ansatzes ist – so könnte man vereinfachend sagen – die gesellschaftliche Struktur. Der maßgebliche Gegenstand des mikrosoziologischen Ansatzes ist die Interaktion. Relevanz Die Besonderheit des Begriffs „Interaktionssystem“ ist nun, dass in ihm beide Ansätze zusammengedacht werden. Einerseits wird Interaktion und nicht Gesellschaft betrachtet, anderseits zeigt der Begriff des „Systems“ an, dass nicht vom Einzelnen, sondern von der Struktur ausgegangen wird. Kritik des Begriffs Luhmann ist als Interaktionstheoretiker umstritten. Es gibt allerdings Versuche, ihn als solchen auszuweisen und ihn vor allem auch mit der Rollentheorie Goffmans in Zusammenhang zu bringen. Der Begriff Interaktion bzw. Interaktionssystem grenzt sich von dem der Gesellschaft ab. Man könnte aber auch Interaktion (Kommunikation in Anwesenheit) und interaktionsfreie Kommunikation (Buch) unterscheiden. Damit bleibt manchmal unklar, ob mit dem Begriff ein Theorieansatz (also eine Betrachtungsweise) oder ein Gegenstandsbereich gemeint ist. Im Hinblick auf das Internet wird der Begriff zunehmend problematisch und verlangt eine neue Differenzierung. Die harte Unterscheidung von interaktionsfreier Kommunikation vermittels Buch (schriftlich, ohne Reaktionsmöglichkeit, in Abwesenheit, Rezipient bestimmt den Zeitpunkt der Rezeption etc.) und der Interaktion (mündlich, Reaktionsmöglichkeit, in Anwesenheit, Sender bestimmt den Zeitpunkt der Rezeption), werden durch die neuen Medien zunehmend verwischt. Es kommt also zu einer Ausdifferenzierung der Interaktion. Gerade in dieser Differenzierung wäre die Zukunft des Begriffs zu verorten und seine zukünftige Relevanz vorweg zu ahnen. Einzelnachweise Soziologische Systemtheorie
Coupé Décalé (oder Couper-Décaler-Travailler) ist eine Musik- und Tanzform, die 2003 in der Pariser Diaspora von Musikern aus der Elfenbeinküste kreiert wurde; seine ursprüngliche Basis ist der Ziglibithy. Die NZZ führt aus: Seine Ursprünge liegen im Tanz des unweit von Abidjan gelegenen Dorfes Akoupé, der von der Jugend der Hauptstadt karikiert wurde. Aus einem Spaß hat sich ein neuer Tanz entwickelt, eingebettet in eine elektronische Musik, die Einflüsse des ivorischen Zouglou, des kamerunischen Makossa dem Soukous und der kongolesischen Rumba aufweist. Musiker wie der 2006 verstorbene Douk Saga, Molaré oder Lino Versace (sie nennen sich nach einer Pariser Disco und wegen ihres Lebenswandels «la Jet Set») haben Afrika infolge der politischen Instabilität verlassen und sich in Paris niedergelassen. Sie scheuen die politische Thematik, die in der Musik der Heimat vorherrscht, und preisen ein rein hedonistisches Lebensgefühl. Diese Hommagen stehen in der Tradition der Atalakus, singender Animateure, die einen festen Bestandteil der kongolesischen Orchester bilden und einzig dafür zuständig sind, Lob in die Lieder einzustreuen. Das wird mit amüsanten Phrasen, kreativen Wortbildungen oder onomatopoetischen Lauten ergänzt und auf monotone Weise repetiert mit hoher sprachlichen und performativen Innovationskraft. Ständig werden neue Tanzschritte erfunden und mit originellen Namen benannt. So taufte Douk Saga seinen eigenen Stil «sagacité», Molaré hat den «farot-farot» erfunden, und Shanaka Yakuza promotet die «drogbacité» – diese Tanzschritte imitieren die Bewegungen Didier Drogbas, des ivorischen Fussballstars im englischen Klub FC Chelsea. Weitere Schlüsselbegriffe des Coupé-Décalé-Vokabulars sind «ambiancer», «bien galopper» (galoppierend tanzen), «boucantier» (in der Öffentlichkeit eine Show abziehen) oder «s'envoler» (abhauen). Sie gehören zu einer begrenzten Menge von Verben, die in vielen Liedern verwendet werden. Weblinks NZZ: Opium fürs Volk, Musikalische Innovation und politische Krise in Côte d'Ivoire Daniel Künzler, Universität Basel: Coupé Décalé, ostentativer Konsum und der Bürgerkrieg in der Côte d’Ivoire (pdf) Musik (Elfenbeinküste) Musikgenre
Die Culm Valley Light Railway war eine britische Eisenbahngesellschaft in Devon in England. Die Gesellschaft wurde am 15. Mai 1873 gegründet um eine Bahnstrecke von Willand nach Hemyock zu errichten. Die Konzession basierte auf einer Regelung des Eisenbahngesetzes von 1868, welche eine vereinfachte Bauweise erlaubte. Die Gesellschaft erhielt starke örtliche Unterstützung. Der Bau der Strecke kostete 50.000 Pfund statt der geplanten 20.000 Pfund und dauerte zwei Jahre länger als geplant. Am 29. Mai 1876 erfolgt die Betriebsaufnahme. Zu diesem Zeitpunkt hatten die enttäuschten Eigentümer schon beschlossen, die Gesellschaft zu verkaufen. Im April erwarb die Great Western Railway die Gesellschaft für 33.000 Pfund. Im Rahmen der Beeching-Axt wurde der Personenverkehr am 9. September 1963 und der Güterverkehr am 6. September 1965 eingestellt. Bis zum Jahr 1975 wurde noch eine Molkerei bedient. Literatur Colin G. Maggs: Culm Valley Railway, Oakwood Press 2006, ISBN 978-0-853616-52-8 Michael Messenger: The Culm Valley Light Railway, Twelveheads Press, ISBN 978-0-906294-29-1 Weblinks Infos auf Ashill Village Info (englisch) Great Western Railway Bahngesellschaft (England)
Die Kirgisische Republik ist seit ihrer Unabhängigkeit 1991 ein säkularer Staat, wobei der Islam jedoch eine wesentliche Rolle spielt. Islam Das Land ist seit der Islamisierung im 10. bis 12. Jahrhundert vorwiegend muslimisch geprägt. 75 % der Einwohner sind heute sunnitische Muslime der hanafitischen Rechtsschule. Die neue Religion wurde mit alten traditionellen Bräuchen vermischt. Der russische Forscher Valihanov schrieb, dass der Islam „nur eine Umhüllung, die über alte schamanistische Glaubensinhalte gelegt wurde“, sei. In den 1920er Jahren sprach die Kommunistische Partei von Gemeinsamkeiten des Sozialismus und des Islam. Dennoch organisierte sich eine Sufi-Bruderschaft gegen die neuen Machthaber. Sie gründeten die Rebellengruppe der Basmatschen. Der Bewegung schlossen sich auch viele Bauern an, die die Verstaatlichung ihrer Felder verhindern wollten. Bald wurde die Bewegung jedoch zerschlagen und der staatlich verordnete Atheismus wurde eingeführt. Moscheen und Koranschulen wurden geschlossen. Die alten Traditionen konnten aber überleben. Nach der Unabhängigkeit wurde im Zuge des marktwirtschaftlichen und politischen Umbaus auch der staatliche Einfluss auf Religion gelockert. Daraus folgte die Etablierung eins „moderaten“ Islam, bestehend aus traditionellen Werten und nomadischen Elementen: an vielen Orten wird Schweinefleisch offen verkauft, und Alkohol ist sehr populär. Nur selten tragen Frauen Kopftücher. Dieser volkstümliche Charakter des Glaubens wurde vor allem unter Ex-Präsident Askar Akajew wiederbelebt und spielte im Prozess der nationalen Integration eine wichtige Rolle. Inzwischen werden aber auch Stimmen laut, die sich für eine wortgetreuere, internationalere Auslegung des Islams einsetzen. Christentum Das Christentum ist heute die zweitstärkste Religionsgruppe. Erste Christen gab es schon im 7. Jahrhundert. Diese gehörten der Assyrischen Kirche des Ostens an (Nestorianische Kirche, siehe Nestorianismus), die heute nur noch im Irak, Iran und in Syrien besteht. In Ak-Beschim und in Navekat grub man zwei Gotteshäuser aus. Russische Orthodoxie Die Russisch-Orthodoxe Kirche gibt es in Kirgisistan seit dem 19. Jahrhundert. Unter dem Gouverneur Kaufmann ließen sich seit 1868 viele russische und ukrainische Kolonisten nieder. Diese bauten russische Kirchen. Einige der alten Gebäude werden heute wieder zum Gottesdienst genutzt. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind russisch-orthodox. Evangelische Christen Das evangelische Christentum gelangte durch deutsche Siedler (Kirgisistandeutsche) bzw. durch die Zwangsumsiedlung Russlanddeutscher in den 1940er Jahren nach Kirgisistan. Die Mennoniten (Altevangelische) gründeten zwischen 1882 und 1901 mehrere Dörfer in Kirgisistan. Von denen ist heute nur noch Rot-Front mehrheitlich von Mennoniten bewohnt. In den 1940er Jahren kamen auch Lutheraner, von Stalin dorthin verbannt, nach Kirgisistan; sie gehören der ELKRAS an. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind viele der deutschstämmigen Lutheraner nach Deutschland ausgewandert. Aufgrund aktiver Missionstätigkeit gibt es in Kirgisistan heute aber wieder 17 Gemeinden. Heute sind noch 30 % der Mitglieder deutschstämmig. Seit der Wende sind vermehrt auch Freikirchen, hauptsächlich Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten, in Kirgisistan tätig. Auch der Adventismus gelangte durch die Russlanddeutschen dorthin. Heute sind jedoch fast alle Gläubigen Einheimische. Katholische Christen Die römisch-katholische Kirche zählt in Kirgisistan rund 1.000 Gläubige (Stand 2014). Die Verbreitung des Katholizismus im Land erfolgt hauptsächlich durch jesuitische Missionare. Während des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. wurde 2006 aus der seit 1997 bestehenden Mission sui juris die Apostolische Administratur Kirgisistan gegründet. Im Jahr 2016 verfügte das Land über drei katholische Pfarreien in den Städten Bischkek, Talas und Dschalalabat. Schamanismus Auch heute gibt es unter den Kirgisen noch viele alte schamanistische Bräuche. Die Vermischung dieser heidnischen Riten mit dem Islam bezeichnet man als Volksislam. Buddhismus Der Buddhismus kam im 1. Jahrhundert aus dem heutigen Pakistan nach Zentralasien. Vor der Islamisierung im 8. Jahrhundert war der Buddhismus im Tschüi- und Talastal verbreitet. Zeugnisse davon befinden sich zum Beispiel in der Nähe von Ak-Beschim oder auf den Zeichensteinen von Tamga Tasch. Judentum Die jüdische Gemeinde Kirgisistans formierte sich Ende des 19. Jahrhunderts mit der Eingliederung des Landes in das Russische Zarenreich. In Zeiten des Großen Terrors und während des Zweiten Weltkrieges ließen sich immer mehr Juden in Kirgisistan nieder. Der Volkszählung von 1959 zufolge lebten im Land noch 26.000 Juden. Doch mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderten die meisten ab. 1989 waren es noch 7200 Juden, Tendenz weiter abnehmend. Sie sind hauptsächlich bucharische Juden, ihre Vorfahren kamen aus dem Emirat Buchara. Eine kleine Minderheit sind aschkenasische Juden, die in der Zeit der Zugehörigkeit zu Russland und der Sowjetunion einwanderten. Die meisten Juden Kirgisistans sind nach Ende der sowjetischen Ära nach Israel, Deutschland oder in die USA ausgewandert. Alte Religionen In Kirgisistan traten im Laufe der Geschichte mehrere verschiedene Religionen auf, die heute dort oder generell nicht mehr existieren. Dazu sind zu zählen: der Zoroastrismus der Manichäismus das nestorianische Christentum Einzelnachweise Kirgisistan
Das Commonwealth der Philippinen war die politische Bezeichnung des Inselstaates der Philippinen in den Jahren zwischen 1935 und 1946, als das Land einen Commonwealthstatus zu den Vereinigten Staaten besaß. Vor 1935 gehörten die Philippinen zu den Außengebieten der Vereinigten Staaten, was sie lediglich zu einem Territorium der USA machte. Die Bildung des Commonwealth wurde mit dem Philippine Independence Act () deklariert, gemeinhin auch als Tydings-McDuffie Act bekannt, und stellte eine zehn Jahre andauernde Übergangsregierung zur Vorbereitung auf eine volle Unabhängigkeit und Souveränität der Philippinen dar, die dem philippinischen Volk durch den Philippine Autonomy Act (dt. Gesetz zur Philippinischen Autonomie) oder Jones Law (dt. Jones-Gesetz) von den USA zugesichert worden war. Aufbau Das Commonwealth hatte seine eigene Verfassung, die bis in das Jahr 1973 Gültigkeit besaß, und verfügte über eine eigene Regierung, obwohl die Außenpolitik und die militärischen Belange unter der Verantwortung der Vereinigten Staaten blieben, wie auch bestimmte Gesetzgebungen die Bewilligung des amerikanischen Präsidenten erforderten. Es wies eine ausgesprochen strenge Exekutive auf, besaß einen Einkammerkongress der Nationalversammlung und einen Obersten Gerichtshof, welche sich beide komplett aus philippinischen Amtsträgern zusammensetzten, sowie einen gewählten ortsansässigen Bevollmächtigten im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten (wie es Puerto Rico heute innehat). Ein amerikanischer High Commissioner (Oberbevollmächtigter) und ein amerikanischer Militärratgeber waren dafür in der Commonwealthregierung vertreten, während die philippinische Armee unter der Leitung eines amerikanischen Feldmarschalls stand. Nach einer Überarbeitung der Verfassung zwischen 1939 und 1940 wurde ein Zweikammerkongress eingerichtet, der sich aus einem Senat und einem Repräsentantenhaus zusammensetzte und die einschichtige Nationalversammlung ablöste. Geschichte Bildung Im Dezember 1932 passierte ein Gesetz, der Hare-Hawes-Cutting Act, den Kongress der Vereinigten Staaten mit der Bestimmung, die Unabhängigkeit der Philippinen zu garantieren. Die Gesetzesvorlage beinhalteten Anordnungen über den Erhalt verschiedener Militär- und Marinebasen der Vereinigten Staaten, ebenso wie die Auferlegung von Tarifen und Quoten des Philippinischen Exportes. Präsident Herbert C. Hoover legte Widerspruch gegen die Vorlage ein, aber der amerikanische Kongress überstimmte 1933 sein Veto und verabschiedete die Vorlage. Der Gesetzesentwurf stand jedoch im Gegensatz zu den Interessen des philippinischen Senatspräsidenten Manuel Quezon und wurde gleichfalls auch vom philippinischen Senat abgelehnt. Dies führte zu der Bildung und der Verabschiedung eines neuen Gesetzentwurfes, der als Tydings-McDuffie Act bekannt ist und die Einrichtung des Commonwealth der Philippinen für eine zehn Jahre andauernde Periode vorsah und schließlich einen friedlichen Übergang zu einer vollständigen Unabhängigkeit ermöglichen sollte. Vorkriegsperiode Im Oktober 1935 wurden die ersten Präsidentschaftswahlen abgehalten. Zu den Kandidaten gehörte unter anderem der ehemalige, aber außerhalb der Philippinen nicht anerkannte, Präsident Emilio Aguinaldo und der Führer der Unabhängigen Philippinischen Kirche Gregorio Aglipay. Manuel Quezon und Sergio Osmeña von der Nacionalista Party erhielten die Stimmenmehrheit und wurden schließlich in das Amt des Präsidenten und des Vizepräsidenten eingesetzt. Die neue Regierung führte eine ambitionierte Aufbaupolitik durch, die die Nation auf eine wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit vorbereiten sollte. Diese beinhaltete Vorkehrungen zur nationalen Verteidigung (wie die nationale Verteidigungsverordnung von 1935, die eine allgemeine Wehrpflicht im Land einführte), stärkere Kontrolle über die Wirtschaft, die Perfektionierung der demokratischen Institutionen, Reformen in der Bildungspolitik, Verbesserung des Transportwesens, die Förderung von lokalem Kapital und der Industrialisierung sowie die Kolonisation von Mindanao. Indessen entstanden Unsicherheiten, speziell wegen der diplomatischen und militärischen Situation in Südostasien und in Bezug auf die Intensität, die die Bindung der USA auf die zukünftige philippinische Republik einnehmen wird, wie sich auch die Wirtschaft aufgrund der Weltwirtschaftskrise problematisch präsentierte. Diese Fragen erwiesen sich als die Hauptprobleme. Die Situation wurde zunehmend durch die gegenwärtigen agrarwirtschaftlichen Unruhen und die Machtkämpfe kompliziert, die sich zwischen Osmeña und Quezon entwickelt hatten, insbesondere nachdem es Quezon erlaubt wurde, nach einer sechsjährigen Amtsperiode wiedergewählt zu werden. Bevor sich die politischen Leistungsfähigkeit vollends entwickeln konnte, kam es jedoch zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und zur japanischen Invasion der Philippinen. Zweiter Weltkrieg Das Japanische Kaiserreich startete am 8. Dezember 1941 einen Überraschungsangriff auf die Philippinen. Die Commonwealthregierung übergab daraufhin die Philippinische Armee der Befehlsgewalt der fernöstlichen US-Streitkräfte, die dem japanischen Eroberungsfeldzug entgegenwirken sollten. Manila wurde zur Offenen Stadt erklärt, um sie vor Zerstörungen zu schützen und sie wurde letztendlich am 2. Januar 1942 von den Japanern besetzt. In der Zwischenzeit kam es überall im Inselstaat zu Kämpfen gegen die japanischen Besatzer, wie zum Beispiel die Schlacht um Bataan, die Schlacht um Corregidor und die Schlacht um Leyte, ehe sich die kombinierten Amerikanisch-Philippinischen Streitkräfte im Mai 1942 endgültig ergaben. Quezon und Osmeña wurden von ihren Truppen nach Corregidor eskortiert und verließen später den Archipel in Richtung Vereinigte Staaten, wo sie eine Exilregierung bildeten, die sowohl im Pacific War Council (dt. Pazifikkriegsrat) als auch bei der Deklaration der Vereinten Nationen vertreten war. Während der Exilperiode erkrankte Quezon an Tuberkulose und starb schließlich, woraufhin ihn Osmeña als Präsident ersetzte. Derweil installierte das japanische Militär eine neue Regierung auf den Philippinen, die später als die Zweite Philippinische Republik bekannt wurde und dessen Vorsitz José P. Laurel erhielt, der von den Japanern als Präsidenten eingesetzt wurde. Diese Regierung wurde jedoch vom philippinischen Volk nie respektiert und blieb während der gesamten Besatzungsperiode unbeliebt. Der Widerstand auf den Philippinen hielt derweil an. Eine der Guerillagruppen, die Hukbalahap-Bewegung (der "Volksarmee gegen die Japaner"), bestand aus 30.000 bewaffneten Kämpfern und kontrollierte einen Großteil von Central Luzon. Restposten der philippinischen Armee stützten sich auf eine Guerillakriegsführung. Der Erfolg dieser Kampagne war die Befreiung von zwölf der vierzehn Provinzen der Philippinen. Am 20. Oktober 1944 landeten die Alliierten Streitkräfte unter General MacArthur auf Leyte und starteten die Befreiung des Archipels, denen weitere Landungskräfte folgten. Die Kämpfe dauerten an, bis am 2. September 1945 die formelle Kapitulation Japans folgte. Die geschätzte Anzahl an philippinischen Opfern lag insgesamt bei nahezu einer Million und die Hauptstadt Manila war nach Abschluss der Kriegshandlungen weitgehend zerstört. Nach dem Philippinenfeldzug wurde das Commonwealth für ein Jahr mit der Vorbereitung auf die Unabhängigkeit restituiert. Im April 1946 folgten die Wahlen zur ersten unabhängigen philippinischen Regierung, die Manuel Roxas gewann. Zusammen mit Elpidio Quirino als Vizepräsident ging er als erster international anerkannter Präsident der unabhängigen Republik der Philippinen in die Geschichte des Landes ein. Unabhängigkeit Der Commonwealthstatus endete am 4. Juli 1946 mit der Anerkennung der Philippinischen Unabhängigkeit durch die Vereinigten Staaten. Dennoch blieb eine Abhängigkeit der philippinischen Wirtschaft von den USA weiterhin erhalten, was unter anderem mit dem Bell Trade Act, auch als philippinische Handelsverordnung bekannt, zu tun hatte, der eine Vorbedingung für den Erhalt von Rehabilitationszuschüssen der Vereinigten Staaten darstellte. Strategien Aufstände und Agrarreformen Zu dieser Zeit beklagten sich die Bauern oft über Missstände, deren Wurzeln zum einen im System der Schuldknechtschaft lagen, bei der die Landbesitzer den Bauern erlaubten, ihr Land zu bewirtschaften und dafür einen Anteil an der Ernte einbehielten. Zum anderen begründeten sich die Unstimmigkeiten im dramatischen Anschwellen der Bevölkerungszahlen, deren Auswirkungen sich zu dem wirtschaftlichen Druck, der auf den Bauernfamilien lastete, hinzu addierte. Um dem zu begegnen, wurde vom Commonwealth eine Agrarreform initiiert, dessen Erfolg jedoch von den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Landbesitzern behindert wurde. Als ein Beispiel für diese Konfrontationen ist die Sakdalista-Bewegung zu nennen, die von einem Mann namens Benigno Ramos ins Leben gerufen wurde und sich für die Senkung der Steuern, die schnelle Umsetzung der Landreform, die Auflösung größerer Grundbesitzungen oder Haziendas und die Auftrennung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten einsetzte. Die Aufstände, die im Mai 1935 in Zentral-Luzon auftraten, forderten letztendlich etwa einhundert Menschenleben. Nationalsprache Aufgrund der hohen Anzahl an verschiedenartigen Philippinischen Sprachen wurde ein Programm für die „Entwicklung und Aufnahme einer gemeinsamen Nationalsprache, basierend auf den existierenden einheimischen Dialekten“ entworfen und in die philippinischen Verfassung von 1935 eingebracht. Der Commonwealth richtete ein Surian ng Wikang Pambansa (Nationales Sprachinstitut) ein, das sich aus Präsident Quezon und sechs weiteren Mitglieder aus verschiedenen ethnischen Gruppen der Philippinen zusammensetzte. Es wurde eine Beratung abgehalten, in deren Zuge die Sprache Tagalog (aufgrund ihrer ausgedehnten literarischen Tradition) als Grundlage für eine „Nationalsprache“ mit der Bezeichnung "Pilipino" ausgewählt wurde. Im Jahre 1940 autorisierte das Commonwealth die Ausgabe eines Wörter- und eines Grammatikbuches für diese Sprache. Im gleichen Jahr wurde der Commonwealth Act 570 verabschiedet, der die Sprache Filipino nach der Unabhängigkeit zur offiziellen Landessprache erhob. Mindanao Das Commonwealth hatte zudem einen politischen Einfluss auf die Kolonisation von Mindanao. Die große Insel im Süden wurde zu einem wahren Zufluchtsgebiet. Welle um Welle an Einwanderern ergoss sich in die Region der Südphilippinen. Die Immigranten kamen dabei vorwiegend aus den Visayas und aus Luzon und gehörten maßgeblich zu den Volksgruppen der Cebuanos und der Hiligaynons aus den Zentral- und den Westvisayas, den Warays (Leyte-Samar) aus den Ostvisayas sowie den Ilokanos, den Tagalogs, den Pampangos, den Aklanons und den Bicolanos aus Luzon an. Die Zuwanderer besiedelten rasch die unberührten Gebiete Mindanaos und öffneten die Insel für eine flächendeckende Agrarwirtschaft und für die Industrie. Dabei verdrängten sie die einheimische Bevölkerung und provozierten Spannungen zu den seit Jahrhunderten hier angesiedelten muslimischen Bewohnern der Insel. Diese Spannungen entwickelten sich später zu den Konflikten mit muslimischen Rebellengruppen, denen sich die philippinische Regierung im Süden der Philippinen bis heute stellen muss. Wirtschaft Die Wirtschaft des Commonwealths basierte hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die auf Agrarprodukte, wie Abacá, Kokosnuss und Kokosöl, Zucker und Nutzholz basierte. Der Ertrag dieser Wirtschaftsleistung gestaltete sich anfänglich gut trotz der Herausforderung verschiedener agrarbedingter Aufstände. Steuern, die von einer stabilen Kokosnussindustrie eingetrieben wurden, halfen dabei, die Wirtschaft durch eine Förderung der Infrastruktur und andere Entwicklungsprojekte anzukurbeln. Dieses Wachstum stoppte jedoch mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Demographie Im Jahre 1941 erreichte die geschätzte Bevölkerung die Zahl von 17.000.000 Menschen, wobei alleine Manila 648.000 Einwohnern beheimatete. Die Anzahl an Chinesen lag bei 117.000. Zudem lebten 9.000 Amerikaner und 30.000 japanischstämmige Einwanderer auf dem Archipel, wobei alleine Davao 20.000 Japaner beherbergte. Die Englische Sprache wurde von 27 % der Bevölkerung gesprochen, während Spanisch lediglich von 3 % der Bevölkerung verwendet wurde. Im Folgenden sind geschätzten Zahlen an Sprechern der dominanten Sprachen angegeben: Liste der Präsidenten Die Farben geben die politische Partei oder Koalition jedes Präsidenten am Wahltag an: 1 Starb an Tuberkulose in Saranac Lake, New York. 2 Ende der Commonwealthregierung, Überführung in eine unabhängige Republik. Weblinks The Present Government of the Philippines von Maximo Kalaw. Dieser führt detailliert die Funktionen der verschiedenen Arme des philippinischen Commonwealths auf Philippine History and Government Leodivico Cruz Lacsamana, Phoenix publishing House, 1990, ISBN=9710618946 Einzelnachweise Historisches Territorium der Vereinigten Staaten Historisches Territorium (Asien) Geschichte der Philippinen (20. Jahrhundert) Zwischenkriegszeit
Hounslow East ist eine oberirdische Station der London Underground im Stadtbezirk London Borough of Hounslow. Sie liegt in der Travelcard-Tarifzone 4 an der Kingsley Road. Im Jahr 2013 nutzten 4,34 Millionen Fahrgäste diese von der Piccadilly Line bediente Station. Die Metropolitan District Railway (MDR; Vorgängergesellschaft der heutigen District Line) eröffnete am 21. Juli 1884 die Strecke zwischen Osterley & Spring Grove und Hounslow Barracks (heute Hounslow West). In unmittelbarer Nähe befand sich der ein Jahr zuvor eröffnete Kopfbahnhof Hounslow Town. Nach Abschluss der Elektrifizierung wurde die direkte Verbindung geschlossen, da nun sämtliche Züge in Hounslow Town wendeten und westlich davon über eine Verbindungskurve wieder auf die Stammstrecke gelangten. Diese Betriebsform erwies sich jedoch als unpraktisch, so dass die MDR Hounslow Town am 1. Mai 1909 schloss und am darauf folgenden Tag die 300 Meter nördlich gelegene Station Hounslow East an der Direktverbindung als Ersatz eröffnete. Die neue Station hieß zunächst ebenfalls Hounslow Town und erhielt am 1. Dezember 1925 ihren heutigen Namen. Am 13. März 1933 verkehrten erstmals auch Züge der Piccadilly Line. Seit dem 9. Oktober 1964 ist sie die einzige Linie auf dem Abschnitt westlich von Acton Town, da die District Line verkürzt wurde. Weblinks Foto der Eingangshalle (April 1939) Einzelnachweise Station der London Underground Verkehrsbauwerk im London Borough of Hounslow Erbaut in den 2000er Jahren U-Bahnhof in London Bahnhof in Europa
Die Douglas B-66 Destroyer war ein Aufklärer und leichter Bomber der United States Air Force, der von 1956 bis 1973 eingesetzt wurde. Das Flugzeug war ein Schulterdecker mit gepfeilten Tragflächen und zwei darunterhängenden Strahltriebwerken. Insgesamt wurden in verschiedenen Varianten 294 Stück hergestellt. Entwicklung Im Jahr 1951 schrieb die U.S. Air Force einen Bomber und Aufklärer aus, der die Douglas B-26 Invader ersetzen sollte. Boeing schlug daraufhin eine Version der B-47 Stratojet vor, Martin eine Version der XB-51. Die USAF entschied sich 1952 jedoch für die Douglas A3D Skywarrior, die als strategischer Bomber der United States Navy am 28. Oktober 1952 ihren Erstflug hatte. Die USAF bestellte keinen Prototyp, sondern fünf RB-66A-Vorserienflugzeuge, da man glaubte, dass die A3D ohne größere Umbauten für die USAF verwendbar sei. Sie war jedoch als strategischer Bomber für Angriffe aus großen Höhen entwickelt worden, während die RB-66 für Tiefflugeinsätze geeignet sein sollte. Dafür musste die Zelle verstärkt werden; zudem musste das Fahrwerk für den Einsatz von unbefestigten Pisten größere Räder erhalten. Vor allem aber musste das komplette Cockpit umgestaltet werden, um Aircraft Mechanic Inc. Schleudersitze der Typen Seat No 551/552/553/554 für jedes der vier Besatzungsmitglieder einbauen zu können. Der Navigator und der Bombenschütze wurden nach unten ausgestoßen, was in der kritischen Startphase fatal geendet hätte. In der A3D der Navy sollte die Besatzung mit dem Fallschirm abspringen. Die Avionik wurde fast komplett ausgetauscht. Die RB-66A erhielt das APS-27- und K-5-Radar, wofür das Radom vergrößert wurde, sowie vier Kameras für die Aufklärungsrolle. Auch die Triebwerke mussten ausgetauscht werden, da es Lieferengpässe beim von Douglas vorgeschlagenen Pratt & Whitney J57 gab. Die Wahl fiel aus politischen Gründen, gegen die Empfehlungen der Ingenieure für das J57, auf das zu schwache Allison J71. An heißen Tagen, oder während des Vietnamkrieges in Südostasien, reichte die Startbahnlänge wegen des unzureichenden Schubes nicht mehr aus, um abzuheben. Um Gewicht zu sparen, entfielen der Flügelklappmechanismus, der Fanghaken, die Katapultvorrichtung und das Enteisungssystem. Insgesamt erhöhte sich das Abfluggewicht dennoch um 5 Tonnen. Einsatz Die erste Serienvariante war die RB-66B, die sich nur unwesentlich von der RB-66A unterschied. Die ersten Maschinen wurden ab 1956 beim 363. Tactical Reconnaissance Wing (Aufklärungsgeschwader), Shaw Air Force Base, South Carolina (USA), eingesetzt. Die 1956/57 gebaute B-66B unterschied sich von der RB-66B durch einen längeren Bombenschacht und einen größeren internen Treibstoffvorrat. Ferner konnten zwei Zusatztanks unter den Tragflächen mitgeführt werden. Der erste Einsatz erfolgte 1956 beim 12. Light Bombardment Wing (leichten Bombergeschwader), Hurlburt Field, Florida. Die RB-66C (ab 1966 EB-66C) wurde speziell für die ELINT entwickelt. Ursprünglich wurden die 36 Flugzeuge bei der 9. Tactical Reconnaissance Squadron (Aufklärungsstaffel), Shaw AFB, bei der 42nd TRS in Spangdahlem und der 67. TRS in Yokota (Japan) eingesetzt. Im Jahr 1962 wurden die RB-66C über Kuba während der Kuba-Krise eingesetzt und ab 1965 fast ausschließlich über Vietnam. Hier setzten die 41. und 42. Tactical Electronic Warfare Squadrons (Staffeln zur elektronischen Kriegsführung) des 355. Tactical Fighter Wing (Jagdgeschwaders) die EB-66 von Takhli in Thailand ein, um nordvietnamesische Radarstellungen zu stören. Selbst angreifen konnten die RB-66/EB-66 nicht. Das Wettererkundungsflugzeug WB-66D war die letzte Variante der Douglas B-66. Hier wurde die ECM-Ausrüstung der RB-66C durch eine Wettererkundungsausrüstung ersetzt. Die Flugzeuge wurden von 1957 bis 1965 eingesetzt. Northrop erhielt 1962 zwei WB-66D (55-0408 und 55-0410) als Experimentalflugzeuge. Mit ihnen sollten Möglichkeiten untersucht werden, die Grenzschichtströmung an einer Tragfläche zu beeinflussen, um den Luftwiderstand zu verringern und somit die Reichweite zu erhöhen. Zwei General Electric XJ79-GE-13-Triebwerke am hinteren Rumpf ersetzten die Unterflügeltriebwerke der B-66. Diese Maschinen wurden als X-21A bezeichnet. Produktion Abnahme der B-66 durch die USAF: Umbau der B-66 nach Fiskaljahren: (FY = Fiscal Year. Das FY 1961 ging vom 1. Juli 1960 bis zum 30. Juni 1961.) 6 B-66, 31 RB-66/EB-66 und 3 WB-66 gingen im Zeitraum 1957 bis 1973 durch Unfälle verloren, zusammen also 40 Flugzeuge. In Vietnam verlor die USAF 15 RB-66/EB-66. Varianten B-66B leichter Bomber; 72 gebaut (53-0482/0507, 54-0477/0505, 54-0548/0551, 55-0302/0314) EB-66B ECM-Umrüstung von 13 B-66B EB-66C Bezeichnung der RB-66C ab 1966 EB-66E ECM-Umrüstung von 52 RB-66B NB-66B zwei Testflugzeuge (53-0488 und 54-0481) für die Gemini- und Apollo-Programme der NASA RB-66A Vorserienflugzeug; fünf gebaut (Seriennummern 52-2828/2832) RB-66B Aufklärer; 145 gebaut (53-0409/0481, 54-0417/0446, 54-0506/0547) RB-66C ELINT-Version; 36 gebaut (54-0447/0476, 55-0384/0389) WB-66D Wetteraufklärer; 36 gebaut (55-0390/0425) Northrop X-21A zwei zu Testflugzeugen umgebaute WB-66D Zwischenfälle Vom Erstflug 1954 bis zum Einsatzende 1975 wurden von Douglas B-66 aller Varianten 55 Totalschäden bekannt. Bei 31 davon kamen 81 Personen ums Leben. Im Zuge des Vietnamkrieges kam es zu 18 Verlusten. In Deutschland waren B-66 zwischen 1957 und 1973 stationiert. In dieser Zeit kam es hier zu 6 Totalschäden, davon 3 tödlichen mit 11 Todesopfern. Vollständige Liste für Deutschland: Am 8. Juli 1958 stürzte eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen 54-444) im Anflug auf die Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz) zwei Kilometer vor der Landebahn neben dem Ort Beilingen ab. Alle 3 Besatzungsmitglieder wurden getötet. Am 9. Dezember 1958 wurde eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (54-535) bei der Landung auf der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz) vor der Landebahn aufgesetzt. Vier Besatzungsmitglieder wurden getötet. Am 3. Juli 1959 stürzte eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (54-432) bei Sinzig (Rheinland-Pfalz) ab. Die Maschine war auf dem Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim gestartet. Die Besatzungsmitglieder konnten sich mit ihren Schleudersitzen aus der Maschine retten. Am 9. Oktober 1969 verunglückte eine Douglas EB-66E Destroyer der United States Air Force (54-536) beim Start von der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz). Alle 4 Besatzungsmitglieder wurden getötet. Am 28. August 1972 verunglückte eine Douglas EB-66C Destroyer der United States Air Force (55-386) beim Start von der Spangdahlem Air Base (Rheinland-Pfalz). Über Personenschäden ist nichts bekannt. Abschuss bei Gardelegen 1964 Am 10. März 1964 wurde eine RB-66B (Kennzeichen 54-0541) in der DDR von sowjetischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Nach offizieller Darstellung der U.S. Air Force war die Maschine der 19. TRS, 10. TRW aus Alconbury (Großbritannien) von Toul-Rosières in Frankreich zu einem Trainingsflug gestartet, hatte sich wegen eines defekten Kompasses verflogen und drang versehentlich in den Luftraum der DDR ein. Nördlich von Gardelegen wurde sie von MiG-19 des 33. Jagdfliegerregiments aus Wittstock und des 35. Jagdfliegerregiments aus Zerbst abgeschossen. Die drei Besatzungsmitglieder katapultierten sich mit ihren Schleudersitzen aus der Maschine, wobei sich eines leicht verletzte. Sie wurden von den sowjetischen Truppen gefangen genommen und konnten die DDR nach vier Wochen verlassen. Die Luftraumverletzung ereignete sich während eines Manövers der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD); die RB-66 überflog den Truppenübungsplatz Gardelegen. Sie wurde von den beiden Diensthabenden Systemen aus Wittstock und Altengrabow abgefangen, zur Landung aufgefordert und, als die Besatzung auch auf Warnschüsse nicht reagierte, abgeschossen. Eine Auswertung der aufgezeichneten Daten und Fotos durch die sowjetische Seite ergab, dass die RB-66 Fotos gemacht und radiometrische Aufzeichnungen durchgeführt hatte. Die Sowjetunion hatte rechtzeitig vor dem Manöver dieses gemäß einem vierseitigen Abkommen über den ungehinderten Flug von Transport- und Passagierflugzeugen über das Territorium der DDR den Westalliierten angekündigt und damit den entsprechenden Luftraum gesperrt. Aus Sicht der sowjetischen Seite hatte die RB-66 nachgewiesenermaßen den Auftrag, während des Manövers zu spionieren. Technische Daten Bewaffnung Rohrbewaffnung zur Selbstverteidigung 1 × Heckstandeinheit mit einer Doppellafette in einer Drehkuppel mit 2 × 20-mm-Maschinenkanonen M24A1 mit je 400 Schuss Munition. Die Heckstandeinheit wird von einem Besatzungsmitglied aus der Kabine ferngesteuert. Als Zielhilfe ist ein Feuerleitradar eingebaut. Am Ende der Einheit sind in einer beweglichen Kugelblende zwei MK und das Zielbeleuchtungsradar eingebaut. Kampfmittel bis zu 5.443 kg im internen Bombenschacht und zwei Außenlaststationen unter den Tragflächen Ungelenkte Bomben 1 × B28IN (Mk.28IN) (Freifallbombe mit nuklearem 1,45-MT-Sprengsatz) 12 × Mark 82 LDGP (241-kg-/500-lb-Freifallbombe) 6 × Mark 83 LDGP (454-kg-Freifallbombe) 8 × panzerbrechende 730-kg-Bombe (1.600-lb) 4 × Mark 84 LDGP (907-kg-Freifallbombe) Trivia Im Film BAT-21 – Mitten im Feuer von 1988 spielt Gene Hackman die Rolle des Lt. Colonel Iceal Hambleton, der am 2. April 1972 als Navigator in einer EB-66 über Nordvietnam abgeschossen wurde. Der Film ist jedoch oft weit von den realen Begebenheiten entfernt. Siehe auch Liste von Flugzeugtypen Weblinks Einzelnachweise McDonnell Douglas Bomber Luftfahrzeug im Vietnamkrieg Zweistrahliges Flugzeug Aufklärungsflugzeug Erstflug 1954
Djian ist der Familienname folgender Personen: Philippe Djian (* 1949), französischer Schriftsteller René Djian (* 1927), französischer Mittelstreckenläufer
Gerhard von Mutius (* 6. September 1872 auf Gellenau, Landkreis Glatz, Provinz Schlesien; † 18. Oktober 1934 in Berlin) war ein deutscher Jurist und Diplomat. Leben Herkunft Gerhard entstammte der I. Linie des Adelsgeschlechts von Mutius. Er war der drittälteste Sohn des preußischen Rittmeisters und Herrn auf Altwasser und Gellenau Hans von Mutius (1825–1883) und dessen Ehefrau Gerta, geborene von Bethmann Hollweg (1831–1896), eine Tochter des Politikers Moritz August von Bethmann-Hollweg. Seine älteren Brüder waren der preußische Generalleutnant Albert von Mutius und der preußische Generalmajor Maximilian von Mutius. Karriere Er wurde auf Schloss Gellenau in der Grafschaft Glatz geboren, das seit 1788 im Familienbesitz war. Dort und auf dem Familiengut in Altwasser verbrachte er seine Kindheit. Nach dem Abitur 1893 am Gymnasium Schulpforta studierte er Jura an den Universitäten Freiburg, Leipzig und Berlin. 1896 legte er beim Kammergericht Berlin das Referendarexamen ab. Danach begann er eine Beamtenlaufbahn beim Amtsgericht Lewin. Nach der Militärzeit beim Dragoner-Regiment „von Bredow“ (1. Schlesisches) Nr. 4 der Preußischen Armee trat er in den Diplomatischen Dienst ein. 1903 war er Botschaftsattaché in Paris und anschließend 1904/05 in gleicher Eigenschaft in Petersburg. 1906/07 wirkte Mutius als Ministerialbeamter bei der Reichskanzlei in Berlin, wurde 1908 Botschaftsrat in Peking, 1909 in Paris und 1911 in Konstantinopel. 1914 kehrte er als Diplomatischer Sonderbeauftragter nach Petersburg zurück und war während des Ersten Weltkriegs von 1915 bis 1917 Diplomatischer Beauftragter beim Generalgouvernement in Warschau. Daran schlossen sich folgende Verwendungen an: 1918–1920 Deutscher Gesandter in Oslo 1921 Diplomatischer Beauftragter bei der Friedenskommission in Paris 1920–1921 Vorsitzender der deutschen Friedensdelegation, anschließend Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt 1923–1927 Deutscher Gesandter in Kopenhagen 1927–1931 Deutscher Gesandter in Bukarest 1931 Bevollmächtigter des Deutschen Reiches beim Völkerbund in Genf Trotz seiner anspruchsvollen Tätigkeit als Diplomat verfasste er zahlreiche philosophische Bücher und Abhandlungen. Er war ein Cousin des liberalen Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg. Die Schriftstellerin Dagmar von Mutius ist seine Tochter. Schriften Der Schwerpunkt der Kultur. Verlag Reichl, Darmstadt 1919. Ostasiatische Pilgerfahrt. Aus dem Tagebuch einer Reise nach China und Japan 1908/09. (= Schriftenreihe der Preußischen Jahrbücher. 2). Stilke, Berlin 1921 (Digitalisat). Gedanke und Erlebnis. Umriß einer Philosophie des Wertes. Verlag Reichl, Darmstadt 1922. Jenseits von Person und Sache. Skizzen und Vorträge zur Philosophie des Persönlichen. Bruckmann-Verlag, München 1925. Zur Mythologie der Gegenwart. Gedanken über Wesen und Zusammenhang der Kulturbestrebungen. München 1933. Die drei Reiche. Ein Versuch philosophischer Besinnung. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1916. Das Lob der kleinen Stadt. Ein Portrait des Städtchens Lewin. In: Zeitwende. München 1926. Abgeschlossene Zeiten. Autobiographie, erschienen im Selbstverlag, Hermannstadt 1926. Literatur Ferdinand Tönnies: G. v. Mutius og den danske Kultur. [dän. 1935]. In: Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe. Bd. 22, Berlin/New York (NY) 1998, S. 459–464 (dt. 545–550). Dagmar von Mutius: Distanz und Nähe. Erinnerung an meinen Vater. In: Einladung in ein altes Haus. ISBN 3-921519-40-3, S. 267–273. Karl Schindler: Erinnerungen an das Lewiner Ländchen, Groafschaftersch Häämtebärnla. Lüdenscheid 1956. Handbuch des preußischen Adels. Band 2, 1893, S. 443. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. 16. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 615. Weblinks Eintrag auf Kulturportal West Ost Einzelnachweise Gerhard Deutscher Diplomat Philosoph (20. Jahrhundert) Kavallerist (Preußen) Person (Glatzer Land) Deutscher Geboren 1872 Gestorben 1934 Mann
Pyroderces wolschrijni ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Prachtfalter (Cosmopterigidae). Die Art wurde nach dem Lepidopterologen Jacques Wolschrijn benannt, der den Großteil des zur Beschreibung verwendeten Materials sammelte. Merkmale Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 7 bis 11 Millimeter. Der Kopf ist an Stirn (Frons) und Scheitel (Vertex) weiß. Das Nackenbüschel und der Halskragen sind rötlich braun. Die Fühler sind dunkelgrau und haben vorn eine weiße Linie, die von der Basis bis zu 1/3 der Fühlerlänge reicht. Sie sind in der apikalen Hälfte leicht gesägt. Das Fühlerbasisglied (Scapus) hat vorn eine deutliche weiße Linie und dorsal einen weißen Strich. An der Basis befindet sich ein schmaler, weißer Ring. Die Labialpalpen sind weiß. Das erste Segment ist sehr kurz, das zweite ist drei Viertel so lang wie das dritte und hat einen bräunlich grauen subapikalen Ring. Das dritte Segment ist ventral und apikal dunkelgrau. Thorax und Tegulae sind rötlich braun und vorn grau durchmischt. Die Beine sind dunkelgrau. Die Femura der Mittel- und Hinterbeine haben weißgraue Striche. Die Tibien haben subbasal, medial und subapikal weiße Ringe, die Sporne sind weiß. Die Vorderflügel sind rötlich braun und haben einen schmalen grauen Costalstrich, der von der Basis bis zum Apex reicht. Die costale Flügelhälfte ist von der Basis bis zu 2/5 der Vorderflügellänge stark grau durchmischt. Ein schmaler, sehr schräg nach außen verlaufender, weißlicher Subcostalstrich reicht von 1/5 der Vorderflügellänge bis zur Analfalte. Er ist undeutlich und auf beiden Seiten dunkelgrau gesäumt oder vollständig grau gesprenkelt. Ein unregelmäßiger, dunkelgrauer Fleck befindet sich auf und unterhalb der Analfalte. Er liegt ungefähr in der Hälfte der Vorderflügellänge und reicht nicht bis zum Flügelinnenrand. Er ist innen schmal weiß gerandet und außen breit weiß gesäumt. Die Apikalhälfte der Vorderflügel ist in der Mitte durch einen undeutlichen und unregelmäßigen grauen Strich verdunkelt. Am Apex ist dieser an beiden Seiten von einigen weißlichen Schuppen umgeben. Die Fransenschuppen sind am Apex rötlich braun, sie werden zum Flügelinnenrand ockergrau. Costal und dorsal zur Flügelspitze befinden sich zwei dunkelgraue Striche auf den Fransenschuppen. Der Dorsalstrich ist schmaler und undeutlicher. Der Grauanteil auf dem Vorderflügel ist variabel. Bei einigen Exemplaren kann die undeutliche weiße Linie stark grau gesprenkelt oder vollständig grau sein. Die Hinterflügel sind fahlgrau und in Richtung Apex ockerfarben getönt. Die Fransenschuppen sind ockergrau. Das Abdomen ist ockergrau. Die Segmente sind hinten hell gebändert, ventral sind sie weiß. Das Afterbüschel ist dorsal ockerfarben und ventral weiß. Bei den Männchen ist das Tegumen nahezu quadratisch. Das rechte Brachium ist gekrümmt. Es verjüngt sich distal leicht und hat an der Spitze einen kleinen Haken. Das linke Brachium ist ziemlich kräftig und an der Spitze nach innen gekrümmt. Die Valven sind lang und schmal und haben einen basalen Lobus. Der Aedeagus ist ziemlich schlank und zugespitzt. Die Manica ist an der Basis am breitesten. Der mittlere Abschnitt ist parallelwandig, der Apex ist nach unten gekrümmt. Die linke Valvella ist gerade und sehr dünn. Sie ist halb so lang wie die Manica, die rechte Valvella fehlt. Die sehr kurze und dünne linke Valvella ist in Verbindung mit der gekrümmten Spitze der Manica für die Art charakteristisch. Bei den Weibchen sind die Apophyses posteriores etwas länger als die Apophyses anteriores. Das Ostium ist klein und hat einen sklerotisierten Ring. Der Ductus bursae ist schmal und weitet sich in Richtung des Ostiums. Er ist 2/3 so lang wie das Corpus bursae. Die obere Hälfte des Corpus bursae ist knollenförmig, der untere Teil ist sehr schmal. An der Einmündung des Ductus bursae befindet sich eine Vorstülpung. Die Signa bestehen aus zwei kleinen, rundlichen, beschuppten Schildchen. Verbreitung Pyroderces wolschrijni ist in Spanien, Portugal, Marokko und Malta (Mellieha, Għadira Nature Reserve, Naxxar, Rabat) verbreitet. Biologie Die Biologie der Art ist unbekannt. Die Falter wurden von Mitte April bis Mitte Mai und von Mitte Juli bis Mitte Oktober gesammelt. Man vermutet, dass die Art zwei Generationen pro Jahr hervorbringt. Belege Weblinks Prachtfalter Cosmopterigidae
Sarno steht für: Sarno (Kampanien), Gemeinde in der Provinz Salerno, Italien Sarno (Fluss), Fluss in der Gemeinde Sarno Sarno ist Familienname folgender Personen: Amerino J. Sarno (1914–1997), US-amerikanischer American-Football-Spieler und -Trainer Devin Sarno (* 1966), US-amerikanischer Musiker Fabio Sarno (* 1940), italienischer Schauspieler Gaitelgrima von Salerno und Sarno (vor 1047–nach 1086), langobardische Adlige Hector V. Sarno (1880–1953), italienisch-US-amerikanischer Schauspieler Jacopo Sarno (* 1989), italienischer Sänger, Schauspieler und Synchronsprecher Jay Sarno (1922–1984), US-amerikanischer Unternehmer John E. Sarno (1923–2017), US-amerikanischer Arzt und Hochschullehrer Joseph W. Sarno (1921–2010), US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor Kelly Norris Sarno (* 1966), kanadische Unternehmerin und Musikvideoproduzentin Louis Sarno (1954–2017), US-amerikanischer Reisender und Musikforscher Michael Sarno (* 1958), US-amerikanischer Mobster Peter Sarno (* 1979), kanadischer Eishockeyspieler Vincenzo Sarno (* 1988), italienischer Fußballspieler Siehe auch: Sarnow (Begriffsklärung)
Die Nieme ist ein 16,7 km langer, östlicher und orographisch rechter Nebenfluss der Weser im südniedersächsischen Landkreis Göttingen (Deutschland). Verlauf Der Bach entsteht auf der Ostabdachung des Bramwaldes oberhalb des Dorfs Varlosen (Ortsteil von Niemetal) durch den Zusammenfluss der drei Quellbäche Wesperke, Buirke und Valenke. Deren Quellen befinden sich nordöstlich der Gemeinde Bühren; etwas südwestlich von Bühren liegt der Ursprung der Schede, ein weiterer bzw. etwas südlicherer Wesernebenfluss. Die ausschließlich im Naturpark Münden verlaufende Nieme fließt – ohne Bühren zu durchfließen – anfangs östlich des Bramwalds in nordöstlicher Richtung nach Varlosen (Ortsteil von Niemetal), um das Dorf ostwärts zu durchfließen. Danach mündet die von Westen von Ellershausen (Ortsteil von Niemetal) kommende Vöhre ein. Die Nieme verläuft weiter an Imbsen (Ortsteil von Niemetal) vorbei, wonach sie nach Westen abknickt und durch Löwenhagen (Ortsteil von Niemetal) fließt. Danach durchschneidet sie etwa nach Nordwesten fließend den Bramwald, wobei sie das südlich gelegene Naturschutzgebiet Totenberg tangiert. Schließlich erreicht die Nieme Bursfelde (nördlichster Stadtteil von Hann. Münden), wo sie wenige hundert Meter nach dem Unterqueren der Landesstraße 561, welche Bursfelde im Süden mit Oedelsheim (Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Wesertal) im Norden miteinander verbindet, in die zur Nordsee fließende Weser mündet, die hier einen Abschnitt der hessisch-niedersächsischen Grenze bildet. Aufgrund eines Projektes zur Renaturierung hält die Niememündung hier in etwa wieder den Verlauf ein, der vor rund 200 Jahren bestanden hat. Der am Westrand des Bramwalds gelegenen Einmündung der Nieme gegenüber und damit am anderen bzw. westlichen Weserufer befindet sich die Ostabdachung des hessischen Reinhardswalds. Historische Kulturlandschaft Die Nieme gehört im Talabschnitt von Löwenhagen bis zur Einmündung in die Weser zur 5 km² großen historischen Kulturlandschaft Niemetal mit Kloster Bursfelde, die von landesweiter Bedeutung ist. Diese Zuordnung zu den Kulturlandschaften in Niedersachsen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 2018 getroffen. Ein besonderer, rechtlich verbindlicher Schutzstatus ist mit der Klassifizierung nicht verbunden. Einzugsgebiet und Zuflüsse Das Einzugsgebiet der Nieme ist 40,41 km² groß. Zu ihren Zuflüssen gehören (flussabwärts betrachtet): Weblinks Einzelnachweise Gewässer im Landkreis Göttingen Geographie (Hann. Münden) Bramwald
Der Salto Sapo oder Salto El Sapo ist ein Wasserfall im Nationalpark Canaima im Südosten von Venezuela. Eine Aushöhlung unter den hinabstürzenden Wassermassen, die es erlaubt, hinter dem Wasserfall durchzugehen, macht ihn zu einer der größten Touristenattraktionen des Nationalparks. Der Salto Sapo befindet sich in direkter Umgebung des Dorfes Canaima, das als Ausgangspunkt für Touren zum höchsten Wasserfall der Welt (Salto Ángel) dient. Kurz vor Canaima gabelt sich das Flussbett des Río Carrao auf, und der Fluss stürzt parallel in mehreren Wasserfällen in den See Laguna de Canaima. Aus dem See fließt im Anschluss der wiedervereinigte Rio Carrao weiter zum Río Caroní. Der Salto Sapo, zusammen mit seinem kleinen Ableger El Sapito, ist der – flussabwärts betrachtet – rechts außen gelegene Wasserfall. Die Passage hinter dem gewaltigen Wasservorhang ist nur in Badekleidung ratsam, da vor allem während der Regenzeit ein Hindurchgehen im Trockenen nicht möglich ist. Während der Trockenzeit bleibt von den ehemals imposanten Wassermassen jedoch nur ein kleines Rinnsal übrig. Weblinks Gesamtansicht Luftaufnahme auf panoramio Sapo Wasserfall in Venezuela Nationalpark Canaima WSapo
Loremo ist ein Automobilentwurf der Loremo AG. Der Name ist ein Akronym, zusammengesetzt aus Low Resistance und Mobile. Ein Produktionsbeginn wurde ab 2001 mehrmals angekündigt, aber nie verwirklicht. Es wurde lediglich ein Prototyp des Wagens gefertigt. Firmengeschichte Die Idee für ein solches Fahrzeug stammte aus dem Jahr 1993, Initiator war Ulrich Sommer. Die Entwicklung wurde 1995 begonnen. Ursprünglich sollte das Grundmodell mit 1,5 Litern Diesel auf 100 km auskommen und zu einem Preis von rund 11.000 Euro angeboten werden. 2008 schieden der ehemalige Chef und Mitgründer Gerhard Heilmaier sowie etwas später der Mitgründer Stefan Ruetz bei Loremo aus. Neuer Chef wurde Thomas Zollhöfer. Der Firmengründer und Initiator des Projekts, Ulrich Sommer, schied im Oktober 2009 aus der Firma aus. 2009 wurde das Konzept von der Initiative Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet. Am 15. Dezember 2011 änderte sich die Anteilssituation, ein ungenannter Anteilseigner erwarb mehr als 50 % der Anteile an der Loremo AG. Dieser Anteilseigner brachte seine Firmenanteile in die neu gegründete Loremo Holdings Corp. mit Sitz in Dorsten ein. Am 10. Dezember 2012 wurde bekanntgegeben, dass aufgrund der Umstrukturierung der Deutschen Börse die Aktien der Loremo Holdings Corp. voraussichtlich am 15. Dezember 2012 aus dem Handel genommen werden. Nach Planungen von Loremo sollte zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2013 der Handel in einem anderen Handelssegment wiederaufgenommen werden. Dies hat nicht stattgefunden, bereits seit 2013 gibt es keine offiziellen Unternehmensinformationen mehr. Am 23. November 2017 löste das Amtsgericht Gelsenkirchen die Aktiengesellschaft auf. Die Insolvenz wurde mangels Masse nicht eröffnet. Entwicklungsgeschichte Der Loremo sollte laut seinen Ingenieuren mit dem Ziel entwickelt werden, je nach Modell 1,5 Liter Dieselkraftstoff, 3 Liter Benzin oder 6 kWh Strom je 100 km zu verbrauchen. Das erste Mal sollte der Loremo auf der IAA 2001 in Frankfurt präsentiert werden, ein Modell wurde dann aber erst 2006 auf dem Genfer Auto-Salon gezeigt, die Verzögerung wurde damit erklärt, dass sich ein wichtiger Investor zurückgezogen hätte. Das in Genf gezeigte Modell hatte weder Fahrwerk noch Motor. Der erste angeblich fahrbereite Prototyp stand auf der IAA 2007. Der Hersteller behauptete, bei Testfahrten weniger als 2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbraucht zu haben. Der Prototyp fuhr zunächst mit Dieselantrieb. Später wurde er auf Elektroantrieb umgebaut. Die Herstellung und der Umbau wurden von Heggemann bzw. Hans Götz Engineering durchgeführt. Am 11. April 2009 soll der Loremo EV mit elektrischem Antrieb das erste Mal auf öffentlichen Straßen gefahren sein. Dabei sollen laut Firmenangaben Geschwindigkeiten bis knapp 100 km/h erreicht worden sein. Im Juli 2010 wurde bekannt, dass lediglich ein fahrfähiger Prototyp und ein nicht betriebsfähiges Modell des Loremo existieren. Der Prototyp stand seit Oktober 2009 als Pfand in einer Werkstatt in Dorsten-Stadtsfeld, die von ihrem Werkstattpfandrecht Gebrauch machte, weil die Loremo AG offene Rechnungen für die Arbeiten am Fahrzeug nicht beglichen hatte. Weiter wurde bekannt, dass der Prototyp durch drei Batterien angetrieben wird. Im November 2011 wurde der Loremo-Prototyp mit Elektroantrieb auf der türkischen ICP präsentiert. Am 15. Oktober 2012 gab die Loremo Holdings Corp. bekannt, bis Ende November 2012 unter notarieller Aufsicht und in Anwesenheit des TÜVs und von internationalen Pressevertretern eine Langstreckentestfahrt mit einem Gas-Hybridmotor durchzuführen, der von einem Partnerunternehmen entwickelt wurde. Am 10. Dezember 2012 gab die Loremo Holdings Corp. dann bekannt, aufgrund der Weiterentwicklung des Motors die Langstreckentestfahrt zu verschieben. Vortests, die gemeinsam mit der Dekra durchgeführt wurden, hätten eine prognostizierte Reichweite von 1500 Kilometern mit 5 kg Autogas ergeben. Das Fahrzeug wird jedoch nicht von einem Gasmotor, sondern von einem Elektromotor angetrieben, der Gasmotor diene ausschließlich der Aufladung der im Fahrzeug vorhandenen Akkumulatoren, deren Kapazität für eine Reichweite von 200 Kilometern ausreiche. Die endgültigen Tests sollten zwischen Januar und Februar 2013 im Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung durchgeführt werden. Zu diesen Erprobungen kam es jedoch nicht mehr. Im August 2016 nannte Die Zeit den Loremo unter dem Titel "Die toten Exoten", ohne irgendwelche bekannten Aktivitäten seit 2013. Finanzierung des Projekts Anfang 2006 beteiligte sich das malaysische Unternehmen Kosmo Motors Company durch Zahlung von umgerechnet ca. 2 Mio. Euro zu 26 % an der Firma Loremo. Nachdem der Loremo AG in Nordrhein-Westfalen deutlich bessere Fördermöglichkeiten angeboten worden waren als in Bayern, wurde der Firmensitz nach NRW verlegt. Dort wurde das Vorhaben nach Aussage eines Sprechers des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums durch EU-Mittel des Technologie- und Innovationsprogramms mit 2,3 Mio. Euro unterstützt. Am 15. April 2009 veröffentlichte die Loremo AG einen Beteiligungsprospekt zur Zeichnung neuer Aktien. Demnach wurden für die Konzeptentwicklung, nach der Prototypen für alle drei Antriebsarten (Dieselkraftstoff, Benzin und Strom) vorgestellt werden sollten, 2009 noch rund 4 Millionen Euro benötigt (Stand 8. Juni 2009). Am 12. Juli 2010 gab Zollhöfer in einer eidesstattlichen Versicherung bekannt, dass das Barvermögen der Loremo AG sich auf 50 Euro beliefe. Anfänglich geplante Karosserie Der ursprüngliche Entwurf sollte eine Front- und eine Heckklappe haben. Die beiden Sitzreihen des Loremo sollten Dos-à-dos mit den Rückenlehnen zueinander stehen. Dazwischen sollte der Motor untergebracht werden, siehe Mittelmotor. Damit wurde ein wesentliches Merkmal des Zündapp Janus aufgegriffen. Kritik Die interessierte Öffentlichkeit konnte nie ein fahrfähiges Exemplar eines Loremos begutachten, da stets in den letzten Momenten angeblich Missgeschicke dies verhinderten, beispielsweise am 11. Mai 2009 in Marl. Seit Sommer 2010 gibt es die vom Land mit 2,3 Millionen Euro geförderte Firma am Standort Marl nicht mehr. Dass es überhaupt zu einer Produktion des Loremo in der vorgesehenen Art kommen würde, war schon zu diesem Zeitpunkt äußerst unwahrscheinlich. Literatur Johannes Kelch: Ein Auto aus der virtuellen Welt. Entwicklung nach dem "Prinzip der Simplizität". Computerwoche Band 31 (2004), Heft 38, Seite 42–43 Frank O. Hrachowy: Widerstandskämpfer. Ein deutscher Automobilentwickler geht neue Wege. Krafthand, Band 80 (2007), Heft 11, Seite 42–44, Katharina Sekareva: Roter Faden. Spezial NRW. 2-Liter-Auto. Wirtschaftswoche (2008), Heft 23, Seite 56, . Weblinks Offizielle Website (seit Mai 2017 nicht mehr erreichbar) Artikel: Streamline Your Gas Guzzler to 1.5 Liters – umfangreicher Artikel zum Loremo (englisch) Werbevideo eines fahrenden Loremos. Welche Art von Antrieb verwendet wurde, ist darin nicht zu erkennen. Einzelnachweise Konzeptfahrzeug LOREMO
Ocra steht für: Okra, Gemüse-Eibisch, Abelmoschus esculentus, Malvengewächs Nanos, Name des Gebirges in der antiken Geographie Razdrto (Pass), Name des Passes und der dortigen Handelsstation in der antiken Geographie OCRA steht für: Ottmar Cramer, Lloyd Motoren Werk, ehemaliger Motorradhersteller, siehe Nürnberger Motorradindustrie#Lloyd bzw. Ocra OCRA (Algorithmus): OATH Challenge-Response Algorithm (RFC 6287) OCRA (Karosseriehersteller), ein ehemaliger italienischer Karosseriehersteller und Automobilzulieferer (1977–1990) Siehe auch: Orka Abkürzung
Chima [t͡ʃiːma] (* 6. November 1972 in Frankfurt am Main geboren, eigentlich Chimaobinna Enyiakanwanne Onyele) ist ein deutscher Musiker. Er steht bei der Universal Music Group unter Vertrag und ist Mitglied von Brothers Keepers. Leben Chimas Eltern waren Anfang der 1960er Jahre von Nigeria nach Deutschland gezogen. Er wurde in Frankfurt am Main geboren, ging dort in den Kindergarten und machte das Abitur auf der Ernst-Reuter-Schule. Mit 16 oder 17 Jahren besucht er das erste Mal Nigeria, was seinen Blick auf seine Eltern stark veränderte. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Soziologie. Er ist Vater eines Sohnes und einer Tochter. Karriere Mitte der 1990er Jahre trat Chima mit dem Geschwisterpaar Aisha und Ismael Abdallah als Teil der englischsprachigen Rapgruppe Otropic T(h)ree auf. Ihre erste Platte scheiterte kommerziell, die Gruppe löste sich später auf. Erste Charterfolge erzielte der Sänger erst 2000 als Teil von Brothers Keepers, mit denen er durch den Erfolg der Top-4-Single Adriano (Letzte Warnung) deutschlandweit bekannt wurde. Im Anschluss daran erschien sein Solodebüt Reine Glaubenssache, das 2002 über EMI veröffentlicht wurde und aus dem die beiden Singles Ich leb das und Lass los ausgekoppelt wurden. Zu dieser Zeit ging er als Supportact mit Herbie Hancock auf Tour und begann mit den Vorbereitungen für sein zweites Album Im Rahmen der Möglichkeiten, das im Oktober 2005 nach einem Labelwechsel bei Pelham Power Productions erschien. Die erste Singleauskopplung aus dem Album, Wundervoll, wurde auch im Radio gespielt und zeigt die Wandlung vom Rapper zum deutschsprachigen Reggae-/Soulsänger. 2011 unterschrieb er einen Vertrag bei Konrad Sommermeyer (* 1979), der auch Tim Bendzko und Frida Gold managt. 2012 wurde er von der Universal Music Group unter Vertrag genommen. Mit der ersten Labelveröffentlichung, der Single Morgen, hatte er seine erste Chartplatzierung. Ähnlichkeiten mit dem Song Morgen von Herr von Grau haben unter anderem bei den Fans beider Parteien auf Facebook und der Bild für Furore gesorgt. Zu Morgen gibt es auch einen Remix von Deichkind. Wenige Wochen nach der Singleveröffentlichung folgte das Album Stille, auf dem beim Stück Kleinigkeiten die Sängerin Lary mitwirkt. Im November 2012 spielte Chima seine bislang einzige eigene Tournee unter dem Titel Merkst du was Tour. Im Oktober 2015 ging er erneut auf Deutschland-Tournee. 2019 sang er mit Namika das Titellied zu dem Film Rate Your Date und kündigte das Erscheinen eines neuen Albums im selben Jahr an. Diskografie Alben 2002: Reine Glaubenssache 2005: Im Rahmen der Möglichkeiten 2012: Stille 2014: Von Steinen und Elefanten Singles 2001: Ich leb das 2002: Lass los 2005: Wundervoll 2006: Immer noch 2012: Morgen 2012: Ausflug ins Blaue 2012: Fliegen 2014: 100 Elefanten 2014: Das große Schweigen (exklusiv bei Spotify) 2019: Wir können alles sein (mit Namika) Auszeichnungen für Musikverkäufe Quellen Weblinks Chima. Allesreal.de Chima. Brothers Keepers. Biografie. Universal Music. Fabian Elsäßer: „Die deutsche Sprache ist mir ein persönliches Anliegen“. Deutschlandfunk, 14. Juli 2012 (Interview). Popsänger Rapper Pseudonym Deutscher Geboren 1972 Mann
Berufswahlreife ist ein Konzept der Laufbahnentwicklungstheorie. Diese charakterisiert den Entwicklungsstand eines Menschen im Hinblick auf seine Fähigkeit und Bereitschaft zur Inangriffnahme und effektiven Bewältigung phasentypischer Entwicklungsaufgaben. Die Berufswahlreife zeigt an, inwieweit ein Berufswähler seinem Alter entsprechend gestellte Aufgaben im Vergleich zu anderen Individuen löst. Sie spielt vor allem vor und während der Statuspassage von der Schule bzw. Hochschule ins Berufsleben eine zentrale Rolle. Verwandte Begriffe In neueren Veröffentlichungen wird der Begriff „Berufswahlreife“ zunehmend durch den Begriff Berufswahlkompetenz ersetzt, um zu verdeutlichen, dass sich nicht bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter (durch „Reifung“) quasi automatisch die gewünschte Reife in vollem Umfang einstelle. Außerdem wird am Konzept der „Berufswahlreife“ in der Tradition Supers kritisiert, dass es psychologische Aspekte überbetone und soziologische Fragestellungen stark vernachlässige. Für das deutsche Bundesinstitut für Berufsbildung ist die Berufswahlreife eines jungen Menschen ein Merkmal von mehreren für das Vorliegen einer Ausbildungsreife. Das Institut operationalisiert den Begriff Berufswahlreife als „Selbsteinschätzungs- und Informationskompetenz“. Berufswahlbereitschaft und -fähigkeit gilt als Metakompetenz aus Identität, Adaptabilität und Resilienz. Merkmale der Berufswahlreife bzw. -kompetenz Nach Donald E. Super, dem Nestor der Theorie der Laufbahnentwicklung, wird von berufswahlreifen Menschen erwartet, dass sie planvoll und explorierend an die Entwicklungsaufgabe der Berufswahl herangehen, eine allgemeine Entscheidungskompetenz, verbunden mit Wissen über die Arbeitswelt und spezifische Berufe erwerben sowie in affektiver und kognitiver Hinsicht Realitätssinn zeigen. Supers richtiger Ansatz, wonach Berufswahlreife typischerweise in einem bestimmten Lebensalter erreicht werde, könnte dahingehend verstanden werden, dass die Kategorie (als erledigte Entwicklungsaufgabe) in höheren Lebensjahren keine entscheidende Rolle mehr spiele. Dieses Missverständnis wird in neueren Publikationen explizit korrigiert; ihm wird durch die konsequente Verwendung des Begriffs „Berufswahlkompetenz“ vorgebeugt. Da sich Berufsbilder veränderten und da der lebenslang ausgeübte eine Beruf immer seltener werde, sei es erforderlich, dass Berufstätige ihr Wissen und ihre Einstellungen ständig darauf überprüften, ob sie noch der Realität entsprechen, dass sie zu lebenslangem Lernen bereit seien und dass sie gegebenenfalls die am Beginn des Berufslebens oder auch später getroffene Berufswahlentscheidung revidieren. Selbstwissen Für eine voll entwickelte Berufswahlreife ist es zwingend erforderlich, dass Schüler sich selbst kennen, d. h., dass ihnen ihre (im Beruf verwertbaren) Neigungen bewusst sind und dass sie in der Lage sind, für sie attraktive Berufsangebote im Hinblick darauf zu überprüfen, ob sie für die Anforderungen des betreffenden Berufs geeignet sind. Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien beschreibt den Erwerb von „Selbstwissen“ folgendermaßen: „Die Wahl des richtigen Berufs setzt die Kenntnisse der eigenen Stärken und Schwächen sowie der eigenen Wünsche und Ziele voraus. Durch unmittelbare Rückmeldung von anderen, durch gezielte Erprobung der eigenen Fähigkeiten, durch den Vergleich mit anderen Personen und durch gesellschaftliche Erwartungen entwickeln wir ein Bild von uns selbst. Dieses Bild kann präziser oder diffuser, einfacher oder strukturierter, begründeter oder spekulativer, vollständiger oder einseitiger, eher richtig oder eher falsch sein. Berufswahlkompetente Menschen kennen die eigenen Stärken und Schwächen sowie die eigenen Bedürfnisse und Ziele, soweit sie für den Arbeits- und Leistungskontext relevant sind. Sie können diese artikulieren und sind in der Lage, selbstrelevante Informationen zu beschaffen und zu verarbeiten.“ Konzeptwissen Als „Konzeptwissen“ bezeichnet das Thüringer Institut Wissen über Arbeitsfelder, über spezifische Merkmale in Frage kommender Berufe, aber auch über das Konzept Beruf im Allgemeinen, über Kategorien wie Männerberufe vs. Frauenberufe sowie über das Prestige des betreffenden Berufs. Bedingungswissen Über „Bedingungswissen“ verfügt ein Mensch, wenn ihm bekannt ist, was er, beginnend in der Gegenwart, unternehmen muss, um eine Ausbildung im Wunschberuf beginnen und erfolgreich abschließen zu können und um in dem betreffenden Beruf Karriere machen zu können. Planungs- und Entscheidungskompetenz Voll berufsreif bzw. -kompetent ist jemand, wenn er in der Lage ist, aus möglichen Optionen eine Option herauszufiltern, für die er sich letztlich entscheidet, und wenn er in der Lage ist, alle zuvor genannten Aspekte so miteinander zu verknüpfen, dass sich aus ihnen eine stimmige Berufswahlplanung ergibt. Rolle der Erziehungsberechtigten im Reifungsprozess Art. 26 Abs. 2 Satz 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, beschlossen am 10. Dezember 1948, bestimmt: „Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.“ Dieses Recht ist Teil des elterlichen Sorgerechts ( BGB) und erlischt erst mit dem Tag, an dem der Sohn oder die Tochter volljährig wird. In Deutschland ist dies gemäß BGB der 18. Geburtstag des Sohnes bzw. der Tochter. Im Prinzip haben also Erziehungsberechtigte das letzte Wort in Sachen Berufswahl des ihnen anvertrauten Minderjährigen. Das bedeutet aber nicht, dass Minderjährige mit Berufswünschen, die den Vorstellungen ihrer Eltern widersprechen, diesen „gehorchen“ müssten und im Fall des „Widerstandes“ gegen den Elternwillen automatisch als „(berufswahl)unreif“ qualifiziert werden dürften. In Deutschland regelt das BGB Situationen, in denen Eltern untereinander oder im Verhältnis zu ihrem Kind sich nicht auf dessen schulischen bzw. beruflichen Werdegang einigen können. Abs. 1 Satz 1 GG lautet nicht: „Alle volljährigen Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.“ Die Freiheit der Berufswahl ist vielmehr ein Bürgerrecht, das auch für Minderjährige gilt und das der deutsche Staat als Garant der Grundrechte seiner Bürger schützen muss. Folgerichtig bestimmt BGB: „In Angelegenheiten der Ausbildung und des Berufs nehmen die Eltern insbesondere auf Eignung und Neigung des Kindes Rücksicht. Bestehen Zweifel, so soll der Rat eines Lehrers oder einer anderen geeigneten Person eingeholt werden.“ Eltern dürfen bei Befolgung des § 1626 Abs. 2 BGB von ihren Plänen abweichende Berufspläne ihrer jugendlichen Kinder nicht ignorieren. Auch wenn keine Kindeswohlgefährdung im Sinne des Abs. 2 und Abs. 3 BGB vorliegt, kann selbst dann, wenn beide Eltern sich einig sind, ein Gericht die Entscheidung der Eltern ersetzen, wenn die Bildungsentscheidung der Eltern nicht mehr den Interessen des Kindes dienen kann. Willkür oder böser Wille sind dafür nicht erforderlich. Diese Regelungen erleichtern juristisch die Entwicklungsaufgabe der Loslösung des Jugendlichen von seinen Eltern, die mit dem Erwerb von Berufswahlkompetenz eng verbunden ist. Zur Anwendung kommen die oben angeführten Regelungen vor allem in Fällen wie dem folgenden: Der Inhaber einer Konditorei, dessen Urgroßvater bereits als Konditor die Firma gegründet hat, besteht darauf, dass sein Sohn ebenfalls Konditor wird, weil er den Abbruch der Familientradition nicht ertragen könnte. Dass sein Sohn andere Pläne hat, interessiert ihn nicht. Eine Entscheidung über die Bildung und Ausbildung eines Minderjährigen durch Richter ist allerdings in der Praxis die Ausnahme. Lothar Beinke stellt fest, dass Eltern in Sachen Berufswahlentscheidung ihrer Kinder in der Regel eher eine „Unterstützer-“ bzw. „Abnickerfunktion“ wahrnehmen. Verfehlung der Entwicklungsaufgabe Berufswahlreife Das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Berufsorientierungsprogramm (BOP)“ (siehe Weblinks) wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung vor dem Hintergrund durchgeführt, dass in den 2010er Jahren „Schulabgängerinnen und Schulabgängern klare Berufsvorstellungen fehlten, das Berufswahlspektrum eingeschränkt war und zu viele Ausbildungen abgebrochen wurden.“ Dabei zeigte sich, dass Schüler, die im Übergangssystem untergekommen waren und Zielgruppe einer Benachteiligtenförderung geworden waren, nicht nur von einem Mangel an Berufswahlkompetenz betroffen waren, sondern auch mit allgemeinen Motivationsproblemen (in Form einer nachhaltigen Unlust am formalisierten Lernen) und der Vorstellung belastet waren, ein sie befriedigendes Leben auch als „Ungelernter“ führen zu können. Eine Berufswahl sollte durch Außenstehende rational nachvollziehbar sein. Als „rational“ gilt eine Berufswahl dann, wenn die Kategorien Neigung und Eignung in ihr optimal verwirklicht sind. Zu klären ist, warum Schüler und Schulabgänger diesen für sie „optimalen“ Beruf nicht finden, was sie daran hindert, eine Ausbildung in dem Beruf zu beginnen, nachdem sie ihn gefunden haben, und warum sie ggf. eine Ausbildung in dem gewählten Beruf abbrechen. Ursachen Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft Zur Aufnahme in die Arbeitswelt gehören zwei Seiten: die des Schulabgängers und die der aufnehmenden Wirtschaft. Wenn jemand keinen Ausbildungsplatz erhält, dann ist die Hauptursache hierfür, dass er den Anforderungen potenzieller Arbeitgeber anscheinend nicht gerecht wird. Bewerbern, die keinen Erfolg bei Arbeitgebern haben, die Ausbildungsstellen in dem Wunschberuf anbieten, und ihre Pläne nicht ändern, könnte man mangelnde Anpassungsfähigkeit (Adaptabilität) vorwerfen. In Zeiten, in denen es ein grobes Missverhältnis zwischen der Nachfrage nach Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätzen und dem Angebot gibt (wie heute noch in vielen Staaten des Mittelmeerraums mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit), greift dieser Vorwurf allerdings zu kurz. Für Menschen mit einem zu „unattraktiven Humankapital“ gibt es im Zeitalter der Digitalen Revolution immer weniger „einfache Arbeit“. Ob bei anspruchsvolleren Tätigkeiten auf Dauer in Deutschland ein Fachkräftemangel herrschen wird, ist trotz der demografisch bedingten relativ geringen Zahl an Einsteigern ins Berufsleben angesichts der fortschreitenden Digitalisierung fraglich. Auch nimmt trotz aller Bemühungen um die Umsetzung des Art. 27 der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland die Zahl derjenigen zu, die wegen einer Behinderung darauf angewiesen sind, in einer Werkstatt für behinderte Menschen eine Berufsausbildung zu erhalten und zu arbeiten, die meisten davon lebenslang. Etwa vorhandene Berufswünsche des betroffenen Personenkreises erweisen sich in aller Regel als illusorisch. Ein Recht auf berufliche Förderung haben in Deutschland als „voll erwerbsunfähig“ Eingestufte, aber auch zumindest teilweise erwerbsfähige Menschen mit Behinderung (einschließlich solcher mit einer sogenannten „Lernbehinderung“) nur auf der Grundlage des Abs. 1 SGB III. Unterschiedlicher Entscheidungsdruck Da Gymnasiasten im Allgemeinen (außer denen, die vor dem Abitur die Schule verlassen) länger eine allgemeinbildende Schule besuchen als Gleichaltrige mit anderen Bildungsgängen, ist die Berufswahlreife am Ende der Sekundarstufe I bei ihnen geringer ausgeprägt als bei denen, die nicht ihre Berufsschulpflicht in Form eines Vollzeitunterrichts in der Sekundarstufe II erfüllen. Die Fülle der Möglichkeiten, ohne Studium einen Ausbildungsberuf zu erlernen, wirkt sich auch auf die Entscheidungsbereitschaft junger Leute ohne Abitur negativ aus. Aber den Abiturienten stehen im Prinzip mit dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife alle Berufe offen, auch diejenigen, für die man ein abgeschlossenes Studium benötigt. Das Ergebnis ist bei vielen von ihnen Prokrastination, d. h. die Aufschiebung der Antwort auf die Frage, welcher beruflichen Tätigkeit der Betreffende nachgehen will. Diese tritt insbesondere bei solchen Studiengängen auf, die ihrerseits eine Auswahl unter verschiedenen Berufen erst nach erfolgreichem Studienabschluss ermöglichen (z. B. unter Studenten der Rechtswissenschaft). Die Karriereberaterin Ute Glaubitz behauptet mit Bezug auf Studienberechtigte: „Die meisten Leute wollen sich am liebsten gar nicht festlegen, mit 20 nicht und mit 30 auch nicht.“ Verräterisch sei in diesem Zusammenhang die häufige Verwendung der Floskel „erst mal“ bei Aussagen über den weiteren Lebensweg. Gegenmaßnahmen Schulabgänger, die es in Deutschland nicht schaffen, einen Platz im System der dualen Ausbildung oder in einer Berufsfachschule zu finden, werden, sofern sie nicht bereits ihre Berufsschulpflicht erfüllt haben, einem Lehrgang im Übergangssystem zugeführt. Das Übergangssystem umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, die von staatlichen und privaten Institutionen für Jugendliche angeboten werden, die nach Meinung der Arbeitsverwaltung nicht „ausbildungsreif“ sind. Ihnen müssen in erster Linie angemessene Arbeitshaltungen und Arbeitstugenden vermittelt werden, die nach Meinung der Experten einem Entwicklungsprozess unterliegen, also im Regelfall auch noch von „Spätentwicklern“ erworben werden können. Wer immer es nicht schafft, ohne Hilfe ins Berufsleben zu starten, gilt als „Benachteiligter“, dem eine Benachteiligtenförderung zustehe. Ruth Enggruber gehört zur Gruppe derjenigen, die von „Inklusion“ nicht nur im Zusammenhang mit „Behinderung“ sprechen möchten, sondern möchten, dass alle tatsächlich Benachteiligten von Inklusionsmaßnahmen profitieren sollen. Ursula Bylinski vom Bundesinstitut für Berufsbildung zitiert das Programm der Deutschen UNESCO-Kommission aus dem Jahr 2009: „Allen Jugendlichen und Erwachsenen sollen Lerngelegenheiten gegeben werden, unabhängig von Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen. Inklusive Bildung geht davon aus, dass eine ‚Pädagogik für besondere Bedürfnisse‘ nicht in Isolation weiterentwickelt werden kann, sondern Teil einer allgemeinen pädagogischen und bildungspolitischen Strategie sein muss.“ Siehe auch Ausbildungsreife Berufsorientierung Berufswahl Berufswahlpass Überakademisierung Literatur C. Bergmann, F. Eder, D. H. Rost (Hrsg.): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, Artikel Berufs- und Laufbahnberatung. (2. überarb. und erw. Aufl. 2001) Beltz PVU, Weinheim. Lothar Beinke: Das Internet – ein Instrument zur Berufsorientierung Jugendlicher? Frankfurt/Main 2008, Verlag Peter Lang Andreas Hirschi: Was macht Jugendliche fit für die Berufswahl? Panorama 4/2009, S. 13–14. Online (PDF, 92 kB) Weblinks Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Berufswahlkompetenz und ihre Förderung. Evaluation des Berufsorientierungsprogramms BOP. 2018 Lothar Beinke: Ausbildungsabbruch und eine verfehlte Berufswahl. Berufs- und Wirtschaftspädagogik online. 26. September 2011 Philipp Catani: Inklusive Berufsorientierung. 2022f. Einzelnachweise Arbeits- und Organisationspsychologie Berufskunde Lebensstadium
Henry Wager Halleck (* 16. Januar 1815 in Westernville, New York; † 9. Januar 1872 in Louisville, Kentucky) war Offizier, Gelehrter und Jurist. Er war Oberbefehlshaber (Commanding General of the United States Army) des US-Heeres zu Beginn des Sezessionskriegs. Leben Jugend Henry Wager Halleck wurde in Westernville, New York geboren und war durch Einheiratung mit Alexander Hamilton verwandt. Nach dem Besuch der Hudson Academy und des Union College machte er 1839 den Abschluss an der US-Militärakademie in West Point, New York. Dort blieb er zwei Jahre als wissenschaftlicher Assistent für Pionierwesen. 1844 reiste er nach Europa, um das französische Militär kennenzulernen. Nach seiner Rückkehr schrieb er auf Grundlage seiner dort gemachten Erfahrungen Elements of Military Art and Science (Grundlagen der militärischen Lehre und Fertigkeit). Dieses Werk wurde von seinen Kameraden beim Militär wohlwollend aufgenommen. Später war es eine der wichtigsten taktischen Abhandlungen, die von den Offizieren im aufziehenden Bürgerkrieg verwendet werden sollte. Sein Wirken als Gelehrter bescherten ihm den (später abwertenden) Spitznamen Old Brains. Mexikanisch-Amerikanischer Krieg und Zeit in Kalifornien Während des mexikanisch-amerikanischen Kriegs diente Halleck in Kalifornien. 1854 nahm er seinen Abschied als Berufsoffizier und wurde ein sehr erfolgreicher Jurist und Verleger in San Francisco. Er beteiligte sich an der Ausarbeitung der kalifornischen Verfassung und wurde ein anerkannter Sammler von Gegenständen zum Thema Kalifornien. Er war Direktor der Almaden Quicksilver Company in San José, Kalifornien, Präsident der Atlantic and Pacific Railroad, ein Bauunternehmer in Monterey und Eigentümer der Rancho Nicasio in Marin County, Kalifornien, die 120 km² groß war. Trotz dieser Vielzahl geschäftlicher Unternehmungen beschäftigte er sich weiterhin mit militärischen Dingen und gewann das Vertrauen des angesehenen General Winfield Scotts. 1860 war er Generalmajor der Miliz von Kalifornien. Bürgerkrieg Am 19. August 1861 wurde er von Präsident Abraham Lincoln zum Generalmajor des regulären Heeres befördert. Er war Befehlshaber der Wehrbereiche Missouri und Mississippi und war damit Oberbefehlshaber für alle militärischen Aktivitäten auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Den Höhepunkt seiner militärischen Karriere bildete die Ernennung zum Oberbefehlshaber des Heeres (Commanding General of the United States Army) am 11. Juli 1862. Präsident Abraham Lincoln war mit dem bisherigen Inhaber des Dienstpostens McClellan wegen geringer militärischer Erfolge unzufrieden. Halleck konnte demgegenüber einige Erfolge im Westen vorzeigen, so seine Siege bei Fort Henry, Fort Donelson, Shiloh und Corinth. Lincoln befahl Halleck deshalb, sich so schnell wie möglich in die Hauptstadt zu begeben. Die Übergabe der Dienstgeschäfte verzögerte sich, so dass er das Amt erst am zum 23. Juli 1862 antreten konnte. Am 12. März 1864 wurde Ulysses S. Grant, Hallecks früherer Untergebener im Westen, zum Generalleutnant befördert und zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Halleck wurde zum Generalstabschef, dessen Aufgabe vor allem in der Verwaltung der mittlerweile zahlenmäßig sehr umfangreichen US-Armeen lag. Nachdem General Robert E. Lee bei Appomattox Court House für die Konföderierten Staaten 1865 kapituliert hatte, bekam er Kommandeursposten am James River. Nach dem Krieg war er Befehlshaber des Wehrbereichs Pazifik. Tod Henry Halleck war Befehlshaber der Militärdivision Süd, als er am 9. Januar 1872 in Louisville, Kentucky starb. Er ist auf dem Green-Wood Cemetery in Brooklyn, New York, bestattet. Ihm ist eine Straße in San Francisco und eine Statue im Golden-Gate-Park gewidmet. Leistungen Halleck war ein begabter Stratege und Organisator. In den Feldzügen, die er führte, zeigte er sich als zu wenig aggressiv. Er leitete effektiv die Anweisungen Präsident Lincolns weiter; so sehr, dass Lincoln zitiert wurde, Halleck sei in Wirklichkeit „wenig mehr als ein sehr guter Sekretär“ (little more than a first rate clerk). Er war nicht erfolgreich im Umgang mit seinen untergebenen Generälen, wie McClellan und Joseph Hooker, die seine strategischen Anweisungen nicht immer in seinem Sinne umsetzten. Während seines einzigen Feldkommandos bei Corinth im Mississippi rückte er sehr langsam vor, nur ungefähr eine Meile pro Tag, und grub sich dann ein. Das führte zwar letztendlich mit geringen Verlusten zum Erfolg, aber Politikern dauerte das Eintreten dieses Erfolges zu lange. Schriften International law, or Rules regulating the intercourse of states in peace and war (= The Making of the Modern Law). H.H. Bancroft, San Francisco, 1861. Elements of Military Art and Science. D. Appleton, New York, 1856. Mexican War in Baja California: the memorandum of Captain Henry W. Halleck concerning his expeditions in Lower California, 1846–1848. Hrsg. von Doyce Blackmann Nunis Jr. (= Baja California travels Series; 39.) Dawson, Los Angeles, 1977. Antoine Henri Baron de Jomini: True Life of Napoleon. Aus dem Französischen übersetzt von Henry Wager Halleck. D. Van Nostrand, New York; Trübner & Co., London, 1863. Literatur Stephen E. Ambrose: Halleck: Lincoln’s Chief of Staff. Louisiana State University Press, Baton Rouge 1996, ISBN 978-0-8071-2071-2. John H. Eicher, David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, ISBN 0-8047-3641-3. John F. Marszalek: Commander of All Lincoln’s Armies: A Life of General Henry W. Halleck. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 2004, ISBN 0-674-014936. Benjamin J. Swenson: „Measures of Conciliation“: Winfield Scott, Henry Halleck, and the Origins of U.S. Army Counterinsurgency Doctrine. In: The Journal of Military History. Bd. 86 (2022), Heft 4, S. 859–881. Einzelnachweise US-Amerikaner Militärperson (Nordstaaten) Absolvent der United States Military Academy Geboren 1815 Gestorben 1872 Mann
Jahn steht für: Jahn (Familienname), ein Familienname – zu Namensträgern siehe dort Jahn (Vorname) (30830) Jahn, Asteroid des Hauptgürtels Persönlichkeiten: Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852), bekannt als Turnvater Jahn, Pädagoge und Gründer der Turnbewegung Roland Jahn (* 1953), deutscher Journalist und Leiter der Stasiunterlagenbehörde BStU Sportvereine: Jahn Czernowitz, Fußballverein TSV Jahn Calden, Hessen TV Jahn Delmenhorst, Niedersachsen SpVgg Jahn Forchheim, Bayern SSV Jahn Regensburg, Bayern TV Jahn Schneverdingen, Niedersachsen Jahn Siegen, Nordrhein-Westfalen TSV Jahn 1892 Würzburg TV Jahn Wolfsburg, Niedersachsen Siehe auch: Jahn Reisen Jahn-Teller-Effekt Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum Friedrich-Ludwig-Jahn-Denkmal Frankfurt am Main Jähn Jahns Jan
Tristram Edgar „Tris“ Speaker (* 4. April 1888 in Hubbard, Texas; † 8. Dezember 1958 in Lake Whitney, Texas) war ein US-amerikanischer Baseballspieler und -manager in der Major League Baseball (MLB). Seine Spitznamen waren The Grey Eagle und Spoke. Biografie Tris Speaker wurde in Hubbard, Texas geboren und wuchs dort auch auf. Bei einem Reitunfall brach er sich den rechten Arm und wurde so zum Linkshänder. Später verletzte er sich den linken Arm bei einem Unfall beim American Football. Die Chirurgen wollten den Arm amputieren, Speaker weigerte sich und sein Arm heilte wieder. 1905 spielte er eine Saison College Baseball am Fort Worth Polytechnic Institute. 1906 spielte Speaker erfolgreich bei den Cleburne Railroaders, einem Team im Minor League Baseball. Hier entdeckten ihn die Boston Red Sox und verpflichteten ihn. Sein erstes Spiel in der American League bestritt Speaker am 14. September 1907 gegen die Philadelphia Athletics. Insgesamt bestritt er 1907 sieben Spiele in der Major League. 1908 überließen die Red Sox Speaker den Little Rock Travelers als Austausch für die Bereitstellung des Klubgeländes für das Vorbereitungstraining. Tris Speaker zeigte in Little Rock so gute Leistungen, dass sich die Red Sox entschlossen, den Vertrag zurückzukaufen. In dieser Saison bestritt Speaker noch 31 Spiele in der American League bei einem Schlagdurchschnitt von 22,4 %. 1909 wurde Speaker Stammspieler auf der Position des Centerfielders. In 143 Spielen kam er auf einen Schlagdurchschnitt von 30,9 %. Mit der Verpflichtung von Duffy Lewis kam es zur Bildung des Million Dollar Outfields, welches Speaker, Lewis und Harry Hooper bildeten. Sein bestes Jahr bei den Red Sox hatte Tris Speaker 1912. Er spielte in allen Spielen mit, erreichte einen Schlagdurchschnitt von 38,3 %. Er führte die American League mit 10 Home Runs und 53 Doubles an. Karrierebestmarken gelangen ihm mit 222 Basehits, 136 Runs, 580 at-bats und 52 gestohlenen Bases. In der World Series gegen die New York Giants konnten sich die Red Sox in acht Spielen durchsetzen. Speaker führte sein Team mit einem Schlagdurchschnitt von 30 %, neun Basehits und vier erzielten Runs an. Seinen zweiten Erfolg mit den Red Sox in der World Series feierte Speaker 1915. Speaker und Babe Ruth, damals noch als Pitcher, waren beim Sieg gegen die Philadelphia Phillies die stärksten Spieler Bostons. Nach dem World-Series-Erfolg sollte Speaker eine Gehaltsreduzierung von 15.000 $ auf 9000 $ hinnehmen. Er weigerte sich, solch einen Vertrag zu unterschreiben und wurde am 12. April 1916 zu den Cleveland Indians transferiert. Bei den Indians wurde Speaker mit einem Jahresgehalt von 40.000 $ zum bestbezahlten Baseballspieler seiner Zeit. 1916 beendete Speaker auch Ty Cobbs Serie von neun Titeln als Spieler mit dem besten Schlagdurchschnitt in der American League. Mit 38,6 % war Speaker deutlich besser als Cobb mit 37,1 %. Ebenfalls überragend waren Speakers Leistungen in der Defensive. Manche bezeichneten ihn sogar als den fünften Infielder. Im Lauf der Saison 1919 übernahm Tris Speaker auch die Aufgaben des Managers bei den Indians. 1920 führte er sein Team in die World Series gegen die Brooklyn Dodgers. Die Indians gewannen die erste World Series ihrer Geschichte, Speaker seine dritte als Spieler und seine erste und einzige als Manager. Am 17. Mai 1925 erreichte Speaker als fünfter Spieler in der Geschichte der Major League und der zweite Spieler der Indians nach Nap Lajoie seinen 3000. Basehit gegen Tom Zachary von den Washington Senators. Seine Karriere als Manager musste er nach der Saison 1926 beenden. Speaker und Ty Cobb waren verdächtig, in einen Wettskandal verwickelt zu sein, so dass der Präsident der American League Ban Johnson beiden den Rücktritt empfahl. Als Spieler bestritt Speaker noch zwei Spielzeiten bei den Washington Senators und den Philadelphia Athletics. Er beendete seine Karriere mit 3514 Basehits. Darunter waren 793 Doubles, mit denen er noch heute die ewige Bestenliste der Major League Baseball anführt. Sein Schlagdurchschnitt von 34,5 % ist der fünftbeste der MLB. 1937 wurde Tris Speaker in die Baseball Hall of Fame aufgenommen. Er verstarb im Alter von 70 Jahren 1958 in Lake Whitney, Texas. Weblinks Daten als Manager (englisch) Tris Speaker in der Baseball Hall of Fame (englisch) Baseballspieler (Boston Americans) Baseballspieler (Cleveland Indians) Baseballspieler (Washington Senators, 1901–1960) Baseballspieler (Philadelphia Athletics) Baseballtrainer (Vereinigte Staaten) Mitglied der Baseball Hall of Fame Freimaurer (20. Jahrhundert) Freimaurer (Vereinigte Staaten) US-Amerikaner Geboren 1888 Gestorben 1958 Mann
Edward Earl Cherry (auch Ed Cherry) (* 12. Oktober 1954 in New Haven, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Gitarrist des Modern Jazz. Leben und Wirken Cherry, der seit seinem zwölften Lebensjahr Gitarre spielt und von Buddy Guy und Jimi Hendrix ebenso beeinflusst ist wie von Grant Green, war zunächst in Rhythm-&-Blues- und Funkbands aktiv, bevor er 1972 und 1973 am Berklee College of Music studierte. 1974 zog er nach New York City und gehörte bis 1975 zur Band von Jimmy McGriff. Von 1978 bis 1983 und dann wieder ab 1986 gehörte er als Gitarrist zu den Gruppen von Dizzy Gillespie, mit denen er weltweit auf Tournee ging und Alben wie die mit einem Grammy ausgezeichnete Live at the Royal Festival Hall einspielte. Zwischen 1983 und 1986 war er Mitglied der Band von Sam Rivers. Weiterhin arbeitete er mit so unterschiedlichen Musikern wie Carmen McRae, Kenny Burrell, Tim Hardin, Steve Coleman, Bill Cosby, Freddie Hubbard oder Henry Threadgill, in dessen „Very, Very Circus“ er längere Zeit spielte. Seit Gillespies Tod ist er mit seinem eigenen Trio unterwegs, nahm aber auch mehrere Alben mit John Patton und mit dem Orgeltrio von Ben Paterson auf. 1997 und 1998 spielte er auch in Roy Hargroves „Crisol“, seit 2004 auch mit Sängerin Paula West. Er tritt gelegentlich auch in einem Ensemble mit drei weiteren Gitarristen auf. Zu hören ist er auf Brian Charettes Album Jackpot (2022). Cherry war Professor am Essex County College in Newark und an der Montclair State University. Diskographische Hinweise First Take (1993, mit Jon Faddis, Kenny Barron) The Spirit Speak (2001) It’s All Good (2012, Posi-Tone Records, mit Pat Bianchi (Orgel), Byron Landham (Drums)) Are We There Yet? (Cellar Live, 2023) Lexigraphische Einträge Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L (= rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0. Weblinks MySpace Profil AllAboutJazz Profil Jazz-Gitarrist US-Amerikaner Geboren 1954 Mann Person (New York City)
Die 91. Eiskunstlauf-Europameisterschaften fanden vom 24. bis 31. Januar 1999 in Prag statt. Ergebnisse B = Bewertung KP = Kurzprogramm K = Kür OT = Originaltanz PT = Pflichttanz QA = Qualifikation (Gruppe A) QB = Qualifikation (Gruppe B) Herren Damen Z = Zurückgezogen Paare Z = Zurückgezogen Eistanz Medaillenspiegel Weblinks 1999 Sportveranstaltung 1999 Europameisterschaften 1999 Sportveranstaltung in Prag
Ein Ausstrich bezeichnet: Ausbiss, in der Bergmannssprache die Schnittfläche einer Lagerstätte mit der Oberfläche des Anstehenden Ausbiss (Geologie), die Schnittfläche oder -linie einer geologischen Struktur mit der Oberfläche des Anstehenden Ausstrich (Mikrobiologie), eine Methode zur Vereinzelung von Mikroorganismen auf einem festen Nährboden
Endsfelden ist der Ortsname von Endsfelden (Simbach am Inn), Ortsteil der Stadt Simbach am Inn, Landkreis Rottal-Inn, Bayern Endsfelden (Untergriesbach), Ortsteil des Marktes Untergriesbach, Landkreis Passau, Bayern Siehe auch: Endfelden
Coghill ist der Nachname folgender Personen: Nevill Coghill (1899–1980), irisch-britischer Literaturwissenschaftler Jack Coghill (1925–2019), US-amerikanischer Politiker Jon Coghill, Schlagzeuger der australischen Rockband „Powderfinger“ Marmaduke Coghill, irischer Parlamentsabgeordneter Coghill bezeichnet: Coghill-Gruppe, oder Coghill-Maler, Bezeichnungen für griechische Töpfer und Vasenmaler
Rockenmoor/Fuchsberg ist der Name eines ehemaligen Naturschutzgebietes im Gebiet der niedersächsischen Stadt Elsfleth im Landkreis Wesermarsch. Das ehemalige Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 183 ist 155 Hektar groß und war zum größten Teil Bestandteil des FFH-Gebietes „Ipweger Moor, Gellener Torfmöörte“. Das Gebiet stand seit dem 15. Dezember 1987 unter Naturschutz. Zum 22. Dezember 2018 ging es im neu ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Gellener Torfmöörte mit Rockenmoor und Fuchsberg“ auf. Zuständige untere Naturschutzbehörde war der Landkreis Wesermarsch. Das aus zwei Teilen bestehende Gebiet liegt zwischen Oldenburg und Elsfleth am Rand der Geest im Übergangsbereich zur Wesermarsch. Es stellte ein Hochmoor­gebiet als Bestandteil des Ipweger Moores unter Schutz. Das ehemalige Naturschutzgebiet wird vom Ipweger Moorkanal durchflossen. Im Gebiet nördlich des Ipweger Moorkanals finden sich Hochmoorgrünländereien und Brachflächen. Diese dürfen zum Schutz von boden- und buschbrütenden Vogelarten während der Brutzeit nicht bewirtschaftet werden. Die südlich des Ipweger Moorkanals liegenden Moorheiden und Moorwälder sind teilweise unkultiviert geblieben, teilweise durch Handtorfstiche verändert. Hier, wie auch im Gebietsteil Fuchsberg, kann sich das Moor regenerieren. Neben dem Ipweger Moorkanal, der über den Moorriemer Kanal zur Hunte und zur Weser entwässert, wird das Gebiet auch über zahlreiche Gräben entwässert. Weblinks Ehemaliges Naturschutzgebiet in Niedersachsen Moor in Niedersachsen FRockenmoor/Fuchsberg FRockenmoor/Fuchsberg Geographie (Elsfleth) Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa
Wulf Raeck (* 1950) ist ein deutscher Klassischer Archäologe. Wulf Raeck studierte an der Universität Bonn, der Universität Hamburg sowie der Universität Göttingen Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Klassische Philologie und Kunstgeschichte. Er wurde 1980 mit der Arbeit Zum Barbarenbild in der Kunst Athens im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. in Bonn promoviert und war anschließend 1980/81 als Inhaber des Reisestipendiums des Deutschen Archäologischen Instituts im Mittelmeerraum unterwegs. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde Raeck Assistent am Institut für Klassische Archäologie der Universität München. Dort habilitierte er sich 1987 mit der Arbeit Modernisierte Mythen. Zum Umgang der Spätantike mit klassischen Bildthemen und wurde dort Akademischer Rat. 1994 wurde er auf den nach der Wende wieder eingerichteten Lehrstuhl für Klassische Archäologie an die Universität Greifswald berufen. Zwei Jahre später wechselte er auf den Lehrstuhl der Universität Frankfurt. Von 1972 bis 1975 nahm Raeck an der deutschen Ausgrabung in Pergamon unter der Leitung von Wolfgang Radt teil, wo er bei der Wohnstadtgrabung eingesetzt war. Von 1982 bis 1995 leitete er die archäologischen Ausgrabungen bei der Restaurierung am pergamenischen Trajaneum. Seit 1998 leitet Raeck die Ausgrabungen in Priene, seit 2000 auch offiziell. Hier leitet er die Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft Stadtentwicklung, Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen im antiken Priene und Die hellenistische Polis als Lebensform: Priene. Mit Hans-Markus von Kaenel, Rüdiger Krause und Jan-Waalke Meyer gibt er die Frankfurter Archäologischen Schriften heraus, mit Ursula Mandel und Ramazan Özgan die Knidos-Studien. Von 2009 bis 2011 war Raeck Erster Vorsitzender der Mommsen-Gesellschaft, von 2011 bis 2013 war er Zweiter Vorsitzender. Schriften Zum Barbarenbild in der Kunst Athens im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr., Habelt, Bonn 1981 (Habelts Dissertationsdrucke. Reihe Klassische Archäologie, H. 14), ISBN 3-7749-1814-7 Modernisierte Mythen. Zum Umgang der Spätantike mit klassischen Bildthemen, Steiner, Stuttgart 1992, ISBN 3-515-05858-3 Herausgeber mit Christoff Neumeister: Rede und Redner. Bewertung und Darstellung in den antiken Kulturen, Bibliopolis, Möhnesee 2000 (Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 1), ISBN 3-933925-07-X Herausgeber mit Dirk Steuernagel: Das Gebaute und das Gedachte. Siedlungsform, Architektur und Gesellschaft in prähistorischen und antiken Kulturen, Habelt, Bonn 2012 (Frankfurter Archäologische Schriften, Bd. 21), ISBN 978-3-7749-3816-8 Weblinks Raeck auf der Webseite der Universität Frankfurt am Main Klassischer Archäologe Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Hochschullehrer (Universität Greifswald) Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts Deutscher Geboren 1950 Mann
Die gemeinnützige Bürgerstiftung Lebensraum Aachen wurde am 17. Juni 2005 mit dem Ziel gegründet, die Verbundenheit in die Aachener Region zu stärken. Die Bürgerstiftung, die unter dem Motto die Mitmachstiftung zahlreiche Projekte initiiert und fördert, arbeitet auf der Basis der auf der 56. Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen im Mai 2000 verabschiedeten Grundzüge einer Bürgerstiftung. Stiftungsziele Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht die aktive Mitgestaltung des Lebensraumes in der Region Aachen. Bürgerschaftliches Engagement wird als eine wichtige Ressource zur Mitgestaltung des regionalen Lebensumfeldes gefördert und unterstützt. Die konfessionslose und parteiübergreifende Stiftung Lebensraum Aachen hat sich folgende Schwerpunkte ihrer Arbeit gesetzt: Bildung und Erziehung Kunst und Kultur Umwelt- und Naturschutz Landschaftspflege und Denkmalschutz Jugend- und Altenhilfe öffentliches Gesundheitswesen Völkerverständigung und Integration Wissenschaft und Forschung Laufende Projekte der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Gripsgymnastik Die „Gripsgymnastik“, initiiert von Dieter H. K. Starke (1928–2015), bietet älteren Mitbürgern die Möglichkeit, ihre geistige Beweglichkeit sowie ihr Konzentrationsvermögen und logisches Denken zu schulen. Die Kurse werden in regelmäßigen Abständen in Seniorenzentren und Altenheimen durchgeführt. Lebensbaumprojekt Mit der Widmung eines Lebensbaumes für neugeborene Aachener möchte die Stiftung langfristig die Bindung der jüngsten Einwohner und ihrer Familien an die Region stärken. Derzeit sind mit Hilfe von Sponsoren und der fachlichen Unterstützung des Freundeskreises Botanischer Garten e.V. über 200 Obstbäume – zumeist alte, regionale Sorten – gepflanzt und gewidmet worden. Nachhaltigkeitsprojekt Im Rahmen des Projekts Aachen 2050 entstand das Nachhaltigkeitsprojekt, um über 200 Organisationen, die sich diesem Thema widmen, einen gemeinsamen Treffpunkt zu verschaffen. Seit dem 16. Juli 2022 ist dieses Projekt in den Räumen der „Meffis“ in der Aachener Mefferdatisstraße angesiedelt und entwickelt mit vielen weiteren Initiativen das Aachener Transformationszentrum. Neuland, Neustart – Frauen finden ihren Platz Seit Oktober 2016 führen wir „Integrations-Kurse“ für Frauen mit Fluchtgeschichte durch. Dabei geht es um Alltag, Sprache, Kindererziehung, deutsche Behörden, traumatische Erfahrungen usw. Durchgehendes Prinzip ist Partizipation; Teilnehmerinnen und Leiterinnen entscheiden gemeinsam darüber was geplant wird. Das Projekt leiten Margret Ragab und Irmgard Geupel. Platz für Demokratie Mitten in Aachen wird es auf Initiative der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen einen neuen Raum geben, den „Platz für Demokratie“. Gestaltet werden die Sitzbuchstaben für diesen Ort durch den Aachener Künstler Sebastian Schmidt. Das Projekt ist Teil der ZwischenZeit am Büchel (ZZAB). Die Fläche des ehemaligen Parkhauses am Büchel 43 der städtischen Entwicklungsgesellschaft Aachen (SEGA) wird für eine Zwischennutzung zur Verfügung gestellt und so hergerichtet und gestaltet, dass zahlreiche Initiativen hier Formate und Veranstaltungen durchführen können. Auf der Fläche der ZwischenZeit am Büchel werden die 18 Lettern dieses Begriffs als 60 cm hohe Sitzmöglichkeiten in einem weiten Bogen aufgestellt, um zum Verweilen und Debattieren einladen. Thermalwasserroute Aachen Die Aachener Thermalquellen sind in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr aus dem Bewusstsein der Aachener und Stadtbild verschwunden, obwohl die heißen Quellen einer der wichtigsten Gründe waren, weshalb sich Römer und später Karl der Große hier angesiedelt haben. Seit 2007 möchten die Mitglieder der Projektgruppe „Thermalwasserroute Aachen“ auf die Bedeutung der Quellen aufmerksam machen und eine Thermalwasserroute durch die Aachener Innenstadt und Burtscheid entwickeln. Dazu sind zahlreiche Bausteine bereits umgesetzt, wie z. B.: Installation einer interaktiven Multimediasäule mit Informationen zu den Aachener Thermalquellen, der Bädergeschichte und Verwendung des Thermalwassers Erläuterung von Straßennamen mit Thermalquellenbezug durch Zusatzschilder. Aufbau einer Schulpatenschaft: Erstellen von pädagogischem Material für Grundschulen Nutzung des ehemaligen Fürstenbads aus dem zerstörten Kaiserbad in den Kurparkterrassen in Burtscheid Beschreibung aller Aachener und Burtscheider Thermalquellen in der Wikipedia Entwicklung des Aachener und Burtscheider Thermalwasserbechers in Zusammenarbeit mit der Raerener Keramikerin Ulrike Trommsdorff Entwicklung einer Klappmaulfigur Quellgeist Granni in Zusammenarbeit mit dem Stefan Wunsch (Figurentheater Rosenfisch) Entwicklung eines Thermalquellenspiels in Zusammenarbeit mit dem St. Ursula Gymnasium Thematische Führungen zum Tag des offenen Denkmals und zum Tag des Geotops Zwei interaktive Geocaching-Routen führen entlang der Thermalwasserroute in Aachen und in Burtscheid. Die dauerhafte Kennzeichnung der verborgenen Quellpunkte in der Stadt und die Einrichtung einer dauerhaften Ausstellung zum Thema „Aachener Thermalwasser und Bädergeschichte“ sind weitere Ziele der zukünftigen Arbeit. Abgeschlossene Projekte der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Jugendfotowettbewerb show me your city Im Jahr 2006 veranstaltete die Stiftung einen Jugendfotowettbewerb. Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren wurden aufgerufen, ihre Sicht auf die Aachener Region in Fotografien und Collagen darzustellen. Die Event- und Sachpreise für die besten Einzel- und Gruppenarbeiten wurden von Sponsoren zur Verfügung gestellt. START-Projekt Die Stiftung beteiligte sich am landesweiten START-Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung. In diesem Projekt wurden Schüler aus Zuwanderfamilien gefördert, die über gute bis sehr gute schulische Leistungen verfügen und sich aktiv am sozialen Leben in der Region beteiligen. Bei der Vergabe der Stipendien wurde weiterhin die familiäre und wirtschaftliche Situation berücksichtigt. Die Bürgerstiftung förderte unter anderem elf Gymnasiasten beispielsweise mit der Finanzierung eines PC-Arbeitsplatzes, Unterstützung und Beratung vor Ort sowie mit der Bereitstellung von einem Bildungsgeld. Grassofas Auf Initiative der Stiftung sind an verschiedenen Standorten in Aachen, so im Rabental bei Gut Melaten in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Botanischer Garten e.V. drei Meter lange, acht Tonnen schwere Grassofas errichtet worden. Diese „lebenden“ Sitzgelegenheiten sollen die Mitbürger zum Verweilen und Genießen einladen. Das jüngste Sofa wurde im Rahmen des Aktionstages der ARD-Themenwoche „Ist doch Ehrensache“ am 9. Mai 2009 im Rabental errichtet. Im Oktober 2011 wurde eines der Grassofas im Rahmen des Freiwilligentages saniert. Willkommen für Flüchtlinge Am 13. Dezember 2014 wurde die Initiative Willkommen für Flüchtlinge gegründet. Die Bürgerstiftung hatte sich zum Ziel gesetzt, die 400 Jugendliche ohne Begleitung, die in Aachen angekommen waren, zu unterstützen und ein Teil zur Integration beizutragen. Dazu arbeitete man mit professionellen Institutionen, wie dem Zentrum für soziale Arbeit Burtscheid, dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann und der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Brand zusammen. Projekte, wie das Bereitstellen und die Reparatur von Fahrrädern durch ehrenamtlich Tätige wurden von der Bürgerstiftung unterstützt. Sie war im Herbst 2015 Kooperationspartner der Aktion Helpfull Bags. Darüber hinaus unterstützte man Exkursionen von internationalen Förderklassen, Charity Partys und die Rechtsberatung von Flüchtlingen. Bei ihren Aktionen für die Integration von Flüchtlingen wurde die Bürgerstiftung von Aachener Firmen und Institutionen, wie beispielsweise der STAWAG, Zentis, dem Grenzlandtheater, Generalvikariat Aachen, dem Lions- und Rotary-Club unterstützt. Zugunsten der Willkommens-Aktion der Bürgerstiftung wurden unter anderem auch Benefizkonzerte in Aachen durchgeführt, wie beispielsweise mit der Sinfonietta Regio. Du hat die Wahl, jedes Ma(h)l – Gesunde Ernährung für Kinder Ein 2015 aufgelegtes Projekt richtet sich an Kinder im Grundschulalter. Mit Unterstützung einer pädagogischen Fachkraft soll den Kindern der verantwortungsvolle Umgang mit der Ernährung und eigenen Ernährungs-Entscheidungen trainiert werden. Das Projekt wird unter anderem durch von Pfandbons einer Aachener REWE-Filiale unterstützt. Beteiligung an regionalen Aktionen Darüber hinaus unterstützte die Stiftung u. a. 2007 das Kinder- und Jugendtelefon Aachen mit einer Spende. Als Mitinitiator des Aachener Freiwilligentages 2007, 2009 und 2011 setzt sich die Bürgerstiftung zusammen mit anderen caritativen und ehrenamtlichen Organisationen in der Region Aachen für die Stärkung des Ehrenamtes und der Eigenverantwortlichkeit ein. 2012 unterstützte die Stiftung die Veranstaltungsreihe „250 Jahre Casanova in Aachen“. Zusammen mit dem Investor Norbert Hermanns unterstützte die Stiftung 2013 die Errichtung einer Medienstation am neu errichteten Quellhaus der Rosenquelle im Kurpark Burtscheid. Ende 2013 wurde bekannt, dass die Bürgerstiftung auch bei der Gestaltung eines Erinnerungsstätte für den Bunker der Befreiung am Lousberg mit Hermanns zusammenarbeiten wird. 70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen Zur Erinnerung an die Kapitulation der ersten deutschen Großstadt im Zweiten Weltkrieg wurde von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen ein Zeitzeugen-Projekt initiiert. Neben Gedenkveranstaltungen, die an diesen historischen Tag erinnern, wurde auch eine Dokumentation in Form eines Buches 70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen erstellt. Offenes Aachen – Initiative für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt Im Jahr 2017 wurde von der Stiftung eine Initiative für die Stärkung der Demokratie, der Wertegemeinschaft und des friedlichen, respektvollen Zusammenlebens in der Städteregion ins Leben gerufen. Gleichzeitig tritt die Initiative entschieden gegen Hass, Intoleranz, Hetze und Diskriminierung ein. Die Initiative Offenes Aachen versteht sich als Teil eines bundesweiten Netzwerks und kooperiert mit der Initiative Pulse of Europe, die im europäischen Rahmen die gleichen Ziele verfolgt. Die Initiative verfasste die 2017 die Aachener Erklärung für Demokratie, die von zahlreichen Aachener Organisationen, Institutionen und Unternehmen unterzeichnet wurde. Gute Sache Die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen bietet mit Unterstützung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und weiterer lokale Förderer ein bundesweites Qualifizierungsangebot für gemeinnützige Organisationen an, die eine verstärkte Kooperation mit Unternehmen suchen und sich dafür umfassend qualifizieren wollen. Auszeichnungen Die Stiftung wurde seit Beginn ihres Bestehens vom Bundesverband Deutscher Stiftungen mit dem Gütesiegel für Bürgerstiftungen ausgezeichnet. Die Stiftung wurde am 10. Mai 2007 mit einem Förderpreis für gute Rechenschaftsarbeit ausgezeichnet. Brigitte Erm (Scala-Design) erhielt im November 2007 die ENTERPREIS-Auszeichnung für die ehrenamtliche Unterstützung der Bürgerstiftung im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Der damalige Vorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, Hans-Joachim Geupel, wurde am 12. Juni 2018 für sein jahrelanges soziales Engagement im Rahmen der Arbeit der Bürgerstiftung mit dem Preis Aachen Sozial 2018 ausgezeichnet. Auch von 2023 bis 2025 bleibt die Auszeichnung mit dem Gütesiegel bestehen. Ende Mai 2019 wurden das Projekt Offenes Aachen der Bürgerstiftung aus über 350 Bewerbungen mit einem Anerkennungspreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft gewürdigt. Im Juli 2019 nahm Hans-Joachim Geupel stellvertretend für die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen den Deutschen Stifterpreis entgegen. Weblinks Offizielle Seite der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Pressespiegel der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Einzelnachweise Lebensraum Aachen Bürgerinitiative Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts Stiftung in Aachen Kultur (Städteregion Aachen) Gegründet 2005 Kulturstiftung in Deutschland
Die Peterskirche ist eine abgegangene Kirche in Eisenach. Geschichte Am Westhang des Petersberges befand sich nahe dem Zusammenfluss von Hörsel und Nesse bereits vor der Stadtgründung eine bedeutende Siedlung mit dem Namen „Ysenach“, in welcher eine dem Heiligen Peter geweihte Kirche stand. Nach den stadtgeschichtlichen Quellen bestand die am Petersberg befindliche Siedlung noch bis zum 15. Jahrhundert als Siedlung. An diese erinnern die Straßennamen Hellergasse und Altstadtstraße. Die Peterskirche war demnach die älteste Pfarrkirche Eisenachs. Das Peterspratozinium deutet bereits auf ein hohes Alter hin. Bei den 1871 ausgeführten Bauarbeiten für die Petersberger Brauerei Erbslöh und beim Wohnungsbau in den Nachkriegsjahren wurden an mehreren Stellen Gräber und Grundmauern der Peterskirche entdeckt und untersucht. Siehe auch Liste ehemaliger Sakralbauten in Eisenach Liste von Sakralbauten in Eisenach Literatur Weblinks Kirchengebäude in Eisenach Abgegangenes Bauwerk in Eisenach Eisenach
Alfredo Víctor Petit Vergel (* 24. Juli 1936 in Havanna; † 7. August 2021 ebenda) war ein kubanischer römisch-katholischer Geistlicher und Weihbischof in San Cristóbal de la Habana. Leben Alfredo Petit Vergel besuchte das Kolleg der Brüder der christlichen Schulen in Havanna. Danach studierte er zunächst Philosophie am Priesterseminar El Buen Pastor in Havanna. Anschließend absolvierte Petit Vergel an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein Theologiestudium, das er mit dem Lizenziat abschloss. In dieser Zeit war er Alumne des Päpstlichen lateinamerikanischen Kollegs „Pius“. Am 23. Dezember 1961 empfing Petit Vergel in der Kapelle des Päpstlichen lateinamerikanischen Kollegs durch den Sekretär der Kongregation für außerordentliche Aufgaben der Kirche, Kurienerzbischof Antonio Samorè, das Sakrament der Priesterweihe für das Erzbistum San Cristóbal de la Habana. Nach der Rückkehr in seine Heimat war Alfredo Petit Vergel als Pfarrvikar an der Kathedrale San Cristóbal in Havanna und in der Pfarrei Sagrado Corazón in Vedado sowie als Kaplan der Katholischen Aktion tätig, bevor er Pfarrer der Pfarrei Salvador del Mundo in Cerro wurde. Daneben lehrte er am Priesterseminar San Carlos y San Ambrosio in Havanna. Später wirkte Petit Vergel als Diözesankanzler, Regens des Priesterseminars San Carlos y San Ambrosio sowie als Pfarrer der Pfarrei San Francisco de Paula und Krankenhausseelsorger am Hospital San Francisco de Paula. Ab 1985 war er Bischofsvikar für die zentrale Pastoralregion des Erzbistums San Cristóbal de la Habana. 1988 wurde Alfredo Petit Vergel zudem Verantwortlicher für die Ausbildung der Ständigen Diakone. Am 16. November 1991 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Buslacena und zum Weihbischof in San Cristóbal de la Habana. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von San Cristóbal de la Habana, Jaime Ortega, am 12. Januar 1992 in der Kathedrale San Cristóbal in Havanna; Mitkonsekratoren waren Faustino Sainz Muñoz, Apostolischer Pro-Nuntius in Kuba, und Pedro Claro Meurice Estiu, Erzbischof von Santiago de Cuba. Sein Wahlspruch Junto a la cruz de Jesús estaba su madre („Beim Kreuz Jesu stand seine Mutter“) stammt aus . Als Weihbischof war Alfredo Petit Vergel zudem als Bischofsvikar für die Pastoralregion Süd des Erzbistums San Cristóbal de la Habana und als Richter am diözesanen Kirchengericht tätig. Ferner blieb er bis 2017 Pfarrer der Pfarrei San Francisco de Paula in Havanna. In der Kubanischen Bischofskonferenz war Petit Vergel Mitglied der Kommissionen für den Ständigen Diakonat sowie für die Glaubenslehre und Ökumene. Am 26. Februar 2016 nahm Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt an. Weblinks Biografie von Alfredo Petit Vergel auf der Homepage des Erzbistums San Cristóbal de la Habana (spanisch) Einzelnachweise Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert) Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert) Weihbischof Titularbischof Römisch-katholischer Bischofsvikar Richter (Kirchengericht) Absolvent der Päpstlichen Universität Gregoriana Person (Havanna) Kubaner Geboren 1936 Gestorben 2021 Mann
Der Space Sextant (übersetzt: Weltraumsextant – ungebräuchlich, in Handbüchern auch STX abgekürzt) ist ein optisches Messinstrument zur manuellen oder (teil)automatisierten Navigation im Weltraum. Von den in der Seefahrt verwendeten Sextanten unterscheidet sich der Space Sextant sehr in Bauform und Handhabung. Dem eigentlichen Gerät ist ein Navigationsteleskop, das Scanning Telescope (SCT), angegliedert und fest im Raumfahrzeug montiert. Ein noch unvollkommenes Versuchsmodell des Space Sextanten flog bei der Gemini-10-Mission und wies noch viele Mängel auf. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des Modells für das Apollo-Raumschiff ein, das Mitte der 1960er Jahre als externe Entwicklung am Instrumentation Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT) (heute: Charles Stark Draper Laboratory Inc.) im Auftrag der NASA entstand. Diese deutlich verbesserte Ausführung war eine Kombination aus Teleskop und Sextant, hatte eine direkte Eingabe (DSKY) für den Apollo Guidance Computer und war ein entscheidendes Gerät zur Navigation. Während des Flugs zum Mond und zurück wurden etwa 50 Messungen vorgenommen. Eingebaut war der Space Sextant im Tunnelübergang zur Überstiegluke zwischen Kommandokapsel und Mondfähre (im Bild), in der Mondfähre war er an der Deckenmitte untergebracht. Die heute in Satelliten und Raumsonden gebräuchlichen Sternsensoren leiten sich vom Space Sextanten ab. Weblinks Jet Propulsion Laboratory: Space Navigation Applications (PDF; 1,3 MB) S. 21/22 (englisch) Smithsonian’s National Air and Space Museum: Eye Pieces, Sextant, Apollo Guidance and Navigation System (englisch) Johnson Space Center: Apollo Guidance, Navigation, and Control (GNC) Hardware Overview (englisch) Optisches Messgerät Raumfahrttechnik
Die Civic Arena war eine Mehrzweckhalle mit schließbarem Dach in der US-amerikanischen Stadt Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Die Arena mit dem Spitznamen Igloo war von 1967 bis 2010 die Heimat der Pittsburgh Penguins in der NHL und war zuvor Spielstätte der Pittsburgh Hornets in der AHL. Außerdem spielten hier unter anderem die Pittsburgh Pipers, die Pittsburgh Condors in der ABA und die Pittsburgh Spirit. Die Arena bot 17.537 Plätze zu Eishockeyspielen, außerdem gab es 56 Luxus-Suiten und 1.696 Clubsitze. Die 1999 von der Mellon Financial erworbenen Namensrechte liefen am 1. August 2010 aus. Danach erhielt die alte Heimat der Penguins wieder den Namen Civic Arena. Geschichte Die Arena war in der letzten Saison ihrer Nutzung durch die Penguins die älteste und drittkleinste Spielstätte der NHL. Sie wurde 1961 für 22 Millionen US-Dollar erbaut. Ursprünglich wurde die Halle nicht für Sportereignisse geplant, sondern für die örtliche Civic Light Opera, die bis dahin im Pitt Stadium auftrat. Das Gebäude wurde mit einer einziehbaren Kuppel, die einen Durchmesser von 126 Meter hat, gebaut, die aus acht rostfreien Verkleidungen bestand, von denen sechs innerhalb von zweieinhalb Minuten unter die verbleibenden zwei statischen gefahren werden konnten. Die Civic Light Opera verließ die Arena 1968, als klar wurde, dass die Akustik zu schlecht war. Die Pittsburgh Hornets zogen bereits 1961 ein und wurden 1967 durch die Pittsburgh Penguins ersetzt. Das Stadion wurde 1975 und 1993 stufenweise mit zusätzlichen Rängen an jeder Seite, Luxus-Suiten und Clubsitzen erweitert, wodurch sich die Zuschauerkapazität von 12.000 auf über 17.000 erhöhte. Durch die Anbringung einer neuen Anzeigetafel im Jahre 1995 konnte das Dach nicht mehr vollständig geöffnet und geschlossen werden. Schließlich bemängelten die Besitzer der Penguins, dass die alte Arena zu kostspielig sei und nicht genug Zuschaueraufkommen produziere, um das Team profitabel zu halten. Ziel war nun der Bau einer neuen Arena, um einen Wegzug der Penguins aus Pittsburgh zu verhindern. Anfang 2008 konnte eine Einigung mit der Verwaltung über die Finanzierung erzielt werden. Unmittelbar neben der Arena wurde auf der Fläche eines ehemaligen Krankenhauses das Consol Energy Center errichtet, welches zur Saison 2010/11 bezugsfertig war. Trotz kommunaler Bemühungen, die Arena als Bauwerk mit Denkmalstatus zu erhalten, wurde sie zwischen September 2011 und dem 31. März 2012 abgerissen. Aus den Stahlträgern der Dachkonstruktion stellte eine Schmiede in Pittsburgh Souvenirs her, von denen etwa 40.000 Stück zugunsten karitativer Zwecke verkauft wurden. Kultur Die Arena war 1995 Schauplatz für den Actionfilm "Sudden Death" mit Jean-Claude Van Damme. Galerie Weblinks pittsburghhockey.net: The Civic Arena (Mellon Arena) History 1961 - Present (englisch) hockey.ballparks.com: Mellon Arena (englisch) hockeyarenas.com: Mellon Arena lakingsinsider.com: There used to be an Arena – Pittsburgh Civic Arena “The Igloo” (englisch) setlist.fm: Konzertliste der Civic Arena und der Mellon Arena (englisch) Einzelnachweise Civic Arena Civic Arena Pittsburgh Hornets Pittsburgh Penguins Sportstätte in Pennsylvania Erbaut in den 1950er Jahren Erbaut in den 1960er Jahren Abgegangenes Bauwerk in den Vereinigten Staaten Bauwerk in Pittsburgh
Schwensen ist der Familienname von: Kalle Schwensen (* 1953), Person aus dem Hamburger Rotlichtmilieu Laura Schwensen (* 1991), deutsche Ruderin
Eine Unfallursache bezeichnet das fehlerhafte Fahrverhalten einer Person oder einen Sachverhalt, die einen Straßenverkehrsunfall auslösen. Im Rahmen einer örtlichen Unfalluntersuchung werden einem Unfall eine oder mehrere Unfallursachen aus dem Unfallursachenverzeichnis zugeordnet. In vier Hauptkategorien unterteilt, listet das Verzeichnis des Statistischen Bundesamtes insgesamt über 80 verschiedene Ursachenbezeichnungen auf: Fehler der Fahrzeugführer Technische Mängel und Wartungsmängel Falsches Verhalten der Fußgänger Allgemeine Unfallursachen Beispiele für unterschiedliche Unfallursachen Fehler der Fahrzeugführer Da Fahrzeugführer selbst für ihre Fahrtüchtigkeit verantwortlich sind, fallen auch Einschränkungen durch Übermüdung, Alkohol- bzw. Drogen- oder Medikamentenkonsum sowie sonstige körperliche und geistige Einschränkungen mit in diese Kategorie. Fehlerhaftes Fahrverhalten beinhaltet dagegen immer mangelnde Aufmerksamkeit bzw. das Missachten von Verkehrsregeln durch den Fahrzeugführer. Häufige Faktoren sind hierbei überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, Fehler beim Abbiegen oder Wenden, das Nichtbeachten der Vorfahrt oder sonstiges Fehlverhalten wie Fehler beim Überholen oder eine falsche Straßenbenutzung. Im Jahr 2018 waren Unfallursachen aus diesem Bereich mit insgesamt 89 % die mit Abstand häufigsten Unfallursachen. Mit über 40 separaten Ursachen ist diese Kategorie mit Abstand die umfangreichste Die Gewerkschaft der Polizei bestätigte bereits 2015, dass insbesondere die Ablenkung durch die Nutzung von Smartphones am Steuer die Unfallgefahr stark erhöht. In manchen Städten wurden Unaufmerksamkeit und Ablenkung für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle verantwortlich gemacht. Technische Mängel und Wartungsmängel In diese Kategorie fallen technische Mängel bzw. Ausfälle von Lenkung, Bremsen, Motor oder der Beleuchtung sowie unfallverursachende Defizite bei der Bereifung. Technische Ursachen, die in keine der genannten Kategorien fallen, werden als sechster Unterpunkt als „andere Mängel“ zusammengefasst. Falsches Verhalten der Fußgänger Die Unterteilung erfolgt hier entweder nach dem Ort des Auftretens, z. B. an Fußgängerübergängen, Kreuzungen, oder im Zusammenhang mit Sichthindernissen. Weitere Unterpunkte sind mangelnde Aufmerksamkeit und sonstiges Fehlverhalten. Allgemeine Unfallursachen Zu den allgemeinen Unfallursachen zählen unter anderem schwierige Straßenverhältnisse und/oder Sichtbehinderung sowie sonstige Einschränkungen durch klimatische Einflüsse wie Starkregen, Schnee oder Glatteis. Weitere allgemeine Unfallursachen schließen Hindernisse (ungesicherte Unfallstellen, Ölspuren etc.) oder Wildunfälle mit ein. Unfallursachen bei Verkehrstod Neben Unfällen mit Sach- und/oder Personenschäden werden Unfälle mit Verkehrstoten sowie Ursachen und Beteiligte in Deutschland separat erfasst. Besonders gefährdet sind Personen, die mit dem Motorrad oder dem Fahrrad an Unfällen beteiligt sind. Von ihnen verunglückten im Jahr 2018 insgesamt 135.103, von denen 1.142 ums Leben kamen. Somit waren 34,9 % aller in Deutschland registrierten Verkehrstoten im Straßenverkehr mit Kraft- beziehungsweise Fahrrädern unterwegs, was eine deutliche Steigerung gegenüber zum Vorjahr bedeutet. Siehe auch Unfalltyp Unfallanalyse Straßenverkehrsunfall Verkehrstod Weblinks Geltende Erlasse (SMBl. NRW.) mit Stand vom 9. Oktober 2019, Anlage 8: Unfallursachen (PDF-Datei; 21 KB) Straßenverkehrsunfälle, Beteiligte, Verunglückte und Unfallursachen 2014 nach Ländern und Ortslage. (PDF; 6 MB) destatis.de, 2014, S. 322 Verkehr Verkehrsunfälle. (PDF; 7 MB) destatis.de, 2013 Einzelnachweise Verkehrsunfälle Straßenverkehr
Racaille [], fem., ist ein französisches Schimpfwort und bedeutet so viel wie „Pack“, „Gesindel“ oder „Abschaum“. Herkunft Die Wortherkunft ist unklar. Es dürfte sich jedoch als Diminutiv nach dem Muster canaille aus rac (vgl. „Racker“ im Deutschen, altenglisch rack ‚Hund‘) oder aus dem provenzalischem rascar (ausgemergeltes Tier) gebildet haben. Französische Politik und Gesellschaft Nicolas Sarkozy machte als Innenminister und erklärter Präsidentschafts-Anwärter das Wort international bekannt: Bei einem Besuch der von Unruhen geplagten Gemeinde Argenteuil im Oktober 2005 antwortete er einer Einwohnerin, die sich über die jugendlichen „racailles“ beklagt hatte: „Sie haben genug von diesem Gesindel? Na, wir werden Sie davon befreien.“ («Vous en avez assez de cette bande de racailles? Eh bien, on va vous en débarrasser.») Alltagskultur Jugendliche in den Banlieues verwenden den Begriff racaille ironisch als Selbstbezeichnung. In einem weiteren Sinne steht er für deren Subkultur, Sprechweise und Kleidungsstil nach amerikanischem Gangsta-Vorbild. In diesem Kontext hat er seinen abfälligen Charakter verloren und gleicht in dieser Hinsicht dem britischen chav. Auch in Deutschland findet der Begriff „Racaille“ Verwendung. Die Gruppierung um den deutsch-kongolesischen Rapper Mortel nennt sich „Racaille Gang“. In Dialekten im grenznahen Gebiet zu Frankreich hat der Begriff auch Einzug gehalten: Der schwäbische Dialekt kennt das Wort "Ragall" für eine zänkische Frau. Eine 2012 aufgelöste Ultra-Gruppierung von Werder Bremen nannte sich Racaille Verte (Grünes Gesindel). Eine der daraus resultierenden Ultra-Gruppierungen nahm sich der Begrifflichkeit „Racaille“ an und tauschte, wie in der französischen Jugendsprache üblich, die erste Silbe mit der letzten Silbe, sodass der Name „Caillera“ entstand. Einzelnachweise Lebensstil Schimpfwort (Personengruppe)
Der Tanz der Marktfrauen oder auch Tanz der Marktweiber ist der Höhepunkt des Straßenfaschings in München. Er findet jährlich am Faschingsdienstag um 11:00 Uhr auf dem Viktualienmarkt statt. Geschichte Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verkleideten sich die Marktfrauen und tanzten vor ihren eigenen Ständen oder mit Marktfrauen der benachbarten Verkaufsstände in das Faschingsende. Erstmals erwähnt wurde allerdings der Brauch erst in den 1950er Jahren. In den 1980er Jahren verlegt man den Tanz dann auf eine Bühne im Biergarten des Marktes, bis im Jahr 1987 die Tradition in einem größeren Rahmen wiederbelebt wurde. Auf der Bühne präsentieren sich seitdem jeweils zwölf Marktfrauen mit dem amtierenden Oberbürgermeister und der Narrhalla. Aktuelles Die am Markttanz Beteiligten üben die Choreografie schon vier Monate zuvor ein und treten jedes Jahr in fantasievollen und selbstgestalteten Kostümen auf, die sich auf das Marktgeschehen beziehen. Seit 2004 trainiert Christian Langer als ausgebildeter ADTV-Tanzlehrer die Marktweiber. Der Tanz der Marktfrauen und das Faschingstreiben am Viktualienmarkt (ca. 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr) ziehen jährlich tausende von Besuchern an. Weblinks Stadtportal München Tanz der Marktfrauen Fotos, Videos 2002–2008 Tanz der Marktfrauen 2013 Einzelnachweise Veranstaltung (Karneval) Tanzveranstaltung in München Markthallen München Feste und Brauchtum (München) Viktualienmarkt
Millin ist der Familienname von: Bill Millin (1922–2010), schottischer Soldat und Dudelsackspieler Sarah Gertrude Millin (1889–1968), südafrikanische Schriftstellerin Terence Millin (1903–1980), irischer Urologe und Chirurg Aubin-Louis Millin de Grandmaison (1759–1818), französischer Mediziner Siehe auch: Millen McMillin
André Neveu (* 28. August 1946 in Paris) ist ein französischer theoretischer Physiker, der hauptsächlich über Stringtheorie und Quantenfeldtheorie arbeitet. Neveu studierte in Paris an der École normale supérieure (ENS). 1969 machte er sein Diplom (Thèse de Troisieme Cycle) an der Universität Paris-Süd (Univ. Paris XI) in Orsay bei Philippe Meyer und Claude Bouchiat und 1971 promovierte (Thèse d’Etat) er dort. 1969 war er (als Mitarbeiter der CNRS) bei John Schwarz und David Gross an der Princeton University, wo er mit seinem französischen Kommilitonen Joel Scherk Divergenzen in Ein-Schleifendiagrammen der bosonischen Stringtheorie untersuchte (sie entdeckten die Ursache Tachyon-Divergenzen). 1971 bis 1974 war er am Labor für Hochenergiephysik der Universität Paris XI, wo er mit Scherk zeigte, dass die Spin-1-Anregungen von Strings Yang-Mills-Theorien beschreiben konnten. Um 1971 entwickelte Neveu mit John Schwarz in Princeton gleichzeitig mit Pierre Ramond (1971) die erste Stringtheorie, die auch Fermionen beschrieb (nach den drei Urhebern NSR-Stringtheorie genannt). Gleichzeitig war das eine frühe Arbeit zur Supersymmetrie, die etwa zur gleichen Zeit durch russische Physiker wie Juri Golfand eingeführt wurde. In Princeton entwickelte er mit David Gross das Gross-Neveu Modell und untersuchte er u. a. mit Roger Dashen und Brosl Hasslacher quantenfeldtheoretische Modelle ausgedehnter Hadronen und semiklassische Näherungen in der Quantenfeldtheorie, die sich in der DHN-Methode zur Quantisierung von Solitonen niederschlug. 1972 bis 1977 war er am Institute for Advanced Study, wobei er die Hälfte der Zeit in Orsay verbrachte. 1974 bis 1983 war er am Labor für Theoretische Physik der ENS und 1983 bis 1989 in der Theorieabteilung des CERN. Ab 1975 war er Maitre de Recherche am CNRS und ab 1985 Directeur de Recherche. Ab 1989 war er am Institut (Labor) für theoretische Physik der Universität Montpellier II (jetzt LPTA, Labor für theoretische und Astroteilchen-Physik). 1994/5 war er Gastprofessor an der University of California, Berkeley. 1973 erhielt er den Prix Paul Langevin der französischen physikalischen Gesellschaft. 1988 erhielt er den zusammen mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) verliehenen Gentner-Kastler-Preis, 2020 die Dirac-Medaille des International Centre for Theoretical Physics (ICTP). Neveu ist verheiratet und hat drei Kinder. Schriften Weblinks Verweise und Anmerkungen Physiker (20. Jahrhundert) Franzose Geboren 1946 Mann Gentner-Kastler-Preisträger Person (CERN)
Der Tripsitter ist eine Person, die den Trip – die halluzinogene Drogenerfahrung – eines anderen oder einer nicht zu großen Gruppe beaufsichtigt oder begleitet. Er sollte die zu konsumierende Droge kennen, sollte dabei selbst aber nüchtern sein. Der Tripsitter kann bei Problemen, z. B. bei psychischen, in schwerwiegenden Fällen Horrortrip genannt, eingreifen. Dies geschieht meist durch Körperkontakt, beruhigendes Zureden und dem Wechsel des Settings. Auch die Gefahr von Unfällen im halluzinogenen Rausch kann durch einen Tripsitter gesenkt werden. Die Zuhilfenahme eines Tripsitters gilt in betreffenden Kreisen als besonders verantwortungsvoll. Siehe auch Talk down Einzelnachweise Drogenkonsum Ehrenamt
Der Begriff Rumba bezeichnet ursprünglich, wie Milonga, Bachata oder Timba, ein geselliges Zusammensein, zu dem auch Musik gehört. Als Komplex aus Tanz, Gesang und Perkussion entstand sie im 19. Jahrhundert in den Schwarzenvierteln der kubanischen Hafenstädte Havanna und Matanzas, wurde aber auch in den Zuckerrohrplantagen praktiziert. Es ist ein rein weltliches Genre, dessen Trommelbegleitung und Melodik aus afrikanischen Wurzeln genährt werden, während die Texte, von Einsprengseln auf Yoruba besonders in den Abakuá-Hochburgen abgesehen, auf Spanisch, teilweise sogar in der Form der spanischen décima espinela abgefasst sind. Ihre Einheit von Gesang, Tanz und Instrumentalmusik ist in afrikanischer Musik nicht unbekannt, verweist aber insbesondere auch auf den Flamenco, dessen Rumba zu den cantes de ida y vuelta gehört, als Wurzel. Gemäß dem namhaften und grammy-gekrönten Rumba-Perkussionisten Mongo Santamaría entstand der Guaguancó, als Afrokubaner versuchten, Flamencomusik zu singen. Die älteren Guaguancó-Lieder werden auch als Guaguancó del tiempo de España (Guaguancó aus der spanischen Zeit) bezeichnet, eine Kategorie, die auf die spanische Kolonialzeit auf Kuba verweist. Im November 2016 wurde der Rumba in die Liste des immateriellen Kulturerbes als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Besetzung Stimmen: ein gemischter Chor, oft identisch mit dem Publikum, und ein Solist. Instrumente: in der Grundbesetzung drei Congas oder Cajones, Claves und ein weiteres schärfer klingendes Perkussionsinstrument („Palitos“, Löffel oder auch ein Stock auf dem Korpus einer Conga). Die größte und tiefste der Trommeln heißt Tumba und legt ein eintaktiges Fundament, die mittlere, Segundo, ein zweitaktiges Muster, jeweils mit Variationen. Die höchste, Quinto, ist völlig frei und reagiert auf diese Variationen und das dritte Element der Rumba, nämlich je nach Untergenre ein oder zwei Tänzer. Form Oft beginnen die Claves, auf die nach und nach die Trommeln folgen. Es kann aber auch sein, dass Sänger und Chor eine Titelzeile voraussingen und die Schlaginstrumente zusammen beginnen. Der Gesang setzt mit Nonsens-Silben des Solosängers, genannt „Diana“, ein. Zu einigen traditionellen Dianas gehört eine Beantwortung durch den Chor, die auch aus Text bestehen kann. Der Vorsänger singt nun traditionelle, improvisierte (der Anlass des Fests ist ein beliebtes Thema) oder selbstgeschriebene Texte: octosillabische Vierzeiler oder Décimas. Am Ende wird dem Chor eine zu wiederholende Zeile vorgegeben. Diese wechselt im Weiteren mit Improvisationen des Solisten ab, und die Tänzer kommen dazu. Genres, Tanz Es gibt drei traditionelle Genres in der Rumba, die sich im Tempo, der verwendeten Clave und dem Tanz unterscheiden. Yambú Die Tänzer im Yambú, Mann und Frau, ahmen alte Leute nach. Das rhythmische Grundgerüst ist ein Son-Clave. Obwohl der Yambú als älteste Form der Rumba gilt, gibt es den Spruch „En el yambú no se vacuna“ (etwa: „Beim Yambú gibt's kein Gepimper“), der auf den Guaguancó Bezug nimmt. Guaguancó Auch der Guaguancó ist ein pantomimischer Tanz. Mann und Frau verkörpern Hahn und Henne, wobei der Mann durch Flügelschlagen oder Staubaufscharren Avancen auf das Geschlechtsteil der Frau macht, die sich durch ihren Rock, ein Tuch oder simples Abwenden schützt. Der Tanz gipfelt im „Impfen“ der Frau („vacunao“) mit entsprechenden Hüftbewegungen. Columbia Die Columbia ist im -Takt und der entsprechenden Clave. Statt Mann und Frau sind es hier der (typischerweise männliche) Solotänzer und der Spieler der Quinto, die miteinander in Dialog treten. Schnell, bisweilen akrobatisch und mit Einflüssen aus anderen Tänzen der Abakuá. Interpreten Alberto Zayas (1908–1983) nahm 1957 für die Panart erstmals eine Rumba, El vive bien, auf Tonträger auf. Los Muñequitos (de Matanzas). Sie vertreten im Gegensatz zu den anderen Gruppen aus Havanna den Rumba-Dialekt von Matanzas. Los Papines. Gegründet 1957 von den Brüdern Luis, Alfredo, Jeus und Ricardo Abreu. Conjunto de Clave y Guaguancó. In den 60er Jahren von Mario Alán mit Agustín Piña, Andres Gutiérrez Malanga und Miguel Ángel Mesa gegründet und heute unter Leitung von Amado Dedeu. Verwendete ursprünglich nur Cajones. Rumberos de Cuba. Eine All-Star-Band unter Leitung von Rodolfo Chacón Tartabull. Die Mitglieder sind oder waren mit dem Conjunto de Clave y Guaguancó oder dem Conjunto Folklorico Nacional verbunden. Weblinks Rumba columbia: Manguero „el Congo Real“ Columbia Cimarona (Video bei YouTube) Eine Rumba guaguancó aus Havanna: Rumba Havana Vieja – Grupo Guelmilere 2 (Video bei YouTube) Ein Yambú aus Santiago: Rumba-Yambu Stg de Cuba 1.3 (from djembe.fi) (Video bei YouTube) Sammlung von Rumbatexten: Tonada Guaguancó Para Celina (auf cancionerorumbero.blogspot.com) Musikerbiografien und Diskografie: La rumba no es como ayer: Pequeña Enciclopedia de la Rumba Cubana (auf larumbanoescomoayer.blogspot.com) Einzelnachweise Kubanischer Tanz Rumba Stilrichtung der Lateinamerikanischen Musik Repräsentatives immaterielles Kulturerbe
Basque Korsarioak ist ein Rugby-Union-Klub aus der spanischen Stadt Donostia-San Sebastián. Das Franchise, das vom Rugbyverein Bera Bera RT geleitet wird, nimmt an der Superibérica de Rugby teil und umfasst als Einzugsgebiet das gesamte Baskenland. Korsarioak ist Baskisch für Korsar. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Miniestadio de Anoeta aus. Die Mannschaftsfarben sind Rot und Dunkelblau. Weblinks Offizielle Homepage archiviert Spanischer Rugby-Union-Verein Sport (Donostia-San Sebastián) Gegründet 2009 Sportverein in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland Organisation (Donostia-San Sebastián)
Ingeborg Wilfert, geborene Kunert (* 1. März 1939 in Dresden) ist eine deutsche Kartografin. Leben Nach dem Abitur in Dresden studierte Ingeborg Wilfert von 1958 bis 1963 Kartographie an der Technischen Hochschule beziehungsweise Technischen Universität Dresden. Ab 1964 übte sie verschiedene Tätigkeiten beim Topographischen Dienst Dresden (heute Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen) aus, ehe sie 1970 als Aspirantin der Sektion Geodäsie und Kartographie an die Technische Universität Dresden zurückkehrte. Hier wurde sie 1975 Assistentin und später Oberassistentin am Institut für Kartographie und promovierte 1976 im Fach Kartografie. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegen in der Reproduktions- und Drucktechnik sowie der Technologie der Kartenherstellung. In den 1990er Jahren kamen Datenbanksysteme, Digitalkartografie und Programmierung als weitere wichtige Tätigkeitsfelder hinzu. Von 1992 bis 2004 war sie Professorin für Kartentechnik am Institut für Kartographie der Fakultät Forst-, Geo- und Hydrowissenschaften der Technischen Universität Dresden, dessen Direktor sie von 1994 bis 1997 war. Sie ist bis heute am Institut für Kartographie tätig. Ingeborg Wilfert ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn. Veröffentlichungen (Auswahl) Brockhaus-ABC Kartenkunde; 1983 (Mitautorin) Anwendungen von PROLOG in der Kartographie. In: Geowissenschaftliche Mitteilungen der TU Wien 39 (1991); Seiten 143–151. Effektive rechnergestützte Herstellung thematischer Karten. In: Kartographische Nachrichten 3 (1995); Seiten 85–93. Internet und Kartographie. In: Kartographischer Baustein Nr. 14; 1998; Seiten 51–61. Lexikon der Geowissenschaften; 2000 (Mitautorin) Rasterdatenformate und ihr Einsatz bei kartographischen Aufgabenstellungen. In: Kartographische Schriften. Band 4; 2000; Seiten 65–77. Ehrungen 2007: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kartographie Siehe auch Dresdner Schule der Kartografie Literatur Dorit Petschel: 175 Jahre TU Dresden. Band 3: Die Professoren der TU Dresden 1828–2003. Hrsg. im Auftrag der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V. von Reiner Pommerin, Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-02503-8, S. 1045. Einzelnachweise DDR-Bürger Deutscher Frau Geboren 1939 Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kartograf (20. Jahrhundert) Kartograf (21. Jahrhundert)
Wohnprojekte-Tage, auch Wohnprojekttage, gibt es in einigen Städten der Bundesrepublik Deutschland. Sie werden von Organisationen durchgeführt, die das Thema neue Wohnformen in ihrem Umfeld bearbeiten. Sie dienen der Information über nachbarschaftliche Wohnprojekte allgemein, der Förderung von Kontaktmöglichkeiten für Interessierte und dem fachpolitischen Diskurs über die Notwendigkeit, neue Wohnformen stärker zu fördern, als dies bisher geschieht. Kommunen, die erkennen, dass Wohnprojekte auf vielfältige Nachfrage stoßen und ein wichtiges Segment des Wohnungsmarkts darstellen, beteiligen sich nicht selten an den Kosten von Wohnprojekte-Tagen. In München wurden die ersten Wohnprojekte-Tage Mitte der 90er Jahre von „Urbanes Wohnen e.V.“ durchgeführt (der „8. Münchner Wohnprojekttag 2008“ war zugleich „erster Bayerischer Wohnprojekttag“), 1997 folgte Hamburg, wo „STATTBAU HAMBURG“ seither als Organisator und Veranstalter auftritt, in Nordrhein-Westfalen ist es die „Wohnbund-Beratung NRW“, in Leipzig seit dem Jahr 2000 der „Arbeitskreis integriertes Wohnen e.V.“ und in Kiel seit 2005 der „Interessenverband Wohnprojekte Schleswig-Holstein“. Im Wechsel veranstaltet das „Forum für gemeinschaftliches Wohnen e. V.“ aus Hannover Wohnprojekte-Tage in Niedersachsen und Bremen. Wohnprojekte-Tage sind keine kommerziellen Veranstaltungen, sondern ein Service für Interessierte, die für sich selbst nach qualitativen Wohnalternativen suchen. Weblinks http://www.urbanes-wohnen.de/ Urbanes Wohnen e.V. http://www.stattbau-hamburg.de/ STATTBAU HAMBURG http://www.experimentdays.de/ EXPERIMENTDAYS BERLIN http://www.wohnbund-beratung-nrw.de/ WohnBund-Beratung NRW GmbH http://www.akiw-leipzig.de/ Arbeitskreis integriertes Wohnen e.V. http://www.wohnprojekte-sh.de/ Interessenverband Wohnprojekte Schleswig-Holstein Wohnungsmarkt
Natascha Abigail McElhone (* 14. Dezember 1971 als Natasha Abigail Taylor in Walton-on-Thames, Surrey, England) ist eine britische Schauspielerin mit irischen Wurzeln. Im Kino wurde sie bekannt für ihre Rollen in Ronin (1998), Die Truman Show (1998), Solaris (2002); außerdem durch die Fernsehserie Californication (2007–2014). Familie, Jugend und Ausbildung McElhones Großeltern mütterlicherseits waren streng gläubige Katholiken aus dem County Donegal, die während der Zeit des Nordirlandkonflikts nach Glasgow zogen. Ihre Tochter Noreen McElhone heiratete den ebenfalls irischstämmigen Journalisten Chris Tayler. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Natascha und ihr Bruder Damien. Die Ehe wurde geschieden als Natascha zwei Jahre alt war und ihre Mutter heiratete bald darauf den Autor und Journalisten Roy Greenslade. Aus der zweiten Ehe ihres Vaters mit einer schwedischen Journalistin stammen zwei Halbbrüder von McElhone. Werk In den frühen 1990er-Jahren studierte sie Schauspiel in London und begann ihre Karriere auf Theaterbühnen in London und Manchester, wo sie vorwiegend in Shakespeare-Stücken zu sehen war. Nebenbei übernahm sie kleinere Fernsehrollen. Internationale Bekanntheit erlangte sie 1998 in einer Hauptrolle neben Robert De Niro in Ronin und einer Nebenrolle im Film Die Truman Show. Von 2007 bis 2014 spielte sie an der Seite von David Duchovny eine der Hauptrollen in der US-amerikanischen Fernsehserie Californication. Persönliches McElhone lernte ihren späteren Ehemann Martin Kelly während seines Medizinstudiums im Alter von 15 Jahren über dessen Mitbewohner kennen, mit dem sie damals ausging. Nachdem sie sich vorübergehend aus den Augen verloren hatten, wurden sie in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ein Paar. McElhone heiratete Kelly am 19. Mai 1998 in einem Dorf in Südfrankreich, anschließend lebten sie einige Zeit in Paris, bevor sie sich in London niederließen. Das Paar bekam drei Söhne, die 2000, 2003 und 2008 geboren wurden. Der letzte Sohn wurde dabei 5 Monate nach dem Tod des Vaters geboren, der am 20. Mai 2008 völlig überraschend in ihrem Haus in London an einem Herzinfarkt starb, während sich McElhone zu Dreharbeiten in Los Angeles befand. Filmografie (Auswahl) Bücher Natascha McElhone: After You: Letters of Love, and Loss, to a Husband and Father. Penguin, 2010 Auszeichnungen 1999: MTV Movie Award – Nominierung für die beste Actionszene (zusammen mit Robert De Niro) in Ronin 2003: Saturn Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Solaris 2005: Irish Film and Television Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Solaris 2005: Satellite Award – Nominierung als beste Schauspielerin in Revelations Weblinks Twitter-Account "Solaris"-Star Natascha McElhone: "Wie viele interessante Zwanzigjährige gibt es?". Spiegel Online, 12. März 2003 Einzelnachweise Filmschauspieler Theaterschauspieler Brite Geboren 1971 Frau
James Patrick „Jimmy“ Page, OBE (* 9. Januar 1944 in Heston, England) ist ein britischer Musiker. Er wurde vor allem als Gründer, E-Gitarrist und Produzent der britischen Rockband Led Zeppelin (1968–1980) bekannt, war aber auch Mitglied der Rockbands The Yardbirds (1966–1968) und The Firm (1984–1986). Auch war er ein vielseitiger und sehr gefragter Studiomusiker. 2005 erhielt Page in Anerkennung der Verdienste seiner Wohltätigkeitsarbeit in Brasilien von der britischen Königin die Ernennung zum Officer des Order of the British Empire (OBE); aus demselben Grund wurde er auch zum Ehrenbürger von Rio de Janeiro ernannt. Das US-amerikanische Musikmagazin Rolling Stone listete Page auf Platz 3 der „100 größten Gitarristen aller Zeiten“. Neben Gitarre spielte er gelegentlich auch Mandoline und Theremin. Leben Kindheit und Jugend Im Jahr 1952 zog die Familie Page in die Londoner Vorstadt Epsom. Im neuen Haus hatte der Vorbesitzer eine einfache Gitarre zurückgelassen, die James’ Interesse weckte. Sein Vater, der seine Begeisterung für das Instrument bemerkte, schenkte ihm daraufhin eine „richtige“ Gitarre. Eine E-Gitarre musste der Junge schließlich selbst finanzieren. Sie fesselte ihn, nach eigener Aussage, „wie nichts zuvor in seinem Leben“. Die Eltern akzeptierten seine Leidenschaft, erwarteten dabei aber, dass er einen Schulabschluss erwerbe. Mit siebzehn besuchte er, aus Begeisterung für die Malerei, eine Kunsthochschule. Dass er, wie in Publikationen gelegentlich behauptet wird, sein erstes Geld mit Straßenmusik verdient habe, erklärt er für unzutreffend. Als Studiomusiker Page hatte mit zwölf Jahren begonnen, Gitarre zu spielen und trat mit 15 Jahren der Band The Crusaders bei. Wegen einer Drüsenfiebererkrankung konnte er aber bald nicht mehr live auftreten, weshalb er als Studiomusiker arbeitete. So war er auf vielen Platten der damaligen Zeit zu hören, etwa auf Aufnahmen von The Who, The Rolling Stones, Joe Cocker, Donovan, Sonny Boy Williamson II., Brian Auger und anderen. 1965 nahm er eine Single mit dem Titel She Just Satisfies auf, die kommerziell allerdings nur mäßigen Erfolg erzielte. Page war außerdem ein leidenschaftlicher Maler und besuchte eine Kunstschule in Sutton. Als er immer mehr Angebote als Studiomusiker erhielt, musste er sich nach eigenen Angaben zwischen der Musik und der Malerei entscheiden und verließ schließlich die Kunstschule. Bei den Yardbirds 1966 stieg Page in die Band Yardbirds ein. Dort übernahm er zunächst den Posten des Bassisten. Nach einiger Zeit wechselte der bisherige Rhythmus-Gitarrist Chris Dreja an den Bass und Jimmy Page spielte gemeinsam mit Jeff Beck Lead-Gitarre. Als dieser die Band wegen anhaltender Probleme und Meinungsverschiedenheiten verließ, übernahm Page sämtliche Gitarrenparts. Im Jahr 1967 nahm er mit den Yardbirds das Album Little Games auf, auf dem auch sein späterer Bandkollege John Paul Jones zu hören ist. Im Sommer 1968 brach die Band auseinander, Page scharte auch wegen noch ausstehender Liveauftritte in Skandinavien neue Musiker um sich und benannte die Band in The New Yardbirds um. Im Herbst 1968 wurde aus den New Yardbirds schließlich Led Zeppelin in der Besetzung mit Jimmy Page, Robert Plant, John Paul Jones und John Bonham. Bei Led Zeppelin Die erfolgreichste Zeit seiner Karriere hatte Page mit Led Zeppelin, deren Debütalbum 1969 veröffentlicht wurde. Bis zum heutigen Tage hat die Band weltweit mehr als 300 Millionen Platten verkauft. Auch ihre Tourneen waren große Erfolge, vor allem in Nordamerika. Page war Led Zeppelins Haupt-Songwriter und Co-Produzent und komponierte unter anderem die Musik der Ballade „Stairway to Heaven“. Ende der 1960er Jahre hatte Mick Jagger eine kurze Affäre mit Pages Freundin, dem Groupie Pamela Des Barres. Seit 1975 war Page für mehrere Jahre heroinabhängig. Nachdem die Musiker Ende der 70er deshalb sowie aufgrund persönlicher Schicksalsschläge ihres Sängers Robert Plant für einige Zeit nicht mehr auf Tournee gegangen waren, wollten sie 1980 wieder öffentlich auftreten. Durch den plötzlichen Tod des Schlagzeugers John Bonham änderte sich die Situation. Die verbliebenen Bandmitglieder Page, Plant und Jones beschlossen nach eingehender Beratung das Ende für die damals weltweit erfolgreichste Rock-Band. Page veröffentlichte mit Led Zeppelin insgesamt neun Studioalben. Nach 1980 Nach der Auflösung von Led Zeppelin im Jahr 1980 startete Page einige Soloprojekte und arbeitete u. a. mit David Coverdale zusammen; bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit Chris Squire und Alan White von Yes unter dem Namen XYZ (Ex Yes Zeppelin), die aber zu keinem langfristigen Engagement geriet, da Robert Plant, der nach einiger Zeit dazustieß, das Songmaterial für zu wenig gefühlsbetont hielt. Einige der Songideen erschienen später als Bootleg und auf Alben von den The Firm und Yes. The Firm gingen mehrmals auf Tournee, lösten sich aber 1986 wieder auf. Mitglied der Band war u. a. Paul Rodgers. Erfolgreicher war die Zusammenarbeit mit Jeff Beck und Robert Plant unter dem Namen The Honeydrippers, eine Formation, die 1984 ein Album mit dem Titel Volume One herausbrachte. Im selben Jahr arbeitete Page auch mit Stephen Stills auf dessen Album Right By You zusammen. In dem Jahr 1982 komponierte Page die Filmmusik des Michael-Winner-Films Death Wish II. 1983 ging Page zusammen mit den ehemaligen Yardbirds-Gitarristen Eric Clapton und Jeff Beck auf Tournee (ARMS). 1988 brachte er sein einziges Solo-Album Outrider heraus, ein sehr stark vom Blues geprägtes Werk. Page und Robert Plant spielten 1994 einige Led-Zeppelin-Songs für die Reihe MTV Unplugged neu ein und experimentierten dabei mit einem marokkanischen Orchester. Die bemerkenswerten neuen Versionen der Led-Zeppelin-Songs und die neuen Stücke, die teils live im MTV-Studio und teils mit nordafrikanischen Musikern in Marokko aufgenommen wurden, erschienen auf der CD No Quarter und als Video. Nach dieser Veröffentlichung bestritten Page und Plant mit ihrer Band, die durch nordafrikanische Musiker um Hossam Ramzy und ein Streicherensemble verstärkt wurde, eine ausgedehnte gefeierte Welttournee. 1998 veröffentlichten die beiden das Folkrock-orientierte Album Walking into Clarksdale und gingen wieder gemeinsam auf Tour. In dem Jahr 2001 standen Page und Plant bei dem Jazz Festival in Montreux ein vorerst letztes Mal gemeinsam auf der Bühne. 1998 spielte Page die Lead-Gitarre für den Song Come With Me von Puff Daddy ein. Die Melodie und die Gitarren-Riffs stammen hauptsächlich aus dem Led-Zeppelin-Klassiker Kashmir. Der betont energisch arrangierte Song wurde für den Roland-Emmerich-Film Godzilla produziert. Die Melodie und die Gitarren-Riffs werden vor Spielbeginn im Westfalenstadion bei Borussia Dortmund gespielt. Page spielte 1999 und 2000 mit The Black Crowes einige Konzerte in den USA und nahm mit ihnen im Greek Theater in Los Angeles das Livealbum Live at the Greek auf, auf dem auch etliche Songs von Led Zeppelin und den Yardbirds zu hören sind. Die geplante Europatournee sowie die laufende US-Tournee 2000 wurde wegen Rückenproblemen von Page abgesagt. Im Jahr 2006 wurde ein weiteres Konzert von Page zusammen mit Robert Plant angekündigt. Das Konzert sollte beim Montreux Jazz Festival stattfinden. Aufgrund von Rückenproblemen konnte Page nicht auftreten und Robert Plant stand ohne ihn auf der Bühne. Das Jahr 2007 begann mit vielen Gerüchten über eine Reunion von Led Zeppelin. Anfang September wurde dann offiziell bekanntgegeben, dass sich die Band zu einem einmaligen Reunion-Konzert, zu Ehren des verstorbenen Plattenbosses Ahmet Ertegün, zusammenfinden wird. Eigentlich sollte das Konzert am 26. November 2007 stattfinden, wurde aber aufgrund einer Fingerverletzung von Page auf den 10. Dezember 2007 verschoben. Die 20.000 verfügbaren Karten wurden per Losverfahren verkauft, da der Ansturm mit über 20 Millionen Interessenten so groß wie noch nie bei einem Konzert war. Mit Leona Lewis spielte er am 24. August 2008 bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking als Vertreter der XXX. Olympischen Sommerspiele in London 2012 den Led-Zeppelin-Titel Whole Lotta Love. An dem 9. Mai 2014 wurde ihm die Ehrendoktorwürde des Berklee College of Music verliehen. Page lebt in seinem historischen Tower House in London. Instrumente und Stil Page spielte und spielt vor allem die E-Gitarren-Modelle Les Paul und eine Gibson EDS-1275, bei der er die Hals-Tonabnehmer austauschte. Im Studio verwendete er aber auch eine Fender Telecaster, mit der auch das erste Led-Zeppelin-Album und das Gitarrensolo in Stairway to Heaven aufgenommen wurde. Seine erste E-Gitarre war Ende der 1950er-Jahre eine in der Tschechoslowakei von Resonet hergestellte Grazioso Futurama. In der Spätphase von Led Zeppelin verwendete Page auch eine Fender Stratocaster, wobei er sich etwa beim Hauptthema für den Song In the Evening den Effekt des Tremolohebels zunutze machte. Außerdem benutzte er für den Song Kashmir eine Danelectro, die er dafür in offener DADGAD-Stimmung spielte. Mit seinen für viele E-Gitarristen vorbildhaften Songs Stairway to Heaven und Whole Lotta Love stieg er in die Reihe der Guitar Heroes der Rock-Musik auf. Sein Stil beruht auf Rock-’n’-Roll-Elementen der 1950er-Jahre, gepaart mit einem harten Rhythm and Blues und Folk-Elementen, hauptsächlich aus dem Bereich der Irischen Folkmusik. Anders als einige andere E-Gitarristen versteht es Page auch sehr gut, mit der akustischen Gitarre umzugehen, woran seine Folk-Einflüsse am deutlichsten zu erkennen sind. Jimmy Page ist als Gitarrist, aber auch als Komponist und Mitkomponist einer der einflussreichsten Rockmusiker des 20. Jahrhunderts, von dem sich unzählige Gitarristen inspirieren ließen und noch immer lassen. Sonstiges Page interessiert sich sehr für Okkultismus, hat eine entsprechende Bibliothek und besaß von Anfang der 1970er Jahre bis 1991 das Boleskine-Haus am Ufer des Loch Ness in der Nähe des Ortes Foyers (Schottland), in dem vormals Aleister Crowley gelebt hatte. Lange hielt sich die Behauptung, Page habe bei Stairway to Heaven eine satanistische Botschaft eingebaut – eine Strophe sei auch rückwärts abgespielt zu verstehen. Page selbst hat diese Geschichte stets zurückgewiesen. Am 14. Juni 2003 wurde ein 1997 entdeckter Asteroid nach Jimmy Page benannt: (44016) Jimmypage. 2006 erwies der Spielwaren-Hersteller McFarlane Toys Jimmy Page seine Reverenz, als er eine realitätsgetreue Miniatur-Skulptur des Musikers veröffentlichte. Im Jahr 2008 erschien die Dokumentation/Rockumentary It Might Get Loud, die sich der Geschichte der E-Gitarre widmet und die drei Gitarristen Jimmy Page, The Edge (U2) und Jack White (The White Stripes und The Raconteurs sowie The Dead Weather, da jedoch als Schlagzeuger) porträtiert. In deutschen Kinos war der Film ab dem 27. August 2009 zu sehen. Im Oktober 2013 erschien Brad Tolinskis Licht und Schatten. Gespräche mit Jimmy Page. Diskografie (Auszug) Yardbirds Led Zeppelin Solo, Gastauftritte & sonstige Sessions ab 1970 Auszeichnungen für Musikverkäufe Weblinks Eigener Webauftritt Literatur Neil Daniels: Robert Plant – Led Zeppelin, Jimmy Page & die Solo-Jahre. Hannibal Verlag, Höfen 2009, ISBN 978-3-85445-300-0 (Originalausgabe: Robert Plant) Einzelnachweise Gitarrist Rockmusiker Musiker (Vereinigtes Königreich) Led Zeppelin Grammy-Preisträger Träger des Kerrang Award Officer des Order of the British Empire Ehrenbürger von Rio de Janeiro Person als Namensgeber für einen Asteroiden Brite Geboren 1944 Mann
Public Announcement, bis 1993 bekannt als R. Kelly and Public Announcement, ist eine US-amerikanische R&B- und New-Jack-Swing-Band, welche bis 1993 als R. Kellys Backgroundband fungierte. Karriere Nachdem der damalige Newcomer R. Kelly 1990 seinen ersten Plattenvertrag bei Jive unterschrieb, castete er seine Backup-Band für sein noch anstehendes Debütalbum. Die Backgroundsänger und Tänzer André Boykins, Earl Robinson und Glenn Wright ergatterten die Stelle als R. Kellys Background-Gruppe und das erste Album Born into the 90's wurde im Januar 1992 veröffentlicht. Das Album ist ein kommerzieller Hit und schießt direkt auf den dritten Platz der US-amerikanischen R&B- und Hip-Hop-Albumcharts. Des Weiteren erhält das Album eine Platin-Schallplatte für über eine Million verkaufte Einheiten in den Vereinigten Staaten. Auch die vier Singles „She's Got That Vibe“, „Honey Love“, „Dedicated“ und „Slow Dance (Hey Mr. DJ)“ sind Erfolge. Während zwei von ihnen („Honey“ und „Slow Dance“) sogar die Nummer eins der Billboard Hot R&B/Hip-Hop Tracks erreichen, sind die anderen beiden Singles Top-Ten-Hits. Zu dieser Zeit trug die Gruppe den Titel R. Kelly and Public Announcement. Nach einer erfolgreichen Tournée der Gruppe im Jahre 1993 verließ Kelly das Projekt, um eine Solokarriere zu starten. Mit ihm verließ auch Boykins die Gruppe, welcher sich dazu entschloss, für Kelly Songs zu schreiben und im Studio als Sänger von Backgroundvocals zu agieren. Die Band pausierte nach diesem Rückschlag vorerst. Bis 1998, fünf Jahre nach dem Debütalbum mit Kelly und Boykins, fanden die restlichen Sänger von Public Announcement Robinson und Wright in den Musikern Euclid Gray und Feloney Davis, welcher fortan für Kelly die Leadvocals übernahm, einen geeigneten Ersatz und veröffentlichten ihr zweites Studioalbum All Work, No Play unter A&M Records. Auch der zweite Longplayer war ein Erfolg und erreichte mit Platz 14 die Top-Zwanzig der Top R&B/Hip-Hop Albums. Die Leadsingle „Body Bumpin (Yippie-Yi-Yo)“ war zudem der größte Hit, den die Band bis heute aufweisen kann und erreichte nicht nur Platz 4 der R&B-Singlecharts in den USA, sondern auch Platz 5 der Pop-orientierten Hot 100-Liste. Obwohl die erste Single einen solch großen Erfolg brachte, verfehlte die Folgesingle „It's About Time“ den Charteinstieg. Als Konsequenz kündigte das Label den Vertrag mit der Gruppe. Frustriert darüber verließ der 1993 hinzugestoßene Gospelmusiker Gray die Band, um von Chicagoer Sänger Ace Watkins ersetzt zu werden. Bereits ein Jahr später, im Jahre 1999, folgte die Buzz-Single „John Doe“. Der Vorgeschmack auf das dritte kommende Album war – wider Erwarten – nur ein kleinerer Hit in den US-Charts, woraufhin sich das neue Musiklabel Epic Records dazu entschloss, die Albumveröffentlichung zu verschieben. Einige Monate später im Jahr 2000 wurde dann die Single „Mamacita“ auf den Markt gebracht. Sie knüpft zwar nicht an den großen Erfolg der letzten Leadsingle „Body Bumpin“ an, verkauft sich aber zufriedenstellend (Platz 39 der US-amerikanischen Hot 100 und Rang 7 auf dem entsprechenden R&B/Hip-Hop Pendant). Mit der Veröffentlichung des dritten Studioalbums Don't Hold Back geht ein Re-Release des Titels „John Doe“ im Jahre 2001 einher. Das Album sowie der Song „Jon Doe“ platzieren sich in den Top-Vierzig der R&B/Hip-Hop-Charts. Außerdem folgte Monate später die dritte Auskopplung „Man Ain't Supposed To Cry“ mit ähnlichem Erfolg. Als Folge der enttäuschenden Chartplatzierungen wird die Band 2003 das dritte Mal gedroppt. Ebenso verlässt wieder ein Mitglied, verärgert darüber, das Ensemble. Diesmals ist es Watkins (Mitglied seit 1999), welcher die Zusammenarbeit mit der Gruppe beendet. 2004 füllt das bisher jüngste Mitglied Mar-K die Lücke. Der aus Cincinnati stammende Sänger ist der einzige, der je Mitglied der Gruppe war ohne aus Chicago stammen. 2006 gelingt es ihnen dann gemeinsam mit Universal und dem eigenen, neu gegründeten Label das vierte Studioalbum When the Smoke Clears zu veröffentlichen. Das Album ist ein kommerzieller Flop und erreicht lediglich Position 99 der Top R&B/Hip-Hop Albums. Keine Single wird aus dem Album ausgekoppelt und die Gruppe beschloss eine Pause zu machen um sich auf Solokarrieren zu orientieren. Diskografie (Auswahl) Studioalben Kollaborationen Singles Einzelnachweise Contemporary-R&B-Band Boygroup US-amerikanische Band
Die ist eine große Bucht im Norden der Nordinsel von Neuseeland. Das Gewässer ist mit seinen Küstenabschnitten ein beliebtes Urlaubsziel in Neuseeland und kulturhistorisch von Bedeutung. Geographie Die Bucht befindet sich rund 60 km nördlich von an der Ostküste der . Sie erstreckt sich rund 20 km in das Landesinnere hinein und wird von zahlreichen kleineren Buchten und Meeresarmen und Inlets flankiert, wie zum Beispiel dem und dem im Süden sowie dem und dem im Westen und Nordwesten. Die Orte , , und , liegen an der Bucht oder an den angrenzenden Meeresarmen. Administrativ zählt die zum der Region . Geschichte Der erste Europäer, der die besuchte, war der britische Seefahrer und Entdecker, Kapitän im Jahre 1769, der der Bucht ihren heutigen Namen verlieh. An den Küsten der Bucht ließen sich die ersten europäischen Siedler nieder. Während Walfänger bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in den Siedlungen der Bucht lebten, zogen 1814 die ersten Missionare in das Gebiet. Im Jahr 1815 wurde in der mit das erste neuseeländische Kind europäischer Herkunft geboren. Am 6. Februar 1840 wurde in in der der Vertrag von zwischen der britischen Krone und Chiefs der erstunterzeichnet. Er ist die älteste Verfassungsurkunde Neuseelands. Okiato auf der Russell Seite der Bay of Islands wurde daraufhin kurzzeitig zur ersten Hauptstadt des Landes. Die Grabstätte des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser befindet sich auf dessen Anwesen in in der . Flora und Fauna Die Inseln der Bay of Islands dienen als Zuflucht für einheimische bedrohte Arten. Sie werden von invasiven Arten freigehalten. Weblinks Einzelnachweise Bucht (Pazifischer Ozean) Bucht in Australien und Ozeanien Bucht in Neuseeland Gewässer in der Region Northland
Atipamezol ist ein α2-Adrenorezeptor-Antagonist und wird in der Tiermedizin angewendet, um die sedative und analgetische Wirkung von α2-Adrenorezeptor-Agonisten (Medetomidin, Detomidin, Dexmedetomidin, Xylazin) aufzuheben. Eine geringe Wirkung entfaltet der Wirkstoff auch auf α1-Adrenorezeptoren. Es wird über die Nieren ausgeschieden. Atipamezol hat eine etwa 100 mal höhere Spezifität zu α2-Adrenorezeptoren als Yohimbin. Es kann auch als Antidot bei einer Überdosierung von Amitraz eingesetzt werden. Der Arzneistoff wird intravenös oder intramuskulär angewendet. Handelsnamen Alzane, Antisedan, Atipam, Nosedorm, Revertor, Tipafar Weblinks Einzelnachweise Imidazol Antidot Arzneistoff Indan
Santander steht für: Santander, Stadt in der Autonomen Gemeinschaft Kantabrien, Spanien Provinz Santander, früherer Name der Provinz Kantabrien in der Autonomen Gemeinschaft Kantabrien Santander (Cebu), Stadtgemeinde in der Provinz Cebu, Philippinen Santander (Comarca), Comarca in der autonomen Gemeinschaft Kantabrien Santander (Gerichtsbezirk), Gerichtsbezirk in der autonomen Gemeinschaft Kantabrien Departamento de Santander, Departamento in Kolumbien Departamento de Norte de Santander, Departamento in Kolumbien Santander de Quilichao, Gemeinde im Departamento Cauca, Kolumbien Puerto Santander (Norte de Santander), Gemeinde im Departamento Norte de Santander, Kolumbien Puerto Santander (Amazonas), Amt im Departamento Amazonas, Kolumbien Institutionen: Banco Santander, spanische Universalbank Santander Consumer Finance, Division von Banco Santander, spezialisiert auf Kreditfinanzierungen Santander Consumer Bank (Deutschland), deutsches Kreditinstitut Santander Consumer Finance Benelux, Tochterbank von Banco Santander Santander-Gruppe, Zusammenschluss europäischer Universitäten, Brüssel Santander ist der Familienname folgender Personen: Federico Santander (* 1991), paraguayischer Fußballspieler Francisco de Paula Santander (1792–1840), kolumbianischer Politiker Kike Santander (* 1960), kolumbianischer Musiker, Komponist, Produzent und Musikunternehmer Luis Enrique Santander (Luis Enrique Santander Aguirre, * 1983), mexikanischer Fußballschiedsrichter Sergio Santander (um 1926–2006), chilenischer Sportfunktionär
Tippecanoe County ist ein County im Bundesstaat Indiana der Vereinigten Staaten. Der Verwaltungssitz (County Seat) ist Lafayette. Geographie Das County liegt im mittleren Nordwesten von Indiana, ist im Westen etwa 60 km von Illinois entfernt und hat eine Fläche von 1303 Quadratkilometern, wovon acht Quadratkilometer Wasserfläche sind. Es grenzt im Uhrzeigersinn an folgende Countys: White County, Carroll County, Clinton County, Montgomery County, Fountain County, Warren County und Benton County. Geschichte Tippecanoe County wurde am 20. Januar 1826 aus Teilen des Parke County und freiem Territorium gebildet. Benannt wurde es nach der Schlacht bei Tippecanoe, die 1811 stattfand. Im Tippecanoe County liegt eine National Historic Landmark, das Tippecanoe Battlefield. Insgesamt sind 44 Bauwerke und Stätten des Countys im National Register of Historic Places eingetragen (Stand 4. September 2017). Demografische Daten Nach der Volkszählung im Jahr 2000 lebten im Tippecanoe County 148.955 Menschen in 55.226 Haushalten und 32.417 Familien. Die Bevölkerungsdichte betrug 115 Einwohner pro Quadratkilometer. Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 88,86 Prozent Weißen, 2,52 Prozent Afroamerikanern, 0,28 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 4,46 Prozent Asiaten, 0,03 Prozent Bewohnern aus dem pazifischen Inselraum und 2,48 Prozent aus anderen ethnischen Gruppen; 1,37 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. 5,26 Prozent der Bevölkerung waren spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung. Von den 55.226 Haushalten hatten 28,5 Prozent Kinder unter 18 Jahre, die mit ihnen im Haushalt lebten. 46,9 Prozent waren verheiratete, zusammenlebende Paare, 8,3 Prozent waren allein erziehende Mütter und 41,3 Prozent waren keine Familien. 28,0 Prozent waren Singlehaushalte und in 7,4 Prozent lebten Menschen mit 65 Jahren oder darüber. Die Durchschnittshaushaltsgröße betrug 2,42 und die durchschnittliche Familiengröße lag bei 3,01 Personen. 20,9 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 25,4 Prozent zwischen 18 und 24, 27,1 Prozent zwischen 25 und 44 Jahre. 17,4 Prozent zwischen 45 und 64 und 9,1 Prozent waren 65 Jahre alt oder älter. Das Durchschnittsalter betrug 27 Jahre. Auf 100 weibliche Personen kamen 105,4 männliche Personen. Auf 100 Frauen im Alter von 18 Jahren und darüber kamen 105,1 Männer. Das jährliche Durchschnittseinkommen eines Haushalts betrug 38.652 USD, das Durchschnittseinkommen der Familien 51.791 USD. Männer hatten ein Durchschnittseinkommen von 37.606 USD, Frauen 25.142 USD. Das Prokopfeinkommen betrug 19.375 USD. 7,3 Prozent der Familien und 15,4 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze. Orte im County Americus Ash Grove Bar-Barry Heights Battle Ground Buck Creek Cairo Clarks Hill Colburn Concord Crumb Corner Dayton Delp Eastwitch Elston Gladens Corner Glenhall Green Meadows Happy Hollow Heights Heath Indian Village Klondike Lafayette McQuinn Estates Monitor Monroe Montmorenci Norma Jean Addition North Crane Octagon Odell Old Halfway Otterbein Pettit Ravinamy Romney Shadeland South Raub Stockwell Taylor Tecumseh Wabash Shores West Lafayette Westpoint Wyandot Townships Fairfield Township Jackson Township Lauramie Township Perry Township Randolph Township Sheffield Township Shelby Township Tippecanoe Township Union Township Wabash Township Washington Township Wayne Township Wea Township Siehe auch Liste der Städte in Indiana Einzelnachweise Weblinks Indianerkriege
Die Vermessungsämter in Deutschland sind aufgrund der föderalen Strukturen auf Landesebene bzw. auf kommunaler Ebene organisiert. Eine zentrale Stelle für das amtliche Vermessungswesen in Deutschland besteht daher nicht. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie nimmt Aufgaben des Bundes im Bereich der Kartographie und Geodäsie wahr, wobei für das Seekartenwesen das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zuständig ist. Größere Kommunen unterhalten häufig ein eigenes Vermessungsamt zur Wahrnehmung kommunaler Vermessungsfachaufgaben (z. B. für Ingenieurvermessungen oder zur Führung von Geoinformationssystemen), wobei je nach Bundesland das Liegenschaftskataster von einer staatlichen Behörde des Bundeslandes geführt wird (Beispiel: Landesvermessungsämter in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt). In einer Reihe von Bundesländern sind die Aufgaben der Führung des Liegenschaftskatasters kommunalisiert, d. h. als Aufgabe auf die kommunalen Vermessungsämter übertragen worden (Beispiel: Nordrhein-Westfalen, Brandenburg). Mehrere Länder haben die bisherige Bezeichnung aufgehoben und andere Bezeichnungen gefunden, die meist den Wortstamm Geo- enthalten (z. B. Amt für Geoinformation). An den hoheitlichen Aufgaben im Bereich des Liegenschaftskatasters wirken – bis auf das Bundesland Bayern – die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure mit. Organisation Nach dem Grundgesetz sind für das amtliche Vermessungswesen die Länder zuständig. Dies hat zur Folge, dass die Vermessungs- und Katasterverwaltungen von Land zu Land unterschiedlich organisiert sind. Aufgaben Die durchzuführenden Aufgaben sind, auch bei unterschiedlichen Bezeichnungen, recht ähnlich: Die Führung des Liegenschaftskatasters, im klassischen Sinne die Katasterkarten (Liegenschaftskarten/Flurkarten), die Katasterbücher (Liegenschaftsbücher) und das Vermessungszahlenwerk (Ergänzungskarten, Vermessungsrisse). Die Bücher und Karten werden heute als Datensätze im Computer (Geodaten) geführt, allerdings sind analoge Unterlagen aus früherer Zeit häufig wichtige Urkunden und werden daher in den Archiven der Vermessungsämter weiterhin gelagert. Bei dem Vermessungszahlenwerk werden die zugrundeliegenden Urkunden ebenfalls analog vorgehalten; in zunehmenden Umfang werden diese jedoch mit Dokumentenmanagementsystemen in digitaler Form zur Nutzung bereitgestellt. Die Katastervermessung (z. B. Fortführungsvermessungen und Grenzfeststellungen an Flurstücken). Die technische Bearbeitung von Bodenordnungsverfahren (z. B. Umlegung nach dem Baugesetzbuch oder Flurbereinigungen nach dem Flurbereinigungsgesetz). Dazu zählt im Detail: Die Auswertung der Vermessungen die Erhebung bzw. Berechnung der Flurstücksgrenzen, erforderlichenfalls ihre Absteckung und Abmarkung sowie die Erteilung von Grenzbescheinigungen Die Kartierung aller Liegenschaften (Gebäude und Flurstücke) in Form der Katasterkarte (auch: Liegenschaftskarte, Flurkarte, Katasterplan) die Flurstücke mit Beschreibungen (Größe der Fläche, Nummern, Nutzungsart(en), Nutzungsklassen usw.) zu versehen, d. h. mit Attributen im Sinn eines Landinformationssystems (LIS) bzw. Geoinformationssystems, Die Fortführung des Katasters (Aktualisierung) die Fertigung bzw. Fortschreibung der schriftlichen Katasterunterlagen, insbesondere des Liegenschaftsbuchs, und sonstiger Urkunden d. h. heute: die Veränderungen dauerhaft in den Datenbanken des Liegenschaftskatasters zu speichern, im Fall von Veränderungen an Grundstücken Mitteilungen (Fortführungsnachweise) und Benachrichtigungen an die Eigentümer und das Grundbuchamt zu erstellen Katasterkarten bzw. Katasterpläne der Allgemeinheit gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen. Flurstücks- und Eigentümerverzeichnis Die Auszüge aus dem Liegenschaftskataster sind heute Datenbankabfragen zu Flurstücken aus ALKIS und werden automatisch erstellt. Das Liegenschaftskataster beschreibt die Grundstücke mit ihrem raumbezogenen bzw. katasterrelevanten Attributen (Flurstück) und ist insofern vom Grundbuch, das vorrangig Eigentums- und sonstige Rechtsverhältnisse dokumentiert, zu unterscheiden. Katasterkartenwerk Das Katasterkartenwerk (Flurkarten) wurde meist im Maßstab 1:500 bis 1:2500 (im Hochgebirge auch 1:5000) angelegt. Wo eventuell noch ältere, grafisch bzw. mit Messtisch erstellte Katasterpläne in Gültigkeit sind (teilweise 1:1440 oder 1:2880), werden sie in die neueren Maßstäbe übergeführt und neu vermessen. Als Bezugssystem dient das jeweilige amtliche Lagebezugssystem der Landesvermessung. Mit Einzug der Rechnertechnik in das Katasterwesen wurde auf die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) umgestellt. Sie entsteht nicht mehr als kartographisches Produkt, sondern wird aus den in den Datenbanken des Liegenschaftskatasters gespeicherten Objekten automatisch generiert. Allerdings liegt die ALK in vielen Bundesländern noch nicht flächendeckend mit ausreichender Genauigkeit vor (z. B. wenn sie durch graphische Digitalisierung erzeugt wurde), um als Grundlage für Katastervermessungen (Katasternachweis) zu dienen, sodass häufig noch auf analoge Unterlagen (Karten, Risse, Messurkunden) zurückgegriffen werden muss. Katastervermessung Katastervermessungen (Grundstücksvermessungen, Liegenschaftsvermessungen) dienen meist der Überprüfung von Flurstücksgrenzen (Grenzfeststellung) einschließlich der Abmarkung, der Zerlegung und Verschmelzung von Flurstücken sowie zur Aufnahme von Gebäuden und Nutzungsarten für das Liegenschaftskataster. In Bayern wurden früher Feldgeschworene mit der Vermessung betraut. Bis heute sind Angehörige dieser Gruppe in Bayern mit der Abmarkungshandlung in enger Zusammenarbeit mit den Vermessungsämtern beschäftigt. Neben den Katasterverwaltungen sind in allen Ländern mit Ausnahme Bayerns auch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure mit der technischen Vermessung und Dokumentation der Messergebnisse beauftragt. Über die eigentliche Katastervermessung hinaus haben Vermessungsämter auch Aufgaben in der Grundlagenvermessung zu erfüllen und das Festpunktnetz (Fix- und Einschaltpunkte des Vermessungsnetzes) intakt zu halten. Diese Aufgabe verliert jedoch mit dem fortschreitenden Einsatz der Satellitenmesstechnik (z. B. mittels GPS bzw. SAPOS) zunehmend an Bedeutung. Siehe auch Landesvermessung Landesamt für Vermessung und Geoinformation Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr Amt für Militärisches Geowesen Weblinks Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg Bayerisches Landesamt für Vermessung und Geoinformation Geoinformation / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin Vermessungsämter in Berlin Kataster- und Vermessungsämter Brandenburg GeoInformation Bremen Hamburg – Stadt & Staat Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) Amt für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen Mecklenburg-Vorpommern Landesamt für Geoinformationen und Landentwicklung Niedersachsen Geobasis NRW (Abteilung 7 der Bezirksregierung Köln) Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz Vermessungs- und Katasterämter in Rheinland-Pfalz Vermessung, Karten und Geobasisdaten Saarland Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) Geoinformationsverwaltung Sachsen-Anhalt Katasterämter Schleswig-Holstein Landesamt für Vermessung und Geoinformation Thüringen Einzelnachweise Kartografische Institution Verwaltungsorganisation (Deutschland) Geodätische Institution
Das Kraftwerk Bertoldsheim ist ein Laufwasserkraftwerk an der Donau bei Bertoldsheim, einem Ortsteil von Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Eigentümer ist die Donau-Wasserkraft AG. Der Betreiber ist Uniper Kraftwerke GmbH. Bei der Bundesnetzagentur hat das Kraftwerk die Nummer BNA1239. Geschichte Das Kraftwerk wurde 1967 errichtet und dient als Stützschwelle, um einem weiteren Eintiefen der Flusssohle der Donau entgegenzuwirken. Zwischen Oktober 2010 und Anfang 2011 wurden von E.ON auf behördliche Anordnung hin Arbeiten zur Freibordsicherstellung im Stauraum des Kraftwerks durchgeführt. Technische Angaben Die elektrische Leistung beträgt 18,9 MW, die mit Hilfe von drei Kaplanturbinen mit verstellbaren Leit- und Laufradschaufeln erzeugt wird. Die Turbinen haben einen Laufraddurchmesser von 5,35 Meter und arbeiten mit einer Umdrehungszahl von 76,9 Umdrehungen pro Minute. Pro Jahr werden somit rund 124 Millionen Kilowattstunden Strom mit einer Frequenz von 16 2/3 Hertz erzeugt. Das Kraftwerk Bertoldsheim liefert nur Bahnstrom. Im Dezember 2016 wurde der Nass-Testlauf einer Fischwanderhilfe in Form eines 1150 Meter langen Parallelgewässers durchgeführt. Diese wurde schließlich im Frühjahr 2017 fertiggestellt. Weblinks Rhein Main Donau AG Einzelnachweise Laufwasserkraftwerk in Bayern Kraftwerk Bertoldsheim Laufwasserkraftwerk in der Donau Bahnkraftwerk in Deutschland Erbaut in den 1960er Jahren Bertoldsheim Uniper-Kraftwerk
Otto Kleinschmidt (vollständig Konrad Ernst Adolf Otto Kleinschmidt; * 13. Dezember 1870 in Kornsand bei Geinsheim am Rhein; † 25. März 1954 in Wittenberg) war ein deutscher evangelischer Geistlicher und Biologe. Leben Geboren als Sohn des Fabrikinspektors Adolf Karl Julius August Kleinschmidt († 4. November 1918) und dessen Frau Anna Elise Caroline Dreydorff († 2. September 1907), besuchte er die Realschule in Oppenheim, absolvierte das Gymnasium in Mainz und immatrikulierte sich 1891 an der Universität Marburg, um sich einem Studium der Theologie zu widmen. Doch von Anfang an standen ornithologische Studien gleichrangig neben den theologischen. Während des Studiums erschienen bereits mehrere ornithologische Aufsätze, darunter 1893 eine Arbeit über Varietäten des Eichelhähers, die kurz nach einer Studienreise nach Bosnien und in die Herzegowina gedruckt wurde. Diese Reise machte er mit dem Ornithologen Ernst Hartert, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Kleinschmidt wechselte an die Universität Berlin und zurück nach Marburg, wo er 1895 sein erstes theologisches Examen bestand. Er wurde Assistent des Altmeisters der Ornithologie Graf Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch auf Schloss Berlepsch bei Kassel. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau kennen. Er wechselte 1898 als Vikar nach Schönstadt bei Marburg und wurde nach dem Zweiten Theologischen Examen am 2. November 1899 zum Evangelischen Pfarrer ordiniert. Seine erste Pfarrstelle war Volkmaritz bei Eisleben. 1905 war er Preisträger im Preisausschreiben um Reklameentwürfe für Gemeinschaftswerbung von Ludwig Stollwerck und Otto Henkell. 1910 wechselte er als Pfarrer in das benachbarte Dederstedt und wurde 1927 Provinzialpfarrer in der Lutherstadt Wittenberg, wo er Gründer des kirchlichen Forschungsheim für Weltanschauungskunde (später bekannt als Kirchliches Forschungsheim) wurde, das er 26 Jahre lang leitete. Grunderkenntnis Kleinschmidt erforschte geographische Varietäten im Tierreich. Er erkannte, dass Tierformen, welche sich in ihrer geographischen Verbreitung vertreten, Rassen ein und derselben Art sind, selbst wenn sie morphologisch-anatomisch stark variieren. Umgekehrt gehören Tierformen, welche einander unter Umständen äußerlich sehr ähneln und in demselben Gebiet vorkommen, sich jedoch sexuell nicht mischen, verschiedenen Arten an. Um diesen neuen Artbegriff zu dokumentieren, sprach er nicht mehr von „Arten“, sondern von „Formenkreisen“. Der Biologe Ernst Mayr, der 1931 den Begriff „Superspezies“ geschaffen hat, setzte damit Kleinschmidts Impuls fort. Auch in taxonomischer Hinsicht ist Mayrs „Superspezies“ genau das, was Kleinschmidt mit „Formenkreis“ meinte. Die Veröffentlichungen, in denen Kleinschmidt seine Formenkreislehre am deutlichsten dargestellt hat, sind „Arten oder Formenkreise“ (1900) und „Falco Peregrinus“ (1912 ff). Mayr würdigte Kleinschmidts Formenkreislehre 1963, sie sei „perhaps the greatest conceptual revolution, that has taken place in biology“ gewesen. Kleinschmidt ist jedoch nicht auf dem Gebiet der Taxonomie stehen geblieben, sondern ist zu Aussagen über die Möglichkeit von Abstammung gekommen und konnte in einigen Detailfragen Hypothesen über transspezifische Evolution entkräften und Belege für (nur) intraspezifische Vorgänge erbringen (also Rasse-Neubildung statt Art-Neubildung), etwa beim Pithecanthropus erectus, den er 1928 als Homo sapiens erectus als Frühform des anatomisch modernen Menschen der Gattung Homo zuordnete und den man heute als Homo erectus bezeichnet. Umgekehrt rekonstruierte er Schädelfragmente des Ehringsdorfer Urmenschen, so dass sie einen Neandertaler zeigen, nicht aber eine Übergangsform vom Neandertaler zum Jetztmenschen. Sammler, Zeichner, Präparator für das Forschungsheim Kleinschmidt baute im Wittenberger Schloss, wo das Forschungsheim untergebracht war, eine Ausstellung auf, die viele eigene Präparate enthielt. Seine Tierpräparate werden für ihre Lebendigkeit und ihren Charme gerühmt. Seine Tierzeichnungen gelten als echte Kunstwerke. Als Sammler hatte Kleinschmidt schon 1935 einen Katalog seiner ornithologischen Sammlung herausgegeben, die an die 10.000 Exemplare aufwies. Damals 65-jährig wollte er eigentlich nicht weitersammeln, doch bis zu seinem Tode kamen etwa 2.000 weitere Bälge und Präparate hinzu. Die erste Sammlung wurde 1935 vom Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung sowie dem Regierungspräsidenten in Köln für das Museum Koenig in Bonn angekauft, was die Bedeutung und Anerkennung unterstreicht. Ein weiterer Teil wurde in den 1970er- und 1990er-Jahren an das Museum für Tierkunde Dresden verkauft, sein Pfeilstorch wird heute in der Vogelsammlung der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden verwahrt. Schon in seiner Zeit beim Grafen Berlepsch hatte er die vom Verfall bedrohte Sammlung des „Vogelpastors“ Christian Ludwig Brehm wiederentdeckt und sie durch Verkauf an das Walter Rothschild Zoological Museum in Tring bei London gerettet. Selbst Fachmann in beiden Disziplinen, stand seit 1927 der Dialog zwischen Biologie und Theologie im Zentrum seiner Arbeit. Er musste nicht, wie die Mehrheit seiner theologischen Kollegen, die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse unkritisch übernehmen, um die Theologie dem naturwissenschaftlichen Weltbild passiv anzupassen, sondern er konnte antitheologische Frontstellungen, die mit naturwissenschaftlichen Argumenten angereichert waren, naturwissenschaftlich hinterfragen und alternative Entwürfe vorlegen. Dies geschah auch, insbesondere bei Fragen der Art-Neubildung und der Paläanthropologie. Zur Diskussion zwischen der Theologie und den Naturwissenschaften tragen vor allem Kleinschmidts Bücher „Naturwissenschaft und Glaubenserkenntnis“ (1930), „Der Urmensch“ (1931) und der Aufsatz „Neues zu dem alten Thema 'Entwicklungsgedanke und Schöpfungsglaube'“ (1936) bei. Zu Verständigungen mit Darwinisten kam es jedoch nicht. In Grundfragen der Abstammungslehre blieb es bei Apologetik und Anklage, oft auf beiden Seiten. Zeit des Nationalsozialismus Zunächst hatten die Nationalsozialisten sein Buch „Kurzgefasste deutsche Rassenkunde“ (1933) als Schulbuch in Bayern nutzen wollen und Kleinschmidt hielt dies auch für möglich. Aber seine Auffassungen von Rasse und Art waren für die Zwecke der Nationalsozialisten nicht verwendbar. Noch 1933 wurde das Buch beschlagnahmt und verboten. Diese oberflächliche Darstellung übersieht, dass das Buch im September 1933 lediglich beschlagnahmt worden war, weil Kleinschmidt durch die Propagierung einer „deutschen Rasse“ in eine parteiinterne wissenschaftliche Auseinandersetzung geraten war, ohne selbst Parteimitglied zu sein. Sein nur unwesentlich verändertes Buch konnte unter dem neuen Titel „Rasse und Art“ zwei Monate später erscheinen. Eine grundsätzliche Gegnerschaft zum NS-System lässt sich hieraus nicht ableiten. Kleinschmidt schwieg seitdem zum Thema „Menschenrassen“, obwohl gerade die geografische Variation bei Tieren und beim Menschen sein Spezialthema war. Die Befreiung vom Nationalsozialismus erlebte er daher auch als persönliche Befreiung. Nach 1945 In der Folge ließ die sowjetische Militäradministration den ursprünglichen Namen „Forschungsheim für Weltanschauungskunde“ wieder zu, der in der Zeit des Nationalsozialismus eliminiert worden war. Unmittelbar nach der Gründung der DDR und der Machtübernahme durch die deutschen Kommunisten musste das Forschungsheim wieder den eingrenzenden Zusatz „Kirchliches Forschungsheim“ hinzufügen. Kleinschmidt eröffnete noch davor die Sonderausstellung „Der faschistische Wahn vor dem Forum der befreiten Wissenschaft“, in der er besonders mit der faschistischen „Eugenik“ abrechnete, aber auch seine eigene „Formenkreislehre“ darstellte. 1949 erschien sein Aufsatz „Die Haselhühner der Sowjetunion unter den Gesichtspunkten der Weltformenkreisforschung“. Damit setzte er Forschungen aus der Vorkriegszeit fort. Als der Brehm-Verlag in Konkurs ging, erwarb der Wittenberger Ziemsen Verlag aus der Konkursmasse die Verlagsrechte für die „Brehm-Bücherei“ und begründete „Die Neue Brehm-Bücherei“. Kleinschmidt war bis zu seinem Tode deren Herausgeber und schrieb selbst zwei Bände für die Brehm-Bücherei. Otto Kleinschmidt hat sich nach Kriegsende in die Lokalpolitik eingemischt. Zum Ärger der CDU der DDR, deren Mitglied er geworden war, kandidierte er 1946 als Parteiloser für die SED. Er trat dann aus der CDU aus und wurde parteiloser Stadtrat für die SED. Wenig später erklärte er jedoch seinen Rücktritt von diesem Amt. Seine Arbeit im Forschungsheim führte er bis 1953 fort und verstarb als 83-Jähriger. Seine Arbeit im Forschungsheim setzte sein Sohn, der Pfarrer Hans Kleinschmidt, fort. Dieser besorgte auch die 3. Auflage des Raubvogelbuches, in der er einen Brückenschlag zwischen der Kleinschmidtschen und der herkömmlichen Tiersystematik versuchte. Das naturwissenschaftliche Erbe wurde ansonsten vom Ornithologen Siegfried Eck (Dresden) sorgfältig aufgegriffen und weitsichtig kommentiert. Ehrungen Als die Kirche Kleinschmidt zum Forschungsheim-Leiter berief, war dieser bereits mehrfach von der naturwissenschaftlichen Fachwelt geehrt worden, obwohl er doch kräftige Gegner, gerade auch unter den Darwinisten, hatte. 1923 promovierte die Medizinische Fakultät in Halle a. d. Saale ihn ehrenhalber für seine meisterhaften anatomisch-morphologischen Studien, 1924 ernannte ihn die Deutsche Ornithologische Gesellschaft zu ihrem Ehrenmitglied und 1926 wurde Kleinschmidt Mitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle. Schriften Die paläarktischen Sumpfmeisen. In: Ornith. Jahrb., 1897, 45-103 Arten oder Formenkreise? In: Journ. Orn. 1900, 134-139 Ornis von Marburg, 1903 Falco Peregrinus. In: Berajah. Zoographia infinita. Ab 1912 Die Singvögel der Heimat. Leipzig 1913, 9. Aufl. Heidelberg 1951 Homo Sapiens (L.) Eine naturgeschichtliche Monographie des Menschen. In: Berajah. Zoographia infinita. Ab 1922 Die Formenkreislehre und das Weltwerden des Lebens. Halle a. d. Saale, 1926 Führer durch die Schausammlungen des Forschungsheims für Weltanschauungskunde in Wittenberg. Wittenberg 1929 Die Aufgabe des Forschungsheims für Weltanschauungskunde. In: Leopoldina. Berichte der Kaiserlich Leopoldinischen Deutschen Akademie der Naturforscher zu Halle, Bd. 5. Leipzig 1929, 9-14 Naturwissenschaft und Glaubenserkenntnis. Berlin 1930 Der Urmensch. Leipzig 1931 Kurzgefaßte deutsche Rassenkunde. Wittenberg 1933 Blut und Rasse. Die Stellung des evangelischen Christen zu den Forderungen der Eugenik. Berlin 1933 Die Raubvögel der Heimat. Leipzig 1934, 3. Aufl. Wittenberg 1958 Katalog meiner ornithologischen Sammlung. Halle a. d. Saale 1935 Neues zu dem alten Thema „Entwicklungsgedanke und Schöpfungsglaube“. In: Zeitschr. Theol. u. Kirche 1936, H. 3, 241-254 Die Haselhühner der Sowjetunion unter den Gesichtspunkten der Weltformenkreisforschung. In: Beitr. taxon. Zool., 1949, 101-121 Die Kolibris, Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 1, Wittenberg 1949, 4. Aufl. Hohenwarsleben 2007 Aus A. E. Brehms Tagebüchern, Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 28, 3. Aufl. Hohenwarsleben 2002 Der Zauber von Brehms Tierleben, Die Neue Brehm-Bücherei Bd. 20, 3. Aufl. Hohenwarsleben 2002 Über das Variieren des Garrulus glandarius und der ihm nahestehenden Arten. In: Orn. Jahrb., 1983, 167-219 Familie Am 9. November 1899 heiratete Kleinschmidt die Erzieherin Clara Krebel (* 20. September 1875 in Barby; † 19. Mai 1957 in Wittenberg), Tochter des geheimen Baurates Moritz Krebel († 11. Januar 1926) und der Philippine Christiane Auguste Martha (geb. Kleckow; † 1936). Aus dieser Ehe stammen eine Tochter und zwei Söhne: Elisabeth-Charlotte Kleinschmidt, verehel. Weyl (* 12. September 1900 in Wittenberg; † 21. Februar 1988) Adolf Kleinschmidt (* 14. April 1904 in Wittenberg; † 9. Mai 1999), Zoologe Hans Kleinschmidt (* 1. Oktober 1908 in Wittenberg; † 28. März 1986 in Wittenberg), Pfarrer und Leiter des Forschungsheims Wittenberg von 1953 bis 1975 Einzelnachweise Literatur Michael Beleites: Otto Kleinschmidts Formenkreislehre – eine andere Sicht auf die Natur. In: Briefe zur Orientierung im Konflikt Mensch-Erde. Wittenberg (Kirchliches Forschungsheim), 17. Jahrgang, Nr. 39 (dokumentiert eine Ausstellung, welche von Juni bis Dezember 1996 im Wittenberger Forschungsheim gezeigt wurde). Siegfried Eck: Von O. Kleinschmidt benannte oder mitbenannte geographische Tier- und Menschenformen. In: Zool. Abh. Mus. Tierk. Dresden, Bd. 31, 1970, S. 63–84. Siegfried Eck: Verzeichnis der Formenkreis-Namen O. Kleinschmidts mit Bemerkungen zur Formenkreis-Nomenklatur. In: Zool. Abh. Mus. Tierk. Dresden, Bd. 31, 1970, S. 85–137. Siegfried Eck: Die Entwicklung superspezifischer Begriffe in der zoologischen Taxonomie seit der Jahrhundertwende. In. Biologische Rundschau 16 (1978), H. 2, S. 98–103. Siegfried Eck: Otto Kleinschmidts zweite ornithologische Sammlung im Museum für Tierkunde Dresden. In. Zool. Abh. Mus. Tierk. Dresden, Bd. 51, 2001, S. 119–132. Hans-Peter Gensichen: Natur und Naturwissenschaft im Werk von Otto Kleinschmidt, Promotionsschrift, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Theologische Fakultät, Halle (Saale) 1977, 2 Bde. (maschinenschr.) Hans-Peter Gensichen: Otto Kleinschmidts Formenkreislehre: Zoogeographie, Systematik, Evolutionsforschung. Anthropologie, In: Biologische Rundschau 17 (1979), H. 2, S. 73–84. Hans-Peter Gensichen: Theologie und Naturwissenschaft bei Otto Kleinschmidt. In: Theologische Versuche XV, 1985. S. 65–76. Hans-Peter Gensichen: Von der Kirche zur Gesellschaft. Die Bewegung des Wittenberger Forschungsheimes. In: Jens Hüttmann u. Peer Pasternack (Hrg.): Wissensspuren. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1945, Wittenberg 2004, 168–189. Hans Kelm: Otto Kleinschmidt und Ernst Hartert. Aus ihrem Briefwechsel 1895-1932. In: Journ. Orn. Bd. 101, Nr. 4, 1960, 404–471. Jürgen Haffer: Die Ornithologen Ernst Hartert und Otto Kleinschmidt: Darwinistische gegenüber typologischen Ansichten zum Artproblem. In: Mitt. Zoo. Mus. Berlin (1995) Suppl: Ann. Orn. 19, S. 3–25. Adolf v. Jordans u. Fritz Peus (Hrg.): Syllegomene Biologica. Festschrift für Otto Kleinschmidts. Leipzig u. Wittenberg 1950. Ernst Mayr: Systematics and the Origin of Species. New York 1942. Ernst Mayr: Animal Species and Evolution. Cambridge (Mass) 1963. Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen, Leipzig 2006, Bd. 4, 574. Weblinks Nachlass Bundesarchiv N 2142 Michael Beleites: Ein antidarwinistischer Ornithologe: Otto Kleinschmidt zum 150. Geburtstag, in: Vogelwarte 58 (2020) 467-477. Ornithologe Evangelischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Deutscher Geboren 1870 Gestorben 1954 Mann Person des Christentums (Lutherstadt Wittenberg)
Der Blaunacken-Mausvogel (Urocolius macrourus) ist ein afrikanischer Vogel aus der Familie der Mausvögel. Merkmale Der 34 cm lange, plumpe Blaunacken-Mausvogel hat ein braunes oder graues fellartiges Gefieder mit einer Federhaube und einem blauen Nacken. Die verlängerten Mittelschwanzfedern machen mehr als die Hälfte der Körperlänge aus. Er kann die erste und vierte Zehe sowohl nach vorne als auch nach hinten richten, was ihm sehr beweglich macht. Häufige weiche und pfeifende, zweisilbige Rufe werden sowohl im Flug als auch von einer Sitzwarte abgegeben. Vorkommen Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in einem breiten Band südlich der Sahara von Senegal bis Somalia und von dort südwärts bis nach Tansania. Der Vogel ist ein Bewohner der Dornbuschsavanne. Verhalten Der Blaunacken-Mausvogel ist ein sehr geselliges Tier, das in Gruppen von 20 bis 30 Individuen lebt, mit denen es gemeinsam brütet, Staubäder nimmt, Futter sucht und sich ausgiebig wechselseitig putzt. Es ernährt sich hauptsächlich von grünen Blättern, die nur langsam verdaut werden. Daneben ergänzen Früchte, Samen und Insekten die Nahrung. Fortpflanzung Die unordentlichen, flachen Schalennester aus Pflanzenmaterial, die oft mit grünen Blättern ausgekleidet sind, werden recht nahe beisammen in einem Busch oder Baum gebaut. Das Gelege aus durchschnittlich drei Eiern wird rund zwei Wochen lang bebrütet. Unterarten Es sind sechs Unterarten bekannt: Urocolius macrourus macrourus (, 1766) – Die Nominatform kommt in Mauretanien, im Senegal und in Gambia bis in den Osten Äthiopiens vor. Urocolius macrourus laeneni (, 1955) – Diese Unterart kommt im Aïr-Gebirge im Niger vor. Urocolius macrourus abyssinicus , 1975 – Diese Subspezies ist im zentralen und südlichen Äthiopien bis in den Nordwesten Somalias verbreitet. Urocolius macrourus pulcher (, 1900) – Diese Subspezies kommt im Südosten des Sudans und dem Süden Somalias über Kenia bis in den Nordosten Ugandas und den Norden Tansanias vor. Urocolius macrourus griseogularis , 1919 – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist der Süden Sudans und der Osten der Demokratischen Republik Kongo und östlich bis in den Westen Tansanias. Urocolius macrourus massaicus , 1975 – Diese Unterart kommt im zentralen und östlichen Teil Tansanias vor. Literatur Colin Harrison, Alan Greensmith: Vögel. Dorling Kindersly Limited, London 1993 und 2000, ISBN 3-8310-0785-3. Bryan Richard: Vögel. Parragon, Bath, ISBN 1-4054-5506-3. Einzelnachweise Weblinks Factsheet auf BirdLife International Mausvögel
Die Geschichte der Tr’ondek Hwech’in First Nation, einer der kanadischen First Nations der Athabasken im Territorium Yukon, reicht ihrer eigenen Anschauung nach mehr als zehn Jahrtausende zurück. Sie betrachten sich seit unvordenklichen Zeiten als Teil des Landes entlang des Yukon (Chu Kon’ Dëk) und Klondike Rivers (Trʼondëk). Da traditionell die Angehörigen dieser indianischen Gruppe im Gebiet rund um Dawson lebten und leben, wurden sie früher auch Dawson Indian Band genannt. Sie sind zumeist Nachfahren der größten Lokalgruppe der südlichsten regionalen Band der Han (Hän Hwëch'in) („Volk, das am Fluss – dem Yukon River – lebt“) zur Zeit des Klondike-Goldrausches und wurden daher oftmals auch nach dem einflussreichsten Häuptling Isaac als Chief Isaac People, Isaac’s Band bezeichnet. Zusammen mit einer allerdings kleinen Gruppe im Alaska Native Village namens Native Eagle Village nahe der Stadt Eagle (Tthee T’äwdlenn) im Osten Alaskas sprechen sie gemeinsam die Sprache Häɬ goɬan bzw. Han. 1995 wählte die First Nation den heutigen Namen als offizielle Bezeichnung; er leitet sich vom Autonym Tr’ondek Hwech’in bzw. Tr’ondëk Hwëch’in („Volk entlang des Klondike River“) her, das sich von der Bezeichnung für den Klondike River als Trʼondëk (abgl. von Tro – „Schlagsteine, zur Befestigung der Stecken der Lachswehre“ und Ndëk – „Fluss“) sowie von Hwech’in / Hwëch’in („Volk“; wörtlich: „Bewohner einer Gegend“) ableiten lässt. Heute identifizieren sie sich jedoch nach ihrem einst bedeutenden Hauptort Tr’ochëk („Mündung des Klondike River“, an der gegenüberliegenden nördlichen Flussseite befindet sich Dawson) als „Volk an der Mündung des Klondike River“. Dem rauen Klima des kanadischen Nordwestens passten sich die Indianer im Rahmen einer halb-nomadischen Lebensweise an, die auf festen Winterdörfern mit Vorratswirtschaft und Wanderzyklen entsprechend den Jagd- und Sammelressourcen basierte. Der Fischfang, vor allem auf Lachse, und die Jagd auf Karibus lieferten den überwiegenden Teil der Lebensmittel, aber auch der Kleidung und einiger Werkzeuge. Teile dieser Werkzeuge, wie Obsidian, aber auch des Schmucks, wie bestimmte Muschelarten, wurden schon früh über ein Netz von weitläufigen Tausch-, Geschenk- und Handelskontakten aus Alaska, dem Norden British Columbias, von Vancouver Island und aus den Nordwest-Territorien beschafft, ebenso wie Kupfer. Pfeil und Bogen lösten den Atlatl wohl erst ab etwa 600 ab. Europäische Händler, die nach 1800 mit dem ausgedehnten Netz von Pfaden, Kontakten und Gütern in Berührung kamen, wurden mehrere Jahrzehnte lang in dieses Netz integriert, wenn auch zunehmend der über die Weltmächte, allen voran Russland und Großbritannien, später die USA, vermittelte Welthandel mit seinen weiträumigen Interessen dominierte. Spätestens 1847 traten die Han erstmals in direkten Kontakt mit Briten. 1874 forderten sie eine amerikanische Handelsgesellschaft auf, einen Posten in ihrer Nähe zu errichten. Dabei konkurrierte die britische Hudson’s Bay Company zunächst mit russischen Pelzhändlern und ab 1867, nachdem die USA Alaska erworben hatten, mit amerikanischen Gesellschaften, vor allem der Alaska Commercial Company. Als besonders folgenreich erwies sich jedoch weniger der Handel als die mangelnde Abwehrkraft der Han gegen die von Europäern eingeschleppten Krankheiten, wie Pocken, Masern und Tuberkulose – ein Phänomen, das die meisten Indianer betraf. Neben Pelzhändlern sickerten zunehmend Goldsucher in die Region ein, was die Lebensbedingungen in dem abgelegenen Gebiet weiter veränderte. Der Klondike-Goldrausch brachte ab 1896 eine so massive Zuwanderung, dass die Han zur kleinen Minderheit von wenigen hundert Menschen wurden, denen bis zu 100.000 Zuwanderer gegenüberstanden. Dazu kam die Entwicklung einer städtischen Gesellschaft und die Umsiedlung nach Moosehide, einige Kilometer von Dawson entfernt, wo der Stamm zwischen 1897 und etwa 1960 lebte. Herausragender Führer in dieser Phase war Chief Isaac, der 1932 starb. Er wehrte sich gegen die Zerstörung der für die traditionelle Lebensweise unverzichtbaren natürlichen Ressourcen, vor allem gegen das Abschlachten der Karibuherden und die Abholzung der Wälder. In Moosehide entstand ein Stammesrat und das traditionelle Häuptlingstum wurde durch gewählte Häuptlinge abgelöst. Die Rohstoff-Ökonomie des Yukon bot den Han nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten, zumal diese mit der Weltwirtschaftskrise einbrach. So herrschte lange der traditionelle Lebensstil vor, der erst mit dem starken Rückgang des Pelzmarkts um 1950 zunehmend aufgegeben werden musste. Zudem war der Anteil der nichtindianischen Bevölkerung nach dem Goldrausch stark rückläufig. Verstärkt wurde die Isolierung der indianischen Gruppen im Territorium durch eine ausgeprägte Politik der Segregation, aber auch durch Vernachlässigung bis weit in die 1960er Jahre. Seitdem gelang es den First Nations nicht nur, politische Rechte, wie das Wahlrecht auf Bundesebene (1960) zu erhalten, sondern im Yukon gelang es den Tr’ondek Hwech’in wie anderen Stämmen auch, die Rückgabe ihrer traditionellen Gebiete, mit stark abgestuften Rechten, durchzusetzen (1998). Zudem hat sich die First Nation 1998 eine Verfassung gegeben und tritt seither nach innen mit gesetzgeberischen Rechten auf. Sprache und Kultur werden extensiv gepflegt und der externen Öffentlichkeit bekannt gemacht, nachdem die kanadische Regierung mehrere Jahrzehnte lang versucht hatte, sie auszulöschen. Sie sind inzwischen bedeutende Elemente des regionalen Tourismus geworden. Frühgeschichte Wichtigster archäologischer Fundplatz ist Tr’ochëk, eine Insel, die heute zu den nationalen historischen Stätten Kanadas gehört, und die direkt gegenüber von Dawson liegt. Früheste Lebensgrundlage waren die Karibuherden, vor allem die Porcupine- und die Forty-Mile-Herde, die zweimal pro Jahr durch das Gebiet um Dawson zogen. Erstere umfasst heute über 100.000 Tiere, letztere wird für die Zeit um 1900 auf 600.000 Tiere geschätzt. 2007 wurde die Herde auf 110.000 bis 112.000 Tiere geschätzt, bis 2010 stieg ihre Zahl auf 169.000. Dazu kamen Elche, Schafe, Murmeltiere und Alaska-Pfeifhasen sowie Vögel und Fische, vor allem Lachse aus den großen Flüssen des Gebiets, dem Yukon und dem Klondike – letzterer Name leitet sich vom Han-Wort für Schlagstein, im Englischen Hammerstone ab. Die Lachse, vor allem Chinook (Königslachs) und später im Jahr Chum (Ketalachs), zogen zum Laichen den Yukon und seine Nebenflüsse aufwärts und boten ab Ende Juni Gelegenheit zum gemeinschaftlichen Fang. Schon früh wurden die Fische auf Holzgestellen getrocknet und so für den überaus kalten Winter konserviert. Die frühesten gesicherten Funde im Bereich des Yukon stellen die drei Bluefish-Höhlen dar, deren Fundbestand mindestens 12.000 Jahre zurückreicht. In Moosehide und im Bereich des späteren Dawson lassen sich rund 8.000 Jahre alte menschliche Spuren nachweisen. Dabei handelt es sich um Steinabschläge, die sich in rund 50 cm Tiefe fanden. Die älteste Spur ist jedoch ein Stück eines Karibugeweihs, das etwa 11.000 Jahre alt ist, und das an einem Nebenfluss des Klondike gefunden wurde, dem Hunker Creek. In dieser frühen Phase war die Region noch weitgehend unbewaldet. Um 5000 v. Chr. wurden die bis dahin verbreiteten massiven Werkzeuge durch Kompositwerkzeuge ersetzt, bei denen Knochen, Geweih und sehr kleine Klingen, sogenannte Microblades, zu Werkzeugen verbunden wurden. Die ältesten Spuren in Moosehide konnten auf 3600 v. Chr. datiert werden, möglicherweise auch auf 4500 v. Chr. Zudem wurde dort Obsidian gefunden, eine Art vulkanischen Glases, das bereits auf einen weiträumigen Handel hindeutet, denn es kommt in der Region nicht vor, sondern nur im Südwesten des Yukon und im Norden British Columbias, am Mount Edziza. Darüber hinaus wurden lanzettartige Speerspitzen gefunden, Bruchstücke von Säugetierknochen, dazu ein Stein, der wahrscheinlich als Netzsenker beim Fischfang diente. Um 3000 bis 2500 v. Chr. wurden die Microblades von seitwärts eingekerbten Speerspitzen, sowie einer breiten Palette von Kratzern ersetzt. Als Jagdwaffe wurde der Atlatl von Eskimos übernommen. Die jährlichen Laichzüge der Lachse förderten saisonale Wanderungen zwischen den entsprechenden Fangplätzen. Diese Phase wird als Northern Archaic tradition bezeichnet. Funde aus der Zeit um 600 n. Chr. weisen erstmals auf den Gebrauch von Pfeil und Bogen hin. Die partiell steinernen Waffen und Werkzeuge waren nicht die einzige erkennbare technologische Neuerung, sondern es kamen metallurgische Techniken hinzu. Diese basierten auf dem einsetzenden Handel mit Kupfer, einem Metall, das aus dem Südwesten, genauer vom Copper und vom White River kam. Im Gebiet des White River, nahe der Grenze zwischen Alaska und Yukon, ereigneten sich um 100 und erneut um 800 n. Chr. zwei der größten Vulkaneruptionen Nordamerikas. Sie löschten wohl das Leben auf einer Fläche von rund 340.000 km² im Südosten Alaskas und im südlichen Yukon weitgehend aus. Das unbewohnbare Gebiet dürfte den äußersten Norden, und damit auch die Vorfahren der Han, von Kontakten nach Süden abgeschnitten haben. Diesen Katastrophen folgte die als Late Prehistoric (späte Vorgeschichte) bezeichnete Phase, in der eine langsame Neubesiedlung zu verzeichnen ist. Kupfer wurde zu verschiedenen Werkzeugen, wie Ahlen und Projektilspitzen verarbeitet, aber auch zu Schmuck. Dentalia-Muscheln (Gehäuse von Kahnfüßern) und Obsidian, aus dem Werkzeuge und Projektilspitzen gefertigt wurden, kamen zu den Tr’ondek Hwech’in. Sie boten dafür Birkenrinde, aus der Körbe und wasserdichte Gefäße hergestellt wurden, roten Ocker zum Färben und getrockneten Lachs. Dieser Handel dürfte jedoch nur partiell auf Tauschhandel basiert haben, sondern vielfach auf Gabentausch, der der Respektsbezeugung und der Sicherung des Status diente. Dazu boten Zusammenkünfte und Feierlichkeiten, wie der Potlatch, Gelegenheit. Dem Austausch diente ein ausgedehntes Netz von Pfaden und Flussstrecken. Obwohl zahlreiche Fundstellen in den Bächen bekannt waren, war Gold ohne Bedeutung. Vor den ersten Europäern Um 1800 lebten sechs Sprachgruppen im Yukon, von denen fünf zu den Athabasken zählten, eine zu den Tlingit. Kulturell nahestehende Gruppen trafen einander regelmäßig, vor allem beim Fischfang im Frühjahr und im Sommer. Diese größeren Gruppen zerfielen in Familiengruppen, sobald das Nahrungsangebot sich zum Herbst hin verringerte. Die kalte Jahreszeit verbrachte man in eigenen Winterdörfern. Die meisten Indianer lebten in Flusstälern oder an Seen, nur zur Jagd ging man in die höher gelegenen Gebiete. Dabei beherrschten nicht alle jede Jagdtechnik. Die Han nutzten etwa ausgesprochen aufwändige Fischnetze und -fallen. Die langsame Regenerationsfähigkeit der Natur und die Verstreutheit der Lebensgrundlagen in einem riesigen Gebiet, erzwangen einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen sowie weiträumige Wanderbewegungen. Dennoch brachte jahrtausendelange Erfahrung ein relativ gesichertes Leben hervor, das in scharfem Kontrast zu der großen Unsicherheit der Europäer, deren hohen Verlusten und ihrer Abneigung gegen ein Leben im Norden stand, eine Haltung, die für die Tr’ondek Hwech’in schwer nachvollziehbar war. Eine Art von Führungsgruppe entstand unter diesen Bedingungen nur schwer, und ihr Fortbestand hing von Erfolg und Geschicklichkeit Einzelner ab. Formal standen Frauen außerhalb der Rangordnung, doch waren sie als Lehrerinnen, Geschichtenerzählerinnen und Sammlerinnen von großem Einfluss. Daneben hatten Schamanen, die die Europäer oft als „Medizinmänner“ oder „Zauberer“ bezeichneten, die sich durch vertiefte Kenntnis der Natur und ihrer Kräfte und Geister hervortaten, erheblichen Einfluss, und sie betätigten sich als Heiler. Auch waren sie für die Kontaktaufnahme mit spirituellen Mächten zuständig. Sie halfen darüber hinaus beim Auffinden von Jagdbeute oder versuchten das Wetter zu beeinflussen. Regionale und lokale Gruppen Innerhalb der Großgruppen unterscheidet man regional bands, wie die Han, local bands und task groups, Gruppen also, die sich zu einem temporären Zweck zusammenfanden. Die regionale Gruppe kam nur zu großen Versammlungen wie einem Potlatch zusammen, oder an Orte, die über ausreichend Ressourcen verfügten, um eine größere Gruppe zu ernähren. Darüber hinaus war die regionale Gruppe durch Verwandtschaft und gemeinsame Sprache sowie ein traditionelles Territorium verbunden. Die regionale Gruppe der Tr’ondek waren die Han. Die local band, wie hier die Tr’ondek Hwech’in, hatte innerhalb des Großgebiets ein traditionelles Gebiet mit bestimmten Nutzungsrechten. Jede dieser Gruppen hatte ein Winterlager, hinzu kam ein traditioneller Wanderzyklus, der sie an die wichtigsten Jagd- und Sammelplätze führte. Dabei überschnitten sich die traditionellen Territorien in Abhängigkeit von der Jahreszeit, den Nutzungsrechten und sogar den einzelnen Nutzungsberechtigten. Dabei kam es auch zu Spaltungen der eng verwandten Familienstrukturen. Gelegentlich fanden sich mehrere lokale Gruppen oder einfach durch Freundschaft verbundene Männer zur Jagd oder zum Fischfang zusammen. Die regionale Gruppe der Han setzte sich aus lokalen Gruppen zusammen, die um 1900 als David’s und Charley’s band im heutigen Alaska bekannt waren, sowie der Gruppe am Klondike. Nur letztere ist als Tr’ondek Hwech’in anzusprechen. Unklar ist, ob eine vierte Band bestand, die um Nuklako (Jutl’à’ K’ät), dort, wo heute Dawson steht, ihren Kern hatte, oder ob es sich um einen Platz der Klondike-Gruppe handelte. Charley’s band lebte am weitesten im Norden, an der Mündung des Kandik River in den Yukon; dieser ist als Charley Creek bekannt, nicht zu verwechseln mit dem nahe gelegenen Charley River. Auf der gegenüber liegenden Seite, beim Biederman Camp, befand sich ein zweites Dorf, möglicherweise ein drittes zehn Meilen Yukon-abwärts am Charley River. Dort entstand Independence, ein kurzlebiger Goldrausch-Ort. Die Leute vom Charley River zogen möglicherweise zwischen 1900 und 1910 nach Fort Yukon. Charley Village wurde 1914 durch eine Überschwemmung zerstört. Der Häuptling brachte viele der Bewohner nach Eagle Village. Unklar ist, ob es möglicherweise zwei Chiefs gleichen Namens gab. Einer von ihnen wurde jedenfalls 1871 vom anglikanischen Missionar Robert McDonald erwähnt, den der Häuptling freundlich empfing. 1910 lebten im Charley Creek Indian Village 25 Menschen, davon 17 Han, die anderen gehörten zu drei benachbarten Gwich'in-Stämmen. 1911 waren es nur noch 10 bis 12, 1912 waren es sogar nur noch 7. Die meisten waren wahrscheinlich einer Grippeepidemie zum Opfer gefallen. Eine Überschwemmung zerstörte 1914 das Dorf, die wenigen Bewohner zogen nach Circle City. David’s band, die um 1890 rund 65 bis 70 Menschen umfasste, überwinterte regelmäßig am Mission Creek und am Seventymile River. Ihr Jagdgebiet reichte mindestens bis zum Comet Creek und zum Eureka Creek sowie zum American Creek. In den 1880er Jahren starben die meisten von ihnen an Pocken, die Überlebenden zogen nach Fortymile. Zu einem ihrer Lager gehörte Eagle, wo sich sechs Häuser befanden. Der unterhalb des Dorfes befindliche Handelsplatz Belle Isle war zu dieser Zeit bereits aufgegeben. Zweieinhalb Meilen unterhalb von Eagle befand sich ein weiteres Dorf mit acht Häusern, das ebenfalls aufgegeben wurde. Chief David starb spätestens 1903, als ihm zum Gedenken ein Potlatch gegeben wurde. Als Häuptling folgte sein Sohn Peter. Die größte local band war die am Klondike, doch dehnte sie ihre Jagdzüge nie über den All Gold Creek, einen Nebenfluss des Flat Creek, rund 50 km nördlich von Dawson aus, weil sie die Mahoney fürchtete. Mit ihnen lagen sie seit langem im Krieg. Die Tr’ondek fuhren mit Kanus, bevor der Winter kam, flussabwärts zum Coal Creek oder Tatondiak River, oder aber zum Nation River. Den Winter verbrachten sie in den Ogilvie Mountains. Kurz vor Ende des Winters zogen sie Richtung Klondike, bauten Elchhautboote und fingen an der Flussmündung Lachse. Handel, Tausch, Geschenk Die Tr’ondek waren Teil eines ausgedehnten Handelsnetzes. Dabei brachten die zu den Tlingit gehörenden Chilkat begehrte Güter von der Küste über zwei schwierig zu überquerende Pässe ins Hinterland. So kamen Robbenfett, das butterartige Öl des Kerzenfischs (Eulachon), Dentalia-Muscheln, Kisten aus dem Holz des Riesenlebensbaums, Heilpflanzen, aber auch europäische Waren wie Messer, Pfannen und Glasperlen, die für den Schmuck der dominierenden Schicht in großem Umfang gebraucht wurden, zu den Tutchone im südlichen Yukon. Diese lieferten dafür Pelze, Karibuleder oder Kupfer, dazu Haare von Schneeziegen, Sehnen und Farben. Die Han, die nördlich von ihnen lebten, tauschten diese Güter wiederum gegen andere Pelze und Roten Ocker ein, einen Farbstoff; hinzu kamen Birkenrinde und Lachs. Die so erworbenen Güter tauschten sie wiederum bei den im Norden lebenden Gwich'in ein, die ihrerseits wieder mit den Eskimos in Kontakt standen. Den Handelsbeziehungen kamen eheliche Bindungen zustatten, die den kulturellen und sprachlichen Einfluss der Tlingit weit in den Yukon ausdehnten. Handel mit Europäern, Epidemien (ab 1789) Sowohl die nördlichen, als auch die südlichen Gruppen traten schon Ende des 18. Jahrhunderts in Kontakt mit Europäern. Alexander Mackenzie war 1789 mit den Gwich'in in Kontakt getreten, 1806 entstand dort Fort Good Hope. Glasperlen setzten sich in der Region als Tauschgut und als Wertmaßstab schnell durch. Die Gwich'in setzten gegen den Widerstand von Eskimos, die das Fort mit 500 Mann angriffen, ein Handelsmonopol durch, das zwischen etwa 1826 und 1850 bestand. Im Westen war die Situation von stärkerer Konkurrenz geprägt, und die Ureinwohner leisteten stärkeren Widerstand. In Alaska erschienen erstmals 1741 Russen, 1763 töteten Unangan rund 200 Bewohner von Unalaska, Umnak und Unimak Island, woraufhin russische Rachezüge ihrerseits 200 Menschenleben forderten; weitere Kämpfe folgten. 1784 kam es zu schweren Gefechten auf Kodiak zwischen Russen und Tlingit, 1804 zur Schlacht von Sitka; die Tlingit verließen die Insel bis 1819. Trotz militärischer Überlegenheit konnten die Russen ihr Pelzhandelsmonopol nur teilweise durchsetzen, die Tlingit setzten sich vielfach erfolgreich zur Wehr. Die Briten versuchten ihrerseits den Russen in Wrangell Konkurrenz zu machen, und sie pachteten 1838 das südöstliche Festland von den Russen. Die Spanier, die gleichfalls versuchten, in der Region Ansprüche durchzusetzen, zogen sich 1819 mit dem Adams-Onís-Vertrag zurück. 1839 entstand am unteren Yukon ein erster russischer Handelsposten namens Nulato, 1842 führte die Expedition von Lawrenti Sagoskin den Yukon aufwärts. Für die Stämme außerhalb des unmittelbaren Machtbereichs der russischen und der britischen Handelsgesellschaften war die Ankunft der europäischen Händler aus Russland und Großbritannien kein umwälzendes Ereignis. Sie gelangten erst 1846 und 1847 mit der Gründung zweier Handelsposten in ihre unmittelbare Nähe und fügten sich lange in das weit entwickelte Handelssystem ein. Zudem brachten sie nur wenige neue Waren in die Region. Der erste umwälzende Faktor waren demnach eher Krankheiten, gegen die eine nur geringe oder gar keine Immunität bestand. Dabei ist die Höhe der Bevölkerungsverluste kaum zu ermessen. In seiner Publikation zur Bevölkerung der Ureinwohner nahm James Mooney 1928 an, dass im Yukon-Tal rund 4.000 Indianer gelebt haben, nach Alfred Kroeber könnten es rund 4.700 gewesen sein. Diese Schätzungen sind jedoch äußerst unsicher. So hat man seit den 1960er Jahren 7.000 bis 9.000 angenommen. 1895 gab es hingegen höchstens noch 2.600, wenn diese Zahl vielleicht auch nur gut geraten war. Besonders schwierig bleibt also die Frage, ob die Bevölkerung ähnlich stark durch Epidemien eingebrochen ist, wie weiter im Süden und an der Küste ab 1775 oder (vor) 1787 in Sitka. Bekannt ist, dass 1835 bis 1839 eine Pockenepidemie in Alaska und am Lynn Canal wütete. 1847 berichtet der Missionar Alexander H. Murray von hohen Sterblichkeitsraten, insbesondere unter den Frauen; ähnlich Robert Campbell 1851. Murray schätzte, dass 230 Han-Männer um Fort Youcon handelten, womit sie die größte Gruppe waren. Falls diese recht hohe Zahl stimmt, muss mit einer Gesamtgröße von über 800 Angehörigen allein dieser Gruppe gerechnet werden. 1865 brachten Bootsmannschaften der Hudson’s Bay Company eine schwere Scharlach-Epidemie an den Yukon. James McDougall schätzte, dass die Hälfte der Indianer um Fort Youcon starb. Dabei förderten zwei Dinge die Ausbreitung: Die Infizierten hatten, bei einer Inkubationszeit von einer bis zweieinhalb Wochen im Fall der Pocken, genügend Zeit in den Schutz ihrer Verwandten zu fliehen, oder sie vermuteten Zauber durch einen anderen Stamm, und begannen dementsprechend Rachezüge. Beides führte zu zahlreichen Neuinfektionen, gegen die die Schamanen kein Mittel hatten. 1865 klagte die Hudson’s Bay Company (HBC) erneut, die Frauen seien besonders betroffen, und einige der besten und für das Fort wichtigsten Proviantjäger seien verstorben. Zahlreiche andere Orte, an denen sich derart unbekannte Epidemien ausbreiteten, zeigen, dass Bevölkerungseinbrüche um zwei Drittel nichts Ungewöhnliches waren. Dazu verhinderte frühzeitiger Tod die Weitergabe kultureller Elemente und Fertigkeiten, brachte die dünne Führungsschicht in Legitimitätsprobleme und gefährdete das Vertrauen in ihre spirituelle Welt. Bei den ersten Begegnungen zwischen Briten und Han war deren Kultur also schon stark verändert, die Bevölkerungszahl in unbekanntem Ausmaß rückläufig. Streit um Handelsmonopole: Briten, Russen, Indianer (ab 1806) Russische Händler kamen spätestens 1839/42 an den unteren Yukon, britische an den Mackenzie schon um 1806. Zwischenhändler brachten schon Jahrzehnte vor Ankunft der ersten Europäer russische und britische Waren in die Region, wobei die Tlingit diesen Handel im Westen dominierten, die Gwich'in im Nordosten. Begehrt waren Gewehre und Glasperlen, die überwiegend gegen Pelze getauscht wurden. Die HBC sah sich aufgrund fallender Preise für Biberpelze jedoch gezwungen, verstärkt auf seltenere und teurere Pelze zu setzen. Dies veranlasste die Pelzhändler, weiter nordwärts vorzudringen. John Bell eröffnete daher einen Posten am Peel River, das spätere Fort McPherson. Doch hatten die dortigen Gwich'in, die ihre neue Position als Zwischenhändler nutzen wollten, kein Interesse, die Briten weiter westwärts ziehen zu lassen. Sie übertrieben die Transportprobleme und führten sogar einige Händler in die Irre oder ließen sie im Stich. Bell engagierte daher 1845 indianische Pfadfinder von außerhalb, die erfolgreicher waren. Den Gwich'in gelang es nicht, den Verlust ihrer vorteilhaften Position auf Dauer zu verhindern, wenn sie die HBC auch mehr als fünf Jahre aufhalten konnten. 1846 entstand der kleine Handelsposten Lapierre’s House am Westhang der Richardson Mountains, 1847 entstand Fort Youcon rund 5 km oberhalb der Mündung des Porcupine in den Yukon. Nun profitierten die dortigen Indianer vom Pelzhandel und arbeiteten gegen Provision und europäische Waren, sowie das daraus resultierende Ansehen. Parallel dazu setzte die HBC von Süden an, indem Robert Campbell 1838/40 Handelsposten am Dease und am Frances Lake sowie am oberen Pelly River errichtete. Je mehr er sich jedoch dem Yukon näherte, desto deutlicher stieß er auf das hoch entwickelte Handelssystem der Chilkat-Tlingit, so dass seine Verbindungsleute 1843, angeblich aus Angst vor „Wilden“, zurückkehrten. Angehörige der Southern Tutchone hatten die Briten verschreckt, als sie ihnen von angeblichen Kannibalen berichtet hatten. Dennoch eröffnete Campbell 1848 einen Posten am Zusammenfluss von Pelly und Yukon. 1849 stoppten jedoch dreißig Tlingit seine Händler. Unter diesen Umständen gelang es ihm während seiner fünf Jahre im 1848 gegründeten Fort Selkirk nicht, Gewinne zu machen, nahm jedoch Kontakt mit den Han auf, durch deren Gebiet er bis nach Fort Youcon den Strom abwärtsfuhr. Am 19. August 1852 plünderten und zerstörten die Chilkat jedoch den Posten auf einer Insel im Pelly River. Campbell hatte schon früh erkannt, dass Kenntnis von Terrain, Gebräuchen und Sprachen den Chilkat entscheidende Vorteile gaben. Hinzu kam, dass die HBC auf den Liard River angewiesen war, der schwer zu befahren war, und zudem die Preisstrukturen seitens der HBC-Zentrale vorgegeben wurden. Diese hingen wiederum vom Mackenzie-Gebiet im Osten ab, während die Chilkat den Preisen des Pazifikraums folgten. Im Yukon stießen also zwei Handelskreise aufeinander, deren westlicher auf den Pazifik und damit auf China ausgerichtet war, während der östliche viel stärker von den Märkten in Europa abhing. Die HBC musste den südlichen Yukon zugunsten von Fort Youcon im heutigen Alaska aufgeben. Hinzu kam eine weitere Fehleinschätzung. Die HBC glaubte, den Handelskontakt mit führenden Männern, so genannten trading chiefs (Handelshäuptlingen), aufnehmen zu müssen. Dabei schätzten die Briten aber die andersartigen inneren Strukturen falsch ein. Die Indianer wählten zwar einen trading chief, doch sie waren nicht dauerhaft an seine Weisungen gebunden, und sie brachten ihre Pelze je nach Angebot an günstigere Orte. Zudem verlangte die HBC, dass Waren nicht mehr auf Kredit vergeben werden durften, ein weiteres Missverständnis. Die Indianer betrachteten Tauschhandel nicht nur als Warenaustausch, sondern auch als eine Art Geschenkverkehr, bei dem Ansehen und Ehre wichtige Kriterien sind. Dabei wurden die Gaben nicht gleichzeitig, sondern in zeitlichem Abstand ausgetauscht. Die Indianer zogen die Konsequenz und konnten in Fort Youcon durchsetzen, dass weiterhin auf Kredit gehandelt wurde. Dabei spielten sie geschickt die HBC und die Russisch-Amerikanische Kompagnie gegeneinander aus, denn die Briten fürchteten zu Recht eine geplante Expansion der Russen stromaufwärts. Als ein russischer Agent erschien, zog Strachan Jones mehrere hundert Meilen den Yukon abwärts, um die dortigen Indianer zu überreden, in Fort Youcon zu handeln. In den folgenden Jahren sandte die HBC Händler flussabwärts, und die Youcon-Indianer verloren ihr Handelsmonopol. Diese nutzten ihrerseits Interessengegensätze zwischen dem Mackenzie-Distrikt, wo die Briten inzwischen ein unumstrittenes Handelsmonopol genossen, und Fort Youcon, indem sie drohten, diese oder jene Region zu versorgen – ein Vorteil ihrer nomadischen Lebensweise. Auch verbanden sie sich und verweigerten Fleischlieferungen, von denen das Überleben der kleinen Handelsposten abhing, um bessere Konditionen durchzusetzen. Ein Monopol war damit im Yukon nicht durchsetzbar. Als 1867 die Amerikaner Alaska kauften und feststellten, dass Fort Youcon auf ihrem Gebiet lag, musste die HBC 1869 das Fort räumen, und die Handelsnetze veränderten sich drastisch. Erste direkte Kontakte zwischen Han und Europäern (ab 1847) Die ökonomisch vergleichsweise flexiblen Tr’ondek hielten andere Stämme von ihren Handelsorten wie Forty Mile fern, wie etwa die Copper Indians im White-River-Distrikt. Ähnlich agierten die Tlingit, die die Copper Indians von Haines fernhielten. Daher fiel noch den ersten Besuchern der 1873 gegründeten kanadischen Polizeitruppe für den Nordwesten, der North West Mounted Police auf, dass diese Indianer vergleichsweise rückständig wirkten, alte Gewehre besaßen usw. Ähnliches galt bis zum Goldrausch für die Kaska im Südosten und die östlichen Tutchone. Als erstmals Europäer in das Gebiet der Tr’ondek kamen, war ihr Häuptling Gäh St’ät oder „Rabbit skin hat“ (Kaninchenfellhut), den die Neuankömmlinge „Catsah“ nannten. Die ersten Europäer stellten fest, dass neben traditionellen Handels-, Tausch- und Verschenkgütern wie Birkenrinde, Roter Ocker, Felle oder Lachs, auch schon Tee, Tabak, Glasperlen oder metallene Kessel bekannt waren. Der erste bekannte Kontakt zwischen Weißen und Han fand am 5. April 1847 statt. Der Händler der HBC Alexander Hunter Murray berichtet über ein Zusammentreffen in LaPierre’s House am oberen Porcupine. Ihr Führer war demnach ein junger Chief, der 20 Marderfelle mitbrachte, die er gegen ein Gewehr eintauschen wollte. Murray nannte sie „Gens de fou“. Sie führten halbgetrocknete Gänsezungen, Karibuhäute und Pelze mit sich. Drei von ihnen hatten bereits Weiße gesehen, wohl Russen, mit denen sie angeblich in Nulato in Alaska gehandelt hatten. Im Gegensatz zu den „Rat Indians“ – gemeint sind wohl die Gwich'in die Bisamratten jagten – freuten sie sich über das geplante Fort Yukon, das näher an ihrem Gebiet lag. Anfang August 1847 besuchte erstmals eine größere Gruppe das Fort. Murray war allerdings von Gwich'in gewarnt worden, dass die Han wütend auf die Briten seien, da diese glaubten, der Tod eines ihrer Häuptlinge stehe mit der Ankunft der Briten in Zusammenhang. Als die rund 25 Kanus anlegten, geschah dies in vollkommener Stille, ohne Gesang also, wie es bei den anderen Athabasken sonst üblich war. Die Ankömmlinge wirkten auf Murray besonders „wild“, da sie lange Haare trugen und ihre Hemden mit Perlen und Messing schmückten. Sie brachten Pfeifen aus Zinn und Blech mit, die sie bei Russen eingetauscht hatten. An Tauschwaren führten sie wenig mit sich, nur einige Bärenfelle, Fleisch und hundert Gänse, die sie unterwegs mit dem Bogen erlegt hatten. Am zweiten Tag drohten einige, dass sie im Falle schlechter Behandlung das Fort zerstören würden, wie es bereits bei den Russen geschehen sei – wofür es keine Belege gibt. Vor allem aber verlangten sie Waren auf Kredit, was Murray ablehnte. Bis 1852 durchquerten mindestens siebenmal Angestellte der Hudson’s Bay Company das Gebiet der Han, darunter waren auch die Männer Murrays, die den Yukon abwärts nach Fort Youcon fuhren, und der Dolmetscher Antoine Hoole, der 1851 den Fluss befuhr. Grenzziehung von 1867, neue Konkurrenz im Pelzhandel, Handelsforts Fort Yukon blieb trotz dieser anfänglichen Schwierigkeiten bis 1869 der Haupthandelsposten für die Han. Mit dem Kauf Alaskas und der Einrichtung einer Grenze zu Alaska wurde der Stamm jedoch 1867 geteilt, so dass die Dörfer der Han formal durch eine Grenze getrennt wurden. Aus Alaska kam auch der spätere Häuptling Isaac, der dem Wolf Clan entstammte und um 1859 geboren worden war. Er heiratete die Häuptlingstochter Eliza Harper vom Crow Clan, dem zweiten Clan des Stammes. Nur zwischen diesen Clans durfte geheiratet werden, nicht innerhalb der Clans. Das Paar dürfte etwa 200 Menschen geführt haben. Bereits 1873 gründete Moses Mercier, der aus Fort Youcon hatte abziehen müssen, einen ersten kleinen Handelsposten namens Belle Isle am linken Ufer des Yukon, in der Nähe des späteren Eagle, und damit im Gebiet der Han. Ende August 1874 gründete Leroy Napoleon McQuesten, besser als Jack McQuesten bekannt, einen zweiten Handelsposten namens Fort Reliance, rund 10 km unterhalb der Mündung des Klondike, den er als „Trundeck River“ kannte. Zusammen mit Frank Barnfield errichtete er eine Hütte, wobei die beiden Männer Indianer zum Fällen und Tragen der Bäume engagierten. Andere jagten für sie. McQuesten blieb als einziger mehrere Jahre, insgesamt zwölf, in dem Posten, dessen Grundfläche rund 30 mal 20 Fuß bemaß. An seinem Handelsposten trafen sich Han, Upper Tanana und Northern Tutchone. Die ansässigen Indianer bezeichnete er als „Klondike Han“. Einige Zeit lebten er und seine Partner vom Handel und erwarben Pelze für die Alaska Commercial Company, in deren Auftrag McQuesten handelte. McQuesten führte zudem die Yukon, das erste Dampfboot auf dem Yukon River. Von Westen setzte die Alaska Commercial Company, die 1867 für 350.000 Dollar das Handelsmonopol der abziehenden russischen Konkurrenz gekauft hatte, bis 1874 ein weitgehendes Handelsmonopol auf dem unteren Yukon durch. Doch konkurrierten unabhängige Pelzhändler mit ihr. Viele indianische Gruppen nutzten die Konkurrenzsituation und wandten sich den Amerikanern zu. Die Briten räumten den Händlern um Rampart House nun ohne weiteres Handel auf Kredit ein. Sie engagierten noch mehr Pfadfinder, Jäger, Fischer und Dolmetscher, verlängerten die Verträge von drei auf sechs Monate, konnten aber nicht mehr wie früher 300 km flussabwärts bis nach Nuklukayet fahren. Die amerikanische Konkurrenz ging wesentlich aggressiver vor und offerierte bessere Preise, suchte entferntere Gruppen gezielt auf, bot sogar britische Waren an und machte die Indianer zu selbstständigen Partnern. Zudem brachten sie ein rund 17 m langes Dampfboot auf den Yukon, womit sie die Warentransporte erheblich verbilligten und beschleunigten. Mit dem Erwerb Alaskas durch die USA (1867) und dem erzwungenen Abzug der Briten aus Fort Youcon am 9. August 1869, das westlich der vereinbarten Grenze am 141. Längengrad lag, änderte sich die Situation insofern, als sich bald verschiedene Kompanien Konkurrenz machten. Häuptling Catsah (Gah ts'at) hatte auf die Gründung von Fort Reliance gedrängt. 1877 oder 1878 musste der Posten jedoch geräumt werden, da es – nach amerikanischen Quellen nach einem Tabakdiebstahl – zu Feindseligkeiten kam. 1877 kam es zudem zu einem Zwischenfall nach der Räumung des Forts. In den verlassenen Räumen befanden sich Überreste von Fett, das zur Bekämpfung von Mäusen mit Arsenik vermischt worden war. Drei Frauen vergifteten sich damit, eine von ihnen, eine 16-jährige Blinde, starb daran. McQuesten und der Häuptling einigten sich auf Kompensationen, die Mutter akzeptierte einen Hund. McQuesten eröffnete den Posten bereits 1878 wieder, und die Han leisteten Kompensationen für den Tabak. 1880 entstand eine Konkurrenzgründung im Han-Gebiet durch die Western Fur and Trading Company rund 130 km flussabwärts bei David’s Village nahe dem heutigen Eagle. Moses Mercier musste diesen nicht profitablen Posten jedoch 1881 bereits wieder aufgeben. 1882 gründete er, nun für die Alaska Commercial Company, in derselben Gegend den Posten Belle Isle. Sein ehemaliger Arbeitgeber eröffnete daraufhin den aufgegebenen Posten neu, und die beiden Gesellschaften konkurrierten nun aufs schärfste. Schon 1883 endete diese für die Han vorteilhafte Situation, als die Alaska Commercial Company ihren Rivalen übernahm. Der Monopolist erhöhte nun die Preise der eigenen Waren, senkte die Pelzpreise und begrenzte die Kreditvergabe. Die Amerikaner setzten zudem Dampfboote ein, wie die Yukon der Alaskan Commercial Company (ACC) oder ab 1879 die 25 m lange St Michael der Western Trading and Fur Company, was die Warenmengen weiter erhöhte. 1887 kam die New Racket hinzu, die von einer Goldsuchergruppe gebaut worden war, die die ACC jedoch aufgekauft hatte. Nun kamen einerseits Massengüter wie Mehl und – was die HBC ablehnte – Repetiergewehre und Segeltuch für Zelte in das Gebiet, aber auch exotische Waren, wie chinesische Teetassen. Damit wurde die Mittlerposition der Han für solche Waren gestärkt. Ab 1889 kam die über 40 m lange Arctic hinzu, nach Einsetzen des Klondike-Goldrauschs kamen sogar über 70 m lange Schiffe hinzu, die an die Manövrierfähigkeiten auf dem unberechenbaren Fluss höchste Anforderungen stellten. Als weiterer Faktor kamen in den 1880er Jahren Walfangboote nach Herschel Island, weit im Norden vor der Küste der Beaufortsee. Sie brachten Winchester-Repetiergewehre, deren Verkauf Amerikaner und Briten gleichermaßen verweigerten, und Alkohol. Goldfunde Schon 1872 war es im Cassiar-Distrikt zu einem kurzen Goldrausch gekommen, 1885 entdeckte man Gold am Stewart River. Schon Campbell wusste von Gold bei Fort Selkirk und Reverend Robert McDonald, der 1862 bis 1863 in Fort Yukon stationiert war, hatte Gold gefunden, wohl am Birch Creek. George Holt sandte als erster Gold aus Alaska nach außerhalb. Manche Pelzhändler wechselten in das neue, profitablere Gewerbe. Doch hierbei waren die Hürden höher, denn die Prospektoren lehnten oftmals die indianische Arbeit ab. Die Technik des Goldwaschens – andere Vorkommen hätten höheren Kapital- und Arbeitseinsatz sowie entsprechende Maschinen erfordert – bedurfte kaum bezahlter Arbeit, sondern wurde von den Prospektoren selbst durchgeführt (placer mining). Zudem waren diesmal die Europäer und Amerikaner extrem flexibel, denn immer neue Gerüchte von Goldfunden trieben die Männer und wenigen Frauen von Fundort zu Fundort. 1886 kam es zu einem ersten größeren Goldfund am Fortymile River (Ch’ëdäh Dëk) und mehrere hundert Männer zogen hierher, wo bisher gefischt wurde, und wo eine Durchgangsstelle für Karibus die Jagd erleichterte. Die Tr’ondek Hwech’in versorgten den neuen Ort Forty Mile mit Lebensmitteln sowie mit den überlebensnotwendigen Pelzen. Sie erhielten dafür in ihren Augen kunstvolle Glasperlen, Metallgeräte und Alkohol. Ihr Führer war inzwischen Chief Isaac, dessen traditioneller Name nicht mehr bekannt ist, und der der Schwiegersohn von Gäh St’ät war. McQuesten gab nun Fort Reliance auf (1886) und baute einen neuen Posten an der Mündung des Stewart River. 1894 entstand 60 Meilen oberhalb von Fort Reliance an der Mündung des Sixtymile Creek ein neuer Posten, der nach William Ogilvie benannt wurde, der als Historiker des Goldrauschs im Yukon gilt. Auf amerikanischem Gebiet entstand Circle City nach Goldfunden am Birch Creek (1893/94). 1895 brachten Goldfunde am American Creek das Dorf Eagle City hervor, wo sich zeitweise an die tausend Goldgräber aufhielten. Dort entstand 1899 Fort Egbert zur Überwachung der Grenze. Schon vor dem großen Goldrausch schätzt man die Zahl der Goldsucher im Yukon auf tausend bis zweitausend, unruhige Männer, die unkontrolliert durch das Gebiet der Tr’ondek zogen. Manche Tr’ondek arbeiteten als Träger, als Packer für die Boote, oder beim Waschen des Goldes mit, doch erwarben nur wenige Indianer Claims. Offenbar genügte ihnen die geringe Aussicht auf weit entfernt liegenden Lohn nicht als Motiv, um die ungesunde und langwierige Arbeit auf sich zu nehmen. Zudem hatten sie keine Pläne, ihre Heimat zu verlassen, und Gold war dort von schnell sinkendem Wert. Die erfolgreichen Goldsucher von außerhalb hingegen wollten das Gebiet so schnell wie möglich wieder verlassen und mit ihrem Ertrag ein komfortables Leben in den südlichen Städten führen. Der Lohn für die Träger von Dawson nach Forty Mile variierte zwischen Sommer und Winter, denn in der kalten Jahreszeit erlaubten Hundeteams größere und schnellere Transporte. Sie erhielten allerdings nur ein Drittel des Lohns. In den Minen verdienten Indianer zwischen 4 und 8 Dollar am Tag, Weiße zwischen 6 und 10, jedoch konnten sie Lohnforderungen angesichts des unterschwelligen Rassismus nur schwer durchsetzen. Dennoch meinte der für sie zuständige Bischof William Carpenter Bompas, die Indianer würden reich durch die Arbeit in den Minen, und durch die Versorgung der Prospektoren und ihrer Schlittenhunde mit Fleisch und Fisch. Einige Prospektoren kauften die Blockhütten von Indianern für rund 100 bis 200 Dollar. Schon jetzt machte sich eine erhebliche Inflation bemerkbar, ein Phänomen, das die Indianer nicht kannten. Daher waren ihre Hausverkäufe zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgt. Mission, anglikanische Steuerung der interkulturellen Kontakte (ab 1862) 1862 kam als erster Missionar William West Kirkby nach Fort Youcon und blieb für einige Tage, 1863 veranlasste er einen Medizinmann und vier junge Männer, die er für die Mission vorgesehen hatte, mit ihm einige Texte zu lesen. Im Norden, am Porcupine, missionierte 1862 Robert McDonald, ein Halbindianer aus dem Red River District. 1864 erschien der spätere Bischof Bompas im Norden. Er wurde 1876 Bischof von Athabasca. 1890 übernahm er das Bistum Selkirk, aus dem später Yukon wurde, das wiederum aus der Aufteilung des Mackenzie-Bistums hervorgegangen war. 1887 kam neben William Ogilvie und Bernard Moore der Erzdiakon Robert McDonald in die Region. Im selben Jahr gründete der anglikanische Missionar J. W. Ellington die Missionsstation Buxton Mission auf Mission Island oberhalb von Forty Mile, doch musste Ellington die Mission zwei Jahre später aus Gesundheitsgründen aufgeben. 1891 besuchte Bischof William Carpenter Bompas die Region; er kehrte im nächsten Jahr mit seiner Frau Charlotte Selina zurück. Abgesehen von einem Jahr (1899–1900), wo er in Moosehide lebte, blieb er bis 1901 in Fortymile (Buxton). Bompas glaubte, die Han, „dieses niedrigste aller Völker“, vor Alkoholkonsum und sexuellen Kontakten zu den ganz überwiegend männlichen Pelzhändlern und Goldsuchern sowie vor allen schlechten Einflüssen schützen zu müssen. Diese veranstalteten nach Abschluss eines Handels Feste, bei denen es zu Trinkfeiern und in deren Verlauf zu sexuellen Kontakten mit Frauen der Indianer kam. Da dies immer wieder an denselben Orten vorkam und sie erkannten, dass dies weiße Männer anzog, begannen die Han, ein Tanzhaus auf Mission Island zu bauen. Bischof Bompas kaufte ihnen den begonnenen Bau ab und ließ daraus eine Kirche bauen. Die HBC förderte hingegen diese Art von Kontakten, zumindest für die niederen Ränge, um die meist jungen Männer durch die Ehe mit einer Indianerin länger im Land zu halten. Den höheren Rängen riet sie ausdrücklich ab. So hatte schon Alexander Hunter Murray seine nichtindianische Frau 1847 mit nach Fort Youcon gebracht. Robert Campbell wurde von Governor George Simpson ausdrücklich davor gewarnt, sein Leben durch eine indianische Frau zu verkomplizieren. Bischof Bompas sorgte für eine Schule und die ab 1895 beginnende Präsenz der 19 Männer der North West Mounted Police unter Charles Constantine. Bei Fortymile entstand das nach ihm benannte Fort Constantine, auf Mission Island lebte die Station neu auf. Eines seiner Hauptziele war die Trennung der Rassen. Bompas setzte sich für ein striktes Alkoholverbot ein, da es während der kurzen Aufenthalte von Goldsuchern und Han in seinen Augen zu häufig zu Trinkfeiern kam. Da die Europäer die Indianer nur bei solchen Gelegenheiten zu Gesicht bekamen, glaubten diese, die Indianer verhielten sich immer unmäßig, und erließen folglich ein generelles Verbot. Die Polizeitruppe verhängte Bußgelder von bis zu über 100 Dollar gegen Alkoholhändler, die ihr Produkt an Indianer verkauften. Jedoch brachten gerade diese Eindämmungsversuche Schwarzbrenner, Schmuggler, Pelzhändler, Goldsucher und Indianer zusammen und förderten ungewollt den Alkoholmissbrauch. Außerdem hatten Missionare und Polizisten, in Erwartung steigender Gewaltbereitschaft und puritanischer Furcht vor sexuellen Kontakten, Angst vor Feiern dieser Art, während sie für die weißen Männer oftmals ein Mittel zur Aufnahme sexueller Kontakte zu den Han-Frauen darstellten. Dies wiederum dürfte mit hohen kulturellen Hürden, vor allem dem Mangel an sprachlicher Kommunikation und Unkenntnis zusammenhängen, sicherlich auch mit der geringen Zahl an Frauen und den entsprechend seltenen Kontaktmöglichkeiten. Diese Kontakte waren ganz überwiegend kurzlebig, zumal die meisten Weißen fürchteten, als „Squaw men“ beschimpft zu werden. Die Kinder aus solchen Beziehungen blieben bei den Han, meist den Müttern, selten bei den Vätern. Klondike-Goldrausch ab 1896, Chief Isaac, Moosehide Wirtschaftliche und politische Einordnung In Kanada setzten globale Engpässe in der Goldversorgung umfangreiche Suchunternehmungen in Gang, die im Abstand von wenigen Jahren ab etwa 1858 immer wieder fündig wurden. Die ersten Goldfunde lösten in diesem Umfeld eine gewaltige Massenbewegung in das extrem dünn besiedelte und schwer erreichbare Gebiet am Yukon aus. Dies war für Kanada von hoher politischer Brisanz, zumal der überwiegende Teil der Goldsucher aus den USA stammte. 1867 erwarben die USA zudem Alaska von Russland. Die Goldsucher brachten nun nicht nur die Indianer in die Minderheit, sondern auch die Briten, die 1867 Kanada gegründet hatten, um die Expansion der USA nach Norden zu bremsen. 1898 erhob Kanada das Gebiet zu einem eigenen Territorium und entsandte eine kleine Polizeitruppe. Ein Teil der Goldgräber kam über Alaska, das den überwiegenden Teil des pazifischen Küstensaums beherrschte, und dessen Häfen einen leichteren Zugang zum Klondike boten, als die in Kanada. Eine Kontrolle der langen Grenze entlang des 141. Längengrads war praktisch nicht möglich, und den Goldsuchern im Yukongebiet war es weder klar noch wichtig, ob sie sich gerade auf dem Territorium der USA oder dem Kanadas befanden. In den USA war es nach der Panik von 1893 und der von 1896 zu schweren wirtschaftlichen Erschütterungen gekommen. Als die Portland am 17. Juli 1897 in Seattle anlegte und die ersten erfolgreichen Goldsucher mitbrachte, forderten die rund 5.000 Anwesenden die Passagiere durch Zurufe auf, ihr Gold zu zeigen. Diese präsentierten es der jubelnden Menge. In der „Klondike-Ausgabe“ berichtete der Seattle Post-Intelligencer unter der Schlagzeile Gold! Gold! Gold! Gold! und Sixty-Eight Rich Men on the Steamer Portland (Achtundsechzig reiche Männer auf dem Dampfer Portland) von Gold im Wert von 700.000 Dollar. Chief Isaac und Moosehide 1894 lebten rund tausend Goldsucher im Yukon. Doch mit dem Klondike-Goldrausch ab 1896 kamen über 100.000 Weiße in die Region. Unmittelbar auf der gegenüberliegenden nördlichen Flussseite des Tr’ondek-Dorfes Tr’ochëk entstand Dawson, die mit Abstand größte Goldgräberstadt mit zeitweise über 40.000 Einwohnern. Bereits 1901 stellten die Indianer nur noch etwas mehr als 10 % der Bevölkerung des Territoriums Yukon. Bis zum Goldrausch war Tr'ochëk das Sommerlager von Häuptling Isaac, dem Führer der Tr’ondek Hwech’in. Er stammte aus einem Dorf in Alaska, das seit 1867 zu den USA gehörte. Er wuchs in Eagle Village und im Gebiet um Forty Mile auf. 1892 traf er Bischof William Bompas und ließ sich taufen. Er nahm zwar häufig an Gottesdiensten der Anglikanischen Kirche teil, doch hielt er zugleich an seinen Traditionen fest. So reiste er häufig zu Potlatches nach Fort Selkirk, Forty Mile und Eagle, wie 1915 beim Tod von Häuptling Jackson bei der Selkirk First Nation. Von Bischof Bompas erbte er eine Uhr, wofür er seinem Nachfolger das steinerne Jagdmesser seines Großvaters als Gegengeschenk überreichte. 1897 fand jedoch ein grundlegender Umbruch statt. So berichtet der anglikanische Missionar Frederick Flewelling, dass er am 29. Mai 1897 in das bis dahin ruhige Tr'ochëk zurückgekehrt war, nachdem er eine Winterreise nach Forty Mile absolviert hatte. „Fünf- oder sechshundert Männer sind allein in diesem Frühjahr hierher gekommen, und ihre Zelte sind überall verstreut.“ Spekulanten hatten vielen Han ihr Land abgekauft, so dass sie nicht wussten, wo sie im Winter bleiben sollten. Flewelling kaufte daher einen 40-Acre-Trakt zwei Meilen flussabwärts und schlug vor, die Han dort unterzubringen und eine Mission zu gründen. Aus den Erinnerungen der Han-Ältesten geht jedoch hervor, dass sie und ihr Häuptling Isaac ihr Schicksal sehr wohl selbst in die Hand nahmen und die Fremden willkommen hießen, auch wenn ihre Gier nach Gold unverständlich blieb. Isaac beobachtete, wie die Weißen das Gold um sich warfen, wunderte sich, dass sie nur deshalb so zahlreich kamen, und meinte, es gebe zu viel davon. Er fürchtete die negativen Folgen des Kontakts und machte selbst den Vorschlag zur Umsiedlung nach Moosehide. Bevölkerungseinbruch Wie schon zuvor, spielten eingeschleppte Krankheiten eine überaus zerstörerische Rolle. Die Zahl der Indianer im Territorium fiel zwischen 1901 und 1911 um mehr als die Hälfte von 3.322 auf 1.489. Dabei gerieten die Han gleichfalls in Bedrängnis. Das unruhige Dawson mit seinen ausschwärmenden Goldsuchern vertrieb das Wild, zudem verbrauchten die Weißen das wenige Holz der Region als Bau- und Feuerholz, die zahlreichen Flöße und Boote zerstörten ihre Fischreusen. Die Luft war voller Rauch, weil die Goldsucher das Unterholz niederbrannten und die angekohlten Stämme schlugen. Darüber hinaus wurden die Tr’ondek von Krankheiten wie Tuberkulose befallen, gegen die sie eine nur geringe Resistenz aufwiesen. Häuptling Isaac fürchtete zudem die Verrohung der Sitten sowie zunehmende Abhängigkeit. Es gelang ihm dennoch, einen fragilen Frieden aufrechtzuerhalten. Er lernte Englisch und hielt sogar Vorträge. Seine persönliche Autorität manifestierte sich jeden Morgen darin, dass er als erster sein Haus verlassen durfte, das Dorf mit lauter Stimme weckte und daraufhin verkündete, wo zu jagen war oder wohin der Stamm ziehen sollte. Zu Weihnachten 1902 kam jeder Dorfbewohner vor das Haus des Häuptlings und tauschte mit ihm Geschenke aus. Moosehide und Dawson (ab 1896) Um Konflikte zu vermeiden, begannen die Indianer ab Herbst 1896 mit Vertretern von Kirche und Regierung zu verhandeln, also mit Bischof William Bompas und Inspector Charles Constantine. Die Han zogen zunächst von Tr’ochëk in die Mounted Police reserve auf der anderen Flussseite, doch war auch dies zu nah an Dawson. Im Frühjahr 1897 zogen sie einige Kilometer flussabwärts nach Moosehide. Wichtig war, dass es frisches Wasser aus einem Bach gab, Holz zur Verfügung stand, Pfade bestanden, die den Zugang zu den Jagdgebieten ermöglichten und dass von hier aus gut Lachs gefangen werden konnte. Gleichzeitig konnten sie Fleisch an die Goldsucher verkaufen, aber auch Arbeit auf den Schaufelraddampfern, in Holzbetrieben oder im Hafen finden. Chief Isaac übergab sicherheitshalber viele Kultgegenstände, vor allem aber Lieder und Geschichten an die Verwandten in Alaska, zu denen er weiterhin enge Beziehungen pflegte. So feierte er 1907 ein Potlatch in Eagle mit Chief Alex. Twelve Mile oder Tthedëk entstand ebenfalls im Zuge des Klondike-Goldrauschs, als einige der Familien nicht mit nach Moosehide ziehen wollten. Die mindestens zehn Familien unter Führung von Charlie Adams und seiner Frau hatten engere Beziehungen zu den Gruppen in Alaska, als zu denen um Dawson, das 30 km oberhalb des Ortes lag. Doch diese Siedlung musste aufgegeben werden, 1957 zerstörte eine Überschwemmung die verbliebenen Häuser. Im Frühjahr 1898 kamen, nachdem Zeitungen die Nachricht weltweit bekannt gemacht hatten, zehntausende von Goldsuchern, Stampeders genannt, nach Dawson. Im Mai wurde Tr’ochëk von Neuankömmlingen mit Beschlag belegt, und Lousetown entstand, auch Klondike City genannt. Dort siedelten sich zahlreiche Prostituierte an. Archäologen fanden allein am steilen Abhang der Insel 72 Hausplattformen der dortigen Blockhütten. Diese wurden mit massiven Steinblöcken befestigt. Andere Neusiedler bauten einfache Zelte, die von Hölzern gehalten wurden, und die nur wenige Spuren hinterließen. Müll und Abwässer wanderten den Hügel abwärts in den Fluss. Am 27. März 1900 richtete die Regierung ein Reservat in Moosehide ein. Doch war die Ernährungslage dort in diesem Jahr so angespannt, dass der Inspector der North West Mounted Police Z. T. Wood mit Mehl, Reis und Tee aushalf, um die 10 bis 12 am schwersten Betroffenen zu unterstützen. Chief Isaac unterhielt weiterhin gute Kontakte in die Stadt. Seine Frau, Eliza Harper, verband eine enge Freundschaft mit Klondike Kate (Kathleen Rockwell), einer während des Goldrauschs bekannten Tänzerin, die einen der Goldgräber namens Johnny Matson heiratete und bis zu ihrem Tod 1957 in Bend in Oregon lebte. Sie schrieben sich bis zu ihrem Tod zahlreiche Briefe und Kate sandte ihrer Freundin Kleider. Kate schrieb dabei an „Mrs Chief Isaac“. Eliza, die 1960 im Alter von 87 Jahren starb, brachte 13 Kinder zur Welt, von denen aber nur 4 erwachsen wurden – eine Sterblichkeitsrate, die nicht ungewöhnlich war. Ihre Kinder waren Patricia Lindgren, Angela Lopaschuck, Charlie und Fred Isaac, die für die mündliche Überlieferung und im Falle der Söhne für die politisch-religiöse Selbstorganisation des Stammes wichtige Rollen spielten. 1906 starb Isaacs ältester Sohn Edward an Tuberkulose. Ab 1913 besuchte sein achtjähriger Sohn Fred zusammen mit sieben anderen Moosehide-Kindern als erster die Schule in Carcross. Diese Schule, die Choutla School, war zwei Jahre zuvor eröffnet worden. Sie bestand bis Anfang der 1960er Jahre, brannte allerdings 1939 ab, daher duften die Kinder in Moosehide von 1948 bis 1957 zu Hause unterrichtet werden. 1920 entstand ein Haus für Kinder aus „Mischehen“, das St Paul’s Hostel (bis 1952). 1901 besuchte Chief Isaac zusammen mit seinem Bruder Walter Benjamin und dem Medizinmann Little Paul seinen Freund Jack McQuesten, der lange ebenfalls Gold im Yukon gesucht hatte. Dazu reisten die drei auf dem Dampfboot Sarah auf dem Yukon nach St. Michael, dann weiter nach Seattle, San Francisco und Berkeley in Kalifornien. Sie waren Gäste der Alaska Commercial Company und besichtigten die Goldgräberstädte entlang der Route. Zwischen 1904 und 1919 sicherte sich der Häuptling vier Claims, nicht um Gold zu suchen, sondern um die Siedlung um Moosehide zu sichern. 1905 fürchtete der Yukon Territorial Council, dass anhaltende Trockenheit die Goldgewinnung unmöglich machen würde. So beauftragte er den Regenmacher Charlie Hatfield für ein Honorar von 10.000 Dollar Regen zu machen. Als nur wenig Regen fiel, bot Chief Isaac an, für nur 5.000 Dollar vier Medizinmänner zu beauftragen, Hatfield zu zeigen, wie man Regen macht. Reservatsgrenzen, Auseinandersetzungen Am 15. Dezember 1911 sagte Chief Isaac in einem Interview in den Dawson Daily News: „All Klondike belong my people… Long time all mine. Hills all mine, caribou all mine, moose alle mine, rabbits all mine, gold all mine. White men come and take all my gold. Take millions, take more hundreds fifty million, and blow 'em in Seattle. Now Moosehide Injun want Christmas. Game is gone. White man kill all moose and caribou near Dawson… Injun everywhere have own hunting grounds. Moosehides hunt up Klondike, up Sixtymile, up Twentymile, but game is all gone. White man kill all.“ Er beharrte damit darauf, dass das Klondike-Gebiet seit Langem seinem Volk gehöre, alle Hügel, Karibus, Elche, Kaninchen und das Gold. Doch die weißen Männer hätten all sein Gold genommen, im Wert von 150 Millionen Dollar, und sie hätten es in Seattle verprasst. Jetzt seien die Indianer Christen, das Wild sei verschwunden, der Weiße Mann habe alle Elche und Karibus um Dawson getötet, und auch in Isaacs Gebieten seien die Tiere verschwunden. Der weiße Mann habe sie alle getötet. Auch brachte er zum Ausdruck, dass das Goldschürfen akzeptiert werde, das Abschlachten der Lebensgrundlage hingegen nicht. Die Ressourcen schwanden und die Jagd erforderte einen immer größeren Aufwand und längere Abwesenheit. Zugleich verbrauchten Dampfboote und Brennöfen die Wälder um Dawson, so dass Isaac versuchte, ein Waldgebiet unter Schutz zu stellen, aus dem sein Stamm seinen Bedarf decken konnte. So fragte er 1907 über den Missionar Benjamin Totty bei der Regierung wegen eines Waldgebiets am Moosehide Creek an. Ende der 1920er Jahre war jedoch das Reservat zugunsten von Holzfällern verkleinert worden, da man glaubte, dieses Holz sei von geringem Nutzen für die Han. Kirche Als Missionar arbeitete bis 1926 Benjamin Totty, den Bompas angeworben hatte, in Moosehide. 1908 entstand in Erinnerung an Bompas die St Barnabas Church. Jonathon Wood, ein Indianer, arbeitete als Katechet. Die Kirche initiierte den Moosehide Men’s Club und die Senior Women’s Auxiliary. 1932 entstand die vermutlich einzige indigene Anglican Young People’s Organization in Kanada. Diese Einrichtungen dienten vor allem der Überwachung des Lebenswandels und der Sauberkeit der Siedlung durch seine eigenen Mitglieder. Polizeiaufgaben Weitergehende Befugnisse erhielt der von der Polizei eingesetzte Constable. Um 1911 stellte die Mounted Police einen der Stammesangehörigen als Constable ein. Diese Constables, der erste überlieferte Name ist Henry Harper, wurden für genau spezifizierte Aufgaben eingestellt. So wurde 1912 ein Constable vereidigt, dessen Aufgabe darin bestand, die Bewohner von Moosehide wegen einer Masernepidemie davon abzuhalten, Dawson zu besuchen. Auch Chief Isaac war mehrfach Constable, weitere Namen sind jedoch nicht überliefert, außer dem von Sam Smith. Er war ein älter Gwich'in von Fort McPherson, der bis zu seinem Tod im Jahr 1925 in Moosehide lebte. Wahrscheinlich erhielten die Constables Anweisungen vom Rat und von den Älteren. Die Special Constables sollten in Moosehide für Ruhe sorgen, was ihnen laut einem Bericht der Polizei auch gelang. Erster Dorfrat, Tod Isaacs (1921–1932) Im März 1921 wählten die Leute von Moosehide einen ersten Rat. Den Vorsitz des siebenköpfigen Gremiums übernahm Esau Harper, Chief Isaac wurde nur zweiter Vorsitzender. James Woods wurde Sekretär, Sam Smith wurde Inside Guard, David Robert war als Wächter für die Kinder zuständig. Tom Young und David Taylor betätigten sich als Hauswächter. James Thompson war Dorfinspektor north-end und Peter Thompson south-end. Seine Aufgabe sah der Rat darin, das Dorf sauber zu halten, sich um Kranke und Alte zu kümmern, die Schulpflicht durchzusetzen, das Verhältnis von Männern und Frauen zu überwachen und Bußgelder zu verhängen, auch wegen Alkoholmissbrauchs. In seiner ersten Sitzung verbot der Rat jungen Mädchen, mit Weißen zu gehen, und verbot Nichtindianern den Zutritt zum Reservat. Kinder sollten zur Schule gehen und um 9 Uhr abends im Bett sein. Alle Indianer sollten eine Stunde zuvor Dawson verlassen haben, Frauen, die allein unterwegs waren, sogar um 7 Uhr – es sei denn, sie waren in Begleitung einer verheirateten Frau. Männer durften nur in Begleitung eines Kameraden in der Stadt übernachten. Männer waren verantwortlich für das Herbeischaffen von Holz und Wasser für ihre Familien, zudem war das Weiterreichen von Kautabak – wohl als Präventionsmaßnahme – verboten. Darüber hinaus wurden Hunde im Haus verboten. Weiße durften nur noch in Geschäften nach Moosehide kommen. Diese tiefreichenden Eingriffe stießen jedoch auf Widerstand, so dass das Gremium zunehmend versuchte, statt auf Strafen auf Überzeugung zu setzen. Auch reduzierte es drastisch die Eingriffe in innerfamiliäre Vorgänge. Insgesamt betrachtete der Indianeragent Hawskley den Rat von Moosehide als Experiment, wehrte sich aber gegen Vorschläge aus Ottawa, dieser Institution Dauerhaftigkeit zu verleihen. Isaac führte den Stamm bis zu seinem Tod am 9. April 1932 und wurde ein Ehrenmitglied des Yukon Order of Pioneers. Er hielt zahlreiche Vorträge, wie etwa zum Victoria Day, der in den Metropolen mit großem Aufwand gefeiert wurde, oder zum Discovery Day. Isaac war in der Gesellschaft Dawsons ein häufig geladener Gast, obwohl er immer wieder daran erinnerte, dass die Gäste auf seinem Land waren, und dass sie das Wild abschlachteten. Er forderte sie sogar auf, auf die Jagd und den Fischfang zu verzichten, so wie die Tr’ondek auf die Goldsuche verzichteten. Er starb am 9. April 1932 im Alter von 73 Jahren an einer Grippe. Sein Leichnam wurde auf einem Wagen von zwei Pferden über das Eis nach Moosehide gezogen; an der Beerdigung nahmen alle Indianer der Umgebung teil und viele Bewohner Dawsons. Nachfolge (1932 bis etwa 1960) Seine beiden Brüder Johnathon Wood und Walter Benjamin waren Priester. Johnathon diente an der St. Barnabas Church in Moosehide und starb am 6. Januar 1938 als ältester Bewohner, Walter Benjamin diente an der Episcopal Church Mission im alaskanischen Eagle Village. Im Dezember 1935 traf sich der Rat mit dem Indianeragenten G. Binning, um über eine mögliche Absetzung von Isaacs Nachfolger, Chief Charlie Isaac zu beraten. Doch trug man dem Häuptling, der offenbar zu häufig abwesend war, das Amt erneut an. Im Januar 1936 wurde er jedoch abgesetzt und durch Chief John Jonas ersetzt. Charlie Isaac diente von 1939 bis 1945 auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in der kanadischen Armee und war in Vancouver und in Victoria stationiert. Er starb am 25. Februar 1975. Sieben Jahre zuvor war sein Bruder Fred verstorben. Seine beiden Schwestern Princess Patricia, die früh erblindete, und Angela lebten bis 1991 und 1993. Sie waren wichtige Quellen der mündlichen Überlieferung. James oder Jimmie Wood, ein Absolvent der Choutla School in Carcross, übernahm das Häuptlingsamt um 1940. Er wurde ein anglikanischer Katechist, Hilfslehrer in Moosehide und diente während des Krieges in einer lokalen Patrouille; danach unterstützte er ein Hausbauprogramm. Nach zehn Jahren der Krankheit starb der Häuptling 1956 an Tuberkulose. Zweiter Häuptling war Happy Jack Lesky. Dem Häuptling folgte abermals Chief Jonas, doch war er bereits 78 Jahre alt. Er war der letzte der so genannten „Moosehide Chiefs“. 1961 lebten nur noch sieben Familien in Moosehide, davon vier Han-, zwei Peel-River-Gwich'in und eine gemischter Herkunft. Eagle, die Han in Alaska Ähnlich tiefgreifend waren die Veränderungen bei den Verwandten in Alaska. Im Mai 1898 erwarben 28 Amerikaner einen Trakt am Mission Creek. Binnen weniger Monate stieg die Zahl der Bewohner auf 1.700, über 500 Blockhütten entstanden. 1899 entstand Fort Egbert zur Überwachung des Gebiets und der Grenze. Nur aus mündlichen Quellen geht hervor, dass die Armee den Han nicht mehr erlaubte, in ihrem Gebiet zu leben. Demnach überredete Chief Philip, dessen Haus voller Decken der Hudson’s Bay Company und voll der begehrten Perlen war, seinen Stamm, drei Meilen weiter zu ziehen, dorthin wo seine Hütte stand. Ihre Begräbnisstätten ließen sie zurück. Im Sommer 1898 hatte der erste episkopalistische Bischof von Alaska Peter Trimble Rowe bereits einen Platz für eine Kirche vorgesehen, doch im nächsten Jahr war Eagle City von der Armee besetzt. Auch waren dort Katholiken und Presbyterianer aktiv, so dass er beschloss, seine Aktivitäten auf Eagle Village zu konzentrieren, wohin die Han gegangen waren. 1905 bis 1906 entstand die St. Paul’s Mission, 1925 wurde der Indianer Walter Benjamin zum Laienprediger ernannt. Er unterstützte zudem bis 1946 den örtlichen Missionar. George Burgess, der von 1909 bis 1920 im Dorf als Missionar lebte, versuchte, ähnlich wie in Moosehide, den Einfluss der Weißen, vor allem der Soldaten aus Fort Egbert, fernzuhalten. So beendete er die Tanzveranstaltungen. Jeder Mann ab 12 Jahren musste einer Temperenzler-Gesellschaft angehören – gegen eine Aufnahmegebühr von einem Dollar und 25 Cent pro Monat Mitgliedsbeitrag, und gegen das Versprechen, ein Jahr keinen Alkohol anzurühren. Im Gegensatz zu Moosehide bzw. Dawson konnten die Han keinen Alkohol in Eagle City erwerben. Bereits 1902 entstand eine Tagesschule für die Han-Kinder in Eagle City, 1905 eröffnete die Episcopal Church eine Tagesschule in Eagle Village. Die Lehrerin setzte mit dem Stock den ausschließlichen Gebrauch der englischen Sprache durch. Zugleich war der Gesundheitszustand schlecht, Tuberkulose, Lungen- und Verdauungskrankheiten waren weit verbreitet. „Es gab keine Medizin“, wie sich später einer der Älteren erinnerte. Wie viele Kinder an diesen Krankheiten starben, ist nicht ermittelt worden, das nächste Krankenhaus war in Fort Youcon bzw. in Dawson. Vordringen der Geldwirtschaft Die Geldwirtschaft erreichte das Gebiet um Dawson und entlang der Anreisewege fast schlagartig, doch löste sie den Tauschhandel und den auf dem Austausch von Gaben basierenden Gütertausch nur unter Widerständen ab. Die Indianer versorgten Forty Mile ab 1886 mit Nahrungsmitteln und Pelzen. Sie erhielten dafür Glasperlen, Metallgeräte und Alkohol, offenbar seltener Geld. Die Chilkoot, die lange vor dem Goldrausch einen der Pässe kontrollierten, verdienten als Erste Geld. Sie arbeiteten als Träger. Die Männer trugen bis zu 200 Pfund, auch Frauen und Halbwüchsige beteiligten sich, und schleppten bis zu 75 Pfund. Doch die Indianer horteten den Lohn, den sie in Form von Gold- und Silbermünzen erhielten, so dass ständig zu wenig Geld in Umlauf war. Dabei verdienten auch die Frauen gut, denn sie verkauften zusätzlich Hüte, Handschuhe und Mukluks. Doch je mehr Männer ohne Claims sich im Yukon sammelten, desto niedriger wurden die Löhne. Im Frühjahr 1894 wurden Inspector Constantine und Sergeant Brown von der Regierung in den Yukon geschickt, um für die Eintreibung von Gebühren und Abgaben zu sorgen. Zu dieser Zeit und auch während des eigentlichen Klondike-Goldrauschs zirkulierte Geld vor allem zwischen den Händlern und den Goldsuchern. Je mehr Goldsucher wieder ohne Erfolg abzogen, desto mehr fielen die Preise der liegen gebliebenen Ausrüstungen. Viele verdingten sich als Lohngräber oder boten den Claim-Inhabern andere Dienstleistungen an. Joseph Ladue errichtete im August 1896 am Zusammenfluss von Klondike und Yukon eine Sägemühle, dazu ein Warenhaus und einen Saloon. Von 1898 bis 1899 entwickelte sich eine erste Gewerbestruktur in Dawson. Am Yukon erstreckte sich der Handelsbezirk mit Läden und Lagern. Von deren Waren hingen alle Bewohner vollständig ab, insbesondere während der sechs Monate, in denen die Stadt nicht per Schiff erreicht werden konnte, und damit weder Waren noch Geld aus- und einströmten. Wer keinen Claim bekam oder aus sonstigen Gründen nicht nach Gold suchte, wurde Cheechako genannt. Einige von ihnen schufen einen Luxusmarkt, etwa für aufwändige Hausfassaden, aber auch für Musikinstrumente, teure Stoffe oder Schmuck. Mit dem Nachzug von Frauen und Familien verminderte sich der anfangs sehr hohe Bedarf an Wäschereien, ähnliches galt für die Prostitution. Im Mai 1899 mussten die Frauen jedoch den Kernbezirk verlassen, und sie erhielten einen abgelegeneren Bezirk zwischen der Fourth und der Fifth Avenue. 1901 wurden sie noch weiter abgedrängt und mussten nach Klondike City, auch Lousetown (Läusestadt) genannt, umziehen, dort wo bis 1896 die Tr’ondek Hwech’in gewohnt hatten. Doch der Boom war kurzlebig und endete spätestens 1906 mit dem Abriss der Residenz des Commissioners. Die Regierung sah keine große Zukunft mehr für Dawson. Die Tr’ondek Hwech’in, die sowohl an der Phase der Konkurrenz zwischen Tlingit und Hudson’s Bay Company im Pelzhandel, als auch an der kurzlebigen Phase des von Amerikanern dominierten Freihandels partizipiert hatten, konnten zunächst – zumindest einige von ihnen – als Träger, Schlittenhundeführer, Jäger, Fischer oder Packer Geld verdienen. Jedoch saßen sie in der frühen Phase zwischen den Monopolgebieten am Mackenzie, um Fort Youcon und dem der Chilkat im Südwesten. Nun brach der Goldrausch mitten in ihrem Gebiet herein. Dabei fanden sie saisonale Arbeit an verschiedenen Orten, was ihrer bisherigen Lebensweise sehr entgegenkam. Die neuen Waren und Produkte erforderten allerdings, verstärkt durch steigende Preise, einen höheren Anteil der durch Geld honorierten Arbeit und einen niedrigeren Anteil der reinen Subsistenzarbeit. Solange nicht Massen an konkurrierenden Arbeitskräften eintrafen, fanden die Tr’ondek einen Zugang zum kapitalistischen Arbeitsmarkt. Die Gier nach Gold, aber vor allem Massen an Zuwanderern zerstörten dieses Gleichgewicht. Waren 1896 noch vier von fünf Bewohnern des Yukon Indianer gewesen, so war es 1901 nur noch einer von neun. Dabei kostete der Ausbau der Verkehrswege, vor allem der Eisenbahnbau, die Indianer viele Arbeitsplätze als Träger. Außerdem erhöhte die Anordnung der Regierung, jeder Prospektor müsse seine Ausrüstung selbst mitbringen zwar den Anteil an Lohnarbeit für das Tragen, reduzierte aber die Lebensmittelversorgung gegen Provision. Zudem gingen viele der Prospektoren, die die Goldsuche aufgegeben hatten, nun selbst auf die Jagd und machten den Indianern auf dem Provisionsmarkt Konkurrenz. Hunde waren begehrt, und so zogen manche nordwärts und erwarben Schlittenhunde, die sie in Dawson teurer verkauften. Die zahlreichen Dampfer boten einfache Arbeiten, aber auch die Holzproduktion, einige, wie die Dawson Boys, zugewanderte Gwich'in aus dem Norden, arbeiteten auf Dampfern, etwa als Lotsen oder Handlanger, aber auch als Schreiner, Bootsmechaniker oder lizenzierte Händler, Frauen arbeiteten in Wäschereien oder als Köchinnen in den Camps. Meist zogen die Männer während des Sommers, ähnlich wie früher zur Jagd, an die neuen Einkunftsstätten und nahmen danach ihre zyklischen Wanderungen und ihren winterlichen Lebensstil wieder auf, so dass eine gemischte Ökonomie auf der Grundlage der alten Ökonomie entstand. Frauen belieferten den entstehenden Markt mit Kleidung, aber auch Schlitten und Schneeschuhe wurden nachgefragt. Zwar besuchten einige Indianerinnen die Häuser der Goldsucher in Forty Mile, und auch in Dawson kam dies vor, doch die weiße Konkurrenz war auch auf dem Sektor der Prostitution übermächtig. Dies stand in Gegensatz zu den Erfahrungen an anderen Orten, an denen Goldsucher sich zusammengefunden hatten. Bischof Bompas setzte durch, dass Wohlfahrtsleistungen an minderbemittelte Indianer ausgegeben wurden, wovon jedoch nur Gruppen am Bennett-Dawson-Korridor entlang der Polizeistationen profitierten. Je stärker jedoch die Industrialisierung der Goldgewinnung zunahm, desto kleiner wurde der Markt für nicht ausgebildete Arbeitskräfte, ein Markt, der zunehmend bessere Ausbildung verlangte. Diese fehlte den Indianern jedoch, und es bestand kaum Zugang zu technischer Ausbildung. Hinzu kam das Fortdauern vorindustrieller Mentalität und Lebensweise. Der Klondike-Goldrausch trennte die Ökonomie in zwei Sphären, in die der Gewinnung, Verarbeitung und des Abtransports von Rohstoffen und in die von Jagd, Fallenstellerei, Fischfang und Sammeln. Die Überschneidungen in diesen Bereichen hatten sich, nachdem sie anfänglich sehr stark gewesen waren, wieder stark reduziert. Ökonomisches Abseits, Weltwirtschaftskrise, Alaska Highway (etwa 1905 bis 1960) Die Tr’ondek standen nach 1905 weitgehend abseits der regionalen ökonomischen Entwicklung. Diese wurde von großen Rohstoffunternehmen dominiert, die die Kultfigur des Goldsuchers nicht mehr brauchten. Die drei wichtigsten fanden sich 1929 in der Yukon Consolidated Gold Corporation zusammen. Eine rapide fallende Zahl von Prospektoren durchsuchte das Territorium, doch große Funde wurden selten. Stattdessen eröffneten Kupferminen bei Whitehorse, Silberminen bei Mayo und Keno. Manche Indianer, wie Sam Smith und Big Lake Jim betätigten sich als Prospektoren und wurden bei Little Atlin fündig. Die wachsende Schiffsflotte auf den Flüssen, die vor allem dem Transport von Rohstoffen diente, bot die Möglichkeit, entlang der Flüsse Brennholz zu verkaufen. Um Dawson bot auch nach wie vor die Jagd Einkommensmöglichkeiten. 1904 brauchte die Stadt etwa 2.300 Karibus und 600 Elche bei allerdings nur noch 9.000 Einwohnern. Wie in vielen Branchen, so wurden Indianer auch im Yukon durch Gesetzesänderungen, auf die sie wenig Einfluss hatten, verdrängt. 1923 verdrängte sie ein solches Gesetz aus einer kleinen Branche, der der Jagdführer, die vor allem im Süden und Osten von Bedeutung war. Indianer durften nur noch als Hilfsführer und Lagerhelfer arbeiten, nicht mehr als chief guides. Allerdings gab es 1941 erst drei chief guides, und erst in den 1950er Jahren wuchs dieser Bereich deutlich an. Die ältere Branche der Pelzindustrie erlebte im Yukon, im Gegensatz zu Kanada insgesamt, eine gewisse Wiederbelebung. Bestanden 1921 nur 27 Handelsposten von 18 verschiedenen Unternehmen oder Personen, so waren es 1930, auf dem Höhepunkt, 46 Posten von 30 Unternehmern, davon gehörten allein 11 Taylor und Drury. Dabei schwankte der Marktwert zwischen 23.000 (1933) und über 600.000 Dollar (1944–1946) als Jahresertrag extrem stark. Viele Jäger verschuldeten sich übermäßig. Die Regierung des Territoriums versuchte 1923 bis 1929 durch eine Gebühr von 100 Dollar Nicht-Yukoner von der Jagd auszuschließen, doch im Norden wurden damit die außerhalb des Yukon lebenden Gwich'in behindert, wobei die Vuntut Gwitchin wiederum davon profitierten, die die einzige Gruppe der Gwich'in im Yukon waren. Die Weltwirtschaftskrise traf die Tr’ondek dadurch, dass die wenigen Arbeitsplätze auf den Schaufelraddampfern, die den Yukon und seine Nebenflüsse befuhren, nun durch Weiße besetzt wurden. Zudem trieb die massenhafte Arbeitslosigkeit viele von ihnen in die Jagd, so dass sie den Indianern noch mehr Konkurrenz machten, und zugleich der Pelzmarkt einbrach. In den 1940er Jahren gingen die Wildbestände so stark zurück, dass die Jagd um Dawson verboten wurde. Ähnlich wie im Schiffsverkehr sah es auf den Docks und in der Holzindustrie aus. Darüber hinaus schlossen die letzten Goldminen, viele Weiße verließen das Territorium. Nur noch rund 2.700 Nicht-Indianer lebten im Territorium. Viele Tr’ondek meldeten sich zur Armee, so auch zwölf Männer aus Eagle Village. Andere gingen in den südlichen Yukon, um ab 1942 beim Bau des Alaska Highway mitzuarbeiten, den die USA in Erwartung einer japanischen Invasion bauten. Mehr als 30.000 Arbeiter, meist aus den USA, waren dort beschäftigt. Auch das Canol-Pipelineprojekt bot zahlreiche neue Stellen. 1942 entstand sogar ein Mangel an Arbeitskräften in den Minen, da viele zum Straßenbau gingen. Die Minenunternehmen engagierten daher Indianer, mussten aber feststellen, dass diese im Herbst ihre Arbeitsplätze verließen, um zur gewohnten und lebensnotwendigen Jagd zu gehen. Außerdem fürchteten sie, sich mit den aus dem Süden eingeschleppten Krankheiten zu infizieren, Epidemien, die nach wie vor ganze Orte auslöschten, wie etwa Champagne am Alaska Highway, das heute fast eine Geisterstadt ist. 1947 und 1948 brach der Pelzmarkt in den USA und damit bei den westlichen Han zusammen, das Gleiche galt für die kanadischen Märkte. Erst 1950 wurden in Yukon die so genannten trap lines, die in British Columbia bereits 1926 eingeführt worden waren, verteilt. Sie sollten bestimmte Gebiete nur noch für die Jagd entsprechender Stämme reservieren, um weiße Konkurrenz fernzuhalten. Doch das Gegenteil geschah. Gebühren, vor allem aber die Vererbung der Anrechte über die männliche Linie, statt wie traditionell über die weibliche, führten zu Streitigkeiten und letztlich zu einem Vordringen nichtindianischer Pelztierjagd. Dies machte die Indianer wiederum von der kanadischen Wohlfahrt abhängig, die während des Krieges stark gefördert worden war und die ab etwa 1955 auch die Indianer des Yukon erreichte. Unterbeschäftigung und Abhängigkeit schufen ein zunehmendes Alkoholproblem. Ähnlich wie im Yukon verstärkte der Straßenbau, hier des 1953 bis 1955 entstandenen Taylor Highway, die Zufuhr auch in Eagle. 1964 beschloss Eagle Village per Abstimmung die Abschaffung des Verkaufs, ein Beschluss, der bis heute gültig ist. Die Bevölkerung ging dennoch weiter zurück. Hatte der Ort 1966 noch 64 Einwohner, so waren es 1997 nur noch 24, im Jahr 2000 wieder 30 bzw. 68 als Census-designated place. 1957 schloss die Schule in Moosehide, was auch die letzten Bewohner veranlasste, nach Dawson zu gehen. Reverend Martin verließ als letzter dauerhafter Bewohner 1962 Moosehide. In Dawson besaßen die Tr’ondek jedoch keinerlei Schutz durch ein Reservat, sondern siedelten sich familienweise an. Die Stadt war indes so stark geschrumpft, dass nur geringe Polizeikräfte verblieben. Waren 1904 noch 96 Männer der North West Mounted Police in Dawson, so waren es 1910 nur noch 33, 1925 nur noch 15, 1945 gar 3. Die Regierung unterstützte den Hausbau, schuf aber durch die nahe beieinander stehenden Häuser ein eigenes indianisches Quartier in der Stadt. Segregation, Vernachlässigung (etwa 1905 bis 1942) Insgesamt erreichte die anglikanische Kirche zusammen mit der Polizeitruppe eine Phase relativ stabiler Segregation ab etwa 1905, die bis 1942 andauerte. Sie war ohne die Entwicklung stereotyper Bilder des Indianers und der Vorstellungen von „Wildheit“ und allgemein Minderwertigkeit in der weißen Gesellschaft des Korridors zwischen Dawson, Mayo und Whitehorse jedoch nicht vorstellbar. So wehrte man sich in Dawson 1925 heftig gegen eine Schule für Kinder aus gemischten Beziehungen. Andererseits verlor jede indianische Frau, die einen Weißen heiratete, ihren Status als Indianerin (vgl. Indian Act). Dabei stieg der Altersunterschied zwischen den Ehepartnern erheblich. Hatte er von 1900 bis 1925 noch bei 4 Jahren gelegen, so stieg er 1925 bis 1950 auf rund 12 Jahre, die weißen Männer, die Indianerinnen heirateten, waren sogar 16 Jahre älter. Dabei verfügte man über kein legales Mittel, um Indianer aus den Städten fernzuhalten, wie 1913 der Indianeragent von Whitehorse mit Bedauern feststellte, außer dem „bluff“. Sie mussten Dawson im Sommer ab 19 Uhr, im Winter ab 17 Uhr verlassen. Strafen durften gegen die Leute aus Moosehide verhängt werden, wenn sie die Sperrstunde verletzten, wenn sie tranken oder einfach, wenn sie zu freundlich zu weißen Bewohnern waren. Ab 1929 mussten Indianer Dawson um 20 Uhr verlassen, 1933 brauchten sie zum Aufenthalt in der Stadt eine Sondererlaubnis. Diese erhielten sie üblicherweise, wenn sie einen Arbeitsvertrag vorwiesen. Ob, wie in Mayo 1947, eine laute Glocke die Sperrstunde verkündete, ist unklar. Einen Sonderfall stellten die Frauen von Missionaren dar, die in der Stadt bleiben durften, denn der langjährige Missionar Toddy war mit einer Indianerin verheiratet, die ihn wegen eines Ohrenleidens pflegen sollte. Neben den eigentlichen Missionsschulen und den in ganz Kanada für die Ureinwohner eingerichteten Schulen besuchten bis 1949 nur Kinder in Teslin eine integrierte Schule. Dabei kam der Widerstand gegen die Aufnahme indianischer Schüler inzwischen weder aus der Verwaltung noch aus der Lehrerschaft, sondern aus den Kreisen der Eltern. Ende der 1940er Jahre zogen viele Moosehider nach Dawson, doch überredete der zuständige Indianeragent sie zurückzukehren, da er Ausbrüche von Tuberkulose fürchtete. Die völlige Vernachlässigung medizinischer Versorgung, die Segregation und die Armut hatten in der Tat dazu geführt, dass die Tuberkulose sich ausbreitete. Schon 1907 war es zudem bei einer Diphtheriewelle zu 7 Toten in Moosehide gekommen. Diese Krankheiten traten immer wieder auf, und so rechnete man bis 1941 mit 18 bis 37 (registrierten) Sterbefällen pro Jahr im Yukon. 1942 schnellte diese Zahl auf 64 in die Höhe, als der Alaska Highway ausgebaut wurde. Die medizinische Versorgung der Indianer wurde zwar von den wenigen Hospitälern übernommen, doch wurden sie, wie in Mayo, in einem Zelt hinter dem Gebäude versorgt. Das von der Treadgold Mining Company gegründete Institut verweigerte ihre Aufnahme. In Dawson weigerten sich weiße Mütter, den Raum mit Indianerinnen zu teilen. Die medizinische Versorgung basierte auf einem Entlohnungssystem der Ärzte, bei dem das Department of Indian Affairs einsprang, wenn die Patienten nicht zahlungsfähig waren. Dazu stellte es vier Ärzte, die 1914 auf der Basis eines festen Honorars durch zwei Ärzte in Dawson und Whitehorse ersetzt wurden. J. O. Lachapelle erhielt, wie sein Kollege in Whitehorse, 1.200 Dollar im Jahr, statt, wie bisher, zwei Dollar pro Patient. Bei der umfassenden Segregation und Vernachlässigung stagnierte die Zahl der Indianer im Yukon bei hohem Krankheitsstand und hoher Kindersterblichkeit von 1911 bis 1951 bei rund 1.300 bis 1.600. 1901 hatte ihre Zahl noch bei 3.322 gelegen, 1961 waren es erst wieder 2.207, 1971 2.580. Zugleich wurde ihre Lebensgrundlage durch Überjagung der Karibuherden verstärkt bedroht. So umfasste die Forty Mile Herd 1920 rund 568.000 Tiere, doch bereits 1953 existierten nur noch 50.000 Tiere. Bis 1973 schrumpfte die Herde durch weitere Überjagung auf 6.500 Exemplare zusammen. Heute umfasst die Herde wieder 39.000 Tiere; sie soll auf 50 bis 100.000 vergrößert werden. Seit einigen Jahren taucht sie auch wieder bei Dawson auf. Landansprüche und Selbstregierung, kulturelle Wiederbelebung (seit etwa 1950) In den 1950er Jahren begannen die Tr’ondëk das verlassene Tr'ochëk wieder zu besiedeln, nachdem Dawson stark entvölkert war, so stark, dass die Hauptstadt Yukons nach Whitehorse verlegt wurde. Wenige Jahre zuvor hatten sich Familien aus Fort Selkirk dort angesiedelt. Die Familien der Johnsons, der Blanchards, der Baums, der Isaacs zogen Anfang der 1950er Jahre wieder nach Tr'ochëk, wo sie teils traditionell, teils von Lohnarbeit außerhalb des Dorfs lebten. In den 1960er Jahren war Fred Isaac einer der wenigen, die noch in Moosehide wohnten. Erst 1960 erhielten die Indianer Kanadas das Wahlrecht, 1961 nahmen die Yukoner Indianer erstmals an einer Wahl im Territorium teil. 1969 wurde Percy Henry zum Häuptling gewählt (bis 1984). In den 1970er Jahren entwickelten die wenigen noch lebenden Han-Sprecher zusammen mit Linguisten wie John Ritter eine Schrift, die ihre Sprache möglichst genau wiedergeben konnte. Damit erhielt der geplante Sprachunterricht eine wichtige Stütze. Zudem wurden Erinnerungsbräuche wie das Moosehide Gathering, eine aus weitem Umkreis beschickte Versammlung, die alle zwei Jahre stattfindet, initiiert, und alte, wie die Erste Jagd, wiederbelebt. Im Dezember 1973 wurde Premierminister Pierre Trudeau das Manifest der Landforderungen Together today, for our children tomorrow überreicht. 1975 sprachen sich die Älteren des Stammes dafür aus, Tr’ochëk als integralen Bestandteil ihrer Landforderungen zu betrachten, doch 1977 setzten sich dort Goldsucher fest. Noch 1991 wurden diese Tätigkeiten illegal fortgesetzt, wobei dortige Artefakte zerstört wurden. Audrey McLaughlin, Angehörige des Yukoner Parlaments, forderte die Regierung auf, diese Tätigkeiten sofort zu untersagen. Auf Percy Henry folgte 1984 erstmals eine Frau als Chief, Peggy Kormendy. Ein Jahr zuvor war in Eagle bereits Joanne Beck zum Häuptling gewählt worden. Der Stamm nahm 1991 Verhandlungen mit dem Territorium um seine Landansprüche auf, 1992 bezog die Regierung Tr’ochëk in die Verhandlungen ein. 1993 unterzeichneten vier Stämme ein Agreement in principle, doch die Verhandlungen der Tr’ondek stagnierten. Im Juli 1995 beschloss der Stamm, seinen Namen von Dawson First Nation offiziell in Tr’ondëk Hwëch’in First Nation zu ändern. 1997 kaufte die Regierung Kanadas alle Claims im Bereich von Tr’ochëk für eine Million Dollar auf, und es kam zu einem Abkommensentwurf. Am 30. August 1996 brannte das nach Chief Isaac benannte Stammesbüro an der Front Street ab. Der Vertrag von 1998 Am 16. Juli 1998 kam es, mit 72 % Zustimmung, beim Moosehide Gathering zum Vertragsabschluss. Der Vertrag trat am 15. September in Kraft. Er umfasst 531 Seiten, hinzu kommt ein Anhang B mit zahlreichen Karten. Der Stamm erhielt 2598,52 km² Siedlungsland, dazu 1553,99 km² Land der Kategorie A, wo ausschließliche Jagdrechte, aber auch Anspruch auf die Landoberfläche und die darunter liegende Schicht besteht, dazu 1044,52 km² Land der Kategorie B, wo die Tr’ondek nur Anspruch auf die Bodenoberfläche (also nicht auf Bodenschätze), dazu gemeinsames Jagdrecht mit anderen besitzen. Im gesamten traditionellen Gebiet behalten Stammesangehörige ihr Jagdrecht. Bei Entwicklungsprojekten, z. B. der Gewinnung von Bodenschätzen, wird der Stamm beteiligt, auch in Form von Arbeitsplätzen. Dazu erhält der Stamm 48 Millionen Dollar, von denen allerdings 17 aus verschiedenen Gründen zurückgezahlt werden müssen. Dazu kommt der Zugang und eine 50-prozentige Repräsentation in allen zuständigen Gremien inklusive der dazugehörigen Einnahmen und Honorare, meist vertreten durch den Council for Yukon First Nations. Schließlich sollte für alle Zeit der Tombstone Territorial Park unter Schutz stehen, die Tr’ondek auch hier hälftig beteiligt sein. So entstand ein Schutzgebiet von 2.100 km² zu dem ein Teil der Mackenzie Mountains Ecoregion, die Ogilvie Mountains und die Blackstone Uplands gehören. Des Weiteren wurden drei historische Stätten (Historic Sites) eingerichtet: Forty Mile, Fort Cudahy und Fort Constantine. Der Stamm und das Territorium haben gemeinsame Besitzrechte und beschicken den Verwaltungsrat mit je der Hälfte der Mitglieder. Der Vertrag sieht unter ähnlichen Bedingungen auch vor, eine Caribou Habitat Study Area einzurichten, in der festgestellt werden soll, ob die größte Karibu-Herde Nordamerikas, die beinahe ausgerottet worden war, wiederhergestellt werden kann. 2002 wurde Tr'ochëk als National Historic Site of Canada ausgewiesen. Die Tr'ochëk Heritage Site bietet entsprechende ökonomische Möglichkeiten der Nutzung, vor allem aber der kulturellen Repräsentation. Im zuständigen Gremium stellen die Tr’ondek 60 % der Mitglieder. Parks Canada und YTG Heritage stellen seit 2002, als die Stätte zur nationalen historischen Stätte erhoben wurde, die übrigen Mitglieder. Sie bieten Unterstützung in archäologischen und historischen Fragen und bei der Abfassung einer Geschichte des Ortes. Die örtliche Robert Service School hat eine archäologische Abteilung und bietet Schülern und Studenten archäologische Lehrgänge. Auch auf die Han in Alaska übte der Vertrag eine starke Wirkung aus, denn jeder, der nachweislich einen Han-Vorfahren hat, kann dem Vertrag beitreten. Einer der Unterhändler, Joe Joseph aus Dawson, reiste bereits ab Sommer 1997 nach Alaska und trug Antragsteller in eine Liste ein. Entsprechend einem US-Gesetz, dem Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA) von 1990 forderte Karma Ulvi aus Eagle Village die Rückgabe von Artefakten, die sich im University of Alaska Museum in Fairbanks befinden. Ähnliche Aufstellungen entstanden in Dawson. Verfassung, weitergehende Verträge Am 22. August 1998 gab sich der Stamm eine Verfassung. Neun der elf Mitglieder-Stämme des Council of Yukon First Nations (CYFN) haben inzwischen Verträge über Landansprüche und Selbstregierung abschließen können. Die meisten staatlichen Aufgaben liegen seitdem in ihrer Hand, wozu vor allem Gesetzgebung, Exekutive und ein eigenes Steuersystem gehören. 1997 ging Tr'ochëk wieder in das Eigentum des Stammes über. Bereits in diesem Jahr begann eine Grabungskampagne, bei der die Jugendlichen des Stammes eine wichtige Rolle spielten und zugleich ihre traditionelle Kultur zu verstehen lernten. Dort entstand ein Lehrpfad und eine Schutzhütte, 2002 wurde die Insel zur nationalen historischen Stätte erhoben, 2011 wurde die entsprechende Beschilderung vorgenommen. Zusammen mit der First Nation of Nacho Nyak Dun schlossen sie einen Vertrag mit Yukon Energy zur Versorgung Dawsons mit Strom über die 232 km lange Mayo Dawson Power Line. Aktuelle Situation 2002 entstand, bedingt durch Mangel an Bauland, ein neuer Land Claim (C-4) bei Dawson. In dieser neuen, so genannten subdivision entstanden in Zusammenarbeit des Stammes mit der Canada Mortgage and Housing Corporation, einer 1946 gegründeten staatlichen Organisation zur Förderung des Hausbaus, zunächst sechs Häuser, 2003 entstanden weitere sechs. Diese Häuser mussten den schwierigen Bedingungen auf Permafrostboden genügen. Zudem wohnen die Tr’ondek Hwech’in meist in Großfamilien, bei denen die Älteren (Elders) einen integralen Bestandteil bilden. Darüber hinaus sollten die hierzu entwickelten Konzepte des HealthyHousing dafür Sorge tragen, dass Energieeffizienz und gesundes Raumklima berücksichtigt wurden. Um den sich verändernden Familien angepasst werden zu können, wurde zusätzlich das FlexHousing-Konzept entwickelt. Dies betrifft sowohl die Zahl der Zugänge, als auch die Raumaufteilung, aber auch die Möglichkeit, Anbauten zu schaffen, die zentral beheizt und belüftet werden können, sowie Barrierefreiheit. Dabei knüpft man an bekannte Bautechniken und Materialien an, die in der Umgebung verfügbar sind, denn die extrem kurze Bauphase im Sommer erfordert eine besonders strenge Zeitplanung. Da nach Recherchen und Rückgabeverhandlungen nun ein Teil der Artefakte nach Dawson zurückgekehrt ist, wird die Kultur der Han auch für Touristen zunehmend sichtbar. Neben dem Kulturzentrum versucht man, auch die anderen Orte einzubeziehen. So existiert seit 2001 die River of Culture tour, die von Han Natural Products, einem Ableger von Chief Isaac, betrieben wird. Das Schiff Luk Cho (King Salmon) fährt von Dawson über Tr'ochëk nach Moosehide Island. 2008 wurde Eddie Taylor für drei Jahre zum Häuptling gewählt. Die bis 2020 für die Indianer Kanadas zuständige, bis 2015 Department of Indian Affairs and Northern Development genannte Einrichtung Indigenous and Northern Affairs Canada, zählte im August 2009 genau 692, im Dezember 2011 genau 716 Menschen zum Stamm. Die vom Stamm selbst geführte Liste umfasste am 5. Mai 2008 hingegen 1.048 Mitglieder, von denen 338 in Dawson lebten, 218 in anderen Orten Yukons, 492 außerhalb, davon 65 außerhalb Kanadas. Im Mai 2020 zählte die staatliche Institution, die aufgelöst und als Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada eingerichtet werden soll, 874 Stammesangehörige. Von diesen lebten 683 außerhalb der Reservate, knapp 200 auf Kronland und nur noch drei Männer im Reservat. Bis Juni 2020 hatte die Corona-Pandemie die Indigenen im Yukon noch nicht erreicht. Moosehide Gathering, Versammlung zur Erinnerung an die Umsiedlung Alle zwei Jahre findet das Moosehide Gathering statt, das ein halbes Jahrhundert der Umsiedlung in Erinnerung behalten will. Solche Versammlungen wurden seit langem abgehalten, um die weit verstreuten Gruppen zusammenzubringen. Dort wurden politische Streitigkeiten geschlichtet, geheiratet, man traf sich mit Angehörigen anderer First Nations, etwa um zu handeln, rituelle Feste, wie das Potlatch wurden begangen. Mit der Missionierung traten neben die Feiern anlässlich der Lachswanderungen auch Ostern und Weihnachten als Termine in den Vordergrund. Nach Moosehide kamen dann Leute aus Forty Mile und Eagle, aus Tetlin, aber auch Gwich'in vom Peel und Blackstone River, Nördliche Tutchone und Tanana. Dabei hatten vor allem die Häuptlinge, wie Isaac, Gegenbesuche zu machen, wie bei der Ernennung eines Nachfolgers für einen verstorbenen Häuptling. Im Gegensatz zu British Columbia, wo ab 1885 der Potlatch verboten war, kam es in Yukon zu keinen Verhaftungen, jedoch durch Anwesenheit der Polizei zur Überwachung, durch die Missionare zur Umwandlung in einfache Feierlichkeiten. Erst in den 1970er Jahren kam es zu einer Wiederbelebung der traditionellen Potlatchfeiern. So kam es 1993 zu einem ersten Moosehide Gathering, es folgte ein zweites 1994. Seitdem findet die Feier alle zwei Jahre statt. Hunderte von Besuchern aus Alaska, Yukon und den Nordwest-Territorien besuchen die viertägige Feier. 1998 wurde entsprechend die Annahme des Landnutzungsvertrags gefeiert, dabei wurden Geschenke verteilt, die die Erinnerung wach halten und die Zeugen persönlich verpflichten. Zugleich erhalten die jüngeren Stammesmitglieder Gelegenheit, die Reichweite ihrer Kultur kennen zu lernen, indem sie sie ausüben. Rückkehr von Kulturgütern und -wissen aus Alaska Die Lieder, die Chief Isaac an die in Eagle in Alaska lebenden Verwandten übergeben hatte, sind inzwischen wieder in den Besitz des Stammes zurückgekehrt. Damit wird wieder das Erlernen der Sprache gefördert. Kulturzentrum in Dawson (seit 1998) Zudem konnte im Monat der Vertragsunterzeichnung, also im Juli 1998, das Dänojà Zho Cultural Centre (auch Long time ago house) eröffnet werden. Es entstand durch Mittel, die der Stamm anlässlich der 100-Jahr-Feier des Klondike-Goldrauschs erhielt. 1999 erhielt das Zentrum die Lieutenant Governor of British Columbia’s Medal in Architecture für seine Architektur. Das Haus ist das einzige, das in Dawson, das als nationale historische Stätte eigentlich keine neueren Bauten als die der Goldgräberzeit gestattet, moderne Architektur mit Elementen der viel älteren Kultur der Tr’ondek Hwech’in verbindet. Black City, Jagdgebiet und Siedlung (bis 1927) Das Jagdgebiet der Blackstone Uplands teilten sich die Tr’ondek mit zwei Gwich'in-Stämmen, den Tukudh-Gwich'in vom oberen Porcupine River und den Teetl'it-Gwich'in vom oberen Peel River. Die Uplands waren durch den Seela-Pass mit dem Yukon und über den Chandindu mit dem Twelvemile River verbunden. Black City, gelegentlich auch Blackstone Village genannt, war eine der dortigen Siedlungen mit rund 40 bis 50 Einwohnern am Westufer des East Blackstone River, unweit des Dempster Highway. Die Siedlung lag nahe an einem Wanderpfad zweier Karibuherden, die in den Uplands überwinterten. Andere Orte waren Calico Town, Ts'ok giitlin und Cache Creek. Viele Gwich'in, die Dawson zweimal pro Jahr über einen Pfad durch das Chandindu Valley auf Hundeschlitten oder Traghunden mit Fleisch versorgten, blieben in Moosehide, manche auch in der Umgebung von Dawson. In Moosehide fanden um Weihnachten entsprechende Empfangsfeierlichkeiten statt, und Familien wurden gegründet, wie die Martins, Henrys und Semples, die in Moosehide blieben. Manche brachten auch unbekannte Krankheiten, wie die Grippe mit, und eine unbekannte Zahl von ihnen wurde vom Diakon Richard Martin beigesetzt. Das Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Black City war um 1927 jedoch wieder verlassen, seine Bewohner waren nach Moosehide, Old Crow oder Fort McPherson gegangen. Um 1938 erfolgte wohl der letzte Jagd- und Handelszug der Gwich'in durch das Gebiet. Sie kamen vom Hungry Lake, Doll Creek oder den Burning Mountains. Heute ist das Gebiet von Black City im Rahmen des Tombstone-Parks geschützt, archäologische Projekte dienen der Erforschung, aber auch der stärkeren Anbindung der Jüngeren an die Region. 1989 begannen Grabungen in Black City und im Umland. Das Management der Stätte liegt ausschließlich bei den Tr’ondek Hwech’in, Jagd und Fischfang werden bis heute praktiziert. Zerstörung und Wiederaufbau von Eagle (seit 2009) Im Mai 2009 wurde Eagle von der schwersten überlieferten Überschwemmung getroffen und von umhertreibenden Eisblöcken weitgehend zerstört. Unter den 25 zerstörten Häusern befand sich das Eagle Customs House von 1900. Auch Eagle Village wurde völlig zerstört, dazu gehört als historisches Gebäude die Kirche. Präsident Obama rief den Notstand aus. In Eagle City hielten sich während des Sommers permanent mindestens 60 freiwillige Helfer auf, bis August entstanden 13 neue Häuser. In Eagle Village bauten vor allem der Mennonite Disaster Service, Samaritan’s Purse und das Eagle Rebuilding Construction Team. Quellen Neben archäologischen Funden und mündlicher Überlieferung stellen die Berichte der Hudson’s Bay Company die frühesten Quellen dar. Zu den ältesten Journalen zählen die Berichte Murrays, die 1847 einsetzen (Murray 1910). Murray war zwar Augenzeuge, doch dürften die Verständigungsmöglichkeiten eher begrenzt gewesen sein. Von gewisser Bedeutung sind die Berichte von William Hardisty und Strachan Jones, wenn sie auch sehr knapp sind. Frederick Schwattka, der in militärischem Auftrag berichtete, liefert uns für die Zeit vor 1900 ausführlichere Darstellungen zur Kultur der Han, wenn er auch nicht über Dolmetscher verfügte, ebenso wie der Journalist Tappan Adney, der kurze Zeit bei ihnen lebte (1897–1898) und in Harper’s New Monthly Magazine (1900) und in Outing (1902) darüber berichtete. Auch der Arzt Ferdinand Schmitter, der etwa 1906 in Fort Egbert stationiert war, kannte die Han aus eigener Anschauung. Er interessierte sich vor allem für die Medizinmänner, jedoch ist nicht immer klar, ob er die Dinge selbst beobachtet hat, oder ob er sie aus anderen Quellen bezog. Bis etwa 1930 gibt es keine weiteren Untersuchungen oder Darstellungen. 1932 befragte der Anthropologe Osgood, der allerdings zu dieser Zeit über die Gwich'in forschte, einige Han in Eagle, vor allem Walter Benjamin, dessen Mutter die Schwester von Chief Isaac war, und den um 1850 geborenen Jonathan Wood. Richard Slobodin arbeitete bei den Han 1963. Er befragte vor allem Han aus Dawson, unter ihnen Charlie Isaac, Simon und Mary McLeod. Insgesamt ist die dünne Quellenlage für die Zeit bis in die 1970er Jahre von geringem Interesse an der Kultur, wenig wissenschaftlicher Ausrichtung, die, wenn sie auftrat, sich auf die benachbarten Stämme richtete, und einer schlechten sprachlichen Verständigung geprägt. Literatur Zwei weitgehend ethnologische, entgegen dem Titel nur zu einem geringen Teil historische Arbeiten stammen aus den USA, eine ist im Yukon entstanden. Hinzu kommen Arbeiten im Auftrag des Stammes und der Heritage Resources Unit in Whitehorse zur Archäologie, sowie zum Hausbau. Als richtungweisende historische Arbeit für die Zeit von 1840 bis 1973, partiell bis 1990 gilt der Beitrag von Ken S. Coates. Chief Isaac, Trondek Heritage (PDF; 588 kB). Chris Clarke und K'änächá Group, Sharon Moore (Hrsg.): Tr'ëhuhch'in näwtr'udäh'¸a = finding our way home, Tr'ondëk Hwëch'in Publ., Dawson City, ca. 2009, ISBN 978-0-9688868-3-0. Ken S. Coates: Best Left as Indians. Native-White Relations in the Yukon Territory, 1840–1973, McGill-Queen’s University Press, Montreal / Kingston 1991, Paperback 1993. Helene Dobrowolsky: Hammerstones: A History of the Tr’ondek Hwech’in, Tr’ondek Hwech’in Han Nation, 2003. Helene Dobrowolsky: Tr'ondëk Hwëch'in (First Nation) Yukon Territory. Forty Mile Historic Site: bibliography: archival sources for Forty Mile, Fort Constantine and Fort Cudahy Historic Site / zusammengestellt für Tr'ondëk Hwëch'in, Whitehorse: Yukon Government, Heritage Resources Unit 2002. Thomas J. Hammer, Christian D. Thomas: Archaeology at Forty Mile/C'hëdä Dëk, Yukon Tourism and Culture, Whitehorse 2006. Innovative Buildings. Homes for the Tr'ondëk Hwëch'in Hän. FlexHousingTM in Dawson City. Craig Mishler, William E. Simeone: Han, People of the River. Hän Hwëch'in: An Ethnography and Ethnohistory, University of Alaska Press, 2004. ISBN 1-889963-41-0 Cornelius Osgood: The Han Indians. A Compilation of Ethnographic & Historical Data on the Alaska-Yukon Boundary Area, Yale University Publications in Anthropology, 1971 – Osgood versucht die Kultur der Han um 1850, also zum Zeitpunkt der ersten direkten Kontakte mit Europäern, darzustellen. Adney Tappan: The Klondike Stampede, University of British Columbia, 1994. ISBN 978-0-7748-0490-5 Siehe auch Geschichte der First Nations Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme Schenkökonomie Weblinks Website der Tr’ondëk Hwëch’in First Nation Tr'ondëk Hwëch'in Heritage Sites Chief Isaac's People of the River – Website mit dem Schwerpunkt Chief Isaac MacBride Museum of Yukon History Anmerkungen Trondek Hwechin First Nation, Geschichte Trondek Hwechin First Nation
Bundestagswahlkreis 147 steht für folgende Wahlkreise in Deutschland: Bundestagswahlkreis Hochsauerlandkreis (seit 2013) Bundestagswahlkreis Soest (2002 bis 2009) Bundestagswahlkreis Ahrweiler (1980 bis 1998) Bundestagswahlkreis Bergstraße (1949 bis 1976)
Weslau Werschner (* 29. März 1940; † 28. Februar 2010 in Dresden) war ein deutscher Operettensänger (Tenor). Leben Werschner wirkte zunächst am Volkstheater Halberstadt und an den Städtischen Bühnen Magdeburg. Er zog 1976 nach Dresden, wo er ein Engagement an der Staatsoperette erhielt. Zusammen mit seiner Frau, der Sängerin Ulrike Buhlmann, gehörte der Tenor bald zu den Publikumslieblingen des Hauses und war einer der meistbeschäftigten Sänger der Staatsoperette. Bis 1999 stand Werschner als Solist auf der Bühne und verstarb 2010 nach schwerer Krankheit. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Striesener Friedhof. Rollen (Auswahl) 1977: Pluto in Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach 1980: Ox in Doktor Ox von Jacques Offenbach (DDR-Erstaufführung) 1992: Georges in La Cage aux Folles von Jerry Herman und Harvey Fierstein 1997: Onkel Josse in Der Vetter aus Dingsda von Eduard Künneke 1998: Fürst Dragomir in Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán Eisenstein in Die Fledermaus von Johann Strauss Leopold im Weißen Rößl von Ralph Benatzky Graf Oscar in Blaubart Barinkay in Der Zigeunerbaron von Johann Strauss Rosillon in Die lustige Witwe von Franz Lehár Edwin in Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán Adam in Der Vogelhändler von Carl Zeller Literatur Operetten-Solist Weslau Werschner ist gestorben. In: Sächsische Zeitung, 2. März 2010, S. 18. Musiker (Dresden) Kammersänger Tenor Operettensänger Deutscher DDR-Bürger Geboren 1940 Gestorben 2010 Mann
Chris de Burgh (* 15. Oktober 1948 in Venado Tuerto, Argentinien; gebürtig Christopher John Davison) ist ein irischer Sänger und Komponist. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Lieder The Lady in Red, Don’t Pay the Ferryman, Where Peaceful Waters Flow, Missing You (1988) und High on Emotion. Werdegang Christopher John Davison wurde am 15. Oktober 1948 in Argentinien geboren. Sein Vater war ein britischer Diplomat, weshalb er als Kind einige Jahre im Ausland verbrachte. Nachdem die Familie Davison von 1947 bis 1959 unter anderem in Argentinien, Nigeria und Belgisch-Kongo gelebt hatte, kam Davison mit zwölf Jahren auf das Familienschloss, Bargy Castle im County Wexford im Südosten Irlands. Dort lernte er Gitarre spielen und ging zur Schule. Nach einem Internatsaufenthalt im Marlborough College studierte Davison von 1968 bis 1971 am Trinity College in Dublin Romanistik und Anglistik. An der Tür des Musikzimmers, in dem er immer Klavier spielte, hängt heute eine kleine Plakette, die darauf hinweist. Nach mehreren kleineren Auftritten, solo und mit einer Band, ging Davison nach London, wo er 1972 seinen ersten Plattenvertrag bei A&M Records erhielt. Zu dieser Zeit nahm er den Geburtsnamen seiner Mutter Maeve Emily an und nannte sich von nun an Chris de Burgh. Die Wurzeln der Familie de Burgh – eines irisch-normannischen Adelsgeschlechts – reichen bis in das 12. Jahrhundert. 1974 brachte de Burgh sein Debüt-Album Far Beyond These Castle Walls heraus. Das darauf enthaltene Lied Turning Round (später umbenannt in Flying) war sein erster Hit und lag in Brasilien mehrere Wochen auf Platz eins der Hitparade. Ein Jahr später erschien das Album Spanish Train and Other Stories. Sein Bekanntheitsgrad in Deutschland steigerte sich 1981 deutlich mit dem Erscheinen des Albums Best Moves (s. u.), welches durch mehrere Radiosender, unter anderem von Elke Heidenreich in der WDR-Sendung Unterhaltung am Wochenende, ausgiebig und sehr positiv vorgestellt wurde. Es folgten mehrere Tourneen (beispielsweise im Vorprogramm von Supertramp) Ende 1982 mit dem Album The Getaway und der Single Don’t Pay the Ferryman. Zwei Jahre später erreichte er mit der Singleauskopplung High on Emotion vom Album Man on the Line in zehn europäischen Ländern die Spitze der Hitparade. Beide Alben wurden von Rupert Hine produziert, der erheblich zum Erfolg dieser Alben beigetragen hat. 1986 folgte der Welthit Lady in Red, der sich acht Millionen Mal verkaufte und Nummer eins in über 20 Ländern wurde. Auch mit den nachfolgenden Studioalben Flying Colours (1988), Power of Ten (1992) und den begleitenden Tourneen konnte de Burgh weitere Erfolge verbuchen. Ab Ende der 1990er Jahre ließ der kommerzielle Erfolg etwas nach, doch waren de Burghs Tourneen auch weiterhin stets gut besucht. Höhepunkte waren unter anderem seine Auftritte bei Holiday on Ice und sein Mitwirken bei der Nokia Night of the Proms im Jahr 2001. 2004 absolvierte Chris de Burgh auf seiner Road-to-Freedom-Tour in Deutschland zahlreiche Solo-Konzerte. Am 2. Juli 2005 spielte er im Rahmen von Live 8 vor der Siegessäule in Berlin. Im Jahr 2006 veröffentlichte er das Album The Storyman bei seiner eigenen, neugegründeten Plattenfirma Ferryman Productions. Im März 2008 begann die Produktion des Kinofilms Through These Eyes zu dem de Burgh Buch, Soundtrack und Geld beitrug. Schon 1997 hatte er in dem Film How to Cheat in the Leaving Certificate einen Tankstellenwärter gespielt. Sein Studioalbum The Hands of Man erschien im Oktober 2014. Der im September 2016 veröffentlichte Nachfolger A Better World belegte in Deutschland Platz 7. Privates Chris de Burgh lebt in Enniskerry, südlich der irischen Hauptstadt Dublin. Seit November 1978 ist er mit Diane Morley verheiratet. Sie haben drei Kinder: Rosanna (* 1984) sowie die beiden Söhne Hubert (* 1988) und Michael (* 1990). Das Lied For Rosanna aus dem Album Into the Light (1986) ist seiner Tochter gewidmet, die 17 Jahre später, im Jahr 2003, die Titel Miss Ireland und Miss World gewann. Den Song Just a Word Away vom Album Flying Colours (1988) widmete de Burgh seinem Sohn Hubert. Lieder Chris de Burgh erzählt in seinen Liedern meist Geschichten und Sagen, Märchen und „Fantasy Stories“. Mehrere Lieder enthalten Allegorien auf den Tod (Don’t Pay the Ferryman, 1982; Spanish Train, 1975). Manche Lieder sind auch der reinen Komik verpflichtet (Patricia the Stripper, 1975; The Record Company Bash, 1980; A Night on the River, 1988). Bis Ende der 1980er Jahre fanden sich auf de Burghs Alben immer wieder kleine „Rockopern“, wie auf dem Album Into the Light die Liedtrilogie The Leader, The Vision und What About Me?, im offiziellen Video als The Leader Trilogy bezeichnet, die oftmals über zehn Minuten Länge besaßen. Mit dem Album The Storyman kehrte er wieder zu dieser Form zurück (The Mirror of the Soul). Viele seiner Lieder sind autobiographisch. Das Lied Brazil (1977) entstand unmittelbar nach seiner ersten Rückkehr nach Südamerika, seit er den Kontinent als Kind verlassen hatte. In Perfect Day (1977) wird von einem Picknick mit de Burghs damaliger Freundin Diane und ihren Freunden Paul und Susan erzählt. Paul Tullio, der 2015 verstarb, war ein Studienfreund vom Trinity College und bis zu seinem Tod einer der engsten Freunde von Chris de Burgh. Susan Morley ist Dianes Schwester. Das in Perfect Day beschriebene Picknick hat im Sommer 1976 tatsächlich stattgefunden. Ende 1975 heirateten Paul Tullio und Susan Morley, und de Burgh widmete ihnen das Lied In a Country Churchyard. Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht das Lied The Lady in Red für Diane, sondern das aus dem Jahr 1979 stammende Something Else Again. Mehrere Lieder von Chris de Burgh handeln auch vom Nordirlandkonflikt (I’m Counting On You, 1982) oder dem Falklandkrieg (Borderline, 1982). Das Lied The Getaway (1982) ist die Auseinandersetzung mit dem Tod des IRA-Aktivisten Bobby Sands, der 1981 im Gefängnis nach einem Hungerstreik starb. Diskografie Literatur Dave Thompson: Die Chris de Burgh Story. Zsolnay-Verlag, 1989, ISBN 3-552-05012-4. Tony Clayton-Lea: Chris De Burgh: Authorized Biography. Sidgwick & Jackson Ltd, 1996, ISBN 0-283-06236-3. Weblinks Offizielle Seite Quellen Songwriter Rocksänger Pseudonym Ire Geboren 1948 Mann Musiker_(Irland)
Chesterfield Township ist der Name folgender Townships in den Vereinigten Staaten: Chesterfield Township (Illinois) Chesterfield Township (Michigan) Chesterfield Township (Missouri) Chesterfield Township (New Jersey) Chesterfield Township (Ohio)
Ahnert ist der Familienname folgender Personen: Arthur Willibald Ahnert (1885–1927), deutscher Maler und Grafiker Elisabeth Ahnert (1885–1966), deutsche Künstlerin Ernst Ahnert (1859–1944), deutscher Lehrer und Stenograf Eva Ahnert-Rohlfs (1912–1954), deutsche Astronomin Frank Ahnert (1927–2017), deutscher Geomorphologe Gerlind Ahnert (1934–2007), deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Moderatorin Gussy Hippold-Ahnert (1910–2003), deutsche Malerin Hilmar Ahnert (* 1936), deutscher Fußballspieler Lieselotte Ahnert (* 1951), deutsche Psychologin und Hochschullehrerin Oswald Ahnert (1843–1920), deutscher Jurist und Politiker, MdL Sachsen Paul Oswald Ahnert (1897–1989), deutscher Astronom Ahnert steht für: (3181) Ahnert, Asteroid des Hauptgürtels Ahnerts Astronomisches Jahrbuch, siehe Kalender für Sternfreunde
Als Einheitserde wird ein von Anton Fruhstorfer um 1950 entwickeltes Kultursubstrat für den Gartenbau bezeichnet, das zu rund 60 bis 70 % aus Weißtorf bzw. Hochmoortorf und zu 30 bis 40 % aus Ton oder Untergrundslehm besteht. Zusammensetzung und Herstellung Einheitserde ist also eine Mischung aus Torf und kalkfreiem Ton. Sie wird industriell von Torf- oder Erdenwerken hergestellt und hat gegenüber den im Gartenbau eingesetzten Praxiserden (im Gartenbaubetrieb selbst hergestellte Mischungen von organischen Resten sowie mineralischen Stoffen) den Vorteil, dass sie von gleichbleibender Zusammensetzung ist. Außerdem ist sie frei von Schadstoffen, Krankheitserregern und Schädlingen (da gedämpft). Sie bieten dem Gärtner daher eine größere Sicherheit bei der Kulturführung als bei Verwendung natürlicher Substrate. Einheitserde ist mit einem Volumengewicht von 300 bis 400 g/l auch deutlich leichter als ein gewachsener Boden, der ein Volumengewicht von ca. 1,5 kg/l aufweist. Der beigemischte Ton stammt meist aus dem Untergrund und ist daher praktisch unbelebt. Der verwendete Ton soll beim Zerkleinern stabile Krümel bilden und beim Begießen nicht verschlämmen. Da bevorzugt kalkfreie Tone verwendet werden und Torf meist stark sauer ist, wird durch Zusatz von Kalk der pH-Wert des Substrats auf einen schwachsaueren Wert von 5,6 bis 6,5 eingestellt, der sich nur in wenigen Fällen ungünstig auf Anzuchten auswirkt. Wegen der Fähigkeit zur Nährstoff- und Wasserspeicherung können Gieß- und Düngetermine in begrenztem Umfang variiert werden. Das günstige Porenvolumen des Torfes sichert den Lufthaushalt der Einheitserde (die Luftkapazität liegt zwischen 10 und 45 %vol), so dass diese weitgehend vergießfest ist. Je nach Verwendungszweck werden der Einheitserde auch Nährstoffe zugesetzt. Typen von Einheitserde Es werden diverse Mischungen hergestellt. Im Handel unterscheidet man u. a.: Haupterden: Typ 0 (Nullerde): ungedüngt, kann für empfindliche Aussaaten und Stecklinge sowie als Grundsubstrat für Spezialkulturen verwendet werden, das nach Bedarf aufgedüngt wird. Typ VM (Vermehrungserde): Zusatz von Styromull, lockerer als Typ 0, geringer Nährstoffgehalt aus einer Mischung von schnell und langsam wirkenden Düngern, 1 bis 1,5 g Mehrnährstoffdünger (MND) pro Liter Substrat, für Aussaaten und Stecklinge, zum Pikieren und zur Anzucht schwach wachsender und salzempfindlicher Kulturen (z. B. Farne). Typ ED 73 od. 76 ED 73: aufgedüngt mit 2 bis 2,5 g MND/l Substrat, aufgeteilt in schnellwirkende Dünger und langsam wirkenden Depotdünger (z. B. Plantosan 4D), mit einer Wirkung von 2 bis 3 Monaten. Zum Topfen von salzempfindlichen und nährstoffbedürftigen Pflanzen. Typ T (Topferde): stark gedüngt, bis 3 g MND/l Substrat, für starkzehrende und ausgewachsene Pflanzen zu verwenden, zum Topfen von Frühjahr bis Herbst. Typ P (Pikiererde): schwach gedüngt, ca. 1,5 g bis 2 g MND/l Substrat, für die meisten gärtnerischen Kulturen geeignet und zum Topfen im Winter. Spezialerden: Hortensienerde blau Hortensienerde rot, rosa, weiß Poinsettienerde Primelerde Cyclamenerde GS 90 (für geschlossene Kultursysteme) Literatur R. Röber,K. Schaller: Pflanzenernährung im Gartenbau, Handbuch des Erwerbsgärtners. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1985 H. Seipel: Fachkunde für Gärtner. Verlag Handwerk und Technik G.m.b.H., Hamburg 2004 Ulrich Sachweh (Herausgeber): Grundlagen des Gartenbaues. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1984, 2001, ISBN 3-8001-1184-5, S. 327 Weblinks Seite des Einheitserde-Werkverbandes Gartenbau
Als Symmetriebrechung (; selten auch Symmetriebruch genannt) wird in der Physik die Verletzung einer Symmetrie (Invarianz) und speziell der Phasenübergang von einer Phase oder einem Zustand höherer Symmetrie in eine Phase oder einen Zustand geringerer Symmetrie bezeichnet. Brechung einer kontinuierlichen Symmetrie Ein Beispiel ist ein Ferromagnet in der Festkörperphysik. Oberhalb der Curie-Temperatur ist das System drehsymmetrisch, darunter ist eine Magnetisierung in einer bestimmten Richtung vorhanden. Das ist ein Beispiel für den Bruch einer kontinuierlichen Symmetrie, der immer mit dem Auftreten masseloser Anregungen, der Goldstonebosonen, verbunden ist. Brechung einer diskreten Symmetrie Ein Beispiel einer gebrochenen diskreten Symmetrie ist die Verletzung der Paritätssymmetrie bei der schwachen Wechselwirkung (siehe Paritätsverletzung) sowie die CP-Verletzung, die in der Kosmologie eine der Voraussetzungen für die Existenz der sichtbaren Materie im Universum ist (Baryonenasymmetrie). Biologie und Virologie Biologische Organismen bevorzugen einheitlich eine bestimmte Form chirale Moleküle: L-Aminosäuren und D-Kohlenhydrate (Homochiralität). Dies bedeutet eine Symmetriebrechung durch die Biosphäre der Erde. Bei Viren wird die ideale (diskrete) Ikosaeder-Symmetrie des Kapsids in der Gattung Mimivirus durch das Vorhandenseins eines Pols (Sternenstruktur, auch ‚Stargate‘ genannt) gebrochen, so dass nur eine Achse verbleibt. Ähnlich verhält es sich mit dem einzigen Spike („Dorn“) in der weitläufig verwandten Gattung Chlorovirus; sowie mit den langgestreckten Kapsiden von Myoviren und Siphoviren. In der Virologie werden diese Symmetrien sensu lato als ikosaedrisch bezeichnet, die strenge Ikosaeder-Form nennt man dort isometrisch. Siehe auch Spontane Symmetriebrechung Literatur Franco Strocchi: Symmetry breaking. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-21318-X Henryk Arodz: Patterns of symmetry breaking. Kluwer Academic, Dordrecht 2003, ISBN 1-402-01744-8 Leopold Mathelitsch: Broken symmetries. Springer, Berlin 1999, ISBN 3-540-65667-7 Weblinks Einzelnachweise Symmetrie (Physik) Thermodynamik Kosmologie (Physik)
David Sloan Wilson (* 1949 in Norwalk, Connecticut, USA) ist ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe. Persönliches David Sloan Wilsons Vater ist der Autor Sloan Wilson. Wilson promovierte 1975 an der Michigan State University und ist heute Professor an der Binghamton University. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt in New York. Wilson ist Atheist, schreibt nach eigener Aussage jedoch über Religionen mit Sympathie für den Untersuchungsgegenstand. Werk Wissenschaft David Sloan Wilson ist ein prominenter Verfechter der Gruppenselektion (in einer modernen Variante) in der Evolutionstheorie. Zusammen mit dem Philosophen Elliott Sober stellte er 1999 die sogenannte Multilevel-Selektions-Theorie vor, die den weiter verbreiteten Ansatz der Selektion auf der Ebene der Gene sowie die Selektion auf Ebene der Individuen einschließt und als gleichberechtigte Elemente neben die Gruppenselektion stellt. In dieser Theorie bleiben die Gene zwar die „Datenträger“, über die sich Eigenschaften von Generation zu Generation übertragen, die Individuen wie auch Gruppen werden jedoch als „Vehikel“ dieser Gene „Arenen“ dargestellt, auf denen diese Gene miteinander in Wechselwirkung treten können. Je nach Arena, die in einer Situation bedeutend ist, können in der Gesamtschau unterschiedliche Gene maximale Fitness aufweisen. Hierbei ist der von Wilson geprägte Begriff der „Trait-group“ („Gruppe, die sich über bestimmte Eigenschaften definiert“) zentral. Eine Trait-group ist eine oft nur temporäre Gruppe, deren Mitglieder auf Grund ihrer Eigenschaften ein gemeinsames Schicksal teilen. Im Gegensatz dazu stünde beispielsweise eine Familie oder ein Volk, bei der/dem die genetische Verwandtschaft die Gruppenexistenz dauerhaft gewährleistet. Mathematisch wird die Multilevel-Selektionstheorie durch die Price-Gleichung gerechtfertigt. In der Sozialpsychologie hat sie mit der Theorie der sozialen Identität in gewisser Hinsicht eine Entsprechung. Das Verhältnis zu den Experimenten von Robert Axelrod aus Die Evolution der Kooperation in der Spieltheorie ist etwas kompliziert, da diese je nach Perspektive als individual-selektionistische Gegentheorie (Axelrod, William D. Hamilton) als auch als Element der Gruppentheorie (Wilson, Anatol Rapoport) interpretiert werden kann. Innerhalb der Evolutionsbiologie vertritt unter anderem Richard Dawkins mit der Betonung der Gene eine dezidiert andere Richtung. Wie Dawkins jedoch hat auch Wilson öfter und energisch öffentlich gegen den Kreationismus argumentiert. Eine Anwendung der Multilevel-Selektionstheorie veröffentlichte Wilson im Jahre 2002, indem er die Geschichte der Religionen der Welt als natürliche Auswahl auf der Gruppenselektionsebene deutet. Erfolgreiche Religionsgemeinschaften haben demnach einen säkularen Nutzen für die Gruppe als Ganzes (was wohlgemerkt etwas völlig anderes ist als ein Nutzen für einzelne Individuen an der Spitze der Gruppe). Solange dieser Nutzen die Opfer überwiegt, die jedes Mitglied individuell aufbringen muss, kann die Gemeinschaft trotz dieser Opfer stabil fortbestehen und sich sogar deutlich erfolgreicher entwickeln als die Umgebung. Exemplifiziert wird dieser Mechanismus unter anderem am frühen Christentum, dem Calvinismus in Genf und dem Wasser-Tempel-System auf Bali. Belletristik 2020 veröffentlichte David Sloan Wilson sein Romandebüt Atlas Hugged: The Autobiography of John Galt III, der als Persiflage auf das Werk Ayn Rands und Kritik des Objektivismus verstanden werden kann. Literatur David Sloan Wilson (1975): A Theory of Group Selection. Proceedings of the National Academy of Sciences, Vol. 72, No. 1 (Jan. 1975), pp. 143–146. David Sloan Wilson (1980): The Natural Selection of Populations and Communities, Benjamin Cummings/Menlo Park 1980 David Sloan Wilson (1983): The Group Selection Controversy: History and Current Status. Annual Review of Ecology and Systematics, Vol. 14, pp. 159–187 David Sloan Wilson und Elliot Sober (1994): Re-introducing Group Selection to the Human Behavioral Sciences David Sloan Wilson und Jin Yoshimura (1994): On the Coexistence of Specialists and Generalists. American Naturalist, Vol. 144, No. 4, pp. 692–707 David Sloan Wilson (1997): Altruism and Organism: Disentangling the Themes of Multilevel Selection Theory. American Naturalist, Vol. 150, Supplement: Multilevel Selection, pp. S122–S134 Elliott Sober und David Sloan Wilson (1999): „Unto Others – The Evolution and Psychology of Unselfish Behavior“; ISBN 0-674-93047-9 David Sloan Wilson (2002): „Darwin's Cathedral – Evolution, Religion, and the Nature of Society“; ISBN 0-226-90135-1 David Sloan Wilson (2007): Evolution for Everyone. How Darwin´s Theory Can Change the Way we Think about our Lives. New York. Delacorte Express. David Sloan Wilson (2019): This View of Life – Completing the Darwinian Evolution, Vintage Books/New York 2019. Weblinks Wilsons Homepage an der Universität Binghamton "Why Richard Dawkins is Wrong about Religion" – Wilson erläutert in einem Artikel im eSkeptic-Journal den Unterschied zwischen seiner und Dawkins Auffassung von der Beziehung zwischen Religion und Evolution. "The Race to Cooperation" – Episode 62 des Podcasts "Your Undivided Attention" des Center for Humane Technology (CHT) mit Wilson Einzelnachweise Genetiker Evolutionsbiologe Verhaltensforscher Hochschullehrer (Binghamton University) US-Amerikaner Geboren 1949 Mann
Die WGC-Dell Match Play Championship ist ein Golfturnier der World-Golf-Championships-Turnierserie, das im Lochspiel-Format gespielt wird. Gegründet 1999, findet es alljährlich im Januar oder Februar statt, und wird von der US-amerikanischen PGA TOUR, der DP World Tour und der Japan Golf Tour als offizielles Event gewertet. Vorgänger war die Andersen Consulting World Championship of Golf, ein 32-Mann Lochspiel-Turnier, das zu keiner offiziellen Geldrangliste gehörte und von 1995 bis 1998 gespielt wurde. Modus Das Teilnehmerfeld besteht aus den besten, verfügbaren 64 Spielern der Golfweltrangliste. Die einzelnen Matches werden im Lochspielmodus über 18 Löcher ausgetragen, und bei unentschiedenem Stand über weitere Extralöcher fortgesetzt, bis ein Sieger feststeht. In der ersten Runde werden die Begegnungen nach der Weltranglistenplatzierung gesetzt, das heißt, der 1. spielt gegen den 64., der 2. gegen den 63., und so weiter. Das Finale wurde von 1999 bis 2010 über 36 Löcher und wird ab 2011 über 18 Löcher entschieden. Zusätzlich spielen die Verlierer der Semifinali den 3. Platz über 18 Loch aus. Die sechs Runden des Turniers werden an fünf aufeinanderfolgenden Tagen beginnend am Mittwoch ausgetragen, wobei jeden Tag bis Freitag eine Runde stattfindet. Das Viertel- und Halbfinale wird am Samstag gespielt, das Finale und das Spiel um Platz drei am Sonntag. Seit 2015 wird das Teilnehmerfeld in 16 Gruppen zu vier Spielern aufgeteilt, in welchen jeder gegen jeden über maximal 18 Löcher spielt. Die Gruppensieger spielen am Samstag Vormittag das Achtelfinale, nachmittags folgt das Viertelfinale. Am Sonntag Vormittag werden die Halbfinals ausgetragen und nachmittags das Finale und das Spiel um Platz drei. Ab dem Achtelfinale werden die Matches bis zur Entscheidung gespielt, also wenn notwendig über das 18. Loch hinaus. Austragungsorte Der Wettbewerb wurde von seiner Einführung 1999 bis 2006 im La Costa Resort and Spa in Kalifornien ausgetragen, mit Ausnahme von 2001, als das Turnier im Metropolitan Golf Club im australischen Victoria stattfand. 2007 wechselte die Veranstaltung für zwei Jahre zum The Gallery Golf Club in Marana, Arizona, einem Vorort nordwestlich von Tucson. Da ab 2007 alle drei World Golf Championships nur noch in den Vereinigten Staaten gespielt wurden, gab es von einigen Golfern, darunter Tiger Woods und Ernie Els, sowie in den Medien außerhalb der Vereinigten Staaten mehrfach Kritik. Der PGA-Tour-Beauftragte Tim Finchem verteidigte die Austragung, da in den USA mehr Geld als anderswo verdient werden könne. 2009 wählte man als Austragungsort den Ritz-Carlton Golf Club, der von Jack Nicklaus entworfen wurde und sich in Dove Mountain in Marana befindet. Dotierung Die Gesamtdotation belief sich 2023 auf 20 Mio. $, wovon der Sieger 3,5 Mio. $ und den sogenannten Walter Hagen Cup bekommt. Das erzielte Preisgeld zählt sowohl zur money list der PGA TOUR, als auch zu den Geldranglisten der DP World Tour und Japan Golf Tour. Sieger Bemerkung: Grüne Hervorhebung markiert Rekordergebnis. Rekorde Häufigster Sieger – Tiger Woods (2003, 2004, 2008) Höchster Finalsieg (36 Löcher) – 8 & 7, Tiger Woods gegen Stewart Cink (2008) Höchster Sieg (ohne Finale, 18 Löcher) – 9 & 8, Tiger Woods gegen Stephen Ames (2006, erste Runde) Längstes Finalspiel – 38 Löcher, Jeff Maggert gegen Andrew Magee (1999) Längstes Spiel (ohne Finale) – 26 Löcher, Scott Verplank gegen Lee Westwood (2006, erste Runde), Mike Weir gegen Loren Roberts (2003, erste Runde) Weblinks Offizielle Website (englisch) Einzelnachweise Wgcaccenture Match Play Championship Sportveranstaltung in Kalifornien Sport (San Francisco)
Die Stilkunde ist eines der Fundamente der Kunstgeschichte und der Kunstkritik. Sie beschäftigt sich mit den speziellen Ausprägungen von Stilen der Kunst, des Kunsthandwerks so wie anderen kulturellen Wesensformen anhand der verwendeten „Stilmittel“. Bedeutung innerhalb des Fachs Kunstgeschichte Der Begriff der Stilkunde findet vor allem in Bezug auf die Bildende Kunst Anwendung, also auf Architektur, Bildhauerei, Malerei und Grafik sowie das Kunstgewerbe. Die Stilkunde stellt seit der Renaissance das klassische Verfahren wissenschaftlicher Analyse von Kunstwerken dar. Diese klassische Methode wurde erst in neuerer Zeit durch alternative Ansätze wie Ikonographie bzw. Ikonologie oder Rezeptionsästhetik ergänzt. Begriff der Stilepoche Der für die Stilkunde zentrale Begriff der „Epoche“ oder genauer der „Stilepoche“ bezeichnet einen Zeitabschnitt von mehreren Jahren oder Jahrzehnten (in der archäologischen Stilkunde der Frühgeschichte auch Jahrhunderte), in welchem kulturelle Güter gleicher Art in einer Vielzahl von Merkmalen verwandt sind und sich „stilistisch“ ähneln. Weitere Bedeutungen Außerhalb der Kunstgeschichte und damit als Methode zur Analyse von Stilepochen wird der Begriff der Stilkunde auch im Sinne einer Lehre vom guten Stil in ganz verschiedenen Zusammenhängen gebraucht, so etwa im Bereich von Stilratgebern für „gutes Schreiben“ oder als „Stilkunde für Schreiner“. Siehe auch Stilistik Baustil Möbelstil Gesangsstil Epoche (Musik) Literatur Ursula Hatje (Hrsg.): Knaurs Stilkunde. 2 Bände. Knaur, München (= Knaurs Taschenbücher, Band 180–181). Quellen !Stilkunde Kunstgeschichte
Akwa Ibom ist ein Bundesstaat des westafrikanischen Landes Nigeria mit der Hauptstadt Uyo, die mit etwa 750.000 Einwohnern (2012) auch die größte Stadt des Bundesstaates ist. Geografie Der Bundesstaat liegt im Süden des Landes und grenzt im Norden und Nordwesten an den Bundesstaat Abia, im Süden an den Atlantik, im Südwesten an den Bundesstaat Rivers und im Osten an den Bundesstaat Cross River. Bevölkerung Hier sind die Ethnien Ibibio, Anang, Oron, Eket, Ibeno und Mbo verbreitet. Geschichte Der Bundesstaat wurde am 23. September 1987 aus einem Teil des Bundesstaates Cross River gebildet. Erster Gouverneur war zwischen September 1987 und Juli 1988 Jonathan Ogbeha. Gegenwärtiger Gouverneur ist seit 2015 Udom Gabriel Emmanuel. Liste der Gouverneure und Administratoren Tunde Ogbeha (Administrator 1987–1988) Godwin Abbe (Administrator 1988–1990) Idongesit Nkanga (Administrator 1990–1992) Akpan Isemin (Gouverneur 1992–1993) Yakubu Bako (Administrator 1993–1996) Joseph Adeusi (Administrator 1996–1998) John Ebiye (Administrator 1998–1999) Victor Attah (Gouverneur 1999–2007) Godswill Akpabio (Gouverneur 2007–2015) Udom Gabriel Emmanuel (Gouverneur 2015–) Verwaltung Der Staat gliedert sich in 31 Local Government Areas. Diese sind: Abak, Eastern Obolo, Eket, Esit-Eket, Essien-Udim, Etim-Ekpo, Etinan, Ibeno, Ibesikpo-Asutan, Ibiono-Ibom, Ika, Ikono, Ikot-Abasi, Ikot-Ekpene, Ini, Itu, Mbo, Mpkat-Enin, Nsit-Atai, Nsit-Ibom, Nsit-Ubuim, Obot-Akara, Okobo, Onna, Oron, Oruk-Anam, Udung-Uko, Ukanafun, Uruan, Urue-Offong-Oruko und Uyo. Wirtschaft Akwa Ibom ist mit einer Vielzahl an Bodenschätzen ausgestattet. Diese sind unter anderem: Erdöl, Kalkstein, Lehm, Erdgas, Salz, Kohle und Nitrat. Der Bundesstaat ist der drittgrößte Produzent von Erdöl in Nigeria. Hier ist die Operationsbasis von ExxonMobil. An landwirtschaftlichen Erzeugnissen werden Kokosnüsse, Kautschuk, Kakao, Reis, Maniok, Yams, Bananen und Mais angebaut, in der Forstwirtschaft Bauholz produziert. Unter der Regierung des aktuellen Gouverneurs, Dr Goodswill Akpabio kommt es in Uyo und Akwa Ibom zu einem ökonomischen Aufschwung wie kaum in einem anderen Bundesland in Nigeria. 2014 gibt es mehrere große Bauprojekte: Internationale Hotelprojekte, den Bau eines Fußballstadions. Ein internationales Krankenhaus mit 500 Betten sowie der Ausbau des Flughafens stehen vor dem Abschluss. Noch in Planung ist ein Tiefseewasserhafen. Die Straßen gelten außerhalb Abuja und Lagos als die besten. Sicherheit Entgegen vielen Informationen ist Akwa Ibom, insbesondere Uyo verhältnismäßig sicher. Seit Jahren gab es keine gewalttätigen Übergriffe gegen Ausländer mehr. So ist man als Fremder oder Ausländer in den größeren Städten auch ohne Sicherheitspersonal oder Polizei problemlos unterwegs (mit Fahrer). Auch sind in Uyo z. B. Einkäufe im Supermarkt oder Besuche auf den Märkten, Kino, ETC ohne Probleme und Begleitung möglich. Während der Nachtstunden sollten allerdings Überlandfahrten nur mit Sicherheitspersonal oder MoPol erfolgen. Söhne und Töchter Samuel Peter (* 1980), Profiboxer Cynthia Uwak (* 1986), Fußballspielerin Gift Monday (* 2001), Fußballspielerin Weblinks https://www.akwaibomstategov.com/ (Link nicht abrufbar) Einzelnachweise Bundesstaat (Nigeria)
John Costelloe war ein irischer Politiker und Senator im 10. Seanad Éireann. John Costelloe wurde am 28. November 1963 gewählt, um den vakanten Sitz des zuvor verstorbenen Senators Daniel Moloney einzunehmen. Wie dieser wurde auch er vom Industrial and Commercial Panel gewählt. Bei den Wahlen zwei Jahre später wurde er nicht wiedergewählt und gehörte dem Seanad Éireann ab 1965 nicht mehr an. Weblinks Eintrag auf der Seite des Oireachtas Mitglied des Seanad Éireann Ire Mann Geboren im 20. Jahrhundert
Die Elritze (Phoxinus phoxinus), auch Bitterfisch, Maipiere oder Pfrille genannt, ist ein Kleinfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae), der im Süßwasser lebt. Der wissenschaftliche Name geht zurück auf seine altgriechische Bezeichnung (zu ‚spitz‘). Die Elritze ist in Deutschland 1991 sowie in Österreich 2016 zum "Fisch des Jahres" ernannt worden. Merkmale Elritzen werden 6 bis 8 cm lang, selten bis 12 cm. Die Fische sind gelb-bräunlich gefärbt und besitzen kleine Schuppen. Ihre Seiten sind mit braunen und schwarzen Tupfen oder Streifen bedeckt. Der Bauch ist weiß bis rötlichweiß, zur Laichzeit bekommen die Männchen eine rote Unterseite. Beide Geschlechter bilden Laichausschlag aus. Verbreitung Die Art kommt in weiten Teilen Europas über das nördliche Asien bis zum Amur vor. Sie fehlt in Nordschottland, Mittel- und Süditalien und im südlichen Griechenland. In Norwegen dehnt sie sich zurzeit stark nach Norden aus (Klima-Erwärmung) und wird von den Fischern, die sie nicht kennen, als angeblicher Nahrungskonkurrent der Salmoniden erbittert bekämpft. In den Alpen wird sie bis 2000 Meter Höhe angetroffen. Im Westen Transkaukasiens von Noworossijsk bis Batumi lebt die Unterart Phoxinus phoxinus colchicus Berg, 1910. Lebensweise Die Elritze ist ein kleiner, lebhafter Schwarmfisch, der vor allem in den Forellen- und Äschenregionen vorkommt. Sie benötigt sauberes, klares und sauerstoffreiches Wasser und ist daher stark gefährdet durch Gewässerverunreinigung und Verbauung der Flüsse. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort sind die oberen Wasserschichten, wo Jungfische in Ufernähe bis zu 30 °C Wassertemperatur aushalten. Die Elritze ist daher auch als munterer Aquarienfisch beliebt. Ihre Nahrung besteht aus Insektenlarven, Fischlaich, Kleinkrebsen, Algen, Anflugnahrung und Jungfischen. Sie selbst ist ein Beutetier der Bachforelle. Die Elritze wächst sehr langsam und wird gegen Ende des ersten bis zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. Die Laichzeit ist von April bis Juni, wo die Eier im Flachwasser an Steinen abgelegt werden und haften. Sie ist ein typischer Schwarmlaicher, das heißt, dass wenige Exemplare gar nicht in Laichstimmung kommen können. Wirtschaftliche Bedeutung Die Elritze wird in einigen Gegenden Russlands mit kleinmaschigen Keschern und Reusen gefangen. Sauer eingelegt wird sie als Speisefisch verzehrt. Sie hat einen leicht bitteren Geschmack. Man benutzt sie auch als Köderfisch, allerdings ist zu beachten, dass sie in einigen Ländern ganzjährig geschont ist. Elritzen werden auch zur Überwachung der Trinkwasserqualität eingesetzt. Literatur Werner Ladiges, Dieter Vogt: Die Süsswasserfische Europas bis zum Ural und Kaspischen Meer. Paul Parey Zeitschriftenverlag, Singhofen/Hamburg/Berlin, 1965. Weblinks Elritze auf www.pivi.de Einzelnachweise Weißfische
Der Love Ride ist eine jährliche, überregionale Motorrad-Benefizveranstaltung. Der Love Ride USA fand bis 2015 jeweils in Glendale, Kalifornien statt, der Love Ride Switzerland in Dübendorf bei Zürich. Diese Anlässe dienen dazu, auf die Probleme von behinderten Kindern (z. B. bei Muskeldystrophie) aufmerksam zu machen und im Rahmen solcher Anlässe auch dafür Spenden zu sammeln. Auf der anderen Seite fördern sie auch das Ansehen von Motorradfahrern. Höhepunkt der Veranstaltungen ist die gemeinsame Ausfahrt der mehreren tausend Motorrädern. Dabei werden behinderte Kinder als Sozius-Fahrer oder in Seitenwagen mitgenommen. Der Schweizer Love Ride entwickelte sich ähnlich stark, wie das Vorbild in den USA und hat heute ebenfalls rund 20.000 Teilnehmer. Spätestens seit dem Ende des Love Ried USA im Jahr 2015, ist der Schweizer Love Ride die grösste Motorrad-Benefizveranstaltung der Welt. Love Ride USA Im Jahre 1981 veranstaltete Jay Leno und Oliver Shokouh, Harley-Davidson-Händler von Glendale, eine Biker's Carnival und sammelte 1500 US-Dollar für die Muscular Dystrophy Association. Die Idee einer Benefizveranstaltung wurde weiterentwickelt und 1984 der erste Love Ride organisiert. Schauspieler Peter Fonda und Harley-Davidson Geschäftsleitungsmitglied Willie G. Davidson waren Ehrengäste an diesem Anlass. Der Love Ride USA war die größte eintägige Motorradveranstaltung der Welt. Über 20.000 Leute mit ihren Maschinen nehmen daran teil. Die Organisation sammelt jährlich weit über 1 Mio. Dollar für die Muscular Dystrophy Association. Im Jahr 2015 fand der letzte Love Ride in den USA statt. Love Ride Switzerland 1993 wurde von Erwin W. Wyrsch die Idee einer Motorrad-Benefizveranstaltung nach dem Vorbild des amerikanischen Love Ride in die Schweiz gebracht. Am 1. Mai brachten 200 Leute auf 99 Motorrädern immerhin 7500 Schweizer Franken an Spenden zusammen. Diese gingen an die Schweizerische Gesellschaft für Muskelkranke. Der Love Ride Switzerland ist in der Zwischenzeit zur größten eintägigen Motorrad-Benefizveranstaltung Europas geworden. Über 5000 Motorräder und gegen 20.000 Besucher werden jeweils erwartet. Der Erlös für die Stiftung liegt bei über 500.000 Schweizer Franken. Moderiert wird diese Veranstaltung seit den 2000er Jahren von Jeanette Macchi-Meier. Nach einer rund einstündigen Ausfahrt mit über 7.000 Motorrädern findet eine ganztägige Veranstaltung mit Volksfestcharakter statt. In den letzten Jahren fand dieser auf dem Militärflughafen bei Zürich statt. Weitere Highlights sind unter anderem eine Stuntshow mit waghalsigen Sprüngen und Tricks. Auch die Patrouille Suisse, das Elite-Kampfjetgeschwader der Schweiz, ist Teil der Veranstaltung. Die Veranstaltung erfreut sich großer Beliebtheit bei vielen Fans und wird von vielen prominenten Besuchern unterstützt und besucht. Zu den regelmäßigen Gästen gehören beispielsweise: Susanne Klee, Peter Sauber (F1 Teamchef), die Band Gotthard, Michel von Tell, Freddy Nock, Marco „Büxi“ Büchel und Grisu Grizzly. In den vergangenen 30 Jahren konnten fast 10 Millionen Franken für erkrankte Kinder generiert werden. Weblinks Love Ride Schweiz Love Ride International Video Kurzbericht Einzelnachweise Motorradveranstaltung Veranstaltung im Kanton Zürich Benefizprojekt Behinderung (Schweiz) Glendale (Kalifornien) Dübendorf Veranstaltung in Kalifornien Behinderung (Vereinigte Staaten) Festival in der Schweiz Veranstaltung in der Schweiz Erstveranstaltung 1984
Cotzhausen (früher auch Kotzhausen oder Quotzhausen) ist der Name eines aus Hessen stammenden Geschlechts, das den Namen nach dem Ort Quotshausen bei Breidenbach, Kreis Biedenkopf führt. Später gelangte das Geschlecht auch im Rheinland zu Besitz und Ansehen. Geschichte Die urkundlich belegte Stammreihe beginnt mit Ostwald Quotzhausen in Biedenkopf, † zwischen 1572 und 1576, dessen Sohn als Johann von Quotzhausen (Kotzhausen), 1568 Bürger in Biedenkopf, auftritt. Dietrich von Cotzhausen, Sohn des Balthasar von Cotzhausen, lebte um 1611 zu Biedencap (Biedenkopf). Johann Dietrich von Cotzhausen war 1664 Rentmeister des Grafen Heinrich Wolrad von Waldeck-Pyrmont und nachdem der ein Jahr darauf im Türkenkrieg gefallen war, von dessen Onkel Georg Friedrich von Waldeck-Pyrmont aus der Linie Eisenberg, 1680 wird er als dessen ehemaliger Schultheiß und Rentmeister zu Kinzweiler genannt, 1677 ist er Zehntpächter des Domstifts Köln zu Freialdenhoven, wo er auch den Hof Winhoff besitzt, und noch 1715 bis zu seinem Tod 1720 ist er Drost der Herrschaft Wittem. 1701 erfolgte unter seinem Sohn, Johann Bernhard von Kotzhausen, der Nachfolger seines Vaters als Kinzweiler Schultheiß und Rentmeister war, sowie Pächter der Herrschaft Kinzweiler, als Besitzer des 1699 erworbenen Hauses Kambach dessen Neugestaltung in seiner heutigen Form. Kinder des vor 1731 verstorbenen Johann Bernhard und der Anna Maria geb. von Gangelt waren Florenz Peter (1745 urkundlich Ehemann der Eva Maria geb. von Crans – deren Sohn der 1773 genannte kurpfälzische Kapitän (Hauptmann) Johann Bernhard Florenz war, 1763 urkundlich Ehemann der Anna Maria Florentina), Johann Bernhard (junior), Heinrich Wilhelm und Dorothea Lambertina (vermählt mit Leonhard de Brewer zu Nyssweiler), sowie Anna Maria Sybilla von Cotzhausen (vermählt mit Dr. Peucher, Advokaten an der jülich-bergischen Hofkanzlei). Die großherzoglich bergische Domänendirektion verkaufte 1806 dem Kriegsrat Heinrich Wilhelm Ludwig von Cotzhausen die Domänenländereien Stapp (Amt Dinslaken), Büssen (Amt Götterswyckerhamm-Spellen), Alsumer Grind (Amt Beeck), Kyffwarden (Herrlichkeit Meiderich), sowie geistliche Güter, Rhinsward unterhalb von Wesel, ehemals Kartause Xanten, und weitere Warden. 1808 wurde das Rittergut Wedau bei Brachelen und Hilfarth im Kreis Heinsberg erworben, das zum Familienfideikommiss wird. 1811 wurde dann Heinrich Wilhelm Ludwig von Cotzhausen, auf Wedau und Kambach, von Kaiser Napoleon I. zum Baron de l'Empire ernannt (erblich für den jeweils Erstgeborenen). Der König von Preußen erkannte den Freiherrenstand (unter der gleichen Kondition, sowie geknüpft an den Besitz des Majorats Wedau) 1828 an, weshalb Heinrich Wilhelm Ludwig von Cotzhausen auch ein Jahr später in die Freiherrenklasse der preußischen Rheinprovinz immatrikuliert wurde. Seine Witwe, Catharina Magdalena Josephine Hubertine geb. Freiin von Broich zu Dürwiss, zog mit den acht Kindern nach Duisburg und gab Haus Kambach als Wohnsitz auf. Aus finanziellen Gründen veräußerte sie die Anlage 1842/1845 an die Familie Rey aus Glesch bei Bergheim. Wedau wurde aber beibehalten. Standeserhöhungen Französischer Baron de l'Empire nach dem Primogenitur-Recht Paris 17. März 1811 (für Kriegsrat (Heinrich Wilhelm) Ludwig von Cotzhausen, Majoratsherrn auf Wedau, Bezirk Aachen). Preussische Anerkennung des Freiherrentitels (primogenitur und geknüpft an den Besitz des Majorats Wedau) durch Ministerialreskript vom 25. März 1828 (für denselben). Eintragung in die Adelsmatrikel der preußischen Rheinprovinz unter Nr. 73 der Freiherrenklasse (für denselben, der auch Besitzer des Hauses Kambach ist) Haus Cambach 17. Juni 1829. Wappen Stammwappen Das Stammwappen zeigt ursprünglich einen barhäuptigen oberhalben Bauern, in der Rechten einen Dreschflegel haltend, die Linke eingestemmt (Albert Kotzhusius/ von Kotzhausen, Jülich 1622). Aus dem späteren 17. Jahrhundert ist ein Wappen erhalten, welches in Rot einen in Silber lang-gewandeten Mann mit Mütze, einem silbernen Dreschflegel (später auch eine über dem Kopf geschwungene silberne Fahne) in der Rechten zeigt, die Linke eingestemmt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der Mann wachsend. Johann Bernhard von Cotzhausen führte (1701 am Haus Kambach angebracht) einen abgewandelten Schild: In Rot ein vorwärts-gekehrter silberner Geharnischter mit silberner Fahne in der Rechten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der Geharnischte wachsend. Wappen im Diplom von 1811 Geviert, Feld 1 gespalten, darin vorn Stammwappen (wie 1701), hinten in Gold eine aufgerichtete, mit ihren sechs Enden linksgekehrte schwarze Hirschstange, begleitet von drei (2:1) blauen Spornrädchen (Stammwappen der Volkershoven, früheres Schultheißengeschlecht zu Kinzweiler, Vorfahren derer von Cotzhausen), Feld 2 in Rot ein befruchteter silberner Eichenast (in der Napoleonischen Heraldik als die linke Vierung das Zeichen der Barone als Mitglied der Wahlkammern), Feld 3 in Blau ein goldener Sparren, begleitet oben von 2 goldenen Kreuzen, unten von einem die Hörner aufwärtskehrenden goldenen Halbmond, Feld 4 geteilt, darin oben in Silber auf der Teilungslinie Kopf und Hals eines schwarzen Rosses, unten golden ohne Bild. Auf dem Schild das französische Baronsbarett, besteckt mit drei Straußenfedern. Bekannte Namensträger Hugo Freiherr von Cotzhausen, (* 1863; † 1947), deutscher Konteradmiral und Marineattaché Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Bd. II, Gesamtreihe Bd. 58, Limburg a.d. Lahn 1974, S. 354. Josef Granrath; Burghard Reumond, Hermann Fidelis Thywissen, 300 Jahre Haus Kambach. Ein Streifzug durch die Geschichte dieses vornehmen ländlichen Herrensitzes, Verein der Heimatfreunde Kinzweiler, Eschweiler 2001 Ernst Heinrich Kneschke, Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien, Bd. IV, Leipzig 1857, S. 75 f. Christian Samuel Theodor Bernd, Wappenbuch der Preussischen Rheinprovinz, Bd. 2, Bonn 1835, S. 28 f. Weblinks "Cotzhausen"-Akten im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, Standort Düsseldorf "Kotzhausen"-Akten im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, Standort Düsseldorf Akten über das Freiherrlich von Cotzhausen-Wedau'sche Familienfideikommiss im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abt. Rheinland, Standort Düsseldorf Einzelnachweise Deutsches Adelsgeschlecht
Die so genannte Bibliotheke oder „Bibliothek Apollodors“ ist eine vermutlich aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammende, in griechischer Sprache verfasste umfangreiche Zusammenstellung antiker Mythen. Sie stellt eine wertvolle Quelle zur griechischen Mythologie dar. Entstehungszeit und Autor Da im überlieferten Text Kastor von Rhodos als Verfasser einer Chronika erwähnt wird, diese in 20 Fragmenten überlieferte Chronik bis ins Jahr 61/60 v. Chr. reicht und es weiter keinen Grund zu der Annahme gibt, dass die betreffende Stelle zu einem späteren Zeitpunkt eingefügt wurde, ist damit ein frühestmögliches Datum der Entstehung der Bibliotheke gegeben. Allgemein wird heute eine Entstehung im 1. oder 2. nachchristlichen Jahrhundert angenommen. Ein plausibles spätestmögliches Entstehungsdatum kann nicht angegeben werden, da die erste datierbare Zitierung sich in der Bibliotheca des Byzantiners Photios aus dem 9. Jahrhundert findet. Verweise auf die Bibliotheke in den Homerscholien sind nicht datierbar. Die Bibliotheke wurde von Photios dem Grammatiker Apollodor von Athen zugeschrieben. Photios zitiert den Titel des Werkes als „Büchleinchen Apollodors, eines Grammatikers“. Da Apollodor von Athen jedoch schon Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. wirkte, kommt er als Autor nicht in Frage. Ob es sich bei der Bibliotheke um eine Pseudepigraphie handelt oder ob eine zufällige Namensgleichheit (der Name Apollodor war verbreitet) Ursache der Zuschreibung ist oder ob, wie von Diller vermutet, die häufige Nennung des „echten“ Apollodors in ähnlichem Kontext wie die Bibliotheke in den Homerscholien zu einer Verwechslung führte, kann nicht geklärt werden. Textüberlieferung Der Text der Bibliotheke ist nicht vollständig erhalten. Ursprünglich aus vier Büchern bestehend, ist deren 1. und 2. Teil vollständig erhalten, der 3. Teil endet abrupt mit 3.16.2.1 (3.218 Dräger), der 4. Teil fehlte ursprünglich völlig. In der ältesten, wohl aus dem 14. Jahrhundert stammenden Handschrift R (Parisinus graecus 2722, Bibliothèque nationale, Paris) sind vom ursprünglichen Umfang von 29 Blättern 17 erhalten. Durch einen glücklichen Zufall konnte der junge Wissenschaftler Richard Wagner 1885 in der Vatikanischen Bibliothek den Codex Vaticanus graecus 950 (Handschrift E) als eine Epitome (d. h. einen Auszug) der Bibliotheke identifizieren, von deren 73 Druckseiten 23 den verlorenen Teil bis zu dem von Photios berichteten Schluss des Werkes abdecken. 1891 wurde dieser Text von Wagner unter dem Titel Epitome Vaticana herausgegeben. 1887 hatte der griechische Gelehrte Anastasios Papadopoulos-Kerameus bei der Neuordnung der Bibliothek des Klosters des Hl. Sabbas in Jerusalem den von ihm 1891 unter dem Titel Fragmenta Sabbaitica herausgegebenen Text entdeckt, der Teile des 3. und das Ende des 4. Teils der Bibliotheke enthielt (Handschrift S). Weitere Handschriften (die aber Abschriften von R darstellen) werden in der Bodleiana in Oxford und in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt. Im Druck veröffentlicht wurde die Bibliotheke erstmals von Aegius (Benedetto Aegio von Spoleto) in Rom 1555. Inhalt Die Bibliotheke gliedert sich grob in drei Hauptteile: Entstehung der Götter (Theogonie, 1.1.1–1.6.3) Entstehung der Menschen und Heldensagen (1.7.1–E2) Ereignisse um Troia (E3–E7) Innerhalb der Heldensagen gliedert sich der Inhalt im Wesentlichen genealogisch: Nachkommen des Deukalion (1.7.1–1.9.28) Nachkommen des Aiolos, (1.9.1–1.9.15) Kolcher (Medea, Argonautensage, 1.9.16–1.9.28) Nachkommen des Inachos (2.1.1–3.9.2) Nachkommen des Belos (Perseus, Herakles, 2.2.1–2.8.5) Nachkommen des Agenor (Kadmos, 3.1.1–3.7.7) Nachkommen des Pelasgos (Lykaon, 3.8.1–3.9.2) Nachkommen des Atlas (3.10.1–3.12.6.3) Plejaden (Helena, Dioskuren, 3.10.1–3.11.2) Nachkommen des Dardanos (Priamos, 3.12.1–3.12.6.3) Nachkommen des Asopos (3.12.6.4–3.13.8) Könige der Athener (Erichthonios bis Theseus, 3.14.1–3.16.2, E1) Nachkommen des Pelops (Geschlecht des Atreus, E2) Einordnung und Quellenwert Missachtung und Geringschätzung der Bibliotheke haben eine lange Tradition, beginnend bei Photios, der die Bibliotheke als „Büchleinchen“ () bezeichnet, das nicht unbrauchbar sei für jene, die sich für dergleichen Altertümer interessieren. Sie reicht bis in die Gegenwart: Im Kleinen Pauly zieht Heinrich Dörrie das Resümee: „Die Kompilation … besitzt wenig Quellenwert.“ Vor allem in der jüngeren Forschung wird die Bibliotheke dagegen hoch geschätzt. Paul Dräger etwa nennt sie „ein Kleinod von unschätzbarem Wert.“ Bei einer solch unterschiedlichen Betrachtung liegen wohl folgende Ursachen einer Abwertung der Bibliotheke zugrunde: Die literarische Bewertung. Im Gegensatz zur ausschmückenden Darstellung der griechischen Mythen etwa bei Homer, Hesiod oder den Tragikern der klassischen Zeit ist die Darstellung der Bibliotheke nüchtern und schmucklos. Auch häufige längere Aufzählungen, wie etwa die namentliche Nennung der 50 Hunde des Aktaion, heben den dichterischen Rang nicht. Die Entdeckung, dass nicht der Grammatiker Apollodor der Autor sein kann. Vor allem im 19. Jahrhundert war man geneigt, Pseudepigraphie und Fälschung in einen Topf zu werfen und alles, was irgendwie als nicht authentisch erschien, nur gering zu schätzen. Die vermeintlichen Fehler und Auslassungen der Bibliotheke. Gegenüber den bei den klassischen Dichtern überlieferten Fassungen der griechischen Mythen weist die Fassung der Bibliotheke zahlreiche Abweichungen, Auslassungen, aber auch Ergänzungen auf. Dies wurde als Beleg dafür angesehen, dass die Bibliotheke eine schlampige, unzuverlässige Kompilation sei. Eben dieser letzte Punkt begründete auf der anderen Seite die Hochschätzung der Bibliotheke als zentrale Quelle für die griechische Mythologie. Ein genaues Abgleichen der Unterschiede, Auslassungen und Ergänzungen macht es nämlich wahrscheinlich, dass, obwohl der Text wohl erst aus der frühen Kaiserzeit stammt, der Inhalt Material einer archaischen Tradition wiedergibt, die außer in wenigen Fragmenten sonst nirgendwo überliefert ist, dass also bestimmte Episoden der Odyssee oder der Argonautika des Apollonios von Rhodos in der Bibliotheke nicht deshalb fehlen oder etwas abweichend dargestellt werden, weil der Autor der Bibliotheke sich nicht oder nur schlecht erinnert hat, vielmehr erscheint es plausibel, dass die betreffenden Teile fehlen, weil sie eine dichterische Erfindung Homers bzw. des Apollonios darstellen und daher in den vom Autor der Bibliotheke verwendeten Quellen nicht erscheinen. In diesen Zusammenhang gehört auch eine ansonsten nur schwer erklärbare Auslassung: Das Römische Imperium wird an keiner Stelle erwähnt, auch dort nicht, wo es sich anbieten würde, etwa in Zusammenhang mit Aeneas oder mit dem sagenhaften Zug des Herakles durch Italien. Wenn die Quelle(n) der Bibliotheke zum Beispiel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. datierten, so wäre die Auslassung nur natürlich, da das römische Weltreich damals eben noch nicht existierte. Als eigentliche Quelle der Bibliotheke wird daher ein „mythographisches Handbuch“ angenommen, das sein Material aus den nur in Fragmenten erhaltenen Werken des Pherekydes von Athen und des Akusilaos von Argos bezog. Auch Hesiods Katalog der Frauen () wurde als Quelle ausgemacht. Da dieses Material wiederum in einer vorhomerischen, mündlichen Tradition (epischer Kyklos) wurzelt, biete die Bibliotheke damit einen einzigartigen Blick auf eine archaische Schicht des griechischen Mythos. Ausgaben Apollodor: Bibliotheke. Götter- und Heldensagen (= Sammlung Tusculum). Griechisch und Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Paul Dräger. Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2005, ISBN 3-7608-1741-6. Apollodoros: Götter und Helden der Griechen (= Bibliothek der Antike). Eingeleitet, herausgegeben und übersetzt von Kai Brodersen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-25246-6 Apolloro, I miti greci (Biblioteca). A cura di Paolo Scarpi. Traduzione di Maria Grazia Ciani. Fondazione Lorenza Valla, Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1996, IV edizione rinnovata 1998. Johann Franz Beyer (Übersetzer): Apollodor's Mythische Bibliothek, Neue Gelehrten-Buchhandlung, Hadamar und Herborn 1802, archive.org, deutsche Übersetzung. James George Frazer (Übers.): Apollodoros. The library (= Loeb Classical Library). 2 Bände. London/New York 1921. (Frazer integrierte den überlieferten Text mit dem Material aus Handschriften E und S zu einem zusammenhängenden Text; online im Volltext beim Perseus Project.) Dorothea Vollbach (Übers.): Die griechische Sagenwelt. Apollodors mythologische Bibliothek. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1988, ISBN 3-7350-0012-6 (Nachbearbeitung der Übersetzung von Christian Gottlob von Moser). Richard Wagner (Hrsg.): Apollodori Bibliotheka. In: Mythographi Graeci. Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana. Bd. 1. Teubner, Leipzig 1926. Nachdruck 1965 (heute noch maßgebliche Ausgabe des griechischen Textes). Literatur Marc Huys: 125 Years of Scholarship on Apollodoros the Mythographer: A Bibliographical Survey. In: L’antiquité classique. Band 66, 1997, S. 319–351; aktualisiert in Marc Huys, Daniela Colomo. Bibliographical Survey on Apollodoros the Mythographer: a Supplement. In: L’antiquité classique. Band 73, 2004, S. 219–237. Aubrey Diller: Studies in Greek Manuscript Tradition. Amsterdam 1983. S. 199–216. Ursprünglich erschienen als: The Text History of the Bibliotheca of Pseudo-Apollodorus. In: Transactions of the American Philological Association. Band 66, 1935, S. 296–313. Carl Robert: De Apollodori Bibliotheca. Berlin 1873. Marchinus van der Valk: On Apollodori Bibliotheca. In: Revue des Études Grecques. Band 71, 1958, S. 100–168 (online). Weblinks Griechischer Text, deutsche Übersetzung, Stammbäume und Verlinkung zum mythologischen Lexikon Apollodorus, Library and Epitome – griechischer Text und englische Übersetzung von James George Frazer im Perseus Project Apollodorus, Library – Übersetzung von James George Frazer im Theoi Project Anmerkungen Literarisches Werk der Antike Literatur (Altgriechisch) Literarisches Werk Griechische Mythographie
Im Schuljahr 2006/07 wurde in Niedersachsen eine neugeordnete gymnasiale Oberstufe eingeführt, die Profiloberstufe, nachdem zuvor das Zentralabitur im Schuljahr 2005/2006 eingeführt worden war. Mit der Wiedereinführung des Gymnasiums mit 9 Jahren Schulzeit änderte sich ab 2019 noch einmal die Wochenstundenzahl der Kurse. In den Jahren 2011 bis 2019 wurde das Abitur nach 12 Jahren (G8) abgenommen. Ab 2021 wird das Abitur wieder nach 13 Jahren abgelegt. Daher gab es 2011 einmalig ein Doppelabitur und 2020 kein reguläres Abitur. Allgemeines Aufgabenfelder Die Schulfächer werden in drei verwandte Aufgabenfelder gruppiert. * wird nur an wenigen Schulen angeboten Für das Seminarfach und Sport erfolgt keine Zuordnung zu einem Aufgabenfeld. Der Unterricht der Qualifikationsphase ist in einem Kurssystem organisiert, der Schüler wählt jedoch keine nach Auflagen bestimmte Fächer, sondern entscheidet sich für einen von bis zu fünf Schwerpunkten (Profilen). Die Schule darf allerdings durch Einschränkung der Wahlmöglichkeiten die Oberstufe im Klassensystem organisieren. Fünf Prüfungsfächer müssen belegt werden, darunter drei auf erhöhtem Niveau. Hierbei ist einer von fünf Schwerpunkten zu wählen: sprachlicher Schwerpunkt musisch-künstlerischer Schwerpunkt gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt mathematisch-naturwissenschaftlicher Schwerpunkt sportlicher Schwerpunkt (nur wenige Schulen) Innerhalb eines Schwerpunkts sind die zu belegenden Fächer weitgehend vorgeschrieben. Der Unterricht wird in Profilfächern, Kernfächern und Ergänzungsfächern erteilt, bis 2019 vier- bzw. als Ergänzungsfach zweistündig erteilt. Mit der Wiedereinführung von G9 änderte sich danach die Wochenstundenzahl der Kurse: Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) werden fünfstündig und Kurse auf grundlegendem Niveau (gA) dreistündig erteilt, lediglich die Fächer Seminarfach und Sport sind mit zwei Wochenstunden ausgewiesen. Belegverpflichtungen Für die Schulen gelten bei der Einrichtung von Schwerpunkten folgende Regeln: Der sprachliche und der mathematisch-naturwissenschaftliche Schwerpunkt müssen angeboten werden. Der gesellschaftswissenschaftliche und musisch-künstlerische Schwerpunkt sollen angeboten werden. Der sportliche Schwerpunkt kann angeboten werden. Solange nicht mindestens je ein sprachlicher und naturwissenschaftlicher Schwerpunkt eingerichtet werden kann, kann auch keiner der drei anderen Schwerpunkte angeboten werden. Schwerpunktfächer Mit der Wahl eines Schwerpunktes entscheidet sich der Schüler für zwei Schwerpunktfächer, die fünfstündig unterrichtet werden: Der Unterricht in den Schwerpunktfächern findet auf erhöhtem Anforderungsniveau statt, welche mit doppelter Wertung in die Abiturnote eingehen. Das dritte Prüfungsfach auf erhöhtem Anforderungsniveau wird einfach gewertet. Kernfächer Folgende Kernfächer sind, falls nicht bereits Schwerpunktfächer, in allen vier Schulhalbjahren dreistündig zu belegen: Deutsch Fremdsprache Mathematik Ergänzungsfächer Ergänzungsfächer sind vom Schüler verpflichtend zu belegen und in der Regel dreistündig. Eine in der Einführungsphase neu begonnene Fremdsprache ist hingegen durchgängig vierstündig zu belegen. Die Belegungsverpflichtung für ein Fach entfällt, wenn das entsprechende Fach bereits Schwerpunktfach ist. Für vier Halbjahre sind verpflichtend zu belegen: Naturwissenschaft (entfällt im sportlichen Schwerpunkt) zweite Naturwissenschaft oder Informatik (nur im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt) Sport (zweistündig) Für drei Halbjahre ist verpflichtend zu belegen: Seminarfach (zweistündig) Für zwei Halbjahre sind verpflichtend zu belegen: Musik oder Kunst oder Darstellendes Spiel Geschichte Politik-Wirtschaft (entfällt im gesellschaftswissenschaftlichen Profil, wenn das Fach Erdkunde oder Wirtschaftslehre anstelle von Politik-Wirtschaft als Schwerpunktfach gewählt wird) Religion oder Werte und Normen oder Philosophie zweites Naturwissenschaftsfach oder Informatik oder zweite Fremdsprache, aber nur im gesellschaftswissenschaftlichen und sportlichen Profil Das Noten- bzw. Punktesystem Während das Punktesystem mit bis zu 15 Punkten seit 1972 vertraut ist, gibt es die bundeseinheitliche Zuordnung von Noten zu Prozentwerten, also etwa 15 Punkte ab 95 % der Rohpunkte/Bewertungseinheiten, erst seit wenigen Jahren und wurde nicht ohne Widerstand durchgesetzt, da die Werte für das sehr gut vielen als zu niedrig galten. Vgl. Bewertungsraster für die schriftliche Abiturprüfung in der gültigen KMK-Vereinbarung zur gymnasialen Oberstufe von 2021, S. 23, und die Übertragung auf alle Fächer in 8.4.2. Abiturprüfung Die Abiturprüfung ist am Ende der gymnasialen Oberstufe in fünf Fächern abzulegen. Im ersten bis vierten Prüfungsfach findet eine schriftliche, im fünften Prüfungsfach eine mündliche Prüfung statt. Alle Abiturprüfungsfächer müssen in der Qualifikationsphase durchgehend belegt worden sein. Die ersten drei Abiturprüfungsfächer werden mit 5 Wochenstunden, das 4. und 5. Abiturprüfungsfach mit 3 Wochenstunden belegt. a) Erstes und zweites Prüfungsfach Die beiden Schwerpunktfächer werden in der Qualifikationsphase mit erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet und im Abitur schriftlich geprüft. Im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt werden geprüft: Schwerpunktfach Geschichte und eines der Fächer Deutsch, Fremdsprache, Mathematik und Naturwissenschaft. b) Drittes Prüfungsfach Ein weiteres Fach wird nach Maßgabe der Schule in der Qualifikationsphase auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet und im Abitur schriftlich geprüft. Im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt wird das zweite Schwerpunktfach geprüft. c) Viertes und fünftes Prüfungsfach Das schriftlich geprüfte vierte Prüfungsfach (ersetzbar durch eine besondere Lernleistung im gleichen Aufgabenfeld wie das vierte Prüfungsfach) und das mündlich geprüfte fünfte Prüfungsfach können vom Schüler frei gewählt werden. Dabei ist zu beachten, dass folgende Auflagen erfüllt sind: Durch die Abiturprüfungsfächer müssen alle drei Aufgabenfelder abgedeckt sein. Unter den Prüfungsfächern müssen zwei der drei Fächer Deutsch, Fremdsprache und Mathematik sein. Im Falle einer Auswahl der zu bearbeitenden Aufgabe ist den Prüflingen hinreichend Zeit zu gewähren; die Auswahlzeit im Prüfungsfach Deutsch darf 45 Minuten und in den übrigen Prüfungsfächern 30 Minuten nicht überschreiten. Die Prüfungsaufgabe muss in den genannten Bearbeitungszeiten bearbeitet und gelöst werden können. Abrechnung Die Abrechnung der Leistungen und die Ermittlung der Gesamtqualifikation orientieren sich am bundeseinheitlichen System. Bedingt durch die Besonderheiten der Oberstufenstruktur in Niedersachsen sind dabei folgende Anpassungen zu beachten: Den 8 abzurechnenden Leistungskursen entsprechen in Niedersachsen die Kurse des 1. bis 4. Halbjahres im ersten und zweiten Prüfungsfach. Den 22 abzurechnenden Grundkursen entsprechen in Niedersachsen folgende 28 Kurse: die Kurse des 1. bis 4. Halbjahres im dritten, vierten und fünften Prüfungsfach Des Weiteren folgende Kurse, sofern sie nicht bereits Prüfungsfachkurse sind: vier Kurse in Deutsch vier Kurse in einer Fremdsprache vier Kurse in Mathematik vier Kurse in einer Naturwissenschaft vier Kurse in einer 2. Fremdsprache (nur im sprachlichen Schwerpunkt) vier Kurse in einer 2. Naturwissenschaft oder Informatik (nur im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt) zwei Kurse in Geschichte zwei Kurse in einer 2. Naturwissenschaft oder Informatik oder einer 2. Fremdsprache (nur im gesellschaftswissenschaftlichen und im sportlichen Schwerpunkt) zwei Kurse in Kunst oder Musik oder Darstellendes Spiel (DS ist nur als fünftes Prüfungsfach wählbar) zwei Kurse in Politik-Wirtschaft (nicht, wenn im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt Erdkunde oder Wirtschaftslehre als Schwerpunktfach gewählt wurde) zwei Kurse in Religion oder Werte und Normen oder Philosophie (WuN ist nur als viertes oder fünftes Prüfungsfach wählbar) mindestens zwei Kurse im Seminarfach (darunter das Halbjahr mit der Facharbeit, sowie das diesem vorangegangene oder folgende) bis zu drei Kurse im Sport (keine Einbringungsverpflichtung; wenn mehr als ein Kurs eingebracht wird, dann muss darunter mindestens eine Individualsportart sein) gegebenenfalls zwei Kurse einer in der Einführungsphase neu begonnenen Fremdsprache (falls nicht bereits oben eingebracht) gegebenenfalls die bestbenoteten noch nicht eingebrachten Kurse bis zur Auffüllung auf insgesamt 28 Kurse Da die Höchstpunktzahl der Halbjahresnoten maximal 600 Punkte betragen kann und deshalb rechnerisch maximal 40 Kurse belegt werden können, wird das Ergebnis nun noch ×40/44 gerechnet (44 entspricht der Anzahl der eingerechneten Halbjahre, diese kann an Schulen mit drei Schwerpunktfächern 48 betragen). Die Leistungen der Abiturprüfung werden in jedem Fach vierfach abgerechnet; findet in einem schriftlichen Fach eine zusätzliche mündliche Prüfung statt, werden die Teilergebnisse im Verhältnis 2:1 gewichtet. Bei einer besonderen Lernleistung werden die schriftliche Dokumentation und das mündliche Kolloquium ebenfalls im Verhältnis 2:1 gewichtet. Tabelle zur Ermittlung der Abiturdurchschnittsnote: Die Durchschnittsnote errechnet sich in Übereinstimmung mit Anlage 3 der Verordnung zur Durchführung des Staatsvertrages über die Vergabe von Studienplätzen nach der Formel: . Einzelnachweise Niedersachsen Bildung in Niedersachsen
PAQ ist ein Kompressionsprogramm zur komprimierten Archivierung von Dateien, das im Vergleich zu anderen Formaten meist die höchste Datenkompressionsrate aufweist, auf Kosten sehr langer Laufzeiten und hohen Speicherbedarfs. PAQ ist ein Kommandozeilen-Programm, das quelloffen ist, aber noch über kein eigenes GUI verfügt. Eine solche stellt das Projekt PAQCompress auf Github, FrontPAQ (Entwicklung eingestellt) oder z. B. PeaZip unter Windows und Linux zur Verfügung. PAQ wurde als PAQAR ursprünglich von Matt Mahoney entwickelt und wird seitdem von verschiedenen Autoren verbessert. Eigenschaften des PAQ-Packers PAQ-8 benutzt , bei dem Einzelbit-Vorhersagen von einer Reihe von Modellen, kombiniert mit einem neuronalen Netzwerk und arithmetischem Kodieren, verwendet werden. Vorher werden die Daten noch einer Text-Vorbehandlung (Text-Preprocessing) unterzogen, unter Verwendung von sieben Bibliotheksdateien (enthalten), die noch durch weitere Sprachen ergänzt werden können. Bemerkenswert ist die Behandlung von JPEG-Dateien, deren Huffman-Kodierung durch einen leistungsfähigeren Kompressionsalgorithmus ersetzt wird, wodurch JPEG-Dateien verlustfrei weiter komprimiert werden können. ZPAQ Bis PAQ9 wurden sehr viele unterschiedliche PAQ-Versionen entwickelt, die zueinander inkompatibel waren. Am 12. März 2009 wurde der ZPAQ-Level-1-Standard verabschiedet und Version 1.00 veröffentlicht. Zukünftige Versionen sollen damit kompatibel bleiben. Einzelnachweise Datenformat Freie Datenkompressionssoftware Abkürzung
Albeverio ist der Familienname folgender Personen: Sergio Albeverio (* 1939), schweizerischer Mathematiker und mathematischer Physiker Solvejg Albeverio-Manzoni (* 1939), schweizerische Malerin und Autorin
Kloster Neuendorf ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland. Geografie Kloster Neuendorf, eine Klosteranlage mit einem Straßendorf, liegt rund vier Kilometer östlich der Altstadt von Gardelegen am Laugebach und an der B 188 am Nordrand der Colbitz-Letzlinger Heide. Nachbarorte sind Gardelegen im Westen, Trüstedt im Nordosten und Jävenitz im Osten. Geschichte Mittelalter bis Neuzeit Das namensgebende Kloster Neuendorf wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt und war ein Kloster der Zisterzienserinnen. Das Kloster gehörte im 14. Jahrhundert zu den größten Grundbesitzern der Altmark. Der Historiker Rohrlach nennt drei Herrschaftszugehörigkeiten für das Dorf. Ein Teil gehörte dem Kloster, ein anderer Teil war ein Freigut und der dritte Teil über „Dienst und Lager auf des Klosters zu Neuendorf arme Leute“ gehörte vor 1535 bis nach 1598 den von Alvensleben der Herrschaft Erxleben und in die Vogtei Gardelegen und an die Chüden und Pauermeyer weiterverlehnt. 1232 hatte Markgraf Johann dem neu gegründeten Kloster ecclesie videlicet sancte Marie in Niendorp neun Hufen aus dem Dorf geschenkt. 1233 dann den Rest des Dorfes mit allem Recht, Mühlen, Weiden und Wäldern. Der letzte Propst des Klostern namens Schütte wird 1544 entlassen. Klosterhauptmann wird Hieronymus von Drübsdorf, dieser überträgt 1545 die Verwaltung des Klosters dem Amtmann vom Amt (Kloster) Neuendorf. Das Kloster wurde schließlich 1579 aufgehoben. Es bestand weiter als evangelisches Fräuleinstift bis 1810. Die Zahl der Klosterjungfrauen war auf 18 festgesetzt worden. Die Domäne wurde 1831 aufgelöst und das Gut 1831 oder 1834 an den Amtmann Wagenknecht verkauft. Vor 1872 bis 1945 gehörte es den von Veltheim. Das Freigut war ursprünglich im Besitz der Witwe Amtmann Wiehe, geborene Finkenberg. 1737 kam es an den Heidereiter Martin Lüdecke zu Jävenitz, 1737 an dessen Tochter und ihren Mann, den Holzschreiber Conradi. 1759 dann an deren Sohn. 1785 wurde vom Obergericht Stendal die Gerichtsbarkeit an das Amt (Kloster) Neuendorf übertragen. 1818 gehörte das Freigut dem Gutsbesitzer Bruns. Bis 1971 wurde Kloster Neuendorf von Personenzügen der Strecke Haldensleben–Gardelegen bedient. Bodenreform Bei der Bodenreform wurden 1945 wurden erfasst: Eine Besitzung über 100 Hektar mit 643 Hektar, 124 Besitzungen unter 100 Hektar mit zusammen 468 Hektar, zwei kleine Besitzungen mit zusammen fünf Hektar, eine Gemeindebesitzung mit einem Hektar. Es wurden 643 Hektar enteignet, davon wurden 221,4 Hektar aufgeteilt. 91,9 Hektar kamen an 25 landarme Bauern mit Besitz unter 5 Hektar, 111,6 Hektar an 19 landlose Bauern und Kleinpächter, 17,8 Hektar an 21 Industriearbeiter, außerdem 382 Hektar Wald an die Gemeinde. Im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Neuer Weg“. Eingemeindungen Ursprünglich gehörte das Dorf zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Landkanton Gardelegen auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen. Ab dem 25. Juli 1952 gehörte sie zum Kreis Gardelegen und schließlich ab dem 1. Juli 1994 zum heutigen Altmarkkreis Salzwedel. Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kloster Neuendorf am 20. Oktober 2008, dass die Gemeinde Kloster Neuendorf in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft. Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kloster Neuendorf wurde Kloster Neuendorf Ortsteil der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kloster Neuendorf und künftige Ortsteil Kloster Neuendorf wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kloster Neuendorf wurde ein Ortschaftsrat mit sechs Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet. Einwohnerentwicklung Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006: Religion Die evangelische Kirchengemeinde Kloster Neuendorf gehörte früher zur gleichnamigen Pfarrei. Seit 2000 gehört die Kirchengemeinde gemeinsam mit Hottendorf, Jävenitz und Trüstedt zum Kirchspiel Kloster Neuendorf. Das Kirchspiel wird heute betreut vom Pfarrbereich Neuendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört. Im Jahre 1901 waren die Dörfer Jävenitz und Zienau mit der Zienauer Barriere nach Kloster Neundorf eingepfarrt. Zur Pfarrei gehörte ebenfalls die mater vagans Ipse mit der Dröge- und Hoppenmühle. Die Kirchenbuchüberlieferung beginnt in Kloster Neuendorf 1597, in Jävenitz und Zienau 1766, in Ipse 1667. Politik Ortsbürgermeister der Ortschaft Kloster Neuendorf ist Andreas Höppner (Die Linke). Kultur und Sehenswürdigkeiten Die ehemalige Klosterkirche St. Marien, Benedikt und Bernhard ist seit der Reformation 1587 die evangelische Pfarrkirche des Dorfes. Die Reubke-Orgel war in den 1980er Jahren rekonstruiert und von der Nicolaikirche in Oebisfelde 1988 an Kirche in Kloster Neuendorf verkauft worden. Das war durch Spenden aus den Niederlanden ermöglicht worden, die bei Orgelkonzerten des Organisten Jan Teeuw in Rotterdam gesammelt wurden. Der Gutspark steht unter Denkmalschutz. In der Ortsmitte steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein mit einem Eisenzaun umgebener Obelisk. Weblinks Urkundenüberlieferung des Klosters Neuendorf im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Magdeburg Historische Überlieferung des Amtes Neuendorf im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Magdeburg Literatur Einzelnachweise Ortsteil von Gardelegen Ort im Altmarkkreis Salzwedel Ehemalige Gemeinde (Altmarkkreis Salzwedel) Gemeindeauflösung 2009 Ersterwähnung 1232
Mit dem Namen Klasse der Top-Band Stemlesses (englisch Class of the Top-Band Stemlesses, abgekürzt auch Top-Band Stemlesses) wird eine Klasse attisch-schwarzfiguriger Schalen bezeichnet. Sie werden letzte Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Von der Form her handelt es sich dabei um kleine Schalen auf niedrigem Fuß, ohne den üblichen hohen Stielfuß. Die Standplatten sind torusförmig. Namengebend ist das schwarze Band am oberen Rand, das Dekorationsschema der Schalen entspricht den Bandschalen, meist mit Augen in der Henkelzone, wie bei den Augenschalen. Im Innenbild (Tondo) werden mehrfach Gorgonen gezeigt. John D. Beazley behandelte sie wie die Segment-Klasse in seinem Kapitel zu fußlosen Schalen, nahm aber aufgrund der bescheidenen Qualität keine Malerzuschreibung vor. Literatur John D. Beazley: Paralipomena. Clarendon Press, Oxford 1971, S. 100–102. John Boardman: Schwarzfigurige Vasen aus Athen. Ein Handbuch (= Kulturgeschichte der Antiken Welt. Bd. 1). Philipp von Zabern, Mainz 1977, ISBN 3-8053-0233-9, S. 119. Jeanne Jordan: Attic black-figured eye-cups. Dissertation New York University 1988, S. 228–232. Weblink Schale Toledo 1927.97 (ohne Augen) Attischer Vasenmaler Schwarzfiguriger Vasenmaler Künstlergruppe (Antike) Notname (Antike) Griechische Vasenform
Entalkoholisierung bezeichnet das Entziehen des Alkohols aus zumeist Getränken. Verfahren Die einfache Destillation scheidet als Entalkoholisierungsverfahren bei Getränken aus, da die damit verbundenen hohen Temperaturen die Aromastoffe schädigen und der Geschmack des Getränks verändert wird. In der Praxis hat sich neben der Umkehrosmose und Dialyse ebenfalls die Vakuumrektifikation durchgesetzt. Umkehrosmose: Wasser und Alkohol ist es möglich durch die Membran zu diffundieren (Permeat), die restlichen Bestandteile verbleiben vor der Membran (Retentat). Das Permeat wird mit Hilfe von Destillation vom Alkohol befreit und danach wieder mit dem Retentat zusammengeführt. Die Bestandteile des Produkts, die durch erhitzen geschädigt werden könnten, was eine Qualitätsminderung des Weines zur Folge hätte, verbleiben im Retentat und werden so davor geschützt, weshalb vor allem bei diesem Verfahren die Produktqualität erhalten bleibt. Vakuumrektifikation: Dabei wird durch Absenkung des Luftdrucks der Siedepunkt des Alkohols auf 25–30 °C gebracht (bei circa 15 mbar). Damit werden die Aromastoffe weitgehend geschont. Beim Wein wird der Alkohol in mehreren Schritten entfernt, am Ende verbleibt zumeist ein Alkoholgehalt von unter 0,25 Vol.-%, so dass er als nach deutscher Rechtslage alkoholfrei bezeichnet werden darf (bis 0,5 Vol.-%). Der Alkoholgehalt entspricht bei dieser Konzentration denjenigen von Fruchtsäften und liegt unter dem von Kefir oder einigen Gebäckarten. Als Geschmacksträger wird am Ende dem Wein Zucker oder Traubenmost zugeführt. Dies führt zu einer erneuten Alkoholbildung von den nach dem Verfahren erreichten 0,02–0,05 Vol.-% auf die oben genannten 0,1–0,25 Vol.-%. Weblinks http://fzarchiv.sachon.de/Zeitschriftenarchiv/Getraenke-Fachzeitschriften/Getraenkeindustrie/2005/09_05/GI_09-05_18-19_Genuss_ohne_Alkohol.pdf Getränketechnologie Brauprozess
Die Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG ist eine Brauerei mit Sitz in Köln. Das Unternehmen ist Mitglied des Kölner Brauerei-Verbandes e. V., hat die Kölsch-Konvention unterschrieben und ist berechtigt, Kölsch zu brauen. Die bekannteste Marke des Unternehmens ist Gaffel Kölsch. Geschichte Der Name Gaffel Kölsch leitet sich von den Kölner Gaffeln ab, die 1396 der politische Arm der Zünfte und der Handelsherren in Köln waren. „Gaffel“ war der altkölsche Ausdruck für einen zweizinkigen Gabelspiess, den Kölner Kaufleute im 11. Jahrhundert aus Venedig mitgebracht hatten. Mit dem Verbundbrief vom 14. September 1396, der ersten demokratischen Verfassung der Stadt Köln, übernahmen die insgesamt 22 Gaffeln den Rat der Stadt und stellten sogar den Bürgermeister, die Schöffen und die Richter. Ihre regelmäßigen abendlichen Treffen wurden mit Speisen und Getränken abgerundet, zu denen sie sich im ältesten Gebäude am Alter Markt, dem Gaffel Haus zusammensetzten. Das Gebäude wurde urkundlich schon 1213 erwähnt und besteht in seiner jetzigen Form seit 1580. Die erstmals 1302 erwähnte Brauerei und Gaststätte Zum Leysten wird offiziell als „braxatoria supra Monticulum“, also „die Brauerei über dem Hügelchen“ geführt, an deren Ort das Gaffel-Brauhaus am Eigelstein 41–43 bis 2020 stand. Unter dem Namen „Zum Brüsseler Hof“ wurde die Brauerei durch Gottfried Joseph Schumacher im Jahr 1822 neu eröffnet. Schumacher betrieb die Brauerei bis 1857. Nach dessen Tod führten seine Geschwister die Brauerei, bis sie diese 1859 an Reinhard Joseph Appel verkauften. Bis 1874 wurde der Brüsseler Hof von seiner Witwe weitergeführt. In der folgenden Zeit bis 1888 war das Haus lediglich eine Gaststätte. Der Brauer Adam Lenzen betrieb darin zeitweilig eine Hausbrauerei. Danach firmierte sie als Gaststätte und Bierhandel unter der Bezeichnung Glückauf Brauerei AG. Am 24. Mai 1908 übernahmen die Gebrüder Becker die Brauerei, bauten das Gasthaus um und änderten den Namen nach den „Kölner Gaffeln“ zu „In der Gaffel“. Einen weiteren Umbau erhielt das Haus 1918 bei der Neugestaltung des Innenraumes mit historischen Motiven der Stadt Köln. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 5000 Hektoliter produziert. Ende der 1940er Jahre stieg die Menge auf 10.000 Hektoliter. Die Privatbrauerei wird bereits in der vierten Generation geführt und besteht in der Rechtsform der OHG. Ab 1972 sind die Brüder Peter (1945–1993), Heinrich (1946–2017) und Johannes Becker gemeinsam vollhaftende Gesellschafter als Nachfahren der Firmengründer. Auf der Gesellschafterversammlung am 6. Dezember 2006 gerieten sie in Streitigkeiten über eigene Gehaltserhöhungen und Spesenabrechnungen. Heinrich Becker (47 % Beteiligung) schloss seinen Bruder Johannes (38 %) per Gesellschafterbeschluss von der Geschäftsführung aus, weil er angeblich über die Firma private Reise-, Bewirtungs- und Tankkosten abgerechnet habe. Heinrich Becker klagte dagegen und sein Bruder Johannes Becker konterte mit Gegenprozessen. Heinrichs Sohn Heinrich Philipp (Geschäftsführer seit 2007 mit 15 %) sollte zum alleinigen operativen Geschäftsführer ernannt werden. Am 19. Dezember 2013 entzog das Oberlandesgericht Köln Heinrich Becker die Geschäftsführer-Befugnis und bestätigte die Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses über die Abberufung des Geschäftsführers Johannes Becker. Das Gericht benannte zugleich dessen Sohn Heinrich Philipp Becker zum alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer. Der BGH bestätigte im Revisionsurteil vom Januar 2015, dass Heinrich Becker als Geschäftsführer abtreten muss und die Bestellung seines Sohnes Heinrich Philipp Becker als Geschäftsführer rechtmäßig ist. Der neue Geschäftsführer entschied im August 2014, dass die gesamte Bierproduktion aus Kapazitäts- und Produktivitätsgründen vom Eigelstein nach Porz-Gremberghoven verlagert wird. Produktion und Absatz Bis 2016 wurde das Bier im Eigelsteinviertel gebraut; dann zog die Brauer nach Porz-Gremberghoven um. Aus Platzgründen wurde das Flaschenbier in der Bolten-Brauerei in Korschenbroich und in der Brauerei Königshof in Krefeld abgefüllt. 2020 wurde in Porz-Gremberghoven eine vollautomatisierte Abfüllanlage in Betrieb genommen. 2013 betrug der Absatz von Gaffel Kölsch und den dazugehörigen Marken über 480.000 Hektoliter. Durch den Anteil der Fassbrause daran (84.000 Hektoliter) wurde der Ausstoß von 2004 fast wieder erreicht. Trotz eines Rückgangs von 6 % gehört Gaffel zu den größten Anbietern für Fassbier in Deutschland mit ungefähr 60 % Fassabfüllung seines Bieres. 2013 hatte Gaffel in der Kölsch-Gastronomie einen Marktanteil von 33 % und im Einzelhandel einen Marktanteil von 15 %. Somit ist Gaffel die Nummer 2 hinter Reissdorf und vor Früh. Verbreitung und Sponsoring Das Kernabsatzgebiet ist der Regierungsbezirk Köln und die weitere Umgebung wie das Bergische Land, der Westerwald, die Eifel und die Regionen Bonn, Koblenz, Düren und Aachen. Gaffel Kölsch wird auch in größeren deutschen Städten wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Hannover ausgeschenkt. Der Export erfolgt in die EU sowie nach China, Russland und in die USA. In Köln wird Gaffel Kölsch in zahlreichen Traditionsgaststätten und Brauhäusern ausgeschenkt, so im Gaffel im Marienbild, Gaffel am Schlachthof, oder im Gaffel im Linkewitz. Als „Kölsch der Fußballfans“ werden die Vereine 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen und SC Fortuna Köln unterstützt. Die Kölner Band Brings wirbt für Gaffel Kölsch. Marken im Portfolio Biere Gaffel Kölsch Alkoholgehalt: 4,8 Vol. % Brennwert: 172 kJ (41 kcal)/100 ml Gaffel Wiess Alkoholgehalt: 4,9 Vol. % Brennwert: 176 kJ (42 kcal)/100 ml Obergärig, hell, ungefiltert und naturtrüb Gaffel Light Alkoholgehalt: 2,4 Vol. % Brennwert: 109 kJ (26 kcal)/100 ml Gaffel Frei Alkoholgehalt: < 0,5 Vol. % Brennwert: 92 kJ (22 kcal)/100 ml 1396 Premium Lagerbier Das nach der Gründung der Kölner Brauerkorporation 1396 benannte Bier wurde 1996 als saisonales Jubiläumsbier herausgebracht. Die Marke wurde 2010 eingestellt. SonnenHopfen Alkoholgehalt: 4,7 Vol. % Obergäriges naturtrübes Sommerbier, gebraut mit Citra-Hopfen. Gaffel Kölsch 11 Alkoholgehalt: 4,8 Vol. % besonders milde Kölschspezialität, mit 15 % weniger Bittereinheiten als das klassische, feinherbe Gaffel Kölsch Limitierte Sonderedition, in der traditionellen 0,5-l-Euro-Flasche abgefüllt. Brennwert: 172 kJ (41 kcal)/100 ml Alkoholfreies Gaffel Fassbrause Alkoholfreie Fassbrause Brennwert: 112 kJ (26 kcal)/100 ml angeboten als Fassbrause Zitrone und Fassbrause Orange Cascara Sparkling koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk (alkoholfrei) Cascara Teeaufguss angereichert mit Bio-Säften und kohlensäurehaltigem Mineralwasser, siehe: Cascara (Aufguss) Koffeingehalt: 26 mg/100 ml Brennwert: 16 kcal/100 ml seit 2016 im Sortiment Liköre und Brände Papa Rhein Klarer Bierbrand Alkoholgehalt: 38 Vol. % Mamma Nero Halbbitterer Kräuterlikör Alkoholgehalt: 30 Vol. % Schwester Herz Johannisbeerlikör Alkoholgehalt: 15 Vol. % Plüsch Prumm („Samtpflaume“) Pfirsichlikör Alkoholgehalt: 15 Vol. % Bildergalerie Literatur Detlef Rick, Janus Fröhlich: Kölsch Kultur. Verlag Dumont, 2000, ISBN 3-7701-5257-3. Detlef Rick: Brauereien im Rheinland, Emons-Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-89705-836-1 Einzelnachweise Weblinks Website des Unternehmens Kölsch (Bier) Gaffel Gegründet 1908
Almoradí ist eine Gemeinde im Südosten von Spanien an der Costa Blanca. Am hatte die Gemeinde Einwohner. Geografie Almoradí gehört zur Comarca Vega Baja del Segura der Provinz Alicante in der Valencianischen Gemeinschaft. Almoradí befindet sich im spanischen Sprachgebiet. Wirtschaft Almoradí ist ein Zentrum der Möbelherstellung. In der Landwirtschaft ist der Anbau von Zitrusfrüchten bestimmend. Söhne und Töchter der Gemeinde Alejandro Manzanera Pertusa (* 2003), Tennisspieler Weblinks Offizielle Website der Gemeinde (span.) Einzelnachweise Ort in der Valencianischen Gemeinschaft
Hiatt ist der Familienname folgender Personen: John Hiatt (* 1952), US-amerikanischer Gitarrist, Pianist und Singer-Songwriter Ruth Hiatt (1906–1994), US-amerikanische Schauspielerin Hiatt (Unternehmen), ehemaliges britisches Unternehmen für Handschellen und Fußfesseln Siehe auch: Hyatt (Begriffsklärung)
Oscar Wilhelm August Hertwig oder Oskar Hertwig (* 21. April 1849 in Friedberg (Hessen); † 25. Oktober 1922 in Berlin) war ein deutscher Anatom, Zoologe und Entwicklungsbiologe. Mit seinem Lehrbuch Allgemeine Biologie eröffnete er eine Denkrichtung in der Biologie, in der nicht mehr die Vielfalt der Formen und Prozesse, sondern die gemeinsamen Kennzeichen alles Lebendigen im Vordergrund standen. Leben Oscar Hertwig kam als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns zur Welt. Kurz nach der Geburt zogen die Eltern nach Mühlhausen/Thüringen um, wo Oscar mit seinem jüngeren Bruder Richard Hertwig Schule und Gymnasium besuchte sowie 1868 das Abitur ablegte. Beide Brüder gingen 1868 an die Universität Jena, um bei Ernst Haeckel das Medizinstudium aufzunehmen. Mit ihm fuhren sie auch auf Exkursionen, mindestens einmal nach Dalmatien. 1869 kam es zu einem Auslandssemester in Zürich, 1870 bestanden beide das Physikum bei Haeckel. Ab 1871 führten beide ihre Studien bei Max Schultze in Bonn fort, bei dem sie zu Dres. med. promoviert wurden. Oscars Promotionsarbeit von 1872 trug den Titel „Über die Entwicklung und den Bau des elastischen Gewebes im Netzknorpel“. Die Arbeiten beider Brüder erschienen im gleichen Band des von Schultze herausgegebenen Archiv für mikroskopische Anatomie. Beide wurden anschließend Assistenten am Anatomischen Institut in Bonn und bestanden dort 1873 ihr medizinisches Staatsexamen. 1874 starb Schultze plötzlich, und 1875 begleiteten beide Brüder wieder Haeckel auf einer großen Forschungsreise ans Mittelmeer. Dort führte Oscar Hertwig Untersuchungen zum von ihm beobachteten Befruchtungsvorgang an Seeigel-Eiern durch, welche die Grundlage für seine Habilitation in Jena im Jahr 1875 wurden. Dank finanzieller Unterstützung durch die Eltern war es den Brüdern möglich einige Jahre als freie Forscher zu arbeiten. Zusammen wurden sie am 28. Januar 1881 zu Mitgliedern der Leopoldina gewählt. Noch im gleichen Jahr wurde Hertwig 1881 zum ordentlichen Professor für Anatomie an der Universität Jena berufen. Ebenfalls 1881 erschien Die Coelomtheorie, eine Gemeinschaftsarbeit der Brüder. 1888 ging er als Gründungsdirektor des Anatomisch-Biologischen Instituts nach Berlin, wo er bis zu seinem Tod blieb. Ab 1889 war er Mitglied in der Preußischen Akademie der Wissenschaften, 1894/95 sowie 1908/09 Dekan der medizinischen Fakultät und 1904/05 Rektor der Universität. 1911 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt. Er wurde am 1. April 1921 emeritiert. Nach dem Ersten Weltkrieg wohnte er in Grunewald in der Wangenheimstraße 28. Oscar Hertwig hatte nur wenige Schüler und Doktoranden, errang aber über seine Lehrbücher und Monografien einen großen Einfluss auf die deutsche Biologie. Seine Kinder waren die Zoologin Paula Hertwig und der Anatom Günther Hertwig. Werk Befruchtung des Seeigel-Eis Auf der Reise von 1875 beobachtete Hertwig erstmals am nahezu durchsichtigen Seeigel-Ei in seinen einzelnen Stadien unterm Mikroskop die Befruchtung einer weiblichen Eizelle durch eine männliche Samenzelle. Noch im selben Jahr habilitierte er sich in Jena für Anatomie und Entwicklungsgeschichte über die Befruchtung des tierischen Eis. Später erforschte er den Befruchtungsprozess noch genauer, wobei er seine mikroskopischen Präparate mit Osmiumtetroxid fixierte. Er konnte zeigen, dass bei der Befruchtung die Kerne beider Keimzellen erhalten bleiben und später zum Synkarion verschmelzen. Es kommt also nicht zu einer Neubildung des Zellkerns, wie lange Zeit etwa von Eduard Strasburger behauptet wurde. Die Chromosomen hielt er für die Träger der Erbanlagen. Hertwigsche Epithelscheide Die Hertwig-Epithelscheide (HES), der Bereich der Umschlagfalte zwischen innerem und äußerem Schmelzepithel des Zahnschmelzorgans (Organon enameleum) wurde nach ihrem Entdecker Oscar Hertwig benannt, der sie 1874 an Amphibien entdeckte. Coelomtheorie In den Jahren nach 1875 konnte Oscar Hertwig durch kein Amt behindert – häufig gemeinsam mit seinem Bruder – forschen. Sie arbeiteten über das Nervensystem und die Sinnesorgane der Hohltiere und verfolgten das Schicksal der einzelnen Keimblätter. 1881 publizierten sie ihre Coelomtheorie, wonach sich bei vielen Tieren aus der Gastrula durch Abfaltung des Mesoderms aus dem Entoderm eine „Coelomlarve“ entwickelt. Gegner des Sozialdarwinismus Hertwig distanzierte sich vom Vitalismus ebenso wie von einem unreflektierten Physikalismus und dem Einfluss des Atomismus auf die Zellulartheorie. Trotzdem stempelte ihn sein Lehrer Ernst Haeckel als Vitalisten ab, weil er sich kritisch über dessen deterministische Selektionstheorie, das biogenetische Grundgesetz und den Monismus geäußert hatte. Hertwig brach alle Beziehungen zu Haeckel ab, während sein Bruder Richard ihm freundschaftlich verbunden blieb. In seinen letzten Werken „Zur Abwehr des ethischen, des sozialen, des politischen Darwinismus“ und „Der Staat als Organismus“ wandte er sich gegen den zunehmenden Sozialdarwinismus. Schriften Das Problem der Befruchtung und der Isotropie des Eies. Eine Theorie der Vererbung. Gustav Fischer, Jena 1884 Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Wirbeltiere. Gustav Fischer, Jena 1886 (1. Auflage) bis 1915 (10. Auflage) Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Wirbeltiere. 5. Auflage, Gustav Fischer, Jena 1896 Digitalisat Zeit und Streitfragen der Biologie. 1894, Neuausgabe 2016. ISBN 9783741153792 "Die Lehre vom Organismus und ihre Beziehung zur Socialwissenschaft. Rede zur Feier des Geburtstages Seiner Majestäts des Keisers und Königs in der Aula der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin am 27. Januar 1899". W. Büxenstein, Berlin 1899 Ueber eine Methode, Froscheier am Beginn ihrer Entwicklung im Raume so zu orientieren, dass sich die Richtung ihrer Teilebenen und ihr Kopf- und Schwanzende bestimmen lässt. In: Denkschriften der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Jena, 11, (= Festschrift zum siebzigsten Geburtstage von Ernst Haeckel, Herausgegeben von seinen Schülern und Freunden), Fischer, Jena 1904, S. 17–30 (Digitalisat) Handbuch der vergleichenden und experimentellen Entwickelungsgeschichte der Wirbeltiere. Erster Band, Erster Teil, Erste Hälfte, Gustav Fischer, Jena 1906 Digitalisat Der Kampf um Kernfragen der Entwicklungs- und Vererbungslehre, Gustav Fischer, Jena 1909 Digitalisat Das Werden der Organismen. Zur Widerlegung von Darwin's Zufallstheorie durch das Gesetz in der Entwicklung Gustav Fischer, Jena 1916 (1. Auflage), 1918 (2. Auflage) Digitalisat, 1922 (3. Auflage) Digitalisat. Allgemeine Biologie. Zweite Auflage des Lehrbuchs „Die Zelle und die Gewebe“. Gustav Fischer, Jena 1906. Die Elemente der Entwicklungslehre des Menschen und der Wirbeltiere : Anleitung und Repetitorium für Studierende und Ärzte. – 5. Aufl. – Jena : Fischer, 1915. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf Zur Abwehr des ethischen, des sozialen, des politischen Darwinismus. Gustav Fischer, Jena 1918. Online-Ausgabe von 1921 Der Staat als Organismus : Gedanken zur Entwicklung der Menschheit. Gustav Fischer, Jena 1922. Literatur Paul Weindling: Darwinism and Social Darwinism: The Contribution of the Cell Biologist Oscar Hertwig (1849–1922) Stuttgart und New York: Gustav Fischer Verlag. 1991, ISBN 3-437-11305-4. Günther Wagner und Karl-Heinz Reiche: Der Anatom Oscar Hertwig (1849–1922). Lebensbild und Verdienste in Forschung und Lehrer, in: Christian Fleck, Volker Hesse, Günther Wagner (Hrsg.): Wegbereiter der modernen Medizin. Jenaer Mediziner aus drei Jahrhunderten. Von Loder und Hufeland zu Rössle und Brednow. Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Jena Quedlinburg 2004, ISBN 3-932906-43-8, S. 183–204. Barbara I. Tshisuaka: Oskar Hertwig, in: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 580. Heinz Penzlin: Oscar Hertwig legt den Grundstein zu einer Allgemeinen Biologie. Biologie in unserer Zeit 40 (2010), S. 280–282. Weblinks Die ersten Kapitel aus O. Hertwigs „Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des Menschen und der Wirbeltiere“ (1906) Einzelnachweise Zoologe Erfinder Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Rektor (Humboldt-Universität zu Berlin) Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Landsmannschafter Deutscher Geboren 1849 Gestorben 1922 Mann
Der Biale, auch: Biale Kangri, ist ein hoher Berg im Karakorum. Lage Er liegt nördlich des Baltoro-Gletschers und zählt zum Baltoro Muztagh. Von seiner Südseite fließt der Biale-Gletscher zum Baltoro. Im Norden nähren sich Dunge- und Muztagh-Gletscher, die nach Westen und Süden beziehungsweise Osten und Süden ebenfalls dem Baltoro zufließen. Die chinesisch-pakistanische Grenze verläuft nördlich dieser beiden Gletscher, der Biale liegt also vollständig in Pakistan. Nachbarn des Biale sind die Berge der Trango-Türme, die auf der Westseite des Dungegletschers liegen, sowie der Muztagh Tower östlich des Muztagh-Gletschers. Dahinter liegen die 8000er des Karakorums, der K2 und die Berge der Gasherbrum-Gruppe. Dem Biale gegenüber auf der Südseite des Baltoros liegt der Lagerplatz Urdokas, dahinter ragt der Masherbrum empor. Nördlich des Biale ermöglicht der östliche Muztagh-Pass einen Übergang vom pakistanischen Baltorogebiet zum Sarpo-Laggo-Gletscher auf der chinesischen Nordseite des Baltoro Muztagh. Besteigungsgeschichte Der Biale wurde von einer japanischen Expedition im Jahr 1977 erstbestiegen. Am 22. Juli erreichten Fumiyoshi Shigematsu, Tokiyoshi Kimura, Mikio Hamada und Tadanori Ochiai den Gipfel. Am 24. Juli folgten ihnen Masaki Aoki und Chitose Okada auf den Gipfel. Einzelnachweise Berg im Karakorum Baltoro Muztagh
Veronika Staber (* 24. Juli 1987 in Prien am Chiemsee) ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin. Sie gehörte dem Kader des Deutschen Skiverbandes (DSV) an und startete in den Disziplinen Riesenslalom und Slalom. 2006 wurde sie Deutsche Meisterin im Riesenslalom. Biografie Die Tochter des Skiläufers Ernst Staber wuchs in Törwang (Gemeinde Samerberg) auf. Bereits im Alter von fünf Jahren bestritt sie ihr erstes Rennen. Nach der Mittleren Reife am Skigymnasium Berchtesgaden absolvierte sie eine Ausbildung zur Polizistin bei der Bundespolizei in Bad Endorf. Von Dezember 2002 an startete Staber regelmäßig bei FIS-Rennen in Europa. Zwei Jahre später debütierte sie im Europacup. In der Saison 2005/06 gelang ihr der Anschluss an die deutsche Spitze. Sie wurde jüngstes Kadermitglied der Lehrgangsstufe 1 des DSV. Zwischen Dezember 2005 und März 2006 platzierte sie sich bei 13 FIS-Rennen unter den besten zehn und auch im Europacup fuhr sie erstmals unter die besten Zehn. Der bislang größte Erfolg ihrer Karriere gelang ihr dann im April 2006. Bei den am Fellhorn ausgetragenen Deutschen Meisterschaften wurde sie überraschend Deutsche Meisterin im Riesenslalom, im Slalom fuhr sie zudem auf den dritten Platz. Nachdem sie im Februar 2006 bereits zwei Einsätze im Weltcup hatte, rückte sie dank dieser Erfolge in der Saison 2006/07 in das deutsche Weltcupteam auf. Zum Saisonauftakt im finnischen Levi holte sie mit Rang 27 ihre ersten Weltcuppunkte. Im Februar 2007 zog sich Staber bei einem Sturz in Abetone einen Kreuzbandriss zu. Nach weiteren Rückschlägen in der Rehabilitation konnte sie erst Ende 2009 ihr Comeback geben. Sie kam zunächst hauptsächlich im Europacup zum Einsatz und ist seit der Saison 2010/11 auch wieder regelmäßig im Weltcup am Start. Am 6. Februar 2011 erreichte sie mit Platz 12 im Riesenslalom von Zwiesel ihr bisher bestes Weltcupresultat. Nachdem sich in den kommenden Jahren nicht die gewünschten Erfolge einstellten, beendete sie nach der Saison 2013/2014 ihre Karriere. Nach ihrem Rücktritt vom aktiven Leistungssport absolvierte Veronika Staber eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Fitnesstrainerin und bietet seitdem ihre Leistungen unter dem Motto Fit mit Veronika Staber – Bergphysiotherapie an. Erfolge Weltmeisterschaften Garmisch-Partenkirchen 2011: 30. Riesenslalom Weltcup 2 Platzierungen unter den besten 20 Juniorenweltmeisterschaften Bardonecchia 2005: 15. Riesenslalom Québec 2006: 17. Riesenslalom Weitere Erfolge 3 deutsche Meistertitel (Riesenslalom 2006 und 2011, Slalom 2012) 6 Podestplätze im Europacup 6 Siege in FIS-Rennen Weblinks Website von Veronika Staber Alpiner Skirennläufer (Deutschland) Deutscher Meister (Ski Alpin) Teilnehmer einer Alpinen Skiweltmeisterschaft Angehöriger der Spitzensportförderung der Bundespolizei (Deutschland) Deutscher Geboren 1987 Frau