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{"text": "Fantastische Hörbücher von Lausch Die Löwin von Mogador von Julia Drosten Gelesen von Simone Ritscher", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000000.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Teil 1 Die blaue Perle am Atlantik 1835 bis 1840", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000001.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Kein Schicksal trifft ein, außer mit Allas Erlaubnis. Und wenn du an Allah glaubst, leitet er dein Herz. Denn Allah weiß alle Dinge.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000002.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Koran Kapitel 1 London im Juni 1835", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000003.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Wo ist mein Vater? Den 15 Angestellten, die im Kontor der Reederei Spencer und Sohn Mittagspause machten, blieb vor Überraschung fast der Bissen im Hals stecken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000004.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Sibsabilla Spencer stand sichtlich außer Atem in der Tür, drückte einen Briefumschlag an ihre Brust und blickte von einem zum anderen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000005.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Gewöhnlich kam die 23-jährige Tochter des Chefs nur einmal im Jahr zur Reederei, und zwar, wenn sie zusammen mit ihrer Stiefmutter Weihnachtsgeschenke an die Arbeiter und Angestellten verteilte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000006.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Doch jetzt war nicht Weihnachten, sondern Juni. Und wenn Sybilla unangekündigt, völlig aufgelöst und offenbar ohne Begleitung in der rauen Männerwelt des Londoner Hafens auftauchte, konnte das nichts Gutes bedeuten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000007.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Das jedenfalls befürchtete Mr. Donovan, der leitende Buchhalter der Reederei. Zögernd trat er hinter seinem Pult hervor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000008.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "»Ihr Vater ist im Ledgerhaus bei einer Versammlung der Dockgesellschaft, Miss Spencer. In spätestens einer halben Stunde müsste er wieder hier sein. Wünschen Sie, auf ihn zu warten.« »Peter?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000009.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Er winkte einem der Schreiberlehrlinge. »Holme Spencer einen Stuhl!« Sibylla schüttelte ungeduldig den Kopf. Da ertönte von einem Pult am Fenster eine andere Stimme.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000010.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Ein hochgewachsener junger Mann mit auffallengebundener Seidenkrawatte, modisch enger Weste und auf hochglanzpolierten Schuhen nahm eine Ledermappe von seinem Pult, ging zu Sibylla und verbeugte sich knapp, was aufgrund seiner Größe wirkte, als klappte ein Taschenmesser zusammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000012.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "»Benjamin Hopkins«, verkündete er mit leicht näselnder, arrogant klingender Stimme, »wenn Sie erlauben, leitender Einkäufer Ihres verehrten Vaters.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000013.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Der Buchhalter zog sich erleichtert zurück. In Benjamins Rücken erhob sich Gemurmel. Er spürte die Blicke der anderen wie Nadelstiche im Rücken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000014.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Mit gerade 28 Jahren war es Hopkins gelungen, sich zur rechten Hand des Räders und Kaufmanns Richard Spencer hochzuarbeiten. Aber genau das machte ihn zu einem unbeliebten Kollegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000015.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Nie versäumte er, dem Chef von Fehlern zu berichten, die einem von ihnen unterlaufen waren. Dazu kam sein gelacktes Äußeres und seine affektierten Reden, die er wohl für vornehm hielt, die die anderen aber lächerlich fanden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000016.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Doch wenn Benjamin jetzt unter seinem hohen weißen Hemdkragen warm wurde, lag das nicht daran, dass ihn die Feindseligkeit seiner Kollegen gestört hätte. Vielmehr musterten Sibyllas safirblaue Augen ihn so durchdringend, dass er sich zwingen musste, ihrem Blick standzuhalten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000017.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Lange betrachtete sie ihn stumm und gerade als er fürchtete, sie würde sein Angebot ablehnen, nickte sie. »Einverstanden, Mr. Hopkins.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000018.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Benjamin atmete auf, halb erleichtert, halb triumphierend. »Dann hoffe ich nur noch, dass Sie Ihrem verehrten Vater keine schlechten Nachrichten überbringen müssen«, sagte er und blickte auf den Brief in ihre Hand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000019.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Das dürfte sie wohl kaum etwas angehen, Mr. Hopkins.« Sie machte kehrt und lief die Treppe hinunter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000020.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Benjamin nahm rasch seinen Gehrock vom Haken neben der Tür und schlüpfte hinein, als er eine Stimme hörte, leise, aber doch klar und deutlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000021.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Schaut euch nur den Speichellecker an, jetzt kriecht er der Tochter vom Alten unter den Rock.« Aus dem Erdgeschoss ertönte Sibyllas Stimme. »Wo bleiben Sie, Mr. Hopkins? Ich habe es eilig.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000022.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Hoch erhobenen Hauptes schritt er durch die Tür. Sibylla saß bereits auf der Bank ihres eleganten zweirädrigen Gigs, die Leinen in einer Hand und klopfte mit der anderen auf den freien Sitzplatz neben sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000023.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Nun kommen Sie schon, Mr. Hopkins, oder schätzen Sie es nicht, wenn eine Frau die Zügel in der Hand hält?« »Um Gottes Willen«, rief er aus und kletterte neben sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000024.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Es ist mir eine Ehre, von Ihnen gefahren zu werden.« »Übertreiben Sie nicht, Mr. Hopkins.« Sie schnalzte kurz und die braune Hecknistute zog so schwungvoll an, dass er das Gleichgewicht verlor und gegen die Rückenlehne fiel.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000025.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Sibyllas Mundwinkel zuckten spöttisch. Aber so etwas konnte Benjamin nicht verunsichern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000026.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Seit Jahren beobachtete er bei den Weihnachtsfeiern im großen Kontor der Reederei, wie Sibylla vom flachbrüstigen Backfisch zu einer reizvollen jungen Frau wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000027.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Anfangs hatten die Bewerber um ihre Hand Schlange gestanden, aber mit ihrem Eigensinn und ihrem scharfen Mundwerk hatte sie eine nach dem anderen in die Flucht geschlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000028.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Bald eilte ihr der Ruf voraus, dass sie eine Frau wäre, die die Männer beherrschen wollte, und das schreckte viele ab. Benjamin allerdings sah darin seinen entscheidenden Vorteil.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000029.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Was ist das für eine Versammlung, an der mein Vater teilnimmt? fragte Sibylla, während sie ihr kleines Gefährt durch das Gewimmel von Frachtkarren, Werft- und Dockarbeitern, Matrosen, Hafenagenten, Handwerkern und Angestellten der umliegenden Kontore steuerte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000030.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Für eine so reizende junge Dame gibt es gewiss Amüsanteres, als sich mit Gesprächen über trockene Geschäfte zu langweilen«, erwiderte Benjamin und zeigte sein charmantestes Lächeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000031.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Doch was bei anderen Frauen durchaus seine Wirkung hatte, brachte ihm von Sybilla einen ärgerlichen Blick ein. »Würde ich fragen, wenn es mich nicht interessiert?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000032.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Benjamin lachte wieder. »Jetzt verlegen.« »Nun, es geht um den Maghreb-Handel, also den mit den Ländern Nord- und Westafrikas,« erklärte er dann.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000033.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Ihr Vater als Präsident der West-India-Doc-Gesellschaft hat einen Brief vom Generalkonsul der britischen Regierung in Marokko erhalten. Der Sultan lädt europäische Kaufleute in sein Land, seine Kassen sind nämlich leer, nachdem er jahrelang Krieg gegen seine aufsässigen Berberscheiche geführt hat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000034.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Mit den marokkanischen Juden hat er die Binnenwirtschaft angekurbelt. Wir Europäer sollen den Überseehandel in Schwung bringen.« »Ist es dort für uns nicht gefährlich?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000035.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Vor den Küsten soll es Piratennester geben, die christliche Gefangene als Sklaven verkaufen, bemerkte Sibylla nachdenklich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000036.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Sie kennen sich aus, Miss Spencer, meine Hochachtung«, entgegnete Benjamin überrascht. »Ich lese viel«, ließ sie ihn wissen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000037.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Am liebsten über fremde Länder, die ich vermutlich nie mit eigenen Augen sehen werde. Es ist eine der wenigen interessanten Beschäftigungen, mit denen ich meine reichlich freie Zeit fülle.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000038.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Er nickte, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, wieso eine Frau, die das sorglose Leben der Oberschicht führte, nicht damit zufrieden war, auf Teepartys oder Empfängen die neueste Mode vorzuführen und ein bisschen Klatsch und Tratsch auszutauschen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000039.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
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{"text": "Ja, im Gespräch sind Tanger am Mittelmeer und Mogadur am Atlantik. Aber es dürfte schwierig sein, geeignete Männer zu finden, die in einem unzivilisierten arabischen Land leben wollen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000044.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Morgadur«, murmelte Sybilla, »wie geheimnisvoll.« Benjamin musterte sie heimlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000045.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Schlank, mit geradem Rücken und für seinen Geschmack fast ein wenig zu groß, saß sie auf der Bank des Gigs. Sie hatte das Verdeck zurückgeklappt, so dass der Wind mit den bunten Bändern ihres Strohhutes spielte und den spitzenbesetzten Volant ihres Sommerkleides unter dem hellen Mantel bauschte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000046.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Blondes Haar wehte unter der Hutcrempe hervor und im Profil sah er ihre langen Wimpern und die schmale Nase.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000047.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Mit ihrer zarten weißen Haut und den vom Wind geröteten Wangen wirkte sie wie das Idealbild der englischen Rose, einer Frau, die in ein nobles Herrenhaus oder auf einen eleganten Ball gehörte und nicht in den lauten und dreckigen Hafen von London.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000048.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Nun, Mr. Hopkins, wie fällt Ihr Richterspruch aus, nachdem Sie mich so eingehend gemustert haben? Beurteilen Sie mich mit dem Auge eines Kaufmanns, wenn er die Qualität seiner Rumfässer und Kaffeesäcke einschätzt, oder sehen Sie eine Frau in mir, die einem hübsch verpackten, aber überflüssigen Geschenk gleicht?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000049.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Sie klang spöttisch, aber ihre Augen musterten ihn forschend. »Zeien Sie«, stammelte er, »aber wenn Sie mir die Bemerkung erlauben«,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000050.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Sie sind eine Freude für das Auge eines jeden Mannes, und sie mit einem Rumpfass oder einem Kaffeesack zu vergleichen, würde mir gewiss nie in den Sinn kommen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000051.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Das hieße nicht nur ihre Schönheit zu beleidigen, sondern auch ihren aufrechten Charakter, den sie mir soeben wieder eindrucksvoll demonstriert haben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000052.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
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{"text": "Benjamin, der allmählich begriff, was andere Männer meinten, wenn sie von Miss Spencers flotten Mundwerk sprachen, beschloss, vorerst auf weitere Komplimente zu verzichten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000054.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Sie müssen jetzt links abbiegen und dann immer an der hohen Backsteinmauer entlang.« Sibylla lenkte den Gig von der Zufahrtsstraße zur Reederei auf einen schmaleren Weg, der parallel zu einem Kanal verlief, der die Themse mit dem West-India-Docs verbannt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000055.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "»Du meine Güte!« rief sie beeindruckt aus, nachdem sie eine Halle passiert hatten, aus der die stampfenden Geräusche von Dampfmaschinen drang.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000056.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Hier herrscht ja fast so viel Betrieb wie auf der Oxford Street zur Haupteinkaufszeit.« »Und genau wie die Händler dort wollen die Schiffe ihre Waren loswerden, nur in viel größeren Mengen«, ergänzte Benjamin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000057.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Sie sah ihn mit glänzenden Augen an. »Jetzt verstehe ich, warum mein Vater immer sagt, der Hafen sei der Grund, warum London existiert.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000058.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Drei- und Viermastbarken, große stabile Westindiensegler, lagen in dichter Folge hintereinander bis weit in den Fluss hinaus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000059.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Die gesamte Dockanlage befand sich auf einer Halbinsel der Isle of Docks, die an drei Seiten von einer weiten Temseschleife umgeben war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000060.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Vor über 30 Jahren, als die West-India-Docs gebaut wurden, war hier die erste Hafenanlage Londons außerhalb des Flusses entstanden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000061.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Zwei mächtige Becken, die zusammen 600 Segelschiffe aufnehmen konnten und durch ein ausgeklügeltes System von Kanälen mit der Temse verbunden waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000062.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Hier an der Ostseite liegt die Ein- und Ausfahrt für die Schiffe«, informierte Benjamin Sybilla. »Zuerst fahren sie ins Import-Doc, um die Ladung zu löschen. Danach geht es weiter ins Export-Doc, um neue Fracht an Bord zu nehmen und schließlich über einen weiteren Kanal wieder hinaus in die Welt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000063.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "Benjamin nickte vage. Er wollte zu gern wissen, was in dem Brief stand, den Miss Spencer bei sich trug.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000065.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Es müssen schon sehr dringende Angelegenheiten sein, die eine unbescholtene junge Dame dazu bringen, einen Fuß in diese Gegend zu setzen«, sagte er, bemüht fürsorglich zu klingen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000066.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
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{"text": "Verstimmt blickte er ein paar Möwen hinterher, die sich kreischend um einen stinkenden Fischkadaver stritten und merkte nicht, wie Sibylla ihm einen amüsierten Seitenblick zubarf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000068.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Stumm und ein wenig beleidigt hockte er auf der Sitzbank, die Ledermappe an die schmale Brust gepresst, aber gleichzeitig fand sie es anrührend, wie sehr sich bemühte, sie zu beeindrucken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000069.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sie betrachtete sein hübsches, etwas weiches Gesicht. Er hatte helle Brauen und Wimpeln, wasserblaue Augen, schmale Lippen und eine vorspringende, ziemlich lange Nase.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000070.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Seine glatt rasierten Wangen, die perfekt getrimmten Koteletten und das akkurat geschnittene Haar verräten genau wie die raffiniert geknotete Krawatte und die blitzblanken Schuhe einen Hang zu Luxus und Eitelkeit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000071.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Ihre früheren Verehrer hatten allesamt versucht, sie zu bevormunden, als wäre sie ein dummes kleines Kind. Oder sie hatten ihr ungebetene Ratschläge erteilt und sich irritiert zurückgezogen, wenn sie merkten, dass sie nicht nur eine eigene Meinung hatte, sondern diese auch vertrat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000072.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Einer hatte sogar versucht, zudringlich zu werden, und sie hatte ihn geurfeigt. Dieser zweifelhafte Kavalier hatte später das Gerücht verbreitet, dass Sibylla Spencer die Männer beherrschen wollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000073.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Seit sie mit 16 Jahren Lady Eleanor Halls Mädchenschule verlassen hatte, wurde von ihr erwartet, dass sie heiratete und eine Familie gründete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000074.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
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{"text": "Sie hingegen lebte noch zu Hause und musste sich dort mehr Regeln und Geboten fügen als ihr 16-jähriger Halbbruder Oskar. Oh ja.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000077.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
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{"text": "Sie dirigierte ihr Gefährt am östlichen Eingangstor zu den Docks vorbei, um hinter der großen Brandmauer, die das gesamte Areal umgab, zum Ledgerhaus an der Westseite zu fahren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000080.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Der Brief, den ich bekommen habe, ist von Oscar, meinem Halbbruder«, begann sie unvermittelt. Er schreibt,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000081.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "dass er am Sonntag nun doch beim Cricket-Turnier seiner Schule Eton gegen die Herausforderer Schule Harrow spielen darf. Das war sein größter Wunsch, für den er sehr hart trainiert hat. Jetzt will er natürlich, dass wir am Sonntag am Spielfeldrand stehen und ihn anfeuern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000082.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Ich verstehe«, sagte Benjamin. Er fühlte sich geschmeichelt, weil Sybilla ihm nun doch den Inhalt des Briefes anvertraut hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000083.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Aber er verstand nicht, warum diese Nachricht so wichtig war, dass sie ihre eigenmächtige Fahrt ins Hafengelände erklärte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000084.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Er war als kleines Kind viel krank und so schwach, dass Vater lange fürchtete, die Reederei würde eines Tages ohne Erden dastehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000085.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Und außerdem, sie warf Benjamin ein spitzbübisches Lächeln zu, hatte ich Lust auf ein kleines Abenteuer. Sie schnalzte und ihre Stute trabte an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000086.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Die Feuerwache, die Werkstätten der Fassbinder, Seilmacher und Tischler, das Wartehaus für die Passagiere, die auf den Frachtschiffen mitreisten, die Büros der Holzhändler, eine Schmiede und die Stelle für die Arbeitspferde ließen sie rasch hinter sich und hatten Letcherhaus bald erreicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000087.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Das Büro- und Verwaltungsgebäude der West-India-Dockgesellschaft mit seinen gelben und dunkelroten Backsteinmauern und dem glänzenden kupfernen Dach war ein auffallendes Bauwerk.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000088.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Im Inneren befanden sich nicht nur der Konferenzraum der Gesellschafter, sondern auch ein Schreibsaal, eine Kantine sowie die Büros der Hafenpolizei und der Dockaufsicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000089.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Einige Herren standen vor dem säulengeschmückten Eingang und unterhielten sich angeregt. Sibylla erkannte sie als Mitglieder der Dockgesellschaft, aber ihren Vater sah sie nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000090.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Einer der Herren entdeckte sie, winkte heftig und eilte herbei. »Meine liebe Miss Spencer, was tun Sie denn in dieser Gegend? Ist Ihre Familie wohl auf? Zu Hause wird doch kein Unglück geschehen sein.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000091.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Er warf Benjamin einen strafenden Blick zu, ganz so, als wäre er dafür verantwortlich, dass eine Dame wie Miss Spencer im Hafengelände herumfuhr. »Es ist alles in bester Ordnung. Machen Sie sich keine Sorgen«, entgegnete Sybilla kurz angebunden. »Ist mein Vater noch im Gebäude?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000092.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Der Mann schüttelte den Kopf. »Bedauere, er ist mit einigen Gesellschaftern zu den Docks gegangen. Sie wollen in Speicher 3 prüfen, ob wir genügend Kapazitäten für die Waren aus Marokko haben. Wenn Sie wünschen, lasse ich ihn holen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000093.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Bemühen Sie sich nicht, danke!« Sibylla schnalzte mit der Zunge und ihre Stute zog an. »Soll ich Sie hier irgendwo aussteigen lassen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000094.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "fragte Sybilla, als sie das Westhor zu den Docks erreicht hatten. Benjamin maß sie mit einem empörten Blick. »Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass ich sie allein lasse. Ihr Vater würde mir den Kopf abreißen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000095.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Die Tagelöhne, die sich jeden Morgen vor dem Tour versammelten, um Arbeit als Lastenträger zu ergattern, waren längst fort.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000096.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Der Wachmann am Tor musterte Sybilla und ihren eleganten kleinen Gig ungläubig, doch dann erkannte er Benjamin, nickte kurz und ließ sie passieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000097.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Vor ihnen öffnete sich eine lange Straße. Rechts lag das Hafenbecken, in dem so viele Segler ankerten, dass Sibylla sich fragte, wie die großen Schiffe es schafften zu rangieren, ohne sich ständig gegenseitig zu rammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000098.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "An der linken Seite befanden sich die Speicherhäuser, fünfstöckige Backsteingebäude mit Rampen, Ladeluken und Seilzügen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000099.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Unten lagern die schweren Waren, wie Rumfässer, darüber die Säcke mit Rohkaffee und Zucker oder Baumwollballen und ganz oben leichte Lieferungen, in der Regel Gewürze.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000100.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Vom Import-Doc aus werden insgesamt neun Speicher befüllt. Zwei davon sind zurzeit an die East India Company vermietet, die darin Tee deponiert, erklärte Benjamin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000101.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Auf dem Dockgelände herrschte jede Menge Betrieb. Alle Sprachen der Welt summten an Sibyllas Ohr. Fässer wurden polternd überraus, Pflaster zu den Speichern gerollt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000102.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Mit bauchigen, braunen Jutesäcken beladene Karren holperten von hemdsärmeligen Arbeitern geschoben zwischen Kai- und Lagerhäusern hin und her.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000103.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Die Metallketten der massiven Lastenkräne rasselten und quietschten. Eine Gruppe flachsblonder Seemänner kam lachend und singend von einem Schiff, von dessen Heck die Flagge des Königreichs Dänemark flatterte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000104.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Auf dem benachbarten Segler brüllte ein Offizier auf Portugiesisch ein paar dunkelhäutige Matrosen an, die damit beschäftigt waren, das Deck zu schrubben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000105.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Längs des Kais warteten dutzende Fässer auf ihren Transport in einen der Speicher. Es roch nach Holztier, dem süßlichen Aroma von Rum und dem fischigen Gestank des Brackwassers.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000106.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Sibylla hätte zu gern alle Eindrücke bis ins Kleinste aufgenommen. Doch sie hatte genug damit zu tun, ihr Pferd zu beruhigen. Die Vielzahl unbekannter Gerüche, nicht endender Lärm und allgegenwärtige Hektik machten die Stute nervös.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000107.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Ihr wart in Gottes Ohr«, murmelte Benjamin und hielt sich an der Seitenlehne der Sitzbank fest.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000108.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Sibylla betrachtete den Wald von Masten, der sich im leichten Wellengang des Hafenbasins wiegte, und dann einen Kran, der eine Palette mit einem halben Dutzend Kaffeesäcken darauf in die Höhe zog.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000109.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Wie lange dauert es, bis so ein Schiff leer ist?«, fragte sie. »Nun, so ein großer Westindienfahrer fast 500 Tonnen, oft sogar mehr. Denner vergehen höchstens vier Tage, bis die gesamte Ladung gelöscht ist.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000110.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "erklärte Benjamin. »Als der Frachtverkehr noch im Fluss abgewickelt wurde, dauerte es mitunter Wochen, um ein Schiff zu be- oder entladen.« »Solche Verzögerungen machen die Waren teuer.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000111.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "stellte Sybilla fest. Und dann gibt es an der Thamsia auch keine Mauer, die Diebe abhält. Benjamin staunte. »Sie wissen gut Bescheid.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000112.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Sie warf ihm einen ihrer spöttischen Blicke zu. »Danke, das haben Sie schon einmal gesagt, Mr. Hopkins. Muss ich daraus schließen, dass Sie mir so viel kaufmännisches Verständnis nicht zugetraut haben?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000113.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Er flüchtete sich in ein verlegenes Lachen. »Sie müssen zugeben, dass das nicht zu den Dingen gehört, die eine junge Dame normalerweise interessieren.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000114.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Sie hob eine Augenbraue und musterte ihn. »Und ich würde behaupten, Mr. Hopkins, dass Sie nicht wissen, was eine junge Dame alles interessiert.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000115.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Dieses Mal schaffte Benjamin es nicht, ihrem durchdringenden Blick standzuhalten. »Dort vorn liegt die Queen Charlotte. Sie ist heute Morgen eingelaufen und ich muss die Ladung prüfen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000116.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "erklärte er und ärgerte sich, weil er krächt, sie wären halbwüchsiger im Stimmbuch. »Aber erst bringe ich sie zu ihrem Vater.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000117.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Speicher 3 liegt nämlich genau gegenüber. Ihren Wagen können Sie so lange hier lassen. Bestimmt passt einer der Vorwerklenker darauf auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000118.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Breit und wuchtig erhoben sich die beiden reich geschnitzten und bunt bemalten Achterdecks über dem Hafenbecken. Darüber hing das rote Georgskreuz auf weißem Grund.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000120.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Die Fahne Englands. »Hat sie keine Galionsfigur?« fragte sie und warf Benjamin einen herausfordernden Blick zu. »Keine nackte Seejungfrau?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000121.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
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{"text": "Sie lächelte nur, legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die drei himmelwärts ragenden Masten mit ihrer gerafften Takelage und den Ausgucken in schwindelerregender Höhe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000123.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Da tauchte ein stoppelbärtiger Mann neben dem Gig auf und bellte, »Gaffen können Sie anderswo. Wir müssen ja abladen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000124.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Sie standen direkt neben dem Kran und behinderten die Arbeiter, die die Netze mit den Rumfässern in Empfang nehmen wollten, die aus dem Bauch der Queen Charlotte befördert wurden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000125.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "Sie hielten nun direkt vor der aus einer schmalen Planke bestehenden Gangway ungefähr in der Mitte des Schiffes. Von hier betrachtet wirkte die Queen Charlotte noch größer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000127.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Sybilla schätzte ihre Gesamtlänge auf mindestens 150 Fuß. Sie betrachtete den breiten Leib des Seglers, der aus dunklem Holz gefertigt, wuchtig und wehrhaft wirkte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000128.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Ein Eindruck, der von den sechs Kanonenrohren, die durch ihre Luken hindurch direkt auf Sibylla zählten, noch verstärkt wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000129.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Dort oben steht Nathaniel Brown, der Kapitän.« Benjamin wies auf einen breitschultrigen Mann im dunkelblauen Uniformrock der Rädererei Spencer und mit einem tief in die Stirn gedrückten schwarzen Zweispitz.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000130.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Sybilla betrachtete den Mann. Seine Gesichtszüge waren hart und ohne Regung, von Wind und Wetter scharf gegerbt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000131.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Er stand an der Reling und verfolgte aufmerksam, wie ein neues Netz mit Rumpfässern über das Deck der Queen Charlotte in Richtung Kai schwebte. Benjamin räusperte sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000132.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Wir sollten nun Ihren Vater suchen. Ich werde einen der Fuhrwerke fragen, ob er bereit ist, ein paar Minuten auf Ihren Wagen aufzu...« »Achtung!« brüllte in diesem Moment Kapitän Brown und beugte sich weit über die Reling. »Weg da unten! Schnell!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000133.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Kapitel 2 Richard Spencer trat mit zwei Begleitern aus dem Tor von Speicherhaus 3.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000134.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Der andere war ein Ingenieur, den Spencer herbestellt hatte, damit er prüfte, ob im Lagerhaus bauliche Veränderungen vorgenommen werden mussten, um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, die für die Lagerung von Getreide und Leder den Hauptausfuhrgütern Marokkos erforderlich waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000136.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Als keiner 20 Meter von ihm entfernt Geschrei ertönte, blickte er kaum hin. Geschrei gehörte auf den Docks zum Alltag. Dann sah er den Gig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000137.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "und blinzelte irritiert. Was hatte dieses sportliche kleine Gefährt auf den Docks zu suchen? Das war doch eine Damenkutsche, wie sie auch seine Tochter besaß.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000138.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Er blinzelte noch einmal, erkannte Sibylla und murmelte, was in Gottes Namen. Zwei Arbeiter rannten auf den Geg zu. Sie brüllten aus Leibeskräften und zeigten fuchtelnd nach oben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000139.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Spencer folgte ihm mit den Augen und ein entsetzter Ausruf entfuhr ihm. »Sibylla, pass auf!« Er rannte los, obwohl er wusste, dass er zu spät kam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000140.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Genau in diesem Moment hörte Benjamin das Knarren des Netzes. Als er nach oben blickte, stockte ihm der Atem. Der Greifarm des Lastenkrans schwebte fast genau über ihnen, und an der Eisenkette schaukelte von einem dicken Haken gehalten das Netz mit den Fässern darin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000141.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Bei jeder Bewegung rieben sie knirschend aneinander. Sechs Rumpfässer, von denen jedes hundert Liter fasste und einem ausgewachsenen Mann bis zur Hüfte reichte. Jetzt ruckte das Flechtwerk und neigte sich an einer Seite gefährlich abwärts.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000142.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Mindestens zwei der zum Bersten gespannten Stricke waren gerissen, erkannte Benjamin, und ein eisiger Schreck durchfuhr ihn. »Los«, brüllte er, beugte sich zu Sibylla und wollte er die Lein aus der Hand reißen. »Fahren Sie los!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000143.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Im gleichen Moment rutschten die obersten beiden Fässer durch das Loch im Netz. Mit einem ohrenbetäubenden Krachen knallten sie direkt hinter dem Gig auf das Pflaster.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000144.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Holz splitterte. Rum spritzte über den Kai. Sibylla schrie auf. Ihr Pferd legte die Ohren an, sprang mit einem Satz nach vorn und galoppierte los.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000145.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Nur die Bordwand der Queen Charlotte verhinderte, dass der schief auf der Achse hängende Wagen mitsamt Pferd und Menschen ins Hafenbecken stürzte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000147.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sybilla zerrte an den Leinen und lehnte sich weit zurück, doch die scheunde Stute kämpfte gegen sie an. Eisen knirschte auf Stein und sprühte Funken, als die Achse über die Kaimauer schlitterte. Wieder riss Sybilla an den Leinen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000148.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Doch schon blieb die Bordwand der Queen Charlotte hinter ihnen zurück. Ohne diese Stütze neigte der Gixig noch weiter dem Hafenbecken zu. Sibylla schrie auf, als Benjamin den Halt verlor, und streckte automatisch eine Hand aus, um ihn festzuhalten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000149.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
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{"text": "Kalt und schmerzhaft hart schlug das Wasser über Sibylla zusammen. Sie ruderte wild mit Armen und Beinen, um an die Oberfläche zu gelangen. Ihr rechter Fuß traf etwas Weiches.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000151.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "»Benjamin?« Rings um sie spudelte schlammiges grünes Wasser. Sie strampelte heftig mit den Beinen, aber die Bewegungen, die sie an die Wasseroberfläche bringen sollten, kosteten sie nur Kraft.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000152.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Der schwere Stoff ihres Mantels und ihre üppigen Unterröcke hatten sich mit Wasser vollgesogen und zogen sie nach unten. Ihre Lungen drohten zu bersten. Angst überkam sie, jämmerlich zu ertrinken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000153.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Unter Aufbietung all ihrer Energie kämpfte sie sich endlich an die Luft. »Hilfe«, schrie sie keuchend, »Hilfe, ich kann nicht schwimmen!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000154.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Nasse Haarsträhnen klebten ihr im Gesicht, so dass sie nichts sehen konnte. Sie wollte sie wegwischen, ging dabei wieder unter und schluckte stinkendes, brackiges Hafenwasser.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000155.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Gleich darauf fühlte sie, wie jemand in ihre Haare griff und sie emporzog. Sie wirkte und spuckte, rang nach Luft und schlug um sich. Direkt über ihr lachte wie zum Spott die Galionsfigur der Queen Charlotte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000156.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Hören Sie auf, verdammt nochmal«, klang Benjamins Stimme an ihr Ohr. »Sonst ertrinken wir beide.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000157.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Er stützte sie mit einer Hand unter dem Kinn, sodass ihr Kopf über Wasser blieb und ruderte mit dem freien Arm auf die Kaimauer zu, wobei er Sybilla mit sich schleppte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000158.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Quälend langsam kämpfte er sich vorwärts, von ihr genauso behindert wie von seiner durchweichten Kleidung. Doch Sibyllas Atem wurde ruhiger.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000159.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sie merkte, wie sie der Rettung Zug um Zug näher kam. Im Wasser neben ihr schwammen zwei Blätter aus Benjamins Schreibmappe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000160.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Die Tinte lief in kleinen Rinnsalen über das nasse Papier, bevor es unterging. Ihr Strohhut schaukelte etwas weiter entfernt vor sich hin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000161.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Grüne Algen hatten sich, wie eine verunglückte Dekoration, um die Krempe gewickelt. Über sich hörte sie aufgeregte Stimmen. Sie sah ihren Vater am Rand der Kaimauer stehen, neben ihm seine entsetzten Begleiter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000162.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Außerdem erkannte sie den zu Tode erschrockenen Mann, der den Kran bedient hatte, ein Fuhrwerker und Kapitän Brown, der bewegungslos auf sie herunterblickte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000163.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Ein paar Matrosen verfolgten das Ereignis, neugierig über die Reling der Queen Charlotte hängend. Einer rief vorwitzig, »So fängt man also heute mehr Jungfrauen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000164.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Jetzt kam Leben in den Kapitän. »Was steht ihr da oben rum und blotzt?« brüllte er. »Ab mit euch! Ihr schrubbt mir sämtliche Decks, und zwar so, dass man vom Boden essen kann.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000165.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Das Lachen und Feixen der Männer verstummte augenblicklich. Mit eingezogenen Köpfen schließen sie davon.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000166.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Benjamin hatte inzwischen die eiserne Leiter erreicht, von denen in regelmäßigen Abständen mehrere in die Kaimauer eingelassen waren, und schob Sibylla zu den Sprossen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000167.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "So rasch es in der triefend nassen Kleidung möglich war, kletterte sie die steile Wand hinauf. Es beruhigte sie, dass Benjamin dicht hinter ihr folgte und sie im Rücken stützte. Endlich hatte sie die Kaimauer erreicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000168.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Was für ein unbeschreibliches Gefühl es doch war, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Ihr Vater trat mit schreckensweißem Gesicht auf sie zu und nahm sie in die Arme.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000169.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Dann zog er seinen Frack aus und legte ihn um Sibyllas Schultern. »Was machst du denn hier, Kind?« fragte er immer wieder fassungslos. »Was willst du nur im Hafen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000170.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Es ist Wing Oscar«, flüsterte sie kleinlaut, »ich wollte dir erzählen, dass er am Sonntag für Eton spielen wird.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000171.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Es erschien ihr nun selbst lächerlich, jetzt, da ihr Ausflug buchstäblich ins Wasser gefallen war. Sekundenlang blickte Richard sie verständnislos an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000172.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Verstehe ich dich richtig. Deshalb fährst du zum Hafen?« »Ja, bist du denn.« Den Rest des Satzes schluckte er hinunter, denn sie waren von einem halben Dutzend neugieriger Zuhörer umringt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000173.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Doch sein Tadler hatte Sibylla verletzt. Vor ein paar Minuten noch war sie in Gefahr gewesen zu ertrinken, aber seine Sorge hatte nur kurz gewährt, bevor er wieder etwas an ihr auszusetzen fand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000174.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Wenigstens kümmerte einer der Fuhrwerker sich um ihr Pferd und hielt die Stute in sicherer Entfernung zur Kaimauer am Geschirr. Auch der Gig schien heil geblieben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000175.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Die Karosserie war an der Seite, wo sie über die Kaimauer geschleift würden war, zerschrammt, aber zumindest stand der Wagen auf seinen beiden Rädern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000176.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Inzwischen hatte auch Benjamin den Kai erreicht. Wasser tropfte aus seinem Gehrock, an seinem Hemdkragen klebten Algen und die sorgsam polierten Schuhe waren ruiniert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000177.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Spencer nahm Benjamins Rechte und drückte sie fest. »Sie haben meine Tochter gerettet. Dafür bin ich Ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet, Mr. Hopkins.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000178.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Benjamin verbeugte sich. »Eine Selbstverständlichkeit für einen Gentleman.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000179.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Das Hafenwasser war kalt gewesen. Er klapperte mit den Zähnen und wirkte in seinem triefenden Aufzug so komisch, dass Sibylla sich ein Lächeln verkneifen musste. Sie trat neben ihren Vater.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000180.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Auch ich danke Ihnen von ganzem Herzen, Mr. Hopkins.« »Geht es Ihnen denn gut, Miss Spencer?« fragte Benjamin besorgt. »Brauchen Sie einen Arzt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000181.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Sie schüttelte den Kopf. »Ich bin unverletzt. Der Aufprall war allerdings ziemlich unsanft, und ich werde vermutlich ein paar blaue Flecken bekommen.« »Atschi!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000182.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Eine Erkältung kommt wohl noch dazu, aber dir hast du bei so viel Unvernunft auch verdient«, brummte ihr Vater. Er winkte einen der Hafenarbeiter heran, zog ein paar Münzen aus seiner Westentasche und drückte sie dem Mann in die Hand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000183.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Besorgen Sie zwei Garnituren Arbeitskleidung und bringen Sie sie zu Speicher 3. Sibylla, du wirst dich, bis du zu Hause bist, mit Männerkleidung begnügen müssen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000184.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Er legte einen Arm um seine Tochter und bedeutete Benjamin, ihm zu folgen. »Kommen Sie mit, Hupkins. Im Speicher 3 werden wir bestimmt ein paar Kaffeesäcke finden, hinter denen Sie sich abtrocknen und umziehen können.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000185.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Einen Augenblick noch, Sir«, Benjamin zog ein Taschentuch aus seiner Weste, um ein paar Algen von seinen Schuhen zu wischen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000186.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Manche Netze reißen im passenden Moment, was Hopkins«, raunte eine Stimme hinter ihm. Benjamin blickte über die Schulter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000187.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Nathaniel Brown, der Kapitän der Queen Charlotte, stand hinter ihm und blickt ihn aus kalten, schwarzen Augen an. »Was wollen Sie damit sagen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000188.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Haben Sie etwas damit zu tun?« Benjamin rückte unwillkürlich von ihm ab. »War doch eine gute Idee, um unser kleines Geschäft zu vertuschen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000189.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Benjamin schnappte nach Luft. »Um ein Haar hätten sie uns umgebracht.« Nathaniel Brown grinste verächtlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000190.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Was kann ich dafür, dass Sie und die Tochter vom Reder im falschen Moment auftauchen? Wenn Sie schlau sind, melden Sie Spencer, dass alle sechs Fässer aus dem Netz gefallen und kaputt gegangen sind.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000191.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Alle sechs?« Benjamin blickte verwirrt zum Kran. »Es waren doch nur...« »Es waren sechs!«, siehnt Dummkopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000192.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Unterbrach Brown ihn ungehalten. Zwei und die vier, die schon auf der Temse von Bord gegangen sind. Spencer wird nichts merken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000193.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Er war so mit seiner Tochter beschäftigt, er hat keinen Blick auf die Netze geworfen.« Benjamin blickte sich unwillkürlich nach allen Seiten um, ob auch niemand sie gehört hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000194.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Doch es war viel zu laut, und Richard Spencer und seine Tochter waren längst im Lagerhaus verschwunden. Schon lange machten er und Brown heimlich kleine Geschäfte am Räder vorbei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000195.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Bei Nacht und Nebel, wenn das Schiff noch im Fluss lag, schafften sie ein paar Fässer Rum oder Zucker, ein paar Säcke Tabak oder Kaffee von Bord, um sie zoll- und steuerfrei unter der Hand weiter zu verkaufen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000196.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Dabei sprang für beide ein hübscher kleiner Zuverdienst heraus. Benjamin erzählte Richard Spencer später, dass die fehlende Ware verdorben, beschädigt oder irgendwo auf hoher See über Bord gegangen war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000197.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "»Wer hätte gedacht, dass wir beide heute nicht nur zusammen spazieren fahren, sondern sogar zusammen baden würden?« bemerkte Benjamin, während er seine Haare notdürftig mit einem Taschentuch abrubbelte, das ihm einer der Lagerarbeiter gegeben hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000198.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Was Sie offensichtlich in beste Laune versetzt, Mr. Hopkins. Ich für meinen Teil bade allerdings lieber zu Hause, in einer richtigen Wanne mit sauberem, warmen Wasser.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000199.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "konnte Disabilla. Ihr Kopf tauchte hinter einer Mauer aus prall gefüllten Jutesäcken mit der Aufschrift »Dos Santos – Café da Mejor Qualidad« auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000200.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»War das Bad im Hafenbecken nicht genau das kleine Abenteuer, das Sie so gern erleben wollten?« Benjamin, der ebenfalls hinter einer Wand aus braunen Säcken stand, fühlte sich durch ihren neckenden Tonfall zu weiteren Scherzen ermutigt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000201.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Sibyllas Blick wanderte prüfend durch die Halle, aber ihr Vater war nirgends zu sehen. Neugierig nahm sie Benjamin genauer in Augenschein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000202.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
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{"text": "Seine Erscheinung weckte in ihr nicht die überwältigende Lust, ihn zu berühren oder gar leidenschaftlich zu küssen, so wie bei den Heldinnen der Liebesromane, die sie manchmal von ihrer Stiefmutter Mary auslieb.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000205.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Sie nieste erneut. »Hier zieht es«, stellte sie fest, wandte sich von Benjamin ab und stopfte ihr nasses Haar unter den Bowlerhut, den der Hafenarbeiter ihr zusammen mit einem gestreiften Flamelhemd, groben, dunkelblauen Baumwollhosen und viel zu großen Stiefeln gebracht hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000206.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Die Luft muss zirkulieren«, erwiderte Benjamin und wies auf die Lamellenfenster an der einen Seite des Speichers. »Licht und Wärme verderben den Kaffee und zerstören sein Aroma.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000207.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
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{"text": "Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Benjamin sich nicht hinter denselben Kaffeesäcken umzog wie seine Tochter, war er ans andere Ende der gut 100 Fußbreiten und 20 Fußtiefen Halle verschwunden, um eine neue Lieferung zu inspizieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000209.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sibylla bückte sich, um die derben Männerstiefel zu schnüren. Benjamin war bereits fertig umgezogen und trat hinter seinem Stapel hervor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000210.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "»Es wäre mir eine Ehre, wenn ich Ihnen helfen dürfte, Miss Spencer.« Sie zögerte. Doch dann lächelte sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000211.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
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{"text": "»Furchtbar siehst du aus. Ich werde das Verdeck des Wagens hochklappen lassen, damit dich niemand auf dem Nachhauseweg erkennt.« Benjamin fand nicht, dass sie so furchtbar aussah.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000217.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Auf den ersten Blick ähnelte sie einem Mann, doch ihre zarten Gesichtszüge waren unverkennbar weiblich. Sein Herz schlug rascher, und er beeilte sich, seinem Chef in den Gehrock zu helfen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000218.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Das Rascheln der Papiere und Kratzen der Federn im Kontor der Reederei verstummten, als Benjamin durch die Tür trat. Fünfzehn Augenpaare musterten seinen seltsamen Aufzug mit unverhohlener Neugier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000219.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Benjamin ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Es gefiel ihm immer, Aufmerksamkeit zu erregen. Gleich darauf wurde er mit Fragen bestürmt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000220.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
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{"text": "Er genoss es, die Kollegen auf die Folter zu spannen, aber er würde kein Wort über sein Erlebnis auf den Docks verlieren. Das sprach sich ohnehin in Windeseile herum und er würde vor seinen Kollegen als Held dastehen, während er gleichzeitig den Spencers gegenüber die schuldige Diskretion bewahrt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000222.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Schließlich mahnte der stets korrekte Donovan, »Geht wieder an die Arbeit. Lasst Hopkins in Ruhe.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000223.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Widerstrebend beugten die Einkäufer und Schreiber die Buchhalter und Handelsgehilfen sich wieder über ihre Papiere. Die Tür zum Kontor wurde geöffnet und Richard Spencer steckte den Kopf herein. »Hopkins?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000224.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Kommen Sie doch bitte ein paar Minuten in mein Büro. Donovan, sorgen Sie dafür, dass wir zwei Tassen Tee bekommen. Ein großer quadratischer Raum diente als Büro des Chefs.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000225.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Vor einem der Fenster stand ein Schreibpult mit Tintenfass, Federn und Mappen und einer Tischlampe, die im Gegensatz zu den alten Öllampen im Schreibsaal mit Gas betrieben wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000226.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
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{"text": "An den Wänden standen Regale, in denen Akten und Papierrollen mit Schiffsentwürfen lagerten, daneben befand sich ein mit drei Schlössern gesicherter Schrank, in dem Geld und wichtige Urkunden aufbewahrt wurden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000228.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "In einer Ecke gruppierten sich vier Stühle um einen einfachen, eckigen Konferenztisch. Von den Werkstätten im Hof drangen gedämpfte Stimmen, Hämmern, Klopf- und Sägelgeräusche herein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000229.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
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{"text": "Er war ein fülliger Mann, dessen rote Wangen einen starken Kontrast zu dem sorgfältig gestutzten, graumelierten Bart bildeten und eine Vorliebe für gutes Essen und guten Wein offenbarten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000232.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Die Augen unter der hohen Stirn und den buschigen Brauen jedoch blickten nüchtern und klar. Benjamin folgte der Aufforderung mit feierlicher Miene.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000233.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Zum ersten Mal in den 13 Jahren, die er für die Reederei arbeitete, durfte er mit seinem Chef Tee trinken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000234.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Spencer rührte in seiner Tasse, nahm einen Schluck und kam ohne Umschweife zur Sache. »Wie viele Fässer sind uns bei dem Unfall auf den Docks kaputt gegangen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000235.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Sechs, Sir«, erwiderte Benjamin mit klopfendem Herzen. Aber als Spencer einfach nickte, setzte er mutig hinzu, »ich...«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000236.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Ich werde den Schaden der Versicherung melden, dann macht die Reederei keinen finanziellen Verlust. Hervorragend, Hopkins, hervorragend.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000237.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Wofür bezahlen wir denn Heißabschneidern von Lloyds, sonst jedes Jahr horrende Summen?« Benjamin nickte zustimmend. Insgeheim fragte er sich, warum der Chef ihn ins Büro gerufen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000239.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Waren die Frachtverluste der letzten Monate zu hoch gewesen?« »Doch was Richard Spencer dann sagte,« überraschte Benjamin völlig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000240.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "»Mein Sohn bestreitet am Sonntag sein erstes Cricket-Spiel. Eine großartige Sache.« »Ihre Tochter erwähnte es, Sir.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000241.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "entgegnete Benjamin höflich. Spencer räusperte sich. »Sie wissen also schon Bescheid.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000242.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Sehr gut. Dann kommen Sie doch am Sonntag nach St. John's Wood und feuern Sie den Jungen mit uns an. Ich habe den Eindruck, dass Sybilla sich über ihre Anwesenheit freuen würde.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000243.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
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{"text": "Richard leerte seine Teetasse. Ausgezeichnet. Dann sind Sie also Sonntag mit von der Partie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000245.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Kapitel 3 St. John's Wood im Juni 1835", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000246.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Benjamin Hopkins beobachtete Sybilla, die in einem kornblumenblauen Sommerkleid, das ihre Augenfarbe betonte, sehr hübsch aussah.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000247.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Ihr blondes Haar war über den Ohren zu Korkenzieherlocken gedreht, das Hutband hatte sie seitlich vom Kinn zu einer kecken Schleife gebunden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000248.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Während die Damen mit ihren Sonnenschirmen, bunten Kleidern und gemusterten Seidenschals wie Paradiesvögel aussahen, wirkten die Herren in dunklen Frecken, Zylindern und langen, engen Hosen sehr vornehm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000249.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Am Morgen hatte das Spiel begonnen, jetzt war es fast Teezeit. Und soeben hatte Oscar, Sibyllas sieben Jahre jüngere Bruder, der Mannschaft von Eton mit einem fantastischen Schlag zum Sieg verholfen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000250.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Mit stolz geschwellter Brust, als wäre er bereits ein Familienmitglied, stand Benjamin neben den Spencers und nahm die Glückwünsche der anderen Zuschauer entgegen. Heute?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000251.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "war er kein Beobachter in der Welt der Reichen. Heute durfte er dabei sein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000252.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Lächelnd verbeugte er sich vor Sibylla und führte sie zu dem Picknickplatz, den die Dienstboten im Schatten einer alten Platane nicht weit vom Spielfeld vorbereitet hatten. Decken lagen auf dem Rasen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000253.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Auf einem Klapptisch lag Besteck und standen Geschirr, ein Krug mit Lavendellimonade und eine Schale mit frischen Erdbeeren bereit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000254.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Oskar, würdest du den Tee zubereiten?«, bat Mary. »Wieso ich? Ich will feiern!«, rief Oskar und hielt dem Diener sein Champagnerglas hin, damit dieser ihm nachfüllte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000255.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Sein vorschriftsmäßiger Sportdress aus weißem Hemd und weißen Hosen war staubig. Seine Haar zerzaust, er selbst verschwitzt. Aber er strahlte vor Stolz. Niemand hatte ihm, der im letzten Jahr noch Ersatzmann gewesen war, ernsthaft zugetraut, den Sieg zu holen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000256.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Wenn du den Champagner weiter so herunterschüttest, können wir dich sowieso nicht mehr in die Nähe des Kerosinkoches lassen, neckte Sibylla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000257.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Dich vielleicht? Du bist schließlich erst kürzlich ins Hafenbecken gefallen,« konterte ihr Bruder. »Glücklicherweise.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000258.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Möchte ich behaupten, denn wenn ich Ihre verehrte Schwester nicht gerettet hätte, wäre ich heute nicht hier,« mischte Benjamin sich wichtig-tuerisch ein. »Tatsächlich.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000259.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Ein unglaubliches Glück«, murmelte Oskar spöttisch. Er fragte sich, ob seine Schwester diesen Hopkins, dieses lange, blasse Etwas, wirklich mochte, oder ob er nur ein weiterer, unglücklicher Heiratskandidat war, den sie nullkommanichts wieder verkrauen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000260.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Mr. Hopkins, dürfte ich Sie bitten, sich um den Tee zu kümmern?«, sagte Mary.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000261.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Während Sibylla anstalten, machte, eine Serviette nach ihrem Bruder zu werfen. »Und du, Sibylla, hast du deinem Vater schon ein Sandwich gebracht?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000262.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Mary hatte Richard geheiratet, als Sybilla erst vier Jahre alt gewesen war und gerade ihre Mutter durch einen Reitunfall verloren hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000263.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Mary hatte Sybilla großgezogen und liebte sie nicht weniger als ihren leiblichen Sohn, Oscar. Doch trotz ihrer sorgfältigen Erziehung färbte Marys sanftes Gemüt nicht auf ihre Stieftochter ab.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000264.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Sibylla war wie Quecksilber, lebhaft, von raschem Verstand und schwer zu lenken. Richard gefiel dieser Eigensinn gar nicht, und er versuchte ständig, ihn zu zügeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000265.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Aber je älter Sybilla wurde, desto verbissener kämpfte sie darum, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, auch wenn es deshalb zu Auseinandersetzungen mit ihrem Vater kam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000266.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Verstohlen blickte Mary zu Mr. Hopkins. »Vielleicht«, dachte sie, »ist das endlich der richtige Mann zum Heiraten für Sie.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000267.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Insgeheim jedoch fürchtete sie Schwierigkeiten. Richard hatte ihr erzählt, dass Hopkins aus zwar ehrbaren, aber einfachen Verhältnissen stammte. Ungewöhnlich war es leichter, wenn eine Frau über ihrem Stand heiratete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000268.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Ein Mann, der durch seine Eheschließung aufstieg, wurde gesellschaftlich nie wirklich geachtet. Ein Geschäftsfreund von Richard näherte sich und schlug ihm jovial auf die Schulter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000269.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Einen großartigen Sohn haben Sie da, Spencer. Ein ganzer Kerl ist das, der einmal in Ihre Fußstapfen treten wird.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000270.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Das ist er«, bekräftigte Richard, und sein Gesicht leuchtete vor Stolz. Sibyllas Mundwinkel kräuselten sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000271.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Alle führten sich auf, als hätte Oskar soeben im Alleingang die Welt von Napoleon befreit. Dabei ging es doch nur um ein Spiel, um eine Freizeitbeschäftigung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000272.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Oskar hingegen, der das Cricket-Spiel nicht einmal besonders schätzte, wurde zum Training ermutigt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000273.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Doch aufzugeben lag Sabella nicht. Wenn sie nicht Cricket spielen durfte, versuchte sie, die Aufmerksamkeit ihres Vaters eben mit etwas anderem auf sich zu ziehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000274.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Auch heute hatte sie für ihn eine Überraschung dabei. »Schau, Vater«, sprach sie ihn mit glänzenden Augen an und griff in einen der Weidenkörbe mit den Picknick-Utensilien.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000275.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Die habe ich selbst in unserem Gewächshaus gezogen.« »Tomaten?« fragte er, und ein Hauch Ungeduld schwang in seiner Stimme mit. »Was soll ich damit?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000276.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Essen«, erwiderte sie, und biss herzhaft in eine der roten, runden Früchte. »Ja, bist du denn des Wahnsinns!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000277.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Mit einem Satz war Richard neben ihr, riss sie die angebissene Tomate aus der Hand und schleuderte sie ins Gebüsch. »Spuck das sofort aus! Oder willst du dich vergiften, du törichtes Frauenzimmer?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000278.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Tränen schossen Sibylla in die Augen, als sie sich abwandte, um das Tomatenstück in das Taschentuch zu spucken, das Mary ihr rasch gereicht hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000279.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Sie sind nicht giftig«, erklärte sie gepresst. »Ein gewisser Colonel Gibbon Johnson hat das bewiesen, indem er sie öffentlich gegessen hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000280.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Sie sind sogar sehr wohlschmeckend. Du könntest eine Menge Geld verdienen, wenn du sie verkaufst. Zum Beispiel an Städter, die keine Zeit oder keinen Garten haben, um Selbstwäsche anzubauen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000281.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Unsinn«, fuhr Richard ihr über den Mund. »Selbst wenn sie nicht giftig sind, werden die Leute immer noch denken, dass der Verzehr von Tomaten sie umbringt. Aber Glaube lässt sich schwer ausrotten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000282.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Wenn Oscar mit dieser Idee zu dir gekommen wäre, wärst du begeistert«, erwiderte sie wütend. »Es reicht«, dröhnte Richard.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000283.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Versuche nicht immer mehr zu sein, als du bist. Nimm den Platz im Leben ein, der dir bestimmt ist. Dann hast du genug erreicht. Richard", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000284.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "ermahnte Mary ihn leise, denn mehrere Leute schauten zu ihm hinüber. Rasch signalisierte sie Benjamin, der wie erstarrt neben dem Kerosinkocher stand, dass er den Tee eingießen sollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000285.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "»Sibylla, Liebes«, begann sie sanft, »willst du deinem Vater eine Tasse Tee bringen?« Sibylla gehorchte mit versteinertem Miene.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000286.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Die Stimmung des Sommertages hatte sich merklich abgekühlt. Oscar machte sich mit seinen Mannschaftskameraden davon, um in einem der vielen Theater von Haymarket ihren Sieg zu feiern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000287.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Sibylla beobachtete Benjamin, der das Etikett einer Champagnerflasche betrachtete. Vermutlich wollte er sich den Namen merken, um sich irgendwann bei passender Gelegenheit mit seinen Kenntnissen hervorzutun.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000288.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Sie hatte längst bemerkt, wie sehr er sich bemühte, ihr zu gefallen, aber sie wusste nicht, ob sie es albern oder rühren finden sollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000289.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Sibylla seufzte leise. Dann nahm sie ihr mitgebrachtes Buch und schlug es auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000290.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Sibylla fand allein den Gedanken an ein exotisches Land wie Marokko aufregend. »Sie wäre gerne an Mr. Fischers Stelle gewesen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000291.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Doch das war natürlich utopisch. Stattdessen war sie zu Leckenden-Allen, einem großen Buchkaufhaus am Finsbury Square, gefahren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000292.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Dort hatte sie nicht nur den Reisebericht von James Curtis, sondern auch den von James Gray Jackson erstanden, sowie eine neu übersetzte Ausgabe der Geschichten aus Tausend und einer Nacht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000293.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Sie war so vertieft in Mr. Curtis' Schilderung des bunten Treibens auf dem Bazar von Tanger,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000294.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Einen Spaziergang um das Cricketfeld mit mir in Erwägung ziehen, Miss Spencer?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000295.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Ihre Mutter hätte nichts dagegen. Benjamin stand vor ihr und bliebte sie hoffnungsvoll an. Unwillig riss sie sich von ihrer Lektüre los, drauf und dran, ihm eine Absage zu erteilen, aber …", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000296.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Dann überlegte sie es sich anders. Sie würde nie herausfinden, ob Hopkins als künftiger Ehemann taugte, als einer, der ihr ihre Freiheit ließ und Wert auf ihre Ansichten legte, wenn sie ihm keine Chance gab.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000297.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Also, klappte sie ihr Buch zusammen und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. »Gern, Mr. Hopkins. Wären Sie so freundlich, mir aufzuhelfen? Meine Beine sind vom Sitzen ganz steif.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000298.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Selbstverständlich.« Benjamin, der sein Glück kaum fassen konnte, reichte ihr rasch seinen Arm. »Glaubst du, dass es ihr dieses Mal ernst ist?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000299.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "fragte Richard seine Frau, als die beiden sich Seite an Seite entfernten. Mary lächelte versonnen. »Wir müssen Ihnen zumindest Gelegenheit geben,«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000300.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "es herauszufinden. London im Februar 1836", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000301.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Wir sind ein schönes Paar, Liebes. Jeder, der uns zusammen sieht, findet das.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000302.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Benjamin stand hinter Sibylla in der Halle ihres gemeinsamen Hauses und lächelte seinem Abbild in einem der hohen Kristallspiegel zufrieden zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000303.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»Es hat doch etwas für sich«, dachte er, »wenn man in den Ateliers der besten Schneider, Hut und Handschuhmacher spazieren und bestellen kann, was das Herz begehrt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000304.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Und das alles mit dem einfachen Hinweis, die Rechnung bitte später an Hopkins, Stanhope Gate im exklusiven Stadtteil Mayfair zu schicken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000305.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "In den zehn Wochen, die seit seiner Hochzeit mit Sibylla vergangen waren, hatte Benjamin sich bereits eine beachtliche neue Garderobe zugelegt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000306.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Wenn wieder einmal Pakete angeliefert wurden, zog Sibylla ihn schon damit auf, dass es nicht mehr lange dauern würde, dass sie anbauen müssten, um alles unterzubringen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000307.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
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{"text": "Viele Menschen begegneten ihm mit neuer Ehrfurcht. In der Reederei hat er jetzt sein eigenes Büro und seine einstigen Kollegen bemühten sich fast ebenso, ihm zu gefallen wie dem Chef.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000311.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "An diesem Februarabend wollten sie zu Sibyllas Eltern. Richard Spencer hatte einen Gast zum Essen eingeladen, einen Schotten namens Liam Moffat, der im Auftrag der Geografischen Gesellschaft von London die makribinischen Länder Nordafrikas bereist hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000312.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Seit die Reederei Handelsbeziehungen mit Marokko unterhielt, war Richard an allen Informationen über das Land sehr interessiert. »Der Wagen ist vorgefahren, Sir.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000313.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Meldete der Butler.« Benjamin nahm Sibyllas Cape und legte sie um die Schultern. Dann zupfte er den Kragen zurecht und nickte zufrieden, als das Licht der Wandleuchten sich in ihrem Hals Schmuck aus Amethysten brach.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000314.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Obwohl der Anlass familiär war, hatte er es sich nicht nehmen lassen, ihr Abendkleid und ihren Schmuck auszusuchen. Sie ließ es sich gefallen, weil seine kindliche Freude am Luxus sie amüsierte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000315.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Aber als er der Zofer auch noch ihre Frisur vorschreiben wollte, hatte sie protestiert. »Du machst eine Puppe aus mir. Ich erkenne mich gar nicht wieder.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000316.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Er hatte sie so enttäuscht angeschaut, dass es ihr auf der Stelle leid tat. Genauso hat er an jenem Nachmittag im Juni letzten Jahres auf Lords Cricketgrund ausgesehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000317.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Er hatte ihr eine Limonade vom Erfrischungspavillon gekauft und sie dann gefragt, ob er sie bald besuchen dürfte. Sie hatte mit der Antwort gezögert, hin und her gerissen zwischen widerstreitenden Gefühlen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000318.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Während des Spaziergangs hatte sie nicht allzu viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Als Eheleute, fürchtete Sibylla, würden sie nur nebeneinander herleben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000319.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Dann fiel ihr die hässliche Auseinandersetzung mit ihrem Vater wieder ein, und sie spürte, dass sie aus ihrem viel zu behüteten Dasein ausbrechen wollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000320.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich bald besuchen«, hatte sie gesagt, und Benjamins Strahlen hatte einen Teil ihrer Zweifel weggewischt. Im August hatte er um ihre Hand angehalten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000321.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Mitte Dezember, als sie geheiratet hatten, hatte Sybilla nur eines sicher gewusst. Dass sie Benjamin nicht liebte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000322.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er hatte eine riesige Gästenliste zusammengestellt, von der sie am liebsten die Hälfte wieder gestrichen hätte. Trotzdem konnte sie seine Eltern nirgends finden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000323.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Du hast deine Eltern vergessen«, hatte sie gesagt, als sie die Aufstellung überflog. »Er hatte verlegen herumgetruckst, dass sie zurückgezogen lebten und sich nichts aus großen Festen machten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000324.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Schämst du dich für deine Eltern? Willst du sie gar nicht einladen?« hatte sie ungläubig gefragt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000325.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Er hatte einen roten Kopf bekommen und nichts mehr gesagt, und Sybilla hatte sie mit den Worten, »Wenn Sie anständige Leute sind, sind Sie mehr willkommen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000326.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "auf die Gästeliste gesetzt. Dieser Vorfall ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. Er sagte ihr eine Menge über den Charakter ihres künftigen Ehemannes,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000327.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Und während Benjamin die Speisen aussuchte, Musiker vorspielen ließ und einen Tanzlehrer engagierte, der ihm Wiener Walzer beibrachte, bat Sybilla ihren Vater, ihren Mitgift in einer Stiftung anzulegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000328.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Es war eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen sie einer Meinung waren. Eine Stiftung stellte den einzigen Weg für eine Frau dar, ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen zu behalten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000329.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Sonst ging jeder Penny mit dem Jawort in den Besitz des Mannes über. Über ein Stiftungsvermögen jedoch konnte Sybilla nicht nur zu Lebzeiten Benjamins, sondern auch nach seinem Tod allein verfügen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000330.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Die Fahrt vom Stanhope Gate zum Hamilton Place, wo Sibyllas Eltern lebten, dauerte zehn Minuten. Es schneite in London.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000331.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Feuchte Kälte kroch durch das geschlossene Verdeck des Landauers. Sibylla kuschelte sich unter ihre Felddecke, die Benjamin fürsorglich rund um sie festgestopft hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000332.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Für solche Gesten, die unversehens und nicht allzu häufig erfolgten, mochte sie ihn. Zum Glück hatte der Butler auch für ein Kohlebecken gesorgt, sonst wäre sie in ihrem seidenen Abendkleid und den dünnen Sartan-Slippern erfroren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000333.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sie legte den Kopf gegen die Rückenlehne und lauschte den gedämpften Hufschlag der Pferde. Die Parklane war fast leer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000334.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Niemand verließ bei diesem Wetter freiwillig sein warmes Heim. Zu dem Schnee hatte sich dichter Nebel gesellt. Erbsensuppe nannten die Londoner die undurchdringlichen Schwaden, die von der Thamesa aufstiegen und sich mit dem Rauch aus den vielen Kaminen seinem schwefligen Gestank vermischten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000335.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Der Kutscher hielt vor dem Haus ihrer Eltern, einem eleganten Gebäude mit weiß verputzten Mauern und einer von Säulen flankierten, schwarz lackierten Eingangstür.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000336.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Ich bin furchtbar neugierig auf den Bericht von Mr. Moffat«, gestand Sybilla, während Benjamin ihr aus dem Wagen half. »Ich habe so viel über den Orient gelesen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000337.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Gleich nachdem sie das Haus betreten und Sibyllas Eltern sie willkommen geheißen hatten, raunte Richard Benjamin zu. Hopkins, ich muss Sie kurz sprechen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000338.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Inzwischen war auch Liam Moffat eingetroffen. Während Mary und Sybilla den schottischen Ehrengast begrüßten, zog Richard seinen Schwiegersohn in eine Ecke des Speisesaals. »Ich habe schlechte Nachrichten. Unser Mann in Mogador ist tot.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000339.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Offensichtlich gab es eine Fleckfieber-Epidemie, der zum Opfer gefahren ist. Es stand in einem Brief von Mr. Wilshire, unserem Konsul in Mogadour, den Moffat mitgebracht hat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000340.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Spencer zog einen Umschlag aus seinem Frack und reichte in Benjamin. »Das ist alles sehr ungünstig für uns«, fuhr er fort, während Benjamin das Schreiben überflog.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000341.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Wenn ich allein daran denke, wie viel wir in Geschenke für den Sultan und seinen Hofstaat investiert haben, damit der Handel reibungslos läuft. Und jetzt das!", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000342.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Wir sollten auf jeden Fall wieder jemanden hinschicken,« riet Benjamin. »Unsere Umsätze in Marokko sind gut. Es wäre jammer schade, wenn wir die Geschäfte einstellen müssten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000343.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Der Butler öffnete die Flügeltüren zum Speisesaal und Liam Moffat trat ein, Mary und Sibylla jeweils an einer Seite. »Warum habt ihr beide die Köpfe zusammengesteckt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000344.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "wisperte Sybilla, während Benjamin sie zu Tisch führte. »Unser Handelsagentin Mogador ist gestorben, dein Vater hat es mir eben berichtet.« Sie blickt ihn nachdenklich an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000345.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Dann brauchen wir jemand Neuen, der die Geschäfte dort wahrnimmt. Im Marmorkamin im Speisesaal flackerte ein Feuer und verbreitete angenehme Wärme.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000346.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Gegen dieses ausgezeichnete Essen war meine Verpflegung in Marokko doch sehr einfach. Tagelang habe ich nur von Datteln, Fladenbrot und Ziegenkäse gelebt.« »Ich wünschte mir so sehr, all die Orte, die sie bereist haben, ebenfalls mit eigenen Augen zu sehen,« warf Sibylla ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000349.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Wahrhaftig? Eine romantische Idee. Ich bin sicher, dass eine so kluge und tatkräftige Lady wie sie es zu sein scheint, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen vermag.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000350.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "erklärte Moffat charmant. »Sie würden meine Frau wohl gerne bei der Umsetzung dieses Plans unterstützen, nehme ich an,« mischte Benjamin sich säuerlich ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000351.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Sybilla blickte erstaunt auf. Eifersucht war bisher keine Eigenschaft, die sie an ihrem Ehemann bemerkt hatte. Moffat verneigte sich geschmeidig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000352.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»Inchallah«, wie man im Orient sagt, »Gotteswille geschehe.« Benjamins Gesicht begann zu glühen. Rasch mischt Mary sich ein. »Lassen Sie uns doch noch ein wenig an Ihren Erlebnissen teilhaben, Mr. Moffett.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000353.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Während der Schotter erzählte, beugte Benjamin sich zu Sybilla und flüsterte ihr ins Ohr, »Was für ein Angeber!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000354.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Moffat war Kartograf und Landvermesser und von der Geografischen Gesellschaft Londons auf Bitten von Sultan Mule Abderrahman nach Marokko entsandt worden, denn der Alevidenherrscher wollte sein Land modernisieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000355.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Als Moffat berichtete, dass einer der größten Handelsposten des Landes Sklaven waren, die aus dem Herzen Afrikas stammten, wurde es still am Tisch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000356.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Richards Vater Horatio hatte das Vermögen der Reederei ebenfalls mit Menschenhandel begründet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000357.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Was geschieht mit den Schwarzen, die in Marokko Sklaven werden? fragte Sibylla schließlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000358.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Von den Männern werden viele Soldaten in der Armee des Herrschers. Einige werden Landarbeiter, die Fähesten unter ihnen erringen einflussreiche Positionen im Hofstaat des Sultans. Von den Frauen werden die schönsten in Harems verkauft, die anderen werden Dienstboten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000359.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Mary riss die Augen auf. Was ein Harem war, wusste sie aus ihrem Roman. »Haben Sie einen solchen Ort je besucht, Mr. Moffat?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000360.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Er schüttelte den Kopf. »Das hätte mich gewiss das Leben gekostet. Kein fremder Mann darf die Frauen eines Mauren sehen.« »Um zu wissen, wie es in einem Harem zugeht, muss man sich also selbst einen zulegen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000361.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "kicherte Benjamin, der dem Wein schon reichlich zugesprochen hatte. »Wie Sie wissen, ist unser Handelsagent in Morgador verstorben. Kennen Sie jemanden, dem ich diese Aufgabe anvertrauen kann?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000362.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "schaltete Richard sich ein, als er merkte, dass Benjamin zu einer weiteren anzüglichen Bemerkung ansetzte. »Bedauere, aber da fragen Sie besser den örtlichen Konsul.« Moffat schüttelte den Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000363.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Richard zog unwillig die Stirn in Falten. »Durch Mr. Fischers Tod wird es mindestens ein halbes Jahr dauern, bis wir wieder im Geschäft sind.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000364.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Wir haben doch jemanden für Mogador, Vater«, meldete Sibylla sich zu Wort und legte eine Hand auf Benjamins Arm. »Meinen Ehemann.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000365.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Kapitel 4 Mogadur Anfang Mai 1836", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000366.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Das ist ja wie in London.« Benjamin reichte Kapitän Brown verdrossen das Fernglas zurück. Der dichte Nebel verhinderte jede Sicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000367.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Der Hafen von Mogador und die Befestigungsanlagen der Stadt blieben unsichtbar, obwohl sich die Queen Charlotte nach Auskunft von Brown unmittelbar vor der Hafeneinfahrt befand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000368.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Der Kapitän schob das Instrument zusammen und steckte es in seine Manteltasche. »Nebel ist tatsächlich ein häufiges Phänomen vor dieser Küste. Der Kanarenstrom kühlt die Atlantikluft ab, und das gibt dann diese verdammte Suppe.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000369.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Seit zwei Tagen liegen wir jetzt hier. Wie lange wird es noch dauern?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000370.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Sibylla stand zwischen Brown und ihrem Mann an der Reling und kämpfte gegen den Brechreiz an. Seit sie Ende März in London an Bord der Queen Charlotte gegangen war, litt sie an quälender Seekrankheit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000371.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Es klart auf. Wir werden heute in den Hafen einlaufen«, erwiderte der Kapitän zu ihrer und Benjamins grenzenloser Verwunderung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000372.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Sie blickten seinem ausgestreckten Arm nach und tatsächlich erahnten sie in der wabernden weißen Nebelwand den Schatten eines schlanken Turmes. Vor einer halben Stunde war er noch nicht zu sehen gewesen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000373.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Das Minarett der Moschee von Morgador«, erklärte Brown, »jetzt kann uns nur noch der Nordostpassat von der Hafeneinfahrt abhalten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000374.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Aber ein britischer West-Indien-Segler wird damit fertig. Der Wind ist stark, das ist wahr, aber die Stürme in der Nordsee waren schlimmer. Sibylla erinnerte sich mit Schaudern an die ersten Tage ihrer Reise.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000375.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Brown ließ ein hämisches Lachen hören. »Sollten Sie keine steife Brise vertragen, sind Sie in Morgador falsch. Hier weht es das ganze Jahr über.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000376.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich muss mit dem Steuermann besprechen, wie wir die Queen in einem Stück durch die Hafeneinfahrt manövrieren.« Er verbeugte sich knapp und eilte davon.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000377.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Das Segelschiff bäumte sich in einer neuen Welle auf wie ein bockiges Pferd. Sybilla würgte und umklammerte Benjamins Rechte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000378.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "»Du solltest in die Kabine gehen und dich hinlegen«, schlug er vor. Sie schüttelte heftig den Kopf. »Auf keinen Fall. Ich habe fast die ganze Reise dort verbracht, abgesehen von den vier Tagen, die wir in Lissabon auf den richtigen Wind gewartet haben.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000379.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Ich habe es mir viel heißer vorgestellt, so nah an der Sahara«, sagte Benjamin, »aber der englische Frühsommer ist genauso mild, nur mit Regen versetzt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000380.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Über Sibyllas Kopf krächzte es heiser. Sie blickte empor und sah zwei Möwen, die in der Ra des Fockmastes gelandet waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000381.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Über ihren weißen Köpfen war der Nebel in Zweig gerissen und sie konnte ein Stückchen blauen Himmel erkennen. Das Wetter wurde tatsächlich besser.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000382.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Richard Spencer hatte keine Einwände vorgebracht, als Sybilla Benjamins Entsendung nach Mogador vorgeschlagen hatte. Im Gegenteil, er sollte so schnell wie möglich reisen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000384.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
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{"text": "Neuer Streit zwischen Vater und Tochter hatte gedroht. Erst als Moffat versicherte, dass er in Marokko etlichen Europäerinnen begegnet war, die in den Ausländervierteln der Städte mit ihren Männern lebten, hatte Richard zähneknirschend eingewilligt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000386.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Sibylla und Benjamin waren die einzigen Passagiere auf der mit Tee, Baumwollstoff und Eisenwaren beladenen Queen Charlotte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000387.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Ihre Londoner Dienstboten hatten nämlich bei der Aussicht, von nun an unter Mauern leben zu müssen, den Dienst quittiert. Außerdem reisten sie mit sehr wenig Gepäck.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000388.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Sibyllas bestand hauptsächlich aus Bücherkisten, in denen sich unter anderem ihre Geschichten aus Tausenden einer Nacht und eine englische Übersetzung des Korans befanden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000389.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Benjamin hatte sich mit französischem Wein, schottischen Wurski und geräuchertem Schweineschinken eingedeckt, wohl wissend, dass es diese Köstlichkeiten in einem muslimischen Land nicht gab. Statt Möbeln, sie würden das bereits eingerichtete Haus von Mr. Fischer beziehen, hatten sie reichlich Geschenke dabei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000390.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Der Sultan, sein Hofstaat, der Kaid von Mogador, etliche Scheichs und arabische Händler mussten im Interesse guter Geschäfte bedacht werden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000391.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Ich frage mich, ob der breitere Durchlass im Süden nicht die bessere Wahl wäre.« »Kapitän Brown wird schon wissen, was er tut. Er steuert diesen Hafen ja nicht zum ersten Mal an.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000393.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
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{"text": "Der mächtige Segler musste sich zwischen der Hafenmole links und einem kleinen Eiland, der Insel Mogador, rechts von ihnen hindurchquetschen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000395.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Tosend und schäumend brach das Meer sich an den Uferfelsen. Eine Festung tauchte aus den letzten Nebelfetzen auf. Dann entdeckte Sibylla zu ihrem Entsetzen das Gerippe einer Fregatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000396.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "die auf Grund gelaufen war. Sie umklammerte Benjamins Hand und blickte ängstlich zu Kapitän Brown. Er stand am Bug. Neben ihm lotete ein Matrose mit dem Senkplei immer wieder die Wassertiefe aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000397.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Auf seiner anderen Seite erwartete der erste Offizier seine Befehle, der sie wiederum zum Steuermann am Heck brülte. Sibylle hatte das Gefühl, es dauerte eine Ewigkeit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000398.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Aber schließlich hatten sie die Durchfahrt überstanden, und wie eine lange, schmale Sichel erstreckte sich der Hafen von Mogador vor ihnen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000399.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Weil er ziemlich versandet war, mussten sie in einiger Entfernung der Mole Anker werfen. »Wir müssen umsteigen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000400.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Benjamin zeigte auf ein Boot, das vom Ufer her auf sie zusteuerte. Im Heck stand ein Araber und brüllte den jeweils zehn Schwarzen rechts und links an den Rudern unaufhörlich Kommandos zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000401.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
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{"text": "»Ich fürchte doch«, erwiderte Benjamin. »Niemals«, sie packte seinen Arm. »Ich könnte das Baby verlieren«, erstarrte sie an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000403.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Welches Baby?« Sie biss sich auf die Lippen. »So hatte sie nicht geplant, ihm von ihrer Schwangerschaft zu erzählen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000404.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Tatsächlich hatte schon ihr Arzt in London ihr gesagt, dass sie gute Hoffnung war und geraten, die anstrengende Schiffsreise nicht anzutreten, aber sie hatte ihn zum Schweigen verpflichtet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000405.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Sie wollte unbedingt nach Mogador und sich ihr Vorhaben weder von Benjamin noch einem Arzt verbieten lassen. Seit die Queen Charlotte aus dem Londoner Hafen ausgelaufen war, wollte sie Benjamin berichten, dass er Vater wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000406.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "»Du und Vater hättet mich diese Reise doch nie machen lassen, wenn ihr es gewusst hättet. Ich hätte es dir gesagt, sobald wir sicher in Mogador angekommen sind.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000410.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Benjamin schüttelte nur den Kopf. Nachdem er nachgedacht hatte, erklärte er, »Wir machen es wie damals in den Docks, nur umgekehrt. Ich steige zuerst hinunter, du kommst dicht hinter mir und hältst dich an beiden Haltetauen fest.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000411.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
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{"text": "Trotzdem überkam sie ein feierliches Gefühl. »Ich bin in Afrika.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000414.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
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{"text": "Sie blickte zu den dicken Befestigungsmauern mit den bunten Fahnen und fremdartigen Schriftzeichen, die an Türmen und Zinnen flatterten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000416.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Hinter den Bollwerken drängte sich Mogadur, die blaue Perle am Atlantik, wie die Araber die Stadt voller Überschwang nannten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000417.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Würfelförmige Häuser, nicht höher als zwei Etagen, standen dicht an dicht. Ihre weißgekalten Mauern strahlten im Sonnenlicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000418.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Der hohe Turm eines Minarets reckte sich in einen Himmel, der so blau war, als habe es den dichten Nebel vor kurzem nie gegeben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000419.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Dazu flatterten die Landesfahnen der ausländischen Konsulate an hohen Fahnenstangen auf den Dächern im Wind. Kreischende Möwen segelten über ihnen. Der Wind riss an Sibyllas Kleid und zerzauste ihr Haar.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000420.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Winzige Sandkörner brannten auf ihrer Haut und es roch nach Salzwasser. Außer der Queen ankerten noch andere Hochseesegler im Hafen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000421.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sybilla erkannte französische, amerikanische, spanische und preußische Flaggen, aber im Vergleich zu dem umtriebigen Londoner Hafen waren es nur wenige.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000422.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "An der Mole lagen mehrere kleine Boote. Fischer flickten am Ufer ihre Netze. Es gab auch eine kleine Werft, in der das Holzgerüst eines Fischerkahns auf seine Fertigstellung wartete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000423.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Dann bemerkte sie eine Gruppe von Männern, die aus dem dämmerigen Gewölbe eines mächtigen Stadttores auftauchten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000424.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Das Empfangskomitee. Man hat unsere Ankunft also gemeldet«, bemerkte Kapitän Brown, der mit ihnen gekommen war, um die Zollformalitäten abzuwickeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000425.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "An der Spitze der kleinen Schar ging ein Araber mit einem silbergrauen, sorgsam gestutzten Bart. Er trug einen weißen Türban, eine weiße Tunika mit einem offenen schwarzen Burnos darüber und flachen Pantoffeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000426.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Sein von Sonne und Wind gegerbtes Gesicht strahlte die Autorität eines Mannes aus, der Macht besitzt. »Ist das der Kait?« fragte Sybilla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000427.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Brown nickte kurz. »Eine hochgestellte Persönlichkeit. Er gehört den Massennern, der herrschenden Elite Marokkos, und geht am Sultanshof ein und aus.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000428.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Der andere Araber war ähnlich gekleidet, aber jünger und hielt sich im Hintergrund, ebenso ein Mann in einem schwarzen Kaftan und schwarzen Turban.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000429.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Der vierte Mann, ein Europäer mittleren Alters, in einem gut geschnittenen Anzug aus feinem Tuch trat vor. »Willkommen in Morgador, Mrs. Hopkins, Mr. Hopkins«, er verbeugte sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000430.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "William Wilfshere, britischer Konsul und steht zu ihren Diensten. Ich werde von seiner Exzellenz Kaid Haschash, dem Stadthalter von Mogador, begleitet, seinem Übersetzer Nuri bin Khalil und Mr. Phillips, dem Hafenmeister.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000431.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Er deutete nacheinander auf die beiden Araber und den dunkel gekleideten Mann.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000432.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Erregung stieg in Sibylle auf. Sie hatte sich vorgenommen, einen möglichst guten ersten Eindruck auf die Bewohner dieses Landes zu machen, nicht nur aus Höflichkeit, sondern auch, weil es den Geschäftsbeziehungen nützen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000433.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Sie erwartete, dass der Stadthalter sich freuen würde, in seiner Muttersprache begrüßt zu werden, doch zu ihrer grenzenlosen Überraschung ignorierte der Mann sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000435.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Er blickte an ihr vorbei, als wäre sie gar nicht vorhanden, genau wie sein Übersetzer. Sibylla war verwirrt. Hatte sie etwas Falsches gesagt und den Kaid gekränkt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000436.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Sie hatte ihren Begrüßungssatz doch sorgfältig einstudiert. Hilflos drehte sie sich zu Mr. Wilshire, der ebenso hilflos mit den Schultern zuckte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000437.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Seine Exzellenz will sie nicht beleidigen, Mrs. Hopkins, ganz im Gegenteil.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000438.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er würde sich nie herausnehmen, ihren Gatten zu brüskieren, indem er seine Frau anstarrt oder gar das Wort an sie richtet. Er zeigt ihnen beiden damit seine Ehrerbetung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000439.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Oh«, flüsterte sie und dachte, »welch eine Blamage.« Benjamin ärgerte sich, dass Sybilla vorgeprescht war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000440.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Wollte sie, dass der Stadthalter glaubte, in England zählte ein Mann weniger als seine Frau? Energisch, mit ausgestreckter Rechter, trat er vor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000441.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Sehr erfreut, Exzellenz. Mein Name ist Hopkins von der Firma Spencer & Sohn.« Benjamin wurde vom Stadthalter nicht wie Luft behandelt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000442.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Allerdings missachtete er die ausgestreckte Hand und verbeugte sich nur leicht. »Assalamu alaikum, Mr. Hopkins. Sie haben uns eine steife Brise mitgebracht, wie man auf See zu sagen pflegt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000443.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "begann er auf Arabisch. »Manches Schiff zerschellt an unseren Wellenbrechern oder wird zu den kanarischen Inseln getrieben. Aber nicht die Engländer, die Könige der Meere.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000444.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
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{"text": "»Warum begrüßt er uns nicht, wie es sich gehört?«, fragte er den Konsul. »Nun«, erwiderte dieser sichtlich verlegen, weil Bin Khalil jedes Wort übersetzte, »ich«.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000446.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Seine Exzellenz würde einen Ungläubigen niemals berühren.« Der Kaid lächelte noch etwas breiter und ließ antworten. »Ich habe mich nicht mehr.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000447.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Seine Exzellenz hofft, dass sie sich in Mogadour so wohl fühlen wie in ihrer Heimat und freut sich, sie bald in seiner Residenz zu empfangen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000448.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Die beiden Araber verbeugten sich noch einmal und machten sich auf den Weg zurück in die Stadt. Kapitän Brown ging mit Mr. Phillips zur Zollstation und der Rest der Gruppe begab sich langsam zum Stadttor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000449.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Sibylla hatte inzwischen auch den letzten Rest Übelkeit überwunden und betrachtete fasziniert das bunte Treiben im Hafen. Wie in London auch, wimmelte es von Matrosen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000450.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Im Hafenbecken tummelten sich kleine Ruderboote, die Kisten und Fässer mit Waren und Proviant transportierten, die am Kai von den Schreibern des Hafenmeisters geprüft wurden, bevor sie in einem der Lagerhäuser oder im Bauch eines Schiffes verschwanden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000451.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Auf der anderen Seite des Stadttores warteten zwei halbwüchsige Araberjungen, die je einen Esel am Zügel hielten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000452.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "»Mr. Wilshire hatte die beiden Reittiere für die Neuankömmlinge organisiert.« Benjamin verzog das Gesicht und murmelte, »wie die Narren ziehen wir in Mogador ein.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000453.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Er war so groß, dass er auf dem kleinen Esel ziemlich komisch aussah, doch Sybilla fühlte sich erschöpft und war dankbar, dass sie reiten durfte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000454.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Sie hatten die Stadt von Süden betreten und ritten zuerst über einen Platz hinter dem Stadttour. »Dieses Tour ist das Beb el-Marsa«, erläuterte Mr. Wilshere.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000455.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Natürlich gibt es noch mehr Zugänge zur Stadt. Die Karawanen kommen von Nordosten durch das Beb du Kala, weil sie dort auf direkten Weg zum Zug gelangen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000456.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Sie passierten die Kaspar, die Burg der Stadt. Sybilla entdeckte Kanonen auf den Befestigungsanlagen und auf einem der Türme nistete ein Storchenpaar.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000457.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Beim Anblick der fleißig fütternden Altvögel dachte Sybilla an das Baby in ihrem Leib. Auch Benjamin hatte die Störche bemerkt. Ihre Blicke trafen sich und sie lächelten sich zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000458.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "An die Kasper schloss sich die Medina an. In die engen Gassen drang kaum Sonnenlicht. Im Hochsommer würde diese schattenspendende Bauweise die Hitze fernhalten. Zusätzlich bot sie Schutz vor dem ständigen Wind.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000459.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Sibylla war überrascht, wie schmucklos die Häuser der Medina waren. Sie bestanden aus schlichten, weißgekalkten Mauern mit abweisend verschlossenen, blau gestrichenen Türen ohne Fenster.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000460.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Kaum ein Laut drang durch die dicken Mauern. Sibylla war ernüchtert. In den Geschichten aus Tausenden einer Nacht hatte sie von Palmen und Orangenhain gelesen, von Feigenbäumen und Wasserspielen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000461.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Hier aber streunten nur Katzen um die Ecken. Kinder spielten in den Gassen aus festgestampften Lehm, ein paar magere Bettler kauerten auf dem Boden und streckten beim Anblick der Europäer die Hände aus. »Gebt Brot im Namen Allahs!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000462.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Täusche ich mich, oder wurden die Straßen hier mit dem Lineal gezogen?« bemerkte Benjamin. »Sie haben recht«, antwortete Walshier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000463.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Mogadour wurde vor 70 Jahren von einem französischen Architekten auf dem Reißbrett entworfen. Der Unglückliche war Gefangener des Sultans. Aber nachdem sein Entwurf die Gnade des Herrschers gefunden hatte, durfte er zurück in die Heimat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000464.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
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{"text": "Nun, Sidi Mohammed bin Abdallah, so hieß der Sultan, wollte Mogadur zum größten Hafen seines Landes machen. Mit Erfolg. Die Hälfte des jährlichen Handels wird hier abgewickelt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000466.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Je weiter sie kamen, desto belebter wurden die Gassen. Sybilla bestaunte dunkelhäutige Frauen in bunten Baumwollkleidern, die auf dem Kopfkörbe mit Einkäufen vom Zug zu den Häusern ihrer Herren trugen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000467.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Araber kamen vom Gebet aus der Moschee und bärtige Juden in den dunklen Turbanen und schwarzen, staubigen Kaftanen, die sie, erklärte Wölscher, laut Befehl des Sultans tragen mussten, eilten gesenkten Hauptes vorbei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000468.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Einige Male passierten sie auch Berber in wollenen, braunen Überwürfen den Krummsäbel über die Schulter geworfen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000469.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Die Eingangstür aus blau gestrichenen Balken war offen. Ein breitschultriger, schwarzer Torwächter stand davor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000470.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Das ist Hamid«, stellte der Konsul ihn vor. Hamid verbeugte sich vor Wilshere und den Neuankömmlingen und ließ sie dann in einen dämmerigen, schmalen Gang treten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000471.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Wenn Sie erlauben, gehe ich voran.« Wilshire blickte zu Sybilla. »Meine Gattin hat für Ihre Ankunft alles putzen und herrichten lassen. Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen. Wir sind übrigens Ihre Nachbarn zur rechten Seite.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000472.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Auf der Linken leben die De Silva's, eine portugiesische Kaufmannsfamilie. Aus Europa sind noch Franzosen, Spanier, Niederländer und ein paar Dänen hier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000473.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Eine eingeschworene Gemeinschaft also gegenüber den jeweils 10.000 Arabern und Juden der Stadt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000474.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Dann sind unsere Dienstboten hier keine Sklaven?«, fragte Benjamin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000475.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Wilshir schüttelte den Kopf. Der Koch und der Gärtner sind Araber und deshalb ohnehin keine Sklaven. Die anderen wurden freigelassen, weil der Sultan den Ausländern in seinem Land die Sklavenhaltung verboten hat. Als Christenmensch sollte man dieser barbarischen Sitte ohnehin nicht frönen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000476.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "setzte er streng hinzu, und ging's Villa und Benjamin voran durch den türenlosen Flur. Sie gelangten in einen quadratischen Innenhof, der überraschend groß war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000477.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Orangen und Zitronenbäume spendeten Schatten. Die Beete wurden von geraden mit marmorgefließten Wegen begrenzt. Eidechsen hatten sich auf dem warmen Stein gewärmt und tuschten davon, als die Fremden sich näherten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000478.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "In den Bäumen sangen Vögel und am Treppenaufgang rangten zarte violette Blüten empor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000479.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Es ist wunderschön«, raunte Sybilla andächtig, »wie in einem Märchen.« »Ich nehme an, dass man englischen Komfort nicht erwarten darf«, wiss Benjamin sich vernehmen. Wischel lächelte nur.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000480.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "»Es ist natürlich nicht so modern wie ein englisches Haus, aber Sie dürfen mir glauben, dass die Araber viel von Komfort verstehen. Ach, da kommt ja meine Frau.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000481.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Kapitel 5 Morgadur Mitte Mai 1836 Allahu Akbar! Eshaddu en la ilaha ilala!", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000482.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Verdammtes Gejaule! Wird man davon denn nie verschont?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000483.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Benjamin fuhr in die Höhe. Genau neun Tage waren vergangen, seit sie in Mogador angekommen waren, und er regte sich über je denn der fünfmal am Tag ertönenden Gebetsrufe des Muezzins auf, ganz besonders jedoch am frühen Morgen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000484.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Auch Sibylla war davon geweckt worden. Doch im Gegensatz zu Benjamin machte ihr das nichts aus. »Zu Hause läuten die Kirchenglocken, hier ruft der Muezzin die Menschen zum Gebet. Was spielt das schon für eine Rolle?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000485.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Sie regelte sich unter der Decke und stellte sich vor, wie draußen ein neuer, wahrscheinlich wieder windiger, aber sonniger Tag heraufzog.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000486.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
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{"text": "An den Abenden jedoch stand sie gern wie die Einheimischen auf dem flachen Dach des Hauses und beobachtete, wie der orange-rote Sonnenball am westlichen Horizont versank.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000488.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Eine lange Dämmerung, die den Tag allmählich verblassen ließ, gab es hier nicht. Fast übergangslos brach die samtblaue Nacht herein, und wenn erst der Mond aufging, schien es Sybilla viel näher als in London, umgeben von hell funkelnden Sternen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000489.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Er und Sybilla benutzten den Schlafraum, den zuvor Mr. Fischer bewohnt hatte. Er war wie alle Zimmer des Riads kleiner als in ihrem modernen Londoner Haus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000490.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Benjamin schlief in Mr. Fischers Bett. Für Sibylla hatten die Wilshers einen Divan organisiert, den sie leidlich bequem fand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000491.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Außerdem gab es noch ein paar bunt bemalte Truhen und Kommoden, die sich neben dem massiven englischen Eichenholzschrank aus dem Nachlass Fischers sehr seltsam ausnahmen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000492.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Sibylla hatte Spiegel und Familienporträts aufgehängt, doch noch fühlte sie sich mit der zusammengewürfelten Einrichtung nicht zu Hause. Es klopfte und die Haushälterin trat ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000493.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Sie trug ein Tablett mit dampfenem Tee, stellte es auf Sibyllas Nachtkonsole und entzündete eine der Öllampen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000494.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Dass es hier kein Gaslicht gab wie in London, war auch eines der Dinge, an die sie sich noch gewöhnen mussten. Besonders Benjamin fiel es schwer, sich ohne den früheren Komfort einzuleben, und er verbarg sein Heimweh hinter schlechter Laune.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000495.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Guten Morgen«, grüßte die Haushälterin in dem melodiösen Englisch, das Sybilla so gern hörte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000496.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Sie wusste inzwischen, dass die Frau Nadira hieß. Wie jeden Tag trug sie ein Kleid aus bunt bedruckter Baumwolle, eng um die ausladenden Hüften gewickelt, einen Turban, der ihr Haar vollkommen verbarg, und schwere goldene Uhrringe, die einen funkelnden Kontrast zu ihrer ebenholzducklen Haut bildeten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000497.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Danke, Nadira«, sagte Sybilla, als die Dienerin ihr das dampfende Glas reichte. Der morgendliche Minstie im Bett war eine feste Gewohnheit geworden, seit sie gemerkt hatte, wie gut er gegen die Schwangerschaftsübelkeit half.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000498.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Benjamin mochte das starkgesüßte Getränk nicht, aber von Mr. Fischer waren noch einige Pakete feinsten indischen Darjeeling-Tees da, den er für sich reserviert hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000499.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Die Dienerin verbeugte sich und verließ das Zimmer, um den Frühstückstisch zu decken. Sarah Wilshire hatte Sibylla erzählt, dass Nadira ihr genaues Alter nicht kannte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000500.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Aber wenn Sybilla ihr glattes Gesicht und ihre raschen Bewegungen betrachtete, schätzte sie, dass sie nur wenig älter war als sie selbst.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000501.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Fiorial, die andere Dienerin, war etwas jünger als Sibylla. »Ich wundere mich, dass ich ebenfalls heute zum Antrittsbesuch in den Palast gebeten wurde.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000502.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "äußerte sie in Richtung des Wandschirms. »Schließlich hat Kaid Hasch-Hasch mich bei der Ankunft völlig ignoriert. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Haltung geändert hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000503.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Vielleicht will er seine Unhöflichkeit dir gegenüber wieder gut machen.« Benjamin trat hinter der Trennwand hervor. Er war frisch rasiert, hatte seinen besten Frack und eine weinrote Krawatte angelegt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000504.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "»Du siehst elegant aus«, bemerkte Sybilla anerkennt. »Ich weiß auch, was sich gehört, im Gegensatz zu diesem Mauren, der uns am Heiligen Sonntag einbestellt, um über Geschäfte zu sprechen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000505.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "»Hier ist der Sonntag nun mal ein Arbeitstag. Dafür ist der Freitag heilig«, entgegnete Sibylla gleichmütig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000506.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Und der Samstag, weil dann die Juden ihren Sabbat feiern. Kein Wunder, dass die Wirtschaft dieses Landes am Boden liegt.« Benjamin verschwand durch die Tür.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000507.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Sybilla blickte ihm besorgt nach. Seit sie in Mogador angekommen waren, ließ Benjamin sie seine Unzufriedenheit spüren, als wäre es ihre Schuld, dass das Leben sich hier anders gestaltete, als er erwartet hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000508.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Außerdem nahm er ihr noch immer übel, dass sie ihm ihre Schwangerschaft so lange verheimlicht hatte. Seit sie in England an Bord der Queen Charlotte gegangen waren, hatten sie keine intimen Berührungen mehr ausgetauscht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000509.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Aber Sybilla sehnte sich nach Zärtlichkeiten, sogar wenn sie so karg und ungeschickt ausfielen wie bei Benjamin, und es kränkte sie, dass er sie zurückwies, wenn sie ihn küssen oder berühren wollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000510.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Er hatte ihr Nachthemd nur so weit hochgeschoben wie nötig, um in sie einzudringen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000512.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Der Vorgang selbst war hastig verlaufen, hatte ihr wehgetan und sie mit dem Gefühl zurückgelassen, dass nun etwas unaussprechlich Peinliches zwischen ihnen stand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000513.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Benjamin hatte sich danach in seine Decke gewickelt, ihr den Rücken zugedreht und war bald darauf eingeschlafen. Sie jedoch hatte noch lange wachgelegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000514.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "und sich gefragt, ob er eigentlich eine Frau oder ein Stück Holz in ihr sah. In den Geschichten aus Tausend und einer Nacht hatte sie ebenso aufregende wie rätselhafte Beschreibungen von Liebesnächten gelesen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000515.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Von Jungfrauen war die Rede mit Brüsten wie Granatäpfel und einem flauschigen Kaninchenfell zwischen den Beinen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000516.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Von zärtlichen Bissen und Küssen, von ausschweifenden Orgien mit Dutzenden von Sklaven, denen die Gemahlen mächtiger Herrscher sich hingaben, kaum dass diese ihnen in den Rücken zu treten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000517.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Sie hatte das Buch unter ihrem Kopfkissen versteckt und las heimlich darin, und manchmal ertappte sie sich dabei, wie sie im Dunkel lag und ihren sich rundenden Bauch und ihre schwellenden Brüste streichelte,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000518.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "während ihr Mann in Mr. Fischers schmalen Bett leise schnarchte. Zum Frühstück gab es sahne Weizenfladen mit Sirup, frische Orangen, Datteln und etwas, das Nadira Laban nannte und das aus mit Zucker bestreuter Ziegen nicht bestand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000519.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Sibylla fand die süß und säuerlich zugleich schmeckende Speise köstlich. Benjamin dagegen hatte das Gesicht verzogen, gemurmelt, dass es kein Wunder wäre, dass Mr. Fischer schon nach so kurzer Zeit starb und weiter seinen mitgebrachten Schweineschinken zum Fladenbrot bevorzugt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000520.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "»Ich fühle mich völlig abgeschnitten vom Rest der Welt«, klagte er, als Sibylla das Frühstückszimmer betrat. »Die Tageszeitungen sind immer noch nicht aus England eingetroffen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000521.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Die Sprache ist mein Rätsel und die Schrift sowieso.« »Wir sollten Arabisch lernen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000522.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "schlug sie Biller vor. »Dann fühlen wir uns in diesem Land bald heimischer.« Aber Benjamin sah sie nur groß an. »Warum nicht gleich Hebräisch? Dann können wir auch noch mit den Juden reden.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000523.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Mr. Fischer, der alleinstehend gewesen war, hatte sich nur in einigen der vielen kleinen Zimmer des Hauses eingerichtet, einem Esszimmer, einem Kontor sowie einem Empfangssalon und einem Schlafzimmer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000524.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Die Zimmerwände waren wie die Außenmauern weiß verputzt, manche mit kunstvollen arabischen Fersen verzehrt. Die hölzernen Zimmerdecken waren mit bunt bemalten Schnitzereien geschmückt. Die meisten Böden bestanden aus Holzdielen, auf denen Teppiche in roten, blauen und grünen Mustern lagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000525.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "»Man merkt, dass hier ein unverheirateter Mann gelebt hat«, dachte Sibylla, wenn sie von einem Zimmer zum anderen ging. »Hier passte nichts zusammen. Alles wirkte leblos, fast verlassen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000526.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Aber wenn sie aus diesem Haus ein wohnliches Heim gemacht hatte, würde sich sicher auch Benjamin wohler fühlen, besonders wenn erst Kinder in den jetzt noch leeren Räumen spielten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000527.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Bis zum Palast des Stadthalters waren es nur wenige hundert Meter. Deshalb gingen sie zu Fuß. Der Kaid hatte seinen Übersetzer geschickt, um sie abzuholen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000528.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Sibylla bat Nadira mitzukommen. Sie fühlte sich in Begleitung einer zweiten Frau, die obendrein mit Europäern wie Arabern vertraut war, wohler.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000529.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Außerdem wurden sie von Hamid begleitet, der die Geschenke trug. Im letzten Moment war Sibylla aufgefallen, dass sie zwar ein Geschenk für den Kaid hatten, doch seine Familie hatten sie völlig vergessen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000530.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Nehmen Sie von dem indischen Tee mit, Herren. Hier liebt man Tee genau wie in England«, hatte Nadira vorgeschlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000531.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Während sie durch die Gassen liefen, wurden sie von Passanten und Händlern am Straßenrand neugierig bestaunt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000533.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Unter den Einheimischen hatte sich in Windeseile herumgesprochen, dass zwei neue Englis, wie sie die Engländer nannten, angekommen waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000534.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Sibylla trug einen Hut, aber ein paar blonde Locken schauten darunter hervor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000535.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Und in Windeseile liefen Schaulustige herbei. Ein paar besonders mutige Kinder versuchten sogar kichernd, sie anzufassen, bevor nur Ribin Khalil sie davonscheuchte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000536.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Sibyllas Haar sorgte in Morgador für Aufregung und hatte sie stadtbekannt gemacht. Auch Benjamin hatte blondes Haar, doch es war kurz und sandfarben, nicht so leuchtend golden wie Sibyllas.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000537.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Nadira hatte ihr erzählt, dass manche Leute überzeugt waren, sie wäre eine Djinnah, eine Dämonin. Andere glaubten, ihre Haarfarbe schützte gegen bösen Zauber.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000538.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
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{"text": "Mehrere bewaffnete Wächter standen vor einem hohen Rundbogentor und blickten den Besuchern mit steinernen Minen entgegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000540.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Einer führte sie in einen Vorhof, der ganz mit spiegelnden Marmorplatten ausgelegt war. In die obere Etage führte eine breite steinerne Treppe, die sich in halber Höhe teilte und in einen Rundgang mit schön ziselierten Säulen mündete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000541.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
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{"text": "Seine Exzellenz wurde von einem Gefolge aus mehreren Arbern und einem älteren Mann mit langem grauen Bart und einer runden Drahtbrille auf der vorspringenden Nase in der vorgeschriebenen schwarzen Kleidung der Juden begleitet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000544.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Die Araber stellte Nuri bin Khalil als Verwandte des Stadthalters vor. Der Jude hieß Samuel Toledano und war Tutschar al-Sultan, ein Kaufmann seiner allerheiligsten Majestät, Sultan Muli abderrahman.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000545.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
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{"text": "»Exzellenz, ich möchte mich im Auftrag der Rederei Spencer & Sohn für die wohlwollende Aufnahme in ihrem Land bedanken und bitte Sie, diese kleine Aufmerksamkeit von mir entgegenzunehmen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000548.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
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{"text": "»Ist er enttäuscht, weil es so klein ist?« fragte Sibylla sich irritiert. »In dem Taschentop befand sich immerhin ein ledernes Kästchen mit einer wertvollen rollenden Uhr.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000550.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
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{"text": "Gemächer und Flure waren hell und luftig, die Decken mit schneeweißem Stuck verziert, die Wände mit winzig Mosaiken gekarrt. Auf den Böden lagen dicke, seidene Teppiche in leuchtenden Farben und überall luden bestickte Kissen und niedrige, geschnitzte Tische zum Verweilen ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000557.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Bilder gab es nicht, aber Sybilla fielen die zahlreichen Waffen auf, die an Wänden und auf Truhen zur Schau gestellt wurden. Messer und Dolche.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000558.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
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{"text": "»Woher kennst du dich so gut aus?«, wollte Sibylla wissen. »Bevor ich freigelassen wurde, um christlichen Herren zu dienen, gehörte ich zum Haushalt eines Hofbeamten in Marrakesch.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000561.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
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{"text": "Sie bedeutete, den Gästen zu warten, und verschwand durch eine Seitenpforte. Sibylla sah sich neugierig um. In der Ausstattung unterschied dieser Raumsicht nicht von den vorherigen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000563.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Rechteckige Fenster zeigten auf einen Innenhof. Die Läden waren zur Seite geklappt, sodass die feinen Musselinvorhänge im Wind wehten. Ein einsamer Pfau schrie irgendwo draußen, doch sonst war es still.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000564.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Auf niedrigen, wunderschön geschnitzten Tischen waren Tabletts mit Rosenblättern und duftenden Kräutern verteilt. Dann...", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000565.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "öffnete sich eine Tür und eine Gruppe Frauen kam herein. Außer den schwarzen Sklavinnen hatte Sibylla bisher nur einige tief verschleierte und damit für sie nicht zu erkennende einheimische Frauen durch die engen Gassen der Medina huschen sehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000566.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Aber hier, in ihrem Wohnbereich, verhüllten die Frauen ihr Gesicht nicht. Sie erwiderten Sibyllas Lächeln mit derselben Neugier und blickten ihr aus ausdrucksvoll schwarz umrandeten Augen entgegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000567.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "An der Spitze der Gruppe ging eine winzige alte Dame, die sich auf einen Stock aus geschnitztem Elfenbein stützte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000568.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Sie wirkte geprächlich, ihr von Falten zerfürchtes Gesicht jedoch war von einem klugen und freundlichen Blick gekennzeichnet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000569.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Sie trug ein lockersitzendes Gewand aus silbergrauer Seide, das bis zur halben Wade fiel. Darunter saß Sibylla eine Hose aus demselben feinen Stoff und mit Perlen bestickte Pantoffeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000570.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Arme, Hals und Ohren waren mit auffallend schönem Goldschmuck behemt. Die anderen Frauen waren weit jünger. Auch sie trugen Kaftanne und Hosen allen Farben des Regenbogens und üppigen Schmuck.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000571.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Manche von ihnen hatten ihr Haar mit einem dusseligen Schal bedeckt, doch den meisten fiel es dunkel und glänzend bis zu den Hüften.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000572.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Ein Dutzend aufgeregt schnatternde Kinder sprang um die Gruppe herum, nur die Kleinsten wurden von ihren Ammen getragen. Die alte Dame trat vor und sprach eine Begrüßung, die Nadira übersetzte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000573.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "El-Saida Russa um Haschash, die Herrin Russa, Mutter seiner Exzellenz des Kaids Haschash, heißt die ehrwürdige Dame aus dem Land der Englis willkommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000574.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Sibylla verneigte sich höflich und nannte ihren Namen. Danach wurde sie von der Hauptfrau des Kaids begrüßt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000575.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Prinzessin Lala Yassira stammt aus der Familie des Sultans. Allah, schenk ihm ein langes Leben, sagte Nadira.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000576.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Nach der Hauptfrau, die in Sibyllas Alter sein mochte, kamen die drei Nebenfrauen, die alle sehr jung und hübsch waren. Die vierte und jüngste von ihnen war hochschwanger und hatte die Hände stolz um ihren kugelrunden Bauch gefaltet. Auch die Konkubinen des K.I.s wurden Sibylla vorgestellt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000577.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Sie stammen aus Abyssinien, wo die Frauen als besonders schön gelten und sind christliche Sklavinnen«, erklärte Nadira. »Die Konkubinen waren tatsächlich auffallende Schönheiten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000578.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Mit ihren sanften, braunen Augen und zarten Gliedmaßen erinnerten sie Sibylla an Gazellen. Nachdem die Begrüßung vorbei war, hielt Roussa eine kleine Rede und lächelte Sibylla dabei aufmunternd zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000579.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
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{"text": "»Es ist ein harmloser Wunsch, und es wäre unhöflich, ihn abzuschlagen«, dachte sie, löste die Schleife unter ihrem Kinn und nahm den Hut ab.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000581.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Sofort ertönten von allen Seiten laute Rufe. Einige Frauen kicherten, andere schlugen sich mit der Hand auf den Mund, die Kinder kreischten von der Aufregung angesteckt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000582.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Sie sagen, dass sie noch nie kolbene Haare gesehen haben,« rief Nadira gegen den Lärm. »Sie glauben, dass sie ein Engel Allahs sein müssen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000583.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Sibylla schüttelte energisch den Kopf. »Sag ihnen, dass in meiner Heimat viele Menschen solche Haare haben.« Ungläubiges Gemurmel wurde laut. Rosa verschaffte sich mit einiger Mühe Ruhe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000584.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Die ehrwürdige Saida Roussa fragt, ob sie ihr Haar öffnen würden,« gab Nadira weiter. »Nun gut.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000585.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Sibylla zog die Nadeln aus ihrer Frisur, so dass das Haar offen über ihre Schultern fiel. Ein andächtiges Raunen ging durch die Frauengruppe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000586.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Eine fragte, ob die Locken aus Gold gesponnen wären. Eine andere wollte wissen, ob sie mit der Zauberkraft ihres Haares einen Mann gefügig machen könnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000587.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Sybilla lachte, als Nadira übersetzt hatte. »Sag ihnen, dass in den Ländern des Nordens auch Männer solche Haare haben und niemand über mehr Kraft verfügt, als Gott ihm geschenkt hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000588.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Darauf bedeutete sie der Frau, die die Frage gestellt hatte, näher zu kommen und ihr Haar anzufassen. »Fast schüchtern«, strich die Frau darüber und verkündete dann stolz,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000589.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Dieses Haar ist Menschenhaar, nur seine Farbe gleicht Gold. Oder dem Fell einer Löwin,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000590.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "ergänzte eine andere. Allmählich beruhigten sich die Frauen und Sybilla konnte ihre Geschenke überreichen. Danach nahmen sie im Garten des Harems Erfrischungen ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000591.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
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{"text": "Sie lagerte mit den Frauen auf Brokatkissen an einem rechteckigen Bassin, in dem bunte Zierfische schwammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000593.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Russa, Lala Yassira und die anderen drängten sie, köstliche Pfirsiche und Melonstückchen, Rosinen und kandierte Blüten zu probieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000594.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Eine Dienerin hielt einen Sonnenschirm über Sibyllas Kopf, eine andere wedelte ihm mit einem Fächer Luft zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000595.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Unruhe kehrte erst ein, als die Frauen erfuhren, dass Sybilla schon 24 Jahre alt war und noch kein Baby hatte. Eine schockierende Nachricht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000596.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Der Heilige verhilft ihnen zu vielen Kindern, so wie Allah dem Propheten Ibrahim und seiner Frau Sarah im hohen Alter noch Kinder geschenkt hat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000598.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Sie, die Magduls Beistand brauche ich nicht mehr«, versicherte Sibylla lachend und zog ihr Kleid glatt, so dass die Frauen ihren gewölbten Bauch sehen konnten. Sie jubelten und überschütteten sie mit Ratschlägen für eine glückliche Schwangerschaft und Geburt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000599.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Die vierte Ehefrau wollte ihr ihre Hebamme schicken und die dritte schenkte ihr ein Amulett, eine kleine silberne Hand mit einem eingravierten Auge.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000600.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Tragen Sie es über dem Herzen«, sagte sie zu Sibylla, »dann wird die Hand der Fatima das Ungeborene vor dem bösen Blick schützen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000601.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Roussa hatte sich den Schal, den Sibylla ihr geschenkt hatte, um die Schultern gelegt. Sie saß nicht auf einem Kissen, sondern thronte in einem Sessel zur Linken des Gastes.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000602.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Lala Yassira hatte auf einem dicken, runden Polster an Sabyllas andere Seite Platz genommen. Nadira stand hinter ihrer Herren, bereit, um zu übersetzen. Russa klatschte in die Hände.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000603.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Eine Sklavin näherte sich mit einer Schale Gebäck, von dem Rossa kleine Stücke abbrach und in Fischen zuwarf. Sybilla fielen ihre anmutigen Bewegungen und ihre weichen gepflegten Hände auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000604.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Die Frauen des Kaids sind wie diese Fische, sagte Rossa zu ihr. Sie leben zusammen in einem wunderschönen Haus und werden von einem guten Herrn liebevoll versorgt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000605.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Es mangelt uns an nichts.« »Das stimmt gewiss,« erwiderte Sibylla, »aber fehlt den Fischen in diesem Becken nicht der Blick auf das freie Meer?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000606.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
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{"text": "Aber Russa lächelte nur, und Lala Yassira bemerkte, man muss nicht auf einen Berggipfel steigen, um in die Ferne sehen zu können.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000608.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Wenn wir es wünschen, kommt die Welt zu uns in den Palast. Von ihnen zum Beispiel erfahren wir, wie die Frauen im fernen England leben, ohne selbst dorthin reisen zu müssen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000609.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Ihre dunklen Augen glitten über Sibyllas helles Haar, das europäisch geschnittene Kleid und blieben an den dünnen Seidenstrümpfen und flachen Saturn-Slippern hängen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000610.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Diese Babuschen«, sagte Lala Yassira, »sehen sehr hübsch aus. Tragen alle Frauen in ihrem Land so etwas?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000611.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Nadira übersetzte und Sybilla nickte lächelnd. »Wenn Sie erlauben, werde ich Ihnen ein paar schenken. Ich werde gleich heute Abend einen Brief schreiben und aus England eine Lieferung für Sie und die anderen Damen schicken lassen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000612.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Russa und Lala Yassira wechselten einen raschen Blick und baten, sich die Schuhe genauer besehen zu dürfen. Sybilla zog einen aus und reichte ihn der alten Dame.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000613.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Mit Lala Yassira prüfte sie die Verarbeitung des Slippers. Ein rascher Wortwechsel entspann sich zwischen den beiden Frauen. Dann setzte Rosa sich in ihrem Sessel auf und richtete das Wort an Sybilla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000614.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Elsa Ida Roussa und Prinzessin Lala Yassira möchten der verehrten Inglisja, Mrs. Hopkins, ein Geschäft vorschlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000615.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "übersetzte Nadira. »Sie wollen 500 Paar der englischen Babuschen bestellen. Dafür bieten sie ihnen 30 Goldbenduki.« »Diese Frauen dürfen Handel treiben?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000616.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Besitzen Sie denn eigenes Geld?«, entfuhr Sibylla überrascht. Rusa wollte wissen, was Sibylla gefragt hatte, und nachdem Nadira übersetzt hatte, ließ sie die Dienerin antworten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000617.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Der Prophet in seiner unendlichen Weisheit hat den Frauen ihr eigenes Vermögen und ihr Erlaubnis zugesichert, es selbst zu verwalten. Elsa Idarusa und die vier Ehefrauen seiner Exzellenz verfügen frei über ihr Brautgeld.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000618.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Außerdem zahlt seine Exzellenz jeder Dame seines Harems einen Verlust am Tag. Hat denn die verehrte Mrs. Hopkins kein Brautgeld zu ihrer persönlichen Verfügung?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000619.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Erkundigte Lala Yassira, sich interessiert. »Doch«, murmelte Sibylla und dachte an die Stiftung mit ihrem Mitgift.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000620.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "»Aber es hat mich einige Mühe gekostet, darüber selbstbestimmen zu dürfen.« Sie wandte sich an die beiden Frauen, die sie erwartungsvoll ansahen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000621.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Es ist mir eine Ehre, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Bei 30 Goldbinduki zahle ich allerdings drauf. 100 Goldbinduki decken meine Unkosten gerade eben.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000622.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Sie lächelte verschmitzt. Tatsächlich wusste Sibylla nicht, ob der Preis angemessen war, aber sie hatte gelesen, dass das Handeln im Orient eine Art Sport war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000623.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Russa und Lala Yassira nickten beifällig, bevor sie mit vielen blumigen Worten ein Gegenangebot machten. Schließlich einigten sie sich bei 60 Goldbenduki.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000624.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Lala Yassira klatschte in die Hände und erteilte einer Sklavin einen Befehl. Die Frau eilte in den Palast und kam bald darauf mit zwei ledernen Beutelchen zurück, die Lala Yassira wiederum mit feierlicher Miene in Sibyllas Hände legte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000625.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»Für wen sind die 500 Paar Slipper bestimmt?« erkundigte sie sich und erhielt die Antwort.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000626.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Prinzessin Lala Yassira ist sicher, dass die Damen seiner erhabenen Majestät Sultan Abderrahman sich für diese Mode interessieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000627.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Sie ist mit vielen der Damen gut bekannt, da sie aus dem Herrscherhaus der Allerwiden stammt.« Sibylla nickte langsam. »Fünfhundert Frauen für einen Mann.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000628.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "»Wahrhaftig«, dachte sie, Sarah Wilshire hatte recht, wenn sie behauptete, dass hier vieles anders wäre als in England. Laut sagte sie, »Nadira, informiere die Damen, dass ich einverstanden mit ihrem Vorschlag bin. Ich werde gleich alles Nötige in die Wege leiten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000629.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Als der Muezzin vom Turm der Moschee zum Nachmittagsgebet rief, wartete Benjamin im Empfangshof des Stadthalterpalastes auf seine Frau. Der Kaid, seine Verwandten und der Übersetzer hatten sich bereits verabschiedet. Nur Samuel Toledano stand noch neben ihm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000630.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Von Fair Play haben Sie und die verdammten Mauren noch nichts gehört, nicht wahr, Toledano?« Benjamin war übelster Laune.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000631.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Schauen Sie nicht so unschuldig. Es ist Ihre Schuld, dass der Stadthalter mir das Monopol für den Lederhandel nicht verkaufen wollte. Ich habe genau gesehen, wie Sie ihm Zeichen gemacht haben, mein Angebot abzulehnen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000632.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Dabei hatte das Treffen harmonisch begonnen. Kaid Haschash hatte seinen Gast voller stolzene Waffensammlung, seine Jagdfalken und seine arabischen Pferde präsentiert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000633.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Doch als sie danach bei Tee und Erfrischungen zusammengesessen und Benjamin die bereits in England vorbereiteten Verträge hervorgeholt hatte, ließ Haschhasch ihn abblitzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000634.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Toledano hatte dabei so unschuldig ausgesehen, als hätte er mit all dem nichts zu tun.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000635.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Benjamin verzog das Gesicht. Der Jude sprach Spanisch mit ihm. Das beherrschte Benjamin zwar, seit er bei Spencer und Sohn für den Karibikhandel verantwortlich war, doch dieser altmodische Dialekt irritierte ihn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000636.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Da mochte Nuri bin Khalil ihm noch so oft erklären, dass alle hiesigen Juden die Sprache ihrer spanischen Heimat beibehalten hatten, seit sie im 15. Jahrhundert vor der Inquisition nach Marokko hatten fliehen müssen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000637.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "»Ich rate Ihnen vor allem, sich nicht zu viel Zeit mit Vorschlägen zu lassen,« schnurrte Benjamin. Er stand unter Druck, denn in London erwartete Richard Spencer Erfolge von ihm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000638.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Auch jetzt blieb Toledano freundlich. »Sie sind zu ungeduldig, Senior Hopkins. Wenn Sie in Marokko gute Geschäfte machen wollen, müssen Sie eines beherzigen. Ihr Europäer habt zwar die Uhr, doch wir im Orient haben die Zeit.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000639.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Kapitel 6 Mogador und Marrakesch, September 1836", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000640.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Verzeihen Sie meine Offenheit, liebe Sibylla, aber was Sie da vorhaben, ist blanke Unvernunft.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000641.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Sarah Wilshire fädelte mit missbilligend gerunzelter Stirn ein Stück Garn in ihre Nähnadel. Sybilla faltete die Windel zusammen, die sie gerade gesäumt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000642.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Das ist es nicht«, widersprach sie, und ihre Stimme klang einen Hauch herausfordernd. »Wir sind doch nur zwölf Tage fort, und wir bleiben noch sechs Wochen bis zur Geburt. Im Übrigen fühle ich mich blendend.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000643.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Die beiden jungen Frauen saßen im Innenhof des Hopkins-Hauses im Schatten eines Olivenbaumes und nähten Babywäsche. Warm und windstill war es hier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000644.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Der zarte Duft von Rosen und Mimosen erfüllte die Luft und in den Zweigen sangen die Vögel.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000645.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Seine allergnädigste Majestät will sich überzeugen, dass es den ihm zum Schutz anbefohlenen Ungläubigen in seinem Land an nichts mangelt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000646.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Sollten bei Ihnen aufgrund der Anstrengung vorzeitig die Wehen einsetzen, gibt es keinen Arzt und kein Krankenhaus wie in London. Ich bin eine gute Reiterin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000647.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "entgegnete Sibylla stur. Und ich bin nicht aus Zucker. Außerdem habe ich Nadira bei mir. Die schwarze Dienerin kam mit einem Krug Orangenblütenwasser, Gläsern und einem Teller frischer Feigen aus der Küche.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000648.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
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{"text": "Durch lange Dienstjahre bei englischen Herren hatte sie ein feines Gespür für die Wünsche der Europäer entwickelt. Sibylla verbrachte mit Nandira mehr Zeit als mit jedem anderen Menschen in dieser Stadt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000650.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Durch sie lernte sie Alltag und Gebräuche kennen. Während der letzten Wochen hatte Sibylla sogar mit Nadiras Hilfe begonnen, Arabisch zu lernen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000651.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sie zeigte auf einen Gegenstand und die Dienerin nannte ihr den arabischen Begriff dafür. »Ist ihr Gatte einverstanden, dass sie ihn begleiten?« unterbrach Sarah ihre Gedanken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000652.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Die Frage ärgerte Sibylla. Es war doch allein ihre Entscheidung, ob und wohin sie reisen wollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000653.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Leicht hin antwortete sie, »Aber ja, warum auch nicht? Wir Engländer haben doch Sportsgeist.« Tatsächlich hatte Benjamin nie gleich eine Einwende vorgebracht wie Sarah.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000654.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
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{"text": "Er hatte im Hafen oder in der Zollstation zu tun, musste sich mit Kapitänen besprechen oder die Waren begutachten und beklagte sich jeden Tag, dass die Araber unzuverlässige Geschäftspartner wären, denen er persönlich auf die Finger schauen müsste, damit sie ihn nicht betrogen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000656.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Im Gegensatz zu Sybilla versuchte er nicht, die Eigenarten der Menschen dieses Landes zu verstehen. Aber Richard lobte ihn in langen Briefen für seinen Einsatz.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000657.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Zwar war es Benjamin nicht gelungen, das Monopol für den Lederhandel zu bekommen, aber der Kaufmann Toledano vermittelte ihm gegen Provision Leder von hervorragender Qualität aus der marokkanischen Gerberstadt Fess.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000658.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Außerdem handelte Benjamin mit Gummi Arabicum, das zur Herstellung von Farben und in der Medizin gebraucht wurde, und mit Getreide aus den fruchtbaren Hochebenen im Norden rund um die alte Königsstadt Meknes.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000659.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Gestern kam das geweihte Wasser aus England für die Taufe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000660.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Briefe von zu Hause waren auch dabei. Mein Bruder Oskar hat im Sommer die Schule beendet und arbeitet jetzt in der Reederei mit. Vater hat ihn in die Schreibstube gesetzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000662.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Vorerst ist er nur ein einfacher Lehrjunge. Meine Stiefmutter schreibt, dass er es hasst, jeden Morgen so früh aufstehen zu müssen.« Sie lächelte, Gedanken verloren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000663.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Ich wollte unbedingt aus London fort, aber hier merke ich, dass ich meine Familie vermisse. Sie ist so weit weg. Manchmal sehne ich mich danach, einfach nur ihre Stimmen zu hören.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000664.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Ach, und ich vermisse die vielen Geschäfte«, rief Sarah aus. »Würden Sie sich nicht auch gern die neuesten Schnittmuster bei Debenhams ansehen oder durch die Läden in Covent Garden bummeln?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000665.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Lieber würde ich ins Theater gehen«, antwortete Sibylla. »Es ist doch seltsam, dass es in Marokko gar kein öffentliches Leben gibt, weder Theater noch Opernaufführungen, weder Bälle noch Sportveranstaltungen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000666.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Sie kramte in einer Schachtel, die auf einem runden Tisch zwischen ihnen stand, bis er einen kleinen Knopf gefunden hatte und hielt ihn prüfend an ein winziges, weißes Baumwolljäckchen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000667.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Das Familienleben hier spielt sich hinter Häusermauern ab. Mir fiel es auch schwer, mich daran zu gewöhnen,« räumte Sarah ein. »Und deshalb muss ich unbedingt ein paar Tage aus dieser Enge heraus.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000668.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "beharrte Sibylla. »Fast den ganzen Tag verbringe ich in diesem Haus mit seinen winzigen Fenstern oder im Hof, aus dem ich auch nicht herausschauen kann.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000669.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Wenn ich ausgehe, stoße ich nach spätestens zehn Minuten auf die Stadtmauern. Vom Land habe ich überhaupt noch nichts gesehen. »Ich kann Sie ja verstehen, lief Sibylla«, seufzt sie Sarah.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000670.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Aber unvernünftig ist es trotzdem.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000671.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Die kleine Karawane von Mogador nach Marrakesch wurde zum Schutz vor Diebesbanden von 30 Reitern aus der Kavallerie des Sultans begleitet. Der Stadthalter von Mogador ritt ebenfalls mit, auf einem wunderschönen arabischen Hengst, seinen wertvollsten Jagdfalken auf dem Arm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000672.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Die Straße nach Marrakesch, ein staubiger, von zahllosen Kamel-, Maultür- und Pferdehufen ausgetretener Weg, führte geradewegs nach Osten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000673.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Kurz hinter der Stadt durchritten sie die Arganwälder, von denen Sarah Wilshire behauptete, dass es sie nur hier gab. Die urtümlichen Bäume mit den ausladenden Kronen trugen pflaumenähnliche grüne Früchte, aus deren Kernen die Einheimischen ein nahrhaftes goldfarbenes Öl gewannen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000674.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Offensichtlich waren sie auch bei Ziegen beliebt, denn zu ihrem Vergnügen entdeckte Sibylla etliche, die sogar zwischen die Äste kletterten, um an diese Leckerbissen zu gelangen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000675.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Auf die Arganwälder folgte eine Ebene, in der Wacholderbüsche und niedrige Strauchwerk wuchsen. Manchmal sahen sie verlassene, halb verfallene Lehmhütten und abgeerntete kleine Felder.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000676.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Sie durchquerten Bäche, die nach einem langen Sommer fast ausgetrocknet waren und gerade noch genug Wasser für Mensch und Tier boten. Einen Ufern blühte Oleander, der betörend süß duftete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000677.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Nadira machte Sibylla und Sarah auf Heuschrecken und Chamäleons aufmerksam, einmal auch auf die pergamentene Haut, die eine Schlange abgestreift hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000678.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Je weiter ostwärts sie kamen, desto sandiger wurde der Boden, und in der Ferne tauchten die Gebirgszüge des Atlas aus dem blauen Dunst.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000679.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "In den ersten beiden Nächten schlugen sie Zelte auf. Dutzende kleine Lagerfeuer flackerten in der Dunkelheit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000680.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Nadira kochte Tee und Couscous, einen dicken, nahhaften Brei aus zerriebenem Weizen, Gerste und Hirse, unter den sie Olivenöl und Butter mischte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000681.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Sibylla saß neben ihrem Mann auf einem flachen Stein am Feuer und fand es sehr aufregend, auf eine Art zu reisen, die in Europa schon lange der Vergangenheit angehörte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000682.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "»Das ist unser zweites gemeinsames Picknick«, flüsterte sie Benjamin zu, während sie den Brei nach einheimischer Sitte mit einem Stück frisch gebackenem Fladenbrot löffelte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000683.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Stimmt«, erwiderte er, und betrachtete mit trübsinniger Miene seine Blechschüssel mit Couscous. »Aber damals hatten wir besseres Essen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000684.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "In der zweiten Nacht wurden sie von lauten Rufen und Gewehrschüssen aufgeschreckt. Pferde wirten, Kamele brüllten und Esel schrien.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000685.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Hien schleichen um das Lager«, informierte Konsul Wilshire Benjamin und Sybilla, als sie verschlafen und verstört aus ihrem Zelt stolperten. »Aber kein Grund zur Sorge. Die Reiter des Sultans haben ein paar erschossen und den Rest verjagt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000686.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Am nächsten Morgen besichtigten sie die Kadaver der großen, braungeschickten Raubtiere, die die Kavallerie am Rand des Lagers ausgestellt hatte, und Sibylla erschauderte beim Anblick der mächtigen Reißzähne.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000687.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Am dritten Tag merkte sie bereits, dass die Hitze ihr zu schaffen machte. Sie fühlte sich erschöpft und staubig, als sie gegen Abend durch das bogenförmige Tor der einzigen Karawanserei auf der Strecke ritten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000688.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Die Herberge für Reisende und Handelskarawanen bestand aus einem schmucklosen Gebäude aus braunem Stampflehm, dessen vier Seiten einen Innenhof umschlossen, der genug Platz für zwei Karawanen ihrer Größe bot.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000689.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Die Herberge verfügte über zwei Etagen. Unten befanden sich Lagerräume und Ställe für die Tiere. Darüber schliefen die Reisenden in einfachen Zimmern ohne Fenster. Die Türen führten auf den Umgang, der rund um den Hof verlief.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000690.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Außerdem gab es noch einen kleinen Beetraum. Nachts konnte der Durchlass mit einem stabilen, eisenbeschlagenen Holztürf verschlossen werden und die Herberge wurde zu einer Festung, die auch Räubern und feindlichen Berberüberfällen standhielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000691.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Nadira war dabei, an ihrem Kochplatz das Feuer zu entfachen, als eine Gruppe Frauen in den Hof kam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000692.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Sybilla wurde sofort auf sie aufmerksam, denn sie war nicht verschleiert. Sie ging mit Körben zwischen den Reisenden umher und boten frischgebackene Brotfladen, Eier, Ziegenkäse und getrocknetes Fleisch zum Kauf an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000693.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sibylla betrachtete fasziniert ihre stolzen offenen Gesichter. Auf der Stirn und am Kinn war die sonnengegärbte Haut tätowiert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000694.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Diese Frauen sind Eingeborene vom Stamm der Khigma«, erklärte Konsul Wilshir Sibylla. »Sie gehören zum Berbervolk, das hier schon Jahrhunderte vor den Arabern lebte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000696.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Tretemar«, wiederholte Sybilla nachdenklich, »diesen Namen habe ich schon einmal von Ihnen gehört. Es ging um Fäden mit einem anderen Stamm, den Chacha.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000697.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "wenn ich nicht irre.« »Das stimmt«, bestätigte Wilsch hier. »Alle Berber sind hitzköpfige Zeitgenossen. Sie erkennen keine Obrigkeit an, und man kann sich nie ganz darauf verlassen, dass ihre Absichten friedfertig sind.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000698.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Die Frauen sind ganz allein hier, ohne Männer. Sie scheinen mehr Freiheiten zu genießen als arabische Frauen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000699.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Sybilla warf einen neugierigen Blick auf die Berberinnen. Ihre weiten Röcke schwangen um ihre Hüften, während sie sich zwischen den Reisenden bewegten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000700.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Viele Männer, besonders die Europäischen, die nicht mehr an so viel unverschleierte Weiblichkeit gewöhnt waren, folgten ihnen mit begehrlichen Blicken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000701.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Zu Sibyllas Verwunderung röteten sich die Wangen des Konsuls. Er räusperte sich. »Das kann man so sagen, verehrte Mrs. Hopkins, das kann man wirklich so sagen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000702.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
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{"text": "Er eilte davon. »Sollen wir bei den Frauen etwas Fleisch für das Abendessen kaufen?« fragte Sibylla ihren Mann. Dieser zuckte mit den Schultern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000704.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Wenn du unbedingt willst. Aber wundere dich nicht, wenn sie dir gekochte Katze als Kaninchen-Ragout andrehen.« Dann ging er ebenfalls, um ihr Gepäck in die Herbergskammer zu bringen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000705.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
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{"text": "Die Flammen des niederbrennenden Feuers spiegeln sich in ihren schwarz geschminkten Augen und ließen ihre Haut leuchten wie Bronze.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000710.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
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{"text": "Und schön. Anderen schien es ebenso zu gehen. »Cormulas Chitanas, wie Zigeunerin«, flüsterte einer der spanischen Kaufleute und schnalzte leise mit der Zunge.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000712.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Sarah Wilshier rümpfte die Nase. »Schamlos«, murmelte sie, »einfach schamlos. Komm, William, wir wollen uns so begeben.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000713.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Sie stand auf und raffte dabei ihre Röcke an sich, als wollte sie vermeiden, mit etwas Schmutzigem in Berührung zu kommen. Ihr Mann seufzte leise. Offensichtlich fiel es ihm nicht leicht, sich von der Vorführung loszureißen, aber er folgte seiner Gattin gehorsam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000714.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Benjamin konnte die Augen ebenfalls nicht abwenden. Sibylla beobachtete, wie er in einer Gruppe europäischer Kaufleute stand und die Tänzerinnen mit halb offenem Mund angaffte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000715.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
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{"text": "Gab er zurück und wandte sich wieder den aufreizenden Hüftbewegungen der Tänzerinnen zu. Sibylla wunderte sich nicht, dass er erst spät in der Nacht kam. Wie ein Dieb schlich er sich in die kleine Herbergskammer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000718.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
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{"text": "Gleich darauf schämte sie sich. Wie konnte sie diesen Frauen unterstellen, Liebesdienerinnen zu sein, nur weil sie für europäische Augen aufreizend tanzten?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000720.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Sie lauschte auf die leisen Geräusche, als Benjamin die Jacke ablegte und die Stiefel aufschnürte. Wenig später rollte er sich auf der schmalen, harten Tritsche zusammen und zog sich die Decke bis über die Ohren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000721.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Verstodern wie von selbst wanderten seine Hände unter der Decke tiefer und massierten sein hartes Glied, während er in seiner Fantasie von den schlangengleichen Bewegungen der verführerischen Jungen ausgelöst.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000723.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Ritma träumte. Am Morgen war Sibylla schlecht. Das Baby in ihrem Leib strampelte ohne Unterlass.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000724.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "Roter Staub wirbelte unter den Hufen der Tiere auf, sodass die Karawane in eine lange Sandwolke gehüllt war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000726.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Zum Schutz hatte Sibylla sich wie die Einheimischen einen Schal um den Kopf gewickelt, der nur einen Sehschlitz für die Augen ließ. Doch trotzdem drangen winzige Körner zwischen ihre Zähne in ihre Ohren, Augen, Nasenlöcher und Haare.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000727.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Nadira und Sarah Wilshir, die neben ihr ritten, hatten sich ebenfalls verhüllt. Sibylla fragte sich, wie Benjamin, der weit vorn in der Karawane neben Samuel Toledano ritt, sich in seiner englischen Reitkleidung hielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000728.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Er lehnte die muselmanische Verkleidung ab und trug feste Lederstiefel, Reitrock und Zylinder, als befände er sich mitten im regnerischen englischen Sommer und nicht in der Hitze Südmarokkos.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000729.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Wenn mein Kopf zerplatzt, dann ist dieser elende Chiroko schuld«, klagte Sarah. »Und mir ist übel«, stöhnte Sybilla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000730.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "»Nadira, was heißt mir ist schlecht auf Arabisch?« Ihre Dienerin, die sich an der börstigen, kurzen Mähne ihres grauen Esels festklammerte, gab einsilbig zur Antwort, »Wie?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000731.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»Amjiani Badne, Herrin.« »Vielleicht sollte ich es wie Sie machen und mich wie eine Araberin kleiden. Es sieht sehr bequem aus,« stellte Sarah mit neidischem Blick auf Sybilla fest, die einen locker geschnittenen Seidenkaftan und weite seidene Hosen trog, mit denen sie gut im Herrensitz reiten konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000732.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
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{"text": "Die Kleidung war ein Geschenk von Russa und Lala Yassira, nachdem die englischen Babuschen aus London eingetroffen waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000734.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Die Damen waren von den Schuhen begeistert gewesen, und Lala Yassira hatte laut darüber nachgedacht, bald die schönen Seidenstrümpfe zu bestellen, die sie an den Beinen der Inglisier gesehen hatte. »Arabische Kleidung ist in der Tat bequem.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000735.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
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{"text": "Unter den engen, langen Ärmeln zeichneten sich dunkle Schweißflecken ab. Der Rock war durch mehrere Unterröcke sicher so warm wie eine Wolldecke.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000737.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
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{"text": "Außerdem konnte er sich mit Samuel Toledano und Konsul Wilschier ausgezeichnet über Geschäfte unterhalten. Ein Thema, das ihm weit mehr lag als Frauengespräche über Babys, Kleider und Kindererziehung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000740.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
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{"text": "Wenn man den älteren Mann in dem verblichenen schwarzen Kaftan auf seinem Esel hocken sah, der Sultan gestattete den Juden nicht, Maultiere oder gar Pferde zu reiten, war das schwer zu glauben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000742.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
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{"text": "Als am Nachmittag des nächsten Tages die Mauern von Marrakesch am Horizont auftauchten, war Sibylla so erleichtert, dass sie fast geweint hätte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000744.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Den ganzen Tag schon verspürte sie ein Ziehen im Leib, nicht stark, aber doch so beharrlich, dass sie begann, sich Sorgen zu machen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000745.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Sie biss die Zähne zusammen und versuchte, auf gar keinen Fall daran zu denken, wie es wäre, an einer Karawanenstraße ohne jede Hilfe niederzukommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000746.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "In den vergoldeten Kugeln auf der Turmspitze glitzerte das Sonnenlicht. Dahinter erstreckten sich die blau-violetten und weißen Gebirgszüge des Hohen Atlas.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000747.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Ist das wirklich Schnee dort oben? So kurz vor der Wüste? Was für ein fantastisches Land!« rief sie aus. Die Karawane durchquerte die Al-Ha'us-Ebene.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000748.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Eine fruchtbare Gegend mit Oliven und Granatapfelhainen, die die Araber die Gärten des Sultans nannten. Sibylla sah grüne Wiesen, auf denen Ziegen, Schafe und Rinder grasten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000749.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Am Wegesrand standen Kornspeicher, die aus dem typischen roten Lehm der Gegend errichtet waren. In den Bäumen nisteten Sperlingskolonien. Tief im Boden hörte sie rätselhaftes Poltern und Rauschen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000750.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "»Gibt es hier unterirdische Bäche?«, fragte sie. »So ähnlich«, erklärte Sarah. »Das sind Retaras, Kanäle, die die Einheimischen waagerecht in den Berg treiben, bis sie auf Grundwasser treffen. Dieses Wasser wird auf die Felder und sogar bis nach Marrakesch geleitet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000751.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Zwei Stunden später ritten Sybilla, Benjamin, die Wilshiels und Nadira und der Kaid mit seinem Gefolge durch das Beb Dukala ein im Nordwesten gelegenes Stadttour von Marrakesch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000752.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Samuel Toledano blieb mit der Karawane vor dem Tor, um das Abladen der Waren zu beaufsichtigen. Zypressen und Dattelpalm überragten die Mauer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000753.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sybilla war von dem mit Zinnen und massiven Basteien bewährten, gut 24 Fuß hohen und endlos lang erscheinenden Bauwerk beeindruckt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000754.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Dann entdeckte sie direkt vor dem Tor einige Stangen, die in den lehmigen Boden gerammt waren. Auf der Spitze der Stangen saßen verschrumpelte braune Kugeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000755.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Als sie vorbeiritten, stellte sie zu ihrem Entsetzen fest, dass es sich um menschliche Köpfe handelte, die sie aus blicklosen Augen mit entblößtem Gebiss anzugrinsen schienen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000756.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Sie merkte, dass er übel wurde und hielt sich rasch eine Hand vor den Mund. »Was hast du denn?« fragte Benjamin, der jetzt wieder neben ihr ritt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000757.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Hast du das nicht gesehen? Dort, vor dem Stadttur?« Sibyllas Stimme klang dumpf, weil sie sich immer noch eine Hand vor den Mund hielt. Benjamin kniff die Augen zusammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000758.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Ich wusste immer, dass in diesem Land Sitten herrschen wie im finstersten Mittelalter.« »Das sind die Köpfe hingerichteter Verbrecher«, belehrte Konsul Boucher ihn. »Der Sultan lässt sie in Salz konservieren und zur Abschreckung ausstellen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000759.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Was für ein barbarischer Brauch«, keuchte Sybilla. »Im Grunde ist er ein friedfertiger Mann«, versicherte Wilshire, »aber er hat viele Neider, die ihn lieben gern vom Thron stoßen würden. Die Alawiden mögen heilig sein, aber sie sind nicht unantastbar.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000760.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Die Köpfe dieser Hingerichteten warnen jeden, der versucht, gegen seine Majestät eine Verschwörung anzuzetteln. »Hat er auch schon Christen auf diese Weise ausgestellt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000761.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Benjamins Stimme klang ein wenig dünn. Der Konsul beruhigte ihn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000762.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Ich denke, Sultan Abderrahman würde ein saftiges Lösegeld einem ausgewachsenen diplomatischen Konflikt mit europäischen Regierungen vorziehen. Er hat erlebt, wie die Franzosen mit Algerien wegen ein paar offenen Weizenrechnungen umgesprungen sind.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000763.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Hinter dem Spitzenbogentor aus rosa Stampflehm führte eine breite Straße nach Südosten bis zu einer Moschee. Dort bogen sie in die Gassen der nördlichen Medina ab.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000765.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Gläubige kamen aus dem Gotteshaus und schauten der Gruppe neugierig hinterher. Sibylla fiel auf, dass die jüdischen Kaufleute, die sich noch bei ihnen befanden, eilig von ihren Eseln glitten und die Pantoffeln auszogen, als sie die Moschee erreichten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000766.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Anordnung vom Sultan«, flüsterte Sarah ihr zu. »So müssen die marokkanischen Juden ihren Respekt vor den wahren Gläubigen bekunden. Aber für uns Christen gilt das nicht. Wir sind hier Ausländer und dürfen die heilige Gastfreundschaft des Orients genießen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000767.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Sibylla merkte, dass Europäer auch in dieser großen Stadt eine Attraktion darstellten, besonders wenn sie von einem arabischen Würdenträger und der Kavallerie des Sultans eskortiert wurden, und sie war froh, dass ihr blondes Haar unter dem Schal verborgen blieb.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000768.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Währenddessen liefen aus den Gassen die Leute zusammen. Einige winkten freundlich, andere lächelten schüchtern. Viele umringten sie nur stumm mit undurchdringlichen Mienen, und manche machten beim Anblick der Ungläubigen sogar das Zeichen gegen den bösen Blick.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000769.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Sibylla fand, dass die Menschen mager wirkten, ärmlich und schlecht gekleidet. »Täusche ich mich, oder hat die Königsstadt des Südens ein Gutteil ihres Glanzes eingebüßt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000770.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "fragte sie Sarah so leise, dass der in ihrer Nähe reitende Nuri bin Khalil es nicht hörte. Die Gattin des Konsuls nickte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000771.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Vor einigen Jahren wütete hier die Pest und viele Menschen starben. Daraufhin brachen die Pocken und die Cholera aus, deshalb wirkt die Stadt ziemlich heruntergekommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000772.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Eine Gruppe von Kindern versuchte sich an Sibyllas Maultier zu drängen. Mager waren sie, in Lumpen gekleidet und streckten ihre schmutzigen Hände aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000773.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Tju, gute Dame, Hunger!« Sibylla wollte nach ihrer Börse suchen, aber Nadira trieb ihren Esel zwischen sie und die kleinen Bettler. Gleich darauf war auch Nuri bin Khalil zur Stelle und jagte sie mit wüsten Beschimpfungen davon.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000774.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Nadira, wie kannst du so hart sein? Sie hatten doch Hunger«, empörte Sybilla sich. »Wenn sie ihnen Almosen geben, Herrin, sind bald so viele da, dass sie nicht mehr weiterreiten können.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000775.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Sie hängen sich an das Geschirr des Maultiers und lassen nicht eher von ihnen ab, als bis sie sie abgenagt haben wie die Ratten einen Kataver.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000776.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Ich verstehe, dass du mich schützen wolltest, aber es ist unchristlich, Hungernde zu verjagen, besonders Kinder, beharte Sibylla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000777.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Der Islam verpflichtet die Warngläubigen, ebenfalls Almosen zu geben, Mrs. Hopkins«, mischte Nuri bin Khalil sich ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000778.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Doch er erwartet nicht, dass sich das Lamm den Löwen opfert.« Sybilla schwieg, aber sie schüttelte empört den Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000779.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Ihr Kind, das bald das Licht der Welt erblicken würde, und alle weiteren, die Gott ihr hoffentlich noch schenkte, sollten nie um ihr Brot betteln müssen. Durch enge Gassen gelangte die Gruppe in das Zentrum der Stadt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000780.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Die Reiter des Sultans trieben unbarmherzig jeden zur Seite, der den Weg nicht sofort frei machte. Allzu bevölkert waren die Gassen ohnehin nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000781.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Sibylla bemerkte verfallene Fassaden, sogar ganze Straßen schienen verlassen. Von den kleinen Geschäften standen viele leer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000782.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Erst als in die Nähe des Zuges kam, wurde die Stadt lebendiger. Hier herrschten lebhaftes Gedränge und Stimmengewirr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000784.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Sklavenhändler zogen durch die Gassen, ihre mit Stricken gefesselte Ware hatten sie gleich dabei. Aus den Garküchen roch es nach frischgebackenem Brot und gebratenem Fleisch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000785.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Vom Zug der Metallschläger erklang rhythmisches Klopfen, vor dem der Teppichhändler luden Berber zusammengerolltete Teppiche aus festgewebter Schafwolle von ihren Eseln und aus dem Zug der Gewürzhändler stiegen Sibylla die Düfte von Zimt, Vanille und getrockneten Nelken in die Nase.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000786.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Allerdings gab es hier zusätzlich Werkstätten und Verkaufsräume, in denen die Händler ihre Waren auslegen konnten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000788.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Hinter unserer Herberge befindet sich ein großartiges Hammam«, erzählte Sarah, als im Hof des von Duke von ihren Maultieren stiegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000789.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Es gehört zu einer Moschee mit Koranschule, aber das Hammam steht allen offen. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mich dort gründlich vom Reisestaub zu reinigen. Für eine Audienz bei einem Souverän sollte man immer sauber gewaschen sein, nicht wahr?« Sie zwinkerte ihrer Freundin zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000790.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Sybilla seufzte. »Oh ja, ein ausgiebiges Bad wäre jetzt mein sehnlichster Wunsch. Wir nehmen Nadira mit und lassen es uns richtig gut gehen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000791.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Wenn sie während ihres viermonatigen Aufenthalts in diesem Land etwas lieben gelernt hatte, dann war es das Hammam. In England hatte sie eine Badewanne besessen, die im Schlafzimmer hinter einem Wandschirm immer für sie bereitgestanden hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000792.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Doch Badewannen kannte man in Marokko nicht. Wer sich reinigen wollte, ging ins öffentliche Bad.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000793.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Der Frauenbereich des Bades stellte außerdem den einzigen Ort aus einem Haaren dar, in dem Sibylla ihren arabischen Geschlechtsgenossinnen begegnete, die sich hier hingebungsvoll der Schönheitspflege und dem Austausch von Neuigkeiten widmeten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000794.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Bei ihrem ersten Besuch war sie noch gehemmt gewesen, weil sie nicht wusste, was sie erwartete. Doch bald genoss sie die zwanglose, entspannte Atmosphäre und hatte schon nach kurzer Zeit vergessen, dass sie nichts als ein Tuch um die Hüften trug.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000795.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Ihre Schwangerschaft war inzwischen deutlich sichtbar, aber an diesem Ort war sie nicht die Einzige, die gute Hoffnung war, und alle Frauen, ob schwanger oder nicht, freuten sich über ihren Zustand, erkundigten sich nach ihrem Befinden und überschütteten sie mit Ratschlägen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000796.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Benjamin fand Sybillas Vorliebe für das Hammam befremdlich. Er versuchte zwar nicht, sie davon abzuhalten, machte aber kein Hehl aus seiner Abneigung und behauptete, dass nicht einmal der Teufel persönlich ihn dazu bringen würde, mit unbekleideten fremden Männern zu baden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000797.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Es handelte sich nur um ein weiteres der vielen Dinge, bei denen sie gegensätzliche Ansicht waren, und allmählich fand Sybilla sich damit ab, dass sie mehr trennte, als sie gemeinsam hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000798.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Die Audienz bei Sultan Abdurrahman fand am nächsten Tag statt, dem ersten Tag des sechsten Monats, Jumada Lahira, im Jahre 1252, nach dem Auszug des Propheten von Mekka.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000799.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Im gregorianischen Kalender war es der 13. September 1836.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000800.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Am Abend zuvor hatte Sibylla auf dem Rückweg aus dem Hammam gehört, wie die Murzins der Stadt den neuen Monat mit dem Erscheinen der hauchdünnen Mondsichel verkündet hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000801.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Für die Audienz trug sie ein Gewand aus Violetter mit Goldfäden durchwirkter Seide, die sie auf dem Zug von Mogadur gefunden hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000802.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Es war weit wie ein arabischer Kaftan, aber lang wie ein europäisches Kleid und verbarg ihre Schwangerschaft fast völlig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000803.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
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{"text": "Sie fühlte sich erfrischt und ausgeruht und war froh, dass das Ziehen in ihrem Unterleib verschwunden war. Die Gruppe aus Mogadur ging zu Fuß zum Sultanspalast, der in einer großen Gartenanlage in der südlichen Medina lag.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000805.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
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{"text": "Nachdem die Souks hinter ihnen lagen, überquerten sie einen großen Platz, auf dem nicht nur die Scharfrichter der Stadt unter einem Ballachin sitzend auf Arbeit warteten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000807.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Auch Wanderärzte und fahrendes Volk hatten hier Zelte und Buden errichtet, in denen man sich sowohl die Zähne ziehen als auch die Zukunft weissagen lassen konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000808.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Nach nicht einmal einer halben Stunde erreichten sie einen weiteren Platz, der an einer mächtigen roten Sandsteinmauer mit einem verschlossenen Holztor endete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000809.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Auf der Bastion flatterten die grünen Flacken des Sultans. Rechts und links vor dem Tor standen Zelte mit Wachtposten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000810.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sibylla wunderte sich, weil die Wachen nicht wie vor den königlichen Palästen in London in Habachtstellung standen, sondern auf dem Erdboden saßen, Tee schlürften, Karten spielten und ihrer Umgebung keine besondere Aufmerksamkeit schenkten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000811.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Die Kaufleute aus Mogador waren nicht die einzigen, die sich auf dem Platz versammelt hatten. Auch aus Tanger, Rabat und Teton waren Gruppen hier, insgesamt mehrere hundert Menschen, die dem Sultan ihre Aufwartung machen wollten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000812.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Konsul Wilshere entdeckte James Butler, seinen Amtskollegen in Tätuan und Edward Drummond Hay, den britischen Generalkonsul in Tanger, und ging, um sie zu begrüßen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000813.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Sarah machte Sibylla mit britischen Kaufmannsgattinnen aus den marokkanischen Küstenstädten bekannt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000814.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
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{"text": "Ihr Mann stand etwas entfernt neben Samuel Toledano und redete eifrig auf ihn ein. Sie wusste, dass er sich viel von der heutigen Audienz erwartete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000816.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Vor allem hoffte er, dass sein Geschenk für den Sultan, ein wertvolles silberbeschlagenes Jagdgewehr, von einem der besten Büchsenmacher Englands den Herrscher aller Gläubigen beeindruckte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000817.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Neugierig betrachtete sie die Schwarze Garde, die Sklavenarmee des Sultans, die zu beiden Seiten des Tors ein Spalier bildete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000818.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Die hühnenhaften Männer waren nicht nur an ihren Uniformen, dem weißen Kaftan und roten Tarbusch gut zu erkennen, sondern auch an ihrem harten, entschlossenen Gesichtsausdruck.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000819.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Konsul Wilshire hatte berichtet, dass die Schwarzen Garten den Alawiden seit fast zwei Jahrhunderten treu bis in den Tod dienten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000820.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Auch Reiterei aus den stolzen Söhnen der Berbervölker war auf dem Platz anwesend. Aufrecht saßen sie auf ihren wunderschönen arabischen Pferden und stachelten die temperamentvollen Tiere zu allerlei Eskapaden an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000821.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Hoffentlich lässt Seine Majestät uns nicht mehr lange warten«, dachte Sibylla und tupfte sich mit einem Zipfel ihres Schals die Stirn ab. Inzwischen war es fast Zeit für das Mittagsgebet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000822.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Die Sonne schien senkrecht auf den schattenlosen Platz. »Ich glaube, am Tor tut sich etwas.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000823.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Mrs. Butler, die Gattin des Konsuls von Tétouane, blickte zur Palastmauer. Tatsächlich hatten die Wachen ihr Kartenspiel beendet und standen in vorbildlicher Haltung an den Torflügeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000824.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Hinter den schnurgeraden Reihen der Schwarzen Garde hatten die Reiteraufstellung genommen, während die Kaufleute mit erwartungsvollen Gesichtern am Ende des Platzes warteten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000825.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Komm mit«, flüsterte Benjamin, der plötzlich neben Sibylla auftauchte. »Desen historischen Moment dürfen wir nicht verpassen.« Er nahm ihre Hand und zog sie zwischen den Wartenden hindurch in die vorderste Reihe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000826.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Als die mächtigen Torflügel aufschwangen, hielt Sybilla den Atem an. Sie war noch nie einem Herrscher von Angesicht zu Angesicht begegnet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000827.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Den englischen König Wilhelm IV. hatte sie einmal in der Oper in seiner Loge gesehen, aber das ließ sich nicht mit dem feierlichen Rahmen vergleichen, in dem diese Audienz stattfand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000828.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Ein einzelner Reiter auf einem prächtig geschmückten Schimmelhengst ritt gemessenen Schrittes durch das Tor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000829.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Neben dem Kopf des Tieres ging ein Leibgardist. Dicht dahinter folgte ein Onuch, der einen großen karmesinroten Schirm über den Souverän hielt, so dass ihn kein einziger Sonnenstrahl traf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000830.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Das ist er«, flüsterte Benjamin Sibylla zu. Er hatte seinen Hut abgenommen, wie alle Männer der Kaufmannschaft, und klang feierlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000831.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Toledano hat mir gesagt, dass der Schirm sein Erkennungszeichen ist.« Sibylla musterte den Mann aufmerksam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000832.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Er war in den mittleren Jahren, schien nicht besonders groß, hatte weiche, gut genährte Wangen und ein sanftes, von einem dunklen Bart umgebenes Gesicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000833.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Sogar sein Pferd ist prächtiger geschmückt als er, dachte sie ein wenig enttäuscht, und betrachtete den einfachen weißen Kaptern des Herrschers. Er trug weder Orden noch Ringe, weder Schwert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000834.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Ketten noch sonstige Herrschaftsinsignien. Wäre nicht der rote Schirm gewesen, hätte es sich um einen beliebigen Untertan handeln können.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000835.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Doch dann fielen ihr die aufgespießten Köpfe der Enthaupteten vor dem Stadttor wieder ein, und sie dachte, dass es gewiss ein Fehler wäre, diesen Mann zu unterschätzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000836.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Kalif der islamischen Gemeinschaft und Sultan von Marokko aus dem Heiligen Haus der Allawiden, die von der Tochter des Propheten selbst abstammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000837.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "zählte Konsul Rishier Namen und Titel des Herrschers leise auf. Er hatte sich mit seiner Frau Benjamin und Sybilla vorgekämpft.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000838.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Der Sultan ritt langsam weiter, während die Mengen andächtiger Stille wartete. Dabei neigte er sich hochheitsvoll rechts und links zu seinen Soldaten und sagte mit tiefer, angenehmer Stimme,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000839.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Assalamu alaikum. Allah sei mit euch. Allah segne das Leben unseres Herrn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000840.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "brüllte die Leibgarde wie ein Mann. Dann sanken sie in eine tiefe Verbeugung und berührten zum Zeichen ihrer Ergebenheit das rechte Knie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000841.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Auf den ersten Blick hielt sie ihn für einen Araber, nicht nur wegen des schwarzen Haares unter dem Turban, sondern auch, weil er den traditionellen Kaftan und lange Hosen trug.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000843.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Doch sein braungebranntes, hageres Gesicht war glatt rasiert, die Nase nicht so vorspringend, die Augen nicht so dunkel. Insgesamt wirkten seine Züge weniger raubvogelhaft als bei arabischen Männern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000844.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Auch schien er hochgewachsen wie ein Europäer. Zumindest waren seine Beine ein wenig zu lang für seine zierliche arabische Stute. »Wer ist dieser Mann hinter dem Sultan auf dem braunen Pferd?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000845.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "»Wisperte sie Sarah zu.« Die Konsulsgattin wusste sofort, wen sie meinte, obwohl viele Hofbeamte und Würdenträger dem Sultan gefolgt waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000846.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Das ist Monsieur Rostand. Er ist also wieder einmal bei Hofe«, fügte sie an ihren Mann gewandt hinzu. »Wie meinen Sie das?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000847.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "fragte Sybilla neugierig, ist er ein ausländischer Diplomat? Eher ein französischer Sonderling, rutschte es Wilshire raus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000848.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "der wie die meisten Engländer eine tiefe Abneigung gegen die Franzosen hegte. Rostand war früher Offizier bei den Chasseurs d'Afrique und dient in Algerien.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000849.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Seit einigen Jahren allerdings zieht er es vor, bei dem Ritma in einer Lehmhütte zu hausen. Weil er sie dazu gebracht hat, ihre über Generationen gehende Fede mit dem Herrscherhaus beizulegen, steht er beim Sultan in hohem Ansehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000850.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Vor allem, wenn es um die Reform seiner Armee geht, um die es ganz im Vertrauen gesagt erbärmlich bestellt ist, sucht Abderrahman Urstans Rat. Bei einem Franzosen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000851.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "schnaufte Benjamin, der Wilshes Abneigung gegen alles Französische teilte. »Der Sultan hat wohl noch nie von Abukir gehört, gar nicht zu reden von Waterloo, sonst wüsste er, dass die militärische Überlegenheit bei uns Briten liegt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000852.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Sybilla blickte wieder zu Rostand. Sie schätzt ihn auf ungefähr 30, also ein paar Jahre älter als sie selbst. Ruhig und selbstsicher saß er auf seiner nervös tänzelnden Stute und musterte die Menge.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000853.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Was ist das für ein Mann, der lieber bei einem Berberstamm lebt, als mit den anderen Europäern hinter engen Stadtmauern?«, überlegte sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000854.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Hat ihr eine ihrer Frauen geheiratet und eine Familie mit ihr gegründet?« »Die Sonne bekommt mir nicht«, dachte sie und schüttelte über sich selbst den Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000855.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Wie komme ich dazu, mir so ungehörige Gedanken über einen Wildfremden zu machen?« In diesem Moment richtete Rostrand den Blick auf sie. Sekundenlang hielten ihre Augen einander fest.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000856.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er lächelte unmerklich, und Sibyllas Herz tat einen Sprung. Sie erschrak. »Das war ihr bisher weder bei Benjamin noch einem anderen Mann passiert.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000857.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Was war nur in sie gefahren? Sie war doch eine verheiratete Frau und eine Schwangere noch dazu.« Rasch senkte sie den Blick und rückte dichter an Benjamins Seite.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000858.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Der Übersetzer des Sultans hatte inzwischen die Begrüßungsworte seines Herrn in den Sprachen der anwesenden Nationen wiedergegeben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000859.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Auf ein Handzeichen seiner Majestät traten nacheinander die Generalkonsulen vor und antworteten mit wohlgesetzten Worten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000860.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Nach der Rede von Generalkonsul Dramentei näherte sich ein Onnuch mit mehreren Sklaven, um die Geschenke für den Sultan in Empfang zu nehmen. Aber...", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000861.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "»Ich wollte seiner Majestät die Büchse persönlich übergeben,« wehrte Benjamin sich, als der Eunuch erwartungsvoll seine Arme ausstreckte. »So weiß ich weder, dass er sie wirklich bekommt, noch weiß er, dass sie von mir ist.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000862.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Aber Benjamin wollte dem Schwarzen, der ihn abweisend anblickte, das Gewehr nicht aushändigen. Die Verzögerung erregte die Aufmerksamkeit des Sultans und Ramantei sah sich gezwungen, ihm den Grund zu erklären.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000864.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Daraufhin folgte ein kurzer Wortwechsel mit dem Übersetzer, der sagte, »Seine kaiserliche Majestät, der Sultan, gestattet dem Kaufmann Hopkins, sein Geschenk seinem Lieblings-Eunuchen, Faraj, zu überreichen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000865.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
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{"text": "Doch bevor er sie dem Eunuchen gab, hob er sie in Richtung des Sultans. Ein Raunen ging durch die Soldaten, als das Sonnenlicht in den Silberbeschlägen funkete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000867.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Sogar seine Majestät schaute interessiert. Benjamin war zufrieden. Bestimmt würde der Sultan ihn für diese wertvolle Gabe belohnen, vielleicht sogar mit dem Exportmonopol für Leder.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000868.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Während der Eunuch seinem Herrn die Büchse überreichte und der Sultan die Verarbeitung prüfte, formulierte Benjamin im Geiste, wie er sein Anliegen vortragen sollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000869.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Von den freundschaftlichen Beziehungen ihrer beiden Länder wollte er sprechen, von fruchtbaren Geschäften, von steigenden Exporten und steigenden Gewinnen. Doch niemand forderte ihn auf, zu sprechen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000870.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Nun aber kann seine Majestät mit Hilfe des großzügigen Kaufmanns Hopkins die Not seines Volkes lindern, indem er die Exportzölle um einen unbedeutenden zehnten Teil anpassen wird. Einen zehnt nur, wie ihn die Kirchen der Ungläubigen erheben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000871.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Was?« keuchte Benjamin. »Das ist der Dank, dass er mir die Zölle um zehn Prozent erhöht? Still, Hopkins!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000872.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Consul Wilshere packte Benjamin am Arm. »Machen Sie gute Miene zum bösen Spiel, sonst erhöht er die Zölle noch mehr.« Benjamin ableichte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000873.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Noch nie hatte ihn jemand so betrogen und hereingelegt. Er musste sich zusammenreißen, um dem habgierigen Herrscher der Muselmanen nicht seine ganze Wut entgegenzubrüllen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000874.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "»Komm«, forderte Sybilla ihn leise auf und berührte seine verkrampfte Hand, »wir gehen zurück zur Herberge.« In diesem Moment ertönte wieder die Stimme des Übersetzers.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000876.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Seine Majestät fragt, ob sich unter seinen britischen Gästen auch die Kauffrau befindet, deren Haarfarbe dem Fell einer Wüstenlöwin gleicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000877.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Sybilla traute ihren Ohren nicht. Woher wusste der Sultan, wie die Frauen des Kaizzi nannten? Und was hatte diese Frage zu bedeuten?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000878.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Zögernd trat sie vor und neigte ihren Kopf vor dem Herrscher. Sie vernahm die tiefe Stimme des Sultans, die stets sanft klang, ob er nun die Kaufleute seiner Freundschaft versicherte oder ihrem Mann die Zölle erhöhte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000879.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Seine Kaiserliche Majestät sagt, hört es jetzt den Übersetzer, das also ist die Kauffrau mit dem Löwenhaar, die unseren Frauen die englischen Babuschen verkauft hat. Unsere Frauen sind mit der Lieferung sehr zufrieden gewesen und lassen der Kauffrau mit dem Löwenhaar danken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000880.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Ein Raunen ging durch die Menge. Überrascht hob Sibylla den Kopf. Der Sultan nickte leicht und wendete sein Pferd. Wenig später hatten sich die Palasttore hinter ihm geschlossen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000881.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Benjamin starrte seine Frau an. Sie hatte ihm von dem Geschäft mit den Slippern erzählt, aber er hatte es als Spielerei abgetan. Jetzt aber war seine Frau vom Sultan vor aller Augen gewürdigt worden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000882.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "während der Herrscher ihn selbst, ebenfalls vor alle Augen, gedemütigt hatte. Stopp! Sofort aufhören!", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000883.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Empört trieb Sibylla ihr Maultier zwischen den Mann mit der Peitsche und die beiden Sklaven. Der Treiber zügelte sein Reittier und starrte sie wütend an, den Arm zu einem weiteren Schlag erhoben. Die beiden Schwarzen kämpften darum, wieder auf die Beine zu kommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000884.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Blut lief ihnen über den Rücken, ihre Haut war aufgeplatzt und von Striemen überzogen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000885.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "An den Handgelenken waren sie mit einem Strick gefesselt. Ihr Hals steckte jeweils in einer Astgabel, die vor der Kehle verschnürt und deren Enden zusammengebunden waren. Als einer von ihnen gestrauchelt war, hatte er den anderen unweigerlich ebenfalls zu Boden gerissen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000886.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "60 männliche Sklaven und die doppelte Menge Frauen, einige sogar mit Kindern, begleiteten die Karawane, die vor eineinhalb Tagen Marrakesch in Richtung Morgador verlassen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000887.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
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{"text": "Traurig und klagend, in so abgrundtiefer Verzweiflung, dass Sibylla eine Gänsehaut bekommen hatte. Seither dachte sie über das Schicksal der gefangenen Männer und Frauen nach.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000890.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
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{"text": "Am liebsten wäre sie mit ihrer Reitgärte auf sie losgegangen, so wie die Treiber mit ihren Peitschen auf die Sklaven losgingen. »Wie kann Toledano das zulassen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000893.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "dachte sie angewidert, denn es waren seine Sklaven. Er hatte sie in Marrakesch von einer aus der Sahara kommenden Karawane übernommen und mit seinem Brandzeichen versehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000894.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
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{"text": "Der wüste Fluch eines anderen Treibers, der seine Peitsch über den Köpfen von ein paar Frauen schwang, ließ sie erneut zusammenfahren. Nadira, die mit gesenktem Kopf neben ihrer Herren ritt, zuckte ebenfalls zusammen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000896.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Sehr still war sie geworben, seit sie Marrakesch verlassen hatten. Sibylla vermutete, dass sie nicht nur darunter litt, ihre afrikanischen Landsleute so gedemütigt und versklavt zu sehen, sondern auch an ihr eigenes Schicksal erinnert wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000897.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Woher kommen die Gefangenen?« fragte Sybilla die Dienerin. »Weißt du, welchem Stamm sie angehören? Ist es derselbe, in dem du geboren wurdest?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000898.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Nadira erwiderte Sybillas Forscher einen Blick traurig. »Diese hier sind Ebu, Herren. Ich bin eine Mandingo.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000899.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Aber in unserem Leid sind wir alle Brüder und Schwestern. Ibo und Mandingo.« »Sibylla hatte noch nie von ihnen gehört.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000900.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Sie wusste weder wo noch wie diese Menschen lebten. Sie hatte immer gedacht, Schwarzer wäre Schwarzer. Ihr wurde bewusst, dass sie im Grunde keine Ahnung von den Bewohnern dieses Kontinents hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000901.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "In diesem Moment nahm sie wahr, wie der Treiber erneut ausholte, um zwei stolpernde Männer zu schlagen, doch bevor er dazu kam, galoppierte von hinten ein Reiter heran, packte ihn am Arm und riss ihn herum. Mit einem überraschten Aufschrei stürzte der Mann von seinem Maultier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000902.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Aratoire, hör auf!« brüllte André Rostand und dirigierte seine braune Stute so, dass ihre Hufe nur Zentimeter vom Körper des erschrockenen Treibers entfernt aufstampften. Hastig rollte der Mann sich zur Seite und sprang auf die Beine.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000903.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Aber der Franzose war sofort wieder neben ihm und packte seinen Arm. »Eure Sklaven sind eure Brüder«, so befahl es der Prophet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000904.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "»Wenn ich noch einmal sehe, dass du oder einer deiner Kompanions die Leute misshandelt, binde ich euch aneinander wie diese armen Teufel«, stieß er hervor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000905.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Der Treiber starrte ihn hasserfüllt an und versuchte, sich loszureißen. Bruston stieß ihn angewidert von sich, sodass er fast noch einmal gefallen wäre.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000906.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
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{"text": "Roustan hatte sich der Reisegruppe in Marrakesch angeschlossen, weil er zu den Ritma zurückkehren wollte. Sie selbst hatte noch keine Gelegenheit gehabt, sich mit ihm zu unterhalten, meistens ritt er ein Stück von der Karawane entfernt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000908.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Gibt es Schwierigkeiten?« Toledano war auf seinem Esel von der Spitze der Karawane eilig herangetrabt. Einer der Treiber musste ihn benachrichtigt haben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000909.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "»Halten Sie Ihre Männer davon ab, diese Menschen zu misshandeln«, fuhr der Franzose ihn an. »Mit Verlaub, Senior Roustan.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000910.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Ich habe die Neger rechtmäßig erworben, und wenn sie störrisch sind, werden sie gezüchtigt. So lernen sie die Stärke des Herrn zu schätzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000911.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Der Kaufmann sprach ruhig. Gleichzeitig ließ sein bestimmter Tonfall keinen Zweifel, dass er sich die Einmischung verbat. »Sie sind nicht störisch.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000912.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»Sondern erschöpft, Signor Toledano«, widersprach Roustan, doch der Kaufmann neigte nur höflich den Kopf und wendete seinen Esel. Er wollte keinen Streit.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000913.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Benjamin hatte sich ebenfalls genähert und zügelte sein Maultier neben Sibylla. Er bemerkte, wie bewundern seine Frau den Franzosen anstarrte, und das ärgerte ihn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000914.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»Will unser heldenhafter Vertreter der Grande Nation die Neger in den Genuss der Menschenrechte kommen lassen?« bemerkte er suffisant.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000915.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Du hast keinen Grund, dich aufzuspielen. Du machst schließlich mit einem Sklavenhändler Geschäfte«, bemerkte Sybilla Kühl. Er starrte sie entrüstet an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000916.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Für jemanden, dessen Großvater mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht hat, sitzt du auf einem ziemlich hohen Ross«, erwiderte er spitz. »Im Übrigen ist Toledano Kaufmann des Sultans.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000917.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Ohne ihn macht er überhaupt keiner Geschäfte. Es sei denn, man verkauft Schuhe an Haremsdamen. Die öffentliche Anerkennung des Sultans für seine Frau lag ihm immer noch schwer im Magen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000918.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Man könnte glauben, du seist neidisch«, konterte sie. »Neidisch? Lächerlich. Ich rate dir lediglich, dich nicht einzumischen. Die Neger gehören Toledano.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000919.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "»Er hat für sie bezahlt und kann mit ihnen machen, was er will.« Bevor Sybilla etwas entgegnen konnte, trieb Benjamin sein Maultier demonstrativ hinter Toledano her.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000920.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Sie blickte ihm mit zusammengekniffenen Lippen nach. Seit Tagen war Benjamin ihr gegenüber kurz angebunden und gereizt. Sie hatten noch einige Zeit in Marrakesch verbracht, aber sie hatte ihn kaum zu Gesicht bekommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000921.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Dabei hätte sie gern gemeinsam mit ihm die alte Königsstadt des Südens besichtigt. Doch er mied sie, so als wäre es ihre Schuld, dass die Audienz beim Sultan schlecht für ihn gelaufen war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000922.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sie hatte ihm noch am selben Abend in der Kammer ihrer Herberge gesagt, wie leid es ihr täte. Aber er hatte ihr das Wort abgeschnitten und war aus dem Raum gestürzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000923.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "In wenigen Wochen sind wir eine Familie, aber das Kind scheint uns einander nicht näher zu bringen, dachte Sibylla niedergeschlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000924.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Sie hatte längst gemerkt, dass es ihr leichter fiel als ihrem Mann, sich in diesem fremden Land mit seinen fremden Sitten einzuleben. Er war so voller Ehrgeiz nach Marokko aufgebrochen, bereit, seinem Schwiegervater zu beweisen, dass er es in einem fremden Land aus eigener Kraft zu etwas bringen konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000925.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Sie wusste, dass er als Lohn für seine Leistungen auf einen Posten in der Geschäftsleitung der Reederei hoffte. Aber eine Enttäuschung folgte der anderen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000926.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Erst mit K.I. Taschhasch, jetzt mit dem Sultan. Vielleicht halt sie Benjamin nicht genügend, hier Fuß zu fassen. War das nicht ihre Pflicht als Ehefrau, ihrem Mann zur Seite zu stehen und ihn zu unterstützen?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000927.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Sie seufzte leise. Wenn sie ehrlich war, verspürte sie keine große Lust, ihn zu unterstützen. Es machte ihr viel mehr Spaß, selbst zu handeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000928.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Waren zu kaufen, zu verkaufen und damit ihr eigenes Geld zu verdienen. Auf dem Souk von Marrakesch hatte sie mehrere Ballen Seide erstanden, die sie einigen Händlern in London anbieten wollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000929.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Benjamin wusste davon noch nichts. Und wenn er es erfuhr, würde er nicht begeistert sein. So viel war ihr nach der jüngsten Auseinandersetzung klar.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000930.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Wenn ich nicht will, dass die Kluft zwischen meinem Mann und mir noch größer wird, sollte ich aufhören, Handel zu treiben«, dachte sie und merkte jetzt schon, wie schwer er das fallen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000931.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Nur dieses eine Geschäft noch, nahm sie sich vor. Schließlich wäre es eine Sünde, viel Geld für viele Ballen Seide auszugeben, nur damit sie in einem Lagerraum herumlag, bis sie brüchig wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000932.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Dieses eine Geschäft bringe ich noch zu Ende. Dann ist das Kind da und wenn ich erst Mutter bin, habe ich ohnehin keine Zeit mehr für Geschäfte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000933.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Mit einer entschlossenen Handbewegung verscheuchte sie ein paar Fliegen, die aufdringlich summend um ihr Gesicht schwirrten. Im selben Moment durchfuhr sie ein stechender Schmerz.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000934.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Herrin, ist Ihnen nicht gut?« Nadira war sofort an ihrer Seite. »Nein«, keuchte sie und hielt sich den Leib. »Hol den Herrn! Schnell!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000935.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Kapitel 8", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000936.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Krämen Sie sich nicht, Senior Hopkins. Auch der Sultan, möge der Allmächtige im ewiges Leben schenken, weiß, dass man einem Ochsen das Fell nicht zweimal abziehen kann.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000937.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Samuel Toledano, der auf seinem Esel neben Benjamin ritt, musterte ihn durch die runde Drahtbrille. »Glauben Sie mir, werter Senior Hopkins, gute Geschäfte können Sie überall machen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000938.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Benjamin blickte missmutig zu den Sklaven, die in einem langen Zug hintereinander stolperten. »Auf ihre Neger trifft das wohl kaum zu.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000939.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "knurrte er unfreundlich. »Ich wette, diese mageren Gestalten bringen auf dem Sklavenmarkt kaum etwas ein.« Der Kaufmann neigte das bärtige Haupt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000940.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»Sie haben recht, Senior Hopkins. Der Erlös lohnt kaum die Gerstengrütze, mit der ich sie mästen muss, bevor ich sie verkaufen kann,« äußerte er bekümmert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000941.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Dann blickte er sich um und trieb seinen Esel dicht neben Benjamins Maltier.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000942.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Drüben in Amerika sind die Preise noch anständig. Siebzig englische Pfund für einen gesunden Mann, fünfzig für eine Frau. Aber leider habt ihr Engländer den Verkauf nach Übersee unterbunden.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000943.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Wollen Sie mich veralbern, Mann? Das sind doch Fantasiepreise.« Benjamin parierte sein Maultier scharf durch und starrte den Kaufmann ungläubig an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000944.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Sein Vater, der als Kassierer bei einer Bank keine schlechte Stellung inne hatte, verdiente gerade die doppelte Summe in einem Jahr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000945.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Ganz gewiss nicht, Senior Hopkins, und wenn Sie erlauben«, wieder sah Toledano sich nach allen Seiten um. In diesem Moment galoppierte Nadira auf ihrem Esel heran. »Herr, Herr«, das Gesicht der Dienerin war von Sorge verzerrt, »kommen Sie, die Herrin hat große Schmerzen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000946.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Vergeblich. Das aufgeschreckte Tier schleuderte den Kopf hin und her, sodass sie es immer wieder verfehlte. »Hilfe! Anhalten! Wir brauchen Hilfe!« schrie Sarah.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000947.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Der Schmerz in Sibyllas Bauch ebbte endlich ab, so dass es ihr gelang, die Zügel zu fassen und das Tier durchzuparieren. »Was haben Sie denn?« fragte Sarah zutiefst erschrocken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000948.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
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{"text": "»Das Kind kommt. Es kommt«, stellte Sarah fest. »Und das hier, mitten in der Wildnis«, sie bekreuzigte sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000950.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Unsinn«, keuchte Sybilla noch immer atemlos, »es ist noch mehr als vier Wochen zu früh.« »Sie sollten in jedem Fall sofort absteigen«, riet eine Stimme mit deutlichem französischem Akzent hinter ihnen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000951.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Sarah und Sybilla wandten gleichzeitig die Köpfe und starrten Monsieur Roustrand an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000952.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
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{"text": "»Mir fehlt nichts. Das hört wieder auf. Diese Schmerzen kommen und gehen schon die ganze Zeit.« Sarah legte eine Hand auf den Arm ihrer Freundin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000966.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
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{"text": "Hinter dem Sattel des Tieres war seine zusammengerollte Wolldecke für die Nacht befestigt. Er löste die Schnallen, kehrte zu Sybilla zurück und schob die Decke unter ihren Nacken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000977.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Das habe ich beim Militär gelernt. Ein paar kräftige Äste und eine Decke sind alles, was ich brauche. Am besten, ich mache mich gleich auf die Suche. Passende Bäume zu finden dürfte hier das Schwierigste sein. Er blickt über die fast baumlose, von Sand und Steinen übersäte Ebene.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000979.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Auf der Anhöhe dort drüben wachsen ein paar junge Juju-Bäume. Vielleicht kann ich die verwenden. Er schwang sich auf sein Pferd und galoppierte los.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000980.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Sarah seufzte. Dann zog sie ein Taschentuch aus ihrer Rocktasche, nahm die Wasserflasche, die am Sattel ihres Maultiers hing, goss die lauwarme Flüssigkeit auf das Tuch und setzte sich neben ihre Freundin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000981.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Sibylla blickte der kleinen Staubwolke nach, die sich schnell in Richtung der Anhöhe bewegte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000983.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "»Monsieur Roustan handelt wie ein Gentleman, nicht wahr? Ich meine, wie ein echter Gentleman, nicht wie einer, der nur so tut, als sei er höflich zu einer Frau und sie in Wahrheit bevormundet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000984.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Sie beobachteten, wie Rostand auf der Anhöhe vom Pferd sprang, seinen am Sattel befestigten Chromsäbel nahm und damit ungeachtet der Hitze auf die Bäume einschlug.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000985.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
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{"text": "»Was reden Sie denn da?« Rascher Huflag näherte sich. Gleich darauf sprang Benjamin von seinem Maultier und warf Nadira, die ihm auf dem Esel gefolgt war, die Zügel zu. »Sibylla!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000987.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
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{"text": "»Monsieur Rostand baut eine Trage für sie«, warf Sarah ein. »Glücklicherweise war er in der Nähe und konnte ihre Frau helfen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000992.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Benjamin hörte den leichten Vorwurf in ihrer Stimme und seine Miene verfinsterte sich. »Ich habe dir gesagt, du sollst nicht nach Marrakesch reisen, aber du wusstest es ja besser.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000993.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "tadelte er Sybilla. »Du hattest ja recht.« Sie legte eine Hand auf seinen Arm. »Ich hätte auf dich hören sollen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000994.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Halb besänftigt entgegnete er, »Weißt du noch, wie wir in London ins Hafenbecken gestürzt sind?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000995.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Damals war ich da und habe dir geholfen und heute helfe ich dir, wohlbehalten in die Herberge zu kommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000996.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Ihr Körper bereitet sich mit diesen Wehen auf die Geburt vor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000997.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Bist du Hebamme?«, fragte Sarah Wilshere, die ebenfalls an Sybillas Seite ritt, erstaunt. Die Dienerin schüttelte den Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_000999.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Ich bin keine kundige Frau, doch ich habe bei vielen Geburten geholfen. Die Herren braucht keine Angst zu haben.« »Wenn ihr und dem Kind nichts geschieht, bekommst du von mir einen Monatslohn extra,« sagte Benjamin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001000.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Er fühlte sich unbehaglich, nicht nur, weil er keine Ahnung hatte, wie er seine Frau trösten sollte, sondern auch, weil er sich unentwegt um ihr Wohl und das seines ungeborenen Kindes sorgte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001001.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Um wenigstens etwas zu tun, ermahnte er in regelmäßigen Abständen die Träger, ja, vorsichtig mit der Herren zu sein, und warnte sie vor jedem Stein, der auf dem Weg lag.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001002.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Rostand hielt sich nicht bei ihnen auf. Sobald Sybilla sicher auf der Bahre gelegen hatte, hatte er sich auf sein Pferd geschwungen und war zur Karawanserei galoppiert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001003.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Er wollte dafür sorgen, dass alles für die Geburt vorbereitet war, wenn sie eintrafen. Nadira hatte ihm erklärt, dass sie eine ruhige Kammer benötigte, abgekochtes Wasser, saubere Tücher, Bindfaden, Fackeln und Kerzen, damit sie genügend Licht hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001004.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Als die erschöpften Träger vier Stunden später durch das Bogentor wankten, eilte Rostand der Gruppe im Laufschritt entgegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001005.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "»Alles ist fertig. Ich habe eine Kammer in einer entlegenen Ecke belegt. Madame Hopkins kann sofort hinauf.« Benjamin hob Sybilla von der Bahre. Sie hatte die Augen geschlossen. Schweiß stand auf ihrer Stirn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001006.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Wie geht es dir?« fragte er besorgt. »Ich habe Angst«, flüsterte sie, ohne die Augen zu öffnen. »Ich auch«, dachte er. Aber als er sprach, bemühte er sich, seiner Stimme einen zuversichtlichen Klang zu verleihen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001007.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Ich höre seinen Herzschlag«, sagte Nadira. »Er ist stark und regelmäßig.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001009.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Sibylla lag mit angezogenen Beinen in einem winzigen Raum auf der dünnen Herbergsmatratze.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001010.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Jetzt hob sie den Kopf. »Ihr Kind ist kräftig, Herren. Das ist gut. Wenn Sie erlauben, werde ich jetzt seine Lage tasten.« Sybilla nickte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001011.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Sie hatte weder einen Arzt noch eine Hebamme, die ihr halfen. Aber Nandira schien zu wissen, was sie tat, und sie vertraute ihr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001012.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Auch Sarah Wilchias Gegenwart beruhigte sie. Die Konsulsgattin kniete neben ihr und verscheuchte unermüdlich die Mücken, die über Sibyllas Kopf tanzten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001013.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Vor zehn Minuten, als ein Schwall blutigen Wassers zwischen ihren Beinen hervorgelaufen war, hatte sie Angst bekommen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmte. Aber Sarah hatte sie beruhigt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001014.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "»Das ist nur das Fruchtwasser. Es kommt immer, bevor das Kind sich aus dem Mutterleib in die Welt schiebt.« Vorerst war davon leider noch nichts zu merken. Die Wehen hatten sogar aufgehört.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001015.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
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{"text": "Nadiras Hände lagen flach auf dem Bauch ihrer Herren und tasteten ihn Stückchen für Stückchen ab. Schließlich erläuterte sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001017.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Das Kind liegt falsch herum, Herren. Sein Kopf ist oben, sein Po unten. Aber sorgen Sie sich nicht.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001018.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "fügte sie rasch hinzu, als sie Sybillas erschrockenen Gesichtsausdruck bemerkte. »Wenn der Po zuerst geboren wird, ist es für die Frau fast so, als käme der Kopf zuerst.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001019.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
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{"text": "Nadira schüttelte den Kopf. Sie verschwieg den Frauen, dass bei einer Steißgeburt eher das Leben des Kindes bedroht war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001022.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
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{"text": "Benjamin lief unruhig im Hof der Karawanserei hin und her und blickte immer wieder zu der verschlossenen Kammertür hinauf, hinter der seine Frau vor vielen Stunden verschwunden war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001025.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Mit ihr wich die belebende Kühle, denn mit den ersten Strahlen der Sonne würde auch die Hitze zurückkehren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001026.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Auf dem Dach der Herberge begrüßten Tauben mit leisen Gurren den nahenden Morgen. Auch die Reisenden erwachten langsam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001027.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "In einer Ecke der Karawanserei hatten mehrere Araber kleine Teppiche entrollt und verrichteten mit dem Gesicht gen Mekka ihr Morgengebet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001028.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Kameltreiber kümmerten sich um ihre Tiere. An einigen Feuerstellen züngelten kleine Flammen. Der Duft nach Minze und frisch in der Glut gebackenem Brot wehte Benjamin in die Nase. Seit gestern Mittag hatte er nichts mehr gegessen, aber er verspürte keinen Hunger.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001029.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Immer noch nichts Neues? Rostand blieb neben ihm stehen. Er war im Stall gewesen, wo er sein Pferd gefüttert und getränkt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001030.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Benjamin schüttelte den Kopf. »Ich kann mir gar nicht erklären, warum es so lange dauert.« »Ja, wir Männer muten den Frauen einiges zu.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001031.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "bemerkte Rostrand. Er langte in die Innentasche seiner Jacke, zog eine flache, silberne Flasche hervor und reichte sie Benjamin. »Sie sehen aus, als könnten sie eine Stärkung gebrauchen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001032.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
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{"text": "»Auch wenn mir Whisky besser schmeckt als Cognac.« Er wollte dem Franzosen den Flakon zurückgeben, aber dieser winkte ab. »Trinken Sie aus, Hopkins.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001034.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Dankbar setzte Benjamin die Flasche an. Dann fragte er, »Haben Sie Familie, Rostand?« Der Franzose schüttelte den Kopf und grinste. »Nicht, dass ich wüsste.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001035.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Hoffentlich geht alles gut«, murmelt er. »Das Kind ist nämlich etwas zu früh. Ich habe meiner Frau gesagt, sie soll die Reise nicht machen, aber sie kann sehr halsstarrig sein, müssen Sie wissen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001036.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Roustan nickte unverbindlich und schwieg. Er mochte es, wenn eine Frau ihren eigenen Kopf hatte. Es verlieh ihr einen besonderen Stolz und eine Selbstsicherheit, die er sehr anziehend fand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001037.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Er dachte an Idri, die Hridma-Frau, die seit zwei Jahren sein Leben teilte. Sie hatten sich während eines großen Moussem, eines Jahrmarktes und Volksfestes im Gebirge, getroffen, bei dem der ganze Stamm zusammenkam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001038.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "André und Idrì hatten ihren Bund vor dem Kadhi des Stammes, vor fünf männlichen und fünf weiblichen Zeugen besiegelt. Anschließend hatte André seine Frau auf einem Esel über den Festplatz geführt. Damit hatten alle gesehen, dass sie ein Paar waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001039.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
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{"text": "Er strahlte über das ganze Gesicht. Gleich darauf flog die Tür der Herbergskammer auf. Sarah Wilshere kam heraus und beugte sich über das Geländer. »Kommen Sie, Mr. Hopkins, begrüßen Sie Ihren Sohn!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001042.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Der Rest ging in jämmerlichem Weinen unter. Sibylla seufzte, legte den Brief, den sie gerade geöffnet hatte, auf den Tisch und ging auf den Umgang. »Was ist denn nun schon wieder los? Tom, hast du deinen kleinen Bruder geärgert?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001044.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Der dreijährige Thomas blickte zu seiner Mutter auf. Neben ihm stand der knapp zweijährige John und heulte erbärmlich. »Mami, will haben!« Anklagen zeigte er auf Tom, der sein angebissenes Gebäckstück außer Reichweite des kleinen Bruders hielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001045.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sibylla musste sich ein Lächeln verkneifen. Die beiden sahen in ihren kleinen Kaftanen über den langen Hosen so süß aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001046.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Besonders Johnny, der seinen Babyspeck noch nicht verloren hatte. Alles an ihm war rund und knuddelig und seine verheulten Augen blickten völlig verzweifelt drein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001047.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Wie sein großer Bruder hatte er hellblondes, lockiges Haar und tiefblaue Augen, aber ein rundes, rotbackiges Gesicht. Tom war größer und schlanker, mit empfindsamen Zügen, die ihn älter als seine drei Jahre aussehen ließen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001048.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "John war nur 15 Monate jünger als sein Bruder. Sybilla hatte Benjamin gedrängt, dass sie noch ein Baby wollte. Am liebsten ein kleines Mädchen. Und sie hatte sich gefreut, als sie kurz nach der Geburt von Thomas wieder schwanger geworden war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001049.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
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{"text": "»Hast du deinem Bruder sein Hörnchen weggenommen, Tom?« fragte Sibylla. »Nein, Mami«, Tom schüttelte heftig den Kopf. »Er hat es ins Wasserbecken fallen lassen, und Papas Karpfen haben es gefressen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001051.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
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{"text": "Seine Mutter und seinen Vater, Firial, Nagira und allen anderen Dienstboten. Er fragte seine Mutter sogar, ob die Bettler auf den Gassen genug zu essen und ein Bett zum Schlafen hätten, so wie er.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001058.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
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{"text": "Während sie mit dem Baby wieder auf der Bahre lag und von vier Sklaven getragen wurde, ritt er neben ihr her und plauderte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001063.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
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{"text": "Seine Schilderungen von Begegnungen mit kriegerischen Berberstämmen, weisen arabischen Gelehrten und orientalischen Fürsten, die in unvorstellbarem Prunk und Luxus lebten, waren so lebendig, dass Zibilla das Gefühl hatte, selbst dabei gewesen zu sein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001065.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Besonders spannend fand sie, dass er als Muslim verkleidet Mouli Idris besucht hatte, die heileste Stadt Marokkos, die im nördlichen Atlasgebirge auf der Pilgerroute nach Mekalak.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001066.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»John«, rief Sibylla und beugte sich über die Brüstung des Umgangs, »bedank dich bei deinem Bruder, dass er dir von seinem Hörnchen abgegeben hat. Hörst du?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001067.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Danke, Tom«, mümelte der Kleine mit vollem Backen. Dann streckte er die zuckerverklebte Hand aus. »Will mehr?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001068.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
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{"text": "Sibylla sah ihnen zu, wie sie erst den alten Olivenbaum umrundeten und dann auf die Sonnenuhr zustürmten, die Benjamin vor mehr als zwei Jahren erworben hatte, um ein besonders lukratives Geschäft zu feiern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001070.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "rief Sybilla prompt, als Tom auf den Socker sprang. Benjamin war zwar nicht da, je besser seine Geschäfte liefen, desto weniger Zeit verbrachte er mit seiner Familie, aber sie wollte trotzdem keinen Ärger riskieren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001071.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Zum Glück konnten Jung sich in Mogador das ganze Jahr über draußen austoben. Sogar jetzt, Anfang Dezember, war es hier so mild wie in England im Frühling.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001072.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Im Innenhof des Riad blühten Rosen, die Bourbonvillea verströmte immer noch ihren betörenden Duft, und an den Orangenbäumchen, die Sibylla rechts und links des hölzernen Treppenaufgangs hatte pflanzen lassen, hingen saftige Früchte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001073.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Sie fand es herrlich, dass sie auf Stiefel und Muff, Pelzkappe und langen Mantel verzichten konnte. Wenn sie ins Freie ging, schlang sie sich nur ein Tuch um die Schultern und fuhr trotzdem nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001074.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Dafür nahm sie gern in Kauf, dass der ständige Wind, Sand und Staub ins Haus trieb. Sie kehrte in ihr Zimmer zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001075.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Während in ihrer alten Heimat jetzt die Kamine rauchten, reichte hier ein kupfernes Kohlebecken, um den Raum zu wärmen. Sie ging zu einer Schale, die neben dem Becken auf einem kleinen Tisch stand, nahm ein Brötchen Duftharz heraus und warf es in die Glut.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001076.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Kurz darauf erfüllten die würzigen Aromen von Amber und Muskat den Raum. Sibylla schloss die Augen und vor ihrem inneren Auge erwachte die geheimnisvolle Welt des Orients zum Leben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001077.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Sie liebte das Leben hier, im Gegensatz zu Benjamin, der alles mit Misstrauen betrachtete. Sie setzte sich auf den Diwan und nahm den Brief erneut zur Hand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001078.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Er war von ihrer Stiefmutter und zusammen mit mehreren Ausgaben der Times und einer Bücherkiste mit dem gestrigen Postschiff eingetroffen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001079.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Mary stellte Sybillas zuverlässigste Verbindung mit England dar. Sie berichtete ihrer Stieftochter alles, was sich in London ereignete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001080.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Zur Zeit bereitete man sich auf das Gesellschaftsereignis des Jahrhunderts vor, die Hochzeit der jungen Königin Victoria mit dem deutschen Prinzen Albert von Sachsen-Koburg und Gotha.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001081.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Mary und Richard waren jede Woche zu Bällen und Empfängen eingeladen, die zur Ehren des Paares gegeben wurden, und Mary klagte, dass die Schneiderin und die Modiste nicht mehr mit dem Anfertigen von Schleppen, Roben, Hüten und Handschuhen nachkam.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001082.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Außerdem sorgte sie sich um Richards Gesundheit. Er hatte letztes Jahr zwar erst seinen 50. Geburtstag gefeiert, litt aber unter Schwindel, war kurzatmig und schlief schlecht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001083.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Im nächsten Sommer, schrieb sie, wollte sie mit ihm zum Kuren nach Bass fahren, das dank der neuen Eisenbahnverbindung dann viel schneller und bequemer als noch vor wenigen Jahren zu erreichen wäre.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001084.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Sibylla faltete den Brief zusammen und legte ihn auf den Tisch. Dann stand sie auf, rückte den Divan ein Stück von der Wand weg und entfernte schließlich ein loses Brett von der Rückseite des hölzernen Rahmens.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001085.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Dahinter befand sich ihr geheimes Fach. Sie langte hinein und zog ein rechteckiges Kästchen aus Rosenholz und Perlmutter vor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001086.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "An der Vorderseite war ein kleines Schloss angebracht. In diesem Kästchen bewahrte sie das Geld auf, das sie mit ihren Handelsgeschäften verdiente.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001087.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Zuerst die 60 Gold-Benduki, die Russa und La La Sierra ihr für die englischen Slipper gezahlt hatten. Inzwischen auch alle weiteren Einnahmen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001088.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass die Frauen seiner allerhöchsten Majestät ihre Füße in englische Babuschen kleideten, wollten auch die Damen wichtiger Hofbeamter, Kaids und Visiere, die neue Mode mitmachen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001089.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Ohne dass Sibylla sich viel darum bemühen musste, wuchs ihr eigenes kleines Handelsgeschäft und ihr vor der Geburt von Thomas Gefaster Entschluss, zum Wohle ihrer Ehe mit dem Handeln aufzuhören, war schnell vergessen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001090.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Russa und Lala Yassira vermittelten ihr viele der Geschäfte und erhielten dafür jeweils eine kleine Gebühr. Mit einem Teil der Einnahmen bezahlte Sybilla Waren, die sie nach London exportierte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001091.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Dank Lala Yassira bekamen sie Kontakte zu Händlern, die Seide, Brokat und Damast in bester Qualität lieferten. Stoffe, die in England sehr begehrt waren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001092.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Auch nicht Benjamin, der ihre Geschäfte ohnehin nur für törichte Spielereien hielt, mit denen sie ihre Mietgift verschleuderte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001094.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sibylla trug das Kästchen zu ihrem Schreibtisch, zog eine dünne Kette, an der ein kleiner Schlüssel hing und ihren Kleid herfuhr, schloss es auf, nahm ein in Leder gebundenes Heft heraus und schlug es auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001095.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Der Händler hatte beteuert, dass die Ware aus Kaschmir stammte. Möge Allah ihn mit Blindheit schlagen, wenn er es wagen sollte, der Inglisier minderwertige Qualität zu liefern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001097.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Sibylla streute Sand über die feuchte Tinte, klappte das Notizbuch zu, legte es wieder in den Kasten und verschloss ihn sorgfältig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001098.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Als sie den Divan wieder an die Wand schob, klingelten die Münzen darin leise, und sie lächelte zufrieden. Wieder hatte sie sich bewiesen, dass sie gute Geschäfte machen konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001099.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Genau wie die Männer. Es klopfte an der Tür und Firial kam herein. Sie hielt ein Tablett, auf dem ein Glas warme Mandelmilch und ein Teller Sesamkonfekt standen und stellte alles auf den flachen Tisch vor dem Divan.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001100.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Bitte, Herrin«, sagte sie und blickte dabei unsicher auf ihre Füße. »Wünschen Sie noch etwas?« »Danke, Fidel. Das war alles«, erwiderte Sybilla freundlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001101.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Die Dienerin entfernte sich eilig. Sibylla sah, dass sie ein neues, buntes Kleid trug, das sie eng um ihre üppigen Hüften gewickelt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001102.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Vermutlich war der Stoff der Lohn für die Nächte, die sie in Benjamins Schlafzimmer verbrachte. Kurz nach Johns Geburt, als Sybilla und Benjamin getrennte Schlafzimmer bezogen hatten, hatte er die Dienerin in sein Bett geholt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001103.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Ihr war schon länger aufgefallen, wie gierig ihr auf Ferials Hinterteil oder ihre üppigen Durste starrte, wenn sie sich weit vorbeugte, um ihm Tee einzugießen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001104.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Nachts hatte sie das verräterische Tappen von Füßen auf den Holzbohlen gehört und das leise Klappen von Türen, und am darauf folgenden Tag war Ferial ihr ausgewichen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001105.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Dabei war Sybilla weder ihr noch ihrem Ehemann böse. Im Gegenteil. Es war ihr ganz recht, wenn Benjamin seine männlichen Gelüste bei der Dienerin auslebte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001106.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Sie hatte die körperliche Seite ihrer Ehe nie geschätzt, und es macht ihr nichts aus, ganz darauf zu verzichten. Die Zeit, dass sie gehofft hatte, sie würden zu einer Familie zusammenwachsen, lag ohnehin lange zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001107.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Nun lässt der Englis sich schon Pferde fliegen. Was kommt als nächstes? Ein fliegendes Schiff?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001108.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Kait Haschash legte zum Schutz gegen die Sonne eine Hand über die Augen und blinzelte das prächtige, fuchsrote Tier an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001109.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Die Bemerkung des K.I. quittierte Benjamin mit einem herzhaften Lachen. »Was als nächstes kommt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001111.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "»Ein fliegender Teppich natürlich, nichts für Ungut, Exzellenz, aber da der Sultan seinen Gästen nur klapprige Maultiere zur Fortbewegung anbietet, musste ich mich selbst um ein ordentliches Pferd kümmern.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001112.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Der Stadthalter warf dem Engländer einen finsteren Blick zu. Eine auffallende Sonnenuhr, Karpfen vom anderen Teil der Welt, Kleidung, gefertigt aus den feinsten Stoffen, und jetzt dieser wundervolle Hengst. Es interessierte ihn brennend, woher der Engländer die Mittel für all diese Reichtümer nahm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001113.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Ich werde einen meiner Spitzel auf ihn ansetzen«, überlegte Haschhasch und betrachtete neidisch das fuchsrote Pferd, das der Seilzug inzwischen auf dem Kai abgesetzt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001114.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Voller Besitzerstolz marschierte Benjamin darauf zu und wollte das Halfter packen. Doch in diesem Moment segelte eine Möwe mit kühnem Schwung über ihnen. »Das Pferd scheute!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001115.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "bäumte sich auf und schlug mit den Vorderhufen in die Luft. »Hey, was hast du denn? Ruhig!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001116.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Benjamin sprang zurück. Sein hoher Zylinder, der ihn unter den kleinen arabischen Männern lang und dünn wie ein Schilfrohr wirken ließ, fiel herunter. Der Kait lag...", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001117.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
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{"text": "Aber Benjamin hörte ihn nicht. Er jagte seinem Zylinder nach, den der Wind über den Kai trieb. Der Stadthalter trat langsam auf das Pferd zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001119.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
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{"text": "Er würde dem prächtigen Tier einige seiner Stuten zuführen, und er würde ihn reiten, ohne dass der Engliese davon erfuhr, natürlich. Der ritt ohnehin nicht besser als ein Affe auf einem Kamel und wollte mit diesem Tier nur protzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001121.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
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{"text": "Benjamin rückte seinen Zylinder zurecht und erwiderte geschmeichelt, »Er stammt aus der Zucht von Earl Godolphin und hat in England manches wichtige Rennen gewonnen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001126.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Ich wette hundert Pfund, dass er jedes ihrer kleinen Arabe Pferde hinter sich lässt.« Die Augen des Kaids funkelten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001127.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
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{"text": "»Sie scherzen«, rief Benjamin, »auf meinem englischen Hengst würde sogar mein dreieriger Sohn als erster ins Ziel kommen.« Wütend blickte der Kait die Zähne.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001129.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Bevor Sie sich auf diesen Hengst setzen, werden Sie erst einmal die Einfuhrsteuer für ihn bezahlen, sonst sehe ich mich gezwungen, ihn zu beschlagnahmen.« Benjamin schluckte eine hitzige Erwiderung hinunter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001130.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
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{"text": "Es kann ja auch nicht gesund sein, den ganzen Tag auf die elementarsten Bedürfnisse verzichten zu müssen und sich nach Sonnenuntergang den Bauch vollzuschlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001132.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Kein Wunder, wenn sie am Morgen mit einem verdorbenen Magen und schlechter Laune aufwachen. Er starrte dem Kaid, der gruselos davonstapfte, hinterher.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001133.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Dieses Mal also ein edles Rennpferd, das Sie dem Araber vor die Nase setzen. Hat Ihnen niemand gesagt, dass es ziemlich dumm ist, die Backen so aufzublasen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001134.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "raunte eine Stimme hinter Benjamin. Erschrocken fuhr diese herum. »Brown! Um Himmels Willen, ich habe sie gar nicht bemerkt. Müssen sie sich so anschleichen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001135.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Der Kapitän der Queen Charlotte grinste. Benjamin sah seine verfaulten Zahnstümpfe und verzog angewidert das Gesicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001136.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "In seinem dunklen Gehrock, mit den strähnigen, grau durchzogenen Haaren und stechenden, dunklen Augen, wirkte Brown wie eine verschlagene Krähe.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001137.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "»Wir sollten jetzt gehen«, stellt ihr unbeeindruckt fest. »Oder haben Sie vergessen, dass wir mit dem alten Juden verabredet sind?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001138.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "War übrigens eine verteufelte Tour, aber mehr dazu bei Toledano.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001139.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "André Rostand legte beide Hände auf die steinernen Mauerreste, die einzeln Glockenturm einer kleinen Kirche gebildet hatten, erbaut von Portugiesen, die ja vor 300 Jahren einen Handelsposten gegründet hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001140.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Sie war längst verlassen und ihre halb verfallenen Mauern drückten sich an die Westbastion.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001141.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Einst hatte man von dem Lehmziegelboden in das Gebälk mit der Glocke geblickt, doch Dachstuhl und Glocke waren verschwunden, und André genoss den weiten Blick über den Atlantik.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001142.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Nach morgendlichem Dunst zerrissen am Nachmittag endlich die Wolkenschleier. Weit im Südwesten wurde die fahlgoldene Dezember-Sonne sichtbar und überzog das Wasser wie mit funkelndem Diamantstaub.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001143.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Im Norden wechselte die Färbung der Wellen von Tintenblau zu Steingrau. Auf den Wellen der Brandung tanzten weiße Schaumkronen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001144.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Es war Ebbe. Das Meer zog sich langsam zurück, legte die Wracks von Fischerbooten frei, die auf den tückischen Felsnadeln vor der Hafeneinfahrt auf Grund gelaufen waren, ließ Muscheln, Treibholz und einen immer breiter werdenden, welligen Abdruck auf dem nassen Sand zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001145.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Immer wenn André in Mogadot zu tun hatte, kam er an diesen Ort abseits des Hafens, der mit seinem Lärm und geschäftigen Treiben hinter einer vorspringenden Landzunge lag.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001146.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Er beobachtete zwei Dreimaster, einen mit der rot-grünen Flagge Portugas am Heck, den anderen mit der französischen Tricolore.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001147.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sie hatten die Landzunge umrundet und nahmen nun mit geblähten Segeln Kurs aufs offene Meer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001148.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Wenn er hier oben auf der Ruine der alten Kirche stand und dem Kreischen der Möwen, dem Raunen des Windes und dem ewigen Rauschen des Wassers lauschte, stellte er sich vor, wie die Segler ihre Fracht in jeden Winkel der Erde trugen, um dort die exotischen Waren ferner Länder an Bord zu nehmen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001149.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Die Vorstellung, dass die Seefahrt die Kontinente der Welt miteinander verbannt, faszinierte ihn. Vor Jahren, während seiner kurzen Zeit als Matrose, hatte er das noch nicht so gesehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001150.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Er hatte Brutalität erlebt, Grausamkeit, bedrückende Enge und drakonische Strafen. Sobald sein Schiff den Heimathafen in Nordfrankreich erreicht hatte, war er davongelaufen, zur Armee.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001151.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Johlendes Kinderlachen ertönte unterhalb der Mauern. Dann rief die vorwurfsvolle Stimme eines kleinen Jungen auf Englisch, »Mami, du machst alles falsch. Er fällt immer runter.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001152.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "André beugte sich neugierig über die Brüstung. Direkt unter ihm hüpften ein halbes Dutzend Araberjungen auf und ab und schrie etwas von dummen Ungläubigen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001153.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Etwas entfernt standen zwei kleine, blond gelockte Jungen im Sand. Der Jüngere tanzte aufgeregt um den Älteren und versuchte vergeblich eine Schnur zu erhaschen, die dieser umklammerte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001154.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Am entgegengesetzten Ende der Schnur war ein rautenförmiger Drache aus rotem und gelbem Pergamentpapier befestigt, den eine Frau in der Hand hielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001155.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Freude durchzuckte André, als er sie erkannte. Der Wind hatte goldblonde Strähnen aus ihrem langen, geflochtenen Zopf gerissen und spielte mit dem Saum ihres Kaftans.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001156.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Sie sprang in die Höhe und warf den Drachen empor und er registrierte grinsend ihre nackten Füße.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001157.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Der Papiertrache trudelte ein paar Sekunden hilflos in der Luft, sackte dann ab und stürzte zu Boden, begleitet von johlenden Pfiffen der Araberjungen. »Nein, Mami!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001158.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Andrées Blick wanderte von dem Drachen zu der Frau. Sie kniete vor ihrem verzweifelten Sohn im Sand und versuchte, seine Tränen mit einem Taschentuch zu trocknen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001160.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Aber Tom verschränkte beide Arme vor dem Körper und drehte seiner Mutter den Rücken zu. Offensichtlich gab er ihr die Schuld, dass der Drache nicht flog. André hatte längst erfasst, wo das Problem lag.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001161.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Nicht umsonst hatte er, der Bauernsohn aus dem südfranzösischen Gousse, während seiner Kindheit zahllose selbstgebaute Drachen auf den windigen Hochebenen seiner Heimat in die Lüfte geschickt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001162.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Sibylla und ihre Jungs brauchten jetzt zweifellos jemanden wie ihn, der etwas vom Drachensteigen verstand. Er stieß sich von der rauen Turmmauer ab und eilte beschwingten Schrittes durch einen schmalen Durchlass in der Mauer zum Strand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001163.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Aber er wartete schon lange auf eine Gelegenheit, Sybilla Hopkins einmal ohne Ehemann, Dienstboten oder ihre Freundin Mrs. Wilshire zu treffen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001164.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Nun hatte Le Bon Dieu ihm diese Gelegenheit geschenkt, und wer wusste schon, wann es ihm beliebte, das wiederzutun.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001165.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Kapitel 10 Monsieur Rostrand, was für eine Überraschung! Sybilla strich sich die zerzausten Haarsträhnen glatt, aber der Wind wirbelte sie sofort wieder durcheinander.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001166.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Entzückt registrierte er, dass sie errötete und versuchte, ihre nackten Füße vor ihm im Sand zu verstecken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001167.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Er hatte sie schon damals vor über drei Jahren bemerkenswert gefunden, als in Marrakesch vor dem Sultan gestanden hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001168.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Groß und schlank, hellhaarig und hellhäutig, fiel sie in diesem Land auf wie ein Regenbogen über der Wüste, ihn jedoch fesselte besonders ihr Gesicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001169.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Nur auf den ersten Blick glich es einer zarten Rose. Wer sie genauer betrachtete, so wie er, bemerkte den eigensinnigen Zug um den Mund und ihre wachen, klugen Augen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001170.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Diese Frau interessierte sich für das, was um sie vorging, und wollte den Kern der Dinge erfassen. Er verstand sofort, warum man sie die Frau mit dem Löwenhaar nannte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001171.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Nicht wegen der Farbe des Haares, sondern wegen der Willensstärke, die sie ausstrahlte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001172.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Was sonst hätte eine Hochschwangere bewegt, die anstrengende Reise von Morgador nach Marrakesch anzutreten? Sein Freund, Udad Bin Asiki, Scheich der Chitma-Berber, hatte zwar versucht, seine Begeisterung zu tämpfen und gewarnt, »Wo ein großer Schatz liegt, da wartet auch eine große Schlange.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001173.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Damit hatte er gemeint, dass Sibylla eine verheiratete Frau und Mutter war, aber das trübte Andrés Faszination nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001174.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Auch jetzt fühlt er wieder diese unsinnige Freude, sie zu sehen. »Bonjour, Madame Hopkins«, erstreckte ihr die Rechte hin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001175.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Ich wollte sie nicht erschrecken, aber es sah aus, als würden ein paar Jungs hier Rat und Hilfe brauchen. Er zwinkerte Tom zu, der sich verlegen die Tränen aus dem Gesicht wischte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001176.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Ich fürchte, das stimmt«, bestätigte Sybilla. »Benjamin hat den Kindern den Drachen gebaut, aber er will einfach nicht fliegen. Und da er zu tun hat, kann ich ihn nicht fragen, woran es liegt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001177.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "John hatte Horstrand ebenfalls entdeckt, ließ die Schnur fallen und wackelte auf seinen kurzen Beinen neugierig näher. André beugte sich zu den Kindern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001178.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "»Ihr seid Tom und John, nicht wahr?« »Ich zeige euch jetzt, was ihr tun müsst, damit euer Drache fliegt. Einverstanden?« Die Brüder nickten einträchtig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001179.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Bon alors, Gassens«, sagte André, »alles hört auf mein Kommando.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001180.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Jong, du holst den Drachen. Tom und ich schneiden inzwischen ein Stück von der Schnur ab. Und ihr kleinen Harami«, er wandte sich an die Araberjungen, die das Geschehen neugierig verfolgten, »holt mir einen Arm voll von dem Halfergras, das an der Festungsmauer wächst.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001181.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Sibylla hatte inzwischen ihre Schuhe angezogen und versuchte mit den Fingern etwas Ordnung in ihr Haar zu bringen. Dabei hörte sie, wie Rostron der Kindergruppe erklärte, wie man aus Grasbüscheln, die man in regelmäßigen Abständen in einem Stück Schnurr verknotete, einen Brachenschwanz baute.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001183.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "In seiner schwarzen Jacke, dem langen, mit einer Scherpe in der Taille gegürteten Hemd und den weiten Hosen, den ledernen Stiefeln steckten, sah er sehr gut aus. Und erinnerte sie ein wenig an den osmanischen Offizier, den sie bei einer Einladung in Konsul Wilshirs Haus getroffen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001184.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Ein Drache braucht einen Drachenschwanz. Der verhindert nämlich, dass er um die eigene Achse todelt und abstürzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001185.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Erklärte André den Kindern. Er drehte den Drachen um, sodass das Kreuz, das Benjamin aus dünnen Holzstäben gebaut hatte, oben lag, und verkürzte die daran befestigte Schnur ein wenig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001186.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Die Schnur heißt Waageschnur, weil sie den Drachen im Gleichgewicht hält«, fuhr er fort. »Jetzt müssen wir nur noch den Schwanz an den Drachen knoten, und dann sollt ihr mal sehen, wie großartig er fliegt.« »Bom«, er stand auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001187.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Versprecht ihr mir, dass ihr nicht streitet und euch beim Halten der Schnur abwechselt?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001188.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Die Jungen standen gerade wie die Zinnsoldaten und nickten ernst. André rechte Tom die Leine, winkte einen der Araberjungen heran und gab ihm den Drachen. »Wie heißt du, mein Junge?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001189.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "»Sabri bin Abdul bin Ibrahim bin Ridwan bin Nureddin Al-Mogadori«, antwortete der Kleine stolz. »Aber du darfst Sabri sagen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001190.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Es ist mir eine Ehre, Sabri. Dieser Junge hier ist Tom Hopkins. Ihr beide bringt den Drachen jetzt zum Fliegen. Du nimmst ihn und läufst damit los. So schnell du kannst. Und Tom hält die Leine. Wenn ich rufe, wirfst du den Drachen so hoch du kannst.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001191.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Der Junge nickte ernst. Dann wetzte er den Strand entlang, sodass der Sand hinter ihm emporstob. »Jetzt!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001192.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "rief André. Die Leine straffte sich in Toms Fäusten und der bunte Drache stieg, begleitet vom Jubel der Kinder in den blauen Himmel. »Passt auf, dass er euch nicht ins Wasser fällt!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001193.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "warnte er. Dann ging er zu Sybilla, die ebenfalls Bravo gerufen und in die Hände geklatscht hatte, legte ein Hand über sein Herz und machte zur Belustigung der Kinder eine übertriebene Verbeugung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001194.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Jetzt hätten wir Zeit, um ein wenig zu plaudern.« »Gut. Warum nicht?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001195.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Erwiderte sie.« Der Wind riss an Roustons kurzgeschnittenem schwarzen Haar, und sie ertappte sich bei dem Gedanken, dass sie jetzt gern mit ihren Händen dieses Haar zerwühlen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001196.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Wieder errötete sie. »Was ist denn in dich gefahren?« schalt sie sich. »Mit solchen überflüssigen Fantasien machst du dich doch nur unglücklich.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001197.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Aber sie konnte nicht verhindern, dass ihr Herz heftig schlug. Sie fühlte sich hingezogen zu diesem Franzosen mit seiner sonnenverbrannten Haut, den Lachfältchen um die dunklen Augen und dem welligen schwarzen Haar, das im Moment in alle Richtungen stand, auch wenn solche Gefühle überhaupt keinen Sinn hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001198.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Über die vergangenen drei Jahre war der Kontakt zu Rostand nie ganz abgerissen. Sie hat ihn auf dem Neujahrsempfängen der europäischen Konsulate getroffen und hin und wieder auf dem Souk, wo er im Frühling und Sommer die Orangerente der Chitma, im Herbst Datteln und im Winter Safran und Oliven verkaufte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001199.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Sie waren nie allein, immer waren andere Menschen um sie herum gewesen, doch sie konnte sich an jede einzelne dieser Begegnungen genau erinnern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001200.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Für sie war Rostan ein ganz besonderer Mensch, einer, mit dem sie sich tief verbunden fühlte, seit er auf dem Rückweg von Marrakesch vor mehr als drei Jahren geholfen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001201.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Der Wind trug Gesangsfetzen an ihr Ohr. Der Murzin rief zum »Azr«, zum Nachmittagsgebet. André zog seine Jacke aus und legte sie in den Sand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001202.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Bitte«, er lächelte Sibylla zu. »Nehmen Sie Platz«. Er selbst setzte sich neben sie auf den Boden. Dann öffnete er die Papiertüte, die er zuvor aus einer Jackentasche genommen hatte, und hielt sie ihr hin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001203.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Mögen Sie geröstete Pistazien?« »Und wie?« Sie langt in die Tüte. »Ich liebe die marokkanische Küche. All diese Knappereien und die köstlichen Süßspeisen, in England gibt es das nicht.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001204.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
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{"text": "Und es machte ihn auf eine Weise glücklich, die er nicht kannte. Gern hätte er Sibylla erzählt, dass er ihren Körper, der durch die Schwangerschaften voller und weicher geworden war, betören fand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001206.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "und dass die Weiblichkeit, die ihr Gesicht ausstrahlte, seit sie Mutter geworden war, sie in seinen Augen zur schönsten Frau überhaupt machte. Aber das war natürlich nicht möglich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001207.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Es würde nie möglich sein, denn sie gehörte Hopkins. Warum auch immer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001208.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Er hatte sich schon oft gefragt, warum gerade dieser Mann, der sich durch sein tölpelhaftes und großspuriges Auftreten bei den Marokkanern unbeliebt gemacht hatte, eine so außergewöhnliche Frau bekommen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001209.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Monsieur Roustan«, sprach sie ihn leise an, und an der Art, wie sie ihn ansah, merkte er, dass sie etwas zu ihm gesagt haben musste. Er räusperte sich. »Entschuldigen Sie, es ist unhöflich, aber ich habe nicht zugehört.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001210.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Ich habe sie gefragt, was sie heute nach Mogador geführt hat. Hatten sie auf dem Zug zu tun? Ich bin selbst oft dort. Es ist ein wundervoller Ort, nicht wahr?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001211.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "All diese Eindrücke, diese Gerüche und Geräusche. In der einen Gasse duftet es nach Seifen und Parfums, in der nächsten stapeln sich Teppiche aus Persien und Seide aus Indien und in der übernächsten hängen Kamelköpfe neben frisch gehäuteten Hammeln. Es ist einfach unglaublich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001212.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Er riss sich von ihren tiefblauen Augen los, die vor Begeisterung leuchteten, und antwortete, »Sie haben recht. Ich war auf dem Zug.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001213.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Ich habe den Safran verkauft, den wir im November geerntet haben. Der Händler hat schon darauf gewartet, ebenso die Kaufleute hier. Aber zuerst habe ich natürlich den Leibkoch des Sultans beliefert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001214.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Das rote Gold Marokkos«, sagte Sybilla lächelnd, »so nennt mein Vater es.« »Weil es das teuerste Gewürz der Welt ist«, warf André ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001215.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Normalerweise ist das ein Geheimnis, aber die Ritma haben mir beigebracht, wie man ihn kultiviert. Und wie kommen ausgerechnet Sie, ein Europäer, zu dieser Ehre?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001216.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Ich habe zwischen den Khidmashays und dem Sultan vermittelt und so geholfen, eine Fede beizulegen. Zum Dank haben sie ihr kostbares Wissen um den Safrananbau mit mir geteilt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001217.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Die Fede zwischen ihnen und den Alawiden ging nämlich über Jahrhunderte und brachte ihr Volk an den Rand des Untergangs. Jetzt zahlten sie lieber die U-Schur, die Steuer und Ernteeinträge an ihn, als nach seinem Ton zu gehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001218.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Vielleicht werden Sie den Safran Dier Chitma eines Tages an uns verkaufen.« »Das würde ich, aber Ihr Gatte will ihn nicht haben. Er sagt, die Exportsteuern seien ihm zu hoch und er habe genug andere Waren, die er billiger ausführen könne.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001219.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Sybilla blickte ihm fest in die Augen. »Wenn Sie mit mir verhandelt hätten, hätten wir eine Lösung gefunden, die für alle befriedigend ist.« Er lächelte verschmitzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001220.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Das glaube ich Ihnen aufs Wort. Eines Tages, spätestens wenn ich meinen eigenen Safran anbaue, komme ich darauf zurück.« Anfangs hatte Benjamin es sehr schwer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001221.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Einemann«, erzählte Sybilla, denn sie hatte das Gefühl, sich für ihren Mann entschuldigen zu müssen. Aber kurz nach Thomas' Geburt kamen die Geschäfte in Schwung. Inzwischen hat er so viel zu tun, dass ich ihn kaum noch zu Gesicht bekomme.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001222.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Sie blickte zu den Kindern. Der kleine Sapri hielt jetzt die Leine, aber John zupft ihn bereits ungeduldig am Krafthang.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001223.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Stimmt es, dass Sultan Abderrahman oft ihren Rat sucht? Wir anderen Europäer sind für ihn nur Ungläubige.« André lachte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001225.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Nun, vermutlich schätzt er mich, weil ich ihn beim Schach gewinnen lasse. Nein, im Ernst, Abderrahman hält Napoleon für den größten Feldherrn aller Zeiten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001226.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Und ich war Major bei den Chasseurs d'Afrique, wenn auch nicht unter Napoleon. Ich bin erst 1823, einige Jahre nach seinem Tod, in die Armee eingetreten. Und ob der Sultan mir wirklich vertraut, weiß ich nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001227.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "In Algerien haben die Berber unter ihrem Anführer Abdelkader wieder einmal den Schiad,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001228.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "um herauszufinden, ob ich wieder mit der Armee meiner alten Heimat gegen die wahren Gläubigen in den Krieg ziehen werde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001229.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Und? Werden sie?« Sybillers Herz schlug unwillkürlich schneller bei dem Gedanken, dass Rostand vielleicht bald weit weg in Algerien kämpfen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001230.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Mon Dieu, nein!« André knüllte die leere Pistazientüte zu einem Ball. »Ich habe meinen Abschied längst genommen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001231.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Wenn ich könnte, würde ich mir ein Stück Land kaufen und meinen eigenen Safran anbauen. Leider gestattet der Sultan Christen nicht, in Marokko Grund und Boden zu erwerben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001232.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Sybilla musterte ihn neugierig. War jetzt der passende Moment gekommen, um ihn zu fragen, ob er auf diesem Land mit einer Frau leben wollte?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001233.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Oder ob er vielleicht sogar schon eine Frau hatte? Am Strand erhob sich wüstes Geschrei. John lag auf dem Bauch im Sand und heulte aus Leibeskräften. Tom hatte einen der Araberjungen am Kafdan gepackt und kreischte auf Arabisch. »Lass dich nur los, du Hundesohn, oder der Djinn wird dich verfluchen!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001234.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Gefolgt von André lief sie zu den Kindern. John hatte sich inzwischen hochgerappelt und sie nahm ihn auf den Arm. Der Kleine war in ein Büschel Grasnelken gefallen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001235.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Die klettenartigen Blüten klebten überall an seiner Kleidung und in seinem Haar. Roustan war inzwischen bei den beiden Streithinnen angekommen. Der Araberjunge zog ein bitterböses Gesicht, während der Franzose mit strenger Miene auf ihn einredete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001236.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Schließlich gab er Tom die Drachenschnur mit gesenktem Kopf zurück. »Wie haben Sie nur so schnell für Ruhe gesorgt?« fragte Sibylla, als sie wieder im Sand saßen und den jetzt einträchtig spielenden Kindern zusahen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001237.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Ich habe ihm gedroht, dass ich die Geister der christlichen Sklaven freilassen würde, die beim Bau der Festung hier eingemauert würden, damit sie ihn jagen«, antwortete André grinsend.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001238.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Was sagen Sie da? Eingemauerte Menschen? Und damit machen Sie auch noch Kindern Angst? Das ist nicht Ihr Ernst!« Sibylla erschauderte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001239.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Ist es auch nicht. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob dieses Ammenmärchen überhaupt wahr ist. In Wirklichkeit habe ich den Jungen gefragt, ob er so schwach ist, dass er einem Kleineren etwas wegnehmen muss.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001240.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "»Eines ist mir allerdings doch aufgefallen«, fuhr André fort und musterte sie mit gespielt strenger Miene. »Thomas kann beängstigend gut auf Arabisch fluchen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001241.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Sibylla wirkte verlegen. »Vielleicht hat er es beim Spielen oder von den Dienstboten aufgeschnappt. Es hat auch Nachteile, die Kinder die Landessprache lernen zu lassen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001242.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Daraus schließe ich, dass Sie länger in Marokko bleiben wollen. Sie lachte. »Tatsächlich zieht mich erstaunlich wenig zurück nach London. Und Sie?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001243.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "fragte sie weiter. »Was hält sie in diesem Land? Ist das eine Frau?« Das letzte war ja einfach so herausgerutscht. »Verzeihen Sie meine Neugier,« murmelte sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001244.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Oh, da gibt es nichts zu verzeihen«, versicherte er rasch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001245.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "In der Tat hatte sie ihn mit diesen vier kleinen Worten zum glücklichsten Mann Marokkos gemacht, denn es zeigte ihm, dass sie sich für ihn interessierte, vielleicht sogar eifersüchtig auf eine Gefährtin war, die sein Leben teilte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001246.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Wenn es eine Frau gibt, die mich erhält«, dachte er, »dann bist du das, Sibylla Hopkins, auch wenn ich gerade wegen dir dieses Land so schnell wie möglich verlassen sollte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001247.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Denn was würden wir je haben, außer gestohlene Augenblicke?« Laut aber sagte er, »Ich nehme an, Sie fragen sich, ob ich mir eine Frau bei den Ritma genommen habe.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001248.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Und die Antwort lautet, »Nein, das habe ich nicht.« Er registrierte erfreut, wie der angespannte Ausdruck auf ihrem Gesicht sich löste, legte eine kleine Pause an und ergänzte spitzbübisch, »Allerdings konnte man sagen, dass eine Riedma-Frau mich zu ihrem Mann genommen hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001249.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Oh, wirklich!« Sie konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. »Diese Berber Frauen scheinen recht freie Sitten zu pflegen«, setzte sie ein wenig schnippisch hinzu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001250.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Nein«, widersprach André ernst, »das stimmt keineswegs. Sie sind einfach nur anders als Europäerinnen und Araberinnen. Bei den Berbervölkern stehen die Frauen in hohem Ansehen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001251.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Sie sind stark und frei und treffen ihre eigenen Entscheidungen. Es gibt sogar berühmte Kriegerinnen unter ihnen. Haben Sie je von Al-Kahina, der Zauberin, gehört?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001252.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Sie muss eine überaus faszinierende Frau gewesen sein, eine wahre Amazone«, äußerte Sybilla leise.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001253.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Wie behütet und ereignislos verlief dagegen ihr eigenes Dasein, obwohl sie es geschafft hatte, der strengen Aufsicht ihres Vaters zu entfliehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001254.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Rostand hingegen hatte bei den Berbern eine Frau geheiratet, die vermutlich eine zweite Al-Kachina war, eine Vorstellung, bei der ihre Stimmung spürbar sank.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001255.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "»Warum begleitet Ihre Frau Sie eigentlich nie nach Mogador? Wollen Sie sie uns Ausländern nicht vorstellen?« Sie biss sich auf die Lippen. So ungerecht und verärgert wollte sie gar nicht klingen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001256.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Sibylla«, sagte André leise, und sie errötete, denn es war das erste Mal, dass er sie beim Vornamen nannte. »Ich bin mit dieser Frau nicht mehr verheiratet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001257.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Sie ist vor einigen Monaten zu ihrer ältesten Tochter gezogen, die einen Mann aus dem Riffgebirge geheiratet hat. Sie will ihr helfen, einen Hausstand aufzubauen. Deshalb hat sie mich gebeten, der Auflösung unserer Verbindung zuzustimmen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001258.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Sie kann sich scheiden lassen? Einfach so? Weil sie es will?« Für Sibylla klang das höchst fragwürdig. André nickte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001259.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Idri war Witwe, als ich ihr auf einem Stammestreffen begegnet bin. Als Witwe hat sie das Recht, sich alle weiteren Gefährten selbst zu wählen, ohne die Zustimmung irgendeines Mannes, und genauso hat sie das Recht, sich auch wieder von ihnen zu trennen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001260.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Wie ungewöhnlich!«, wunderte Sybilla sich. Sie schaute angestrengt auf das Blütenmuster ihres Kaftans und versuchte jenen Gedanken zu unterdrücken, der sich in ihrem Kopf festgesetzt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001261.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
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{"text": "»Jetzt fliegt er nach Mekka, wie die Störche«, stellte Sabri fest, als der Drache nur noch einen winzigen Punkt ausmachte, der auf das endlose Meer hinaustrieb. Er lächelte Tom zu, dann rannte er mit den anderen Araberjungen davon. John und Tom liefen zu ihrer Mutter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001265.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "»Mami?« fragte Tom und schmiegte sich an sie. »Fliegt der Drache wirklich nach Mekka, wie die Störche?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001266.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Wer hat dir denn das erzählt?« kam es erstaunt von Sybilla. »Sabri.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001267.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Und diese Süßigkeit reichen dir in Lies, um die Geburt ihres allerhöchsten Propheten zu feiern?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001268.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Lala Yassirazmine straft ihr höfliches Loblügen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001269.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Sie sind zu gütig, Urussa«, gab Sybilla zurück und legte ihren angebissenen Keks zurück auf ihren Teller. »Aber ich wollte Ihnen nur ein kleines Geschenk machen, das man in meiner Heimat mit dem Weihnachtsfest verbindet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001270.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Wären sie jetzt gern dort und würden mit ihrer Familie das Fest der Geburt des Propheten feiern, den sie Christus nennen? Russa musterte ihren Gast mitfüllend.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001271.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Mehr als drei Jahre kannte sie die Inglisja nun. Eine lange Zeit, in der die Christin nicht nur eine verlässliche Geschäftspartnerin geworden war. Sie mochte die Frau mit dem Löwenhaar fast wie eine eigene Tochter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001272.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Sybilla blickte zu den vielen Kindern des K.I.s, die auf dem Rasen spielten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001273.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Ich habe doch meine Familie hier in Mogadur«, antwortete Sibylla. »Ich bin glücklich.« »Vielleicht wird Ihre Familie bald noch größer, Saida Sibylla. Sie können Esaid noch viele Kinder schenken«, warf Wachida ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001274.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Als Sybilla die schöne abyssinische Favoritin des K.I. zum ersten Mal getroffen hatte, hatte diese ihrem Herrn bereits zwei Söhne geboren. In den letzten drei Jahren waren noch zwei Töchter hinzugekommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001275.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
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{"text": "»Es musste lange her sein, dass die Inglisja und ihr Mann das Lager miteinander geteilt hatten. Ihr jüngstes Kind war schließlich schon zwei Jahre alt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001278.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Aber wenn sie ihrem Gemahl speisen wie dieses Ingwergebäck servierte, war es kein Wunder, wenn ihr Liebesleben trocken und ihr Schoß leer blieb.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001279.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Vachida kannte eine Menge Geheimnisse, wie eine Frau ein Mann an sich band. Sie wusste, wie berauschende Düfte wirkten und welche Zutaten eine Speise nicht nur schmackhaft machten, sondern auch das Feuer in einem Mann entfachten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001280.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Frauennabel zum Beispiel, ein saftiges, zu einem Kringel geformtes Backwerk mit einem koketten Sahneklecks in der Mitte oder die Lippen der Schönheit, die süßer schmeckten als ein Kuss.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001281.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
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{"text": "»Oder scherte die schöne blonde Inglise sich so wenig um ihren Gemahl, weil sie sich längst einen Geliebten genommen hatte?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001283.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Der heutige Tag war besonders gut geeignet, um das herauszufinden. Denn heute feierten die Muslime das Ende des Ramadan. Gestern hatte der Muezzin das Erscheinen der silbernen Mondsichel verkündet, die den Monat Shavah einleitete und damit das Ende der Entbehrungen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001284.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "30 Tage hatten die muslimischen Ehefrauen des Kaids gefastet und gebetet, Allah gedacht, ihre Toten geehrt und Almosen gespendet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001285.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Zum Lohn hatte der Prophet ihnen in seiner unendlichen Weisheit ein Fest geschenkt. Aid al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001286.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Als Sybilla kurz nach dem Mittagsgebet den Garten des Harems betreten hatte, herrschte dort bereits ausgelassene Stimmung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001287.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Jetzt lagerte sie zwischen den beiden wichtigsten Damen des Harems und Kaid Haschhasch's Lieblingskunkubine Wachida auf", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001288.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Eine Sklavin hatte ihr Täubchenpastete und Dattelraguut serviert, Lamm in Granatapfelsauce und Schwertfisch, der in frische Minzeblätter gewickelt war. Dazu trank sie nach Zimt und Kardamon duftenden Tee und als Dessert brachte eine Dienerin Apfelsorbet mit kandierten Rosenblüten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001289.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Wahrhaftig«, dachte Sybilla, während sie sich eine Köstlichkeit nach der anderen auf der Zunge zergehen ließ, »bei diesem Essen ist es kein Wunder, dass die Frauen englische Ingwerkekse langweilig finden.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001290.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
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{"text": "Sie unterdrückte ein Seufzen, nahm eine reife, dunkelblaue Pflaume von der Obstplatte, die vorher auf einem flachen Tischchen stand, und schob sie sich in den Mund.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001295.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
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{"text": "Sibyllas Wangen wurden heiß. Sie wusste, dass die Frauen im Harem anzügliche Unterhaltungen liebten. Russa achtete zwar darauf, dass es nie zu ungesittet, sündig oder grob zuging, aber bei einem Fest wie heute durften sie über die Stränge schlagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001299.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Außerdem war die Mutter des Kaids nach dem reichlichen Mahl in ihrem Sessel eingenickt und hörte ohnehin nichts von der Unterhaltung. Er rötet die Frau mit dem Löwenhaar nicht wie ein Mädchen vor der ersten Liebesnacht?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001300.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "neckte Wachida weiter. Dabei hat der Inglisi ihre Rosenknospe doch geöffnet und ihr zwei starke kleine Rosenstämme geschenkt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001301.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
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{"text": "In dieser Art von Konversation war sie vollkommen unbeübt. Vorsichtig blickte sie zu Lala Yassira. Die erste Frau des Kaids hielt ein Zipfel ihres Schleiers vor den Mund und gluckste leise.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001303.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
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{"text": "Zur Feier des Aid al-Fidr hatte Russer fahrendes Volk engagiert. Zehn Frauen und einen blinden Mann, die musizierten, tanzten und aufreizende Lieder sangen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001310.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Sibylla gesellte sich zu einer Gruppe Frauen, die im Halbkreis um das Podest standen, fröhlich mitsangen und im Takt kleine Kupferzimbeln schlugen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001311.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Drei junge Konkubinen drängten sich mit wippenden Hüften an Sibylla vorbei auf den blinden Musiker zu, der die Al-Rhababa zupfte, die einseitige Geige.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001312.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
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{"text": "Nicht nur Sibylla fuhr erschrocken zusammen. Die Frauen unterbrachen ihre Unterhaltungen, die Kinder ihr Spiel, die Musikerinnen ihre Darbietung. Russa fuhr aus ihrem Sessel hoch und sah sich verwirrt um.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001316.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Das sind Gewehrschüsse. Sie kommen vom Strand«, rief eine der Frauen. »Lasst uns aufs Dach gehen. Von dort können wir den Strand sehen«, schlug eine andere vor. Alle eilten zu der Steintreppe, die nicht nur den Garten mit den Gemächern des Harems verbannt, sondern auch auf das Flachtag des Stadthalterpalastes führte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001317.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Während die Frauen die Stufe hinaufliefen, zogen sie ihre Schleier über Haar und Gesicht, sodass sie von Weitem aussahen wie eine bunte Schar Paradiesvögel.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001318.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Zum Schluss folgten Sybilla, Dlala, Yassira sowie Fahida und Urusa,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001319.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Was für ein Lärm«, sagte die Mutter des K.I.s beunruhigt, »hoffentlich ist dort unten nichts passiert.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001320.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "»Ich glaube, ich weiß, warum Sie schießen«, warf Sybilla ein. »Mein Mann hat mir heute Morgen gesagt, dass er am Nachmittag zum Strand muss, weil seine Exzellenz Gewehre ausprobieren will, die er für seine Majestät bestellt hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001321.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Wumm, wumm«, tönte es wie zur Bestätigung. Wenig später stand Sybilla zwischen den anderen Frauen und Kindern an der Brüstung des Flachtdachs und spähte über die Stadtmauer hinweg zum Strand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001322.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Dort unten bot sich ein aufregendes Schauspiel. Zehn Männer in wehendem Burnus, unter ihnen der Kaid, galoppierten über den Sand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001323.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "»Haben Sie Melonen aufgehängt?« fragte Russa neben Sibylla und blinzelte kurzsichtig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001324.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Ich glaube eher, dass das mit Wasser gefüllte Tiermelgen sind, vielleicht auch Tierblasen, die sie als Zielscheiben benutzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001325.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "antwortete Sibylla. »Schauen Sie nur, unter dem Gerüst ist der Sand nass. Man kann sogar die zerfetzten Überreste der Ballons erkennen.« Dann entdeckte sie Benjamin. »Dort unten ist mein Gatte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001326.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Sagte sie.« Benjamin saß auf seinem fuchsroten Hengst in sicherer Entfernung vom Gerüst und den Arabern mit ihren Gewehren. Er selbst trug kein Gewehr. Sein Tier tänzelte unruhig auf der Stelle, und er hatte alle Hände voll zu tun, um es zu bändigen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001327.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "»Tragen die englischen Männer so einen Anzug, wenn sie in die Schlacht reiten?«, fragte Lala Yassira und musterte Benjamins Zylinder, seine wippenden Frackschöße und kniehohen ledernen Stiefel interessiert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001328.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Sybilla schüttelte den Kopf. »Die Kavallerie trägt Uniform. Wenn Sie wünschen, lasse ich Ihnen aus England ein Bild unserer Palastwache in London schicken. Mein Mann trägt den Reitanzug eines Zivilisten, eines Gentleman, wie wir in England sagen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001329.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Bachida blickte durch die Öffnung in ihrem Schleier ebenfalls zu Benjamin. Sie hatte schon lange gerätselt, wie der Gemahl von Saidas Sybilla aussah, und war ein wenig enttäuscht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001330.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er war lang und dünn wie Schilfgras, gewiß nicht kraftvoll und ausdauernd genug, um einer Frau, die die Stärke der Löwin in sich trug, gewachsen zu sein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001331.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Die Inglise tat ihr leid, wenn sie daran dachte, wie unbefriedigend die Liebe mit ihrem Gatten sein musste. Sie zog ihren Schleier ein Stückchen herunter und beugte sich zu Sibyllas Ohr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001332.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Wenn ihr Gemahl sie ruft, dann nehmen sie einen Becher Wein mit, den sie mit einer Prise Safran würzen. Das stärkt seine Lenden und macht ihn hungrig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001333.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Doch Sybilla hatte nicht zugehört. Wie gebannt schaute sie auf den Strand. Wachida folgte ihrem Blick, und als sie begriff, verzogen ihre Lippen sich zu einem feinen Lächeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001334.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "»Es ist also der Faransavi, den Sie begehren,« flüsterte sie Sybilla zu. »Beim Allmächtigen, ein schöner Mann. Er lässt das Herz einer Frau vor Freude singen, nicht wahr?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001335.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Sibylla hatte André Rouston nicht sofort gesehen, da er von Benjamin und seinem Pferd verdeckt worden war. Doch als er jetzt zu dem Grüst lief, ein paar der Araberjungen, die vor drei Tagen mit ihren Söhnen gespielt hatten im Schlepptau, setzte ihr Herz einen Schlag aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001336.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "»Hör auf«, dachte sie, und presste ihre Finger gegen die steinerne Brüstung. »Hör auf, dich unerfüllbaren Fantasien hinzugeben. Das ist dumm und sinnlos.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001337.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Doch sie konnte die Augen nicht abwenden, während André nacheinander sorgsam prüfte, ob die Reiter ihre Gewehre richtig geladen hatten. Auch die arabischen Reiter begegneten ihm mit ihr Erbietung und neigten respektvoll die Köpfe, wenn er ihnen die Gewehre zurückgab.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001338.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Saida Sibylla. Sie zuckte zusammen, als Wachida ihre Hand berührte. Wenn Sie es wünschen, wird meine Sklavin dem Farad Zavi eine Botschaft von Ihnen übermitteln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001339.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Sibylla zog rasch ihre Hand zurück. »Sie irren sich, Wahida. Ich bin eine verheiratete Frau und Mutter.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001340.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
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{"text": "Glücklicherweise hatte die Mutter des Kaids nur Augen für ihren Sohn, der gekonnt sein sich aufbäumendes Pferd bändigte. Lala Yassiras dunkle Augen aber ruten auf ihr, als wüsste sie genau, was gerade in ihr vorging.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001342.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
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{"text": "Es scheint mir, als habe ihr verehrter Gemahl den Männern dort unten ihr Lieblingsspielzeug gebracht. Sibylla nickte nur und schaute wieder zum Strand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001344.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Die Araberjungen hatten sich in Erwartung eines großartigen Schauspiels in den Sand gesetzt. Rostand hatte seine Pistole aus dem Gürtel gezogen und entfernte sich ein Stück vom Gerüst. Er hob den rechten Arm und hielt ihn sekundenlang still.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001345.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "und niedergeschlagen. Sie verabschiedete sich von Russa, Lala Yassira und Wachida und ließ sich von einer Sklavin zum Eingang des Harems bringen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001346.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Die Frau mit dem Löwenhaar ist eine tugendhafte Frau«, sagte Lala Yassira zu Vahida. Sie konnte nicht gehört haben, was Vahida Sibylla angeboten hatte, aber vielleicht ahnte sie es.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001347.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Gewiss«, entgegnete die Kongobine und blickte zum Strand, wo die Reiter erneut Aufstellung genommen hatten. »Aber...«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001348.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Ist es nicht so, dass der Brunnen nach Wasser dürstet, wenn er trocken ist? »Sibylla!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001349.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Sie fuhr herum. André war wie aus dem Nichtsfuhr ja in der engen Gasse aufgetaucht. »Was tun Sie hier? Warum sind Sie nicht am Strand?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001350.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sie fühlte sich völlig überrumpelt. Statt einer Antwort fasste er sie am Arm und zog sie in den Hinterhof einer kleinen Bäckerei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001351.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Zwei Katzen, die auf einem Stapel Holzscheide gesessen und sich geputzt hatten, huschten davon, als sie die Menschen hörten. Aus einigen Türen auf dem Umgang klang Stimmen und es roch nach Essen, das die Bäckersfrau für die Abendmahlzeit kochte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001352.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "André zog Sibylla unter den Umgang. Hier war es fast dunkel. Sie sah seine Augen im Zwielicht glänzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001353.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "»Ich habe sie auf dem Dach gesehen«, ließ er sie wissen. »Sie hatten ihr Haar nicht bedeckt. Dann waren sie plötzlich verschwunden. Ich habe mir gedacht, dass sie nach Hause gehen wollten und bin sofort losgelaufen, um sie noch irgendwo auf dem Weg zu treffen.« Seine Stimme klang warm und zärtlich. Immer noch hielt er sie fest.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001354.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Sibylla spürte ihr Herz schneller schlagen. »Verzeihen Sie, dass ich ihn aufgelauert habe,« fuhr André fort. »Aber ich konnte nicht anders. Ich musste sie sehen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001355.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Er stand ganz nah vor ihr. Sie konnte die Wärme spüren, die sein Körper ausstrahlte und roch den herben, männlichen Duft seiner Haut. Und jetzt?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001356.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "»Was?« fragte sie leise. »Was werden sie nun tun, da sie mehr aufgelauert haben? Wenn er sie in seine Arme ziehen und küssen würde, hätte sie nicht das Geringste dagegen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001357.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
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{"text": "»Weißt du noch, wo du mit deinen Kindern den Drachen hast steigen lassen?« »Dahinter liegt die Westbastion. Und dort gibt es eine alte Kirche, aus der Zeit, als die Portugiesen hier einen Handelsposten besaßen. Sie steht seit langem leer, es finden keine Gottesdienste mehr dort statt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001359.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
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{"text": "erwiderte André. Niemand wird uns in der Dunkelheit sehen. Nicht einmal der Mond wird uns verraten. Die Sichel ist noch ganz schmal.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001363.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
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{"text": "Wie konnte sie nur seine Rabenmutter sein? Ihre Ehe mochte das Papier der Heiratsurkunde nicht wert sein, aber ihre Kinder bedeuteten ihr alles. Nein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001388.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Sie konnte nicht gehen. Sie musste auf ihr eigenes kurzes, kleines Glück mit André Roustong verzichten, auch wenn es sie noch so sehr schmerzte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001389.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Kapitel 12 Mogador im Januar 1840", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001390.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Sollte ein vollbeladenes Frachtschiff nicht tiefer im Wasser liegen, Phillips? Kaid rasch rasch betrachtete mit gerunzelter Stirn das Heck der Queen Charlotte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001391.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Der Hafenmeister blickte ebenfalls zu dem großen Segelschiff, das gerade langsam durch die schmale Hafenein- und Ausfahrt manövrierte, und nickte nachdenklich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001392.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Ich stimme Ihnen zu, Exzellenz. Ein vollbeladenes Schiff liegt gewöhnlich tiefer im Wasser. Besteht die Gefahr, dass sie auf Grund läuft, wenn sie die gesamte Fracht aufnimmt, die sie fassen kann?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001393.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Der Kaid wusste nur zu gut, dass das Hafenbecken versandet war und dringend ausgebaggert werden musste. Doch bei Allah, wer sollte die Kosten für solch ein Unternehmen tragen?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001394.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Der Sultan hatte bereits signalisiert, dass er keinen Dirhem erübrigen konnte. Blieb noch die Kaufmannschaft. Aber diese bestand ausschließlich aus Geizhelsen, die auf ihrem Geld saßen wie das Huhn auf seinen Eiern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001395.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Mei, er könnte es sein, dass sie auf Grund läuft. Jetzt haben wir jedoch Flut. Da bleibt ja genug Wasser unter dem Kiel,« antwortete Phillips. »Vielleicht liegt es an der Fracht.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001396.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "forschte der Stadthalter weiter. »Straußenfedern sind leicht. Elefantenstoßzähne nehmen eine Menge Platz weg. Das würde den mangelnden Tiefgang bei voller Ladung ebenfalls erklären.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001397.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Doch der Hafenmeister schüttelte den Kopf. »Sie hat hauptsächlich Leder und Fässer mit Palmöl an Bord. Dazu noch ein paar Kisten mit Gewürzen. Hm.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001398.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Der KI trieb sich unzufrieden in schwarzen Kinnbart. »Zielhafen?« »Wollt die Moor-Exzellenz in den Vereinigten Staaten?« »Wissen Sie das genau?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001399.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Die schwarzen Raubvogelaugen richteten sich auf den Hafenmeister. »Gewiss Exzellenz! Wieso fragen Sie? Ist etwas nicht in Ordnung?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001400.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Philipp spürte, wie ihm trotz der frischen Dezemberbrise der Schweiß ausbrach. Blitzschnell überlegte er, ob ihm irgendein Fehler bei der Abfertigung der Queen Charlotte unterlaufen sein könnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001401.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Kaid rasch rasch verstand diesbezüglich keinen Spaß. So manch einer hatte sich bei dem bloßen Verdacht des Stadthalters, dass ihm Zölle oder Steuern entgangen sein könnten, in den Festungsverliesen wiedergefunden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001402.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Der Kaid winkte den schwarzen Jungen heran, der seine Wasserpfeife hinter ihm hertrug, führte den Schlauch zum Mund und nahm einen tiefen Zug.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001403.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Während er den Rauch langsam zwischen den Lippen hervorblies, blickte er erneut zu dem mächtigen Westindiensegler.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001404.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Der Wind trug Pfiffe und gebrüllte Kommandofetzen an sein Ohr. Matthosen kletterten in die Takelage und rannten an Deck hin und her.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001405.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Sie nimmt Kuss nach Süden«, hatte sein Spitzli ihm versichert, nachdem er sich den ersten Mal der Green Charlotte vorgenommen hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001406.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Der Stadthalter kräuselte verächtlich den Mund, wenn er daran dachte, wie bereitwillig der Mann bei der Aussicht auf ein paar Löffel geschmolzen bleis im Magen geredet hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001407.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Wohin auch immer die Queen Charlotte segelte, Baltimore war es nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001408.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Kap Djubi, im äußersten Süden Marokkos, hatte der vor Angstschlotterne Mat behauptet. Und er hatte eine weitere interessante Neuigkeit ausgeplaudert. Der Zimmermann der Queen Charlotte hatte Befehl erhalten, zwei Zwischendecks einzuziehen, sobald sie das offene Meer erreicht hätten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001409.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "»Hasch, Hasch« schnippte mit dem Finger, woraufhin der Junge ihm eilig den Schlauch der Shisha abnahm. »Phillips«, der Hafenmeister fuhr zusammen, »Excellence«,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001410.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Warum segelt ein Schiff südwärts, wenn es eigentlich nach Westen segeln sollte?« Der Hafenmeister zog die Stirn kraus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001411.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Das kann am Wind liegen oder an der Meeresströmung, aber nicht hier in Mogador Exzellenz. Von hier segeln die Schiffe direkt westwärts. Also nimmt es vielleicht in einem anderen Hafen Fracht auf, bevor es den Atlantik überquert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001412.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Die Nasenflügel des K.I. zuckten wie bei einem Bluthund, der Witterung aufgenommen hatte. Agadir, die einzige marokkanische Küstenstadt südlich von Mogadour, fiel aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001413.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Der Sultan hatte den dortigen Hafen schon vor Jahren geschlossen, um den aufsässigen und machthungrigen Bewohnern der Stadt eine Lektion zu erteilen, und nach Agadir begann das endlose bis an den Ozean reichende Sandmeer der Sahara.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001414.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Welche Fracht würde ein Schiff wie die Queen Charlotte an der Küste der Sahara an Bord nehmen?«, fragte rasch, rasch und blickte den Hafenmeister gespannt an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001415.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Keine?« erwiderte Phillips verständnislos. »Dort gibt es nicht einmal vernünftige Häfen. Wenn die Queen noch weiter nach Süden fährt, nach Guinea oder an die Goldküste, würde ich sagen, sie lädt Sklaven. Aber warum fragen sie Exzellenz?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001416.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Nur, weil es mich interessiert, Philips, nur, weil es mich interessiert.« Kaid rasch, rasch, verschränkte seine Hände hinter dem Rücken und blickte aufs Meer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001417.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Die Queen Charlotte hatte die Ingehavenausfahrt hinter sich gelassen. Möwen kreisten über ihren Masten, ihre Segel blähten sich im Wind, während ihr spitz zulaufender Bug langsam nach Süden trete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001418.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Allmählich passt alles zusammen, dachte der Stadthalter befriedigt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001419.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "und dem Hebräer Toledano, das nur halbbeladene Schiff, das wenig später den Hafen verließ und die wertvollen Besitztüme, die der protzerische Engländer anhäufte,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001420.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Zuletzt eine seltsame Schale mit vergoldeten Löwenfüßen, die er als Badewanne bezeichnete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001421.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Nur, worum es dabei ging, hatte Kaid rasch rasch nicht herausgefunden, bis die Bemerkung seines Hafenmeisters ihm den entscheidenden Hinweis lieferte. Sklavenhandel.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001422.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Nicht, dass der Kait etwas gegen den Sklavenhandel einzuwenden hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001423.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Er hätte sogar mit sich reden lassen, wenn ein Ungläubiger mit Sklaven handeln wollte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001424.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "und seiner erhabenen Majestät Sultan Muley Abderrahman vorbeischmuggeln zu können,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001425.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Und der verfluchte Hebräer, über den seine Majestät stets eine schützende Hand gehalten hatte, steckte mit dem Christen unter einer Decke.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001426.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Rasch-Hasch bebte vor Erregung, wenn er daran dachte, wie er den prahlerischen Engländer gefangen nehmen würde, damit er in den Verliesen der Kaspar mit einigen seiner ausgesuchtesten Folterinstrumente Bekanntschaft schoss.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001427.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Doch dann erinnerte er sich wieder, dass Hopkins Ausländer war, ein Englesi, Untertan, einer mächtigen Königin, die die halbe Welt beherrschte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001428.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Wenn er einen ihrer Bürger zu hart anfasste, würde er wahrscheinlich den Zorn dieser Königin auf Marokko ziehen. Und dann fiel er bei seiner Majestät in Ungnade.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001429.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Der Sultan achtete nämlich sehr darauf, weder die englische Königin noch die anderen Herrscher Europas zu verärgern. Marokko sollte es nicht ergehen wie Algerien, das nur noch ein unwürdiger Vasall der Franzosen war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001430.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "»Nein«, dachte der Kaid und schüttelte betrübt den Kopf, »den Engländer musste er dem Sultan überlassen, aber den verräterischen Hebräer durfte er sich vornehmen.« Er wandte sich dem Hafenmeister zu, der neben ihm stand und auf weitere Befehle wartete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001431.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Kommen Sie diese Woche zum Palast, um eine Shisha mit mir zu teilen«, befahl er dem verwirrt blinzelnden Hafenmeister.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001432.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Ich bin sehr zufrieden mit Ihrer Treue zu seiner allergnädesten Majestät. Sie haben bedacht, dass ein Ungläubiger niemals größer werden darf als die wahren Kinder Allahs.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001433.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "André Austan beugte sich zu dem Araberjungen und reichte ihm einen Korb mit süßduftenden Orangen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001434.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Die gibst du nur der englischen Mistress, nicht dem Koch und auch keinem der Hausmädchen. Hast du das verstanden? Ja, Herr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001435.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Der Junge blickt ihn treuherzig an. »Und was wirst du der Mistress sagen, wenn du ihr die Orangen überbringst?« »Dass sie zur Zeit des Mittagsgebetes zu dem Ort kommen soll, von dem der Faransavi ihr erzählt hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001436.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "wiederholte der Junge. Roustan lächelte zufrieden. »Sehr gut.« Er öffnete den Lederbeutel, der an seinem Gürtel hing, zählte ein paar Münzen ab und gab sie dem Kleinen, der sie mit einem glücklichen Lächeln in den Falten seines Turbans verschwinden ließ. »Jetzt lauf!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001437.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Ich warte hier. Wenn du mir berichten kannst, dass du die Herren angetroffen hast, bekommst du noch eine Belohnung. Zur Mittagszeit wartete Rostand bereits zwei Stunden in der alten portugiesischen Kirche auf Sibylla.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001438.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Er hatte auf der rechteckigen Erhöhung direkt unter dem Glockenturm einen kleinen Teppich ausgerollt, auf dem zwei Menschen nur dicht nebeneinander Platz fanden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001439.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Dort saß er und blickte in das helle Mittagslicht, das in schmalen, goldenen Streifen durch die Löcher im Dach fiel. »Im Grunde ist es lächerlich«, dachte er kopfschüttelnd.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001440.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "»Ich bin 33 Jahre alt. Ich habe mehr von der Welt gesehen als manch anderer Mann. Und ich habe genug Frauen gekannt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001441.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Trotzdem fühle ich mich genauso aufgeregt wie damals, als ich ein 14-jähriger Bengel war und die Tochter des Gastwirts mir erlaubte, hinter unserer Scheune in ihr Miederzugreifen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001442.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Er ließ den Blick durch den kleinen Kirchenraum schweifen. Der letzte Priester hatte diesen Ort verlassen, als die Portugiesen um die Mitte des 16. Jahrhunderts ihren Handelsposten an der Stelle des heutigen Morgador hatten aufgeben müssen. Seither verfiel die Kirche.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001443.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Hinter der Eingangstür wartete kein Weihwasserbecken mehr, in dem Gläubige ihre Finger benetzten. Auf den gesprungenen Steinplatten standen keine Bänke, in denen Betende knieten. Die Glasfenster waren gebürsten, Spinnweben hingen von Wänden und in Mauernischen nisteten Tauben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001444.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Die Orgelpfeifen hatten die Piraten, die nach den Portugiesen an dieser Küste Unterschlupf gefunden hatten, eingeschmolzen, ebenso die Glocken, so dass hoch im Turm nur noch Fledermäuse hausten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001445.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Es war friedlich hier. Sonnenstrahlen fielen durch das zerstörte Dach auf André und wärmten ihn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001446.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Er hörte den Wind in den zugigen Ecken, das Gürren der Tauben und das Trippeln winziger Mäusepfoten, die über die verwitterten Bodenplatten huschten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001447.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Warum Sibylla wohl nicht gekommen war in jener Nacht vor vier Wochen? Irgendetwas oder irgendjemand musste sie aufgehalten haben. Ihr Ehemann vielleicht, der ausgerechnet in dieser Nacht ihr Bett teilen wollte?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001448.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
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{"text": "Eine Überlegung, die ihm genauso wenig gefiel. Oder hatte sie den Mut verloren? Aber eine Frau wie Sibylla verlor nicht den Mut, sondern tat, was sie für richtig hielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001450.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
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{"text": "Zu den Ritma zurückzureiten und erst im Herbst wiederzukommen, wenn es Zeit wurde, die Dattelernte zu verkaufen. Bis dahin hatten sich seine Gefühle für eine verheiratete Frau, die nie wirklich seine Frau sein würde, hoffentlich abgekühlt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001452.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Aber Tag um Tag verging. Er war geblieben. Und jetzt saß er hier in der Ruine dieser alten Kirche und schickte ein Stoßgebet zum Himmel, das Sibylla ihn nicht auch dieses Mal versetzte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001453.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Neben ihm stand ein Korb mit Rotwein, dunkel und zähflüssig wie Sirup, Trüffelpastete und Schinken, der nach den Eichenwäldern seiner Heimat schmeckte, Delikatessen, die er dem Koch des französischen Konsuls abgekauft hatte, um damit die Frau zu verwöhnen, die ihn mehr fesselte als jede andere.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001454.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Doch wo blieb Sibylla? Er blickte zu dem größten Loch in der Decke des Kirchenschiffes, um den Sonnenstand abzuschätzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001455.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Seit der Muezzin zum Mittagsgebet gerufen hatte, war mindestens eine halbe Stunde vergangen. Eine halbe Stunde werde ich noch warten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001456.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "beschloss er in verzweifeltem Aufbegehren. Wenn sie bis da nicht kam, war es genug. Dann würde er gehen und sich ihr nie wieder aufdrängen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001457.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Er stutzte. An der Außenseite der Eingangstür hörte er ein Klacken. Als zöge jemand am Riegel, die rostigen Angeln quietschten, dann wurde die Tür geöffnet und eine Gestalt schob sich durch den Spalt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001458.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Einen kurzen Moment fiel das Sonnenlicht in einen breiten Streifen in den Kirchenraum und in einem Schein erkannte er die Silhouette einer Frau. Dann fiel die Tür hinter ihr zu und die Gestalt verschwamm mit dem Zwielicht unter dem Portal.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001459.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "André? Leise, unsicher fragend, hörte er ihre Stimme. Sibylla! Er stand auf und kam ihr entgegen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001460.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Eine Taube flatterte empor und verschwand durch eines der Löcher im Dach. Dann lagen sie sich in den Armen. »Tuella«, flüsterte er.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001461.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Mon Dieu, wie habe ich auf dich gewartet!« Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und küßte sie. Und sein Glück kannte keine Grenzen, als sie ihre Arme um ihn warf und ihn ebenfalls küßte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001462.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
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{"text": "»Danke für die Orangen«, flüsterte sie. »Ist dir jemand gefolgt? Dein Mann vielleicht?« Er blickte besorgt zur Tür.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001464.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Benjamin ist seit Wochen auf Geschäftsreise in Fes und Marrakesch. Hier in der Gasse waren ein paar Kaufleute, die zum portugiesischen Konsulat wollten. Ich hoffe, sie haben mich nicht erkannt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001465.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Ihre zerzauste Frisur bildete dazu einen reizvollen Kontrast. Verheiratet oder nicht, noch nie hatte ihn eine Frau so in ihren Bann gezogen. André räusperte sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001467.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Wenn irgendwelche Leute dich erkannt haben, dann nur an deinen blauen Augen. Aber sobald du sie ansiehst, wird es ihnen gehen wie mir, und sie verlieren den Verstand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001468.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Sie schwieg verlegen. Benjamin machte ihr nur selten Komplimente. Fand André sie wirklich schön und gar verführerisch?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001469.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Er nahm ihre Hand, drehte sie um und bedeckte die Handfläche mit Küssen. »Ich bin so froh«, wiederholte er noch einmal, dann führte er sie zu dem steinernen Sockel.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001470.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Sie blickte sich neugierig um. »Ich wohne schon so lange in Mogador, aber ich habe nicht gewusst, dass es diese Kirche gibt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001471.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Kaum jemand weiß es. Deshalb sind wir hier auch völlig ungestört«, versicherte er. »Du meine Güte«, rief sie aus, als sie den Teppich und den Korb entdeckte, aus dem der Hals der Weinflasche ragte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001472.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Was hast du gemacht?« Er lachte nur. Dann umfasste er sie mit einem raschen Griff und hob sie hoch. »Huch!« Sie schlang beide Arme um seinen Hals und strahlte ihn an, während er sie auf der Erhöhung trug und dann behutsam auf den Teppich gleiten ließ.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001473.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Er setzte sich dicht neben sie und nahm die Weinflasche und einen Korkenzieher aus dem Korb. »Worauf willst du trinken?«, fragte er und füllte zwei Gläser, die er ebenfalls mitgebracht hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001474.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Sie nahm Iris und hielt es ins Licht, sodass die Flüssigkeit darin wie dunkler Granat leuchtete. »Darauf, dass ich dich getroffen habe.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001475.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "antwortete sie leise und blickte ihm in die Augen. Die Sonne war fast hinter dem Westwerk der Kirche verschwunden, das Licht, das durch das zerborstene Dach der Ruine fiel, färbte sich grau, aber sie konnten sich nicht voneinander trennen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001476.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Es war, als versuchten sie, die Zeit zu vergessen und das Einzigartige zwischen ihnen für immer festzuhalten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001477.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Sibylla saß auf dem Teppich, André lag mit dem Kopf in ihrem Schoß und sie zerzauste seine schwarzen Locken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001478.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
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{"text": "Und Sibylla war deshalb froh. Sie hätte sich ihm hingegeben, denn der Wein hatte sie heiter und gelöst gemacht, aber sie verspürte auch Angst.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001480.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Es war so nüchtern gewesen, wenn Benjamin ihr Bett geteilt hatte. Der Vorgang selbst hatte ihr sogar Schmerzen bereitet. Was, wenn es mit André genauso war?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001481.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Sie wusste, das würde alles zwischen ihnen zerstören. Stattdessen hatte André sie ausführlich nach ihrem Leben befragt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001482.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Er interessierte sich dafür, wie sie aufgewachsen war. Sie erzählte ihm, wie sicher und beschützt sie in London gelebt hatte. »Ich hatte es gut.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001483.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Deshalb habe ich Benjamin auch so unterstützt, als er sich um den Posten eines Handelsbevollmächtigten Marokko bemühte. Ich habe durchgesetzt, dass ich mitkommen durfte und mir so einen Teil meiner Sehnsucht erfüllt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001484.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Ich werde später einmal behaupten können, in einem Land wie aus Tausend und einer Nacht gelebt zu haben. Das können nicht einmal viele europäische Männer von sich sagen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001485.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Du könntest ein Buch darüber schreiben. Die wahren und einzigartigen Abenteuer einer englischen Kaufmannsfrau in Marokko«, schlug André lächelnd vor.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001486.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Sie zog ihn scherzhaft an den Haaren. »Mach dich nicht über mich lustig.« »Ich meine es vollkommen ernst.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001487.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Du glaubst also, ich könnte etwas Ähnliches schreiben wie Lady Montagu, deren Mann im letzten Jahrhundert Botschafter am Osmanischen Hof war?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001488.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Sybilla wurde ganz aufgeregt bei dem Gedanken. »Ich kenne Madame Montagu's Bericht nicht, aber...« »Bien sûr, warum nicht? Du hast viel gesehen und erlebt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001489.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Er ergriff ihre Hand und küßte jede einzelne Fingerspitze.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001490.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Sie beugte sich über ihn, liebkoste mit ihren Lippen seinen Haaransatz, die Schläfen, die Ohren und den Hals. Er stöhnte auf, zog sie mit beiden Armen neben sich und presste seinen Mund hungrig auf ihre warmen, weichen Lippen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001491.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Als er endlich von ihr abließ, schüttelte er den Kopf, ein kleines Lächeln im Gesicht, so als wunderte er sich über sich selbst.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001492.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Ich erinnere mich noch genau, wie du in Marrakesch vor dem Sultan gestanden hast, mutig genug, seinen Blick zu erwidern. Schon damals habe ich mich gefragt, wer diese Frau ist.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001493.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Aber nie hätte ich gedacht, dass wir uns einmal so nahe kommen.« Sibylla richtete sich auf und strich sich die Haare glatt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001494.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Die Heftigkeit seiner Küsse, noch mehr aber ihre eigene Unersättlichkeit, hatten sie völlig verwirrt. Erneut kam ihr Zweifel, ob der Weg, den sie gerade einschlug, der richtige war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001495.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Die Lieblingskongubine des Stadthalters stand neben mir auf dem Dach, als ihr die Schießübungen am Strand gemacht habt. Sie hat sofort gemerkt, dass du mir etwas bedeutest.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001496.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "sagte er, wie schon in dem Hof der Bäckerei. »In den Augen der Menschen oder der Kirche tun wir etwas Unrechtes, das ist wahr. Aber...«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001498.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Ich für meinen Teil würde gern vor der ganzen Welt verkünden, dass du meine Frau bist. Und er konnte sich nicht zurückhalten, zu fragen, Liebst du deinen Mann?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001499.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Sybilla lachte kurz auf. Sie beugte sich über André und er spürte ihren warmen, süßen Atem auf seinen Lippen. »Du bist eifersüchtig, André Rostand, und das gefällt mir.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001500.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "flüsterte sie. Er umfasste ihre Taille mit einem Arm und zog sie noch enger an sich. »Warum beantwortest du meine Frage nicht?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001501.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Liebe, das wusste sie längst, hatte weder bei Benjamin noch bei ihr eine große Rolle gespielt, als sie beschlossen hatten zu heiraten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001502.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Anfangs hatte ich gehofft, wir könnten Kameraden werden«, erklärte sie ihm schließlich, »besonders hier, in diesem Land, in dem es so wenige Europäer gibt. Aber je mehr Zeit vergeht, desto fremder wird Benjamin mir.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001503.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "»Ich verstehe es selbst nicht.« Sie zupfte ein Stück von dem Fladenbrot, das André mitgebracht hatte, und steckte es sich in den Mund. »Wir haben genug über mich geredet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001504.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Erzähl mir von dir. Was für ein Mann bist du?« Er stützte sich auf einen Ellbogen, nahm sein Weinglas und trank den letzten Schluck.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001505.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Der Geschmack ließ lang vergessene Erinnerungen an Frankreich wach werden, an seine Kindheit und Jugend im ländlichen Süden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001506.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "»Ich bin nicht so behütet aufgewachsen wie du«, begann er nach Worten suchend. »In Frankreich während der Restauration war es nicht leicht für einen armen Bauernjungen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001507.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Ihr Engländer könnt über Napoleon sagen, was ihr wollt, aber unter ihm hatten auch kleine Leute eine Chance. Nachdem Napoleon fort war, drehten die Bourbonen die Zeit wieder zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001508.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Und das haben wir zu Hause gespürt. Bei uns war immer alles knapp. Nahrung, Kleidung, Leder für Schuhe und Stiefel, ein warmer Mantel. Dabei waren meine Eltern freie Bauern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001509.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Im Departement Lott besitzt unsere Familie seit sieben Generationen ein kleinen Hof.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001510.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Trotzdem wurden wir nicht immer satt, besonders wenn die Ernten schlecht ausfielen. Ich habe geschuftet, seit ich denken kann. Aber ohne die schwarzen Trüffeln hätten wir manchen Winter gehungert.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001511.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "Mein Vater kannte die geheimen Plätze im Wald, wo sie wachsen. Die Trüffeln waren für uns, was der Safran für die Ritma ist, unser Sparstrumpf und unser Notgroschen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001512.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "In der Kirche war es inzwischen fast dunkel. André sah nur noch den Umriss von Sibyllas Gesicht. Sie hörte ihm aufmerksam zu, und es war, als könnte er jetzt, da er einmal damit angefangen hatte, nicht aufhören zu erzählen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001513.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Ich habe acht Geschwister«, fuhr er fort. »Meinen Strohsack habe ich noch mit zwei meiner Brüder geteilt. Da war ich schon ein junger Kerl, der mit den Mädchen zum Dorftanz ging. Ich ließ keine Gelegenheit aus zu trinken, und dann wurde ich rauflustig. Ich war stark wie ein junger Bulle und genauso reizbar.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001514.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "War bestimmt nicht einfach mit mir damals. Heute weiß ich, dass ich kein schlechter Kerl war. Ich war nur todunglücklich. Was wartete auf mich?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001515.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Ein Leben als Knecht auf unserem Hof, den erben konnte nur der älteste Sohn. Aber du bist weggegangen, unterbrach Sibylla ihn leise. Du hast dein Leben in die eigene Hand genommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001516.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Er lachte. »Es sah es weiß Gott nicht danach aus. Mit 16 habe ich mich davon gemacht, bei Nacht und Nebel.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001517.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Ich hatte heimlich eine von Vaters Trüffeln zu Geld gemacht und fühlte mich reich und verwegen. Nach La Rochelle habe ich mich durchgeschlagen, wollte auf einem Schiff anheuern und die Welt erobern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001518.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Du bist so still, Sibylla. Langweile ich dich?« Er tastete im Dunkeln nach ihrer Hand. »Ganz und gar nicht, André. Lass mich mehr hören.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001519.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Ermutigte sie ihn. Kurz dachte sie daran, dass es Zeit wurde, nach Hause zu gehen. Die Kinder warteten sicher schon. Aber...", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001520.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Sie konnte sich nicht losreißen von André und seiner weichen, dunklen Stimme, die seine Vergangenheit für sie so greifbar machte, als wäre sie selbst dabei gewesen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001521.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Du hast also auf einem Segelschiff angeheuert«, nahm sie den Faden wieder auf. Er räusperte sich. Seine Zeit als Matrose bildete ein düsteres Kapitel in seinem Leben, ein Jahr, auf das er alles andere als stolz war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001522.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Trotzdem wollte er Sybilla nichts verschweigen. Sie sollte ihn ganz kennenlernen, ihn und auswendig, und dann entscheiden, ob sie ihn wollte oder nicht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001523.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Weißt du, was Shanghai bedeutet?«, fragte er. Sie überlegte. »Liegt Shanghai nicht irgendwo in China? Hat es mit China zu tun?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001524.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
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{"text": "»Das ist Sklaverei«, rief Sybilla aus, »aber du bist doch nicht versklavt worden, oder?« »In gewisser Weise schon. Ich war ein dummer Junge vom Land, obendrein einer, der Geld in der Tasche hatte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001526.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Gleich in der ersten Hafenkneipe betrank ich mich sinnlos. Ich erinnere mich noch, dass da ein Kerl war, der dafür sorgte, dass mein Glas mit Rum nie leer wurde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001527.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich draußen auf dem Meer auf einem Segelschiff wieder zu mir kam und der Mat mir ein Papier unter die Nase hielt, auf dem stand, dass ich als Matrose angeheuert hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001528.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
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{"text": "Er tastete nach ihrer Hand. Sibylla dachte an ihren Großvater, der mit dem Sklavenhandel beträchtlich eine Reichtum angehäuft hatte, auch wenn ihr Vater das nur ungern zugab, seit der Handel mit Menschen verboten war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001536.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»Gott schenkt ihnen die Umkehr, damit sie die Wahrheit erkennen. So heißt es doch in der Bibel, nicht wahr?« sagte sie und drückte Andrés Hand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001537.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
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{"text": "Ich ließ mir nicht einmal meine Heuer auszahlen. »Und was hast du dann gemacht?« »Nun, ich hatte genau drei Möglichkeiten. Eine Karriere als Hafengangster,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001539.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
{"text": "mich als Knecht bei meinem Bruder zu verdingen oder zum Militär zu gehen. Ich entschied mich für das Militär, und das war gut für mich. Zum ersten Mal im Leben traf ich Menschen, die mich nicht wie ein Taugenicht zählten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001540.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Nach und nach stieg ich sogar in die höheren Offiziersringe auf, die sonst im Adel vorbehalten sind. 1830 wurde ich nach Algerien versetzt und kämpfte dort gegen Abdelkader. Nachdem ich meinen Abschied genommen hatte, ging ich nach Marokko und hier haben sich unsere Wege gekreuzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001541.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "schloss Sybilla leise. »Es ist spät geworden, André. Ich muss gehen.« Er stand auf. »Ich begleite dich.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001542.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Während er den Teppich zusammenrollte und schulterte, packte sie die leere Weinflasche und die Rest ihres Picknicks in den Korb. »Ich wünschte, wir müssten uns jetzt nicht trennen«, seufzte sie, als sie an der Kirchentür standen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001543.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Willst du mich hier wieder treffen?« fragte er mit klopfendem Herzen. Sie schlang den Schal um ihren Kopf, so dass ihr Haar ganz darunter verborgen war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001544.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Gewiss möchte ich das. Aber wir können uns nicht immer heimlich in dieser alten Ruine treffen.« »Eine andere Möglichkeit gibt es im Moment nicht«, erwiderte André ernst. Er breitete seine Arme aus und zog sie an seine Brust.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001545.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Lass uns unsere Zukunft in die Hände des Schicksals legen.« »Inchallah«, wie die Araber sagten. Sie blickte ihn an und nickte feierlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001546.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Inshallah, so Gott will. Kapitel 13", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001547.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Weg da, du Nichtsnutz! Was hast du vor meinem Haus verloren?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001548.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
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{"text": "Er griff in seine Jackentasche, warf dem Bettler eine Handvoll Kupfermünzen hin und beobachtete kopfschüttelnd, wie der Mann die Münzen aus dem Staub kratzte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001550.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»So seid ihr Muselmänner, eine Bande voller Tagediebe. Geht lieber betteln als arbeiten.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001551.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Sehr wohl, Herr«, erwiderte der Schwarze gehorsam. Dann wendete er die Tiere und ritt davon.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001552.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
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{"text": "sich umwandte und erstaunlich behände in der Gasse verschwand. Wenige Minuten später stand er vor den Mauern des Stadthalterpalastes. Er blickte sich prüfend nach beiden Seiten um, bevor er an eine schmale Seitentür pochte, die sich sofort einen Spalt öffnete.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001554.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "»Zum Kait. Rasch«, befall er dem Sklaven, der ihn eingelassen hatte, »seine Exzellenz erwartet mich.« »Papa! Papa!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001555.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "»Was hast du uns mitgebracht?« Seine zwei kleinen Jungen rannten über den Hof des Riads und umarmten ihren Vater stürmisch. Benjamin lachte, beugte sich hinunter und hob jeden mit einem Arm hoch. »Fasst mal in meine Jackentaschen, ihr Zwerge!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001556.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Das ließen Tom und Johnny sich nicht noch einmal sagen. Sie quietschten begeistert, als sie zwei kleine aus Holz geschnitzte Pferdchen fanden. »Wie schön, Papa! Danke!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001557.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
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{"text": "verbesserte Benjamin. »Mami ist weg«, schrie Johnny dazwischen. Benjamin runzelte die Stirn. »Was soll das heißen?« »Nadira, wo ist die Herden?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001559.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
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{"text": "»Der Teufel soll mich holen, wenn du es nicht weißt«, dachte er. Aber Nadira hielt seinen Blick stand und schwieg. »Nun, ich werde es schon noch herauskriegen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001562.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Er setzte seine Söhne auf dem Boden ab und gab ihnen einen Klaps. »Geht spielen, Jungs, aber werft die Pferdchen nicht in das Karpfenbecken.« Er ging zur Treppe, die in die Wohnräume führte. »Ich will ein Bad nehmen«, informierte er Nadira.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001563.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Sorg dafür, dass alles vorbereitet wird. Und sag für Real Bescheid, dass sie mir Seife und Handtücher bringt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001564.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Als die Dienerin mit dem Gewünschten erschien, stiegen bereits Dampfwolken aus der weißen Porzellanwanne in Benjamins Schlafzimmer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001565.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er hatte sich die Badewanne aus England schicken lassen. Genau wie seine Sonnenuhr und sein Pferd hatte sie großes Aufsehen erregt, als sie im Hafen ausgeladen wurde. Aber das war ihm egal. Er fand die arabische Sitte, ein öffentliches Bad zu besuchen, wieder natürlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001566.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Besonders für einen Mann. Und um niemals in diese Situation zu kommen, hat er auf dem Dach seines Hauses eine Zisterne bauen lassen, in der immer genügend Wasser zum Baden vorhanden war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001567.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "»Doch, Herr!« Sie blieb in der Mitte des Zimmers stehen, den Kopf züchtig gesenkt, die Handtücher an ihren Leib gedrückt. Aber er sah das kleine Lächeln, das ihre Mundwinkel umspielte, und dachte befriedigt, dass sie sich auf ihr Zusammensein genauso freute wie er.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001568.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Tu das Zeug weg und komm her«, befahl er. Gehorsam legte sie Handtücher und Seife auf den kleinen Hocker neben der Badewanne und trat zu ihm. Er betrachtete sich stumm.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001569.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Sie war nur eine Schwarze, eine ehemalige Sklavin, aber, verdammt, sie war hundertmal anziehender und williger als seine eigene Frau.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001570.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "Er hob eine Hand, fuhr mit zwei Fingern in das Tal zwischen ihren Brüsten und streichelte die zarte, warme Haut. Dann zog er seine Finger zurück und legte die Hände über ihre Brüste.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001571.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Sie waren voll und schwer, und es erregte ihn, wenn sie unter dem lose gewickelten Baumwollkleid wippten und wogten. Er spreizte seine Finger, knetete und betastete das weiche Fleisch, kniff in die Warzen, bis sie hart wurden, und spürte seine eigene, wohlige Erregung.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001572.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Hast du die Tür richtig zugemacht?« fragte er leise. »Ja, Herr«, ihre schwarzen Augen funkelten. »Ich hab dir Geschenke mitgebracht.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001573.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Er wies mit dem Kinn zu einer Kommode, auf der ein zusammengefaltetes Päckchen aus bunt bedrucktem Stoff und ein paar goldene Ohrringe lagen. »Sie sind sehr großzügig, Herr!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001574.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Firial drückte sich seinen Händen entgegen. »Wollen Sie jetzt schon baden oder später? Ich glaube, das Wasser ist noch zu heiß. Es muss sich noch ein wenig abkühlen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001575.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Er grinste. »Das muss ich auch. Und du hilfst mir dabei, nicht wahr, Ferrer?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001576.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Als Antwort tastete sie nach seinem Handtuch und löste den Knoten. Er legte seine Hände auf ihre Schultern und drückte sie hinunter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001577.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Verdammt, du Luder«, keuchte er heiser, als er ihren Mund spürte, »ich habe dich wirklich vermisst.« »Fester«!", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001578.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»So ist es gut.« Benjamin setzte sich in der Wanne auf, damit Ferial seine Schultern schrubben konnte. »Ach, herrlich! Du kannst dir nicht vorstellen, wie mit der Rückenschmerz nach drei Wochen im Sattel und nachts immer auf harten Herbergspritschen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001579.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Dann nahm sie die Seife und begann, Benjamins nasses Haar einzuschäumen. »Seif mich gründlich ein«, befahl er. »Ich habe das Gefühl, dass der Gestank des ganzen Gerberviertels an mir klebt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001581.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "Wenn die Feinherrschaften die Stiefel und Handschuhe aus meinem Leder tragen, wüssten, wie es bei der Gerbung riecht. Die Ausdünstungen der Hölle könnten nicht schlimmer sein. Aber was soll's, ich habe gute Geschäfte gemacht.« Er drehte sich zu Ferial.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001582.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "»Weißt du, was einen guten Kaufmann ausmacht?« »Nein, Herr.« »Sie müssen den Kopf in den Nacken legen. Ich wasche jetzt die Seife aus.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001583.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Benjamin beugte sich gehorsam nach hinten und fuhr fort.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001584.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
{"text": "Ein guter Kaufmann versteht es, die beste Ware zum günstigsten Preis einzukaufen und zum besten Preis weiter zu verkaufen. So habe ich schon meinen Schwiegervater von meinen Qualitäten überzeugt und ich...", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001585.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Was war das?« Benjamin fuhr so unvermittelt in der Wanne auf, das Ferial erschrak. »Hörst du das nicht? Was ist das für ein Lärm?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001586.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Doch, Herr, es klingt, als versucht jemand, das Tor einzutreten.« Benjamin lauschte beunruhigt. Im unteren Stockwerk polterte es. Eine Tür fiel krachend ins Schloss. Männerstimmen brüllten Befehle.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001587.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Dazwischen hörte er Nadira und seine Kinder piepsend und aufgeschreckt. »Verdammt! Was ist hier eigentlich los? Will uns jemand überfallen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001588.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Benjamin stand hastig auf. Wasser tropfte aus seinen Haaren und lief an seinem Körper herunter. »Luz, gib mir ein Handtuch!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001589.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Die Dienerin bückte sich ängstlich zu dem Hocker mit den Handtüchern. Doch als schwere Schritte die Treppe umporstiegen, erstarrte sie. »Himmel, bist du schwer von Begriff?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001590.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Benjamin Hopkins, der Kaufmann?« fragte er in brüchigem Englisch. »Genau der bin ich.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001591.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "»Aber wer sind Sie? Und was fällt Ihnen ein, hier einzudringen? Ich werde mich beim Kaid persönlich beschweren,« gab Benjamin zurück, entschlossen, sich von dem Hühner nicht ins Boxhorn jagen zu lassen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001592.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Statt einer Antwort trat der Schwarze beiseite. Hinter ihm tauchten zwei weitere Männer auf. Benjamin verschlug es für Verblüffung, die Sprache, als er sie erkannte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001593.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Einer war der persönliche Sekretär von Kaid Haschash, der andere sein Übersetzer, Nuri Bin Khalil. Der Sekretär hielt eine Papierrolle in der Hand, die er nun dem Übersetzer reichte. Bin Khalil verbeugte sich für Benjamin.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001594.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Assalum Aleikum, Mr. Hopkins.« »Bin Khalil«, rief Benjamin. »Was soll diese Komödie? Wie kommen diese Leute dazu, mich in meinen Privaträumen zu überfallen, noch dazu bewaffnet?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001595.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Er stieg aus der Wanne und bückte sich nach dem Handtuch, denn Ferial stand immer noch wie versteinert im Zimmer. Der Gardist, der den Türrahmen blockierte, legte die Rechte auf den Griff seines Chromsäbels.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001596.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Der Übersetzer gab dem Soldaten ein Zeichen, der sich daraufhin zwei Schritte zurückzog. Benjamin wickelte sich inzwischen notdürftig in sein Handtuch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001598.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000661.wav"}
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{"text": "Mr. Benjamin Hopkins, im Auftrag seiner Kaiserlichen Majestät, Sultan Muley Abt Errahmens, Imam aller Gläubigen, Herrscher von Marrakesch, Fess- und Tassou-Ebene, werden Sie wegen Hochverrats und Betrugs verhaftet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001600.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Zitierte er in klarem Englisch. Die Verhaftung wird von seiner Exzellenz Kaitha Shash durchgeführt. Bis ein Urteil ergeht, werden sie in der Bastion der Insel Mogador gefangen gesetzt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001601.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "Benjamin lachte schallend. »Hochverrat? Betrug? Machen Sie Witze, Bin Khalil. Ich habe jetzt wirklich genug von diesem Zirkus. Schert euch davon, alle!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001602.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "»Ich werde den britischen Generalkonsul in Tang über diesen ganz und gar ungeheuerlichen Vorgang unterrichten. Seien Sie gewiss, dass der Generalkonsul diesbezüglich eine formelle diplomatische Beschwerde beim Sultan einreichen wird.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001603.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000511.wav"}
{"text": "Der Gadist knurrte etwas auf Arabisch, und Nur-Ribin Khalil nickte ihm zu. Dann sah Benjamin fest in die Augen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001604.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "»Ziehen Sie sich etwas an, Mr. Hopkins, und kommen Sie mit. Wenn Sie Widerstand leisten, wird die Garde einschreiten. Aber glauben Sie mir, es ist besser, einem Befehl des Sultans zu folgen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001605.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
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{"text": "»Was ist hier los?« wandte sie sich an ihren Torwächter Hamid. Er zuckte nur hilflos mit den Schultern und erwiderte, »Die schwarze Garde wollte zum Herrn. Ich musste sie einlassen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001608.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Wie bitte? Was wollen die hier?« Rasch verschwand Sybilla im Haus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001609.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "»Nadira, was ist geschehen? Warum sind Soldaten im Haus?« rief Sippilla. »Mami!« Tom und Johnny rannten auf sie zu. »Die Soldaten holen Papa!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001610.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Sibylla starrte die Dienerin an, aber diese schüttelte nur hilflos den Kopf. »Ich schwöre beim Allmächtigen Herren, dass ich nichts weiß.« Auf dem Umgang klappte eine Tür.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001611.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Tom klammerte sich an die Hand seiner Mutter und Johnny begann zu weinen. Die kleine Gruppe stieg die Treppe hinunter. Benjamins Haar war nass, sein Hemd hing ihm aus dem Hosenbund und die Jacke war nicht zugeknüpft.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001613.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
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{"text": "Benjamin, rief Sybilla fassungslos, was wollen sie von dir? Du bist englischer Staatsbürger, sie dürfen dich nicht einfach mitnehmen. Er blieb stehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001616.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "und sah sie zum ersten Mal direkt an. In seinen Augen flackerte Angst. »Informiere sofort Konsul Wilshire. Hier handelt es sich um ein großes Missverständnis.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001617.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Der Gardist packte seinen Arm und zerrte ihn vorwärts. Wie betäubt blickte sie ihm hinterher, wie er im Dunkel des Hausflures verschwand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001618.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Wenn die Anschuldigungen des K.I.s auch nur ein Fünkchen Wahrheit enthalten, dann geht es um den Kopf Ihres Mannes, Mrs. Hopkins.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001619.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000146.wav"}
{"text": "Konsul Wilshere sank erschöpft auf den Divan in Sibyllas Salon. Es war weit nach Mitternacht.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001620.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "»Sie werden sehen, alles wird sich aufklären. Morgen erscheint ihnen beiden das Ganze nur noch wie ein böser Traum«, hatte sie Sybilla zu tösten versucht, während diese unruhig im Salon auf- und abgelaufen war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001621.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Doch als Sarah die Nachrichten ihres Mannes hörte, stieß sie ein Schreckensruf aus. »Diese Barbaren! Was fällt Ihnen ein, so gegen einen unbescholtenen britischen Bürger fürzugehen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001622.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Sybilla blickte in das ernste Gesicht des Konsuls und sagte mit erzwungener Ruhe, »Bitte, nehmen Sie erst einmal Platz, Herr Konsul. Darf ich Ihnen eine Tasse Tee anbieten? Das wird Ihnen jetzt sicher guttun.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001623.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
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{"text": "»Ich will nicht um den heißen Brei reden, Mrs. Hopkins. Ihr Gatte wird des Sklavenhandels beschuldigt. Seit nunmehr drei Jahren soll eines der Schiffe der Spencer-Reederei Schwarze an Bord nehmen und auf den Sklavenmärkten in Übersee verkaufen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001627.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
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{"text": "»Dieser Vorwurf ist völlig unsinnig. Er hatte geschäftlich immer wieder Schwierigkeiten mit dem Kaid. Bestimmt ist alles eine Intrige, die er gegen meinen Mann gesponnen hat.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001629.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
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{"text": "Weil der Sklavenhandel seit über 30 Jahren verboten ist und mein Mann das weiß. Er würde die Gesetze nicht übertreten, schon gar nicht, wenn es zum Schaden der Reederei wäre.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001632.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass einer unserer Kapitäne sich für so schändliche Geschäfte hergibt. Laut Kaid Haschash soll es sich um Kapitän Nathaniel Brown von der Queen Charlotte handeln.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001633.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
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{"text": "»Der Kadhi von Morgador hat ihren Mann verhört, und seine Exzellenz hat mir gestattet, dabei zu sein. Ihr Mann hat natürlich alle Anschuldigungen abgestritten, aber daraufhin brachte der Stadthalter einen Zeugen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001636.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "»Wen?« »Samuel Toledano. Sein Bericht hat ihren Gatten schwer belastet.« Sibylla schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001637.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Es kann doch sein, dass Tolle Dano nicht die Wahrheit sagt. Vielleicht, um von sich selbst abzulenken.« »Damit könnten sie recht haben.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001638.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Wilshire neigte den Kopf. »Natürlich wird er alles versuchen, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ich vermute, dass er die Schwarzen besorgt hat. Kapitän Brown organisierte den Transport nach Übersee und bei ihrem Gatten liefen die Fäden zusammen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001639.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "»Und doch kann es sein, dass Brown und Toledano meinen Mann grundlos zum Sündenbock machen«, fiel Sybille ein.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001640.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Vielleicht«, erwiderte Roshir zweifelnd. »Doch Brown ist auf See und der Kaid kann ihn nicht dingfest machen. An Toledano wird er sich nicht vergreifen, weil er als Tutschar al-Sultan unter dem persönlichen Schutz des Herrschers steht. Also bleibt nur noch ihr Gatte.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001641.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Er ist für den Stadthalter der Hauptschuldige. Das Einzige, was noch für seine Unschuld spricht, ist, dass Haschash die Einnahmen aus diesen Geschäften bisher nicht gefunden hat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001642.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Sibylla schluckte an dem Kloß in ihrer Kehle. Welch ungeheuerliche Vorstellung, dass ihr Ehemann in den Sklavenhandel verwickelt sein sollte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001643.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Hasch-Hasch wird natürlich alles daran setzen, das Geld zu finden«, fuhr Wish ihr fort. »Wenn nur ein Fünkchen Wahrheit in der Geschichte steckt, muss es ein Vermögen sein.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001644.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001466.wav"}
{"text": "Sarah Wilshire, die der Enthüllung schweigend gelauscht hatte, rückte ein Stück näher an ihren Ehemann heran. In ihrem Gesicht spiegelten sich Abscheu und Entsetzen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001645.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Sybilla verstand sie gut. Sie wehrte sich ja selber mit allen Mitteln, den Anschuldigungen gegen Benjamin Glauben zu schenken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001646.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Wie sollte es denn möglich sein?« fragte sie laut, »im Hafen von Mogador heimlich Sklaven zu verladen, ohne dass irgendjemand etwas davon merkt. Das ist doch alles absurd.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001647.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Consul Wilshire leerte seine Teetasse und seufzte. Es fiel ihm sehr schwer, Mrs. Hopkins so schlechte Nachrichten zu überbringen, umso mehr, da er die Anschuldigung für plausibel hielt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001648.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Für Benjamin hatte er nicht viel übrig. Seine Großmolligkeit und Angeberei schießen ihn ab. Und er traut ihm eine Widerwärtigkeit wie den Sklavenhandel durchaus zu.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001649.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Aber Sibylla schätzt ihr als aufrechte und charakterstarke Frau. Widerwillig erklärte er …", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001650.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "Toledano behauptet, dass die Sklaven am Cap Djubi, einem verlassenen spanischen Handelsstützpunkt, ungefähr 100 Meilen südlich von Agadir an Bord genommen wurden. Möglicherweise hat Toledanos Carvan Bashi sie von Timbuktu durch die Sahara direkt dorthin geschafft.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001651.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Sibylla schüttelte fassungslos den Kopf. »Glauben Sie das alles? Glauben Sie das wirklich?« Weshir hob die Schultern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001652.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "»Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich glauben soll, Mrs. Hopkins. Ihr Gatte bezichtigte Tolledano natürlich zu lügen. Andererseits lockt der Überseehandel mit Schmerzen immer noch mit exorbitanten Gewinnen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001653.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001093.wav"}
{"text": "»Das kann so manchen braven Mann dazu verführen, sich über Verbote hinwegzusetzen.« Sybilla stützte den Kopf in ihre Hände. »Wer war der wahre Schuldige?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001654.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "»Der Kaufmann Toledano? Nathaniel Brown? Oder doch Ihr Mann?« »Mr. Wilshire, was unternehmen wir, um meinen Gatten zu helfen?« Er zögerte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001655.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "»Wenn Sie es wünschen, werde ich Generalkonsul Dramentei in Tanger bitten, eine offizielle Protestnot an den Sultan zu verfassen.« Sibylla glaubte, sie hatte sich verhört.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001656.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "»Natürlich tun sie das, Konsul, aber was unternehmen sie darüber hinaus?« Walshier warnt sich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001657.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "»Ich bedauere, Mrs. Hopkins, aber wir wissen gegenwärtig nicht einmal, was wirklich passiert ist.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001658.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Schon der kleinste Hinweis auf eine Schuld ihres Gatten kann schwere diplomatische Verstimmungen zwischen Großbritannien und Marokko nach sich ziehen. Er erhob sich. Sarah stand ebenfalls auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001659.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "»Vielleicht sollten Sie mit den Kindern nach England zurückkehren, Sibylla«, überlegte diese. »In England weiß man noch nichts von dieser schrecklichen Sache. Und von uns soll auch niemand etwas erfahren. Aber hier in Morgador wird das Vergehen ihres Mannes auf alle Europäer zurückfallen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001660.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Sybilla starrte sie an, schockiert, weil Benjamin offensichtlich schon abgeurteilt worden war. Consul Wilshire reichte ihr die Hand und sie ergriff sie mechanisch. »Auf Wiedersehen, Mrs. Hopkins.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001661.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "»Es tut mir sehr leid für Sie.« »Es tut Ihnen leid?«, erwiderte Sybilla tonlos. »Wir sind englische Staatsbürger. Es ist Ihre Aufgabe, uns in diesem Land zur Seite zu stehen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001662.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Er blickte sie an und konnte sein Unbehagen nicht verbergen. »Der Kaid wollte ihren Garten in den Kerker werfen lassen. Allein auf mein Drängen ist er nun in ein bewachten Zimmer untergebracht. Morgen in aller Früh wird er in die Bastion der Insel Mogador verlegt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001663.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000722.wav"}
{"text": "Wenn Sie Ihren Garten noch einmal sehen wollen, ist das die letzte Gelegenheit. Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für Sie tun. Es tut mir leid.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001664.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Der Morgen dämmerte gerade erst, als Sibylla nach einer schlaflosen Nacht zum Hafen eilte. Dunst hing über dem Meer, staubfeiner Regen wehte ihr ins Gesicht. Sie hatte sich an ein wollendes Tuch gewickelt. Trotzdem froh sie zum ersten Mal, seit sie in Marokko lebte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001665.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001597.wav"}
{"text": "Mit gesenktem Kopf eilte sie durch die leeren Gassen und das Bab-el-Marsat-Tor, das die Wachen gerade erst geöffnet hatten, zum Hafen. Nebelfetzen hingen über dem Wasser.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001666.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Sie erkannte schemenhaft die Masten einiger Segelschiffe, die im hinteren Teil des Hafens ankerten, und weiter draußen auf dem Meer die verschwommenen Lichter der Fischerboote.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001667.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000347.wav"}
{"text": "Etwas abseits lag ein einzelnes Ruderboot. Der Kapitän stand am Kiel und blickte in Richtung Stadttor. Die Ruderer hatten ihre Plätze eingenommen. Offensichtlich sollte dieses Boot Benjamin auf die Insel bringen. Sibylla setzte sich auf die Kaimauer.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001668.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "Es war Flut, und das Wasser im Hafen stand hoch. Unter ihr schlugen die Wellen leise Klatschen gegen den Kai. Über ihr segelten Möwen im Wind und stießen heisere Schreie aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001669.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "Mit Tränen in den Augen blickte sie zur Hafenausfahrt. Dort lag, ungefähr eine Meile entfernt, ein zerklüftetes kleines Eiland, von dem ein paar Türme und Festungsmauern emporragten, die Insel Morgadur.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001670.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Der Klang rhythmischer Stiefeltritte zerschnitt die morgendliche Ruhe. Sibylla wandte sich um und sah fünf Männer durch das Stadttor kommen. An der Spitze ging ein Hauptmann der Schwarzen Garde, hinter ihm Benjamin. Er wurde rechts und links von Soldaten flankiert. Dann folgte noch ein Soldat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001671.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Sybilla sprang auf und rannte auf die kleine Gruppe zu. Sofort zog der Hauptmann seinen selbe. »Zurück, Mrs. Hopkins!« Gehorsam hielt sie Abstand. Aber sie lief neben den Männern her.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001672.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Er wandte den Kopf, seine Augen waren gerötet. »Hat Wilshere dir das nicht erzählt?« »Doch, aber ich kann nicht glauben, dass es wahr ist.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001673.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "»Du musst mir helfen«, stieß Benjamin hervor. »Geh zur Tolle Dano und sag ihm, dass er seine Aussage widerrufen muss.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001674.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Sybilla blieb am Kai stehen und blickte ihm nach, bis es im Morgendunst verschwand. Kapitel 14", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001676.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "»Der Herr ist nicht da«, beschied der Torwächter Sibylla, als sie vor dem Haus der Toledano stand, genau wie das Mal davor und das Mal davor. Und auch heute glaubte sie, seinen dunklen Schatten hinter den Fenstern des ersten Stockwerks gesehen zu haben.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001677.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "»Bitte, lass mich ein, ich muss ihn sprechen«, drängte sie und wollte dem Mann ein Säckchen mit Münzen zustecken. Doch er verschränkte die Arme vor seiner muskulösen Brust und beachtete Sybilla nicht mehr.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001678.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000392.wav"}
{"text": "Niedergeschlagen ging sie nach Hause. Am liebsten hätte sie sich in ihrem Schlafzimmer eingeschlossen und ihren ganzen Kummer aus sich herausgeweint.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001679.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Doch da waren die besorgten und ängstlichen Blicke der Dienstboten, und ihre verstörten Kinder wichen ihr nicht von der Seite. »Wo ist Papa?«, fragte Johnny.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001680.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Und Tom wollte wissen, ob die Soldaten Papa wehtun würden. Sybilla wollte ihren Söhnen auf keinen Fall sagen, dass ihr Vater verhaftet worden war und flüchtete sich in eine Notlüge.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001681.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "»Papa musste verreisen, und die Soldaten begleiten ihn. Ihr wisst doch, dass er oft verreist, aber er kommt wieder nach Hause.« »Und dann bringt er uns etwas mit,« ergänzte Johnny zufrieden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001682.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Tom aber ließ sich nicht so leicht beruhigen und schaute seine Mutter aus großen, zweifelnden Augen an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001683.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Nadira klopfte an die Tür des Salons, in dem Sybilla zwischen den Jungen auf dem Divan saß. Sie trug ein Tablett, auf dem eine Schale dampfender Couscous stand.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001684.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "»Nimm das wieder mit. Ich hab keinen Hunger«, sagte Sybilla und massierte ihre schmerzenden Schläfen. Dabei hatte sie den ganzen Tag noch nicht zu sich genommen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001685.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Nadira stellte das Tablett auf den Tisch. »Sie müssen essen, Herren«, ermahnte sie unbeirrt, »und dann müssen sie ausruhen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001686.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "»Kommt, Kinder, in der Küche warten ein paar frisch gebackene Gazellenhörnchen auf euch.« »Nur Nadira zuliebe«, probierte Sibylla einen Löffel Couscous.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001687.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Er schmeckte ihr überraschend gut, und sie aß die ganze Portion auf. Danach streckte sie sich müde auf dem Diwan aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001688.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "Sie musste sogar eingeschlafen sein, denn als es an ihre Tür klopfte, schreckte sie aus wirren Träumen auf. Das Tablett mit der leeren Schüssel war verschwunden und jemand, wahrscheinlich Nadira, hatte eine Decke über sie gebreitet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001689.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000413.wav"}
{"text": "»Was ist denn?« Rasch setzte sie sich auf und strich mit den Händen ihr Haar glatt. Die Tür wurde zögernd geöffnet und firial erschien.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001690.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Monsieur Roustan steht unten vor dem Tor und wünscht, mit Ihnen zu sprechen, Herren. André?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001691.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Sibyllas Herz schlug heftig. Also hatten sich die Ereignisse schon bis zu ihm herumgesprochen. Wie gern hätte sie sich in seine Arme geflüchtet und die süße Sorglosigkeit von vor einigen Tagen noch einmal erlebt. Aber sie drängte die Erinnerung mit aller Macht zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001692.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "»Bitte, Monsieur Roussaint, herein«, gab sie zurück. Doch die junge Frau rührte sich nicht. »Worauf wartest du noch?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001693.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "fragte Sybilla ungeduldig. Die Dienerin kam zögernd näher. Als sie vor Sybilla stand, fiel sie auf die Knie. »Bitte, Herren«, stammelte sie, »wie geht es dem Herrn?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001694.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Du wagst es«, fuß Sibylle auf. Aber dann bemerkte sie Ferials ängstlich besorgten Gesichtsausdruck und schämte sich ihrer Unbeherrschtheit. »Der Herr wird anständig behandelt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001695.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "»Antwortete sie ruhiger. Und jetzt hol Monsieur Rostand.« André trat ein. Er wirkte sehr ernst. Der französische Konsul, der es von Murcher wusste, hatte ihm den Vorfall berichtet.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001696.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
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{"text": "Sie blickte in sein aufrichtiges, mitfühlendes Gesicht und hatte eine verrückte Idee. »Reite zu Abd Erchmen. Der Sultan gibt viel auf dich. Sag ihm, dass ich eine Audienz bei ihm will, um diese Angelegenheit aufzuklären.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001698.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001387.wav"}
{"text": "»Wenn nur ein Hauch Wahrheit in den Vorwürfen steckt, kann ich deinem Mann auch nicht helfen.« Doch sie ließ sich nicht beirren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001700.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Ich weiß, was ich von dir verlange, aber ich muss dich um diesen Gefallen bitten. Benjamin ist der Vater meiner Kinder und noch ist seine Schuld nicht bewiesen. André runzelte die Stirn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001701.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
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{"text": "Ich werde nach Marrake schreiten, aber das tue ich nicht für ihn. Ich tue es für dich, weil ich nicht will, dass du unter seinen Fehlern leidest.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001703.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "»Ich danke dir«, erwiderte sie ruhig. Sybillas Tapferkeit rührte ihn tief. Er machte einen raschen Schritt auf sie zu, zog sie in seine Arme und küßte sie leidenschaftlich.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001704.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Aber ihre Lippen blieben leblos und kalt. »André, nicht«, bat sie und befreite sich. »Ich muss mich jetzt um meine Familie kümmern. Nur.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001705.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "um meine Familie.« Er atmete durch. »Ich respektiere diesen Wunsch.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001706.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
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{"text": "Als sie nicht antwortete, hob er ihr Kinn mit einer Hand und blickte ihr in die Augen. »Versprich es mir.« »Ja«, flüsterte sie.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001708.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000982.wav"}
{"text": "Ich verlasse mich darauf. Wie sollte es jetzt weitergehen? Was war richtig und was falsch? Hatte Benjamin mit Menschen gehandelt oder war alles eine Intrige?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001709.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Die Gedanken kreisten unaufhörlich in Sibyllas Kopf. Mehrere Tage waren seit Andrés Abreise, eine Woche seit Benjamins Überführung, auf die Insel Mogador vergangen. Sibylla hatte versucht, beim Kaid eine Besuchserlaubnis zu bekommen, aber der Stadthalter war nicht für sie zu sprechen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001710.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Aber sie konnte sich nicht konzentrieren. Ihre Gedanken wanderten zu André. Inzwischen musste er in Marrakesch angekommen sein. Ob er schon beim Sultan vorgesprochen hatte, ob sein Bittgesuch etwas bewirkt hatte?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001711.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Toms Stimme, aufgeregt und schrill, schreckte sie auf. »Mami, die Soldaten sind wieder da!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001712.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Sybilla stützte auf den Umgang. Nur wenige Meter von ihr entfernt auf dem Treppenabsatz stand der Hauptmann der Schwarzen Garde, begleitet von zwei Gardisten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001713.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Mrs. Hopkins, wir haben Befehl, das Haus zu durchsuchen. Seine Exzellenz glaubt, dass er mit dem Sklavenhandel eingenommen hat, hier versteckt.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001714.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Sibylla musterte den hühnenhaften schwarzen Mann kühl. »Erst zeigen Sie mir den schriftlichen Befehl seiner Exzellenz.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001715.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Er streckte ihr wortlos den Durchsuchungsbeschluss mit dem Siegel des Stadthalters entgegen. Flüchtig überlegte sie, Konsul Wilshire um Hilfe zu bitten, aber seit der Nacht von Benjamins Verhaftung hatte sie ihn nicht mehr gesehen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001716.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "Auch Sarah hatte sich nicht erkundigt, wie es ihr ging. Es war, als würden die beiden sich vor ihr verstecken. Und Sybilla bezweifelte, dass sie ihr jetzt beistehen würden. Sie atmete tief durch und gab dem Hauptmann das Papier zurück. »Tun Sie, was Sie tun müssen!«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001717.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000989.wav"}
{"text": "Erst nach dem Maghreb, dem Gebet nach Sonnenuntergang, verließen die drei Männer das Haus. Überall, besonders in Benjamins Kontor, herrschte Wüstes durcheinander.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001718.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Die Gardisten hatten Kissen und Sofa aufgeschlitzt, Schubladen geleert und Möbel verschoben. Sie hatten Aktenregale umgeworfen, Bücher zerrissen und Dielen aus dem Boden gehebelt. Im Hof hatten sie unter dem Olivenbaum und rund um das Karpfenbecken Löcher gegraben und die Seerosen aus dem Wasser gerissen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001719.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001675.wav"}
{"text": "All das erklärte sie dem Hauptmann der Schwarzen Garde, aber er beschlagnahmte die Kasse trotzdem.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001720.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000532.wav"}
{"text": "Etwas später fand er auch noch das Rosenholzkästchen, in der sie die Einnahmen aus ihren Geschäften mit Roussa und Lalajira aufbewahrte, und konfiszierte es ebenfalls.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001721.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Sie protestierte heftig. »Stellen Sie das wieder hin! Das ist nicht das Geld, das Sie suchen!« Doch der Hauptmann beachtete sie nicht und übergab die beiden Kassetten seinen Soldaten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001722.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Wenig später war der Spuck vorbei, und Sibylla sank wie ein Häufchen Elend auf einen Divan, aus dessen aufgerissenen Polstern die Rosshaarfüllung quoll.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001723.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Wenn Benjamin nicht die Miete für dieses Haus ein Jahr im Voraus entrichtet hätte, säßen wir auch noch auf der Straße.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001724.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000434.wav"}
{"text": "Die Dienerin ließ das Kissen sinken, das sie gerade vom Boden aufgehoben hatte. »Ich habe meinen Lohn gespart«, erklärte sie würdevoll.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001725.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Ich habe immer alles, was ich brauchte, von meinen Herren bekommen und musste nie etwas ausgeben. Wir können genug Essen kaufen, Herren.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001726.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Firial, die in einer Ecke Scherben zusammengefegt hatte, ließ ihren Besen fallen und lief hinaus. Kurz darauf kam sie zurück und streckte Sybilla schüchtern die goldenen Ohrringe entgegen, die Benjamin ihr geschenkt hatte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001727.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Bitte, nehmen Sie die von mir, Herren. Wenn Sie sie auf dem Zug verkaufen, bekommen Sie eine Menge Weizen dafür.« Sibylla war gerührt, doch sie schüttelte den Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001728.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000695.wav"}
{"text": "»Ich danke euch von ganzem Herzen. Aber ich möchte nicht, dass ihr mir eure Ersparnisse oder eure Besitztümer gebt. Ich finde eine andere Lösung.« Sie überlegte mit gerunzelnder Stirn.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001729.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "»Ich werde zu Mrs. Wilshire gehen, und sie bitten mir etwas zu leihen. Außerdem besitze ich eigenes Geld, meine Mitgift. Sie ist zwar in einer Stiftung angelegt, aber ich werde umgehend an meine Bank in London schreiben, damit sie meinen Wechselbrief schicken.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001730.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Darüber muss ich erst mit William sprechen. Sarah wich Sybillas Blick aus.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001731.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Die beiden Frauen saßen in Sarahs Salon. Auf dem Tisch zwischen ihnen stand auf einem spitzen Deckchen eine Vase mit blühenden Orangenzweigen. Sie nippten Tee, den eine Dienerin serviert hatte, und knabberten kleine Rosinenkuchen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001732.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Doch das äußere Bild von Frieden und Eintracht konnte nicht über die unterschwellige Spannung zwischen ihnen hinwegtäuschen. Sybilla war tief enttäuscht. Aber sie schluckte ihren Stolz hinunter.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001733.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "Ich brauche das Geld nicht lange und will es auch nicht geschenkt. Sobald ich meinen Wechsel aus London erhalten habe, bekommen sie es selbstverständlich zurück.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001734.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Sarah wischte ein unsichtbares Staubkorn von der polierten Tischplatte. »Verstehen Sie doch, Sibylla, ich kann nichts für Sie tun. William verwahrt unser Geld. Ich habe nicht einmal einen Schlüssel zum Geldschrank.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001735.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000042.wav"}
{"text": "Sybilla verkniff sich die Bemerkung, dass Sarah ihrem Mann den Sachverhalt ja einfach nur erklären müsste. Offensichtlich wollte die Frau, die sie für ihre Freundin gehalten hatte, nicht helfen. Sie konnte ihre Bitterkeit nicht länger verbergen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001736.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001530.wav"}
{"text": "»Ich verstehe sehr gut. Sie und ihr Gatte haben bereits ihr Urteil über uns gefällt. Für sie sind wir Betrüger und Menschenhändler.« Sarah bekam einen roten Kopf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001737.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Sybilla stand auf. »Entschuldigen Sie, dass ich Sie belästigt habe,« entgegnete sie brüsk. Sarah sprang ebenfalls auf. Sie wirkte traurig und verwirrt,", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001738.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Es tut mir leid.« »Leben Sie wohl«, erwiderte Sibylle eisig und ging zur Tür. »Ich finde allein hinaus.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001739.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001159.wav"}
{"text": "Die nächste Zeit verbrachten Sibylla und Nadira damit, das Haus nach Bargeld zu durchstöbern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001740.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "Der Groll gegen Benjamin, weil er sie dieser Situation aussetzte, wuchs jeden Tag. In ihrer Fantasie malte sie sich alle möglichen Szenarien aus, was geschehen sein könnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001741.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000348.wav"}
{"text": "Dann schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Wenn sie nicht verrückt werden wollte, musste sie aufhören, darüber zu grübeln, was sich vielleicht oder vielleicht auch nicht ereignet haben konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001742.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Vier Wochen später saß Sybilla am Schreibtisch in ihrem Kontor und brütete über einen Brief an ihren Vater. Es war Ende Februar.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001743.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Die Tage wurden länger. Rund um Mogadur kündigte sich mit zarten Kräutern und frischen Knospen der Frühling an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001744.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Zwei Briefe ihres Vaters mit Geschäftsanweisungen an Benjamin lagen vorher auf der Tischplatte über der hässlichen Scharte, die die Gardisten des K.I.s mit ihren Krummsäbeln darin hinterlassen hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001745.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}
{"text": "Richard ahnte noch nicht, dass sein Schwiegersohn des heimlichen Sklavenhandels bezichtigt wurde, aber Sybilla musste ihn endlich aufklären. Sie musste ihm schreiben. Nur was?", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001746.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Wenn sie ihm von den schlimmen Anschuldigungen berichtete, würde er gewiss befehlen, mit den Kindern nach London zurückzukehren, aber das kam für sie nicht in Frage. Sie wollte sich nie wieder unter das Dach ihres Vaters begeben und sich vorschreiben lassen, was gut und richtig für sie war.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001747.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "Schließlich beschloss sie, alles so vage wie möglich zu halten. Sie würde schreiben, dass Benjamin zurzeit verhindert wäre und sie die Geschäfte vorläufig führen würde.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001748.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000238.wav"}
{"text": "Natürlich würde ihr Vater nachforschen, Fragen stellen, aber bis ihr Brief ihn erreichte und seine Antwort bei ihr ankam, vergingen Monate. Und bis dahin war dieser Albtraum vielleicht schon vorbei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001749.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "Wenigstens blieb er erspart, ihm zu beichten, dass die europäischen Familien der Stadt sich seit Benjamins Verhaftung von ihr abgewandt hatten oder dass sie sich doch Geld von ihrer Dienstbotin hatte leihen müssen, damit sie ihre Kinder ernähren konnte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001750.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000597.wav"}
{"text": "Sibylla seufzte tief und tauchte die Feder ins Tintenglas, als es an ihre Tür klopfte. Firial erschien. »Ein Bote ist da, Herrin. Er will den Herrn sprechen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001751.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001753.wav"}
{"text": "»Er wird wohl mit mir vorlieb nehmen müssen,« äußerte sie und legte die Feder beiseite. »Weißt du, was er möchte?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001752.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Er sagt, die Karawane mit dem Leder, das der Herr in Fes gekauft hat, sei vor dem Beb du Galator eingetroffen. Fünfzig Kamele sind es, und er sagt, der Herr müsse die Ware prüfen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001754.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "Als Sybilla wieder nach Hause kam, war das Mittagsgebet vorbei. Erst jetzt ließ ihre Anspannung nach.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001755.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "Sie kannte sich kaum aus, wenn es um die Qualität von Leder ging. Der Karwan-Bashi, die Kameltreiber und verschiedene anwesende Kaufleute hatten sie teils misstrauisch, teils herablassend beobachtet, während sie versucht hatte, sich so gut wie möglich zu behaupten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001756.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001110.wav"}
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{"text": "»Nadira, Firial«, rief sie, »ich habe Riesenhunger. Gibt es in der Küche noch etwas für mich zu essen?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001758.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001096.wav"}
{"text": "Sie lief in den Innenhof des Riads. Doch dort traf sie nicht ihre Dienerinnen, sondern einen wohlbekannten, dunkellockigen Mann in einem gegürteten Kaftan, weiten Hosen und derben Lederstiefeln sowie ihre Söhne.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001759.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Er rannte auf seine Mutter zu. Sibylla fing ihn auf, hob ihn hoch und drückte ihren Mund in seine weichen, blonden Locken. Dabei begegnete sie Andrés Blick.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001760.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000863.wav"}
{"text": "Müde sah aus. Um seine Augen zogen sich Falten. Seine Kleidung und seine Stiefel waren schmutzig. Aber sein Lächeln war voller Wärme.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001761.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000998.wav"}
{"text": "21 Tage waren seit seiner Abreise vergangen, und wie hatte sie ihn vermisst. »Sibylla«, er ging auf sie zu. »Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, seit wir uns verabschiedet haben.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001762.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000308.wav"}
{"text": "Sie setzte Tom auf dem Boden ab und er nahm ihre Hände. »Viel zu lange,« erwiderte sie leise. Seine dunkelbraunen Augen glänzten. »Wie geht es dir?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001763.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Sie dachte an die Gardisten des Kaids, die ihr gesamtes Bargeld beschlagnahmt hatten, an Sarah, die sich mit Ausreden geweigert hatte, ihr zu helfen, und an ihre Söhne, die jeden Tag fragten, wann ihr Vater von seiner Reise zurückkäme, und zuckte mit den Schultern.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001764.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001182.wav"}
{"text": "Über all diese Dinge wollte sie nicht sprechen. Hinter ihnen ertönten Schritte. Rasch zog Sibylla ihre Hände zurück. Nadira stand am Eingang der Küche.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001765.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000783.wav"}
{"text": "»Ich habe mir erlaubt, im Esszimmer für Sie und Monsieur Rostand zu decken, Herrin. Der Koch hat eine Tachina aus Kichererbsen, Tomaten und Zwiebeln zubereitet.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001766.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001776.wav"}
{"text": "»Seit Benjamins Verhaftung ist unser Speisezettel einfacher geworden«, sagte Sibylla entschuldigend zu André, als sie sich an dem langen Holztisch gegenüber saßen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001767.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "Die aufgeschlitzten Preuster der Esstischstühle hat er bereits entdeckt, und sie hat ihm erzählt, dass die Gardisten des K.I.s das Haus nach Geld durchsucht und auch den letzten Kupferverlust mitgenommen hatten.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001768.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "»Es schmeckt ausgezeichnet,« tröstete André sie mit vollem Mund. »Verzeih meine Manieren, aber ich habe seit morgen nur etwas Tee und Fladenbrot zu mir genommen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001769.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "Sie nickte und wartete, bis er seinen Teller geleert hatte. Dann konnte sie sich nicht mehr zurückhalten. »Was bringst du für Neuigkeiten vom Sultan?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001770.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001365.wav"}
{"text": "Er faltete seine Serviette zusammen. »Die gute Nachricht lautet, du bekommst die Audienz gewährt. Allerdings erst im Herbst, denn der Sultan wird den Sommer in seinem Palast in Fes verbringen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001771.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001497.wav"}
{"text": "»So lange will er Benjamin noch festhalten und mich warten lassen?«, fuhr Sibylle auf. »Ich fürchte, im Moment hat er das Zepter in der Hand. Auch wenn Dramente inzwischen seine Protestnot an ihn geschickt hat.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001772.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "Seine Majestät erklärte mir unmissverständlich, dass er von Benjamins Schuld überzeugt sei.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001773.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "Er sagte, ihm legen unbestechliche Beweise vor, und genauso deutlich machte er mir klar, dass Christen, die entgegen seinen Gesetzen mit Sklaven handeln, dem Tod durch Enttaubten ins Auge blicken.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001774.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000978.wav"}
{"text": "Sibylla war entsetzt. »Das kann nicht sein Ernst sein.« »Das lässt sich im Moment schwer sagen«, erwiderte André.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001775.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001793.wav"}
{"text": "Viele Berberfürsten sehen die Anwesenheit von Europäern im Land nicht gern und drängen ihn, ein Exempel zu statuieren. »Aber Benjamin ist Engländer, nicht Marokkaner«, begehrte Sybilla auf.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001777.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001043.wav"}
{"text": "»Ich werde einen Brief an die Königin schreiben.« André musterte sie mit einem seltsamen Gesichtsausdruck. Sie errötete. »Er ist der Vater meiner Kinder.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001778.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Sie sollen nicht in dem Glauben aufwachsen, dass ihr Vater als Verbrecher und Menschenhändler verurteilt wurde. Spekulationen nützen jetzt nichts. Du musst dich bis September gedulden.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001779.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000119.wav"}
{"text": "gab André nach einer kurzen Pause zurück. Und wenn alles nichts hilft, musst du versuchen, deinen Mann freizukaufen.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001780.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000842.wav"}
{"text": "»Das wird allerdings ein teures Vergnügen, denn Tolledano behauptet, dass Benjamin zwei bis dreitausend Sklaven verschifft haben könnte.« Sybilla starrte ihn entsetzt an.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001781.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000383.wav"}
{"text": "Glaubt Abdachman wirklich, dass Samuel Toledano mit der ganzen Sache nichts zu tun hat? Er ist Benjamins Geschäftspartner und spielt eine ziemlich undurchsichtige Rolle, wie ich finde. Wird er gar nicht zur Rechenschaft gezogen? Doch.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001782.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001612.wav"}
{"text": "André grinste. »Mir ist zu Ohren gekommen, dass er auf seine Kosten das Hafenbecken von Mogador ausbackern lässt. Darüber hinaus wird ihm wohl nichts geschehen.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001783.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Er ist dem Herrscher viel zu kostbar, als dass er ihn größeren Schaden nehmen lässt. »Hör auf«, sie hielt sich die Ohren zu, »ist denn in diesem Land jeder durch und durch korrupt?«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001784.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000787.wav"}
{"text": "»Auf deinen Mann scheint das zumindest zuzutreffen«, rutschte es André heraus. Er war eifersüchtig, dass die Frau, die er liebte, so sehr für ihren zwielichtigen Ehemann kämpfte.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001785.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000764.wav"}
{"text": "Als er Sybillas entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte, fügte er widerwillig hinzu, »Entschuldige, das war taktlos.« »Wenn ich nur endlich eine Besuchserlaubnis vom Kaid bekommen würde.«", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001786.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001224.wav"}
{"text": "»Säufzte Sybilla. Ich muss Benjamin so viel fragen.« Sie benötigte Auskünfte zu Handelsgeschäften. Viel wichtiger aber war, den ungeheuerlichen Vorwurf des Sklavenhandels zu entkräften.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001787.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001699.wav"}
{"text": "Tommy hatte sie vor ein paar Tagen gefragt, was ein verfluchter Menschenhändler wäre.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001788.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001580.wav"}
{"text": "Seine Spielkameraden auf der Straße hatten seinen Vater so genannt. Aus ihrer hilflos gestotterten Antwort hatte er sich zusammengereimt, dass der Ausdruck keine Auszeichnung darstellte. Und seither kam er immer wieder mit zerrissenen Hosen und blutigen Knien nach Hause.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001789.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001008.wav"}
{"text": "»Ich verdresche jeden, der sagt, dass Papa ein Menschenhändler ist«, hatte er seiner entsetzten Mutter erklärt. Sybilla stützte den Kopf in die Hände.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001790.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_001052.wav"}
{"text": "»Oh, wie habe ich alles satt! Aber irgendwie muss es weitergehen. Die Geschäfte der Reederei führe ich schon allein.« »Was meinst du?« fragte André neugierig.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001791.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000011.wav"}
{"text": "Als sie ihm erzählte, dass sie heute vor der Stadt eine 50-Kamele-umfassende Lieferung Leder aus Fers in Empfang genommen, die Qualität geprüft, den Transport in ein Lager am Hafen veranlasst und sogar mit dem Hafenmeister über die Formalitäten der Weitersendung nach London gesprochen hatte, war er beeindruckt.", "audio": "de/s3/audio/de_s3_001792.wav", "voice_prompts": "de/s3/audio/de_s3_000135.wav"}