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Umfrage: Genderaspekte bei der Geldanlage
# Umfrage: Genderaspekte bei der Geldanlage Wasserzeichen Umfrage Geldanlage 11.03.2021 Meinungsumfrage Christian Jung background hero Frauen legen mehr Wert darauf, dass ich ihre Geldanlage nachhaltig ist. Das zeigt eine Sonderauswertung unserer jüngsten Umfrage zur Geldanlage anlässlich des Internationalen Frauentags. ## Umfrage als PDF. - 107,46 KB PDF - Datei
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Kontakt:
Wirtschaftspolitik aktuell: 24. März 2022 # Konjunkturprognose des Bankenverbandes ◼ Der russische Angriffskrieg und die umfangreichen Sanktionen der westli- chen Staaten werden deutliche Spuren in der Weltwirtschaft, aber auch in Deutschland hinterlassen. ◼ Der Bankenverband hat seine Wachstumsprognose nach unten revidiert und erwartet für Deutschland in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,2 %. ◼ Das Risiko für die Inflationsprognose ist weiterhin deutlich nach oben ge- richtet. Aufgrund struktureller Faktoren wird der Preisdruck auch mittelfris- tig erhöht bleiben. Preisschock bei Rohstoffen setzt Weltwirt- schaft unter Druck Das wirtschaftliche Umfeld hat sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die umfangreichen Sanktionen der westlichen Staa- ten grundlegend geändert. Die Unsicherheit über die Entwicklung des Krieges belastet den wirt- schaftlichen Ausblick, die Rohstoffpreise haben neue Höchststände erreicht und es drohen erneut Lieferengpässe sowie Knappheiten. Das globale Wirtschaftswachstum wird durch die Auswirkungen des Krieges in diesem Jahr ge- bremst. Nachdem zu Jahresbeginn ein kräftiger Wachstumsschub in Folge sinkender Infektions- zahlen ab dem Frühsommer prognostiziert wurde, wird sich diese Erholung nun verschieben und vo- raussichtlich auch schwächer ausfallen. Für die Schwellen- und Entwicklungsländer stellen die hohen Rohstoffpreise ein besonderes Risiko dar. In der Folge des Krieges wird es zu grundle- genden Anpassungen bei den globalen Produkti- ons- und Lieferketten kommen, um die Abhängig- keiten gegenüber regionalen Störungen zu redu- zieren. Demgegenüber stehen aber auch positive Ent- wicklungsstränge, die das globale Wirtschafts- wachstum in diesem Jahr anschieben dürften. Die Covid-Belastungen der Wirtschaft sollten in den kommenden Monaten weiter zurückgehen und es wird eine große Wahrscheinlichkeit gesehen, dass es im Herbst zu keinen nennenswerten Einschrän- kungen mehr kommen wird. In vielen Industrieländern besteht zudem nach wie vor eine hohe Überersparnis sowie ein damit verbundener Nachfragestau. Auch wenn ein Teil der Überersparnis durch die hohen Inflationsraten „aufgezehrt“ wird, sollte dies tendenziell für wei- terhin solide Perspektiven beim privaten Konsum sorgen. Hinzu kommt, dass in vielen Staaten die Absicht besteht, die Investitionstätigkeit in den kommenden Jahren kräftig anzukurbeln, um den wirtschaftlichen Umbau in Richtung Dekarbonisie- rung und Digitalisierung voranzubringen. Dennoch werden die weltwirtschaftlichen Belas- tungsfaktoren, vor allem durch die sich weiter be- schleunigende Inflation, vorerst ein Übergewicht erhalten. Die Wachstumsprognose für das Ge- samtjahr 2022 wurde nach unten revidiert; aus heutiger Sicht erwarten wir ein globales Wirt- schaftswachstum von rund 4 %. Im kommenden Jahr sollte die Wirtschaftsleistung dann um etwa 3,5 % zulegen. Dämpfer für das Wirtschaftswachstum im Euroraum Noch zu Beginn des Jahres wurde für das Frühjahr eine kräftige Erholung des Wirtschaftswachstums prognostiziert. Mit rückläufigen Infektionszahlen Autorin Friederika Boehme (friederika.boehme@bdb.de) Volkswirtschaft Bundesverband deutscher Banken e. V. www.bankenverband.de Seite 2 / 4 sollte es zu starken Nachholeffekten und einer Wiederbelebung der Wirtschaft im Euroraum kom- men. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat al- lerdings eine neue Realität geschaffen. Die um- fangreichen Sanktionen und die Situation in der Ukraine führen zu Lieferengpässen, Knappheiten und vor allem zu deutlichen Preissteigerungen, die die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2022 belasten werden. Ab dem zweiten Halbjahr sollte es im Euroraum mit einem Abflauen des Infektionsgeschehens vo- raussichtlich zu Nachholeffekten kommen, die die wirtschaftliche Erholung ankurbeln. Der Arbeits- markt entwickelt sich ebenfalls positiv. Die Ar- beitslosenquote (saisonbereinigt) für den gesam- ten Euroraum lag mit 6,8 % im Januar 2022 erst- mal unterhalb der 7 %-Marke. Für den Jahres- durchschnitt 2022 erwarten wir ebenfalls eine Ar- beitslosenquote von 6,8 %. Sollte es im Laufe des zweiten Halbjahres zu ei- nem Rückgang der Rohstoffpreise kommen, wäre für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 3 % möglich. Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass es nicht zu einem Importstopp von russischem Erdöl und Erdgas kommen wird. Für das Jahr 2023 wird im Euroraum dann ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von rund 2 ½ % erwartet. Wenn die Energiepreise allerdings in Folge des Krieges weiter steigen und sich Knappheiten er- geben, könnte dies zu Produktionsausfällen, In- solvenzen und einer höheren Arbeitslosigkeit füh- ren. In einem solchen Szenario wäre für den Eu- roraum sogar ein deutlicher Rückgang des Wirt- schaftswachstums im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres möglich. Inflation auch längerfristig auf einem höhe- ren Niveau Die Inflationsrate im Euroraum ist zuletzt auf ei- nen Rekordwert gestiegen. Der sprunghafte An- stieg der Energiepreise wird den Preisdruck auch in den kommenden Monaten erhöhen, wodurch es zu Inflationsraten von über 7 % kommen kann. Unter der Annahme, dass die Energiepreise im zweiten Halbjahr wieder sinken werden, würde die Inflationsrate im Durchschnitt des laufenden Jah- res im Euroraum rund 6 % betragen. Die um Energiepreise und Nahrungsmittel bereinigte Kernrate sollte mit 2,8 % ebenfalls auf einem deutlich erhöhten Niveau liegen. Die hohe Infla- tion beruht somit längst nicht mehr vorwiegend auf den teureren Rohstoffen und Nahrungsmitteln, sondern wird insgesamt breiter. Auch das Risiko für Zweitrundeneffekte hat deut- lich zugenommen, nicht zuletzt wegen der guten Arbeitsmarktentwicklung. Die Situation am Ar- beitsmarkt dürfte deshalb auch in den kommen- den Jahren zu vermehrtem Preisdruck führen; der demografisch bedingte Fachkräftemangel macht sich bereits bemerkbar. Der Krieg in der Ukraine und die westlichen Sank- tionen werden die nachhaltige Transformation der Wirtschaft aufgrund der Abhängigkeiten von russi- schem Erdöl und Erdgas beschleunigen und somit zu einem Preisanstieg und deutlich höheren Fis- kalausgaben führen - nicht nur für den Umbau der Wirtschaft, sondern auch in der Verteidigungspoli- tik. Um Abhängigkeiten zu verringern, wird es zu einer Neujustierung globaler Lieferketten kom- men, was zu einem zusätzlichen Anstieg der Pro- duktionskosten führt. Die Teuerungsrate wird somit auch in den kom- menden Jahren deutlich über dem Niveau vor der Pandemie liegen. Für das Jahr 2023 erwarten wir im Euroraum eine Inflationsrate von 2,4 %, die Kernrate wird voraussichtlich leicht darüber lie- gen. Die Deflationsrisiken der vergangenen De- kade sind definitiv vorüber. Negative Leitzinsen passen nicht mehr zum veränderten Preisumfeld Der Inflationsausblick verdeutlicht, dass die Nega- tivzinsen der EZB nicht mehr zu dem grundlegend geänderten Preisumfeld passen. Die EZB sollte da- her umgehend einen Fahrplan für ein Ende der Negativzinspolitik noch in diesem Jahr vorlegen. Ansonsten besteht das Risiko, dass auf dem Kapi- talmarkt Risikozuschläge eingepreist werden. Es Bundesverband deutscher Banken e. V. www.bankenverband.de Seite 3 / 4 braucht ein klares Signal der EZB, dass sie das geänderte Umfeld wahrnimmt und entsprechend bereit ist, zu reagieren. Aufgrund des Krieges in der Ukraine bestehen zwar Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung des Wirtschaftswachstums im Euroraum. Die EZB hat zurzeit aber wirkungsvollere Instrumente, um auf mögliche Verspannungen an den Finanz- und Kreditmärkten zu reagieren. Sie könnte befristete Kaufprogramme starten und auf Sonderkonditio- nen für Langfristtender (TLTROs) setzen. Deutschland: Erholung kommt später und wird deutlich flacher ausfallen Der starke Anstieg der Energiepreise und zuneh- mende Lieferengpässe setzen der deutschen Wirt- schaft besonders zu. Zum einen ist sie im hohen Maße von Energielieferungen aus Russland abhän- gig, die nun zügig substituiert werden sollen. Zum anderen ist die deutsche Industrie besonders eng in globale Produktions- und Lieferketten eingebun- den, was sie in der gegenwärtigen Gemengelage besonders störanfällig macht. Nachdem vor Beginn des Krieges für Deutschland in diesem Jahr noch ein BIP-Anstieg von 3 ½ bis 4 % möglich schien, muss diese Prognose inzwi- schen auf etwas mehr als 2 % (2,2 %) reduziert werden. Eine erhöhte Staatsnachfrage, vor allem im Be- reich der Rüstung, Infrastruktur und Gesundheit sowie die gute Arbeitsmarktsituation sollten das Wirtschaftswachstum in Deutschland dennoch stützen. Hinzu kommt der Nachholkonsum, insbe- sondere im Dienstleistungsbereich, so dass im dritten und vierten Quartal dieses Jahres kräftige Wachstumsraten von jeweils gut 1 % möglich wä- ren. Im Jahresverlauf 2023 sollte sich das Wachstums- tempo wieder „normalisieren“ und auf einer Trendrate von etwa 0,4 bis 0,5 % pro Quartal ein- pendeln. Im Jahresdurchschnitt 2023 würde sich dann ein BIP-Anstieg von knapp 3 % ergeben. Position des Bankenverbandes ◼ Der russische Krieg in der Ukraine hat die wirt- schaftlichen Aussichten grundlegend geändert. Die Wirtschaftsperspektiven werden durch starke Preissprünge und Lieferengpässe deut- lich gedämpft. ◼ Die Negativzinspolitik der EZB passt nicht mehr zum fundamental veränderten Umfeld. Daher sollten die europäischen Währungshüter jetzt einen Fahrplan für ein Ende der Negativzinspo- litik noch in diesem Jahr vorlegen. ◼ Im Falle von massiven Verspannungen auf Fi- nanz- und Kreditmärkten stehen der EZB der- zeit wirkungsvollere Instrumente zur Verfü- gung. So könnte sie befristete Kaufprogramme auflegen und Sonderkonditionen für TLTROs gewähren. Bundesverband deutscher Banken e. V. www.bankenverband.de Seite 4 / 4 Die Konjunkturprognose des Bankenverbands wird halbjährlich durchgeführt und beruht auf einer Um- frage unter den 15 Chefvolkswirten von privaten Banken, die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbands sind. Diese Mitglieder sind: Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, Ausschussvorsitzender Chief Investment Officer, H&A Global Investment Management GmbH Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG Chefvolkswirt, Deutsche Pfandbriefbank AG Chefvolkswirt, NATIONAL-BANK Aktiengesellschaft Chefvolkswirt, ING-DiBa AG Chefvolkswirt, Hamburg Commercial Bank AG Chefvolkswirt Deutschland, UBS Europe SE Chefvolkswirt, M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA Chefvolkswirt, COMMERZBANK Aktiengesellschaft Chefvolkswirt, DONNER & REUSCHEL Chefvolkswirt Deutschland, UniCredit Bank AG Chefvolkswirt, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG Chefvolkswirt für Deutschland, DEUTSCHE BANK AKTIENGESELLSCHAFT Senior European Economist and Managing Director, NATIXIS Zweignie- derlassung Deutschland Dr. Holger Schmieding Burkhard Allgeier Dr. Klaus Bauknecht Daniel Bleiberg Dr. Jan Bottermann Carsten Brzeski Dr. Cyrus de la Rubia Dr. Felix Hüfner Carsten Klude Dr. Jörg Krämer Carsten Mumm Dr. Andreas Rees Stefan Schilbe Stefan Schneider Dr. Dirk Schumacher Für den Bankenverband: Dr. Christian Ossig Markus Becker-Melching Volker Hofmann Hauptgeschäftsführer, Bundesverband deutscher Banken Chief Operating Officer, Bundesverband deutscher Banken Leiter Volkswirtschaft, Bundesverband deutscher Banken Prognoseübersicht Deutschland 2021 2022 1) Bruttoinlandsprodukt Konsumausgaben priv. Haushalte 1) 1) Konsumausgaben des Staates 1) Ausrüstungsinvestitionen 1) Bauinvestitionen 1) 1) + 2,9 + 0,1 + 3,1 + 3,4 + 0,7 + 9,9 + 9,3 + 3,1 2,61 + 2,2 + 4,0 + 1,5 + 2,0 + 1,0 + 6,0 + 7,5 + 5,9 2,28 + 2,9 + 2,7 + 2,0 + 6,0 + 2,5 + 4,2 + 4,2 + 2,5 2,20 Exporte Importe Entwicklung der Verbraucherpreise Zahl der Arbeitslosen (Millionen) 2) 1) Euro-Raum Bruttoinlandsprodukt Entwicklung der Verbraucherpreise (HVPI) 2) 2) Prognose 2023 + 5,2 + 2,6 + 1,5 7,7 + 3,0 + 6,1 + 2,8 6,8 + 2,5 + 2,4 + 2,5 6,3 Kernrate Arbeitslosenquote Finanzmärkte und Rohstoffe 22. März 2022 1,10 0,52 113,50 USD/EUR Rendite Staatsanleihen Deutschl. (10 J.) Ölpreis (USD/Barrel) 1,15 0,60 90,00 1,19 0,90 80,00 1) Reale Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr. 2) Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt.
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North Channel Bank: BaFin hat Entschädigungsfall festgestellt
# North Channel Bank: BaFin hat Entschädigungsfall festgestellt Wasserzeichen Einlagensicherung Einlagensicherungsfonds Bankenaufsicht 25.01.2023 Presseinformation Thomas Schlüter background hero - Einlagen umfangreich geschützt - Entschädigung innerhalb von sieben Arbeitstagen Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 25. Januar 2023 für die North Channel Bank GmbH & Co. KG den Entschädigungsfall gemäß § 10 Absatz 1 Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) festgestellt, da das Institut wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht in der Lage ist, die bei ihm unterhaltenen Einlagen zurückzuzahlen. Die North Channel Bank GmbH & Co. KG ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zugewiesen und dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. Die Einlagen der Kundinnen und Kunden einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe sind im Rahmen des EinSiG von der EdB bis maximal 100.000 Euro pro Einlegerin und Einleger und darüber hinaus vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken bis zur Sicherungsgrenze von 3,268 Millionen Euro pro Einleger geschützt. Der Einlagensicherungsfonds wird sich auch im Namen der EdB in Kürze mit den Einlegerinnen und Einlegern in Verbindung setzen, um die Entschädigung vorzunehmen. Im Rahmen der gesetzlichen Entschädigung nach dem EinSiG werden die Einlegerinnen und Einleger innerhalb von sieben Arbeitstagen nach der Feststellung des Entschädigungsfalls entschädigt. Auch der Einlagensicherungs-fonds entschädigt grundsätzlich freiwillig in dieser Frist. Über Wertpapierdepots kann weiterhin verfügt werden, sofern der Bank hieran keine Sicherungsrechte zustehen. Einleger und Einlegerinnen erhalten weitere Informationen online unter edb-banken.de , einlagensicherungsfonds.de oder telefonisch unter + 49 30 5900 1196 0.
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Umfrage: Female Finance 2023
# Umfrage: Female Finance 2023 Wasserzeichen Geldanlage Sparen Altersvorsorge 07.03.2023 Meinungsumfrage Christian Jung Sylvie Ernoult background hero Female Finance: Unsere repräsentative Umfrage zu "Frauen und Geld" zeigt  ein eher ernüchterndes Bild. Noch immer sind Frauen finanziell schlechter gestellt als Männer - mit den entsprechenden Auswirkungen fürs Sparen, Investieren und die Altersvorsorge. ## Umfrage Female Finance als PDF - 398,83 KB PDF - Datei # Umfrage: Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen wächst background hero 24.05.2021 Meinungsumfrage # Umfrage: Genderaspekte bei der Geldanlage background hero 11.03.2021 Meinungsumfrage
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Drei Wege, ein Studium zu finanzieren
# Drei Wege, ein Studium zu finanzieren Wasserzeichen Verbraucher Kredit Zinsen 21.09.2023 Artikel Kathleen Altmann background hero Mit dem Abitur in der Tasche stellt sich für viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger die Frage: Wie kann ich mir ein Studium leisten? Schließlich liegen die Lebenshaltungskosten von Studierenden nach Angaben des Deutschen Studentenwerks im Schnitt bei monatlich 850 Euro. Wer wenig oder gar keine finanzielle Unterstützung von den Eltern bekommt, muss also auf andere Geldquellen zurückgreifen. Drei Möglichkeiten kommen hier in Betracht: das BAföG, ein Studienkredit oder ein Nebenjob. # BAföG: Hilfe vom Staat Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bietet finanzielle Unterstützung für Studierende, deren eigene finanzielle Mittel oder die ihrer Eltern nicht ausreichen, um sich ein Studium leisten zu können. Wohnen Studierende nicht mehr bei den Eltern, gibt‘s monatlich bis zu 812 Euro vom Staat. Dieser Höchstsatz liegt ab 25 Jahren sogar bei 934 Euro. Der Vorteil des BAföGs: Die Hälfte des Zuschusses ist geschenkt, die andere Hälfte wird als zinsloses Darlehen vergeben. Von der Darlehenssumme müssen insgesamt maximal 10.010 Euro zurückgezahlt werden. Zum BAföG können Studierende monatlich bis zu 520 Euro hinzuverdienen, ohne, dass es Abzüge von der BAföG-Förderung gibt. # Studienkredit als Alternative Allerdings: Nicht jeder Studierende, dem das eigene Geld für die Uni oder FH nicht reicht, bekommt tatsächlich auch BAföG. Daher kann man auch auf das Angebot eines Studienkredits von Banken und Sparkassen zurückgreifen. Aber anders als beim BAföG, fallen beim Studienkredit Zinsen an, die man zusätzlich zur Kreditsumme zurückzahlen muss. Wichtig ist, dass der Kredit zur persönlichen Lebenssituation und zu den eigenen Wünschen passt. Empfehlenswert ist es daher, die eigenen Einnahmen und Ausgaben über einen längeren Zeitraum zusammenzustellen, um den tatsächlichen monatlichen Finanzbedarf zu ermitteln. Auf der Suche nach dem passenden Angebot sollte man sich von mehreren Anbietern beraten lassen. Dabei helfen Fragen wie: Wie flexibel ist das Darlehen hinsichtlich eines Fächerwechsels, eines Auslands- oder Urlaubssemesters oder einer Sonderauszahlung? Wie hoch ist der Zinssatz und ab wann muss der Kredit zurückgezahlt werden? Wichtig sind auch eine genaue Kostenaufstellung und die Höhe der gesamten Rückzahlungssumme, einschließlich möglicher Varianten, um das Darlehen zu tilgen. Tipp: An der Uni vor Ort nachfragen – manchmal gibt es hochschulspezifische Angebote. # Nebenjob während des Studiums Viele Studierende in Deutschland jobben neben der Uni, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren. Ideal ist ein Minijob. Studierende dürfen dann zwar nur bis zu 520 Euro im Monat verdienen, dafür können sie aber in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse ihrer Eltern kostenlos mitversichert bleiben. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auch Sonderzahlungen hinzugerechnet werden. Wer beispielsweise mit Urlaubs- oder Weihnachtsgeld über die Grenze von 520 Euro kommt, gilt nicht mehr als geringfügig beschäftigt. In diesem Fall bietet sich ein Job als Werkstudentin oder Werkstudent an: Bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem (Vollzeit-)Studium sind dann erlaubt. Achtung: Wer BAföG bekommt, darf nicht mehr als 6.240 Euro im Bewilligungszeitraum (in der Regel zwei Semester) verdienen, sonst wird der Zuschuss gekürzt. In den Semesterferien ein Jobangebot anzunehmen, ist eine weitere Möglichkeit, sein Studium zu finanzieren Das kann natürlich anstrengend sein und unter Umständen vom Studium ablenken. Aber andererseits können Studierende damit auch schon erste Berufserfahrungen sammeln – und eine Verschuldung vermeiden. Und: Wer auf Darlehen nicht angewiesen ist, muss auch keine Abzüge fürchten; die Höhe des Einkommens oder die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit spielen in dem Zusammenhang keine Rolle.
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Europa braucht ein Ökosystem digitaler Zahlungsmittel
# Europa braucht ein Ökosystem digitaler Zahlungsmittel Wasserzeichen Digitalisierung EZB Digitaler Euro 28.01.2022 Zitat background hero Das Europäische Parlament hat einen Report veröffentlicht, in dem zwei Wissenschaftler die Wichtigkeit des digitalen Euros betonen. Für Tobias Tenner, den Leiter Digitalisierung des Bankenverbands, ist das ein wichtiges Zeichen: „Das Europäische Parlament beschäftigt sich mit dem vorliegenden Report intensiver mit dem digitalen Euro. Das ist aus Sicht der privaten Banken richtig. Allerdings sollte der Fokus nicht allein auf einem digitalen Euro der EZB liegen. Vor allem mit Blick auf die digitale Souveränität Europas braucht es ein Ökosystem digitaler Zahlungsmittel, von dem Verbraucher, Unternehmen und Banken profitieren können. Europa muss die heutigen Geldformen weiterentwickeln, um global wettbewerbsfähig zu bleiben und den Anforderungen der digitalen Ökonomie gerecht werden zu können.“ ## report_digitaler_euro.pdf - 6.156,39 KB PDF - Datei
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Spartipps, die jeder schaffen kann!
# Spartipps, die jeder schaffen kann! Wasserzeichen Sparen Verbraucher Niedrigzinsen 05.01.2023 Artikel Sylvie Ernoult background hero Viele Menschen wollen gerne sparen, doch im Alltag fällt das gar nicht leicht. Wir geben deshalb vier neue Spartipps, die jeder schaffen kann. # Spartipp 1: die 52 Wochen-Challenge Die 52 Wochen-Challenge bleibt eine meiner liebsten Methoden, um spielerisch ein kleines Vermögen anzusparen. Das Prinzip der 52 Wochen-Challenge ist denkbar einfach: Jede Woche wird an einem gleichbleibenden Tag – zum Beispiel am Sonntag – ein Euro mehr in die Spardose geworfen als in der Vorwoche. Das heißt konkret, dass in der ersten Woche ein Euro, in der zweiten zwei Euro, in der dritten drei Euro und am Ende des Jahres, also in der 52. Woche, 52 Euro gespart werden. Wenn dann an Silvester die Spardose ausgeleert wird, sind insgesamt 1.378 Euro zusammengekommen, die zum Beispiel in einen Urlaub fließen können. # Spartipp 2: der Fünf-Euro-Trick Der Fünf-Euro-Trick ist schnell erklärt: Jedes Mal, wenn ein 5-Euro-Schein im Portemonnaie landet, wird dieser aussortiert und in eine Spardose gelegt. Auch wenn dadurch nicht genau klar ist, wieviel Geld am Ende des Jahres im Sparschwein gelandet sein wird, sammelt sich über die Zeit hinweg doch einiges zusammen. Selbstverständlich lässt sich dieser Trick auch auf andere Stückelungen, zum Beispiel 1- oder 2-Euro-Münzen anwenden. # Spartipp 3: Die Konsumdiät Wer kennt das nicht? Black Friday und ständige Sale- sowie Rabattaktionen. Die Verführung zum spontanen Kauf ist allgegenwärtig, langfristiges Sparen fällt schwer. Mit der Konsumdiät kann man sein eigenes Verhalten bewusst hinterfragen und so überflüssige Spontankäufe vermeiden. Die einfache Regel lautet: Alle Wünsche kommen zuerst auf einen Merkzettel und werden nach einem Monat noch einmal angeschaut. Nur wenn der Wunsch dann immer noch besteht, darf man zuschlagen. Ansonsten wird das Geld gespart. Klingt einfach, ist aber wirksam. Das Gute an der Konsumdiät ist, dass sich jeder frei entscheiden kann, worauf er verzichten will. Eine andere Variante der Konsumdiät besteht darin, bereits getätigte Hamsterkäufe erst einmal aufzubrauchen, bevor Neues hinzukommt. So können zum Beispiel Kleidungsstücke neu kombiniert werden. Verbrauchsgegenstände wie Parfum, Haushaltsmittel oder Pflegeprodukte werden konsequent aufgebraucht, bevor neue angeschafft werden. Der Konsumdiät kann man sich natürlich auch im Team stellen. So definiert man gemeinsam mit seinen Freunden, worauf beispielsweise sechs Monate oder ein Jahr lang verzichtet werden soll. # Spartipp 4: Aufrunden zu Ihren Gunsten Jedes Mal, wenn Sie sich etwas gönnen, ganz gleich ob es ein Konsumgut ist oder ob Sie essen gehen, runden Sie den Betrag auf und sparen die Differenz. Wie funktioniert das? Kosten neue Schuhe beispielsweise 75,99 Euro, so rechnen Sie innerlich mit 80 Euro und überweisen sich 4,01 Euro auf ein Tagesgeldkonto. Natürlich können Sie nach Möglichkeit auch großzügiger aufrunden – etwa immer auf die nächsten 50 oder 100 Euro. Kosten die neuen Schuhe 75,99, überweisen Sie sich dann 24,01 Euro. Kosten die Schuhe 155 Euro, so überweisen Sie sich 45 Euro usw. Mit Blick auf die aktuell niedrigen Zinsen sollten Sie jedoch Ihr Geld nicht auf dem Konto versauern lassen. Ist Ihr Tagesgeldkonto gut mit Notgroschen für Unvorhersehbares gefüllt, so sollten Sie das zurückgelegte Geld zum Beispiel in einen Aktienfonds investieren. Dies ist schon für verhältnismäßig kleines Geld möglich. Denn so kann das Geld ohne Zutun weiter „arbeiten“ und sich vermehren. Beim Sparen ist es aber wie bei allen guten Vorsätzen: Durchhalten ist das, was am schwersten fällt. Außerdem ist es nicht in jeder Lebenssituation möglich, Geld beiseite zu legen. Dann bietet es sich an, einen Kassensturz der laufenden Kosten zu machen und zu schauen, ob und wo Einsparungen möglich sind. Von Handyverträgen, Stromkosten bis hin zu Kontoführungsgebühren sollte eine kritische Durchsicht laufender Kosten mindestens einmal im Jahr erfolgen. Letztlich kommt man an einer Wahrheit nicht vorbei: Sparen kann man nur das Geld, das man nicht ausgibt.
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Wirtschaft im Umbruch finanzieren
- Start: 26.05.2023 | 12:00 Uhr - Ende: 26.05.2023 | 12:45 Uhr Sehen Sie hier die Aufzeichnung unserer Diskussion mit Hildegard Müller und Michael Kotzbauer BOS - Wirtschaft im Umbruch finanzieren BOS - Wirtschaft im Umbruch finanzieren . Source: Vimeo # Programm Die deutsche Wirtschaft hat sich in den Krisen der vergangenen Jahre als überaus robust erwiesen. Nun stehen die Unternehmen vor einem Jahrzehnt der Investitionen, um die Transformation zu einer nachhaltigen und digitalen Wirtschaft sowie zur Klimaneutralität zu erreichen. Die hohe Inflation und ein weiterhin angespanntes geopolitisches und makroökonomisches Umfeld fordern Unternehmen samt deren Finanzierung weiterhin heraus. Hierzu diskutieren Hildegard Müller , Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, und Michael Kotzbauer , Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG und Vorsitzender des Ausschusses für Unternehmensfinanzierung des Bankenverbandes, moderiert von Margaret Heckel . Während der Diskussion haben Sie per Chat die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen. 14.00 Uhr Begrüßung 14.03 Uhr Einführung 14.10 Uhr Diskussion & Fragen aus dem Publikum - Michael Kotzbauer , Mitglied des Vorstands, Commerzbank AG, sowie Vorsitzender des Ausschusses für Unternehmensfinanzierung des Bankenverbandes - Hildegard Müller , Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie 14.45 Uhr Ende der Veranstaltung Moderation: Margaret Heckel , Journalistin und Autorin Kontakt: anmeldung@bdb.de
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26. Mai 2015 # Positionspapier des Bankenverbandes zur Regulierung von FinTech-Unternehmen ## Aktionsfelder von FinTech-Unternehmen  Der Begriff „FinTech“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Financial Services“ und „Tech- nologies“ zusammen. Er bezeichnet Unternehmen, die durch moderne, meist internetbasierte Technologien den Kundennutzen bei Finanzdienstleistungen und finanznahen Dienstleistungen optimieren möchten. Sie agieren hierbei entweder als Bestandteil der Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistern oder treten selbst als Anbieter oder Vermittler von solchen Dienst- leistungen gegenüber den Kunden auf.  FinTech-Unternehmen (FinTechs) adressieren somit auch die Geschäftsfelder von Banken, indem sie deren Angebote ergänzen, ersetzen oder sich im Verhältnis Kunde und Bank als Intermediär betätigen.  FinTechs finden sich in der gesamten Bandbreite von Unternehmen  von StartUps bis hin zu etablierten internationalen Großkonzernen. Kundennutzen und Wettbewerb  FinTechs definieren Finanzdienstleistungen häufig neu und fokussieren sich insbesondere darauf, den Kundennutzen auszudehnen und zu verbessern. Zudem werden Kundenwünsche zum Teil erst aus dem Sichtbarmachen und Angebot neuer, meist technikbasierter Kunden- lösungen der FinTechs geschaffen. Teilweise setzen sie dabei mit ihren Angeboten, z. B. im Zahlungsverkehr, auf bestehende Bankeninfrastrukturen auf.  FinTechs treiben deshalb Innovationen voran und fördern den Wettbewerb.  Diese Entwicklungen werden von den privaten Banken positiv aufgenommen  es entstehen Synergieeffekte, Kooperationsmöglichkeiten und Kostensenkungspotenziale. Wettbewerbsbedingungen  Politik und Finanzaufsicht haben sich in den letzten Jahren zurecht für eine strenge Regu- lierung des Bankgeschäfts – insbesondere des Kredit- und Einlagengeschäftes sowie der Anlageberatung – eingesetzt und dessen Risikotragfähigkeit deutlich verbessert. Aufgrund umfangreicher Berichtspflichten und tiefer, auch präventiver Eingriffsrechte der Aufseher hat sich die Finanzmarktstabilität insgesamt erhöht. Seite 3 / 4  Hinsichtlich der FinTechs besteht in Politik und Behörden jedoch noch keine einheitliche und abgeschlossene Auffassung: Bankenregulierer und -aufseher urteilen mit Blick auf die Finanz- marktstabilität eher konservativ, Politik und Kartellbehörden betonen die innovative und wettbewerbsfördernde Komponente.  Aus Sicht der privaten Banken gehen die Optimierung von Kundennutzen und die Innovation von Finanzdienstleistungen einher mit Finanzmarktstabilität, fairer Risikoverteilung, Verbrau- cherschutz und Produktsicherheit. Dieses Spannungsfeld ist von jeder Bank und von jedem Marktteilnehmer fortlaufend zu beobachten, Chancen und Risiken für Marktteilnehmer (Banken, FinTechs und ihre jeweiligen Kunden) sind jeweils unabhängig zu bewerten und abzuwägen. Politik, Finanzaufsicht, Kartellbehörden und Marktteilnehmer müssen hier im Interesse von Kunden, Marktteilnehmern und dem Finanzstandort Deutschland ein gemein- sames Verständnis entwickeln, wie es im engeren Bereich der Bankenaufsicht bereits seit langem besteht.  Etliche Geschäftsmodelle von FinTechs basieren darauf, die von Banken ihren Kunden zur Verfügung gestellte technische Infrastruktur zu nutzen. Sie profitieren damit von einer Platt- form, die höchsten Sicherheitsanforderungen und strengen aufsichtlichen Vorgaben genügt, deren Betrieb aber aufwändig und kostenintensiv ist. Banken ermöglichen somit oft erst bestimmte Geschäftsmodelle von FinTechs. Die Position der privaten Banken  FinTechs beleben mit ihren Ideen und Lösungen den Markt und fördern den Fort- schritt. Die privaten Banken begrüßen diese Impulse zur Entwicklung neuer und Weite- rentwicklung bestehender Finanzdienstleitungen, von denen Kunden, Banken und die Volkswirtschaft insgesamt profitieren können.  Der durch starke Innovation und Dynamik der FinTechs beförderte Wettbewerb bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte und Chancen für alle Seiten. Die privaten Banken sehen FinTechs als Partner für Kooperationen, die zu Innovationen, zum gegenseitigen Vorteil im Bankgeschäft und zum Nutzen der Kunden führen.  FinTechs, die in den Wettbewerb zu tradierten Anbietern und Geschäftsmodellen treten, leisten wichtige Impulse für den hiesigen Wirtschaftsstandort und zur Befriedigung von Kundenbedürfnissen. Neue Geschäftsansätze und -modelle sollten von der Politik und Aufsicht positiv aufgenommen werden, ohne dabei den Schutz der Kunden und die Funktionsfähigkeit der Volkswirtschaft aus dem Auge zu verlieren.  Insgesamt sollte das Chancenpotential von allen Marktteilnehmern, von neuen wie von etablierten Anbietern gleichermaßen, genutzt werden können. Das bedeutet, dass auch Banken nicht per se und ohne Beachtung des betroffenen Geschäfts strenger reguliert oder beaufsichtigt werden als andere Marktteilnehmer. Generell muss gelten: Gleiches Geschäft muss den gleichen Regeln unterliegen („level playing field“), da nur so Chancen und Risiken gleich verteilt werden. Andernfalls finden Innovationen schwerer den Weg in den Markt und es werden auf Disruption abzielende Geschäftsmodelle unangemessen bevorzugt.  Im Interesse der Funktionsfähigkeit der Volkswirtschaft und des Kundenschutzes ist es gleich- zeitig die Aufgabe von Politik und Aufsicht, den Kernbereich des Bankgeschäfts und das damit verbundene Aufsichtsregime zu wahren. Auch FinTech-Unternehmen müssen sich danach richten und mit aufsichtsrechtlicher Genehmigung arbeiten, soweit es ihre Geschäfts- tätigkeit erfordert.  Die Einhaltung allgemeiner Gesetze (zum Beispiel von Verbraucher- und Datenschutz- vorschriften) muss von allen Marktteilnehmern erwartet werden, genauso wie die effektive Durchsetzung geltenden Rechts ihnen gegenüber.  Die privaten Banken sind überzeugt, dass sie mit ihrem auf langfristige Kunden- beziehungen angelegten Geschäftsmodell, das umfassende Dienstleistungen bietet und mit hohen Produkt- und Kundenschutzstandards arbeitet, in einem fairen Wett- bewerb bestehen können. Banken werden auch in Zukunft Innovationen in Produkten, Technik in Kundennutzen umsetzen. Umfassende Aufsicht, gute Kundenbeschwerdemöglichkeiten, langfristige und verlässliche Bereitstellung der Dienstleistungen und hohe Absicherungen sind Vorteile der Banken, die ein hohes Vertrauen der Kunden begründen und im Interesse der Volkswirtschaft insgesamt sind. Mit der Integration von FinTech-Angeboten können sie ihre Kundenbindung erhöhen.
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Recht und Geldwäscheprävention
Die Themengruppe Recht berät den Verband und seine Mitgliedsbanken auf verschiedenen Gebieten des zivilen und öffentlichen Rechts sowie zur Anti-Geldwäsche- und wettbewerbsrechtlichen Compliance. Wichtige Arbeitsschwerpunkte sind die Betreuung der AGB-Banken und verschiedener weiterer Vertragswerke und Standards, die Begleitung der Rechtspolitik und der Rechtsetzung sowie die Analyse der Rechtsprechung auf bankrelevanten Sachgebieten. # Kontakt Wasserzeichen background hero Thorsten Höche Themengruppenleiter, Managing Director +49 30 1663-3100 E-Mail senden background hero Lucas-Michael Beck Associate +49 30 1663 1552 E-Mail senden background hero Jörg Buschan Associate Director +49 30 1663 1579 E-Mail senden background hero Wulf Hartmann Director +49 30 1663 3140 E-Mail senden background hero Dr. Lambert Köhling, LL.M. Director +49 30 1663 3150 E-Mail senden background hero Thomas Lorenz Themengruppenleiter, Director +49 30 1663 3190 E-Mail senden background hero Dr. Elmira Mamedowa-Ahmad Associate +49 30 1663 1543 E-Mail senden background hero Dr. Andreas von Oppen Associate Director +49 30 1663 3125 E-Mail senden background hero Lothar Wand Director +49 30 1663 3130 E-Mail senden background hero Assistant +49 30 1663 3101 E-Mail senden
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Newsroom
# Newsroom In unserem Newsroom finden Journalistinnen und Journalisten die Kontakte unseres Teams Media Relations. Hier gibt es auch die aktuellen Presseinformationen, die nach verschiedenen Themenbereichen gefiltert werden können. Allgemeine Anfragen können Sie an die Kolleginnen in unserem Sekretariat richten. Sie erreichen diese telefonisch unter +49 30 1663 1201, +49 30 1663 1202 und +49 30 1663 1203. # background hero Thomas Schlüter Bereichsleiter Kommunikation, Pressesprecher für Regulierung der Finanzmärkte, Bankenaufsicht, Einlagensicherung +49 30 1663 1230 E-Mail senden background hero Dr. Kerstin Altendorf Pressesprecherin für Nachhaltigkeit im Finanzsystem, Volkswirtschaft und Kapitalmärkte +49 30 1663-1250 E-Mail senden background hero Tanja Beller Pressesprecherin für Unternehmensfinanzierung, Zahlungsverkehr, Banktechnologie und Sicherheit +49 30 1663-1220 E-Mail senden background hero Juliane Weiß Pressesprecherin für Regulierung der Finanzmärkte, Einlagensicherung, Finanzbildung, Steuern, Geldwäsche und Finanzfritzen/Instagram +49 30 1663-1514 E-Mail senden background hero Morgaine Gerlach Pressesprecherin für Digital- und Verbraucherthemen +49 30 1663 1595 E-Mail senden background hero Kathleen Altmann Specialist für Verbraucherthemen +49 30 1663 1286 E-Mail senden background hero Katrin Hoffmann Assistant +49 30 1663 1202 E-Mail senden
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""Wir wollen etwas bewegen"": Social Impact Banking der HypoVereinsbank
# "Wir wollen etwas bewegen": Social Impact Banking der HypoVereinsbank Wasserzeichen Gesellschaft Unternehmen Nachhaltigkeit 20.05.2022 Artikel Irina Detlefsen background hero ESG – diese drei Buchstaben verändern derzeit die Wirtschaft. Sie stehen für Environmental, Social and Governance, zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Es geht um die nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Die öffentliche Wahrnehmung wird dabei dominiert vom Thema Klimaschutz. Auch bei der HypoVereinsbank, ein Unternehmen der UniCredit Gruppe, spielt der Klimaschutz eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig setzen wir uns in der Bank seit Jahren für soziale Inklusion ein. Im Jahr 2019 haben wir unser gesellschaftliches Engagement erweitert und Social Impact Banking erstmals in Deutschland eingeführt. Social Impact Banking umfasst die Unterstützung und Finanzierung von Unternehmen und Organisationen bei Projekten mit messbarer positiver Wirkung für die Gesellschaft sowie die Stärkung des Finanzwissens in der Bevölkerung mit einem breiten Förder- und Trainingsangebot. Hier bieten wir im Bereich Financial Education & Volunteering vielfältige digitale Finanzbildungs- und Mentoring-Formate an. # Benachteiligte Jugendliche im Fokus Unsere Programme zielen darauf ab, die Finanzbildung besonders von benachteiligten Jugendlichen und jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten die Bildungslücke, die in diesem Bereich oft besteht, zu schließen. Einen elementaren Baustein unseres Angebots bilden dabei Finanz-Workshops, die die HypoVereinsbank mit sozialen Partner-Organisationen wie JOBLINGE oder ArrivalAid seit der Corona-Pandemie ausschließlich digital durchführt. Bis Ende April dieses Jahres haben mehr als 3000 junge Menschen von 210 Finanz-Workshops und anderen Trainingsformaten profitiert. Das ist möglich dank des großen ehrenamtlichen Engagements von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bank, die als HVB Volunteers ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Drei Workshop-Teilnehmende zeigten sich so sehr von den Finanzthemen begeistert, dass sie sich unmittelbar für eine Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau bei der HypoVereinsbank entschieden. Sehr stolz sind wir auch darauf, dass die HypoVereinsbank im vergangenen Jahr für ihre Financial Education-Maßnahmen als erste Bank in Deutschland mit dem Gütesiegel „Trusted Education“ der Stiftung Finanzbildung ausgezeichnet wurde. # Gründerprogramm „Entrepreneurship Inklusiv“ Unser Flagship-Integrationsprojekt heißt „Entrepreneurship Inklusiv“ – es ist ein Gründer-Mentoring-Programm für inklusive Schülerklassen, das die HypoVereinsbank gemeinsam mit der Stiftung Pfennigparade und der Social Entrepreneurship Akademie initiierte. Wir möchten damit jungen Menschen den Start ins Berufsleben erleichtern und ihnen wichtiges Wissen vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler, mit und ohne Behinderung, erlangen in diesem Gründerprogramm Kompetenzen in Social Entrepreneurship und lernen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen mit unternehmerischem Denken anzugehen. Nach einem Intensiv-Workshop entwickeln sie in rund vier Monaten ihre Geschäftsmodelle – unterstützt durch gezieltes Mentoring der HVB Volunteers. In einer Abschlussveranstaltung präsentieren die jungen Leute ihre Ideen und ausgereiften Modelle einer Jury.  „Entrepreneurship Inklusiv“ wird inzwischen komplett digital durchgeführt; auch die Schülerinnen und Schüler in den Teams haben vor allem digitale Ideen und entwickeln in ihren Projekten auch inklusive und nachhaltige Apps. Vor kurzem endete die dritte Runde „Entrepreneurship Inklusiv 3.0“, in der vier inklusive Schülerteams von je zwei HVB Volunteers begleitet wurden. Unter anderem haben sich die Teams mit einer barrierefreien Planungs-App zur Vereinfachung des Schulalltags sowie mit einem Social Media Kanal zum Thema Lichtverschmutzung beschäftigt. Das Team „Lichtverschmutzung“ wurde jüngst von der Stiftung Finanzbildung im Rahmen von „Jugend wirtschaftet“ für die nachhaltigste Idee und überzeugendste Präsentation ausgezeichnet. Was besonders erfreulich ist: Ein junges Team aus „Entrepreneurship Inklusiv 2.0“ arbeitet auch nach der Abschlusspräsentation weiter an seinem Projekt,  einer CO2-Einspar-App. Diese soll den CO2-Verbrauch ihrer Nutzerinnen und Nutzer über einen längeren Zeitraum messen und Anreize für eine nachhaltigere Lebensweise schaffen. Sie sollen berechnen können, wie der Einkauf bestimmter Waren oder die Wahl eines bestimmten Verkehrsmittels ihren ökologischen Fußabdruck beeinflusst. Der Prototyp der App wurde inzwischen live mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HypoVereinsbank getestet, das Geschäftsmodell geschärft und weiterentwickelt. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung konnte das Gründer-Mentoring-Programm ausgebaut und weitere soziale Organisationen und Schulen ins Boot geholt werden. „Entrepreneurship Inklusiv 4.0“ startete im April. Beeindruckend sind nicht nur die tollen Ideen der Jugendlichen, sondern auch die Art und Weise, wie sie diese weiterverfolgen. Die begleitenden Pädagoginnen und Pädagogen berichten begeistert, wie sich die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Projektes auch persönlich weiterentwickeln. Viele Mentorinnen und Mentoren beobachten ein gestärktes Selbstvertrauen und ein selbstbewussteres Auftreten und Handeln ihrer Schützlinge. Auch das ist uns als Ergebnis des Programms sehr wichtig. # E-Learning-Tools „Start Up Your Life“ und geldwissen2go.de Die HypoVereinsbank bleibt in der Weiterentwicklung ihrer Financial Education & Volunteering-Programme klar auf Digitalisierungskurs. Einige soziale Partner arbeiten bereits mit dem E-Learning-Programm „Start Up Your Life“, mit dessen Hilfe sich Jugendliche in 12 Lektionen selbstständig kompaktes Finanz- und Wirtschaftswissen erarbeiten können. Ein weiteres Plus ist das Abschluss-Zertifikat, das alle Absolvierenden erhalten, und das sie beispielsweise künftigen Bewerbungen hinzufügen können. Auch ein Highlight: Unsere webbasierte App geldwissen2go.de. Mit ihr können Jugendliche neben Infotexten zu relevantem Finanz- und Wirtschaftswissen – inklusive kurzer Wissenstests – ebenso Videos mit aktuellen Informationen etwa rund ums erste Gehalt oder die erste Wohnung abrufen. „Wir wollen Impulsgeber und Förderer von Veränderungsprozessen sein, die unsere Gesellschaft verbessern“ – das ist das Motto und unsere Motivation für alle unsere Aktivitäten des Social Impact Bankings der HypoVereinsbank. Zum Wohle der jungen Menschen, die daran teilnehmen, und der gesamten Gesellschaft.
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23. Oktober 2023 # Eckpunktepapier ## des Bankenverbandes zur Rolle des Bankensektors bei der Erhaltung der Biodiversität Lobbyregister-Nr. R001458 EU-Transparenzregister-Nr. 0764199368-97 ### 1. Was der Verlust an Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bedeutet Der Verlust der biologischen Vielfalt stellt, neben dem Klimawandel, in den nächsten 10 Jahren ein wesentliches globales Risiko für die Menschheit dar. Dies zeigt der Global Risks Report 2023 1 , veröffentlicht vom World Economic Forum. Im Vergleich zum hohen Stellenwert von Klimaschutzaspekten spielt der Schutz von Ökosystemen und Biodiversität in der Wirtschaft allerdings noch eine Nischenrolle. Dies dürfte sich jedoch in absehbarer Zeit ändern, wie zuletzt die UN-Biodiversitätskonferenz im Dezember 2022 in Montreal gezeigt hat, auf der ein neues globales Rahmenabkommen für den Schutz der Biodiversität vereinbart wurde. Dabei werden Unternehmen und Finanzinstitutionen direkt mit in die Zielvorgaben einbezogen, um die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die biologische Vielfalt und entstehende Risiken in den Blick zu nehmen. Biodiversität bezieht sich auf die Vielfalt des Lebens auf der Erde, einschließlich der Artenvielfalt, der genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Ökosysteme. Diese Vielfalt ist stark bedroht. Das Artensterben und der Ökosystemverlust schreiten aktuell in einem nie gekannten Ausmaß voran, was zahlreiche Studien belegen. So ging zum Beispiel der Bestand an Wirbeltierarten zwischen 2 1970 und 2018 um 69 % zurück. Zudem ging allein zwischen 1900 und 2000 rund 75 % der 3 Pflanzenvielfalt verloren. Schätzungen zufolge sind etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten vom 4 Aussterben bedroht. Zu den wesentlichen Treibern der Biodiversitätskrise zählen der Klimawandel, die ausgeweitete Nutzung von terrestrischen, maritimen und Süßwasserflächen, die Umweltverschmutzung, die Nutzung und Überbeanspruchung natürlicher Ressourcen und das Ausbreiten invasiver Arten. Hinzu kommen indirekte Treiber wie der demografische Wandel, ökonomisch-technologische Entwicklungen sowie menschliche Verhaltensweisen im Allgemeinen (Ernährungsweisen, etc.). Der fortschreitende Verlust an Biodiversität droht massive Auswirkungen auf unseren Planeten und die menschliche Lebensgrundlage zu haben. Biodiversität ist von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren unseres Planeten, da Biodiversität eine Vielzahl von ökologischen Dienstleistungen („Ökosystemdienstleistungen“) bereitstellt. Dazu gehören unter anderem Insektenbestäubung, die Bereitstellung natürlicher Ressourcen (z. B. Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Getreide), Verwendung von Pflanzen im Arzneimittelsektor, Reinigung des Wassers und der Luft, der Schutz vor Naturkatastrophen sowie die Regulierung des Klimas und der 1 2 3 4 WEF (2023), “Global Risks Report 2023”. WWF (2022), “Living Planet Report”. FAO (2020), “Crop biodiversity: use it or lose it”. IPBES (2019), “Global assessment report on biodiversity and ecosystem services”. Wasserqualität. So sind 80 % der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) nicht erreichbar, wenn die Biodiversität nicht erhalten und ausreichend geschützt wird. 5 Beispielsweise sind 70 % aller Krebsmedikamente pflanzlichen Ursprungs oder synthetische Nachahmungen biologischer Wirkstoffe. Mit jeder ausgestorbenen Art verliert unsere Gesellschaft eine potenzielle genetische 6 Ressource, die z. B. als Wirkstoff für Medikamente dienen kann. Klimaschutz und Biodiversitätserhalt hängen eng miteinander zusammen. Eine intakte Biodiversität kann zur Verringerung/Speicherung von CO2-Emissionen beitragen und somit einen wichtigen Beitrag zur CO2-Absorption leisten. Gesunde Ökosysteme (z.B. die tropischen Wälder und Moore) sind essenziell, um den Treibhausgasanstieg zu begrenzen, weil sie neben anderen wertvollen Ökosystemleistungen auch als Kohlenstoffsenken dienen können. Gleichzeitig bedrohen aber unter anderem steigende Temperaturen immer mehr Ökosysteme an Land und Wasser. Bemühungen zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt begünstigen sich somit gegenseitig. Die Natur ist unser wertvollstes Kapital – ohne sie wäre menschliches Leben und Wirtschaften auf unserem Planeten undenkbar. Studienergebnissen zufolge hängen alle Wirtschaftsleistungen weltweit von der Biodiversität ab, wobei knapp die Hälfte sogar eine moderate bis hohe Abhängigkeit aufweisen. Eine hohe Abhängigkeit wurde insbesondere in der Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Fischerei und dem Aquakultursektor, dem Lebensmittel-, Getränke- und Tabaksektor, der Wärmeversorgung, dem Bauwesen, dem Stromsektor und der Wasserversorgung festgestellt. 7 Wenn wir keine Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz ergreifen, drohen der 8 Weltwirtschaft allein bis 2030 jährliche Verluste von 2,7 Billionen US-Dollar. 2. Wie Banken zur Erhaltung der Biodiversität beitragen können Banken und andere Finanzinstitute sind ebenfalls mit dem Thema Biodiversität befasst. Zum einen spielen Banken und Finanzinstitute – wie andere Sektoren auch – eine wichtige Rolle bei der nachhaltigen Transformation, denn sie lenken durch ihre Investitions- und Wirtschaftsaktivitäten. So können nachhaltige Finanzierungstätigkeit Kapitalströme in Finanzinstitute durch die Bereitstellung von Kapital für Projekte und Unternehmen, die auf den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen ausgerichtet sind (z. B. in Form naturbasierter Lösungen), sowie den Einbezug von Umweltkriterien in ihren Investitionsentscheidungen einen positiven Beitrag leisten. Denn wie auch beim Klima klafft in Bezug auf den Erhalt der Biodiversität 5 6 7 8 BMZ (2023), “Agenda 2030 | 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung SDG 15: Leben an Land”. imug rating (2021), “Biodiversität Nischenthema mit hoher Relevanz für Sustainable Finance”. World Economic Forum (2020), “Nature Risk Rising: Why the Crisis Engulfing Nature Matters for Business and the Economy”. World Bank Group (2021), “The Economic Case for Nature”. eine gewaltige Finanzierungslücke, die auf 598-824 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2030 beziffert 9 wird. Diese wird nicht allein mit öffentlichen Mitteln gefüllt werden können, sodass privates Kapital eine wichtige Rolle spielen muss. Banken können zudem als ein wichtiger Sparringpartner von Unternehmen agieren und den Wandel in der Realwirtschaft begleiten. Im Hinblick auf die Investitionstätigkeit können Banken und Finanzinstitute aktiv zu einem Paradigmenwechsel bei den Anlegern beitragen, indem sie kontinuierlich die Bedeutung naturbezogener Risiken und Chancen für Investitionsentscheidungen betonen und diese beiden (Risiken und Chancen) systematisch in ihre Investitionsprozesse einbeziehen. Zum anderen können Finanzinstitute auch direkt von Risiken in Bezug auf Biodiversität betroffen sein. Ähnlich wie bei Klimarisiken können Biodiversitätsrisiken negative Auswirkungen auf einzelne Unternehmen und auch ganze Volkswirtschaften haben und somit auch Finanzinstitute betreffen. Hier sind in erster Linie physische Risiken, transitorische Risiken und rechtliche Risiken zu nennen, welche sich auf bestehende Risikoarten von Banken wie Kreditrisiken, Marktpreisrisiken und operationellen Risiken (inkl. Reputationsrisiken) auswirken können. • Physische Risiken: Ein Großteil der globalen Wirtschaftsaktivitäten hängt von der Funktionsfähigkeit natürlicher Systeme ab, z.B. von der Stabilität des Klimas und der Gewinnung von Rohstoffen. Physische Risiken entstehen, wenn diese natürlichen Systeme durch die Auswirkungen klimatischer (d. h. extremer Wetterbedingungen) oder geologischer (d. h. seismischer) Ereignisse oder durch weitreichende Veränderungen des Gleichgewichts von Ökosystemen wie der Bodenqualität oder der Meeresökologie beeinträchtigt werden. Physische Risiken können ereignisorientiert oder längerfristig sein. • Transitorische Risiken: Regulatorische oder marktwirtschaftliche Bemühungen zur Bekämpfung von Umweltschäden können sich negativ auf Unternehmen auswirken und zu gestrandeten Vermögenswerten führen, die dann transitorische Risiken darstellen. Zu diesen Risiken gehören zum Beispiel technologische Veränderungen oder plötzliche Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen, Veränderungen in der Verbraucher- oder Investorenstimmung und disruptive Innovationen von Geschäftsmodellen. Transitorische Risiken beziehen sich auf einen Anpassungsprozess hin zu einer naturfreundlichen Wirtschaft. • Rechtliche Risiken: Im Zusammenhang mit Naturschäden können auch Rechtsrisiken steigen, wenn Parteien Schadenersatz einfordern. Bußgelder für Ölverschmutzungen sind ein bekanntes Beispiel. Paulson Institute, The Nature Conservancy & Cornell Atkinson Center for Sustainability (2020), “Financing Nature: Closing the Global Biodiversity Financing Gap”. Für das Risikomanagement von Banken ist es daher unerlässlich, Auswirkungen (Impacts) auf und Abhängigkeiten (Dependencies) von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen für wirtschaftliche Aktivitäten systematisch zu erfassen. Dafür ist aber die zuverlässige Offenlegung von naturbezogenen Informationen seitens der Realwirtschaft eine unerlässliche Voraussetzung. Banken und Finanzinstitute können Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen nur dann in ihr Risikomanagement einbeziehen, wenn die entsprechenden Unternehmen die Rohdaten zur Verfügung stellen. 3. Wie naturbedingte Opportunitäten entstehen können Neben naturbedingten Risiken gibt es auch naturbedingte Opportunitäten für Unternehmen und Finanzinstitute, die innerhalb der Grenzen der Natur operieren oder sogar eine positive Materialität gegenüber der Natur aufweisen. So kann ein Verständnis der naturbedingten Abhängigkeiten und Auswirkungen sowie der sich verändernden Faktoren auf der Nachfrageseite, wie Verbraucherpräferenzen und Regulierung, nicht nur das Risikomanagement von Unternehmen und Anlegern beeinflussen, sondern auch die Wachstumsstrategie und die Verfolgung wirtschaftlicher Opportunitäten. Naturbezogene Opportunitäten können in den folgenden Fällen auftreten: • Wenn Organisationen naturbezogene Risiken vermeiden, reduzieren, abmildern oder managen, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Verlust von Natur und Ökosystemdienstleistungen, von denen die Organisation und die Gesellschaft abhängen; Geschäftsmodellen, Produkten, von Umgestaltung strategische die • durch Dienstleistungen, Märkten und Investitionen, die aktiv dazu beitragen, den Verlust der Natur rückgängig zu machen, u. a. durch Wiederherstellung, Regeneration der Natur und Umsetzung naturbasierter Lösungen. Bemühungen zur Schaffung positiver Auswirkungen und/oder zur Risikominderung können die Widerstandsfähigkeit von Organisationen gegenüber naturbezogenen Trends und Veränderungen, einschließlich naturbezogenen Risiken zu verbessern. Während sich aus der Wiederherstellung der Natur und der Minderung bestehender Schäden durch Wiederaufbau- oder Ausgleichsmaßnahmen geschäftliche Opportunitäten ergeben können, sollten geschäftliche Maßnahmen, die negative Auswirkungen auf die Natur vermeiden oder minimieren, Vorrang haben. Die Maßnahmen sollten idealerweise über die Risikominderung hinausgehen und zu einer naturfreundlichen Zukunft beitragen, indem sie die Bedrohungen und Belastungen beeinflussen, die der Verlust und die Degradation der Natur weltweit verursachen. Ein strategischer Wandel kann sich hierbei als wirkungsvoller erweisen als die isolierte Minderung oder Bewältigung von naturbezogenen Risiken. Naturbezogene werden: eingeteilt Kategorien zwei in können Opportunitäten Unternehmensleistung und Nachhaltigkeitsleistung. Opportunitäten im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsleistung führen häufig zu Opportunitäten im Zusammenhang mit der Unternehmensleistung. Beispielsweise kann die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen den Zugang zu neuen Finanzierungsmechanismen ermöglichen (Kapitalfluss und Finanzierung), zu Kosteneinsparungen aufgrund von Ressourceneffizienz führen und die Einnahmen aufgrund eines besseren Rufs steigern (Reputationskapital). Eine Übersicht von naturbezogenen Opportunitäten ist in Tabelle 1 abgebildet. Tabelle 1: Naturbezogene Opportunitäten für Unternehmen und Finanzinstitute Kategorie Märkte 10 Kapitalfluss und Finanzierung Produkte und Dienstleistungen Ressourceneffizienz Naturbezogene Opportunität Veränderte Dynamik an den Märkten insgesamt, wie beispielsweise der Zugang zu neuen Märkten oder Standorten, die sich aus veränderten Bedingungen ergeben (z. B. aus der Nachfrage der Verbraucher oder der Stimmung der Verbraucher und Investoren). Verbesserte im Finanzprodukte oder Finanzierungsbedingungen Zusammenhang mit positiven Auswirkungen auf die Natur oder der Abschwächung negativer Auswirkungen. Nutzenversprechen im Zusammenhang mit der Schaffung oder Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen zum Schutz, zur Bewirtschaftung oder zur Wiederherstellung der Natur, einschließlich technologischer Innovationen. Maßnahmen, die eine Organisation innerhalb ihrer eigenen Betriebsabläufe oder Wertschöpfungskette ergreifen kann, um Auswirkungen und Abhängigkeiten von der Natur zu vermeiden oder zu verringern (z. B. durch den Einsatz von weniger natürlichen Ressourcen) und um gleichzeitig Zusatznutzen wie eine verbesserte betriebliche Effizienz oder geringere Kosten zu erzielen (z. B. Pflanzengesundheit die die Mikrobewässerung, Wasserverbrauch reduziert und die Kosten senkt). Veränderungen in der Wahrnehmung der tatsächlichen oder wahrgenommenen Auswirkungen eines Unternehmens auf die Natur, einschließlich der sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Gesellschaft und das Engagement der Stakeholder. Substitution natürlicher Ressourcen durch recycelte, regenerative, erneuerbare und/oder ethisch verantwortungsvolle organische Rohstoffe. maximiert, den Reputationskapital Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen 10 Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD), “TNFD's definitions of opportunities”. Schutz, Wiederherstellung und Regeneration von Ökosystemen Aktivitäten, die den Schutz, die Regeneration oder die Wiederherstellung von Lebensräumen und Ökosystemen unterstützen, einschließlich Gebieten innerhalb und außerhalb der unmittelbaren Kontrolle der Organisation. 4. Der Stand der Regulatorik bezüglich Biodiversität Zukünftig werden auch regulatorische Anforderungen und Erwartungen von Stakeholdern eine stärkere Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten für Finanzinstitute unumgänglich machen. Auf globaler Ebene einigten sich auf der 15. Weltnaturkonferenz (COP 15) in Montreal, Kanada im Dezember 2022 fast 200 Länder auf eine Reihe neuer Ziele und Vorgaben, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und umzukehren. Das neue Biodiversitätsabkommen – das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) – definiert vier übergreifende Ziele: (1) das vom Menschen verursachte Aussterben bedrohter Arten einzudämmen und die Aussterberate aller Arten bis 2050 um das Zehnfache zu verringern; (2) die biologische Vielfalt nachhaltig zu nutzen und zu bewirtschaften; (3) die Vorteile aus der Nutzung von genetischen Ressourcen gerecht aufzuteilen; (4) sicherzustellen, dass allen Vertragsparteien, insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern, angemessene Mittel zur Umsetzung zur Verfügung stehen. Das Abkommen umfasst zudem 23 mittelfristige Ziele bis 2030. Insbesondere dem Ziel 30 % der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen – unter Wahrung der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften – wird große Bedeutung beigemessen. Einige der mittelfristigen Ziele sehen auch einen Beitrag durch den Finanzsektor vor. So sieht das Abkommen eine erhebliche Aufstockung der Finanzmittel vor. Insgesamt sollen 200 Mrd. US- Dollar pro Jahr aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisiert werden. Zugleich beschließt die Staatengemeinschaft den Abbau von schädlichen Subventionen in Höhe von mindestens 500 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus sollen große und transnationale Unternehmen und Finanzinstitute durch politische Maßnahmen zur regelmäßigen Überwachung, Bewertung und transparenten Offenlegung ihrer Risiken, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt verpflichtet werden. Dabei sollen Geschäftstätigkeiten, Liefer- und Wertschöpfungsketten sowie Portfolios mit in die Betrachtung einfließen. Die Staatengemeinschaft nimmt sich zudem selbst in die Pflicht sicherzustellen, dass die besten verfügbaren Daten, Informationen und Kenntnisse den Entscheidungsträgern, Fachleuten und der Öffentlichkeit zugänglich sind. Es ist davon auszugehen, dass die im GBF beschlossenen Ziele und Maßnahmen einen wesentlichen Einfluss auf die europäische und nationale Biodiversitätspolitik in kommenden Jahren haben werden. Auf EU-Ebene ist das Thema Biodiversität schon jetzt in der Regulatorik wiederzufinden beziehungsweise angedacht: • Durch die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, welche die EU-Kommission im Mai 2020 vorgelegt hat, gibt es bereits ehrgeizige Ziele und Verpflichtungen der EU, um gesunde und widerstandsfähige Ökosysteme aufzubauen. Ein zentrales Ziel ist es, bis 2030 mindestens 30 % der Land- und 30 % der Meeresfläche in der EU unter Schutz zu stellen. Die Idee ist es, auf den bestehenden Natura-2000-Gebieten aufzubauen und diese durch nationale Schutzgebiete zu ergänzen. • In der EU-Taxonomie – dem Kernstück der Sustainable Finance-Agenda der EU- Kommission – zielt das Umweltziel 6 auf den Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosysteme ab. Biodiversität wird aber auch bei den anderen fünf Klima- und Umweltzielen thematisiert, da eine erhebliche Beeinträchtigung vermieden werden soll („Do No Significant Harm“-Kriterien). • In den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) befassen sich die ESRS E4 mit Biodiversität und Ökosystemen. Es sind unter anderem die Festlegung biodiversitätsbezogener Ziele als Teil einer Strategie und eine Widerstandsfähigkeitsanalyse vorgesehen. Andere Standards beziehen sich auf wesentliche Treiber der Biodiversitätskrise, zum Beispiel Klima, Umweltverschmutzung und Wassernutzung. • In den erweiterten Vorgaben der Finanzmarktrichtlinie MiFID II wird das Thema Biodiversität im Rahmen der Möglichkeiten zur Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen adressiert. Von Bedeutung ist insbesondere die Offenlegung und Adressierung nachteiliger Nachhaltigkeitsfaktoren der Rahmen im (PAI)) Impacts Adverse (Principal Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR)), die seit März 2021 in Kraft ist. • Auch in der Aufsicht ist Biodiversität schon jetzt ein Thema. So sind Biodiversitätsrisiken im BaFin Merkblatt zu Nachhaltigkeitsrisiken explizit genannt. Auch die thematische Überprüfung zu Umwelt- und Klimarisiken der EZB im Jahr 2022 weist deutlich darauf hin, dass Institute nicht nur Klimarisiken, sondern auch weitere Umweltrisiken in ihre Strategie, Governance und ihr Risikomanagement einbeziehen müssen. • Zudem zeigt der verstärkte Fokus auf Lieferketten, dass eine aktive Befassung mit dem Thema Biodiversität in Zukunft unausweichlich sein wird. So sieht die geplante Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) umfassende Sorgfaltspflichten bezüglich und Umweltschutz- sowie Menschenrechten von Einhaltung der Biodiversitätsaspekten vor. Ebenfalls hat die noch ausstehende Regulierung zu entwaldungsfreien Lieferketten (Deforestation Regulation) einen direkten Bezug auf Biodiversität, da künftig verhindert werden soll, dass Holz, Kaffee, Kakao, Palmöl, Rindfleisch und Soja sowie daraus gewonnene Produkte auf den EU-Binnenmarkt kommen, sofern ihre Herstellung Entwaldung verursacht hat. Auf nationaler Ebene hat das nationale Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ebenfalls Bezugspunkte zu Biodiversität wie zum Beispiel durch das Verbot der Herbeiführung einer schädlichen Bodenveränderung und Gewässerverunreinigung. Zudem wird derzeit an einer Überarbeitung und Aktualisierung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) gearbeitet, um diese an die Vereinbarungen des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework anzupassen. Am 15. Juni 2023 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für 11 Naturschutz (BfN) einen Ziele- und Maßnahmenkatalog zur NBS 2030 vorgestellt. Dieser sieht spezifische Anforderungen an Unternehmen und Finanzinstitute vor. Beispielsweise sollen Finanzinstitute laut den Vorschlägen bis 2030 die Auswirkung auf Ökosysteme und Ökosystemleistungen öffentlichen und privaten allen in Entscheidungskriterium transparent machen und berücksichtigen. Finanzentscheidungen als #### 5. Handlungsfelder für Banken In Bezug auf Biodiversität geht es für Finanzinstitute darum, wesentliche Fragen zu klären: Wie können Banken Biodiversität in ihre Prozesse integrieren und messbar machen? Wodurch ergeben sich direkte und indirekte Risiken? Auf welche Weise lassen sich diese Risiken managen? Aber auch, wie lassen sich Chancen nutzen, die durch neue Geschäftsfelder entstehen? Speziell ergeben sich folgende Handlungsfelder für Banken in Bezug auf Biodiversität: Verständnis schaffen, welche Normen und regulatorische Vorschriften bereits Biodiversitätsaspekte berücksichtigen und welche derzeit in Entwicklung sind. Sicherstellung der Compliance mit bereits bestehenden Anforderungen und rechtzeitige Befassung mit neu entstehenden Vorschriften. Die Integration von Umweltrisiken in das Risikomanagement einer Bank (einschl. Materialitäts-Assessment sowie Risiko- und Szenarioanalysen). Erstellen von Leitlinien zur Entwicklung einer eigenen Strategie für biologische Vielfalt und Naturkapital. Diese sollte als Grundlage dienen, um eine dezidierte Strategie mit konkreten Zielen zu dem Thema zu entwickeln. Eingehende Befassung mit verfügbaren Rahmenwerken, Initiativen und Tools für den Umgang mit naturbezogenen Risiken. Bestimmung des eigenen Fußabdrucks und dem des Portfolios sowie Beschäftigung mit Ausgleichsmaßnahmen, die zum Beispiel die Biodiversität in Hot Spots schützen oder auf dem Firmengelände umgesetzt werden können. Abwägung entsprechende Zusagen („Pledges“) zu unterzeichnen (z.B. den Finance for Biodiversity Pledge), um das Engagement des Institutes zu untermauern und öffentlich zu dokumentieren. 11 BMUV (2023), “Ziele- & Maßnahmenkatalog zur NBS 2030“. Schulung von Mitarbeitern und ggf. Einbeziehung externer Expertise. Hierbei sollte insbesondere erörtert werden, wie das Thema Biodiversität den Bankensektor/das einzelne Institut betrifft. Abstimmung interner Prozesse und IT-Infrastruktur. Beispielsweise sollten für die oben genannte Materialitätsanalyse Datenbanken verfügbar sein, anhand denen eine objektive und datenbasierte Materialität festgestellt werden kann. Zudem sollten geeignete Tools getestet werden und Feedback-Prozesse mit Entwicklern etabliert werden. Ausweitung der Investitions- und Finanzierungsprozesse auf Aspekte der biologischen Vielfalt. ##### 6. Besondere Herausforderungen bei der Analyse und Bewertung von Biodiversitätsaspekten Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen Banken insbesondere geeignete Daten und Metriken, welche die Auswirkungen und Abhängigkeiten ihrer Investments entsprechend 12 abbilden. Problematisch ist hierbei, dass sich im Vergleich zur Klima-Thematik, wo es mit CO2-Äquivalenzen 13 Hinzu eine zentrale Messgröße gibt, Biodiversität nur schwer messen und in Zahlen fassen lässt. kommt, dass Auswirkungen auf und Abhängigkeiten von Biodiversität und Ökosysteme nicht immer nur am Unternehmensstandort auftreten, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungs- oder Produktionskette entstehen können. Dies führt dazu, dass die Einflüsse von Unternehmen auf die Artenvielfalt bislang kaum systematisch erfasst werden. Biodiversitätsdaten sind in der Regel standortbezogen und häufig für Portfolioanalysen nicht verfügbar. In solchen Fällen müssen Proxies auf Länder- oder Sektorebene herangezogen werden, sollten diese vorliegen. Eine internationale das sich dass darin, besteht Herausforderung weitere Biodiversitätsrahmenwerk und die entsprechenden Zielvorgaben noch in Entwicklung befinden. die auch dass verwunderlich, wenig daher ist Es Biodiversitätsaspekten bei Finanzunternehmen noch einen Prozess darstellt. Berücksichtigung 14 von 12 13 Hierzu zählen vor allem Lokationsdaten entlang der Wertschöpfungskette und "dezentrale" Metriken zur Messung von Biodiversität (Wasserverbrauch, Flächenversiegelung etc.). Es gibt erste Ansätze, die versuchen über die Haupttreiber des Biodiversitätsverlusts zu gehen, also z. B. Änderung der Flächennutzung, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Solche Ansätze sollten weitergedacht und entwickelt werden. PWC (2022), “Von Net Zero zu Nature Positive – warum sich der deutsche Finanzsektor mit Biodiversität beschäftigen sollte”. 14 ###### 7. Tools und konkrete Hilfestellungen für die Umsetzung von Biodiversitätsanalysen und -bewertungen in der Finanzwirtschaft Auch wenn beim Thema Biodiversität noch viel in Bewegung ist, gibt es schon heute eine Vielzahl von Initiativen und Tools, welche Finanzinstituten bei der Formulierung, Priorisierung und Umsetzung ihrer biodiversitätsbezogenen Ziele helfen können. Initiativen Wie auch im Bereich Klima, bilden sich rund um das Thema Biodiversität verschiedene Initiativen und Kooperationen heraus. Diese haben oft unterschiedliche Schwerpunkte wie beispielsweise die Metriken von Formulierung Offenlegungsstandards. Dazu zählen: und Bewertungsansätzen, Handlungsrahmen, oder • Task Force for Nature-related Financial Disclosure (TNFD): Die TNFD ist eine internationale Initiative, die auf einem von der Taskforce on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) entwickelten Modell aufbaut. Die Initiative zielt darauf ab, Finanzinstituten und Unternehmen ein vollständiges Bild ihrer Umweltrisiken zu vermitteln. Bessere Informationen sollen es diesen ermöglichen, naturbezogene Risiken und Chancen in ihre Entscheidungsprozesse einzubeziehen. So hat die TNFD am 18. September 2023 15 ihre finalen Empfehlungen zur naturbezogenen Finanzberichterstattung veröffentlicht. Zudem hat die TNFD eine Reihe von Handreichungen vorgestellt, unter anderem eine 16 Handreichung für Finanzinstitute. • Science Based Targets Network (SBTN): Um Unternehmen dabei zu helfen, einen Fahrplan für integrierte Maßnahmen im Bereich Natur und Klima zu erstellen, ergänzt SBTN die wissenschaftsbasierten Klimaziele (Science Based Targets Initiative) und baut auf diesen auf, wobei die Schwerpunkte auf Süßwasser, Land, biologische Vielfalt und Ozean liegen. • Finance for Biodiversity Pledge: Der Pledge wurde von einer Gruppe von 26 Finanzinstituten initiiert, die sich verpflichten, die biologische Vielfalt durch ihre Finanzaktivitäten und Investitionen zu schützen und wiederherzustellen. • Partnership for Biodiversity Accounting Financials (PBAF): Der PBAF-Standard ermöglicht es Finanzinstituten, die Auswirkungen und Abhängigkeiten von Darlehen und Investitionen auf die biologische Vielfalt zu bewerten und offenzulegen. • UNEP Finance Initiative/Principles for Responsible Investment (PRI): Die sechs Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment bieten eine Reihe möglicher Maßnahmen zur Einbeziehung von ESG-Aspekten in die Anlagepraxis. Biodiversität ist eines von vielen vorrangigen ESG-Themen, die im Fokus stehen. Die UNEP FI plant zudem eine 15 16 TNFD (2023). “Recommendations of the Taskforce on Nature-related Financial Disclosures”. TNFD (2023). “Additional guidance for financial institutions”. Koalition führender Banken zu gründen, um gemeinsam wissenschaftlich fundierte und solide Leitlinien für die Festlegung von Biodiversitätszielen zu entwickeln. • EU Business@Biodiversity (B@B) Platform: Die Plattform wurde von der Europäischen Kommission eingerichtet, um mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten und dabei zu helfen, den Wert der biologischen Vielfalt zu messen und in die unternehmerische Entscheidungsfindung zu integrieren. • Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES): Die Plattform ist eine zwischenstaatliche Organisation, die eingerichtet wurde, um die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik in Fragen der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen zu verbessern. Sie soll eine ähnliche Rolle wie der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) spielen. • Unternehmen Biologische Vielfalt (UBi): Die 2013 seitens BMU, BfN und BMWi gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden sowie Naturschutzorganisationen initiierte Aktions- und Dialogplattform "Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 - UBi 2020" wurde gegründet, um die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) zu unterstützen. Dialog und Vernetzung zwischen Wirtschaft, NGOs und Politik sind Schwerpunkte des Projektes. • Network for Greening the Financial System (NGFS): Auch das NGFS beschäftigt sich verstärkt mit dem Thema Biodiversität. So hat das Netzwerk von Zentralbanken und 17 Finanzmarktaufsichtsbehörden am 7. September 2023 einen Report veröffentlich, der den Behörden dabei helfen soll, die relevanten Elemente naturbedingter Finanzrisiken zu berücksichtigen und diesbezügliche Richtlinien und Maßnahmen zu entwickeln. Das Dokument bietet nützliche Anhaltspunkte wie Aufseher die Risiken für das Finanzsystem aktuell einschätzen. • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Die OECD hat am 28. September 2023 ein Rahmenwerk zur Bewertung von naturbezogenen 18 Finanzrisiken für Aufsichtsbehörden und Zentralbanken veröffentlicht. In diesem Papier Aufsichtsrahmen und Zentralbanken der vorgestellt, methodischer ein wird Finanzaufsichtsbehörden dabei helfen soll, biodiversitätsbezogene finanzielle Risiken, Auswirkungen und Abhängigkeiten im Finanzsektor zu bewerten, einschließlich der Übertragungskanäle für physische Risiken und Übergangsrisiken. Tools Die bisher entwickelten Tools zu Biodiversität lassen sich in unterschiedliche Zielkategorien einteilen. Der Fokus liegt dabei entweder auf dem Risiko, Impact, oder liefert umweltbezogene Informationen im Allgemeinen. 17 18 NGFS (2023). “Nature-related Financial Risks: a Conceptual Framework to guide Action by Central Banks and Supervisors”. OECD (2023). “A supervisory framework for assessing nature-related financial risks”. Risikofokussierte Tools • Exploring Natural Capital Opportunities, Risks and Exposure (ENCORE): ENCORE kann Finanzinstituten dabei helfen, die eigenen biodiversitätsbezogenen Risiken zu ermitteln. Das Tool liefert jedoch nicht nur Erkenntnisse zu Abhängigkeiten von der Biodiversität, sondern teilweise auch zu Auswirkungen von finanzierten wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Biodiversität. Die EZB empfiehlt die Nutzung im Rahmen der thematischen Überprüfung zu Klima- und Umweltrisiken. • Integrated Valuation of Ecosystem Services and Tradeoffs (InVEST): InVEST bietet eine Reihe von kostenlosen, open-source Modellen, mit denen sich der Wert des Naturkapitals quantifizieren lässt. Nach eigenen Angaben ermöglicht InVEST es Entscheidungsträgern auch, Trade-Offs zu bewerten und Naturschutz sowie menschliche Entwicklung zu integrieren. • SPOTT: SPOTT ist eine kostenlose Online-Plattform, mit dem Ziel den Finanzsektor und Stakeholder in der Lieferkette beim Management von Umwelt-, Sozial- und Governance- Risiken (ESG) zu unterstützen. SPOTT veröffentlicht dazu Transparenzbewertungen für Rohstoffproduzenten und -händler, durch welche die Plattform Anreize für die Umsetzung guter Unternehmenspraktiken schaffen möchte. • WWF Biodiversity Risk Filter: Der Risk Filter ist ein Screening-Tool auf Unternehmens- und Portfolioebene, welches Unternehmen und Investoren dabei helfen soll, Prioritäten zu setzen, um Biodiversitätsrisiken anzugehen und um die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen zu erhöhen. • Integrated Biodiversity Assessment Tool (IBAT): IBAT bietet einen schnellen, einfachen und integrierten Zugang zu drei der weltweit wichtigsten Datensätze zur biologischen Vielfalt (die Rote Liste der bedrohten Arten der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN), die Weltdatenbank der Schlüsselgebiete der biologischen Vielfalt und die Weltdatenbank über geschützte Gebiete. • EXIOBASE: Das Ziel von EXIOBASE ist es, ein Tool für globale Umweltanalysen bereitzustellen, insbesondere für die EU-Länder und ihre wichtigsten Handelspartner. Sie basiert auf einer Angebots- und Verwendungstabelle sowie einer Input-Output-Tabelle. Impactfokussierte Tools • Trase: Die Initiative zielt darauf ab, mehr Transparenz in internationalen Agrarlieferketten zu schaffen. Die frei zugänglichen Online-Tools von Trase ermöglichen es Unternehmen, Finanzinstituten, Regierungen und NGOs, praktische Schritte gegen die Entwaldung zu unternehmen. • Biodiversity Footprint Financial Institutions (BFFI): Das BFFI ist ein Instrument, das entwickelt wurde, um die Auswirkungen von Finanzinstitutionen auf die biologische Vielfalt zu messen. Im BFFI wird der Artenreichtum als Indikator für die Artenvielfalt verwendet und der Schaden an der Vielfalt kann als der Anteil der Arten beschrieben werden, der im Vergleich zu einem natürlichen oder ungestörten Gebiet verloren gegangen ist. Corporate Biodiversity Footprint (CBF): Der CBF ist ein Instrument zur Messung des Biodiversitäts-Fußabdrucks. Der CBF wurde entwickelt, um die jährlichen Auswirkungen der Aktivitäten von Unternehmen, Finanzinstituten, Immobilien und öffentlichen Institutionen auf die globale und lokale biologische Vielfalt zu bewerten. Diese Bewertung basiert auf den Auswirkungen, die durch die von den Unternehmen gekauften oder verkauften Produkte in ihrer gesamten Wertschöpfungskette entstehen. Global Biodiversity Score (GBS): Der GBS ist ein Instrument zur Bewertung des Biodiversitäts-Fußabdrucks von Unternehmen. Der Score ermittelt die mittlere Artenvielfalt (Mean Species Abundance) pro km 2 , welche die Unversehrtheit von Ökosystemen in Prozent angibt. Stakeholder können daraus Key Performance Indicators (KPIs) ableiten. Umweltdatenbezogene Tools Integrated Biodiversity Assessment Tool (IBAT): IBAT ist ein „One-Stop-Shop“ für maßgebliche Informationen über die weltweite biologische Vielfalt. Das Ziel von IBAT ist es, Entscheidungsträgern den Zugang zu integrierten kritischen Informationen zu ermöglichen, um Risikobewertungsprozesse, nationale oder regionale Entwicklungsstrategien und die praktische Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen zu unterstützen. Ocean Data Viewer: Der „Ocean Data Viewer“ stellt Daten bereit, die für die Erhaltung der marinen und küstennahen Biodiversität von Bedeutung sind. Das Instrument bietet einfachen Zugang zu einer Reihe von Datensätzen, die heruntergeladen oder online eingesehen werden können. ###### 8. Politische Botschaften Neben zentralen der eine Biodiversität der Schutz der ist Klimawandel dem Herausforderungen unserer Zeit. Das globale Biodiversitätsabkommen (GBF) ist somit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um auf internationaler Ebene Commitment zu forcieren. Jetzt gilt es, in der praktischen Umsetzung auf nationaler und europäischer Ebene effektive, handhabbare und konsistente Maßnahmen zu treffen. Wie auch für „Net Zero“ sind für das Gelingen 19 von „Nature Positive“ die richtigen Rahmenbedingungen unabdingbar, für welche die Politik sorgen muss. Hierbei gilt zu beachten, dass Regulierung direkt beim Verursacher ansetzen sollte („polluter pays principle“). Nur durch direkte Regulierungsmaßnahmen kann sichergestellt werden, dass die Ursachen des Problems effektiv behoben werden. Die Maßnahmen sollten dabei stets wissenschaftlich fundiert sein. 19 „Nature Positive“ ist der Begriff, der eine Welt beschreibt, in der die Natur – Arten und Ökosysteme – wiederhergestellt wird und sich regeneriert, anstatt abzunehmen. Biodiversität ist auch für den Finanzsektor ein wichtiges Thema. Wie auch bei der Bekämpfung des Klimawandels müssen und wollen Banken ein Teil der Lösung sein, um zum Erhalt der Biodiversität beizutragen. So kommt dem Finanzsektor und insbesondere den Banken bei der Mobilisierung der 200 Mrd. USD pro Jahr, die im Biodiversitätsabkommen für die Finanzierung der biologischen Vielfalt vorgesehen sind, eine wesentliche Rolle zu. Darüber hinaus können Banken als verstärkende Kraft, sowie als Sparringspartner Unternehmen bei der Transformation unterstützen. Dem Risikomanagement – dem Kern des Bankgeschäfts – kommt dabei eine wesentliche Rolle zu: Banken sind stark daran interessiert, dass die Kunden auch in 5, 10 oder 20 Jahren noch tragfähige Geschäftsmodelle haben. Auch gilt es, eigene Risiken zu messen und zu managen. Datenbasierte Materialitätsanalysen sowie eine umfangreiche Risikoanalyse sind hierbei essenziell. Um ihrer Rolle gerecht zu werden, sind Banken dabei auf die Daten ihrer Kunden angewiesen. Es gilt daher für die Überwachung, Bewertung und Offenlegung der Auswirkungen und Abhängigkeiten von Unternehmen auf die biologische Vielfalt ein effektives und praktikables Regelwerk zu schaffen, ohne Unternehmen dabei über Gebühr zu belasten. Die Herausforderungen sind hierbei groß, wie auch schon im Bereich Klima deutlich geworden ist. Wichtig ist nun eine Fokussierung auf Berichtspflichten mit Mehrwert sowie internationale Kompatibilität zu gewährleisten. Der Gesetzgeber sollte zudem Implementierungshilfen für Banken und Unternehmen veröffentlichen. Herausgeber: Bundesverband deutscher Banken e. V. Inhaltlich verantwortlich: Frederik Lange, Associate Sustainable Finance Torsten Jäger, Leiter Sustainable Finance Berlin, Oktober 2023
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17. Oktober 2022 # Positionspapier ## des Bankenverbandes zur Kapitalmarktunion 2022 Lobbyregister-Nr. R001458 EU-Transparenzregister-Nr. 0764199368-97 Einleitung Um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit, finanzwirtschaftliche Stabilität und nicht zuletzt ihre wirtschaftliche Souveränität zu sichern, benötigt die Europäische Union dringend einen tiefen und weniger fragmentierten Kapitalmarkt. Dies wird mit jeder politischen Krise und Herausforderung, die meist auch mit einem wachsenden Kapitalbedarf einhergehen, deutlicher – ob Brexit, Klima- wandel, Pandemie, Krieg oder Energiepolitik. Denn klar ist: Investitionen zur Transformation der Wirtschaft lassen sich nicht allein mit Bankkrediten und öffentlichen Mitteln finanzieren, es müssen zugleich enorme Summen über den Kapitalmarkt mobilisiert werden. Voraussetzung hierfür sind ein effizienter EU-Kapitalmarkt und harmonisierte Rahmenbedingungen, mit anderen Worten: eine europäische Kapitalmarktunion. Um diese zu verwirklichen, muss der EU ein bedeu- tender Integrationssprung gelingen. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Die privaten Banken weisen auf die Dringlichkeit hin, die Kapitalmarktunion mit höchster Priorität weiterzuverfolgen, und fordern die Politik auf, in den nächsten Monaten zentrale Maßnahmen entlang sinnvoller Leitlinien auf den Weg zu bringen. ### 1. Dringlichkeit  Nie war die Kapitalmarktunion so dringend wie jetzt: Die Ereignisse der letzten Jahre verweisen auf eine globale Dynamik, der die EU nur mit einem Tandem aus starkem Banken- und ebenso starkem Kapitalmarkt gewachsen sein wird.  Zwar funktioniert die Finanzierung sowohl über Bankkredite als auch über Kapitalmärkte EU- weit insgesamt ordentlich und je nach Mitgliedsland, beispielsweise in Deutschland, auch sehr gut. Das vorhandene Potenzial sowohl der Kapitalgeber als auch der Kapitalnehmer wird jedoch nicht ausgeschöpft. Dies aber ist unverzichtbar, um die heutigen und zukünftigen Herausforderungen zu finanzieren und zugleich die Bürger am Wachstum teilhaben zu lassen.  Die Transformation der Wirtschaft verlangt gewaltige Investitionen. Das betrifft Innova- tionen vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Hinzu kommt die Umstellung auf eine veränderte weltpolitische Lage und das Erfordernis von Unternehmen, die Resilienz des eigenen Geschäftsmodells durch eine stärkere Diversifizierung der Liefer- ketten (v. a. bei Energie und Rohstoffen) und der Absatzmärkte zu erhöhen.  Bei dieser Diversifizierung ebenso wie bei der Modernisierung von Technik und Geschäftsmo- dellen befindet sich die EU im Wettbewerb mit den anderen Regionen der Welt und kann sich keine Verzögerung leisten. Wenn über 90 Prozent des globalen Wirtschaftswachstums heute außerhalb der EU erzeugt werden (und auch in den USA liegt die Wachstumsdynamik höher als in der EU) und dies entsprechend Investoren anzieht, muss die Wettbewerbs- fähigkeit unserer Wirtschaft – und unserer Finanzmärkte – höchste Priorität haben.  Die besonderen Finanzierungsherausforderungen der Transformation sind bekannt: Veränderung und Innovation gehen teilweise einher mit längeren Darlehenslaufzeiten bei gegebenenfalls späterem Return, gegebenenfalls höheren Risiken, anderer Besicherung und insgesamt großen Volumina. Ohne die Ausschöpfung des privaten Kapitals sowohl von europäischen und globalen Investoren als auch von Privatanlegern aus der EU sind die in den kommenden zehn Jahren benötigten Investitionen nicht finanzierbar. Es bedarf eines Dreik- langs aus Bankkredit, öffentlichen Mitteln – und Kapitalmarkt. 2. Leitlinien  Die grenzüberschreitende Integration ist zwingende Voraussetzung für die Kapitalmarktunion. Doch die national gewachsenen Rechtsräume stehen einer vollständigen und schnellen Harmonisierung weiter entgegen. Durch die zielgerichtete Harmonisierung wichtiger Aspekte in bestimmen Rechtsbereichen (etwa im Steuer-, Insolvenz- oder Aufsichtsrecht) kann die EU einen entscheidenden Beitrag zur Überwindung der Fragmentierung leisten.  Die gesetzlichen Vorgaben müssen die Interessen der Emittenten einerseits, die der Anleger/Investoren andererseits ausgewogen berücksichtigen. Nur so können die Stabilität und die Effizienz der Kapitalmärkte sichergestellt werden.  Die Anleger müssen über die nötigen Informationen verfügen, um eigenverantwortlich und frei entscheiden zu können. Zugleich müssen alle Emittenten vergleichbaren Vorgaben unterliegen, um die Integrität des Kapitalmarkts zu sichern.  Auf der Grundlage effizienter, europaweit verlässlicher Rechtsgrundlagen können die Marktteilnehmer diejenigen Lösungen und Produkte entwickeln, die dem Bedarf der Wirtschaft entsprechen und die sich als wettbewerbsfähig erweisen.  Anleger und Emittenten sind in der Regel Kunden von Banken. Die Banken führen die kapitalsuchenden Emittenten und die kapitalgebenden Anleger angemessen zusammen, sie sind Mittler und zentrale Servicedienstleister am Kapitalmarkt.  Die Kapitalmarktunion braucht daher starke Emittenten, starke Investoren und starke Banken. #### 3. Zentrale Maßnahmen  Fortschritte sind nur möglich mit der Unterstützung der Mitgliedstaaten sowie der entsprechenden Nachfrage von Emittenten und Investoren. In diesem Kontext bleibt es Aufgabe der Politik, wichtige Impulse zu setzen und zentrale Maßnahmen voranzutreiben.  Aus Sicht der privaten Banken müssen folgende Vorhaben in den nächsten Monaten mit Ehrgeiz vorangetrieben werden: 3.1. Verbriefungen  Verbriefungen sind das zentrale Instrument, um eine Brücke zwischen der kreditgetriebenen Finanzierung vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen und dem Kapitalmarkt zu schlagen. Damit der europäische Verbriefungsmarkt wieder Fahrt aufnimmt, bedarf es einer zeitnahen Überarbeitung des Verbriefungsrahmenwerkes:  Rekalibrierung zu konservativer Risikogewichte und Floors, insbesondere für risikoarme Seniortranchen.  Beschleunigung und Vereinfachung des Prozesses der Anerkennung des signifikanten Risikotransfers durch Aufseher, der zwingende Voraussetzung für eine Verbriefung ist.  Einstufung bestimmter Verbriefungen in eine höhere Liquiditätsklasse (HQLA) im Rahmen der Liquidity Coverage Ratio.  Entschlackung der Berichtspflichten, sodass keine überflüssigen Berichte erstellt werden müssen.  Darüber hinaus muss unbedingt vermieden werden, dass europäische Verbriefungen als Assetklasse – trotz guter Performance während und nach der Finanzkrise – weiter benach- teiligt werden. Diese Gefahr besteht massiv durch die Auswirkungen des im „Bankenpaket 2021“ angedachten Outputfloors, der die Risikogewichte bestimmter risikoarmer Verbrie- fungen weiter unverhältnismäßig erhöhen würde. Hier bedarf es der Halbierung des sogenannten p-Faktors. Der p-Faktor führt zu einem pauschalen Risikoaufschlag bei Verbriefungen und sollte ursprünglich Risiken abdecken, die mittlerweile bereits durch Maßnahmen des letzten Verbriefungsreviews (z.B. Selbstbehalt) reduziert wurden. Der Faktor wurde jedoch nicht angepasst. Eine Halbierung des p-Faktors wäre eine gute Möglichkeit, um den aus unserer Sicht nicht durchdachten Effekt des Outputfloors auf Verbriefungen zu abzu- mildern. 3.2. CCP-Clearing  Die privaten Banken unterstützen das Ziel der Europäischen Kommission, den EU- Clearingmarkt zu stärken und damit seine Abhängigkeit unter anderem von UK-CCPs zu reduzieren.  Entscheidend ist aber, dass dies nicht durch eine zwangsweise Verlagerung von CCPs zurück in die EU geschieht, etwa durch erhöhte Kapitalanforderungen oder Quotenvorgaben. Solche Maßnahmen schaden lediglich den Instituten aus der EU und schneiden deren Zugang zu internationalen Märkten ab.  Der EU-Markt – die Kapitalmarktunion – bleibt auf den Zugang zu internationalen Märkten, einschließlich der internationalen Clearingmärkte, angewiesen. Maßnahmen müssen daher die Wettbewerbsfähigkeit des EU-Clearingmarktes nachhaltig stärken und diesen – umgekehrt – für internationale Marktteilnehmer attraktiv machen. Die Effizienz des Clearings sowie die Vereinheitlichung der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedin- gungen für das EU-Clearing müssen weiter vorangetrieben werden.  Viele der aktuell von der Kommission untersuchten Maßnahmen gehen noch in die falsche Richtung (v. a. EMIR-Clearingpflicht, erhöhte Kapitalanforderungen für systemisch relevante Drittstaaten-CCPs, Zielvorgaben für die Positionsreduzierung). Einige der erwogenen Maß- nahmen sind dagegen sinnvoll im Sinne einer Stärkung des EU-Marktes (Erweiterung des Kreises der clearenden Marktteilnehmer um Pensionsfonds, öffentliche Hand, Unternehmen; stärkere ESMA-Rolle bei der Aufsicht über CCPs; gegebenenfalls auch die Unterhaltung „aktiver Konten“ – sofern dadurch schädliche Zwangsmaßnahmen vermieden werden). 3.3. Modernisierung der EU-Kapitalmarkt-Regelungen (MiFIR, CSDR)  Die Kapitalmarktunion steht im globalen Wettbewerb: Zum einen muss der EU-Kapitalmarkt attraktiv sein für außereuropäische Investoren, zum anderen muss der Zugang von EU- Akteuren zu globalen Märkten – inkl. U.K. – wettbewerbsfähig bleiben.  Die Konkurrenzfähigkeit der EU-Märkte hängt von den regulatorischen Rahmenbedin- gungen ab – auch im Vergleich zu internationalen Märkten. Die Regulierung muss die nötigen Leitplanken setzen, darf aber das Geschäft nicht mit unnötiger Bürokratie behindern. Bestehende Regelungen müssen simplifiziert und an den Marktbedürfnissen ausgerichtet werden. Heute weisen viele Regelungen und Meldevorgaben einen zu hohen Komplexitäts- grad und auch Redundanzen auf, was eher zu einem Austrocknen der Märkte oder zur Verlagerung der Geschäfte nach außerhalb der EU oder aber zu unregulierten Bereichen der Finanzmärkte bzw. zu neuen Marktteilnehmern führt.  Die EU darf ihren Kapitalmarkt nicht abschotten. Sie muss daher auch die Kapitalmarkt- regulierung in Drittstaaten, zum Beispiel in U.K., und das Äquivalenzsystem berücksichtigen. Ziel muss eine größtmögliche Kompatibilität mit anderen globalen Rahmenbedingungen sein.  In diesem Sinne muss die Überarbeitung der Verordnungen MiFIR und CSDR genutzt werden:  Die EU-Gesetzgeber müssen bei der Überarbeitung der Vorschriften zur Nachhandels- transparenz im bilateralen Anleihehandel dafür Sorge tragen, dass die Liquidität im Sekundärmarkt erhalten bleibt – und nicht durch die jetzt angestrebte drastische Kürzung der Verzögerungsmöglichkeiten Schaden nimmt. Der bereits von der ICMA erarbeitete „Proposal for a new post-trade transparency regime for the EU corporate bond market“ sollte daher unbedingt umgesetzt werden, denn er berücksichtigt die Bedürfnisse beider Seiten – Käufer und Verkäufer – und ist praxistauglich. Auf dieser Basis kann auch das geplante Consolidated Tape sinnvoll mit Daten gespeist werden. Andernfalls befürchten wir negative Auswirkungen nicht nur auf den Sekundärmarkt, sondern auch auf den Primär- markt und Ausweichreaktionen auf Märkte außerhalb der EU.  Im Sinne des Kleinanlegers/Verbrauchers gilt in der EU – zu Recht – eine grundsätzliche Pflicht für Banken zur bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen (Best Execution). Bei der Überarbeitung der entsprechenden Reportingpflichten (Best Execution Repor- ting) sollte die EU-Kommission nun solche Vorgaben konsequent streichen, die auf der einen Seite Aufwand verursachen, auf der anderen Seite aber – insbesondere für den Kleinanleger – keinen Mehrwert schaffen.  Die EU-Verordnung über Wertpapierzentralverwahrer (CSDR) reguliert die Handelsab- wicklung durch Zentralverwahrer. Ziel ist unter anderem ein pünktliches und damit effi- zientes Settlement von Wertpapiertransaktionen. Als Maßnahme zur Disziplin wurden unter anderem Zwangseindeckungen („Mandatory Buy-Ins“) verankert. Da Eindeckungen ein Käuferschutzinstrument sind und damit auf die Ebene des Handelsgeschäfts gehören, verursacht die Maßnahme, wenn sie als Zwang bei der Abwicklung ausgestaltet ist, eine Vielzahl von Problemen. Sie ist auch außerhalb der EU nicht gebräuchlich. Käufer von Wertpapieren pauschal zu zwingen, vom Recht auf anderweitige Beschaffung Gebrauch zu machen, ist weder verhältnismäßig noch berücksichtigt es die Interessen des geschädigten Käufers ausreichend. Eine – systemwidrige – Verankerung auf Ebene der Handelsab- wicklung würde zudem negative Auswirkungen auf Marktaktivitäten und Marktliquidität verursachen. Die privaten Banken sprechen sich daher dafür aus, bei Überlegungen zur Verbesserung der Settlement-Effizienz auf Mandatory Buy-Ins zu verzichten. 3.4. Insolvenzrecht  Eine vollständige Harmonisierung des Unternehmensinsolvenzrechts innerhalb der Euro- päischen Union wäre ein extrem aufwendiges und langwieriges Projekt: Das bestehende nationale Insolvenzrecht einschließlich seiner Institutionen wie Insolvenzgerichte, Insolvenz- verwalter etc. ist in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich ausgestaltet, das gilt auch für die angrenzenden Rechtsgebiete, insbesondere für das Gesellschaftsrecht, das Arbeitsrecht und das Steuerrecht.  Sinnvoller und auch schneller darstellbar wären gezielte Harmonisierungsmaßnahmen zu einzelnen kapitalmarktregulatorischen Aspekten, insbesondere die insolvenzrechtliche Behandlung bestehenden EU-Rechts in Bezug auf Intermediäre; dieses sollte harmonisiert angewendet werden. Auch sollte Netting europaweit anerkannt werden.  Wenn eine weitergehende Harmonisierung des Unternehmensinsolvenzrechts innerhalb der Europäischen Union angestrebt wird, dann ist es wichtig, dass dabei zentrale Eckdaten für ein „gutes Unternehmensinsolvenzrecht“ eingehalten werden. Denn ein schlecht harmo- nisiertes Insolvenzrecht kann deutlich mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften, auch im Hinblick auf die europäische Kapitalmarktunion. Ein gutes Insolvenzrecht zeichnet sich dadurch aus, dass es insbesondere die folgenden Elemente angemessen berücksichtigt: Funktion des Insolvenzverfahrens, Insolvenzgrund, Pflicht zur Insolvenzantragsstellung, Begleitung des Insolvenzverfahrens durch Gericht und Insolvenzverwalter, Vermeidung von Massenarmut, Wahrung des Rangverhältnisses der Gläubiger/besondere Stellung der gesicherten Gläubiger, Mitbestimmung der Gläubiger, Fortführung des Unternehmens nach Insolvenz, enge Verwebung des Insolvenzrechts mit angrenzenden Rechtsgebieten sowie schließlich Behandlung marktseitiger Insolvenzthemen, also klare gesetzliche insolvenz- rechtliche Schutzregelungen für Nettingvereinbarungen bzw. für Termingeschäfte. 3.5. EU Green Bonds  Wir unterstützen das Ziel der EU-Kommission, mit dem „EU Green Bond Standard“ das erste rechtliche Rahmenwerk für grüne Anleihen zu schaffen. Die Verknüpfung mit der EU-Taxo- nomie schafft verbindliche Leitplanken für die Begebung von Green Bonds, erhöht das Ver- trauen in grüne Anleihen und reduziert die Suchkosten für Investoren.  Entscheidend ist allerdings, dass der „EU Green Bond Standard“ ein freiwilliger Standard wird, der neben andere international anerkannte Standards (bspw. ICMA GBP) tritt. Emit- tenten benötigen weiterhin den Zugang zu anderen anerkannten Green-Bond-Standards, um Aktivitäten finanzieren zu können, die nach den derzeit bestehenden und in der Entwicklung befindlichen Kriterien der Taxonomie nicht als grün gelten, die aber der Transformation dienen und von den Investoren als nachhaltig angesehen werden.  Anderenfalls würde auch hier die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit europäischer Emit- tenten erheblich beeinträchtigt.
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Positionen & Stellungnahmen
# Positionen & Stellungnahmen Der Bankenverband veröffentlicht regelmäßig Positionspapiere, die die Haltung der privaten Banken zu unterschiedlichsten Themen zusammenfassen. Außerdem beteiligen wir uns durch Stellungnahmen an Gesetzgebungsprozessen. Hier finden Sie alle aktuellen Beiträge aus allen Fachbereichen auf einen Blick.
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Cybersicherheit
# 3 Fragen, 3 Antworten: Cybersicherheit Wasserzeichen background hero 26.10.2023 Artikel André Nash leitet die Themengruppe Banktechnologie und Sicherheit beim Bankenverband. Anlässlich des europäischen Aktionsmonat für Cybersicherheit (European Cyber Security Month, ECSM) haben wir ihn gefragt, wie man sich am besten vor Cyberangriffen schützen kann. 1. Wo liegt die größte Bedrohung... # Corona-Masche: Betrüger wollen Sie per Telefon um Ihr Geld bringen background hero 14.04.2020 Artikel # Cybersicherheit ist Daueraufgabe – nicht nur für Banken background hero 30.09.2019 Artikel
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Sicher im Netz: Vorsicht bei Pop-up-Fenstern
Wer im World Wide Web unterwegs ist, setzt sich stets auch der Gefahr aus, einer der vielfältigen Betrugsmaschen von Internet-Kriminellen auf den Leim zu gehen. Am besten schützen Sie sich, wenn Sie sich der Gefahr bewusst sind, die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Betrüger kennen und entsprechend vorsichtig handeln. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Masche, über ein Pop-up-Fenster den Kontakt zum potenziellen Opfer zu suchen. Psychologisch ist das nicht ungeschickt. Denn statt Sie mit einem Anruf oder einer Mail direkt und persönlich zu kontaktieren, zielt diese Methode darauf ab, dass Sie selbst aktiv werden sollen. Das vermittelt Ihnen ein Gefühl der Kontrolle und lässt Sie möglicherweise dadurch unvorsichtiger werden. Pop ups sind eigentlich nichts Ungewöhnliches. Sie haben sicher schon oft bemerkt, dass sich meist am unteren Rand Ihres Bildschirms ein kleines Fenster öffnet, das eine Nachricht enthält. Das kann beispielsweise die Aufforderung sein, an einer Umfrage teilzunehmen, Cookies anzunehmen bzw. abzulehnen oder Ähnliches. # Über Warnungen im Pop-up-Fenster zum Kontakt Wenn Sie auf diese Weise aber einen alarmierenden Hinweis erhalten, wonach beispielsweise etwas mit Ihrem Computer nicht in Ordnung sei, die Software mit einem Virus befallen sei oder gar ein Countdown mit der Ankündigung startet, das System würde in Kürze abgeschaltet, samt eingeblendeter Telefonnummer, unter der Sie den „erforderlichen“ Support erhalten, dann sollten Sie in jedem Fall misstrauisch werden. Natürlich setzt diese Masche darauf, dass Sie sich Sorgen wegen des vermeintlich bevorstehenden Systemabsturzes machen. Und ein Countdown setzt Sie zusätzlich enorm unter Zeitdruck. Doch rufen Sie die angegebene Telefonnummer an, haben die Betrüger ihr erstes Ziel bereits erreicht. Denn der „verständnisvolle“ Kriminelle am anderen Ende der Leitung bietet nunmehr seine Hilfe an. Er könne den vermeintlichen Fehler auf Ihrem Computer, Tablet oder Smartphone beheben, müsse dafür aber auf Ihr Gerät zugreifen. Er fordert Sie auf, seinen Zugriff über eine Fernwartungssoftware zuzulassen. Da Sie selbst die Initiative ergriffen und den Anruf initiiert haben, erscheint Ihnen das möglicherweise als der logische nächste Schritt. # Das Ziel: die Freigabe einer Zahlung Ziel der Betrüger ist jedoch regelmäßig, Sie zu einer Zahlung zu bewegen. Entweder indem sie Ihnen ihre „freundliche Unterstützungsleistung“ in Rechnung stellen oder an PIN und TAN herankommen, um unautorisierte Zahlungen auszulösen. Das Geld ist in diesen Fällen unwiderruflich weg. Solchen kriminellen Machenschaften im Netz zu begegnen, können Sie nicht wirklich verhindern. Aber mit einigen Verhaltensregeln und technischen Vorkehrungen lässt sich zumindest das Risiko minimieren, Opfer einer solchen Masche zu werden: ## 1. Installieren Sie einen Pop-up-Blocker! Mit einem Pop-up-Blocker können Sie verhindern, dass Pop-up-Fenster am Bildschirm angezeigt werden. Nur wenn Sie Ihre ausdrückliche Zustimmung geben, werden sie überhaupt angezeigt. ## 2. Recherchieren Sie unabhängig! Vertrauen Sie einer übermittelten Telefonnummer nicht blind, selbst wenn Sie vermeintlich von einem seriösen Unternehmen stammt. Recherchieren Sie beispielsweise auf der echten Unternehmenswebseite, ob die angegebene Telefonnummer tatsächlich stimmt. ## 3. Vorsicht, wenn Fremde auf Ihr Gerät zugreifen wollen! Wenn eine Ihnen fremde Person auf Ihr Gerät zugreifen will, sollten bei Ihnen alle Warnlampen angehen. Denn vordergründig kann es zwar um Hilfe gehen, es könnte tatsächlich aber auch die „feindliche Übernahme“ Ihres Rechners drohen. Natürlich ist nicht jeder Zugriff per Fernwartungssoftware per se unseriös. Aber es schadet nicht, wenn Sie erst einmal auflegen, sich mit Freunden oder Angehörigen austauschen und die Informationen in Ruhe prüfen. ## 4. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Egal, welche Szenarien der Anrufer auftischt: Bleiben Sie besonnen! Lassen Sie sich durch keinen Countdown oder sonstige Ankündigung unter Druck setzen. Auch eine sehr freundliche und vertrauensvolle Atmosphäre sollte Sie nicht verleiten, unvorsichtig zu werden. Beenden Sie auch hier im Zweifel einfach das Gespräch. ## 5. Persönliche Daten sind nichts für Dritte! Rufen Sie sich immer wieder in Erinnerung: Ihre persönlichen Daten, vor allem auch Ihre PINs und TANs, gehören nicht in die Hände anderer. Überlegen Sie stets, ob diese Informationen für den beabsichtigten Vorgang überhaupt benötigt werden.
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Konjunkturausblick der privaten Banken: Deutschland am Rande der Rezession – wie geht's jetzt weiter?
# Konjunkturausblick der privaten Banken: Deutschland am Rande der Rezession – wie geht's jetzt weiter? Wasserzeichen bankenPACKED LUNCH Konjunkturprognose Konjunktur Burgstraße 28, 10178, Berlin background hero - Start: 23.09.2019 | 8:00 Uhr - Ende: 23.09.2019 | 8:45 Uhr # Programm Wie geht es weiter mit der Wirtschaft in Deutschland, in Europa und in der Welt? Droht zusätzlich zu den Handelskonflikten nun auch ein offener Abwertungswettlauf? Was sollte die EZB mit ihrer Geldpolitik tun, und wie kann die Politik in Deutschland für mehr Investitionen und Wachstum sorgen? Zu diesen und ähnlichen Fragen erstellt der Bankenverband zweimal jährlich einen Ausblick – gemeinsam mit den Chefvolkswirten der privaten Banken, die im Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik vertreten sind. Diese Konjunkturprognose stellen Ihnen der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik, Stefan Schneider (Deutsche Bank) und der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Dr. Christian Ossig, vor. Sie bezogen dabei auch Positionen zu ausgesuchten wirtschaftspolitischen Themen. 12:00 Uhr     Präsentation – Konjunktur und Wirtschaftspolitik 12:30 Uhr     Fragen aus dem Auditorium/Diskussion 12:45 Uhr     Lunchpaket und Ende der Veranstaltung # Konjunkturausblick der privaten Banken: Wirtschaftliche Schwäche im ... background hero 29.03.2023 Veranstaltung
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Finanzpolitische Vorstellungen von CDU/CSU
# Finanzpolitische Vorstellungen von CDU/CSU Wasserzeichen Gesellschaft Zahlungsverkehr Wettbewerb 15.09.2021 Artikel Antje Tillmann background hero Wir erleben bewegte Zeiten. Diese stellen natürlich auch unsere Banken vor große Herausforderungen. Was aber muss getan werden, damit Banken in Deutschland und Europa in Zukunft stabil und wettbewerbsfähig sind? Hier ist auch die Politik gefragt. Für die Union ist klar: Wenn die Zeichen der Zeit jetzt erkannt und die Weichen richtig gestellt werden, dann werden unsere Banken gestärkt in die Zukunft gehen. Wir bleiben bei diesem Weg für sie ein verlässlicher Partner! # Banken stehen vor großen Aufgaben Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre dürfte kaum noch jemand in Frage stellen: Die dynamische Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Folgen werden uns mindestens noch bis in das nächste Jahr hinein in einem Krisenmodus halten. Die Auswirkungen des Klimawandels mit einer Häufung und Intensivierung von Naturkatastrophen werden auch in Deutschland und Europa immer stärker spürbar. Humanitäre Not, Zerstörung von Infrastruktur sowie Aufruhr und Migrationsbewegungen als Folge von Dürre und Nahrungsmittelknappheit sind Folgen, auf die wir uns einstellen müssen. Zur Abmilderung des Klimawandels ist ein Transformationsprozess unserer Wirtschaft erforderlich, wie wir ihn seit der Industrialisierung nicht erlebt haben, nur dieses Mal deutlich beschleunigt. Diese Rahmenbedingungen stellen für unsere Banken – wie alle anderen Wirtschafts- und Lebensbereiche – eine große Herausforderung dar. Daneben gibt es aber auch Aufgaben, vor denen speziell der europäische oder auch nur der deutsche Bankensektor steht. Europäische Institute müssen sich im internationalen Vergleich in einem harten Wettbewerb mit Banken aus den USA oder China bewähren. Neue Konkurrenten wie Technologieunternehmen sind auf den Plan getreten und haben sich in klassischen Bankbereichen wie dem Zahlungsverkehr zu starken Konkurrenten entwickelt. In Deutschland befinden sich viele Institute in einem Konsolidierungs- und Umbauprozess. Die Ertragsschwäche deutscher Institute erzeugt einen starken Kostendruck und zwingt zu einer beschleunigten Anpassung der Geschäftsmodelle. Bei der Digitalisierung ist noch deutlich Luft nach oben. Was also ist zu tun? # Die Chancen Europas besser nutzen, nationale Qualitäten bewahren Es ist dringend notwendig, dass wir bei der europäischen Banken- und Kapitalmarktunion vorankommen. Wir müssen schleunigst die Barrieren im Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen abbauen, damit europäische Banken im Wettbewerb mit Instituten aus den USA oder China bestehen können. Hier ist der erste Schritt, bei der Risikoreduktion konsequent weiterzumachen und auch mit Blick auf die Corona-Krise klare Zielvorgaben für den Abbau notleidender Kredite zu formulieren. Bei der Durchbrechung des Staaten-Banken-Nexus durch eine Risikobepreisung von Staatsanleihen in den Bankbilanzen müssen wir ebenso Fortschritte erzielen wie bei der Harmonisierung des Insolvenzrechts. Um den schleppenden Verhandlungen auf europäischer Ebene neuen Schwung zu geben, müssen wir noch konsequenter als bisher zwischen grenzüberschreitenden europäischen Banken und rein nationalen oder regionalen Instituten unterscheiden. Wir können die Chancen eines voll-integrierten europäischen Binnenmarkts nur dann wirklich nutzen, wenn wir daneben rein nationale Strukturen bewahren. Nur so gewährleisten wir, dass sich die unterschiedlichen Interessen beider Gruppen nicht gegenseitig blockieren. In Deutschland ist die Bankenlandschaft mit ihren drei Säulen eine Besonderheit. Regionale Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken sichern die Versorgung in der Fläche und waren in der Corona-Pandemie ebenso wichtig wie große Institute, damit finanzielle Hilfen dort ankamen, wo sie benötigt wurden. Aber anders als große europäische Privatbanken haben kleinere, regionale Institute regelmäßig kaum ein Interesse daran, mit ihren Dienstleistungen in das europäische Ausland zu expandieren. Auch konkurrieren sie im Investmentbanking nicht mit internationalen Großbanken. Deshalb müssen wir die Bankenregulierung noch konsequenter nach Proportionalitätsgesichtspunkten ausrichten. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei der anstehenden Basel-III-Finalisierung kleinere, regionale Institute vor zusätzlichen regulatorischen Anforderungen so weit wie möglich bewahrt werden sollten. Gleiches gilt für auch, wenn es darum geht, den Green Deal der EU-Kommission in konkrete Regulierungsvorhaben umzusetzen. Natürlich ist es richtig, Klima- und Umweltrisiken besser in den EU-Aufsichtsrahmen zu integrieren. Gleichzeitig ist aber wichtig, dass regionale Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken erhalten bleiben und im ländlichen Raum die Menschen mit Bankdienstleistungen versorgen. Deswegen sind bei allen zukünftigen Regulierungsmaßnahmen die Kriterien der „Small Banking Box“ anzuwenden und Kreditinstitute unterhalb einer Bilanzsumme von 5 Mrd. Euro nicht mit Sonderregulierungen zu belasten. # Innovationskraft und Regulierung ausbalancieren Damit unsere Banken gestärkt aus der Corona-Krise hervortreten und sich in unsicheren Zeiten behaupten können, müssen sie ihre Geschäftsmodelle weiter anpassen. Die Entwicklung innovativer und tragfähiger Geschäftsmodelle ist keine Aufgabe der Politik. Dies ist originäre Aufgabe der Banken selbst. In Zukunft wird es mehr und mehr erforderlich sein, das jeweilige Geschäftsmodell konsequent auf Nachhaltigkeit auszurichten. Schon aus eigenem Interesse müssen Banken z.B. Finanzierungen noch stärker auf ihre Nachhaltigkeit beurteilen und mit einem entsprechenden Risiko gewichten. Bei der Gestaltung von Produkten bieten sich den Banken ebenfalls Möglichkeiten, um am Ende im Nachhaltigkeitswettbewerb die Nase vorn zu haben. Auch im Zahlungsverkehr steckt noch innovatives Potential. Hier sind Technologieunternehmen zu einer starken Konkurrenz der Banken geworden und haben durch ihren von vornherein vollständig digitalen Ansatz die Entwicklungen vorangetrieben. Es ist dringend erforderlich, dass die Kreditwirtschaft die Digitalisierung noch konsequenter und schneller voranbringt, um in Zukunft in vielen klassischen Bankbereichen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Für die Union steht fest, dass Innovation nur die eine Seite der Medaille darstellt und die Regulierung diesen Prozess ebenfalls mitgehen muss. Regulierung kann dabei helfen, Entwicklungen zu fördern, weil sie einen klaren Rechtsrahmen vorgibt, in dem sich Wettbewerb bewegen kann. Die Politik muss deshalb darauf achten, dass für unsere Banken in Deutschland und in Europa faire Wettbewerbsbedingungen bestehen. Gleichzeitig muss die Politik aber auch die Risikotragfähigkeit unseres Finanzsystems laufend im Auge behalten und in engem Austausch mit einer starken Aufsicht hierfür sachgerechte Rahmenbedingungen modellieren. Gelingt es uns, die innovative Kraft der Banken durch eine sachgerechte Regulierung zu begleiten, sehe ich den Bankensektor für die künftigen Herausforderungen gut gerüstet.
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Geschäftsbereich Kunden und Märkte
Hier werden die Themengruppen Retail und Verbraucherschutz, Recht und Geldwäscheprävention, Steuern und Beteiligungen, Kapitalmärkte, Unternehmensfinanzierung und Sustainable Finance gebündelt.
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Zinsen
# Warum sind die Zinsen so niedrig? Wasserzeichen background hero 16.01.2018 Artikel Kontroversen über die richtige Höhe des Zinsniveaus bilden den Kern jeder geldpolitischen Debatte. Der „natürliche“ Zins ist kein geeigneter Indikator als geldpolitischer Referenzwert. Die Geldpolitik beeinflusst den Realzins auch langfristig. ...
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Mehr Kapital für mehr Umweltschutz?
# Mehr Kapital für mehr Umweltschutz? Wasserzeichen Taxonomie Klimaschutz Europa 31.05.2023 Artikel Frederik Lange background hero # EU-Taxonomie soll jetzt auch bei vier weiteren Umweltzielen Klarheit schaffen „Gut Ding will Weile haben“… Ob dieses Sprichwort (noch) auf die EU-Taxonomie zutrifft, dürfte zumindest umstritten sein. Gut eineinhalb Jahre später als ursprünglich geplant hat die EU-Kommission am 5. April 2023 ihre Entwürfe zu den technischen Bewertungskriterien für die verbleibenden vier Umweltziele der Taxonomie-Verordnung veröffentlicht. Stakeholder wie zum Beispiel Unternehmen, Finanzinstitute, Verbände, NGOs, öffentliche Einrichtungen sowie Privatpersonen konnten in einer vierwöchigen Konsultation die Vorschläge kommentieren. Der Bankenverband hat sich an der Konsultation über die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) und den Europäischen Bankenverband (EBF) beteiligt. # Um was geht es bei den Entwürfen der EU-Kommission? ## Neue technische Bewertungskriterien zur Klassifizierung von Wirtschaftsaktivitäten Die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem, das definiert, welche Wirtschaftstätigkeiten ökologisch nachhaltig sind. Sie soll nachhaltige Investitionen unterstützen, indem sie gemeinsame Kriterien für Investoren, Unternehmen und politische Entscheidungsträger bereitstellt. Seit Juli 2021 gibt es diese für die zwei Klimaziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“. Die Bewertungskriterien für die vier Umweltziele „nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen“, „Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft“, „Vermeidung von Verschmutzung“ und „Schutz von Ökosystemen und Biodiversität“ fehlen noch. Hier zieht die EU-Kommission jetzt nach. Als Basis dienten dabei die Vorschläge der „EU Platform on Sustainable Finance“ – ein unabhängiges Beratungsgremium der EU-Kommission – vom März und November 2022. Nach einer summarischen Übersicht der deutschen Wirtschaftsprüferkammer enthält die Umwelttaxonomie jetzt Kriterien für: - Sechs neue Wirtschaftsaktivitäten zum Schutz der Wasser- und Meeresressourcen, - 21 neue Wirtschaftsaktivitäten für den Wandel zur Kreislaufwirtschaft, - Sechs neue Wirtschaftsaktivitäten zur Verringerung der Umweltverschmutzung, - Zwei neue Wirtschaftsaktivitäten zum Schutz der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus passt die EU-Kommission die Bewertungskriterien im Bereich Klima an, bzw. nimmt neue Aktivitäten mit in die Taxonomie auf: - 18 überarbeitete und 7 neue Wirtschaftsaktivitäten beim Klimaschutz, - 15 überarbeitete und 6 neue Wirtschaftsaktivitäten bei der Anpassung an den Klimawandel. Die zusätzlichen Wirtschaftsaktivitäten im Bereich Klima betreffen vor allem einige Schlüsselkomponenten für kohlenstoffarme Verkehrsmittel und elektrische Geräte sowie einige Übergangstätigkeiten im Verkehrssektor. Hierbei hat insbesondere die Aufnahme von Flug- und Schiffsverkehr in die Taxonomie für Kritik aus verschiedenen Lagern gesorgt. Denn: Investments in Schiffe und Flugzeuge, die mit Antrieben neuester Bauart ausgestattet sind, könnten künftig als klimafreundlich gelten – auch wenn sie mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Dabei sollte generell klar sein, dass die technischen Bewertungskriterien wissenschaftlich fundiert, angemessen und ehrgeizig sein sollten – erst recht, wenn neue Wirtschaftssektoren in die Taxonomie aufgenommen werden. Nur so kann die Taxonomie glaubwürdig sein und bleiben. ## Anpassung der Berichtspflichten Parallel zu den neuen und überarbeiteten technischen Bewertungskriterien hat die EU-Kommission auch Änderungen des delegierten Rechtsakts über die Offenlegung der Taxonomie vorgeschlagen. Diese sollen sicherstellen, dass die Offenlegungsanforderungen entsprechend angepasst werden, die berichtspflichtige nichtfinanzielle Unternehmen und Finanzunternehmen zu erfüllen haben. Gleichzeitig sollen einige technische Fehler korrigiert werden. Laut den Entwürfen sollen nichtfinanzielle Unternehmen für die neuen Umweltziele die Taxonomiefähigkeit ihrer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben schon ab 2024 und die Taxonomiekonformität ab 2025 offenlegen. Finanzunternehmen müssten die Taxonomiefähigkeit ebenfalls ab 2024 offenlegen und ab 2026 zur Taxonomiekonformität berichten. (Anmerkung: In Artikel 5 der Amendments des Delegierten Rechtsaktes (EU) 2021/2178 sieht die EU-Kommission als Enddatum den 31. Dezember 2024 für die Berichterstattung über die Taxonomiefähigkeit von Finanzunternehmen vor. Wir gehen davon aus, dass es sich hier in Anbetracht des Starttermins 2026 für die Berichterstattung zur Taxonomiekonformität und den Bedarf an Unternehmensdaten mit einem Jahr Vorlauf um einen Fehler handeln könnte und haben dies entsprechend in unserer DK-Stellungnahme angesprochen.) Dass die neuen Berichtspflichten in einem Zeitraum von weniger als einem Jahr eingeführt werden müssen, ist angesichts der Komplexität der Materie sehr ambitioniert. Alle berichtspflichtigen Unternehmen, Finanzinstitute und ihre Daten-/ Softwareanbieter gehen in der Regel von einer Umsetzungsfrist von mindestens 12 Monaten aus. Wir schlagen daher vor, eine Verschiebung aller neuen Berichtsanforderungen für finanzielle und nichtfinanzielle Unternehmen, um ein Jahr in Betracht zu ziehen. ## Neue Online Tools Im Zuge der Konsultation hat die Europäische Kommission auch den EU-Taxonomie-Navigator veröffentlicht. Basierend auf dem bestehenden EU-Taxonomiekompass bietet der Navigator eine Reihe von Online-Tools, die den Nutzern helfen sollen: - die EU-Taxonomie besser zu verstehen, - ihre Umsetzung zu erleichtern - und die Unternehmen bei ihren Berichtspflichten zu unterstützen. Darüber hinaus soll ein „stakeholder request mechanism“ eingeführt werden. Dieser soll Interessengruppen die Möglichkeit geben, Vorschläge zu unterbreiten – etwa zu neuen Aktivitäten, welche in die EU-Taxonomie aufgenommen werden könnten, oder zu möglichen Änderungen der technischen Bewertungskriterien für bestehende Aktivitäten. # Was sind die nächsten Schritte? Die vierwöchige Konsultation der EU-Kommission ist am 3. Mai 2023 abgelaufen. Nach der Prüfung der insgesamt 508 eingegangenen Stellungnahmen wird die EU-Kommission entscheiden, ob sie Änderungen an den Rechtsakten sowie Annexen vornimmt. Eine Verabschiedung der Rechtsakte durch die EU-Kommission wird noch im Sommer 2023 erwartet. Das Europäische Parlament und der Rat haben daraufhin vier Monate Zeit, um die delegierten Rechtsakte zu prüfen. Auf Antrag einer der beiden Institutionen kann diese Frist um weitere zwei Monate verlängert werden. Die beiden Institutionen sind nicht befugt, die delegierten Rechtsakte zu ändern, können jedoch ein Veto einlegen. Sollten keine Einwände gegen einen der delegierten Rechtsakte erhoben werden, werden diese im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und gelten ab dem 1. Januar 2024. # Klima-Ranking: Deutschland kein Musterschüler mehr background hero 06.12.2022 Artikel
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Positionspapier: Finanzstandort Deutschland verbessern
# Positionspapier: Finanzstandort Deutschland verbessern Wasserzeichen Finanzplatz Deutschland Wettbewerb Nachhaltigkeit 07.06.2021 Positionspapier Sarah Schmidtke background hero # Inhalt Einleitung 1. Einheitlicher europäischer Kapitalmarkt und Zugang zu internationalen Kapitalmärkten für institutionelle Kapitalmarktteilnehmer 2. EU-weit einheitliche Spielregeln und Aufsichtspraxis schaffen 3. Rechtsstandort Deutschland verbessern 4. Geldwäschebehörde ansiedeln 5. Emissionsstandort verbessern 6. Steuerrecht wettbewerbsfähig machen 7. Befreiender IFRS-Einzelabschluss 8. Attraktivität für inländische und ausländische Arbeitskräfte erhöhen 9. Finanzbildung ausbauen 10.Bürokratiekosten senken 11. Finanzmarktdialog verbessern # Einleitung Wir wollen, dass Deutschland ein international wettbewerbsfähiger Finanzplatz und der führende Finanzstandort eines immer weiter integrierten Europäischen Finanzbinnenmarktes bleibt. Beide Stoßrichtungen müssen hohe und gleiche politische Priorität genießen – gerade in der Post-Brexit-Zeit: Es gilt, sowohl die Standortbedingungen in Deutschland zu verbessern als auch die Integration des Europäischen Finanzbinnenmarktes voranzutreiben. Letzteres ist vorrangig möglich durch - weitere, engagierte und ambitionierte Schritte in Richtung Bankenunion und Kapitalmarktunion, - die schnelle Verabschiedung des Digital-Pakets der Europäischen Kommission, - die weitere Harmonisierung der Geldwäschebekämpfung und der Kundenidentifizierung, - eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie und - eine Modernisierung der europäischen Verbraucherrechterichtlinien. Ein so leistungsfähiger Finanzstandort stellt alle notwendigen Finanzdienstleistungen für die inländischen privaten Kunden und Unternehmen bereit und sichert institutionellen Marktteilnehmern auch den Zugang zum und aus dem internationalen Kapitalmarkt. Er ist Marktplatz für die deutschen, europäischen und internationalen Aktivitäten von Banken, Vermögensverwaltern und weiterer Dienstleister und stellt so durch einen intensiven Wettbewerb ein optimales Angebot bereit. Der Brexit unterstreicht die Dringlichkeit, im europäischen Finanzbinnenmarkt zu Fortschritten zu kommen. Vor allem aber wird die Investitionsoffensive, die wir nach der Corona-Krise brauchen, nur mit leistungsstarken Banken und Kapitalmärkten zu bewältigen sein. Während der Bankenmarkt sowohl wettbewerbsintensiv als auch vielfach effizient ist, besteht bei der Gestaltung des deutschen und europäischen Kapitalmarktes Nachholbedarf. Für den Banken- wie den Kapitalmarkt gilt: eine gute Regulierung und eine leistungsfähige Aufsicht sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg. # 1. Einheitlicher europäischer Kapitalmarkt und Zugang zu internationalen Kapitalmärkten für institutionelle Kapitalmarktteilnehmer Der deutsche und europäische Kapitalmarkt muss global ausgerichtet und im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben. Ein zentrales Element ist die Sicherung des Zugangs zu den internationalen Kapitalmärkten für europäische institutionelle Kapitalmarktteilnehmer auf Grundlage europaweit möglichst einheitlicher, klarer und ausgewogener aufsichtlicher Rahmenbedingungen für das grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäft. - Die aufsichtlichen Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäfte zwischen institutionellen Kapitalmarktteilnehmern werden weitgehend durch das deutsche Aufsichtsrecht bestimmt und nur punktuell – soweit Äquivalenzentscheidungen vorgesehen sind - durch europäische Regelungen. Die deutschen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sind auch im innereuropäischen Vergleich sehr rigide und komplex. Ein erster kurzfristig umsetzbarer Schritt wäre die grundlegende Modernisierung der aktuellen BaFin-Aufsichtspraxis durch Überarbeitung des BaFin-Merkblattes zur Erlaubnispflicht von grenzüberschreitend betriebenen Geschäften. Der nächste Schritt wäre eine Entschlackung der relevanten KWG- und WpHG-Bestimmungen mit dem Ziel der Schaffung eines klaren und ausgewogenen Rahmens für grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäfte unter institutionellen Kapitalmarktteilnehmern. - Im Interesse eines echten europäischen Kapitalmarkts sollte parallel dazu auf europäischer Ebene auf eine Harmonisierung der entsprechenden nationalen Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Kapitalmarktgeschäfte hingewirkt werden. Ziel muss sein, die Wettbewerbsfähigkeit, Attraktivität und Offenheit des europäischen Finanzmarktes gerade auch gegenüber ausländischen Investoren zu stärken. Dazu gehört es, den Zugang aus der EU zum internationalen Banken- und Kapitalmarkt (und umgekehrt) zu ermöglichen bzw. auszubauen sowie die Kooperation mit Drittstaaten zu vertiefen. Es dürfen keine Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU durch uneinheitliche Rahmenbedingungen über nationale Alleingänge (anderer Mitgliedsstaaten) stattfinden. - Hierzu gehören auch möglichst umfassende und dauerhafte europäische Äquivalenzentscheidungen auf Grundlage der europäischen Marktzugangsregelungen. # 2. EU-weit einheitliche Spielregeln und Aufsichtspraxis schaffen Neben der weiteren Integration in Europa durch einheitliche Regeln und deren Anwendung durch alle europäischen Aufsichtsbehörden muss Deutschland konsequent auf die Verschärfung europäischen Rechts im Zuge der nationalen Umsetzung (sog. „Gold-Plating“) verzichten und nationale Regelungen, die nicht mit den europäischen und internationalen Marktstandards und Marktpraktiken vereinbar sind, modernisieren. Hierzu zählen: - Die vollständige und einheitliche Umsetzung von EU-Richtlinien. - Die Anpassung des deutschen Vergütungsregimes. - Die Regeln für Datenschutz und Datenübermittlung. - Die gezielte Überprüfung des EU-Rechtsrahmen für die Finanzmarktregulierung und Nutzung für notwendige Korrekturen (z.B. MIFID II/MiFIR, CSDR, BMR, MAR, Finanzsicherheitenrichtlinie, Finalitätsrichtlinie). - Die Weiterentwicklung standardisierter Abwicklungsprozesse (z.B. bei Kapitalmaßnahmen). - Die Ausschöpfung des Europäischen Rahmens hinsichtlich der Nutzung zusätzlicher Kreditforderungen (Additional Credit Claims, ACCs) als Sicherheiten im Eurosystem. - Die Vereinheitlichung der rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz von Nettingvereinbarungen als wesentliche Risikosteuerungsinstrumente. Überdies sollte sichergestellt werden, dass EU-weit eine vergleichbare Kontrollintensität gegeben ist. # 3. Rechtsstandort Deutschland verbessern Deutschland muss ein im Wirtschaftsrecht wettbewerbsfähiger Rechtsstandort werden, damit deutsche, europäische und internationale Marktteilnehmer das deutsche Recht und deutsche Gerichte gerne nutzen und Kapitalmarktgeschäfte in deutlich größerem Umfang als bisher auch unter deutschem Recht abgewickelt werden. Dies sichert nicht nur eine größere Konsistenz zwischen Aufsichts- und Vertragsrecht, sondern hat auch Netzwerkeffekte, die wiederum die Qualität des Finanz- und Wirtschaftsstandortes erheblich erhöhen. Zudem reduziert dies die Transaktionskosten für deutsche Unternehmen. Ansatzpunkte sind: - Die Modernisierung des Vertrags- und Handelsrechts: - Ausnahme für Verträge zwischen Unternehmen und Finanzmarktteilnehmern von der für Verbraucher entwickelten gerichtlichen AGB-Inhaltskontrolle bei marktüblichen Regelungen in Verträgen über Kapitalmarktgeschäfte - Beseitigung überflüssiger (Schrift-) Formerfordernisse (z.B. bei Wahldividende) - Überprüfung des Zinseszinsverbotes bei Kapitalmarktgeschäften zwischen institutionellen Kapitalmarktteilnehmern. - Die Internationalisierung der Gerichtsbarkeit: Schaffung bestimmter Zuständigkeiten für kapitalmarktrechtliche Streitigkeiten mit internationalem Bezug und Englisch als optionaler Gerichtssprache durch Änderung des Gerichtsverfassungsgesetzes. - Die Verbesserung insolvenzrechtlicher Rahmenbedingungen für das Kunden-Clearing (z.B. Schutz von Clearingketten bei Ausfall einer zwischengeschalteten Partei). - Die Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung, insbesondere durch - digitale Geschäftsabschlüsse sowie die - digitale Kundenkommunikation. - Die grundlegende Reflektion des Entwurfs eines Gesetzes zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft vor dem Hintergrund, keine unnötigen Belastungen einzuführen. # 4. Geldwäschebehörde ansiedeln Höchste Standards der Geldwäschebekämpfung sind ein Qualitätsmerkmal für einen Finanzstandort. Auch die EU will die Geldwäschebekämpfung verbessern. Von daher wird auch über Pläne zur Einführung einer einheitlichen EU-Geldwäschebekämpfungsbehörde diskutiert. - Die Bundesregierung soll sich frühzeitig für die Ansiedlung der EU-Geldwäschebekämpfungsbehörde in Deutschland einsetzen. - Eine entsprechende Kampagne hierzu sollte mit Unterstützung des geplanten Sitz-Bundeslandes und der Finanzbranche durchgeführt werden. # 5. Emissionsstandort verbessern Die Bedeutung und Leistungsfähigkeit des Finanzstandortes Deutschland steigt, wenn möglichst viele Emissionen hoher Qualität in Deutschland stattfinden. Dafür müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. - Modernisierung des Schuldverschreibungsrechts im Hinblick auf internationale Praktiken und Entwicklungen in den Emissionsmärkten, insbesondere durch Einschränkung der AGB-Inhaltskontrolle für Anleihebedingungen, die den internationalen Marktpraktiken entsprechen. - Ausweiterung der Möglichkeit, digitale/elektronische Wertpapiere zu begeben. # 6. Steuerrecht wettbewerbsfähig machen Das deutsche Steuerrecht ist aus internationaler Perspektive vor allem komplexer als das der wichtigsten Wettbewerber – sowohl was die regulative Ausprägung als auch die Prozesse angeht. Steuerliche Vorschriften werden so immer mehr zum Standortfaktor. Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sind: - Wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung mit einer Gesamtbelastung von nicht mehr als 25 % herstellen. - Abgeltungssteuer erhalten und steuerliche Anreize zur Stärkung der Aktienkultur schaffen. - Keine neuen Belastungen einführen, insbesondere keine finanzmarktschädliche Finanztransaktionssteuer. - Steuerliche Abzugsfähigkeit der Bankenabgabe einführen. - Rechtssicherheit erhöhen und Verfahren beschleunigen und vereinfachen. # 7. Befreiender IFRS-Einzelabschluss Deutschland verlangt, anders als viele andere EU-Mitgliedstaaten, zwingend einen HGB-Einzelabschluss auch von Unternehmen, die gesetzlich nach IFRS bilanzieren müssen. In Deutschland sollte künftig die Option bestehen, einen IFRS-Einzelabschluss mit befreiender Wirkung aufzustellen. Die reduziert bürokratischen Lasten, ermöglicht eine einfache und transparente Kommunikation der Unternehmen, stellt eine Gleichbehandlung deutscher Unternehmen in der EU sicher und verbessert die europäische und internationale Vergleichbarkeit von Unternehmensabschlüssen. # 8. Attraktivität für inländische und ausländische Arbeitskräfte erhöhen Der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte ist zu einem wesentlichen Standortfaktor geworden. Auch hier muss sich die Finanzmarktpolitik erheblich verbessern – sowohl hinsichtlich der Ausbildungs- und Berufswahl inländischer Schülerinnen und Schüler und als auch hinsichtlich der Attraktivität für ausländische Arbeitskräfte. Ansatzpunkte sind: - die aktive Förderung der Ansiedlung von europäischen und internationalen High Potentials. - die Beseitigung von administrativen Lasten beim Zugang von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern und - die Stärkung von mathematisch-quantitativen Kapitalmarktaspekten in der universitären Ausbildung. # 9. Finanzbildung ausbauen Ein weiterer Baustein der Standortpolitik muss die Verbesserung der Finanzbildung sein – sowohl um das Verständnis der Bedeutung des Finanzplatzes für die Finanzierung der Wirtschaft zu verbessern als auch die aktive Teilhabe an den ökonomischen Vorteilen des Finanzplatzes für breite Bevölkerungsschichten zu erhöhen. - Finanzbildung der Bevölkerung erhöhen und mehr Verständnis für die Funktionsweise der Banken- und Kapitalmärkte sowie ihrer Bedeutung für die Finanzierung von Unternehmen und privaten Haushalten schaffen. - Durch mehr Finanzbildung ein höheres Verständnis für die Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten im Bereich der Altersvorsorge und die private Vermögensbildung schaffen. - Durch mehr Finanzbildung auch langfristige Beiträge zur Behebung des Fachkräftemangels leisten. # 10. Bürokratiekosten senken Unnötige Bürokratiekosten belasten die Finanzmarktteilnehmer in Deutschland erheblich und sind aktuell ein Standortnachteil. Ansatzpunkte sind: - Die weitestmögliche Begrenzung der Inanspruchnahme von Unternehmen für staatliche Aufgaben - Eine Effizienzerhöhung im Meldewesen von Banken und Kapitalmarktteilnehmern. - In der aktuellen wirtschaftlichen Situation muss sich die Politik zu einem Belastungsmoratorium verpflichten. # 11. Finanzmarktdialog verbessern Zu einem attraktiven Finanzmarkt gehört auch ein intensiver Dialog zwischen inländischen und ausländischen Marktteilnehmern einerseits und Politik und Aufsicht andererseits. Ansätze dafür sind: - Schaffung vielfältiger Austauschmöglichkeiten und deren selbstbewusste Nutzung - Verbesserung bei der Konsultation im Vorfeld der Rechtssetzung; um eine sachgemäße Beteiligung an Konsultationen zu ermöglichen, sollten die Konsultationsfristen in einem angemessenen Verhältnis zur Komplexität und zum Umfang der konsultierten Materie (z.B. Gesetzentwürfe) stehen. # Sarah Schmidtke background hero Geschäftsführerin E-Mail senden # Europas Souveränität stärken background hero 15.03.2021 Positionspapier
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01/09/2024 22:00:57
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Europäische Kapitalmarktunion: dringlicher denn je!
# Europäische Kapitalmarktunion: dringlicher denn je! Wasserzeichen Kapitalmarktunion Unternehmen Kredit 23.07.2020 Artikel Dr. Hendrik Hartenstein Miye Kohlhase background hero Die Europäische Kapitalmarktunion schien in den zurückliegenden Jahren kein Herzensanliegen in Brüssel mehr zu sein. Doch mittlerweile hat das Projekt wieder erheblich an Schwung gewonnen. Der eindringliche Weckruf der Branche, die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie und nicht zuletzt die Folgen des Brexits machen klar, wie dringend gerade jetzt Fortschritte für einen einheitlichen und effizienten Kapitalmarkt in der EU sind. Die von der EU-Kommission eingesetzte Expertenrunde „High Level Forum on CMU“ hat kürzlich einen 130 Seiten starken Bericht mit 17 Empfehlungen vorgelegt. Auch das Europäische Parlament dringt auf Fortschritte bei der Kapitalmarktunion und hat in seinem Entwurf für einen Initiativbericht explizit auf den Bericht des High Level Forum Bezug genommen. Und auch die Kommission hat in ihrer Roadmap angekündigt, die Kapitalmarktunion in der laufenden Legislatur ehrgeizig voranzutreiben und noch in diesem Jahr einen neuen Aktionsplan zu veröffentlichen. Europa hat den Anspruch, seine Wirtschaft – gerade wegen und trotz der Covid-19-Krise – international wettbewerbsfähiger, nachhaltig, digital und insgesamt innovativer zu gestalten. Dies lässt sich nur mit Hilfe eines funktionsfähigen Kapitalmarkts finanzieren –denn der massive Einsatz des Staates und die starke Rolle der Banken bei der Kreditvergabe zur Unterstützung von pandemiegeschwächten Unternehmen reichen dazu allein nicht aus. Das Vereinigte Königreich hat Ende Juni 2020 angekündigt, auch bei der Finanzmarktregulierung eigene Wege zu gehen. Damit werden weitgehende Äquivalenzregelungen und ein weiterhin eng verflochtener Finanzmarkt zwischen EU und UK unwahrscheinlicher, die Vertiefung und Stärkung des EU-27-Marktes aber umso wichtiger. Mit Blick auf die Gefahr eines „No-Deal-Brexits“ bedarf es nun großen politischen Ehrgeizes, um das Projekt „Kapitalmarktunion“ zu einem Erfolg zu führen. Der Bankenverband legte bereits im Februar 2020 in einem Positionspapier acht Vorschläge für die Kapitalmarktunion vor. Zudem hat er sich an der Konsultation der Kommission zum HLF-Bericht beteiligt und die einzelnen Vorschläge bewertet ( Stellungnahme ). Die Vorschläge des High Level Forum weisen nach unserer Einschätzung grundsätzlich in die richtige Richtung. Dies gilt insbesondere für - die Überarbeitung der Verbriefungsregulierung, - die Schaffung einer zentralen Zugangsstelle für Unternehmensdaten (European Single Access Point, ESAP), - die Empfehlung, den bestehenden Rechtsrahmen für Finanzdienstleistungen zu analysieren und seine Anwendung auf crypto/digital assets sicherzustellen - die Forderung nach einer einheitlichen Infrastrukturlandschaft für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften - einen gezielten Review der Aktionärsrechterichtlinie (SRD2), sofern die neuen Regeln eine Anpassung einzelner Vorgaben erfordern. Bei der weiteren Harmonisierung von Steuer- und Insolvenzrecht kommt es darauf an, sehr gezielt vorzugehen, um noch im Laufe weniger Jahre konkrete Fortschritte zu erreichen. Die Maßnahmen dürfen nicht zu kurz greifen, sollen aber auch nicht an ihrem eigenen Anspruch scheitern. Denn darin sollte man sich nicht täuschen: eine Vollharmonisierung wird gewiss nicht gelingen. ## Stellungnahme englisch als PDF - 154,06 KB PDF - Datei
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01/09/2024 21:59:48
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Initiativbewerbung
# Wann: offen Wo: Berlin oder Brüssel Der Bankenverband mit Sitz in Berlin und einem Büro in Brüssel ist einer der großen Wirtschaftsverbände Deutschlands. Wir vertreten die Interessen der in Deutschland tätigen privaten Banken und FinTechs auf nationaler und internationaler Ebene und sind der führende Verband für die Gestaltung des Wandels der Finanzwirtschaft. Der Bankenverband ist für Sie ein attraktiver Arbeitgeber und Sie möchten gern bei uns arbeiten? Sie haben unsere aktuellen Stellenausschreibungen gesehen, aber es war keine für Sie passende Stelle dabei? Dann senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen über den Button "jetzt bewerben". Nach dem Eingang Ihrer Initiativbewerbung werden wir prüfen, ob wir Ihnen eine passende Stelle anbieten können. Unabhängig von Ihrer Initiativbewerbung empfehlen wir Ihnen, sich regelmäßig über die aktuellen Stellenausschreibungen auf unserer Webseite zu informieren und sich gezielt zu bewerben. Die von Ihnen zur Bearbeitung Ihrer Initiativbewerbung erhobenen personenbezogenen Daten werden grundsätzlich zum Ende des Kalenderjahres nach Bewerbungseingang gelöscht. Selbstverständlich haben Sie zu jedem Zeitpunkt die Möglichekeit, Ihre Initiativbewerbung zurückzuziehen. Ihre Daten werden dann unverzüglich gelöscht. Für Fragen zur Initiativbewerbung steht Ihnen unsere Ansprechpartnerin zur Verfügung.
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01/09/2024 22:00:42
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Unternehmen investieren zurückhaltend - Kreditangebot ist vorhanden
Die deutsche Wirtschaft ist im zurückliegenden Winterhalbjahr (Oktober 2022 bis März 2023) in eine Rezession gerutscht. Ausschlaggebend war ein kräftiges Minus beim privaten Konsum. Die Investitionen in den Bereichen Bau und Ausrüstung sind – gegenüber dem sehr schwachen Jahresendquartal 2022 – in den ersten drei Monaten dieses Jahres zwar wieder gestiegen. Legt man die konjunkturellen Frühindikatoren zugrunde, dann ist kurzfristig allerdings keine durchgreifende wirtschaftliche Besserung zu erwarten. Die Unsicherheit über die künftige Kosten- und Nachfrageentwicklung ist in der deutschen Wirtschaft weiterhin sehr hoch und führt zu einer abwartenden Haltung bei Investitionen. Viele Betriebe haben Transformations- und Investitionspläne entwickelt – sie setzen sie aber aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – Energiepreise, Arbeitskräftemangel, komplexe bürokratische Auflagen und Prozesse – noch zu wenig um. Erfreulich wäre es, wenn sich das Investitionsvolumen im Bausektor in den kommenden Monaten zumindest stabilisiert und die Ausrüstungsinvestitionen im weiteren Jahresverlauf auf einem Wachstumskurs bleiben. Vor diesem Hintergrund blieb die Nachfrage nach Liquidität im ersten Quartal 2023 verhalten, zugleich wurden auch nur wenige Investitionskredite nachgefragt. Das Gesamtvolumen der ausstehenden Kredite an Unternehmen und wirtschaftlich Selbständige in Deutschland lag im ersten Quartal 2023 laut aktuellen Zahlen der Bundesbank mit rund 1.136 Mrd. Euro nur 0,5 % über dem Wert des Vorquartals. Trotz Finanzierungsangebot ist die Nachfrage also noch verhalten. Die Banken stehen auch zukünftig bereit, ihre Unternehmenskunden bei der Transformation mit Beratung und Finanzierung zu unterstützten. Für Unternehmen, die von einer Verschärfung des Kreditzugangs berichten, ist der erhöhte Zins ausschlaggebend. Die konjunkturellen Perspektiven für Deutschland für den Rest dieses Jahres bleiben verhalten, im Jahresdurchschnitt könnte sich ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung um rund ¼ % ergeben. ## Unternehmensfinanzierung aktuell - Mai 2023 - 232,96 KB PDF - Datei
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01/09/2024 22:02:39
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Was ändert sich 2023?
# Was ändert sich 2023? Wasserzeichen Verbraucher Altersvorsorge Sparen 22.12.2022 Artikel Sylvie Ernoult background hero Das Jahr 2022 hat nicht zuletzt wegen der hohen Inflation uns allen viel abverlangt. Die Abschläge für Strom und Gas sind zum Teil massiv angestiegen. Der Gesetzgeber hat reagiert und Maßnahmen ergriffen, sodass wir uns für das Jahr 2023 über Entlastungen freuen dürfen. Wir haben einige Änderungen für Sie zusammengestellt. # Kindergelderhöhung Das Kindergeld steigt zum 1. Januar auf einheitlich 250 Euro pro Monat und Kind. Fürs erste und zweite Kind sind es somit 31 Euro mehr und für das dritte Kind 25 Euro mehr im Monat. # Grundfreibetrag steigt Das zu versteuernde Einkommen, bis zu dem keine Steuern fällig werden (steuerlicher Grundfreibetrag), steigt um 561 Euro auf 10.908 Euro. # Spitzensteuersatz ist später fällig Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent, der aktuell noch ab einem zu versteuernden Einkommen von 58.597 Euro greift, ist im kommenden Jahr erst ab 62.810 Euro fällig. Auch die Progressions­stufen unterhalb dieses Betrages werden angehoben, sodass auch Steuerpflichtige profitieren, die weniger Einkommen erzielen. # Altersvorsorgeaufwendungen abzugsfähig Altersvorsorgeaufwendungen werden ab 2023 in vollem Umfang als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt. # Sparer-Pauschbetrag steigt Ab 2023 steigt der Sparer-Pauschbetrag von 801 auf 1.000 Euro. Bei zusammenveranlagten Ehegatten klettert er von 1.602 auf 2.000 Euro. Kapitaleinkünfte unter dem Sparer-Pauschbetrag bleiben steuerfrei. Kunden, die ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilt haben, müssen nichts tun. Die Bank passt den Freistellungs­auftrag automatisch an den neuen Sparer-Pauschbetrag an. # Höhere Homeoffice-Pauschale In Zukunft können statt 600 bis zu 1.260 Euro Homeoffice-Pauschale bei der Steuererklärung angesetzt werden. Zudem wird der bisherige Maximalbetrag von 1.250 Euro für ein häusliches Arbeitszimmer in einen pauschalen Jahresbetrag in Höhe von ebenfalls 1.260 Euro umgewandelt. Die Pauschalen zählen zu den Werbungskosten. Hier werden aber allen Steuerzahlenden ab 2023 so oder so 1.230 Euro angerechnet. Nur wer über diesen Betrag liegt, profitiert von den Erleichterungen. # Gas- und Strompreisbremse kommt Ab Januar 2023 wird der Preis für Gas bis Ende April 2024 gedeckelt. Auch wenn die Preisbremse erst ab Anfang März 2023 gelten soll, erhalten Sie für die Monate Januar und Februar 2023 eine rückwirkende Deckelung der Preise. Die Entlastungen für Januar, Februar und März werden dann im März 2023 angerechnet. Konkret erhalten Gaskunden für 80% ihres bisherigen Jahresverbrauchs einen staatlich garantierten Preis von 12 Cent / Kilowattstunde. Für Fernwärme beträgt der gedeckelte Preis 9,5 Cent / Kilowattstunde. Für den restlichen Verbrauch muss indes der aktuelle Marktpreis bezahlt werden, sprich es bestehen weiterhin Anreize zum Energiesparen. Der Staat bezahlt dem Anbieter die Differenz zwischen dem Vertragspreis und der Preisbremse. Beim Strom soll ebenfalls eine Preisbremse greifen. Ein Basisverbrauch soll für private Haushalte günstiger bleiben (40 Cent pro Kilowattstunde). Nur wer mehr verbraucht, müsste dann deutlich mehr zahlen. Auch diese Preisbremse wird ab März 2023 eingeführt und gilt bis Ende April 2024. Im parlamentarischen Verfahren kam außerdem eine konkrete Härtefallregelung für Kundinnen und Kunden mit sogenannten nicht leitungsgebundenen Brennstoffen dazu – also zum Beispiel Öl und Pellets. Die Obergrenze pro Haushalt liegt hier bei 2.000 Euro. # Hinzuverdienstgrenze für Rentnerinnen und Rentner abgeschafft Ab 2023 sollen Rentnerinnen und Rentner unbegrenzt neben der Altersrente dazuverdienen dürfen. Diese Neuregelung, die noch vom Bundestag und Bundesrat bestätigt werden muss, sieht diese Regelung sowohl für die Frührente als auch für die Altersrente vor. Achtung! Bei der Erwerbsminderungsrente gelten eigene Regeln: Bei Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung soll ab 1. Januar 2023 eine Hinzuverdienstgrenze von 17.823,75 Euro brutto jährlich gelten. Diese Grenze lag in der Vergangenheit bei 6.300 Euro brutto jährlich. Bei Menschen, die eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beziehen, beträgt die geplante Hinzuverdienstgrenze 35.647,50 Euro brutto jährlich. # Hartz IV wird durch das Bürgergeld abgelöst Ab Januar 2023 löst das Bürgergeld Hartz IV ab. So bekommt ab Januar 2023 eine einzelne Person als Regelbedarf 502 Euro, ein Paar in einer Bedarfsgemeinschaft 902 Euro. Darüber hinaus werden für ein Jahr die Kosten für Miete oder Eigenheim übernommen, ohne dass geprüft wird, ob die Wohn­kos­ten angemessen sind. Außerdem wird Vermögen bis zu 40.000 Euro pro Person nicht angerechnet und bleibt für das erste Jahr unangetastet. Die Grenze von 40.000 Euro gilt für eine Person im Haushalt, alle weiteren Personen dürfen für das erste Jahr über einen Freibetrag von 15.000 Euro verfügen. Dieses Privatvermögen wird nicht auf das Bürgergeld angerechnet. Die Altersvorsorge ist von dieser Berechnung ausgenommen. Kleiner Tipp: Sollten Sie Haus- oder Wohnungsbesitzer sein, so müssen Sie ihre Grundsteuererklärung bis Ende Januar 2023 abgegeben haben. Ursprünglich war als Frist Ende Oktober 2022 gesetzt. 2023 wird auch das 49€-Ticket kommen. Wann genau, ist derzeit noch offen.
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2. August 2021 # Position des Bankenverbandes zu einer grünen Geldpolitik der EZB ◼ Eine Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten in der Geldpolitik der EZB ist richtig und wichtig, da mit dem Klimawandel auch gravierende Risiken für die Finanz- und Preisstabilität verbunden sein können. ◼ Da klimapolitische Ziele in bestimmten Situationen in einen Konflikt mit der Preisniveau- stabilität geraten können, sollte eine grüne Geldpolitik nur im Rahmen eines „Nebenziels“ in der EZB-Strategie berücksichtigt werden. ◼ Nicht dauerhaft angelegte Instrumente, etwa großvolumige Anleihekaufprogramme, sind für eine grüne Geldpolitik nicht sonderlich geeignet, da sich hier im Falle einer restriktiven Geld- politik ein Zielkonflikt zwischen Preisstabilität und Klimaschutz ergeben kann. ◼ Für eine bessere geldpolitische Steuerung sollte sich die EZB bei der Umsetzung ihres klima- bezogenen Maßnahmenplans gezielt auf die Ansätze konzentrieren, mit denen der Sicher- heitenrahmen durch grüne Anleihen erweitert wird. Eine Möglichkeit sind erleichterte Zulassungskriterien für notenbankfähige Sicherheiten auf der Grundlage umweltpolitischer Kriterien. ◼ Durch eine generelle Senkung der Haircuts für grüne Sicherheiten könnte ein zusätzlicher Anreiz für die Hinterlegung dieser Sicherheiten geschaffen werden. ◼ Notwendige Voraussetzung für eine wirksame grüne Geldpolitik ist ein objektiver und einheit- licher Maßstab zur Definition grüner Anleihen und Sicherheiten. Die Bemühungen um einen gemeinsamen Klassifikationsrahmen innerhalb der EU (Taxonomie) sollten deshalb mit Nach- druck – aber auch unter dem Blick einer praktikablen Anwendung – vorangetrieben werden. Nachhaltigkeit wird Element der neuen EZB-Strategie Deutlich früher als erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Juli die Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung veröffentlicht. Neben dem neu definierten Inflationsziel hat der EZB- Rat beschlossen, Klimaschutzaspekte künftig stärker in der Geldpolitik zu berücksichtigen. Dafür wurde ein umfangreiches Maßnahmenpaket erarbeitet. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass der Klimawandel zu Extremwetterereignissen oder strukturellen Veränderungen führen und so die Preisniveaustabilität im Euroraum gefährden kann. Bei der Umsetzung des beschlossenen klimabezogenen Maßnahmenplans sind der EZB allerdings durch ihr Mandat zur Sicherung der Preisstabilität klare Grenzen gesetzt. Möglichen Zielkonflikten zwischen klimapolitischen Zielen und der Preisniveaustabilität sollte vorgebeugt werden. Mögliche Zielkonflikte Das Mandat und damit das primäre Ziel der EZB ist die Sicherung der Preisniveaustabilität im Euroraum. In dem Maße, wie Klimarisiken das Preisziel gefährden, besteht kein grundsätzlicher Konflikt zwischen Klima- und Preiszielen. Es sind allerdings auch Situationen denkbar, in denen klimapolitische Maßnahmen das Bemühen der EZB um Preisniveaustabilität behindern können. Dies wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn eine mehrstufige CO2-Bepreisung über einen längeren Zeitraum hinweg eingeführt würde. Dann könnten klimapolitische Ziele, denen sich auch die EZB verpflichtet, dem Ziel der Preisniveaustabilität entgegenstehen. Außerdem könnten geldpolitische Maßnahmen, die zur Wahrung der Preisstabilität notwendig sind, klimapolitische Ziele konterkarieren, etwa wenn grüne Anleihen durch die Notenbank verkauft werden müssen. Wegen dieser potenziellen Zielkonflikte muss sich die EZB klar an ihre eigene Vorgabe halten: Sie darf eine grüne Geldpolitik ausdrücklich nur innerhalb ihres Mandats, also als Nebenziel, unter der Voraussetzung, dass die Preisniveaustabilität gewährleistet ist, in ihrer Geldpolitik berücksichtigen. Das Instrumentarium einer grünen Geldpolitik Der Leitzins ist das wichtigste geldpolitische Instrument der EZB. Für eine gezielte grüne Geldpolitik wird er von der EZB aber in ihrem klimabezogenen Maßnahmenplan nicht berücksichtigt. Das liegt vor allem daran, dass nicht geklärt ist, ob ein niedriger oder ein höherer Leitzins klimapolitische Ziele unterstützt. Die EZB hat sich in ihrem Maßnahmenplan daher auf geldpolitische Instrumente konzentriert, von denen sie sich wirkungsvolle Steuerungsmöglichkeiten erhofft. Dies sind insbesondere: ◼ das grüne Quantitative Easing (QE), ◼ klimabezogene Offenlegungsanforderungen und ◼ die Berücksichtigung von Klimarisiken im Sicherheitenrahmen. Verstärkter Ankauf grüner Anleihen Die europäischen Währungshüter planen, ihre Wertpapierankäufe zukünftig unter anderem nach Klimakriterien auszurichten. Im Rahmen ihrer Kaufprogramme wäre die EZB ein großer Nach- frager nach grünen Anleihen, was in diesem Marktsegment tendenziell für höhere Anleihekurse und einen niedrigen Zins sorgen würde. Das gilt erst recht, wenn man bedenkt, dass das Markt- volumen grüner Anleihen – trotz einer dynamischen Entwicklung – gegenwärtig noch relativ gering ist. Bei diesen Überlegungen darf allerdings nicht außen vor bleiben, dass großvolumige Ankauf- programme (Quantitative Easing, QE) kein dauerhaftes Instrument der Geldpolitik sein können. Es wird auch wieder geldpolitische Phasen geben, in denen die EZB die Zentralbankgeldmenge drosseln oder gar zurückfahren muss, um die Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Im Falle einer restriktiven Geldpolitik, die den Verkauf von Assets durch die Notenbank erforderlich macht, würde also ein Zielkonflikt zwischen der Wahrung der Preisstabilität und der Klimapolitik entstehen, wenn zuvor verstärkt beziehungsweise ausschließlich grüne Assets erworben wurden. Der bevorzugte Kauf grüner Anleihen als Instrument einer grünen Geldpolitik wäre daher nur effizient, wenn QE-Programme der EZB als „geldpolitische Einbahnstraße“ durchgeführt werden, ein Verkauf der erworbenen Anleihen also faktisch ausgeschlossen wird. Damit würde aber die geldpolitische Reaktionsfähigkeit der EZB ganz empfindlich beschnitten. Ein verstärkter Ankauf grüner Anleihen scheint daher als Instrument einer grünen Geldpolitik nicht sonderlich geeignet zu sein. Klimabezogene Offenlegungspflichten Ein weiterer Vorschlag der EZB umfasst klimabezogene Offenlegungsanforderungen als Zulas- sungskriterien für den notenbankfähigen Sicherheitenrahmen und die Ankaufprogramme der EZB. Eine solche Vorgabe würde den notenbankfähigen Sicherheitenrahmen und die Kauf- möglichkeiten der EZB im Rahmen ihrer QE-Programme jedoch einschränken, mit der Konse- quenz, dass letztlich auch die Wirksamkeit von geldpolitischen Impulsen begrenzt wird. Überzeugender wäre es deshalb, mit klimabezogenen Berichtspflichten positive Anreize zu setzen. Mit Blick auf die zentralbankfähigen Sicherheiten könnte dies etwa durch eine gezielte Ausweitung des Sicherheitenrahmens für grüne Assets geschehen. Grüne Anleihen im notenbankfähigen Sicherheitenrahmen Um Zielkonflikte zu vermeiden und die Wirkung ihrer geldpolitischen Instrumente nicht zu beschneiden, sollte sich die EZB bei der Umsetzung des klimabezogenen Maßnahmenplans klar auf eine dauerhafte Ausweitung des notenbankfähigen Sicherheitenrahmens durch grüne Assets konzentrieren. Wenn Ratingagenturen bei der Bonitätsbewertung konsequent klimabezogene Risiken berücksichtigen, könnte durch erleichterte Zulassungskriterien sogar eine direkte Bevorzugung für grüne Sicherheiten erwogen werden. Solche Überlegungen wären gerecht- fertigt, da grüne Sicherheiten niedrigere klimabezogene Risiken aufweisen, wodurch – unter sonst gleichen Bedingungen – auch ihre Ausfallwahrscheinlichkeit etwas niedriger sein dürfte. Sicherheitenrahmen und Haircuts Für alle Kreditgeschäfte des Eurosystems sind ausreichende Sicherheiten zu hinterlegen. Eine Liste der akzeptierten Sicherheiten wird vom Eurosystem erstellt. Auf den Wert dieser Sicherheiten wird ein Bewertungsabschlag (Haircut) definiert, der als Sicherheitspuffer für Wertverluste und die für den Verkauf von Sicherheiten benötigte Zeit dient. Dieser Abschlag ist abhängig von der Art der Sicherheit, von der Restlaufzeit sowie von Verzinsung und Bonität. Die Berücksichtigung klimabezogener Risiken in den Ratings für Unternehmen würde sich auch auf die Haircuts im Sicherheitenrahmen des Eurosystems auswirken. Darüber hinaus wäre aber auch eine generelle Reduktion der Haircuts für grüne Sicherheiten gerechtfertigt, da genauso wie bei den Überlegungen zu leichteren Zulassungskriterien für grüne Sicherheiten auch bei den Haircuts berücksichtigt werden könnte, dass grüne Anleihen die allgemeinen Klima- und Preis- niveaurisiken reduzieren. Die EZB könnte daher mit einem gezielt um grüne Sicherheiten ausgeweiteten Sicherheiten- rahmen und an einer nachhaltigen Klimapolitik orientierten Haircuts ein gut dosierbares sowie sehr markt- und risikonahes Steuerungsinstrument für umweltpolitische Aspekte nutzen. Bei der Konzentration auf ihre Ankaufprogramme könnte die EZB dagegen schnell an die Grenzen ihres geldpolitischen Mandats stoßen. Insbesondere dann, wenn die aktuell stark ausgeweitete Zentralbankgeldmenge irgendwann einmal wieder gedrosselt werden müsste.
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Kontaktloses Bezahlen
# Wearables: Schnell und unkompliziert bezahlen Wasserzeichen background hero 24.02.2022 Artikel # So funktioniert das kontaktlose Zahlen an der Kasse background hero 29.07.2020 Artikel # Die Krise als Katalysator: Kontaktloses Zahlen auf dem Vormarsch background hero 27.04.2020 Artikel
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Unternehmensfinanzierung AKTUELL - Juni 2022
Die wichtigsten Fakten aus unserem Bericht zur Lage der Unternehmensfinanzierung vorweg: - Der russische Angriffskrieg bedeutet eine geopolitische Wende mit gravierenden Auswirkungen für Europa. Die Unsicherheiten sind hoch, die Aussichten für die Wirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit haben sich auch angesichts der jüngsten Inflationsentwicklungen deutlich eingetrübt. Ein erster Zinsschritt der EZB im Juli 2022 wird immer wahrscheinlicher. Eine Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte wäre ein wichtiges Signal. - Unternehmen sind durch Krieg, Lieferkettenprobleme und Transformation mehrfach betroffen. Während die Unternehmensinsolvenzen noch auf niedrigem Niveau verharren, blicken Unternehmen zunehmend pessimistisch in die Zukunft. - Den Banken kommt bei der Umsetzung der EU-Sanktionen eine zentrale Rolle zu. Der Gleichlauf im Rahmen der G7, der Umfang und die Geschwindigkeit der Sanktionen setzen ein deutliches Signal. Unklare Formulierungen oder Auslegungen können auf Seiten der Banken zu stärkerer Zurückhaltung führen, um Rechtsrisiken zu vermeiden. - Die Kreditvergabe an Unternehmen ist zuletzt deutlich angestiegen und erreicht neue Höchststände. Parallel hierzu ziehen Kreditstandards leicht an, da Banken zunehmend Risiken einpreisen. - Die Vielzahl der Herausforderungen wirkt sich auch auf die Unternehmensfinanzierung aus. Um die Kreditvergabekapazität der Banken offen zu halten, sind die richtigen Rahmenbedingungen und ein Finanzierungsmix aus privatem und öffentlichem Kapital entscheidend. # Inhalt ## Konjunkturelle Entwicklungen in Deutschland Jahresstart im Stottergang Die prognostizierte Sommererholung fällt aus Prognosen für 2022 im Abwärtstrend Preisdruck bleibt erhöht EZB sollte Negativzinspolitik vor der Sommerpause beenden ## Lage der Unternehmen und deren Finanzierung Betroffenheit der Unternehmen nimmt zu… … auch wenn dies nicht in einem Anstieg der Insolvenzen ablesbar ist Stützungsmaßnahmen sollen das Schlimmste verhindern ## Kreditvergabe und -bedingungen für Unternehmen Nachfrage nach Krediten steigt seitens der Unternehmen # Kurzfassung ## Konjunkturelle Entwicklungen in Deutschland Jahresstart im Stottergang Die deutsche Wirtschaft ist im „Stottergang“ in das Jahr 2022 gestartet. Die Industrieproduktion hat – trotzt spürbarer Materialengpässe – zum Jahresbeginn leicht zugelegt, und das Dienstleistungsgewerbe konnte teilweise von den Lockerungen der Corona-Restriktionen profitieren. weiterlesen Die prognostizierte Sommererholung fällt aus Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf haben sich in den letzten Wochen kontinuierlich verschlechtert. In einigen Dienstleistungsbereichen (insbesondere Touristik und Freizeit) wird zwar weiterhin mit gewissen pandemiebedingten Nachholeffekten gerechnet. weiterlesen Prognosen für 2022 im Abwärtstrend Vor diesem Hintergrund wurden die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr in den letzten Monaten teilweise kräftig nach unten revidiert. In Deutschland ist aus heutiger Sicht inzwischen nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,5 % bis 2 % zu rechnen. weiterlesen Preisdruck bleibt erhöht Nach einer ersten Schätzung ist die Inflationsrate in Deutschland im Mai 2022 mit 7,9 % auf den höchsten Stand seit mehr als 48 Jahren (Dezember 1973) gestiegen. Im gesamten Euroraum lag sie vorläufigen Zahlen zufolge im Mai 2022 bei 8,1 %. weiterlesen EZB sollte Negativzinspolitik vor der Sommerpause beenden Die EZB hat auf das fundamental geänderte Preisumfeld bislang sehr zögerlich reagiert und an der Negativzinspolitik festgehalten. Das ist nicht ohne Risiko: Es fehlen deutliche Stabilitätssignale für die Tarifparteien und es drohen weitere Risikozuschläge bei den Kapitalmarktzinsen oder beim Wechselkurs. weiterlesen ## Lage der Unternehmen und deren Finanzierung Nicht nur die makroökonomischen Auswirkungen sowohl des Krieges als auch der anhaltenden Corona-Effekte (v. a. China) sind beträchtlich. weiterlesen Betroffenheit der Unternehmen nimmt zu… Auf die von vielen Unternehmen an sich recht solide überstandene zwei Pandemiejahre folgen nun nahtlos die unberechenbaren Effekte des Krieges: steigende Energiepreise, Rohstoffengpässe und zumindest temporär verschlossene Produktions- und Absatzmärkte, gekoppelt mit Unsicherheiten eines drohenden Gas- und Ölembargos bzw. -lieferstopps. weiterlesen … auch wenn dies nicht in einem Anstieg der Insolvenzen ablesbar ist Gleichwohl ist aktuell kein Anstieg von Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen. Im Gegenteil: Nach wie vor liegen bei Unternehmen die Insolvenzen deutlich unter dem Vorkrisenniveau, auch wenn zuletzt (Stand März 2022) ein Anstieg bei den beantragten Regelinsolvenzen zu verzeichnen war. weiterlesen Stützungsmaßnahmen sollen das Schlimmste verhindern Am 8. April 2022 hat die Bundesregierung – parallel zu Entlastungspaketen für Ver-braucher aufgrund hoher Energie- und Benzinkosten – ein Schutzschild für die vom Krieg betroffenen Unternehmen angekündigt, bestehend aus fünf Bausteinen . weiterlesen ## Rolle der Banken bei Sanktionen Als Reaktion auf Russlands Invasion der Ukraine haben die G7 unmittelbar nach Kriegsausbruch weitreiche Sanktionen gegen Russland und auch Belarus vereinbart. Der politische Gleichlauf, der Umfang und die Geschwindigkeit immer weiterer Sanktionen senden ein deutliches Signal an Russland. weiterlesen ## Kreditvergabe und -bedingungen für Unternehmen Pauschal lässt sich aus Befragungen von Unternehmen und Banken zwar ableiten, dass in der ersten Jahreshälfte 2022 mit einer zunehmenden Kreditnachfrage gerechnet wird, doch variieren diese Einschätzungen deutlich und sind gleichermaßen von einer hohen Wachsamkeit bzw. Unsicherheit geprägt. weiterlesen Nachfrage nach Krediten steigt seitens der Unternehmen Unternehmensseitig zieht laut aktueller KfW-ifo Kredithürde insbesondere die mittel-ständische Kreditnachfrage an, wenngleich auf niedrigem Niveau. Große Unternehmen scheinen augenblicklich noch zurückhaltender zu sein, da entweder (noch) keine Liquiditätsengpässe bestehen, andere Instrumente präferiert werden oder aber der Zugang zu Krediten als schwieriger bzw. unattraktiver betrachtet wird. weiterlesen ## Herausforderungen für die Unternehmensfinanzierung Die in den letzten drei Monaten gefällten politischen Entscheidungen (u. a. geplanter vollständiger Verzicht auf russische fossile Energie, Isolation des russischen Import-/Exportmarktes) werden vermutlich zu dauerhaften Veränderungen in der deutschen Wirtschaft – und nicht nur in Bezug auf Russland – führen. weiterlesen - ### Präsentation Bankenpaket 2021 - Auswirkungen 251,49 KB PDF - Datei -
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„Warum Deutschland einen starken Kapitalmarkt braucht“ – BankenDIALOG
# „Warum Deutschland einen starken Kapitalmarkt braucht“ – BankenDIALOG Wasserzeichen Finanzplatz Deutschland Kapitalmarktunion Finanzmarktregulierung 25.11.2022 Artikel Christian Jung background hero # Aufzeichnung der Veranstaltung Zwei Präsidenten, zwei Minister – eine Meinung: „Wir brauchen einen starken Kapitalmarkt und eine europäische Kapitalmarktunion!“ – So könnte das Fazit des gestrigen Bankenverbands-Panels zum „Finanzstandort Deutschland“ lauten, zu dem Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der Bankenpräsident und Deutsche Bank-CEO Christian Sewing sowie die hessischen Minister Michael Boddenberg (Finanzen) und Tarek Al-Wazir (Wirtschaft) nach Berlin gekommen waren. Das von der Geschäftsführerin des Bankenverbands Mitte, Sarah Schmidtke, moderierte Panel nutzten die Redner gleichwohl, um unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen. So konnten die über 200 Gäste vor Ort und per Livestream eine interessante und facettenreiche Diskussion verfolgen. Finanzstandort Deutschland – warum Deutschland einen starken Kapitalmarkt braucht Finanzstandort Deutschland – warum Deutschland einen starken Kapitalmarkt braucht . # Ohne starken Kapitalmarkt keinen „Green Deal“ „Wir stehen vor der Mammutaufgabe“, sagte Bankenpräsident Christian Sewing, „die gegenwärtige Inflation zu bekämpfen, gleichzeitig aber auch die langfristige Weiterentwicklung unserer Wirtschaft nicht aus den Augen zu verlieren.“ Die enormen Summen, die zur Transformation der Wirtschaft gebraucht würden, erforderten ein Zusammenspiel von privaten und öffentlichen Investoren. „Wir brauchen für die vor uns liegenden Aufgaben viel privates Kapital – nicht nur aus Deutschland und Europa, sondern auch aus anderen Teilen der Welt.“ Das Interesse ausländischer Investoren an Deutschland sei zwar durchaus hoch, doch müssten wichtige Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. „Europa ist ein Wachstumsmarkt“, meinte Sewing, doch „ohne Kapitalmarktunion wird der Green Deal nicht funktionieren.“ Gerade beim Ziel, den „grünen“ Finanzplatz Deutschland voranzutreiben, mahnte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir mehr Tempo an. „Wir haben in der Vergangenheit viel Zeit verplempert“, sagte er. Schließlich sei der Treibhaus-Effekt von wissenschaftlicher Seite schon vor Jahrzehnten vorausgesagt worden; ebenso hätten Weltbankberichte vor Jahrzehnten vor den finanziellen Schäden gewarnt, die nun in Folge von Umweltkatastrophen immer häufiger aufträten. „Wir brauchen ein anderes Mindset“, sagte der Minister, „und wir brauchen viel mehr privates Kapital, weil der Staat auf diesem Gebiet nicht alles allein machen kann.“ # Kein wettbewerbsfähiger Standort ohne starken Finanzstandort Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel unterstrich die Bedeutung des Kapitalmarkts für die Finanzierung künftiger Aufgaben wie die Transformation und Digitalisierung der Wirtschaft. Und er ergänzte aus Bundesbank-Perspektive: „Ein Wirtschaftsstandort, der wettbewerbsfähig sein will, muss auch ein starker Finanzstandort sein. Ein stabiles Finanzsystem, stabile Preise und eine effiziente Bankenaufsicht sind dafür die wichtigsten Stützpfeiler.“ Die Regulierer hätten in den letzten Jahren einen guten Job gemacht, doch müsse weiter auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geachtet werden. Als konkrete Maßnahme plädierte Nagel dafür, alternative Formen der Finanzierung attraktiver zu machen und beispielsweise den Verbriefungsmarkt wiederzubeleben. Das nach der Finanzmarktkrise in Verruf geratene Finanzinstrument, bei dem Unternehmen ihre Forderungen verbriefen, könne unter anderen Voraussetzungen heute durchaus wieder eine größere Rolle spielen, um den hiesigen Kapitalbedarf zu decken. # Die Stigmatisierung des Kapitalmarkts beenden Der hessische Finanzminister Michael Boddenberg sprach sich dafür aus, der teilweise bestehenden Stigmatisierung des Kapitalmarkts in der Gesellschaft entgegenzutreten. Politik und Finanzmarktakteure müssten besser erklären, warum der Kapitalmarkt für unsere Volkswirtschaft eine wichtige Funktion habe und keineswegs vor allem „zum Zocken“ da sei. Mit Blick auf die privaten Anlegerinnen und Anleger schlug Boddenberg konkret eine „Deutschland-Rente“ vor, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwei bis drei Prozent ihres Bruttolohns als Altersvorsorge dauerhaft auf dem Kapitalmarkt anlegen sollten. Das würde, so der Finanzminister, die Rente stabilisieren, die Teilhabe der arbeitenden Bevölkerung an der Entwicklung der Realwirtschaft ermöglichen und die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung für Kapitalmarktinstrumente erhöhen. # Internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken Auf die nötigen Rahmenbedingungen am Finanzstandort angesprochen, lenkte auch Bankenpräsident Sewing das Augenmerk auf den internationalen Wettbewerb: „Wir müssen uns mit anderen Finanzmärkten, vor allem mit China und den USA messen, und da einiges aufholen, wenn wir in Europa wettbewerbsfähig bleiben wollen.“ Das betreffe zunächst die Regulierung, wobei Sewing in Übereinstimmung mit Bundesbankpräsident Nagel betonte, dass auf diesem Feld in den vergangenen Jahren sehr viel richtig gemacht wurde. „Wir waren davor klar unterreguliert“, meinte Sewing, „sonst hätte die Finanzmarktkrise nicht so stattfinden können, wie sie stattgefunden hat.“ Doch müssten wir heute aufpassen, dass das Pendel nicht zu stark in die Gegenrichtung ausschlage und die Balance zwischen Stabilität auf der einen und Wettbewerbsfähigkeit auf der anderen Seite gefährde. Zudem gelte es, die Attraktivität des Kapitalmarkts gegenüber ausländischen Investoren zu verbessern. Für sie bedeute es ein enormes Hemmnis, innerhalb der EU in 27 unterschiedliche Regelsysteme zu investieren. Schließlich, so Sewing, müssten die Banken selbst ihre Hausaufgaben noch besser erledigen, ihre Eigenkapitalrenditen stärken und auf eine engere Kundenbindung setzen. Das Ziel und die neuen Regeln zur Nachhaltigkeit böten eine große Chance, den Kontakt und das Gespräch mit den Kunden deutlich zu intensivieren. Die Bankberatung, so gab sich Sewing überzeugt, stehe damit vor einer Renaissance. # Die Europäische Kapitalmarktunion voranbringen Es sei gut und von Vorteil, wenn heimische Banken die deutschen Unternehmen bei ihren Finanzgeschäften und Transaktionen ins Ausland begleiten könnten, gab Wirtschaftsminister Al-Wazir zu bedenken. Andererseits müssten viele nationale Vorhalte zugunsten einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit aufgegeben werden. Die Verantwortung für einen gemeinsamen Markt bedeute eben gerade, dass man nicht mehr allein bestimmen könne. Ein Aspekt, auf den auch Bundesbankpräsident Nagel einging und dabei die Dringlichkeit einer Europäischen Kapitalmarktunion unterstrich. Die Fragmentierung der Märkte zu überwinden, die Rechtsgrundlagen, etwa beim Insolvenzrecht, zu harmonisieren und Marktintransparenz abzubauen, das seien die wesentlichen Voraussetzungen für einen effizienten und wettbewerbsfähigen europäischen Kapitalmarkt. – Ein Ziel, zu dem sich auch die anderen Teilnehmer des Panels klar bekannten. # Deutsche Kreditwirtschaft unterstützt Ansiedlung europäischer ... background hero 16.06.2022 Presseinformation
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Bankenverband: Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sind stabil
- Kreditanforderungen für Unternehmen kaum verschärft - Banken haben Risikovorsorge erhöht und sind robust - Finanzierung der Wirtschaft für Umbau nach Pandemie stärken Die aktuelle Lage der Unternehmen in Deutschland ist zweigeteilt: Während Industrie und große Mittelständler bisher überwiegend ohne einschneidende Beeinträchtigungen durch die Krise gekommen sind, wurden Einzelhandel und Dienstleistungssektor teilweise schwer von dem Lockdown getroffen. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Monaten noch verstärken. „Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen haben sich trotz der pandemiebedingten Wirtschaftskrise aber kaum verschärft“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes bei der Vorstellung des aktuellen Berichts zur Lage der Unternehmensfinanzierung in Deutschland. Die Nachfrage nach Krediten sei allerdings fast zum Erliegen gekommen. Derzeit bewegten sich die Insolvenzzahlen aufgrund der bis Ende April ausgesetzten Meldepflicht noch auf sehr niedrigem Niveau. „Wir gehen derzeit davon aus, dass sich ein möglicher Anstieg von Unternehmensinsolvenzen über mehrere Jahre hinziehen dürfte“, so Ossig. Dieser könne von den Banken abgefedert werden. Ossig: „Die Banken haben zuletzt ihre Risikovorsorge erhöht und sind auf eine mögliche Zunahme von Insolvenzen zur Jahresmitte hin gewappnet. Wir haben die Risiko-Lage im Griff.“ Laut Bankenverband müsste nach Überwindung der Krise in Deutschland viel stärker in eine nachhaltige und digitale Wirtschaft investiert werden. „Damit wir unseren Unternehmenskunden weiter verlässlich zur Seite stehen und bei der Finanzierung des Strukturwandels unterstützen können, müssen die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden“, so Ossig. Konkretes Beispiel sei die Bankenabgabe: „Durch den starken - EZB-bedingten - Anstieg der Einlagen werden nach den aktuellen Vorgaben zur Befüllung des einheitlichen Abwicklungsfonds den Banken Milliarden entzogen“, sagte Ossig, „diese fehlen für die Kreditversorgung der Wirtschaft an anderer Stelle.“ Darüber hinaus spielten auch Förderinstrumente bei der Unternehmensfinanzierung eine wichtige Rolle. Hier müsste es ein Umdenken in der Förderpolitik geben. Erfahrungen aus den Corona-Hilfsprogrammen sollten als Vorlage dienen, Schlüsselindustrien bzw. Innovationsbranchen künftig gezielter zu unterstützen.
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SEPA
# SEPA-Länderliste Wasserzeichen background hero 01.02.2023 Artikel Hier finden Sie eine Übersicht der ISO-Länder und ISO-Währungscodes....
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Bankenpaket: EU-Ministerrat mit konstruktiven Impulsen für herausforderndes Gesetzgebungsverfahren
# Bankenpaket: EU-Ministerrat mit konstruktiven Impulsen für herausforderndes Gesetzgebungsverfahren Wasserzeichen Deutsche Kreditwirtschaft Regulierung Bankenaufsicht 08.11.2022 Presseinformation Thomas Schlüter Steffen Steudel 4 background hero Der Rat der Europäischen Union hat sich heute auf seine Positionierung zum EU-Bankenpaket verständigt. Diese tiefgreifende Überarbeitung bankaufsichtlicher Anforderungen, in deren Zentrum die finale Umsetzung von Basel III steht, wird den europäischen Bankensektor deutlich belasten. Durch die neuen Regelungen werden die Kapitalanforderungen der Institute erheblich ansteigen; ihre Umsetzung ist darüber hinaus mit hohen administrativen Kosten verbunden. Zu begrüßen ist, dass der Rat, die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Regelungen unterstützt, mit denen negative Auswirkungen des Bankenpakets auf die Finanzierung von Verbrauchern und Unternehmen zumindest abgemildert werden sollen. Damit wird wichtigen europäischen Besonderheiten wie etwa der Bankfinanzierung von Unternehmen, die über kein externes Rating verfügen oder dem geringen Risiko von Wohnimmobilienkrediten Rechnung getragen. Dass sich der Rat darüber hinaus gegen die vorgesehenen Verschärfungen im Bereich der Handelsfinanzierungen oder bei der Finanzierung öffentlicher Kunden stellt, ist aus Sicht der deutschen Banken und Sparkassen richtig. Somit haben wichtige Anliegen Berücksichtigung gefunden, die besonders aus deutscher Sicht bedeutsam sind. Zu bedauern ist hingegen, dass die Verhältnismäßigkeit des Regulierungsrahmens für kleine und mittelgroße Institute nach wie vor noch nicht ausreichend berücksichtigt worden ist. Auch die Behandlung von strategisch-langfristigen Beteiligungen ist weiterhin kritisch zu beurteilen und sollte risikoadäquater ausgestaltet werden. Richtig ist auch die Entscheidung des Rates, sich nicht für zusätzliche Kapitalanforderungen für ESG-Risiken in der Säule 1 auszusprechen. Diese sind weder im internationalen Rahmenwerk noch im Kommissionsvorschlag vorgesehen. Zu Recht vertraut der Rat auf eine weiterhin allein risikoorientierte und datenbasierte Regulatorik und weiß sich hier in weitgehender Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Aufsichtsinstanzen. Die klare Positionierung des Rates setzt somit ein wichtiges Signal mit Blick auf die anstehenden Trilogverhandlungen. Unabhängig vom weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens bedarf es im Anschluss in jedem Fall einer angemessenen Umsetzungsfrist für die Institute.
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Decentralised Finance: Chancen und Risiken für Nutzer und Banken
# Decentralised Finance: Chancen und Risiken für Nutzer und Banken Wasserzeichen Digitalisierung Blockchain Kryptowährung 13.12.2023 Artikel Tobias Tenner Simon Zieglgruber background hero # Chancen und Risiken des DeFi-Marktes für Nutzer und Banken Decentralised Finance, kurz DeFi, ist der Sammelbegriff für Finanzdienstleistungen, die automatisiert von DeFi-Protokollen über öffentliche Blockchains angeboten werden. Wesentliches Charakteristikum von DeFi ist, dass die Transaktionen über ein aus Smart Contracts bestehendes Protokoll stattfinden, welches die beiden Parteien automatisiert miteinander verknüpft. Im Gegensatz zum traditionellen Finanzsystem, das als Centralised Finance (CeFi) bekannt ist, stützt sich DeFi nicht auf zentrale Instanzen, die Transaktionen überwachen und genehmigen. Stattdessen nehmen digitale Protokolle zwischen allen Teilnehmern und Koordinierungsverfahren diese Rolle ein. Der Bundesverband deutscher Banken beobachtet die Entwicklung von DeFi bereits seit einigen Jahren. Keine Frage, DeFi kann das bestehende Angebot an Finanzdienstleistungen sinnvoll ergänzen, sofern sich der DeFi-Markt weiterentwickelt und an Reife gewinnt. Die Banken werden auch weiterhin eine wichtige Rolle in einem Markt mit DeFi einnehmen. Die fehlende regulatorische Klarheit in Bezug auf DeFi-Protokolle stellt jedoch eine Herausforderung für betroffene Institute dar, mit DeFi-Anbietern zusammenzuarbeiten oder ihre Marktpräsenz zu erweitern. Wie bei den meisten neu aufkommenden Technologien verbreiten auch die an DeFi Beteiligten vor allem die Kunde vom enormen Potenzial, das die Dezentralisierung von Finanzdienstleistungen den Nutzern in Zukunft bietet. Allerdings sind mit der Nutzung von DeFi-Anwendungen auch erhebliche Risiken verbunden. Banken, Aufsichtsbehörden und Kunden sollten sicherstellen, dass sie die Chancen, die mit dem Einstieg in den DeFi-Sektor verbunden sind, ebenso verstehen wie die potenziellen Risiken, die sie damit eingehen. Da sich die Technologie weiterentwickelt, ist es für uns wichtig, unsere Mitglieder bei ihren Unternehmungen in diesem Bereich zu unterstützen. Im Folgenden skizzieren wir die potenziellen Chancen und Risiken des DeFi-Ökosystems sowohl aus der Sicht der Nutzer  (im Sinne der Verbraucher) als auch der Banken. ## Chancen aus Sicht der Nutzer DeFi bietet einen einfachen Zugang zu bestimmten Finanzanwendungen mit niedrigen Eintrittsbarrieren. Die Nutzer können von fast jedem Smartphone aus auf die DeFi-Plattformen zugreifen, wobei in den meisten Fällen ein Bankkonto im klassischen Sinne nicht erforderlich ist. Die Nutzer profitieren auch von einem im Vergleich zu CeFi höheren Grad an Anonymität, wodurch die Anwendung für Personen attraktiver wird, die besonderen Wert auf Datenschutz legen. Außerdem haben Nutzer insgesamt eine bessere direkte Kontrolle über ihr Vermögen, da sie ihre persönliche Brieftasche ständig im Blick haben und Transaktionen jederzeit und überall über intelligente Verträge durchgeführt werden können. DeFi-Protokolle bieten auch eine höhere Transparenz, da die Nutzer rund um die Uhr Einblick in ihre Geldflüsse haben sowie Zugang zu On-Chain-Proofs von hinterlegten Geldern. Darüber hinaus ermöglichen öffentliche Chains die Überprüfung von Transaktionen und Smart-Contract-Codes. Und schließlich machen die  Renditechancen aus DeFi-Anwendungen wie bei der Liquiditätsbereitstellung  den Einsatz der Technologien im Vergleich zu herkömmlichen Finanzprodukten attraktiver. Zudem können Nutzer mit fortgeschrittenen technischen Kenntnissen durch den Einsatz der Distributed Ledger Technology, kurz DLT, Renditen erzielen, z. B. durch Staking  (Staking ist ein Prozess, bei dem Nutzer ihre Kryptowerte in einem Netzwerk hinterlegen, um neue Blöcke zu erstellen und Belohnungen zu erhalten.). ## Risiken aus Sicht der Nutzer Die Verwendung von Smart Contracts als alleinige "Vermittler" bei Transaktionen stellt ein Risiko dar. Es ist nahezu unmöglich Transaktionen mit DeFi-Protokollen rückgängig zu machen, was im Falle eines Hackerangriffs problematisch ist. Zudem können Schwachstellen im Programmcode der Protokolle zu finanziellen Verlusten und Benutzerfehler bei der Aufbewahrung privater Schlüssel oder der Interaktion mit Smart Contracts zum Verlust von Krypto-Vermögenswerten führen. Mangelnde technologische Kenntnisse und Kompetenzen der Nutzer können ebenfalls Betrug begünstigen. Die Nutzer sind einer hohen Volatilität ausgesetzt. DeFi-Token und -Vermögenswerte können erheblichen Preisschwankungen und potenziellen Verlusten unterliegen, wenn die Sicherheiten in intelligenten Verträgen liquidiert werden. Ein weiterer Grund zur Sorge ist, dass die Bereitstellung von Liquidität für dezentrale Börsen (DEXs) aufgrund von Preisänderungen bei den hinterlegten Vermögenswerten zu Verlusten  führen kann. Die komplexe Funktionsweise der Protokolle und der intelligenten Verträge macht es oft schwierig, das Ausmaß möglicher Verluste annähernd vorherzusehen. Die Marktpräsenz unregulierter Anbieter birgt zusätzliche Risiken und Unsicherheiten für die Nutzer. Unklar sind insbesondere die Haftungsfragen im Falle möglicher Wertverluste des investierten Kapitals aufgrund von Hacks oder Schwachstellen in den Plattformen. ## Chancen aus Sicht der Banken Partnerschaften mit DeFi-Plattformen oder eine Integration  von DeFi-Protokollen in das eigene Banking-Ökosystem können als innovative Erweiterung des Geschäftsmodells betrachtet werden. Die eigene Entwicklung  von maßgeschneiderten Smart Contracts durch Banken für ihre Kunden kann zudem die Nutzererfahrung und Kundenbindung verbessern. Generell bietet die Nutzung von DeFi-Plattformen dank der Automatisierung von Prozessen durch Smart Contracts und einer optimierten Kontrolle der Liquidität die Chance zu Effizienzsteigerungen. Außerdem vereinfacht die Nutzung von DeFi-Anwendungen den Markteintritt und ermöglicht einen besseren Zugang zu neuen Kundengruppen. Das führt zu einer stärkeren Marktexpansion, z. B. durch EU-weite Angebote. Ebenso werden die Servicekapazitäten erweitert, da automatisierte DeFi-Anwendungen eine 24/7-Verfügbarkeit von Kreditdienstleistungen ermöglichen. Darüber hinaus lassen sich die Gesamtrisiken minimieren, indem Kontrahentenrisiken durch DvP-Contracts (Delivery Versus Payment) eliminiert werden. ## Risiken aus Sicht der Banken Grundsätzlich könnte der dezentrale Ansatz das Geschäft traditioneller Finanzintermediäre kannibalisieren. Da die neuen DeFi-Plattformen derzeit nicht hinreichend reguliert sind, birgt die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Anbietern gerade angesichts der derzeitigen volatilen Marktsituation und der geringen Markttransparenz das Risiko von finanziellen Verlusten und Reputationsschäden. Der Einstieg in den DeFi-Bereich ist daher mit größeren regulatorischen Herausforderungen verbunden, die die Banken höheren Compliance-Risiken aussetzen, einschließlich Haftungs-, Geldwäsche- und Steuerproblemen. Sollte es infolge regional unterschiedlicher regulatorischer Entwicklungen im Bezug auf DeFi zu einer internationalen Fragmentierung des Markts kommen, so besteht die Gefahr einer Klumpenbildung in einzelnen regionalen Märkten, gerade auch durch die geographische Unabhängigkeit der zugrundeliegenden Technologie. Die Integration von DeFi birgt für Banken auch operative Risiken, da sie ihre Infrastruktur und ihr Risikomanagement an die Handhabung von Smart Contracts anpassen müssen. Sicherheitsprotokolle und Cybersicherheitsmaßnahmen müssen erneuert werden, um mit den dezentralen Protokollen und den dynamischen Marktentwicklungen Schritt zu halten. Insgesamt unterstützen wir als Bankenverband die Entwicklungen im DeFi-Bereich und die damit verbundenen Innovationen. Allerdings ist es entscheidend, dass DeFi-Anwendungen zu einem echten Mehrwert für Verbraucher und die Realwirtschaft werden. Am wichtigsten ist es daher, bestehende Regulierungslücken zu schließen, um den Kundenschutz und die finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Darüber hinaus müssen sich alle Beteiligten das nötige Wissen aneignen und die erforderlichen technologischen Fähigkeiten entwickeln, um sich vollkommen darauf einlassen zu können. Da sich das regulatorische Umfeld noch weiterentwickelt, ist es ebenfalls von diesen Vorschriften abhängig, wie das traditionelle Finanzwesen künftig mit DeFi interagieren wird. Erst wenn der regulatorische Rahmen klar ist und die Risiken besser eingeschätzt werden können, können traditionelle Institute beginnen, DeFi-Anwendungen in größerem Umfang zu nutzen und zu integrieren. # Ansprechpartner Wasserzeichen background hero Tobias Tenner Themengruppenleiter, Associate Director +49 30 1663 2323 E-Mail senden background hero Simon Zieglgruber Associate +49 30 1663 2327 E-Mail senden background hero Morgaine Gerlach Pressesprecherin für Digital- und Verbraucherthemen +49 30 1663 1595 E-Mail senden # Neue Folge des Podcasts Bankgeheimnis background hero 15.12.2023 Artikel # Beim digitalen Euro sind noch viele Fragen offen background hero 02.11.2023 Artikel # 3 Fragen, 3 Antworten: Cybersicherheit background hero 26.10.2023 Artikel # 5 Fragen, 5 Antworten: digitale Identität background hero 19.10.2023 Artikel # So vielseitig sind Banking-Apps background hero 14.09.2023 Artikel # ChatGPT - wie nützlich ist die generative künstliche Intelligenz für ... background hero 04.04.2023 Artikel # Fünf Fakten zum Metaverse aus Bankensicht background hero 14.02.2023 Artikel # Unsere Webseite mit neuer Struktur und neuem Design background hero 13.02.2023 Artikel # Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Multiple Herausforderungen nach ... background hero 12.01.2023 Artikel
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Pressegespräch # Corona – Werkzeugkasten Dr. Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer, Dirk Jäger, Managing Director, Bankenverband 24. März 2021 ## Lage der Banken Im Spannungsfeld von Strukturwandel, Regulierung und Corona Bank Corona-Pandemie Auswirkungen Kreditgeschäft vs. Finanzierung der Wirtschaft Niedrigzinsen EZB-Politik Nachhaltigkeit Neue Anforderungen für Banken sowie Finanzierung des Strukturwandels Digitalisierung Finanzierung des Strukturwandels „Sonstige“ Regulierung Bankenabgabe, Notleidende Kredite; Pufferanforderungen; Basel; etc. Profitabilität Deutsche Banken im Vergleich zu ausländischen Wettbewerbern im Nachteil Handlungsfähigkeit der Banken erhalten ### Corona-Werkzeugkasten Handlungsspielraum der Banken erhalten Aktuelle Regulierungs- vorhaben verschieben  Basel IV  Stresstest  Meldepflichten im Zuge des Fundamental Review of the Trading Book Neue regulatorische Maßnahmen ergreifen  Zahlungszusagen für den SRF (IPC)  Notleidende Kredite (NPL)  Kontrahentenaus- fallrisiko (SA-CCR)  Kapitalpuffer Ergriffene regulatorische Maßnahmen verlängern  Einheitlicher Abwicklungsfonds (SRF)  Bewertung von Finanzinstrumenten (Prudent Valuation)  Value at Risk Multiplikator (VaR) Finanzierung der Wirtschaft Um die Kreditvergabe an Unternehmen weiter zu gewährleisten, benötigen die Banken Handlungsspielraum. Die Maßnahmen müssen die folgenden Anforderungen erfüllen:  Kreditvergabe an Unternehmen/Verbraucher sichern  Regulatorische Klippeneffekte vermeiden  Level Playing Field herstellen  Finanzstabilität wird nicht negativ beeinflusst #### Beitragsbelastung aus dem Bankenabwicklungsfonds (SRF) dämpfen Zielvolumen des SRF steigt ##### Dämpfung durch unwiderrufliche Zahlungszusagen (IPC) möglich! 5.000 6.000 5.339 5.457 5.634 5.783 ###### Entwicklung der gedeckten Einlagen 6.199 Gedeckte Einlagen 2016 2017 2018 2019 2020 55 Mrd. Euro Bis zum 31.12.2023 zu erreichendes SRF-Zielvolumen i.H.v. mindestens 1% der gedeckten Einlagen 75 bis 78 Mrd. Euro Beiträge der Banken steigen! Beitrag einer Bank Direktzahlung Bis zu 30% des jährlichen Beitrages können als IPC erbracht werden. • Erhöhung des Anteils der IPC • Vermeidung Abzug vom harten Kernkapital (CET1) Kreditvergabekapazität sinkt aufgrund fiskal- und geldpolitischer Maßnahmen sowie aufsichtlicher Vorgaben. ###### Lösung: Fixierung des Zielvolumens, Ausnutzung IPC Rahmen, angemessene regulatorisch Eigenmittelunterlegung der IPC. Anteil IPC max. 30% IPC 15 % IPC gewährt ###### Management der Non Performing Loans (NPL) verbessern Non-Performing Loans in Prozent der Gesamtforderungen 7 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2018 2014 2015 2016 2017 2019 2020 Deutschland Euro-Raum EU Quelle: Macrobond  Derzeit (noch) niedriges NPL-Niveau  Prognose: deutlicher Anstieg  Belastung Eigenkapital Kredit wird im Zeitablauf als „NPL“ klassifiziert. NPL-Backstop greift. Sanierung Verkauf Backstop enthält konzeptionelle Schwachpunkte Lösung: Gezielte Änderungen am Backstop-Regime, um Handlungsfähigkeit der Banken zu stärken.  Sanierung zeitaufwendig – aber oftmals erfolgreich  Backstop erschwert aber Sanierungen, da z.T. valide Sicherheiten wie Autos nicht berücksichtigt werden dürfen  Banken sind auch Käufer von NPL und fördern damit auch den Sekundärmarkt  Backstop benachteiligt europäische Banken gegenüber Hedgefonds / US-Banken jedoch wegen zusätzlicher Eigenkapitalabdeckungen ###### Unternehmen der Realwirtschaft unterstützen Unternehmen der Realwirtschaft sind mit Marktrisiken konfrontiert, insbesondere mit Blick auf schwankende Zinssätze oder Wechselkurse. Als Schutz vor negativen Auswirkungen durch sich verändernde Marktparameter bieten Banken ihren Kunden Hedges in Form von Derivaten an. ###### Das Risiko aus Derivatgeschäften mit Kunden wird mit 1,4 (alpha-Faktor) gewichtet. Lt. einer Analyse für 16 Unternehmen steigen die Kosten um bis zu 167 Mio €. SA-CCR Ab Juni 2021 anzuwenden Der Standardansatz führt zu höheren Eigenmittelanforderungen und damit zu steigenden Kosten für die Kunden. Das ist Kapital, das für die Finanzierung von Innovationen fehlt. Lösung: Die Absenkung des Alpha-Faktors würde den Anstieg der Kapitalanforderungen für Kunden bremsen. Standardansatz für Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR) ###### Auswirkungen von krisenbedingten Marktentwicklungen reduzieren Marktbedingungen  Volatilität über dem Durchschnitt  Unsicherheit an Finanzmärkten weiterhin hoch. Neue Informationen führen nach wie vor zu heftigen Kursreaktionen. Ablauf der Maßnahme führt zur Einschränkung der Kreditvergabemöglichkeiten Lösung: Dauerhafte Anwendung der Ausnahmeregelung beim Value at Risk-Muliplikator Covid-19 führt(e) zu erhöhter Marktvolatilität Kurzfristige Überschreitungen beim täglichen Rückvergleich der Vorhersagen in internen Modellen (Value at Risk) führt zu langfristigen Belastungen: Eigenmittelanforderungen steigen Freie Eigenmittel sinken Ausnahmeregelung bei Überschreitungen im CRR Quick Fix vereinbart Basel-IV: Krise abwarten und europäische ###### Besonderheiten berücksichtigen WANN ###### Vorsicht beim Timing Veröffentlichung Gesetzentwurf Vorbereitung der Banken: beginnendes Deleveraging Hemmung der Kreditvergabe und Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung Solange die Covid-Krise anhält, sollten zusätzliche Belastungen für die Banken durch Basel IV vermieden werden EBA Impact Study: Covid-19-Effekte wurden nicht berücksichtigt WIE ###### EU-spezifische Anpassungen Um auch langfristig leistungsfähige Banken zur Finanzierung des Green Deal und der Digitalisierung zu haben, sollte der Anstieg der Kapitalanforderungen begrenzt werden Geschätzter Effekt einer 1:1-Umsetzung in Nicht- Krisenzeiten: +18,5% Kapitalanforderungen finanzierter Langfristige und Mittelstand risikoarme ohne externe Baufinanzierungen Ratings Outputfloor und Starker, bank- europäische Kapitalpuffer wie P2R und systemischer Puffer Ausgewählte EU- Spezifika, die den Effekt treiben
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Konjunkturprognose
# Konjunkturprognose Wasserzeichen Konjunkturprognose Wirtschaftspolitik Konjunktur 29.09.2016 Artikel Volker Hofmann Friederika Boehme background hero # Konjunkturprognose des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik In neuem Fenster öffnen Festgefahren in der Mittelmäßigkeit Die Weltwirtschaft befindet sich im Kriechgang. Im laufenden Jahr wird die globale Wirtschaft nur noch mit einer Rate von 3 % expandieren. In den Schwellenländern sind inzwischen allerdings erste Lichtblicke auszumachen: Mit den etwas höheren Öl- und Rohstoffpreisen scheint es in dieser Ländergruppe zu einer wirtschaftlichen Bodenbildung zu kommen. Bei einem im nächsten Jahr auch wieder etwas höheren Wirtschaftswachstum in den USA könnte die Weltwirtschaft im Jahr 2017 um 3,3 % wachsen. Die Risiken für die Welt-konjunktur werden aber auch im kommenden Jahr außergewöhnlich hoch bleiben. Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hat im ersten Halbjahr 2016 leicht positiv überrascht. Im Jahresdurchschnitt 2016 dürfte die gesamtwirtschaftliche Leistung in der Währungsunion um 1,5 % steigen. Schaltet man einmalige Sondereffekte aus, ist dies in etwa das gleiche Tempo wie im vergangen Jahr. Auch im nächsten Jahr wird sich nichts Grundlegendes an diesem Bild ändern. Da die positiven Konjunktureffekte hervorgerufen durch die günstigen Ölpreise und die Euro-Abwertung im nächsten Jahr vollständig weggefallen sein werden, wird die Wirtschaft mit 1,3 % jedoch geringfügig schwächer wachsen. Die Konjunkturprognose wurde gemeinsam mit den im Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes vertretenen Chefvolkswirten erstellt und in einer Sitzung des Ausschusses beraten. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum wird zu einem weiteren Aufbau der Beschäftigung in Deutschland führen. Im Jahresdurchschnitt 2017 dürfte die Zahl der Erwerbstätigen auf etwas mehr als 43,8 Millionen steigen. Bei den Arbeitslosenzahlen wird es zumindest im nächsten Jahr jedoch zu einer gegenläufigen Entwicklung kommen. Weil in den kommenden Monaten eine zunehmende Zahl von Flüchtlingen in der Arbeitsmarktstatistik erfasst wird, dürfte die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2017 auf etwa 2,79 Millionen steigen. Das wären rund 100.000 Arbeitslose mehr als im Durchschnitt des laufenden Jahres. Zentrale Stütze für die deutsche Konjunktur bleiben die private Konsumnachfrage sowie der zur Finanzierung der Zuwanderung deutlich expandierende Staatsverbrauch. Die Wachstumsraten beider Komponenten sollten im nächsten Jahr nur geringfügig nachlassen. Der Außenhandel, der im ersten Halbjahr 2016 unerwartet positiv zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen hat, wird in den nächsten Quartalen die BIP-Entwicklung in Deutschland eher belasten. Gravierender Schwachpunkt im deutschen Konjunkturbild bleiben allerdings die Ausrüstungsinvestitionen. Sie dürften nach einem enttäuschenden Plus von knapp 2 % in diesem Jahr im kommenden Jahr lediglich um 1,5 % steigen. Die Wachstumsprognose für Deutschland wird in diesem Jahr leicht angehoben und für nächstes Jahr etwas gesenkt. Durch besondere Kalendereffekte – in diesem Jahr liegen überdurchschnittlich viele Feiertage auf einem Wochenende, im nächsten Jahr ist dies umgekehrt – fällt die Abschwächung bei den nicht kalenderbereinigten Wachstumsraten vergleichsweise deutlich aus (von 1,8 % in diesem auf 1,2 % im nächsten Jahr). Betrachtet man jedoch – wie international üblich – die um den Feiertageeffekt bereinigten Daten, dann ergibt sich eine geringfügige Wachstumsabschwächung von 1,7 auf 1,5 %, die die eintretende Verlangsamung realistischer widerspiegelt. Unterstellt man bis Ende 2017 einen leichten Anstieg der Rohölpreise und einen zwischen 1,05 und 1,15 US-$ schwankenden Euro-Dollar-Wechselkurs, dann dürfte die Inflationsrate für die Währungsunion im kommenden Jahr auf 1,2 % steigen. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch in diesem Jahr eine weitere geldpolitische Lockerung verkünden wird. Aller Voraussicht nach wird sie ihr Aufkaufprogramm über den März 2017 hinaus verlängern. Eine Zinswende würde damit noch weiter in die Ferne rücken und wäre dann kaum noch vor dem Jahr 2019 denkbar. In dem Maße, wie umfassende Strukturreformen in den Euro-Staaten weiter ausbleiben, besteht aber die Gefahr, dass auch in zwei oder drei Jahren eine Zinswende kaum möglich sein wird.
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Nächste Station: Einheitliche Taxonomie für nachhaltige Investitionen?
# Nächste Station: Einheitliche Taxonomie für nachhaltige Investitionen? Wasserzeichen Taxonomie Wirtschaftspolitik Sustainable Finance 09.02.2022 Artikel Torsten Jäger background hero „Fostering global ambition“ ist zu Recht ein zentrales Element der EU-Sustainable-Finance-Strategie, die die Kommission im Juli 2021 veröffentlicht hat. Kein Wunder, dass sich oftmals die aktuellen regulatorischen Diskussionen daher auch auf konkrete Legislativ-Initiativen für den EU-Raum fokussieren. Allein die europäischen Vorhaben gehen aufgrund ihrer hohen Komplexität und zeitlich engen Taktung mit immensen Herausforderungen einher. Doch der Blick auf das globale Parkett darf darüber nicht verloren gehen. Gerade für die Europäische Union, die sich selbst als Vorreiterin in Sachen Klimaschutz versteht, ist es wichtig, mit Partnern in internationalen Foren zusammenzuarbeiten und damit eine noch größere Wirkung für mehr Nachhaltigkeit weltweit zu erzielen. # Globale Unternehmen brauchen globale Standards Dies muss auch die globale Standardsetzung umfassen. Speziell für die Banken als internationale Player und Kreditgeber lautet das Credo: Globale Unternehmen brauchen globale Standards. Denn fragmentierte Ansätze können die Kosten erhöhen und internationale Kapitalströme ausbremsen – gemeinhin dürften sie daher als eine echte Belastung wahrgenommen werden. Bei der nicht-finanziellen Berichterstattung ist man daher mit dem International Sustainability Standards Board (ISSB) bereits einen großen Schritt in Richtung internationale Kooperation und Standards gegangen. Wie weit reicht jedoch die internationale Kooperation oder gar die Entwicklung gemeinsamer Standards, wenn es um eine Taxonomie für nachhaltige Investitionen geht? Der „Fostering global ambition“-Ansatz der Kommission berührt auch diese Frage. Konkret will die EU gemeinsame Ziele und Grundsätze für Taxonomien vereinbaren und die Vergleichbarkeit und Kohärenz von Parametern und Schwellenwerten verschiedener Taxonomien verbessern. Bereits 2019 hat die EU die International Platform for Sustainable Finance (IPSF) mit dieser Aufgabe beauftragt. # EU und China vergleichen ihre Taxonomien Die IPSF arbeitet inzwischen an der sogenannten „Common Ground Taxonomy“ – einer einheitlichen Basistaxonomie, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der EU- und chinesischen Taxonomien vergleicht. Bis zum 14. Januar 2022 konsultierte die IPSF eine umfassende Vergleichstabelle mit technischen Bewertungskriterien zu ca. 80 Wirtschaftsaktivitäten. Die im November vorgestellte Vergleichstabelle ist rechtlich nicht bindend, sondern stellt einen technischen Arbeitsstand dar. Auch ist die Common Ground Taxonomy keine übergreifende Taxonomie, die Änderungen bei der EU- oder chinesischen Taxonomie herbeiführt. Die Vergleichstabelle – und der begleitende Bericht zu ihrer Erarbeitung - bieten vielmehr eine Vergleichsmethode für Taxonomien, die künftig nach Vorstellung der IPSF als Blaupause für eine globale Harmonisierung genutzt werden kann. # 80 Aktivitäten in sechs Sektoren werden gegenübergestellt Insgesamt analysiert die Common Ground Taxonomy ca. 80 Aktivitäten in sechs Sektoren (Land-/Forstwirtschaft und Fischerei; Produzierendes Gewerbe; Elektrizität/Gas; Wasserver- und -entsorgung/Abfall; Bau; Transport und Lagerung). Zunächst wurden relevante Aktivitäten in beiden Taxonomien auf Basis der International Standard Industrial Classification (ISIC) gegenübergestellt. Daran anschließend wurden zum Vergleich der technischen Bewertungskriterien Szenarien entwickelt, die konkret herausarbeiten, inwiefern sich die Bewertungskriterien überlappen oder auch nicht bzw. bei welchen Kriterien die EU- bzw. die chinesische Taxonomie stringenter/detaillierter ist. Der Großteil der Aktivitäten - genau 30 - sind dem Szenario 2 zugeordnet. Demnach sind die EU-Kriterien strenger und/oder detaillierter. Die zweithäufigste Zuordnung (13 Aktivitäten) erfolgte zu Szenario 4, bei dem eine Überschneidung der Kriterien herausgearbeitet wurde. An dritter Stelle steht Szenario 3: die chinesischen Kriterien sind stringenter und/oder detaillierter als die EU-Kriterien mit 10 Aktivitäten. Nur wenige Aktivitäten zeigen konkrete Überlappungen (Szenario 1, 2 Aktivitäten). 24 Aktivitäten waren zur Zeit der Erstellung der Tabelle und eines begleitenden inception reports noch in der Überprüfung. # Auch in anderen Regionen bestehen Taxonomien – und entwickeln sich Neben der EU und China haben in den letzten zwei Jahren etwa 20 Länder und Regionen grüne, soziale und/oder Transitions-Taxonomien entwickelt oder mit der Entwicklung begonnen. Allerdings sind diese meist noch nicht in Legislativ-Initiativen überführt wurden. Nicht nur für die IPSF und die G20-Arbeitsgruppe zu Sustainable Finance, sondern auch für die Zentralbanken ist ein Vergleich der EU- und der chinesischen Taxonomie sowie länderspezifischer Taxonomien und der international ausgerichteten Climate Bonds Taxonomy relevant, wie eine Publikation aus dem Herbst 2021 zeigt. # Ausblick auf die weiteren Entwicklungen der Common Ground Taxonomy Eine weitere Zusammenarbeit zwischen der EU und China wurde bereits angekündigt. Die Common Ground Taxonomy könnte auf andere Sektoren und Umweltziele ausgeweitet werden, die Do-No-Significant-Harm-Kriterien der EU-Taxonomie – die beschreiben, ob Wirtschaftsaktivitäten Umweltziele wesentlich beeinträchtigen - sind im aktuellen Vergleich noch nicht abgedeckt, weitere Taxonomien aus anderen Ländern können ebenso mit in den Vergleich einbezogen werden. Herausfordernd wird auch ein Vergleich der in beiden Taxonomien genutzten sozialen Mindeststandards. Es gibt also noch viel zu tun. # Taxonomie-Vergleiche lohnen sich Fazit: Auch im Bereich der nachhaltigen Taxonomien findet ein internationaler Austausch statt und sind Kooperationen entstanden, die etwa zum Ziel haben, High-level-Prinzipien auszuarbeiten. Insgesamt sind Vergleiche der entstehenden Taxonomien lohnend, um Marktteilnehmern ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Taxonomie zu ermöglichen, gemeinsame Grundsätze und Konsistenz zu fördern, Möglichkeiten des Zusammenspiels verschiedener Taxonomien aufzuzeigen und damit Transaktionskosten für die Marktteilnehmer zu reduzieren. Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich in Zukunft darüber hinaus eine Harmonisierung nachhaltiger Taxonomien ausprägen wird.
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Impressum gemäß § 5 TMG
# Anbieter Logo Bundesverband deutscher Banken e.V. Burgstraße 28 10178 Berlin Deutschland Telefon: +49 30 1663-0 Fax: +49 30 1663-1399 Mail: bankenverband@bdb.de Anfahrt und weitere Kontaktadressen ## Vorstand im Sinne des Vereinsrecht ist das Präsidium des Verbandes Vereinsregister Amtsgericht Charlottenburg Amtsgerichtsplatz 1 14046 Berlin-Charlottenburg Registernummer 19142Nz USt-IdNr.: DE201591882 Lobbyregister: Registriernummer R001458 EU-Transparenzregister: Registriernummer 0764199368-97 Verantwortlicher für journalistisch-redaktionelle Inhalte gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Jan Berger Datenschutzbeauftragter Realisierung der Website: WSN Logo Redaktion des Newsletters Bankenbrief mit Unterstützung von dpa-CC. Rechtliche Hinweise/Haftungsausschluss Inhalte Der Inhalt unserer Online- und Social Media-Angebote wurde sorgfältig eingerichtet und überprüft. Der Bundesverband deutscher Banken e.V., Burgstraße 28, 10178 Berlin (im Folgenden „Bankenverband“), übernimmt jedoch keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Beiträge können nach Absprache mit dem Bankenverband ( bdb-pressestelle@bdb.de ) und ausschließlich zu nichtkommerziellen Zwecken gespeichert, weitergegeben und vervielfältigt werden, sofern dadurch nicht Rechte Dritter berührt werden. Die Informationen dürfen dabei nicht verfälscht werden. Bei Weitergabe und Vervielfältigung bitten wir um Quellenangabe. Links auf unsere Internetseiten sind nur zulässig, wenn die Links nicht von Seiten mit rechtswidrigen, beleidigenden, diskriminierenden, verfassungsfeindlichen, oder anderweitig inakzeptablen Inhalten erfolgen. Jegliche Haftungsansprüche gegen den Bankenverband, die sich auf Schädigungen materieller oder ideeller Art beziehen, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der auf unseren Seiten zu findenden Informationen oder durch fehlerhafte, inaktuelle und nicht vollständige Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Bankenverbandes kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Der Bankenverband behält sich ausdrücklich vor, Teile oder das gesamte Online- und Social Media-Angebot ohne vorherige Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder Veröffentlichungen einzustellen. Links Sofern der Bankenverband direkt oder indirekt auf fremde Internetseiten verweist („Links“), haftet er nur, wenn er von den Inhalten genaue Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zudem zumutbar ist, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Bankenverband erklärt hiermit, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung die verlinkten Seiten keinerlei illegalen Inhalte enthalten haben. Er hat allerdings keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung der verlinkten Seiten. Der Bankenverband macht sich den Inhalt verlinkter Seiten nicht zu Eigen und distanziert sich vorsorglich von allen Inhalten der verlinkten Seiten, die durch Änderungen zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden. Der Bankenverband ist daher auch nicht haftbar zu machen für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der auf den verlinkten Seiten angebotenen Informationen entstehen. Urheber- und gewerbliche Schutzrechte Alle Rechte an den eigenen Inhalten stehen allein dem Bankenverband zu. Jede Verbreitung und Vervielfältigung von Grafiken, Fotos oder Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung unzulässig. Wenn der Bankenverband Material von Dritten verwendet (bspw. Fotos), macht er dies kenntlich. Die Verbreitung und Vervielfältigung dieses Materials ohne Absprache mit dem Bankenverband ( bankenverband@bdb.de ) ist in jedem Fall unzulässig.
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Wer, wie, was und wie viel? – Die Corona-Hilfen im Überblick
# Wer, wie, was und wie viel? – Die Corona-Hilfen im Überblick Wasserzeichen Unternehmensfinanzierung Unternehmen Kredit 08.04.2020 Artikel Christian Jung Dietmar Schwarz background hero Um Unternehmen, Selbstständigen oder Freiberuflern, die durch die Corona-Krise in eine finanzielle Schieflage geraten sind, die dringend benötigte Liquidität zu sichern, haben der Bund und die Länder umfangreiche Maßnahmen beschlossen. In kürzester Zeit wurden unterschiedliche Instrumente geschaffen: zum einen stehen den Unternehmen leicht zugängliche und günstige Hilfskredite zur Verfügung. Zum anderen helfen Zuschüsse an Solo-Selb­ständige, Freiberufler und Kleinstunternehmen bei laufenden Betriebskosten, wie Mieten. Die privaten Banken bündeln alle ihre Kräfte, um schnellstmöglich die Anfragen und Anträge zu den Liquiditätskrediten bearbeiten zu können. Die Institute sind dabei allerdings per Gesetz dazu verpflichtet, eine individuelle Risikoprüfung vorzunehmen und die Finanzierungsanfrage auch vor dem Hintergrund der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells zu prüfen. Wie die KfW auf ihrer Bilanzpressekonferenz vergangenen Donnerstag mitteilte, umfassen 98 Prozent der beantragten Liquiditätskredite aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 ein Volumen von bis zu 3 Mio. Euro. Inwischen (Stand 8.4.) gingen rund 6.500 Anträge mit einem Gesamtvolumen von fast 21 Mrd. Euro bei der KfW ein, wobei Anzahl und Volumen der Anträge weiter zunehmen. Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen sind besonders hart von plötzlichen Einnahmeausfällen getroffen. Sie brauchen häufig sofortige Hilfe. Daher hat der Bund neben den Hilfskrediten ein Zuschussprogramm „Corona-Soforthilfe“ mit einem Volumen von bis zu 50 Mrd. Euro beschlossen. Die Soforthilfe unterstützt bei den Miet- und Pachtkosten sowie weiteren Betriebskosten (z.B. Krediten für Betriebsräume oder Leasingraten). Finanzielle Soforthilfen für in Existenznot geratene kleinere Betriebe und Selbstständige werden zudem auch auf Ebene der Länder bereitgestellt und über die Förderinstitute oder Regierungsbezirke vor Ort ausgereicht. Da diese Mittel nicht zurückgezahlt werden müssen, bedürfen sie keiner Kreditprüfung. Trotz der neuen oder immens ausgeweiteten Förderinstrumente wurden viele kleine und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise von den eingeführten Maßnahmen nicht erfasst. Politik erneut schnell reagiert. Um noch schneller und zielgenauer zu helfen, werden für mittelständische Unternehmen weitere Finanzmittel bereitgestellt. Just am vergangenen Montag (6. April), als gerade erstmals Kredite aus den bis dahin angepassten KfW-Programmen ausgezahlt wurden, hat die Bundesregierung ein zusätzliches Programm für kleine bis mittelständische Unternehmen mit einer hundertprozentigen Haftungsfreistellung für Kredite an zuletzt erfolgreich wirtschaftende Unternehmen beschlossen. # Doch wer ist überhaupt berechtigt, welche Hilfen und in welcher Höhe in Anspruch zu nehmen? Für die von der staatlichen KfW angebotenen Unternehmenskredite spielen vor allem das das Alter und die Größe des Unternehmens eine Rolle. Grob vereinfacht stehen drei, mit dem neuen Schnellkreditprogramm bald vier Kreditinstrumente der KfW zur Verfügung: Für junge Unternehmen und Selbstständige, die weniger als 5 Jahre am Markt sind, gibt es den „ERP-Gründerkredit – Universell“. Allerdings müssen Unternehmen mindestens drei Jahre am Markt aktiv sein bzw. zwei Jahresabschlüsse vorweisen, um für einen solchen Kredit eine Haftungsfreistellung von der KfW zu erhalten. Für etablierte Unternehmen, die länger als 5 Jahre existieren, steht der „KfW-Unternehmer­kredit“ zur Verfügung und für kleine und mittlere Betriebe zusätzlich das nun gerade erst beschlossene „Schnellkreditprogramm“ mit einer Haftungsfreistellung bis zu 100 Prozent. Für große und sehr große Unternehmen ist die „Konsortialbeteiligung der KfW ab 25 Mio. Euro“ vorgesehen. Daneben stehen Zuschüsse und Stabilisierungs- bzw. Kapitalmaßnahmen aus einem Sonderfonds des Bundes bereit. # KfW-Unternehmerkredit Der „KfW-Unternehmer­kredit“ für etablierte Unternehmen und Freiberufler, die mindestens 5 Jahre am Markt sind, ist ähnlich ausgestaltet wie der ERP-Gründerkredit universell. Allerdings fällt hier nach einem halben Jahr pro Monat eine Bereitstellungs­provision von 0,15 Prozent der Kreditsumme an – und es gelten besondere beihilferechtlichen Regelungen, die zu beachten sind. Wichtig zu wissen: Alle aktuell mit Blick auf die Corona-Krise erweiterten Förderprogramme der KfW kommen nicht für Unternehmen in Frage, die bereits am Jahresende 2019 in finanziellen Schwierig­keiten waren. Zudem darf ein möglicher Kredit nicht für den Erwerb eigener Unternehmensanteile oder zu Umschuldungen von Krediten verwendet werden, die bis zum 12. März dieses Jahres bewilligt wurden. # ERP-Gründerkredit – Universell Mit dem ERP-Gründerkredit, der in „normalen“ Zeiten wesentlich Existenzgründungen und Nachfolge­regelungen mit zins­günstigen Finanzierungen unterstützt, können auch sogenannte Unternehmens­festigungen inner­halb der ersten 5 Jahre nach Auf­nahme der Geschäfts­tätigkeit gefördert werden. Somit können Unternehmen und Freiberufler für Anschaffungen und laufende Kosten Unterstützungskredite zu einem reduzierten Jahreszinssatz von 1,00 bis 2,12 Prozent beantragen. Die Laufzeit des Kredits beträgt bis zu 5, bald voraussichtlich 6 Jahre, wobei im ersten Jahr keine Tilgung vorgesehen ist. Die Kredite können je nach Unternehmensgröße theoretisch ein Volumen von bis zu 1 Mrd. Euro annehmen, sind aber begrenzt entweder auf 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019, das Doppelte der Lohnkosten von 2019, den aktuellen Finanzierungs­bedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unter­nehmen bzw. 12 Monate bei großen Unter­nehmen oder 50 Prozent der Gesamt­verschuldung des Unter­nehmens bei Krediten über 25 Mio. Euro. Die Kredite müssen bei einer Bank oder Sparkasse beantragt und geprüft werden, in der Regel wird dies die eigene Hausbank sein. Die KfW übernimmt dabei – sofern die Betriebe mindestens drei Jahre alt sind – für kleine und mittlere Unter­nehmen eine Haftungs­frei­stellung von 90 Prozent, bei größeren Unter­nehmen von noch 80 Prozent der Kreditsumme. Eine Alternative für Unternehmen unter drei Jahren kann der „ERP-Gründerkredit - Startgeld“ sein. Mit diesem Kredit ist es möglich – ebenfalls mit bis zu 80 Prozent Risiko­übernahme durch die KfW – maximal 30.000 Euro (ab 14. Mai 2020: maximal 50.000 Euro) für Betriebs­mittel zu erhalten. # Schnellkreditprogramm für den Mittelstand Das kürzlich beschlossene Schnellkreditprogramm soll vor allem kleinen und mittleren Betrieben zugutekommen. Es sieht vor, dass Unternehmen mit elf bis 49 Beschäftigten bis zu 500.000 Euro und Unternehmen zwischen 50 und 250 Beschäftigten bis zu drei Monatsumsätze oder 800.000 Euro als Kredite beantragen können. Das Besondere dabei ist, dass die KfW – und damit der Staat – eine Risikofreistellung bis zu 100 Prozent übernimmt. Das hat zur Folge, dass eine umfangreiche eigene Bewertung und Risikoprüfung durch die den Kredit ausreichende Bank nicht notwendig ist und die Auszahlung damit sehr schnell erfolgen kann. Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Unternehmen ist, dass die Laufzeit für die Rückzahlung des Kredits mit zehn Jahren doppelt so lange ist wie bei den meisten anderen KfW-Krediten. Allerdings müssen die Darlehensnehmer mit 3 Prozent einen etwas höheren Jahreszinssatz in Kauf nehmen. Noch ist dieses Programmpaket technisch von der KfW nicht umgesetzt, doch nach dem Willen der Politik soll es schnell gehen: Wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, dürften die Banken noch in dieser Woche die ersten Anträge erhalten. # Soforthilfeprogramme /-zahlungen Die eingangs erwähnten, teilweise bereits ausgereichten Soforthilfemaßnahmen werden als nicht-rückzahlungspflichtige Zuschüsse gewährt und sowohl über den Bund als auch über eigene Programme der Bundesländer bereit gestellt. Sie sind als unbürokratische Soforthilfe für Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständigen und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu 10 Vollbeschäftigten angelegt. Sie umfassen bis 9.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten und bis 15.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten. Mit dem Zuschuss können akute Liquiditätsengpässe überbrückt werden, die insbesondere durch laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten oder Ähnliches entstehen. Voraussetzung ist auch hier, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Folge der Corona-Pandemie erst entstanden und mithin der Schaden erst nach dem Stichtag 11. März 2020 eingetreten ist. Die Finanzmittel, die zunächst auf insgesamt 50 Mrd. Euro begrenzt sind, werden durch den Bund bereit gestellt, die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung erfolgen jedoch durch die Länder und Kommunen. Nähere Informationen gibt es bei den Wirtschaftsministerien des jeweiligen Bundeslandes oder beim entsprechenden Landesförderinstitut. # KfW-Sonderprogramm – Konsortialfinanzierungen Ein weiteres bundesweites Finanzierungsinstrument ist das „KfW-Sonderprogramm – Konsortialfinanzierungen“ für größere mittel­ständische und große Unternehmen, die durch die Corona-Krise in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Die KfW beteiligt sich hier an Konsortial­finanzierungen, also Krediten, die von mehreren Banken gemeinsam getragen werden, mit mindestens 25 Mio. Euro. Bei einer Übernahme von 80 Prozent des Kreditrisikos durch die KfW – begrenzt auf maximal 50 Prozent der Gesamt­verschuldung –, können somit jeweils Finanzierungen über 30 Mio. Euro ermöglicht werden. Auch hier gilt allerdings, dass Unter­nehmen, die schon vor dem 31.12.2019 in Schwierig­keiten waren, davon keinen Gebrauch machen können. # Überbrückungskredite der Bürgschaftsbanken Jenseits der bundesweiten Programme der KfW können Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen auch durch die Bürgschaftsbanken der Bundesländer besichert werden. Damit sollen branchenübergreifend insbesondere alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Freien Berufe unterstützt werden. Die Ausfallbürgschaften können inzwischen bis zu einer Bürgschaftsobergrenze von 2,5 Mio. Euro bei der Bürgschaftsbank des Landes beantragt werden, in dem das jeweilige Unternehmen angemeldet ist. Bei einem Verbürgungsgrad von 80 Prozent ist ein Kreditvolumen von jeweils über 3 Mio. Euro möglich. Nähere Infos hierzu gibt es bei der jeweiligen Bürgschaftsbank oder über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken erfolgen. # Wirtschaftsstabilisierungsfonds Die Bundesregierung hat darüber hinaus einen befristeten Wirtschaftsstabilisierungsfonds geschaffen, um großvolumige staatliche Stützungsmaßnahmen wie Kreditgarantien und eine Stärkung des Eigenkapitals zu ermöglichen. Damit kann sich der Staat, wenn es nötig ist, direkt an Unternehmen beteiligen, nicht zuletzt, um das Unternehmen vor Übernahmen zu schützen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds umfasst 100 Mrd. Euro für Kapitalmaßnahmen (Kapitalisierung von Unternehmen, insb. durch Erwerb von Anteilen) sowie weitere 400 Mrd. Euro für Bürgschaften. Die Laufzeit der Garantien und der abzusichernden Verbindlichkeiten darf 60 Monate nicht übersteigen und die Übernahme von Garantien darf nur gegen eine angemessene Gegenleistung erfolgen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds richtet sich an größere Unternehmen der Realwirtschaft ab 50 Mio. Euro Umsatz, ab 43 Mio. Euro Bilanzsumme und ab 250 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt. Zudem erhalten im Einzelfall auch kleinere Unternehmen Zugang, die für die Infrastruktur besonders relevant sind. # Bundesprogramm für Startups auf dem Weg Start-ups, junge Technologieunternehmen und kleine Mittelständler sollen mit einem Hilfspaket von 2 Mrd. Euro zusätzlich gestützt werden. Mit den Mitteln werden bestehende Programme zur Wagniskapitalfinanzierung erweitert, damit auch Finanzierungsrunden für zukunftsträchtige, innovative Unternehmen und Start-Ups aus Deutschland weiterhin stattfinden können. Dazu soll kurzfristig ein Teil bzw. eine Tranche aus dem bereits von der Bundesregierung geplanten „Zukunftsfonds für Start-ups“ in Höhe von 10 Mrd. Euro vorgezogen werden. Diese Mittel werden als Programm bei der KfW angesiedelt und können im Rahmen einer Ko-Investitionen zusammen mit privaten Investoren für Finanzierungsrunden von Start-ups eingesetzt werden. Perspektivisch sollen öffentliche Investoren wie KfW Capital und Europäischer Investitionsfonds (EIF) mit zusätzlichen öffentlichen Mitteln in die Lage versetzt werden, Anteile von ausfallenden Fondsinvestoren zu übernehmen. Die Details der Finanzierung werden aktuell zwischen BMF, BMWI und KfW abgestimmt. # Kurzarbeitergeld zur Vermeidung von Kündigungen Mit Kurzarbeitergeld ist es möglich Lohnausfälle, die durch die Corona-Krise entstanden sind, zumindest teilweise auszugleichen. Unternehmen können es für ihre Mitarbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen, wenn mindestens zehn Prozent der beschäftigten Arbeitnehmer einen Lohnausfall von mehr als zehn Prozent zu verzeichnen haben. Als Leistungen können dann den Mitarbeitern durch die Arbeitsagentur maximal 12 Monate lang 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns erstattet werden. Mitarbeiter, die mindestens 1 Kind haben, erhalten 67 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. # Steuerstundungen vom Finanzamt Für Unternehmen, aber auch für Privatpersonen gibt es unterschiedliche steuerliche Hilfsmaßnahmen und Erleichterungen. So können Freiberuflern, Selbstständigen und anderen Unternehmern in 2020 fällige Zahlungen von Einkommens-, Körperschafts- oder Umsatzsteuern auf Antrag zinsfrei gestundet werden. Auch eine Anpassung von Steuervorauszahlungen ist möglich. Die Beantragung muss spätestens bis zum 31. Dezember 2020 beim zuständigen Finanzamt erfolgen. Auch soll auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden bis zum Ende des Jahres verzichtet und Säumniszuschläge, die in dieser Zeit anfallen, erlassen werden. Darüber hinaus sind Bonuszahlungen eines Arbeitgebers an Beschäftigte, die seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten, etwa als Pflegekraft oder an der Supermarktkasse, in diesem Jahr bis zu insgesamt 1.500 Euro pro Arbeitnehmer steuerfrei.
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01/09/2024 22:02:38
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In 50 Jahren von der Scheckkarte zur girocard
Fast jeder hat sie im Portemonnaie: die girocard. Auch wenn sie erst seit 2007 so heißt, reicht ihre Geschichte viel weiter zurück. Ihre Geburtsstunde schlug vor 50 Jahren – im Januar 1968, als die deutschen Banken mit der Ausgabe der ersten Scheckkarten begonnen hatten. Diese dienten zunächst als reine Zahlungsgarantiekarten zusammen mit einem Scheck. Aber damit wurde der Grundstein für das elektronische Bezahlen gelegt. Schnell kam die Idee auf, dieses Verfahren nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit anzubieten. Denn auch der Tourismus und die Möglichkeiten, im Ausland Urlaub zu machen, entwickelten sich weiter. 1972 schuf die europäische Kreditwirtschaft das eurocheque-System und brachten die eurocheque-Karten (ec-Karten) und eurocheques heraus. Jetzt gab es eine Zahlungsgarantie für Schecks auch im Ausland – ein wichtiger Schritt der internationalen Vernetzung im bargeldlosen Zahlungsverkehr auch für den Privatkunden war geschafft. # ec: eurocheque und electronic cash Im Laufe der Jahre bekam die eurocheque-Karte neue Funktionen. Als Ende der 1970er immer mehr Geldautomaten verfügbar waren, wurde die Karte um eine Debitfunktion ergänzt: Wer eine eurocheque-Karte hatte, konnten nun mittels des schwarzen Magnetstreifens Geld abheben. Dank Magnetstreifen war aber noch mehr möglich: Ab 1991 konnten die Deutschen flächendeckend per Karte und Geheimzahl (PIN) in Supermärkten, Tankstellen und anderen Geschäften bezahlen – das Debitkartensystem Electronic Cash war geboren. 1995 folgte die Prepaid-Funktion „Geldkarte“, eine elektronische Geldbörse, um kleine Beträge ohne PIN oder Unterschrift zu bezahlen. Für den eurocheque war electronic cash indes der Anfang vom Ende. Zehn Jahre nach dessen Einführung wurde 2001 die Bezahlung mit Schecks eingestellt. Der Name ec-Karte aber blieb vorerst noch – genauso wie das Logo mit dem blauen „e“ und roten „c“, das seit den 1960er Jahren Schecks und Karten zierte. # Die ec-Karte heißt heute girocard – und fast jeder hat sie im Portemonnaie Seit 2007 trägt die ec-Karte einen neuen Namen: girocard. Auslöser war eine Umstellung der Zahlungssysteme – die für den Kunden aber kaum bemerkbar war. Der Magnetstreifen spielt heute dank moderner und sicherer Chiptechnologie in Deutschland keine Rolle mehr; dafür ist kontaktloses Bezahlen möglich. 2017 kam die „girocard kontaktlos“ deutschlandweit in Umlauf. Eine Funktion, die nach Aussage der EURO Kartensysteme, die die girocard vermarktet, so schnell wie keine andere Neuerung zuvor angenommen wurde: Unter den Inhabern einer „girocard kontaktlos“ stieg der Anteil derer, die die Funktion bereits genutzt haben, von 38 Prozent im Februar 2017 auf 47 Prozent im Oktober des gleichen Jahres. Das ergab eine GfK-Studie . Heute ist die girocard fast flächendeckend verbreitet: Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 besitzen 95 Prozent der Bürger eine girocard, insgesamt sind über 100 Millionen Karten im Umlauf. Im Jahr 2016 wurden rund 3 Milliarden Transaktionen per girocard bezahlt. Die Umsätze lagen bei 151,2 Milliarden Euro. Und die nächste Neuerung steht bereits an: In diesem Jahr soll die girocard ins Smartphone wandern – als digitale Bezahlkarte. # girocard, Debit- und Kreditkarte – was gehört ins Urlaubsportemonnaie? background hero 25.05.2023 Artikel # Zehn wichtige Regeln: So bleiben Sie sicher mit Karte background hero 04.05.2023 Artikel
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Kontowechsel: so geht’s!
# Kontowechsel: so geht’s! Wasserzeichen Verbraucher Konto Zinsen 19.05.2023 Artikel Sylvie Ernoult background hero - wie Sie einfach Ihr Konto wechseln können - welche Verpflichtungen Banken und Sparkassen haben, Sie als Kunden beim Kontowechsel zu unterstützen Wenn Sie diesen Text gelesen haben, wissen Sie Sie empfinden Ihre Kontogebühren als zu hoch? Dann suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Bankberater oder Ihrer Bankberaterin. Vielleicht bietet sich ein anderes, günstigeres Kontomodell eher für Ihre Bedürfnisse an. Kommen Sie weiterhin nicht zusammen, so kann ein Bankwechsel Sinn ergeben, denn Banken und Sparkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen einen Wechsel zu vereinfachen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zusammengetragen: # 1) Welche gesetzlichen Regeln gelten für den Kontowechsel? Neben den vielfältigen und weiterbestehenden Angeboten für einen „Kontoumzugsservice“ sind die Institute seit 2018 gesetzlich verpflichtet, Verbraucher - so weit von ihnen gewünscht – beim Kontenwechsel zu unterstützen. Hierzu erteilt der Verbraucher dem neuen Institut eine Ermächtigung zur Kontenwechselhilfe. Die Kontenwechselhilfe bestimmt im Einzelnen, welche konkreten Leistungen das alte und das neue Institut im Rahmen des Wechsels erbringen. Allgemeine Informationen zur Kontenwechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz sind auf der Internetseiten der Institute bzw. in deren Geschäftsstellen zu erhalten. Kleiner Tipp für Zinsjäger: Die Zinsen steigen wieder. Wenn Sie also grundsätzlich mit Ihrer Bank zufrieden sind, eine andere Bank jedoch bessere Zinsen zum Beispiel für das Tagesgeldkonto bietet, so können Sie auch einfach ein Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank eröffnen und mit einer Überweisung ihr Tagesgeld von der Hausbank zu einer anderen Bank mit besseren Konditionen überweisen. Vergleichsportale, die Ihnen eine schnelle Marktübersicht gewähren, finden Sie im Netz. # 2) Was beinhaltet die gesetzliche Regelung für einen Kontowechsel für Unterstützungsleistungen? Die gesetzliche Kontowechselhilfe beinhaltet grundsätzlich, dass: - Der Verbraucher das neue Kreditinstitut als seinen Hauptansprechpartner während des Girokontowechsels bestimmen kann. - Das neue Kreditinstitut den Verbraucher bei der Schließung seines alten Girokontos unterstützt - Das neue Kreditinstitut dem Verbraucher Hilfestellung bei der Benachrichtigung regelmäßiger Zahlungspartner (z. B. Vermieter, Telefonanbieter oder Energieversorger) gibt, zum Beispiel in Form von Musterschreiben. - Das neue Kreditinstitut die vom Verbraucher gewünschten Daueraufträge auf dem neuen Girokonto innerhalb von 7 Bankarbeitstagen nach Erhalt aller erforderlichen Informationen einrichtet. - Das alte Kreditinstitut, bei dem der Verbraucher sein Girokonto schließen will, auf Wunsch des Verbrauchers Informationen zur Identifizierung von Daueraufträgen innerhalb von 7 Bankarbeitstagen nach Erhalt der Anfrage dem neuen Kreditinstitut zur Verfügung stellt. - Das alte Kreditinstitut das Girokonto schließt, soweit dem keine Hindernisse entgegenstehen (z. B. ein negativer Kontostand), - Auf Wunsch des Verbrauchers ein verfügbares Guthaben auf das Girokonto bei dem neuen Kreditinstitut übertragen wird. # 3)    Müssen alte und neue Bank zusammenarbeiten? Ja, sowohl die alte als auch die neue Bank oder Sparkasse arbeiten bei einem Kontoumzug zusammen. # 4)    Welche Rechte haben Bankkunden, wenn der Kontowechsel nicht glatt verläuft? Sofern Meinungsverschiedenheiten mit dem alten oder dem neuen kontoführenden Kreditinstitut im Rahme eines Kontowechsels auftreten, können Verbraucher die Angelegenheit durch die zuständige Kundenbeschwerdestelle – kostenfrei – überprüfen lassen.
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Wirtschaftswachstum
# Finanzinnovationen sind unverzichtbarer Motor des Wirtschaftswachstums Wasserzeichen background hero 04.09.2018 Artikel Finanzinnovationen gehen seit alters her Hand in Hand mit dem technischen Fortschritt. Gesamtwirtschaftlich positive Auswirkungen werden Finanzinnovationen nur dann haben, wenn sie den Finanzsektor nicht destabilisieren. Länder mit einem höheren Grad an Finanzinnovation sind besser in der Lage, Wachstumschancen auch in steigenden Wohlstand umzusetzen....
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01/09/2024 22:03:05
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(Microsoft Word - 20231207_DK-Stlgn. Bürokratieabbau_Änd_GBV.docx)
# Stellungnahme Bürokratieabbau: Vereinfachung der Grundbuch- einsicht für Kreditinstitute durch Vorschlag zur Änderung der Grundbuchverfügung (GBV) Lobbyregister-Nr. R001459 EU-Transparenzregister-Nr. 52646912360-95 Kontakt: Ruth Stefanie Breuer Telefon: +49 30 2021-2329 Telefax: +49 30 2021-192300 E-Mail: r.breuer@bvr.de Berlin, 7.12.2023 Die Deutsche Kreditwirtschaft (kurz DK) ist als Zusammenschluss des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, des Bundesverbandes deutscher Banken, des Bundesverbandes Öf- fentlicher Banken Deutschlands, des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und des Verbandes deut- scher Pfandbriefbanken die Interessenvertretung der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände. Sie ist im August 2011 hervorgegangen aus dem Zentralen Kreditausschuss (ZKA) und führt dessen Arbeit fort. I. Formale Anforderungen bei der Grundbucheinsicht sind bürokratisches Hindernis Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt die Bürokratieabbauinitiative und die in dieser Konsultation vorge- schlagene Erleichterung bei der Grundbucheinsichtnahme. Die formalen Anforderungen bei der Grund- bucheinsicht im digitalisierten und länderübergreifenden Geschäftsbetrieb stellen ein bürokratisches Hin- dernis dar und sind ein Zeitfaktor, bei dem es vergleichsweise einfach deutliche Verbesserungsmöglich- keiten gibt. 1. Betreiber und Projektierer von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien Eine schnelle und medienbruchfreie Einsichtnahme in das Grundbuch ist für finanzierende Kreditinstitute sehr wichtig – mehr noch als für Betreiber und Projektierer von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Eine solche Einsichtnahmemöglichkeit ist erforderlich für Betreiber solcher und anderer Pro- jekte, die im Regelfall von Kreditinstituten (mit-)finanziert werden. Eine interessengerechte Erleichterung der Grundbucheinsicht muss demzufolge auch für Kreditinstitute gelten. Allein mit dem Abbau der büro- kratischen Hürde für Betreiber und Projektierer von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien ist da- her noch keine spürbare Verbesserung möglich, wenn nicht gleichzeitig die bürokratische Hürde im Finan- zierungsprozess abgebaut wird. 2. Gesamtbetrachtung – Einsichtnahmeerleichterung für alle Finanzierungen Im Lichte dessen bietet sich eine Gesamtbetrachtung an. Kreditinstitute sind nicht nur im Rahmen von Projektfinanzierungen dieser Art, sondern auch bei vielen anderen gewerblichen Finanzierungen und ebenso bei Verbraucherimmobiliendarlehen auf die Einsichtnahmemöglichkeit ins Grundbuch angewiesen. Wir beziehen uns insoweit auf unsere Initiative im Rahmen unserer DK-Position, die wir bereits im Vor- schlag zum Bürokratieabbau im Februar 2023 gemacht haben (vgl. Anlage, Vorschlag 7), und bitten um Berücksichtigung im Zuge dieser Gesetzgebungsinitiative. II. Forderung der DK im Einzelnen Die DK fordert daher auch für Kreditinstitute zwecks Erteilung einer verbindlichen Finanzierungszusage Erleichterungen bei der Einsichtnahme ins Grundbuch. 1. Vorbemerkung Der Kauf und die Finanzierung von Grundstücken sind in Deutschland aufgrund gesetzlicher Regelungen medienbruchbehaftet und langwierig. Das bedeutet für den Bürger, die Justiz und für Kreditinstitute er- heblichen zusätzlichen (bürokratischen) Aufwand. Für Betreiber und Projektierer von Anlagen zur Erzeu- gung erneuerbarer Energien wurde dies bereits erkannt. Das begrüßen wir. Auch in weiteren Bereichen der Wirtschaft gibt es großes Potenzial. Die Immobilienwirtschaft ist mit ei- nem Anteil an der Gesamtwertschöpfung von 20% einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland und eng verzahnt mit der gesamten Volkswirtschaft. Die digitale Transformation der Immobilienwirtschaft setzt voraus, dass die professionell Beteiligten einer Immobilienfinanzierung ihre Informationen elektro- nisch austauschen, möglichst mit strukturierten Daten. Wichtige Schritte in diese Richtung hat der Gesetzgeber mit Einführung der elektronisch beglaubigten no- tariellen Abschrift, des elektronischen Rechtsverkehrs in Grundbuchsachen und des Elektronischen Urkun- denarchivs unternommen. Gleichwohl darf und wird die Entwicklung hier nicht stehenbleiben. Die Regierungsparteien haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass Gesetze einem Digitalisierungscheck unterzogen werden, die Verwaltung digitaler und konsequent bürgerorientiert wird, die Menschen vom Staat einfach handhabbare und zeitgemäße digitale Leistungen erwarten, nutzerorientiert, medienbruch- 2 1 frei und flächendeckend. Digitale Finanzdienstleistungen sollen ohne Medienbrüche funktionieren. Es besteht weitgehende Einigkeit in der Erkenntnis, dass gesetzlich veranlasste Medienbrüche digitale Trans- formationsprozesse behindern. Damit die Bürger bessere, d. h. schnellere und für sie kostengünstigere Leistungen der Kreditwirtschaft im Bereich der Immobilienfinanzierungen nutzen können, sieht die Deutsche Kreditwirtschaft dringenden gesetzlichen Reformbedarf bei der elektronischen Grundbucheinsicht für Kreditinstitute. 2. Medienbruch Grundbucheinsicht Der beschränkte Zugang zu Grundbuchinformationen für Kreditinstitute behindert die Entwicklung digita- ler Prozesse in der Immobilienfinanzierung. Das benachteiligt derzeit vor allem (nichtvermögende und jüngere) Verbraucher, die für den Erwerb von Immobilieneigentum eine Kreditfinanzierung in Anspruch nehmen wollen/müssen. Zum besseren Verständnis werden nachstehend anhand eines Beispiels die praktischen Auswirkungen der aktuell eingeschränkten Grundbucheinsicht geschildert. Der Erwerbsinteressent für eine Immobilie kann erst in ernsthafte Verhandlungen mit der Verkaufsseite treten, wenn er seinen finanziellen Spielraum kennt. Nicht vermögende Verbraucher, z. B. jüngere Fami- lien, benötigen dafür ein Finanzierungsangebot eines Kreditinstituts. Damit das angefragte Kreditinstitut ein verbindliches Angebot erstellen kann, benötigt es u.a. Einblick in das Grundbuch. Denn es muss si- cherstellen, dass sich das konkrete Grundstück als Sicherheit für einen Immobilienkredit eignet. In Deutschland kann ein Kreditinstitut nicht ohne Weiteres Einsicht in das Grundbuch nehmen 3 . Zwar gibt es für Kreditinstitute das sog. eingeschränkt automatische Abrufverfahren (§ 133 Abs. 4 GBO). Der Abruf von Grundbuchdaten ist jedoch nur zulässig, wenn der Grundstückseigentümer eine Erklärung übermit- telt, dass er mit der Einsicht in das Grundbuch durch das betreffende Kreditinstitut einverstanden ist. Diese Zustimmung des Eigentümers kann nicht pauschal, sondern muss für jeden Einzelfall und jeden Einsichtnehmenden gesondert erfolgen. Liegt schließlich die Zustimmungserklärung vor, kann immer noch kein automatisierter Abruf erfolgen. Der elektronische Abruf ist in seiner gesetzlichen Ausgestaltung nach wie vor ein manueller Prozess, der nur durch eine natürliche Person vorgenommen werden darf. Der (abrufende) Mitarbeiter des Kreditinsti- tuts muss das Vorliegen der Zustimmungserklärung persönlich versichern, indem er eine entsprechende Checkbox anklickt (§ 133 Abs. 4 GBO). Ein maschineller Abruf durch einen Computer ist nicht zulässig. 1 2 3 Koalitionsvertrag 11/2021: Zeile 396f (Seite 16) Koalitionsvertrag 11/2021: Zeile 5833 (Seite 172) §§ 12, 133 IV Grundbuchordnung Aufgrund dessen kommt der Erwerbsinteressent zu dem ersten Besichtigungstermin regelmäßig ohne eine Finanzierungszusage seiner Bank. Damit der Erwerbsinteressent überhaupt ernsthaft verhandeln kann, muss er den Verkäufer zunächst bitten, eine Zustimmungserklärung zur Einsicht ins Grundbuch zu erteilen. Möchte er zum Vergleich mehrere Finanzierungsanfragen stellen, benötigt er mehrere Zu- stimmungserklärungen. Das kostet in der Praxis unnötig viel Zeit für alle Beteiligten. In dieser frühen Phase gibt es regelmäßig noch keinen engen Kontakt zwischen dem Verkäufer und dem Erwerbsinteres- senten und die Kommunikation ist aufwendig. Vermögende Kaufinteressenten hingegen können dem Verkäufer schon zur ersten Besichtigung ein Ange- bot machen und haben dadurch entscheidende Vorteile. Diese Benachteiligung von nicht vermögenden Verbrauchern ist weder sachgerecht noch (wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen werden) erforder- lich. 3. Direkter elektronischer Zugang für Kreditinstitute Mit einem direkten elektronischen Zugang zu Grundbuchinformationen könnte das Kreditinstitut auf eine Finanzierungsanfrage ihres Kunden innerhalb weniger Minuten ein belastbares Finanzierungsangebot er- stellen. Das würde den Kunden in die Lage versetzen, mehrere Finanzierungsangebote zu vergleichen so- wie schneller und auf Augenhöhe mit anderen Kaufinteressenten zu verhandeln. Mit einer direkten und einfachen Grundbucheinsicht für Kreditinstitute sind keine Risiken verbunden. Grundbuchdaten sind bei Kreditinstituten in sicheren Händen. Sämtliche erhobene Daten unterliegen dem Bankgeheimnis. Die Tätigkeit von Kreditinstituten wird zusätzlich von einer Spezialaufsicht (BaFin bzw. EZB) überwacht. Denkbar wäre zudem, den Abruf von Grundbuchdaten unter die Voraussetzung des Vorliegens einer kon- kreten Finanzierungsanfrage für das betreffende Grundstück zu stellen. Diese Voraussetzung ist durch das Kreditinstitut leicht zu dokumentieren und in Form einer nachgelagerten Prüfung einfach zu kontrol- lieren und ggf. zu sanktionieren. Es bieten sich z.B. stichprobenhafte Kontrollen der Aufsicht an, wie sie bereits im Rahmen des sog. eingeschränkt automatischen Abrufverfahrens praktiziert werden. Einen privilegierten Zugang zu Grundbuchdaten gibt es aus gutem Grund bereits für Justiz und Verwal- tung, Notare, Vermessungsingenieure und Energieversorger. Aufgrund ihrer herausgehobenen Bedeutung für die Immobilienfinanzierung sollte der Zugang zu den finanzierungsrelevanten Grundbuchdaten auch für Kreditinstitute erleichtert werden. Wie bei Energieversorgern bietet es sich an, die erleichterte Einsicht in einem neuen § 86b GBV „Zusam- menarbeit mit Kreditinstituten“ zu regeln: § 86b GBV n.F. Zusammenarbeit mit Kreditinstituten bei Immobilienfinanzierungen (1) Bei Kreditinstituten im Sinne von § 1 Abs. 1 KWG liegt ein berechtigtes Inte- resse zur Grundbucheinsicht nach § 12 Abs. 1 Grundbuchordnung in der Regel vor, wenn für den Erwerb des betreffenden Grundstücks eine Finanzierungsan- frage gestellt worden ist und das Kreditinstitut prüft, ob sich das Grundstück als Kreditsicherheit eignet. (2) Sofern die Grundbuchblätter, in die ein Kreditinstitut nach Absatz 1 Einsicht nehmen darf, maschinell geführt werden, kann die Übermittlung auch im auto- matisierten Verfahren erfolgen. 4. Datenbankgrundbuch Mit der Einführung des seit 2013 im sehr schleppenden Aufbauprozess befindlichen Datenbankgrundbuchs 4 (Gesetz zur Einführung eines Datenbankgrundbuchs (DaBaGG) ist momentan nicht in absehbarer Zeit zu rechnen, weshalb auf die damit im Zusammenhang stehenden Möglichkeiten eines „gefilterten Datenab- rufs“ hier nicht näher eingegangen wird. Auf die Einführung des Datenbank-Grundbuchs kann nicht ge- wartet werden, da derzeit hierfür kein Termin, noch nicht einmal ein Zeitrahmen, absehbar ist. Die Deut- sche Kreditwirtschaft benötigt bereits jetzt rechtliche Rahmenbedingungen für einen medienbruchfreien Zugang zu Grundbuchdaten, um schnelle und kostengünstige Finanzierungsentscheidungen zugunsten der Bürger zu ermöglichen. 5. Fazit Die Regeln zur Grundbucheinsicht für Kreditinstitute sind dringend reformbedürftig. Die Einholung der Zu- stimmungserklärung des Eigentümers und die Abgabe der persönlichen Versicherung gemäß § 133 Abs. 4 GBO sind Medienbrüche, die unnötigen Aufwand verursachen und wertvolle Zeit kosten. Sie wirken sich vor allem zulasten der Bürger aus, die bei einer Immobilientransaktion auf Fremdkapital angewiesen sind und schnelle sowie kostengünstige Leistungen benötigen. Die Deutsche Kreditwirtschaft fordert deshalb die Erleichterung des automatischen Abrufverfahrens für Kreditinstitute und die Anerkennung des Finanzierungsinteresses (konkrete Kreditanfrage) als Vorausset- zung für die elektronische Grundbucheinsicht. *** Gesetz zur Einführung eines Datenbankgrundbuchs (DaBaGG) vom 01.10.2013, Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013 Teil I Nr. 59, ausgegeben am 08.10.2013, Seite 3719
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01/09/2024 22:00:33
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EU will Verpackungsmüll reduzieren
# Kreislaufwirtschaft Das Problem ist unübersehbar und lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Rund 177 Kilogramm Verpackungsmüll je Kopf und Jahr fallen derzeit im EU-Durchschnitt an; in Deutschland – Spitzenreiter in dieser Disziplin – sind es sogar fast 226 Kilogramm. Nach Angaben der EU-Kommission komme es in der Europäischen Union bis 2030 zu einem weiteren Anstieg der Verpackungsabfälle um 19 Prozent, bei Verpackungsabfällen aus Kunststoff sogar um 46 Prozent, wenn nicht gehandelt werde. Und deswegen soll nun gehandelt werden: Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass bis 2030 alle Verpackungen in der EU recyclingfähig sind und deutlich mehr Verpackungen als bisher wiederverwendet werden können. Der umfangreiche Gesetzesvorschlag der Brüsseler Behörde, der Ende November vorgelegt wurde, enthält erstmals einheitliche Zielwerte für Verpackungsabfälle je Mitgliedstaat und Kopf. Diese sollen bis 2040 um 15 Prozent gegenüber 2018 sinken. „Kreislaufwirtschaft“ lautet die Überschrift über diese Art der Gesetzgebung. Das bedeutet: Die EU will ein Modell von Produktion und Verbrauch durchsetzen, bei dem bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, wiederverwendet und repariert werden. Konkret schlägt die EU-Behörde vor, bestimmte Verpackungen ganz zu verbieten. Viele Einwegprodukte sind in der Europäischen Union bereits seit vergangenem Jahr verboten: Teller, Messer, Gabeln, Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe aus Plastik – alles per Gesetz verbannt, um die Umwelt zu entlasten. Hinzukommen sollen nun Einwegverpackungen für Lebensmittel und Getränke beim Verzehr in Restaurants und Cafés, Einwegverpackungen für Obst und Gemüse, Miniatur-Shampoo-Flaschen und andere Miniaturverpackungen in Hotels. Darüber hinaus will die Kommission wiederverwertbare Verpackungsmaterialien fördern und dafür sorgen, dass sie auf wirtschaftlich vertretbare Weise recycelt werden können. Ferner sollen Unternehmen einen bestimmten Anteil ihrer Produkte in wiederverwendbaren oder nachfüllbaren Verpackungen anbieten. Das gilt etwa für Getränke und Mahlzeiten zum Mitnehmen oder für Onlinelieferungen. Zudem sollen einige Verpackungsformate genormt und eine klare Kennzeichnung wiederverwendbarer Verpackungen vorgeschrieben werden. Mit den neuen Vorschriften, so die Kommission, könne das Abfallaufkommen um etwa 37 Prozent verringert werden, sowohl durch Wiederverwertung als auch durch Recycling. Nach dem Urteil der Kommission hat ihr Vorschlag für Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen Vorteile. Die Hersteller von Einwegverpackungen würden zwar investieren müssen, die Förderung der Wiederverwendung werde aber bis 2030 zu mehr als 600. 000 Arbeitsplätzen in der Branche führen und den Wettbewerb um kreative Lösungen anregen. Zugleich könnten die Verbraucher knapp 100 Euro im Jahr sparen, wenn die Unternehmen ihre Einsparungen weitergäben. Aus der Wirtschaft, konkret aus dem deutschen Handwerk, kommen derweil zurückhaltende Reaktionen. Man unterstütze das Anliegen, Materialien und Stoffe so einzusetzen, dass sie möglichst lange in Produkten Nutzen stiften und nicht als Abfälle unwiederbringlich verloren gehen. Die Kommission müsse aber dafür sorgen, dass die schon jetzt erheblichen Berichts- und Nachweispflichten zurückgingen. Der neue Vorschlag der Kommission umfasst über 200 Seiten. Er wird nun von den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament beraten, die ihn noch ändern können.
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01/10/2024 22:18:45
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21. Preisverleihung im Projekt „Jugend und Wirtschaft“
# 21. Preisverleihung im Projekt „Jugend und Wirtschaft“ Wasserzeichen Schülerwettbewerbe Gesellschaft Finanzbildung 17.09.2021 Artikel Christian Jung background hero # Finanzbildung ist Schlüssel zum Verständnis unserer Welt Es war keine Preisverleihung mit riesigem Publikum vor Ort – das ließen die coronabedingten Umstände noch nicht wieder zu. Der Freude im Orchideensaal des Frankfurter Palmgartens tat das am vergangenen Mittwoch aber keinen Abbruch, als die Preisträgerinnen und Preisträger von „Jugend und Wirtschaft“, dem gemeinsamen Schülerwettbewerb von Bankenverband und F.A.Z . zur ökonomischen Bildung, zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern mit einer festlichen Veranstaltung persönlich gewürdigt wurden. Bankenpräsident und Deutsche Bank-Chef Christian Sewing, Karl-Dietrich Seikel, Vorsitzender des Kuratoriums der FAZIT-Stiftung, und F.A.Z.-Herausgeber Gerald Braunberger zeichneten die Preisträger aus. Mairead McGuinness, Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und Kapitalmarktunion in der Europäischen Kommission, gratulierte mit einer Videobotschaft, in der sie die Bedeutung der Finanzbildung für junge Menschen hervorhob. Hier finden Sie die Aufzeichnung der Preisverleihung Jugend und Wirtschaft # EU-Kommissarin McGuiness gratuliert Denn das ist das Besondere an diesem inzwischen zum 21. Mal durchgeführten Projekt: Oberstufenschülerinnen und -schüler arbeiten ein Jahr lang mit dem Wirtschaftsteil der F.A.Z., recherchieren und schreiben Artikel, und lernen dabei selbst ganz viel über Wirtschaft und Finanzen. Solche Kenntnisse, unterstrich McGuiness in ihrer Botschaft, seien zentral dafür, dass Verbraucher und Verbraucherinnen in jeder Phase ihres Lebens richtige Konsum- und Finanzentscheidungen treffen könnten. Sie lobte das Projekt als gelungenes Beispiel dafür, wie junge Menschen für Wirtschaft interessiert werden könnten, und gratulierte allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen für ihre herausragenden Leistungen. # Berechtigtes Lob für die Preisträgerinnen und Preisträger Diese Leistungen würdigte auch Christian Sewing in seiner anschließenden Festrede. An die jungen Menschen gewandt, sagte er: „Sie haben in Ihren Artikeln hervorragend informiert, inspiriert und auch mal unterhalten. Also alles geliefert, was guten Journalismus ausmacht. Darauf können Sie stolz sein.“ Das Projekt mache „die Wirtschaft lebendig, und genau das braucht die Wirtschaft“. Er hoffe, so Sewing weiter, dass „Jugend und Wirtschaft“ die Schüler für ökonomische Themen begeistert habe. „Die Welt ist ohne Wirtschaftswissen nicht mehr zu begreifen.“ So könnten auch Wählerinnen und Wähler kein ausgewogenes Urteil über die Parteien und ihre Programme treffen, wenn sie wirtschaftliche Zusammenhänge nicht hinreichend verstünden. „Viele politische Entscheidungen“, so Sewing, „haben einen mittel- oder unmittelbaren ökonomischen Hintergrund. Ob es um die Bekämpfung des Klimawandels und den damit verbundenen notwendigen Umbau unserer Wirtschaft geht, ob um die Überalterung unserer Gesellschaft und die Frage, was dies für die Alterssicherung und die Arbeitsmärkte bedeutet, oder um die Digitalisierung und ihr gigantisches Potenzial – überall steckt Wirtschaft drin.“ Die notwenige Urteilskraft zu diesen Fragen zu vermitteln, sei eine wichtige Aufgabe der Schule und dort nicht zuletzt der ökonomischen Bildung. „Schule und Bildung sind der Schlüssel für die Teilhabe der jeweils nächsten Generation an Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Und sie sind auch der Schlüssel für die berufliche Existenz“, unterstrich Sewing. „Deshalb ist es dem Bankenverband und den privaten Banken ein großes Anliegen, dass ökonomische Bildung und Finanzbildung in den Schulen stärker unterrichtet und fest verankert werden.“ # Interessante Themen – und schöne Preise Trotz mancher Widrigkeiten infolge der Corona-Pandemie haben es die jungen Nachwuchsredakteure auch in diesem Projektjahr wieder geschafft, interessante Themen für ihre Beiträge zu finden und umzusetzen. Ob es dabei um ein Unternehmen aus Hessen ging, das Häuser herstellt, die sich mit der Sonne um die eigene Achse drehen – und damit nicht nur Energie sparen, sondern auch ein besonderes Licht- und Wohnerlebnis bieten, oder ob vom saarländischen Weltmarktführer für Kirchensitzbankpolster berichtet wurde, der mit seinen Produkten auch die Kathedrale Notre-Dame in Paris beliefert, immer gelang es den Autorinnen und Autoren, interessante Wirtschaftsinformationen mit dem nötigen Schuss Unterhaltung zu präsentieren. Die Preise für die besten Artikel gingen in diesem Jahr an Charline Sachau vom Gymnasium Ohmoor in Hamburg, Milena Kamp vom Mallinckrodt-Gymnasium in Dortmund und an Liam Schäpers vom Hans-Böckler-Berufskolleg in Münster. Schulpreise gingen an das Parler Gymnasium in Schwäbisch Gmünd, das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen und das Hans-Böckler-Berufskolleg in Münster. Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler erhielten je ein iPad mit einem digitalen Jahresabonnement der F.A.Z. Die Schulpreise sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Insgesamt 866 Schülerinnen und Schüler sowie 57 Lehrerinnen und Lehrer von 50 Schulen haben im vergangenen Schuljahr am Projekt teilgenommen. Die besten Beiträge erschienen im Wirtschaftsteil der F.A.Z., die 16 Mal im Jahr die Sonderseite „Jugend und Wirtschaft“ im Blatt hat. Seit Beginn des Projekts haben insgesamt über 25.000 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen.
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01/09/2024 21:59:26
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Diskussionspapier Decentralised Finance – eine Evolution des Finanzsektors?
# Inhalt Management Summary 1. DeFi – eine Finanzrevolution? 2. DeFi – beispielhafte Anwendungsfälle 3. „Institutional DeFi“ – wie die Banken sich im DeFi-Markt engagieren können 4. Chancen und Risiken des DeFi-Markts für Nutzer und Banken 5. Status Quo: DeFi aus heutiger regulatorischer Sicht 6. Vorschläge für einen neuen, effektiven DeFi-Regulierungsrahmen 7. Ausblick: Welche realistischen Zukunftsszenarien ergeben sich? Glossar # Management Summary Decentralised Finance, kurz DeFi, ist der Sammelbegriff für Finanzdienstleistungen, die automatisiert von DeFi-Protokollen über öffentliche Blockchains [1] angeboten werden. Wesentliches Charakteristikum von DeFi ist, dass die Transaktionen über ein aus Smart Contracts bestehendes Protokoll stattfinden, welches die beiden Parteien automatisiert miteinander verknüpft. Es existiert keine weitere, zentrale Instanz. Die DeFi-Plattformen zeichnen sich in der Regel durch niedrige Eintrittsbarrieren, fehlende geografische Restriktionen sowie eine gegenwärtig hohe Unabhängigkeit vom traditionellen Finanzsystem, dem sogenannten Centralized Finance (CeFi), aus. Das Anwendungsspektrum möglicher Dienstleistungen und Transaktionen ist vielfältig: Es reicht von Zins- und Renditestrategien über das Verleihen von Kryptowerten bis hin zu Derivateprodukten. Allerdings ist der DeFi-Markt im Moment noch hoch volatil und komplex. Anleger und Kunden müssen die Angebote eigenverantwortlich auf ihre Seriosität hin prüfen und laufen im ungünstigen Fall Gefahr, ihr eingesetztes Kapital in Teilen oder vollem Umfang zu verlieren. Im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem besitzt DeFi daher heute noch einen eher experimentellen Charakter. Keine Frage, DeFi kann das bestehende Angebot an Finanzdienstleistungen sinnvoll ergänzen, sofern sich der DeFi-Markt weiterentwickelt und an Reife gewinnt. Banken können hierbei eine zentrale Rolle spielen: Als hochregulierte, vertrauenswürdige Intermediäre und Infrastrukturanbieter auf dem Finanzmarkt können sie Kapital effizient anbieten und DeFi-Anbietern dabei helfen, die aufsichtlichen Anforderungen zu erfüllen. Denn damit DeFi in einem größeren Maße auch der Realwirtschaft dienen kann und für Verbraucherinnen und Verbraucher sicherer wird, müssen Vertrauen, Transparenz und Zuverlässigkeit im DeFi-Markt ausgebaut werden. Banken haben bereits Projekte im DeFi-Umfeld genutzt und mit ihrer Expertise unterstützt, doch dies sind bislang Einzelfälle. Einer der Hauptgründe für das bislang geringe Engagement liegt in der unklaren regulatorischen Behandlung von DeFi-Protokollen. Dadurch wird den regulierten Instituten die Zusammenarbeit mit DeFi-Anbietern oder ein Markteintritt erheblich erschwert. Grundsätzlich ist das Aufsichtsrecht technologieneutral gestaltet, daher sollte die dezentrale Natur der Finanzanwendungen eigentlich keine Rolle spielen. Kern der regulatorischen Unwägbarkeiten ist jedoch die Frage, wer bei erlaubnispflichtigen Finanzdienstleistungen Adressat ist und wie aufsichtsrechtliche Maßnahmen durchgesetzt werden können. Der DeFi-Logik folgend existiert kein zentraler Anbieter, vielmehr werden digitale Protokolle in Abstimmungsverfahren zwischen allen Teilnehmenden geführt. Im Markt existieren verschiedene Lösungsansätze für das Problem des fehlenden Adressaten der Regulierung, z.B. ein automatisches Mitlesen und Überwachen von DLT-Registern durch die Aufsicht sowie eine freiwillige Erfüllung regulatorischer Anforderungen mit der Zertifizierung von Protokollen. Die Aufsichtsbehörden sind hierbei gefordert, durch Zusammenarbeit auf globaler Ebene Best-Practice Ansätze zu identifizieren, die DeFi-Protokolle im Sinne des Anlegerschutzes einer ganzheitlichen Regulierung unterwerfen können. Der Bankenverband möchte mit diesem Papier das gemeinsame Verständnis für DeFi schärfen, grundlegende Funktionsweisen erläutern und regulatorische Hürden sowie erste potenzielle Lösungswege aufzeigen. Wir sind davon überzeugt, dass DeFi eine Zukunft hat und Banken eine feste Rolle in einem durch DeFi charakterisierten Markt haben. # 1. DeFi – eine Finanzrevolution? Seitdem einige Marktteilnehmer nicht weniger als den Umbau der traditionellen Finanzwelt durch den Einsatz von Blockchain-Technologie propagieren, hat DeFi zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. An DeFi wird die Erwartung geknüpft, das traditionelle Finanzsystem durch Dezentralisierung substituiert und Nutzern mehr Kontrolle über ihre finanziellen Angelegenheiten geben werden können. Im Ergebnis zielen dezentral erbrachte Finanzdienstleistungen daher auf eine Disintermediation von Intermediären in Finanzgeschäften ab, anders gesagt: auf eine Verdrängung von Zwischenhändlern. Aus diesem Grund sind Institutionen wie die Bank für internationalen Zahlungsverkehr (BIS), das Financial Stability Board (FSB) sowie die EU-Kommission sensibilisiert. Sie alle haben inzwischen eigene Studien zu DeFi veröffentlicht. [2] Seinen Anfang nahm DeFi mit dem Erstarken von Kryptowerten sowie dem Aufkommen von Smart Contracts. Schnell war die Idee geboren, beides zu verbinden, um Finanztransaktionen zwischen einzelnen Teilnehmern automatisiert über intelligente Verträge auf einer Blockchain durchzuführen. Auf diese Weise soll DeFi auch Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglichen, die bisher vom Finanzsystem ausgeschlossen waren, insbesondere in Ländern mit begrenztem Zugang zu Bankdienstleistungen. Darüber hinaus ist mit DeFi die Erwartung verbunden, finanzielle Innovationen hervorzubringen, zum Beispiel liquide Märkte im klassischen Sachwertebereich (bspw. Immobilien, Kunst) oder für nicht-traditionelle Vermögenswerte (z.B. immaterielle Vermögenswerte wie digitale Rechte). Die Blockchain-Technologie ist eine auf vielen Computern gespeicherte Datenbank, in der Daten als Blöcke gesammelt und in einer Kette miteinander verknüpft werden. Jeder Block enthält einen eindeutigen Fingerabdruck (Hash-Wert), der die Transaktionsdaten zusammenfasst, wobei jeder Block in der Datenbank den Fingerabdruck des ihm vorangegangenen Blocks enthält. Durch diese Verkettung und den eindeutigen Fingerabdruck ist eine nachträgliche Änderung in der Kette praktisch unmöglich, da sich dadurch alle nachfolgenden Blöcke ändern würden. Dies macht die Blockchain besonders sicher und transparent. Die Transaktionen in der Blockchain werden durch Genehmigungsprozesse – d.h. ohne zentrale Autoritäten, wie eine Bank oder ein Notar – validiert und bestätigt, bei denen die Teilnehmer der Blockchain-Netzwerke zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass nur gültige Transaktionen hinzugefügt werden und eine Einigung über den aktuellen Zustand der Datenbank erzielt wird. DeFi besteht aus drei Hauptebenen, die wie folgt charakterisiert werden können: 1) Die Infrastrukturebene , die durch die verschiedenen Blockchains (z.B. Ethereum, Tron, Polygon) dargestellt wird, auf denen dezentrale Anwendungen ausgeführt werden. 2) Die Anwendungsebene , auf der sich dezentrale Anwendungen wie zum Beispiel DeFi-Protokolle (z.B. dezentrale Börsen oder Staking Protokolle) und Token (z.B. Stable Coins, Kryptowertpapiere, Utility Token, NFTs etc.) befinden. 3) Die Nutzerebene , die mit dem zugrunde liegenden Netzwerk (bestehend aus Infrastruktur- und Anwendungsebene) interagiert, um den Endnutzern interoperable, funktionale Dienste anzubieten, einschließlich dezentraler Börsen, Liquiditätsbereitstellung und Anwendungen für liquide Einsätze. Auf der Anwendungs- und Nutzerebene gibt es im dezentralen Finanzwesen verschiedene Grade der Dezentralisierung. So können DeFi-Protokolle auf unterschiedliche Weise zentralisiert oder dezentralisiert sein. Beispielsweise können einige Protokolle eine zentrale Verwaltungsstruktur, aber einen dezentralen Handel aufweisen, während andere über eine dezentrale Verwaltung, aber zugleich über einen zentralen Handel verfügen. Auch in Bezug auf ihre Infrastrukturebene (z.B. Ethereum vs. Binance Smart Chain), ihren Konsensmechanismus (z.B. Proof-of-Work vs. Proof-of-Stake) und ihre Tokenverteilung (z.B. Fair Launch vs. Pre-Mine) können DeFi-Protokolle zentralisiert oder dezentralisiert sein. Eine wesentliche Rolle in stark dezentralisierten DeFi-Protokollen spielen die sogenannten „Dezentralen autonomen Organisationen“, kurz DAO, da DeFi-Protokolle häufig von DAOs erstellt, weiterentwickelt und betrieben werden. Die BaFin beschreibt eine DAO als eine „DLT/Blockchain-gesteuerte Organisation in kollektivem Besitz, die regelmäßig ohne zentrale Führung auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet und einen sicheren Weg zur Zusammenarbeit mit unbekannten Dritten bieten soll“. [3] DAOs sind nicht Teil der eigentlichen Finanzdienstleistung, aber Teil der Governance eines DeFi-Protokolls. Sie stellen eine neue Form der Gemeinschaftsstruktur dar, die auf dezentralen Grundsätzen basiert und die traditionellen Formen des Managements und der Governance herausfordert. Die DAO wird von einem Computerprogramm verwaltet, das auf einer Blockchain läuft. Die Governance-Struktur ist dabei als Smart Contract codiert, der transparent, open-source und damit von jedem überprüfbar ist. Mitglieder beteiligen sich an der Verwaltung und Entscheidungsfindung der Organisation durch ein tokenbasiertes Anreizsystem. Der Abstimmungsmechanismus in einer DAO wird dabei durch sogenannte Governance-Tokens geregelt, die Stimmrechte repräsentieren. Dies macht es möglich, Regeln und Aktionen zu definieren, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen und sich selbst zu organisieren. # 2. DeFi – beispielhafte Anwendungsfälle Je nach Definition gibt es momentan rund 30 verschiedene Kategorien [4] von DeFi-Anwendungen. Während einige Anwendungsfälle ihren Pendants in der traditionellen Finanzwelt sehr ähnlich sind (z.B. besicherte Kredite), gibt es darüber hinaus auch neue Modelle, die kein direktes Pendant im Bereich konventioneller Finanzdienstleistungen haben. Aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Kategorien von DeFi-Anwendungen ist es sinnvoll, insbesondere jene näher zu betrachten, die derzeit am größten sind und die höchste Marktdurchdringung erreicht haben. Für die Marktdurchdringung von DeFi-Anwendungen haben sich DeFi-spezifische KPIs (Key Performance Indicators) etabliert. Die wichtigsten KPIs sind der Total Value Locked („“TVL“) [5] und die Anzahl der sogenannten Unique Active Wallets („UAW“). [6] Unter Berücksichtigung der genannten KPIs sind die drei mit Abstand größten Kategorien im DeFi-Umfeld Liquid Staking, Decentralised Exchanges („DEXes“ oder dezentrale Börsen) und Lending (dezentrale Kreditvergabe). ## Liquid Staking Eine Vielzahl von Blockchain-Protokollen zeichnen sich durch eine gemeinschaftliche Konsensfindung im Netzwerk aus. Dabei werden Transaktionen und neue Blöcke durch Validators auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Für den Prüfungsaufwand erhalten die Validatoren eine Entlohnung – Kryptowerte als Rewards. Das Erschaffen der Kryptowerte wird als Staking bezeichnet. Beim traditionellen Staking wird als Kryptowert die native, sozusagen hauseigene Kryptowährung der jeweiligen Blockchain in einem Smart Contract hinterlegt, um so die Transaktionen im Netzwerk durch die Validators zu validieren. Diese Verdienstmöglichkeit wurde aufgrund der Notwendigkeit, neue Blöcke und Transaktionen durch die Teilnehmer zu prüfen, gänzlich neu geschaffen. Die eingesetzten Kryptowerte fungieren als Sicherheit, falls Teilnehmer das Netzwerk komprimieren möchten oder technische Anforderungen nicht dauerhaft erfüllen. In einem dieser Fälle stünden Anteile der hinterlegten Kryptowährung dem Markt nicht mehr zur Verfügung. Daher ergibt sich ein Risiko für den Nutzer, wenn der Betreiber des jeweiligen Netzwerk-Knotens („Node“) bestimmte Service Level Agreements (SLAs), nicht erfüllt oder durch betrügerisches Verhalten auffällt. In solchen Fällen kann es zu einem sog. „Slashing” [7] kommen, bei dem ein Teil oder die gesamten hinterlegten Kryptowerte des Nutzers verloren geht. Das Liquid Staking stellt eine besondere Art von Staking dar. Hier haben Nutzer die Möglichkeit, mit geringerem Kapitaleinsatz zu partizipieren, da Liquid-Staking-Anbieter das Kapital der verschiedenen Nutzer poolen. Die Nutzer bekommen gleichzeitig einen Token als Beweis für ihr hinterlegtes Kapital. Dieser Token kann wiederum als Sicherheit in anderen Protokollen genutzt werden und dadurch weitere Liquidität generieren. Auch zu Liquid Staking gibt es kein exaktes Pendant in der klassischen Finanzwelt, allerdings kommt die Wertpapierleihe dem Konzept recht nahe. ## Dezentrale Börsen / DEXes Decentralised Exchanges, kurz DEXes, bieten Nutzern die Möglichkeit, Tauschgeschäfte von zwei verschiedenen Assets durch die Verwendung eines Smart Contracts vorzunehmen. Im Unterschied zur traditionellen Finanzwelt gibt es keine zentrale Gegenpartei, die Kurse und Orderbuch führt. Diese Funktionen werden durch einen Smart Contract und die Nutzer selbst dargestellt, die Liquidität bereitstellen. Erzielte Gewinne fließen nicht an die Entwickler des Smart Contracts, sondern anteilsmäßig an die Liquidity Provider. ## Lending Die Idee von Lending-Protokollen gleicht der besicherten Kreditvergabe in der traditionellen Finanzwelt (bspw. Immobilien, Auto). So können Nutzer nicht benötigtes Kapital bereitstellen, um im Gegenzug einen Zins zu erwirtschaften. Im DeFi-Sektor wird die Rolle der Bank durch den Smart Contract übernommen, der beide Parteien zusammenführt. Im Unterschied zu Banken kennen Smart Contracts ihre Nutzer nicht und sind nicht in der Lage, die Bonität einzelner Parteien einzuschätzen. Dieser Umstand ist der entscheidende Unterschied zum Bankkredit und hat zur Folge, dass es nur „überbesicherte” Kredite gibt, der Betrag der Sicherheit also immer über der geschuldeten Kreditsumme liegt. Die Bonität des Nutzers spielt durch diesen Mechanismus keine Rolle, da das Kreditausfallsrisiko grundsätzlich gering ist. Positionen von Gläubigern werden liquidiert, sobald ein gewisser Grenzwert der Sicherheit unterschritten ist. Der Betrag der veräußerten Sicherheit wird dann genutzt, um die Schuld zu begleichen, mögliche Restsummen werden dem Schuldner gutgeschrieben. Das Restrisiko für den Nutzer besteht darin, dass bei stark fallenden Preisen der Kryptowerte die als Sicherheit hinterlegten Assets zu schnell liquidiert wird. Dies kann zu einem (Teil-) Ausfall des verliehenen Kapitals führen. Der ökonomische Anreiz beim Lending für den Nutzer trotz der notwendigen Überbesicherung kann in einem gewünschten Liquiditätszugang ohne Verkauf von Kryptowerten liegen, in steuerlichen Gründen oder spekulativer Natur sein, falls er der Meinung ist, dass der erwartete Wertanstieg der geliehenen Kryptowerte die Höhe der Zinsen übersteigt. # 3. „Institutional DeFi“ – wie die Banken sich im DeFi-Markt engagieren können Finanzinstitute, die sich im DeFi-Sektor engagieren, stehen vor der Herausforderung, ihre Rolle in einer Welt dezentraler Finanztransaktionen neu zu definieren. Bisher wagen sich aufgrund der Neuheit des Themas und der im Raum stehenden Disintermediationsgefahren allerdings nur wenige Institute an die DeFi-Welt heran. Das liegt in erster Linie an der mangelnden regulatorischen Klarheit und Sicherheit. Daneben erfordert ein DeFi-Engagement Mitarbeiter mit Expertise auf dem Gebiet Digital Assets. Erste Beispiele von erfolgreichen Transaktionen europäischer Banken im DeFi-Bereich existieren jedoch bereits und zeigen, dass auch in diesem noch experimentellen Stadium erfolgreiche Business Cases entstehen können. Gleichzeitig kann ein frühes Engagement Wettbewerbsvorteile sichern. ## Exemplarische Transaktion von Banken in DeFi Eine europäische Großbank hat bereits vor einiger Zeit über ihre Digitaltochter eine in Euro denominierte Inhaberschuldverschreibung in Form eines Tokens auf einer öffentlichen Blockchain begeben. Dieser Token wurden danach genutzt, um eine DeFi-Lending-Transaktion durchzuführen. Das tokenisierte Wertpapier diente dabei als Sicherheit (Collateral) für die Leihe. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Rolle der Großbank, die hier nicht in der Rolle des Kreditgebers, sondern des Kreditnehmers auftritt. Vereinfacht gesagt refinanzierte sich die Großbank über ihre Digitaltochter, welche sich danach Kapital auf einer DeFi-Plattform besorgte. Zu diesem Zweck hat sie sich zunächst an eine DAO [8] gewandt. Der Organisation können Vorschläge unterbreitet werden (sog. Proposal), über welchen die Teilnehmer dann mittels ihres Governance-Tokens abstimmen. Die Bank hatte der DAO ein Proposal für einen mit ihren Wertpapier-Token besicherten Kredit vorgeschlagen. Die Auszahlung erfolgt über Stablecoins der DAO, also einen Token, der gegenüber einer bestehenden Währung (hier: US-Dollar) wertstabil bleiben soll. Die Bank hatte dabei angeboten, einen Kredit über 30 Millionen DAI [9] aufzunehmen und ihn mit 40 Millionen ihrer Inhaberschuldverschreibungstoken zu besichern, d.h. deutlich überbesichert. Damit nutzte die Bank ihr geringeres Counterparty-Risiko, um sich günstig Geld zu beschaffen, was gerade in Phasen steigender Zinsen ein interessantes Modell darstellt. Die Digitaltochter der Großbank fungierte in der Transaktion als digitaler Abwickler zwischen ihrer Mutter und der DAO. Das Proposal wurde mit über 83 % angenommen, der Prozess und die Kreditvergabe waren vollständig transparent, und das Kreditgeschäft somit abgewickelt. Die hier geschilderte Transaktion zeigt eine Möglichkeit auf, wie sich Finanzinstitute im DeFi-Bereich engagieren können. Es ist davon auszugehen, dass sich in Zukunft noch weitere Möglichkeiten herausbilden werden. Es ist ebenfalls davon auszugehen, dass sich aus Risikogesichtspunkten nicht alle Privatkunden und insbesondere nicht alle Firmenkunden direkt der DeFi-Welt werden stellen wollen. Hier sind Ideen gefragt, wie man Kunden dennoch einen Zugang zur DeFi-Welt bereitstellen kann. Neben dem rein technischen Zugang wäre es auch möglich, existierende Produkte aus dem Finanzbereich aufzulegen, die wiederum mit DeFi-Produkten hinterlegt werden. So wurden beispielsweise schon erste regulierte Krypto-Fonds aufgelegt, die zumindest einige Token von DeFi-Protokollen enthalten. Damit wird Investoren ein erster Zugang zu Investitionen in den DeFi-Bereich ermöglicht. Ein etwas weiter vom klassischen DeFi entferntes Beispiel, das aber die Unterstützung des Regulators genießt, stellt das Projekt „Guardian“ aus Singapur dar. [10] Die Fokusgebiete des Projekts sind interoperable Netzwerke, Vertrauensanker im DeFi-Ökosystem, Asset-Tokenisierung sowie DeFi-Protokolle auf institutionellem Level. Dabei werden auf praktische Weise DeFi-Protokolle, verschiedene Infrastrukturen sowie Liquiditätspools entwickelt und getestet, die speziell auf den traditionellen Finanzsektor abzielen. Verschiedene verfügbare Piloten geben einen ersten Eindruck, wie Banken tatsächlich DeFi-Technologie sicher anwenden können. # 4. Chancen und Risiken des DeFi-Markts für Nutzer und Banken Wie bei den meisten neuen Technologien und Marktinnovationen, werden durch die sich bereits im DeFi-Markt befindlichen Teilnehmer hauptsächlich die großen Zukunftschancen mit DeFi für Nutzerinnen und Nutzer propagiert. Demgegenüber ergeben sich jedoch auch signifikante Risiken aus der Nutzung von DeFi-Anwendungen. Daneben stellt sich die Frage, welche Chancen für Banken dafürsprechen könnten, sich im DeFi-Markt zu engagieren und welchen potenziellen Risiken sie sich dabei aussetzen: | Chancen aus Sicht der Nutzer | Risiken aus Sicht der Nutzer | | Geringe Eintrittsbarriere, praktisch über jedes Smartphone möglich Hohe Anonymität im Vergleich zu CeFi (klassisches Banking) Zugang kann ohne Bankverbindung erfolgen Kontrolle: Nutzer haben volle Kontrolle über ihre Assets Zeit- und ortsunabhängige Transaktionen durch Smart Contracts Transparenz: Public Chains ermöglichen Verifizierung von Transaktionen und Smart Contract Codes 24/7 Einsicht in Liquiditätsbewegungen Mittelnachweis (Proof-of-Reserves) On-Chain Renditegenerierung: Attraktive Renditeaussichten durch DeFi-Protokolle (Kreditvergabe, Liquiditätsbereitstellung) im Vergleich zu traditionellen Finanzprodukten Generierung von Renditen durch die Nutzung der DLT-Technologie (z.B. Staking) Zugang: | Schwachstellen im Programmcode der Protokolle können zu finanziellen Verlusten führen Nahezu keine Möglichkeit zu Rückabwicklungen bei DeFi Protokollen nach Hacker-Angriffen Keine regulierten Anbieter: Unregulierter Markt birgt Risiken und Unsicherheit für Nutzer Potenzielle Wertverluste des hinterlegten Kapitals bei kompromittieren Protokollen Haftungsfragen daher auch ungeklärt bei Verlusten durch Angriffe oder Schwachstellen Volatilität: DeFi-Token und -Vermögenswerte können starken Preisschwankungen unterliegen Potenzielle Wertverluste durch Liquidierungen von Sicherheiten in Smart Contracts Unbeständiger Verlust: Bereitstellung von Liquidität an DEXs kann zu unbeständigen Verlusten aufgrund von Preisänderungen der hinterlegten Vermögenswerte führen Komplexe Funktionsweise der Protokolle und der Smart Contracts macht tatsächliche Verluste oft schwer vorhersehbar Nutzerfehler: Fehler bei der Verwahrung von privaten Schlüsseln oder Interaktion mit Smart Contracts führen zu Verlust von Kryptowerten Mangelndes Wissen und Kompetenz von Nutzern erleichtert Betrug Risiken von Smart Contracts: | | Chancen aus Sicht der Banken | Risiken aus Sicht der Banken | | Neue innovative Geschäftsmodelle: Partnerschaften oder Integrationen mit DeFi-Plattformen als innovative Erweiterung des Geschäftsmodells Eigenentwicklung von Smart Contracts für verbesserte Nutzererfahrung Effizienzgewinne: Automatisierung von Prozessen durch Smart Contracts Verbesserte Liquiditätssteuerung Risikominimierung: Eliminierung von Counterparty-Risiken durch DvP- (Delivery Versus Payment) Contracts Expansion: Einfacher Markteintritt über DeFi-Anwendungen lässt sich bei bisher nicht erreichten Kundengruppen ohne großen Aufwand ermöglichen (z.B. EU-weite Angebote) Automatisierte DeFi-Anwendungen ermöglichen 24/7-Verfügbarkeit von Lending-Dienstleistung | Kannibalisierung von Intermediären: Dezentraler Ansatz könnte Geschäft traditioneller Finanzintermediäre kannibalisieren Regulatorische Herausforderungen: Regulatorische Unsicherheit im DeFi-Bereich führt zu Compliance-Risiken bei Banken Investitionen im DeFi-Sektor sind aufgrund regulatorischer Unsicherheit gefährdet auszufallen Risiko internationaler Fragmentierung besteht Regulatorische Anschlussfragen u.a. für die Bereiche Haftung, Geldwäsche und Steuern ergeben sich Counterparty-Risiko: Zusammenarbeit mit neuen DeFi-Plattformen birgt aufgrund derzeitiger volatiler Marktsituation und geringer Transparenz Risiken für finanzielle Verluste und Reputationsschäden Operative Risiken: Anpassung der Bankinfrastruktur und des Risikomanagements an Smart Contracts Sicherheitsprotokolle und Cybersecurity-Maßnahmen müssen auf dezentrale Protokolle hin angepasst und ständig mit der dynamischen Marktentwicklung weiter angepasst werden | # 5. Status Quo: DeFi aus heutiger regulatorischer Sicht Dezentrale Finanzanwendungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und weisen zunehmend Berührungspunkte zum konventionellen Finanzsystem auf. [11] Die dynamische Entwicklung dieser DeFi-Geschäftsmodelle ist auch der Finanzaufsicht nicht verborgen geblieben. So hat sich etwa die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) frühzeitig mit der Forderung positioniert, aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die zum einen dem Anleger- und Verbraucherschutz ausreichend Rechnung tragen und zum anderen professionellen Anbietern die Umsetzung ihrer DeFi-Geschäftsmodelle rechtssicher ermöglichen. Dabei dürfe das Ergebnis regulatorischer Überlegungen jedoch nicht sein, dass im Verhältnis zu vergleichbaren Angeboten des traditionellen Finanzmarktes etablierte Standards aufgeweicht oder DeFi-Angebote regulatorisch bessergestellt würden, so die BaFin. [12] Zudem steht die Regulierung von DeFi-Finanzanwendungen vor dem grundlegenden Problem, dass kein einheitliches Rechtsverständnis über den Begriff der Dezentralität besteht. [13] Dabei kommt erschwerend hinzu, dass DeFi-Finanzdienstleistungen oftmals über die Grenzen der Europäische Union (EU) hinaus erbracht werden. Folglich bedarf es neben eines einheitlichen Begriffsverständnisses klarer Zuständigkeitsregelungen zwischen den einzelnen Jurisdiktionen, um eine effektive Aufsicht über DeFi-Aktivitäten im internationalen Kontext sicherzustellen. [14] In diesem Zusammenhang spielt im Übrigen auch die Einhaltung geldwäscherechtlicher Bestimmungen eine eminent wichtige Rolle. Insbesondere die bestehende Anonymität bei DeFI-Aktivitäten stellt im geldwäscherechtlichen Kontext ein Kernproblem dar. Zweifellos ist die Schaffung eines einheitlichen und effektiven Aufsichtsrahmens mit schwierigen Herausforderungen verbunden. Es ist jedoch nicht von vornherein ausgeschlossen, dass die schon bestehenden aufsichtsrechtlichen Regelungen DeFi-Finanzdienstleistungen vereinzelt erfassen können. Denn allein der Umstand, dass ein Geschäftsmodell dezentral strukturiert ist, führt nicht unbedingt dazu, dass es nicht aufsichtsrechtlich reguliert ist. Vielmehr kommt es für die aufsichtsrechtliche Beurteilung entscheidend darauf an, wie das Geschäftsmodell im Einzelfall konkret ausgestaltet ist. In diesem Kapitel soll daher in Grundzügen aufgezeigt werden, ob und inwieweit dezentrale Finanzanwendungen vom bestehenden Aufsichtsrahmen [15] erfasst werden oder nicht. Hierzu werden ausgewählte Kernfragen beleuchtet, die bei der aufsichtsrechtlichen Beurteilung regelmäßig eine Rolle spielen. ## Erfüllt die Erbringung der DeFi-Finanzdienstleistung einen aufsichtsrechtlichen Erlaubnistatbestand? Wer bestimmte Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen oder Zahlungsdienste erbringen will, benötigt vor der erstmaligen Aufnahme seiner Geschäftstätigkeit eine Erlaubnis durch die BaFin. [16] Voraussetzung hierfür ist, dass die angestrebte Tätigkeit unter einen dafür vorgesehenen aufsichtsrechtlichen Erlaubnistatbestand fällt. Die aufsichtsrechtliche Prüfung folgt dabei dem Grundsatz „gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regel“. Demnach wird nicht zwischen etablierten und neuen Markteilnehmern unterschieden, sondern die aufsichtsrechtlichen Regelungen werden grundsätzlich auf alle Akteure, die dieselbe Tätigkeit erbringen, gleichermaßen angewendet. Es ist hierfür unerheblich, unter Einsatz welcher Technik die Dienstleistung erbracht wird, denn die Voraussetzungen der Erlaubnistatbestände sind prinzipiell technologieneutral ausgestaltet. [17] Dies bedeutet beispielsweise, dass eine Erlaubnispflicht für die Erbringung von Kreditgeschäften bestehen kann, unabhängig davon, ob die Abwicklung des Darlehens automatisiert über einen in der Blockchain implementierten Smart Contract oder persönlich durch einen Menschen erfolgt. Entscheidend ist vielmehr, ob die Geschäftstätigkeiten in ihrer grundlegenden Funktionsweise ähnlich strukturiert sind und ob zwischen diesen beiden vergleichbare Risken für den Markt und einzelne schutzbedürftige Marktteilnehmer bestehen. Ausgehend hiervon könnte beispielsweise der Betrieb einer DEX als Eigenhandel zu bewerten sein, weil der Smart-Contract-basierte „Tausch“ von Kryptowerten unter der Verwendung von Liquiditätspools der Funktion eines sog. Market Maker [18] gleichen kann. [19] Demgegenüber dürfte eine Einordnung eines dezentral strukturierten Kreditgeschäfts (sog. Krypto-Lending) als erlaubnispflichtiges Bankgeschäft schon regelmäßig daran scheitern, dass die „verliehenen“ Kryptowerte grundsätzlich nicht die Eigenschaften von Geld aufweisen und damit schon begrifflich nicht die Anforderung eines Gelddarlehens i. S. d. KWG [20] erfüllen. [21] ## Wer ist Adressat der Erlaubnispflicht? Dem originären Konzept von dezentralen Finanzanwendungen liegt die Idee zugrunde, dass diese ohne einen zentralen Intermediär erbracht werden sollen. Dies scheint sich auf den ersten Blick nicht mit dem bestehenden Aufsichtsrecht zu vertragen, das einen zentralisierten intermediärsbezogenen Ansatz verfolgt. Danach ist die Erlaubnis für die Erbringung einer regulierten Tätigkeit grundsätzlich derjenigen Person zu erteilen oder zu versagen, die sich nach außen hin erkennbar für den Vertrieb der Finanzdienstleistung verantwortlich zeigt. Ein zweiter Blick zeigt allerdings, dass die bisher am Markt angebotenen DeFi-Finanzdienstleistungen einen noch sehr geringen Grad an Dezentralität aufweisen. Vielmehr steht hinter einer Vielzahl von Geschäftsmodellen, die unter dem Begriff „DeFi“ beworben werden, eine hybride Struktur von zentralen und dezentralen Elementen. [22] Die Identifikation eines Anbieters als erlaubnispflichtiger Adressat ist daher nicht von Vorneherein ausgeschlossen. Als nicht allzu schwierig dürfte sich etwa die Identifikation des handelnden Unternehmens erweisen, wenn dieses die eigene DeFi-Finanzdienstleistung selbst öffentlich bewirbt. Sofern kein Unternehmen in Erscheinung tritt, ist es denkbar, dass diejenigen als Adressaten herangezogen werden könnten, die bestimmte Zugriffsrechte auf das Protokoll des Smart Contracts haben oder denen die Gebühren von vorgenommenen Transaktionen zufließen. Demgegenüber dürften Entwickler, die sich ausschließlich auf das eigentliche Schreiben des Protokolls beschränken, ohne sich dabei weitere Eingriffsmöglichkeiten auf das Protokoll vorbehalten zu haben, grundsätzlich nicht als Adressaten in Betracht kommen. [23] Eine zunehmend praktische Bedeutung im Zusammenhang mit dem aufsichtsrechtlichen Adressaten dürfte künftig einer DAO [24] zukommen. Konkret dient die DAO als dezentraler Steuerungsprozess im Protokoll einer DeFi-Finanzanwendung dazu, nachträgliche Anpassungen an diesem Protokoll vornehmen zu können (sog. „On-Chain-Governance“). In der Regel kommen dabei sog. Governance-Token [25] zum Einsatz, die die (technischen) Eingriffsmöglichkeiten des Inhabers auf das Protokoll repräsentieren. Protokolländerungen werden demnach von denjenigen Nutzern genehmigt oder abgelehnt, die gemeinsam über die Mehrheit der Governance-Token verfügen. [26] Es sprechen daher auf den ersten Blick gute Gründe dafür, den oder die Inhaber, die über die Mehrzahl von Governance-Token verfügen, als aufsichtsrechtliche Adressaten zu qualifizieren. Gleichwohl besteht in der Praxis die Schwierigkeit, dass die Inhaber aufgrund des hohen Maßes an Anonymität nicht ohne weiteres identifiziert werden können. [27] ## Weist die DeFi-Geschäftstätigkeit einen ausreichenden Inlandsbezug auf? Um eine Erlaubnispflicht auszulösen, muss die Erbringung der DeFi-Dienstleistung einen ausreichenden Inlandsbezug aufweisen. Bei der Beurteilung, ob dieser Bezug vorliegt, verfolgt die BaFin einen vertriebsbezogenen Ansatz. Demnach ist es grundsätzlich unerheblich, ob der Anbieter einer DeFi-Finanzanwendung seinen Sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt tatsächlich in Deutschland hat. Vielmehr kommt es darauf an, ob die angebotenen DeFi-Finanzanwendungen zielgerichtet an den deutschen Markt adressiert sind (z.B. durch aktive Werbemaßnahmen über das Internet). [28] Am erforderlichen Inlandsbezug fehlt es, wenn etwa ein deutscher Nutzer auf eigene Intention DeFi-Finanzwendungen in Anspruch nimmt, die dem (EU-)Ausland zuzuordnen sind. ## Sind aufsichtsrechtliche Maßnahmen durchsetzbar? Die Beantwortung dieser Frage hängt wiederum davon ab, ob der Anbieter einer DeFi-Finanzdienstleistung als Adressat ausgemacht werden kann oder nicht. Sofern eine DeFi-Finanzdienstleistung ohne erforderliche Erlaubnis erbracht wird oder deren Betrieb gegen sonstige aufsichtsrechtliche Anforderungen verstößt, kann die BaFin auf ihre konventionellen Maßnahmen und Sanktionen gegen den betreffenden Anbieter zurückgreifen. Lässt sich ein Anbieter jedoch aufgrund der dezentralen Struktur des Geschäftsmodells nicht identifizieren, stellt sich die grundlegende Anschlussfrage, ob und inwieweit die BaFin künftig ihre aufsichtsrechtlichen Instrumente einsetzen kann. Denn vor dem Hintergrund, dass die Codierung eines DeFi-Protokolls in ihrer Eigenschaft als Open-Source-Software öffentlich eingesehen und theoretisch von jedermann in pseudonymisierter Weise verändert werden kann, dürfte sich die Verhängung von Sanktionen gegen einen konkreten Verantwortlichen als äußerst schwierig erweisen. Auch hat die Aufsicht keinen direkten Zugriff auf den Code, um ihre Aufsichtsmaßnahmen (effektiv) durchsetzen zu können. ## Zwischenfazit Die aufsichtsrechtliche Behandlung von DeFi-Finanzdienstleistungen wird vor verschiedene Herausforderungen gestellt. Zum einen greift das bestehende Aufsichtsrecht oftmals schon deshalb nicht, weil das DeFi-Geschäftsmodell die tatbestandlichen Voraussetzungen für eine Erlaubnis nicht erfüllt. Folglich können diese Geschäftsaktivitäten auch nicht von der Aufsicht überwacht werden. Zum anderen steht die Aufsicht vor der Schwierigkeit, dass sie aufgrund der dezentralen Struktur des Geschäftsmodells unter Umständen keinen verantwortlichen Adressaten ausmachen kann, gegen den sie entsprechende aufsichtsrechtliche Maßnahmen ergreifen könnte. Losgelöst davon muss kritisch hinterfragt werden, ob diese Maßnahmen den technischen Eigenheiten von DeFi-Geschäftsaktivitäten künftig überhaupt gerecht werden können. Vor diesem Hintergrund scheint es sachgerecht, den bisherigen Aufsichtsrahmen zumindest in einigen Teilen zu überdenken und alternative praxistaugliche Regelungskonzepte zu entwickeln. Zumal eines klar sein dürfte: Institutionen wie die BIS, das FSB oder die EU sowie sonstige Gesetzgeber werden DeFi-Finanzdienstleistungen spätestens dann einer Regulierung unterwerfen, sobald von diesen Aktivitäten erste systemische Risiken für den Markt und seine Teilnehmer erkennbar sind. Dies haben die Erfahrungen aus dem Libra-/Diem-Projekt gezeigt. # 6. Vorschläge für einen neuen, effektiven DeFi-Regulierungsrahmen ## Überblick über innovative Regulierungsvorschläge Es sind bereits verschiedene innovative Regulierungsvorschläge formuliert worden, die den spezifischen technischen Eigenschaften von DeFi-Finanzanwendungen Rechnung tragen sollen. Basierend auf den relevanten Risiken und möglichen Lösungen wird ersichtlich, dass einige grundsätzlich neue Ansatzmuster bzw. regulatorische Haken angewendet werden müssen, um Regulierung und Aufsicht im DeFi-Ökosystem effektiv durchsetzen zu können. So sieht beispielsweise ein Vorschlag der Bank für internationalen Zahlungsverkehr (BIS) vor, die Befugnisse der Aufsichtsbehörden in DLT-Netzwerken dadurch zu sichern, dass das Register durch die Aufsicht automatisch mitgelesen und überwacht wird. [29] Dies erscheint eine sinnvolle Möglichkeit bei öffentlichen Blockchains. Die EU-Kommission wiederum hat eine in ihrem Auftrag erstellte Studie veröffentlicht, die vier konkrete Regulierungskonzepte für DeFi-Finanzanwendungen enthält: Policing the policed (Fokussierung auf bereits regulierte Rechtseinheiten statt auf DeFi-Protokolle), Voluntary compliance (freiwillige Einhaltung von Regulierungsakten), Public observatory (öffentliche Überwachung der Aktivitäten von DeFi-Protokollen) und Oracles (Dritte, die als Intermediäre Informationen aus verschiedenen Quellen in der realen Welt für einen Smart Contract auf einer Blockchain zur Verfügung stellen). [30] Hiervon scheinen einige Ansätze hilfreicher bzw. praxistauglicher zu sein als andere. So sollte insbesondere die kritische Rolle von Oracles in die Betrachtung genommen werden, welche als Drittdaten-Schnittstellen Daten, die nicht auf der Blockchain existieren, z.B. Aktienkurse für eine Option, bereitstellen, damit diese in einen Smart Contract verarbeitet werden können. Da für Oracle-Services auf dem Markt einige wenige große Anbieter existieren, die wiederum Daten aus verschiedenen Quellen beziehen und in die Smart Contracts einspielen, ergibt sich hier ein konzentriertes Single-Point-of-Failure-Risiko. Der auf Geschäftseinheiten anstelle von Protokollen fokussierte Ansatz sieht vor, dass die relevanten öffentlichen Adressen von den Marktteilnehmern an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden, um damit einen bereits bekannten und etablierten Transmissionskanal zu nutzen. Hinter den klassischen DeFi-Protokollen stehen allerdings keine Firmen, daher kann diese Forderung nur auf Anbieter bezogen sein, die Zugang zu DeFi-Angeboten herstellen. Falls eine Betreiberfirma existieren sollte, kann diese ebenfalls als Adressat dienen. Auf die Studie der EU-Kommission aufbauend haben mehrere Autoren gemeinsam ein Konzept vorgestellt, das sich im Wesentlichen mit einer DeFi-Regulierung rund um DAOs und Oracles auseinandersetzt (u.a. rechtliche Anerkennung einer DAO, einen standardisierten API-Datenrahmen für Oracles). [31] Das FSB hat in einem Report aus diesem Jahr die Risken von DeFi auf das Finanzsystem analysiert und klargestellt, dass sich DeFi, obwohl die Prozesse zur Erbringung von Dienstleistungen in vielen Fällen neuartig sind, hinsichtlich der Funktionen, die es ausführt, oder der Risiken, die bestehen, nicht wesentlich von der traditionellen Finanzwelt unterscheidet. [32] Die besonderen Merkmale von DeFi könnten jedoch dazu führen, dass sich aus einigen Schwachstellen von DeFi größere Risiken ergeben als im traditionellen Finanzwesen, z.B. aus operationellen Anfälligkeiten, Liquiditäts- und Laufzeitinkongruenzen, Hebelwirkungen und Verflechtungen. In Bezug auf die systemische Konzentration und die damit verbundenen Risiken stellt das FSB fest, dass DeFi zwar als zusätzliches Marktsegment auf dem Finanzsektor grundsätzlich durch eine größere Vielfalt der Angebote zu einer Minderung der Risiken führen könnte. Allerdings steht dem die starke wechselseitige Verflechtung der Protokolle, die Konzentration auf einige große Kapitalgeber und Governance-Token-Inhaber hinter den DeFi-Protokollen sowie die weiterhin bestehenden engen Verbindungen zur traditionellen Finanzwelt entgegen. Das FSB schlägt daher unter anderem vor, Ansätze zur Messung der Verflechtungen von DeFi-Protokollen untereinander und mit der klassischen Finanzwelt zu entwickeln sowie die Transmissionskanäle zwischen DeFi und CeFi und das Wachstum von DeFi in den Märkten zu monitoren. Die einzelnen Regulierungsvorschläge bedürfen einer weitergehenden Prüfung im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit. Dabei wird insbesondere die Frage zu berücksichtigen sein, ob und inwieweit die vorgeschlagenen „neuen“ technischen Formen zur Durchsetzung von aufsichtlichen Maßnahmen den Anforderungen der Aufsicht mit Blick auf den Verbraucher- und Anlegerschutz genügen. Es müssten auch, wie von der FDA vorgeschlagen, weitere betroffene Regelungsbereiche, u.a. Geldwäsche und Steuern sowie Haftungsfragen, betrachtet werden. Daneben stellt sich die Anschlussfrage, ob die bisherigen aufsichtsrechtlichen Instrumente im Hinblick auf die technischen Eigenschaften von DeFi-Finanzinstrumente noch zeitgemäß sind. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch, dass die technisch häufig nicht sehr versierten Anwender nicht wissen, welche Funktionalitäten genau in den Programmcode eingebaut wurden, weshalb sie sich auf die Aussagen der Entwickler bzw. Anbieter verlassen müssen, die sich wiederum in einem nicht-regulierten Bereich bewegen. Im Schadensfall gestaltet sich ein rechtliches Vorgehen im Nachhinein als schwierig, da die Protokolle mit dem Code praktisch akzeptiert wurden. Eine Lösung und vertrauensbildende Maßnahme sind die in der Industrie existierenden Best Practices zur sicheren Programmierung von Smart Contracts und Protokollen, welche auch von Auditoren geprüft werden. ## Konkrete Forderungen des Bankenverbands an Politik und Aufsicht Wir sind der Überzeugung, dass eine Professionalisierung des DeFi-Sektors wünschenswert ist, da sie positive Effekte für verschiedene Verbrauchergruppen und Realwirtschaft mit sich bringen kann und das Angebot an verfügbaren Finanzdienstleistungen zusätzlich differenziert. Banken können dabei als Vertrauensinstanz die entscheidende Rolle spielen: Auch in einer DeFi-Welt können sie als ein wichtiger Stabilitätsfaktor fungieren und Kapital durch Kreditaufnahme, Kreditvergabe und Liquiditätsbereitstellung in verschiedenen Märkten effizient bereitstellen (um nur einige Beispiele zu nennen). Hierfür müssen allerdings die Voraussetzungen geschaffen werden, damit Banken eine Zusammenarbeit mit DeFi-Protokollen überhaupt möglich ist, insbesondere in Bezug darauf, dass sämtliche Know-Your-Customer (KYC)-Anforderungen nach dem Geldwäsche- sowie dem Sanktionsrecht erfüllt werden müssen. Der Weg dorthin muss mit einer effektiven und an neue Dynamiken angepassten Regulierung einhergehen. Eine Kernherausforderung besteht darin, relevante Risiken innerhalb von DeFi zu identifizieren, zu bewerten und, wo nötig, effektiv zu minimieren. Grundsätzlich sollten Politik und Aufsicht einen risikobasierten Ansatz wählen und eine differenzierte Vorgehensweise erwägen, die bestehende Gesetze und aufsichtsrechtliche Strukturen weiterentwickelt und einige neue Elemente einführt – ein monolithischer Block speziell für DeFi wäre wenig zielführend und ein regulatorisches Regime, das sich einzig auf regulierte Intermediäre stützt, würde in der Praxis zu kurz greifen. Bei einer risikobasierten Betrachtung lohnt eine nach den drei DeFi-Hauptebenen [33] gruppierte Differenzierung, die unmittelbar mit möglichen regulatorischen Ansätzen verbunden werden kann: Auf der Infrastrukturebene kann es zu einer Überlastung und damit Einschränkung der Transaktionsausführung von Blockchains kommen sowie zu einem Missbrauch der Protokolle bzw. zu Attacken zur Mehrheitsübernahme der Validierungskapazität, die den Verlust der Unabhängigkeit und Integrität der Blockchain zur Folge hätte. Potenzielle regulatorische Lösungen können hier die Incentivierung von privaten Blockchains sein (soweit dies möglich/nötig ist und von den Akteuren akzeptiert wird) sowie ein einheitlich definierter Katalog an Bewertungskriterien hinsichtlich der Infrastruktur, damit Marktteilnehmer informierte Entscheidungen treffen können. Auf der Anwendungsebene kann es zu beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern im Smart-Contract-Code kommen, was ggf. mit eingeschränkter Datenzuverlässigkeit und der Unveränderlichkeit im Falle von Transaktionsfehlern einhergeht. Mitigiert werden können diese Risiken durch eine Auditierung des Smart-Contract-Codes in Kombination mit einer Zertifizierung entweder durch unabhängige Marktteilnehmer oder dedizierte Behörden. Darüber hinaus kann eine Interaktion mit nicht zertifizierten Smart Contracts beeinflusst werden. Die Nutzerebene hat einen besonderen Stellenwert, da die Nutzer hier mit einem hohen Maß an Komplexität konfrontiert werden können und das Risiko eines Kapitalverlusts denkbar ist. Zudem kann durch systemische Schwächen, z.B. im Verhältnis zu automatisierten Liquidationsmechanismen, die Preisvolatilität verstärkt werden. Ein weiterer zentraler Aspekt insbesondere für bereits regulierte Finanzinstitute ist die Anonymität bzw. Pseudonymität der Marktteilnehmer. Aktuell lässt sich auf der Nutzerebene ein höherer Grad an Zentralisierung beobachten, der auch einen Ansatzpunkt zur Risikoadressierung darstellt. Somit wären Erfordernisse zur Identifizierung (und gleichzeitiger Überwachung) der Parteien, die Smart Contracts bereitstellen, möglich, falls es sich dabei um gewerbliche Anbieter handelt. Die bereits etablierten KYC-Mechanismen (für Marktteilnehmer und Herkunftsinformationen der verwendeten digitalen Vermögenswerte) könnten somit zusammen mit weiteren Sorgfalts- und Beratungspflichten für gewerbliche Anbieter verpflichtend werden. Für DeFi-Protokolle und Plattformen könnte eine freiwillige Implementierung der KYC-Regeln dazu führen, dass eine Zusammenarbeit mit regulierten Banken möglich wird. Obwohl diese Ansätze eine effektive Grundlage für die Regulierung bieten können, bleiben einige strukturelle Unterschiede zum traditionellen Finanzsystem bestehen. Neben der Schwierigkeit, eine eindeutige Heimatrechtszuordnung im Rahmen einer Dezentralisierung zu definieren, bedeutet dies auch, dass die praktische Abschaltung eines Smart Contracts in vergleichbarer Form zu traditionellen Finanzprodukten nicht gegeben ist. Außerdem können aufgrund des Open-Source-Charakters Smart Contracts leicht kopiert und an anderer Stelle repliziert werden. Schließlich sollte die deutsche, europäische und nicht zuletzt globale Regulierung so weit wie möglich harmonisiert werden, um Arbitragemöglichkeiten entgegenzuwirken und ein international einheitliches Marktumfeld zu schaffen. # 7. Ausblick: Welche realistischen Zukunftsszenarien ergeben sich? ## Wird DeFi der Durchbruch im Finanzsektor gelingen? Ob Lösungen außerhalb der traditionellen, zentralen Finanzintermediäre Randprodukte sein werden, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen. Für den Moment ist DeFi im Vergleich zum traditionellen Finanzsektor noch als eine experimentelle Nischen-Erscheinung zu klassifizieren. Unwahrscheinlich ist aber, das DeFi vollständig aus dem Finanzwesen verschwinden wird. Der DeFi-Sektor hat in den letzten Jahren erhebliches Wachstum und Aufmerksamkeit erfahren, da er Potenzial für finanzielle Inklusion, Effizienzsteigerung und neue Investitionsmöglichkeiten bietet. Es ist daher absehbar, dass der DeFi-Sektor weiterhin eine Rolle im Finanzwesen spielen wird, insbesondere in Bezug auf bestimmte Nischen oder spezialisierte Anwendungsfälle. Unklar ist jedoch, wie sich die Regulierung entwickeln wird und inwieweit traditionelle Finanzinstitute DeFi-Technologien in ihr Angebot integrieren werden. Trotz des erheblichen disruptiven Potenzials der neuen Protokolle kann dieser neue Sektor als komplementär zu traditionellen Finanzinstitutionen verstanden werden. Es muss daher nicht zwingend die Frage gestellt werden, welche der Lösungen sich langfristig durchsetzen wird. Vielmehr sollten die Vorteile von dezentralen und zentralen Lösungen identifiziert werden, um Wohlfahrtsgewinne auf breiterer Ebene zu erzielen. Wie gezeigt wurde, weisen DeFi und CeFi zwar auf verschiedenen Ebenen fundamentale Unterschiede auf. So können Banken auf deutliche Vorteile in Bezug auf Compliance, Regulatorik und damit auf Zugang zu privaten, aber auch institutionellen Kunden – oder abstrakter formuliert – auf „Skalierbarkeit“ verweisen, wohingegen der dezentrale Sektor bereits in seiner Entstehungsphase ein ungeahntes Potenzial in Sachen Inklusion, Schnelligkeit, Sicherheit und letztlich Effizienz aufgezeigt hat. Interessant wird daher mittelfristig die Identifizierung der sogenannten ‚Sweet Spots‘, also der gemeinsamen Schnittmengen in der Finanzindustrie sein. Dazu zählen insbesondere die Anwendungsfälle (Liquid-) Staking, dezentrale Börsen oder Lending. [34] Aber auch die Entwicklung völlig neuer Anwendungsfälle außerhalb der bisher bekannten traditionellen Grenzen ist zu erwarten. Eine Möglichkeit, wie sich Defi innerhalb des traditionellen Bankensystems entwickeln kann, besteht potenziell in Partnerschaften zwischen DeFi-Plattformen und Banken. [35] Banken können die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und das Vertrauen der Kunden gewährleisten, die den Plattformen fehlen könnten, während die DeFi-Plattformen innovative Finanzdienstleistungen anbieten, die Banken möglicherweise nur mit Verzögerung bereitstellen können. Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Zukunft von DeFi, bzw. dessen Integration in das traditionelle Bankensystem, ist die Verfügbarkeit von digitalen Zahlungsformen wie Blockchain-basierten digitalem Zentralbankgeld (CBDC) oder Stablecoins. Digitale Zahlungslösungen könnten verwendet werden, um Transaktionen zwischen DeFi-Plattformen und traditionellen Banken zu erleichtern und eine Brücke zwischen den beiden Systemen zu schaffen. ## Werden zentrale Intermediäre wie Banken und Börsen abgeschafft? Es ist nicht zu erwarten, dass die traditionelle Finanzwelt mit ihren Banken und Börsen in der Zukunft vollständig von dezentralen Marktplätzen verdrängt wird. Während DeFi zwar ohne Frage Potenziale besitzt, handelt es sich im Moment immer noch um eine relativ neue, sich in der Entwicklung befindliche Nischentechnologie in einem experimentellen Stadium. Aktuell liegt das Gesamtvolumen des DeFi-Markts verglichen mit dem des traditionellen CeFi-Sektors im Promille-Bereich. Einige Kerneigenschaften von DeFi-Protokollen, insbesondere die fast immer gegebene Überbesicherung bei sämtlichen Kreditvergaben, beschränken sozusagen auf natürliche Weise das Volumen des DeFi-Sektors nach oben hin. Banken und Börsen spielen eine entscheidende Rolle im globalen Finanzsystem und bieten Investoren und Emittenten Liquidität, Transparenz und belastbare regulatorische Rahmenbedingungen. Banken betreiben Geldschöpfung und übernehmen die bedeutenden Rollen der Fristen-, Losgrößen- und Risikotransformation für die Volkswirtschaft. Börsen als multilaterale Handelsplätze mit ihren zentralen Kontrahenten (CCPs) sind keineswegs dysfunktional, sondern haben sich vielmehr in globalen Finanzmärkten über Jahrzehnte als stabile Partner erwiesen. Finanzinstitutionen und Börsen haben über lange Zeiträume Beziehungen zu Kunden, aber auch Regierungen und Regulierungsbehörden etabliert, was ihnen erhebliche Vorteile in Bezug auf Liquidität, Skalierbarkeit und Ressourcen verschafft. Regulierten zentralen Intermediären kommt zudem eine wichtige Funktion als Puffer zwischen den einzelnen Marktteilnehmern zu, nicht zuletzt bei der Transformation von Fristen und Risiken. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sich die regulatorische Landschaft für DeFi immer noch weiterentwickelt und es unklar ist, wie Regulierungsbehörden in den nächsten Jahren die Entwicklung von DeFi und dessen Schnittstelle mit der traditionellen Finanzwelt beeinflussen werden. Die traditionellen, hoch regulierten Finanzinstitute können DeFi nur dann für sich nutzen und vorantreiben, wenn der Regulierungsrahmen eindeutig ist. Sobald dies geschehen ist, werden sich auch traditionelle Finanzinstitute anpassen und weiterentwickeln, um die DeFi-Technologie zu integrieren, was die Grenzen zwischen zentraler und dezentraler Finanzwelt weiter verwischen wird. Die Schaffung eines dafür attraktiven regulatorischen Rahmens kann u.U. auch als treibender Faktor im internationalen Wettbewerb der Finanzplätze angesehen werden. Insgesamt mag DeFi zwar einige Aspekte der traditionellen Finanzwirtschaft beeinflussen, aber es ist unwahrscheinlich, dass Banken und Börsen in naher Zukunft vollständig ersetzt werden. Stattdessen könnten wir eine stärkere Verschmelzung der traditionellen und dezentralen Finanzwirtschaft erleben, da sich beide Sektoren weiterentwickeln. # Glossar Blockchain: Eine transparente, dezentrale Datenbank, in der Daten in Blöcken verknüpft werden, um nachträgliche Änderungen zu verhindern. Transaktionen werden ohne zentrale Instanz überprüft und bestätigt. DAO (Decentralised Autonomous Organization): Eine DAO ist eine Blockchain-basierte Organisation, in der alle Entscheidungen im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel durch Abstimmung der Teilnehmer getroffen werden. Sie ermöglicht gemeinsame Ressourcenverwaltung, die Finanzierung von Projekten und automatisierte Transaktionen durch Smart Contracts. DeFi-Transaktion (Schematischer Ablauf) - Der Nutzer muss über eine self-hosted Wallet (z.B. Metamask) sowie die entsprechenden Kryptowerte verfügen. - Der Nutzer verbindet seine Wallet mit der Anwendung, dies kann beispielweise über eine Dritt-App, auf der Website der Anwendung oder durch Angabe der ID der Adresse geschehen. Auf diese Weise erteilt der Nutzer auch seine Zustimmung als Voraussetzung für die anstehende Interaktion. - Je nach Art der Transaktion muss der Nutzer im nächsten Schritt nun dem Smart Contract der DeFi Applikation Zugriff auf die eigenen Assets erteilen. - Ist der Zugriff erteilt, kann der Nutzer in einem nächsten Schritt die Transaktion durchführen. Für die Freigabe als auch die Transaktion selbst taucht eine Anfrage in der Wallet des Nutzers auf, die er bestätigen muss. - Die Transaktion wird an die Blockchain übertragen und prozessiert. DEX (Decentralised Exchange): DEX steht für „Decentralised Exchange“ und ist eine Kryptowertebörse ohne zentralen Intermediär. Der Handel erfolgt direkt zwischen den Nutzern über Smart Contracts auf einer Blockchain. DLT (Distributed Ledger Technology): Eine verteilte Datenbank. Alle Netzwerkteilnehmer führen und aktualisieren den Ledger gemeinsam. Transaktionen werden unabhängig voneinander durch die Teilnehmer überprüft. Die bekannteste Form einer DLT ist die Blockchain. Lending: Durch Kryptowerte besicherte Verleihe von anderen Kryptowerten gegen Zinsen. Liquid Staking: Liquid Staking erlaubt es Nutzern, ihre eingesetzten Kryptowerte als Sicherheiten zu verwenden und im Gegenzug dafür andere Token als Aufwandsentschädigung zu erhalten. Liquidity Provider: Ein Liquidity Provider (LP) stellt Liquidität bereit, indem er Kryptowerte oder Token in einem Pool zur Verfügung stellt. Dies erhöht die Marktliquidität und erleichtert den Vermögensaustausch zwischen Nutzern. On-Chain-Governance: On-Chain-Governance ist ein demokratischer Entscheidungsprozess zur Verwaltung eines dezentralen Finanzprotokolls direkt auf der Blockchain. Nutzer haben Stimmrecht über Protokolländerungen und fördern Transparenz und kontinuierliche Weiterentwicklung. Oracle: Drittdaten-Schnittstelle für Daten, die nicht auf der Blockchain existieren, z.B. Aktienkurse für eine Option. So wird ermöglicht, diese Daten in einen Smart Contract verarbeiten zu können. Smart Contract: Smart Contracts sind selbstausführende Programme auf einer Blockchain, die automatisiert prüfen, ob gewisse Bedingungen erfüllt werden und bei Erfüllung eine vorher festgelegte Routine ausführen. Durch ihre Transparenz und Unabhängigkeit bieten sie Sicherheit für die involvierten Parteien. Staking: Staking ist der Prozess, bei dem Nutzer ihre Kryptowerte in einem Proof-of-Stake (PoS)-Netzwerk hinterlegen, um neue Blöcke zu erstellen und Belohnungen zu erhalten. Teilnehmer/Nutzer: Teilnehmer/Nutzer im Bereich DeFi sind Personen oder Entitäten, die dezentrale Finanzdienstleistungen nutzen. Sie können an verschiedenen Aktivitäten wie Staking, Lending oder Handel teilnehmen. Token: Ein Token ist eine digitale Einheit, die in Blockchain-Netzwerken verwendet wird, um Werte zu repräsentieren und Transaktionen durchzuführen. Ein Token kann ein Kryptowert oder eine digitale Repräsentation eines Vermögenswerts sein und dient verschiedenen Zwecken in diesen Systemen, wie z.B. der Übertragung von Werten oder der Teilnahme an Smart Contracts. Total Value Locked (TVL): TVL bezieht sich auf die Gesamtmenge an Vermögenswerten, die in einem DeFi-Protokoll als Sicherheiten hinterlegt sind. Die Höhe des TVL spiegelt das Vertrauen und die Akzeptanz des Protokolls in der Community wider. Uniswap: Uniswap ist ein dezentrales Finanzprotokoll und eine dezentrale Börse (DEX), die auf der Ethereum-Blockchain basiert. Es ermöglicht den direkten Austausch von Kryptowerten ohne einen zentralen Vermittler. Validators: Validators sind Teilnehmer eines Blockchain-Netzwerks, die Transaktionen überprüfen und bestätigen. Sie erhalten Anreize für ihre Teilnahme. Wallet: Eine Wallet (auch elektronische Geldbörse) ist eine Anwendung, mit der private und öffentliche kryptografische Schlüssel erzeugt, verwaltet, gespeichert oder verwendet werden können. ## Fußnoten: [1] Technische Fachbegriffe wie dieser werden in einem Glossar am Ende des Dokuments erläutert. [2] Für eine Übersicht über diese Studien siehe Kapitel 6. [3] Quelle: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/Geschaeftsmodelle/DLT_Blockchain_Krypto/DAOS/DAOS_node.html [4] Auf der Website https://defillama.com/ findet sich eine Übersicht über alle gängigen DeFi Kategorien. [5] TVL beschreibt, welchen Wert alle Vermögenswerte bzw. Kryptowerte haben, die in eine bestimmte DeFi-Anwendung eingelegt wurden. [6] UAW ist ein Indikator für die Nutzeranzahl. Er beschreibt die eindeutig identifizierbaren Adressen jener Teilnehmer, die über die letzten 30 Tage mit einer DeFi-Anwendung interagiert haben. [7] Slashing bezeichnet eine „Strafzahlung“, wenn gegen die Staking Regeln verstoßen wird. [8] Zu DAOs siehe Kapitel 1. [9] DAI ist die Kryptowährung der MakerDAO, einer der bekannten DAOs im DeFi-Umfeld. [10] https://www.mas.gov.sg/schemes-and-initiatives/project-guardian [11] Deutsche Bundesbank, „Krypto-Token und dezentrale Finanzwendungen“ (Monatsbericht Juli 2021) S. 33. [12] Birgit Rudolphe (BaFin), „Zukunft ohne Aufsicht? Decentralised Finance als Herausforderung für die Finanzaufsicht“ (Kurzkommentar vom 16.05.2022) – abrufbar unter: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2022/Kurzkommentare_BaFinTech2022/fa_bj_2203_Kurzkommentar_Rodolphe.html [13] Deutsche Bundesbank, „Krypto-Token und dezentrale Finanzwendungen“ (Monatsbericht Juli 2021) S. 45. [14] Deutsche Bundesbank, „Krypto-Token und dezentrale Finanzwendungen“ (Monatsbericht Juli 2021) S. 45. [15] Der bestehende Aufsichtsrahmen setzt sich insbesondere aus den nationalen Regelwerken des Kreditwesengesetzes (KWG), des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG), des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG) sowie aus der EU-Verordnung 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) zusammen. [16] z.B. eine Erlaubnis nach § 32 KWG. [17] Vgl. BaFin, „FinTech Innovation Hub“ (Fachbeitrag mit Stand vom 01.09.2022) – abrufbar unter: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/fintech_node.html [18] Gemeint ist der Eigenhandel gemäß § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 lit. a KWG; entsprechende Einordnung in der MiCAR: Betrieb einer Handelsplattform gemäß Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 lit. b) sowie ggf. der Tausch im Zusammenhang mit Kryptowerten i. S. d. Art. 3 Abs. 1 Nr. 16 lit. c), lit. d). [19] Vgl. Maume/Siadat, NJW 2023, 1168 (1171). [20] Gemeint ist das Gelddarlehen i. S. d. § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG; das Blockchain-basierte Kreditgeschäft soll von der MiCAR von Vornherein nicht erfasst sein (vgl. Erwägungsgrund 94, Art. 142 MiCAR). [21] Siehe dazu vertiefend Möslein/Kaulartz/Rennig, RDi 2021, 517 (523f.). [22] Vgl. Deutsche Bundesbank, „Krypto-Token und dezentrale Finanzwendungen“ (Monatsbericht Juli 2021), S. 33. [23] Möslein/Kaulartz/Rennig, RDi 2021, 517 (524). [24] siehe zu DAOs Kapitel 2. [25] Vertiefend zur rechtlichen Einordnung eines Governance-Token Möslein/Kaulartz/Rennig , RDi 2021, 517 (526 f.). [26] BaFin, „DLT/Blockchain-gesteuerte Organisation in kollektivem Besitz, die regelmäßig ohne zentrale Führung auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet und einen sicheren Weg zur Zusammenarbeit mit unbekannten Dritten bieten soll“ – abrufbar unter: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/Geschaeftsmodelle/DLT_Blockchain_Krypto/DAOS/DAOS_node.html [27] Vgl. Möslein/Kaulartz/Rennig, RDi 2021, 517 (523 f.). [28] Vgl. BaFin, Merkblatt zur Erlaubnispflicht von grenzüberschreitend betriebenen Geschäften (01.04.2004, zuletzt geändert am 11.03.2019) – abrufbar unter: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/mb_050401_grenzueberschreitend.html [29] Quelle: https://www.bis.org/publ/work811.pdf [30] Quelle: https://finance.ec.europa.eu/system/files/2022-10/finance-events-221021-report_en.pdf [31] Quelle: https://europeanblockchainassociation.org/wp-content/uploads/2023/01/DeFi-paper-vfinal.pdf [32] Quelle: https://www.fsb.org/wp-content/uploads/P160223.pdf [33] Für eine Erläuterung siehe Kapitel 1. [34] siehe auch Kapitel 2. für eine Beschreibung der Anwendungsfälle [35] siehe dazu auch Kapitel 3. ## Decentralised Finance – eine Evolution des Finanzsektors? - 298,73 KB PDF - Datei # Digitale staatliche Identität zukunftsfähig gestalten background hero 19.10.2023 Positionspapier # „Digitaler Euro - nächster evolutionärer Schritt des Geldes“ background hero 06.02.2023 Positionspapier # Positionspapier der Deutschen Kreditwirtschaft zum digitalen Euro background hero 09.12.2022 Positionspapier # Datenökonomie: Rahmen muss branchenübergreifend neu definiert werden background hero 06.12.2021 Positionspapier # Handlungsfelder für eine bessere Nutzung der Cloud-Technologie background hero 23.09.2021 Positionspapier # Positionspapier: Finanzstandort Deutschland verbessern background hero 07.06.2021 Positionspapier # Aufbruch wagen! background hero 26.04.2021 Positionspapier # Digitale Souveränität Europas fördern background hero 25.03.2021 Positionspapier
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01/10/2024 22:18:50
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Klima- und Umweltrisiken: Erwartungen von BaFin und EZB auf einen Blick Gegenüberstellung der wesentlichen Anforderungen des EZB-Leitfadens und des BaFin-Merkblattes zu Nachhaltigkeitsrisiken Klima- und Umweltrisiken:Gegenüberstellung der wesentlichen Anforderungen des EZB-Leitfadens und des BaFin- Merkblattes zu Nachhaltigkeitsrisiken # Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung ............................................................................................................ 3 Geschäftsmodell und Strategie ................................................................................... 4 Governance ................................................................................................................ 6 Risikoappetit .............................................................................................................. 7 Organisationsstruktur ................................................................................................ 8 Berichterstattung ..................................................................................................... 10 Risikomanagement ................................................................................................... 12 Offenlegung und Auslagerung .................................................................................. 21 Vorbemerkung In dieser Gegenüberstellung wurden die grundlegenden Anforderungen des „Leitfaden zu Klima- und Umweltrisiken“ der EZB und des „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ der BaFin herausgearbeitet. Ausgehend von der Grundstruktur des EZB-Leitfadens wurden die einzelnen Anforderungen der beiden Veröffentlichungen zusammengefasst dargestellt. Zusätzlich wurden die Anforderungen des BaFin-Merkblattes den Anforderungen des EZB-Leitfadens thematisch zugeordnet. Leere Zellen bzw. Anforderungen, die mehrere Anforderungen des anderen Leitfadens abdecken, zeigen dabei auf, ob bzw. in welcher Detailtiefe die jeweilige Anforderung über beide Dokumente hinweg bearbeitet wurden. Das Ziel dieses Mappings bzw. dieser Gegenüberstellung ist eine vergleichende und zusammenfassende Version der Anforderungen der EZB und der BaFin bereitzustellen. Neben der Möglichkeit die „Gaps“ zwischen beiden Dokumenten schnell und übersichtlich identifizieren zu können, stellt dieses Mapping einen schnellen Überblick über bestehende Anforderungen bereit. Dabei soll diese Übersicht keinesfalls die Dokumente der EZB und der BaFin ersetzen. ## Geschäftsmodell und Strategie Erwartung 1: Institute sollten die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf ihr Geschäftsumfeld verstehen, damit sie fundierte strategische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen können. Erwartung 1.1: Bei der Analyse ihres Geschäftsumfelds sollten Institute, die aus Klimawandel und Umweltzerstörung erwachsenden Risiken identifizieren. Diese Risiken sollten auf Ebene der wichtigsten Sektoren, geografischer Gebiete und für heute bereits oder künftig vielleicht angebotene Produkte und Dienstleistungen ermittelt werden. Erwartung 1.2: Kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken sollten erfasst und in den Geschäftsstrategieprozessen dokumentiert werden. Erwartung 2: Bei der Festlegung und Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie sollten Institute Klima- und Umweltrisiken einbeziehen, die sich auf kurze, mittlere oder lange Sicht auf ihr Geschäftsumfeld auswirken werden. Kapitel 3.2: Die Geschäftsstrategie sollte ganzheitlich auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken überprüft werden. Kapitel 3.1.1: Erwartung entweder einer eigenständigen, auf den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken ausgerichteten formulierten Strategie oder einer Anpassung bestehender Strategien (i. d. R. also der Geschäftsstrategie und der Risikostrategie) hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeitsrisiken. Kapitel 3.3.4: Die Festlegung eines Zeithorizontes im Umgang mit transitorischen und physischen Risiken sollte strategisch erfolgen. Geschäftsmodell und Strategie EZB ### BaFin Kapitel 3.1.2: Sofern sich beaufsichtigte Unternehmen freiwillig verpflichtet haben, externe Nachhaltigkeitsstandards zu befolgen oder Empfehlungen umzusetzen, sollte dies in den eigenen Strategien und Organisationsrichtlinien abgebildet werden. Kapitel 9.4: Die Anwendung bestimmter freiwilliger Nachhaltigkeitsstandards sollte gruppenweit erfolgen. Kapitel 3.2.1: Die Geschäftsfelder sollten auf das Exposure auf physische Risiken analysiert, bewertet und auf Grundlage dessen evaluiert werden. Erwartung 2.1: Zur Ermittlung von Umweltrisiken auf die Geschäftsstrategie sollten Institute interne Stresstests und Szenarioanalysen heranziehen und die daraus resultierenden Implikationen berücksichtigen. Erwartung 2.2: Die Geschäftsstrategie von Instituten und die Umsetzung dieser Strategie sollten Klima- und Umweltrisiken widerspiegeln, die auf die einzelnen Geschäftsfelder und Portfolios angewandt werden. Damit sollte ein Rahmenwerk geschaffen werden, das fundierte Entscheidungen über die Entwicklung von Risiken zulässt. Die Integration von Klima- und Umweltrisiken sollte in der Organisationsstruktur berücksichtigt werden. Ferner sollten Auswirkungen durch Transitionsrisiken auf das Kreditportfolio in die strategischen Ziele eingearbeitet werden. Alle strategischen Entscheidungen zu wesentlichen klimabedingten und ökologischen Faktoren sollten in die Vorschriften des Instituts integriert werden. Kapitel 3.2.2: Die Geschäftsfelder sollten auf das Exposure auf transitorische Risiken analysiert, bewertet und auf Grundlage dessen evaluiert werden. Eine langfristige Abschätzung der transitorischen Risiken auf die strategische Ausrichtung der Geschäftsfelder sollte erfolgen. Kapitel 3.2.3: Aspekte der Reputation und des Nachhaltigkeitsbewusstseins von Investoren sollten berücksichtigt werden. Dahingehend sollte eine Anpassung des Geschäftsmodells geprüft werden. Geschäftsmodell und Strategie Governance Erwartung 3.1: Klare und stimmige Zuordnung der Rollen und Verantwortlichkeiten des Leitungsorgans und/oder seiner Unterausschüsse sowie der Berichtswege in Bezug auf Klima- und Umweltrisiken. Kapitel 4.1: Die Geschäftsleitung ist für die Umsetzung und Prozessimplementierung der Geschäfts- und Risikostrategie verantwortlich. Kapitel 3.4: Der von der Geschäftsleitung definierte Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken sollte dem eigenen Management, den Mitarbeitern sowie Vertragspartnern und Investoren klar kommuniziert werden. Kapitel 4.3: Die Zuweisung von Verantwortlichkeiten für das Management der verschiedenen Risikoarten (siehe Kapitel 2.7) sollte durch die Geschäftsleitung erfolgen. Erwartung 3.2: Das Leitungsorgan sollte die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung seiner Mitglieder im Bereich Klima- und Umweltrisiken bei der Bewertung von deren kollektiver Eignung berücksichtigen. Erwartung 3.3: Kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken sollten durch das Leitungsorgan angemessen in die allgemeine Geschäftsstrategie und das Risikomanagementrahmenwerk sowie in den Kreditrichtlinien einbezogen sein und die Wesentlichkeit der Risiken eingeschätzt werden. Erwartung 3.4: Das Leitungsorgan sollte genau prüfen, inwiefern das Institut Klima- und Umweltrisiken ausgesetzt ist und wie seine diesbezügliche Antwort aussieht. Hierfür sollte das Leitungsorgan die hierfür aufgestellten Kennzahlen überwachen und prüfen. Kapitel 6.1.3: Nachhaltigkeitsrisiken sollten als Faktoren in bekannte Risikoarten (s. Abschnitt 2.7) in den schriftlichen Richtlinien zum Risikomanagement berücksichtigt werden. Kapitel 4.2: Die Geschäftsleitung sollte ein Verständnis für Nachhaltigkeitsrisiken einschließlich der physischen und transitorischen Risiken, deren Charakteristika sowie möglicher Auswirkungen auf das eigene Geschäft entwickeln. Governance Risikoappetit EZB #### BaFin Erwartung 4: Institute sollten Klima- und Umweltrisiken explizit in ihr Rahmenwerk für das Risikoappetit aufnehmen, zukunftsgerichtet im Einklang mit dem strategischen Planungshorizont. Erwartung 4.1: Das Risikoinventar der Institute sollte eine sorgfältige Beschreibung der Klima- und Umweltrisiken enthalten, die auch in die Erklärung der Institute zum Risikoappetit einfließen sollte. Erwartung 4.2: Institute sollten geeignete KRIs für die Überwachung und für Eskalationen ausarbeiten und angemessene Limite für die wirksame Steuerung von Klima- und Umweltrisiken festlegen. Erwartung 4.3: Vergütungspolitik, - praktiken und -anreize sollen dazu beitragen, dass Klima- und Umweltrisiken gemäß dem Risikoappetit und der Risikostrategie des Instituts langfristig gesteuert werden können. Risikoappetit ##### Organisationsstruktur Erwartung 5: Institute sollten die Zuständigkeit für die Steuerung von Klima- und Umweltrisiken innerhalb der Organisationsstruktur gemäß dem Modell der drei Verteidigungslinien zuweisen. Kapitel 5.1: Es sollte eine ganzheitliche Prüfung der Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in bestehende interne Organisationsrichtlinien (im Anwendungsbereich des VAG: schriftliche Leitlinien) erfolgen. Kapitel 5.7: Das Back-Office sollte die Bewertungen des Front-Desk auf die Einhaltung nachhaltigkeitsbezogener Vorgaben überprüfen. Kapitel 9.1: Soweit spezialgesetzlich nicht anders geregelt, sollten Regelungen zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken in der Geschäfts- und Risikostrategie sowie den Organisationsrichtlinien gruppenweit konsistent umgesetzt werden. Kapitel 5.3: Der Verantwortlichkeiten sollten in den Organisationsrichtlinien festgelegt werden. Erwartung 5.1: Institute sollten die Zuständigkeiten für Klima- und Umweltrisiken intern klar zuweisen und jeweiligen Aufgaben und Arbeitsabläufe klar beschreiben. Kapitel 5.5: Wurde eine separate Nachhaltigkeitseinheit eingerichtet, oder ist deren Einrichtung geplant, so ist die Integration dieser Einheit in die Geschäftsprozesse und die damit einhergehenden Tätigkeitsfelder klar zu regeln. Kapitel 5.2: Es sollte eine Prüfung über die Notwendigkeit und Art der Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die betroffenen Geschäftsprozesse erfolgen. Organisationsstruktur EZB ###### BaFin Erwartung 5.2: Institute sollten gewährleisten, dass die in die Steuerung von Klima- und Umweltrisiken eingebundenen Funktionen personell und finanziell angemessen ausgestattet sind. Erwartung 5.3: Institute sollten die Aufgaben und Zuständigkeiten der ersten Verteidigungslinie in Bezug auf das Eingehen und die Steuerung von Klima- und Umweltrisiken festlegen. Kapitel 3.2.4: Die Prüfung von notwendigen Ressourcen zur Bewältigung der Mehrarbeit durch Nachhaltigkeitsrisiken sollte erfolgen. Kapitel 5.4: Unter Beachtung des Proportionalitätsgrundsatzes sollten für die Handhabung von Nachhaltigkeitsrisiken (insbes. im Risikomanagementsystem) angemessene personelle und finanzielle Ressourcen eingeplant werden. Kapitel 9.2: Das zuständige Mutter- unternehmen sollte auch entscheiden, ob eine spezielle Nachhaltigkeitseinheit auf Gruppenebene geschaffen wird. Kapitel 5.6: Bereits bei der Erstprüfung von Transaktionen mit Vertragspartnern bzw. Investitionsobjekten sollten die relevanten Informationen zu möglichen Nachhaltigkeitsrisiken der Vertragspartner bzw. der Investitionsobjekte identifiziert, analysiert und in die Entscheidungsprozesse eingespeist werden. Kapitel 5.8.1: Die Risikocontrolling-Funktion sollte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben Nachhaltigkeitsrisiken in Einklang mit ihren internen Organisationsrichtlinien (s. Kapitel 5.1) und Prozessen (s. Kapitel 5.1) bringen. Kapitel 5.8.2: Die Risikocontrolling-Funktion sollte der Geschäftsleitung vollumfänglich über Art und Umfang der erheblichen Nachhaltigkeitsrisiken intern Bericht erstatten. Kapitel 6.1.4: Zur Einbindung der Leitungsebene beim Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken sollten bestehende Eskalationsprozesse genutzt bzw. ergänzt werden. Erwartung 5.4: Institute sollten im Rahmen des bestehenden Managementsystems die Aufgaben und Zuständigkeiten der Risikomanagementfunktion bei der Ermittlung, Bewertung, Messung, Überwachung und Meldung von Klima- und Umweltrisiken festlegen. Organisationsstruktur EZB ###### BaFin Erwartung 5.5: Es ist sicherzustellen, dass aus Klima- und Umweltrisiken erwachsende Compliance-Risiken bei allen maßgeblichen Prozessen gebührend berücksichtigt und wirksam in sie integriert werden. Kapitel 5.9: Die Compliance-Funktion sollte ihre Aufgaben im Sinne der MaRisk, MaGo und KAMaRisk auch mit Blick auf die rechtlichen Anforderungen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen des Finanzsektors ausführen. Kapitel 5.10: Die interne Revision sollte im Rahmen ihrer Prüfungsaktivitäten den angemessenen und wirksamen Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen. Erwartung 5.6: Die interne Revision sollte beleuchten, inwieweit das Institut für die Steuerung von Klima- und Umweltrisiken gewappnet ist, dabei sollte auch die Angemessenheit diesbezüglicher Regelungen auf den Prüfstand gestellt werden. Organisationsstruktur Berichterstattung EZB ###### BaFin Erwartung 6: Bei ihrer internen Berichterstattung sollten Institute aggregierte Risikodaten melden, die Auskunft darüber geben, inwieweit das betreffende Institut Klima- und Umweltrisiken ausgesetzt ist. Erwartung 6.1: Institute sollten Klima- und Umweltrisiken definieren, dokumentieren und in das Rahmenwerk für die Berichterstattung integrieren, damit sie sie wirksam überwachen, steuern und das Ausmaß verringern können, mit dem sie diesen Risiken ausgesetzt sind. Erwartung 6.3: Die Risikoberichte der Institute sollten Auskunft über die Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf ihr Geschäftsmodell, ihre Strategie und ihr Risikoprofil geben. Erwartung 6.2: Institute sollten eine Anpassung ihrer IT-Systeme in Betracht ziehen, damit diese die erforderlichen klima- und umweltbezogenen Daten systematisch erheben und aggregieren können. Erwartung 6.4: Institute sollten in der Lage sein, aggregierte und aktuelle Daten zu Klima- und Umweltrisiken zeitnah zusammenzustellen. Institute sollten anpassungsfähig sein, damit sie aggregierte Daten zu Klima- und Umweltrisiken erstellen und somit unterschiedlichste Ad-hoc- Datenanfragen bedienen können. Kapitel 6.5: Im Rahmen der internen Risikoberichterstattung sollten Nachhaltigkeitsrisiken hinreichend adressiert werden. Zusätzlich sollte der Einbezug der Nachhaltigkeitsrisiken in die bestehenden Berichtswege und die Anpassung des Zeithorizontes der Berichterstattung erörtert werden. Berichterstattung Risikomanagement EZB ###### BaFin Erwartung 7: Institute sollten Klima- und Umweltrisiken als Treiber bestehender Risikokategorien in ihr bestehendes Rahmenwerk für das Risikomanagement integrieren, um sie über einen hinreichend langen Zeitraum zu steuern, zu überwachen und abzumildern, und ihre Regelungen regelmäßig überprüfen. Institute sollten diese Risiken im Rahmen ihres Gesamtprozesses zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung bestimmen und quantifizieren. Kapitel 3.3: Die Risikostrategie der beaufsichtigten Unternehmen sollte ganzheitlich auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken überprüft werden. Kapitel 6.6.1: Die Institute sollten bei der turnusmäßigen Risikoinventur auch Nachhaltigkeitsrisiken, welche die Vermögenslage (inklusive Kapitalausstattung), die Ertragslage oder die Liquiditätslage signifikant beeinträchtigen können, berücksichtigen. Werden in diesem Rahmen noch weitere wesentliche Risiken identifiziert, sollten die Vorgaben der MaRisk auch auf diese angewendet werden. Kapitel 6.6.2: Auf der Grundlage des Gesamtrisikoprofils sollte sichergestellt werden, dass die als wesentlich identifizierten Risiken einschließlich der in den verschiedenen Risikoarten erfassten Nachhaltigkeitsrisiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial, unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen, laufend abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Kapitel 6.4: Die Nutzung von verfügbaren Tools zur Risikoinventur bzw. Portfolioanalyse sollte von den beaufsichtigten Unternehmen in Erwägung gezogen werden. Diese sollen allerdings die eigene Risikobetreuung der Unternehmen nicht ersetzen. Erwartung 7.1: Institute sollten ein ganzheitliches Verständnis von den Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf bestehende Risikokategorien besitzen und dieses gut dokumentieren. Kapitel 6.6.1: Die Institute sollten bei der turnusmäßigen Risikoinventur auch Nachhaltigkeitsrisiken, welche die Vermögenslage (inklusive Kapitalausstattung), die Ertragslage oder die Liquiditätslage signifikant beeinträchtigen können, berücksichtigen. Werden in diesem Rahmen noch weitere wesentliche Risiken identifiziert, sollten die Vorgaben der MaRisk auch auf diese angewendet werden. Kapitel 3.3.2: Die Prüfung einer unternehmensspezifischen Betroffenheitsanalyse von Nachhaltigkeitsrisiken auf Risikoarten sollte erfolgen und die implizite Berücksichtigung dieser bei der Festlegung des Risikoappetits evaluiert werden. Erwartung 7.2: Institute sollten bei der Beurteilung der Wesentlichkeit von Risiken für ihre Geschäftsbereiche auf kurze, mittlere und lange Sicht Klima- und Umweltrisiken umfassend und auf das Geschäftsmodell passend berücksichtigen und Szenarien heranziehen. Außerdem sollten sie die Einschätzung der Unwesentlichkeit rechtfertigen und dabei die dieser Einschätzung zugrunde liegenden qualitativen und quantitativen Informationen ausführen und dokumentieren. Erwartung 7.3: Institute sollten die Klima- und Umweltrisiken, denen sie ausgesetzt sind, angemessen quantifizieren. Kapitel 3.3.1: Etwaige Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf verbindlich vorgegebene Kennzahlen sollten geprüft und Stresstest und Szenarioanalysen zu Nachhaltigkeitsrisiken durchgeführt werden. Kapitel 6.2.4: Die Befolgung von international anerkannten Nachhaltigkeitskriterien und ganzheitlich ausgerichteten Ansätzen sollte in Betracht gezogen werden. Erwartung 7.4: Zur Steuerung und/oder Minderung von Klima- und Umweltrisiken sollten Institute einen strategischen Ansatz verfolgen, der mit ihrer Geschäftsstrategie und ihrem Risikoappetit vereinbar ist, und ihre Regeln, Verfahren, Risikolimite und - kontrollen entsprechend anpassen. Dabei sollte das Rahmenwerk für das Risikomanagement eines Instituts konkrete Orientierungshilfen für die Umsetzung der Strategien des Instituts vorsehen. Etwaige Anpassungen der Risikopolitik sollten geprüft werden. Kapitel 6.2.1: Die beaufsichtigten Unternehmen sollten Ausschlusskriterien bzw. Limite für Investitionen für bestimmte Branchen, Regionen oder Staaten in Betracht ziehen. Kapitel 6.3.1: Zur Identifizierung und Beurteilung von Nachhaltigkeitsrisiken sollte die Nutzung von Risikoanalyse- bzw. - klassifizierungsverfahren zur Integration in bestehende Verfahren oder zur Aufstellung neuer Verfahren geprüft werden. Kapitel 6.2: Es sollten Methoden zur Steuerung und/oder Begrenzung der Nachhaltigkeitsrisiken festgelegt werden, die konsistent zur Geschäfts- und Risikostrategie sind und den beaufsichtigten Unternehmen ein angemessenes Management von Nachhaltigkeitsrisiken ermöglichen. Kapitel 6.2.2: Die beaufsichtigten Unternehmen sollten die Erstellung von Positivlisten in Betracht ziehen, um Branchen bei der Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien bevorzugt zu behandeln. Kapitel 6.2.3: Eine bevorzugte Berücksichtigung von Unternehmen, die in ihren jeweiligen Branchen besser in den gewählten Nachhaltigkeitskriterien abschneiden, sollte in Betracht gezogen werden. Erwartung 7.5: Institute sollten zu Beginn einer Kundenbeziehung und danach fortlaufend ordnungsgemäße Due-Diligence- Prüfungen zu Klima- und Umweltrisiken durchführen. Außerdem sollten Institute sich darüber im Klaren sein, welche Auswirkungen ihre Kunden auf klima- und umweltbedingte Aspekte haben, wie anfällig ihre Kunden in dieser Hinsicht sind und welchen Ansatz sie zur Steuerung dieser Auswirkungen und Risiken verfolgen. Kapitel 6.3.3: Soweit die Transaktion mit einem höheren Risiko verbunden ist, sollte eine intensivere Analyse des konkreten Geschäftsmodells vorgenommen werden. In der Risikoanalyse sollte berücksichtigt werden, dass ein Unternehmen in einem an sich kritischen Sektor aufgrund seines speziellen Geschäftsmodells einem geringeren Transitionsrisiko unterliegen kann als andere Unternehmen desselben Sektors. Kapitel 6.3.4: Das Ergebnis der Untersuchung sollte eine die Nachhaltigkeitsrisiken des Vertragspartners bzw. des Investitionsobjekts berücksichtigende Risikoeinstufung sein. Kapitel 6.3.4.1: Abhängig vom Ergebnis der Untersuchung sollte in einen Dialog bezüglich des Risikobewusstseins der Vertragspartner getreten werden. Kapitel 6.3.4.2: Falls eine Beteiligung mit Stimmrecht vorliegt, sollten diese im Sinne der berücksichtigten Nachhaltigkeitskriterien ausgeübt werden. Kapitel 6.3.4.3: Es sollten Maßnahmen zur Steuerung oder Minimierung des Nachhaltigkeitsrisikos identifiziert und entwickelt werden. Kapitel 6.3.4.4: Es sollten hierfür vertraglich vereinbarte Fortschritte festgelegt und überprüft werden. Kapitel 6.3.4.5: Es sollte eine beratende Unterstützung im Hinblick auf die Finanzierung von Investitionen zur Senkung des Nachhaltigkeitsrisikos bedacht werden. Erwartung 7.6: Institute sollten die Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf die Angemessenheit ihrer Kapitalausstattung aus ökonomischer und aus normativer Perspektive prüfen. Institute sollten die Ergebnisse dieser Bewertungen in ihren Risikoappetit, in ihre Geschäftsstrategie und ganz allgemein in ihre Entscheidungen einfließen lassen. Kapitel 6.3.4.6: Im Falle einer hohen Klassifizierung des Nachhaltigkeitsrisikos, sollte über die Ablehnung der Transaktion oder der Ausführung bis zu einem bestimmten Limit nachgedacht werden. Kapitel 6.6.2: Auf der Grundlage des Gesamtrisikoprofils sollte sichergestellt werden, dass die als wesentlich identifizierten Risiken einschließlich der in den verschiedenen Risikoarten erfassten Nachhaltigkeitsrisiken des Instituts durch das Risikodeckungspotenzial, unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen, laufend abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Kapitel 3.3.5: Es sollte eine Prüfung zu einer möglichen Optimierung der Prozesse zur Identifizierung, Messung, Steuerung und Berichterstattung der Risiken erfolgen. Kapitel 6.1.2: In regelmäßigen Abständen sollten die beaufsichtigten Unternehmen ihre Methoden und Verfahren zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Nachhaltigkeitsrisiken überprüfen. Hierbei sollten sie auch die Qualität der zugrundeliegenden Daten einbeziehen. Erwartung 7.7: Bei ihren regelmäßigen Überprüfungen sollten Institute die Angemessenheit ihrer Instrumente zur Ermittlung, Messung und Minderung von Klima- und Umweltrisiken bewerten. Institute sollten regelmäßig interne Überprüfungen durchführen, beispielsweise im Rahmen des ICAAP. Erwartung 8: Bei der Steuerung ihrer Kreditrisiken sollten Institute Klima- und Umweltrisiken bei allen relevanten Stufen des Kreditgewährungsprozesses einbeziehen und die Risiken in ihren Portfolios überwachen. Erwartung 8.1: Klima- und Umweltrisiken sollten in alle relevanten Phasen des Kreditgewährungsprozesses und bei der Kreditbearbeitung eingebunden werden. Institute sollten sich insbesondere ein Bild davon machen, inwieweit Klima- und Umweltrisiken das Ausfallrisiko von Kreditnehmern beeinflussen. Zudem sollten klimabedingte und ökologische Faktoren bewertet werden, die für das Ausfallrisiko des Kreditengagements von wesentlicher Bedeutung sind. Kapitel 10.1: Sofern ESG-Faktoren auf die Bonität eines Unternehmens bzw. das Kreditrisiko eines Finanzinstruments jedoch im Einzelfall keinen Einfluss haben, sollten sie im Rahmen des Kreditratings auch keine Berücksichtigung finden. Kapitel 6.6.3: Nachhaltigkeitsrisiken sollten auch in die Prozesse für die Kreditbearbeitung (Kreditgewährung und Kreditweiterbearbeitung) einbezogen werden. Für die Bonitätseinschätzung sollten sich die Institute ein eigenes Urteil über die Adressenausfallrisiken bilden und auch zukünftige Risiken einbeziehen, zu denen die Nachhaltigkeitsrisiken zählen. Die für das Adressenausfallrisiko eines Kreditengagements bedeutsamen Aspekte sollten herausgearbeitet und beurteilt werden. Kritische Punkte eines Engagements (wie Länder- oder Branchenrisiken) sollten hervorgehoben und ggf. unter der Annahme verschiedener Szenarien dargestellt werden. Kapitel 6.1.5: Um das Ausmaß und den Zeithorizont von Nachhaltigkeitsrisiken einschätzen zu können, sollte über die Festlegung von geeigneten Risikoindikatoren nachgedacht werden. Kapitel 6.3.2: Zur Identifizierung von Geschäftspartnern aus emissionsintensiveren Sektoren sollte die Nutzung einer „Heat Map“ geprüft werden. Das Ergebnis der Einschätzung sollte als Anhaltspunkt zur weiteren Prüfung dienen. Kapitel 10.2: Um die Nachhaltigkeit von Finanzanlagen festzustellen und daraus ggf. zusätzliche Informationen über Nachhaltigkeitsrisiken abzuleiten, sollte der Einbezug von ESG-Ratings erörtert werden. Erwartung 8.2: Institute sollten ihre Verfahren für die Risikoeinstufung anpassen, um Klima- und Umweltrisiken zu ermitteln und zumindest qualitativ zu bewerten. Institute sollten angemessene allgemeine Risikoindikatoren oder -ratings für ihre Geschäftspartner definieren. Erwartung 8.3: Institute sollten Klima- und Umweltrisiken bei der Bewertung von Sicherheiten berücksichtigen. Kapitel 10.3: Sofern möglich sollte die Etablierung und Befolgung einheitlicher Nachhaltigkeitsstandards angestrebt werden. Kapitel 10.4: Sofern ESG-Ratings zur Bewertung der Nachhaltigkeit einer Finanzanlage verwendet wird, sollte eine Plausibilisierung gemäß des Proportionalitätsgrundsatzes erfolgen. Kapitel 6.6.4: Im Rahmen der Verfahren zur Wertermittlung von Sicherheiten sollten auch wertbildende Faktoren im Hinblick auf die (künftigen) Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt werden. Kapitel 3.3.3: Die Prüfung möglicher Konzentrationsrisiken sollte erfolgen. Kapitel 9.3: Im Rahmen des gruppenweiten Risikomanagements sollte ermittelt werden, ob durch die verschiedenen Aktivitäten der gruppenangehörigen Unternehmen Nachhaltigkeitskonzentrationsrisiken entstehen Erwartung 8.4: Institute sollten die Kreditrisiken in ihren Portfolios überwachen und steuern, insbesondere durch eine Analyse der Konzentrationen auf Sektoren, geografische Gebiete und einzelne Kreditnehmer sowie durch die Festlegung von Kreditobergrenzen und durch Strategien zum Schuldenabbau. Erwartung 8.5: Die Rahmenwerke für die Preisgestaltung von Krediten sollten den Kreditrisikoappetit und die Geschäftsstrategie der Institute hinsichtlich Klima- und Umweltrisiken widerspiegeln. Das Rahmenwerk für die Preisgestaltung sollte die gewählte Risikoperspektive und -strategie abbilden. Erwartung 8.6: Bei der Preisgestaltung ihrer Kredite sollten Institute die verschiedenen Kosten berücksichtigen, die aus Klima- und Umweltrisiken entstehen. Ein Rahmen zur Kreditbepreisung, bei dem die Preise an die Merkmale des jeweiligen Kreditprodukts geknüpft sind, sollte eingeführt werden. Kapitel 6.3.5: Werden Risikoanalyse- bzw. - klassifizierungsverfahren genutzt, sollte die Risikoeinstufung in die Entscheidung über die Freigabe der Transaktion und, soweit relevant, Gestaltung der Konditionen einfließen. Erwartung 9: Institute sollten überlegen, wie Klima- und Umweltereignisse die Aufrechterhaltung ihres Geschäftsbetriebs beeinträchtigen könnten, und inwieweit die Art ihrer Tätigkeit Reputations- und/oder Haftungsrisiken erhöhen könnte. Erwartung 9.2: Institute sollten prüfen, inwieweit durch die Art ihrer Geschäftstätigkeit das Risiko negativer finanzieller Folgen aufgrund künftiger Reputationsschäden, Haftungsforderungen und/oder Rechtsstreitigkeiten steigt. Das Rahmenwerk für das Risikomanagement sollte dabei alle maßgeblichen Risiken eines Instituts einschließen. Erwartung 10: Es wird erwartet, dass Institute die Auswirkungen von klimabedingten und ökologischen Faktoren auf ihre aktuellen Marktrisikopositionen und auf künftige Anlagen fortlaufend überwachen. Ferner sollten sie Stresstests ausarbeiten, die Klima- und Umweltrisiken beinhalten. Erwartung 11: Institute mit wesentlichen Klima- und Umweltrisiken sollten die Angemessenheit ihrer Stresstests in der Absicht überprüfen, diese Risiken in ihr Basisszenario und in ihre adversen Szenarien aufzunehmen. Kapitel 5.11: Die beaufsichtigten Unternehmen sollten prüfen, welche die Fortführung von Geschäftstätigkeiten gefährden können, angemessen im Notfallmanagement berücksichtigt werden. Kapitel 7.1: Es sollte geprüft werden, ob die im Unternehmen bestehenden Stresstests Nachhaltigkeitsrisiken adäquat abbilden. Falls dies nicht gegeben ist, sollte eine Anpassung der Stresstests erfolgen. Risikomanagement Kapitel 7.2: Durch die Langfristigkeit der zu berücksichtigenden Nachhaltigkeitsrisiken sollten bei Stresstests auch Szenarien eingebunden werden, die künftige Entwicklungen berücksichtigen und ein verstärkter Einsatz von langfristigen Szenarioanalysen angedacht werden. Kapitel 7.3: Die Nutzung von Transitionsszenarien zur Bewertung von Transitionsrisiken in bestimmten Branchen sollte als zusätzliche Einschätzung von Nachhaltigkeitsrisiken in Erwägung gezogen werden. Kapitel 7.5: Die Annahmen für Stresstests und Analysen sollten unternehmensindividuell auf das Geschäftsmodell und Risikoprofil angepasst sein. Kapitel 7.6: Die Interpretation der Ergebnisse der Stresstests und Szenarioanalysen sollten kontextabhängig quantitativ und qualitativ interpretiert werden. Kapitel 7.7: Sofern sich Nachhaltigkeitsrisiken signifikant auf die bestehenden Risikoarten auswirken und zur Wesentlichkeit dieser Risikoarten im Rahmen der Risikoinventur beitragen, sollten diese bei den regelmäßig sowie anlassbezogenen Stresstests für die wesentlichen Risiken berücksichtigt werden. Erwartung 12: Institute sollten beurteilen, ob wesentliche Klima- und Umweltrisiken zu Nettomittelabflüssen oder zum massiven Abbau von Liquiditätspuffern führen könnten. Wenn ja, sollten sie diese Faktoren in die Steuerung ihres Liquiditätsrisikos und die Kalibrierung ihrer Liquiditätspuffer einbeziehen. Gemäß Artikel 86 Absatz 1 CRD müssen Institute solide Strategien, Grundsätze, Verfahren und Systeme besitzen, mit denen sie das Liquiditätsrisiko über eine angemessene Auswahl von Zeiträumen ermitteln, messen, steuern und überwachen können, damit sie stets über angemessene Liquiditätspuffer verfügen Risikomanagement Offenlegung und Auslagerung EZB ###### BaFin Erwartung 13: Für die Zwecke ihrer regulatorischen Offenlegungen sollten Institute aussagekräftige Informationen und zentrale Kennzahlen zu den Klima- und Umweltrisiken veröffentlichen, die sie als wesentlich erachten. Dabei sollten sie die „Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen: Nachtrag zur klimabezogenen Berichterstattung“ der Europäischen Kommission angemessen berücksichtigen. Erwartung 13.1: In ihren Richtlinien für die Offenlegung von Informationen sollten Institute die wichtigsten Überlegungen, auf deren Grundlage sie die Wesentlichkeit von Klima- und Umweltrisiken bewerten, darlegen. Überdies sollten sie angeben, wie häufig und in welcher Form die Informationen offengelegt werden. Erwartung 13.2: Erachtet ein Institut Klimarisiken für unwesentlich, sollte es diese Einschätzung mit den verfügbaren qualitativen und quantitativen Informationen untermauern, auf denen diese Einschätzung beruht. Offenlegung und Auslagerung Erwartung 13.3: Legen Institute Zahlen, Kennzahlen und Zielvorgaben als wesentlich offen, sollten sie Angaben zu den damit verbundenen Methoden, Definitionen und Kriterien machen oder auf sie verweisen. Institute sollten bei der Berichterstattung über ihren Beitrag zu Umweltzielen alle Geschäftsbereiche und ihre Engagements als Ganzes berücksichtigen. Institute sollten bei der Berichterstattung den Umgang der durch die Finanzierungsrichtlinie betroffenen Geschäftsbeziehungen darstellen. Erwartung 13.4: Für die Offenlegung von Klimarisiken, die in finanzieller Hinsicht wesentlich sind, sind Angaben zu den Aspekten Geschäftsmodell, Konzepte und Due-Dilligence-Prozesse, Ergebnisse, Risiken und Handhabung dieser Risiken, Leistungsindikatoren zu machen. Erwartung 13.5: Institute sollten insbesondere Angaben zu den finanzierten Scope-3-Treibhausgasemissionen der gesamten Gruppe machen. Die Institute sollten die angewandten Methoden und die zugrunde liegenden Annahmen offenlegen oder auf sie verweisen. Erwartung 13.6: Institute sollten angeben, welche KPIs und KRIs sie zur Festlegung ihrer Strategie und für das Risikomanagement verwenden, und ihre an diesen Kennzahlen gemessene aktuelle Leistung offenlegen. Erwartung 13.7: Institute sollten fortlaufend alle weiteren Informationen zu ihrem Umweltrisiko bei der Offenlegung berücksichtigen, die benötigt werden, um ihr Risikoprofil umfassend zu vermitteln. Offenlegung und Auslagerung Offenlegung und Auslagerung EZB ###### BaFin Erwartung 9.1: Institute sollten die Auswirkungen physischer Risiken auf ihren Geschäftsbetrieb im Allgemeinen prüfen; dabei sollten sie auch überdenken, wie schnell sie wieder in der Lage wären, ihre Dienstleistungen wieder zu erbringen. Kapitel 8.1: Sofern relevant, sollte der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken auch in der internen Auslagerungsrichtlinie geregelt werden. Kapitel 8.2: In die Risikoanalyse zur Identifizierung von wesentlichen Auslagerungen und der mit einer Auslagerung verbundenen Risiken sollte auch der Aspekt von Nachhaltigkeitsrisiken einbezogen werden. Kapitel 8.3.1: Sofern Risikomanagementaufgaben ausgegliedert werden, sollten Vorgaben an den Dienstleister über die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung von Nachhaltigkeitsrisiken geregelt werden. Kapitel 8.3.2: Sofern sich das beaufsichtigte Unternehmen zur Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsstandards bekennt, sollte geprüft werden, ob im Auslagerungsvertrag die Verpflichtung des Dienstleisters vereinbart wird, diese Standards ebenfalls einzuhalten. Kapitel 8.4: Soweit vorhanden, sollten Nachhaltigkeitsrisiken auch in die Organisationsrichtlinie für das zentrale Auslagerungsmanagement aufgenommen werden. Offenlegung und Auslagerung
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01/09/2024 22:02:55
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Peucker zum EZB-Zinsentscheid: EZB handelt entschlossen
„Die EZB setzt ihren Zinserhöhungsprozess entschlossen fort. Das ist nötig, denn die Inflation im Euroraum erweist sich als immer hartnäckiger“, sagt Henriette Peucker, Stellvertreterin des Hauptgeschäftsführers des Bankenverbandes, mit Blick auf die Entscheidung der EZB, die Zinsen um 75 Basispunkte heraufzusetzen. „Die viel zu hohe Teuerung belastet zusehends die Konsumnachfrage. Aber auch die Ertragsperspektiven der Firmen werden durch enorme Kostensprünge massiv beeinträchtigt. Die Zinsschritte sind das wichtigste Instrument der EZB, um gegen die aktuelle Inflationsdynamik anzugehen und das Risiko von Zweit- und Drittrundeneffekten zu begrenzen. Zudem werden sich auch die wirtschaftlichen Perspektiven im Euroraum ohne eine Trendwende bei der Inflation nicht aufhellen.“
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ChatGPT - wie nützlich ist die generative künstliche Intelligenz für Banken?
# ChatGPT - wie nützlich ist die generative künstliche Intelligenz für Banken? Wasserzeichen Digitalisierung Künstliche Intelligenz Banktechnologie 04.04.2023 Artikel Stephan Mietke background hero ChatGPT ist derzeit in aller Munde. Die vielseitigen neuen Fähigkeiten dieses Chatbots beflügeln die Fantasie, schüren aber auch Bedenken über die künftige Anwendung einer so einfach und breit nutzbaren künstlichen Intelligenz in Schule, Arbeitswelt und Wissenschaft. Da liegt die Frage auf der Hand, welche Auswirkungen der jüngste Entwicklungsschub im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz (KI) auch auf die Bankenwelt haben könnte. Doch zunächst ein kurzer Blick darauf, wie ChatGPT sich selbst beschreibt: „ChatGPT ist ein fortschrittliches KI-Modell, das von OpenAI entwickelt wurde und es Nutzern ermöglicht, auf natürliche Weise mit einem Computerprogramm zu kommunizieren. Das Modell basiert auf der bahnbrechenden GPT-Technologie (Generative Pretrained Transformer), die in den letzten Jahren in der KI-Forschung weit verbreitet ist. Mit ChatGPT können Nutzer auf verschiedene Arten kommunizieren, wie zum Beispiel durch die Eingabe von Text, Spracheingabe oder sogar durch die Verwendung von Bildern und Videos. Das Modell kann aufgrund seiner fortschrittlichen Technologie auf verschiedene Arten eingesetzt werden, wie beispielsweise für die Kundenbetreuung, den Kundensupport, die personalisierte Werbung und vieles mehr. Insgesamt hat ChatGPT das Potenzial, viele Branchen zu revolutionieren und Unternehmen dabei zu helfen, effektiver und effizienter zu arbeiten.“ Die Basis für ChatGPT ist das mächtige Sprachmodell GPT-3, das über ein tiefes neuronales Netzwerk bis zu 175 Milliarden unterschiedliche Parameter verarbeitet. Trainiert wurde das Modell auf einer enormen Datenmenge, die rund 25 Milliarden Druckseiten entspricht, bestehend aus frei verfügbaren Texten aus dem Internet und aus Büchern. Damit übersteigt es um den Faktor 20 alle bisher dagewesenen trainierten Sprachmodelle. Die jüngst eingeführte Evolutionsstufe GPT-4 soll auf 100 Billionen Parametern basieren und damit in Logik und Sprache noch menschenähnlicher funktionieren, auch Bilder beschreiben und sogar Humor erkennen können. Da das System im Wesentlichen auf Statistik beruht und anhand von Wahrscheinlichkeiten zwischen Wortzusammenhängen die Inhalte generiert, kommt es vor, dass der Algorithmus Tatsachenbehauptungen erfindet und als Fakten darstellt. Diese und weitere unerwünschte Effekte versucht man durch aufwendiges manuelles Training des Modells zu minimieren. Neben OpenAI, an dem Microsoft beteiligt ist, haben Google und Meta mit „Bard“ bzw. „LLaMA“ vergleichbare Chatbots auf Basis großer Sprachmodelle entwickelt. Auch in Europa gibt es insbesondere von deutscher Seite Initiativen zur Entwicklung großer Sprachmodelle, um international nicht den Anschluss zu verlieren. # Wie und wo können Banken und ihre Kunden von dieser Entwicklung profitieren? Bereits heute findet die KI-basierte Sprachverarbeitung (Natural Language Processing) vielfältige Anwendung im Banking, so zum Beispiel bei der Unterstützung im Kundenservice, der Auswertung von öffentlicher Berichterstattung in Echtzeit (News Analytics) oder bei Dokument- bzw. Vertragsanalysen im Rahmen von Due-Diligence-Prozessen. Diese Fähigkeiten ließen sich durch große Sprachmodelle noch deutlich steigern. Zudem kämen weitere Anwendungsfelder in Betracht, die ein größeres Textverständnis und kreative Formulierungsfähigkeiten erfordern, wie zum Beispiel die Erstellung von internen Analysen und Zusammenfassungen oder das Entwerfen von Inhalten und Texten für Produktbeschreibungen oder Werbekampagnen in den Bereichen Marketing und Vertrieb. Unterschiedlichste Arbeitsaufträge wie eine Recherche oder das Erstellen eines Strukturierungsvorschlages könnten zukünftig an die Sprach-KI gerichtet werden und das in natürlicher Sprache, quasi wie eine E-Mail an einen Mitarbeitenden. Die Sprachfähigkeiten generativer KI-Modelle könnten auch für Programmieraufgaben genutzt werden, womöglich sogar zur Pflege oder Migration von bestehenden Legacy-Systemen auf aussterbenden Programmiersprachen wie Cobol, die heute nur noch wenige IT-Fachkräfte beherrschen. Auch wenn das letztes Beispiel noch praxisfern scheinen mag, verdeutlicht es doch das breite Anwendungspotenzial dieser Technologie. Experten schätzen, dass generative AI-Modelle Effizienzgewinne um den Faktor 2-10 für normale Büroarbeiten realisieren können. Im direkten Kontakt mit dem Kunden dürften die Einsatzmöglichkeiten von ChatGBT oder vergleichbaren Text-Robotern hingegen auf kurze Sicht noch begrenzt sein. Denn in der unmittelbaren Kundenkommunikation muss sichergestellt sein, dass Aussagen oder gar Empfehlungen sachlich korrekt, intern nachvollziehbar und ethisch unangreifbar sind. Alles andere hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Qualität der Bankdienstleistung und damit die Kundenzufriedenheit. Es könnten sich zudem erheblich Haftungs- und Reputationsrisiken für Banken ergeben, wenn die generative KI ohne zusätzlichen Filter oder menschliche Kontrolle im Kundenumfeld agiert. # Welche Herausforderungen müssen noch überwunden werden? Zwar haben die Entwickler von ChatGPT aus Schwächen früherer Chatbots gelernt und die KI darin trainiert, ethische Werte zu respektieren und eine missbräuchliche Nutzung weitestgehend auszuschießen. Dies ist für den Erfolg und die Akzeptanz im privaten wie geschäftlichen Kontext heute unverzichtbar. Dennoch können solche Effekte nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Bei ChatGPT, wie generell beim Einsatz von KI, stellt sich auch für Banken die bislang unbeantwortete Frage, wer letztlich die Verantwortung trägt, wenn es zu Schäden oder zur Verletzung von Rechten kommt. Dies gilt in besonderem Maße für sogenannte General Purpose AI, also Allzweck-KI-Systeme, die zweckunspezifisch entwickelt wurden und für vielfältige Aufgaben einsetzbar sind. Bisher ist dies rechtlich noch ein Graubereich, der durch Gesetzgebung und Rechtsprechung noch zu konkretisieren ist. So arbeitet der europäische Gesetzgeber mit dem AI Act und dem Richtlinienvorschlag zur KI-Haftung an gesetzlichen Regelungen, die vor allem für Hoch-Risiko-KI-Anwendungen offene Haftungsfragen klären und mehr Vertrauen bei den Nutzern und Betroffenen schaffen sollen. Dies soll über die Erfüllung und den Nachweis bestimmter Mindestanforderungen unter anderem zu Transparenz, Cybersicherheit und Risikomanagement erreicht werden. Mit dem öffentlichen Hype um ChatGPT wurden nun auch Allzweck-KI-Systeme stärker in den Fokus genommen. Es bleibt zu hoffen, dass hierdurch mehr Rechtssicherheit für Banken und andere Anwender von KI geschaffen wird, auch wenn derzeit noch offen ist, wie eine verantwortungsgerechte Risikoverteilung genau aussehen kann. Unabhängig davon ist es im Finanzsektor gelebte Praxis, alle Risiken für die Bank zu identifizieren, laufend zu überwachen und zu steuern. Dies gilt auch heute schon für den Einsatz von KI-Systemen im Bankbetrieb. Das Risikomanagement muss den Vorgaben der Bankenregulierung folgen und sich hierbei der Kontrolle durch die Bankenaufsicht stellen. Insofern obliegt es dem Bankensektor bereits heute, KI-Anwendungen verantwortungsvoll einzusetzen, sei es im unmittelbaren Kundenkontakt oder im internen Risikomanagement. ## Fazit Im Ergebnis versprechen sogenannte große Sprachmodelle, wie sie bei ChatGPT herangezogen werden, Potenziale für die Realisierung von Produktivitätssteigerungen gerade auch im Bankensektor. Eine weitreichende Anwendung in Kundenprozessen und in Bereichen mit speziellen Risiken dürfte angesichts des aktuellen Reifegrades und des unsicheren rechtlichen Umfeldes allerdings noch mit einem deutlichen Fragezeichen versehen sein. Die hohe Dynamik der technologischen Weiterentwicklungen lässt jedoch deutliche Fortschritte im Hinblick auf Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit – Stichwort „Explainable AI“ – in nicht allzu ferner Zukunft erwarten. Damit werden generative KI-Anwendungen weiter an Relevanz und Praxistauglichkeit hinzugewinnen. # Juliane Weiß background hero Pressesprecherin für Regulierung der Finanzmärkte, Einlagensicherung, Finanzbildung, Steuern, Geldwäsche und Finanzfritzen/Instagram +49 30 1663-1514 E-Mail senden
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Geld nachhaltig anlegen: Darauf müssen Sie achten
# Geld nachhaltig anlegen: Darauf müssen Sie achten Wasserzeichen Verbraucher Geldanlage Nachhaltigkeit 14.12.2023 Artikel Kathleen Altmann background hero Rund die Hälfte der Deutschen (49 %) weiß, was sich hinter dem Begriff „nachhaltige Geldanlage“ verbirgt, ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage des Bankenverbandes. Der Anteil der Befragten, die bereits nachhaltig investiert sind, liegt nach der Studie dagegen nur bei 10 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten, die wissen um was es geht, aber noch keine nachhaltige Geldanlage nutzen, kann sich gut vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Gehören Sie auch dazu? Worauf sollten Sie dann achten und wie erkennen Sie, ob Sie tatsächlich „grün“ investieren? # Produktbezeichnung kann irreführend sein Wenn Sie sich für grüne Geldanlagen interessieren, wollen Sie Ihr Geld in Unternehmen, Projekte oder Fonds investieren, die vorrangig auf Umwelt-, Natur- und Klimaschutz setzen. Eine erste Annäherung auf Ihrer Suche nach der passenden Anlage könnte der Name eines Produkts sein. Achten Sie darauf, ob in der Produktbeschreibung oder im Namen Abkürzungen, wie „SRI“ oder „ESG“ zu finden sind. SRI steht dabei für sozial verantwortliche Investitionen (Socially Responsible Investment), ESG für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance). Wie „grün“ Ihre Anlagemöglichkeit wirklich ist, können Sie am ehesten anhand der Daten in den Produktinformationsblättern herausfinden. Hier können Sie überprüfen, ob die Strategie des Anlageproduktes mit Ihrer Vorstellung von Nachhaltigkeit übereinstimmen. # Breit gestreute Anlagemöglichkeiten Das Angebot an grünen Anlagen ist groß. Wer sein Geld „grün“ anlegen möchte kann dies unter anderem in Aktien, Aktienfonds, ETFs oder Anleihen investieren. Sie können beispielsweise Aktien von Unternehmen erwerben, die sich besonders aktiv für Umweltschutz und soziale Verantwortung einsetzen. Informationen darüber, wie nachhaltig ein Unternehmen arbeitet finden Sie im Nachhaltigkeitsreport des Unternehmens (auch nicht-finanzieller Bericht genannt). Eine weitere Anlagemöglichkeit sind Fonds , die nachhaltig ausgerichtet sind, also z.B. in Unternehmen oder Projekte mit umweltfreundlicher oder sozialförderlicher Ausrichtung investieren. Solche Fonds werden häufig als "nachhaltige Fonds", "ethische Fonds" oder "ESG-Fonds" bezeichnet. „Grüne“ ETFs (börsengehandelte Indexfonds) investieren ebenfalls in nachhaltige Anlagen. Sie funktionieren wie andere ETFs, bilden also einen Index nach. In den dazugehörigen Produktinformationsblättern finden Sie eine genaue Aufschlüsselung, welche Unternehmen bzw. Anlageklassen Bestandteil des Fonds bzw. ETF sind. Hier finden Sie auch Angaben darüber, wie nachhaltig die Strategie des Fonds bzw. ETF ist. Unternehmen, staatliche Stellen und Organisationen emittieren zudem „nachhaltige“ Anleihen , um sich über diesen Weg Kapital für umweltfreundliche Projekte zu beschaffen. Anleihen funktionieren ähnlich wie Kredite: Wenn Sie grüne Anleihen kaufen, finanzieren Sie diese Projekte und erhalten Zinsen sowie zum Ende der Laufzeit eine Rückzahlung. Auch hier gilt: Höhere Zinsen sind oftmals mit höherem Risiko verbunden. # Langfristige Anlage und breite Streuung senken das Verlustrisiko Je langfristiger Sie anlegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine solide Rendite erwirtschaften können. Bei Aktienfonds und ETFs ist über einen Anlagehorizont von zehn bis 15 Jahren eine durchschnittliche Rendite von sechs bis neun Prozent möglich. Dabei können Geldanlagen mit Nachhaltigkeitscharakter genauso rentabel wie andere, nicht nachhaltige Fonds-Investments sein. Wichtig ist, dass Sie sich möglichst breit aufstellen. Legen Sie daher nicht alle Eier in einen Korb: Wenn Sie Ihre Anlage also auf mehrere Vermögenswerte verteilen, senken Sie Ihr Verlustrisiko. Ziehen Sie daher in Betracht, in mehrere Anlageklassen zu investieren, wie zum Beispiel nachhaltige Aktien, Fonds und grüne Anleihen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie am besten nachhaltig investieren können, lassen Sie sich von Ihrer Bankberaterin oder Ihrem Bankberater darin unterstützen, die für Sie passende Geldanlage zu finden.
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Bye-bye, Bargeld? In den USA sind Karten Zahlungsmittel Nummer eins
# Bye-bye, Bargeld? In den USA sind Karten Zahlungsmittel Nummer eins Wasserzeichen Bargeld 01.02.2018 Artikel Sylvie Ernoult Kathleen Altmann background hero Unsere Serie dreht sich um das bargeld- und kontaktlose Zahlen auf der ganzen Welt – mit zum Teil überraschenden Erkenntnissen. So ist in Afrika das Zahlen per Handy weit verbreitet, während in skandinavischen und asiatischen Ländern die Reduzierung des Bargelds im Fokus steht. Der vierte Teil unserer Serie führt in die USA. Ob Technik, Medizin oder Musik: Viele Trends kommen aus den USA – die Vereinigten Staaten scheinen meist einen Schritt voraus zu sein. Ist das beim bargeld- und kontaktlosen Zahlen ebenso? Wer schon mal in New York oder Los Angeles war, der weiß, dass viele dort selbst für einen Schokoriegel im Wert von 80 Cent gern die Kreditkarte zücken. Diese Art des Zahlens hat Vorteile – nicht nur, weil es zeitaufwendiges Wühlen nach Münzen vermeidet, sondern auch wegen der komplizierten Preisgestaltung. In den Vereinigten Staaten wird die Mehrwertsteuer erst beim Bezahlen hinzugerechnet, die Preisangaben sind dementsprechend überall mit Nettowert angegeben. Zudem gelten nicht nur je nach Staat verschiedene Sätze für die „Sales Tax“, sondern mitunter auch noch lokale Sonderabgaben. Das macht es noch schwerer, vor der Kasse schon den Barbetrag für ein Kaugummipäckchen zusammenzusuchen. # Visa will Bargeld noch weiter zurückdrängen Darüber hinaus hat das bargeldlose Bezahlen viele mächtige Unterstützer: Im Sommer 2017 startete der Kreditkartenanbieter Visa die Initiative „Cashless Challenge“. Das Unternehmen zahlt Prämien an Bars, Restaurants, Cafés und Foodtrucks, wenn sich diese verpflichten, keinerlei Bargeld mehr von Kunden anzunehmen. Die US-Gesetze versalzen den Plan jedoch. Denn dort ist geregelt, dass man Schulden jederzeit mit offiziellen Zahlungsmitteln, also auch Bargeld, begleichen kann. Geht das Restaurant mit der Zubereitung des Essens in Vorleistung, muss der Gast am Ende diese Schuld begleichen. Somit hat er das Recht, dies auch bar zu tun. Nichtsdestotrotz sind Kartenzahlungen im Vergleich zu vielen anderen Ländern extrem verbreitet. So wurden in den USA 2015 rund 3,1 Billionen US-Dollar (umgerechnet etwa 2,5 Billionen Euro, Zahlen laut US Census Bureau und Nilson Report ) mit Kreditkarten beglichen. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Jahr „nur“ 85 Milliarden, so eine Studie der Bundesbank . Pro Kopf gerechnet sind die Kreditkartenumsätze eines US-Amerikaners damit im Schnitt mehr als siebenmal so hoch wie die eines Menschen hierzulande. Vergleichsweise geringe Summen (umgerechnet 33 Milliarden Euro ) wurden 2016 in den USA noch per Smartphone bezahlt. Dass Mobile Payment Zukunft hat, zeigen jedoch die neuesten Zahlen: 2017 hatte sich die Summe gegenüber dem Vorjahr bereits auf umgerechnet rund 65 Milliarden Euro verdoppelt. Derzeit nutzen knapp 50 Millionen Menschen in den USA mobile Bezahlmethoden, das entspricht 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: In China sind es bereits 20 Prozent, in Deutschland keine 2 Prozent . # Zersplitterter Markt beim digitalen Zahlen Anders als in den meisten asiatischen Ländern nutzen US-Amerikaner oftmals Shop-eigene Apps , beispielsweise von Wal-Mart, Starbucks oder McDonald’s. Unter den Angeboten der großen Tech-Firmen liegt laut einer repräsentativen Umfrage PayPal ganz weit vorne. 76 Prozent der Befragten setzen auf die App. Abgeschlagen auf Rang zwei: Amazon Payments (24 Prozent). Google Wallet, Apple und Android Pay liegen alle nur bei etwa zehn Prozent.  Mehrfachnennungen waren bei der Umfrage möglich. Der Markt ist also deutlich zersplitterter als etwa bei den nordeuropäischen Vorreitern Schweden und Dänemark – und insgesamt haben die USA beim kontaktlosen Zahlen durchaus noch Nachholbedarf.
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Microsoft PowerPoint - Kapitalmarktunion 2020_19_2_2020.pptx
# Kapitalmarktunion 2020 Vorschläge des Bankenverbandes Christian Ossig, Miye Kohlhase, Hendrik Hartenstein | Frankfurt/M. | 19.2.2020 Wir brauchen eine Kapitalmarktunion, weil… Die Kapitalmarktunion  ist eine notwendige Antwort auf den sich ändernden Finanzierungsbedarf der Wirtschaft (Innovation, Digitalisierung, Internationalisierung)  ermöglich es den Bürgern, am Wachstum in Europa direkt zu partizipieren (vor dem Hintergrund Niedrigzinsen und demographischer Veränderungen)  stärkt durch Risikoverteilung die Finanzmarktstabilität in Europa  stärkt Europas globale Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität. ## 2 19.09.2019 Bundesverband deutscher Banken Banken bringen Emittenten und Anleger zusammen ### Finanzierung über den Kapitalmarkt InItnetremremdeidäiräer e BaBnaknekne n alasl s zeznetnrtarlael e SeSrevrivciecdeideinesnts-t - leliesitsetre r #### AnAlnelgeegre r GeGbeebne n KaKpaiptiatla l BeBneöntöitgiegne n AnAlnelgeegresrcshcuhtuzt z ##### EmEimtittetnetnetne n SuScuhcehne n KaKpaiptiatla l WoWlollelne n brberietietne n ZuZguagnagn g Rechtliche Rahmenbedingungen: EU-weit einheitlich, transparent, effizient und verlässlich  Wettbewerb  Effizienz  Marktlösungen ###### 3 19.09.2019 Bundesverband deutscher Banken 8 konkrete Vorschläge ###### 1. Effizientere EU-Wertpapiermärkte Der Handel mit Kapitalmarkt- produkten wird begleitet vom „Nachhandel“: die Abwicklung, Verwahrung und Verwaltung von Kapitalmarktprodukten. Der Nachhandel unterliegt national gewachsenen Regeln (Gesellschafts-, Wertpapier-, Insolvenzrecht, Steuergesetze, Regulierung). Diese Fragmentierung besteht fort, verursacht Ineffizienzen zulasten der Anleger und der Emittenten und sollte weiter abgebaut werden. Innerhalb der EU darf es keine Hemmnisse bei Nachhandels- aktivitäten geben. Grenzüberschreitende Investitionen in Wertpapiere sollten für die Anleger so bequem und kostengünstig sein wie im Inland. Emittenten sollten leichteren Zugang zu Investoren außerhalb des eigenen Mitgliedsstaats erhalten. ###### Die Effizienz der Prozesse soll gesteigert werden. 2017 hat die von der EU- Kommission eingesetzte Expertengruppe „European Post Trade Forum“ (EPTF) die Harmonisierungsfortschritte bewertet und Lösungsvorschläge vorgelegt, mit denen sich bestehende Hürden überwinden lassen. ###### Die Marktinfrastrukturen würden effizienter und robuster gestaltet. Bankenverband spricht sich für Priorisierung bestimmter Maßnahmen aus. EU-weit einheitliche Prozesse in der Handelsabwicklung und Wertpapierverwaltung ###### 2. Insolvenzrecht gezielt harmonisieren ###### Hürde Trotz der EU-Finanzsicherheiten- richtlinie (FCD) herrscht Rechts- unsicherheit über die Verläss- lichkeit der rechtlichen Aner- kennung üblicher Finanzsicher- heiten. Die effektive Risikobegrenzung insbesondere im Insolvenzfall ist dadurch beeinträchtigt. ###### Zielvorstellung In einer funktionierenden Kapitalmarktunion müssen sich alle Marktteilnehmer auf die rechtliche Wirksamkeit von Sicherheiten- und Netting- vereinbarungen bei grenz- überschreitenden Transaktionen verlassen können. ###### Maßnahme Klarstellung und Ergänzung auf EU- und nationaler Ebene zwecks rechtlicher Vereinheitlichung, damit auch bei grenzüberschrei- tenden Transaktionen Recht- sicherheit besteht. ###### EU-weit einheitliche rechtliche Beurteilung von Sicherheiten- und Netting-Vereinbarungen Bundesverband deutscher Banken ###### 3. Anlegerschutz mit Augenmaß Einige der EU-Regeln MiFID II und PRIIP haben negative Auswirkungen auf die Kapitalmarktaktivitäten: Institute haben ihre Produkt- und Dienstleistungsangebote deutlich reduziert, ###### Kunden sind über die Flut an Pflichtinformationen frustriert, Unternehmensanleihen werden z.B. nicht mehr an Kleinanleger vertrieben, obwohl geeignet, unterschiedliche Regelungen zur Kostentransparenz verwirren Kunden und verursachen Ineffizienz. Anlegerschützende Vorgaben müssen konsistent, klar und für den Anwender unmiss- verständlich sein. Anlegerschutzvorgaben für professionelle Anleger sollten sich von solchen für Kleinanleger unterscheiden dürfen. Anleger und Emittenten sollen – unter Wahrung beiderseitiger Interessen – leichter zusammen finden. Bestimmte Vorgaben in der PRIIP- Verordnung und MiFID II sollten überarbeitet/korrigiert werden: der Anwendungsbereich der PRIIP-Verordnung sollte konkretisiert werden, die Regulierung sollte die Duplizierung der Angaben zu den Produktkosten vermeiden, die differenzierte Behandlung von Kunden aufgrund ihrer unterschiedlichen Kenntnisse und Erfahrungen sollte grundsätzlich möglich sein. Korrekturen, damit Anleger für sie geeignete Produkte weiterhin erwerben können ###### 4. Verbriefungsmarkt stärken Die in Teilen zu scharfe EU- Regulierung (z.B. EK-Unter- legung) hat hochwertige Verbriefungstranchen gegenüber vergleichbaren Instrumenten (wie z.B. dem Covered Bond) benachteiligt. Der Verbriefungs- markt in Europa hat dadurch gelitten. Verbriefungen ermöglichen es, die in Europa stark kredit- getriebene Finanzierung der kleinen und mittelständischen Unternehmen an den Kapitalmarkt zu bringen und die Risiken besser zu verteilen. Eine risikosensitivere Regulierung ist nötig – unangemessen harte Vorgaben gefährden das Instrument zulasten der Finanzierung der Wirtschaft. Eine grundsätzliche Überarbeitung des gerade implementierten Regelwerkes, sollte vermieden werden. Anpassungen sind aber nötig: Mindestrisikogewichte absenken (für hochwertige Tranchen, für NPL, auch für Versicherungen als Investoren), ###### Anerkennung der Liquidität hochwertiger STS-Verbriefungen, Reduzierung der Offenlegungs- pflichten bei privaten Verbriefungen, Einbeziehung von Syntheten in das STS-Rahmenwerk. Verbriefungsregulierung anpassen, um das Produkt nicht zu benachteiligen ###### 5. Sandboxes schaffen Digitale Finanzinnovationen bedürfen einer schnellen Klärung der anwendbaren Vorschriften. Sandboxes bieten die Möglichkeit durch engen Austausch zwischen Aufseher und Innovator schnell Rechtssicherheit herzustellen. ###### Allerdings gibt es in der EU nur sehr wenige Sandboxes. Aufgrund zu weniger nationaler Sandboxes gibt es auch keine echte europäische Abstim- mung und kein Level Playing Field. Im ersten Schritt: Möglichst viele Mitgliedsstaaten sollten eine Sandbox einrichten, und diese sollten sich untereinander eng koordinieren. Im zweiten Schritt: Eng begrenzte Ausnahmen von Regulierung zur Erprobung von Produkten in Erwägung ziehen. Langfristig sollte dazu über eine europä- ische Sandbox nachgedacht werden, denn nationale Ausnahmen von der EU-Regulierung sind nicht möglich und wären auch nicht sinnvoll. Im ersten Schritt: Schnelle Rechtssicherheit durch engen Austausch zwischen Aufseher und Innovator darüber, welche Regeln für neue Geschäftsmodelle Anwendung finden. Im zweiten Schritt: Schaffung von Experimentierräumen, in denen Regeln eng begrenzt ausgesetzt werden können, um Geschäfts- modelle zu erproben. ###### Aufbau weiterer Sandboxes in EU zur effizienten Entwicklung digitaler Geschäftsideen Bei ihren grenzüberschreitenden Tätigkeiten stoßen Unternehmen (auch Banken) in der EU nicht nur auf unterschiedliche Besteuerung, sondern auch auf unterschiedliche Steuerbemessungsgrundlagen. Dies führt zu Ineffizienz und Wettbewerbsnachteilen. Vorschläge der KOM zur Harmo- nisierung wurden nur vom EP, nicht aber vom Rat unterstützt und daher bislang nicht umgesetzt. In steuerlicher Hinsicht sollten die – grenzüberschreitend tätigen - Unternehmen/Banken in der EU möglichst einheitlichen Wett- bewerbsbedingungen unterliegen. ###### 6. Steuerbemessungsgrundlage angleichen EU-weite Angleichung der Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage Schon eine Vereinheitlichung der Steuerbemessungsgrundlagen würde die Besteuerung in der EU verzerrungsfreier, gestaltungs- resistenter und damit gerechter machen. Die Mitgliedsstaaten sollten die Vorschläge der KOM aus 2018 umsetzen. ###### 7. Finanztransaktionssteuer absagen Hürde Die Einführung (im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit) einer FTT auf Aktien kapitalstarker börsen- notierter Unternehmen würde die gesamte Wirtschaft vom Unternehmen bis zum Kleinanleger treffen. Diese FTT konterkariert die Schaffung zusätzlicher privater Altersvorsorge. Sie behindert börsennotierte Unternehmen bei der Eigenkapitalaufnahme durch Ausgabe von Aktien, benachteiligt Kapitalmärkte in der EU, führt zu Wettbewerbsverzerrungen und fördert die Abwanderung der Geschäfte in Finanzmärkte ohne FTT. ###### Keine Einführung einer FTT ###### Zielvorstellung Der Aufbau einer Kapitalmarkt- union darf durch die Einführung einer FTT nicht torpediert werden. Bundesverband deutscher Banken ###### 8. Umsatzbesteuerung von Finanzdienstl. überarbeiten Finanzdienstleistungen (z.B. Kredite) sind in der EU zwar umsatzsteuerbefreit – die EU- Richtlinie ist aber veraltet (u.a. Definition von FDL) und wird von den Mitgliedsstaaten unterschied- lich angewendet. Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU, aber auch Nachteile im globalen Wettbewerb beinträchtigen den europäischen Kapitalmarkt. Die EU benötigt einen einheit- lichen, modernen Rechtsrahmen, der Rechtssicherheit schafft und der eine umsatzsteuerliche Gleichbehandlung der Finanzdienstleistungen von Banken und FinTechs sichert. Die von der Kommission im Juni 2019 vergebene „Studie zur Überprüfung der Mehrwertsteuer- vorschriften für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ soll ihre Ergebnisse im Juli 2020 vorlegen. Im Anschluss sollte die KOM erneut einen Vorschlag zur Überarbeitung der Umsatz- besteuerung von Finanzdienst- leistungen vorlegen. Überarbeitung, damit die Wettbewerbsfähigkeit in globalen Finanzmärkten gesichert wird
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DK: Aktive Beteiligung an Diskussion zum Digital Finance Package
# DK: Aktive Beteiligung an Diskussion zum Digital Finance Package Wasserzeichen Deutsche Kreditwirtschaft Zahlungsverkehr Regulierung 24.09.2020 Presseinformation Cornelia Schulz Steffen Steudel 4 background hero Die Europäische Kommission hat heute ihr Digital Finance Package mit den Unterdossiers Digital Finance Strategy, Retail Payments Strategy, einem Legislativvorschlag zu Kryptoassets und einem Legislativvorschlag zur Digital Operational Resilience im Finanzsektor veröffentlicht. Sobald die EU-Kommission weitere Einzelheiten bekannt gibt, müssen die umfangreichen Themenfelder in den kommenden Wochen umfassend analysiert und bewertet werden. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) wird sich in den jeweiligen Diskussionsprozessen aktiv einbringen. # Digital Finance Strategy Die DK begrüßt die Initiative der Europäischen Kommission zur Schaffung und Umsetzung einer neuen digitalen Finanzstrategie Europas. Es bestätigt die große Bedeutung der Digitalisierung im Finanzsektor, die nicht zuletzt in der Covid-19-Krise sichtbar geworden ist. Das von der EU-Kommission vorgestellte Vier-Prioritäten-Rahmenwerk deckt im Wesentlichen wichtige Handlungsfelder der digitalen Transformation des EU-Finanzsektors ab. Dabei beschreitet die EU-Kommission den richtigen Weg, bei der Realisierung digitaler Finanzdienstleistungen auf starke europäische Markteilnehmer zu setzen. Die DK unterstützt zudem das Ziel der EU-Kommission, grenzüberschreitende innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Es sei dabei sicherzustellen, dass sich die Aufsichtspraktiken und EU-Gesetzgebungsverfahren weiterhin am Leitgedanken der Technologieneutralität orientieren. Dieser Ansatz einer technologieneutralen Regulierung ist richtig, um angemessene Regeln auch auf zukünftige Technologien anwenden zu können. Das Bekenntnis der Kommission zum Prinzip „Gleiches Geschäft, gleiche Risiken, gleiche Regeln“ ist ausdrücklich zu begrüßen. Angesichts der zunehmenden Aktivitäten von Technologieunternehmen im Finanzsektor ist die Schaffung eines Level Playing Field mit Banken von besonderer Bedeutung. Hier ist ein ganzheitlicher Regulierungsansatz geboten. Es sei wichtig, die Fragmentierung des europäischen Binnenmarktes aufzuhalten. Die DK befürwortet daher die Schaffung einer europaweiten rechtlichen Interoperabilität digitaler Identitäten, insbesondere auch im nationalen Recht. # Retail Payments Strategy Aus Sicht der DK sollte die künftige Retail Payments Strategy vor allem europäische Marktinitiativen unterstützen. Der derzeitige Rechtsrahmen für Zahlungsdienste, wie die Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) und die SEPA-Verordnung, bieten bereits eine angemessene Rechtsgrundlage für die wettbewerbsorientierte Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs. Der Gesetzgeber sollte darauf achten, dass rechtliche Änderungen die Gestaltungsfreiheit für Produkte nicht weiter einschränken, um die Rahmenbedingungen der Marktinitiativen und somit den Erfolg gemeinsamer europäischer Lösungen nicht zu gefährden. Innovationen, wie die sekundenschnelle Echtzeit-Überweisung („Instant Payments“) in Ergänzung zu den bestehenden klassischen Zahlungsinstrumenten, werden vom Markt und den Kunden gut angenommen. Neue Lösungen und Dienste, die darauf aufbauen, werden aktuell von der europäischen Kreditwirtschaft entwickelt. # Kryptoassets Der Vorschlag für eine Verordnung über Märkte für Kryptowerte ist ein wichtiger erster Schritt. Hierdurch wird klar, dass Kryptoassets nicht außerhalb der Rechtsordnung stehen, sondern ebenso wie Vermögenswerte in der nicht-digitalen Welt gesetzlichen Regelungen unterliegen. Für die europäische Finanzmarktstabilität ist insbesondere wichtig, dass auch für digitale Werte vergleichbare aufsichtsrechtliche Regeln gelten wie für nicht-digitale Assets. Die Schaffung eines Rechtsrahmens ist zu begrüßen. Über die Einzelheiten des Entwurfs wird noch zu diskutieren sein. # Digital Operational Resilience im Finanzsektor Initiativen in Richtung europaweit einheitlicher IT-Sicherheitsstandards und Harmonisierung der Aufsichtspraktiken sind ein notwendiger und wichtiger Schritt. Die geplanten Regelungen zur Digital Operational Resilience erscheinen sehr umfangreich und sehen zahlreiche Draft Technical Standards durch die ESAs vor, so dass eine hohe Regelungsdichte zu erwarten ist. Aus Sicht der DK sollten die Regelungen spezifisch vor dem Hintergrund des Harmonisierungsziels entwickelt werden und einen Rahmen setzen, der weiterhin für alle Akteure im Finanzmarkt Handlungsspielräume erhält. Es sollten keine ergänzenden Anforderungen, die über den bereits hohen Regulierungsstandard der Banken hinausgehen, entwickelt werden.
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Dr. Hilmar Zettler
E-Mail senden +49 30 1663 2500 # Artikel von Dr. Hilmar Zettler ## 25 Jahre Entschädigungseinrichtung deutscher Banken background hero 14.12.2023 Presseinformation
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25. März 2019 Dr. Uwe Gaumert Telefon: +49 30 1663- 2150 Telefax: +49 30 1663- 2199 uwe.gaumert@bdb.de # Ergebnisse der BdB-Auswirkungsstudie zur europäischen Umsetzung von Basel IV-Auswirkungen auf ausgewählte Kreditportfolios Executive Summary und Kernbotschaften Der Bankenverband hat eine quantitative Erhebung der Auswirkungen von Basel IV für vier ausgewählte Kreditportfolios durchgeführt, an der neun Mitgliedsinstitute des Bankenverbandes teilnahmen. Darunter waren sechs große Banken, die allesamt zu den größten privaten Banken in Deutschland gehören und die unter der direkten Aufsicht des SSM stehen (SI) sowie drei kleinere Institute, die indirekt vom SSM beaufsichtigt werden (LSI). Alle sechs großen Institute wenden den fortgeschrittenen IRB-Ansatz (A-IRBA) an. Aufgrund ihrer Größe, ihrer Geschäfts- modelle (u. a. Universalkreditinstitute mit breitem Kundengeschäft, Spezialkreditinstitute für Immobilienfinanzierungen) und ihrer geographischen Ausrichtung repräsentieren sie ein breites Spektrum von Firmen- und Privatkundenbeziehungen in Deutschland. Wir gehen deshalb davon aus, dass sowohl für Unternehmens- als auch für Retailforderungen (Privatkunden) eine sehr gute Marktabdeckung für den deutschen Markt gegeben ist. Vor dem Hintergrund der anstehenden Überführung in europäisches Recht hat die EBA mit dem Call for Advice (CfA) bereits im Sommer 2018 eine erste umfangreiche Auswirkungsstudie durchgeführt. Die von den europäischen Aufsichtsbehörden im vierten Quartal 2018 qualitäts- gesicherten CfA-Templates (EU Credit Risk SA und IRB) der teilnehmenden Banken bilden auch die Datengrundlage für die Auswirkungsstudie des Bankenverbandes. Die Analyse beruht also auf realen Portfoliodaten der teilnehmenden Banken und ist damit besonders aussagekräftig. Analysiert wurden die Portfolios  Retail - Private Baufinanzierungen (RRE, Residential real estate)  Spezialfinanzierungen/Projektfinanzierungen - Income-producing real estate (IPRE)  Retail – Andere Retailforderungen (Raten- und Dispositionskredite von Privatkunden, Kreditkartenforderungen an Privatkunden, sowie unbesicherte sonstige Privatkunden-Kredite)  SME-Finanzierungen innerhalb der Assetklasse Unternehmen Portfolioübergreifende Ergebnisse  Bei allen ausgewählten Portfolios führt der Output-Floor zu gravierenden Erhöhungen der Kapitalanforderungen. Diese Erhöhungen sind aus Risikosicht nicht gerechtfertigt. Insbeson- dere ist dies festzuhalten bei Portfolios mit besonders guter empirischer Datenbasis und mit Verlustrisiken in Deutschland auf dauerhaft niedrigem Niveau, etwa bei der privaten Baufinanzierung. Hier muss unbedingt die Wirkung des Output-Floors deutlich gemildert werden.  PD-Input-Floors haben in den ausgewählten Teilportfolien in der Regel nur eine geringe Wirkung und sind damit hier als unkritisch anzusehen.  LGD-Input-Floors entfalten ihre Wirkung zum Teil. Sofern dies der Fall ist, deutet dies auf ein unter Risikogesichtspunkten zu hohes Niveau der LGD-Input-Floors hin. Einzelergebnisse Portfolio: Retail – Private Baufinanzierungen Es zeigen sich besonders gravierende Erhöhungen des durchschnittlichen Risikogewichts in diesem vom Volumen her bedeutendsten Portfolio der Analyse, die ausschließlich auf den Output-Floor zurückgehen. Die mehr als Verdoppelung des durchschnittlichen Risikogewichts (+ 125 %) ist nicht nachvollziehbar und nicht gerechtfertigt und muss unbedingt vermieden werden:  Niedrige Risikoschätzungen sind konsistent mit den Verlusterfahrungen der deutschen Institute in diesem Bereich.  Hier zeigen sich die in Deutschland hochentwickelten und besonders stabilen Immobilien- märkte.  Die ständige Einhaltung des Hard-Tests seit Bestehen der Zeitreihe – auch während der Finanzkrise – bestätigen die Adäquanz des geringen Risikogewichts, die sich aus den internen Modellschätzungen ergeben.  Hinzu kommt die in diesem Portfolio ausgezeichnete Datenlage zur Schätzung der statistischen Parameter, die damit besonders vertrauenswürdig sind. Ansatzpunkt zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung muss sich auf die Berechnung des Output-Floors konzentrieren (z. B. Herausnahme des Portfolios). Alternativ sollte über eine weitere Begünstigung bei Einhaltung des Hard-Tests nachgedacht werden. Spezialfinanzierungen – Income-producing real estate (IPRE) Es zeigen sich gravierende Erhöhungen der Kapitalanforderungen (+ 78 %) durch die Wirkung des Output-Floors bzw. der vorgeschalteten KSA-Risikogewichte und des LGD-Input-Floors. Die signifikante Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts durch den Output-Floor sowie die zugrunde liegenden KSA-Risikogewichte sind insbesondere für den deutschen Markt, aber auch für andere stabile Märkte wegen ihrer besonderen Stabilität mit geringen Verlustraten auch während der Finanzkrise (Einhaltung des Hard-Tests), die sich in der LGD-Schätzung  Risikoarmes deutsches Baufinanzierungsgeschäft wird durch Output-Floor extrem bestraft  Output Floor als erheblicher RWA – Treiber identifiziert  LGD-Floor führt zu deutlichem Anstieg bei internen Modellen widerspiegeln, zu hinterfragen. Darüber hinaus sollten die Input-Floors differenziert nach granularen LTV-Buckets (Whole Loan Ansatz) vorgegeben werden. Retail – Andere Retailforderungen Es zeigt sich eine deutliche Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts (+ 70 %), die ganz überwiegend auf den Output-Floor zurückgeht. Ansatzpunkte zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung bestehen auf der Ebene der Berechnung des Output-Floors oder auf KSA-Ebene. SME-Finanzierungen innerhalb der Assetklasse Unternehmen Sowohl der geänderte IRB-Ansatz (vor allem die Wirkung des LGD-Input-Floors), als auch nach Anwendung des Output-Floors, zeigen gravierende Erhöhungen der Kapitalanforderungen (+ 56 % insgesamt). Eine Reduzierung der quantitativen Auswirkung bei SME-Finanzierungen könnte mit einer Ausweitung der Begünstigung mittels KMU-Unterstützungsfaktor erreicht werden.  Mangelnde Risiko-Differenzierung im KSA führt zu pauschaler konservativer Betrachtung  Unterstützung des Mittelstands durch Weiterführung/Ausweitung des KMU- Faktors in CRR-Umsetzung erforderlich Einleitung Der Bankenverband hat im vierten Quartal 2018 und im ersten Quartal 2019 mit freundlicher Unterstützung von zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh („zeb“) eine quantitative Erhebung der Auswirkungen von „Basel IV“ durchgeführt, an der neun Mitgliedsinstitute des Banken- verbandes teilnahmen. Darunter waren sechs große Banken, die allesamt zu den größten privaten Banken in Deutschland gehören und die unter der direkten Aufsicht des SSM stehen (SI) sowie drei kleinere Institute, die indirekt vom SSM beaufsichtigt werden (LSI). Aufgrund ihrer Größe, ihrer Geschäftsmodelle (u. a. Universalkreditinstitute mit breitem Kundengeschäft, Spezialkreditinstitute für Immobilienfinanzierungen) und ihrer geographischen Ausrichtung repräsentieren sie ein breites Spektrum von Firmen- und Privatkundenbeziehungen in Deutsch- land. Wir gehen deshalb davon aus, dass sowohl für Unternehmens- als auch für Retailforde- rungen (Privatkunden) eine sehr gute Marktabdeckung für den deutschen Markt gegeben ist. Der Studie zugrunde gelegt wurden die Vorgaben des Basler Rahmenwerks vom Dezember 2017 (Basel III – Finalising post-crisis reforms, bcbs no. 424), die hier aufgrund der potentiell gravie- renden negativen Auswirkungen auf die europäischen und insbesondere auf die deutschen Institute und aufgrund des Umfangs der Änderungen als „Basel IV“ bezeichnet werden. Im Fokus der Analyse stehen die neuen Regelungen zum Kreditrisikostandardansatz (KSA), zum auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) und zum sogenannten Output-Floor. Andere Risikobereiche, die ebenfalls zu Basel IV gehören, wie die neuen Vorgaben zum Markt- risiko (FRTB), zum CVA-Rahmenwerk, zu operationellen Risiken und zur Leverage Ratio wurden nicht in die Analyse einbezogen. Auch hier sind gravierende negative Auswirkungen aufgrund deutlich höherer Kapitalanforderungen zu erwarten. Die Analyse umfasst Auswirkungen auf Banken, die den fortgeschrittenen IRB-Ansatz (A IRBA) nutzen, bei dem die Banken intern neben Ausfallwahrscheinlichkeiten (PDs) u. a. auch Verluste bei Ausfall (LGD) schätzen können (interne Modelle für Kreditrisiken in Säule I). Diese Institute verfügen in der Regel seit vielen Jahren über geprüfte und von den Bankaufsichtsbehörden zugelassene interne IRBA-Modelle. Auswirkungen auf Banken, die allein den KSA für die Säule-I- Unterlegung verwenden, werden nicht betrachtet. Den Basler Vorgaben werden die aktuell in Europa gültigen Regeln zum IRBA gegenübergestellt, die in der CRR niedergelegt sind und die die aktuelle Basis für die Berechnung der Kapitalanfor- derungen bilden. Es ist davon auszugehen, dass auch „Basel IV“ im Rahmen einer CRR-Über- arbeitung („CRR III“) europaweite Verbindlichkeit erlangt. Der Bankenverband erwartet den Start dieser Überarbeitung für das Jahr 2020. Die Analysen sollen dazu dienen, die Petiten des Bankenverbandes für die europäische Umset- zung von Basel IV in die CRRIII qualitativ und quantitativ zu untermauern. Die detaillierten Petiten selbst sind nicht Gegenstand dieses Dokuments, die wichtigsten Botschaften und Petiten werden jedoch erläutert. Ergänzend ist auf komplementäre Positions- bzw. Diskussionspapiere von BdB, DK oder EBF zu verweisen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Überführung in europäisches Recht hat die EBA mit dem Call for Advice (CfA) bereits im Sommer 2018 eine erste umfangreiche Auswirkungsstudie durch- geführt. Die Ergebnisse sollen dabei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parla- ment als Entscheidungsgrundlage dienen. Die von den europäischen Aufsichtsbehörden im vierten Quartal 2018 qualitätsgesicherten CfA-Templates (EU Credit Risk SA und IRB) der teil- nehmenden Banken bilden auch die Datengrundlage für die Auswirkungsstudie des Banken- verbandes. Wir gehen deshalb von einer qualitativ sehr hochwertigen Datengrundlage aus, die eine ausgezeichnete Basis für unsere Analyse ist. Die Analyse beruht also auf realen Portfolio- daten der teilnehmenden Banken zum Stichtag 30. Juni 2018 und ist damit etwa im Vergleich zu einer Analyse auf Basis von Musterportfolios besonders aussagekräftig. Die einschlägigen CfA-Templates der teilnehmenden Banken wurden im Dezember 2018 zeb zur Analyse übergeben. zeb stellte im Januar 2019 die über die Banken aggregierten und anonymi- sierten Analyseergebnisse zur Verfügung, die Gegenstand der Ergebnisvorstellung im nächsten Kapitel sind. Die Ergebnisse lassen aufgrund der gewählten Methodik keine Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Basel IV für einzelne Banken des Bankenverbandes zu. Analyseergebnisse für ausgewählte IRBA-Portfolios 2.1 ## Übergreifende Hinweise Der Bankenverband hat vier konkrete IRBA-Portfolios für die Analyse ausgewählt. Es handelt sich um die Portfolios  Retail - Private Baufinanzierungen (RRE, Residential real estate), (Abschnitt 2.2)  Spezialfinanzierungen/Projektfinanzierungen - Income-producing real estate (IPRE), (Abschnitt 2.3)  Retail – Andere Retailforderungen (Raten- und Dispositionskredite von Privatkunden, Kreditkartenforderungen an Privatkunden, sowie unbesicherte sonstige Privatkunden- Kredite), (Abschnitt 2.4)  SME-Finanzierungen innerhalb der Assetklasse Unternehmen, (Abschnitt 2.5) Die Auswahl erfolgte u. a. nach der Bedeutung des Portfolios für die Banken und ihre Kunden – mithin anhand der besonderen volkswirtschaftlichen Bedeutung von nachhaltigen Bankfinanzie- rungen auch unter den Rahmenbedingungen von Basel IV – sowie nach der „Stärke“ der Aus- wirkungen auf die Kapitalanforderungen. Als Maß für die Stärke der Auswirkungen wird die prozentuale Änderung der durchschnittlichen Risikogewichte (RW, gleichgewichtet für die teilnehmenden Banken) durchgängig für alle Port- folios zwischen IRB Neu inkl. der Wirkungen des Output-Floors und IRB Ist dargestellt. Darüber hinaus wird im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse betrachtet, welche Effekte durch die über Basel IV neu einzuführenden Parameter-Input-Floors künftig zu erwarten sind. Es werden damit keine Änderungen der risikogewichteten Aktiva (RWA in €) ermittelt. Die Annahme ist jedoch berechtigt, dass eine gravierende Erhöhung der Risikogewichte (RW) auch eine gravierende Erhöhung der RWAs zur Folge hat, jedoch besteht hier keine 1:1-Beziehung. So folgt zum Beispiel aus einer RW-Erhöhung um 100 % nicht notwendigerweise eine Erhöhung der RWAs um ebenfalls 100 % (z. B. weil unter Basel IV neue Kreditumrechnungsfaktoren (CCF) bei der Exposure-Ermittlung anzusetzen sind), jedoch besteht in der Regel eine enge Korrelation zwischen beiden Größen. Die Wirkung des Output-Floors wird durchgängig für alle Portfolios berechnet mit 72,5 % des KSA-RW. Es wird damit die sogenannte „fully phased in“-Wirkung (Finaler Output-Floor ab 2027) gezeigt und nicht differenziert nach den verschiedenen Phasen der Einführung des Output-Floors. Die Wirkung des Floors wird außerdem entsprechend der vorliegenden Daten zwangsläufig auf der Ebene des jeweiligen Portfolios betrachtet. Nicht berücksichtigt werden weitere Portfolios und andere Risikoarten (z.B. Marktrisiko), die ebenfalls Einfluss auf die Floorwirkung haben. Es ist davon auszugehen, dass damit die Floorwirkung überschätzt wird. Jedoch gehen wir nicht von gravierenden Effekten aus. Die bereitgestellten Daten berücksichtigen unter Basel IV zudem nicht die von der EU in der CRRII vorgesehenen Privilegierung von KMUs (sogenannter KMU-Faktor) sowie Infrastruktur- finanzierungen. 2.2 Retail - Private Baufinanzierungen (Residential real estate)  Risikoarmes deutsches Baufinanzierungsgeschäft wird durch Output-Floor extrem bestraft In der Sensitivitätsanalyse der obigen Abbildung, die die Wirkung des Output-Floors zunächst außer Acht lässt, zeigt sich das durchschnittliche Risikogewicht nahezu unverändert, weder PD- Input-Floor noch LGD-Input-Floor zeigen einen Effekt. Die geänderten Vorgaben zum IRBA bestätigen also das aktuelle Kapitalniveau. Es ergibt sich also nach Auffassung des Basler Ausschusses keine Unterschätzung der internen PD- bzw. LGD-Schätzungen, die zu korrigieren wären. Die niedrigen Risikoschätzungen sind konsistent mit den Verlusterfahrungen der deutschen Institute in diesem Bereich. Hier zeigen sich die in Deutschland hochentwickelten und besonders stabilen Immobilienmärkte. Die ständige Einhaltung des Hard-Tests seit Bestehen der Zeitreihe – auch während der Finanzkrise – bestätigen die Adäquanz des geringen Risiko- gewichts, das sich aus der internen Modellschätzung ergibt. Hinzu kommt die in diesem Portfolio ausgezeichnete Datenlage zur Schätzung der statistischen Parameter, die damit besonders aussagekräftig sind. Für private Baufinanzierungen zeigt sich eine besonders gravierende Erhöhung des durchschnitt- lichen Risikogewichts um den Faktor 3 in dem für den Output-Floor relevanten Kreditrisiko- standardansatz (KSA, von 13 % auf 40 %). Dies führt dann unter Anwendung des Output-Floors zu einer Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichtes von 13 % auf 29 % (+ 125 % oder 16 %-Punkte). Die Floor-Wirkung wird hier auf Basis des KSA Loan Splitting-Ansatzes ermittelt (72,5 % * 40 % = 29 %). Die Anwendung des alternativen KSA Whole Loan Approach (72,5 % * 45 % = 33 %) würde hier noch deutlich ungünstigere Ergebnisse erzeugen (+ 154 % bzw. + 20 %-Punkte). In der europäischen Umsetzung ist zurzeit nicht klar, welcher bzw. welche Ansätze möglich sein wird/werden. Die mehr als Verdopplung des durchschnittlichen Risikogewichts nach Anwendung des Output- Floors ist aus den oben genannten Gründen in keiner Weise nachvollziehbar und gerechtfertigt. Ansatzpunkte zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung sollten unbedingt gesucht werden und können auf der Ebene des Output-Floors liegen (z. B. Herausnahme des Portfolios aus dem Output-Floor). Alternativ ist eine Privilegierung im KSA (z. B. geringere Risikogewichte bei Hard- test-Einhaltung) denkbar, die auf diese Weise ein geringeres durchschnittliches gefloortes Risikogewicht ermöglicht. 2.3 Spezialfinanzierungen – Income-producing real estate (IPRE) Die obige Sensitivitätsanalyse des geänderten IRB-Regelwerks, die die Wirkung des Output- Floors zunächst außer Acht lässt, zeigt eine Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts um 22 % bzw. 7 %-Punkte. Diese geht ausschließlich auf den LGD-Input-Floor bei besicherten Forderungen zurück, der jedoch durch den Wegfall des IRB-Skalierungsfaktors (Sonstige: - 4 %- Punkte) teilweise kompensiert wird. Der PD-Input-Floor entfaltet in diesem Teilportfolio nur marginale Effekte. Bei Kapitalunterlegung dieses Teilportfolios im Kreditrisikostandardansatz unter Anwendung des Output-Floors von 72,5 % erhöht sich das durchschnittliche Risikogewicht jedoch gravierend um  Output Floor als erheblicher RWA – Treiber identifiziert  LGD Floor führt zu deutlichem Anstieg bei internen Modellen insgesamt 78 % bzw. 25 %-Punkte. Die Floor-Wirkung wird hier auf Basis des KSA-Loan- Splitting-Ansatzes ermittelt (72,5 % von 79 % = 57 %). Die Anwendung des alternativen KSA Whole Loan Approach (72,5 % * 77 % = 56 %) würde nur leicht andere Ergebnisse erzeugen. In der europäischen Umsetzung ist zurzeit nicht klar, welcher bzw. welche Ansätze möglich sein wird/werden. Ansatzpunkte zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung sind also primär der Output-Floor bzw. die vorgeschalteten KSA-Risikogewichte sowie der LGD-Input-Floor. Die signifikante Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts durch den Output-Floor ist für den deutschen Markt (sowie auch für andere europäische Märkte, die diese Bedingung erfüllen, etwa Frankreich) wegen seiner besonderen Stabilität mit geringen Verlustraten auch während der Finanzkrise (Einhaltung des Hard-Tests), die sich in der LGD-Schätzung widerspiegeln, zu hinterfragen. Auch die KSA-Risikogewichte für die Forderungsklasse „Income-producing real estate“ tragen diesem Umstand nicht ausreichend Rechnung. Es ist in diesem Zusammenhang insbesondere nicht nachvollziehbar, warum eine Commercial Real Estate-Finanzierung mit einem Loan to Value 1 zwischen 60 % und 80 % mit einem KSA-Risikogewicht von 90 % zu unterlegen ist. Abgesehen von der Wirkung des Output-Floors bzw. der KSA-Risikogewichtung ist die LGD-Input-Floor- wirkung überzogen. Die Lösung für diese Problemstellung könnte darin liegen, dass die Input- Floors differenziert nach granularen LTV-Buckets (Whole Loan Ansatz) vorgegeben werden sollten. 2.4 Retail – Andere Retailforderungen Das Portfolio der sonstigen Retailforderungen besteht im Wesentlichen aus Ratenkrediten, Dispositionskrediten, Kreditkarten und unbesicherten sonstigen Privatkunden-Krediten. Zum Vergleich erhält eine unbesicherte Unternehmensforderung ein KSA-Risikogewicht von 100%. Mangelnde Risiko-Differenzierung im KSA führt zu pauschaler konservativer Betrachtung Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse in der obigen Abbildung, die den Output-Floor außer Acht lässt, ergibt sich eine geringe Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts um 5 % bzw. 2 %- Punkte, die auf den LGD-Input-Floor zurückgeht. Die obige Abbildung zeigt nach Anwendung des Output-Floors eine deutliche Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts um 70 % bzw. 22 %-Punkte. Hier geht die Erhöhung ebenfalls überwiegend vom Output-Floor aus. Ansatzpunkte zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung müssen auf der Ebene des Output- Floors gesucht werden oder über eine differenziertere Behandlung im KSA (niedrigere Risikogewichte für nachweisbar risikoärmere Positionen). 2.5 SME-Finanzierungen innerhalb der Assetklasse Unternehmen Die Sensitivitätsanalyse des geänderten IRB-Regelwerks, die die Wirkung des Output-Floors zunächst außer Acht lässt, zeigt eine signifikante Erhöhung des Risikogewichts durch die neuen IRB-Regeln um 19 % bzw. 7 %-Punkte, die primär auf die Wirkung des LGD-Input-Floors zurückgehen, während der PD-Input-Floor wiederum ohne Wirkung bleibt.  Unterstützung des Mittelstands durch Weiterführung/Ausweitung des KMU- Faktors in CRR-Umsetzung erforderlich Die Erhöhung um + 3 %-Punkte („Sonstige“) ergibt sich aus der Überlagerung von zwei Effekten: Einerseits ist der KMU-Unterstützungsfaktor nicht berücksichtigt, was zu einem deutlichen Anstieg führt. Dieser Anstieg wird andererseits nur teilweise kompensiert durch den Wegfall des IRB-Skalierungsfaktors in Höhe von 1,06. Die obige Abbildung zeigt eine Erhöhung des durchschnittlichen Risikogewichts um insgesamt 56 % bzw. 20 %-Punkte, die überwiegend auf die Wirkung des Output-Floors zurückgeht. Ein Ansatzpunkt zur Reduzierung der quantitativen Auswirkung bei SME-Finanzierungen könnte die Ausweitung der Begünstigung mittels KMU-Unterstützungsfaktor darstellen, um die höheren Kapitalanforderungen zu reduzieren und negative Auswirkungen auf SME-Finanzierungen zu vermeiden.
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Nach Corona: Die Weichen auf Zukunft stellen – jetzt
# Nach Corona: Die Weichen auf Zukunft stellen – jetzt Wasserzeichen Corona Wettbewerb Unternehmen 14.04.2021 Artikel background hero Was haben der neue Produktionsstandort für den Corona-Impfstoff von BioNTech im hessischen Marburg und die geplante Gigafactory von Tesla für Elektro-Fahrzeuge in Grünheide in Brandenburg gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig, mit Blick auf die Zukunft der Industrie in Deutschland aber sehr viel: Wir brauchen nämlich mehr von solch zukunftsweisenden und zügig realisierten Investitionen und Projekten. Sie sind eine Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Industriestandort der Zukunft. So sind die in Deutschland entwickelten und produzierten Impfstoffe gegen das Virus eine wichtige Leistung der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Wir alle können dadurch auf ein sicheres Ankommen im „new normal“ hoffen. Zudem hat die Branche in den letzten Wochen unter Hochdruck daran gearbeitet, eine Online-Plattform als Vorsorgemaßnahme gegen einen Mangel an Impfzubehör aufzubauen. Impfungen dürfen nicht daran scheitern, dass Spritzen, Kanülen oder Kochsalzlösungen fehlen. Zudem bieten wir an, unsere Beschäftigten durch die 1.200 Betriebsärzte impfen zu lassen und so das Impfprogramm zu beschleunigen. Viele sagen, die Pandemie sei ein Verstärker. In der Chemie würden wir vielleicht vom Katalysator sprechen. Katalysatoren beschleunigen, verändern Reaktionen. Die diversen Corona-Hilfsprogramme sind wichtig, doch sie können und dürfen andere grundlegende politische Entscheidungen nicht ersetzen: Wir sind mitten in der riesigen Aufgabe, einen nachhaltig wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Fortschritt für unser Land, für Europa und für die Welt zu erreichen. Auf die Chemiebranche kommt es besonders an, denn mit ihren Produkten und Innovationen ermöglicht sie grünen Strom, moderne Werkstoffe, wirksame Medizinprodukte, gesunde Ernährung. Die Pandemie hat inmitten dieser gewaltigen Aufgabe in den letzten Monaten die besonderen Schwächen des Standortes Deutschland zurück ins Rampenlicht geholt: # Schwächen, die an der Wettbewerbsfähigkeit zehren Immenser Investitionsstau der öffentlichen Hand bei der Infrastruktur, verschleppte Digitalisierung in Behörden und Schulen, hohe Energiekosten, komplexe Bürokratie, erdrückende Steuerlast der Wirtschaft. In nur einigen Ländern der Welt ist es inzwischen noch aufwendiger als bei uns, ein Unternehmen zu gründen: Von 190 Ländern belegt die Bundesrepublik nach einer Analyse der Weltbank hier Platz 113 – hinter San Marino und vor Peru. Und bei der durchschnittlichen Internetgeschwindigkeit bildet Deutschland auf Platz 25 das Schlusslicht der Industrienationen. Dabei liegen von den 25 Ländern mit dem höchsten Datentempo 18 in Europa. All diese Probleme zehren an der Wettbewerbsfähigkeit des Industrie- und Chemiestandortes Deutschland. Gleichzeitig hat sich der Protektionismus auf den globalen Märkten ausgebreitet. Der Gegenwind für die Unternehmen wird stärker. In der nächsten Legislaturperiode muss Deutschland deshalb Gas geben bei den notwendigen Reformen. Wir setzen uns dafür ein, dass die kommende Regierung ein umfassendes Therapiekonzept für diese Probleme erstellt und zügig parlamentarisch umsetzt. Dieses Jahr und diese Wahl werden Weichen stellen, ob Deutschland ein führendes Industrieland bleibt oder mehr und mehr zum Industriemuseum verkümmert. # Reformen für einen selbsttragenden Aufschwung Die Regierung muss sich vor allem Reformen vornehmen, die einen selbsttragenden Aufschwung generieren. Dabei gilt: Alle Maßnahmen, die industrielle Tätigkeit in Deutschland sichern und fördern, werden Staat und Gesellschaft helfen, schneller die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu überwinden und Wohlstand zu erhalten. Wenn es Politik, Industrieverbänden und Gewerkschaften im Konsens gelingt, die Qualität zentraler Standortfaktoren zu verbessern, können die Unternehmen zukunftsfähig bleiben und Wertschöpfung und Beschäftigung am Standort sichern. Gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium haben wir im letzten Monat dafür eine Grundlage geschaffen, was die chemisch-pharmazeutische Industrie betrifft. Es ist ein umfassendes Handlungskonzept entstanden. Die identifizierten Maßnahmen ermöglichen, die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandortes Deutschland zu sichern und ihn für die Zukunft zu rüsten. Als zentrale Ziele haben wir unter anderem gemeinsam definiert: niedrige Strompreise und rascher Ausbau erneuerbarer Energien. Beides ist Voraussetzung für die Transformation in eine treibhausgasneutrale Wirtschaftsweise. Ebenfalls zukunftsweisend sind schnellere Genehmigungsverfahren und stärkerer Rückenwind für Innovationen. Die Rahmenbedingungen für den Industriestandort Deutschland zu optimieren, ist weder Klientelpolitik noch Selbstzweck. Die Reformen sind notwendig, damit unser Land auf dem Pfad einer nachhaltigen Entwicklung Kurs halten kann – wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Verantwortung zu übernehmen für mehr Wettbewerbsfähigkeit des Standorts muss deshalb die Politik der nächsten Jahre prägen. # Forum Digital Banking: Deutschlands Platz in einer digitalen ... background hero 17.09.2018 Artikel # PRO und KONTRA: Digitale Medien in der Schule background hero 17.10.2018 Artikel
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Juni 2023 # Banken in Deutschland ## Banken erfüllen zentrale Aufgaben für die Menschen, für die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft. Bundesverband deutscher Banken e. V. Burgstraße 28 10178 Berlin Telefon: +49 30 1663-0 www.bankenverband.de USt.-IdNr. DE201591882 Banken tragen dazu bei, dass Kapital dort zur Verfügung steht, wo es benötigt wird. Banken sind Treiber von Investitionen, Innovationen und Fortschritt. Ganz gleich, ob es sich um Unter- nehmen, Vereine oder öffentliche Kunden handelt, um Arbeitnehmer, Rentner, Selbstständige oder um Studierende: Banken stehen an der Seite ihrer Kundinnen und Kunden und unterstützen sie dabei, ihre finanziellen Ziele zu verwirklichen. Damit leisten Banken einen wesentlichen Beitrag zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Darüber hinaus übernehmen sie eine wichtige Rolle beim Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Der Investitionsbedarf hierfür ist enorm: Für das Erreichen der europäischen Klimaziele wird von jährlichen Mehrinvestitionen in Höhe von circa 300 Milliarden Euro ausgegangen. Dies kann nur mit Hilfe eines leistungsfähigen Bankensektors finanziert werden. Und Nachhaltigkeit hat für die Banken selbst eine hohe strategische Relevanz. Banken richten sich mehr und mehr an den Pariser Klimazielen aus, managen ESG-Risiken und begleiten ihre Kunden auf dem Weg der Transformation der Wirtschaft. Banken sind Wertschöpfer und Arbeitgeber: ◼ 73 Milliarden Euro ist die Bruttowertschöpfung, also der geschaffene Mehrwert, vom Finanzsektor in Deutschland. ◼ Mehr als 540.000 Beschäftigte gibt es in der deutschen Kreditwirtschaft. Banken finanzieren die Wirtschaft: ◼ Banken unterstützen Unternehmen in Deutschland mit einem Kreditvolumen von 1,1 Billionen Euro. ◼ 80 % der Fremdfinanzierung von Unternehmen entfallen auf Bankkredite. ◼ Fast 90 % des deutschen Exports läuft über eine private Bank. Banken fördern Innovation: ◼ 72 Milliarden Euro wurden 2021 als Grüne Anleihen neu emittiert. Deutschland liegt damit im OECD-Raum auf Platz Eins. ◼ 95 % der Green-Bond-Emissionen werden von privaten Banken begleitet. ◼ 720 Milliarden Euro sind in Deutschland in nachhaltige Fonds investiert. ◼ Mehr als 10.000 Start-ups betreuen allein die drei größten deutschen Privatbanken. Banken öffnen die Tür zum Kapitalmarkt: ◼ 250 Milliarden Euro Unternehmensanleihen (Emittenten in Deutschland) sind im Umlauf und werden mittels Dienstleistungen von Banken begeben. ◼ Rund 50% des Eigenkapitals deutscher Unternehmen ist in Form von Aktien im Wert von rund 800 Milliarden Euro an der Börse notiert – möglich mit Unterstützung der privaten Banken. ◼ Über 23 Millionen Wertpapierdepots haben private Haushalten bei den Banken. ◼ In diesen Depots werden Wertpapiere im Wert von 111 Milliarden Euro für die Kunden verwaltet. Seite 3 / 4 ### Banken begleiten uns jeden Tag Ohne dass es uns immer bewusst ist, nehmen Banken eine bedeutende Rolle im Alltag ein. Täglich nutzen wir die Dienstleistungen einer Bank: beim Einkauf im Supermarkt, beim Bezahlen im Restaurant, beim Online-Shoppen oder Urlaub buchen. Mit dem Smartphone haben viele ihre „Bank in der Hosentasche“ immer dabei. Im Schnitt bis zu achtmal täglich öffnen Kunden die Banking-App oder loggen sich im Onlinebanking ein. 56 Prozent erledigen die Bankgeschäfte inzwischen online und bei vielen Bezahlverfahren greifen Apps am Ende auf Bankkonten zurück. All diese täglichen, selbstverständlichen Aktivitäten erfordern ein leistungs-fähiges, komfortables und sicheres Zahlungssystem und basieren auf einem Bankkonto. Darüber hinaus beraten Banken ihre Kundinnen und Kunden bei der Vermögensbildung. Sie finanzieren den Kauf einer Immobilie und ermöglichen den Zugang zum Kapitalmarkt, der ein wesentlicher Baustein für die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau ist. Im europäischen Vergleich sind dabei die Kosten für alltägliche Bankgeschäfte in Deutschland deutlich geringer als in vielen anderen Mitgliedstaaten. Banken sind Dienstleister rund um das Konto und Bezahlen: ◼ 114 Millionen Girokonten gibt es in Deutschland. ◼ 7,1 Milliarden Überweisungen werden jährlich ausgeführt. ◼ 174 Millionen Bankkarten sind in Deutschland im Umlauf. ◼ Mehr als 22 Millionen Mal wird jeden Tag in Deutschland mit einer Karte gezahlt. ◼ 55.000 Geldautomaten gibt es in Deutschland. ◼ 3,8 Millionen Mal wird jeden Tag Bargeld an einem Geldautomaten in Deutschland abgehoben. Die Einlagensicherung in Deutschland bietet mit seinem doppelten Schutz aus gesetzlicher (100.000 Euro pro Kunde und Bank) und freiwilliger Sicherung (mind. 750.000 Euro bis zu 5 Mio. für Privatkunden) ein weltweit einzigartiges Sicherheitsnetz der privaten Banken. Banken unterstützen beim Vermögensaufbau: ◼ 1,2 Billionen Euro sind als Wohnungsbaukredite an Privathaushalte vergeben. ◼ 12,9 Millionen Aktionäre gibt es in Deutschland. Banken sind nicht nur wichtiger Partner im Leben ihrer Kunden, sondern schaffen auch einen gesamtgesellschaftlichen Mehrwert. Zum Beispiel, indem sie Stiftungen und andere gemein- nützige Organisationen in ihrer für die Gesellschaft wichtigen Arbeit unterstützen. Zudem unterstützen viele Banken aktiv die finanzielle Bildung in Deutschland oder engagieren sich in gemeinnützigen oder karitativen Bereichen. ◼ Stiftungen erzielen 49 % ihrer Einnahmen aus Vermögensanlagen, die meist von Banken verwaltet werden. ◼ Banken engagieren sich in Deutschland auf vielen Feldern für die Gesellschaft, unter anderem bei der finanziellen Bildung durch die Bereitstellung von Bildungsmaterialien und Workshops für Lehrende. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank-Statistik, IMF Climate Board, Bundesverband Investment und Asset Management (BVI), Deutsches Aktieninstitut (DAI), Gutachten der ESMT.
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PowerPoint-Präsentation
Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG Dr. Klaus Bauknecht Daniel Bleiberg Dr. Jan Bottermann Carsten Brzeski Dr. Felix Hüfner Carsten Klude Dr. Jörg Krämer Dr. Alexander Krüger Chefvolkswirt, Deutsche Pfandbriefbank AG Chefvolkswirt, NATIONAL-BANK Aktiengesellschaft Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG - Vorsitzender - Chefvolkswirt, Leiter Economics, Hamburg Commercial Bank AG Chefvolkswirt Deutschland, Leiter Economic Research Germany, HSBC Deutschland Chief German Economist, Head of German Macroeconomics, DEUTSCHE BANK AKTIENGESELLSCHAFT Senior European Economist and Managing Director, NATIXIS Zweigniederlassung Deutschland Chefvolkswirt Deutschland, UBS Europe SE Chefvolkswirt, M.M. Warburg & CO (AG & Co.) KGaA Carsten Mumm Dr. Andreas Rees Dr. Cyrus de la Rubia Stefan Schilbe Stefan Schneider Dr. Dirk Schumacher Für den Bankenverband Heiner Herkenhoff Dr. Hilmar Zettler Volker Hofmann Chefvolkswirt Deutschland, UniCredit Bank AG Chefvolkswirt, ING-DiBa AG Chefvolkswirt, DONNER & REUSCHEL Aktiengesellschaft Chefvolkswirt, COMMERZBANK Aktiengesellschaft Hauptgeschäftsführer, Bundesverband deutscher Banken Managing Director, Geschäftsbereichsleiter Bankenaufsicht und Einlagensicherung, Bundesverband deutscher Banken Leiter Volkswirtschaft, Bundesverband deutscher Banken Dr. Holger Schmieding Chefvolkswirt, HAUCK AUFHÄUSER LAMPE PRIVATBANK AG # Wirtschaftslage und Ausblick Dr. Holger Schmieding Chefvolkswirt, Berenberg und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes Berlin | 26. September 2023 Konjunkturprognose der privaten Banken ## Weltwirtschaft Ohne Schwung Weltwirtschaft ▪ Weiterhin: außergewöhnlich hohe Unsicherheit ▪ Konjunkturimpulse durch China fallen aus ▪ Auch 2024 kein nennenswerter Tempogewinn USA und China ▪ US-Konjunktur hat 2023 positiv überrascht ▪ Chancen auf „weiche Landung“ in USA gestiegen ▪ Wachstumssorgen in China Euroraum ▪ Wirtschaft im „Kriechgang“ ▪ Hohe Heterogenität (zwischen Ländern und Branchen) ▪ BIP-Prognose: +0,5 % (2023) | +0,6 % (2024) EZB-Ziel wohl erst 2025 in Sicht ### Preisentwicklung im Euroraum Projektion EZB (14. Sept. 2023) 2023 5,6 % 5,1 % Inflationsrate Kernrate 2024 3,2 % 2,9 % 2025 2,1 % 2,2 % ▪ ▪ Inflationsrate Herbst 2023: deutlicherer Rückgang (günstiger Basiseffekt) Zweites Halbjahr 2024: Inflationsrate mit einer Zwei vor dem Komma Allerdings: neue Inflationsrisiken - kräftiger Anstieg der Rohölpreise (Rohölpreis in Euro seit Ende Juni 2023 +30 %) - Lohnentwicklung im Dienstleistungssektor ▪ ▪ Zinspolitik der EZB EZB-Entscheidungen weiterhin „datenabhängig“ Erwartung an den Finanzmärkten: Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im zweiten Halbjahr 2024 sinkt Wirtschaft tritt auf der Stelle #### Konjunktur in Deutschland ▪ ▪ Entwicklung 2023 Ausgeprägte Schwächephase der deutschen Wirtschaft Leichter Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung im zweiten Halbjahr 2023 Tiefe Rezession wird durch robuste Beschäftigungslage verhindert Entwicklung 2024 Wachstumsaussichten auch für 2024 gedrückt („Schmalspurwachstum“) Leichte Erholung ab dem Frühjahr Privater Konsum normalisiert sich (rückläufige Inflation, steigende reale Kaufkraft) ▪ ▪ Trendwende bei den Investitionen erforderlich ##### Wirtschaftspolitik ▪ ▪ Ausrüstungsinvestitionen Schlüsselgröße für künftiges Wirtschaftswachstum Seit gut 10 Jahren nur sehr verhaltenes Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen Investitionsdynamik notwendig für: Transformation der Wirtschaft (Klimaschutz/Dekarbonisierung und Digitalisierung) Neujustierung globaler Produktions- und Lieferketten (Resilienz) Demografischer Wandel (höhere Arbeitsproduktivität) Technologischer Wandel (neue Technologien, KI) ▪ ▪ ▪ ▪ Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern Klarheit über künftige Energiepolitik und -preise Bürokratieabbau, beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren, steuerliche Anreize Geldpolitik der EZB Heiner Herkenhoff Hauptgeschäftsführer, Bundesverband deutscher Banken Berlin | 26. September 2023 ###### Konjunkturprognose der privaten Banken Überschussliquidität: Auf einem langen Abbaupfad ###### Geldpolitik der EZB Längerfristige Refinanzierungsprogramme und Anleihe- kaufprogramme der EZB ➔ hohe Überschussliquidität ▪ Kaufprogramme - PEPP: fällige Anleihen werden weiterhin reinvestiert keine Reinvestitionen; Bestand sinkt seit Juni 2023 um durchschnittlich 25 Mrd. € monatlich - APP: Rückgang der Überschussliquidität (seit Okt. 2022) ➔ fast ausschließlich auf auslaufende/freiwillig zurückge- gebene TLTROs zurückzuführen Ausgewählte Bilanzposten der EZB (konsolidierte Bilanz des Eurosystems, Anfang Sept. 2023) - Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte - Hauptrefinanzierungsgeschäfte - Wertpapiere zu geldpolitischen Zwecken 602 Mrd. € 7 Mrd. € 4.810 Mrd. € Mindestreserve (MR) Pflichteinlage auf bestimmte Kundeneinlagen der Geschäftsbanken im Eurosystem (EZB und nationale Notenbanken) ###### Mindestreserve im Eurosystem MR-Basis • sofort verfügbare Einlagen • Einlagen mit Laufzeit bis 2 J. • Einlagen mit Kündigungsfrist bis 2 J. • Bankschuldverschreibungen bis 2 J. • Geldmarktpapiere Verzinsung • 0 % (seit 20. Sept. 2023) • zuvor: Hauptrefinanzierungssatz Einlagefazilität (Nov. 2022 bis 19. Sept. 2023) MR-Satz • 1 % (seit Januar 2022) • zuvor 2 % MR-Soll • Durchschnittserfüllung (in der Regel 6 Wochen-Periode) • Periode 2.8. bis 19.9.2023: 165,3 Mrd. € 45,2 Mrd. € Euroraum Deutschland ▪ EZB erörtert höhere Mindestreserve ▪ Hintergrund: - Reduktion der Überschussliquidität - mögliche Bilanzverluste im Eurosystem ▪ „Nullverzinsung“ ➔ entgangene Zinseinnahmen (12 Monate): 6,6 Mrd. € 1,8 Mrd. € - Euroraum - Deutschland ▪ Höhere, unverzinste Mindestreserve - wirkt wie eine Steuer auf Kundeneinlagen - belastet Ertragsperspektiven der Banken - Nachteile im internationalen Wettbewerb (insb. Geldmarkt) ▪ Mittel- und längerfristig Folgen - bindet Zentralbankgeld bei der EZB - belastet die Kreditvergabekapazitäten der Banken ###### Prognoseübersicht 1,8 -0,5 0,3 Bruttoinlandsprodukt 2022 2023 2024 Konsum priv. Haushalte 3,9 -0,8 0,7 1,6 -2,8 1,6 Konsum Staat 1,6 2,8 Ausrüstungsinvestitionen 4,0 -1,8 -0,8 -1,0 Bauinvestitionen 3,3 1,5 0,0 Export 6,6 2,3 -0,9 Import 6,9 3,0 6,0 Verbraucherpreise 2,42 2,58 2,59 Arbeitslose Sparquote (priv. (in Millionen) Haushalte) 11,1 11,1 10,8 3,4 0,5 0,6 Bruttoinlandsprodukt 2022 2023 2024 8,4 5,7 3,0 5,1 2,9 3,9 6,7 6,7 6,8
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Stellungnahme
# Stellungnahme Diskussionspapier des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) für wirtschaftsbezogene Regelungen zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in Deutschland Lobbyregister-Nr. R001459 EU-Transparenzregister-Nr. 52646912360-95 Kontakt: Berit Schimm Telefon: +49 30 2021-2111 E-Mail: b.schimm@bvr.de Berlin, 19.10.2023 Seite 2 von 2 Stellungnahme Diskussionspapier des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI) für wirtschaftsbezogene Regelungen zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie in Deutschland Wir begrüßen das Angebot des Diskussionspapiers des Bundesministeriums des Innern und für Heimat „Wirtschaftsbezogene Regelungen zur Umsetzung der NIS2-Richtlinie in Deutschland“ vom 27. September 2023 und eines anstehenden Werkstattgesprächs ausdrücklich. Der Finanzsektor ist in großen Teilen von den in der NIS2-Richtlinie genannten Anforderungen dahingehend freigestellt, dass der Digital Operational Resilience Act – DORA (Verordnung (EU) 2022/2554) als sektorspezifische Regulierung anerkannt wird, die die Anforderungen der NIS2- Richtlinie in gleichem Maße adressieren. Dies hatte zuletzt auch die Europäische Kommission in seiner „COMMUNICATION FROM THE COMMISSION – Commission Guidelines on the application of Article 4 (1) and (2) of Directive (EU) 2022/2555 (NIS 2 Directive) [C(2023) 6068 final]“ bestätigt. Zu der bleibenden Betroffenheit von Unternehmen aus dem Finanzsektor verstehen wir die folgenden drei Definitionen als maßgebliche Indikatoren: • Betreiber kritischer Anlagen • Besonders wichtige Einrichtungen • Wichtige Einrichtungen Bei den Definitionen zu den besonders wichtigen Einrichtungen und wichtigen Einrichtungen wurde im vorliegenden Diskussionspapier festgehalten, dass Finanzunternehmen, die DORA unterliegen, nicht zu diesem Adressatenkreis gehören. Diese Finanzunternehmen gehören jedoch weiterhin zum Kreis der Betreiber kritischer Anlagen, so dass Anforderungen, die an diesen Adressatenkreis gerichtet sind, auch den Finanzsektor betreffen würden. Darüber hinaus sind im Dokument jedoch einzelne Aspekte an die Betreiber kritischer Anlagen gerichtet, die DORA für den Finanzsektor bereits regelt: § 31 – Besondere Anforderungen an die Risikomanagementmaßnahmen von Betreibern kritischer Anlagen § 32 (3) – Meldepflichten § 33 Registrierungspflicht § 39 – Nachweispflichten für Betreiber kritischer Anlagen § 40 (4) – Zentrale Melde- und Anlaufstelle Nach unserem Verständnis wären diese Anforderungen aufgrund des Digital Operational Resilience Acts nicht auf das Finanz- und Versicherungswesen zutreffend. Hier wäre ein ergänzender Hinweis hilfreich, wie er beispielsweise auch im KRITIS-Dachgesetz in Paragrafen, die Betreiber kritischer Anlagen adressieren, aufgenommen wurde: „Die Vorschriften der Absätze 1 und 2 gelten nicht für Betreiber kritischer Anlagen in den Sektoren Finanz- und Versicherungswesen.“ § 35 Unterrichtungspflicht verweist in Abs. 2 auf besonders wichtige Einrichtungen und wichtige Einrichtungen des Finanz- und Versicherungswesens (siehe Abs. 1), obwohl Finanzunternehmen aus diesen Adressatenkreisen ausgenommen wurden. Uns ist bewusst, dass der Finanzsektor hier aufgrund des lex-specialis-Ansatzes mit dem Digital Operational Resilience Acts eine besondere Rolle einnimmt. Zur Vermeidung von ungewollter Doppelregulierung würden wir uns über eine Anpassung in den genannten Paragrafen freuen.
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Jugend- und Kinderkonten: Umgang mit Geld lernen
# Jugend- und Kinderkonten: Umgang mit Geld lernen Wasserzeichen Konto Verbraucher girocard 13.07.2023 Artikel Kathleen Altmann background hero Mit dem Taschengeld üben Kinder erstmals den Umgang mit Geld: Sie lernen, dass Dinge unterschiedlich viel kosten, was sie sich leisten können und wofür sie sparen können. Die Einrichtung eines Kinderkontos ist für viele Eltern oft der nächste sinnvolle Schritt, ihre Kinder dabei zu unterstützen, richtig mit Geld umzugehen. # Das Kinderkonto: Ein Girokonto auf Guthabenbasis Ein sogenanntes Minderjährigenkonto, auch Kinderkonto genannt, wird von den meisten Banken kostenlos angeboten. Ein solches Konto kann ein Kind natürlich nicht allein eröffnen. Hierzu braucht es die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Der Schutz der Minderjährigen hat eine hohe Priorität. Daher kann das Konto auch nur in dem vom Gesetzgeber und den gesetzlichen Vertretern bestimmten Rahmen vom Kind selbst genutzt werden. Eltern könnten dann das monatliche Taschengeld regelmäßig zum Beispiel per Dauerauftrag auf das Konto ihres Kindes überweisen. Das Kinderkonto bietet grundsätzlich die gleichen Funktionen wie das Girokonto für Erwachsene: Die Jugendlichen können Geld einzahlen und abheben, Daueraufträge einrichten, Überweisungen ausführen sowie mit ihrer Bankkunden-Karte und der Geheimzahl (PIN) am Automaten Geld abheben. So werden Kinder an einen eigenverantwortlichen Umgang mit Geld herangeführt. Das Konto läuft grundsätzlich auf Guthabenbasis, daher sind Kredite und auch Kontoüberziehungen nicht zulässig - auch nicht mit der Einwilligung der gesetzlichen Vertreter. Das heißt, dass die Bank Überweisungen oder Lastschriften nur dann ausführt, wenn das Konto gedeckt ist. Auch Bargeld kann nur abgehoben werden, wenn es ein entsprechendes Guthaben aufweist. # Kinderkonto: Eltern entscheiden, was erlaubt ist Beim Kinderkonto sind die gesetzlichen Vertreter des Kindes, in der Regel die Eltern, bis zur Volljährigkeit des Kindes verfügungsbefugt. Eltern können dabei entweder gemeinsam oder jeder für sich allein handeln. Sie bestimmen auch, wie das Kind über das Guthaben verfügen kann, zum Beispiel ob es eine Bankkarte bekommt. Dennoch wichtig zu wissen: Das Guthaben auf dem Konto gehört dem Kontoinhaber - also dem Kind. Die Eltern können das Ersparte nicht für sich selbst ausgeben. # Girocard oder Kreditkarte zum Kinderkonto? Kinder erhalten zum Konto auch eine girocard oder eine andere Debitkarte. Auch eine Kreditkarte können sie bekommen – allerdings nur die Prepaid-Variante, die mit einem bestimmten Betrag aufgeladen wird. „Normale“ Kreditkarten erhalten Minderjährige nicht, weil das Konto nicht ins Minus rutschen darf. Stattdessen sind beispielsweise Prepaid-Karten sinnvoll, wenn Kinder oder Jugendliche zum Schüleraustausch vorübergehend ins Ausland gehen. Ist das Guthaben aufgebraucht, können Eltern das Konto von daheim wieder aufladen. Übungen für Kinder und Jugendliche zum besseren Umgang mit Geld bieten wir in unserem Schulbank-Bereich: Hier finden Sie eine Übung und einen Podcast zum Thema „Taschengeld“ , ein Dokument mit Informationen zum richtigen Umgang mit Geld (Haushalten lernen) und ein spezielles Girokonto-Quiz .
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Katrin Hoffmann
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# Stellungnahme Zu Artikel 5d (Sanktionsüberprüfung) des Vorschlags für eine Verordnung zu Echtzeitüberweisungen COM (2022) 546 final Lobbyregister-Nr. R001459 EU-Transparenzregister-Nr. 52646912360-95 Kontakt: Ina Brüggemann Telefon: +49 30 1663-1120 E-Mail: ina.brueggemann@bdb.de Berlin, 24. Januar 2023 In Ergänzung zur Stellungnahme der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) vom 25. November 2022 „für zu Verordnung eine Kommission Europäischen der Vorschlag einem zu Echtzeitüberweisungen (COM(2022) 546 final)“ übersenden wir Ihnen die Einschätzung der DK zu den sanktionsrechtlichen Aspekten des Verordnungsentwurfs. Mandatorischer Verzicht auf transaktionsbezogene Sanktionsprüfungen: Wechselwirkungen zu berücksichtigen Vorgeschlagene Regelung: Vorgeschlagen wird, die SEPA-Verordnung um einen neuen Artikel 5d zu ergänzen, um die Verpflichtungen, die sich aufgrund von restriktiven Maßnahmen nach Artikel 215 AEUV ergeben, für Echtzeitüberweisungen zu regeln. Dies soll durch einen kontinuierlichen Abgleich des eigenen Kundenstamms (Zahlungsdienstenutzer) mit den entsprechenden Sanktionslisten erfolgen. Weiterhin werden für den Fall eines Verstoßes die Einführung von Verwaltungsstrafen und Haftungsregelungen im Verhältnis zu den anderen an einer Zahlung beteiligten Zahlungsdienstleistern vorgeschlagen. Einschätzung: ◼ Die Europäische Kommission adressiert hiermit die besondere Herausforderung von sekundenschnell durchzuführenden Sanktionsprüfungen und den daraus resultierenden „False Positive Hits“. Grundsätzlich könnte das im Verordnungsvorschlag intendierte Zielbild dabei helfen, diese Herausforderungen zu reduzieren. ◼ Der Vorschlag wird jedoch durch die Kreditwirtschaft und durch die Mitgliedsstaaten wegen einer Reihe von Wechselwirkungen kritisch bewertet: Diese betreffen insbesondere die hohe Sensibilität der Einhaltung der europäischen Sanktions- und Embargovorschriften und die Abhängigkeiten von weiteren externen Vorgaben und institutsindividuellen Regeln zur Verhinderung von Finanzkriminalität. ◼ Aus Sicht der DK greifen die Vorschläge der Europäischen Kommission mit dem Ziel einer Reduktion der „False Positive Hits“ zu stark in die bestehenden Prüfmechanismen ein: Das Verbot, Transaktionen zu filtern, einem regelmäßig bedeutenden Baustein bei der Prüfung auf Verstöße gegen restriktive Maßnahmen der Union, öffnet eine Sicherheitslücke. ◼ Die gleichzeitige Verschärfung der Haftungsregeln für Kreditinstitute überträgt ein sich aus dem Gesetz ergebendes Sicherheitsrisiko ausschließlich auf Kreditinstitute und ist daher in dieser Form unseres Erachtens weder sachgerecht noch verhältnismäßig. ◼ Zudem steht der Vorschlag im Widerspruch zu derzeit eingebrachten Vorschlägen im Rahmen der Entwürfe der AML Gesetzgebung, die (dort zwar nicht passend) vorsehen, Sanktionsscreeningpflichten in die zu erfüllenden AML-(Sorgfalts-)Pflichten aufzunehmen. Insofern muss der europäische Gesetzgeber hier sicherstellen, dass nicht gleichzeitig sich widersprechende Regelungen erlassen werden. Die Sanktionsscreeningverpflichtungen sollten nicht sachfremd in der AML-Gesetzgebung aufgenommen werden. ◼ Bevor wir den Artikel 5d im Einzelnen kommentieren, möchten wir folgende Ausführungen zum Stellenwert der Transaktionsprüfung voranstellen: ◼ Der Verordnungsentwurf geht zu Recht davon aus, dass Kreditinstitute bei ihrer Sanktionsprüfung sowohl die einzelnen Transaktionen als auch den Kundenstamm überprüfen. Jedoch sind neue Listungen nicht automatisch sofort nach Veröffentlichung im System der Kreditinstitute verfügbar. Updates müssen zunächst von der EU download- fähig zugänglich gemacht werden, erst dann werden sie – i.d.R. von Dienstleistern – aufbereitet und in maschinenlesbarer Form zur Verfügung gestellt, um sodann in die Systeme der Kreditinstitute eingespielt werden zu können. Außerdem sind etwaige im Filter- bzw. Screening-Prozess identifizierte Transaktionen („Hits“ oder „Alerts“) zunächst erst händisch zu bewerten, um die überaus große Anzahl von „False Hits“ auszusortieren; dies kann im Einzelfall beim Transaktionsfiltern auch mehrere Tage dauern, insbesondere wenn auf Grund einer hohen Namensähnlichkeit und mangels sonstiger eindeutiger Identifizierungsmerkmale wie dem Geburtsdatum Rückfragen bei Dritten, z.B. Banken, erforderlich sind. Auch beim Kundenbestandsscreening muss vor der Sperrung eines Kontos manuell ein Hit geprüft werden, da auch hier ein hoher Prozentsatz der Treffer False Positives sind. Dies nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch und kann nur an Bankarbeitstagen erfolgen, da es dafür manuelle Prüfungen durch Mitarbeiter braucht. Echtzeitüberweisungen sollen jedoch innerhalb weniger Sekunden an sieben Tagen in der Woche ausgeführt werden. Eine sanktionierte Person hat damit grundsätzlich genug Zeit, per Echtzeitüberweisung ihr Konto zwischen Listung und Sperrung des Kontos leer zu räumen. Beim bisherigen System wären missbräuchliche Überweisungen ab dem Moment, in dem die neuen Listen in die Systeme gespielt sind und damit Zahlungen zur Prüfung angehalten werden (bzw. bei Echtzeitzahlungen ablehnt), deutlich früher nicht mehr möglich. Mit der Erwartungshaltung, dass Echtzeitüberweisungen jederzeit ausgeführt werden können müssen, öffnet die Kommission ein Risiko, das sich ohne die Pflichten aus dieser Verordnung nicht ergeben würde. Dieses könnte gegebenenfalls reduziert werden, wenn man eine (Tages-)Betragsgrenze einführen würde, um zumindest das „Abräumen“ großer Vermögen zu verhindern. ◼ Wie erwähnt verlassen sich Kreditinstitute nicht allein auf das Transaktionsfiltern, sondern screenen auch ihren Kundenstamm – der Prüfschritt, den Kreditinstitute bei Echtzeitüber- weisungen als einzigen ausführen sollen. Wie schon geschildert ist es hier auch so, dass es Zeit braucht, um das Kundenscreening abzuschließen. Selbst wenn Kreditinstitute das über Nacht machen, wenn die IT-Systeme weniger beansprucht sind, wird für die weiteren Prozessschritte mehr Zeit benötigt. Dahinter steckt kein maschineller Prozess, der in Sekundenschnelle erledigt wäre oder auch stets in wenigen Stunden. Es wäre daher wünschenswert, auch bei Echtzeitüberweisungen die Notwendigkeit für vertiefte Prüfungen zu berücksichtigen. Zum besseren Verständnis der Unterschiede dieser beiden Screeningmaßnahmen, sind die Merkmale des Transaktionsfilterns (in Deutschland üblicherweise nur beim grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr eingesetzt) und des Kundenscreenings gem. Verordnungsentwurf zu Echtzeitüberweisungen in der folgenden Tabelle gegenübergestellt: Prüfung der einzelnen Zahlungen (Transaktionsfilter) Zahlung wird bei Listentreffer (maschinell generiert) bis zum Abschluss der Evaluierung gesperrt. Geplantes Kundenscreening gem. VO- Entwurf zu Echtzeitüberweisungen Bis zum Abschluss der Evaluierung der generierten Listentreffer (maschinell generiert) kann über Konto verfügt werden. Angesichts der erheblichen Prüfung der einzelnen Zahlungen (Transaktionsfilter) Geplantes Kundenscreening gem. VO- Entwurf zu Echtzeitüberweisungen Einschränkungen und Haftungsrisiken bei einer unberechtigten Kontosperrung ist die vorläufige Kontensperrung auf Basis der automatisch generierten Treffer keine Option. Gegenstand des Screenings sind: ◼ Kontoinhaber ◼ Erfasste Verfügungsberechtigte des Kontos ◼ Wirtschaftlich Berechtigte des Kontos Es soll gem. Verordnungsentwurf nur gegen EU-Asset-Freeze-Listen gescreent werden. (Üblicherweise geht das Kundenscreening der Banken über diese Listen hinaus, z.B. Refinanzierungs- oder sektorale Transaktionsverbote.) Listenaktualisierung und Datenabgleich nur in der Nachtverarbeitung und sehr zeit- aufwändig auf Grund umfassender Prüfungen und Prozessläufe (hohe Inanspruchnahme von IT-Kapazitäten). Gegenstand des Filterns sind: ◼ Auftraggeber ◼ Zahlungsempfänger, ◼ Eingebundene Institute ◼ Verwendungszweck Es wird gegen alle Namen auf relevanten Sanktionslisten (Asset-Freeze wie auch sektorale Sanktionen und gegen nach Risikogesichtspunkten ausgewählten Schlüsselbegriffen) gefiltert, ggf. einschließlich nationaler Listungen. Listenaktualisierung auch untertägig möglich, bedarf aber Bearbeitungszeit für das Aufarbeiten, Einspielen und die Verarbeitung. Nach diesen Schritten sind die Listen sofort anwendbar. ◼ Zahlungsverbote finden sich nicht nur in den Einfriersanktionen, sondern auch in sektoralen Sanktionen. Diese sind vom Verordnungsentwurf gänzlich unberücksichtigt; auch das Transaktionsverbot gem. Art. 5aa VO (EU) 833/2014 (ausweislich EU FAQ G. Sector Specific Questions 5. 1.) umfasst ebenfalls den Zahlungsverkehr. ◼ Die von den Kreditinstituten vorgenommenen Maßnahmen zum Sanktionsscreening haben sich über die Jahre als Reaktion auf die stark erhöhten Listungszahlen im Fall reiner Finanzsanktionen sowie der erheblich komplexer werdenden sektoralen Sanktionen weiterentwickelt und letztendlich industrieweit als Standard etabliert. Mit dem vorliegenden Vorschlag auf das Transaktionsfiltern zu verzichten, würde also ein wichtiger Prüfschritt ersatzlos entfallen. Der Verzicht auf das Transaktionsfiltern würde zwar die Arbeit der Institute entlasten, wir möchten aber zu bedenken geben, dass in der vorgesehenen Form (z.B. ohne Festlegung eines täglichen Höchstbetragslimits) die Erleichterungen zwangsläufig mit einer geringeren Effektivität der Durchsetzung von Sanktionen verbunden sind. ◼ Zum Artikel 5d im Verordnungsentwurf möchten wir diese konkreten Regelungspunkte adressieren: ◼ Ziffer 1 des Artikel 5d verlangt, dass Zahlungsverkehrsdienstleister unverzüglich über- prüfen, ob eine Person gelistet ist („PSPs shall carry out such verifications immediately […]”). Finanzinstitute setzen die beschlossenen Sanktionen gewissenhaft und zügig um, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden. Die Sanktionslisten können jedoch wie eingangs beschrieben frühestens erst einen Tag nach Veröffentlichung im System sein. Zudem müssen die sich aus den neuen Listungen ergebenden Hits manuell bearbeitet werden, um sie bewerten zu können. Dazu gehört, die Hits zu verifizieren. Die gegenwärtige Rechtslage in Deutschland sieht gemäß § 18 Abs. 11 bzw. 12 AWG einen persönlichen Strafausschließungsgrund vor, wenn innerhalb von zwei Werktagen unzulässige Transaktionen nicht erkannt werden. Diese Frist ist grundsätzlich angemessen. Wir regen daher an, die Formulierung von „immediately“ dahingehend zu ändern, dass Kreditinstitute für die Implementierung dieser Listen zwei Bankarbeitstage zur Verfügung stehen. Die Formulierung „without undue delay“ bzw. im deutschen Verordnungstext „unverzüglich“ wäre aus unserer Sicht ebenfalls angemessen, soweit es im Sinne der gegenwärtigen Rechtslage in Deutschland verwendet wird. Gemäß Erwägungsgrund 15 im Verordnungsentwurf sollen Zahlungsdienstleister „so bald wie möglich“ nach Inkrafttreten von neuen Einfriergeboten bzw. Bereitstellungsverboten gemäß Artikel 215 AEUV Überprüfungen durchführen. Dies wäre mit dieser Formulierung gegeben. ◼ Ziffer 1 des neuen Artikels 5d verlangt ferner eine Überprüfung mindestens einmal pro Kalendertag („at least once every calendar day“). Dieser Ansatz ist nachvollziehbar, um eine lückenlose Umsetzung aktueller Listungen zu gewährleisten. Jedoch veröffentlicht die EU zum einen in ihrem Amtsblatt grundsätzlich nur an Werktagen. Zum anderen zöge diese Regelung erhebliche Änderungen in der Organisation der Kreditinstitute nach sich, die Stand heute größtenteils keinen Wochenend- und Feiertagsdienst für das Kunden- screening vorhalten, zumal zumindest Sonn- und Feiertagsarbeit in Deutschland nur in engen Grenzen zulässig ist. Wir plädieren daher dafür, die Formulierung in werktags („at least every bank working day“) zu ändern. Zudem wäre es hilfreich, wenn festgehalten würde, dass nur gegen die Änderungen der Sanktionslisten und in den Kundenbeständen gegen die Gesamtlisten geprüft werden müsste („doppelter Delta-Ansatz“). ◼ Ziffer 2 regelt, dass, sofern der Kundenstamm zuverlässig auf neue Listungen gescreent wird, auf das Filtern der Transaktionen bei den Echtzeitüberweisungen verzichtet werden soll. Ergänzend zu den oben dargelegten Erwägungen möchten wir daher im Folgenden nur noch auf das vorgesehene Verbot weitergehender Prüfungen („shall not verify“) bei der Transaktionsausführung eingehen. Der vollständige Verzicht darauf kann Kredit- institute im Umgang mit anderen Jurisdiktionen (z.B. nationalen Listungen und andere gesetzliche Verbotsregelungen, die auch nur durch eine Art des Transaktionsfilterns umgesetzt werden können) in eine schwierige Lage bringen. Wir regen daher an, auf das absolute Verbot von Transaktionsfiltern zu verzichten. ◼ Ziffer 3 verlangt, dass Kreditinstitute einander für entstandene Schäden kompensieren, sofern gegen das Einfriergebot bzw. das Bereitstellungsverbot verstoßen wurde. „Schäden“ in diesem Zusammenhang sind als Strafzahlungen zu verstehen, falls doch eine unerlaubte Transaktion durchgeführt wurde. Das Sanktionsrecht in der EU kennt keine verschuldensunabhängige Haftung; das heißt, dass Unternehmen nur dann für einen Sanktionsverstoß haftbar gemacht werden können, wenn sie vorwerfbar, also vorsätzlich oder mindestens fahrlässig gegen Sanktionsverordnungen verstoßen bzw. die in den einzelnen EU-Sanktionsverordnungen enthaltenen Haftungsvoraussetzungen erfüllen. Da die Prüfpflichten (d.h. das Kundenscreening) hinsichtlich des Auftraggebers allein beim Institut des Auftraggebers einer Zahlung liegen, kann das Kreditinstitut des Empfängers einer Echtzeitüberweisung nicht für Versäumnisse beim Auftraggeberinstitut haftbar gemacht werden. Es sind daher nur schwerlich Konstellationen vorstellbar, bei denen diese Regelung zum Tragen kommt. Liegt aber ein (eigenes) Verschulden des Empfänger- institutes vor, gibt es keinen Rechtsgrund, warum das Auftraggeberinstitut das andere Institut hinsichtlich seines Fehlers von einem „Schaden“ freistellen soll. Daher sehen wir für Aufnahme dieser Bestimmung keine Veranlassung, sie sollte somit aus dem Entwurf gestrichen werden. ◼ Der neu in Artikel 11 einzufügende Absatz 1b legt darüber hinaus Mindeststrafen für Verstöße fest. Die EU-Sanktionsverordnungen enthalten regelmäßig einen Passus, wonach Mitgliedsstaaten Strafen festzulegen haben, die „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend“ sind (vgl. z. B. VO 269/2014, Artikel 15). Weitere Vorgaben werden dazu nicht gemacht, weil die Sanktionsdurchsetzung Sache der Mitgliedsstaaten ist. Abweichend von dieser Praxis werden mit dem neugefassten Artikel 11 Mindeststrafen festgelegt, die zum einen unangemessen hoch erscheinen und zum anderen nur für Echtzeitüberweisungen gelten. Dies ist eine sehr weitreichende Abkehr von der üblichen Praxis. Des Weiteren ist es völlig ungerechtfertigt und unverhältnismäßig für Compliance Beauftragte im Fall einer persönlichen Haftung derart hohe Strafen vorzusehen, etwa wenn lediglich fahrlässige Arbeitsfehler gemacht wurden. Vor dem Hintergrund, dass die EU-Kommission vor kurzem einen Vorschlag die Richtlinie „zur Definition von Straftatbeständen und Sanktionen bei Verstoß gegen restriktive Maßnahmen der Union“ unterbreitet hat, plädieren wir deshalb dafür, den Passus über die Mindeststrafen in der vorliegenden Verordnung zu streichen und das Thema Straftatbestand der neuen Richtlinie zu überlassen. Wir plädieren für eine genaue Prüfung des Kommissionsvorschlages und einen intensivierten Dialog mit der Kreditwirtschaft hinsichtlich der Wechselwirkungen. Gerne stehen die Verbände der Deutschen Kreditwirtschaft und ihre Mitglieder für einen Praktikeraustausch zu diesem Thema zur Verfügung.
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Tania Witt
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Schmieding: „Einen richtigen Lichtblick haben wir nicht gefunden“
# Schmieding: „Einen richtigen Lichtblick haben wir nicht gefunden“ Wasserzeichen Konjunkturprognose Inflation Unternehmen 26.09.2023 Artikel background hero Eine Weltwirtschaft ohne Schwung mit nur langsam abflauender Inflation und allmählich sichtbaren Spuren der drastischen Leitzinserhöhungen halten die Konjunktursorgen hoch. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes, erläutert im Interview die Gemeinschaftsprognose der privaten Banken. Börsen-Zeitung: Herr Schmieding, die Aussichten für die Weltwirtschaft bleiben trübe: Haben Sie bei der Prognoseerstellung zumindest einen Lichtblick gefunden – Sie sind ja vergleichsweise pessimistisch? Holger Schmieding: Einen richtigen Lichtblick haben wir nicht gefunden. Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr und in der ersten Hälfte 2024 noch anderen Volkswirtschaften hinterherhinkt. Wir werden weiter abwarten müssen, bis im verarbeitenden Gewerbe der Welt der Trend wieder eindeutig nach oben zeigt. Deutschland ist diesem Auf und Ab der Weltindustrie stärker ausgeliefert als andere Länder. Und zurzeit sind wir in einer Abschwungphase der Weltindustrie. Ein wesentlicher Teil der Probleme im deutschen verarbeitenden Gewerbe ist ja die Lagerkorrektur. Das stimmt. Nach dem Ende der Lieferkettenengpässe haben wir Lagerbestände aufgebaut, die jetzt angesichts der etwas schwächeren Nachfrage aus China und den USA überdimensioniert sind. Um die Lager zu räumen, produzieren die Unternehmen weniger, als sie verkaufen. Das schlägt konjunkturell durch und sieht in Zahlen wie dem BIP zeitweilig schlechter aus, als es eigentlich dem zugrunde liegenden Trend entspricht. Fazit: Der Herbst wird schwierig, aber das heißt nicht, dass das kommende Jahr schwierig bleibt. Im Jahresverlauf 2024 wird es besser. Dann prognostizieren wir einen deutlichen Tempogewinn beim Wachstum – für Deutschland und die Eurozone. Der private Konsum gilt als Hoffnungsträger für das Wachstum. Wie zuversichtlich sind Sie, nachdem bislang die langsam nachlassende Inflation noch keine nennenswerten Effekte zeigt. Nun, wir haben ja im Sommer gesehen, dass die Reiselust der Deutschen ungebrochen ist. In diesem Sinne ist der private Konsum bereits angesprungen, wobei das natürlich sehr stark auch den typischen Urlaubsländern zugutegekommen ist. Aber wir sehen auch, dass sich die Stimmung der Verbraucher, die lange Zeit gestiegen ist, zurzeit nicht weiter aufhellt – wegen der Sorgen über die Industrie und der allgemeinen Verunsicherung über die Energiepolitik. Der private Verbrauch wird also derzeit nicht ausreichen, um eine leichte Rezession zu verhindern. Allerdings erwarten wir, dass im Laufe des kommenden Jahres die Nachrichten aus der Industrie wieder besser werden. Und dann wird auch die Ausgabenbereitschaft der privaten Verbraucher wieder steigen. Sie haben ja bereits mehr Einkommen zur Verfügung, weil die Löhne stärker steigen als die Preise und auch die Beschäftigung bisher nicht zurückgeht. Sie haben die Energiepolitik ange­sprochen: Derzeit wird gefordert, die Energie­preisbremsen zu verlängern, die bei Haushalten und Unternehmen die Härten der Energiekrise abfedern sollten. Eine gute Idee? Im vergangenen Winter war die Gas- und Strompreisbremse für die Haushalte eine gute Idee. Sollte es zu einem erneuten kräftigen Anstieg dieser Preise am Markt kommen, dann sollte dieser Deckel beibehalten werden. Was die Diskussion um einen Industriestrompreis betrifft: Wichtig ist für uns in diesem Bereich, dass Klarheit herrscht – über die künftige Energiepolitik, über den Pfad der Energiepreise für Haushalte und für Unternehmen. Nur so bauen wir Unsicherheit und Unklarheit ab, die erheblich zur Zurückhaltung im Wohnungsbau und bei Investitionen beitragen. Wir brauchen Klarheit und eine bessere Planbarkeit für die gesamte Wirtschaft, also gerade auch für den Mittelstand. Allein Klarheit zu schaffen wäre schon ein Konjunkturimpuls. Was sollte die Bundesregierung noch tun, um den Wirtschaftsstandort zu stärken? Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, gibt es eine ganze Reihe von sinnvollen Maßnahmen. Ein klassisches Konjunkturprogramm gehört nicht dazu, da uns kein großer Anstieg der Arbeitslosigkeit droht. Wir sind der Meinung, dass das 10-Punkte-Paket und das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung in die richtige Richtung gehen. Wir würden da aber gerne etwas nachlegen, etwa bei der Ausgestaltung der Abschreibungen und des Verlustvortrages. Zusätzlich brauchen wir mehr qualifizierte Zuwanderung. Und wir brauchen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, um die Wirtschaft auch längerfristig voranzubringen. Schenkt Berlin denn Problemfeldern wie Fachkräftemangel, Entbürokratisierung, Digitalisierung und Klimaschutz genügend Aufmerksamkeit? Meinem Eindruck nach wird in Berlin mittlerweile viel darüber diskutiert. Wenn es aber im föderalen System Deutschlands darum geht, sich zu einigen und Reformen umzusetzen, dauert das noch zu lange. Die Diskussion über die Schwäche des Wirtschaftsstandorts Deutschland ist dennoch übertrieben. Sie hat allerdings den Vorteil, dass in Berlin und darüber hinaus ankommt, dass es am Standort Deutschland Probleme gibt. Jedem sollte mittlerweile klar sein: Wir müssen etwas tun, etwa bei der Digitalisierung. Die öffentliche Verwaltung muss nicht unbedingt schlanker, aber besser werden. Sie muss so gestärkt werden, dass sie Anträge schneller bearbeiten kann. Das geht durch Digitalisierung. Das geht aber auch dadurch, dass man im Zweifelsfall die eine oder andere Detailregelung abschafft und damit etwas schneller zu Ergebnissen kommen kann. Bei Arbeitskräftemangel sollte Regulierung möglichst einfach sein, möglichst einfach umzusetzen und zu kontrollieren. Auch wenn sie dann nicht jedem Einzelfall gerecht werden, so können sie dann doch zumindest konsistent angewandt werden. Was wären Ideen, um dem Fachkräftemangel, auch über Zuwanderung, zu begegnen? Wir müssen in der Diskussion über das Steuersystem bei uns – auch über den Spitzensteuersatz – darauf achten, dass es sich lohnt, zu uns zu kommen, gerade für Qualifizierte. Das ist ein Argument, das oftmals übersehen wird in der Diskussion. Zudem sollten wir auch über Möglichkeiten sprechen, das heimische Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen. Beispielsweise könnte man Anreize setzen für ältere Arbeitnehmer, länger zu arbeiten, indem man die Erwerbseinkommen jenseits der gesetzlichen Altersgrenze weniger besteuert: also mehr Netto vom Brutto für diejenigen, die sich mit ihrem Arbeitgeber darauf einigen, auch über das offizielle Rentenalter hinaus zu arbeiten. Groß war lange auch die Sorge vor einer Insolvenzwelle mit entsprechenden Jobverlusten. Bislang werden die steigenden Insolvenzzahlen eher als Normalisierung gesehen. Wir erwarten keine Insolvenzwelle, die so ausgeprägt ist, dass sie zu großen gesamtwirtschaftlichen Problemen führen wird. Konkret: Es wird nicht so viele Unternehmenspleiten geben, dass daraus ein spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit resultieren wird. Wir werden eher sehen, dass Unternehmen in der konjunkturellen Schwächephase weniger einstellen. Gleichwohl wird die Arbeitslosigkeit nur leicht steigen – der Arbeitsmarkt ist nach wie vor robust. China war ja lange Zeit eben auch so ein bisschen die Konjunkturlokomotive. Wen würden Sie denn jetzt an der Position sehen? Richtig: Die einstige Konjunkturlokomotive China zieht nicht mehr und sie wird wahrscheinlich nie wieder so ziehen wie früher. Denn China hat langfristige Probleme, im Wesentlichen infolge einer verfehlten Wirtschaftspolitik. Die USA sind für die Weltkonjunktur immer noch das wichtigste Land. Die US-Konjunktur spielt für unseren Ausblick eine erhebliche Rolle. Wir erwarten eine sanfte Landung in den USA, also einen Abschwung ohne spürbare Rezession in den kommenden drei Quartalen, gefolgt von einem Wiederaufschwung, der in der zweiten Hälfte kommenden Jahres an Schwung gewinnt und zum Trendwachstum zurückkommt. Doch um die Weltwirtschaft als Ganzes anzukurbeln, ist diese Entwicklung wahrscheinlich nicht kräftig genug. Darüber hinaus wird oft Indien genannt. Indien entwickelt sich rasant, macht aber bislang weniger als ein Viertel der chinesischen Wirtschaftsleistung aus. Das indische Wachstum hilft etwas, aber die indische Wirtschaft ist einfach nicht groß genug, um das Prädikat Weltkonjunkturlokomotive zu verdienen. Ich befürchte, auch in dieser Beziehung ist die Welt multipolarer geworden. Es wird immer stärker vor der Abhängigkeit von China gemahnt. Wie kritisch sehen Sie das? China ist gerade für uns in Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt, aber die Bedeutung des chinesischen Marktes wird in der öffentlichen Diskussion oft etwas übertrieben. Die Zahlen sehen anders aus: Derzeit gehen 7,2% der deutschen Warenausfuhren nach China. Aber um die 5,7% gehen allein nach Polen. Rechnen wir Polen, Tschechische Republik, Ungarn und die Slowakei zusammen, sind es über 12%, in die USA gehen 10%. Der Punkt, den ich machen möchte, ist: China ist wichtig, aber andere Länder sind noch wichtiger. Wir können also gewisse Reibungsverluste im Handel mit China weitgehend ausgleichen, wenn der Handel mit anderen Ländern blüht. Zwar haben wir zurzeit konjunkturell mit Osteuropa auch eine kleine Delle, das Potenzial ist dort aber groß. Aus konjunktureller und auch aus langfristiger wirtschaftlicher Sicht spricht wenig dagegen, die Vorteile des Handels mit China abzuwägen gegen Risiken für Souveränität, nationale Sicherheit und Versorgungssicherheit. Die Misere in der deutschen Baubranche zeigt, dass die straffe Geldpolitik in der Wirtschaft ankommt. Ist nun der Zinsgipfel erreicht? Wahrscheinlich. Die Inflation geht trotz des Ölpreiseffekts im Trend spürbar zurück. Die Konjunktur schwächt sich ab, das wird auch dazu führen, dass im kommenden Jahr der Lohndruck weniger ausgeprägt sein wird, als er jetzt aktuell ist. Das alles spricht dafür, dass die EZB genug gemacht hat. Sie haben den Wohnungsbau angesprochen. Es ist ein klares Beispiel dafür, dass die Geldpolitik wirkt. Sie bremst die Konjunktur. Wir sollten das abwarten. Was die EZB dann weiter macht? Sie wird vermutlich für längere Zeit beim jetzigen Zinsniveau bleiben. Wobei viele Ausschussmitglieder eine gute Chance sehen, dass die EZB im zweiten Halbjahr 2024  die Zinsen auch wieder senken könnte, wenn die Inflation sich dem 2-Prozent-Ziel annähert. Im EZB-Rat könnte bereits auf der kommenden Sitzung im Oktober die Debatte über die Überschussliquidität starten. Als erster möglicher Schritt gilt die Anhebung der Mindestreserve. Wir sehen, dass die Zinspolitik wirkt. Wir sehen daher kein geldpolitisches Argument, warum an der Mindestreserve oder an dem jetzt vorgesehenen Tempo des Bilanzabbaus etwas geändert werden sollte. Eine höhere, inzwischen unverzinste Mindestreserve wirkt wie eine Art Steuer auf Bankeinlagen. Sie könnte die europäischen Banken – gerade im internationalen Wettbewerb – schwächen und mittelfristig auch die Kreditvergabekapazitäten im Euroraum beeinträchtigen.
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# Unterrichtsmaterialien Wasserzeichen Mit den Unterrichtsmaterialien des Bankenverbandes können Lehrerinnen und Lehrer Finanzbildung von spielerisch bis herausfordernd in ihren Unterricht integrieren. Unterrichtsmaterialien # Schülerwettbewerbe Wasserzeichen Wettbewerbe machen alles spannender, weil am Ende ein Gewinn lockt. Wir haben drei völlig verschiedene Schülerwettbewerbe im Programm, die eines gemeinsam haben. Interesse in die Welt der Wirtschaft. Schülerwettbewerbe # Newsletter Wasserzeichen Hier erfahren Sie alles über unseren Schulbank-Newsletter und können die regelmäßigen Informationen abonnieren. Newsletter Schulbank # Erklärvideos Wasserzeichen Aktien, Immobilienkredite, Sepa, Falschgeld und vieles mehr - Themen rund um Finanzen und Wirtschaft einfach erklärt. Erklärvideos # Unterrichtsmaterialien background hero 10.01.2023 Seite # Erklärvideos background hero 03.02.2023 Seite # Newsletter der Schulbank Erhalten Sie spannende Themen rund um die ökonomische Bildung.
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EU-UK – Das Ringen um die künftigen Beziehungen aus Bankensicht
# EU-UK – Das Ringen um die künftigen Beziehungen aus Bankensicht Wasserzeichen Europa Wirtschaft Handelspolitik 19.06.2020 Artikel Kolja Gabriel background hero Die Uhr tickt, das Ende der Übergangsphase rückt immer näher, Anzeichen für relevante Fortschritte in den Verhandlungen gibt es jedoch nicht. Politik und Wirtschaft müssen sich daher auf verschiedene Entwicklungen vorbereiten – inklusive des Szenarios, dass das Vereinigte Königreich trotz langjähriger EU-Mitgliedschaft ein einfacher Drittstaat wird, mit dem es kein Handelsabkommen gibt. Ein vergleichbares „cliff edge“-Szenario hatte es bereits bei den Verhandlungen über das Austrittsabkommen gegeben. Damals wurden die notwendigen Notfallmaßnahmen getroffen. Viele Banken beispielsweise haben die notwendigen Lizenzen beantragt und erhalten, um auch weiterhin auf beiden Seiten des Kanals Geschäfte tätigen zu können. Das Angebot und der Umfang spezifischer über London laufender Finanzaktivitäten ist jedoch so groß, dass diese nicht vollumfänglich verlagert werden können. Zum Nutzen der Markt- und Finanzstabilität und damit der Wirtschaft und Gesellschaft auf beiden Seiten des Kanals muss daher ein harter Bruch vermieden werden. # Klarheit und Planungssicherheit – Finanzdienstleistungen im Freihandelsabkommen Nach Ablauf der Übergangsperiode werden die "Passporting"-Rechte für Finanzdienstleister und der durch sie ermöglichte volle Marktzugang aus UK in die EU und umgekehrt wegfallen. Von daher müssen Marktzugangsfragen frühzeitig über das Freihandelsabkommen oder den Äquivalenzmechanismus geklärt werden. Die Berücksichtigung der Rahmenbedingungen für Finanzdienstleistungen im Freihandelsabkommen wird für Klarheit und Planungssicherheit sowie für finanzielle Stabilität sorgen. Die Rahmenbedingungen sollten regelmäßige regulatorische und aufsichtliche Dialoge zwischen der EU und UK vorsehen. Zudem sollten spezifische Bereiche von systemischer Bedeutung, wie Zahlungssysteme und Clearingstellen, berücksichtigt werden. # Marktzugang über den Äquivalenzmechanismus Gemäß den Verhandlungsmandaten der EU und UK würde ein Freihandelsabkommen höchstens die Rahmenbedingungen für den Marktzugang bei Finanzdienstleistungen beinhalten. Mithin ist der Äquivalenzmechanismus von großer Bedeutung, der für bestimmte Finanzdienstleistungen einen Marktzugang regelt und sich bereits bei vielen anderen Drittstaaten, wie zum Beispiel den USA oder Japan, bewährt hat. Die EU hat zugesagt, die Prüfungen hierfür bis Ende Juni abzuschließen. Die dann noch erforderlichen Entscheidungen sollten zeitnah getroffen werden, um den Finanzdienstleistern Planungssicherheit zu geben. # Unterstützende Maßnahmen zur Erleichterung des Übergangs Es gibt zudem weitere Bereiche, die hinsichtlich der künftigen Beziehungen zwischen der EU und UK eine entscheidende Rolle spielen werden. Zu den notwendigen Maßnahmen gehören die weitere Stärkung des EU-Binnenmarktes und der Marktinfrastruktur, die Schaffung der Rahmenbedingungen für einen sicheren und reibungslosen Datenaustausch, die Vermeidung widersprüchlicher Regulierungsrahmen, die Schaffung der Rahmenbedingungen für Beschäftigung und Entsendung von Arbeitskräften sowie die Gewährung einer ausreichenden Anpassungsphase nach der Übergangsperiode. Der Bankenverband stellt in einem Positionspapier die aus seiner Sicht derzeit wichtigsten Maßnahmen für die Erleichterung des Übergangs und die Etablierung einer belastbaren künftigen Beziehung für die Finanz- und Bankenwirtschaft vor.
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Digitale Identitäten – wie kann eine gemeinsame Lösung von Wirtschaft und Staat aussehen?
# Digitale Identitäten – wie kann eine gemeinsame Lösung von Wirtschaft und Staat aussehen? Wasserzeichen Banken ON SCREEN Digitalisierung Online-Veranstaltung background hero - Start: 18.03.2021 | 10:30 Uhr - Ende: 18.03.2021 | 11:30 Uhr # Programm Digitale Identitäten sind Grundlage jeder digitalen Kundenbeziehung. Private und staatliche Lösungen konnten sich bislang nicht durchsetzen, es fehlt daher an Angeboten, mit denen man sich überall und auf vollständig digitalem Wege gegenüber Geschäftspartnern ausweisen kann. Dies hemmt nicht nur die Digitalisierung in den Unternehmen wie beispielweise Banken, Telekommunikationsanbieter und Vertrauensdienste, die von Gesetz her zur Identifizierung neuer Vertragspartner verpflichtet sind. Es setzt auch die Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität Europas aufs Spiel, denn globale Tech-Konzerne stehen an der Schwelle, diese Lücke mit ihren Angeboten zu füllen. Die Lösung verspricht ein Ökosystem digitaler Identitäten, in dem staatliche und private Angebote miteinander  kombiniert  werden und den Bedarf nach einfachen, universellen, interoperablen und zugleich  sicheren  digitalen Identitäten erfüllen können. Gemeinsam mit Vertretern aus Finanzwirtschaft, Industrie, Staat und Ihnen haben wir diskutiert, auf welche Weise ein solches Ökosystem Realität werden kann und welchen Beitrag es leisten kann - nicht nur zu einer erfolgreichen Digitalisierung, sondern auch im Sinne der digitalen Souveränität. 13.30 Uhr         Begrüßung - Andreas Krautscheid , Hauptgeschäftsführer, Bundesverband deutscher Banken 13.35 Uhr          Keynote - Dr. Markus Richter , Staatssekretär im BMI, Beauftragter der Bundesregierung für IT (Bundes-CIO) 13.45 Uhr        Diskussion mit - Armin Bauer , Co-Founder & CTO, IDnow GmbH - Dr. Markus Richter , Staatssekretär im BMI, Beauftragter der Bundesregierung für IT (Bundes-CIO) - Nik Scharmann , Projekt Director „Economy of Things“, Robert Bosch GmbH - Dr. Joachim von Schorlemer , stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ING-DiBa AG Moderation: Daniel Finger , Journalist und Moderator. 14.30 Uhr        Ende der Veranstaltung # Einsatz von KI in Banken - Chancen & Herausforderungen background hero 18.01.2024 Veranstaltung # Aufzeichnung ansehen: Wirtschaft, Transformation und Finanzierung background hero 27.11.2023 Veranstaltung # Aufzeichnung ansehen: Sustainable Finance – Biodiversität background hero 23.10.2023 Veranstaltung # Stabile Lieferketten für Banken - wie die Widerstandsfähigkeit im ... background hero 27.09.2023 Veranstaltung # Aufzeichnung: Konjunkturausblick der privaten Banken background hero 26.09.2023 Veranstaltung # Wirtschaft im Umbruch finanzieren background hero 26.05.2023 Veranstaltung # Hoffest des Bankenverbandes background hero 24.05.2023 Veranstaltung # 9. Brüsseler EU/UK Dinner Debatte background hero 24.04.2023 Veranstaltung # EU-Verbandsklagerichtlinie – Umsetzung in deutsches Recht background hero 18.04.2023 Veranstaltung
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Überweisung
# Überweisung oder Lastschrift: Zahlungen zurückholen Wasserzeichen background hero 07.09.2023 Artikel Das kann schon einmal passieren: Versehentlich überweist man Geld an einen falschen Empfänger oder entdeckt, dass per Lastschrift der falsche Betrag abgebucht wurde. Was kann man in so einem Fall tun? Falscher Empfänger: Überweisung zurückfordern In Deutschland ist die Überweisung die gängigst... # Dauerauftrag oder Überweisung: Bargeldlos Rechnungen zahlen background hero 10.09.2020 Artikel # Geld von Konto zu Konto in Sekunden: So geht die Echtzeitüberweisung background hero 15.11.2018 Presseinformation
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Bilanzierung
# IFRS-Einzelabschlüsse – die Zeit ist reif für ein Wahlrecht Wasserzeichen background hero 17.05.2022 Artikel Fast 20 Jahre ist es inzwischen her, dass im Juli 2002 die europäische IAS-Verordnung verabschiedet wurde und die Konzernberichterstattung in Europa erheblich veränderte. Mit Inkrafttreten der Verordnung wurden kapitalmarktorientierte Unternehmen, Banken und Versicherungen in der EU dazu verpflichte...
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Zwischenbericht Sustainable Finance-Beirat: DK für europäische Regeln
Der von der Bundesregierung einberufene Sustainable Finance-Beirat hat heute einen Zwischenbericht vorgelegt, der Handlungsempfehlungen für die Strategie der Bundesregierung im Bereich nachhaltiger Finanzen aufzeigt. "Insbesondere mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 kommt der Bundesregierung im europäischen Kontext eine führende Rolle bei der weiteren Gestaltung eines nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystems zu. Die Deutsche Kreditwirtschaft steht bereit, die großen Herausforderungen der Transformation aktiv mitzugestalten", so Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), diesjähriger Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft. Richtigerweise sieht der Sustainable Finance-Beirat die Bundesregierung in der zentralen Rolle des Rahmengebers und spricht sich hier für ressortübergreifend kohärente Entscheidungen innerhalb der Bundesregierung aus. Als wesentliche Handlungsansätze empfiehlt der Beirat eine lenkungswirksame Gestaltung des CO2-Preises, die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Erhöhung geeigneter realwirtschaftlicher Investitionen sowie die Mitgestaltung des europäischen Green Deals und des EU-Aktionsplans, insbesondere der Taxonomie als Basis zur Definition, was unter nachhaltig zu verstehen ist. Entscheidend dabei ist aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft, dass diese Klassifizierung klar, schlank und einfach in der Praxis anwendbar auszugestalten ist. "Als Anbieter nachhaltiger Finanzprodukte müssen wir uns auf einen europaweiten Regelungsrahmen verlassen können. Daher halten wir die Forderung des Sustainable Finance-Beirats für kontraproduktiv, ergänzend zum europäischen Regelwerk zusätzlich nationale Regelungen zu schaffen", so Kolak weiter. Damit werde genau das Gegenteil erreicht: Der Finanzmarkt Deutschland würde durch schärfere Regeln im Vergleich zu Anbietern in anderen europäischen Mitgliedsstaaten im Wettbewerb belastet statt gestärkt. Vielmehr sollte sich die Bundesregierung in den europäischen Regulierungsprozess aktiv einbringen und sich für ein praxistaugliches Regelwerk einsetzen. Die Sustainable Finance-Strategie für die Bundesregierung könne somit nur aufgehen, wenn sie im Einklang mit dem europäischen Regelwerk steht. Das vom Beirat geforderte Angebot nachhaltiger Finanzprodukte in allen Produktkategorien sollte dem Markt überlassen werden. Die Regulatoren sollten auch beim Thema Nachhaltigkeit neue Regelungen auf den Kosten-Nutzen-Aspekt und den echten Mehrwert für Verbraucher selbstkritisch abklopfen.
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Positionspapier zur Regulierung von FinTech-Unternehmen
# Positionspapier zur Regulierung von FinTech-Unternehmen Wasserzeichen Regulierung Unternehmensfinanzierung Banktechnologie 26.05.2015 Positionspapier background hero In einem Positionspapier befasst sich der Bankenverband mit den FinTech-Unternehmen und den Folgen für Banken und Regulierung, die durch die neue Konkurrenz erwachsen. Generell begrüßen die privaten Banken die Impulse, die von den FinTech-Unternehmen ausgehen und die zur Entwicklung neuer bzw. Weiterentwicklung bestehender Finanzdienstleitungen beitragen. Der durch Innovation und Dynamik der FinTechs beförderte Wettbewerb bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte und Chancen für alle Seiten. Die privaten Banken sehen FinTechs als Partner für Kooperationen, die zum gegenseitigen Vorteil im Bankgeschäft und zum Nutzen der Kunden führen. Insgesamt sollte das Chancenpotential von allen Marktteilnehmern, von neuen wie von etablierten Anbietern gleichermaßen, genutzt werden können. Das bedeutet allerdings auch, dass Banken nicht per se und ohne Beachtung des betroffenen Geschäfts strenger reguliert oder beaufsichtigt werden als andere Marktteilnehmer. Generell muss gelten: Gleiches Geschäft muss den gleichen Regeln unterliegen („level playing field“), da nur so Chancen und Risiken gleich verteilt werden. ## Positionspapier als PDF - 127,19 KB PDF - Datei
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Den Wandel der Wirtschaft finanzieren: Vorschlag für einen EU-Rahmen zu Transition Finance
# Warum brauchen wir einen EU-Rahmen zu Transition Finance? Um Klimaschutz wirklich voranzutreiben, müssen alle Sektoren der Wirtschaft grüner werden. Der alleinige Fokus auf "dunkelgrüne" Finanzierung reicht nicht aus, um unsere Klimaziele zu erreichen. Dies gilt insbesondere für Sektoren wie zum Beispiel Stahl, Zement und Aluminium. Doch hier gelten prozessbedingte Emissionen als „schwer vermeidbar” (engl. „hard to abate”), weil die dortigen Unternehmen entweder (noch) nicht über die entsprechende Technologie verfügen oder die Kosten (noch) sehr hoch sind. Wie wir in der Europäischen Union Übergangsaktivitäten und -bestrebungen von Unternehmen begleiten und finanzieren können, sollte daher ein viel größeres Gewicht bekommen. Genau an diesem Punkt setzt „Transition Finance“ an – in etwa zu übersetzen als Übergangsfinanzierung. Bei Transition Finance geht es darum, eine stärkere Dynamik hin zu mehr Nachhaltigkeit zu entwickeln. Gleichzeitig gewährleistet Transition Finance einen Rundumblick auf Wirtschaftssektoren in ihrer Gesamtheit. Der Ansatz von Transition Finance steht daher im Gegensatz zu einer statischen Bewertung von dem, was bereits heute nachhaltig ist, wie sie etwa durch die EU-Taxonomie vorgenommen wird. Die EU-Taxonomie hat zwar das Potenzial, die Märkte für grüne Finanzierungen zu stimulieren. Doch aufgrund ihres binären Charakters (grün vs. nicht grün), der unvollständigen Erfassung von Wirtschaftsaktivitäten und der restriktiven Definition von Übergangsaktivitäten ist dieser Nachhaltigkeitsstandard unzureichend, um die Finanzierung der Transition zu gewährleisten. Daher sollte ein eigenständiges, prinzipiengeleitetes Rahmenwerk für Transition Finance geschaffen werden. Damit könnten möglichst viele Unternehmen erreicht werden. Sie bekämen eine Orientierung, wo sie auf dem Weg der Transformation stehen. Und damit könnten diese Unternehmen auch motiviert werden, nachhaltiger zu werden: indem sie ihre Geschäftsmodelle sektorabhängig darauf ausrichten, und Schritte zu mehr Nachhaltigkeit selbst operationalisieren. # Wo steht die Europäische Union bei Transition Finance? Die EU-Kommission hat am 27. Juni 2023 eine „Empfehlung zur Vereinfachung der Finanzierung für die Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft“ veröffentlicht. Die Empfehlung verweist auf grundlegende Konzepte von Transition Finance und den Einsatz von entsprechenden Finanzinstrumenten. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die Empfehlung von den Marktteilnehmern aufgenommen wird und ob sie in der Praxis ausreichend ist. Unserer Ansicht nach sind die allgemeinen Leitlinien der EU-Kommission ein nützlicher erster Schritt, der jedoch wahrscheinlich durch zusätzliche Leitlinien wie z. B. für sektorale Übergangspfade ergänzt werden muss. # Positionspapier der privaten Banken Im Bankenverband haben wir daher mit unseren Mitgliedern zusammen wichtige Grundsätze entwickelt, wie ein umfassenderes Rahmenwerk für Transition Finance aussehen sollte. Diese haben wir in einem Positionspapier dargestellt, welches über diesen Link abrufbar ist. Unsere wesentlichen Forderungen haben wir im Folgenden stichpunktartig zusammengefasst: ## Scope: - Der Anwendungsbereich sollte über die EU-Taxonomie hinaus gehen - Transitionsbemühungen von Unternehmen sollten auf Unternehmens- und Aktivitätenebene betrachtet werden ## Benchmarks: - Der Abgleich könnte z. B. an wissenschaftsbasierten sektoralen Übergangspfaden auf globaler Ebene erfolgen - Die Politik sollte solche Übergangspfade gemeinsam mit der Industrie und den Branchenexperten zeitnah entwickeln ## Transitionspläne: - Die Transitionsbemühungen der Unternehmen sollten in Transitionsplänen dokumentiert werden - Solche Pläne sollten idealerweise ein hohes Maß an Gemeinsamkeit und Standardisierung aufweisen ## Finanzierung: - Eine Finanzierung sollte als Transition Finance gelten, wenn (1) das Unternehmen in einem Transitionsplan nachweist, dass seine Aktivitäten bereits mit relevanten sektoralen Übergangspfad abgestimmt sind, oder (2) darlegt, dass es zeitnah geeignete Schritte unternimmt ## Reporting: - Unternehmen sollten jährlich extern über solche Pläne berichten, um Transparenz zu schaffen - Transition Finance sollte nicht Teil der Meldepflichten für Banken sein, aber Best-Practice-Guidance ist willkommen
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Dauerauftrag oder Überweisung: Bargeldlos Rechnungen zahlen
# Dauerauftrag oder Überweisung: Bargeldlos Rechnungen zahlen Wasserzeichen Überweisung Verbraucher SEPA 10.09.2020 Artikel Kathleen Altmann background hero # Wie funktioniert eine Überweisung? Die Miete ist fällig, der Handwerker muss bezahlt werden oder die Rechnung für das Schulessen des Kindes ist noch nicht beglichen: Viele Millionen Rechnungen werden in Deutschland per Überweisung bezahlt. Welche Art der Überweisung sich am besten eignet, ob Überweisung, Dauerauftrag oder Echtzeitüberweisung, das hängt von Ihren Anforderungen ab: Wollen Sie einmalig eine Rechnung begleichen oder handelt es sich um eine wiederkehrende Zahlung, wie zum Beispiel bei der Miete oder einem Zeitschriften-Abonnement? Auch die Zahlungsfrist kann unter Umständen eine Rolle spielen. Haben Sie noch Zeit, bis das Geld beim Empfänger sein muss, oder wollen Sie etwa Ihre Schulden bei einem Bekannten möglichst sofort begleichen? Wer einen Geldbetrag an einen anderen überweisen will, beauftragt seine Bank, dem Zahlungsempfänger Geld zukommen zu lassen. Die Bank übermittelt die Überweisungsdaten und den Geldbetrag an die Bank des Zahlungsempfängers. Diese schreibt dem Zahlungsempfänger dann den eingegangenen Betrag auf dessen Konto gut. Beide Banken informieren jeweils ihren Kunden über die Belastung bzw. die Gutschrift, zum Beispiel über den Kontoauszug oder im Onlinebanking . Geld von Konto zu Konto in Sekundenschnelle Geld von Konto zu Konto in Sekundenschnelle . Source: YouTube Die Dauer der Überweisung beträgt in der Regel einen Bankarbeitstag. Dann ist das Geld dem Empfänger gutgeschrieben. Nur Aufträge, die der Bank schriftlich bzw. beleghaft erteilt werden, können einen Bankarbeitstag länger dauern, weil in diesem Fall der Beleg von der Bank erst noch erfasst werden muss. Bei Daueraufträgen werden die Überweisungsdaten und das Ausführungsdatum bzw. -intervall in den Banksystemen gespeichert, so dass die Zahlung zum vereinbarten Termin und bei Kontodeckung automatisch ausgeführt wird. Für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen, wie Miete oder für Abonnements lohnt es sich daher, einen Dauerauftrag einzurichten. Für einmalige Zahlungen wie zum Beispiel die Begleichung einer Handwerker-Rechnung eignet sich hingegen grundsätzlich eher die Überweisung. Aber manchmal sind Überweisungen besonders eilig. Hier bietet sich die Echtzeitüberweisung an. # Wenn es schnell gehen muss: die Echtzeitüberweisung Bei einer Echtzeitüberweisung , wird das Geld innerhalb weniger Sekunden auf das Empfängerkonto übertragen und der Empfänger kann sofort darüber verfügen. Dieser Service funktioniert rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr, also auch am Wochenende oder an Feiertagen. Die Echtzeitüberweisung steht seit 2017 für Kunden in der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino und Schweiz zur Verfügung. Wie hoch die Kosten einer Echtzeitüberweisung sind, oder ob Sie die schnelle Überweisung sogar kostenlos nutzen können, unterscheidet sich von Bank zu Bank. Informationen hierzu finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. # Überweisung zurückholen: Wie Sie bei einer Fehlüberweisung Geld vom Empfänger zurückfordern Anders als etwa bei einer Lastschrift kann fälschlicherweise überwiesenes Geld – das trifft auf alle Varianten der Überweisung zu – seitens der Bank nicht zurückgebucht werden. Wenn Sie zum Beispiel versehentlich mehr als den erforderlichen Geldbetrag oder an den falschen Empfänger überwiesen haben, müssen Sie direkt an den Empfänger herantreten, um das rückgängig zu machen. Meistens funktioniert eine solche Rücküberweisung aber ohne Probleme, wenn Sie den Empfänger kontaktieren  und ihm die Situation schildern. Sollte er Ihnen jedoch den fehlgeleiteten Betrag nicht freiwillig zurücküberweisen, können Sie auf Erstattung klagen. Ihre Bank unterstützt Sie bei Ihrer Rückforderung, denn zwischen den Banken gibt es für solche Fälle ein Auskunftsverfahren, das ab einer Summe von 20 Euro greift. Sie erhalten dann die Informationen über den unberechtigten Empfänger, die Sie für die gerichtliche Durchsetzung Ihres Anspruchs benötigen. ## Broschüre: Online- und Mobile Banking - 2.013,35 KB PDF - Datei
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Mehr Frauen in den Vorständen
Noch immer sind die deutschen Unternehmensvorstände überwiegend männlich, doch ein wenig verschieben sich die Gewichte in den Führungsetagen der 160 deutschen börsennotierten Unternehmen in Dax, M-Dax und S-Dax. So weist die Studie der deutsch-schwedischen Allbright-Stiftung zum Thema Frauen und Diversität in Führungspositionen darauf hin, dass im vergangenen Jahr 37 Prozent der neu zu besetzenden Vorstandspositionen an Frauen gingen. Obendrein gibt es in diesem Jahr erstmals mehr Unternehmen, die zumindest ein weibliches Vorstandsmitglied haben, als Unternehmen mit rein männlichen Vorständen. # Gesetzliche Anforderungen Ein Grund für diese Entwicklung ist das Mindestbeteiligungsgesetz. Es sieht vor, dass in Vorständen mit mindestens vier Personen auch mindestens eine Frau vertreten sein muss. Allerdings – dies deuten die Autorinnen und Autoren der Studie an – habe das Gesetz auch die Wirkung, dass einige Unternehmen ihre Bemühungen um einen höheren Frauenanteil in den Vorständen wieder zurückschrauben, sobald dieses gesetzliche Ziel bzw. ein gesellschaftlich akzeptiertes Niveau beim Frauenanteil erreicht ist. Das Mindestbeteiligungsgesetz sei jedoch nicht als Zielmarke gedacht, sondern als Eisbrecher, der Frauen den Weg in die Führungsetagen ebnen soll. Immerhin gebe es auch bekannte Unternehmen, die die gesetzlichen Mindeststandards deutlich überbieten und deren Vorstände zu 40 Prozent weiblich seien. # Nur ein Dax-CEO ist eine Frau Alles in allem steigt der Frauenanteil langsam, aber stetig. Insgesamt 121 Frauen befinden sich inzwischen in den Vorständen der 160 deutschen Börsenunternehmen. Das sind etwa 17 Prozent. In den Aufsichtsräten ist der Anteil der Frauen gut doppelt so hoch, er liegt bei 36 Prozent – hier gibt es auch eine striktere Quotenregel. An der Spitze des Unternehmens bzw. des Kontrollgremiums stehen Frauen jedoch nach wie vor sehr selten: Ihr Anteil unter den Vorstandsvorsitzenden oder den Aufsichtsratsvorsitzenden stagnierte lange auf niedrigem Niveau, inzwischen ist er sogar leicht gesunken. So sind nur 2,5 Prozent der Vorstandsvorsitzenden (CEOs) der 40 im Dax notierten Unternehmen mit Frauen besetzt. Mit anderen Worten: Es gibt im Augenblick mit Belén Garijo vom Chemie- und Pharmakonzern Merck KGaA lediglich eine Frau, die ein Dax-Unternehmen leitet. Aber auch mit sinkender Unternehmensgröße nimmt der Frauenanteil in der Vorstandsetage ab, liegen doch gerade die kleinen und mittleren Unternehmen in Sachen Diversität zurück: Nur rund 12 Prozent der Vorstände der S-Dax-Unternehmen sind weiblich. Im Dax beträgt der Anteil dagegen etwas mehr als 23 Prozent. Erklärung: Die kleinen S-Dax-Unternehmen stehen weniger im Licht der Öffentlichkeit als die großen Unternehmen.
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Finanzmärkte
# Ossig: EZB sendet endlich klare Botschaft Wasserzeichen background hero 21.07.2022 Zitat Mit der Erhöhung der Leitzinsen um 50 Basispunkte stellt sich die EZB der Inflation entschlossen entgegen“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die heutige Ratssitzung der EZB.... # Christian Ossig:  „Die Kreditbedingungen sind zurzeit gut“ background hero 23.02.2022 Artikel # Bankenpräsident Sewing zum Rücktritt von Jens Weidmann background hero 20.10.2021 Zitat # Christian Sewing zum neuen Bankenpräsidenten gewählt background hero 21.04.2021 Presseinformation
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Smishing_DE
YOUR BANK Due you to to verify the new your rules bank we account need details. Please http://yourbank.eu click here to verify your details. Smishing (eine Kombination der Wörter SMS und Phishing) ist der betrügerische Versuch, persönliche, finanzielle oder sicherheitsbezogene Informationen # mittels Textnachricht zu erlangen. Die Textnachricht wird Sie typischerweise auffordern, einen Link anzuklicken oder eine Telefonnummer anzurufen, um ihr Konto zu “prüfen”, “aktualisieren” oder “reaktivieren”. Aber…der Link führt zu einer gefälschten Webseite und die Telefonnummer zu einem Betrüger, der vorgibt, das echte Unternehmen zu sein. WIE FUNKTIONIERT ES? ## WAS KÖNNEN SIE TUN? Klicken Sie nicht auf Links, Anhänge oder Bilder, die Sie in unerbetenen Textnachrichten erhalten, ohne vorher den Absender zu überprüfen. Keine Hast. Nehmen Sie sich Zeit, die notwendigen Überprüfungen vorzunehmen, bevor Sie antworten. Beantworten Sie nie Textnachrichten, die die Eingabe Ihrer PIN, Ihres E-Banking Passwortes oder anderer Sicherheitsmerkmale verlangt. Wenn Sie vermuten, dass Sie einen Smishing-Text beantwortet und Ihre Bankdaten preisgegeben haben, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. ### BANK PHISHING SMS #CyberScams
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Ina Brüggemann
E-Mail senden +49 30 1663 1120 # Artikel von Ina Brüggemann ## DK-Stellungnahme zu einem Legislativvorschlag der Europäischen ... background hero 24.01.2023 Stellungnahme
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Mit dem Smartphone an der Kasse: mobil und sicher bezahlen
# Mit dem Smartphone an der Kasse: mobil und sicher bezahlen Wasserzeichen Mobiles Bezahlen Verbraucher Kontaktloses Bezahlen 11.10.2021 Artikel Kathleen Altmann background hero Mit dem Smartphone bezahlen, wie funktioniert das eigentlich? Welche Angebote machen Banken und wie steht es um die Sicherheit? Wer das Smartphone zum Bezahlen zückt, zahlt „mobil“. # Angebote fürs mobile Bezahlen Mit dem Smartphone kann man in Deutschland bereits komfortabel an der Ladenkasse bezahlen. Voraussetzung ist jedoch ein NFC-fähiges Smartphone also ein Smartphone mit Nah-Feld-Kommunikation. Es gibt eine Vielzahl von Angeboten mit verschiedenen Ausgestaltungen. Banken bieten Ihnen vor allem die kartengestützte Variante an. Hierbei wird eine „virtuelle Geldbörse“ (englisch: Wallet) für das Smartphone geschaffen, in der Ihre Debitkarte (zum Beispiel die girocard) oder Ihre Kreditkarte hinterlegt wird. Je nach Ausgestaltung kann diese Geldbörse eine eigene App der Bank sein. Alternativ kann die Bank auch Geldbörsen von anderen Anbietern unterstützen – zu den bekanntesten zählen beispielsweise Google Pay für das Android-System und Apple Pay für das iOS-System von iPhones. # Smartphone, App und Karte Unterstützt die eigene Bank das mobile Bezahlen bereits, informiert sie auch darüber, welche Geldbörsen in Verbindung mit welcher Karte angeboten werden. Verknüpft ist dies auch mit der Frage, welches Smartphone benutzt wird. Denn die jeweiligen Geldbörsen sind in der Regel an bestimmte Betriebssysteme, zumeist Android oder iOS, gebunden. Hat man sich für ein Angebot entschieden, erklärt sie Schritt für Schritt, wie das Einrichten der Geldbörse auf dem Smartphone funktioniert. # Wellensymbol an der Ladenkasse Ob Sie mit Ihrem Smartphone bezahlen können, erkennen Sie am Wellensymbol am Kassenterminal, das ähnlich aussieht wie das WLAN-Zeichen auf dem Handy. Es bedeutet, dass kontaktlose Zahlungen mit den vom Händler akzeptierten Kredit- oder Debitkarten möglich sind. Dies funktioniert in der Regel nicht nur mit „klassischen“ Karten, sondern auch mit dem Smartphone. Wenn Sie sich im Einzelfall unsicher sind, fragen Sie den Mitarbeiter an der Ladenkasse. # Bezahlen per Funkverbindung Das Bezahlen mit dem Smartphone an der Ladenkasse erfolgt kontaktlos über eine Funkverbindung (Near-Field-Communication, „NFC“). Aktiviert wird diese Verbindung für eine einzige Transaktion, die vom Händler angestoßen wird. Über eine Distanz von bis zu vier Zentimetern, kommuniziert dann das Smartphone kann mit dem Terminal. Wie auch bei „klassischen“ Karten müssen Beträge ab einer bestimmten Höhe, zumeist 25 €, aus Sicherheitsgründen immer autorisiert werden. Das Smartphone eröffnet hierbei komfortable Möglichkeiten, die auch über die PIN-Eingabe am Terminal hinausgehen können. Es gibt zum Beispiel biometrische Verfahren, die hier zum Einsatz kommen: Hierbei kann die Freigabe der Zahlung durch den Fingerabdruck oder durch eine Gesichtserkennung über die Kamera des Smartphones erfolgen. Welche konkreten Möglichkeiten für die eigene Geldbörse bestehen und wie diese funktionieren, erklärt die Bank. Sowohl Smartphone als auch Kassenterminal signalisieren den erfolgreichen Bezahlvorgang. Übrigens: Neben dem Bezahlen an der Ladenkasse können einige Geldbörsen auch für den Kauf im Internet verwendet werden. # Besonderheiten beim Bezahlvorgang Nachdem der fällige Betrag auf dem Display erscheint, halten Sie die Rückseite Ihres Smartphones nah an das entsprechende Wellensymbol am Terminal. Wie auch bei „klassischen“ Karten müssen Beträge ab einer bestimmten Höhe, zumeist 50 €, aus Sicherheitsgründen immer von Ihnen autorisiert werden. Das Smartphone eröffnet hierbei komfortable Möglichkeiten, die auch über die PIN-Eingabe am Terminal hinausgehen können. Es gibt zum Beispiel biometrische Verfahren: Hierbei kann die Freigabe der Zahlung durch den Fingerabdruck oder durch eine Gesichtserkennung über die Kamera des Smartphones erfolgen. Welche konkreten Möglichkeiten für Ihre Geldbörse bestehen und wie diese funktionieren, erklärt Ihnen Ihre Bank. Sowohl das Smartphone als auch das Kassenterminal signalisieren Ihnen am Ende den erfolgreichen Bezahlvorgang durch ein grünes Licht und ein akustisches Signal. Übrigens: Neben dem Bezahlen an der Ladenkasse können einige Geldbörsen auch für den Kauf im Internet verwendet werden. Mehr Informationen zum Thema Mobiles Bezahlen Dank NFC finden Sie in unserem Video: # Mehrere Karten auf dem Smartphone Je nachdem, welches Smartphone benutzt wird und je nach Geldbörse können auch girocards oder Kreditkarten verschiedener Banken hinterlegt werden. # Geld abheben an der Kasse Beim Geldabheben an der Kasse kommt es ganz auf die Bankkarte an: Wenn der Einzelhändler für die in der Geldbörse hinterlegte girocard oder Kreditkarte Bargeldabhebungen anbietet, klappt dies in der Regel auch mit dem Smartphone. Auch hier gilt natürlich: Erst der Einkauf von Waren macht die Bargeldabhebung möglich. Also: Erst einkaufen, dann Geld mitnehmen. # Sicherheit beim mobilen Bezahlen ## Verlust und Diebstahl Für den Fall, dass das Smartphone verloren geht oder es gestohlen wird, ist das Sperren der enthaltenen Bankkarte unbedingt nötig. Über welche Telefonnummern, Onlinebanking-Funktionen oder Apps dies möglich ist, informiert die eigene Bank. Im Notfall helfen zentrale Sperrnummern, wie zum Beispiel die 116 116, weiter. Die Karte muss auf dem Smartphone auch dann deaktiviert werden, wenn das Gerät ausgetauscht wird. Auch im Falle des Verlustes ist zum Beispiel immer daran zu denken, über den Mobilfunkbetreiber das Smartphone und die SIM-Karte zu deaktivieren, um die eigenen Daten zu schützen und bei der Telefonrechnung keine Überraschungen zu erleben! ## Biometrie und Sorgfalt Bei biometrischen Verfahren wird der Fingerabdruck oder ein Abbild der Gesichtserkennung nicht an das Kassenterminal weitergegeben. Diese sensiblen Daten verbleiben auf dem eigenen Gerät. Trotzdem sollte man sorgsam mit dem Smartphone umgehen: es nicht an Dritte weitergeben, wenn diese durch die Kenntnis von Passwörtern oder durch hinterlegte Fingerabdrücke unbefugten Zugriff auf die Geldbörse erhalten könnten. ## Mobiles Bezahlen und Datenschutz Die kontaktlose Kommunikation zwischen Smartphone und Terminal an der Ladenkasse erfolgt verschlüsselt. Dies sowie die notwendige Nähe zum Terminal reduzieren die Risiken eines Abfangens von sensiblen Daten deutlich. Die Nutzung von Apps auf dem Smartphone geht in der Regel mit der Verwendung von Daten einher. Dies gilt auch für elektronische Geldbörsen. In jedem Fall gilt: Banken geht mit den Daten ihrer Kunden verantwortungsvoll um. In den jeweiligen Kundenbedingungen und ergänzenden Hinweisen kann sich darüber informiert werden, welche Daten verarbeitet oder gegebenenfalls weitergegeben werden. ## Regelmäßig Kontostand überprüfen Nach wie vor gilt: Regelmäßig und in kurzen Abständen sollten die Bewegungen auf dem eigenen Konto überprüft werden, zum Beispiel im Online Banking, mithilfe der Bank-App oder über die Kontoauszüge! Mehr zum mobilen Bezahlen können Sie hier nachlesen. ## Faltblatt: Mit dem Handy an der Kasse: Mobil und sicher bezahlen - 72,85 KB PDF - Datei
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Krautscheid zu BaFin-Studie „Big Data trifft auf Künstliche Intelligenz“
# Krautscheid zu BaFin-Studie „Big Data trifft auf Künstliche Intelligenz“ Wasserzeichen Künstliche Intelligenz Wettbewerb Digitalisierung 15.06.2018 Zitat Morgaine Gerlach background hero "Die Studie zeigt den Handlungsbedarf auch für die Aufsicht bei Big Data und Künstlicher Intelligenz. Die BaFin muss auf Augenhöhe mit den Besten der Branche kommen, um auch bei rasanten technologischen Entwicklungen urteilsfähig zu sein und den Marktteilnehmern verlässlich Orientierung zu geben. Wer die gesellschaftliche Akzeptanz von Big Data und KI stärken will, muss darüber hinaus grundsätzliche Fragen beantworten – etwa zu Transparenz, Datensouveränität und Verbrauchervertrauen. Für diese Prinzipien stehen die privaten Banken und fordern politischen Gestaltungswillen, um mit europäischen Standards im digitalen Standortwettbewerb auch gegen Konkurrenten aus den USA und China bestehen zu können.“ # Krautscheid: Europa braucht eine Strategie für Künstliche Intelligenz background hero 25.04.2018 Zitat
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Black Friday: Sicher online shoppen
# Black Friday: Sicher online shoppen Wasserzeichen Online-Shopping Verbraucher Sicherheit 16.11.2023 Artikel Kathleen Altmann background hero Die Verlockung eines Schnäppchens am Black Friday zieht viele von uns in die Onlineshops. Aber nicht jeder Shop ist so vertrauenswürdig wie er auf den ersten Blick vielleicht erscheint. Für ein sicheres und erfolgreiches Shoppingerlebnis haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt. # Sorgen Sie für sichere Rechner, Smartphone und Tablet Das oberste Gebot beim Onlineshopping ist die Sicherheit des Geräts, über das Sie einkaufen wollen. Halten Sie es stets frei von Viren und Trojanern, indem Sie aktuelle Browserversionen, Virenscanner und Firewalls installieren. Führen Sie umgehend Aktualisierungen durch, wenn diese verfügbar sind. Das gilt auch für Apps auf Ihren Geräten. Im Umkehrschluss bedeutet es auch: Nutzen Sie kein Tablet, Smartphone oder Computer, dessen Virensicherheit Sie nicht sicher einschätzen können. # Vor dem Anklicken: Links überprüfen Bevor Sie einem Link zu einem Onlineshop folgen, bewegen Sie zunächst den Mauszeiger über den Link, ohne ihn anzuklicken. So wird die tatsächliche Webadresse angezeigt, die hinter dem Link liegt. Führt der Link nicht eindeutig zur gewünschten Adresse, empfiehlt sich eine genauere Prüfung. Sobald Sie den Onlineshop „betreten“ haben, prüfen Sie erneut die Adresszeile im Browser. Denn oftmals sind es nur einzelne Buchstaben oder Zeichen, durch die sich ein wirklich existierender Shop von einer betrügerischen Webseite unterscheidet. # Sichere Verschlüsselung des Onlineshops Eine sichere Kommunikation mit einem Onlineshop erkennen Sie außerdem daran, dass sie verschlüsselt geführt wird. Im Browser wird dann ein Symbol in Form eines Vorhängeschlosses angezeigt und die Internetadresse beginnt mit https://. Bleiben Sie auch weiterhin aufmerksam, denn natürlich kann eine „sichere“ Kommunikation auch mit einem unseriösen Shop geführt werden. Daher empfiehlt es sich einen Ihnen unbekannten Onlineshop im Verdachtsfall im Internet zu recherchieren. Suchen Sie nach Erfahrungsberichten und vertrauen Sie angezeigten Kundenbewertungen nicht blind. # Gütesiegel steht für Vertrauen Zusätzlich können Sie die Vertrauenswürdigkeit eines Onlineshops durch die Überprüfung der Gütesiegel einschätzen. Achten Sie auf bekannte Siegel, wie „Trusted Shops“ , „EHI - Geprüfter Onlineshop“ oder „TÜV Süd - S@fer Shopping“ Natürlich können Siegel auch gefälscht werden. Echte Gütesiegel lassen sich aber anklicken und führen Sie auf die Webseite des Ausstellers. Für zusätzliche Sicherheit können Sie zunächst auf die Website des Siegel-Ausstellers gehen und dort nach dem Onlineshop suchen. Aber auch unabhängige Verbraucherschutzorganisationen bieten die Möglichkeit, einen Onlineshop zu überprüfen, wie zum Beispiel der „Fakeshop-Finder“ der Verbraucherzentrale. # Umtauschfristen und Konsumfallen im Blick behalten Wenn Sie am Black Friday bereits Weihnachtsgeschenke einkaufen wollen, achten Sie auf die Rückgabefristen! Einige Shops ermöglichen einen Umtausch bis nach Weihnachten. Bewahren Sie Rechnungen gut auf oder speichern Sie diese ab. Falls diese dennoch verloren gehen, können Sie für den Umtausch auch den entsprechenden Kontoauszug als Kaufbeleg verwenden. Der Black Friday kann schnell dazu verleiten, mehr zu kaufen als man eigentlich braucht. Der Konsumfalle widerstehen Sie am besten, wenn Sie sich eine Wunschliste erstellen und Ihr Budget von vornherein festlegen. Auf Vergleichsportalen lässt sich die Preisentwicklung für das gewünschte Produkt prüfen. Denn auch am Black Friday gibt es keine Garantie dafür, dass die angebotenen Produkte tatsächlich am günstigsten sind. Einige Händler erhöhen vor Sonderverkaufstagen die Preise, um einen enormen Rabatt vorzutäuschen.
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So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor dem „Enkeltrick“!
# So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor dem „Enkeltrick“! Wasserzeichen Verbraucher Bargeld Cyberkriminalität 13.10.2022 Artikel Kathleen Altmann background hero „Hallo“? „Oma“?  Ich hatte einen schweren Unfall, habe eine Frau überfahren und komme nur durch die Zahlung einer Kaution frei, ich reiche dich mal an die Polizei weiter“ oder auch „Rate mal wer am Telefon ist?“ „Genau, dein Enkel XYZ“…  so oder so ähnlich steigen Betrügerinnen oder Betrüger in das Gespräch mit ihren potenziellen Opfern ein. Gemeinsam haben die verschiedenen Szenarien immer, dass eine finanzielle Notlage vorgetäuscht wird. Der Engpass soll in der Regel mit Bargeldzahlungen behoben werden. Dabei schmücken die Betrüger die Notlage mit teils dramatischen Geschichten aus, etwa einem Autounfall oder etwas Ähnlichem. Das mögliche Opfer wird damit in einen emotionalen Ausnahmezustand versetzt und ist bereit alles in seiner Macht Stehende zu tun, um seinem vermeintlich in Not geratenen Angehörigen zu helfen. Durch mehrere Telefonanrufe in kurzer Zeit erhöhen die Anrufer den psychischen Druck auf ihre Opfer. Ein weiterer Trick der Betrügerinnen und Betrüger, der es für Außenstehende so schwer macht, den Betrug rechtzeitig aufzudecken, ist dass die Täter um absolute Verschwiegenheit gegenüber Dritten, zum Beispiel gegenüber anderen Verwandten, der Polizei oder dem Bankberater, bitten. Die Bitte um Stillschweigen stellt somit sowohl Angehörige als auch die Polizei oder Bankmitarbeitende vor Herausforderungen. Das von den Täterinnen und Tätern eingeforderte Bargeld soll in der Regel bei einer Bank abgehoben werden. Nun ist es so, dass Kreditinstitute rechtlich verpflichtet sind, Aufträge des Kundinnen und Kunden auszuführen. Sie fragen daher auch bei älteren Kunden grundsätzlich nicht nach dem Grund einer Bargeldabhebung oder einer Überweisung. Dies könnte verständlicherweise auch gerade von älteren Kundinnen und Kunden als Diskriminierung gegenüber jüngeren aufgefasst werden. In begründeten Einzelfällen kann es jedoch situativ trotzdem dazu kommen, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter eine Kundin oder einen Kunden nach dem Grund der Abhebung befragt und so einen Betrug verhindert. Wird dem Opfer jedoch glaubhaft durch den Täter vermittelt, dass es den Grund der Abhebung auf gar keinen Fall nennen darf, so wird auch eine Nachfrage seitens der Bank ins Leere laufen. Doch was kann ich als potenziell Betroffener oder Angehöriger tun, um mich oder Verwandte vor solchen Maschen zu schützen? # Das A und O lautet zunächst: Bleiben Sie informiert! - Die Polizei bietet regelmäßige Informationsveranstaltung an, die auf die neusten Maschen der Betrüger aufmerksam machen. - Die verschiedenen Bankenverbände publizieren regelmäßig Beiträge und Informationsmaterialien zu den neusten analogen oder digitalen Betrugsmaschen. - Auch von vielen Banken und Sparkassen werden Infoveranstaltungen und Broschüren angeboten. Nehmen Sie solche Angebote wahr! - Medien leisten ebenfalls durch Berichte über reale Fälle wichtige Aufklärungsarbeit. # Sollten Sie tatsächlich einmal einen betrügerischen Anruf erhalten, und jemand versuchen, Sie aufs Glatteis zu führen, so bedenken Sie folgende Punkte: - Seien Sie immer vorsichtig, wenn Sie jemand telefonisch um Geld bittet. - Speichern Sie so weit wie möglich die Telefonnummern Ihrer nahen Verwandten in das Telefon ein und werden Sie misstrauisch, wenn Sie von unbekannten Nummern aus kontaktiert werden. - Beenden Sie das Gespräch, sobald der Anrufer, häufig ein angeblicher Enkel, Geld von Ihnen fordert und Sie unter Druck setzen will. - Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich der vermeintliche Verwandte ist. Rufen Sie ihn zurück. - Übergeben Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen. - Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. - Niemals würde eine offizielle Instanz, sei es die Polizei, der Zoll oder Europol Sie um die diskrete Übergabe von Bargeld bitten. Hierbei handelt es sich immer um einen Betrugsversuch. # Melden Sie sich unverzüglich bei der Polizei, sollten Sie einem Betrüger zum Opfer gefallen sein! - Die Szenarien sind ausgeklügelt und die Täterinnen und Täter skrupellos. Sollten Sie einem Enkeltrick zum Opfer gefallen sein, so melden Sie sich unverzüglich bei der Polizei, bitten Sie um Hilfe und erstatten Sie Anzeige!
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Sanierung und Abwicklung
Die Themengruppe beschäftigt sich mit den rechtlichen Vorgaben für die Sanierung und Abwicklung von Banken.
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Peters sieht Maßnahmenpaket der europäischen Bankenaufsicht positiv
# Peters sieht Maßnahmenpaket der europäischen Bankenaufsicht positiv Wasserzeichen Bankenaufsicht Wirtschaft Konjunktur 12.03.2020 Presseinformation Thomas Schlüter background hero Bankenpräsident Hans-Walter Peters hat vor allem das heute beschlossene Maßnahmenpaket der europäischen Bankenaufsicht im Kampf gegen die Corona-Krise als positiv bezeichnet. „Die Maßnahmen von EZB und Bankenaufsicht zeigen, wie groß die Herausforderungen für Banken und ihre Kunden sind. Die EZB garantiert mit den zusätzlichen langfristigen Refinanzierungskrediten weiterhin eine umfangreiche Liquiditätsversorgung der europäischen Banken“, so Peters. Leider habe sich die EZB jedoch nicht dazu durchringen können, auch die Staffelzinsbedingungen zu verbessern. „Die Banken im Euroraum benötigen gerade jetzt jeden Euro ihrer Erträge, um ihre Eigenkapitalbasis zu stärken und damit die Kreditvergabemöglichkeiten zu stützen“, sagte Peters. Es hätte den Banken geholfen, wenn sie vom negativen Einlagezins umfassend freigestellt worden wären. Hier sollte die EZB kurzfristig nachbessern. Ausdrücklich begrüßte der Bankenpräsident die heute angekündigten regulatorischen Änderungen. Peters: „Mit schnell wirkenden aufsichtlichen Maßnahmen wird den Banken ermöglicht, ihren Kunden bei Liquiditätsengpässen zu helfen. „Die Aufsichtsbehörde zeigt die für Krisenzeiten notwendige Flexibilität. So ist auch die Verschiebung des Stresstests naheliegend und sinnvoll.“ Allerdings könnten die Maßnahmen mit fortschreitender Belastung der Unternehmen zu kurz greifen. Daher sollten heute bereits weitergehende antizyklische Anpassungen vorbereitet werden.
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Nachhaltige Geldanlagen auf dem Vormarsch
# Nachhaltige Geldanlagen auf dem Vormarsch Wasserzeichen Verbraucher Wertpapier Umfrage 10.06.2022 Artikel Christian Jung background hero Nachhaltigkeit bekommt in der Finanzwelt eine immer größere Bedeutung. Und weil Investorinnen und Investoren zunehmend stärker ökologische, soziale oder die Unternehmensführung betreffende Aspekte in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen, wächst auch der Markt für nachhaltige Geldanlagen kontinuierlich. Allein von 2018 bis Ende 2021 nahm das Volumen dieser Anlagen nach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) von 219 Milliarden Euro auf inzwischen über 500 Milliarden Euro zu. Zwar wird der größere Teil dieses Betrags weiterhin von institutionellen Investoren aufgebracht, allerdings holen private Anlegerinnen und Anleger massiv auf; zuletzt haben sich die Privatinvestitionen mit einem Anstieg um 230 Prozent mehr als verdreifacht und lagen bei gut 130 Milliarden Euro. # Besitz nachhaltiger Geldanlagen seit 2019 mehr als verdoppelt Eine aktuelle Bevölkerungsumfrage des Bankenverbandes bestätigt die zunehmende Beliebtheit nachhaltiger Geldanlagen auch im laufenden Jahr. So investieren mittlerweile mit 11 Prozent der Deutschen über 6 Millionen Anlegerinnen und Anleger in entsprechende Produkte. Nach 5 Prozent 2019 und 8 Prozent 2021 markiert dies einen deutlichen Aufwärtstrend. Der dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Denn zum einen nimmt das Interesse der Deutschen am Thema „Sparen, Vorsorgen und Investieren“ generell zu, wie Ergebnisse der Umfrage zeigen. Danach finden sieben von zehn Befragten (71 Prozent) das Thema grundsätzlich interessant. 2019 waren es erst 59 Prozent. Und zum anderen lässt das Anlageverhalten der Deutschen in Sachen „grüner“ Geldanlagen immer noch viel Luft nach oben. Schließlich legt ein Großteil seine Ersparnisse – trotz einer aktuellen Inflationsrate von rund 7 Prozent – weiterhin eher klassisch in Sparbüchern (45 Prozent) und Tages- oder Festgeld (38 Prozent) an. Rund ein Drittel (33 Prozent) der Bundesbürger besitzt inzwischen immerhin auch Aktien, ETFs oder andere Wertpapiere. Dabei gilt: Je höher das Einkommen, umso häufiger setzen Anlegerinnen und Anleger auf Kapitalmarkt­produkte, auch nachhaltige. So gibt von den Personen, deren monatliches Haushalts­netto­einkommen 3.500 Euro übersteigt, inzwischen jeder Vierte an, „grün“ anzulegen. # Die Bekanntheit nachhaltiger Geldanlagen wächst Damit nachhaltige Geldanlagen noch stärkere Verbreitung finden können, müssen sie dem breiten Publikum erst einmal bekannt sein. Auch hier hat es Fortschritte gegeben. Mittlerweile hat die Hälfte der Befragten den Begriff „nachhaltige Geldanlage“ schon einmal gehört oder gelesen, während dies vor zwei Jahren nur auf ein Drittel der Befragten zutraf. Doch es könnten noch mehr sein, zumal „nur davon gehört zu haben“ noch nicht bedeutet, auch zu wissen, was nachhaltige Geldanlagen eigentlich sind. Rund ein Drittel derer, die den Begriff zwar kennen, können nicht konkret angeben, was damit gemeint ist. Damit ist klar: Mehr Information und Aufklärung rund um das Thema „nachhaltig Anlegen“ ist weiterhin notwendig. Wer den Begriff kennt, verbindet damit rund zur Hälfte „Klimaschutz“ – etwa Investitionen in umweltfreundliche Produkte oder auch in erneuerbare Energien. Nachhaltig produzierende Unternehmen werden von einem Fünftel und ethische, sozial ausgerichtete Projekte von einem Zehntel der Befragten mit nachhaltigen Geldanlagen verbunden. # Gesetzgeber muss für begriffliche und rechtliche Klarheit sorgen Zu erklären, was nachhaltige Geldanlagen sind, ist allerdings auch nicht einfach. Üblicherweise versteht man darunter verantwortliche, ethische, soziale, ökologische Investments, die explizit an ESG-Kriterien – die Abkürzung steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) – ausgerichtet sind. Gleichwohl ist der Begriff „nachhaltig“ weder rechtlich geschützt noch genau definiert. Zwar gibt es auf europäischer Ebene hierzu erste sehr positive Initiativen, wie die viel beachtete Taxonomie, allerdings ist diese noch nicht fertig. Insbesondere sind die Finanzierung des Umbaus der Wirtschaft sowie die Dimensionen „Soziales“ und „gute Unternehmensführung“ bislang kaum berücksichtigt, ganz zu schweigen davon, dass die Taxonomie ohnehin nur einen Teil des Wirtschaftssystems der EU abdeckt: zwischen 40 und 80 Prozent der Wirtschaft sind nicht erfasst. Das Ziel muss aber sein, die gesamte Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren. Vor diesem Hintergrund erarbeiten Banken bislang eigene Definitionen für Nachhaltigkeit, die sie dann in ihre Finanzprodukte integrieren. Hierbei nutzen sie beispielswiese Ausschlusskriterien, die sicherstellen, dass die investierten Mittel beispielsweise nicht in umweltschädliche Produkte wie fossile Energieträger, die Produktion von Kriegswaffen oder an Unternehmen fließen, die soziale Mindeststandards missachten. # Großes Potenzial für die Zukunft Damit nachhaltige Finanzierung zum dauerhaften Erfolgsmodell wird, muss Brüssel nun schnell die entsprechenden Weichen stellen und Verunsicherung sowie mangelnder Informiertheit der Verbraucherinnen und Verbraucher möglichst rasch entgegentreten. Denn viele Bürger würden durchaus Nachhaltigkeitsaspekte stärker bei der Auswahl von Finanzprodukten berücksichtigen, fühlen sich aber letztlich doch zu unsicher dabei. So gibt fast die Hälfte (42 Prozent ) derjenigen, die nachhaltige Geldanlagen kennen, aber bislang nicht nutzen, als Grund dafür an, dass sie zum Thema zu wenig wissen. Nahezu zwei Drittel (61 Prozent) derselben Gruppe können sich aber gut vorstellen, künftig in diese Anlageklasse zu investieren. Das zeigt nicht nur den weiterhin hohen Bedarf an fundierter Aufklärung und Finanzberatung, sondern auch das erhebliche Zukunftspotenzial, das in nachhaltigen Anlagen noch steckt.
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Nachhaltige Finanzierung
# Nachhaltige Finanzierung Wasserzeichen Nachhaltigkeit Zinsen Unternehmensfinanzierung 23.06.2021 Positionspapier Torsten Jäger background hero # BDI und Bankenverband - Gemeinsamer Handlungsrahmen für eine nachhaltige Finanzierung Inhalt Instrumentenkasten zur Umsetzung der EU-Klimaziele Deutschland und Europa für die Transformation fit machen Nachhaltigkeitsberichtswesen angemessen weiterentwickeln ## Instrumentenkasten zur Umsetzung der EU-Klimaziele Im Dezember 2019 verabschiedete die Europäische Kommission den European Green Deal mit sehr ehrgeizigen Zielen. BDI und Bankenverband unterstützen diese Vorhaben. Seit geraumer Zeit leistet die deutsche Wirtschaft einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz und zu einer effizienteren Nutzung natürlicher Ressourcen. Die deutsche Industrie stellt bereits heute viele Weltmarktführer im Bereich grüner Technologien, die von den Banken in Deutschland finanziert werden. Sowohl Unternehmen als auch Banken sehen in der Transformation ebenso eine Chance. Damit diese ergriffen werden kann, sind Investitionen in enormer Höhe vonnöten. Gemäß der BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“ würden für eine 95-prozentige Treibhausgas-Reduktion bis 2050 durchschnittliche jährliche Mehrinvestitionen in Höhe von ca. 1,2 bis 1,8 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts benötigt, das sind ca. 40 bis 60 Milliarden Euro pro Jahr (Basis: BIP 2020). Notwendig ist hierfür ein gemeinsamer Handlungsrahmen, in dem Politik, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft an einem Strang ziehen und sich gemeinsam den großen Herausforderungen stellen. Die Verschärfung der Klimaziele für das Jahr 2030 haben die Dringlichkeit nochmals erhöht. Mit dem Aktionsplan „Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ hat die Europäische Kommission einen ersten Grundstein gelegt, jedoch reicht dieser allein nicht aus. Was es braucht, ist ein facettenreicher Instrumentenkasten insbesondere auf europäischer Ebene, der den Übergang hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft forciert. Nur so kann wirtschaftliche Rentabilität, technische Machbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz gewährleistet werden. ## Deutschland und Europa für die Transformation fit machen Um die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa für die Transformation zu stärken, sind anspruchsvolle Maßnahmenpakete notwendig; abgestimmt auf die unterschiedlichen sektoralen Bedürfnisse, jedoch einheitlich im europäischen Binnenmarkt und international anschlussfähig. Die derzeitige deutsche Führungsrolle in relevanten Technologien muss erhalten und weiter ausgebaut werden können. Darüber hinaus sollte gelten, dass alle Unternehmen, die Teil der Transformation sein wollen, adäquate Unterstützung bekommen. Diese kann in Form von privaten Finanzierungen und staatlicher Förderung erfolgen. Im Bereich der privaten Finanzierungen sollte das Augenmerk nicht nur auf der Kapitalmarktfinanzierung liegen, denn der überwiegende Teil der Finanzierungen in Europa wird über Kredite bewerkstelligt. Daher werden und wollen Banken in der Transformation eine tragende Rolle spielen. Hierfür ist jedoch wichtig, dass sie das passende Rahmenwerk an die Hand bekommen. Dieses muss auf den richtigen Anreizen beruhen und so ausgestaltet sein, dass Banken ihren Beitrag auch leisten können. Neben der Bankfinanzierung sind auch staatliche Aktivitäten für die Gestaltung des Strukturwandels vonnöten. Grundsätzlich braucht es eine langfristig verlässliche und glaubwürdige Klimapolitik inklusive widerspruchsfrei geregelter Instrumente wie dem Emissionshandelssystem. Ein besonderer Blick sollte auf der Förderung von risikoreichen Investitionen in Schlüsseltechnologien liegen. Die Ausgestaltung des deutschen Zukunftsfonds mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro spielt dabei eine große Rolle. Auch „Wichtige Vorhaben im Gemeinsamen Europäischen Interesse“ (Important Projects of Common European Interest, IPCEIs) mit europäischen Partnern sind relevant. Zugleich gilt es, Förderlösungen für Betriebskosten und Kohlenstoff-Differenzverträge zusätzlich zur Investitionskostenförderung insbesondere für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft zu finden. Hierfür benötigt es passende Beihilferegeln, die zeitnah auf europäischer Ebene angepasst und verabschiedet werden müssen. Zudem würde eine bessere Nutzung des Spielraums in der Förderpolitik die Transformation effektiver unterstützen. Konkret ist zu prüfen, inwieweit dem Prinzip der Risikoteilung bspw. in Form einer partiellen Haftungsfreistellung ein größerer Platz im Instrumentenkasten eingeräumt werden könnte. Auch sollten Förderprogramme einer größeren Zahl von Unternehmen und mit geringerem administrativen Aufwand zugänglich gemacht werden. Zudem könnte durch die richtige Kombination aus Anreizen, bspw. Zinsvergünstigungen oder staatliche Zuschüsse in Branchen oder Projekten mit größerer Risikoexposition das benötigte Kapital schnell und gezielt zur Verfügung gestellt werden. Alle öffentlichen Maßnahmen sollten untereinander konsistent sein und sich an den Investitionszyklen orientieren. Das Heranziehen von verlässlichen Klimapfaden würde die Transparenz erhöhen und Planungssicherheit für Unternehmen schaffen. Fortschritte und Probleme auf diesen Pfaden sollen regelmäßig analysiert werden, um gegebenenfalls Abhilfe bzw. mehr Unterstützung schaffen zu können. ## Nachhaltigkeitsberichtswesen angemessen weiterentwickeln Nachhaltigkeitsdaten spielen eine entscheidende Rolle. Sie unterstützen Eigen- und Fremdkapitalgeber bei ihrer Aufgabe, Nachhaltigkeitsaspekte besser beurteilen zu können. Besonders für den Bereich der Kapitalmarktfinanzierung nimmt die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung einen großen Stellenwert ein. Da jedoch alle vor den gleichen Herausforderungen stehen und Kapitalströme international verlaufen, wird hierfür eine international abgestimmte Herangehensweise benötigt. Dabei muss schrittweise vorgegangen werden. Im Kreditgeschäft werden Banken zukünftig mehr Nachhaltigkeitsinformationen benötigen. Sie brauchen Daten, deren Erhebung auf praxistauglichen Regeln basiert und die den unterschiedlichen Geschäftsmodellen der Kreditnehmer Rechnung tragen. Zugleich müssen sie dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit folgen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen gilt es vor übermäßigen Berichtslasten zu bewahren.
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01/09/2024 21:59:29
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# Geldanlage 2023/2024 Dezember 2023 Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken ## Zentrale Ergebnisse Deutlich mehr Anleger/innen und höhere Zufriedenheit Die Inflations- und Zinsentwicklung sorgen im Jahresverlauf 2023 zu einer deutlichen Belebung des Anlagengeschehens. So liegen nach Jahren relativ geringer Veränderungen Ende des Jahres sowohl der Anteil der Menschen, die Geld angelegt haben, als auch die Zufriedenheit mit der eigenen Geldanlage auf einem weit höheren Niveau als am Ende des Vorjahres. Die Anlagefreudigkeit stieg in 2023 im Vergleich zu 2022 von 53% auf aktuell 73%, wobei sich der Anstieg über alle Altersgruppen hinweg zeigt. Gleichzeitig hat auch die Zufriedenheit mit der Wertentwicklung der eigenen Finanzanlagen erstaunlich deutlich zugenommen. Waren Ende 2022 lediglich 30% der Anleger/innen in dieser Hinsicht zufrieden, sind es aktuell 58%. Zu der optimistischen Einschätzung, die zuletzt 2020 so positiv gewesen ist, dürften neben der Börsenrallye der letzten Wochen auch die Zinsentwicklung bei in letzter Zeit rückläufigen Inflation beigetragen haben. Unter den Anlageprodukten gehört vor allem das Tagesgeld, aber auch Gold und Kryptowährungen zu den Gewinnern, während klassische Spar- produkte, Fonds und Immobilien weniger bevorzugt werden als im Vorjahr. Tendenz zu kurzfristiger Geldanlage mit Fokus auf Rendite Tagesgeld wird auch für 2024 als das beliebteste Anlageprodukt (36%) genannt, gefolgt von Aktien und Fondsanteilen. Immobilien, Gold und festverzinsliche Anlagen finden dagegen mit Blick auf das nächste Jahr geringeren Anklang. Auch wenn Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin stark im Fokus steht und von 70% der Befragten als wichtiges Ziel angesehen wird, gewinnt der Renditewunsch (60%) stark an Zuspruch (+19 Pp.), während Nachhaltigkeit (10%) deutlich hinter den Aspekt der Verfügbarkeit (31%) zurückfällt. Das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen bei der Geldanlage ist weiterhin hoch, hat aber gegenüber den Vorjahren abgenommen. Immerhin kann sich aktuell rund ein Drittel der Befragten vorstellen, ein höheres Risiko einzu- gehen, um damit ggf. eine höhere Rendite zu erzielen. 2022 war das nur bei einem Fünftel der Fall. Der Anteil derjenigen, die das für sich gänzlich aus- geschlossen haben, hat sich seitdem gar von 50% auf heute 25% halbiert. Dabei ist die Risikobereitschaft vor allem bei den Jüngeren (18-29 Jahre) stärker ausgeprägt und nimmt mit dem Alter deutlich ab. 01 ### 02 Rückblick: Geldanlage 2023 Ausblick: Bevorzugte Geldanlage 2024 #### Ergebnisse im Detail 46 53 52 53 73 38 47 50 54 75 37 53 53 48 74 48 52 58 56 75 42 54 52 53 73 53 55 52 54 68 2023 wurde über alle Altersgruppen hinweg deutlich häufiger Geld angelegt als in den Vorjahren. ##### Anleger/innen 2019 bis 2023 – nach Altersgruppen ab 60 Jahre Gesamt 18-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre ###### 50-59 Jahre 2023 2019 2020 2021 2022 41 59 57 43 50 50 30 70 58 42 Zufriedenheit der Anleger Die Zufriedenheit mit der Wertentwicklung ist deutlich gestiegen und wieder auf einem Niveau wie 2020. ###### Zufriedenheit mit der eigenen Geldanlage Frage F1: Waren Sie mit der Wertentwicklung Ihrer Geldanlagen in diesem Jahr insgesamt eher zufrieden oder eher nicht zufrieden, oder haben Sie gar kein Geld angelegt?; Basis: Gesamt n=1.000, Anleger n=722; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen eher zufrieden eher nicht zufrieden Ich habe kein Geld angelegt. 27 31 ###### 42 73% Anleger 2023 „Mit der Wertentwicklung meiner Geldanlage bin ich …“ Gesamt 2023 2019 2020 2021 2022 46 45 43 52 55 51 54 47 48 47 27 26 32 38 22 24 30 27 23 26 37 31 28 23 19 26 21 19 19 30 26 16 42 Die Zufriedenheit mit der Wertentwicklung hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. ###### Zufriedenheit mit der eigenen Geldanlage ###### „Mit der Wertentwicklung meiner Geldanlage bin ich …“ eher zufrieden eher nicht zufrieden Ich habe kein Geld angelegt. 2023 2012 2013 2014 2015 2016 2018 2019 2020 2021 2022 37 21 28 31 19 24 24 24 39 38 4 4 18 15 12 21 10 10 ###### Bevorzugte Anlageprodukte 2022 und 2023 Tagesgeld gewinnt unter den Anlageprodukte deutlich; auch Gold und Kryptowährungen legen zu. Frage F2: Stellen Sie sich vor, Sie hätten im nächsten Jahr einen größeren Betrag für eine Geldanlage zur Verfügung, welche Anlagemöglichkeit würden Sie dann bevorzugen? Sie sehen nun verschiedene Anlagemöglichkeiten. Bitte wählen Sie diejenigen aus, die Sie wählen würden.; Mehrfachnennungen; Basis: Gesamt n=1.000; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen ###### Bevorzugte Anlageprodukte 2022 und 2023 2023 2022 Tagesgeld Aktien Festgeld Sparkonto / Sparplan Fondsanteile Gold Immobilien festverzinsliche Wertpapiere Kryptowährung wie Bitcoin u.a. andere Edelmetalle 36 29 19 21 27 7 5 2023/2024 Anlageprodukte Bevorzugte/gewünschte Auch für 2024 wird Tagesgeld bevorzugt; Gold, Immobilen und festverzinsliche Wertpapiere weniger. Frage F3: Im Folgenden sehen Sie noch einmal die Anlagemöglichkeiten von eben. Welche von diesen Anlagemöglichkeiten haben Sie in diesem Jahr bevorzugt? Frage F2: Stellen Sie sich vor, Sie hätten im nächsten Jahr einen größeren Betrag für eine Geldanlage zur Verfügung, welche Anlagemöglichkeit würden Sie dann bevorzugen? Sie sehen nun verschiedene Anlagemöglichkeiten. Bitte wählen Sie diejenigen aus, die Sie wählen würden.; Mehrfachnennungen; Basis: F2 Gesamt n=1.000, F3 Gesamt n=722; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen Gewünschte Anlageprodukte 2024 Bevorzugte Anlageprodukte 2023 37 28 24 24 24 18 15 10 8 Tagesgeld Aktien Festgeld Sparkonto / Sparplan Fondsanteile Gold Immobilien festverzinsliche Wertpapiere Kryptowährung wie Bitcoin u.a. andere Edelmetalle Tagesgeld Aktien Festgeld Sparkonto / Sparplan Fondsanteile Gold Immobilien festverzinsliche Wertpapiere Kryptowährung wie Bitcoin u.a. andere Edelmetalle Aspekte bei der Geldanlage Sicherheit steht als Ziel der Geldanlage weiterhin vorn, Rendite legt stark zu, Nachhaltigkeit verliert. „Beim Abschluss einer Geldanlage sind mir diese Aspekte besonders wichtig.“ 70 66 29 Frage F4: Welche der folgenden Punkte sind Ihnen beim Abschluss einer Geldanlage besonders wichtig? Wählen Sie maximal zwei Punkte aus.; Mehrfachnennungen – maximal 2 Nennungen; Basis: Gesamt n=1.000; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen 60 41 31 32 10 Sicherheit Rendite Verfügbarkeit ###### Nachhaltigkeit 2023 2022 27 40 25 Das Sicherheitsbedürfnis ist hoch, nur ein Drittel würde höheres Risiko eingehen; Jüngere risikofreudiger. ###### Risikobereitschaft künftige Geldanlagen Frage F5: Können Sie sich vorstellen, bei künftigen Geldanlagen auch ein höheres Risiko einzugehen, um gegebenenfalls eine höhere Rendite zu bekommen, oder können Sie sich das nicht vorstellen? Könnten Sie es sich ...?; Basis: Gesamt n=1.000, 18-29 Jahre n=140, 30-39 Jahre n=178, 40-49 Jahre n=156, 50-59 Jahre n=216 ab 60 Jahre n=310; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen ###### „Ich kann mir bei künftigen Geldanlagen … vorstellen, ein höheres Risiko für eine ggf. höhere Rendite einzugehen.“ sehr gut gut eher nicht gar nicht 49 65 56 70 83 Gesamt Anteile: „eher nicht“ oder „gar nicht“ ab 60 J. 18-29 J. 30-39 J. 40-49 J. 50-59 J. ###### Risikobereitschaft künftige Geldanlagen – Zeitreihe Das Sicherheitsbedürfnis war in der Vergangenheit noch deutlich höher; die Risikobereitschaft wächst. Frage F5: Können Sie sich vorstellen, bei künftigen Geldanlagen auch ein höheres Risiko einzugehen, um gegebenenfalls eine höhere Rendite zu bekommen, oder können Sie sich das nicht vorstellen? Könnten Sie es sich ...?; Basis: Gesamt n=1.000; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen „Ich kann mir bei künftigen Geldanlagen … vorstellen, ein höheres Risiko für eine ggf. höhere Rendite einzugehen.“ 80 28 28 35 40 27 25 63 7 2 2013 68 21 9 1 2014 72 19 7 2 2015 65 24 8 3 2016 58 10 4 2018 27 12 3 2020 53 9 3 2019 27 17 4 2021 58 31 15 4 2022 52 50 20 40 60 sehr gut gut eher nicht gar nicht 2023 ###### Soziodemographie und Studiendesign ###### Soziodemographie Frage SCR1: Wie alt sind Sie?; Frage SCR2: Geben Sie bitte Ihr Geschlecht an.; Frage SCR3: In welchem Bundesland leben Sie?; Basis: Gesamt n=1.000; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen Geschlecht 52 48 19 18 20 24 20 50-59 Jahre 60 Jahre oder älter 18-29 Jahre 40-49 Jahre 30-39 Jahre Alter (Ø 47) Voll erwerbstätig Teil erwerbstätig Rente/Pension Hausfrau/mann Arbeitslos Erwerbsunfähig Privatier Sonstiges Hauptbeschäftigung 52 14 16 3 3 2 0 10 ###### Soziodemographie Frage S3: Welchen höchsten Schulabschluss haben Sie?; Frage S4: Wie hoch ist ungefähr das monatliche Nettoeinkommen aller Personen in Ihrem Haushalt zusammen? Also die Summe, die nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge übrigbleibt. Liegt das Haushaltsnettoeinkommen ...?; Basis: Gesamt n=1.000; Angaben in Prozent; ggf. rundungsbedingte Differenzen 17 23 17 13 14 10 Haushaltsnettoeinkommen 10 30 13 47 Fachhochschulreife Allgemeine Hochschulreife (Abitur) (Noch) kein Schulabschluss Mittlere Reife Haupt- / Volksschulabschluss Schulabschluss unter 1.000 Euro 1.000 bis unter 2.000 Euro 2.000 bis unter 3.000 Euro 3.000 bis unter 4.000 Euro 4.000 bis unter 5.000 Euro 5.000 Euro oder mehr Keine Angabe ###### Studiendesign Erhebungszeitraum: Stichprobe: Erhebungsmethode: Auftraggeber: Erhebung 2023: Erhebung 2018-22: Erhebung bis 2016: 04. bis 08. Dezember 2023 Gesamt n=1.000 Personen aus Deutschland, ab 18 Jahren, bevölkerungsrepräsentativ CATI Computergestützte telefonische Interviews Bundesverband deutscher Banken, Berlin infas quo KANTAR Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Repräsentative Befragung – Gewichtung nach den Merkmalen: Alter, Geschlecht und Bundesland
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Bundesverband Deutscher Banken
# Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken Berlin | Oktober 2022 ## Bankkundenzufriedenheit ### Agenda / Zentrale Ergebnisse 1. Meinung zu Banken allgemein 7 von 10 der in Deutschland lebenden Befragten (72%) haben von Banken eine gute (62%) oder sehr gute (10%) Meinung. Damit hat sich das allgemeine Bankenimage in den letzten fünf Jahren erkennbar verbessert. So hatten 2017 noch lediglich 58 Prozent und 2020 65 Prozent der Befragten eine mindestens gute Meinung von den Banken. 2. Zufriedenheit mit der eigenen Bank Mit den Leistungen ihrer eigenen Bank oder Sparkasse sind 9 von 10 Kundinnen und Kunden zufrieden (68%) oder sehr zufrieden (21%). Gegenüber 2017 ist der Anteil der sehr zufriedenen Kunden um 8 Prozentpunkte gesunken, jener der „nur“ zufriedenen Kunden hingegen um 10 Prozentpunkte gestiegen. 3. Erwartungen an Banken Unter sechs abgefragten Items, was den Kundinnen und Kunden an einer Bank besonders wichtig ist, steht die ‚Sicherheit des Online-Banking‘ an erster Stelle (sehr wichtig: 72%). Mit deutlichem Abstand folgen ‚freundliche Mitarbeiter‘ (47%), kostengünstige Dienstleistungen‘ (45%) und Erreichbarkeit der Filiale‘ (38%). ‚Verständliche Produkte‘ (33%) und ‚persönliche Beratung‘ (32%) werden schließlich von jeweils einem Drittel der Befragten für sehr wichtig erachtet. 4. Akzeptanz digitaler Konto- und Zahlungsvorgänge 7 von 10 Befragten (71%) finden digitale Verfahren im Kontext von Konto- oder Zahlungsvorgängen gut. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zustimmung allerdings erkennbar ab. Soziodemographie und Studiendesign 10 53 57 62 34 26 23 #### Meinung von Banken und Sparkassen 7 von 10 haben von Banken eine gute Meinung; Tendenz steigend Frage F25: Was haben Sie ganz allgemein für eine Meinung von Banken und Sparkassen? Haben Sie da ...?; Basis: Gesamt n=1.322; Angaben in Prozent 2017 5 2020 8 „Meine Meinung von Banken und Sparkassen ist …“ 2022 sehr gut gut nicht so gut schlecht (sehr) gut: 58 65 72 ##### Zufriedenheit mit Leistung der eigenen Bank/Sparkasse 9 von 10 Kunden sind mit den Leistungen ihrer Bank zufrieden Frage F26: Wie zufrieden sind Sie persönlich mit den Leistungen Ihrer Bank oder Sparkasse? Sind Sie damit ...?; Angaben in Prozent „Mit den Leistungen meiner Bank bin ich …“ sehr zufrieden eher zufrieden eher unzufrieden sehr unzufrieden 29 31 21 58 57 68 10 3 10 1 10 1 2017 2020 2022 (sehr) zufrieden: 87 89 88 ###### Erwartungen an Banken Die Sicherheit des Online-Banking ist den Kunden am wichtigsten Frage F27: Sagen Sie mir bitte, wie wichtig Ihnen die folgenden Dinge im Zusammenhang mit Banken sind. Wie wichtig sind Ihnen ...?; Basis: Gesamt n=1.322; Angaben in Prozent „Bei einer Bank sind mir die folgenden Dinge …“ sehr wichtig wichtig nicht so wichtig gar nicht wichtig 18 17 22 8 5 sicheres Online Banking 4 8 freundliche Mitarbeiter kostengünstige Dienstleistungen 3 10 7 7 15 42 43 37 43 40 72 47 45 38 33 32 Erreichbarkeit der Filiale verständliche Produkte persönliche Beratung ###### Meinung zu digitalen Zahlungsverfahren 7 von 10 finden digitale Verfahren gut; bei Älteren sind es weniger Frage F28: Bei Konto- und Zahlungsvorgängen werden immer öfter internetbasierte, digitale Verfahren eingesetzt. Finden Sie das ...?; Basis: Gesamt n=1.322; Angaben in Prozent 19 52 22 sehr gut gut nicht so gut gar nicht gut ###### Konto- und Zahlungsvorgänge: „Ich finde digitale Verfahren …“ 22 24 23 18 59 51 51 51 49 18-29 J. 30-39 J. 10 ab 60 J. 40-49 J. 50-59 J. Altersgruppen Gesamt ###### Soziodemographie Frage SCR1: Wie alt sind Sie?; Frage SCR2: Geben Sie bitte Ihr Geschlecht an; Frage SCR4: Sind Sie derzeit berufstätig?, Basis: Gesamt n=1.322; Angaben in Prozent 15 63 21 Alter Geschlecht 16-17 Jahre 18-29 Jahre 30-59 Jahre ab 60 Jahre 52 48 66 34 Ja Nein Berufstätigkeit ###### Studiendesign Erhebungszeitraum: Stichprobe: 13. Juli bis 02. August 2022 insgesamt 1.322 Personen ab 16 Jahren darunter: 1.022 Personen ab 16 Jahren bevölkerungsrepräsentativ zusätzlich 250 Personen von 16- bis 24-Jahren zusätzlich 50 Personen ab 60 Jahren (alle: deutschsprachige Bevölkerung) Erhebungsmethode: CATI Computergestützte telefonische Interviews Auftraggeber: Erhebung 2022: Bundesverband deutscher Banken, Berlin infas quo, Nürnberg Repräsentative Befragung – Gewichtung der Aufstockungen nach den Merkmalen: Alter, Geschlecht und Bundesland.
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01/09/2024 22:00:09
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Sparverhalten der Deutschen in der Corona-Krise
Vor drei Jahren sparten 53 Prozent der Deutschen regelmäßig, jetzt sind es 63 Prozent. Trotz finanzieller Einbußen, die viele Menschen infolge der Corona-Pandemie erleiden, spart ein Fünftel der Deutschen jetzt mehr als zuvor. Wieviel gespart wird und warum, haben wir in dieser repräsentativen Umfrage erheben lassen. ## Meinungsumfrage als PDF. - 237,57 KB PDF - Datei
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Konjunkturprognose des Bankenverbands
- Belebung der Weltwirtschaft setzt sich fort; China und USA als Motor; Europa hinkt hinterher. - In Deutschland bestehen weiterhin Chancen auf eine kräftige Erholung im Jahresverlauf. - Privater Konsum und Export werden dabei die zentralen Stützen sein. # Perspektiven der Weltwirtschaft hellen sich weiter auf Obwohl das Infektionsgeschehen über die Wintermonate in vielen Regionen, insbesondere in Europa und Nordamerika, erneut stark gestiegen ist, haben sich die wirtschaftlichen Perspektiven für die Weltwirtschaft weiter aufgehellt. Neben der bereits seit Spätsommer letzten Jahres sehr lebhaften Wirtschaftsentwicklung in China dürfte in den kommenden Monaten auch die US-Wirtschaft kräftige Impulse für das globale Wirtschaftsgeschehen geben. Im Zuge der Planungen für das rund 1,9 Bill. US-Dollar schwere Konjunkturprogramm in den USA wurden die Wachstumsprognosen deutlich angehoben. Hinzu kommt der weiterhin sehr expansive Kurs der US-Notenbank. Im Rahmen ihrer neuen Strategie wird die Federal Reserve auch bei einer etwas über der 2-Prozent-Schwelle liegenden Inflationsrate ihren expansiven Kurs beibehalten. # USA: Anziehende Inflationserwartungen Beides zusammen, also das massive Konjunkturprogramm und die Aussicht auf eine unverändert expansive Geldpolitik, haben in den USA inzwischen zu einem spürbaren Anstieg der Inflationserwartungen geführt. Ob die im Zuge der wirtschaftlichen Erholung bereits jetzt steigende Inflationsrate auch mittelfristig auf einem höheren Niveau bleibt, wird stark von der Lohnpolitik abhängen: Wenn die sich anbahnende Entspannung am Arbeitsmarkt – anders als in der Phase vor der Pandemie – auch zu deutlich höheren Lohnabschlüssen führt, wäre in den USA in der Tat auch längerfristig mit einer dynamischeren Preisentwicklung zu rechnen, als im Durchschnitt der letzten zehn bis 15 Jahren. # Weltwirtschaft expandiert dieses Jahr um 5 ½ % Aus heutiger Sicht wird die globale Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 5,5 % zunehmen. Das wären fast zwei Prozentpunkte mehr als im zehnjährigen Durchschnitt vor der Pandemie. Das Vorkrisenniveau wäre in der Weltwirtschaft damit im Spätsommer dieses Jahres erreicht. Im nächsten Jahr sollte der Schwung trotz zu erwartender Nachholeffekte wieder etwas nachlassen. Das Wachstum könnte sich dann auf rund 4 % verlangsamen, würde aber immer noch über dem Durchschnitt der Vorkrisenjahre liegen. Grafik Wirtschaftswachstum weltweit # Euroraum erneut in eine Rezession gerutscht Für Europa fällt die Konjunkturprognose deutlich verhaltener aus. Hier wird die Wirtschaftsleistung durch die umfangreichen Corona-Beschränkungen im ersten Quartal 2021 erneut sinken. Gemäß der einfachen Definition, wonach ein BIP-Rückgang in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen eine Rezession markiert, ist die Eurozone nach dem ersten Halbjahr 2020 im Winterhalbjahr 2020/2021 erneut in eine Rezession gerutscht. Der Rückgang wird allerdings deutlich milder ausfallen als im vergangenen Frühjahr. Denn trotz der Einschränkungen wurde die wichtige Industrieproduktion nur gering getroffen. # Vorkrisenniveau wird erst 2022 erreicht Sobald die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen gelockert werden, wird der Euroraum auf seinen Wachstumspfad zurückkehren. Ein kräftiges Durchstarten der Konjunktur ist aber erst im zweiten Halbjahr zu erwarten. Dann sollten die Impfprogramme eine größere Breitenwirkung entfalten. Der europäische Aufbaufonds aber auch die expansive Geldpolitik der EZB werden das Wachstum zusätzlich stützen. Für den Jahresdurchschnitt 2021 ist im gesamten Euroraum ein Wirtschaftswachstum von 4,2 % möglich. Das Vorkrisenniveau dürfte allerdings erst im Verlauf des nächsten Jahres erreicht werden. # Sondereffekte treiben die Preisentwicklung Zum Jahreswechsel ist die Inflationsrate im Euroraum im Januar 2021 auf +0,9 % sprunghaft angestiegen. In Deutschland, welches etwa 1/3 der Teuerungsrate ausmacht, ist zum Beginn des Jahreswechsels die Mehrwertsteuersenkung ausgelaufen. Zudem wurde eine CO2-Abgabe für Öl und andere fossile Energieträger eingeführt. Im weiteren Jahresverlauf ist ein anhaltender Preisauftrieb zu erwarten, zumal auch der Basiseffekt von den niedrigen Ölpreisen im Frühjahr 2020 wegfällt. Die meisten Sondereffekte bei der Inflationsrate werden allerdings nur temporär sein. Auf längere Sicht ist davon auszugehen, dass die höhere Arbeitslosigkeit im Euroraum die Lohnentwicklung drückt. Die Chefvolkswirte der privaten Banken erwarten für den Euroraum im Jahresdurchschnitt 2021 eine moderate Inflationsentwicklung von 1,6 %, die 2022 leicht auf 1,4 % sinken sollte. Die Kerninflation dürfte von 1,1 % in diesem auf 1,2 % im nächsten Jahr steigen. Grafik Inflationsrate im Euroraum # Leitzinsen bleiben unverändert Die Leitzinsen der EZB bleiben bis mindestens Ende 2022 unverändert. Das Pandemiekaufprogramm (PEPP) dürfte wie geplant im vollen Umfang von 1,85 Bill. € bis Ende März 2022 umgesetzt werden. Da keine Erhöhung der Leitzinsen in Sicht ist, wird es auch keine Änderungen beim generellen Anleihekaufprogramm (APP) geben. # Überschussliquidität weiter stark gestiegen Durch die expansive Geldpolitik der EZB hat die überschüssige Liquidität im europäischen Bankensektor deutlich zugenommen. Damit sind, trotz des im Herbst 2019 eingeführten Freibetrags, die Belastungen im Januar 2021 auf einen neuen Höchststand von rund 13,5 Mrd. € p.a. gestiegen. Gerade im aktuellen Umfeld entzieht die EZB den Banken die Möglichkeit der Stärkung des Eigenkapitals und die Kreditvergabekapazitäten. # Konjunktur in Deutschland: Deutliche Delle zum Jahresbeginn Auch in Deutschland hat sich das Wirtschaftswachstum seit Herbst 2020 deutlich verlangsamt. Im Jahresendquartal 2020 konnte die gesamtwirtschaftliche Leistung zwar noch zulegen (+0,3 % ggü. Vq.), wegen des anhaltenden Lockdowns und einer etwas schwächeren Nachfrage, resultierend aus dem Ende der Mehrwertsteuersenkung, ist im ersten Quartal 2021 allerdings mit einem BIP-Rückgang von 1 bis 1,5 % zu rechnen. Sobald die Pandemie-Beschränkungen schrittweise gelockert werden können, wird die deutsche Wirtschaft wieder auf einen Wachstumskurs zurückfinden. Die Dynamik wird wegen der nur schleppend vorankommenden Massenimpfungen zunächst aber noch etwas gedämpft sein. Erst ab Sommer dieses Jahres dürften dann auch spürbare Nachholeffekte beim privaten Konsum einsetzen. Für das gesamte Jahr 2021 ist ein Wachstum von 3,8 % zu erwarten. Grafik Wirtschaftswachstum in Deutschland # Privater Konsum und Exporte stützen die Erholung Die für Deutschland wichtige Exportwirtschaft wird von der Wiederbelebung des Welthandels profitieren. Für die Exporte wird in diesem Jahr ein Plus von 9,2 % vorhergesagt. Damit wäre der Einbruch aus dem vergangenen Jahr fast vollständig kompensiert. Da die Importe lediglich um rund 8 % steigen, wird der Außenbeitrag einen deutlichen Wachstumsbeitrag zum BIP liefern. Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte wird in diesem Jahr kräftig zulegen (+3,5 %). # Verhaltende Investitionsentwicklung Die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen sind im vergangenen Jahr um 12,5 % zurückgegangen. Für dieses Jahr ist eine Wiederbelebung in Höhe von +7,8 % möglich; gemessen an dem prognostizierten Wirtschaftswachstum von fast 4 % fällt die Zuwachsrate aber verhalten aus. Im nächsten Jahr wird sogar eine Abschwächung des Wachstums auf 5,6 % erwartet. Ein Grund für diese gedämpfte Investitionsentwicklung ist die schleichende Verschlechterung der Standortbedingungen in Deutschland in den letzten Jahren. # Unternehmensinsolvenzen sind verkraftbar Spätestens mit dem Ende der Insolvenzantragspflicht ab Mai dürften auch die Unternehmensinsolvenzen wieder stärker steigen. Aus Sicht der Chefvolkswirte sind Szenarien plausibel, die einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von rund 17.000 im vergangenen Jahr auf etwa 24.000 in diesem Jahr unterstellen. Diese Entwicklung wäre gesamtwirtschaftlich verkraftbar und auch weit von den Insolvenzzahlen während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 entfernt. Position des Bankenverbandes - Aus heutiger Sicht ist in Deutschland nach wie vor eine kräftige Wirtschaftserholung in diesem Jahr möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Infektionsgeschehen unter Kontrolle gehalten wird und die sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen wieder gelockert werden. - Durch die Pandemiemaßnahmen der EZB (u. a. die massiven Kaufprogramme) ist die Überschussliquidität der Geschäftsbanken dramatisch gestiegen. Dadurch sind die Negativzinszahlungen der Kreditinstitute an die EZB von jährlich knapp 5 Mrd. € vor der Pandemie auf zuletzt rund 13,5 Mrd. € nach oben geschossen. Eine deutliche Ausweitung des Freibetrags sollte die Belastungen aus der enormen Überschussliquidität für die Banken reduzieren und ihnen Handlungsspielraum für die Finanzierung des Aufschwungs sowie der Energiewende und der Digitalisierung verschaffen. - Eine Kompensation der Negativzinsbelastungen durch besondere Konditionen bei den Langfristtendern (TLTROs) ist nicht zu erwarten. Der Erhalt der Konditionen ist nicht sicher und wäre auch nur auf zwei Jahre begrenzt. Den negativen Leitzins gibt es aber schon seit Juni 2014, mit einer Gesamtbelastung von inzwischen fast 35 Mrd. €. Außerdem sind die Belastungen durch den Negativzins und mögliche Entlastungen durch Langfristtender zwischen den Banken sehr ungleich verteilt. Gerade Banken mit einem soliden Einlagengeschäft, also Banken, die ein hohes Kundenvertrauen genießen, werden stark belastet. # Prognoseübersicht ## Deutschland | | | Prognose | | | 2020 | 2021 | 2022 | | Bruttoinlandsprodukt 1) | -4,9 | +3,8 | +4,1 | | Konsumausgaben priv. Haushalte 1) | -6,1 | +3,5 | +4,5 | | Konsumausgaben des Staates 1) | +3,3 | +2,6 | +1,0 | | Ausrüstungsinvestitionen 1) | -12,1 | +7,8 | +5,6 | | Bauinvestitionen 1) | +1,9 | +1,8 | +2,6 | | Exporte 1) | -9,4 | +9,2 | +6,2 | | Importe 1) | -8,5 | +8,0 | +6,2 | | Entwicklung der Verbraucherpreise 2) | +0,5 | +2,0 | +1,7 | | Zahl der Arbeitslosen (Millionen) | 2,695 | 2,720 | 2,520 | ## Euro-Raum | | | Prognose | | | 2020 | 2021 | 2022 | | Bruttoinlandsprodukt 1) | -6,8 | +4,4 | +4,2 | | Entwicklung der Verbraucherpreise (HVPI) 2) | +0,3 | +1,6 | +1,4 | | Kernrate 2) | +0,7 | +1,1 | +1,2 | ## Finanzmärkte und Rohstoffe | | | Prognose | | | 3. März 2021 | 2021 | 2022 | | USD/EUR | 1,21 | 1,26 | 1,28 | | Rendite Staatsanleihen Deutschl. (10 J.) | -0,35 | -0,25 | -0,08 | | Ölpreis (USD/Barrel) | 63,00 | 62,00 | 72,00 | 1) Reale Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr. 2) Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt. Die Konjunkturprognose des Bankenverbands wird halbjährlich durchgeführt und beruht auf einer Umfrage unter den 14 Chefvolkswirten von privaten Banken, die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschafts- und Währungspolitik sind. Mitglieder sind: Stefan Schneider, Chief German Economist, Head of German Macroeconomics, Deutsche Bank AG, Ausschussvorsitzender Burkhard Allgeier , Chief Investment Officer, H&A Global Investment Management GmbH Dr. Klaus Bauknecht , Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG Dr. Jan Bottermann , Chefvolkswirt, National-Bank AG Carsten Brzeski , Chefvolkswirt, ING-DiBa AG Dr. Cyrus de la Rubia , Chefvolkswirt, Hamburg Commercial Bank AG Dr. Felix Hüfner, Chefvolkswirt Deutschland, UBS Europe SE Carsten Klude , Chefvolkswirt, M.M. Warburg & CO (AG & Co.) KGaA Dr. Jörg Krämer , Chefvolkswirt, Commerzbank AG Carsten Mumm, Chefvolkswirt, Donner & Reuschel AG Dr. Andreas Rees , Chefvolkswirt Deutschland, Unicredit Bank AG Stefan Schilbe , Chefvolkswirt, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG Dr. Holger Schmieding , Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG Dr. Dirk Schumacher , Senior European Economist and Managing Director, Natixis Zweigniederlassung Deutschland Für den Bankenverband: Dr. Christian Ossig , Hauptgeschäftsführer, Bankenverband Markus Becker-Melching , Chief Operation Officer, Bereich Strategie, Bankenverband Volker Hofmann , Leiter Volkswirtschaft, Bankenverband - ### Präsentation als PDF 487,53 KB PDF - Datei - ### Wirtschaftspolitik aktuell als PDF 313,27 KB PDF - Datei
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Einheitliche Berichte zu Nachhaltigkeit sind zu begrüßen
Die Europäische Kommission hat heute ihren Legislativvorschlag zur Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht (Corporate Sustainability Reporting Directive - CSRD). Mit diesem werden die bereits bestehenden Berichtspflichten der Non Financial Reporting Directive (NFRD) präzisiert und weiterentwickelt. Ein europaweit einheitlicher Standard soll die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen und Banken besser vergleichbar machen, eine verpflichtende externe Prüfung die Verlässlichkeit der nichtfinanziellen Informationen erhöhen. „Nachhaltigkeitsinformationen nehmen einen immer größeren Stellenwert bei Investitionsentscheidungen der Marktteilnehmer ein. Der heute vorgelegte Legislativvorschlag ist ein wichtiger Schritt zu einer europaweit harmonisierten nichtfinanziellen Berichterstattung. Die Deutsche Kreditwirtschaft unterstützt die angestrebte Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft in Europa. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission stellen jedoch hohe Anforderungen an die technische und fachliche Standardisierung“, so Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), der im Jahr 2021 Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) ist. Gemäß dem heute veröffentlichten Vorschlag werden alle kapitalmarktorientierten Unternehmen (mit Ausnahme von Kleinstunternehmen) und alle im Sinne der Bilanzrichtlinie großen Unternehmen zur Offenlegung von nichtfinanziellen Informationen im Lagebericht verpflichtet. Damit unterliegen künftig deutlich mehr Unternehmen und Kreditinstitute der Berichtspflicht. Aktuell sind kapitalmarktorientierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungen erst ab mehr als 500 Mitarbeitern zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Die DK unterstützt grundsätzlich die von der EU vorgesehene Berichtspflicht, da der Kapitalmarkt und Kreditinstitute als Kapitalgeber Nachhaltigkeitsinformationen benötigen. Aus Sicht der DK sollte jedoch sorgfältig bewertet werden, ob die vorgesehenen Vorschläge tatsächlich angemessen sind und dem Proportionalitätsgedanken entsprechen. „Die ambitionierten Pläne der EU-Kommission in der Corporate Sustainability Reporting Directive stellen Banken und Sparkassen durch neue, anspruchsvolle Standards mit engen Umsetzungsfristen vor große Herausforderungen. Die Kreditwirtschaft ist bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Doch Institute, Kunden, Datenzulieferer, IT-Systementwickler und Prüfer brauchen Zeit, um sich bis zur erstmaligen Berichtsperiode gut auf die neuen Anforderungen vorbereiten zu können. Dafür müssen die neuen Standards frühzeitig veröffentlicht und die Übergangsfristen für die verpflichtende Erstanwendung verlängert werden“, sagt für die DK der DSGV-Präsident Helmut Schleweis.
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Sicherheit an Geldautomaten
# Sicherheit an Geldautomaten Wasserzeichen Sicherheit Kontaktloses Bezahlen girocard 29.03.2022 Artikel Tanja Beller background hero In Deutschland gibt es mehrere Wege, sich mit Bargeld zu versorgen: An den mehr als 56.000 Geldautomaten mit Karte und persönlicher Identifikationsnummer (PIN), in der Bankfiliale oder im stationären Handel als sogenanntes „Cashback“ . Dabei teilen Kunden vor dem Bezahlen ihres Einkaufs an der Kasse mit, welchen Betrag sie von ihrem Konto abheben möchten. Autorisiert wird der Auszahlungsbetrag dann zeitgleich mit der Einkaufssumme. Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland geht tendenziell zurück. Dies liegt wesentlich auch daran, dass das bargeldlose Bezahlen mit Karte immer mehr an Bedeutung gewinnt. Schon 2020 wurden laut EHI Retail Institute nur noch 40 Prozent der Einkäufe im Einzelhandel bar bezahlt. Insbesondere das kontaktlose Bezahlen hat während der Pandemie seinen Durchbruch erlebt. Stand Ende 2021 waren fast drei Viertel aller Bezahlungen mit der girocard kontaktlos. Vor der Pandemie waren es noch weniger als 50 Prozent. # Sicherheit beim Geldabheben Das Bargeldabheben am Geldautomaten mit Karte und PIN ist sehr sicher, wenn dabei einige grundsätzliche Regeln beachtet werden. Dazu zählt, dass Kunden ihre Zugangsdaten tatsächlich geheim halten sollten, also nirgendwo notieren, abspeichern oder an Dritte weitergeben. Zum Schutz vor Ausspähen der PIN ist es wichtig, diese mit der Hand als Sichtschutz über dem Eingabepad verdeckt einzugeben. Zudem sollte dabei niemand unmittelbar in der Nähe stehen oder gar über die Schulter schauen können. Die in den 2010er Jahren noch stärker verbreitete Manipulation von Geldautomaten – das so genannte „Skimming“ – ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Beim „Skimming“ manipulieren Kriminelle Geldautomaten so, dass der auf den Karten vorhandene Magnetstreifen kopiert und dadurch eine Kartendublette angefertigt werden kann. Zugleich wird die PIN ausgespäht, um damit auf das Konto des Betrugsopfers zugreifen zu können. In Deutschland wird im Geldautomatensystem bereits seit 2011 nur noch der EMV-Chip verwendet – ein internationaler Sicherheitsstandard, bei dem die Echtheit der Karte geprüft wird. Eine Chipkarte kann nicht kopiert und missbräuchlich genutzt werden. Inzwischen hat sich dieser hohe Sicherheitsstandard in vielen Ländern der Welt verbreitet, so dass „geskimmte“ Kartendubletten in den meisten Ländern der Welt nicht mehr nutzbar sind. # Angriffe auf Geldautomaten Seit mehreren Jahren haben allerdings physische Angriffe auf Geldautomaten, insbesondere Sprengungen, zugenommen, zuletzt häufig mit gefährlichen Festsprengstoffen. Das Bundeskriminalamt (BKA) wertet diese Angriffe regelmäßig aus und veröffentlicht detaillierte Informationen in seinem jährlichen Bundeslagebild „Angriffe auf Geldautomaten“ . Die Verbände der Kreditwirtschaft arbeiten in der Deutschen Kreditwirtschaft eng mit den Polizeibehörden zusammen. Das gemeinsame Ziel ist es, durch umfangreiche Präventionsmaßnahmen, die Tat möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen die Tatausführung zu unterbinden. # Sicherheitstechnik Die Banken investieren seit vielen Jahren in die Sicherheit ihrer Geldautomaten. Zu den Sicherheitsmaßnahmen zählen beispielsweise mechanische Sicherungen am Geldautomaten, Videoüberwachung, Einbruchmeldesysteme, Farbpatronen, Vernebelungstechnik etc. Welche Technik aber an welchem Standort eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sind die Risiken je nach Standort sehr unterschiedlich, je nachdem ob sich ein Geldautomat beispielsweise in einer hochfrequentierten Lage – etwa an Flughäfen oder Bahnhöfen – befindet, oder aber in einem SB-Bereich einer kleineren Filiale, die gerade nachts nur sehr selten aufgesucht wird. Auch organisatorische Maßnahmen – etwa das nächtliche Schließen von Standorten – sind möglich. Letztendlich entscheidet die passende Kombination geeigneter Präventionsmaßnahmen über den Schutz des Geldautomaten am jeweiligen Standort.
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Stellungnahme Review der PRIIP-VO im Rahmen der Retail Investment Strategy Vorschlag der Europäischen Kommission
# Stellungnahme Review der PRIIP-VO im Rahmen der Retail Investment Strategy Vorschlag der Europäischen Kommission Wasserzeichen Deutsche Kreditwirtschaft Kapitalmarkt 30.08.2023 Stellungnahme background hero Die Europäische Kommission hat am 24.05.2023 im Rahmen ihrer Kleinanlegerstrategie unter anderem einen Entwurf zur Anpassung der PRIIP-VO veröffentlicht. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) begrüßt das Vorhaben der Kommission, im Rahmen der Kleinanlegerstrategie auch die PRIIP-VO zu überarbeiten. Dabei sollen einige der bestehenden Schwachstellen der regulatorischen Vorgaben abgestellt werden, so dass die Basisinformationsblätter (BIBs) eine bessere Grundlage für die Anlageentscheidung von Kleinanlegern bilden können. In ihrem Verordnungsentwurf hat die Kommission einige positive Änderungen vorgeschlagen, wie bspw. den Vorrang der elektronischen Bereitstellung der BIBs (dadurch entsteht ein Gleichlauf mit der MiFID II) oder die Ausnahme für Anleihen mit Make-Whole-Klausel vom Anwendungsbereich der PRIIP-VO. Gleichwohl hätten wir uns gewünscht, dass die Kommission weitere Verbesserungen vorschlägt, um das Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken und dadurch insbesondere Investitionen von Kleinanlegern zu fördern. So hatten die Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) in ihrem Final Report für den PRIIPs-Review (2022) etliche weitere Verbesserungen vorgeschlagen, die in dem Kommissionsentwurf nicht aufgegriffen wurden. Insgesamt sind die Vorschläge in dem Kommissionsentwurf wenig konkret und es wäre wünschenswert, nicht zu viel auf die Level 2-Ebene auszulagern. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren muss daher dringend nachgebessert werden. Um das mit dem PRIIPs-Review verfolgte Ziel, die BIBs signifikant zu verbessern, zu erreichen, sollten insbesondere weitere Punkte in das anstehende Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden. ## Stellungnahme PRIIPs - 271,54 KB PDF - Datei
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Vorsicht vor Kriminellen, die sich am Telefon als Bankangestellte melden
# Vorsicht vor Kriminellen, die sich am Telefon als Bankangestellte melden Wasserzeichen Cyberkriminalität Verbraucher Onlinebanking 15.10.2021 Artikel Kathleen Altmann background hero Die Betrüger geben sich dreist als Bankangestellte aus: Trickreich versuchen Kriminelle per Telefon, an Ihre Onlinebanking-Zugangsdaten zu gelangen oder Sie zu einer Zahlung zu veranlassen. So funktioniert die Betrugsmasche der Kriminellen im Detail und so schützen Sie sich: Betrugsszenario 1: Die Kriminellen rufen unter dem Vorwand an, aus Sicherheitsgründen Ihre Kontodaten oder auch andere persönliche Daten, wie Ihre Adresse, abgleichen zu wollen. Alternativ wird auch Hilfe bei der Umstellung auf ein anderes TAN-Verfahren angeboten. Auf dem Display Ihres Telefons erscheint vermeintlich der Name Ihrer Bank oder die Nummer des Kundenservices. Tatsächlich ist diese Rufnummernanzeige von denKriminellen manipuliert, um Sie zu täuschen. In einigen Fällen wird versucht, über eine Fernwartungssoftware Zugang zum Computer zu erhalten. Ziel der Kriminellen ist es dabei, Sie so zu manipulieren, dass Sie unbeabsichtigt eine Zahlung per TAN freigeben. Betrugsszenario 2: Der Anruf wird schriftlich angekündigt: Sie erhalten ein scheinbar offizielles Schreiben Ihrer Bank per Brief oder E-Mail. Darin wird der Anruf eines Bankangestellten angekündigt, der Ihren Onlinebanking-Zugang überprüfen will. Die Kriminellen verfahren in diesem Fall wie in Szenario 1, um unrechtmäßig an Ihre Daten zu gelangen. # Worauf es die Kriminellen abgesehen haben Konkret geht es dem angeblichen Bankangestellten nur darum, Ihre geheimen Zugangsdaten zu erfahren. Darunter fallen die Geheimzahlen (PINs) für Ihre Bankkarten, für Ihr Telefon- und Onlinebanking oder Transaktionsnummern (TANs), mit denen in Ihrem Namen Überweisungen von den Kriminellen durchgeführt oder weitere TAN-Verfahren  für Ihr Konto aktiviert werden können. Dabei „gleicht“ der Anrufende auch andere persönliche Daten, wie beispielsweise die Adresse, mit Ihnen ab. In einigen Fällen werden Sie auch aufgefordert, Vorgänge über Ihre Banking-App zu autorisieren, entweder um Ihr Konto zu bestätigen oder um vermeintliche Zahlungen ins Ausland zu stoppen. Leisten Sie der Aufforderung nicht sofort Folge, wird meist mit einer angeblichen Kontosperrung gedroht oder damit, dass die vermeintlichen Zahlungen ins Ausland gebucht würden. Wichtig: Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter einer Bank wird Sie niemals nach Ihrer kompletten Telefon-Banking-PIN, Ihrer Onlinebanking-PIN oder einer Transaktionsnummer (TAN) fragen. # Tipps für Ihren Schutz vor angeblichen Bankmitarbeitern - Geben Sie keine vertraulichen Zugangsdaten, wie Ihre PINs oder TANs, an Dritte weiter. - Verschicken Sie keine Fotos oder Scans Ihres TAN-Aktivierungsbriefs über das Internet, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Versenden Sie den Aktivierungsbrief auch nicht mit der Post. Der Aktivierungsbrief ist nur für Ihre eigenen Unterlagen bestimmt. - Gewähren Sie keinen Zugriff auf Ihren Computer oder Mobiltelefon, laden Sie in diesem Zusammenhang keine Fernwartungsoftware herunter. - Falls Sie einen verdächtigen Anruf erhalten: Nehmen Sie sich Zeit, überlegen Sie und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Sollten Sie Zweifel an der Seriosität des Anrufenden haben, legen Sie sofort auf und rufen Sie selbst bei Ihrer Bank oder beim Kundenservice an. Überprüfen Sie die Telefonnummer, z.B. auf der Internetseite des Unternehmens. - Vermuten Sie, dass Unbefugte Ihre Onlinebanking- oder Telefon-Banking-PIN kennen könnte, ändern Sie diese umgehend. Sollte dies nicht möglich sein, sperren Sie Ihren Onlinebanking-Zugang. Sie erhalten dann neue Zugangsdaten von Ihrer Bank. Erstatten Sie im Betrugsfall Strafanzeige bei der Polizei. Informieren Sie auf jeden Fall Ihre Bank. - Lesen Sie den Inhalt erhaltener TAN-Mitteilungen vollständig und prüfen Sie, ob Sie wirklich eine Zahlung autorisieren möchten. - Seien Sie misstrauisch. Ein gesundes Misstrauen hilft auch anderen: Sprechen Sie daher auch mit Ihrer Familie und Freunden über diese Betrugsmethode.
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Metaverse: Eine neue Realität – auch für das Banking? - Teil 2
# Metaverse: Eine neue Realität – auch für das Banking? - Teil 2 Wasserzeichen Digitalisierung Verbraucher Kryptowährung 15.12.2022 Artikel Tobias Tenner Zeynep Tolun 2 background hero # Teil 2: Banking im Metaverse Banking im Metaverse steckt derzeit noch in seinen Anfängen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kombination von Decentralised Finance (DeFi) mit Bank- und Finanzdienstleistungen dazu führen kann, dass in der Zukunft spezielle, auf die besonderen Bedürfnisse des neuen Ökosystems zugeschnittene Produkte entstehen werden. Doch was bedeutet das konkret? Wie können Banken das Metaverse für sich erschließen? Ein logischer Schritt wäre zunächst, dass Banken Filialen im Metaverse eröffnen, um sich mit Kunden aus der ganzen Welt in einer virtuellen Umgebung treffen zu können. Dies würde Kosten und Zeit für Banken wie für Kunden sparen. Und tatsächlich geschieht dies bereits: J.P. Morgan ist die erste Bank der Welt, die eine Niederlassung im Metaverse eröffnet hat – die größte Bank der USA startete im Februar 2022 mit einer Lounge auf der Plattform „Decentraland“. Die Dienstleistungen, die sie dort derzeit anbietet, sind klassisches Bankgeschäft, etwa Vermögensverwaltung oder Kreditvergabe. HSBC hat sich ebenfalls in das Metaverse vorgewagt und im März 2022 virtuelle Immobilien auf der Plattform „The Sandbox“ erworben, um neue Formen der Kundenbindung zu erschließen und Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. Die Deutsche Bank wiederum hat sich im Metaverse ein Grundstück gekauft und eine „3D-Besucherlounge“ eröffnet. In dieser Metaverse-Filiale können die Besucher in einem interaktiven Raum viele kleine Videos ansehen und sich zu verschiedenen Themen informieren. Inkrementelle Innovationen stellen diese Aktivitäten jedoch noch nicht da, aber sind die ersten Schritte, um im Metaverse laufen zu lernen. ## Metaverse-Geschäftsfelder für Banken Doch der Kauf von virtuellen Immobilien und die Eröffnung einer virtuellen Filiale könnten lediglich die ersten Schritte sein. Eine Reihe weiterer Dienstleistungen sind vorstellbar, die die Banken im Metaverse erbringen können. Für digitale Güter wie NFTs und Kryptowerte etwa könnten Banken ihre Expertise in der Verwahrung von Vermögenswerten nutzen und unterschiedliche Beratungsservices anbieten, die den Kauf, Verkauf und die Finanzierung umfassen. Zur Verwahrung dieser digitalen Werte werden Wallets, also digitale Geldbörsen verwendet, deren Sicherheit absolute Priorität genießen sollte. Da Banken höchsten Ansprüchen im Kontext von Cybersicherheit genügen, könnten sie ein Versicherungsmodell entwickeln, das das Vertrauen der Verbraucher in die neue Technologie stärkt. Zusätzlich ist vorstellbar, dass Banken mit einer benutzerfreundlichen Wallet die Komplexität reduzieren, die mit dem Verwalten einer Vielzahl an verschiedenen digitalen Werten für die Benutzer einhergeht. Und auch den Geldtransfer zwischen Kryptowerten und Fiatgeld könnten Banken in der Zukunft sicherstellen, wenngleich heute noch unklar ist, welche Rolle die unterschiedlichen Währungen im Metaverse spielen werden. Grundlegend für die wirtschaftliche Infrastruktur des Metaverse ist eine nahtlose Zahlungsverkehrsinfrastruktur, die effiziente und kostengünstige Transaktionen ermöglicht. Eine der Kerneigenschaften sollte die Interoperabilität innerhalb des Metaverse sein, also zwischen verschiedenen Plattformen. Nach jetzigem Stand geht man davon aus, dass Mikrozahlungen die wichtigste Zahlungsart im Metaverse sein werden. Hier könnten Banken Kundenwünschen nachkommen und effiziente Transaktionen anbieten. Zu guter Letzt ist es naheliegend, dass Banken auch bei Krediten ihre langjährige Erfahrung einbringen. Unter Rückgriff auf bereits bestehende Prozesse aus dem Risikomanagement könnten Banken im Metaverse etwa die Bonitätsprüfung auch für andere Kreditnehmer übernehmen. ## Regulatorische und andere Baustellen Im Metaverse sind viele neue Geschäftsmodelle vorstellbar, doch wann und ob sie realisiert werden, ist derzeit noch ungewiss. Ihre Umsetzung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch deshalb nicht möglich, weil etliche regulatorische Fragen noch unbeantwortet sind. Welche offenen Baustellen gibt es? Zunächst bedarf es einer allgemeingültigen, rechtlichen Definition des Metaverse. Es ist beispielsweise noch völlig unklar, wie die rechtliche Beziehung zwischen unterschiedlichen Parteien geregelt ist. Aufgrund der digitalen Natur des Metaverse erfolgt die Abwicklung von Geschäften grundsätzlich unabhängig vom Standort der Personen. Bei einer Veräußerung von Vermögenswerten oder einem Tauschgeschäft im Metaverse können daher verschiedene Rechtsordnungen anwendbar sein (z.B. in Bezug auf Steuern, AML-Vorschriften oder die Anwendung zivilrechtlicher Vorschriften). Sollte es bspw. zu Streitigkeiten zwischen Nutzern aus unterschiedlichen Regionen der Welt kommen, ist die Antwort auf die Frage, welcher zivilrechtlicher Rechtsrahmen zugrunde gelegt wird, von besonderer Bedeutung. Ähnlich verhält es sich mit dem Datenschutz – welches Recht findet hier im Metaverse Anwendung? Die allgemeine Gültigkeit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist europaweit garantiert, für den Austausch von Daten außerhalb der Europäischen Union (EU) müssen Datenschutzabkommen geschlossen werden. Hinzu kommt, dass die Vielfalt der Daten (Bewegungen, Handlungen, Fokus, Dauer, Gesichtsausdruck, Stimmlage und Gesundheit) möglicherweise nicht durch die DSGVO abgedeckt ist. Was das alles für das Metaverse bedeutet, ist noch unklar. Gerade Banken, die die Rolle einer Vertrauensinstanz einnehmen, brauchen einen verlässlichen rechtlichen Rahmen, damit sie im Metaverse tätig sein können. Identifizierungsmaßnahmen müssten beispielsweise so ausgestaltet sein, dass die Identität des Kunden eindeutig festgestellt werden kann. Doch nicht nur rechtliche Unklarheiten erschweren den Durchbruch des Metaverse. Aus ökologischer Sicht etwa ist – Stand heute – absehbar, dass die Technologie große Mengen an Energie verbrauchen wird. Für den Aufbau virtueller Welten, die Datenspeicherung von Kryptowerten und für Transaktionen im Metaverse werden hohe Rechen-, Server- und Übertragungskapazitäten benötigt. Sollte es hier keine klimaschonenden Lösungen geben, könnte dies die Entwicklung des Metaverse erheblich beeinträchtigen. Und ein weiteres großes Problem wird das Metaverse möglicherweise ausbremsen: Die gesamte heutige Netzinfrastruktur, die es den Nutzern ermöglicht, nahtlos im Internet zu navigieren, scheint für den Aufbau eines nahtlosen Metaverse-Erlebnisses mit verknüpften Welten ungeeignet. Zudem bleibt es fraglich, ob die Virtual-Reality-Technologie für Anwendungsszenarien jenseits von Games und Entertainment wirklich geeignet ist. Und dennoch: Beschäftigen wird uns das Metaverse in seinen verschiedenen Formen sicherlich noch eine lange Zeit.
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3. DK-Steuersymposium: Diskussion zu Herausforderungen der Steuerpolitik
# 3. DK-Steuersymposium: Diskussion zu Herausforderungen der Steuerpolitik Wasserzeichen Deutsche Kreditwirtschaft Unternehmensfinanzierung Steuern 19.01.2022 Presseinformation Thomas Schlüter Stefan Marotzke 4 background hero Die neue Bundesregierung sollte das Unternehmenssteuerrecht investitionsfreundlicher gestalten. Außerdem sollten Anreize für private Investitionen in die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung gesetzt werden. Das hat die Deutsche Kreditwirtschaft bei ihrem digitalen dritten Steuersymposium in Gesprächen mit Steuer- und Finanzpolitikern aus dem Bundestag gefordert. Dabei wurden die steuerpolitischen Herausforderungen der neuen Legislaturperiode diskutiert. „Die digitale Transformation der Wirtschaft und die ökologische Erneuerung in unserem Land erfordern – neben öffentlichen Investitionen vor allem private Investitionen. Diese Investitionen müssen die Unternehmen aus ihren Erträgen finanzieren können“, so Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) in seiner Eröffnungsrede. Bessere und dauerhafte Verlustverrechnungsmöglichkeiten führten dazu, dass Liquidität früher für Investitionen zur Verfügung steht. Bessere Abschreibungsregelungen beschleunigten die Transformation und Digitalisierung von kleinen wie großen Unternehmen. Insofern seien die im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen ein richtiger Schritt. Die Bundesregierung dürfe hier jedoch nicht stehen bleiben. Die deutschen Banken und Sparkassen übernehmen im Steuerbereich zuverlässig eine ganze Reihe von wichtigen Aufgaben für die Finanzverwaltung unter Einsatz von IT und hohen Kosten. Steuererhebungserfahren wie die Abgeltungsteuer, die sich bewährt hätten, sollten nicht ohne Not über Bord geworfen werden, so Christoph Hild, Leiter Steuern beim DSGV. Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüße daher, dass die Abschaffung der Abgeltungsteuer kein Ziel der Regierungskoalition in dieser Legislaturperiode ist. Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes deutscher Banken, verwies auf die steigende Anzahl von Anzeige- und Meldeverpflichtungen, die Kreditinstitute zu erfüllen haben und nennt beispielhaft das im Sommer 2021 verabschiedete Gesetz zur Modernisierung der Entlastung von Abzugsteuern und der Bescheinigung der Kapitalertragsteuer, das nun mit viel Aufwand umzusetzen ist. Anzeige- und Meldepflichten müssten mit Augenmaß diskutiert und falls erforderlich eingeführt werden. Dabei müsse auch ihre Wirkung auf den Standort Deutschland in Betracht gezogen werden, so Krautscheid.
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Operations und Finance
Die Themengruppe Organisation und Finanzen ist Teil des Geschäftsbereichs Organisation und Kommunikation. Die Kolleginnen und Kollegen verantworten das Gebäude- und Prozessmanagement, die digitale und analoge Dokumentation, den Sprachendienst, das Rechnungswesen, das Travelmanagement und Controlling im Verband, den gesamten Posteingang und -ausgang sowie weitere interne Support-Funktionen. Wir sorgen also beispielsweise dafür, dass der Verband ordnungsgemäß seine Rechnungen stellt bzw. bezahlt. Zudem tragen wir die Verantwortung dafür, dass wirtschaftliche Entscheidungen des Bankenverbands auf verlässlicher Informationsgrundlage getroffen werden. # Kontakt Wasserzeichen background hero Dr. Mathias Brehe Themengruppenleiter, Director +49 30 1663 2430 E-Mail senden background hero Thomas Lorenz Themengruppenleiter, Director +49 30 1663 3190 E-Mail senden background hero Dr. Andreas von Oppen Associate Director +49 30 1663 3125 E-Mail senden background hero Martina Mau Associate +49 30 1663 1567 E-Mail senden background hero Stephanie Bußmann Junior Associate +49 30 1663 1529 E-Mail senden
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