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21.8
abel_leibmedicus_1699
402
1,699
Was die abſonderliche Urſachen ſeyn der Studenten Kranckheiten.
Was die absonderliche Ursachen sein der Studenten Krankheiten.
de
de
de
1
7.0309
abel_leibmedicus_1699
403
1,699
BLeich wie die Zufaͤlle des Menſchen ſich aͤndern ratione ætatis wegen des Alters/ deñ iedwedes Alter hat ſeine nachſtellende Kranckheiten; alſo geſchicht auch ſolches ratione vitæ generis, wegen unterſchiedener Art des Lebens/ daß man insgemein ſaget: Studenten und Gelehrter Kranckheiten/ Soldaten und Schiffer Kranckheiten/ da eines iedweden Lebens-Art etwas beſonders beytraͤget.
Bleich wie die Zufälle des Menschen sich ändern ratione aetatis wegen des Alters / denn jedwedes Alter hat seine nachstellende Krankheiten; also geschieht auch solches ratione vitae generis, wegen unterschiedener Art des Lebens / dass man insgemein sagt: Studenten und Gelehrter Krankheiten / Soldaten und Schiffer Krankheiten / da eines jedweden Lebensart etwas besonders beiträgt.
de
de
de
1
5.6658
abel_leibmedicus_1699
404
1,699
Studentẽ Stand/ ein ſchwerer Stand/ daher die meiſten wieder abſpringen/ weil ſie deſſen Bitterkeit nicht vertragen koͤnnen.
Studenten Stand / ein schwerer Stand / daher die meisten wieder abspringen / weil sie dessen Bitterkeit nicht vertragen können.
de
de
de
1
5.6908
abel_leibmedicus_1699
405
1,699
Ich rede aber von ſolchen/ die ſtudirens wegen einig und allein auf Univerſitaͤten ziehen/ und die Mittel zu ihrem Zweck ernſtlich ſuchen/ in quorum pedibus plumbum potius, quam plumas, alas aut Mercurium currentem affixum deprehendimus, quique ita ſtudiis & artibus liberalibus ſevera cura præſunt, das iſt/ an dero Beinen mehr Bley als Feder/ Fluͤgel oder lauffendes Queck ſilber anzutreffen/ und welche alſo dem ſtudiren und freyen Kuͤnſten ernſtlich obliegen.
Ich rede aber von solchen / die Studierens wegen einig und allein auf Universitäten ziehen / und die Mittel zu ihrem Zweck ernstlich suchen / in quorum pedibus plumbum potius, quam plumas, alas aut Mercurium currentem affixum deprehendimus, quique ita studiis & artibus liberalibus severa cura praesunt, das ist / an deren Beinen mehr Blei als Feder / Flügel oder laufendes Quecke Silber anzutreffen / und welche also dem studieren und freien Künsten ernstlich obliegen.
de
de
de
1
5.5348
abel_leibmedicus_1699
406
1,699
Solche haben Tag u. Nacht keine Ruhe noch Schlaff/ arbeitẽ mit dem Kopff/ Augen/ Hertzen und Haͤnden/ dergleichẽ Exempel beym Pontano zufindẽ/ laſſen ſich keine andere Dinge leicht abtreiben/ erwehlen das Sitzen mehr/ als unnuͤtze Bewegungen/ vergeſſen offt der Speiſe/ Trancks und Wartung des Leibes/ lieben Nuͤchterkeit biß zur Mahlzeit/ maceriren ſich etwas rechtſchaffens zulernen ſo ſehr/ daß oͤffters ſie einem blaſſen halbtoden mehr aͤhnlich werden/ als einem geſunden/ fliehen alle auch honnette converſation, leiden Kaͤlte und Froſt/ wollen alſo lieber gelehrt/ als geſund heiſſen/ wie jener thoͤrigte Kauffmann beym Selneccero lieber zeitlebens kranck/ als arm ſeyn wolte/ muſte aber dennoch ſein groſſes Gut ohne Geniß mit Verdruß und in ſtetiger Kranckheit anſehen.
Solche haben Tag u. Nacht keine Ruhe noch Schlaf / arbeiten mit dem Kopf / Augen / Herzen und Händen / dergleichen Exempel beim Pontano zufinden / lassen sich keine andere Dinge leicht abtreiben / erwählen das Sitzen mehr / als unnütze Bewegungen / vergessen oft der Speise / Tranks und Wartung des Leibes / lieben Nüchternheit bis zur Mahlzeit / mazerieren sich etwas rechtschaffen zulernen so sehr / dass öfters sie einem blassen Halbtoden mehr ähnlich werden / als einem gesunden / fliehen alle auch honette conversation, leiden Kälte und Frost / wollen also lieber gelehrt / als gesund heißen / wie jener törichte Kaufmann beim Selneccero lieber zeitlebens krank / als arm sein wollte / musste aber dennoch sein großes Gut ohne Genieß mit Verdruss und in stetiger Krankheit ansehen.
de
de
de
1
5.5272
abel_leibmedicus_1699
407
1,699
Solche pecciren in ihrer auch guten intention wieder ſich ſelbſten und zwar in defectu.
Solche pekzieren in ihrer auch guten Intention wieder sich selbst und zwar in defectu.
de
de
de
1
6.5803
abel_leibmedicus_1699
408
1,699
Andere hingegen in exceſſu, zumahln in denen Exercitiis, als tantzen/ fechten/ reiten/ ſpringen und ringen.
Andere hingegen in excessu, zumal in denen Exercitiis, als tanzen / fechten / reiten / springen und ringen.
de
de
de
1
5.4291
abel_leibmedicus_1699
409
1,699
It. welches wohl zu mercken/ mit uͤberfluͤßigen Schlittenfahren bey groſſer Kaͤlte/ welches ſo ſchaͤdlich/ daß wir billich mit ander Leut Schade und fruͤhzeitigen Tode ſolches meiden lernen uͤm Geld und Geſundheit zu erſparen.
It. welches wohl zu merken / mit überflüssigen Schlittenfahren bei großer Kälte / welches so schädlich / dass wir billig mit ander Leute Schade und frühzeitigen Tode solches meiden lernen um Geld und Gesundheit zu ersparen.
de
de
de
1
6.3617
abel_leibmedicus_1699
410
1,699
Ferner mit kalten Baͤdern/ ſtarcken Schmauſen/ und am allermeiſten mit gar zu vielen lucubriren, welches ein Grobſchmied iſt aller oder doch der meiſten Studenten Kranckheiten.
Ferner mit kalten Bädern / starken Schmausen / und am allermeisten mit gar zu vielen lucubriren, welches ein Grobschmied ist aller oder doch der meisten Studenten Krankheiten.
de
de
de
1
5.9589
abel_leibmedicus_1699
411
1,699
Weil nun an itzt gedachtẽ Fehlern das meiſte gelegen/ ſo wollen wir iedwedes beſonders betrachten/ was vor Unheil aus iedem tanquam ex equo Trojano entſpringen koͤnne.
Weil nun an jetzt gedachten Fehlern das meiste gelegen / so wollen wir jedwedes besonders betrachten / was vor Unheil aus jedem tanquam ex equo Trojano entspringen könne.
de
de
de
1
6.6286
abel_leibmedicus_1699
412
1,699
Attic. bellar. p. 297.
Attic. bellar. p. 297.
en
it
la
0
5.2315
abel_leibmedicus_1699
413
1,699
Das II. Capitel.
Das II. Kapitel.
de
de
eu
0.667
5.7194
abel_leibmedicus_1699
414
1,699
Von des Schlaffes Nothwendigkeit.
Von des Schlaffes Notwendigkeit.
de
de
de
1
6.9162
abel_leibmedicus_1699
415
1,699
WElche demnach ihren Leib ſo gering achten/ daß ſie ihm alle Unterhaltung abziehen/ und der Natuͤrlichen Zuneigungen/ und fuͤr allen des Schlaffs berauben/ die thun wieder ſich ſelbſten.
Welche demnach ihren Leib so gering achten / dass sie ihm alle Unterhaltung abziehen / und der natürlichen Zuneigungen / und für allen des Schlafs berauben / die tun wieder sich selbst.
de
de
de
1
5.3702
abel_leibmedicus_1699
416
1,699
Die Natur laͤſt ſich nicht zwingen ohne groſſe alteration und einigẽ Verluſt/ Natura non eſt depauperanda ſuo genio, niſi quis illam deſtruere velit, das iſt/ die Natur behaͤlt ihre Gewohnheit und laͤſt ſich davon nicht ohne Verlierung der Geſundheit bringen.
Die Natur lässt sich nicht zwingen ohne große Alteration und einigen Verlust / Natura non est depauperanda suo genio, nisi quis illam destruere velit, das ist / die Natur behält ihre Gewohnheit und lässt sich davon nicht ohne Verlierung der Gesundheit bringen.
de
de
de
1
5.4768
abel_leibmedicus_1699
417
1,699
Und quod caret alterna requie, durabile non eſt, was nicht ſeine ordentliche Ruhe hat/ das dauret nicht lang.
Und quod caret alterna requie, durabile non est, was nicht seine ordentliche Ruhe hat / das dauert nicht lang.
de
de
de
1
6.0036
abel_leibmedicus_1699
418
1,699
Hæc reparat vires feſſaque membra levat,
Haec reparat vires fessaque membra levat,
en
la
ca
0
6.7144
abel_leibmedicus_1699
419
1,699
Das iſt/
Das ist /
de
qu
la
0.333
7.5934
abel_leibmedicus_1699
420
1,699
Die Ruhe erſetzet die Kraͤffte/ und erquicket die matten Glieder.
Die Ruhe ersetzet die Kräfte / und erquicket die matten Glieder.
de
de
de
1
4.9263
abel_leibmedicus_1699
421
1,699
Wie kan doch der jenige geſund ſeyn/ der ihm des Lebens beſte Nahrung entziehet? der Schlaff iſt die beſte innerliche Staͤrckung/ welches wir ſehen bey den Patientẽ/ die lang nicht geſchlaffen/ was fuͤr Perlen Krafft empfinden ſie doch dahero.
Wie kann doch derjenige gesund sein / der ihm des Lebens beste Nahrung entziehet? der Schlaf ist die beste innerliche Stärkung / welches wir sehen bei den Patienten / die lang nicht geschlafen / was für Perlen Kraft empfinden sie doch daher.
de
de
de
1
5.834
abel_leibmedicus_1699
422
1,699
Vor des Schlaffes Nothwendig und Nutzbarkeit waͤre viel zuſagen/ wo es nicht ieden ſchon bekannt waͤre/ doch weiſe ich/ wer ein mehrers verlanget/ an den Sebizium.
Vor des Schlaffes Notwendig und Nutzbarkeit wäre viel zusagen / wo es nicht jeden schon bekannt wäre / doch weise ich / wer ein mehreres verlanget / an den Sebizium.
de
de
de
1
6.4038
abel_leibmedicus_1699
423
1,699
Es wollen einige gar/ daß unſer Leben von dem Schlaff heruͤhre/ welches von den maͤßigen natuͤrlichen Schlaff wohl kan geſaget werden.
Es wollen einige gar / dass unser Leben von dem Schlaf herrühre / welches von den mäßigen natürlichen Schlaf wohl kann gesagt werden.
de
de
de
1
5.6748
abel_leibmedicus_1699
424
1,699
Denn mit ſeiner Anmuͤthigkeit ſchmeichelt er gleichſam unſern Geiſtern/ und deßwegen iſt nichts ſuͤſſers als der Schlaff/ wie ſolches auch der Poet lehret:
Denn mit seiner Anmutigkeit schmeichelt er gleichsam unseren Geistern / und deswegen ist nichts Süßers als der Schlaf / wie solches auch der Poet lehrt:
de
de
de
1
5.6668
abel_leibmedicus_1699
425
1,699
Pathol. Tom. 2. p. 354.
Pathol. Tom. 2. p. 354.
en
en
hi-Latn
0
5.0425
abel_leibmedicus_1699
426
1,699
Magirus Phyſ. p. 377. §.
Magiruss Phys. p. 377. §.
en
la
lt
0
7.9714
abel_leibmedicus_1699
427
1,699
5.
5.
en
en
ja
0
2.2841
abel_leibmedicus_1699
428
1,699
Somme, quies rerum, placidiſſime Somne Deorum, Pax animi, quem cura fugit, tu pectora duriſ Feſſa miniſteriis mulces reparaſq́ labori
Somme, quies rerum, placidissime Somne Deorum, Pax animi, quem cura fugit, tu pectora duris Fessa ministeriis mulces reparasq labori
la
la
la
0
5.3821
abel_leibmedicus_1699
429
1,699
Das iſt/
Das ist /
de
qu
la
0.333
7.5934
abel_leibmedicus_1699
430
1,699
O Schlaff/ du Ruhe aller Dinge/ du angenehmer Schlaff der Goͤtter/ du Friede des Gemuͤthes/ fuͤr dem die Sorge fleugt/ du erquickeſt die ermuͤdeten Glieder und macheſt ſie zur Arbeit wieder tuͤchtig und munter.
O Schlaf / du Ruhe aller Dinge / du angenehmer Schlaf der Götter / du Friede des Gemütes / für dem die Sorge fliegt / du erquickest die ermüdeten Glieder und machest sie zur Arbeit wieder tüchtig und munter.
de
de
de
1
4.8132
abel_leibmedicus_1699
431
1,699
Er iſt das beſte ſpecificum in allen Kranckheiten/ Somnus eſt arcanum in Medicina ſupra omnes gemmas & lapides pretioſos, & medicus eſt magnifaciendus, qui Naturæ egenti commode applicare poteſt ſomniferum, das iſt/ der Schlaff iſt eine geheime Arzeney uͤber alle Edelſteine zuſchaͤtzen/ und der Medicus iſt hoch zuachten/ der der ſchwachen Natur fuͤglich kan eine Ruhe machen. der Schlaff iſt das Band/ der die Kraͤffte der Seelen bindet.
Er ist das beste Spezifikum in allen Krankheiten / Somnus est arcanum in Medicina supra omnes gemmas & lapides pretiosos, & medicus est magnifaciendus, qui Naturae egenti commode applicare potest somniferum, das ist / der Schlaf ist eine geheime Arznei über alle Edelsteine zuschätzen / und der Medikus ist hoch zuachten / der der schwachen Natur füglich kann eine Ruhe machen . der Schlaf ist das Band / der die Kräfte der Seelen bindet.
de
de
de
1
5.0828
abel_leibmedicus_1699
432
1,699
Das ſie vereiniget bleiben und nicht ſo leicht zerſtreuet werden.
Das sie vereiniget bleiben und nicht so leicht zerstreuet werden.
de
de
de
1
4.4896
abel_leibmedicus_1699
433
1,699
Er leget dem leibe Nahrung an und maͤſtet ihn dieſes kan ich mit einem Exempel erweiſſen/ denn als 1690 zu Leipzig ein Studioſus, der dem ſtudiren zu ſehr ergeben war/ und den Schlaff nicht achtete/ und ob Er gleich zuvor wohl ausgefuͤllt/ ſtarck und fett geweſen/ ward er doch ſo mager und hager/ daß ihn iedermann fuͤr einen hecticum hielte/ er auch gantz malat nach und nach ſich befunde/ welchen aber keine obgleich beſte Staͤrckungen und analeptica helffen wolten/ ſondern durch recommendirung gnugſam Schlaffes iſt er wieder dick/ fett und ſtarck geworden/ der mir es noch dieſe Stunde dancket.
Er leget dem Leib Nahrung an und mästet ihn dieses kann ich mit einem Exempel erweisen / denn als 1690 zu Leipzig ein Studiosus, der dem studieren zu sehr ergeben war / und den Schlaf nicht achtete / und ob Er gleich zuvor wohl ausgefüllt / stark und fett gewesen / wurde er doch so mager und hager / dass ihn jedermann für einen hecticum hielte / er auch ganz malad nach und nach sich Befunde / welchen aber keine obgleich beste Stärkungen und analeptica helfen wollten / sondern durch recommendirung genugsam schlaffes ist er wieder dick / fett und stark geworden / der mir es noch diese Stunde danket.
de
de
de
1
5.8236
abel_leibmedicus_1699
434
1,699
Crollius Baſ. chym. p. 305.
Crollius Bas. chym. p. 305.
en
la
vi
0
6.8323
abel_leibmedicus_1699
435
1,699
Sponius d. l. p. 283.
Sponius d. l. p. 283.
eb
lt
la
0
5.5221
abel_leibmedicus_1699
436
1,699
Wer erkennet nun nicht hieraus des Schlaffes Krafft und Eigenſchafft?
Wer erkennt nun nicht hieraus des Schlaffes Kraft und Eigenschaft?
de
de
de
1
6.6225
abel_leibmedicus_1699
437
1,699
Es entſtehet derſelbe von gelinder Feuchtigkeit/ welches wir ſehen an denen phlegmatiſchen Naturen/ wo nun ſolche durch ſtetiges Wachen verzehret und vertrucknet wird (vigiliæ enim exſiccant,) da muß nothwendig der Schlaff weichen/ und der Leib geſchwaͤchet werden.
Es entstehet derselbe von gelinder Feuchtigkeit / welches wir sehen an denen phlegmatischen Naturen / wo nun solche durch stetiges Wachen verzehret und vertrocknet wird (vigiliae enim exsiccant,) da muss notwendig der Schlaf weichen / und der Leib geschwächt werden.
de
de
de
1
5.3303
abel_leibmedicus_1699
438
1,699
Noch uͤbler aber thun die jenigen/ welche gern ſchlaffen wolten/ auch darzu geneigt ſeyn/ und brechen doch denſelben ab/ werden bald des Schlaffes Bruder und Geſellen werden.
Noch übler aber tun diejenigen / welche gern schlafen wollten / auch dazu geneigt sein / und brechen doch denselben ab / werden bald des Schlaffes Bruder und Gesellen werden.
de
de
de
1
6.0312
abel_leibmedicus_1699
439
1,699
Man ſiehet es ja ſchon an denẽ/ die nicht ausgeſchlaffen/ wie ſie ſich denſelben Tag anſtellen.
Man sieht es ja schon an den / die nicht ausgeschlafen / wie sie sich denselben Tag anstellen.
de
de
de
1
4.8746
abel_leibmedicus_1699
440
1,699
Bedarff alſo keines weitern erweiſens.
Bedarf also keines weiteren Erweisens.
de
de
de
1
5.4636
abel_leibmedicus_1699
441
1,699
Das III. Capitel.
Das III. Kapitel.
de
de
eu
0.667
5.7941
abel_leibmedicus_1699
442
1,699
Von vielen wachen und deſſen Schaden.
Von vielen wachen und dessen Schaden.
de
de
de
1
6.5161
abel_leibmedicus_1699
443
1,699
DAs uͤbrige Wachen verzehret alle Feuchtigkeit/ und trucknet den Leib aus/ es verhindert die Kochung/ nach Hippocratis Meinung/ die alſo heiſt:
Das übrige Wachen verzehret alle Feuchtigkeit / und trocknet den Leib aus / es verhindert die Kochung / nach Hippocratis Meinung / die also heißt:
de
de
de
1
5.8363
abel_leibmedicus_1699
444
1,699
Vehemens vigilia potus cibosque tum crudos tum incoctiores reddit, das iſt/ ſtarckes Wachen laͤſt Speiß und Tranck ſo wohl roh als auch ungekocht liegen.
Vehemens vigilia potus cibosque tum crudos tum incoctiores reddit, das ist / starkes Wachen lässt Speise und Trank sowohl roh als auch ungekocht liegen.
de
de
de
1
5.8334
abel_leibmedicus_1699
445
1,699
Es machet den Leib hager/ wie aus den vorhergehenden Exempel zu erſehen/ daraus entſtehet endlich die Schwindſucht/ nach Weiſſagung des Poëten
Es macht den Leib hager / wie aus den vorhergehenden Exempel zu ersehen / daraus entstehet endlich die Schwindsucht / nach Weissagung des Poeten
de
de
de
1
4.9588
abel_leibmedicus_1699
446
1,699
De Diæta in acut.
De Diaeta in acut.
en
da
nl
0
7.762
abel_leibmedicus_1699
447
1,699
de quo Spon. d. l. p. 279.
de quo Spon. d. l. p. 279.
eb
es
fr
0
5.2647
abel_leibmedicus_1699
448
1,699
Ovid. l. 1. de art. am. 737.
Ovid. l. 1. de art. am. 737.
sv
es
ca
0
5.6421
abel_leibmedicus_1699
449
1,699
Attenuant juvenum vigiles mox corpora noctes Nachtwachen macht junge Leute hager.
Attenuant juvenum vigiles mox corpora noctes Nachtwachen macht junge Leute hager.
fr
de
de
0.667
6.056
abel_leibmedicus_1699
450
1,699
Verzehret alle Kraͤfften/ alle ßhlicht und fette Theile des Leibes/ darauf folget ein ſtarckes Abnehmen Maraſmus genannt/ deß wegen nennet auch Hippocrates Vigilias voraces.
Verzehret alle Kräften / alle ölig und fette Teile des Leibes / darauf folget ein starkes Abnehmen Marasmus genannt / deswegen nennt auch Hippokrates Vigilias voraces.
de
de
de
1
6.0229
abel_leibmedicus_1699
451
1,699
Helmontius hat obſerviret/ daß einer durch uͤberfluͤßiges ſtudiren und meditiren kurtz athemicht worden/ welches faſt bey den meiſten Gelehrten zufinden.
Helmontius hat observieret / dass einer durch überflüssiges Studieren und meditieren kurz athemicht worden / welches fast bei den meisten Gelehrten zu finden.
de
de
de
1
6.2093
abel_leibmedicus_1699
452
1,699
Es verurſachet Melancholey/ und deswegen werden die Vigiliæ genennet deliriorum mater oder eine Mutter der Raſerey/ wie man dergleichen Exempel zur Gnuͤge hat.
Es verursachet Melancholie / und deswegen werden die Vigiliae genannt deliriorum mater oder eine Mutter der Raserei / wie man dergleichen Exempel zur Genüge hat.
de
de
de
1
5.5288
abel_leibmedicus_1699
453
1,699
Es verurſachet Fieber/ Fluͤſſe/ Verſtopffung des Leibes/ zufoͤrderſt aber vaſorum meſaraicorum oder der Milch und Gekroͤß aͤdrigen.
Es verursachet Fieber / Flüsse / Verstopfung des Leibes / zuvörderst aber vasorum mesaraicorum oder der Milch und Gekröse ädrigen.
de
de
de
1
5.4169
abel_leibmedicus_1699
454
1,699
(wegen Mangelung der Feuchtigkeit/) Kraͤtze/ (welche Studenten-Bluͤmlein ad differentiam genennet werden.)
(wegen Mangelung der Feuchtigkeit /) Krätze / (welche Studentenblümlein ad differentiam genannt werden.)
de
de
de
1
6.5352
abel_leibmedicus_1699
455
1,699
Derowegen der Schlaff billich Koͤniglicher Ehre wuͤrdig zuſchaͤtzen.
Derowegen der Schlaf billig königlicher Ehre würdig zuschätzen.
de
de
de
1
8.3697
abel_leibmedicus_1699
456
1,699
Wedel. Theorem. p. 167.
Wedel. Theorem. p. 167.
en
en
be
0
5.205
abel_leibmedicus_1699
457
1,699
Pontanus d. l p. 247.
Pontanus d. l p. 247.
eb
lt
id
0
6.7958
abel_leibmedicus_1699
458
1,699
Das IV. Capitel.
Das IV. Kapitel.
de
de
la
0.667
6.0794
abel_leibmedicus_1699
459
1,699
Von uͤberfluͤßigen und unzeitigen Schlaff.
Von überflüssigen und unzeitigen Schlaf.
de
de
de
1
6.181
abel_leibmedicus_1699
460
1,699
NIcht minder verurſachet auch Kranckheiten bey Studirenden der uͤberfluͤßige und unzeitige Schlaff/ welcher an ſich ſchon eine Abbildung des Todes iſt durch dieſen werden alle Feuchtigkeiten des Leibes vermehret/ und wenn ſie nicht beweget werden/ faul und traͤg/ die Geiſter unterdruͤcket und gedaͤmpfft/ unrein und truͤb/ der Leib ſiech und kranck/ das Gehirn kalt und feucht/ der Kopff dumm/ der Verſtand ſchwach/ das Gedaͤchtnuͤß und judicium vergehet/ die Schaͤrffe der Sinnen verliert ſich/ Kopffweh/ truͤbe und bloͤde Augen/ Schwachheit des appetits, eine Cacochymie und endlich ſtelt ſich ein die Waſſer und Schwindſucht/ das Geſicht ſcheint zerdunſtet/ Lungen und Leber werden anbruͤchig und ſterben ſolche Schlaffſuͤchtige vor der Zeit entweder ploͤtzlich an den Schlagfluß oder faulen Fiebern.
Nicht minder verursachet auch Krankheiten bei Studierenden der überflüssige und unzeitige Schlaf / welcher an sich schon eine Abbildung des Todes ist durch diesen werden alle Feuchtigkeiten des Leibes vermehret / und wenn sie nicht beweget werden / faul und träg / die Geister unterdrücket und gedämpft / unrein und trüb / der Leib siech und krank / das Gehirn kalt und feucht / der Kopf dumm / der Verstand schwach / das Gedächtnis und judicium vergehet / die Schärfe der Sinnen verliert sich / Kopfweh / trübe und blöde Augen / Schwachheit des Appetits, eine Cacochymie und endlich stählt sich ein die Wasser und Schwindsucht / das Gesicht scheint dunstet / Lungen und Leber werden anbrüchig und sterben solche Schlaffsüchtige vor der Zeit entweder plötzlich an den Schlagfluss oder faulen Fiebern.
de
de
de
1
4.778
abel_leibmedicus_1699
461
1,699
Ja alles was ſie eſſen oder trincken/ das wird zur Faͤulung/ und alſo der Zunder zum Boͤſen ſtaͤrcker.
Ja alles was sie essen oder trinken / das wird zur Fäulung / und also der Zunder zum Bösen stärker.
de
de
de
1
5.2671
abel_leibmedicus_1699
462
1,699
Pfeiffer d. l. p. 779. ſq.
Pfeiffer d. l. p. 779. sq.
eb
no
mt
0
4.9371
abel_leibmedicus_1699
463
1,699
Das V. Capitel.
Das V. Kapitel.
de
de
bg-Latn
0.667
6.8339
abel_leibmedicus_1699
464
1,699
Vom ſtetigen Sitzen.
Vom stetigen Sitzen.
de
de
de
1
6.4064
abel_leibmedicus_1699
465
1,699
DAs ſtetige ſitzen bringet die meiſten uͤm das Leben/ machet ſtets ſiechende Leiber/ (welches an dem Frauen Volck zu erſehen/ die auch deßwegen ſtets bipen/) dadurch werden die Gekroͤß Adrigen verſtopffet/ die Gedaͤrm zuſammen gedruͤckt/ die gedruͤckte u. gepreſte Gallen Blaſſe ſtoͤſt die Gall zur Unzeit und haͤuffiger aus/ das Blut ſchieſt ſtaͤrcker in die Miltz/ (welches ohne diß ſehr viel Aedrigen hat und denen Verſtopffungen unterworffen iſt/) daſelbſt verſauret es und wird zach/ daher kommẽ die Miltz-Beſchwerungẽ/ Scharbock/ Malum hypochondriacum &c. Item. der Stein in Lenden und Nieren/ ſchwartze gelbe Farb des Angeſichts. ja durch ſolch gebucktes ſitzen werdẽ die Gallen zufuͤhrende Gefaͤß verſtopffet/ daß dieſelbe nicht kan recht von dem Blut ſepariret werden/ ſondern wieder zuruͤck trit/ Unruhe und groſſen Schaden verurſachet.
Das stetige Sitzen bringt die meisten um das Leben / macht stets siechende Leiber / (welches an dem Frauen Volk zu ersehen / die auch deswegen stets pipen /) dadurch werden die Gekröse adrigen verstopfet / die Gedärm zusammen gedrückt / die gedrückte u. gepresste Gallen Blasse stößt die Gall zur Unzeit und häufiger aus / das Blut schießt stärker in die Milz / (welches ohne dies sehr viel Äderchen hat und denen Verstopfungen unterworfen ist /) daselbst versauert es und wird zach / daher kommen die Milz-Beschwerungen / Scharbock / Malum hypochondriacum & c. Item . der Stein in Lenden und Nieren / schwarze gelbe Farbe des Angesichts . ja durch solch gebücktes sitzen werden die Gallen zuführende Gefäß verstopfet / dass dieselbe nicht kann recht von dem Blut separieret werden / sondern wieder zurücktritt / Unruhe und großen Schaden verursachet.
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1
5.2769
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466
1,699
Die Gall die zu der balſamiſchen Milchmachung in denen dinnen Gedaͤrmen dienen ſolt/ ſchlaͤgt mit ſeiner ſauren Schaͤrffe den chylum und das beſte darnieder/ daß an ſtatt deſſen eine lautere molckigte Waͤſſrigkeit in die Milch- Gefaͤſſe gehet/ die nieder geſchlagne balſamiſche Theile gerinnen zuſammen und faulen endlich.
Die Gall die zu der balsamischen Milchmachung in denen dienen Gedärmen dienen sollt / schlägt mit seiner sauren Schärfe den chylum und das beste danieder / dass an stattdessen eine lautere molckigte Wässrigkeit in die Milch-Gefäße geht / die nieder geschlagene balsamische Teile gerinnen zusammen und faulen endlich.
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1
6.0519
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467
1,699
Was kan nun gutes oder ſonſt fuͤr Nahrung daraus entſtehen?
Was kann nun gutes oder sonst für Nahrung daraus entstehen?
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7.1556
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468
1,699
Hoͤret doch was dort bey dem Plauto, Palinurus der Knecht dem Cappadoci fuͤr ein gut Conſilium medicum giebet/ (vieleicht hat es ihme die Vernunfft und eigene Erfahrung gelehret/) ſagende: Ambula & lieni optimum eſt, das iſt/ gehe herum (und ſitze nicht zu viel) denn das iſt der Miltz zutraͤglich.
Höret doch was dort bei dem Plauto, Palinurus der Knecht dem Cappadoci für ein gut Consilium medicum gibt / (vielleicht hat es ihm die Vernunft und eigene Erfahrung gelehrt /) sagende: Ambula & lieni optimum est, das ist / gehe herum (und sitze nicht zu viel) denn das ist der Milz zuträglich.
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5.7762
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469
1,699
Die Glieder Kranckheit folget gemeiniglich auf ſolch ſtetiges Sitzen/ da es in denen Schuldern ziehet nicht anders/ als wenn ein Seul mit einem Stein den Ruͤcken herunter haͤnge mit groſſer Verdruͤßlichkeit/ da die Achſeln und Beine bald auf/ bald nieder gezogen werden/ wie ich ein artlich Exempel weiß an einem numehro vornehmen Manne/ welchem nichts als der Spiritus Tartari volatilis cum Spiritu Cornu Cervi rectif. durch mein Zureden geholffen/ nebſt einer ſonderlichen Thee von nervinis volatiliſchen balſamiſchen Kraͤutern.
Die Glieder Krankheit folget gemeiniglich auf solch stetiges Sitzen / da es in denen Schuldern ziehet nicht anders / als wenn ein Seul mit einem Stein den Rücken herunterhänge mit großer Verdrießlichkeit / da die Achseln und Beine bald auf / bald niedergezogen werden / wie ich ein artlich Exempel weiß an einem nunmehr vornehmen Manne / welchem nichts als der Spiritus Tartari volatilis cum Spiritu Cornu Cervi rectif . durch mein Zureden geholfen / nebst einer sonderlichen Tee von nervinis volatileschen balsamischen Kräutern.
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1
5.9809
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470
1,699
Andere oͤbel mehr zu geſchweigen.
Andere öbel mehr zu geschweigen.
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7.8479
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471
1,699
Horſt. de ſcorb. S. 2. §. 9. p. 23.
Horst . de scorb. S. 2. §. 9. p. 23.
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0
5.2916
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1,699
In Curcul. act, 2. p. m. 167.
In Curcul. act, 2. p. m. 167.
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5.4994
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1,699
de quibus videatur Rolfinc. meth. med. Spec. l. 2. S. 3. c. 5. p. 123.
de quibus videatur Rolfinc. meth. med. Spec. l. 2. S. 3. c. 5. p. 123.
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4.703
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474
1,699
Das VI Capitel.
Das VI Kapitel.
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Vom nuͤchtern bleiben.
Vom nüchtern bleiben.
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8.4961
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1,699
WElche biß zur Mahlzeit nuͤchtern bleiben/ und doch darbey ſtarck ſtudiren/ die wiſſen vielleicht nicht/ daß der Magen ſey ταμεῖ- ον τροϕῆς, cibi promptuarium eine Speiſe-Kammer/ welche/ wenn ſie leer/ ſchlechten Troſt giebet/ denen die ermuͤdet und hungerig ſeyn/ und wo der Magen leidet/ die gantze Natur mit leiden muß.
Welche bis zur Mahlzeit nüchtern bleiben / und doch dabei stark studieren / die wissen vielleicht nicht / dass der Magen sei ταμεῖ- ον τροϕῆς, cibi promptuarium eine Speisekammer / welche / wenn sie leer / schlechten Trost gibt / denen die ermüdet und hungrig sein / und wo der Magen leidet / die ganze Natur mit leiden muss.
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4.967
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Durch ſolches Faſten wird das menſtruum ventriculi voracius, acidius & activius der Magen Schleim wird freßhaffter/ ſauerer und ſtaͤrcker/ ſo gar/ daß ſie darnach einen ſtaͤrckern appetit bekommen zum Eſſen/ und wenn ſie denn zu Tiſch kommen/ da gehet es Rips Raps/ qui capere poteſt, capiat; Aber wer nur auch in den Magen Zaͤhne haͤtte/ wie der Krebs (welches artlich zu ſehen.)
Durch solches Fasten wird das menstruum ventriculi voracius, acidius & activius der Magen Schleim wird fresshafter / saurer und stärker / so gar / dass sie danach einen stärkeren appetit bekommen zum Essen / und wenn sie denn zu Tisch kommen / da geht es Rips Raps / qui capere potest, capiat; Aber wer nur auch in den Magen Zähne hätte / wie der Krebs (welches artlich zu sehen.)
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5.6241
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478
1,699
Iſt nun in der Eilfertigkeit ein Klumpen ungekaͤuet hinter gefahren/ er wird wohl ſo bleiben/ und dem Magen zu thun genug machen/ den vitium coctionis primæ non corrigitur in ſecunda nec tertia das iſt/ was in der erſten Kochung verſaͤumet wird (nemlich in dem Kanen) das wird die andere oder dritte nicht verbeſſern/ welches ich an einem von meinem geweſenen Commenſali oder Tiſchburſch vor dieſen wahr genommen/ welcher aber immer ausgeſehen/ als ein Jud/ auch fort und fort Verſtopffungen des Leibes und hartes Druͤcken uͤber dem Magen doch darbey ſtarcken aber ungeſunden appetit hatte.
Ist nun in der Eilfertigkeit ein Klumpen ungekäut hinter gefahren / er wird wohl so bleiben / und dem Magen zu tun genug machen / den vitium coctionis primae non corrigitur in secunda nec tertia das ist / was in der ersten Kochung versäumet wird (nämlich in dem Kannen) das wird die andere oder dritte nicht verbessern / welches ich an einem von meinem gewesenen Commensali oder Tischbursch vor diesen wahr genommen / welcher aber immer ausgesehen / als ein Jude / auch fort und fort Verstopfungen des Leibes und hartes Drücken über dem Magen doch dabei starken aber ungesunden appetit hatte.
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5.5997
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479
1,699
Es bringet das lange Nuͤchtern ſeyn denen Gelehrten auch Schaden/ weil die Natur geſchwaͤchet wird und ſich ſelbſt verzehret/ es verurſachet Schwindel/ Schwachheit des Haupts und Hertzens/ Hertzklopffen/ Ohnmachten.
Es bringt das lange Nüchtern sein denen Gelehrten auch Schaden / weil die Natur geschwächt wird und sich selbst verzehret / es verursachet Schwindel / Schwachheit des Haupts und Herzens / Herzklopfen / Ohnmachten.
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5.4476
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480
1,699
Dahero iſt das Conſilium gut:
Daher ist das Consilium gut:
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0.333
4.6484
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1,699
Die leicht ohnmaͤchtig werden/ ſollen nicht lang nuͤchtern bleiben.
Die leicht ohnmächtig werden / sollen nicht lang nüchtern bleiben.
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6.7553
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482
1,699
Es wird dadurch bey hitzigen Naturen die Gall ſchaͤrffer und das Gebluͤt erhitzet; drum rathe ich nicht daß einer ſeinen Leib oder Magen mit vielen Faſten von Morgen biß Mittag uͤm 12. und 1. uhr caſteye/ ſonſt wird er aus der Lateiniſchen Garkuͤchen ſich muͤſſen ſpeiſen laſſen.
Es wird dadurch bei hitzigen Naturen die Gall schärfer und das Geblüt erhitzet; darum rate ich nicht dass einer seinen Leib oder Magen mit vielen Fasten von Morgen bis Mittag um 12. und 1. Uhr kasteie / sonst wird er aus der Lateinischen Garküchen sich müssen speisen lassen.
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5.3176
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1,699
Das VII. Capitel.
Das VII. Kapitel.
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0.667
6.183
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1,699
Von der Geſellſchafft.
Von der Gesellschaft.
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4.5899
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1,699
Die Ermangelung honnetter Converſation thut viel zur Staͤrckung des mali hypochondriaci und Melancholey.
Die Ermangelung honnetter Conversation tut viel zur Stärkung des mali hypochondriaci und Melancholie.
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5.2462
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1,699
Es iſt ja von Natur nicht gut/ daß der Menſch allein ſey/ ſondern/ daß er ſeines gleichen ſucht und liebe/ darum wird die φιλανϑρωπία oder Leutſeligkeit/ als eine ſchoͤne Tugend bey iederman ſehr gelobet.
Es ist ja von Natur nicht gut / dass der Mensch allein sei / sondern / dass er seinesgleichen sucht und liebe / darum wird die φιλανϑρωπία oder Leutseligkeit / als eine schöne Tugend bei jedermann sehr gelobet.
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4.3882
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1,699
Durch die Converſation wird des Menſchen Seel und Geiſt geaͤndert mit ergoͤtzlich- und erfreulichen diſcurs, die phantaſia wird aus der Verwirrung in die Ordnung gebracht/ die Seelen-Geiſter durch zulaͤßige und verantwortliche Luſtigkeit aufgemuntert/ formiren eine andere Ideam, und bekommen einen friſchern und hurtigern Lauff/ veraͤndern alſo die gantze Natur/ welches die Erfahrung bezeuget.
Durch die Conversation wird des Menschen Seele und Geist geändert mit ergötzlich- und erfreulichen Diskurs, die phantasia wird aus der Verwirrung in die Ordnung gebracht / die Seelengeister durch zulässige und verantwortliche Lustigkeit aufgemuntert / formieren eine andere Ideam, und bekommen einen frischeren und hurtigeren Lauf / verändern also die ganze Natur / welches die Erfahrung bezeuget.
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5.1805
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488
1,699
Hingegen die Einſamkeit betruͤbet ſelbige/ verurſachet mehr Traurigkeit und Melancholey.
Hingegen die Einsamkeit betrübet selbige / verursachet mehr Traurigkeit und Melancholie.
de
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1
5.0126
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489
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Denn die Seele wird uͤber einem Dinge allein bald ermuͤdet/ und alſo auch die gantze Natur.
Denn die Seele wird über einem Dinge allein bald ermüdet / und also auch die ganze Natur.
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1
5.4152
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490
1,699
NB.
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3.6889
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Verſtehe aber nicht die gefaͤhrliche Converſation mit unzuͤchtigen Frauen-Volck/ die ihre Schamhafftigkeit an den Nagel gehencket/ von denẽ hat man keine Ehre/ ſondern da heiſt es: inter fœminas qui nutriuntur, non magis ſapere poſſunt, quàm benè olere qui in culina habitant.
Verstehe aber nicht die gefährliche Conversation mit unzüchtigen Frauenvolk / die ihre Schamhaftigkeit an den Nagel gehenkt / von den hat man keine Ehre / sondern da heißt es: inter foeminas qui nutriuntur, non magis sapere possunt, quam bene olere qui in culina habitant.
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4.7533
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492
1,699
Auch haben nicht alle das Donum continentiæ Hippolyti, viel weniger des loͤblichen Kaͤyſers Caroli.
Auch haben nicht alle das Donum continentiae Hippolyti, viel weniger des löblichen Kaisers Caroli.
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1
6.0541
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493
1,699
Ovid. Metamorph. l. 15. P. Rho Exemp. virt. p. 33.
Ovid. Metamorph. l. 15. P. Rho Exemp. virt. p. 33.
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5.3908
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Mich.
Mich.
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0.667
4.1965
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1,699
Saxo Kaͤyſers Chronick.
Saxo Kaisers Chronik.
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7.5993
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P. 4. f. 298. ejusd. Alphab. hiſtor. p. 86. ſq.
P. 4. f. 298. ejusd. Alphab. histor. p. 86. sq.
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5.1196
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497
1,699
Das VIII. Capitel.
Das VIII. Kapitel.
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0.667
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498
1,699
Von den Exercitiis.
Von den Exercitiis.
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0.667
4.6133
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DIe Exercitia auf Univerſitaͤten haben ihren Nutzen/ ſind auch ſonſt hoͤchſt loͤblich und regaliſch/ machen geſchickte/ diſponirte und geſunde Leiber/ manche Schwermuth wird dadurch vertrieben/ das Gemuͤth erfriſchet/ die Glieder und Kraͤffte aufgemundert/ daß ſie mit Luſt wieder an die ordentliche Arbeit gehen/ ſie erhalten des Leibes vigeur, ſind der Natur und dem Magen eine Medicin, und bringen Appetit zum eſſen.
Die Exercitia auf Universitäten haben ihren Nutzen / sind auch sonst höchst löblich und regalisch / machen geschickte / disponierte und gesunde Leiber / manche Schwermut wird dadurch vertrieben / das Gemüt erfrischet / die Glieder und Kräfte aufgemuntert / dass sie mit Lust wieder an die ordentliche Arbeit gehen / sie erhalten des Leibes vigeur, sind der Natur und dem Magen eine Medizin, und bringen Appetit zum Essen.
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5.3386
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500
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Nichts deſto weniger thut mancher darin zu viel/ und ziehet ſich daher groſſen Schaden zu.
Nichtsdestoweniger tut mancher darin zu viel / und ziehet sich daher großen Schaden zu.
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Der eine bekoͤmt einen Bruch/ der andere zerreiſſet ſonſten was im Leibe/ zerſchuͤttert ſein Eingeweide und machet ſie gantz krafftloß.
Der eine bekommt einen Bruch / der andere zerreißet sonsten was im Leibe / schüttert sein Eingeweide und macht sie ganz kraftlos.
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5.2028