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https://de.wikipedia.org/wiki/Vordertreppe_%E2%80%93_Hintertreppe
Vordertreppe – Hintertreppe, auch genannt als Vordertreppe und Hintertreppe, ist ein 1914 gedrehter, jedoch erst 1916 aufgeführter deutscher Stummfilm in drei Akten. Unter der Regie von Urban Gad spielt Asta Nielsen die Hauptrolle. Flickschneiderstochter Sabine Schulze lebt mit ihren Eltern in einfachsten Verhältnissen in einem Hinterhauszimmer. Im Vorderhaus residiert unter anderem Husarenleutnant von Hammeln, ein Frauenheld, der jedoch notorische Geldsorgen hat. Sabine wird von Kellner Lehmann umworben, mit dem sie nach Willen der Eltern „so ziemlich“ verlobt ist, den sie jedoch beharrlich ignoriert. Erst als er ihr eines Tages ein mit ihrem Geburtsdatum ausgefülltes Lotterielos schenkt, beachtet sie ihn und gibt ihm zum Dank einen Kuss. Ihr Ziel ist jedoch eine bessere Partie. Als sie zu ihrem Leidwesen eines Tages die Vordertreppe putzen muss, trifft sie auf von Hammeln. Beide plaudern miteinander und der Leutnant verabredet sich mit Sabine spontan zu einem Stelldichein. Sie gehen in ein Café, wobei von Hammeln bereits auf dem Hinweg von Sabines Verhalten irritiert ist, versucht er doch vergeblich, mit ihr als unstandesgemäßer Partie kein Aufsehen zu erregen. Auch im Kaffeehaus, in dem Lehmann als Kellner arbeitet, fällt Sabine durch ihre unkonventionelle, derbe Art auf, wobei sie Lehmann zu ignorieren versucht. Der Leutnant reagiert peinlich berührt, zumal ihm Sabine im Café auch stolz ihr Lotterielos zeigt. Als beide gehen, vergisst Sabine das Los auf dem Tisch und Lehmann nimmt es traurig an sich. Sabine begibt sich mit von Hammeln in dessen Wohnung und schwelgt in Luxus. Seine teils rabiaten Annäherungsversuche wehrt sie ab. Zurück in ihrem Zimmer ist es die Mutter, die ihr wegen ihres Umgangs Vorwürfe macht. Die Aufregung legt sich, als von Hammeln der Familie kurz darauf einen Besuch abstattet: Die Sorge der Eltern um die Tochter wandelt sich in Stolz. Um aus seinen finanziellen Schwierigkeiten herauszukommen, sucht von Hammeln jedoch auch nach einer lukrativen „öffentlichen“ Beziehung und will sich mit der Tochter des Kommerzienrats Goldsohn verloben, was Goldsohn jedoch untersagt. Sabine wiederum wird plötzlich zur guten Partie: Von Hammeln erfährt aus der Zeitung, dass Sabines Los gewonnen und sie somit um 250.000 RM reicher gemacht hat. Kurzerhand begibt er sich in Gala-Uniform und mit Blumenstrauß zu Sabine und bittet sie um ihre Hand. Sabine, die vom Verlust des Loses und dem Hauptgewinn nichts weiß, nimmt die Verlobung überrascht und erfreut an. Es folgen verschiedene Unternehmungen, darunter ein Jahrmarktsbesuch, für den Sabine von ihrer älteren Schwester, die eine Affäre mit Goldsohn hat, herausgeputzt wird. Während Sabine begeistert die verschiedenen Attraktionen ausprobiert, wird von Hammeln schon bei der Fahrt mit der Schiffsschaukel schlecht. Längst plant von Hammeln, der nicht standesgemäßen Beziehung zu entkommen, und stiehlt der Familie Sabines ein kompromittierendes Foto Goldsohns. Notgedrungen lädt von Hammeln Sabine und ihre Eltern zu einem Maskenball ein. Die Eltern erscheinen als Ritter und Insel Cuba, während Sabine als Libelle verkleidet im Saal ankommt. Alle drei fallen mit ihrer Maskerade auf, sonnen sich aber zunächst im Glanz der Gesellschaft. Nach einer Weile zieht sich Sabine jedoch mit Lehmann, der auf der Veranstaltung als Kellner arbeitet, zurück. Sie erkennt, dass sie viel eher zu ihm als zu von Hammeln gehört. Beide tun sich zusammen und können so zwei adelige Frauen beim Kartenspiel hereinlegen. Von Hammeln hat unterdessen mit seinem Erpressungsversuch bei Goldsohn Erfolg und wird dessen Tochter ehelichen dürfen. Sabine und ihre Eltern sind für ihn nun nicht mehr interessant und er begegnet ihnen mit der Kühle seines Standes. Aufgrund des auffälligen Verhaltens der Familie lässt von Hammeln Vater, Mutter und Tochter hinauswerfen, was erst nach einigen Handgreiflichkeiten gelingt. Sabine verkündet, froh über ihre Herkunft von der Hintertreppe zu sein. Lehmann folgt der Familie nach Hause und zeigt Sabine schließlich ihr Gewinnlos. Die Familie und Lehmann feiern den Gewinn. Das Lustspiel Vordertreppe – Hintertreppe basiert auf Motiven des Schauspiels Die Ehre von Hermann Sudermann aus dem Jahr 1890. Der Film thematisierte das im Wilhelminismus durchaus heikle, soziale Thema der Standesunterschiede und Standesdünkel und stellte auf humoristische Weise die Frage, inwieweit zwei Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten miteinander glücklich werden können. Thematisch ähnlich, jedoch dramatisch und mit deutlich sozialkritischeren Untertönen angelegt, war bereits der 1912 uraufgeführte Gad/Nielsen-Film Die arme Jenny, der zudem mit der Szene des Treppeputzens eine „sehr ähnlich inszenierte… Szene“ enthielt. Das Set der Vordertreppe wurde wiederum auch für den Film Die Tochter der Landstraße verwendet. Gedreht wurde 1914 im Union-Atelier in Berlin-Tempelhof. Aufnahmeleiter Ernst Körner stand Regisseur Gad auch als Hilfsregisseur zur Seite. Die Filmbauten stammen aus der Hand von Fritz Seyffert. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verzögerte sich die Veröffentlichung des Films. Er wurde am 3. September 1915 der Zensur vorgelegt, wobei verschiedene Szenen zensiert wurden. Unter anderem wurde eine Szene gestrichen, in der von Hammeln Sabine körperlich bedrängt, sowie zwei Schiebtanzszenen auf dem Maskenball. Die Zensur gab den Film dennoch nicht für Kinder frei. Der Film wurde am 24. März 1916 in den Berliner Union-Theatern uraufgeführt. Er lief auch international, unter anderem ab dem 23. August 1916 in Dänemark sowie 1918 in den Niederlanden, in den Kinos. Vordertreppe – Hintertreppe besitzt drei Akte und war ursprünglich 1074 Meter lang. Die längste Kopie, die sich vom Film erhalten hat, ist 742 Meter lang. Kopien des Films befinden sich im Besitz des Bundesarchiv-Filmarchiv, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, des Deutschen Filminstituts und des Gosfilmofond Moskau. In Der Kinematograph hieß es in Ausgabe Nr. 483 vom 29. März 1916, dass Asta Nielsen es den Zuschauer bedauern lasse, „dass wir sie so selten in humoristischen Rollen zu sehen bekommen. Sie ist und bleibt eine unserer vielseitigsten Künstlerinnen. Urban Gad hat wieder durch das Stilechte der Inszenierung seine grosse Meisterschaft bewiesen. Das Zimmer im Hinterhause sah man nicht nur – man roch es auch.“ In Reclams Filmführer heißt es, dass „der größte Aktivposten zweifellos das Spiel der Nielsen . Aber auch die Kamera löste sich gelegentlich von der Schablone: Einmal stellte Gad sie auf ein Karussell, so daß der Tanz der vorüberfliegenden Welt die Freude des Mädchens unmittelbar widerspiegelt.“ Heinrich Fraenkel befand, dass der Film „trotz der kitschigen Behandlung der sozialen Thematik durch die große Kunst der Nielsen berühmt geworden“ sei. Andere Kritiker sahen im Film „gewisse sozialkritische Haltungen“, so signalisiere der Film mit seiner ironischen Sicht Ansätze dafür, „eine wenn auch oberflächliche Widerspiegelung gesellschaftlicher Zustände der Wilhelminischen Ära ebenfalls in den Film einzubringen“, wodurch er sich in Ansätzen auch an zeitgenössische Bühnenstücke von Gerhart Hauptmann oder Arno Holz anlehne. Der Krieg von 1864 | Abgründe | Heißes Blut | Nachtfalter | Es gibt ein Glück | Der schwarze Traum | Im großen Augenblick | Zigeunerblut | Der fremde Vogel | Die Asphaltpflanze | Die Verräterin | Der Höhen-Weltrekord | Die Macht des Goldes | Die arme Jenny | Zu Tode gehetzt | Der Totentanz | Die Kinder des Generals | Wenn die Maske fällt | Nina, die weiße Sklavin | Das Mädchen ohne Vaterland | Jugend und Tollheit | Komödianten | Die Sünden der Väter | Der Tod in Sevilla | Die Suffragette | S1 | Die Filmprimadonna | Engelein | Das Kind ruft | Zapatas Bande | Das Feuer | Standrechtlich erschossen | Die Tochter der Landstraße | Die ewige Nacht | Vordertreppe – Hintertreppe | Engeleins Hochzeit | Aschenbrödel | Weiße Rosen | Das Spiel mit dem Tode | Die verschlossene Tür | Der rote Streifen | Die Gespensterstunde | Der breite Weg | Klosterfriede | Die Vergangenheit rächt sich | Die neue Daliah | Der Schmuck des Rajah | Vera Panina | Die Kleptomanin | Der schuldlose Verdacht | Das verhängnisvolle Andenken | Das sterbende Modell | Das Spiel von Liebe und Tod | Mein Leben als Nachtredakteur | Ich – bin – Du … | So ein Mädel | Der Abgrund der Seelen | Weltbrand | Die Flucht aus dem goldenen Kerker | Der vergiftete Strom | Die Insel der Verschollenen | Hanneles Himmelfahrt | Das Glücksrad
2024-11-22 16:29:26
https://de.wikipedia.org/wiki/Aufl%C3%B6sung_(Mikroskopie)
Unter optischer oder räumlicher Auflösung versteht man in der Mikroskopie den Abstand, den zwei Strukturen mindestens haben müssen, um nach der optischen Abbildung noch als getrennte Bild-Strukturen wahrgenommen zu werden. Dabei wird beispielsweise der zur getrennten Erkennung nötige minimale Abstand zweier punktförmiger Objekte oder der minimale Abstand zwischen Linien in einem optischen Gitter betrachtet. Die erreichbare Auflösung ist in der klassischen Lichtmikroskopie fundamental dadurch begrenzt, dass die das Objekt umgebenden optischen Nahfelder nicht durch das optische System übertragen werden, was manchmal auch als Beugung am freien Raum bezeichnet wird. Dieser minimale Objektabstand wird als Auflösungsgrenze oder Abbe-Limit bezeichnet. Ernst Abbe hat diese Beziehung im 19. Jahrhundert beschrieben. Neuere methodische Ansätze erlauben eine Auflösung deutlich jenseits dieser Grenze, sie werden zusammenfassend als englisch Superresolution Microscopy bezeichnet. Derartige Techniken sind beispielsweise RESOLFT-Mikroskopie mit STED-Mikroskopie, Mikroskopie mit modulierter Beleuchtung , Photoactivated Localization Microscopy und optisches Rasternahfeldmikroskop. Es gibt verschiedene Ansätze, die erzielbare Auflösung zu bestimmen. Abbe ging von einem Gitter mit eng beieinander liegenden Linien aus, die von Licht durchstrahlt werden, und berechnete, wie dicht die Linien sein dürfen, so dass sie gerade noch als Linien aufgelöst werden können. Abbe untersuchte beleuchtete Objekte. John William Strutt, 3. Baron Rayleigh betrachtete punktförmige Lichtquellen. Er beschrieb den Abstand aktiver Objekte, die gerade noch als getrennt zu erkennen waren. Diesem Ansatz verwandt ist die Bestimmung der Halbwertsbreite des mikroskopischen Signals einer punktförmigen Lichtquelle. Alle drei Ansätze führen rechnerisch zu sehr ähnlichen Werten für die Auflösung. Um die theoretisch mögliche Auflösung zu ermöglichen, ist es erforderlich, dass genügend Licht gesammelt wird. Bei Hellfeldmikroskopie ist dies in der Regel unproblematisch. Bei der Fluoreszenzmikroskopie können niedrige Intensitäten in Verbindung mit kurzen Belichtungszeiten dazu führen, dass zu wenige Photonen am Detektor auftreffen und der erreichte Kontrast zur getrennten Erkennung der Strukturen nicht ausreicht. Von der Auflösung zu unterscheiden ist die Nachweisbarkeit und die erreichbare Positionierungsgenauigkeit. Mit Dunkelfeldmikroskopie, besonders der Ultramikroskopie, oder der Fluoreszenzmikroskopie lassen sich noch Partikel nachweisen, deren Größe erheblich unter der Auflösungsgrenze liegt, bei Fluoreszenzmikroskopie bis hinunter zu einzelnen Farbstoffmolekülen. Bei der Positionierungsgenauigkeit geht es darum, die Position einer Oberfläche oder eines Körpers möglichst genau im Raum zu bestimmen. Dazu kann das Helligkeitsmaximum des von einem Körper ausgehenden Lichts bestimmt werden. Dies ist mit einer Genauigkeit im Nanometerbereich möglich. In beiden Fällen unterschreitet die Auflösung jedoch nicht die Auflösungsgrenze: Es ist beispielsweise nicht möglich festzustellen, ob ausgesandtes Licht tatsächlich von einer punktartigen Struktur stammt oder von mehreren nahe beieinander liegenden. Ernst Abbe untersuchte das Beugungsverhalten des Lichts an Strichgittern. Je dichter die Striche des Gitters beieinander liegen , desto stärker wird hindurch tretendes Licht gebeugt. Es wird zunächst der Fall betrachtet, dass das Licht senkrecht auf die Rückseite des Gitters auftrifft . Um Informationen über die abzubildende Gitterstruktur zu erhalten, muss außer dem gerade durch das Gitter hindurch tretenden Hauptmaximum des Beugungsmusters auch mindestens das erste Nebenmaximum aufgefangen werden. Die Öffnung des Objektivs muss hierfür ausreichend groß sein. Liegen die Striche des Gitters so dicht beieinander, dass das erste Nebenmaximum nicht mehr vom Objektiv aufgefangen werden kann, wird die Gitterstruktur demnach nicht mehr aufgelöst. Abbe schrieb über diese Zusammenhänge 1873 in seinem Werk „Beiträge zur Theorie des Mikroskops und der mikroskopischen Wahrnehmung“: „ die physikalische Unterscheidungsgrenze hängt allein vom Oeffnungswinkel ab und ist dem Sinus seines halben Betrages proportional.“ und an anderer Stelle genauer: „Da nun auch beim Immersionssystem der Oeffnungswinkel durch kein Mittel erheblich über diejenige Grösse, die 180° in Luft entsprechen würde, hinausgeführt werden kann, so folgt, dass die Unterscheidungsgrenze für centrale Beleuchtung doch niemals über den Betrag der ganzen, und für äusserste schiefe Beleuchtung niemals über den der halben Wellenlänge des blauen Lichts um ein Nennenswerthes hinausgehen wird.“ „Schiefe Beleuchtung“ meint hier eine Beleuchtung mit Kondensor, der bewirkt, dass das Licht als Strahlkegel auf das Präparat auftrifft und nicht als Zylinder wie bei zentraler Beleuchtung. Eine korrekte Beleuchtung, die auch schräg einfallendes Licht einschließt, ist zum Erreichen der maximal möglichen Auflösung wesentlich. Außerdem zeigt sich die Bedeutung der Wellenlänge: Da kurzwelliges Licht weniger stark gebeugt wird als langwelliges , kann mit kurzwelligem Licht eine bessere Auflösung erreicht werden. Das Abbe-Kriterium ist absolut, es kann mit klassischer Mikroskopie nicht überwunden werden. Die abbeschen Überlegungen zur Bildentstehung gelten für Fälle, in denen einfallendes Licht vom Präparat gebeugt wird und dann weiter zum Detektor geleitet wird. Da die Beleuchtung von einer Lichtquelle kommt, kann sie als kohärent angesehen werden. Für selbstleuchtende Objekte machen Abbes Überlegungen keine Aussagen. Auch für die Auflösung entlang der optischen Achse wird keine Angabe gemacht. Für alle Formeln gilt: d {\displaystyle d} ist die erzielbare Auflösung, genauer: der Abstand, den zwei Linien in einem Gitter mindestens haben müssen, damit sie im Mikroskop noch als getrennte Linien erkannt werden können. Für den Fall einer ausschließlich zentralen Beleuchtung ohne Kondensor ergibt sich oder, da n ⋅ sin ⁡ α {\displaystyle n\cdot \sin \alpha } die numerische Apertur ist, mit λ der Wellenlänge des verwendeten Lichts, n dem Brechungsindex des Immersionsmediums und α dem halben Öffnungswinkel des Objektivs. Die von Abbe erwähnte „äußerste schiefe Beleuchtung“ bezeichnet einen Durchlicht-Strahlengang, bei dem zur Beleuchtung ein Kondensor eingesetzt wird, der mindestens den gleichen Öffnungswinkel beziehungsweise mindestens die gleiche numerische Apertur hat wie das Objektiv. Für diesen Fall ergibt sich die Abbe’sche Formel in ihrer wohl bekanntesten Form: oder, wegen n ⋅ sin ⁡ α = N A {\displaystyle n\cdot \sin \alpha =\mathrm {NA} } verkürzt Wenn die numerische Apertur von Kondensor und Objektiv gleich groß sind ergibt sich ein praktisches Problem: Der Bildkontrast ist sehr niedrig. Ein optimaler Bildkontrast stellt sich ein, wenn die numerische Apertur des Kondensors bei 2/3 der numerischen Apertur des Objektivs liegt. Gegebenenfalls kann die Kondensorblende zugezogen werden, um dies zu erreichen. Unter der Bedingung, dass die Kondensorapertur kleiner ist als die Objektivapertur gilt folgende Formel: Diese Fassung kann auch als allgemeine Form angesehen werden, da bei zentraler Beleuchtung gilt N A K o n d e n s o r = 0 {\displaystyle \mathrm {NA_{Kondensor}} =0} und sich bei gleich großen Aperturen wiederum 2NA unter dem Bruchstrich ergibt. Die Kondensorapertur kann maximal mit dem gleichen Wert eingehen wie die Objektivapertur, daher wird im Fall einer größeren Kondensorapertur die Objektivapertur mal zwei genommen. Für die Auflösung selbstleuchtender Strukturen, wie sie unter anderem in der Fluoreszenzmikroskopie auftreten, gelten die hier aufgeführten Gesetzmäßigkeiten. Die Erstbeschreibung dieser Regeln für die Mikroskopie wird je nach Lehrbuch entweder auf eine Arbeit von 1896 von John William Strutt, 3. Baron Rayleigh, zurückgeführt, oder auf Rayleigh und Hermann von Helmholtz oder nur auf Arbeiten von Helmholtz von 1873 oder 1874. In allen Fällen wird das entsprechende Kriterium als Rayleigh-Kriterium bezeichnet, das aus der Astronomie bzw. vom Teleskop auf das Mikroskop übertragen wurde. Mikroskopische Bilder selbstleuchtender Punkte sind keine Punkte, sondern Beugungsmuster, deren Helligkeitsverteilung von der Punktspreizfunktion abhängt. Diejenige Ebene des Musters, welche die höchste Intensität enthält , wird als Beugungsscheibchen bezeichnet. Das Rayleigh-Kriterium besagt, dass sich zwei selbstleuchtende Punkte, die nebeneinander in der Schärfeebene liegen, dann gerade noch unterscheiden lassen, wenn das Intensitätsmaximum des Beugungsscheibchens des ersten Punktes in das Minimum des Beugungsscheibchens des zweiten Punktes fällt . Die Helligkeit der dunkelsten Stelle zwischen den beiden Maxima beträgt dann 73,5 % der Maxima. Beim Rayleigh-Kriterium handelt es sich also um eine Konvention und nicht um ein absolutes Kriterium, da manche Beobachter vielleicht auch noch Beugungsscheibchen unterscheiden können, die noch dichter zusammen liegen. Die in diesem Abschnitt aufgeführten Formeln gelten für selbstleuchtende Punkte bei Beobachtung mit klassischer Mikroskopie, beispielsweise in der klassischen Fluoreszenzmikroskopie. Für konfokale Mikroskopie und Multiphotonen-Anregung siehe die entsprechenden Abschnitte. Auch beim Rayleigh-Kriterium geht die Wellenlänge ein, jedoch nicht wie beim Abbe-Limit die von am Objekt gebeugten Licht, sondern die Wellenlänge des vom Objekt abgestrahlten Lichts, bei Fluoreszenzmikroskopie also die Wellenlänge der Fluoreszenz. Die Auflösung in der Fokusebene beträgt wobei NA die numerische Apertur des verwendeten Objektivs ist und λ die Wellenlänge des emittierten Lichtes. Die Auflösung eines Mikroskops ist entlang der optischen Achse generell schlechter als innerhalb der Fokusebene. Für selbstleuchtende Punkte kann wie beim Rayleigh-Kriterium auch entlang der optischen Achse der Abstand berechnet werden, der zwischen dem Helligkeitsmaximum des Beugungsmusters und dem ersten Minimum entlang der optischen Achse liegt. Auf Grund der zugrunde liegenden theoretischen Annahmen gilt die sich ergebende Formel aber nur für paraxiale Optik, also für Objektive mit kleinen Öffnungswinkeln und niedriger numerischer Apertur. wobei n {\displaystyle n} der Brechungsindex des Mediums zwischen Objektiv und Deckglas oder Präparat ist, also zum Beispiel 1 für Luft bei Trockenobjektiven oder 1,518 für typisches Immersionsöl. Eine Bestimmung der Intensitätsverteilung für Objektive mit höherer numerischer Apertur kann unter Anwendung der Fresnel-Huygens-Theorie erreicht werden, wobei weniger Annahmen erforderlich sind und somit eine realistischere Verteilung resultiert. Während die laterale Auflösung bei Objektiven mit gleicher numerischen Apertur immer gleich ist, ergibt sich aus dieser Formel, dass Immersionsobjektive in axialer Richtung bei gleicher numerischen Apertur eine schlechtere Auflösung haben, da der Brechungsindex n des Immersionsmediums hier auch über dem Bruchstrich eingeht. Da Immersionsobjektive jedoch meistens eine höhere numerische Apertur haben als Trockenobjektive, kommt dieser Aspekt selten zum Tragen, da eine höhere numerische Apertur im Quadrat zu einer Verbesserung der Auflösung beiträgt. Die Auflösung nach dem Rayleigh-Kriterium lässt sich zwar berechnen, aber experimentell nur schwer bestimmen: Zwei sehr kleine Objekte müssten immer näher zusammengeschoben werden, bis sie nicht mehr unterscheidbar wären. Aus praktischen Gründen behilft man sich in der Fluoreszenzmikroskopie daher mit der Halbwertsbreite der Punktspreizfunktion . Die Punktspreizfunktion beschreibt das durch Beugung zu Stande kommende dreidimensionale Abbild eines fluoreszenten Punktes, sie ist eine Funktion des optischen Systems, im Wesentlichen des Objektivs. Sie kann ebenfalls berechnet werden. Für die experimentelle Bestimmung werden fluoreszierende Objekte eingesetzt, deren Größe unter der Auflösungsgrenze liegt, beispielsweise 150 Nanometer kleine, mit Fluoreszenzfarbstoff getränkte Latexkügelchen oder Quantenpunkte. Gemessen wird die Halbwertsbreite der Intensitätskurve in Nanometern oder Mikrometern . Auflösung und Halbwertsbreite der PSF stehen in einer mathematischen Beziehung zueinander, die PSF-Halbwertsbreite liegt bei etwas kleineren Werten als die Auflösung. Die in diesem Abschnitt aufgeführten Formeln gelten für selbstleuchtende Punkte bei Beobachtung mit klassischer Mikroskopie, beispielsweise in der klassischen Fluoreszenzmikroskopie. Für konfokale Mikroskopie und Multiphotonen-Anregung siehe die entsprechenden Abschnitte. In x,y-Richtung liegt die Halbwertsbreite der PSF bei wobei NA die numerische Apertur des verwendeten Objektivs ist und λ die Wellenlänge des emittierten Lichtes. Entlang der optischen Achse liegt die Halbwertsbreite der PSF bei Diese Formel kann bei numerischen Aperturen unter 0,5 verkürzt werden auf Für ein Ölimmersionsobjektiv mit einer numerischen Apertur von 1,4 und bei einer Wellenlänge von 550 nm ergibt sich in der Fokusebene eine Halbwertsbreite von Entlang der optischen Achse bei Verwendung eines Immersionsöls mit dem Brechungsindex n=1,518 ergibt sich Sowohl aus dem Abbe-Limit als auch aus dem Rayleigh-Kriterium ergibt sich, dass die Auflösung hin zu kleineren Werten auf zwei Wegen gesteigert werden kann: Durch Verkleinerung der Wellenlänge λ und durch Vergrößerung der numerischen Apertur NA. Der Ansatz der Verkleinerung der Wellenlänge führte Anfang des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung der UV-Mikroskopie, bei der UV-Licht statt sichtbarem Licht eingesetzt wurde. August Köhler entwickelte entsprechende Geräte ab 1900 bei Zeiss. Damit ließ sich die Auflösung bei einer verglichen mit sichtbarem Licht halbierter Wellenlänge auf das Doppelte steigern. Da das menschliche Auge dieses Licht nicht wahrnehmen kann, ist eine Darstellung nur mittels Film oder Fluoreszenzschirmen möglich. Außerdem müssen Linsen, Objektträger und so weiter aus Quarzglas, Flussspat oder Lithiumfluorid hergestellt werden, da normales Glas UV-Licht absorbiert. Auf Grund dieser Schwierigkeiten konnte sich die UV-Mikroskopie nicht generell durchsetzen und blieb Spezialanwendungen vorbehalten. Als Nebeneffekt der Versuche von Köhler wurde die Möglichkeit der Fluoreszenzmikroskopie entdeckt, da einige untersuchte Stoffe bei Anregung mit UV-Licht fluoreszierten. Die numerische Apertur NA ist das Produkt aus n, dem Brechungsindex des Mediums zwischen Präparat und Objektiv, und sinα, dem Sinus des halben Öffnungswinkels. Um NA zu vergrößern muss also einer der beiden Faktoren vergrößert werden. Angenommen ein Objektiv hätte eine unendlich große Frontlinse, dann wäre der Öffnungswinkel 180°, der halbe Öffnungswinkel demnach 90° und dessen Sinus also 1. Da die Frontlinse des Objektivs aber endlich groß ist und auch ein gewisser Arbeitsabstand zwischen Schärfeebene und Frontlinse erforderlich ist, ist sinα immer kleiner als 1. Hochwertige Objektive können Werte von 0.95 erreichen. Der Brechungsindex kann gesteigert werden, indem Immersion eingesetzt wird, also eine Flüssigkeit zwischen Präparat und Objektiv eingebracht wird. Hierfür sind für verschiedene Immersionsmedien jeweils spezielle Objektive notwendig, deren Linsen so berechnet wurden, dass sie dem veränderten Brechungsverhalten vor dem Objektiv angepasst sind. Während Luft einen Brechungsindex von etwa 1 hat, liegt der von Wasser bei 1,33 und der von typischem Immersionsöl bei 1,518. Entsprechend kann die Auflösung mit Ölimmersion um über 50 % gegenüber immersionsfreier Mikroskopie gesteigert werden. Die höchsten numerischen Aperturen mit weiterer Verbreitung liegen daher bei NA=1,4 für Ölimmersionsobjektive mit einer Vergrößerung von 100× oder 60×. Auch Ölimmersionskondensoren können NA=1,4 erreichen. Einen noch höheren Brechungsindex als Öl hat Monobromnaphthalin mit n=1,666, das Ernst Abbe in die Mikroskopie einführte. Entsprechende Objektive erreichten eine NA von 1,63. Sie waren jedoch nicht für die Durchlichtmikroskopie biologischer Objekte geeignet, da zu ihrer Verwendung auch Objektträger, Deckgläser, Einbettungsmedium sowie das eigentliche Objekt einen mindestens gleich hohen Brechungsindex hätten aufweisen müssen. Höhere numerische Aperturen als 1,4 finden sich heute mit 1,45 bei speziellen Ölimmersionsobjektiven für die TIRF-Mikroskopie. Bei der konventionellen Fluoreszenzmikroskopie wird die Probe großflächig beleuchtet und durch das Objektiv abgebildet, so dass die PSF des Gesamtsystems nur durch die PSF des Objektivs bestimmt ist. Im Gegensatz dazu wird die Probe im Konfokalmikroskop mit dem Beugungsscheibchen der Beleuchtungslochblende beleuchtet. In diesem Fall wird die Auflösung des Gesamtsystems also durch die Multiplikation zweier Punktspreizfunktionen bestimmt, nämlich der Beleuchtungs-PSF und der Detektions-PSF. Durch die PSF-Multiplikation ändert sich der Durchmesser des Beugungsscheibchens nicht, das erste Minimum ist noch an der gleichen Stelle wie zuvor. Allerdings ist der Helligkeitsanstieg nun steiler, die Flanken der Helligkeitsverteilung rücken nach innen. Zwei solcher multiplizierten Beugungsscheibchen liegen daher dichter beieinander, wenn die minimale Intensität zwischen den Maxima die oben beim Rayleigh-Kriterium erwähnten 73,5 % erreicht, man spricht dann vom verallgemeinerten Rayleigh-Kriterium. Theoretisch ergibt sich dadurch eine Verbesserung der Auflösung um den Faktor 1 2 {\displaystyle {\tfrac {1}{\sqrt {2}}}} , also etwa 1 1 , 4 {\displaystyle {\tfrac {1}{1{,}4}}} . In der Fokusebene ergäbe sich für die Halbwertsbreite des Signals eines fluoreszierenden punktförmigen Objekts 0 , 51 λ 2 ⋅ N A {\displaystyle {\tfrac {0{,}51\lambda }{{\sqrt {2}}\cdot \mathrm {NA} }}} oder 0 , 37 λ N A {\displaystyle {\tfrac {0{,}37\lambda }{\mathrm {NA} }}} , wobei bei Fluoreszenz als Wellenlänge der Mittelwert von Anregungs- und Emissionswellenlänge einzusetzen ist. Bei grünem Licht entspricht dies bei einem Ölimmersionsobjektiv mit 1,4 numerischer Apertur einer Halbwertsbreite von 132 nm . Jedoch kann dieser Wert nur theoretisch, bei unendlich kleiner Lochblende erreicht werden, bei der also kein Licht mehr aufgefangen werden würde. Auch wird vorausgesetzt, dass das anregende Licht das Objektiv von der Rückseite her vollständig ausfüllt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Die praktisch erzielbare Verbesserung ist daher geringer. Sie hängt davon ab, wie viel des Beugungsscheibchens von der Lochblendenöffnung durchgelassen wird, also vom Durchmesser der Lochblende. Liegt der Lochblendendurchmesser im ersten Minimum des Beugungsscheibchens, so ist die Auflösung in der Fokusebene nicht mehr besser als im nicht-konfokalen Fall, wogegen die Signalintensität dann schon fast maximal ist. Der Ausschluss von Fluoreszenz aus anderen Ebenen funktioniert jedoch noch recht gut. Daher ist dieser Wert bei kommerziellen Konfokalmikroskopen häufig voreingestellt. Er wird als eine Airy unit bezeichnet, nach den englischen Begriffen Airy disk und unit . Auch hier gibt sich wie in der Fokusebene theoretisch eine Verbesserung um den Faktor 1 2 {\displaystyle {\frac {1}{\sqrt {2}}}} , also für die Halbwertsbreite der PSF eines fluoreszierenden Punktobjekts 0 , 64 λ n − n 2 − N A 2 {\displaystyle {\frac {0{,}64\lambda }{n-{\sqrt {n^{2}-\mathrm {NA} ^{2}}}}}} Die Wellenlänge ist wiederum der Mittelwert von Anregungslicht und Fluoreszenzlicht. Eine dünne fluoreszierende Schicht hat für die Halbwertsbreite eine ähnliche, aber etwas andere Gleichung: Es ergeben sich für diese theoretische Auflösungsverbesserung die gleichen praktischen Einschränkungen, die im vorigen Abschnitt schon für die Auflösungsverbesserung in der Fokusebene beschrieben wurden. Eine Anregung mit zwei Photonen kommt bei der Zwei-Photonen-Fluoreszenzmikroskopie und bei der Second Harmonic Generation-Mikroskopie vor, siehe Multiphotonenmikroskop. Ähnlich wie bei der Konfokalmikroskopie wird die Auflösung daher durch die Multiplikation zweier Punktspreizfunktionen bestimmt, nur dass es sich hier zweimal um die Anregungs-PSF handelt. Es kommt also wiederum eine Verbesserung um den Faktor 1 / 2 {\displaystyle 1/{\sqrt {2}}} . Da bei der Multiphotonenanregung im Gegensatz zur Konfokalmikroskopie keine Lochblende eingesetzt wird, entfällt die entsprechende Einschränkung, und die verbesserte Auflösung ist hier tatsächlich möglich. Die Größe der PSF ist dabei ausschließlich von der Anregungswellenlänge abhängig. Da jedoch bei diesen Techniken in der Regel Anregungswellenlängen von 800 nm oder mehr eingesetzt werden, ergibt sich gemessen in Mikrometern keine bessere Auflösung als in der klassischen Fluoreszenz oder Konfokalmikroskopie. Wie bei der Konfokalmikroskopie ist es auch hier für die maximale Auflösung erforderlich, dass der anregende Laserstrahl das Objektiv von der Rückseite her vollständig ausfüllt. Für die Halbwertsbreite der PSF in der Fokusebene ergibt sich und dadurch zum Beispiel für eine Zwei-Photonen-Fluoreszenz-Anregung mit einem Wasserimmersionsobjektiv mit NA = 1,1 wogegen sich bei einer normalen, Ein-Photonen-Fluoreszenz-Anregung für den gleichen Farbstoff mit dem gleichen Objektiv nach den weiter oben aufgeführten Formeln zum Beispiel ergeben könnte Auch entlang der optischen Achse können die Formeln angewendet werden, die oben für ein Konfokalmikroskop mit geschlossener Lochblende angegeben wurden. Bei einer Anregung mit drei Photonen, also bei Drei-Photonen-Fluoreszenzmikroskopie und bei der Third-Harmonic-Generation-Mikroskopie, kommt es zu einer Verbesserung um den Faktor 1 3 {\displaystyle {\tfrac {1}{\sqrt {3}}}} . Bei gleicher Anregungswellenlänge ergibt sich also für Drei-Photonen-Anregung eine bessere Auflösung als für Zwei-Photonen-Anregung. Die Formel für die Halbwertsbreite der PSF in der Fokusebene ist Die theoretisch mögliche Auflösung nach den oben angegebenen Formeln lässt sich nur dann realisieren, wenn der Kontrast zwischen den hellen und dunklen Objekten hoch genug ist, so dass diese auch tatsächlich unterschieden werden können. Dies kann beispielsweise bei der Hellfeldmikroskopie von ungefärbten biologischen Präparaten zum Problem werden, wenn diese kaum Licht absorbieren. Der Kontrast kann hier in vielen Fällen verbessert werden, wenn kontraststeigernde Methoden wie Dunkelfeldmikroskopie, Phasenkontrast oder Differentialinterferenzkontrast eingesetzt werden. Speziell bei fluoreszenzmikroskopischen Anwendungen kann das Problem auftreten, dass die erzeugte Fluoreszenz sehr lichtschwach ist und daher eine gewisse Belichtungszeit nicht unterschritten werden darf, um genügend Photonen zu sammeln, um den erforderlichen Mindestkontrast beziehungsweise ein ausreichendes Signal-Rausch-Verhältnis zu erzielen. In der Hellfeldmikroskopie ist dies auf Grund der verwendeten relativ hohen Lichtintensitäten in der Regel kein Problem; das Phänomen lässt sich jedoch künstlich nachstellen, indem die Belichtungsstärke stark abgesenkt wird . Wenn mikroskopische Bilder digitalisiert werden, kann die optisch erzielte Auflösung nur dann erhalten werden, wenn im digitalen Bild die Bildpunkte dicht genug beieinander liegen. Stellt man sich zwei getrennt nebeneinander liegende helle Punkte vor, so können diese nur dann auch im digitalen Bild getrennt dargestellt werden, wenn zwischen ihnen vereinfacht gesprochen noch ein dunkleres Pixel liegt: Es kämen daher drei Pixel auf den minimal darstellbaren Abstand, zwei für die hellen Punkte und ein dunkles dazwischen. Tatsächlich sagt das Nyquist-Kriterium aus, dass für den kleinsten optisch darstellbaren Abstand 2,3 Pixel erforderlich sind. Wenn also beispielsweise die optisch erzielbare Auflösung bei 230 nm liegt, muss demnach die Größe der Pixel bei 100 nm liegen. Eine etwas genauere Abtastung, also etwas kleinere Pixel, kann in der Praxis gerechtfertigt sein, um kleine Unterschiede besser sichtbar zu machen. Ein Abtasten mit mehr als 3 Pixeln bringt jedoch keine weiteren Vorteile mehr. Die Bilddatei würde aber unnötig groß. Bei fluoreszenzmikroskopischen Anwendungen kommt hinzu, dass die Fluoreszenzfarbstoffe durch die einhergehende stärkere Beleuchtung unnötig schnell ausbleichen. Auch andere mikroskopische Präparate, die empfindlich auf starke Beleuchtung reagieren, können unnötig geschädigt werden. Das Nyquist-Kriterium gilt sowohl für die Fokusebene als auch entlang der optischen Achse . Unerheblich ist die Art der Digitalisierung, beispielsweise als parallele Rasterdetektion mittels einer CCD/CMOS-Kamera oder mit Hilfe eines schnellen Photodetektors und einem Scanner bei rasternden Verfahren. Insbesondere bei superauflösenden Techniken lässt sich die real erzielbare Auflösung nicht immer auf einfache Weise aus der Theorie ableiten. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, diese experimentell zu bestimmen. Die zurzeit am weitesten verbreitete Methode dafür verwendet Strukturen des eukaryontischen Zytoskeletts, da sich mit diesen sehr eindrucksvolle Bilder erzielen lassen. Dabei wird das erhaltene Bild nach eng benachbarten, möglichst parallel verlaufenden Filamenten durchsucht und deren Abstand zueinander bestimmt. Der kleinste dabei gefundene Wert wird als erzielte Auflösung gewertet. Eine andere Möglichkeit basiert auf der Verwendung von Nanometerlinealen. Dieses sind auf DNA basierende Nanostrukturen, die Farbstoffmoleküle in genau definierten Abständen zueinander tragen. Sie ermöglichen somit eine weniger willkürliche und deutlich systematischere Bestimmung der optischen Auflösung.
2024-11-22 23:22:21
https://de.wikipedia.org/wiki/Oineus_(Weingott)
Oineus , Sohn des Porthaon, war in der griechischen Mythologie König von Pleuron und Kalydon in Ätolien. Der Sage nach soll er als Erster die Berge Ätoliens mit Weinreben bepflanzt haben. Von seiner ersten Frau Althaia hatte er drei Kinder: Tydeus, Deïaneira und Meleagros. Tydeus wird von manchen Quellen Oineus’ zweiter Gattin Periboia zugeschrieben. Auf seine mangelnde Götterverehrung geht die sogenannte kalydonische Jagd zurück: Weil er vergisst, der Göttin Artemis zu opfern, schickt diese einen riesigen Eber, der weithin das Land verwüstet. Erst die kaledonische Jagd setzt dessen Treiben ein Ende. Nach einer späteren Sage rauben ihm die Söhne seines Bruders Agrios seinen Thron und seine Freiheit. Sein Enkel Diomedes, Sohn des Tydeus, erschlägt deshalb den Agrios und dessen Söhne, übergibt den Thron des Oineus dessen Schwiegersohn Andraimon und nimmt Oineus mit nach Argos.
2024-12-02 10:56:22
https://de.wikipedia.org/wiki/Naturpark_Maas-Schwalm-Nette
Der Naturpark Maas-Schwalm-Nette ist ein grenzüberschreitender Naturpark in Deutschland und den Niederlanden, der 2002 gegründet wurde. Er ist ein regional bedeutsames Naherholungsgebiet. Insgesamt ist er 870 km² groß. Seinen Namen hat er von den durchfließenden Flüssen Maas, Schwalm und Nette. Oft wird er mit dem Naturpark Schwalm-Nette gleichgestellt. Dieser wurde jedoch schon 1965 gegründet; er ist inzwischen in den NMSN integriert. Er erstreckt sich über ein Gebiet in den Kreisen Kleve, Viersen und Heinsberg sowie in der Stadt Mönchengladbach in Deutschland und in den Gemeinden Roermond, Roerdalen, Venlo, Echt-Susteren, Leudal und Maasgouw in den Niederlanden. Im Naturpark Maas-Schwalm-Nette liegt auch das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen mit den vier durch Torfstich entstandenen Seen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Niederkrüchten liegt die einzige Wacholderheide des Niederrheingebiets, umgeben vom Elmpter Schwalmbruch. Ferner gehört der Kaldenkirchener Grenzwald mit dem Arboretum Sequoiafarm und dem Geo-hydrologischen Wassergarten dazu. 21 Besucherzentren informieren über Landschaft, Kunst, Natur, Kultur und Geschichte. Zahlreiche Exkursionen und Aktivitäten werden angeboten. Der Wasserhaushalt wurde und wird durch den Braunkohletagebau südlich von Mönchengladbach beeinflusst. Nachdem das Abbaugebiet Garzweiler I ausgekohlt war, begann man mit Garzweiler II. Dieser nähert sich langsam Mönchengladbach und damit auch dem NMSN. Arnsberger Wald | Bergisches Land | Diemelsee | Dümmer | Hohe Mark | Hohes Venn-Eifel | Maas-Schwalm-Nette | Rheinland | Sauerland-Rothaargebirge | Siebengebirge | TERRA.vita | Teutoburger Wald/Eggegebirge 51.3111676.177621Koordinaten: 51° 18′ 40,2″ N, 6° 10′ 39,4″ O
2024-12-03 16:34:36
https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Laugwitz
Barbara Laugwitz ist eine deutsche Verlegerin. Von 2014 bis 2018 war sie verlegerische Geschäftsführerin des zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Rowohlt Verlags. Ihre Freistellung Ende August 2018 führte zu Autorenprotesten und rechtlichen Auseinandersetzungen. Ab 2019 war sie Verlagsdirektorin/Chief Publishing Officer der Ullstein Buchverlage in Berlin. Dort wurde sie im Sommer 2019 verlegerische Geschäftsführerin. Mit Wirkung ab 1. August 2020 wurde Laugwitz verlegerische Geschäftsführerin bei dtv. Barbara Laugwitz studierte an der Universität Oxford Altphilologie. Ihren Einstieg in die Verlagsbranche hatte sie mit einem Volontariat bei Droemer Knaur. Anschließend arbeitete sie als Lektorin beim Ullstein Verlag. 2005 wechselte sie zu Rowohlt in die Abteilung für Taschenbuch-Sachbücher. 2012 übernahm sie dort die Leitung der gesamten Taschenbuchsparte. Als Nachfolgerin von Alexander Fest wurde sie 2014 verlegerische Geschäftsführerin des Rowohlt Verlags. Unter ihrer Leitung wurden Autoren wie Jan Weiler und Eckart von Hirschhausen zu Rowohlt geholt und der Verlag war wirtschaftlich erfolgreich. Barbara Laugwitz’ Vertrag wurde zum Jahresende 2018 beendet, obwohl sie die erfolgreichste Verlegerin des ersten Halbjahrs 2018 war, gemessen an den Bestseller-Platzierungen sowohl bei Belletristik als auch bei Sachbüchern. Neuer verlegerischer Geschäftsführer bei Rowohlt wurde im Januar 2019 Florian Illies. Die Kündigung war mit „unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg“ begründet. Das Vorgehen mit fristgerechter Kündigung bei sofortiger Freistellung samt Kontaktverbot zu Autoren und Mitarbeitern sowie sofortigem Sperren des E-Mail-Accounts wurde vom Chefredakteur des Börsenblatts als vom Branchenüblichen deutlich abweichend kommentiert. In der Süddeutschen Zeitung wurde als Kündigungsgrund angenommen, Laugwitz habe ihre erfolgreiche Tätigkeit im Hintergrund geleistet und keine Aufmerksamkeit für den Verlag generiert. Die Verlegerin und Literaturagentin Elisabeth Ruge vermutete in einem Interview, die Entscheidung könne auch damit zu tun haben, dass Barbara Laugwitz eine Frau ist. Das Fachmagazin Buchreport listete mehrere Verlegerinnen auf, die zu diesem Zeitpunkt große deutsche Verlage leiteten. Nach Darstellung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel waren persönliche Differenzen zwischen dem Leiter der Holtzbrinck-Buchverlage Joerg Pfuhl und Barbara Laugwitz der Grund für deren Kündigung. In einem Interview sagte Barbara Laugwitz im Oktober 2019 rückblickend, ihre Kündigung sei wahrscheinlich schon seit dem Herbst 2017 betrieben worden. Namhafte Schriftsteller des Verlags zeigten sich über die Kündigung entsetzt, dokumentiert in der FAZ am 9. September 2018. Elfriede Jelinek, Daniel Kehlmann, Eckart von Hirschhausen und die amerikanischen Schriftsteller Paul Auster, Siri Hustvedt und Jonathan Franzen äußerten Unverständnis und Kritik. 22 weitere Rowohlt-Autoren schrieben einen offenen Brief an Stefan von Holtzbrinck und Joerg Pfuhl, den CEO der Holtzbrinck-Buchverlage, darunter Thomas Melle, Eugen Ruge, Margarete Stokowski, Heinz Strunk und David Wagner. Er wurde am 12. September 2018 in der taz und auf Spiegel Online veröffentlicht. Erbost zeigten sich die Unterzeichner insbesondere über die Kontaktsperre. Ein weiterer offener Brief von Autoren folgte am 30. September in der FAS, in dem die mangelnde Reaktion von Pfuhl auf die Vorwürfe beklagt wurde. Der Konzern verwahrte sich in einer Stellungnahme vom 1. Oktober 2018 gegen die „zum Teil heftige persönliche Vorwürfe“ gegenüber Joerg Pfuhl. Die Verschwiegenheitsverpflichtung und die Kontaktsperre für Barbara Laugwitz gegenüber anderen Mitarbeitern und Autoren sei „in keiner Weise als dauerhaftes Kontaktverbot“ gedacht gewesen. Auf Antrag von Laugwitz erließ das Landgericht Berlin am 27. September 2018 eine einstweilige Verfügung, in der Joerg Pfuhl „bestimmte Formulierungen im Zusammenhang mit Vertraulichkeitsregelungen rund um die Entlassung der Geschäftsführerin Barbara Laugwitz untersagt“ wurden. Im Oktober 2018 wurde der Disput beigelegt. Laugwitz wechselte im Januar 2019 als Verlagsdirektorin/Chief Publishing Editor zu den Ullstein Buchverlagen. Im Mai 2019 kündigte das Unternehmen ihre Übernahme der verlegerischen Geschäftsführung von Gunnar Cynybulk zum Sommer des Jahres an. Am 1. August 2020 hat Laugwitz die verlegerische Geschäftsführung bei dtv übernommen. Sie wurde die Nachfolgerin von Claudia Baumhöver.
2024-12-03 15:24:28
https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlkreis_See-Gaster
Der Wahlkreis See-Gaster ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 gebildet wurde. Für die Mehrheit der Bevölkerung im Wahlbezirk See-Gaster liegt Zürich näher als St. Gallen. Die Region gehört zu den wachstumsstärksten im Kanton und die Steuerkraft ist nirgendwo so hoch in St. Gallen. Einige internationale Unternehmen wie Geberit, Holcim oder Wicor haben ihren Sitz im Wahlkreis. Die Kehrseite des Wachstums ist, dass das Wohnen teuer ist. Beschaulicher geht es am östlichen Ende des Wahlkreises zu, wo am Walensee die Strukturen dörflich und kleinräumig sind. Für die regionale Identität sind die Kantonsgrenzen zweitrangig. Der Eishockeyclub SC Rapperswil-Jona Lakers hat viele Fans in den Nachbarkantonen. Politisch dominierte in Wahlkreis lange die Christlichdemokratische Volkspartei , aber auch der liberale Einfluss der FDP war stets stark. Der Kantonsratssitz der Grünliberalen Partei, die sich in dieser Region schon recht früh etablieren konnten, fiel 2016 dem Vormarsch der SVP zum Opfer, konnte aber vier Jahre später wiedergewonnen werden. Die Entwicklung im Wahlkreis See-Gaster zeigt ein ähnliches Muster wie im restlichen Kanton: Die früher dominante CVP wurde 2008 erstmals von der SVP überholt. Die FDP konnte ihren Rückgang 2012 und 2016 stoppen, die SP bereits ab 2008. Der Wahlkreis besteht seit dem 1. Januar 2003 aus den beiden früheren Bezirken See und Gaster. Er umfasst folgende Gemeinden: Stand: 1. Januar 2013 Rheintal | Rorschach | Sarganserland | See-Gaster | St. Gallen | Toggenburg | Werdenberg | Wil Ehemalige Bezirke des Kantons St. Gallen bis 30. Juni 1918: Stadt St. Gallen | Tablat Ehemalige Bezirke des Kantons St. Gallen bis 31. Dezember 2002: Alttoggenburg | Gaster | Gossau | Neutoggenburg | Oberrheintal | Obertoggenburg | Rorschach | Sargans | See | St. Gallen | Unterrheintal | Untertoggenburg | Werdenberg | Wil Kanton St. Gallen | Bezirke der Schweiz | Verwaltungsgliederung des Kantons St. Gallen | Gemeinden des Kantons St. Gallen Amden | Benken | Eschenbach | Gommiswald | Kaltbrunn | Rapperswil-Jona | Schänis | Schmerikon | Uznach | Weesen Ehemalige Gemeinden: Ernetschwil | Goldingen | Jona | Rapperswil | Rieden | St. Gallenkappel Kanton St. Gallen | Wahlkreise des Kantons St. Gallen | Gemeinden des Kantons St. Gallen Amden | Benken | Eschenbach | Gommiswald | Kaltbrunn | Rapperswil-Jona | Schänis | Schmerikon | Uznach | Weesen Liste der Kulturgüter im Kanton St. Gallen
2024-11-22 18:51:31
https://de.wikipedia.org/wiki/George_Rublee
George Rublee ; † 26. April 1957 in New York City) war ein US-amerikanischer Rechtsanwalt. Er arbeitete auf den Schwerpunkten Staatsrecht und internationales Recht und war Initiator des Rublee-Wohlthat-Plans. Rublee wurde 1868 als Sohn von Horace Rublee und Kate Hopkins in Madison geboren. Sein Vater war Journalist, Parteiführer der Republikaner in Wisconsin und Botschafter in der Schweiz. Nach dem Besuch der Phillips Exeter Academy und der Groton School studierte George Rublee in Harvard, wo er 1890 seinen Bachelor of Arts und 1895 seinen Bachelor of Laws erhielt. In der Folge war Rublee in Washington, D.C. als Rechtsanwalt tätig und ab 1915 Mitglied der Federal Trade Commission. Als amerikanischer Delegierter war er ab ca. 1918 Mitglied des Allied Maritime Transport Council. Außerdem war er Berater der Regierung von Kolumbien. Im August 1938 wurde Rublee zusammen mit Robert Pell leitender Direktor des Intergovernmental Committee on Refugees . In dieser Funktion verhandelte er ab Dezember 1938 mit dem deutschen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht und mit dem deutschen Ministerialdirigenten Helmuth Wohlthat über die Planung eines Programms für die „Auswanderung von Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenloser Juden aus Deutschland“ . Rublee schied nach 6 Monaten aus seinem Amt als leitender Direktor des ICR aus. Von 1899 bis zu seinem Tod 1957 war er mit Juliet Barrett verheiratet.
2024-12-04 07:09:03
https://de.wikipedia.org/wiki/Meschacher_Wolfgangskirche
Die römisch-katholische Kuratienkirche Meschach steht im Ortsteil Meschach am Götznerberg in der Marktgemeinde Götzis in Vorarlberg. Die dem Patrozinium hl. Wolfgang unterstellte Kuratienkirche gehört zum Dekanat Rankweil der Diözese Feldkirch. Die Kirche steht unter Denkmalschutz . Die Vorgängerkirche, urkundlich im Jahre 1463 errichtet und im Jahre 1548 als Filialkirche von Götzis geweiht, wurde im Jahre 1820 zur Expositurkirche erhoben, und in den Jahren 1865 bis 1866 vergrößert. Nach der Demolierung wurde in den Jahren 1881 bis 1883 nach den Plänen des Architekten Karl Holzhammer unter dem Baumeister Fidel Kröner die heutige Kirche errichtet und im Jahre 1891 geweiht. Die Kirche hat ein Langhaus und einen eingezogenen Chor, beide mit abgedachten Strebepfeilern, der Chor ist unter einem niedrigeren Satteldach. Der Kirchturm mit achteckigem Obergeschoss hat einen Giebelspitzhelm. Langhaus und Chor haben Spitzbogenfenster. Das Kircheninnere zeigt ein dreijochiges Langhaus unter einem Stichkappentonnengewölbe, einen eingezogenen spitzbogigen Triumphbogen und einen eingezogenen einjochigen Chor mit einem Fünfachtelschluss unter einem Kreuzrippengewölbe auf einem umlaufenden Gesims. Die Glasmalereien im Chor zeigen links Herz Jesu, mittig den hl. Wolfgang und rechts Herz Mariens von der M. Schneiderschen Glasmalereianstalt Regensburg 1883. Der neugotische Hochaltar mit Figuren schuf der Bildhauer Josef Bertsch 1883. Der linke und der rechte Seitenaltar mit Figuren schuf der Bildhauer August Valentin aus Brixen. Die Meschacher Krippe von Erasmus Kern aus 1624 befindet sich im vorarlberg museum. 47.331989.6696Koordinaten: 47° 19′ 55,1″ N, 9° 40′ 10,6″ O
2024-12-02 10:38:18
https://de.wikipedia.org/wiki/Expositur_(Kirche)
Als Expositur wird im katholischen Kirchenwesen ein Seelsorgebezirk ohne eigene Vermögensverwaltung bezeichnet. Sie wird von einem Priester geleitet, der die Amtsbezeichnung „Pfarrvikar“ trägt und ortsabhängig teilweise auch den Titel Pastor innehat. Der Pfarrvikar ist aber zugleich immer auch Kaplan der Mutterpfarrei. Eine Expositur hat eigene Kirchenbücher, die jedoch als Teilregister der Mutterpfarrei geführt werden. Der Pfarrer der Mutterpfarrei behält seine pfarrlichen Rechte und Pflichten, soll von ihnen jedoch nur in dringenden Notfällen Gebrauch machen; der Pfarrvikar entscheidet daher in der Regel in eigener Verantwortung. Bezüglich der Seelsorge genießt die Expositur daher faktisch den Status einer Pfarrgemeinde. Ähnlich einer Pfarrvikarie ist es das Ziel einer Expositur, zur Pfarrei erhoben zu werden. Voraussetzung hierfür ist eine Stabilität der Ortsgemeinde und des eigenständigen kirchlichen Lebens. In der Praxis ist die Expositur daher einer Pfarrei gleichgestellt, auch wenn sie kirchenrechtlich untergeordnet ist. Eine Expositur hat meist einen eigenen Pfarrgemeinderat.
2024-11-24 02:04:06
https://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_von_Madrid
Die Friedenskonferenz von Madrid war ein Versuch der internationalen Gemeinschaft, einen Friedensprozess für den Nahostkonflikt in Gang zu bringen, indem Israel, Syrien, Libanon, Jordanien und die Palästinenser an den Verhandlungstisch geholt wurden. Sie wurde durch die Regierung Spaniens unter Mitwirkung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion abgehalten. Die Konferenz begann am 30. Oktober 1991 und dauerte drei Tage. In der unmittelbaren Folge des Golfkriegs von 1991 hatten der amerikanische Präsident George H. W. Bush und sein Außenminister James Baker die Rahmenbedingungen formuliert und gemeinsam mit der Sowjetunion ein Einladungsschreiben formuliert, und am 30. Oktober 1991 Israel, Syrien, Libanon, Jordanien und den Palästinensern übermittelt. Die Delegation der Palästinenser war aufgrund von Einwendungen Israels anfänglich ein Teil der gemeinsamen palästinensisch-jordanischen Delegation und bestand aus Palästinensern aus dem Westjordanland und vom Gazastreifen, ohne eine offene Verbindung zur PLO. Saeb Erekat, Faisal Husseini, Hanan Aschrawi und Haidar Abdel Schafi waren allerdings ständig in Verbindung mit der PLO-Führung in Tunis. Der Zweck der Konferenz war der eines eröffnenden Forums für die Teilnehmer und die Konferenz hatte keinerlei Kompetenzen für Beschlüsse oder Ablehnungsvereinbarungen. Sie stand am Anfang von sowohl bilateralen als auch multilateralen Gesprächen, die auch die internationale Gemeinschaft einschlossen. Die Verhandlungsführer Syriens und des Libanon verständigten sich auf eine gemeinsame Strategie. Die ersten öffentlichen bilateralen Gespräche zwischen Israel und seinen Nachbarn zielten auf Friedensverträge zwischen den drei arabischen Staaten und Israel, während die Gespräche mit den Palästinensern auf einer zweiphasigen Verhandlungsform basierten: zunächst die Verhandlung von Interims-Selbstverwaltungs-Vereinbarungen, denen dann Verhandlungen über einen dauerhaften Status folgen sollten. Diese Verhandlungen wurden direkt nach der Konferenz am 3. November 1991 in Madrid begonnen und über ein Dutzend Gesprächsrunden in Washington, DC zwischen dem 9. Dezember 1991 und dem 24. Januar 1994 fortgesetzt. Die multilateralen Verhandlungen begannen am 28. Januar 1992 in Moskau und wurden in fünf Foren gegliedert, die sich jeweils auf ein Hauptproblem konzentrierten – Wasser, Umwelt, Waffenkontrolle, Flüchtlinge und Wirtschaftsentwicklung – und fanden bis November 1993 in verschiedenen Städten im Nahen Osten und in Europa statt. Zunächst weigerte sich Israel, an den Gesprächen über Flüchtlinge und Wirtschaftsentwicklungen teilzunehmen, weil palästinensische Vertreter von außerhalb des Westjordanlandes und des Gazastreifens anwesend waren. Syrien und Libanon weigerten sich, an den multilateralen Gesprächen teilzunehmen, solange kein erkennbarer Fortschritt auf bilateraler Ebene erkennbar war. Die formellen multilateralen Gespräche, die für einige Jahre eingefroren waren, wurden am 31. Januar 2000 durch ein Treffen des Steuerungsausschusses wieder aufgenommen, dem Treffen der Arbeitsgruppen folgten. Die israelisch-jordanischen Verhandlungen führten schließlich zu dem israelisch-jordanischen Friedensvertrag, der 1994 unterzeichnet wurde, während die israelisch-syrischen Gespräche nur zu einer Reihe von Verhandlungen führten, die Berichten zufolge zwar recht aussichtsreich waren, jedoch nicht zu einem Friedensvertrag führten. Die bilateralen Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern wurden schließlich durch die anfänglich geheimen Verhandlungen ersetzt, die am Ende zu dem Briefwechsel vom 9. und 10. September 1993 führten und der Unterzeichnung des Oslo-Abkommens am 13. September auf dem Rasen des Weißen Hauses führten. Israel nennt als großen Erfolg der Konferenz und des Friedensprozesses, dass die Anzahl der Staaten, die Israel anerkannt haben und die auch ein bestimmtes Maß an diplomatischen Beziehungen unterhalten, sich wesentlich erhöht hat, einschließlich der Großmächte China und Indien, aber auch in der arabischen Welt, Oman, Katar, Tunesien, Marokko und Mauretanien, sowie ein Abschwellen des arabischen Boykotts und ein Aufbau von Wirtschaftsbeziehungen mit einigen der arabischen Staaten.
2024-12-04 02:09:05
https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalisationssch%C3%A4rfe
Die Lokalisationsschärfe gehört zu den psycho-akustischen Bestimmungen . Sie ist die kleinste Änderung eines oder mehrerer Merkmale eines Schallereignisses, die gerade zu einer wahrgenommenen Ortsänderung des Hörereignisses führt. Das kann beim Hören von natürlichen Schallquellen oder bei der Wiedergabe von Lautsprecherstereofonie sein. Die Lokalisationsschärfe kennzeichnet die Tatsache, dass der Hörraum weniger differenziert ist als der Schallquellenraum. Die räumliche Auflösung des Gehörs ist geringer als die mit physikalischen Messtechniken erzielbare Auflösung. Als Lokalisationsschärfe bezeichnen wir – wie in der Psychoakustik üblich – diejenige Ortsänderung der Schallquelle, bei der gerade 50 % der Versuchspersonen eine Änderung des Hörereignisortes bemerken. Als Schwellendefinition kann man angeben 100 % = scharf: schmal, präzise, genau, gut fokussiert und 0 % = unscharf: breiter, unklar, räumlicher, schlecht fokussiert. Das Wort Lokalisationsunschärfe sollte wegen Unklarheit vermieden werden. Die Lokalisationsschärfe liegt bei rund 1°. Sie hängt ab von Die „Abbildungsschärfe“ ist die der Abbildung zwischen den Lautsprechern zugeordnete Lokalisationsschärfe. Das Optimum an Abbildungsschärfe stellt ein einziger Lautsprecher dar. Auch wenn es erstrebenswert erscheint, bei der Stereoaufnahme Phantomschallquellen immer mit der besten Lokalisationsschärfe zu erzeugen, so sprechen doch künstlerische Erwägungen bisweilen dagegen. | Stereobasis | Stereodreieck | Interchannel | Stereofonie | Laufzeitstereofonie | Intensitätsstereofonie | Äquivalenzstereofonie | Lokalisation | Monophonie | Summenlokalisation | Lautsprecherbasis | Aufnahmebereich | Ausdehnungsbereich | Mikrofon | Mikrofonanordnung | Abstandsgesetz | Hauptmikrofon | Stützmikrofon
2024-12-03 20:38:57
https://de.wikipedia.org/wiki/H._M._Gehrckens
H. M. Gehrckens ist eine ehemalige Hamburger Reederei, die auch unter dem Kürzel H.M.G bekannt war. Gegründet um 1830 mit einigen gebrauchten Segelschiffen, wurde die Reederei von Heinrich Martin Gehrckens sehr bald besonders auf der Ostsee- und Westafrikafahrt bekannt. Das erste Schiff war die Galeasse Florentine II. 1869 verfügte Heinrich Martin I. bereits über acht Segelschiffe. H.M.G. II trat kein leichtes Erbe an. Privat musste er seine Mutter und seine sieben Geschwister abfinden, die alle am väterlichen Vermögen erbberechtigt waren. Die Reichsgründung 1871 gab der deutschen Seefahrt mächtige Impulse, doch H.M.G. II beteiligte sich nicht an den Neugründungen, die eine starke Verschmelzung von Unternehmertum, Großbanken und Überseefahrt brachten. Er ging seine eigenen Wege. Um die Firma lebensfähig zu halten, schaltete er sich in die Dampferlinienfahrt ein. Zunächst wurde er Mitinhaber der unter englischer Flagge fahrenden Kings-Lynn-Line, die er später ganz übernahm. Die Reederei stellte sich bald ganz auf Dampfschiffe um und konnte sich dadurch auch mit ihrem ersten Liniendienst von Hamburg nach Stockholm etablieren. H. M. Gehrckens betätigte sich von Anfang an als Linienreederei hauptsächlich in der Nord- und Ostseefahrt und trug dazu an dem Aufbau und der Entwicklung der Linienschifffahrt zwischen Deutschland, Finnland und Schweden einen wesentlichen Anteil bei. Ab etwa 1875 waren H.M.G.-Schiffe in regelmäßiger Fahrt zwischen Schweden und Deutschland sowie ab etwa 1885 im Verkehr zwischen finnischen und deutschen Häfen eingesetzt. Während H. M. Gehrckens zunächst seine Schiffe als Einzelreeder eingesetzt hatte, erfolgte später und bis zum Ende des Bestehens der Reederei die Durchführung dieser Dienste in Zusammenarbeit mit einigen Partnern: der Hamburger Ernst Russ Reederei, der Hamburger Mathies Reederei, Helsinkis Finska Ångfartygs Aktiebolaget und Stockholms Rederiaktiebolaget Svea. Unter H.M.G. III spezialisierte sich die Reederei auf das Durchfrachtengeschäft, für das Hamburg nach der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals im Jahr 1895 günstig lag. Zum Beispiel lieferten sie südamerikanischen Kaffee nach Schweden und von dort Eisen nach England oder Speck und Mehl aus den USA nach Finnland und von dort Butter nach England. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte sie im Mittel 14 Schiffe im Einsatz. Nach dem Ersten Weltkrieg mussten viele Schiffe abgegeben werden und H.M.G. III baute die Reederei mühsam mit Hilfe seines in die Firma 1919 eingetretenen Sohnes H.M.G. IV aus erster Ehe wieder auf. Dabei arbeitete er wieder mit der Mathies-Reederei zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Reederei wieder neu, erst mit einem Güterumschlagsbetrieb im Hamburger Raum und dann 1947 mit fünf alten Frachtdampfern. Diese waren ihre alten Schiffe, die sie damals von der Militärregierung zurückerhielt oder erwarb. Davon war die Söderhamn mit ihren 1499 BRT anfangs das Flaggschiff der gesamten in Deutschland verbliebenen Handelsflotte. Die Gehrckens’schen Dampfer wurden zu dieser Zeit größtenteils in die Fahrt mit dem aus deutschen Wäldern geschlagenen Bau- und Grubenholz nach England beschäftigt. 1949 war die Brook von Gehrckens der erste Frachtschiffneubau in Deutschland. Dann wurden Liniendienste nach Nordwestafrika eingerichtet, einer in Gemeinschaft mit der Firma Gebr. van Udens Scheepvaart & Agentuur Mij., Rotterdam, und ein anderer zusammen mit der früher in Stettin ansässigen Reederei Franz L. Nimtz im Rahmen des hierfür gegründeten Hanseatischen Afrika Dienstes. Dazu wurde in Verbindung mit der Nordafrikafahrt während der spanischen Orangensaison ein spezieller Fruchtdienst von Häfen der spanischen Ostküste nach nordeuropäischen Häfen aufgenommen. Mitte 1955 verfügte die Reederei über 14 Schiffe mit insgesamt circa 29.510 Tonnen Tragfähigkeit , die in regelmäßiger Fahrt nach Schweden, Finnland, Marokko und Westafrika eingesetzt waren. 1955 kamen drei neue Schiffe mit zusammen rund 7900 tdw hinzu. Damit wurde die Flottenkapazität auf ca. 38.000 tdw erhöht. Von diesen Neubauten wurden zwei Schiffe speziell für den Nordseedienst mit höchster Eisklasse ausgestattet. Diese Schiffe waren bereits mit Diesel- und Elektro-Diesel-Antrieb versehen. Von Juli 1967 bis Anfang 1972 betrieben die Hamburger Reedereien Mathies und H. M. Gehrckens zusammen mit der Reederei Nordström & Thulin aus Stockholm zwei neugebaute ConRo bzw. RoRo-Schiffe, die Hansa und Wasa des Sietas Typs 52 unter dem gemeinsamen Namen Teamline. Mitte der 1970er Jahre zählte Gehrckens zu den Gründungsmitgliedern der Railship AG, die bis 2002 die Eisenbahnfähren Railship I, Railship II und Railship III betrieb. Die Reederei erlosch 1988 als eigenständiges Unternehmen und ging in den Reedereien Railship und Team Lines auf, wobei Gehrckens' Liniendienst in letzterer eingebracht wurde. Der 1958 gebaute und bis 1970 von Gehrckens betriebene Stückgutfrachter Bleichen wird als Museumsschiff restauriert. Die Flagge der Reederei war blau mit den Initialen H.M.G.
2024-12-04 00:39:27
https://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Andrews
Bruce Andrews ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler, Hochschullehrer und Dichter der L=A=N=G=U=A=G=E poets, einer in den 1970er Jahren formierten literarischen Gruppe. Bruce Andrews absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium im Fach Internationale Beziehungen an der Johns Hopkins University sowie ein weiteres Studium im Fach Politikwissenschaft an der Harvard University. 1973 veröffentlichte er mit Edge sein erstes Buch. 1975 übernahm er eine Professur für Politikwissenschaften an der Fordham University. In seinen Vorlesungen kritisierte er außerhalb der üblichen Paradigmen heftig die aus seiner Sicht falsche US-amerikanische Regierungspolitik von Unterdrückung und Untergrabung. Daneben unternahmen seine Lehrveranstaltungen eine unorthodoxe Betrachtung des politischen Systems der Vereinigten Staaten. Neben seiner Lehrtätigkeit gehörte Andrews zu den Schlüsselfiguren der L=A=N=G=U=A=G=E poets, einer in den 1970er Jahren formierten literarischen Gruppe. Gemeinsam mit Charles Bernstein gab er zwischen 1978 und 1981 die namensgebende Literaturzeitschrift L=A=N=G=U=A=G=E heraus, die in diesen Jahren in 13 Ausgaben erschien. L=A=N=G=U=A=G=E war neben anderen literarischen Magazinen wie This, A Hundred Posters, Big Deal, Dog City, Hills, Là Bas, Oculist Witnesses, QU und Roof eine der wichtigsten Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Language Poetry, nach deren Auffassung die Rolle des Lesers bei der Auffassung der Bedeutung eines Textes betont wird. Auf Form und Ausdrucksweise wird weniger Wert gelegt, und das Gedicht als Konstrukt in der Sprache und Konstruktion von Sprache angesehen. 1984 veröffentlichten er und Bernstein die meisten Inhalte des Magazins in The L=A=N=G=U=A=G=E Book. Er lehnt den klassischen Begriff der Poesie als „direkte Behandlung“ von Dingen in der Sprache ab und argumentiert, dass das Einzige, was so behandelt werden kann, die Sprache selbst ist. Zu seinen weiteren Büchern gehören unter anderem Love Songs , Give em enough rope , Getting Ready to Have Been Frightened , Executive Summary , Paradise & method. A transcript from the talk series, St. Marks Project, New York City, April 7, 1991 , I Don't Have Any Paper So Shut Up , Tizzy Boost , Aerial 9 , Lip Service sowie Designated Heartbeat . In Deutschland erschienen seine Gedichte unter anderem in der 2009 erstmals herausgegebenen Literaturzeitschrift Randnummer. Nachdem sich einer seiner Studenten über die von ihm vertretenen linken Ansichten in seinen Vorlesungen beschwert hatte, trat Andrews im Oktober 2006 in der von Bill O’Reilly moderierten Talkshow The O’Reilly Factor in Fox News Channel auf.
2024-11-30 20:51:02
https://de.wikipedia.org/wiki/Mar%C3%ADa_Carl%C3%A9
María Lourdes Carlé ist eine argentinische Tennisspielerin. Carlé, die am liebsten auf Sandplätzen spielte, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Tennis. Sie spielt vor allem auf der ITF Women’s World Tennis Tour, wo sie bislang 12 Titel im Einzel und fünf im Doppel gewinnen konnte. Im Dezember 2023 konnte sie in Buenos Aires ihr erstes und in der Folgewoche in Montevideo gleich ihr zweites WTA-Challenger-Turnier gewinnen. Im Jahr 2016 spielte Carlé erstmals für die argentinische Billie-Jean-King-Cup-Mannschaft; ihre Billie-Jean-King-Cup-Bilanz weist bislang fünf Siege bei vier Niederlagen aus. Nadia Podoroska: 80 ▬ | María Carlé: 95 ▬ | Julia Riera: 114▼3 | Solana Sierra: 154▲2 | Jazmín Ortenzi: 274▲15 | Martina Capurro Taborda: 323▼5 | Julieta Lara Estable: 354▼2 | Luisina Giovannini: 490 ▬ | Melany Krywoj: 547▼2 | Victoria Bosio: 702▲32 María Carlé: 124▲2 | Melany Krywoj: 166▲10 | Julia Riera: 184▲6 | Jazmín Ortenzi: 341▲41 | Nadia Podoroska: 362 ▬ | Julieta Lara Estable: 490▲1 | Victoria Bosio: 641▼2 | Luisina Giovannini: 647▼2 | Justina Gonzalez Daniele: 687▲10 | Lourdes Ayala: 735▼2
2024-11-24 13:16:22
https://de.wikipedia.org/wiki/Elasmosauridae
Rekonstruiertes Skelett von Thalassomedon hanigtoni im American Museum of Natural History Die Elasmosauridae sind eine Familie sehr langhalsiger Plesiosauria aus dem Jura und der Kreide. In der späten Kreidezeit waren sie, zusammen mit den kurzhalsigen Polycotylidae, die einzigen überlebenden Plesiosaurier. Die Elasmosauridae hatten 32 bis 72 Halswirbel, die einzelnen Wirbel waren dazu noch länger als bei anderen Plesiosauriern, vor allem die Wirbel, die näher zum Körper lagen. Ihre Körperlänge betrug drei bis 14 Meter. Die Tiere hatten maximal fünf Paar Zähne auf der Prämaxillare. Bei fortgeschrittenen Formen waren die Prämaxillarzähne und die vorn sitzenden Maxillarzähne vergrößert. Die Prämaxillarzähne und die vergrößerten Maxillarzähne wurden durch einige kleinere Zähne über der Naht zwischen Prämaxillare und Maxillare getrennt. Der Unterkiefer hatte ursprünglich 24 Zahnpaare, die bei den kreidezeitlichen Elasmosauriden verringert wurden, bei einem Minimum von 14 Paaren. Die Zähne waren durch zahlreiche Längskanten strukturiert. Im Zuge der Flossenentwicklung kam es zu einer Vermehrung der Fingerknochen . Der längste Finger enthielt bis zu 17 Einzelknochen. Jurassische Elasmosauriden unterschieden sich von denen der Kreidezeit durch eine Reihe von Merkmalen, vor allem in der Anatomie des Schultergürtels. Wie bei allen Plesiosauriern ist ihr Schulterblatt sehr viel kleiner als der Coracoid. Viele spätkreidezeitliche Formen haben dagegen ein gut entwickeltes Schulterblatt, an das starke Muskeln ansetzen konnten, so dass die Tiere sehr viel beweglicher waren als ihre früheren Verwandten. Bei kreidezeitlichen Elasmosauriden treffen sich der rechte und der linke Coracoid in der Mittellinie des Tieres, laufen dann auseinander und bilden eine herzförmige Öffnung. Jurassischen Elasmosauriden und allen anderen Plesiosauriern fehlt diese Öffnung im vorderen Schultergürtel. Bei spätjurassischen und kreidezeitlichen Formen haben die Halsrippen nur mit einem Gelenkkopf Kontakt zu den Halswirbeln. Die Langhalsigkeit der Elasmosauriden wirft die Frage nach ihrer Lebensweise auf. Zweifellos waren es keine schnellen Jäger, wie die kurzhalsigen Plesiosaurier. Der lange Hals hatte beim Schwimmen die Wirkung eines vorn liegenden Ruders, zudem hatten die Elasmosauridae schwächere Flossen als ihre Verwandten. Einige Wissenschaftler spekulierten, dass die Elasmosauriden nahe an der Meeresoberfläche lagen und mit dem nach unten gestreckten Hals Fische fingen. Andere nahmen an, dass sie, an der Wasseroberfläche liegend, Hals und Kopf weit darüber hoben und dann wie Reiher vorbeischwimmende Fische aus dem Wasser schnappten. Der Hals war allerdings nah am Rumpf relativ unbeweglich und konnte wahrscheinlich nicht weit aus dem Wasser gehoben werden. Am wahrscheinlichsten ist, das sie auf dem Grund der kreidezeitlichen Flachmeere auf Beute lauerten. Der Fund von als Ballast dienenden Steinen in der Magengegend einiger fossiler Elasmosauriden und die weit oben liegenden Augen stützen diese Theorie. Traditionell wurden alle langhalsigen Plesiosaurier in die Familie gestellt, aber neuere Forschungen haben die Systematik der Plesiosaurier kompliziert. Neben den Elasmosauridae gibt es auch langhalsige Cryptocliden, in die die bisherigen Elasmosauriden Colymbosaurus und Tricleidus gestellt wurden. Robert Bakker ist der Meinung, dass die Elasmosauriden der Kreidezeit unabhängig von den spätjurassischen von Pliosauriern ähnlich wie Leptocleidus evolvierten, so dass die Elasmosauridae eine polyphyletische, unnatürliche Gruppe sind. Kenneth Carpenter stellt die Elasmosauriden einschließlich der jurassischen Formen wieder her und sieht in ihnen nahe Verwandte der kurzhalsigen Polycotylidae, die aber auch Plesiosaurier i. e. S. sind. Die spätkreidezeitlichen Gattungen Artistonectes und Morturneria sind nur sehr ungenügend bekannt. Ihre Schädel ähneln denen der Cryptoclididae, wurden aber 1995 von Bardet in die Elasmosauridae gestellt. Neben den hier genannten Gattungen gibt es eventuell noch zwei weitere, bisher unbeschriebene. Ein im Courtenay Museum aufbewahrter, sehr großer Elasmosauride, der am Puntledge River westlich von Courtenay im Osten von Vancouver Island gefunden wurde, ist vielleicht eine neue Gattung. Sein Unterkiefer ist mit einer Länge von einem halben Meter für einen Elasmosauriden sehr lang. Eine weitere potentiell neue Gattung wird durch das als „Elasmosaurus“ amalitskii beschriebene Fossil repräsentiert, das aus Schichten des Turonium bei Liski in Russland gefunden wurde. Es besteht nur aus einigen Wirbeln und den stark verlängerten Bauchrippen.
2024-12-02 08:03:29
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Heller
Jakob Heller war ein Frankfurter Patrizier und Ratsherr. Er hatte mehrmals das Amt des Älteren Bürgermeisters der Freien Reichsstadt Frankfurt inne. Sein bedeutendes Vermögen setzte er für zahlreiche religiöse und künstlerische Stiftungen ein, darunter den berühmten Heller-Altar von Albrecht Dürer und Mathias Grünewald. Jakob Heller wurde ca. 1460 in Frankfurt am Main geboren. Er entstammte einer Familie, die aus dem Handwerkerstand in das Patriziat aufgestiegen und durch Tuchhandel zu einem beträchtlichen Vermögen gekommen war. Seine Eltern waren der Kaufmann und Ratsherr Bechthold Heller und Katharina Blum. Aus dieser Ehe stammten 12 Söhne und sieben Töchter. Auch Jakob Heller wurde ein angesehener Kaufmann, der seit 1483 der Ganerbschaft Zum Frauenstein angehörte. 1485 wurde er Ratsherr und 1494 Schöffe. 1490 war er jüngerer Bürgermeister, 1501 und 1513 Älterer Bürgermeister von Frankfurt. Heller vertrat die Stadt mehrfach erfolgreich auf Reichstagen, so 1510 in Augsburg und 1512 in Köln. 1515 traf er in Worms Kaiser Maximilian I., der ihn als Berater und Finanzier schätzte. Heller war Eigentümer des Hellerhofes, eines Hofguts westlich der Stadt im heutigen Gallus, und des Nürnberger Hofes in der Altstadt, wo die Nürnberger Kaufleute während der Frankfurter Messen Quartier nahmen. 1517 wohnte Kaiser Maximilian bei seinem letzten Aufenthalt in Frankfurt bei Heller im Nürnberger Hof. Er war verheiratet mit Katharina von Melem, der ältesten Tochter Johann von Melems. Die Ehe blieb kinderlos. Jakob Heller starb am 28. Januar 1522 in seiner Heimatstadt. Er wurde neben seiner 1518 verstorbenen Frau in der Dominikanerkirche bestattet. Mit ihm starb die Familie Heller aus. Jakob Heller hinterließ ein umfangreiches, 1519, nach dem Tode seiner Frau aufgesetztes Testament, in dem er alle Legate und Stiftungen genau aufzählte. Seine Aufzeichnungen vermitteln ein genaues Bild der sozialen und religiösen Anschauungen des Patriziats kurz vor Beginn der Reformation. Unter den von ihm gestifteten Kunstwerken ist die 1509 durch Hans Backoffen geschaffene Kreuzigungsgruppe für die Bartholomäuskirche, aufgestellt in der Turmhalle, hervorzuheben, vor allem aber der 1508 von Albrecht Dürer und Mathias Grünewald für die Dominikanerkirche gemalte Heller-Altar, eine Darstellung der Himmelfahrt und Krönung Mariens. Das Bild gelangte später nach München, wo es 1729 bei einem Brand zerstört wurde. Eine zeitgenössische Kopie befindet sich heute im Historischen Museum. Jakob Heller ist auf dem linken Flügel im unteren Bild dargestellt, seine Frau Katharina von Melem auf dem rechten Flügel. Heller hatte die Bekanntschaft Dürers 1507 in Nürnberg gemacht, wohin er als Tuchhändler und Besitzer des Nürnberger Hofes vielfältige Beziehungen hatte. In seinen neun in Abschriften erhaltenen Briefen an seinen Auftraggeber gibt Dürer wichtige Aufschlüsse über seine Arbeitsweise. Heller verkaufte 1510 dem Rat der Stadt das Haus Viole. Es wurde in den Rathauskomplex, den Römer, integriert und diente künftig als Archiv und Stadtbibliothek. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es zusammen mit seinen Nachbarhäusern Frauenrode und Schwarzenstein für einen historisierenden Neubau abgerissen. Nach Jakob Heller ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg angelegte Straße im Frankfurter Stadtteil Dornbusch benannt.
2024-12-01 12:44:21
https://de.wikipedia.org/wiki/Fiduziarit%C3%A4t
Fiduziarität bezeichnet treuhänderisches Eigentum an einer Sache sowie die treuhänderische Inhaberschaft einer Forderung oder eines anderen Rechts. Dies bedeutet, dass ein treuhänderisch übertragener Gegenstand später an einen anderen herausgegeben werden muss. Ein fiduziarischer Erbe ist beispielsweise ein einstweiliger Vermächtnisnehmer oder Nießbrauchserbe, der das Ererbte an den Fideikommissar abzugeben hat. Unter einer fiduziarischen Sicherheit versteht man im Kreditgewerbe im Unterschied zu den akzessorischen Sicherheiten eine nicht-akzessorische Sicherheit, die nicht vom Bestehen einer Forderung oder einer Verbindlichkeit abhängig ist, deren Verwertung jedoch nur bei Verzug des Schuldners erfolgen darf. Solche Sicherungsrechte sind das Vorbehaltseigentum, das Sicherungseigentum, die zur Sicherung erlangte Forderung und die Grundschuld. Nicht-akzessorische Sicherheiten bleiben bestehen, auch wenn die ursprüngliche Forderung getilgt wurde, und können somit als Sicherheiten für neue Verbindlichkeiten herangezogen werden. Für welche Forderungen die Sicherheit dienen kann, ergibt sich aus einer schuldrechtlichen Sicherungsabrede.
2024-11-23 20:29:45
https://de.wikipedia.org/wiki/Bethel_(Bielefeld)
Bethel ist der Name eines Stadtteils und statistischen Bezirks im Stadtbezirk Gadderbaum der Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Er ist vor allem wegen des Sitzes der namensgebenden v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel bekannt und gilt, obwohl sie ihn nicht vollständig ausfüllen, als Synonym für diese. Der Stadtteil befindet sich am Nordrand des Stadtbezirks Gadderbaum im Kantensiektal östlich des Bielefelder Passes. Das Tal liegt unmittelbar südlich des Sparrenberges und der Sparrenburg. Folglich befindet sich der Stadtteil im Teutoburger Wald. Das Tal wird vom Kantensiekbach durchflossen. Da die verdichtende Bebauung auch die Hänge umfasst, befindet sich Bethel in einer Höhe von etwa 110 m bis 210 m. Nachbarstadtteile sind die statistischen Bezirke Alt- und Neustadt, Brands Busch, Eggeweg, Lonnerbach und Osningpass. Das Gebiet des heutigen Bethel war seit dem Mittelalter ein Teil der Streusiedlung Sandhagen und bestand aus mehreren Gehöften, die sich in den Straßennamen finden lassen, etwa am Quellenhofweg, und zum Teil noch mit veränderter Nutzung – wie der Lindenhof – bestehen. Einen wesentlichen Impuls setzte die Gründung der heutigen v. Bodelschwinghschen Stiftungen im Jahr 1867. Mit ihren Erweiterungen wuchs die Zahl der Gebäude und die Dichte der Bebauung. Die Anstalten Bethel wünschten zu einer aus ihrer Sicht günstigeren Entwicklung, insbesondere bei der Frage zu baulichen Belangen, mehr Freiheiten und die Bildung eines eigenen Gutsbezirks mit weitestgehender Selbstverwaltung. Entsprechend wehrte man sich gegen die von der Stadt Bielefeld und der Gemeinde Gadderbaum gewünschte Eingemeindung aus ökonomischen und verkehrstechnischen Erwägungen. Erst mit der Preußischen Landgemeindeordnung von 1891 endeten die Bestrebungen, da die Gutsherrschaft endgültig aufgehoben war. Der Ortsteil Bethel war im Grunde genommen mit den damaligen Anstalten identisch. Entsprechend wurde auch die Infrastruktur von diesen ausgebaut. 1886 wurde das erste Telefon angeschlossen und 1896 gab es bereits eine Telefonanlage mit 30 Anschlüssen. Die Stadtverwaltung Bielefeld besaß zu dieser Zeit lediglich einen. Auch die Straßenbeleuchtung, Stromversorgung und die Bethel-Schule zeugten von der engen Verflechtung. Bis heute wird die Wasserversorgung durch Betriebe der Stiftungen gewährleistet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Ortschaft von etwa 25.000 Brandbomben getroffen. Die Eingemeindung des Gadderbaumer Ortsteils nach Bielefeld fand erst 1971 statt . Diskussionen um einen kommunalen Sonderstatus verliefen im Sande. Der überwiegende Grundbesitz im Stadtteil befindet sich nach wie vor im Besitz der Stiftungen. Erkennbar ist dieser Umstand auch an den überall anzutreffenden blauen Hinweisschildern. Prägend sind die Kliniken, Pflegeheime und anderen Gebäude der v. Bodelschwinghschen Stiftungen. Insbesondere die Hauptverwaltung am sogenannten Betheleck und die Kliniken Gilead sind hier zu nennen. Baudenkmäler sind der Alte und Neue Friedhof Bethel, die Zionskirche, das ehemalige Pförtnerhaus neben der Hauptverwaltung und das alte Postamt. Es befindet sich auch der Japanische Garten in Bethel. Der Stadtteil ist durch mehrere Buslinien erreichbar. Insbesondere wird hier der Ringverkehr der Stadtbuslinie 122 eingesetzt. Diese dient auch zum Anschluss an die Stadtbahnhaltestelle Bethel. Zur Koordinierung des Gesamtverkehrs existiert seit 1998 ein durch die Stiftungen getragenes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement für den Stadtteil. Die Tallage und die relativ engen Durchgangsstraßen, verbunden mit den hohen Pendler-, Schüler- und Besucherzahlen, behindern zwar den Individualverkehr, schützen aber auch vor Geschwindigkeitsübertretungen. Insbesondere das Betheleck zwischen den Kliniken, der Hauptverwaltung der Stiftungen und der Artur-Ladebeck-Straße ist ein Unfallschwerpunkt. Brackwede | Holtkamp | Quelle | Ummeln Babenhausen | Großdornberg | Hoberge-Uerentrup | Kirchdornberg | Niederdornberg-Deppendorf | Schröttinghausen Bethel Altenhagen | Baumheide | Brake | Brönninghausen | Heepen | Milse | Oldentrup Jöllenbeck | Theesen | Vilsendorf Gellershagen | Sudbrack | Schildesche Buschkamp | Windelsbleiche | Windflöte Dalbke | Eckardtsheim | Heideblümchen | Sennestadt Hillegossen | Lämershagen-Gräfinghagen | Sieker | Stieghorst | Ubbedissen
2024-12-03 20:25:45
https://de.wikipedia.org/wiki/Maghreb-Federlibelle
Maghreb-Federlibelle , Weibchen Die Maghreb-Federlibelle ist eine Libelle aus der Familie der Federlibellen . Ihr Name deutet auf ihr endemisches Vorkommen in den Maghreb-Staaten hin. Die Körperlänge der Maghreb-Federlibelle beträgt 33 bis 36 und die Flügelspannweite etwa 42 Millimeter. Die Grundfarbe des Männchens ist weiß bis hell grünlich blau, die des Weibchens bräunlich weiß. Wie andere Federlibellen der Gattung Platycnemis verfügt auch die Mahgreb-Federlibelle über schwarze Längsstreifen auf dem Abdomen, dem Thorax und den Beinen. Die ebenfalls für Federlibellen typische Verbreiterung der Tibien ist bei der Maghreb-Federlibelle vergleichsweise schwach ausgeprägt. Innerhalb ihres auf die Maghreb-Länder Algerien, Marokko und Tunesien beschränkten Verbreitungsgebietes, ist die Maghreb-Federlibelle besonders in den Tälern des Atlasgebirges zu finden. Hier bevorzugt sie saubere Fließgewässer. Seltener werden auch Gewässer mit schwach salzhaltigem Brackwasser angenommen. Die maximale Höhe, in der die Art nach den bisherigen Funden angetroffen werden kann, beträgt etwa 1.870 Meter über dem Meeresspiegel. Bemerkenswert ist ein 1978 gemachter Fund eines Exemplars auf Teneriffa, einer der zu Spanien zählenden und nahe Marokko liegenden Kanarischen Inseln. Da die Insel weit in der Hochsee liegt und die Maghreb-Federlibelle dort zuvor nicht bekannt war, wird vermutet, dass Luftströmungen das Tier auf die Insel geweht haben. Eine fehlerhafte Bestimmung ist allerdings auch nicht auszuschließen. Heute befindet sich das Exemplar im Naturalis in Leiden . Sollte sich auf der Insel eine eigene Population der Maghreb-Federlibellen herausbilden, wäre diese auch für die europäische Fauna von Bedeutung. Bisher wurden jedoch keine weiteren Exemplare dieser Libellen auf den Kanarischen Inseln oder auf dem gegenüber von Marokko liegenden spanischen Festland gefunden. Die Maghreb-Federlibelle vertritt die Blaue Federlibelle allopatrisch im Maghreb. Das Fortpflanzungsverhalten der Maghreb-Federlibelle wurde bislang überwiegend in Gefangenschaft untersucht. Ihre Flugzeit reicht von Anfang bei bis Mitte September, wobei die größte Zahl an Imagines im Juni auftritt. Nach der Paarung legt ein Weibchen Untersuchungen zufolge 35 bis 177 Eier. Bei selbiger Untersuchung, bei der die abgelegten Eier von neun Weibchen untersucht worden, schlüpften lediglich 48,8 % der abgelegten Eier. 14,5 % erwiesen sich als unfruchtbar und bei den weiteren 36,7 % war eine Schlupffähigkeit nicht gegeben. Die Erfolgsquote variierte allerdings bei den abgelegten Eiern der untersuchten Weibchen. 13 bis 51 Tage nach der Ablage schlüpften aus den Eiern die Larven. Diese wachsen nach Schlupf heran und sind von Dezember bis Mai anzutreffen. Sobald die Tiere das Adultstadium erreicht haben, Leben sie noch weitere wenige Tage als Imagines. Die Weibchen leben bis zu 37, die Männchen bis zu 48 Tage. Die Maghreb-Federlibelle ist univoltin. Innerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes ist die Maghreb-Federlibelle häufig anzutreffen und dementsprechend nicht gefährdet. In der Roten Liste des Mittelmeerraums der IUCN wird die Art als „nicht gefährdet“ eingestuft, in der weltweiten wird sie gar nicht gewertet. Die Maghreb-Federlibelle kann mit anderen Federlibellen, besonders mit der gattungsverwandten Blauen Federlibelle verwechselt werden. Sichere Unterscheidungsmerkmale zwischen diesen Arten sind die Färbungen ihrer beiden Geschlechter, die beim Männchen der Schwesterart in einem kräftigeren Blau und beim Weibchen grünlich weiß ausfällt. Außerdem sind die Tibien bei der Blauen Federlibelle stärker verbreitert. Wie alle Federlibellen sieht auch die Maghreb-Federlibelle den Schlanklibellen ähnlich.
2024-12-03 21:20:35
https://de.wikipedia.org/wiki/Bad_Sch%C3%B6nborn#Bad_Langenbrücken
Bad Schönborn ist eine Gemeinde im nördlichen Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Der Kurort liegt in 105 bis 185 Meter Höhe am Ostrand des Oberrheingrabens und am Tor zum Kraichgauer Hügelland, etwa auf halber Strecke zwischen Karlsruhe und Heidelberg. Die Gemeinde Bad Schönborn besteht aus den beiden Ortsteilen Bad Langenbrücken und Bad Mingolsheim. Zum Ortsteil Bad Langenbrücken gehört neben dem Dorf die Lußhardtsiedlung. Zum Ortsteil Bad Mingolsheim gehören neben dem Dorf das Gehöft Bruchhöfe, die Orte Kislau und Waldhaus und das Haus Sägewerk Bender. Im Gebiet des Ortsteils Bad Langenbrücken liegt die Wüstung Kenel. Bad Schönborn entstand am 1. Januar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg aus den beiden ehemaligen Gemeinden Bad Langenbrücken und Bad Mingolsheim. Die neue Gemeinde hieß zunächst Bad Mingolsheim-Langenbrücken und wurde am 7. August 1972 in Bad Schönborn umbenannt. Der Name Bad Schönborn geht auf Damian Hugo von Schönborn zurück, der das Schloss Kislau in Bad Mingolsheim umfassend neu gestaltete. Bis zur Kreisreform am 1. Januar 1973 gehörte Bad Schönborn zum Landkreis Bruchsal. Mingolsheim wurde erstmals 773 im Lorscher Codex erwähnt. 1353 geriet es unter die Herrschaft des Bischofs von Speyer . 1622 fand hier im Dreißigjährigen Krieg die Schlacht am Ohrenberg zwischen Graf Mansfeld und Tilly statt. Bereits 1825 war man bei der Suche nach Trinkwasser mit der ersten Bohrung in 30 Meter Tiefe auf eine Schwefelquelle gestoßen. 1835 bis 1846 wurde die erste Kuranstalt in Betrieb genommen, welche sich aber nicht weiter halten konnte. 1905 wurde erneut von privater Seite durch Otto Sebastian Weickgenannt nach Erbohrung einer zweiten Quelle auf seinem Grundstück ein Anfang gemacht. Diese nahm er unter Schwefelbad Mingolsheim in Betrieb und gründete schließlich am 3. März 1920 die Firma Schwefelbad Mingolsheim GmbH. Heute besteht die Anstalt als Sankt-Rochus-Kliniken weiter fort. Seit dem 30. Juni 1964 führt der Ort den Namenszusatz Bad. Im Mai 1970 fand eine neue Tiefbohrung in 645 Meter Tiefe eine Thermal-Sole, die mit einer Schüttung von vier Liter/sec und einer Temperatur von 45 °C artesisch austritt. Diese starke Natrium-Chlorid-Therme wurde als Lambertus-Quelle gefasst und 1975 mit dem neu errichteten Thermal-Sole-Bewegungsbad als Thermarium ihrer Bestimmung übergeben. Langenbrücken wurde im Jahr 1269 erstmals erwähnt, als der Bischof von Speyer die Grundherrschaft dort erwarb. Fürstbischof Franz Christoph von Hutten ließ 1766 nach dem Fund von Schwefelquellen ein Schwefelbad errichten, das zur Grundlage für den Kurbetrieb wurde. Langenbrücken gehörte bis 1802 zum Hochstift Speyer. Am 15. September 1802 wurde das rechtsrheinische Gebiet des Bistums, darunter auch Langenbrücken, durch den Markgrafen von Baden in Besitz genommen. Am 6. September 1965 wurde dem Ort durch die Landesregierung von Baden-Württemberg die Bezeichnung Bad verliehen. Der Name leitet sich von einer langen Brücke ab, die schon in der Römerzeit als Zollstation gedient haben soll. Mingolsheim und Langenbrücken wurden jahrhundertelang durch das Hochstift Speyer katholisch geprägt. Die Seelsorgeeinheit Bad Schönborn-Kronau gehört heute zum Erzbistum Freiburg. Daneben bestehen heute auch eine evangelisch-landeskirchliche und eine Freie evangelische Gemeinde . Auch die Neuapostolische Kirche ist im Ortsteil Langenbrücken mit einer Gemeinde vertreten. Vom 18. Jahrhundert bis 1935 gab es in Mingolsheim auch eine jüdische Gemeinde. 1714 wurden vier jüdische Familien gezählt, 1875 wurde mit 77 Personen der Höchststand erreicht. Ab 1827 gehörte die jüdische Gemeinde zum Rabbinatsbezirk Bruchsal. Bis in die 1930er Jahre bestand in Mingolsheim eine Synagoge. Die 2015 gründete Initiative Stolpersteine Bad Schönborn setzt sich aktiv dafür ein, die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger von Bad Schönborn zu bewahren. Der von einer Steinmauer umschlossene jüdische Friedhof mit 154 Grabstätten befindet sich am nordöstlichen Ortsrand von Bad Mingolsheim. Die Fläche beträgt 24 Ar, wovon die Gräber und der Weg nur etwa 10,5 Ar in Anspruch nehmen, der Rest ist Wiese. Der Friedhof wurde 1878 fertiggestellt und bis 1939 genutzt. Auf ihm liegen neben den Mingolsheimer Juden auch die Juden aus Malsch und Östringen. Vor dieser Zeit wurden die Toten in Obergrombach beigesetzt. Die Gemeinde Bad Schönborn wird wie alle Kommunen in Baden-Württemberg von einem Gemeinderat und einem Bürgermeister verwaltet. Der Gemeinderat wird von der Bevölkerung auf fünf Jahre, der Bürgermeister auf acht Jahre gewählt. Der Gemeinderat hat 22 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender. Die Kommunalwahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis : Der Bürgermeister wird für jeweils acht Jahre direkt gewählt. Von 1995 bis 2011 amtierte Rolf Müller zwei Amtszeiten. Im Mai 2011 wurde Klaus Detlev Huge sein Nachfolger. Dieser wurde am 17. Februar 2019 im zweiten Wahlgang für weitere acht Jahre gewählt. Blasonierung: „In Blau ein nach links versetzter zweischaliger silberner Brunnen mit silberner Wasserfontäne, rechts oben beseitet von einem goldenen Schild, darin ein blau gekrönter roter Löwenkopf.“ Erklärung: Nach der Bildung der Gemeinde durch den Zusammenschluss von Bad Langenbrücken und Bad Mingolsheim wurde das Wappen der Gemeinde vom Innenministerium Baden-Württemberg 1975 verliehen. Das Schönborn’sche Wappen des Fürstbischofs ist hier auf einen Löwenrumpf reduziert. Der Name Schönborn spielt wie auch der Brunnen auf die seit dem 18. Jahrhundert genutzten Heilquellen des Kurortes an. Die Farben Blau und Silber sind die des Hochstifts Speyer, dem beide Orte bis 1803 angehörten. Bad Schönborn unterhält seit 2001 partnerschaftliche Beziehungen zu Niederbronn-les-Bains und Kiskunmajsa . In Bad Schönborn gibt es zwei katholische Pfarrkirchen, St. Lambertus in Mingolsheim und St. Vitus in Langenbrücken. Zudem wurde in Mingolsheim eine Rochuskapelle zu Ehren des Ortspatronen Rochus erbaut. Seit den 1950er Jahren gibt es in beiden Ortsteilen auch je eine evangelische Kirche, die Gustav-Adolf-Kirche in Mingolsheim sowie die Christuskirche in Langenbrücken. Im Ortsteil Bad Mingolsheim von Bad Schönborn liegt das Schloss Kislau. Das imposante Jagdschloss von 1721 geht wohl auf eine mittelalterliche Herrschaftsanlage aus dem 11. Jahrhundert zurück. Seit dem 19. Jahrhundert wird dieses bis heute als Gefängnis genutzt. siehe auch: Schlacht am Ohrenberg, Ritterkanton Kraichgau Franz Josef Mone schrieb in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins: „Eine Anhöhe bei Langenbrücken heißt noch jetzt der Orenberg, vielleicht von diesen alten Besitzern. Es gab ein Geschlecht van Ore am Nierrhein , ein anderes von Oren in Franken “ Der Name der heutigen Ohrenbergstraße in Bad Mingolsheim, beginnend an der B 3 leicht ansteigend bis zur Falltorstraße, geht zurück auf dieses erloschene Rittergeschlecht. Deren Sitz, auf einer Burg Ore, dürfte auf dem 130 m hoch gelegenen Hügel, bei den heutigen Schulgebäuden gelegen haben. „Das Geschlecht der Ore war fränkischen Ursprungs und führte den Namen Rexendorf. Als es nach Dänemark kam, nahm es den Beinamen Ore an. Sein Wappen ist ein rother Ochse im silbernen Felde, mit einem halben rothen Ochsen auf dem Helme. Das Orische Geschlecht erlosch 1577 in Albrecht Johann Ore auf Nielstrup , der noch sieben andere Rittersitze besaß.“ Bad Schönborn verfügt über zwei Kurparks, in jedem Ortsteil einen. In Mingolsheim gibt es einen Kleintierpark, mit Spielplatz und Gaststätte. Der Waldparkring Mingolsheim war von 1949 bis 1958 eine Rennstrecke, die heute noch von Spaziergängern benutzt werden kann. Der Obstgengarten dient dem Erhalt alter Obstbaumsorten. Er befindet sich östlich des Kurgebiets in Mingolsheim. Die Grube im Posidonienschiefer in Langenbrücken schließt die jüngsten Gesteine des Kraichgaus auf. Jährlich am 2. Wochenende im Mai findet der Jahrmarkt in Mingolsheim statt, am 1. Wochenende im Oktober in Langenbrücken. Am 1. Advent ist in Mingolsheim und am 3. Advent in Langenbrücken Weihnachtsmarkt. Am Faschingssonntag gibt es einen Fastnachtsumzug in Mingolsheim. Der Nachtumzug in Langenbrücken findet nach einer Pause 2016 ab 2017 wieder jährlich am Freitagabend statt. Die Bertha Benz Memorial Route erinnert an die Strecke der ersten Autofahrt der Welt von Bertha Benz im Jahr 1888. Die damalige Langenbrücker Apotheke gilt als zweitälteste Tankstelle der Welt. Die Weinstraße Kraichgau-Stromberg verbindet zahlreiche Weinorte in der Region und führt dabei auch durch Bad Schönborn. Bad Schönborn zählt durch sein Schwefel- und Thermalwasser zu den bekannten Kurorten in Baden-Württemberg. Es verfügt über zahlreiche Kur- und Rehabilitationseinrichtungen. 1766 erwarb der Speyerer Fürstbischof Franz Christoph von Hutten die hiesige Schwefelquelle und benachbarte Grundstücke und ließ ein Badehaus und die heute noch bestehenden beiden Alleen anlegen. Der damalige Brunnenstein wurde bei der 200-Jahrfeier des Bades wieder aufgestellt. Nach Huttens Tod im Jahre 1770 wurde das Bad 1796 geschlossen, die Gebäude abgerissen und die Quellen verschüttet. 1824 erwarb der Heidelberger Kaufmann Franz Peter Sigel das Anwesen. In rascher Folge entstanden nun Badehaus, Ökonomiegebäude, Trink- und Wandelhalle sowie ein Musikpavillon. Als Krönung ließ Sigel durch einen Schüler des Karlsruher Architekten Weinbrenner das eindrucksvolle Kursaalgebäude mit Freitreppe errichten. Dieser Kursaal war vielfach Schauplatz großer Konzerte, Theateraufführungen und Festveranstaltungen. Das Schwefelbad zog bald vornehme Besucher auch über die Grenzen Badens hinaus an. Der prominenteste Badegast war die badische Markgräfin Amalie, die „Schwiegermutter Europas“, die ihren Witwensitz im Schloss in Bruchsal hatte. Zu ihren Ehren nannte Sigel seine Kuranstalt Amalienbad. Die verkehrsgünstige Lage an einer Post- und ab 1843 einer Bahnstation ermöglichte in der Folgezeit Adligen, vor allem aus Russland und Italien, zur Badekur nach Langenbrücken zu reisen. Einen wesentlichen Faktor zum Aufschwung des Kurortes brachte die Erschließung des St. Lambertus-Thermalbrunnens, die der ehemalige Bürgermeister Willhauck vorantrieb. Unter seinem Nachfolger Bender konnte 1975 das Thermarium im jetzigen Kurgebiet in Mingolsheim eingeweiht werden. Die wichtigsten Kliniken und Rehabilitationszentren am Ort sind in Bad Mingolsheim die Sankt-Rochus-Kliniken, die Sigmund-Weil- und Gotthard-Schettler-Klinik sowie in Bad Langenbrücken die Sigel-Klinik und die Fachklinik Mikina. 1956 wurde der Grundstein zum Bau des Mingolsheimer Werkes des Unternehmens Fuchs-Bagger aus Ditzingen bei Stuttgart gelegt. Damit begann ein wirtschaftlicher Aufschwung. Bis zu 1000 Menschen fanden hier in den späten Nachkriegsjahren Arbeit. 1985 übernahm das Langenburger Unternehmen Karl Schaeff GmbH & Co. die Johannes Fuchs KG Maschinenfabrik in Ditzingen und somit auch die ortsansässige Zweigstelle. Nach der erneuten Unternehmensübernahme 2002 durch den amerikanischen TEREX-Konzern aus Westport firmiert das Unternehmen unter Terex/Fuchs. Die Umschlag- und Lademaschinen mit dem himmelblauen Anstrich sind auf der ganzen Welt anzutreffen. Ein weiteres Unternehmen ist die Ophelis GmbH. Die Unternehmensgruppe Schäfer entwickelt, konstruiert und fertigt Werkzeuge, Maschinen und Sondermaschinen als manuelle, halb- und vollautomatisierte Systeme für die kabelverarbeitende Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich im Ortsteil Langenbrücken die Vogtländische Gardinenweberei Renz & Sohn GmbH an, die aus dem sowjetisch besetzten Teil Deutschlands geflohen war. Mit der Firma kamen viele ehemalige Arbeiter, die sich in Langenbrücken ansiedelten. Die Gardinen waren überregional bekannt, u. a. kam die Schauspielerin Maria Schell in den 1950er Jahren, um sich Gardinen auszusuchen. Beide Ortsteile sind an die Baden-Kurpfalz-Bahn angebunden. Die Eisenbahnstrecke Heidelberg–Bruchsal–Karlsruhe wurde am 10. April 1843 dem Verkehr übergeben. In Langenbrücken ist gleichzeitig eine Bahnstation eingerichtet worden . Der Bahnhof in Mingolsheim wurde erst 1875 gebaut . Auf der Strecke verkehren heute neben Fernzügen auch die Linien S 3 und S 4 der S-Bahn RheinNeckar. Die Gemeinde gehört mit ihren beiden Bahnhöfen zum Tarifgebiet des Karlsruher Verkehrsverbundes . Da die Tarifgrenze zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar nördlich der Gemeinde verläuft, gehört sie auch zum Übergangsgebiet dieses Verbunds. Der Ort ist durch die Bundesstraße 3 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Im Ort zweigt die Bundesstraße 292 von der B 3 ab. In der Nähe verlaufen die Bundesautobahn 5 und die Bundesautobahn 6 . Der Ort leidet unter erheblichen Lärmbelastungen durch den Straßen- und Bahnverkehr, daher ist an mehreren Stellen ein Nachtfahrverbot für LKW im Gespräch. Eine Ortsumgehung ist ebenfalls in Planung. Neben der Realschule Bad Schönborn und der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule gibt es in beiden Ortsteilen noch je eine Grundschule und außerdem die Franz-Josef-Mone-Förderschule. Für die Kleinsten gibt es zwei kommunale, vier römisch-katholische und einen evangelischen Kindergarten. Bretten | Bruchsal | Ettlingen | Kraichtal | Östringen | Philippsburg | Rheinstetten | Stutensee | Waghäusel Bad Schönborn | Dettenheim | Eggenstein-Leopoldshafen | Forst | Gondelsheim | Graben-Neudorf | Hambrücken | Karlsbad | Karlsdorf-Neuthard | Kronau | Kürnbach | Linkenheim-Hochstetten | Malsch | Marxzell | Oberderdingen | Oberhausen-Rheinhausen | Pfinztal | Sulzfeld | Ubstadt-Weiher | Waldbronn | Walzbachtal | Weingarten | Zaisenhausen
2024-12-01 20:54:33
https://de.wikipedia.org/wiki/Aria_Fischer
Aria Fischer ist eine Wasserballspielerin aus den Vereinigten Staaten. Sie gewann bis 2021 zwei Titel bei Olympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften sowie einen Titel bei Panamerikanischen Spielen. Die 1,83 m große Center-Spielerin bestritt ihr erstes großes Turnier im Erwachsenenbereich 2016 bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Dort traf das US-Team im Finale auf die Italienerinnen und siegte mit 12:5. Aria Fischer war in allen Partien dabei, erzielte aber kein Tor. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in Budapest spielten im Finale die Spanierinnen und das US-Team gegeneinander, die Amerikanerinnen gewannen mit 13:6, Fischer erzielte im Finale einen Treffer. Kurz darauf trat Fischer bei der Universiade in Taipeh an und gewann dort mit der US-Auswahl den Titel. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Gwangju traf das US-Team im Finale auf die Spanierinnen und gewann mit 11:6. Aria Fischer wurde ins All-Star-Team gewählt. Unmittelbar im Anschluss an die Weltmeisterschaften siegten die frischgebackenen Weltmeisterinnen auch bei den Panamerikanischen Spielen 2019 in Lima. Bei den 2021 ausgetragenen Olympischen Spielen in Tokio trafen die Mannschaften aus den Vereinigten Staaten und aus Spanien wieder im Finale aufeinander, die Amerikanerinnen siegten mit 14:5. Aria Fischer warf im Finale zwei Tore. Aria Fischer ist die jüngere Schwester von Makenzie Fischer, die beiden spielten bei den meisten großen Turnieren zusammen im US-Team. Die Schwestern sind die Töchter von Erich Fischer, der 1992 Olympiavierter im Wasserball war.
2024-12-04 01:46:33
https://de.wikipedia.org/wiki/Vladimir_Shklyarov
Wladimir Andrejewitsch Schkljarow war ein russischer Balletttänzer. Schkljarow studierte an der Waganowa-Ballettakademie in Sankt Petersburg in der Klasse von Witali Afanaskow und machte 2003 seinen Abschluss. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Ballettkompagnie des Mariinski-Theaters, wo er 2011 offiziell zum Solotänzer aufstieg. Er gewann verschiedene Preise, u. a. 2008 den Léonide Massine International Prize. Er gehörte zu den führenden und beliebtesten Balletttänzern seiner Generation. Besonders bekannt war Schkljarow für seine Verkörperung der männlichen Hauptrollen klassischer Ballette wie La Sylphide, Giselle, Schwanensee, Der Nussknacker, Dornröschen, La Bayadère, Le Corsaire, Don Quixote, Raymonda und Romeo und Julia. Von seinen Interpretationen in Der Nussknacker, Romeo und Julia und Cinderella existieren Ballettvideos, die 2012 und 2013 im Mariinski-Theater aufgenommen und auf DVD veröffentlicht wurden. Auch TV-Filme mit Vladimir Schkljarow als Solor in La Bayadère und als Prinz Désiré in Dornröschen liegen vor . Schkljarow galt als ein „echter Danseur noble“, ein „dem Wesen nach eher ... lyrischer, feiner Tänzer mit großer Ausdruckskraft“, der jedoch in einigen Rollen auch „eine ungeheure Wucht entwickeln“ konnte, etwa in der Titelrolle von Juri Grigorowitschs Spartakus. Gepriesen wurden auch seine technische Brillanz und Präzision sowie sein großer Charme sowohl auf der Bühne als auch im Leben. Zu seinem umfangreichen und vielseitigen Repertoire gehörten auch mehrere Ballette von George Balanchine , von Michel Fokine , sowie diverser modernerer Choreographen, beispielsweise die Hauptrolle in Roland Petits und Jean Cocteaus Ballett Der junge Mann und der Tod. Beachtliches komödiantisches Talent zeigte er unter anderem als Iwan in Das Bucklige Pferdchen zur Musik von Schtschedrin und in der Choreografie von Alexei Ratmansky. Schkljarow arbeitete außerdem mit dem für seine Ballett-Rekonstruktionen bekannten Choreographen Sergei Wicharew zusammen und verkörperte den Zéphyr in dessen Produktion von Le Réveil de Flore und den Harlequin in Le Carnaval . Er tanzte auch verschiedene Rollen in Wicharews Rekonstruktion von Dornröschen , und war als Matteo in Pierre Lacottes Ondine zu sehen. 2014 und 2015 tanzte er als Gast beim American Ballet Theatre und ab September 2016 waren Schkljarow und seine Frau für ein Jahr als Gasttänzer im Bayerischen Staatsballett in München tätig; dort stellte er unter anderem John Crankos Onegin dar. Ab 2017 war er außerdem in London beim Royal Ballet tätig, wo er als Armand in Frederic Ashtons Marguerite and Armand und als Des Grieux in Kenneth MacMillans Manon auftrat. Im Jahr 2020 wurde Schkljarow als Verdienter Künstler der Russischen Föderation geehrt und feierte 2023 sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit einer Ballettgala im Kremlpalast. Schkljarow, der nach eigenen Worten eigentlich an Politik nicht interessiert war, sprach sich 2022 zu Beginn des Krieges in der Ukraine auf Instagram und/oder Facebook öffentlich gegen den russischen Überfall auf die Ukraine aus, bezeichnete die beiden Völker Russlands und der Ukraine als Freunde und äußerte sich damit kritisch über Wladimir Putin. sein Post wurde jedoch bald wieder gelöscht und er trat danach mehrfach in Sewastopol auf der besetzten Krim auf. Am 16. November 2024 stürzte der 39-jährige Tänzer unter ungeklärten Umständen vom Balkon seiner St. Petersburger Wohnung im fünften Stock in den Tod. Laut Medienberichten soll er wegen Problemen mit der Hüfte oder des Rückens kurz vor einer Operation gestanden und starke Schmerzmittel genommen haben; im Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden wurde auch über eine Sinnkrise des Tänzers berichtet, der zuletzt seine Auftritte hatte reduzieren müssen. Die Nachricht von seinem vorzeitigen Tod löste international besonders in der Ballettwelt große Bestürzung aus, führte aber auch zu zahlreichen Spekulationen. Unterschiedliche Medien stuften seinen Tod als Unfall ein. Schkljarow war mit der Balletttänzerin Marija Schirinkina verheiratet, von der er zwei Jahre zuvor geschieden worden war und mit der er zwei Kinder hatte. Am 21. November 2024 fanden Trauerfeiern zu Ehren Wladimir Schkljarows im Weißen Foyer des Mariinski-Theaters und später in der St.-Nikolaus-Marine-Kathedrale statt. Danach wurde er auf dem Smolensker Friedhof in St. Petersburg beigesetzt.
2024-11-29 08:39:44
https://de.wikipedia.org/wiki/Mischpult
Ein Mischpult dient dem Zusammenführen verschiedener elektrischer Signale und findet sich hauptsächlich in den Bereichen Veranstaltungstechnik und Musikproduktion. Ein Mischpult zur Videobearbeitung nennt man herkömmlich auch Schnittpult, meistens jedoch Bildmischer. Die zur Beleuchtung von Bühnen benutzten Lichtsteuerungsanlagen werden umgangssprachlich oft als Lichtmischpult bezeichnet, obgleich hierbei keine Signale gemischt werden. Hauptsächlich verwendet man den Begriff Mischpult im Zusammenhang mit der Tontechnik. Ein Audio-Mischpult – auch als Ton-Mischpult, Tonpult, Mischer, Mixer oder Konsole bezeichnet – dient dazu, elektrische Tonsignale von verschiedenen Quellen auf zwei oder mehr Ausgangssummen oder -busse , meistens nach Frequenzgangs- und Dynamikveränderungen, zusammenzufügen. Für Mischungen in Stereofonie werden zum Beispiel alle am Mischpult anliegenden Signale auf die Stereo-Kanäle „Links“ und „Rechts“ zusammengeführt. Ferner lassen sich mit geeigneten Mischpulten Mehrkanal-Surroundmischungen erzeugen. Es gibt unterschiedliche Mischpulte für die jeweiligen tontechnischen Anwendungen, wie Aufnahme und Abmischung in Tonstudios, Live-Beschallung, DJ oder Sendung, die sich in Bezug auf Größe, Funktionsumfang, Ergonomie, Klangeigenschaften und Preis von 50 Euro bis über eine Million Euro stark unterscheiden können. Audio-Mischpulte gibt es in den Ausführungen Analogmixer, Digitalmixer und Powermixer. Ein Mischpult ist in den meisten Fällen in verschiedene Funktionsbereiche aufgeteilt. In der üblichen Konfiguration folgen die Signalwege dabei meist der Leserichtung von oben nach unten und von links nach rechts. Die erste Sektion bilden mehrere Audio-Eingänge. Diese sind gegebenenfalls weiter gruppiert nach Mono- und Stereo-Eingängen. Auf größeren Mischpulten finden sich Subgruppen, mit denen mehrere Eingangssignale zusammengefasst werden können, etwa um gleichzeitig deren Lautstärke regeln zu können, sie an verschiedene Spuren eines Aufnahmegeräts oder eine eigene PA-Gruppe zu schicken. Bei Mischern, die zum DJing verwendet werden, ist außerdem ein Crossfader zwischen den Subgruppen üblich. Die von den einzelnen Kanälen zu internen oder externen Effektgeräten abgezweigten Signale können wieder dem Summensignal, manchmal auch bestimmten Subgruppen zugemischt werden. Der finale Mix wird schließlich über einen Master-Fader einer – externen oder beim Powermixer integrierten – PA, einem Aufnahmegerät oder Sender zugeführt. Vom Bediener können verschiedene Punkte im Signalweg, meist mit einem „Solo“ gekennzeichneten Schalter/Taster, gewählt werden, um sie auf dem Kopfhörer oder Lautsprechern im Abhörraum wiederzugeben oder vorzuhören. Es gibt analoge, digitale und hybride Mischpulte. In Analogmischpulten ist das Signal immer ein elektrisches Abbild des Schalls und wird auch so verarbeitet. In Digitalmischpulten dagegen wird der Ton in ein digitales Signal umgewandelt und von Prozessoren verarbeitet. Hybridpulte besitzen eine digitale Steuerung und analoge Signalverarbeitung. Alle diese Techniken haben ihre Vor- und Nachteile. So kann ein kleines Mischpult günstiger in Analogtechnik hergestellt werden, da ein geringerer Schaltungsaufwand nötig ist. Mit der Anzahl der Kanalzüge und Ausgänge wächst der Schaltungsaufwand und damit steigt der Preis an. Große Mischpulte können meistens kostengünstiger in Digitaltechnik hergestellt werden, weil eine Grundausstattung zwar teurer, eine Erweiterung und Aufteilung allerdings preiswerter ist, da die digitalen Signale auf einem gemeinsamen Datenbus übertragen werden und nicht von separaten elektrischen Leiterbahnen. Außerdem kann bei Digitalpulten an der Anzahl der Bedienelemente gespart werden, da ein Regler oder eine Taste mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann. Es müssen nicht mehr für alle Kanäle Bedienelemente vorhanden sein. Die vorhandenen Kanalbedienstreifen können durch Layer- oder Bankumschaltungen mehrfach genutzt werden. So sind Kanalzahlen möglich, die in analoger Bauweise aus reinen Platzgründen nicht mehr zu realisieren wären. Bei heutigen Digitalpulten lassen sich die meisten Einstellungen in so genannten Szenen oder Snapshots abspeichern und bei Bedarf in Sekundenbruchteilen wieder aufrufen. Oft sind Effektgeräte wie zum Beispiel Kompressoren in Digitalpulten bereits integriert. Dadurch können im Vergleich zur Analogtechnik Platz und Kosten für zusätzliche Geräte eingespart werden. Des Weiteren können manche digitalen Modelle auch dynamische Regelvorgänge wie etwa Faderbewegungen speichern und automatisch ablaufen lassen . Hybridpulte bieten diese Möglichkeit auch für analoge Signalverarbeitung. Der Schaltungsaufwand und damit der Preis für die Kopplung der digitalen Steuerung mit der analogen Signalverarbeitung ist verglichen mit einem rein digitalen Ansatz jedoch sehr hoch und findet deswegen heute kaum Anwendung. Einzig eine digitale Pegelsteuerung in ansonsten analogen Pulten ist noch gebräuchlich. Echte Hybridpulte wie etwa die Euphonix CS-Serie oder die Lawo PTR werden heute nicht mehr hergestellt. Mischpulte lassen sich auch auf einem Computer realisieren. Sie sind hierbei meistens in so genannte Digital Audio Workstations integriert. Die wichtigsten Merkmale eines Mischpultes sind die Anzahl der Eingangskanäle, die Anzahl der Ausgangsbusse, die Klangbearbeitungsmöglichkeiten und die ergonomische Anordnung der Bedienelemente für den jeweiligen Anwendungsbereich. Auf der rein technischen Seite ist das entscheidende Merkmal die Signalqualität. Der Frequenzgang sollte möglichst linear sein, und der Dynamikbereich, das heißt der Abstand zwischen dem Eigenrauschen des Mischpultes und seiner Verzerrungsgrenze, sollte möglichst groß sein. Am Anfang des Signalweges in einem Tonmischpult wird die Signalquelle je nach Pegel entweder an einen Line- oder einen Mikrofoneingang angeschlossen. Lineeingänge dienen zum Anschluss vergleichsweise hochpegliger Audiogeräte wie Keyboards und CD-Player und stehen meist in Form von Klinkenbuchsen, bei einfachen Geräten auch Cinch, zur Verfügung. Mikrofoneingänge sind hingegen meist in Form von XLR-Buchsen ausgeführt und verfügen oft über eine Phantomspeisung zur Verwendung hochwertiger Kondensatormikrofone. Über einen Drehregler wird der Eingangspegel der Signalquelle dem optimalen Arbeitsbereich des Mischpultes angepasst. Hier kann auch ein spezieller Mikrofon- oder Entzerrvorverstärker für Plattenspieler eingebaut sein. Zur optischen Kontrolle eines jeden Kanalpegels ist oft entweder ein Peakmeter oder ein vu-Meter vorhanden. Ergänzend zum Gainregler findet sich meist ein Pad-Schalter , mit dem ein zu lautes Eingangssignal um einen bestimmten Betrag abgesenkt werden kann. Ebenso findet sich bei vielen Mischpulten ein sogenannter Trittschallfilter . Oft kann die Grenzfrequenz dieses Filters eingestellt werden, entweder durch zweistufige Taster , oder sogar durch Drehpotentiometer. Handelt es sich um ein digitales Mischpult, so folgt an dieser Stelle die Analog-/Digitalwandlung des Signals. Anspruchsvoller ausgestattete Mischpulte verfügen als Nächstes über einen Phasenschalter, mit dem die Schwingungsrichtung des Signals um 180° gedreht werden kann . Dies ist nützlich, um entweder Polungsfehler in der Verkabelung zu korrigieren oder gegenpolige Signale aufgrund von Mehrfachmikrofonierung einer Klangquelle anzupassen . Als Nächstes durchläuft das Signal die Klangregelung . Der Klang eines Signals kann in verschiedenen Frequenzbändern bearbeitet werden. Diese Bänder lassen sich jeweils im Pegel anheben oder absenken. Verfügt das Mischpult ferner über einen Frequenzregler, so können die einzelnen Bänder ggfs. verschoben werden, was gezieltere Anpassungen an die tatsächlich im Signal vorkommenden Frequenzen ermöglicht. Ist darüber hinaus ein Gütenregler vorhanden, so kann die Breite der Beeinflussung eines Bandes variiert werden. Sind alle genannten Regelmöglichkeiten vorhanden, so spricht man von einem vollparametrischen Equalizer. Daneben können für den Bass- und den Höhenbereich auch noch separate, sehr steilflankige Hoch- und Tiefpassfilter vorhanden sein, die es erlauben, sämtliche Frequenzen ober- oder unterhalb einer bestimmten Grenzfrequenz komplett wegzufiltern. Bei manchen Pulten kann die Dynamik des Signals mittels Noise Gate und/oder Kompressor beeinflusst werden. Bestimmte Mischpulte verfügen des Weiteren über sogenannte Insertbuchsen in den Eingangssektionen der Kanäle, die das Einschleifen von externen Dynamik- oder Effektgeräten im betreffenden Kanal erlauben. Im weiteren Verlauf des Kanalzugs folgen anschließend der Ein-/Ausschalter sowie als elementares Bauteil der bei jedem Mischpult vorhandene Schieberegler für den Kanalpegel, üblicherweise als Fader bezeichnet, bei Kompaktmischern auch als Drehpotentiometer ausgeführt. Im Signalweg hinter dem Fader folgt der Panoramaregler , mit welchem bestimmt werden kann, wie das Signal im Stereobild der Mischpultsumme positioniert ist. Er ist ein Überblendregler und dient dazu, ein Signal nach dem Kanal-Fader auf den rechten und linken Kanal in der Stereosumme zu verteilen; ist der Kanal einer Subgruppe zugeordnet, wird das Signal entsprechend dorthin geleitet, wobei die rechte Reglerstellung der geradzahligen Subgruppe, die linke der ungeraden entspricht. Um dabei eine insgesamt gleich bleibende Lautheit zu erreichen, wird das Signal einer entsprechenden Kurve folgend auf der dem Regler abgewandten Seite stärker bedämpft, auf der dem Regler zugewandten Seite weniger. Bei der in Mischpulten üblichen Intensitätsstereofonie werden dabei keine Signale in ihrer Laufzeit verändert oder auf den gegenüberliegenden Kanal geleitet. Letztes Glied im Kanalzug ist das sogenannte Routing. Verfügt das Mischpult über Subgruppen, kann das Signal über Schalter neben dem Fader je nach Ausführung alternativ oder gleichzeitig zum Mastersignal an diese geschickt werden. Ebenso kann – besonders bei digitalen Mischern – jeder einzelne Eingangskanal direkt einer Spur eines Mehrkanal-Recorders zugeordnet werden. Das Signal eines Kanals kann an verschiedenen Stellen im Kanalzug auf sogenannte Effekt- oder Monitorwege geschickt werden. Meistens sind derartige Aux-Wege zwischen „pre-fader“ und „after-“ beziehungsweise „post-fader“ umschaltbar. Die Regler dafür finden sich auf dem Bedienfeld meist direkt über dem Panpot. Das Mischen mehrerer Signale stellt eine technische Herausforderung dar, da die Lautstärke eines Kanals keinen Einfluss auf die Lautstärke eines anderen haben darf. Verbindet man lediglich den Mittelschleifer aller Lautstärke- bzw. Panoramapotentiometer miteinander, beeinflusst die Ausgangsimpedanz eines Kanals die Lastimpedanz, die auf die anderen Kanäle wirkt, und kann so im Extremfall die anderen Ausgänge kurzschließen, wenn ein Kanal komplett „abgedreht“ ist, und sein etwaiger Panoramasteller sich in einer Extremstellung befindet . Um dies zu vermeiden, ist dafür zu sorgen, dass alle Kanäle eine feste Ausgangsimpedanz haben. In einfachen Passiv-Mischpulten geschieht das durch einen Widerstand in der Größenordnung des Potentiometerwiderstandes am Ausgang jedes Kanals. Da dieser Widerstand eine additive Konstante in der Funktion des Ausgangswiderstands von der Potentiometerstellung darstellt, wird der Einfluss der Potentiometerstellung auf den Ausgangswiderstand eines Kanals vermindert. In aktiven Mischpulten folgt auf jeden Kanal ein Impedanzwandler, also ein Operationsverstärker oder ein Transistor/Triode in Kollektorschaltung/Drainschaltung/Anodenschaltung mit definierter Ausgangsimpedanz. Dadurch sind die Impedanzen beim Mischen völlig unabhängig von den Ausgangsimpedanzen der Kanäle. Bei vielen Kanälen ist zu beachten, dass die – aus dem Überlagerungssatz hervorgehende – Mischspannung der Durchschnittsspannung entspricht, also die Amplitude eines Eingangs durch die Anzahl der Kanäle geteilt wird. Es muss daher eine Verstärkung um die Anzahl der Kanäle erfolgen, um tatsächlich die Summe der Spannungen zu erhalten. Hinter dem Routing folgt die Mastersektion des Pultes, in der die Mischung der Signale sowie die Ausgabe der Summe an einen oder mehrere Masterausgänge erfolgt. Separate Ausgänge um das PA-Summensignal aufzuzeichnen werden dabei meist als Two-Track, abgekürzt 2TK, bezeichnet; ein 2TK in-Weg dient dazu, das aufgenommene Signal ohne weitere Beeinflussung direkt wieder abzuspielen. Größere Mischpulte besitzen zusätzlich Subgruppen, auf denen eine Mischung mehrerer Eingangssignale erfolgt. So können Tonquellen wie Schlagzeug, Chor- oder Orchesterstimmen zusammengefasst und mit einem einzigen Fader ins Mastersignal geblendet werden. Ebenso können die einzelnen Spuren eines Aufnahmegeräts oder verschiedene Lautsprecheranlagen bespielt werden. Bei Mischpulten für Musikdarbietung ist mit dem waagerecht eingebauten Crossfader eine ähnliche Konstruktion vorhanden; hierbei werden der linken und rechten Seite ein oder mehrere Eingänge zugewiesen, zwischen denen mit einem einzigen Regler überblendet werden kann. Während einer Produktion braucht der Bediener am Pult neben dem Mastersignal auch die Möglichkeit, einzelne Kanäle oder Subgruppen im Regieraum oder auf dem Kopfhörer vorzuhören, ohne das Ausgangssignal zu beeinflussen. Mit dem Pre-Fader-Listening kann eine neue Signalquelle begutachtet werden, während auf dem Ausgangssignal noch andere Kanäle anliegen. Dazu besitzt jeder Abhörpunkt einen eigenen PFL-Schalter, bei dessen Aktivierung die Pult-Abhöre nur noch die einzelnen PFL-geschalteten Signale darstellt. Ähnlich erlaubt der Mixdown-Solomodus , einzelne Kanäle genau so abzuhören, wie sie im Mix klingen, also inkl. ihrer Pegel- und Panoramaeinstellung sowie auf sie angewandte Effekte. Nützlich ist dies auch bei der Fehlersuche oder zur Nachjustierung von Filtern während einer laufenden Produktion und zur Begutachtung gerade aufgenommenen Materials, die „Hinterbandkontrolle“. Ebenso ist es wichtig, den Agierenden ein Feedback zu geben, das sogenannte Monitoring. Sofern keine Kopfhörer oder In-Ear-Monitoring-Systeme benutzt werden, auf denen das Mastersignal laufen kann, ohne Rückkopplungen in die Tonabnehmer zu verursachen, müssen dazu spezielle Mixes erstellt werden. Dies kann im einfachsten Fall über die Aux-Wege realisiert werden, größere Mischpulte verfügen aber über spezielle Möglichkeiten zur Erstellung von Kopfhörer- und Monitormischungen und deren Verteilung auf die Aufnahmeräume und agierenden Personen. Bei großen Live-Aufführungen wird dafür auch ein eigenes Pult auf der Bühne benutzt. Einige Pulte bieten auch die Möglichkeit der Kommunikation des Tontechnikers mit den Personen im Aufnahmeraum . Professionelle Mischpulte für die Festinstallation in großen Studios haben meistens keine einzeln ausgeführten Ein- und Ausgangsanschlüsse mehr. Die Verkabelung erfolgt vielmehr über Multipin-Steckverbindungen. Damit können mit Multicore-Kabeln auch effizient und übersichtlich viele analoge Audiowege gelegt werden, etwa in verschiedene Studioräume oder vom FOH zur Bühne, wo die einzelnen Anschlüsse an Stageboxen aufliegen. Ein Steckfeld , in das Bedienpanel eingebaut oder in einem externen Rack, an das intern die Ein- und Ausgänge aller im Studio vorhandenen Audiogeräte angeschlossen sind, ermöglicht es, alle Geräte sehr leicht und flexibel durch einfaches Stecken kurzer Kabel miteinander zu verbinden . Bei diesem Konzept kann mit einem Kanal nur ein Signal bearbeitet werden, das heißt, die Hinterbandkontrolle kann nur über einen weiteren eigenen Kanal stattfinden. Die Anzahl der Subgruppen ist fest vorgegeben und kann nicht beliebig erweitert werden. Daher wird dieses Mischpultkonzept heute meistens im Live-Bereich als FOH-Mischer verwendet. Vor Aufkommen der Inline-Mischpulte waren Splitpulte auch im Studiobetrieb üblich, große Split-Konsolen besaßen zu diesem Zweck eine eigene Abhörsektion mit entsprechend vielen Kanälen. Ein Vorteil des Konzepts ist die bessere Übersicht über den Signalfluss, nachteilig die mangelnde Flexibilität und, insbesondere bei größeren Setups, der enorme Platzbedarf. Das erste Mischpult mit dem Inline-Konzept wurde von der Firma SSL entwickelt und ist bis heute der professionelle Standard in großen Musikstudios. Die Idee hinter diesem Konzept ist die, dass man mit einem Kanal gleichzeitig zwei Signale verarbeiten kann. Zum einen liegt das Input-Signal der aufzunehmenden Quelle am Hauptfader an und wird zum Tonbandgerät oder zur DAW geschickt. Gleichzeitig kann man über den „kleinen“ Fader im selben Kanalzug das Off-Tape--Signal abhören. Für die Abmischung kann man die Belegung der Fader wechseln, zusätzliche Signalquellen einspielen, Kanäle beliebig als Subgruppen definieren sowie die Filter und Ausspielwege flexibel zwischen den vorhandenen Signalen desselben Kanalzugs aufteilen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die enorme Platzersparnis. Man bezeichnet das Inline-Konzept auch als „Sandwich-Bauweise“. Das Konzept der Splint-Konsolen ist eine Mischung aus den beiden vorangegangenen Mischpultkonzepten. Die Anzahl der Subgruppen ist zwar wie beim Split-Pult begrenzt, jedoch können pro Kanal zwei unterschiedliche Signale angelegt werden, von denen das eine über den Hauptfader, das andere über den „Small Fader“, zumeist ein kleiner Fader oder ein Potentiometer, geregelt wird. Die Signale können über Statusumschalter zwischen dem Hauptfader und dem „kleinen“ Fader, je nach Ausstattung des Pultes auch flexibel auf den Entzerrer oder die Ausspielwege geschaltet werden. Eins der bekanntesten Pulte dieser Bauart ist das „8-Bus“-Pult der Firma Mackie. Für besondere Einsatzzwecke werden Mischpulte mit zusätzlichen Funktionen ausgerüstet, die entweder über eigene Bedienelemente oder über die Verbindung mit vorhandenen Funktionen Arbeitsabläufe vereinfachen. Die im Studiobereich vorrangig verwendeten Kondensatormikrofone benötigen eine Betriebsspannung. Diese kann bei den meisten Mischpulten als Phantomspeisung zugeschaltet werden. Wenn ein Mischpult keine Phantomspeisung hat, besteht die Möglichkeit, ein Speiseteil oder einen geeigneten Vorverstärker zwischen Mikrofon und Mischpult zu schalten. Die Spannung beträgt meistens 48 Volt. Besonders bei Sendemischpulten und manchmal auch bei DJ-Mixern kann mit dem Hochziehen eines Kanal-Faders oder dem Drücken des SignalSchalters das an diesen Kanal angeschlossene Wiedergabegerät gestartet werden. Um Rückkopplungen zu vermeiden, darf in einem Studioraum, in dem ein Mikrofon in Betrieb ist, dessen Signal nicht wiedergegeben werden. Die Stummschaltung kann so konfiguriert werden, dass beim Öffnen eines Mikrofonkanales die Monitorboxen im entsprechenden Raum abgeschaltet werden und das Signal nur noch über Kopfhörer verfügbar ist. Insbesondere digitale Mischpulte können mit einer mehr oder weniger aufwendigen Effekt-Sektion ausgestattet sein . Dies reicht von einfachen Summeneffekten in Geräten des unteren Preissegmentes bis zu hochwertigen Effekt- und Dynamikbearbeitungseinrichtungen für jeden Kanalzug in teuren Pulten. Zusätzlich zu den Filtermöglichkeiten in den einzelnen Kanalzügen kann mit einem Summen-Equalizer das Ausgangssignal den Gegebenheiten des Raumes und der Lautsprecher angepasst werden. Ähnlich den integrierten Effekten genügen auch diese Equalizer bei billigen Geräten kaum professionellen Standards, schon wegen des begrenzten Platzangebots am Bedienfeld können nur wenige, damit relativ breite, Filterbänder geboten werden. Ein Powermixer fasst ein Mischpult und einen Tonfrequenz-Leistungsverstärker in einem Gerät zusammen. Geräte dieser Art werden vor allem für Live-Darbietungen vor etwas kleinerem Publikum von etwa 50 bis 100 Personen beispielsweise von Musikcombos, Tanzgruppen, für Karaoke-Events, von Schaustellern, Werbeveranstaltern eingesetzt. Sie halten als Teil einer Beschallungsanlage den Gesamtaufwand klein, da im Wesentlichen sonst nur noch die Lautsprecherboxen und die Tonquellen benötigt werden. Powermixer werden von verschiedenen Herstellern angeboten und haben meist die übliche Pultform. Sie gehören in ihrer Wirkungsweise grundsätzlich auch zur Gruppe der Audioverstärker und sind oft in Stereo-Technik, also zweikanalig aufgebaut. Einfachere, zumeist nicht in Pultform erscheinende und von der Frontplatte aus zu bedienende Geräte, die seltener zweikanalig sind, werden allgemein als „Mischverstärker“, im unteren Preissegment jedoch ebenfalls als „Powermixer“ bezeichnet. Die Definitionen sind daher nicht exakt abgrenzbar. In vernetzten Produktionssystemen wie dem ARD-Hörfunk sind viele Mischpulte in den Studios fernbedienbar. Die Regler des eigentlichen Pultes werden durch Servo- oder Linearmotoren mitbewegt. Dadurch bleibt die Stellung der Regler „aktuell“ und ein manueller Eingriff vor Ort ist weiterhin möglich. Typische Anwendungsfälle der Fernsteuerung sind:
2024-12-02 09:41:15
https://de.wikipedia.org/wiki/Hohenwartetalsperre
Der Hohenwarte-Stausee bzw. die Hohenwartetalsperre ist ein Stausee, der in den 1930er Jahren durch Anstauung der Saale mittels einer nahe der namensgebenden Thüringer Ortschaft Hohenwarte gelegenen Staumauer entstand. Die gekrümmte Gewichtsstaumauer aus Beton wurde von 1936 bis 1942 erbaut. Ihre Höhe beträgt 75 m, ihre Länge 412 m. Beim Bau der Talsperre mussten 250 Menschen umgesiedelt werden. Das Dorf Preßwitz wurde dabei überflutet. Mit dem Speicherraum von 182 Millionen Kubikmeter Wasser ist diese Talsperre die viertgrößte in Deutschland. Das Wasser wird zu einer Gewässeroberfläche von 7,3 Quadratkilometern angestaut. Zweck des Stausees sind der Hochwasserschutz, die Betriebswasserversorgung und die Elektrizitätserzeugung und -speicherung durch das Pumpspeicherkraftwerk Hohenwarte I. Dieses verfügt über Turbinen mit einer Leistung von 63 Megawatt und gehört Vattenfall Europe. Bereits vor dem Staumauerbau arbeitete in der Nähe von Ziegenrück das Conrod-Kraftwerk. Der Hohenwarte-Stausee gehört zu der fast 80 Kilometer langen, fünffach gestuften Saalekaskade. Dazu gehören noch saaleabwärts das Ausgleichsbecken Eichicht sowie saaleaufwärts das Ausgleichsbecken Burgk, die Talsperre Walsburg und der Bleiloch-Stausee. Die Staumauer hat in der Mitte einen festen Kronenüberlauf mit sieben Feldern als Hochwasserentlastung. Der Bau erfolgte 1935 bis 1941 durch die Saaletalsperren AG. Es bestand Interesse am Hochwasserschutz besonders angeregt durch das Hochwasser im November 1890 sowie an elektrischem Strom durch Carl Zeiss in Jena. Das Wasserkraftwerk wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts von der Thüringische Landeselektrizitätsversorgungs-Aktiengesellschaft betrieben, danach – in der DDR – vom VEB Kraftwerke Saaletalsperren, ab 1954 vom VEB Energieversorgung Gera und ab 1979 vom Energiekombinat Gera. Nach der Wende wurden die Energiekombinate durch die Treuhandanstalt privatisiert . Die ostdeutschen Wasserkraftwerke wurden 1990 zunächst von der Vereinigte Kraftwerks AG übernommen, nach deren Fusion mit der Verbundnetz Elektroenergie AG im Jahre 1991 gingen die Kraftwerke an die Vereinigte Energiewerke AG über. 1994 erfolgte der Verkauf durch die Treuhandanstalt an ein aus der PreussenElektra AG, den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken AG und der Bayernwerk AG bestehendes Konsortium und im Jahr 2001 der zweite Verkauf an die kurz zuvor vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall übernommene Hamburgische Electricitäts-Werke AG , so dass heute das Kraftwerk der Vattenfall GmbH gehört. Der Stausee ist mit Sportbooten mit und ohne Verbrennungsmotor befahrbar. Für Freizeitboote ist er von seinem Beginn in Ziegenrück bis an die Staumauer nutzbar. Außerdem gibt es eine Passagierschifffahrt. Bei der Linkenmühle führte eine 30 m hohe Brücke über den See, die 1943 eine ältere Talbrücke ersetzte und am 12. April 1945 gesprengt wurde, um den Vormarsch der Alliierten zu behindern. Wie vielerorts auch, war die Sprengung auch hier völlig sinnlos, da die Militärfahrzeuge der US-Truppen die noch nicht angestaute Saale leicht überwinden konnten. Es ist die vermutlich einzige größere Straßenbrücke Deutschlands, die weiterhin im Zustand wie unmittelbar nach dem Krieg ist. Die Überreste werden bei Niedrigwasser sichtbar. Der Vorgängerbau über die Saale liegt unter dem Wasserspiegel und kann betaucht werden. Seit einiger Zeit können Fußgänger und Autos von Frühjahr bis Herbst je nach Wasserstand mit einer Fähre übersetzen. Die Mühlfähre ist die einzige Autofähre Thüringens. Die Brückenruine ist weiterhin sichtbar. Pläne zum Wiederaufbau der Brücke stoßen auf energischen Protest der Anwohner, da diese befürchten, dass die Brücke regen Durchgangsverkehr durch die jetzt ruhigen Orte generieren würde. Der Stausee gilt als gutes Angelgewässer. Das Blaue Band vom Hohenwarte-Stausee ist ein seit 1966 stattfindendes Langstreckenschwimmen. Unweit der Staumauer hat eine Tauchbasis ihren Sitz.
2024-11-23 23:28:28
https://de.wikipedia.org/wiki/Tauwetter-Periode
Tauwetter-Periode nennt man die auf den Tod Stalins im Jahr 1953 folgende Periode in der Sowjetunion und den Staaten des Ostblocks. Sie bedeutete eine Auflockerung des herrschenden Stalinismus durch größere Freiheit im kulturellen Bereich, einen beginnenden Abbau des Gulag-Systems und eine ansatzweise Entspannung des Ost-West-Konflikts. Sie endete spätestens mit der Entmachtung Nikita Chruschtschows im Jahr 1964. Der Name geht auf den 1954 erschienenen Roman Tauwetter von Ilja Ehrenburg zurück. Auslöser für das Ende der „Eiszeit“ und den Beginn des Tauwetters war der Tod Stalins am 5. März 1953. Drei Jahre später stieß Chruschtschow im Februar 1956 auf dem XX. Parteitag der KPdSU mit seiner Geheimrede Über den Personenkult und seine Folgen eine wahrnehmbare „Entstalinisierung“ an: Er übte erstmals Kritik am Personenkult um Stalin und benannte stalinistische Verbrechen der 1930er Jahre. Die Tauwetter-Periode führte auch zum Kurs der „friedlichen Koexistenz“ in der sowjetischen Außenpolitik. Gegenüber dem titoistischen Jugoslawien schlug Chruschtschow einen Anerkennungskurs ein. Hintergrund für den sowjetischen Kurswechsel war, dass bis zum Tode Stalins selbst höchste Parteifunktionäre, wenn sie in Ungnade fielen, um ihr Leben fürchten mussten; als Terrorinstrument diente Stalin insbesondere die Geheimpolizei. Daher lag die Tauwetterpolitik zunächst einmal im eigensten Interesse der Parteifunktionäre. Ein zweites Motiv für die Entspannungspolitik waren die hohen Verwaltungs- und militärischen Kosten, die die totalitäre Kontrolle über die Satellitenstaaten verursachte. Chruschtschow nutzte außerdem zusehends sein Image als Reformer im Machtkampf mit konservativen innerparteilichen Gegnern, die er als rückständig und gefährlich brandmarkte. Seine eigene Verstrickung in die Verbrechen der Stalin-Ära konnte er umso besser verschweigen. Während dieser Phase der Entstalinisierung schwächte sich die Zensur merklich ab, vor allem in Literatur, Kunst und Film wurde offener diskutiert. Wichtigste Plattform der Vertreter des Tauwetters war die Literaturzeitschrift Nowy Mir. Einige Werke dieser Periode gelangten auch im Westen zu größerer Bekanntheit, darunter Wladimir Dudinzews Der Mensch lebt nicht vom Brot allein und Alexander Solschenizyns Roman Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch, den Chruschtschow persönlich zur Veröffentlichung freigab. Weitere bedeutende Vertreter der Tauwetter-Periode waren die Schriftsteller Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko, Wiktor Petrowitsch Astafjew, Wladimir Fjodorowitsch Tendrjakow, Bella Achatowna Achmadulina, Robert Iwanowitsch Roschdestwenski, Andrej Andrejewitsch Wosnessenski und Anna Andrejewna Achmatowa. Im September 1955 reiste der damalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Moskau, um die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus sowjetischen Lagern zu erwirken. Zu dieser Zeit waren noch knapp 10.000 frühere Soldaten der Wehrmacht bzw. der Waffen-SS und etwa 20.000 politisch inhaftierte Zivilisten in sowjetischer Gefangenschaft ; sie durften ab dem 7. Oktober 1955 heimkehren. Viele politische Gefangene in der Sowjetunion und anderen Ostblock-Staaten wurden nach 1956 freigelassen und zum Teil rehabilitiert. Etliche unter Stalin deportierte Völker wurden 1957 rehabilitiert, so die Karatschaier, Kalmücken, Balkaren, Inguschen, Tschetschenen, und die Autonomie der Republiken im Nordkaukasus, in denen sie ursprünglich gelebt hatten, wurde wiederhergestellt. Ausgenommen waren die Wolgadeutschen und die Krimtataren, sie wurden im Beschluss des Obersten Sowjets der UdSSR nicht einmal erwähnt. Sie mussten in Sibirien und Kasachstan bleiben, ihre autonomen Republiken wurden nicht wiederhergestellt. Die Krim gehörte nicht mehr zur RSFSR, sie wurde bereits 1954 der Ukraine angeschlossen. In manchen Ländern kamen vergleichsweise liberale Ministerpräsidenten an die Macht, in Ungarn zum Beispiel Imre Nagy. Am 15. April 1955 wurde zunächst das Moskauer Memorandum mit Österreich, am 15. Mai dann der Österreichische Staatsvertrag zwischen den vier Besatzungsmächten und Österreich unterzeichnet und die Besatzung beendet. Nach diesen ersten Signalen einer neuen Haltung kam es noch im selben Jahr zur Genfer Gipfelkonferenz zwischen US-Präsident Eisenhower, Chruschtschow sowie den Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Bulgariens. Die Tauwetter-Periode hielt nicht lange an. Mit der Niederschlagung des Volksaufstands in Ungarn im November 1956 hatten viele Menschen Hoffnungen auf eine weiter gehende Öffnung begraben. Chruschtschows Hetzkampagne gegen Boris Pasternak, dem 1958 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde , zeigte den sowjetischen Künstlern deutlich die Grenzen der Liberalisierung. Die sowjetische Führung schwankte zusehends zwischen liberalen Ansätzen und der Angst, genau dadurch die Kontrolle zu verlieren. Im Oktober 1962 kam es während der Kubakrise mit den USA mit der Gefahr eines Dritten Weltkriegs zu einer Einigung im letzten Moment: im Ernstfall und unter Druck bevorzugte Chruschtschow eine friedliche Lösung. Spätestens mit seiner Entmachtung durch Leonid Breschnew endete die Tauwetter-Periode. Dass Chruschtschow nach seiner Absetzung unbehelligt weiterleben durfte und als Rentner starb, wäre ohne die Tauwetter-Periode und das Ende des Terrors zuvor wohl nicht denkbar gewesen. Nach Ende des Tauwetters konnten sowjetkritische Schriftstücke nur über nichtoffizielle Kanäle verbreitet werden. Die Tauwetter-Periode wurde letztlich zum Vorläufer der Reformen Michail Gorbatschows ab 1985, der auch die Entstalinisierung wieder aufnahm .
2024-12-02 08:34:08
https://de.wikipedia.org/wiki/Isabell_Lorenz
Isabell Lorenz ist eine deutsche Übersetzerin. Sie überträgt literarische Werke aus dem Französischen und Englischen ins Deutsche. Isabell Lorenz absolvierte 1974 das Abitur und war anschließend als Sekretärin, Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin berufstätig. Von 1987 bis 1993 studierte sie Anglistik, Romanistik und Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 1990 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin. Für die Übersetzung eines Werkes von Charles Nodier wurde Lorenz 1990 mit dem neu errichteten Stefan-George-Preis ausgezeichnet, einem seitdem alle zwei Jahre verliehenen Übersetzerpreis für junge Literatur-Übersetzer aus dem Französischen ins Deutsche; die Verleihung wurde durch Hans Theo Siepe für den Fachbereich Literaturübersetzen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf organisiert. Im Folgejahr wurde ihr der Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf verliehen. Sie übersetzte mehr als fünfzig Werke der Genres Belletristik, Hörspiel, Unterhaltungsroman und Sachbuch, darunter Historische Kriminalromane, Historische Romane, Krimis, Thriller und Biografien. Als Spezialistin für klassische Musik, Ballett und Oper und übersetzte sie unter anderem Peter Watsons Nurejew-Biografie und Kevin Bazzanas Biografie von Glenn Gould ins Deutsche. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen Pierre Jean Jouve, Guillaume Apollinaire, Susan Sontag, Kazuo Ishiguro, Herman Melville, Muzi Mei, Elizabeth Haran und Renée Fleming. Isabell Lorenz ist Mitglied des Verbands deutschsprachiger Übersetzer/innen literarischer und wissenschaftlicher Werke . 2023 siegte sie in einer Folge der Sendung Der Quiz-Champion und gewann 100.000 Euro. Folgende Hörspieltexte übersetzte Lorenz ins Deutsche:
2024-12-03 14:46:58
https://de.wikipedia.org/wiki/HK_Witjas
Der HK Witjas ist ein 1996 gegründeter Eishockeyclub aus Podolsk. Er spielt in der Kontinentalen Hockey-Liga . Die Vereinsfarben sind weiß, rot und schwarz. 2005 gelang der Aufstieg in die Superliga. Vorher spielte der Club überwiegend in der Wysschaja Liga. Der Verein wurde in Podolsk gegründet, zog jedoch 2000 nach Tschechow. Die Namensänderung zu Witjas Tschechow erfolgte 2004. Ab 2000 trug der Klub seine Heimspiele im Eispalast Witjas in Podolsk aus, der bis 2006 auch als Spielort des HK MWD Balaschicha genutzt wurde. Im Jahr 2004 wurde das Eishockey-Center Tschechow eröffnet, das zunächst 1370 Zuschauern Platz bot und fortan Heimspielstätte von Witja war. Während der Spielzeit 2007/08 wurde das Eishockey-Center auf 3300 Sitzplätze erweitert, genügt aber trotzdem nicht den Standards der Superliga bzw. KHL. Seit dem Beitritt zur KHL ist der Klub für seinen physischen und nordamerikanisch geprägten Spielstil bekannt. 2013 liefen die Ausnahmeregelungen der KHL für Stadien unter 5500 Zuschauern aus, so dass Witjas nach Podolsk zurückkehrte, um wieder im Eispalast Witjas zu spielen. Ost-Konferenz Charlamow Diwision: Ak Bars Kasan | Awtomobilist Jekaterinburg | HK Lada Toljatti | HK Metallurg Magnitogorsk | HK Traktor Tscheljabinsk | Neftechimik Nischnekamsk Tschernyschow Diwision: Admiral Wladiwostok | Amur Chabarowsk | Barys Astana | HK Awangard Omsk | HK Sibir Nowosibirsk | Salawat Julajew Ufa West-Konferenz Bobrow Diwision: HK Sotschi | HK Spartak Moskau | HK Witjas | SKA Sankt Petersburg | Torpedo Nischni Nowgorod Tarassow Diwision: HK Dinamo Minsk | HK Dynamo Moskau | HK ZSKA Moskau | Kunlun Red Star | Lokomotive Jaroslawl | Sewerstal Tscherepowez
2024-12-02 10:16:29
https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Sternmiere
Große Sternmiere Die Große Sternmiere M.T.Sharples & E.A.Tripp, Synonym: Stellaria holostea L.), auch Echte Sternmiere oder Großblütige Sternmiere genannt, ist seit 2019 die einzige Art der Pflanzengattung Rabelera innerhalb der Familie der Nelkengewächse . Sie ist ein weitverbreiteter Frühjahrsblüher in den warmgemäßigten Gebieten Europas bis Westasiens und Nordafrikas. Die Große Sternmiere ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 15 bis 30, selten bis zu 60 Zentimetern. Ihre dünnen kriechenden Rhizome sind ohne Wurzelknollen. Die aufsteigenden, vierkantigen Stängel sind im oberen Bereich kurz behaart, sonst kahl. Die längeren Stängel tragen zahlreiche langgestielte Blüten und finden oft Halt an Nachbarpflanzen. Insgesamt sind die Stängel der Große Sternmiere ziemlich schwach und zerreißen leicht im Bereich der Laubblätter. Die gegenständig an den Stängeln angeordneten Laubblätter sind alle sitzend. Die einfache, steife Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 9 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 10 Millimetern schmal-lanzettlich oder linealisch-lanzettlich mit runder und stängelumfassender Basis und zugespitztem oberen Ende und rauem, behaartem Blattrand; sie ist an ihrer Basis am breitesten. Ihr trugdoldenartiger Blütenstand enthält locker angeordnet 3 bis 31 Blüten. Sie stehen in einem dichasial verzweigten Blütenstand, einem sogenannten Zymoid. Dabei wiederholt sich mehrfach nacheinander ein Verzweigungsmuster, bei dem die Hauptachse in einer Blüte endet, welche wiederum von jeweils zwei Seitenachsen übergipfelt wird. Die laubblattähnlichen, krautigen 5 bis 50 Millimeter langen Deckblätter sind bewimpert. Der aufsteigende Blütenstiel ist 1 bis 60 Millimeter lang, dünn und flaumig behaart. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf kahlen Kelchblätter sind bei einer Länge von 6 bis 8 Millimetern eiförmig-lanzettlich mit spitzem oberen Ende und undeutlich dreinervig. Die fünf weißen Kronblätter sind bis zur Hälfte ihre Länge gespaltenen und sind bei einer Länge von 8 bis 14 Millimetern etwa 1,5 bis doppelt so lang wie die Kelchblätter. Selten fehlen Kronblätter. Meist sind zehn Staubblätter vorhanden, die manchmal durch Degeneration weniger sein können. Der Fruchtknoten ist oberständig. Es sind drei freie aufsteigende Griffel pro Blüte vorhanden, die etwa 4 Millimeter lang sind. Die bei einem Durchmesser von 5 bis 6 Millimetern kugelige, mit stumpfem oberen Ende, Kapselfrucht besitzt in etwa die Größe des Blütenkelchs. Bei Reife öffnen sich die Kapselfrüchte mit drei Klappen, die sich später in sechs Klappen aufspalten und entlassen die Samen. Die rötlich-braunen Samen sind bei einem Durchmesser von 2 bis 3 Millimetern nierenförmig und dicht papillös. Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es wurden Chromosomenzahlen von 2n = 26 oder 56 ermittelt. In der Schweiz reicht die Blütezeit von Mai bis Juni, in anderen Gebieten beginnt die Blütezeit schon im April. Da nicht alle Blüten zugleich blühen, sondern an den Stielen nacheinander, zieht sich die Blütezeit über mehrere Monate hin, obwohl die Einzelblüten nur eine kurze Lebensdauer haben. Im Sommer reifen die Früchte. Bei der Großen Sternmiere handelt es sich um einen Chamaephyten. Über vegetative Vermehrung aus ihren Rhizomknospen und aus den vorjährigen, bodennahen Sprossachsen, bildet sie schnell kleine Horste aus. Die Große Sternmiere wird entweder von Insekten bestäubt oder ihre zwittrigen Blüten bestäuben sich selbst. Die Große Sternmiere tritt fast ausschließlich in größeren, allerdings selten bestandsbildenden, Gruppen auf. Die Ausbreitung ihrer Samen erfolgt durch den Wind. Sie ist eine wichtige Nahrungspflanze für etliche Nachtfalterarten. Beispielsweise ist sie eine Nektarpflanze des Hornkraut-Tageulchens . Für mehrere weitere Eulenfalter und Spanner stellt sie eine wichtige Raupen-Futterpflanze dar, insbesondere für den potenziell gefährdeten Sternmieren-Blattspanner , den stark gefährdeten Hornkraut-Blattspanner und die gefährdete Braune Glattrückeneule . Die Große Sternmiere ist in den warmgemäßigten Gebieten Europas, Westasiens und des Kaukasusraums sowie in einigen Ländern Nordafrikas weit verbreitet. Es gibt Fundortangaben für das nördliche Algerien, Marokko, Tunesien, das nördliche Portugal, Spanien und Frankreich, Belgien, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Irland, Dänemark, das südliche Norwegen und Schweden, Estland, Litauen, Lettland, den europäischen Teil Russlands, Belarus, die Ukraine, die Krim, Ciskaukasien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Dagestan, das westliche Sibirien, die Türkei, Iran, Afghanistan, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Ungarn, Polen, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Nordmazedonien und das nördliche Griechenland. Sie ist beispielsweise im östlichen Nordamerika ein Neophyt. Die Große Sternmiere gedeiht meist in lichten, krautreichen Laub- und Mischwäldern, Hecken und Gebüschen. Dort besiedelt sie vor allem frische bis mäßig trockene, mäßig nährstoffreiche, meist kalkfreie, lehmige und sandige Böden bis in mittlere Gebirgslagen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Carpinion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Fagion, Pruno-Rubion oder Trifolion medii vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 , Lichtzahl L = 2 , Reaktionszahl R = 2 , Temperaturzahl T = 4+ , Nährstoffzahl N = 3 , Kontinentalitätszahl K = 3 . Die Erstveröffentlichung der Großen Sternmiere erfolgte 1753 unter dem Namen Stellaria holostea durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band I, Seite 422. Das Artepitheton holostea leitet sich aus den altgriechischen Wörtern ὅλος hólos sowie ὀστέον ostéon für „Knochen“ ab und bedeutet „knochenhart“, dies bezieht sich auf die Stängel. Als Lectotypus wurde 1993 LINN-584.4 durch Bengt Edvard Jonsell und Charles Edward Jarvis in Regnum Vegetabile; ..., Volume 127, Seite 91 festgelegt. Die Neukombination zu Rabelera holostea M.T.Sharples & E.A.Tripp wurde im November 2019 durch Mathew T. Sharples und Erin A. Tripp in Phylogenetic Relationships Within and Delimitation of the Cosmopolitan Flowering Plant Genus Stellaria L. : Core Stars and Fallen Stars. In: Systematic Botany, Volume 44, Issue 4, S. 857–876 veröffentlicht. Dafür wurde die neue Gattung Rabelera M.T.Sharples & E.A.Tripp aufgestellt. Der Gattungsname Rabelera ehrt Richard Kevin Rabeler . Ein weiteres Synonym für Rabelera holostea M.T.Sharples & E.A.Tripp ist Alsine holostea Britton. Molekulargenetische Daten machten es erforderlich, in der Tribus Alsineae innerhalb der Familie Caryophyllaceae einige Veränderungen in der Systematik durchzuführen. Dabei wurden einige Arten, die bisher der Gattung Stellaria s. l. zugerechnet wurden, in andere Gattungen gestellt und neue Gattungen aufgestellt.
2024-12-02 06:46:41
https://de.wikipedia.org/wiki/Arkadak
Arkadak ist eine Stadt in der Oblast Saratow mit 12.845 Einwohnern . Die Stadt liegt in der Oka-Don-Ebene etwa 250 km westlich der Oblasthauptstadt Saratow am Großen Arkadak nahe dessen Mündung in den Chopjor, einen Nebenfluss des Don. Arkadak ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons. Die Stadt liegt an der 1896 eröffneten Eisenbahnstrecke Balaschow – Rtischtschewo – Pensa. Arkadak entstand 1721 als Dorf, welches seinen Namen nach dem Fluss bekam . 1939 erhielt der Ort den Status einer Siedlung städtischen Typs und 1963 das Stadtrecht. Anmerkung: Volkszählungsdaten In Arkadak ist die Himmelfahrtskirche von 1822 erhalten, außerdem ein relativ großer Teil der historischen hölzernen Bebauung. Die Stadt besitzt seit 1968 ein Heimatmuseum. Arkadak ist Zentrum eines Landwirtschaftsgebietes. In der Stadt sind verschiedene Betriebe der Lebensmittelindustrie angesiedelt, die teilweise bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurden . ArkadakR | AtkarskR | BalakowoR | BalaschowR | ChwalynskR | EngelsR | JerschowR | KalininskR | KrasnoarmeiskR | Krasny KutR | MarxR | NowousenskR | PetrowskR | PugatschowR | RtischtschewoR | SaratowS/R | SchichanyS/G | WolskR Basarny KarabulakR | DergatschiR | DuchownizkojeR | GornyR | JekaterinowkaR | Kamenski | Krasny Oktjabr | Lyssyje GoryR | MokrousR | Nowyje BurassyR | OsinkiR | Pinerowka | Priwolschski | Puschkino | RomanowkaR | RownojeR | SamoilowkaR | Sennoi | Sokolowy | Sowetskoje | StepnojeR | SwetlyS/G | Swobodny | TatischtschewoR | TurkiR Alexandrow GaiR | BaltaiR | IwantejewkaR | MichailowskiS/G | PereljubR | PiterkaR | WoskressenskojeR
2024-12-02 06:13:09
https://de.wikipedia.org/wiki/Seewoosagur_Ramgoolam
Sir Seewoosagur Ramgoolam war vom 12. März 1968 bis zum 16. Juni 1982 der erste Premierminister und vom 28. Dezember 1983 bis zu seinem Tod am 15. Dezember 1985 General­gouverneur von Mauritius. Dabei vertrat er Elisabeth II. als Königin von Mauritius. Unter ihm wurde das Land nach 150 Jahren britischer Herrschaft unabhängig. Er gilt daher als Mauritius’ „Vater der Unabhängigkeit“. 1973 erhielt er den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen. Der Botanische Garten in Pamplemousses und der internationale Flughafen von Mauritius sind nach ihm benannt. Sein Sohn Navin Ramgoolam war von 2005 bis 2014 und ist seit 2024 Premierminister. Seewoosagur Ramgoolam, auch bekannt als Kewal, wurde in eine indisch-mauritischen Hindu-Familie geboren. Sein Vater war ein indischer Arbeitsmigrant. Ramgoolam besuchte die örtliche Abendschule, wo Kinder der hinduistischen Gemeinschaft die Umgangssprache und Einblicke in die hinduistische Kultur lernten. Er lernte dort Sanskrit-Gebete und die heiligen Schriften. Bei der benachbarten römisch-katholischen Schule lernte er später Geschichte und Erdkunde sowie die Sprachen Englisch und Französisch. Nachdem er die Vorschule verlassen hatte, fuhr er täglich bis zum Ende der sechsten Klasse mit dem Zug zur Bel Air Government School. Im Alter von sieben Jahren verlor Ramgoolam seinen Vater und erlitt später im Alter von zwölf Jahren in einem Kuhstall einen schweren Unfall, bei dem er sein linkes Auge verlor. Dennoch setzte er seine Stipendienklasse an der Curepipe Boys’ Government School fort, während er bei seinem Onkel wohnte. Die Stipendienklassen, die die Grundlage der Sekundarstufe 1 bildeten, ermöglichten es Ramgoolam, direkt das Junior Cambridge am Royal College in Curepipe, zu besuchen. Nach der Sekundarschule arbeitete Ramgoolam für 3 Monate im öffentlichen Dienst. Mit finanzieller Hilfe seines Bruders Ramlall bekam Ramgoolam die Möglichkeit, ein Medizinstudium in England aufzunehmen. Er absolvierte das University College London und besuchte Vorlesungen an der London School of Economics. 1935 kehrte er nach Mauritius zurück. 1958 wurde er Stadtoberhaupt von Port Louis. Ramgoolam war von 1959 bis 1982 Vorsitzender der Mauritian Labour Party. In dieser Zeit bekleidete er zunächst mehrere Regierungsämter unter der Oberaufsicht der Kolonialverwaltung und wurde nach der Unabhängigkeit 1968 Premierminister. Seewoosagur Ramgoolam | Anerood Jugnauth | Navin Ramgoolam | Anerood Jugnauth | Paul Bérenger | Navin Ramgoolam | Anerood Jugnauth | Pravind Jugnauth | Navin Ramgoolam
2024-12-04 04:28:22
https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Baptist_Lechleitner
Johann Baptist Lechleitner oder Georg Johann Lechleitner war ein Tiroler römisch-katholischer Theologe, Philosoph und Geistlicher. Lechleitner kam als kleiner Junge nach Innsbruck. Nach der Normalschule absolvierte er das Innsbrucker Gymnasium und anschließend das theologische Studium am k.k. Generalseminar. Am 22. August 1790 erfolgte seine Priesterweihe. Zunächst wurde er Seelsorger in Flaurling, dann ab 1792 in Pfunds. Dort begann er begabte Jungen, die das öffentliche Gymnasium nicht besuchen konnten, in Grammatik, Rhetorik und Philosophie zu unterrichten. In der Zeit von 1798 bis 1807 leitete er als Präfekt das Gymnasium in Hall in Tirol. Von 1798 bis 1804 hatte er zudem die Professur für Rhetorik inne. Als das Gymnasium unter bayerischer Herrschaft zunächst nicht weitergeführt wurde, zog er sich in Bozen als Privatier zurück. Lechleitner folgte 1809 einem Ruf des Fürstbischofs von Brixen Karl Franz von Lodron als Hofkaplan und Sekretär nach Brixen. Als 1816 das Zisterzienserstift Stams wiedererrichtet wurde, trat er als einer der ersten Fünf in das Stift ein. Das Ordensgelübde legte er am 26. November 1817 ab. In diesem Zuge nahm er den Ordensnamen Johann Baptist an. Dem Gelübde wohnten Bernhard Galura und Joseph Rapp bei, mit denen er befreundet war. Lechleitner wirkte zunächst am Wiederaufbau des Stifts mit, dann weitgehend zurückgezogen als Professor am Stift. 1824 vertrat er die Professur für Religionswissenschaft am Lyceum Innsbruck, 1826 die der Moraltheologie am Stift Wilten. Lechleitners Schriften stehen in der Tradition der von Herkulan Oberrauch und Philibert Gruber begründeten christlich-theologischen Metaphysik der Tiroler Schule.
2024-12-02 04:24:47
https://de.wikipedia.org/wiki/Weinstadt#Endersbach
Weinstadt ist eine Stadt mit 27.245 Einwohnern im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 15 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Weinstadt gehört zur Region Stuttgart und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Die erst im Rahmen der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 neu gebildete Gemeinde ist seit dem 9. März 1976 eine Stadt und seit dem 1. Januar 1979 eine Große Kreisstadt. Heute ist sie hinsichtlich der Bevölkerungszahl die sechstgrößte Stadt des Rems-Murr-Kreises und bildet ein Unterzentrum im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach. Das Stadtgebiet Weinstadts erstreckt sich zu beiden Seiten der Rems, die hier vom Remstal kommend in das Neckarbecken fließt, um bei Remseck am Neckar in den Neckar zu münden. Der Stadtteil Großheppach liegt nördlich des Flusses, die anderen Stadtteile südlich. Im Süden des Stadtgebiets ziehen sich die Weinberge an den Hängen der Ausläufer des Schurwaldes hoch, genauso im Norden des Stadtgebiets, in Großheppach, hier an den Hängen des Schwäbischen Waldes. In allen Stadtteilen wird Weinbau betrieben, daher leitet sich der Name der Stadt ab. Weinstadt gliedert sich in folgende Stadtteile : Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Beutelsbach. Die Stadtteile sind räumlich mit den früheren Gemeinden identisch, die offizielle Bezeichnung der Stadtteile erfolgt in der Form „Stadtteil …“ Darüber hinaus gibt es weitere Wohngebiete bzw. Wohnplätze mit eigenem Namen, deren Grenzen zum Teil nicht festgelegt sind. Das Gehöft Schönbühl, der Wohnplatz Burg und die Siedlung Benzach gehören zu Beutelsbach. Die abgegangenen Ortschaften Benzingen, Herberge und Wintzen gehören zu Endersbach. Der Weiler Gundelsbach und der Wohnplatz Wolfshof gehören zu Großheppach. Der Gemeindeteil Baach und der Wohnplatz Saffrichhof sowie die abgegangene Ortschaft Mühlhöflein gehören zu Schnait. Bei Strümpfelbach lagen der abgegangene Gandelhof und die ehemalige Befestigung Huschenburg. Auf der Gemarkung von Großheppach lag der Ort Geißlingen. Der hinter Großheppach liegende Ort Kleinheppach gehört zur Gemeinde Korb. Weinstadt bildet ein Unterzentrum für etwa 50.000 Einwohner im Mittelbereich Waiblingen/Fellbach der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Landeshauptstadt Stuttgart ist. Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Weinstadt. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt: Kernen im Remstal, Waiblingen, Korb, eine Exklave der Stadt Waiblingen, Remshalden und Winterbach sowie Baltmannsweiler und Aichwald . Die Teilorte Weinstadts lagen im Hochmittelalter am nördlichen Rand des Herzogtums Schwaben. Sie kamen im Verlauf des Spätmittelalters bzw. der frühen Neuzeit zum Territorium Altwürttembergs und waren somit seit 1806 auch Bestandteile des neu gegründeten Königreichs Württemberg und des 1918 entstandenen freien Volksstaates Württemberg. 1938, im Zuge einer württembergischen Gebietsreform während der NS-Zeit, kamen die meisten Orte, die bisher auf die Oberämter Schorndorf und Waiblingen verteilten waren, zum Landkreis Waiblingen. 1945 fiel der Landkreis Waiblingen in die Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging. Bei der Kreisreform 1973 wurden die Gemeinden dem neu gebildeten Rems-Murr-Kreis zugeordnet, bevor sie sich 1975 zur neuen Gemeinde Weinstadt vereinigten, die 1976 zur Stadt erhoben wurde. Weinstadt entstand bei der Gemeindereform am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der vier ehemals selbstständigen Gemeinden Beutelsbach, Endersbach, Großheppach und Schnait. Bereits am 1. Januar 1973 war Strümpfelbach nach Endersbach eingemeindet worden. Daher gibt es auch heute noch fünf verschiedene Ortskerne, wobei die Stadtteile Beutelsbach und Endersbach inzwischen ein städtisches Gepräge haben. Die neu gebildete Gemeinde hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner. Doch stellte die Gemeindeverwaltung erst 1978 den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was von der Landesregierung von Baden-Württemberg dann auch mit Wirkung vom 1. Januar 1979 beschlossen wurde. Die ehemaligen Gemeinden sind alte württembergische Orte, die jeweils eine lange Geschichte haben. Endersbach wurde 1278 als Andrespach erstmals erwähnt und kam wohl mit Schorndorf an Württemberg. Anders als Beutelsbach gehörte Endersbach 1762 bis 1765 und erneut ab 1807 zum Oberamt Waiblingen, aus dem 1938 der Landkreis Waiblingen hervorging. Endersbach erhielt 1861 einen Bahnhof an der neuen Remsbahn und war somit früh in das Schienennetz der Württembergischen Eisenbahn eingebunden. Schnait wurde 1238 als Snait erstmals erwähnt. Der Ort kam wohl mit Beutelsbach an Württemberg, doch hatten noch andere Herren bis 1605 Rechte am Ort. Er gehörte – wie Beutelsbach – zum Amt bzw. Oberamt Schorndorf und kam nach dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Waiblingen. Die alte Kelter wurde 1934 erbaut. Strümpfelbach wurde 1265 als Striumphilbach erstmals erwähnt und kam wohl im 13. Jahrhundert an Württemberg. Der Ort gehörte zum Amt bzw. Oberamt Schorndorf und kam 1762 bis 1765 und dann erneut ab 1807 zum Oberamt Waiblingen, aus dem 1938 der Landkreis Waiblingen hervorging. Die alte Kelter wurde 1928 erbaut. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter . ¹ Volkszählungsergebnis Die Angaben der Jahre 1961 und 1970 beziehen sich auf die Gemeinden, aus denen im Jahr 1975 die Gemeinde Weinstadt gebildet wurde. Die Einwohnerzahlen waren wie folgt: Infolge der Zugehörigkeit zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum Württemberg wurden in allen fünf heutigen Stadtteilen Weinstadt die Reformation eingeführt. Über Jahrhunderte waren die Orte fast ausschließlich protestantisch. Die fünf evangelischen Kirchengemeinden gehören wegen der früheren Zugehörigkeit der Gemeinden zu den Oberämtern Waiblingen und Schorndorf bis heute zu diesen beiden Dekanaten bzw. Kirchenbezirken innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Endersbach, Großheppach und Strümpfelbach gehören zum Kirchenbezirk Waiblingen, Beutelsbach und Schnait gehören zum Kirchenbezirk Schorndorf. Durch Zuzug von Katholiken in der Zeit des Eisenbahnbaus aus Bayern und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden auch katholische Kirchengemeinden und eigene Kirchen. So wurden 1956 in Beutelsbach die Kirche St. Anna und in Endersbach die Kirche St. Andreas erbaut. Schnait erhielt 1971 seine eigene katholische Kirche Heilig Kreuz, wobei die Gemeindeglieder zur Pfarrei Beutelsbach gehören. Großheppach erhielt 1974 seine eigene katholische Kirche St. Stephanus, wobei die Gemeindeglieder – wie auch die Gemeindeglieder aus Strümpfelbach – zur Pfarrei Endersbach gehören. Alle Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Rems-Murr des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben diesen beiden Kirchen gibt es in Weinstadt auch Freikirchen, wie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde , die Missionsgemeinde Weinstadt und das Christus-Zentrum Weinstadt. Ferner sind auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas in Weinstadt vertreten. Der Gemeinderat in Weinstadt hat 26 Mitglieder. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. 2013 wurde der Jugendgemeinderat Weinstadt gegründet. Alle Jugendgemeinderäte sind bei Amtsantritt zwischen 14 und 18 Jahre alt gewesen. Die Geschäftsführung wird durch das Stadtjugendreferat übernommen, das Haus der Jugendarbeit unterstützt den Jugendgemeinderat personell bei Projekten und Veranstaltungen und durch eine Büro- und Anlaufstelle. Zu Beginn der Amtszeit wählen die 13 Jugendlichen einen Vorsitzenden sowie einen Protokollanten, einen Abgeordneten für den Jugendgemeinderat-Dachverband und einen Kassenwart. Die Sitzungen des Jugendgemeinderats sind für alle Bürger öffentlich. Zu den bisher umgesetzten Projekten des Jugendgemeinderats gehören eine neue Skateranlage in Weinstadt und ein Filmprojekt zur Stadtentwicklung. Der Jugendgemeinderat beschäftigt sich derzeit mit: Ausfahrt in den Europapark, Bandcontest im Haus der Jugendarbeit und die Verbesserung der Busverbindungen innerhalb Weinstadt. Die Arbeit der Jugendgemeinderäte ist ehrenamtlich, um jedoch entstehende Kosten zu decken, erhält jeder Jugendgemeinderat einen Festsatz von 100 Euro pro Jahr. Alle zwei Jahre dürfen Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aus Weinstadt den Jugendgemeinderat wählen. Dies geschieht durch Online-Wahl. Jeder Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren aus Weinstadt darf sich aufstellen lassen. Am Ende der Wahl werden die neu gewählten Jugendgemeinderäte bei einer Wahlparty verkündet. Wie im Gemeinderat gibt es auch im Jugendgemeinderat Sitzungen. Diese finden mindestens vier Mal im Jahr statt. Hierbei legen die Jugendlichen selber die Tagesordnungspunkte fest. Bei jeder Sitzung sind Mitglieder der im Gemeinderat vertretenen Parteien anwesend. In den jeweiligen Sitzungen werden aktuelle Themen angesprochen wie Jugend-, Sport- und Freizeiteinrichtungen oder der öffentliche Personennahverkehr. Um manche Probleme oder Ideen besser in die Tat umsetzen zu können, bildet man interne Ausschüsse . Diese Ausschüsse befassen sich dann näher mit den jeweiligen Aufgaben. Im Gegensatz zur öffentlichen Sitzung können die Ausschüsse auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. An der Spitze der Gemeinde Weinstadt stand zunächst der Bürgermeister. Mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 1979 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Er hat mit Thomas Deißler einen Beigeordneten als allgemeinen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister trägt. Des Weiteren stellt jede Fraktion im Gemeinderat einen ehrenamtlichen Bürgermeisterstellvertreter. Zurzeit sind dies Ulrich Witzlinger , Rolf Weller , Hans Randler und Manfred Siglinger . Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister: Scharmann wurde am 9. Oktober 2016 mit 64,3 Prozent der Stimmen gewählt. Am 20. Oktober 2024 wurde er mit 81,1 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Weinstadt unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Parthenay und seit 1990 mit der polnischen Stadt Międzychód. Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu den Städten Abrantes , Arnedo , Casale Monferrato und Tipperary . Kulturelle Veranstaltungen gibt es vor allem in den verschiedenen Hallen im Stadtgebiet, Halle Beutelsbach, Jahnhalle Endersbach, Prinz-Eugen-Halle Großheppach, Schnaiter Halle und Strümpfelbacher Halle. Ferner gibt es in Strümpfelbach die Alte Kelter, die als Veranstaltungsort genutzt werden kann. In den Weinbergen von Strümpfelbach gibt es einen Skulpturenpfad. 29 Skulpturen und Plastiken aus Bronze und Stein, Werke aus drei Künstlergenerationen, säumen den Skulpturenpfad durch die Strümpfelbacher Weinberge: Bronzearbeiten von Fritz Nuss und dessen Sohn Karl Ulrich Nuss sowie die Steinskulpturen von Christoph Traub, dem Enkel von Fritz Nuss. Auf einem weiteren in Weinbergen gelegenen Skulpturenpfad, dem Skulpturen- und Weinlehrweg Schnait, lassen sich die Steinskulpturen vom Schnaiter Hobbykünstler und Wengerter Ludwig Heeß betrachten, wie beispielsweise die Weinpresse, der Traubenwagen, die Skulpturen Gölte und Ablässe, der steinerne Weintisch, Wengerterfrau und Traubenzuber. Eine Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteils Endersbach erinnert an den baptistischen Kriegsdienstverweigerer Alfred Herbst, der 1943 in Brandenburg-Görden ermordet wurde. In den Weinbergen bei Endersbach und Strümpfelbach liegt der Aussichtspunkt Karlstein. Das bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist die Stiftskirche in Beutelsbach, die ehemalige Grablege des Hauses Württemberg. Die heutige Kirche wurde um 1522 erbaut, ist im Kern jedoch älter. Die Endersbacher Pfarrkirche ist eine spätgotische ehemalige Wehrkirche, deren Schiff 1468 erbaut wurde. Chor und Sakristei stammen von 1491, der Turm wurde 1769 erbaut. 1730 wurde das Schiff barockisiert. Die Schnaiter Kirche ist jüngeren Datums. Sie wurde erst 1748 als so genannter Emporensaal erbaut. In Schnait gibt es außerdem noch die drei Schlösser der Herren von Gaisberg, welche zwischen 1500 und 1600 erbaut wurden. Die Pfarrkirche in Strümpfelbach ist eine spätgotische Chorturmanlage, die 1784 erweitert wurde. Außerdem bietet Strümpfelbach sehr viele Fachwerkhäuser. Beispielsweise das Alte Rathaus. In Großheppach ist besonders das Schloss Großheppach von 1592 sehenswert, welches seit etwa 1900 der Familie von Gaisberg gehört. Schon seit 1749 hatte es den weiblichen Vorfahren dieser Familie gehört. Es ist heute eines der wenigen Schlösser in Baden-Württemberg, die sich noch im Privatbesitz befinden. Neben dem Großheppacher Schloss gilt auch das, von den Herren von Gaisberg erbaute, Schnaiter Schloss als beliebtes Ausflugsziel für Fachwerkliebhaber. Vom 10. Mai bis 20. Oktober 2019 fand im Remstal ein Grünprojekt des Landes Baden-Württemberg statt, an dem sich auch Weinstadt beteiligt. Diese Remstal Gartenschau 2019 gehört zu den „kleinen“ Gartenschauen, die sich jährlich mit den Landesgartenschauen abwechseln. In diesem Zusammenhang wurde der Aussichtspunkt auf der Luitenbächer Höhe neu gestaltet, das „Remstalkino“ am Aussichtspunkt „Drei Riesen“ geschaffen und bei der Mündung des Heppach ein Altarm der Rems mit einem Sandstrand umgestaltet. An den „16 Stationen“, dem Architekturprojekt der Gartenschau, beteiligte sich Weinstadt mit einem 48.8161079.364625 weißen „Kaminhaus“ auf der Landzunge „Birkelspitze“ bei der Mündung des Haldenbachs, das an die Tradition des Fachwerkbaus erinnern soll. Im Beutelsbach findet jährlich im Frühjahr der Frühjahrsmarkt und im Herbst der Kirbemarkt statt. Das Weindorf in Beutelsbach in der Zeit um den 1. Mai lockt Besucher aus nah und fern an. In den Weinbergen zwischen Beutelsbach und Schnait gibt es seit 2008 am letzten Samstag im Juli den „Leuchtenden Weinberg“, der sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt hat. Geboten wird Wein, Kulinarik, Musik, Performances, Lichtkunst und ein abschließendes Feuerwerk. In Endersbach gibt es am zweiten Mittwoch im Mai den Fensterblümlesmarkt, im September das Weinfest mit Krämermarkt und im Dezember den Weihnachtsmarkt. In Schnait gibt es jährlich den Martinimarkt. In Großheppach gibt es im September bei der Häckermühle das Fest der 100 Weine. Besonders hervorzuheben ist die Nacht der Keller, bei der die verschiedenen Weingüter der Stadt ihre Weine in ihren Gewölbekellern präsentieren. In Strümpfelbach findet jährlich das dreitägige Kelterfest statt. Des Weiteren findet in zwei- bis dreijährigem Abstand das Bacchusfest statt, wobei sich die Ortsteile als Ausrichter reihum abwechseln. Im Mai bzw. Juni finden Weinproben in den Weinbergen von Großheppach bzw. Endersbach statt. Regional bekannt sind die Beutelsbacher Kirbe und die Schnaiter Kirbe . Die Stadtteile Weinstadts lebten früher hauptsächlich vom Weinbau. Mit einer Rebfläche von 489 ha steht Weinstadt flächenmäßig an vierter Stelle der Weinbaugemeinden im Weinbaugebiet Württemberg. Heute haben sich auch einige mittelständische Unternehmen niedergelassen. Darüber hinaus pendeln viele Arbeitnehmer in die umliegenden Städte, vor allem auch nach Waiblingen und Stuttgart. Durch das Stadtgebiet führt die hier als Schnellstraße ausgebaute Bundesstraße 29 Waiblingen–Schwäbisch Gmünd–Aalen-Nördlingen. Das Gebiet der Stadt kann über drei Abfahrten erreicht werden. Bie B 29 hat am Teiler B 14/B 29 Anschluss an die B 14 nach Stuttgart, ebenso in Aalen-Westhausen Anschluss an die Bundesautobahn 7 im Abschnitt Ulm-Würzburg. Weinstadt liegt an der Remsbahn Stuttgart–Aalen. Auf dieser Strecke verkehrt die S-Bahn-Linie S2 . Die folgenden Haltestellen liegen im Stadtgebiet von Weinstadt: Stetten-Beinstein, Endersbach und Beutelsbach. Innerhalb des Stadtgebiets verkehren mehrere Buslinien. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart zu benutzen. Es bestehen keine Halte des Schienenpersonenfernverkehrs in Weinstadt. Die Weinberge um Weinstadt sind mit einem dichten Netz asphaltierter Landwirtschaftswege durchzogen, so dass alle Ortsteile mit dem Fahrrad erreicht werden können, ohne auf Hauptstraßen fahren zu müssen. Entlang der meisten Landstraßen verlaufen ebenfalls getrennte asphaltierte Wirtschaftswege die auch als Radwege dienen. Innerorts bestehen wenige Radwege, teilweise jedoch Schutzstreifen. Über das Tagesgeschehen Weinstadts berichten als Tageszeitungen die Waiblinger Kreiszeitung. Das Blättle , in dem neben kirchlichen Terminen, Vereins- und anderen Veranstaltungen auch Berichte über Ereignisse der vergangenen Woche zu finden sind und das wöchentlich erscheint, erhält jeder Haushalt kostenlos. Weinstadt ist Sitz des seit 2001 bestehenden Online-Netzwerks Kwick. Weinstadt hat ein Notariat in Endersbach. In Weinstadt gibt es ein Gymnasium , eine Realschule , eine Werkrealschule , ab 2015 als Gemeinschaftsschule fortgeführt, und eine Förderschule , die im Bildungszentrum Weinstadt zwischen den Stadtteilen Endersbach und Beutelsbach zusammengefasst sind. Ferner gibt es in jedem Stadtteil eine Grundschule, wobei die Schulen in Endersbach und Großheppach jeweils einen besonderen Namen tragen. Zwei private Schulen, die Fachschule für Sozialpädagogik und die Fachschule für Altenpflege der Großheppacher Schwesternschaft, ergänzen das schulische Angebot in Weinstadt. Die Volkshochschule Unteres Remstal e. V. hat ihre Zweigstelle im Haus Wabe in Weinstadt. Mit rund 4000 Mitgliedern ist die Sportgemeinschaft Weinstadt e. V. der größte Sportverein in der Weinstadt und wurde 2014 gegründet. Vorsitzender ist Klaus Silbernagel. Im Jahr 2019 haben sich die Traditionsvereine VFL Endersbach, SV Weinstadt und der TSV Großheppach mittels Verschmelzung der SG Weinstadt angeschlossen. Bereits ein Jahr zuvor hat sich der Einspartenverein SC Weinstadt dazu entschlossen seine Eigenständigkeit aufzugeben und wurde auf die SG Weinstadt verschmolzen. Die SG Weinstadt betreibt unter anderem Handball, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Turnen, Skizunft, Herzsport und Volleyball. Der TSV Strümpfelbach wurde 1912 gegründet und ist ebenfalls ein Mehrspartenverein mit den Abteilungen Fußball, Laufen, Leichtathletik, Turnen, Aerobic und Badminton. Die im Jahre 1997 gegründete Handballspielgemeinschaft Weinstadt , hervorgegangen aus den Handballabteilungen des VfL Endersbach und des TSV Großheppach, wurde 2011 umbenannt in Spielgemeinschaft Weinstadt nachdem sich auch die Handballer des SV Weinstadt entschlossen, sich der Spielgemeinschaft anzuschließen. Die Spielgemeinschaft wurde 2019 aufgelöst, die Handballer sind nun Teil des Vereins SG Weinstadt e. V. Der Tennisclub Weinstadt Endersbach e. V., gegründet am 7. Dezember 1967, ist der älteste Tennisverein in Weinstadt. Die Stadt Weinstadt und ihre früheren Gemeinden haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen: Backnang | Fellbach | Murrhardt | Schorndorf | Waiblingen | Weinstadt | Welzheim | Winnenden Alfdorf | Allmersbach im Tal | Althütte | Aspach | Auenwald | Berglen | Burgstetten | Großerlach | Kaisersbach | Kernen im Remstal | Kirchberg an der Murr | Korb | Leutenbach | Oppenweiler | Plüderhausen | Remshalden | Rudersberg | Schwaikheim | Spiegelberg | Sulzbach an der Murr | Urbach | Weissach im Tal | Winterbach Beutelsbach mit Schönbühl, Burg und Benzach | Endersbach | Großheppach mit Gundelsbach und Wolfshof | Schnait mit Baach und Saffrichhof | Strümpfelbach
2024-12-02 07:05:45
https://de.wikipedia.org/wiki/Luotian
Der Kreis Luotian ist ein Kreis im Nordosten der chinesischen Provinz Hubei. Er gehört zum Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Huanggang. Er hat eine Fläche von 2.126 Quadratkilometern und zählt 552.700 Einwohner . Sein Hauptort ist die Großgemeinde Fengshan . Auf Gemeindeebene setzt sich der Kreis aus sieben Großgemeinden und fünf Gemeinden zusammen. 31.046388888889115.49611111111Koordinaten: 31° 3′ N, 115° 30′ O Stadtbezirk: Huangzhou Kreisfreie Städte: Macheng – Wuxue Kreise: Hong’an – Huangmei – Luotian – Qichun – Tuanfeng – Xishui – Yingshan
2024-12-03 17:37:35
https://de.wikipedia.org/wiki/Florentino_Asensio_Barroso
Florentino Asensio Barroso war ein spanischer römisch-katholischer Bischof und als solcher Apostolischer Administrator des Bistums Barbastro und Titularbischof des Titularbistums Euroea in Epiro. Da seine Ernennung zum Apostolischen Administrator auf starke Ablehnung traf, wurde er im Zuge des Spanischen Bürgerkrieges erschossen. Die katholische Kirche erkannte sein Martyrium 1997 an und er wurde am 4. Mai 1997 von Johannes Paul II. seliggesprochen. Heute wird er u. a. als Patron des Bistums Barbastro verehrt. Er wurde in arme Verhältnisse hineingeboren. Die Priesterweihe empfing er am 1. Juni 1901. Bereits 1902 wurde er persönlicher Assistent des Erzbischofs von Valladolid, José Cos y Macho. Der Apostolische Nuntius in Spanien, Federico Tedeschini, empfahl ihn 1935 dem Papst als Kandidaten für die Ernennung zum Apostolischen Administrator des Bistums Barbastro, die dieser am 11. November 1935 auch vornahm. Die Bischofsweihe spendete ihm am 26. Januar 1936 der Erzbischof von Valladolid, Remigio Gandásegui y Gorrochátegui. Am 8. März 1936 nahm er die Arbeit als Bischof auf. Sein Wahlspruch lautete "Ut omnes unum sint", "Dass Alle Eins sein". Am 22. Juli 1936 wurde er in der bischöflichen Residenz festgenommen. In der Nacht des 8. August 1936 wurde er in Einzelhaft gebracht und verhört. Hierbei schnitt man ihm auch seine Genitalien ab. Am 9. August 1936 wurde er erschossen. Gemeinsam mit den Leichen anderer erschossener Gefangener wurde seine Leiche um 2 Uhr nachts auf den Friedhof gebracht und in ein Massengrab geworfen. Nach dem Krieg wurde seine Leiche anhand seiner mit seinen Initialen gekennzeichneter Unterwäsche identifiziert. Am 16. April 1993 führte man zudem eine Autopsie durch. Sein Gedenktag ist der 9. August. Aus Anlass seiner Seligsprechung wurden seine unversehrte Leiche in eine Kapelle der Kathedrale von Barbastro überführt, wo sie heute verehrt wird. In Valladolid dient er als Patron einer 2006 geweihten Kirche und der gleichnamigen Gemeinde.
2024-11-22 19:22:50
https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Terentius_Varro
Marcus Terentius Varro war der bedeutendste römische Polyhistor. Zur Unterscheidung von dem Dichter Publius Terentius Varro wird er oft nach seiner Herkunft als „Reatinus“ bezeichnet. Sein außerordentlich umfangreiches Werk war für die nachfolgenden Generationen eine Fundgrube kulturhistorischer Kenntnisse und hatte insbesondere auf die Kultur des augusteischen Zeitalters eine prägende Wirkung. Noch in der Spätantike war Varro eine bedeutende Autorität; auch Kirchenväter lasen und zitierten seine Werke. Heute ist nur noch ein kleiner Bruchteil seiner Schriften erhalten. Varros Eltern sind unbekannt; wahrscheinlich entstammte er einer ritterlichen Familie. Sein Urahn war vermutlich der Konsul Gaius Terentius Varro. Reate ist als seine Heimatstadt erst in einem Brief des spätantiken Gelehrten und Politikers Quintus Aurelius Symmachus ausdrücklich bezeugt. Augustinus gibt irrtümlich Rom als Geburtsstadt und Wohnsitz in der Zeit der Kindheit an. Aus den Schriften Varros ist ersichtlich, dass er zu Reate, das er oft erwähnt und wo er ein Gut besaß, und zum Sabinerland eine enge Beziehung hatte; daher ist seine Herkunft von dort plausibel. Varro studierte in Rom und Athen. Zu seinen Lehrern gehörten der Grammatiker und Literaturhistoriker Lucius Aelius Stilo, bei dem auch Cicero studierte, und der Platoniker Antiochos von Askalon, an dessen Unterricht Varro wohl um 84/82 in Athen teilnahm. Mit Cicero war er eng befreundet; vermutlich war er ein Verwandter von dessen Frau Terentia. Schon früh begann Varro seine Laufbahn, cursus honorum, im Staatsdienst. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre war er triumvir capitalis, frühestens im Jahr 86 Quaestor. Er bekleidete das Tribunat , die kurulische Ädilität und die Praetur. Im Jahr 67 war er Legat seines Freundes Pompeius im Seeräuberkrieg, wofür er mit der Corona navalis ausgezeichnet wurde. In derselben Stellung kommandierte er 49 in Spanien, musste sich aber nach der Kapitulation von Ilerda Caesar ergeben. Obwohl er sich hierauf aufs Neue Pompeius anschloss, wurde er nach der Schlacht von Pharsalos von Caesar begnadigt und kehrte im Jahr 46 nach Rom zurück. Dort beauftragte ihn Caesar mit der Errichtung einer öffentlichen Bibliothek, doch fiel dieses Projekt den Wirren nach Caesars Tod zum Opfer. Nach Caesars Ermordung wurde Varro 43 von Marcus Antonius geächtet und entging nur mit knapper Not dem Tod. Von Oktavian begnadigt lebte Varro – bis an sein Lebensende im Jahr 27 literarisch tätig – auf seinem Landgut in den sabinischen Bergen. Plinius der Ältere berichtet, dass Varro auf seinen Wunsch in einem tönernen Sarg beigesetzt wurde, und zwar „nach pythagoreischer Sitte“ gebettet auf Blätter von Myrten, Ölbäumen und schwarzen Pappeln. Diese testamentarische Verfügung Varros zeigt seine enge Beziehung zum römischen Neupythagoreismus, die auch aus einer Reihe von Äußerungen in seinen Werken hervorgeht. Im Gegensatz zu dem hundert Jahre älteren Cato behandelt Varro das Thema eher theoretisch: Der Gutsherr bewirtschaftet sein Land nicht mehr selbst, sondern kontrolliert eher seinen Verwalter. Unter anderem berechnet Varro genau die Arbeitskraft der notwendigen Sklaven. Er empfiehlt, Landhäuser entfernt von Sümpfen anzulegen, in denen animalia quaedam minuta, quae non possunt oculi consequi leben, die, durch Mund und Nase aufgenommen, schwere Krankheiten hervorrufen können. Von Varro stammt die Berechnung des Jahres der Gründung der Stadt Rom, des natalis urbis . Auf dieses Jahr bezieht sich mit der Formel ab urbe condita die Jahresangabe. Varro ging – wie viele seiner Zeitgenossen – von einem spekulativ erschlossenen Zeitpunkt der Eroberung Trojas durch die Griechen aus, der nach unserer Zählung in das Jahr 1193 v. Chr. fällt. Nach seinen eigenen Angaben gelangte er durch die Einführung einer symbolischen Zahl zum Jahr der Stadtgründung: 440 Jahre galten ihm als Abstand zwischen Tod und Wiedergeburt eines Individuums in der Seelenwanderung. Dafür berief er sich auf Astrologen, die Geburtshoroskope stellten. Diese Annahme übertrug er auf Städte. Da er Rom nach dem Aeneasmythos als Wiedergeburt des heldenhaften Troia ansah, errechnete er für die Gründung das Jahr 753 vor Beginn der heute verwendeten Zeitrechnung. Allerdings begann sich die Jahreszählung mit dem Bezugspunkt der Stadtgründung erst in der Spätantike durchzusetzen. Man zählte, auch in der Kaiserzeit, weiterhin die Jahre nach den Konsuln. Außerdem war Varros Berechnung umstritten, wie Cicero feststellte. Der Kirchenvater Augustinus griff in seinem Werk De civitate Dei so oft auf Varros Antiquitates rerum humanarum et divinarum zurück, dass sie von der modernen Philologie aus seinen Zitaten teilweise rekonstruiert werden konnten. In diesen Zitaten aus Varros Werk findet sich auch der älteste überlieferte Beleg für den Begriff „Natürliche Theologie“. Ob er der erste war, der den Begriff theologia naturalis benutzt hat, lässt sich nicht sagen. Aber der Begriff ist dank der Überlieferung durch Augustinus geschichtsmächtig geworden. Varro stützt sich auf stoische Quellen. Er unterscheidet zwischen der von Dichtern geschaffenen mythischen Theologie , der Theologie der Philosophen und der Auffassung von den Göttern, die im Rahmen der Staatsreligion vorausgesetzt wird . Die Dichterfabeln lehnt Varro ab; er meint, dass ihnen nur das törichte Volk anhänge. Die philosophische Theologie hält er – trotz seiner Missbilligung der philosophischen Meinungsverschiedenheiten über die Natur der Götter – für wertvoll. Er befürwortet die Ausübung der traditionellen Staatsreligion und meint, dass sie den Bedürfnissen des Volkes angemessen sei, während vieles in der philosophischen Theologie über die Fassungskraft des Volkes hinausgehe. Nach seiner Ansicht wurde die ursprünglich reine Gottesverehrung der römischen Religion durch den Einfluss der Dichter verdorben. Damit stellt sich Varro in die Tradition der seit Platon gängigen Kritik am Umgang der Dichter mit der Religion. Als Vorbild altrömischer Frömmigkeit hebt Varro den sagenhaften, hochverehrten Friedenskönig Numa Pompilius hervor. Numas Name wurde in Rom mit dem von Varro sehr geschätzten Pythagoreismus assoziiert, wenn auch Gebildete wie Cicero und Livius darauf hinwiesen, dass Numa nicht, wie die Legende behauptete, ein Schüler des Pythagoras gewesen sein konnte. Varro setzt Numa chronologisch korrekt vor Pythagoras. Varros Gelehrsamkeit umfasste eine Vielzahl von Wissensgebieten, und seiner Produktivität kam kein anderer Römer gleich. Quintilian nannte ihn den „gelehrtesten aller Römer“. Die Gesamtzahl seiner Werke – größtenteils Abhandlungen und Dialoge, aber auch Gedichte – betrug über 70 in mehr als 600 „Büchern“ . Vollständig erhalten hat sich davon nur das im 80. Lebensjahr verfasste Lehrbuch über die Landwirtschaft in drei Büchern . Dieses Werk sollte seiner Frau Fundania, die sich eine Villa rustica gekauft hatte, als Leitfaden dienen. Von den 25 Büchern des Werkes De lingua Latina ist der größte Teil verloren; erhalten sind nur die Bücher 5–10 sowie einige Fragmente aus den verlorenen Büchern. Von den 15 Büchern Menippischer Satiren sind fast 600 Fragmente erhalten. Das restliche Werk ist nur aus Zitaten in Schriften anderer antiker Autoren und aus einer spätantiken Werkliste bekannt. Dazu gehören unter anderem: Antiquarische Werke: Sprachwissenschaftliche Werke: Literaturwissenschaftliche Werke: Enzyklopädische Werke: Philosophie: Die Gattung Varroa Oudemans, 1904 mit der Varroamilbe, welche die Bienenseuche Varroose verursacht, ist nach Marcus Terentius Varro benannt. Auch die Pflanzengattung Varronia P.Browne aus der Familie der Raublattgewächse ist nach ihm benannt. Gesamtausgaben und Ausgaben mehrerer Werke Antiquitates rerum divinarum De lingua Latina Gesamttext Einzelne Bücher Logistorici Rerum rusticarum libri tres Saturae Menippeae Übersichtsdarstellungen Einführung Untersuchungen zu einzelnen Themenbereichen
2024-12-03 15:13:41
https://de.wikipedia.org/wiki/Titularbistum_Elepla
Elepla ist ein Titularbistum der römisch-katholischen Kirche. Es geht zurück auf einen untergegangenen Bischofssitz in der heutigen Stadt Niebla , die in der Spätantike in der römischen Provinz Baetica lag. Der Bischofssitz gehörte der Kirchenprovinz Sevilla an.
2024-12-02 11:56:19
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Martin_Rauch
Hans-Martin Rauch ist ein deutscher ehemaliger Landeskirchenmusikdirektor der evangelischen Landeskirche in Bayern. Rauch studierte Kirchenmusik an der Kirchenmusikschule Bayreuth und an der Musikhochschule München, an der er 1972 das kirchenmusikalische A-Examen und die künstlerische Staatsprüfung ablegte. Von 1972 bis 1975 war Rauch Kantor an der Apostelkirche in München-Solln und von 1976 bis 1991 Stadt- und Bezirkskantor an der Morizkirche in Coburg sowie Leiter des Coburger Bachchores. 1983 wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt. 1991 folgte die Ernennung zum Landeskirchenmusikdirektor der Evang.-Luth. Kirche in Bayern im Teildienst, außerdem leitete er die Kirchenmusik an St. Sebald in Nürnberg. Dieses Amt hatte er bis 2001 inne. 2004 ging er in den Vorruhestand und lebte seitdem in St. Quirin am Tegernsee. Hans-Martin Rauch erlangte neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker in den Jahren 2008 und 2009 mediale Aufmerksamkeit durch den Mord an seiner Frau Barbara, einer Volkshochschuldozentin. 2009 wurde er dafür zu lebenslanger Haft verurteilt.
2024-12-02 00:18:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Everard_t%E2%80%99Serclaes
Everard t’Serclaes war Herr von Cruyckembourg und ist einer der berühmtesten und meistverehrten Bürger Brüssels. Er befreite die Stadt von der Herrschaft Flanderns. Everard t’Serclaes entstammte einer noblen Familie. Nach dem Tod Johann III. von Brabant am 5. Dezember 1355 bestiegen dessen Tochter Johanna und ihr Gatte, Wenzel von Luxemburg , den brabantischen Thron. Im Januar 1356 wurde die Blijde Inkomst verkündet, die die Einheit des Herzogtums festschrieb, um dessen Teilung zwischen den Töchtern Johanns III. zu vermeiden. Ludwig von Male, Graf von Flandern und Ehemann der jüngeren Schwester Margarete, akzeptierte die Entscheidung nicht und griff Brabant an. Er nahm Brüssel ein und wollte die Stadt vom Herzogtum Brabant trennen. Am 24. Oktober 1365 wagte Everard t’Serclaes mit einer Gruppe bürgerlich gesinnter Truppen die Befreiung der Stadt. Er überwand die Stadtmauern bei Nacht und vertrieb die Flamen aus Brüssel. In der Folge wurde Everard fünfmal zum Schöffen im Brüsseler Stadtrat gewählt. Aus Rache ließ sein Feind Sweder d’Abcoude, Seigneur de Gaebeek, Everard überfallen und verwunden. Freunde konnten den Schwerverletzten zwar befreien, jedoch starb er am 31. März 1388 infolge der Verletzungen im Maison de l’Etoile am Grand-Place. Zu seinen Ehren schuf der Bildhauer Julien Dillens eine Grabplatte, die am Grand Place im Zentrum von Brüssel zu sehen ist. Das Denkmal zeigt den im Todesschlaf liegenden Everard. Die Legende besagt, wer den Arm Everards streichelt und sich dabei etwas wünscht, dem wird dieser Wunsch erfüllt.
2024-12-03 23:14:02
https://de.wikipedia.org/wiki/Manitu#Mntu_als_Teufel_bei_den_Mi’kmaq
Manitu, Manito, Manitou oder Manit ist in den Algonkin-Sprachen Nordamerikas ein zentraler Begriff aus der traditionellen Religion der algonkinsprachigen Indianer. Sinngemäß bedeutet Manitu das Allumfassende Geheimnis bzw. die Große Kraft, die in allen Wesen, Dingen, Tätigkeiten und Erscheinungen enthalten ist. Wenn eine Wolke oder ein Gebrauchsgegenstand als Manitu bezeichnet wird, so deshalb, weil der Geist diese Form angenommen hat oder in ihr wohnt . Viele Aufzeichnungen belegen, dass diese Vorstellung immer dann assoziiert wurde, wenn alltägliche Dinge über herausragende oder ungewöhnliche Eigenschaften verfügten. Bei vielen Gruppen wurde der Begriff sowohl im Singular – für die „eine, höchste Macht“ – als auch im Plural – für die übernatürlichen, persönlich gedachten „Eigner“ von Wesen oder Gegenständen – verwendet. Die übergeordnete „Summe aller Kräfte“ wird als Kitchi Manitu bezeichnet. Dies wird zumeist als eine pantheistisch den gesamten Kosmos durchdringende – nicht persönliche, „körperlich wahrnehmbare“ – Hochgottheit oder „Weltseele“ vorgestellt. Ursprünglich bezeichnet Manitu also weder eine „bewusstlose“ naturgesetzliche Macht noch einen persönlich gedachten, anthropomorphen Gott. Die schnelle Adaption des christlichen Gottes macht es jedoch wahrscheinlich, dass das Manitu-Konzept durchaus ursprünglich auch als „höchstes Wesen“ angesehen wurde. Bei den nördlichen Algonkin gab es etwa den Ausdruck „Herr des Lebens“. Der deutsche Ethnologe Werner Müller geht davon aus, dass Manitu vormals sowohl höchstes Wesen als auch Summe alles Übernatürlichen gewesen sei. Im heutigen Panindianismus wird der Begriff häufig mit „Großer Geist“ übersetzt und synonym mit ähnlichen Konzepten anderer Stämme als Schöpfergott im Sinne des christlichen Gottes mit „indianischer Prägung“ verwendet. Missionare – insbesondere bei den Cree und Anishinabe – setzten Kitchi Manitu jedoch in der Regel mit der christlichen Gottesvorstellung gleich, belegten so den Begriff neu und verbreiteten diese vom ursprünglichen Konzept abweichende Vorstellung auch im englisch- und französischsprachigen Raum. Die Unterscheidung der Begriffe Kitchi Manitu , Mino Manitu und Matchi Manitu bezeugt jedoch, dass die Gottesvorstellungen der Algonkin und der Christen früher unterschiedlich waren. Die zum Teil voneinander abweichenden Beschreibungen in ethnographischen Texten beruhen auf Fehlinterpretationen und Übersetzungsfehlern, aber auch auf durchaus unterschiedlichen Vorstellungen bei den weit verstreuten Algonkin-Stämmen. Es heißt auf Massachusett manit, Narragansett manìt, Pequot-Mohegan manto, Mi’kmaq mntu , Cree manito oder manitow und Ojibwe manidoo, jeweils mit der Bedeutung „Gott“ oder auch „Geist“. In der Unami-Sprache der Lenni Lenape heißen die zahlreichen nicht-menschlichen Geister manëtu und auf Shawnee manito. Auf Cheyenne heißt „Gott“ oder „All-Vater“ dagegen Maheo und „Geist“ màtasooma. Im Sinne von „Großer Geist“, „Großer Gott“ wird das Wort mit gichi bzw. kisci oder kihci „groß“ kombiniert. Semantisch entsprechende Bildungen auf Cheyenne sind Maxemaheo und Maxemàtasooma. In der Unami-Sprache der Lenape ist der Name des „Großen Geistes“ aus drei Wörtern kontrahiert zu Kètanëtuwit, aus ket- „groß“, manëtu „Geist“ und -wi-t „seiend“. Die Shawnee kennen dagegen keinen entsprechenden „großen Geist“, sondern verehren „Unsere Großmutter“ Kohkumthena oder Kuhkoomtheyna, eine weibliche Schöpfergottheit, die durch die Geister mit den Menschen kommuniziert. Es gibt aber einen „guten Geist“ Wishemenetoo. Der Name der kanadischen Provinz Manitoba und der gleichnamige See haben ihren Ursprung im Namen Manitoowapaaw in der Sprache der Cree. Der Name der Insel Manitoulin geht auf den Ojibwe-Namen Manitoowaalink zurück, wobei die Insel heute auf Ojibwe Manidoo-minis oder Manidoo-minising heißt. Bei den Dakota und Lakota, deren Sioux-Sprachen nicht mit dem Algonkin verwandt sind, gibt es ähnliche Vorstellungen von einem Großen Geist, der in der Dakota- und der Lakota-Sprache Wakan Tanka heißt. Zu beachten ist die beim Lakota gegenüber dem Algonkin umgekehrte Reihenfolge von Substantiv und Adjektiv: wakan heißt „Geist“ oder „geheimnisvoll“ und tanka „groß“. Die Irokesen und Huronen bezeichnen eine ähnliche mythische Wirkmacht in allen Lebewesen und Dingen als Orenda. Sie erachten Manitu weder als positiv noch als negativ. Manitus können in Träumen erscheinen und speziellen Schutz, spezielle Kräfte oder Fähigkeiten verleihen. Kranke Algonkin-Indianer baten Manitu um Hilfe. Laut Paul Radin und I. Hallowell handelt es sich um eine immer personenbezogene Kraft, die belebten oder unbelebten Wesen durch Personen auferlegt wurde. Dabei kann es sich um die Person oder einen Teil der Person selbst handeln, die eine andere Gestalt angenommen hat, oder einen Teil der Kraft dieser Person. Ähnlich dem Hinduismus verstand sich Manitu nicht als „Obergott“, sondern war die Flora und Fauna selbst, während ein Krieger seinen eigenen Manitu-Schutzgeist erhielt und auch andere Naturgewalten verehren durfte. Gichi-Manidoo bzw. Kitchi-Manitu bezeichnet bei den Cree, Ojibwe, Algonkin , Odawa, Potawatomi, Naskapi und Innu das höchste spirituelle Wesen, das über sämtlichen übrigen Geistwesen stand. Dies wurde bereits im 17. Jahrhundert von christlichen Missionaren benutzt, um die Vorstellung ihres Gottes zu erklären und weiter zu verbreiten. Mit dieser Erklärung konnten sie bei vielen Stämmen Erfolge verzeichnen. In den Bibelübersetzungen und Katechismen – seien sie nun katholisch oder von einer der zahlreichen protestantischen Kirchen – ist Kicemanito , Kisemanitô , Kisemanitow auf Cree und Kishemanito , Kesha-Muhnedoo oder Gesha-Muhnedoo auf Ojibwe, Kije Manido auf Algonkin, Kshe'mune'to auf Potawatomi, tshishe Manitu auf Innu und Chisamanitu auf Naskapi die Bezeichnung für Gott. 1663 hatte John Eliot in seiner Bibel in der Massachusett-Sprache noch fast durchgehend das englische Wort God und nur ausnahmsweise das Algonkin-Wort Manit verwendet, so etwa zweimal im ersten Vers des Johannesevangeliums, im zweiten Vers jedoch wieder God. Johannes Campanius verwendete dagegen in seiner Übersetzung des Kleinen Katechismus von Martin Luther in die von ihm so genannte „amerikanisch-virginische Sprache“ in Neuschweden , bei der es sich um Delaware-Pidgin handelte, konsequent den Gottesnamen Manétto. Der Herrnhuter Missionar David Zeisberger nennt Gott auf Delawarisch wiederum in seiner 1806 fertiggestellten, aber erst 1821 posthum erschienenen Lenape/Munsee-Übersetzung der „Geschichte Jesu Christi“ – einer Zusammenfassung aller vier Evangelien von Samuel Lieberkühn – Getanittowit . Daneben wird Gott von den Herrnhutern auf Delawarisch auch Patamawos genannt, so in Abraham Luckenbachs Auszügen aus dem Alten Testament. Auch in den spärlichen Texten der Mohegan wird Manto als christlicher Gottesname verwendet – so in den Tagebüchern der letzten Pequot-Mohegan-Muttersprachlerin Fidelia Fielding Ende des 19. Jahrhunderts –, während Gladys Tantaquidgeon Káwtántowit als Schöpfer und Manto als „unseren Besitzer“ nennt. Bei den Übersetzungen des Neuen Testaments in andere Algonkin-Sprachen – komplette Bibelübersetzungen gibt es dort nicht – hat es keine Verwendung des Begriffs Manitu gegeben, jedoch sind andere Algonkin-Begriffe auf das christliche Gotteskonzept übertragen worden, so auf Shawnee Tapalamalikwa, auf Muhheconnuk Pohtomnowwaus , auf Mi’kmaq Nikscąm, Nĭkskam bzw. Niskam und dementsprechend auf Malecite-Passamaquoddy Nukskam, auf Abenaki Kchi Niwaskw oder ktchi-Niwaskw , auf Cheyenne Maheo bzw. Ma'heo'o , auf Arapaho Hejavaneauthau und auf Blackfoot Ap'isto-tok-iu-a. Bei den Mi’kmaq übertrugen katholische Missionare die Bedeutung des Algonkin-Wortes für „Geist“ mntu auf den Teufel, und in diesem Sinne findet man es in der Form mundo auch in einer Übersetzung des Johannesevangeliums von 1854 durch die protestantische Micmac Missionary Society und als mǔndoo in Silas Rands Übersetzung des Matthäusevangeliums 1871. Dies wird als ein erhebliches Hindernis für eine Wiederbelebung der Mi’kmaq-Kultur gesehen, da Gläubige, darunter Stammesälteste, fürchten, durch Anbetung des Teufels mntu in die Hölle zu kommen und deshalb eine Rückbesinnung auf alte Werte der Indigenen ablehnen. Der Ausdruck „Böser Geist“, auf Cree macimanito und Ojibwe maji-manidoo, eine Kombination des Wortes manito mit maci bzw. maji „böse“, bezeichnet in vielen Bibelübersetzungen den Teufel. So heißt der Teufel Macemanito oder Macemanitô auf Cree, Mvjimanito auf Ojibwe und Michiminitu auf Naskapi, außerdem Miceminato auf Shawnee sowie in den kontrahierten Formen Mattannit auf Massachusett und Machtando auf Lenape/Munsee . Jesse Edgar Middleton verwendete den Ausdruck Gitchi Manitou für Gott 1926 in seiner englischen Version des kanadischen Weihnachtslieds Jesous Ahatonhia , das bereits im 17. Jahrhundert von dem Jesuitenmissionar Jean de Brébeuf in der huronischen Sprache der Wyandot verfasst wurde. Im huronischen Original tritt das Wort allerdings nicht auf, denn das Wyandot gehört nicht zu den Algonkin-Sprachen, sondern zu den Irokesischen Sprachen. Der englische Text weicht inhaltlich und in seinen Bildern von der Weihnachtsgeschichte, der huronischen Vorlage und den religiösen Vorstellungen der Wyandot ab. Im populären Indianerbild im deutschen Sprachraum wird, insbesondere aufgrund des vielfältigen Gebrauchs in den Romanen Karl Mays, unter „Manitu“ oft fälschlich eine zentrale Gottheit der Indianer Nordamerikas angenommen; tatsächlich waren viele Zuschreibungen Mays dem christlichen Gott entlehnt. Die Mescalero-Apachen, deren fiktiver Häuptling Winnetou der Hauptheld ist, stehen bei Karl May im Fokus. Tatsächlich gibt es aber in der Religion der Apachen keinen dem Gichi-Manidoo bzw. Manito der Algonkin entsprechenden „Großen Geist“. Hauptgottheit ist vielmehr der „Schöpfer aller Dinge“ und „Lebensgeber“ bzw. genauer – da weder männlich noch weiblich – das „alles Erschaffende, Leben Gebende“, Ussen, Usen, Yus'n oder Ysun, bei den Mescalero Yusn, der im Gegensatz zu darunter stehenden Gottheiten wie den Berggeistern Ga'n, Gan oder Gah'e kaum angebetet wurde. Das Thema wird auch in einem Bericht über die heutigen Mescalero-Apachen in der „ZEIT“ aufgegriffen, wo der interviewte Medizinmann sagt : „Manitou? Unser Schöpfer heißt Bik’egu’in Dán. In eurer Sprache: Der uns Leben schenkt.“ Bik’ehgo’ihi’nań ist auch der Name für Gott, der in der West-Apache-Übersetzung des Neuen Testaments verwendet wird.
2024-12-04 04:35:17
https://de.wikipedia.org/wiki/Arie_Jan_Haagen-Smit
Arie Jan Haagen-Smit war ein niederländischer Chemiker. Haagen-Smit studierte Chemie an der Universität Utrecht. 1926 schloss er mit dem Master ab und wurde 1929 promoviert. Von 1929 bis 1935 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent bei Fritz Kögl an der Universität Utrecht. In dieser Zeit war er gemeinsam mit Kögl und Hanni Erxleben an der Entdeckung des Auxin beteiligt. Ab 1936 war er bei Kenneth Thimann als Lecturer für Organische Chemie an der Harvard University. 1937 wurde er auf Einladung von Thomas Hunt Morgan Fakultätsmitglied am Caltech in Pasadena und war dort von 1940 bis 1971 Professor für bioorganische Chemie. Ab 1948 erforschte er die Luftverschmutzung und prägte den Begriff des Smog.
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