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2024-12-02 08:21:21
https://de.wikipedia.org/wiki/Chen_Yujiao
Chen Yujiao 陈与郊 aus Haining, Zhejiang, war ein chuanqi- und zaju-Theaterdichter der späten Zeit der Ming-Dynastie, der auch viele weitere Dichtungen, Artikel und Theaterkritiken verfasste. Sein Stück Zhaojun chusai 昭君出塞 über das Schicksal von Wang Zhaojun gilt als sein bestes Werk. Er gilt als Herausgeber der Sammlung Gu mingjia zaju 古名家杂剧 mit yuan- und ming-zeitlichen Stücken. Seine Dramen fanden Aufnahme in den Sammlungen Sheng Ming zaju 盛明杂剧 und Guben xiqu congkan erji 古本戏曲丛刊二集. HYDZD-Bibliographie, Nummern 1867–1872
2024-11-23 22:09:24
https://de.wikipedia.org/wiki/Lasagne
Als Lasagne , Plural Lasagnen, werden sowohl besonders breite Bandnudeln als auch der mehrere Teigschichten beinhaltende Gratin bezeichnet. Die Römer nutzten in der Antike eine im Mittelmeerraum verbreitete Technik, flache Teigblätter herzustellen, die dann zu Streifen weiterverarbeitet und gekocht wurden. Diese Blätter wurden lagana genannt, worauf sich das heutige lasagna zurückführen lässt. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Herleitung über altgriechisch τὰ λάσανα tà lásana, das einen Rost für Töpfe oder Bratpfannen bezeichnet. Dieses Wort wurde von den Römern als lasanum in der Bedeutung „Kochtopf“ übernommen. Die Italiener verwendeten das Wort, um sich auf das Gefäß zu beziehen, in dem zubereitet wurde, was als Lasagne bekannt ist – so bezeichnet die Vokabel lasagna das Gericht selbst. Als Lasagne wird eine sehr breite Art der Bandnudel bezeichnet, die ähnlich wie Cannelloni zubereitet wird. Ein Gericht aus breiten Bandnudeln, die gekocht in Butter geschwenkt und à part mit geriebenem Parmesan und Hackfleischsoße serviert werden, trägt in der Küchensprache den Namen Lasagne alla bolognese. Die Zubereitung von Gerichten aus großen Teigfladen hat eine Geschichte, die lückenlos bis in die Antike zurückreicht. In einem Traktat des Apicius sind zwei derartige Rezepte bezeugt. Es sind eher die ausgeformten Nudeln wie Vermicelli oder Tortellini, deren Herkunft ungewisser ist und die vermutlich erst später entwickelt wurden. In mittelalterlichen Kochbüchern sind auch Varianten mit Fladen aus Hefeteig überliefert, die in Brühe oder Mandelmilch gekocht wurden. Im Forme of Cury, einer Rezeptesammlung der Köche am Hof von König Richard II. von England aus dem 14. Jahrhundert, wird das Gericht „loseyns“ beschrieben, das ebenfalls geschichtete und mit Käse überbackene Nudelplatten beinhaltet. Aus Bologna stammt die Lasagne pasticciate oder Lasagne alla casalinga, kurz Pasticcio, die in Deutschland eher als Lasagne al forno bekannt ist. Das Gericht besteht aus mehreren abwechselnden Schichten von Nudelplatten, Ragù alla bolognese, Béchamelsauce und geriebenem Parmesan und wird im Ofen gebacken. Diese Spezialität aus den Marken ist nach dem österreichischen Feldmarschall Alfred I. zu Windisch-Graetz benannt – Vincisgrassi ist eine Verballhornung dieses Namens. Es handelt sich um einen Auflauf, der aus mehreren sich abwechselnden Schichten von Nudelplatten, einer Sauce aus Kalbfleisch, Kalbshirn oder Kalbsbries, Kalbs- oder ersatzweise Geflügelleber, Wein und Tomate, einer Béchamelsauce sowie geriebenem Parmesan besteht. Die Besonderheit dieser Zubereitung liegt zum einen in dem mit Dessertwein zubereiteten Nudelteig, zum anderen in der mit wenig Zimt abgeschmeckten Fleischsauce. In der modernen Küche finden sich Zubereitungen mit Fisch oder Meeresfrüchten sowie vegetarische und vegane Varianten. Lasagne wird auch als Fertiggericht in gekühlter oder tiefgefrorener Form angeboten. Lasagne ist das Leibgericht des 1978 von Jim Davis erschaffenen Comic-Katers Garfield.
2024-11-30 14:45:53
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A9lix-Antoine_Savard
Félix-Antoine Savard war ein kanadischer Schriftsteller, Folklorist und Hochschullehrer. Savard wuchs in Saguenay auf. Er wurde 1922 zum katholischen Priester geweiht und war darauf Vikar in mehreren Gemeinden und war Gründungspfarrer der Gemeinde Saint-Philippe in Clermont. Daneben studierte er griechische und lateinische Autoren der Antike, mittelalterliche und klassische französische Literatur und auch zeitgenössische Autoren wie Frédéric Mistral, Paul Claudel und Paul Valéry. 1937 veröffentlichte er seinen Roman Menaud maître-draveur. Er gilt als sein Hauptwerk, an dem er über dreißig Jahre arbeitete und das in fünf teils erheblich überarbeiteten Auflagen erschien. Ab 1943 unterrichtete Savard an der Universität Laval. Dort war er von 1950 bis 1957 Dekan der Kunstfakultät, unterrichtete Literatur und engagierte sich in der universitären Folkloreforschung. 1945 wurde er Mitglied der Royal Society of Canada, 1954 Mitglied der Académie canadienne-française. Neben dem genannten Roman veröffentlichte er mehrere Gedichtsammlungen, Kurzgeschichten, Parabeln, dramatische Werke und Memoiren.
2024-11-23 11:16:26
https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_of_York,_Lady_Howard
Anne of York war eine englische Prinzessin und fünfte Tochter von König Eduard IV. und dessen Frau Elizabeth Woodville. Am 5. August 1480 schloss Eduard IV. einen Vertrag mit Maximilian I., dem Erzherzog von Österreich und späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Laut diesem Vertrag sollte Anne Maximilians ältesten Sohn Philipp heiraten. Maximilian war ein wertvoller Bündnispartner für Eduard, da er gute Aussichten auf die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches hatte und seine Frau Maria die Alleinerbin des Herzogs von Burgund war. Nach dem Tod Eduards wurde der Heiratsvertrag jedoch verworfen. Um die Nähe König Richards III. zur Familie Howard zu bestätigen, wurde Anne 1484 mit Thomas Howard verlobt. Nach dem Tod Richards erneuerte Howard seinen Anspruch auf Anne. Diese war zu diesem Zeitpunkt eine Hofdame ihrer Schwester Elizabeth, die König Heinrich VII. geheiratet hatte. Am 4. Februar 1495 heiratete Anne Thomas Howard in Westminster Abbey. Howard war der älteste Sohn und Erbe von Thomas Howard, 2. Duke of Norfolk und dessen erster Frau Elizabeth Tilney. Da Thomas Howard jedoch erst nach dem Tod Annes die Titel des Earl of Surrey und des Duke of Norfolk erbte, war sie, seit ihr Gatte 1497 zum Ritter geschlagen worden war, als Lady Howard bekannt. Der einzige Sohn, von dem man sicher weiß, ist Thomas Howard . Anne starb am 23. November 1511 und wurde in der Thetford Priory begraben. Nach der Reformation in England wurde sie, zusammen mit anderen Mitgliedern der Familie Howard, in die Kirche St Michael in Framlingham überführt. Ihr Witwer Thomas Howard heiratete in zweiter Ehe Lady Elizabeth Stafford, mit der er mehrere Kinder hatte.
2024-12-01 21:17:44
https://de.wikipedia.org/wiki/Akdschol_Machmudow
Machmudow bei den Asienspielen 2018 Akdschol Machamaddschanowitsch Machmudow ist ein kirgisischer Ringer, der im griechisch-römischen Stil antritt. Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 gewann Machmudow die Silbermedaille in der Gewichtsklasse bis 77 kg. Machmudow wurde 1999 in Osch, der zweitgrößten Stadt Kirgisistans, geboren. Im Alter von sechs Jahren begann er mit dem Ringen und folgte damit seinen beiden älteren Brüdern, die den Sport ebenfalls ausüben. Im Jugendbereich errang Machmudow bereits erste Erfolge und qualifizierte sich für die Asienmeisterschaft der Junioren 2017 in Taipeh. Bei der Meisterschaft trat Machmudow in der Gewichtsklasse bis 74 kg an und zog in das Finale ein, wo er den usbekischen Ringer Jalgasbay Berdimuratow besiegte. Als amtierender Asienmeister der Junioren kämpfte Machmudow im August 2017 bei der Junioren-Weltmeisterschaft im finnischen Tampere und belegte dort den zweiten Rang. Im Jahr 2018 trat Machmudow erstmals bei bedeutenden internationalen Turnieren außerhalb des Juniorenbereichs an und stieg dabei unmittelbar in die absolute Weltspitze auf. Bei der Asienmeisterschaft in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek nahm Machmudow am Wettkampf in der Gewichtsklasse bis 72 kg teil und besiegte im Laufe des Turniers Konkurrenten aus Jordanien, Indien und Japan. Im Finalkampf besiegte der Kirgise den zehn Jahre älteren Kasachen Demeu Zhadrajew und krönte sich damit zum Asienmeister. Im Vorfeld der Asienspiele 2018 wechselte Machmudow die Gewichtsklasse und tritt seitdem im Weltergewicht bis 77 kg an. Auch bei den Asienspielen zog Machmudow in das Finale ein, unterlag dort jedoch dem Iraner Mohammadali Geraei. Im April 2021 gewann Machmudow das Olympia-Qualifikationsturnier in Almaty und qualifizierte sich damit für den olympischen Wettkampf im griechisch-römischen Stil in der Gewichtsklasse bis 77 kg. Der Wettbewerb in Tokio begann für Akdschol Machmudow am 2. August 2021 mit dem Achtelfinale, das er durch technische Überlegenheit gegen den Tunesier Lamjed Maafi Tun gewann. Weitere Siege gegen Konkurrenten aus Armenien und Aserbaidschan bedeuteten den Einzug in das olympische Finale, in dem Machmudow auf den Ungarn Tamás Lőrincz traf. Lőrincz setzte sich im Finale mit 2:1 nach Punkten durch und verwies Machmudow damit auf den Silberrang. Mit dem Gewinn der Silbermedaille trug Machmudow wesentlich zum positiven Abschneiden der kirgisischen Teilnehmer bei, die mit zwei Silber- und einer Bronzemedaille die beste Bilanz in der olympischen Geschichte Kirgisistans verbuchen konnten. Bei den Asienmeisterschaften 2022 in Ulaanbaatar konnte Machmudow seinen Erfolg aus 2018 wiederholen und gewann die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 77 kg.
2024-12-03 20:57:38
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4r%C3%B6ische_Fu%C3%9Fballmeisterschaft_der_Frauen_2022
Die Färöische Fußballmeisterschaft der Frauen 2022 war die 38. Saison der höchsten färöischen Fußballliga der Frauen. Die Liga heißt offiziell Betrideildin nach dem Hauptsponsor Betri Banki. Sie startete am 20. März 2022 mit dem Spiel zwischen TB/FC Suðuroy/Royn und Víkingur Gøta und endete am 22. Oktober 2022. Aufsteiger TB/FC Suðuroy/Royn war der 32. Teilnehmer seit dem Beginn der höchsten Spielklasse. Meister wurde Titelverteidiger KÍ Klaksvík, die den Titel somit zum vierten Mal in Folge und zum 22. Mal insgesamt erringen konnten. Im Vergleich zur Vorsaison verbesserte sich die Torquote auf 4,75 pro Spiel, was den höchsten Schnitt seit 2015 bedeutete. Den höchsten Sieg erzielte NSÍ Runavík durch ein 17:0 im Gastspiel gegen TB/FC Suðuroy/Royn am dreizehnten Spieltag, was zugleich das torreichste Spiel darstellte. In der Betrideildin spielte jede Mannschaft an 21 Spieltagen jeweils drei Mal gegen jede andere. Die punktbeste Mannschaft am Saisonende stand als Meister dieser Liga fest. EB/Streymur/Skála sowie KÍ Klaksvík gewannen jeweils ihre ersten drei Spiele. Im direkten Duell am vierten Spieltag setzte sich KÍ im Heimspiel mit 3:1 gegen EBS/Skála durch. Nach der 0:2-Heimniederlage von EBS/Skála gegen NSÍ Runavík am achten Spieltag wuchs der Abstand zu KÍ Klaksvík auf vier Punkte an. Am elften Spieltag kam es zum Rückspiel, bei dem sich EB/Streymur/Skála mit 1:0 durchsetzen konnte. Dies sollte die einzige Niederlage für den Spitzenreiter bleiben. EBS/Skála hingegen verlor die nächsten fünf Partien in Folge, darunter auch 0:3 bei KÍ am 16. Spieltag. Die Meisterschaft stand schließlich am 19. Spieltag nach einem 4:0-Auswärtssieg von KÍ Klaksvík gegen Víkingur Gøta fest. Bei gleicher Anzahl von Treffern sind die Spielerinnen nach dem Nachnamen alphabetisch geordnet. Dies war nach 2013, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2021 der achte Titel für Heidi Sevdal. Nur HB Tórshavn wechselte den Trainer aus, dies hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Tabellenposition. Folgende Schiedsrichter, darunter jeweils einer aus Island, Dänemark, Rumänien und Norwegen, leiteten die 84 ausgetragenen Erstligaspiele: Weitere sieben Schiedsrichter leiteten jeweils ein Spiel. In Klammern sind die Anzahl der Einsätze sowie die dabei erzielten Tore genannt. Rannvá Andreasen | Maria Biskopstø | Anitha á Dalinum | Marjun Hjelm | Durita Hummeland | Liljan Jacobsen | Óluva Joensen | Tórunn Joensen | Vár Johannesen | Maria Johansen | Malena Josephsen | Eyðvør Klakstein | Jancy Mohr | Tóra Mohr | Hervør Olsen | Malena Olsen | Jórun Patawary | Ragna Patawary | Birita Ryan | Lóa Samuelsen | Sanna Svarvadal | Fanni Kata Turi | Elspa Maria Zachariassen ohne Einsatz: Rúna Bjartalíð Im Landespokal gewann Meister KÍ Klaksvík mit 2:1 gegen HB Tórshavn und erreichte dadurch das Double. 2022/23 spielte KÍ Klaksvík als Meister des Vorjahres in der ersten Runde der UEFA Women’s Champions League und verlor gegen FC Zürich mit 0:6. Das Spiel um Platz 3 wurde mit 1:2 gegen SFK Rīga verloren. 1. Deild: 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 Betrideildin: 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024
2024-11-24 09:36:32
https://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanische_Kosmogonie#Gott_verlässt_verärgert_die_Welt
Afrikanische Kosmogonie beschreibt die zentralen Teile innerhalb des Formenkanons afrikanischer Mythen, die sich mit der Erschaffung der Urahnen und der Umwelt des Menschen beschäftigen. Die Herstellung einer kosmischen Ordnung ist, falls Mythen lebendig sind, als kulturreligiöse Aufgabe Voraussetzung für die soziale und wirtschaftliche Existenz einer Gemeinschaft. Kosmogonien, die sich mit der Erschaffung der Welt beschäftigen, stammen aus dem asiatischen Bereich und sind in Afrika weniger verbreitet. In zahlreichen Variationen geht es dagegen um die Trennung von Himmel und Erde, einen Mythos aus demselben Bereich antiker Hochkulturen, wodurch das friedliche Zusammenleben von Urmenschen und Göttern beendet wurde und die Zeit der Urahnen begann. Der Paradiesverlust wurde durch einen Sündenfall eingeleitet. Über allem und fast überall in Afrika existiert ein Hochgott, der oft auch erster Schöpfer ist. Er wird im Ritual angesprochen, häufiger ist er in die Ferne gerückt. Die Existenz der Dinge und des Menschen, auch die Normen des Zusammenlebens, müssen begründet werden. Mythen sind Erzählungen über deren Entstehen in einer Urzeit. Von Mythen spricht man nicht beiläufig. Sie gelten als heilig, einige Mythen dürfen bestimmten Gruppen der Bevölkerung nicht bekannt sein. Dagegen mögen andere Geschichten, Märchen oder Tierfabeln genauso bunt sein, sie sind aber nicht wirklich, sondern komisch. Eine den kosmogonischen Mythen entsprechende Struktur haben Ursprungsmythen, die zur Begründung aller möglichen Erscheinungsformen in der Welt eingeführt wurden. Sie erklären die Verhaltensweisen eines Tieres ebenso wie die von einem mythischen Gründer hergeleitete Macht des Königs. Diese Ursprungsmythen aktualisieren fortlaufend seit dem Uranfang neu in die Welt gekommene Situationen, die erst begründet werden müssen, damit sie bewältigt werden können. Eine dritte Abgrenzung sollte besonders für Afrika zwischen Mythos und Magie erfolgen. Der Mensch steht dem Mythos als Teil seiner traditionell afrikanischen Religion passiv gegenüber, er kann nur versuchen zu gefallen. Magie ist ein aktives Vorgehen und basiert zwar genauso auf Glauben, ist aber wie Wissenschaft auf Überprüfbarkeit ausgerichtet. Dieselbe Ursache wird immer dieselbe Wirkung erzielen, also bringt die richtige Zeremonie auch das gewünschte Ergebnis, andernfalls wäre von anderswo eine noch mächtigere Magie im Spiel. Die personifizierten Schöpferkräfte lassen sich innerhalb der jeweiligen Kultur hierarchisch nach ihrer Stellung in der jenseitigen Welt, ihrem praktischen Anteil an der Schöpfung oder nach dem Grad ihrer kultischen Verehrung einteilen. Da Mythen über die Gottheiten beträchtlich variieren und sich gelegentlich widersprechen, ergeben sich je nach Auslegung unterschiedliche Auflistungen. Der Hochgott trägt meistens den Beinamen „Schöpfer“, über seine genaue Vorgehensweise bei der Schöpfung wird jedoch in der Regel nicht gesprochen. Im Himmel kann er weit entrückt, funktions- und kultlos geworden sein, andere nehmen hingegen in ihrer Eigenschaft als Gewitter- und Regengott spürbaren Einfluss. Allein ohne Frau erzeugt er alles aus sich selbst heraus als erste Ursache, seine Kinder sind Himmelsmenschen, die er aus Ton, Holz oder eigenem Blut geformt hat. Er schickt sie auf die Erde, um dort Menschen zu bilden. Zu den bekanntesten Himmelsgöttern zählt der Schöpfer des Universums Olorun bei den Yoruba in Nigeria, der im Lauf der Zeit hinter seinem Sohn Obatala verschwand, dem eigentlichen Schöpfer, der die Menschen aus Lehm formte. Olorun ist ein entrückter Gott, geschlechtslos, ein „Eigner des Himmels“ oder „Himmelsherr“. Das Hervorbringen des festen Landes aus dem Urmeer überlässt er dem Erdgott Oduduwa. Der Yoruba-Kosmos gehört zu den am meisten durchstrukturierten Mythengebäuden Afrikas. Es gibt zwei voneinander getrennte Welten, die in Riten durch eine hälftig geteilte Kalebasse dargestellt werden. Die obere Halbschale ist der himmlische, geistige Bereich der Urahnen und aller Gottheiten und wird Orun genannt. Von hier aus strahlen sie eine Lebenskraft in alle Bereiche der sichtbaren Welt der Menschen, die Aye-Welt. Durch Rituale und Opfer muss der Kontakt zu den Göttern gehalten und der fortwährende Fluss dieser Kraft gewährleistet werden. Obwohl in die Ferne gerückt, übt Olorun Macht über die spezialisierten Götter aus, die 201 oder 401 Orishas. Der ostafrikanische Hochgott Mulungu ist ebenso entrückt wie Olorun und wird wenig verehrt. Sein Verbreitungsraum erstreckt sich von Mosambik und Malawi bis in Teile Kenias. Im Zentrum liegt das Siedlungsgebiet der Nyamwezi in Tansania, bei denen 45 verschiedene Beinamen für den Gott gezählt wurden. Bei einigen Völkern galt er ursprünglich als Erdgott, häufiger als Ahnengott. Von Reisenden wurde er in manchen Gegenden als Beschützer mit Zweig- oder Steinhaufen geehrt. Wichtiger ist seine Verantwortung für Regen und Fruchtbarkeit. Bei Missernte waren früher zuerst die Ahnen, in zweiter Linie war Mulungu als Oberhaupt der Ahnen schuld. Bei Donner spricht Mulungu. Die Zuordnung der Farbe Weiß zeigt seine bedeutende Stellung. Die Rolle als Schöpfer kam erst später hinzu. Noch mehr mit Erde verbunden und einst beherrschender Ahnengott war Kalunga. Sein Verbreitungsgebiet ist der Westen Südafrikas, südlich des Kongo-Flusses und Nord-Angola. Gebietsweise war er auch Unterweltsgott, dafür spricht seine Verbindung mit Wasser, Meer, Tod und Mond. In vielen Bantusprachen haben Flussnamen den Wortstamm „lunga“ oder „longa“. In einer Gegend Angolas gibt es zwei Bezeichnungen Kalungas, es wird „im Himmel“ oder „Fluss“ dem Namen angehängt. Zum Schöpfer wird Kalunga im Himmel, nachdem er den ersten von Menschen erbauten Turm zum Einsturz brachte und nur Sambi und dessen Frau Ndumba am Leben ließ. Sambi nahm er mit in den Himmel und schickte einen kleinen Vogel hinunter auf den Nabel der Ndumba, der in den Leib hinein kroch und sie schwanger machte. Der Mythos endet mit Kalungas Worten: „So mache ich Menschen.“ Auf den Fruchtbarkeitsvogel beziehen sich Holzfiguren, die auf Dächern platziert und von Frauen mit Kinderwunsch gefüttert werden. Leza ist ein Schöpfergott im zentralen südlichen Afrika mit Wohnsitz im Himmel, der sich in Regen, Blitz, Donner und Regenbogen manifestiert. Er ist ein eindeutiger Himmelsgott. Aus der Verbindung mit der Erdgöttin Bulongo wachsen Getreide und alle Dinge. Bei den Ewe und Fon von Benin ist Lisa ein Himmelsgott und mit der Sonne assoziiert. Bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis vereinigt er sich mit seiner Gattin Mawu, der Mondgöttin. Nach einem Mythos stammt das Paar von der Urmutter Nana Buluku ab, die die Welt erschuf und sich dann zurückzog. Sie werden meist zusammen als Mawu-Lisa verehrt. Zur Herstellung eines Menschen gebrauchten sie die Kinnlade eines verstorbenen Familienangehörigen, Muskeln und Fleisch wurden aus Lehm hinzugefügt – ein übliches Verfahren. Die beiden sind wie alle Himmelsgötter weit entrückt. In Kontakt zu den Menschen stehen sie über die von ihnen geschaffenen Vodun, 14 Götter, deren oberster der Gott des Eisens Ogún ist. Die Beherrschung des Eisens war in der Geschichte Afrikas für die Entwicklung der Landwirtschaft von zentraler Bedeutung, daher erklärt sich, weshalb die beiden Himmelsgötter den mächtigen Ogun bestimmten, um in ihrem Auftrag die Welt einzurichten. Bei den Ewe, die weiter westlich in Togo bis zum Voltafluss leben, gibt es den männlichen höchsten Gott Mawu . Er ist der allwissende gute Schöpfergott, Strafen lässt er durch niedere Gottheiten ausführen. Mawu scheint weniger zurückgezogen zu sein als andere Himmelsgötter, da er den Menschen Regen und Nahrung bringen kann. Bei den Schöpfungsmythen von Mawu ist ein christlicher Einfluss nicht zu trennen. Mawu erschafft Menschen aus Ton und der Kinnlade eines Verstorbenen. Es gibt drei weitere Himmelsgötter bei den westlichen Ewe, die möglicherweise als Aspekte des einen Hochgottes aufgefasst werden können. Das sind nach den Himmelsgöttern die einflussreichsten Schöpferkräfte. Dazu zählen chthonische Gottheiten im unterirdischen Seelenreich, die vereinfacht Erdgötter genannt werden. Bei den Ewe heißen sie Trowo. Den Menschen etwas näher stehende mythische Urahnen gehören ebenfalls hierzu. Sie entsprechen persönlichen Schutzgöttern. Die schöpferischen Urahnen stammen selbst aus Bäumen, Flüssen oder Erdlöchern und können – ebenso wie Erdgötter – Menschen, Tiere oder Dinge aus denselben Orten hervorrufen. Diese Hervorrufmythen sind weit verbreitet, aber von der Form her einfach. Auf dieser Ebene findet keine aktive Schöpfung statt, es geht um das Herbeischaffen der ersten Kulturgüter und rechtfertigende Begründung für soziale und religiöse Einrichtungen. Hunde, Erdferkel und Spinnen wirken bei der Schöpfung mit, Vögel geben gute Ratschläge. In einem von zahlreichen Schöpfungsmythen der Akan in Westafrika wurde die Spinne Anansi mit der Weltschöpfung beauftragt. Berühmtheit erlangte das Huhn mit fünf Zehen, das die Yoruba-Welt erschuf. Der Himmel war immer schon da, weil hinter dem Anfang die Existenz eines Schöpfergottes feststeht. Die Erschaffung der Erde geschieht nur äußerst selten aus dem Nichts. Wohl das älteste Volk Afrikas sind die San, die über einen enorm reichen Mythenbestand verfügen, worin Tiere tragende Rollen übernehmen. Zu den San gehört die Volksgruppe der Gwikwe, deren Schöpfergott ! Nariba die Erde und alle Sterne machte. Dazu nahm er Feuer, verbrannte die Spitzen von Vogelflügeln und befestigte sie an einem Baum. Einen Flügel nahm er und befestigte ihn mit einer Schnur an einem Stück Holz, am anderen Ende befestigte er ein Stück Kohle. Das ganze Teil warf er, soweit er konnte. Beim dritten Versuch warf er es bis in den Himmel hoch. Das ist jetzt die Sonne. Als es so heiß wurde auf der Erde, dass er kriechen musste, verbrannte er seine Knie. Da trat der erste Baum, der ! Kxare hieß, aus dem Boden hervor und ! Nariba ruhte im Schatten. Ein anderer San-Gott warf seine Sandale oder eine Straußenfeder in den Nachthimmel, bis der Mond leuchtete. Als Ursprungsmythen sind diese Geschichten etwas zufällig und beiläufig erzählt. Es fehlt Strukturierung. Bei den Ewe trat die Erde plötzlich aus dem Dunkel, oder Gott setzte Steine aufeinander und bedeckte sie mit Erde. Zwischendurch ruhte er sich unter einem Euphorbienbaum aus. Das war der erste Baum, er entstand zugleich mit der Erde. Sein weißer Giftsaft wurde einst zum Ordal gebraucht. Wo heute der Baum steht, hat Gott sich bei der Schöpfung niedergelassen. Die Hauptrolle spielt das Huhn mit fünf Zehen. Am Anfang war alles wüst, sumpfig und wässrig, genannt Olokun, das göttliche Meer. Die Götter kamen gelegentlich entlang Spinnenfäden herunter, um im Sumpf zu spielen. Eines Tages schickte Olorun seinen Sohn Obatala mit dem fünfzehigen Huhn und etwas Erde hinab. Er betrank sich unterwegs. Dann schickte Olorun den Bruder Odudua, der das Huhn auf dem Meer absetzte, wo es begann, den Sand zu scharren, bis eine Insel mit der heiligen Stadt Ile-Ife entstand. – Das Huhn erinnert an den Vogelboten der biblischen Sintflut. Eine Variation dieser Geschichte lässt Olorun den höchsten Gott Orisha Nla erschaffen und beauftragte ihn, für festen Grund zu sorgen. Orisha Nla erhielt ein Schneckengehäuse mit etwas Erde, eine Taube und das Huhn mit fünf Zehen. Er kam damit zu dem Sumpf, streute die Erde an einer Stelle aus und setzte Huhn und Taube darauf. Diese begannen die Erde zu verscharren, nach gewisser Zeit war der Sumpf bedeckt mit festem Boden. Orisha Nla begab sich zurück in den Himmel und berichtete. Der Himmelseigner Olorun sandte zur Prüfung ein Chamäleon hinunter. Chamäleons sind immer langsam, meistens zu langsam, bedächtig und haben einen vorsichtigen Gang. Das Tier berichtete, die Erde sei verteilt, aber nicht trocken genug. Nacharbeiten machten sie trocken. Der Platz der Schöpfung heißt Ife , später kam Ile dazu. Die Arbeiten dauerten vier Tage, am fünften Tag wurde der höchste Orisha verehrt. Später wurde er von Olorun nochmals geschickt, um Bäume zu pflanzen, Essen, Wohlstand und die Ölpalme zu bringen. Eine dritte Variante, weil es für die Yoruba der wichtigste Mythos ist: Olorun schickte seinen Sohn Obatala mit der Erdkugel hinunter, um sie auf das Meer zu setzen. Sie zerbrach, aus den Teilen bildeten sich Berge und Inseln. Die erste Pflanze war die Ölpalme, aus der Obatala Palmwein herstellte und betrunken einschlief. Verärgert schickte Olorun seine Tochter Odudua nach, um für Ordnung zu sorgen. Mit ihr war Aje, eine Göttin in Truthahngestalt, die den Boden scharrte, worauf bald Hirse und andere Samen ausgestreut werden konnten. Wo der Palmbaum stand, liegt heute Ile-Ife. Schöpfergott Amma schuf die Sonne: weiß, heiß und umgeben von acht Ringen aus rotem Kupfer, und ebenso den Mond mit Ringen aus weißem Kupfer. Für die Erde warf er einen Lehmklumpen ins All. Der wurde flach, oben war Norden. Die Dogon in Mali besitzen eine äußerst ausgeklügelte kosmogonische Ordnung in räumlicher und zeitlicher Dimension. Dabei sind nicht spekulative Zuschreibungen astronomischer Kenntnisse gemeint, sondern die konsequent aus der Schöpfungsgeschichte heraus entwickelte Struktur der Welt. Das entstandene Weltmodell ist im Alltag überall in Symbolen präsent. Einfache Transportkörbe haben eine runde Öffnung, die als Symbol der Sonne zu verstehen ist, und einen rechteckigen Boden, der Himmel oder Erde bedeutet. Ebenso stehen Getreidespeicher auf einer annähernd quadratischen Grundfläche und schließen mit der runden Spitze eines Kegeldaches ab. Sie symbolisieren die in sich geschlossene Welt; hätten sie eine andere Form, wäre die Ordnung gestört und sie wären als Speicher nicht zu gebrauchen. Entscheidend ist am Anfang das Urei, das in einen Zustand des Nichts hinein geschaffen wurde. Diese einfachste Form als Ausgangspunkt steht bei vielen Hochkulturen am Beginn der Schöpfung. Amma war zuerst allein. Er schuf die Form eines Eis, das aus seinen vier Schlüsselbeinknochen bestand. Diese teilten das Ei in vier Viertel, welche die vier Elemente Feuer, Luft, Erde und Wasser enthielten, die Knochen waren die vier Kardinalrichtungen. Weiter schuf er aus sich 266 kosmische Zeichen, das waren Struktur und Prinzipien aller Dinge. Amma platzierte alles zusammen mit Pflanzensamen auf eine Scheibe und ließ diese zwischen den kosmischen Achsenpunkten drehen. Die Folge war, das Wasser trieb hinaus und die Samen vertrockneten. Die Kreation war misslungen, Amman zerstörte sie und begann von neuem. Diesmal brachte er Samen ins Zentrum des kosmischen Eis, da hinein sprach er sieben kreative Worte in der heiligen Sprache . Die Samen erzitterten siebenmal und dehnten sich spiralig in sieben Richtungen innerhalb des Eis aus, erzeugten damit sieben Segmente, und im Zentrum der Welt war eine menschliche Gestalt erzeugt. Die siebte Richtung brach aus der Schale und produzierte ein extra Segment, kleiner als die anderen und unvollständig. Das siebte Segment ist unsere Welt, die anderen liegen unterhalb, weitere sieben Segmente oder Sphären bilden den Himmel. Das Prinzip der Unordnung war geschaffen, das als Dualität zusammen mit dem Prinzip der Ordnung Struktur und Dynamik der Dogon-Welt bildet. Vom selben Ei ausgehend folgt dann die Erschaffung des ersten Menschenpaares. Das traditionelle Dogon-Lehmhaus ist ein aus der im Ursprung hergestellten Ordnung abgeleitetes Symbol. Die Tür liegt im Norden, gegenüber an der Wand steht der Herd, bestehend aus zwei Steinen, die West und Ost markieren. Das Flachdach ist der Himmel, eventuell bilden vier kleine Dächer am Rand die Kardinalpunkte. Im Erdboden ruht Lébé, der in eine Schlange verwandelte Urmensch mit dem Kopf nach Norden gerichtet. Der ganze Dorfplan entspricht demselben Prinzip. Damit ist die wichtigste Aufgabe des Ursprungsmythos erreicht: die Ordnung der Welt. Die Fang und verwandte Ethnien in Südkamerun und Nordgabun besitzen eine äußerst komplexe, orale Epentradition, die von einem Sänger und Erzähler vorgetragen wird, der sich auf der Stegharfe Mvet begleitet. Das einzigartige Saiteninstrument heißt wie die gesamten, für die Fang identitätsstiftend wirkenden Überlieferungen, die Grundlage für die kulturellen, sozialen und moralischen Verhaltensregeln darstellen. Der Ursprung des Universums wird Atarega genannt. Als erstes Bewegendes taucht aus dem Nichts Eyo auf. Zu dieser Zeit gab es weder Zeit, Raum noch Materie. Eyo vermischte die Farben von Gold und Kupfer, um daraus ein leuchtendes Ei namens Aki Ngoss Eyo zu erhalten. Das Ei wechselte entsprechend den äußeren Einflüssen seine Farbe zwischen Rot und Weiß, bis es sich zu unendlicher Größe ausdehnte und schließlich in zahllose Stücke zerbarst, aus denen die Gestirne wurden. Ein ungeheurer Sturm aus dampfender Hitze zerstreute die Teile in alle Richtungen aus und bildete so die Milchstraße. Der spätere kosmische Kampf zwischen Gut und Böse um die Menschwerdung wird dramatisch und mit großer Detailtreue geschildert. Die beiden Widersacher sind die aus Eisen bestehenden unsterblichen Wesen Ekang im Land Engong, die gegen die aufbegehrenden sterblichen Menschen aus dem Land Okü kämpfen. Die Ekang können sich auf Elefantenstoßzähnen durch die Lüfte bewegen und legen durch Regenbogen Feuer, sodass ganze Dörfer abbrennen. Der Held der Menschen ist Obame, er versucht, den Eisenmenschen von Engong das Geheimnis des Metalls zu entlocken. Insgesamt sind die Parallelen zur griechischen Mythologie unverkennbar. Zur Vorstellung vom Goldenen Zeitalter gehört der Mythos von der Trennung von Himmel und Erde. Einst lag das männlich-weibliche Prinzip als Weltenpaar aufeinander. Himmel und Erde waren parallele Welten, Menschen im Himmel fielen gelegentlich herab und kletterten nach einiger Zeit wieder hinauf, Götter lebten auch auf der Erde. Die Trennung ist zugleich der Übergang von den friedlich zusammenlebenden Urmenschen, die Riesen waren, teilweise Schwänze und lange Haare hatten, zu den mythischen Urahnen einer Gesellschaft. Ohne Unterschied zwischen beiden Welten waren die Menschen unsterblich. Zur Überquerung in beide Richtungen gab es ein Seil, eine Kette oder einen Spinnenfaden. Tote auf der Erde mussten am Seil in den Himmel gelangen und kehrten nach kurzer Zeit dort lebendig und verjüngt zur Erde zurück. Wenn der Schöpfergott im Himmel die ersten Menschen bildete, schickte er sie an dem Seil auf die Erde hinunter. Bei den Aschanti stiegen die sieben ersten Menschen an einer Kette herab, zeugten auf der Erde einige Menschen und gingen danach in den Himmel zurück. An einer Kette kamen auch Odudua und Ore, der erste Mensch der Yoruba. Es gibt auch heimlich vor dem Himmelsgott geflohene Menschen, die an einem Spinnenfaden herab kamen. Noch zur glücklichen Urzeit gehört folgende Geschichte der Luyia: Eine junge Frau, die den ausgesuchten Mann nicht heiraten wollte, rannte in den Busch und kam an ein Seil, das vom Himmel herabhing, ergriff es, wurde zum Himmel gehoben und stand orientierungslos da. Die Mutter der Sonne nahm die Frau auf, wollte sie jedoch mit ihrem Sohn verheiraten. Die Frau weigerte sich, senkte die Augen und schwieg. Auch nach mehrfach gebrachten leuchtenden Geschenken antwortete sie nicht. Zuletzt gab die Sonne ihre eigenen Strahlen und beide heirateten. Die Frau gebar der Sonne drei Söhne, behielt aber während der ganzen Zeit die als Geschenk gegebenen Strahlen in einem Topf bei sich. Auf der Erde war es dunkel. Dann bat die Frau um Erlaubnis, ihre Eltern auf der Erde besuchen und Geschenke mitbringen zu dürfen. Nach drei Tagen ging sie zurück in den Himmel. Zuvor öffnete sie den Topf und ließ die Strahlen der Sonne heraus. Alle waren glücklich. Die Sonne scheint seitdem bei Tag und der Mond bei Nacht. Die populärsten Mythen schildern die Trennung des Seils, wie es dazu kam, dass Himmel und Erde getrennt wurden und die Götter sich von der Erde zurückzogen. Die Entrückung Gottes ist das Resultat menschlicher Bosheit oder Überheblichkeit. Bei den Lobi in Nordghana und im Süden von Burkina Faso konnten die Menschen fliegen oder sich an Eisenketten vom Himmel herablassen. Himmel und Erde lagen aufeinander. Hatten die Menschen Hunger, schnitten sie ein Stück vom Himmel ab und kochten es. Der Schöpfergott Humpa befahl eindringlich, den Topf beim Kochen nicht zu öffnen. Eine Frau übertrat das Gebot und mit dem aufsteigenden Dampf aus dem Topf entfernte sich der Himmel. Alternativ erhielten sie, um den Hunger zu stillen, von Gott eine Riesenhacke, um den Boden so zu bearbeiten, dass Berge und Täler entstanden. Verärgerter Gott, Spinne und Spinnenfaden sind bei den Lozi von Sambia Elemente des klassischen Erschaffungs- und Trennungsmythos. Gott Nyambi erschuf die Erde und alle Kreaturen und lebte mit ihnen und seiner Frau Nailele zusammen unter ihnen. Der erste Mensch Kamonu unterschied sich von den Tieren, da er alles nachahmte was Nyambi tat. Als Kamonu den Schöpfergott bedrängte und seine magischen Fähigkeiten zu erlangen versuchte, war Nyambi gezwungen, sich vor Kamonu zu verstecken. Eine Spinne fand im Himmel einen sicheren Platz und brachte ihn an einem langen Seidenfaden dorthin. Als Nyambi dort angelangt war, stach er der Spinne die Augen aus, damit sie seinen Aufenthaltsort nicht zeigen konnte. Kamonu versuchte etwas zu bauen, um in den Himmel zu gelangen, fiel aber herunter. Nyambi ist seither als Sonne am Himmel zu sehen, Nailele als Mond. Ein verbreitetes Motiv in der Sudanregion ist der zu dicht aufliegende Himmel, der von verärgerten Frauen weggestoßen wird. Gott befand sich einst direkt über den Köpfen und war Frauen beim Nahrungstampfen hinderlich. Eine Frau mit einem zu langen Stampfer traf Gott, worauf der sich entfernte. Weitergeführt wird die Geschichte mit der Frau, die Kinder zusammenrief, um alle verfügbaren Stampfer zu sammeln, die dann übereinander gestellt bis zum Himmel reichen sollten. Einer fehlte noch, die Frau wollte den unteren heraus und nach oben nehmen, worauf die Konstruktion einstürzte. Turmbau zu Afrika. Nach diesem Muster funktioniert die Geschichte der Dinka aus dem Südsudan: Der Schöpfergott, zugleich Regenbringer, heißt Nhialic, manchmal heißt er auch einfach Deng . Himmel und Erde sind durch das Seil verbunden. Nhialic erlaubte den Menschen pro Tag je ein Korn Hirse, das wurde gestampft und war ausreichend. Mehr zu stampfen oder mehr Getreide anzubauen war verboten. Die beiden ersten Menschen waren Garang und Abuk. Eines Tages wurde die Frau gierig, pflanzte und stampfte eine größere Menge Hirse, wozu sie einen längeren Stampfer verwenden musste. Damit traf sie den Himmelsgott, der sich erzürnt zurückzog und von oben einen kleinen blauen Vogel sandte, um das Seil zu kappen. Seither müssen die Menschen arbeiten für ihr Essen und sind oft hungrig. In einer zweiten Schöpfungsgeschichte lag die Erde zunächst in Dunkelheit. Unter den von Nhialic erschaffenen Menschen hieß einer Aruu Pabek. Dieser flocht ein Seil und erhielt Augen, mit denen er sah, dass er in Dunkelheit lebte. Mit dem Seil fing er ein wildes Tier, von dem er einen Teil der Frau des Schöpfers gab. Dafür wurde er mit einer Axt belohnt. Aruu Pabek beklagte sich über die Dunkelheit und schlug mit der Axt kräftig auf die Erde. Dadurch flog ein Teil der Erde nach oben und es wurde hell. Mit derselben Geschichte wird auch der Fischfang mit dem Speer eingeführt. Aruu Pabek hatte sich geweigert, den ihm zuerst angebotenen Speer anzunehmen, die Trennung von Himmel und Erde war dafür die Strafe. Der heilige Speer wurde zum wichtigsten Ritualgegenstand der Dinka. Vergleichbares geschieht in der Geschichte von den Nuba, nur kommt hier eine Entschuldigung hinzu: Der Himmel war einst so niedrig, sodass die Frauen den Löffel nicht hoch genug halten konnten, um den Hirsebrei zu rühren, wodurch sie ihre Hände am Topf verbrannten. Eine verärgerte Frau stieß eines Tages den Löffel kräftig nach oben durch Wolken und Himmel, die sich daraufhin zurückzogen. Von den Wolken konnten sie sich zuvor zum Essen abschneiden. Wie in der Genesis ist die Frau schuld. Eine Trennungsgeschichte ohne Seil und anstelle der boshaften Frau mit einer boshaften Gottheit schildern die Ewe. Jüngster Sohn des Götterpaares Mawu-Lisa ist Legba, stets zu Scherzen aufgelegt und in der Region sehr verehrt. Anfangs war Legba besorgt, seiner Mutter Mawu zu gefallen, aber für alle seine unguten Dinge, die er bei den Menschen tat, wurde er von Mawu verantwortlich gemacht, während die Erfolge Mawu für sich beanspruchte. Nach einer Aussprache mit seiner Mutter ging er davon. Als es nachts regnete, schlich er in den Garten, in dem Mawu Yams anpflanzte, lieh sich ihre großen Sandalen und stahl allen Yams. Zuvor hatte er Mawu das Gerücht zugetragen, Diebe wollten ihren Yams stehlen, Mawu reagierte mit einer Todesdrohung, sollte es jemand wagen. Am Morgen sahen die Leute die Fußspuren auf dem nassen Boden, um den Täter feststellen zu können, musste jeder seinen Fußabdruck hinterlassen. Nur bei Mawu selbst war das Testergebnis positiv, sie wurde beschuldigt, ihren eigenen Yams gestohlen zu haben. Da der Sohn ihr einen Streich gespielt habe, so erklärte sie, werde sie sich in den Himmel zurückziehen. Mit dieser eher märchenhaften Geschichte ist außer der Entfernung Mawus auch die Rolle Legbas als Vermittler zwischen Menschen und Himmelsgott begründet. Es konnte Gott auch einfach zu viel werden: Bei den Mende in Sierra Leone schuf der Gott Himmel, Erde, Tiere und zuletzt den Menschen. Letztere durften alles erbitten und bekamen alles erfüllt. Gott sagte „nehmt es“ so lange, bis er heimlich verschwand und den Menschen empfahl, an seiner Stelle ein Huhn anzubeten. Durch die Trennung von Himmel und Erde bleiben die seltsam geformten Urmenschenriesen zurück, wenn sich auch manchmal eine Entwicklung zu Ersten Menschen hin vollzieht, kann eine vollständige Neuerschaffung dazwischen liegen. Später, im Rückgriff, wurden sie zu den mythischen Urahnen. Ihre Herstellung lässt sich nach dem verwendeten Material unterscheiden oder nach dem Ort ihrer Schöpfung oder ihres Hervortretens. Verwendet wird in der Regel Ton, seltener Holz. Das erste Paar im Paradies in Ruanda war unfruchtbar. Sie baten Gott um Hilfe, der formte aus Lehm und Speichel eine kleine Figur und wies die Frau an, sie solle die Figur neun Monate in einen Topf legen und morgens und abend etwas Milch hinzugeben. Erst wenn die Glieder ausgebildet seien, solle sie die Figur herausnehmen. So geschah es und es kam ein Mensch hervor. Wo es eine schöpferische Erdgottheit gibt, wird diese naturgemäß ebenfalls mit Lehm arbeiten, einige Götter haben „Töpfer“ als Beinamen. Wie bei den Ewe Gott aus einem Kiefer von Verstorbenen und Lehm neue Menschen formt, wurde schon erwähnt: sehr kleine Lehmfiguren werden geformt und in die Frau hineingegeben. Die Seelen werden unabhängig geboren und von einer Geistermutter in den Leib der Frau geschickt. Diese besondere dualistische Schöpfungsanschauung wurde viel diskutiert. Aus Rivalität zum Schöpfergott Olorun der Yoruba macht Orisha-Nla nicht nur die Erde trocken und formt im Auftrag seines Herrn Lehmmenschen , er macht auch unperfekte Menschen: den Buckligen, den Krüppel oder den Albino. Die Rivalität zwischen beiden ist Ursache für Unordnung. Wenn ein höchster Gott nicht selber formt, sondern nur Leben eingibt, macht ihn das höher stehend. Andere Götter haben nur Kraft und Schutzfunktion, solange sie die Vorherrschaft des höchsten Gottes anerkennen. Aus dem Himmel kommen erste Menschen bei den Dschagga in Tansania an einem Spinnenfaden herab, die Spinne wird als Urahn verehrt. Anderswo wird das erste Paar aus den Wolken geworfen. Himmelsbewohner kommen zur Erde, verlieben sich und zeugen die Urahnen. Einige bleiben, weil zwischendurch ein Vogel das Seil zerpickt hat. Erste Menschen sind nicht notwendig Urahnen, aus denen später Dynastiegründer werden. Der südafrikanische Gott Kalunga hat zwar den Himmel wie eine Ochsenhaut an Pfählen ausgebreitet und daran die Gestirne aufgehängt, bei der Erschaffung der Menschen ist sein Beitrag eher ein bescheidenes Hervortretenlassen. Die Orte, die hierfür allgemein in Frage kommen, sind Bäume, Felsspalten, Erdlöcher oder Termitenhaufen. Die ersten beiden Menschenpaare treten aus einem Baum heraus, der sich in der Mitte spaltet, drei Paare treten aus einer Felsspalte oder Kalunga schlägt mit einem Stock auf einen Termitenhaufen, daraus entsteigt das erste Menschenpaar Amangudu und Frau. Deren zwei Söhne heiraten später ihre Schwestern und treten dann paarweise aus obigem Baum. Es ist immer ein Paar, das gemeinsam hervortritt. Wo die Frau später und auf einfachere Art geschaffen wird, besteht der Verdacht auf christlichen oder islamischen Einfluss. Nördlich und westlich des Viktoriasees zwischen den alten Reichen Buganda und Buhaya verschwand der Schöpfergott Katonda hinter einer Anzahl Funktionsgötter, die Lubare heißen. Er wurde von Gulu , einem anderen Himmelsgott und Schöpfer verdrängt, als mit der Einwanderung von Niloten aus dem Norden verschiedene Königreiche entstanden, die ihre jeweilige Dynastie auf den ersten Menschen Kintu zurückführten. Es ist eine Viehzüchterlegende. Urmensch Kintu war einst allein mit einer Kuh und lebte von Milch. Dann kam Gulus Tochter Nambi auf die Erde, sie wollten heiraten, der Himmelskönig war gegen die Heirat und berief seine Tochter zurück. Nun musste Kintu sich die Gunst durch einige Tests erarbeiten. Man nahm ihm die Kuh weg, um zu prüfen, ob er ohne Milch leben könne. Kintu aß Blätter. Nambi bittet Kintu in den Himmel, wo ein großes Mahl für 100 Leute gekocht wurde. Kintu wurde gezwungen, alles aufzuessen. Er aß vieles und schüttete den Rest heimlich in ein Loch im Boden. Nach weiteren Tests musste er schließlich in einer großen Herde seine eigene Kuh finden, was mit der Hilfe einer Biene gelang, wonach das Paar die Einwilligung zur Heirat erhielt und auf die Erde zurückkehrte. Die Geschichte geht mit viel Personal weiter und schildert unter anderem, wie Nambis böser Bruder Warumbe mit auf die Erde kam und seither Krankheit und Tod bei den Menschen sind. Es ist also ein Paradiesverlust eingebaut, und die vergöttlichten Urmenschen wurden zu Ausgangspunkt und Machtbegründung für die Clans. Die Schöpfung mit dem Ei geht weiter. Das Urei wurde in eine doppelte Plazenta verwandelt. In jede platzierte Gott Amma ein männliches und ein weibliches Zwillingspaar. Vor Ende der 60-jährigen Schwangerschaft wurde einer der männlichen Zwillinge ungeduldig, er fürchtete, er würde nach der Geburt sein weibliches Gegenstück nicht erhalten. Ogo suchte selbst nach ihr, kreiste spiralig in Gegenrichtung im kosmischen Ei herum und brachte Unordnung herein. Dann stahl er alles Korn und bedeutende Zeichen , um sich eine eigene Welt zu schaffen. Amma erwürgte den anderen der männlichen Zwillinge , streute seine Teile in vier Richtungen, um die Kontrolle über die heiligen Worte in dessen Körper zurückzuerhalten. Nach fünf Tagen sammelte Amma die Teile zusammen, machte Nommo wieder lebendig und zum Herrscher des Himmels. Aus Teilen von Nommo schuf er noch vier andere Nommo-Geister, deren Nachkommen zu Ahnen der Dogon wurden. Dann sandte er alle in einer großen Arche mit Tieren und Pflanzen darin zur Erde. Nebenher verwandelte Amma Ogo in einen Blassfuchs, der einsam und immer rastlos auf der Suche nach einer Frau umherstreift. Seine Spuren werden von Dogon-Heilern gedeutet. Amma opferte einen der Nachkommen Nommos, den er später in Gestalt der Schlange Lébé wiederbelebte. Die Menschen folgen den Spuren des Blassfuchses, dem glücklos-gehetzten Vorläufer ihrer Zivilisation. Amma hat die Welt für die Menschen gemacht. Es ist eine zweite, wiederhergestellte Welt, die Gefahr läuft, in Unordnung zurückzuversinken. Das verlangt periodische Ritualopfer. In dem Akt der Zerstörung und des Wiederaufbaus eigens um die heiligen Worte zu erhalten, wird deren Bedeutung für den Schöpfungsprozess deutlich. Die Götter müssen über diese Worte verfügen, und zur Begründung, warum sie den Menschen geschenkt wurden, gibt es eigene Mythen. Die den Dogon benachbarten Bambara haben einen Schöpfungsmythos, der früher nur bei der Initiation den Probanden während ihrer 63-tägigen Absonderung erzählt wurde: Ferner Himmelsgott ist Maa Ngala, auch Dambali, der „Unfassbar-Unendliche“, auf dessen Anweisung in das Nichts hinein ein Urei mit neun Abteilungen geschaffen wurde, aus dem 20 Urmenschen hervorkamen. Keiner davon entsprach der Vorstellung des Schöpfers, der einen geeigneten Gesprächspartner für sich hatte schaffen wollen. Also entnahm er ein Stück von jedem und schuf damit eine neue Kreatur und hauchte ihr einen Teil seines eigenen Namens, „Maa“ ein. Damit war der Erste Mensch die Summe von allem und mit einem Teil der schöpferischen Kraft ausgestattet. Dieser Urmensch als Gipfel der Schöpfung wurde durch den Besitz der heiligen Worte zum Wächter über die Welt. Die Initiation durch Maa Ngala wird bis heute als Ritual zum Eintritt in die Welt der Erwachsenen wiederholt. Der Erwerb des Mythos und der Fähigkeit, die heiligen Schriftzeichen zu sehen und deuten zu können, lässt die Initiationszeremonie zum eigentlichen Übergangsritual werden. In der Yoruba-Welt kam mit Odudua, der sich an einer Kette herabließ und das Huhn absetzte, auch der erste Mensch Ore, zu dessen Gedenken im Zentrum der heiligen Stadt eine lange Steinstele errichtet wurde. Platz ergreifen heißt Ordnung schaffen. Der Platz, an dem das Huhn scharrte, und an dem ein Dogon-Haus steht, ist Mittelpunkt der Welt. Von hier führte einst das Seil in den Himmel. Der Baum, aus dem die ersten Menschen hervortraten, steht an derselben Stelle. Das erste Menschenopfer in einem Mythos der Shona sollte Regen bringen. Aus dem Körper des Mädchens entstand ein Weltenbaum, dessen Blätter zu Regenwolken wurden. An südindischen Tempeln findet man noch im Gebäude oder freistehend im Innenhof einen langen, „den Himmel durchbohrenden“ Pfeiler , entlang dem die Menschen in die Götterwelt gelangten. Es ist ein Symbol der Vorzeit, als Götter und Menschen gemeinsam auf dem Weltenbaum wohnten. Erdgöttern oder -geistern wird gleichermaßen an Bäumen und an Steinmalen und Termitenhügeln geopfert, letztere sind oft Geistersitze. Es gibt Mythen, in denen die ersten Menschen aus der Unterwelt durch eine Öffnung in Termitenhügeln hervorkamen. Nicht zu den Ursprungsmythen gehört die große Abteilung von Geschichten, in denen der Held, ein Jäger auf der Verfolgung seines halbgetroffenen Wildes, durch eine Erdhöhle oder durch Termitenhügel in die Unterwelt hinab gerät und erst nach einer gefährlichen Aktion wieder herauskommt. Ein Mythos vom Gang in die Unterwelt und zugleich ein Ursprungsmythos ist eine Geschichte aus den Marungu-Bergen Kongos: Das Erdferkel ging als erstes Lebewesen auf der dunklen Erde mit Hunden auf Ameisenjagd. Bei der Verfolgung einer Ratte in eine Erdhöhle kam er in eine hell erleuchtete Stadt in der Unterwelt, erhielt vom dortigen Schöpfergott ein Menschenpaar und in zwei Körben verpackt Sonne und Mond. Nach altindischer Mythologie liegt dort unten das Schlangenkönigreich, auch ein buddhistischer Prinz lebt unter der Erde, wohin nur ein Zugang durch den Termitenhügel führt. Bei den Baluba im Kongo ist der Termitenhügel Symbol für die androgyne Einheit des ersten Wesens, dessen Kraft in einem die Schöpfung wiederholenden Ritual auf das Clanoberhaupt übergeht. Praktisch wird bei der Zeremonie ein Stück herausgebrochen und in eine kleine Umzäunung gelegt, wo es den kosmischen Berg darstellt, den erstmals der mythische Gründer bestiegen hatte. Vor diesem kosmogonischen Hintergrund werden Termitenhügel allgemein zu einem Symbol für Gefahr und Macht. Der Hügel kann deshalb ein Ort sein, an dem der Initiationsritus der Beschneidung seine Bedeutung erhält. Bei den Ovambo im Süden Namibias fand ein geheimes Ritual am Beginn der Einsetzung des Königs an einem Termitenhügel statt. In weiteren Ritualen erlangte der König schrittweise seine magischen Fähigkeiten, bis er schließlich zum heiligen König wurde. Beschneidung und Besitzergreifung des Königs von seinem Land und seiner Macht sind Übergangsriten, bei denen „das Unmögliche“ getan werden muss, um ein gefährliches Zwischenstadium zu überwinden. Der im magischen Ritual entsprechend vorbereitete König erhielt bei den Ovambo zwei weiße Pilze in jede Hand und vermochte damit kopfüber in den Termitenhügel hinein und hindurch zu kriechen. Bei diesem Ritual am Termitenhügel verschwand der König für einen Moment am kosmischen Ursprung. Der Tod kommt grundsätzlich mit dem Paradiesverlust in die Welt. Warum das so ist, wird im Mythos erklärt. Die Herrscher der Erde stritten sich bei den Xhosa, ob die Menschen, die bis dahin unsterblich waren, sterben sollten. Die eine Gruppe wollte den Menschen das Chamäleon schicken mit der Botschaft, dass sie unsterblich seien, die anderen wollten, die Eidechse sollte die Botschaft vom Tod überbringen. Das langsame Chamäleon erhält einen Vorsprung, schläft jedoch unterwegs ein und wird von der Eidechse überholt, die zuerst in die Residenz des Schöpfers im Himmel kommt und angibt, die Herrscher der Erde hätten beschlossen, dass die Menschen sterben sollten. Das Chamäleon kommt mit seiner Botschaft später, zu spät. Also gibt es seit der Zeit den Tod auf Erden und beide Tiere werden von den Menschen gehasst. Todesbotschaften werden immer nach demselben Schema überbracht, das Chamäleon spielt dabei die seiner Natur entsprechende Rolle. Nur bei den Aschanti werden einmal alternativ eine Ziege und ein Schaf losgeschickt, wobei die Ziege unterwegs trödelt und im Busch frisst, während das Schaf die falsche Todesbotschaft vermeldet. In dieser Geschichte ist die Richtung umgedreht: Gott sandte die Tiere und die Menschen glaubten der später eintreffenden richtigen Botschaft nicht. Bei den Wute in Kamerun wird das Chamäleon von Gott mit der Botschaft vom ewigen Leben losgeschickt, braucht aber 14 Tage, bis es ankommt. Die Schlange erfährt von dem Auftrag, geht von sich aus los, belügt die Menschen, sie sei von Gott geschickt und erzählt vom Tod. Tod und Schlaf, beide personifiziert, freuen sich und beginnen mit ihrer Arbeit. Das verspätete Chamäleon kommt an, kann nur noch die Lüge und ihre Auswirkung feststellen und, zurückgekehrt, Gott melden. Dieser verflucht die Schlange wegen ihrer Lüge, die Menschen sollten sie überall töten, und das Chamäleon wegen seiner Langsamkeit. Beide sollen verachtet werden. Weiter westlich in Benin rief Gott am Anfang alle Tiere zusammen und nur das Chamäleon kam zu spät. Es rechtfertigte sich, als es von allen Tieren beschimpft wurde, es habe nur vier Hände, aber keine Beine. Nach dieser Entschuldigung erklärte Gott, dass das Chamäleon von keinem anderen Tier gefressen werden dürfe. Zufrieden machte sich das Chamäleon davon und sagte: „Ich ging langsam. Ich habe so den Tod vermieden.“ Das ist die Erklärung, warum gerade das Chamäleon als unsterbliches Tier die Botschaft vom Leben überbringt. Die Schöpfung ging von einem Ursprungsort aus, die Rückkehr zu diesem heiligen Ort ist ein existenzielles Erlebnis, der Ort ist Urbild von Baumverehrungsplätzen, Tempeln und Städten. Dass der Weg dorthin schwierig sein kann, liegt an dem in die kosmische Ordnung hineingeratenen Prinzip der Zerstörung . Sichtbar wird dieses Gefahrenmoment an den engen Eingängen, überhohen Treppenstufen und entfernt auf steilen Bergspitzen gelegenen Tempelanlagen aller alten Kulturen. Die auf Pilgerfahrten gewährte Erlösung verhält sich zur Länge der Anreise . Hat bei der Weltschöpfung eine Opferung stattgefunden, so muss diese beim Bau eines Gebäudes wiederholt werden, mit der Weihe durch das Opfer wird bei der Konstruktion die Schöpfung wiederholt . In Afrika ist der Sintflutmythos nur wenig verbreitet, die große Überschwemmung ereignet sich meist im Zusammenhang mit einem Einsturz des Himmels, der Regenfall mit sich bringt. Den Göttern muss dann ein Opfer gebracht werden, damit sie den Himmel wieder anheben. Der biblischen Sintflut ähnliche Geschichten, in denen eine Arche, ein vorausfliegender Vogel usw. vorkommen, dürften von ebendieser Herkunft sein. Wo die Ureinheit sich in zwei Hälften teilt: Eine äußerst ausgefeilte kosmische Struktur haben die Gnawa in Marokko entwickelt. Die ehemaligen schwarzafrikanischen Sklaven verarbeiten im Besessenheitsritual Derdeba die aus einem sich teilenden Schlangenei hervorgegangene gegensätzliche und sich beständig wiederholende Welt. Sie stellen die akut bedrohlichen Geister im Zusammenhang mit der Rotlichtschlange und dem kosmischen Schmied dar, aus dessen geteiltem Körper die Menschen hervorgegangen sind. Bei den Baluba gab es eine Pythonschlange, die sich in eine männliche und eine weibliche Schlange teilte, zur gleichen Zeit, als Erde und Himmel sich trennten. Da fiel Regen vom Himmel wie bei der Sintflut, aus dem Atem der beiden im Wasser lebenden Schlangen bildete sich ein Regenbogen, wodurch dem Regen Einhalt geboten wurde. In der Welt nach dem großen Regen ist die Schlange Beschützerin und Symbol der Einheit. Die Schlange als Totem, als Instrument zur Wahrsagung oder als Holzschnitzerei an Ritualtrommeln oder Insignien königlicher Macht ist das verbindende Glied zur Ahnenwelt, und ihr Kult ist symbolische Wiederholung der Schöpfung. Kinder der Dagara von Burkina Faso erhalten Schmucknarben, die in das Gesicht eingeritzt werden, zum Zeichen, dass sie unter den Schutz der Schlange gestellt worden sind und, falls sie sterben sollten, dass man sie bei der Wiedergeburt erkennen wird. Eine in ständigem Kreislauf sich erneuernde Welt wie in Asien braucht es in Afrika ansonsten nicht; für den unendlichen Weiterbestand der Welt steht die sich häutende Schlange, die mit dem Schwanz im Maul als Stoffmuster und an Häuserwänden auftaucht . Im Himmel der Fon gibt es 3500 Schlangen und noch einmal so viele unter der Erde. An vier Säulen an den Kardinalpunkten halten Schlangen den Himmel. Als am Anfang der Welt die Schlange nur stehendes Wasser vorfand, zog sie Bahnen für die Flüsse. Die Schlange war zuerst erschaffen und trug den Schöpfer im Maul überallhin. Als der Schöpfer mit der Erschaffung der Erde fertig war, bemerkte er, dass es für die Erde zu viele Berge, Bäume und große Tiere gab und sie im Meer zu versinken drohte. Also rollte sich die Schlange auf, um die Erde zu tragen – was nun doch genau der indischen Vorstellung entspricht. So ähnlich sehen die Stoffgebinde aus, mit denen Töpfe auf dem Kopf getragen werden. Rote Affen, die im Meer leben, machen Eisenbarren für die Schlangen als Nahrung. Falls die Schlange diese Nahrung nicht erhält, frisst sie ihren eigenen Schwanz, und die Erde stürzt ins Meer. Die Urmenschen der Ohendo im Kongo lebten an einem hell erleuchteten Ort im Innern der Erde als noch ungeschlechtliche und vollkommene Wesen. Eines Tages begannen sie, überall in ihrem grenzenlosen Reich nach der Herkunft des Lichts zu suchen, bis sie letztlich drei dunkle Gänge fanden. Der eine war in einem Baum, der zweite in einem Fels und der dritte war ein ruhig fließender Bach. Vor Angst flohen alle Menschen bis auf zwei. Der eine von ihnen ging weiter durch den dunklen Baum und kam auf einem Weg ohne Wiederkehr an der Erdoberfläche in einer Bananenplantage heraus. Der andere gelangte durch den Fels in eine Höhle mit einem Ausgang an die dunkle Oberfläche. Auf dieser Erde herrschte eine Schlange, deren Name „die auf beiden Seiten beißt“ bedeutet. Diese Schlange konnte mit Kopf und Schwanz beißen, sich bis zum Rand des Himmels ausdehnen oder klein zusammenrollen. Als die beiden Menschen erschienen waren, kam mit ihnen Unordnung über die Erde, es setzte ein neun Tage und Nächte dauernder Regen ein, eine gewaltige Sintflut überschwemmte alles Land und die wilden Tiere wollten die Eindringlinge jagen und fressen. Die Wassermassen flossen in dem Bach bis in die Unterwelt, was die Menschen dort in Aufregung versetzte. Einer hieß Sakasaka und besaß drei Köpfe, drei Augen, drei Arme und alle anderen Körperteile dreifach. Er nahm den Weg durch den Bach, in dem das Wasser herabstürzte. Bei jeder auftretenden Schwierigkeit trennte er sich von einem seiner Glieder und schickte es in die Unterwelt zurück, um den Kontakt mit den Seinen aufrechtzuerhalten. Unten verbanden sich die Körperteile zu einer neuen Kreatur namens Itapé, der „kleine Zweig“. Dieser folgte Sakasaka, und um ihm zu helfen, grub er einen weiteren Gang, in dem sich Sasasaka 30 Tage verbergen und das Geschehen auf der Erde beobachten konnte. Nach dieser Zeit kam Sakasaka durch einen Termitenhügel an die Erdoberfläche. Kaum war er aufgetaucht, wollten ihn zornige Wesen vernichten, wurden aber von seinem Helfer Itapé besiegt. Nun streifte Sakasaka als Yango, „der Unbesiegbare“, durch die Gegend, war traurig über die Unordnung, erhielt deshalb von den Bewohnern eines unteren Ortes, welchen er durch den Termitenhügel erreichte, Ratschläge, wie die Welt zu organisieren sei, kehrte auf die Erde zurück und gemeinsam mit Itapé gelang es, Sintflut und Chaos zu beenden, und alle Kreaturen erhielten einen Namen. Die Rückkehr zur jenseitigen Welt und zu den Ahnen ist, seitdem das Seil gekappt ist, nur noch Schamanen möglich. Diese betreiben eine Spezialdisziplin der Magie. Ihr Weg führt über die Mittelachse durch das Loch im Himmel. Kalebassen, die zerschlagen wurden, lassen sich flicken, indem an den Rändern Löcher eingebohrt und die Teile dann zusammengenäht werden. Zerplatzte Tonkrüge lassen sich nicht wiederherstellen. Als die Menschen einst gefragt wurden, als was von beiden sie im Alter herunterzufallen wünschten, wählten sie – Tonkrüge.
2024-12-01 19:58:35
https://de.wikipedia.org/wiki/Roque_M%C3%A1spoli
Roque Gastón Máspoli war ein uruguayischer Fußballspieler und -trainer. Torhüter Máspoli, ein Nachkomme von Einwanderern aus Caslano, begann seine Karriere 1937 bei Nacional Montevideo. 1939 wechselte er innerhalb der Stadt zu Liverpool Montevideo. Der Mannschaft des Klubs gehörte er auch noch im Folgejahr an und wirkte am 24. November 1940 beim 9:0-Sieg über Bella Vista an Liverpools höchsten Sieg im Rahmen des Profifußballs mit. In jenem Jahr schloss er sich dem Club Atlético Peñarol an und verblieb dort bis zum Karriereende 1955. Während seiner Zugehörigkeit zu den Aurinegros gewann sein Verein in den Jahren 1944, 1945, 1949, 1951, 1953 und 1954 jeweils und somit insgesamt sechsmal die uruguayische Meisterschaft. Máspoli war Mitglied der uruguayischen Fußballnationalmannschaft. Insgesamt absolvierte Máspoli vom 24. Januar 1945 bis zum 30. März 1955 38 Länderspiele für die uruguayische Fußballnationalmannschaft. Dabei kassierte er 62 Gegentreffer. Máspoli gehörte dem Aufgebot Uruguays bei der Südamerikameisterschaft 1945 an. Er nahm mit der Celeste an der Fußball-Weltmeisterschaft 1950 in Brasilien teil und wurde mit der Mannschaft Weltmeister. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz stand er ebenfalls zwischen den Pfosten und scheiterte erst im Halbfinale an Ungarn. Er war bei diesem Turnier der älteste Torhüter. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn wurde er Trainer. Am 15. Juli 1956 war er beim 2:2-Unentschieden im Freundschaftsspiel gegen Paraguays Auswahl erstmals als Trainer für die uruguayische Nationalmannschaft verantwortlich. Spätestens im Oktober jenes Jahres hatte aber bereits Lorenzo Fernández das Amt des Nationaltrainers übernommen. Ebenfalls 1956 trainierte er die Mannschaft des Danubio FC. In den 1960er Jahren feierte er seine größten Erfolge mit seinem Club aus aktiver Zeit, dem Club Atlético Peñarol. Bei den Aurinegros hatte er insgesamt sechsmal das Traineramt inne. Erstmals übernahm er zu Beginn der Spielzeit 1964 gemeinsam mit Assistenztrainer Alberto Langlade die Trainingsleitung. Nach anderen Quellen soll er allerdings bereits in der Spielzeit 1963 die Verantwortung getragen haben. 1968 wechselte er während der laufenden Saison als Trainer nach Spanien, wo er den FC Elche betreute und wurde bei Peñarol durch Rafael Milans ersetzt. Von 1970 bis 1971, 1976 bis 1977, 1984 bis 1986, 1988 und 1992 war er erneut verantwortlicher Coach bei den Montevideanern. Er wurde sechsmal Meister in Uruguay und gewann 1966 die Copa Libertadores und anschließend den Weltpokal gegen Real Madrid durch zwei souveräne 2:0 Siege in den beiden Finalspielen in Montevideo und Madrid. In späteren Jahren war auch als Trainer in Peru und Ecuador tätig. In den 1980er Jahren war er kurzzeitig auch uruguayischer Nationaltrainer. 1980/81 gewann er mit Uruguay die Mundialito. Im März 2003 wurde er seitens des Uruguayischen Sportministeriums mit dem Fair-Play-Preis für den Sportlichen Lebensweg ausgezeichnet. Julio César Britos | Juan Burgueño | Schubert Gambetta | Alcides Ghiggia | Juan Carlos González | Matías González | William Martínez | Roque Máspoli | Óscar Omar Míguez | Rubén Morán | Washington Ortuño | Aníbal Paz | Julio Pérez | Rodolfo Pini | Luis Rijo | Víctor Rodríguez Andrade | Carlos Romero | Juan Schiaffino | Eusebio Tejera | Obdulio Jacinto Varela | Ernesto Vidal | Héctor Vilches Cheftrainer: Juan López Enrique Lamas | Ramón Unamuno | Juan Parodi | Rodolfo Orlandini | Josep Planas | Iván Esperón | José María Díaz Granados | Eduardo Spandre | Juan López | Fausto Montalván | José María Rodríguez | José Gomes Nogueira | Ernesto Guerra | Jorge Lazo | Roberto Resquín | Roque Máspoli | Héctor Morales | Otto Vieira | Juan Hohberg | Ernesto Guerra | Antoninho Ferreira | Luis Grimaldi | Dušan Drašković | Carlos Torres Garcés | Carlos Ron | Francisco Maturana | Polo Carrera | Carlos Sevilla | Hernán Darío Gómez | Luis Fernando Suárez | Sixto Vizuete | Reinaldo Rueda | Gustavo Quinteros | Jorge Célico | Hernán Darío Gómez | Jorge Célico | Jordi Cruyff | Gustavo Alfaro | Félix Sánchez Jorge Pacheco & Alfredo Foglino | Ramón Platero | Julián Bértola | Severino Castillo | Ernesto Meliante | Ernesto Fígoli | Pedro Olivieri | Leonardo De Lucca | Pedro Zuazú | Andrés Mazzali | Luis Grecco | Primo Giannotti | Alberto Suppici | Raúl Blanco | José Pedro Cea | Héctor Castro | Emilio Servetti | Ricardo Acosta y Lara | José Nasazzi | Aníbal Tejada | Guzmán Vila Gomensoro | Marcelino Pérez | Juan López | Oscar Marcenaro | Romeo Vázquez | Juan Carlos Corazzo | Hugo Bagnulo | Roque Máspoli | Lorenzo Fernández | Schubert Gambetta | Enrique Fernández | Roberto Scarone | Juan C. Taibo | Washington Etchamendi | Rafael Milans | Ondino Viera | Juan Hohberg | Juan R. Faccio | Rodolfo Zamora | Roberto Porta | Carlos Silva Cabrera | Juan Schiaffino | Walter Brienza | José María Rodríguez | Raúl Bentancor | Omar Borrás | Roberto Fleitas | Gregorio Pérez | Óscar Tabárez | Pedro Cubilla | Luis Cubilla | Ildo Maneiro | Héctor Núñez | Juan Ahuntchaín | Víctor Púa | Daniel Passarella | Gustavo Ferrín | Jorge da Silva | Juan Ramón Carrasco | Jorge Fossati | Fabián Coito | Diego Alonso | Marcelo Broli | Marcelo Bielsa
2024-12-03 23:38:55
https://de.wikipedia.org/wiki/Anke_Sevenich
Anke Sevenich ist eine deutsche Schauspielerin. Sevenich wuchs in Langen auf. Nach dem Abitur studierte sie von 1979 bis 1983 Schauspiel an der staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover. Bereits im zweiten Studienjahr bekam sie eine Gastrolle am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, wo sie nach Beendigung ihrer Ausbildung in das feste Ensemble übernommen wurde. Von 1983 bis 1987 spielte sie an diesem Haus in zahlreichen Klassikern. In diese Zeit fielen auch ihre ersten Engagements beim Fernsehen, so spielte sie 1986 die Titelfigur Aranka in dem gleichnamigen Fernsehspiel von Gernot Eigler. Seit 1987 arbeitet sie als freie Schauspielerin. Mit der Rolle des Schnüsschen in Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend von Edgar Reitz gelang ihr 1992 der Durchbruch als Film- und Fernsehschauspielerin. In den folgenden Jahren spielte sie zahlreiche Fernsehrollen. In der Krimireihe Tatort ist sie mit 15 Auftritten die Schauspielerin mit den meisten Episodenhauptrollen. Sie arbeitete u. a. unter der Regie von Heiner Carow, Vadim Glowna, Christoph Waltz, Niki Stein, Richard Huber, Christoph Stark, Lancelot von Naso, Johannes Grieser, Roland Suso Richter, Thorsten Näter, Peter Schulze-Rohr und Dror Zahavi. Im Jahr 2008 spielte sie die Rolle der Gertrud in dem historischen Film Das Gelübde von Dominik Graf. 2016 erhielt sie zusammen mit Stephan Falk die Goldene Lola der Deutschen Filmakademie in der Kategorie „bestes unverfilmtes Drehbuch“. Seither entwickelt sie auch Filmstoffe und übernahm 2020 ihre erste Regiearbeit mit dem Kurzfilm „Klabautermann“. Ab 2018 spielte Sevenich als Gast am Schauspiel Frankfurt unter der Regie von David Bösch und Anselm Weber. Anke Sevenich wohnt mit ihrem Sohn in ihrer Geburtsstadt Frankfurt am Main.
2024-11-23 16:03:42
https://de.wikipedia.org/wiki/Niederl%C3%A4ndisches_K%C3%B6nigshaus
Die Mitgliedschaft im niederländischen Königshaus ist im 2002 novellierten Gesetz über die Mitgliedschaft zum Königshaus geregelt. Dem Königshaus gehören gemäß Artikel 1 der regierende König als Oberhaupt, die nach der Verfassung der Niederlande Thronfolgeberechtigten, soweit sie nicht weiter als „im zweiten Grad“ blutsverwandt sind, der mögliche Thronfolger sowie der zurückgetretene König an. Gemäß Artikel 2 zählen Ehepartner der Mitglieder des Königshauses ebenfalls zum Königshaus. Für Personen, die bereits vor der Novellierung dem Königshaus angehörten, wird gemäß Artikel 3 weiterhin die alte Regelung angewandt, die eine Mitgliedschaft auch bei Blutsverwandtschaft dritten Grades vorsah. Die Mitgliedschaft im Königshaus verliert, wer die Berechtigung zur Thronfolge verliert. Im Unterschied zur Mitgliedschaft im Königshaus sind gemäß Artikel 25 der Verfassung der Niederlande auch die Blutsverwandten dritten Grades thronfolgeberechtigt. Darüber hinaus gibt es den Begriff der Königlichen Familie, der auch sonstige Verwandte des Königs miteinschließt. Zurzeit besteht das Königshaus aus folgenden Personen : Einer Umfrage vom Oktober 2009 nach wünschten sich siebzig Prozent der Antwortenden, dass die Niederlande ein Königreich bleiben. Nur 13 Prozent waren entschieden für eine Republik. Allerdings sind große Mehrheiten dafür, an den Gehältern und Flugreisen zu sparen, außerdem sollten die Mitglieder des Königshauses Steuern zahlen. Den seinerzeitigen politischen Einfluss der Königin wollten 47 Prozent beibehalten, 48 Prozent wollten keinen Einfluss der damaligen Königin mehr und vier Prozent mehr Einfluss. Die ehemalige Königin und heutige Prinzessin Beatrix wurde als Königin jeweils von einer Mehrheit als sympathisch, distanziert und konservativ eingeschätzt. „Sympathisch“ antworteten zu mehr als drei Vierteln die Anhänger von VVD, CDA, ChristenUnie PvdA und GroenLinks, allerdings nur 59 Prozent der SP-Anhänger und 25 Prozent der PVV-Anhänger. Der ehemalige Kronprinz und heutige König Willem-Alexander wurde als Kronprinz ähnlich sympathisch gefunden, als näher beim Volk stehend, aber auch mit knapper Mehrheit als langweilig. Jeweils knapp vierzig Prozent fanden ihn konservativ oder progressiv. 65 Prozent meinten, er sei als Staatsoberhaupt geeignet. Neunzig Prozent fanden die heutige Königin Máxima in ihrer Zeit als Prinzessin sympathisch, selbst die PVV-Anhänger mit 65 Prozent. Hohe Werte erhielt sie auch bei den Fragen, ob sie interessant, volksnah oder progressiv ist. Das niederländische Königshaus gilt heute als das reichste in Europa und zählt zu den Milliardären. König Wilhelm III. hatte sich 1890 mit 25 % an der Gründung der N.V. Koninklijke Maatschappij Tot Exploatatie van Petroleumbronnen in Neederländisch-Indie beteiligt und dieser Aktiengesellschaft daher die Firmierung unter dem Titel Königliche gestattet. Im Jahr 1907 schloss sie sich mit der Shell Transport and Trading Company p.l.c. in London zusammen und bildet seit 2005 die Royal Dutch Shell plc. Die durch verschiedene Familienstiftungen gehaltene Beteiligung des Königshauses am Gesamtkonzern wird heute auf etwa 3,5 % geschätzt. Liste niederländischer Hoflieferanten Generalstaaten König der Niederlande, Ministerpräsidenten Politische Parteien in den Niederlanden Provinzen: Provinciale Staten, Gedeputeerde Staten, Kommissar des Königs Gemeinden: Gemeinderat, College van burgemeester en wethouders, Bürgermeister Besondere Gemeinden Waterschappen
2024-12-02 01:57:43
https://de.wikipedia.org/wiki/Hezekiah_Bradley_Smith
Hezekiah Bradley Smith war ein US-amerikanischer Unternehmer, Erfinder und Politiker. Zwischen 1879 und 1881 vertrat er den Bundesstaat New Jersey im US-Repräsentantenhaus. Hezekiah Smith wurde als jüngstes von sechs Kindern seiner Familie geboren. Kurz nach seiner Geburt kaufte sein Vater eine Farm in der Nähe von Woodstock, wo Smith aufwuchs. Mit 15 begann er eine Lehre als Zimmermann, lernte aber nicht nur das Handwerk, sondern erwarb auch Fähigkeiten im Verkauf. 1845 zog er gemeinsam mit seiner schwangeren Freundin Eveline English nach Manchester in New Hampshire, um sich dort technisch weiterzubilden. Nach einem Jahr eröffnete er sein eigenes Geschäft. 1846 heiratete Hezekiah Smith seine Freundin Eveline in einer privaten Zeremonie. Seine Frau zog jedoch zurück nach Woodstock; in den folgenden Jahren lebte das Ehepaar getrennt. Smith besuchte seine Frau regelmäßig – drei weitere Kinder wurden geboren – und unterstützte sie finanziell. 1854 lernte Smith das 16-jährige Milchmädchen Agnes Mitilda Gilkerson kennen, das 23 Jahre jünger war als er. Er stellte die junge Frau zunächst als seine Sekretärin ein, dann förderte er ihre Ausbildung. 1861 erwarb sie den Abschluss eines Doktors der Medizin mit dem Schwerpunkt Chemie an der Penn Medical School in Philadelphia. Smith lebte zu dieser Zeit in Lowell in Vermont. Bevor er 1865 gemeinsam mit Agnes Gilkerson nach Smithville zog, besuchte er seine Ehefrau Eveline ein letztes Mal, überschrieb ihr auf ihren Mädchennamen ein Haus und richtete ihr ein Konto ein. Er forderte sie auf, alle von ihm geschriebenen Briefe an sie zu vernichten, und schnitt alle Einträge der Ehefrau und der Kinder mit einem Taschenmesser aus der Familienbibel, um sie zu verbrennen. Seine Frau, inzwischen Mutter von vier Kindern aus der Ehe mit Smith, lehnte aber eine Scheidung ab. Der älteste Sohn von Smith, Elton, arbeitete einige Zeit für seinen Vater, wurde aber dann von ihm des Hauses verwiesen, weil er unter anderem darauf bestanden hatte, diesen mit „Vater“ anzusprechen. 1865 erwarb Smith für 23.000 Dollar den seit zehn Jahren verlassenen Ort Shrevesville in New Jersey, der aus Produktions- und Wohngebäuden bestand. Gemeinsam mit Gilkinson, die er 1865 heiratete, ohne rechtmäßig von seiner Frau Eveline geschieden zu sein, zog er nach Shrevesville, taufte den Ort in Smithville um und siedelte dort seine H.B. Smith Machine Company an, wo er seine Vision einer modernen Fabrik verwirklichte. Er ließ unter anderem die Wohngebäude für die Arbeiter renovieren und neue erbauen sowie ein boarding house, in dem die Arbeiter verköstigt wurden und einkaufen konnten; es gab auch einen Leseraum, ein Theater sowie eine Schule. Es heißt, dass Smith überdurchschnittlich hohe Gehälter zahlte. Die tägliche Arbeitszeit war auf neun Stunden begrenzt, und die Fabrik schloss samstags mittags über das Wochenende. Frauen und Kinder unter 16 Jahren wurden nicht beschäftigt. Zudem kaufte Smith weiteres umliegendes Land an und richtete eine Farm ein, mit deren Produkten auch seine Arbeiter versorgt wurden. In den ersten Jahren in Smithville wurden zunächst die Maschinen gebaut, die Smith für die Holzverarbeitung erfunden hatte. Einige dieser Maschinen stellte er 1871 im American Institute of the City of New York aus, wo sie ausgezeichnet wurden, und 1876 auf der Centennial Exhibition in Philadelphia. Sein erstes Patent erhielt er 1873, dem weitere auf seinen Namen folgten. Weitere Patente liefen auf die Namen seiner Mitarbeiter wie John Saltar, Jr., Joseph J. White, William S. Kelley und James L. Perry, die bis 1910 in einer „inventory group“ arbeiteten. Diese Gruppe erwarb gemeinsam 20 Patente. Sechs davon entfielen auf Kelley, der auch Vize-Präsident des Unternehmens war, und betrafen Fahrradmodelle, die als neue Produktgruppe ab 1878 in Smithville produziert wurden. Darunter befand sich das erfolgreiche Star-Bicycle, mit dem der im Marketing gewiefte Smith einen Radsportler die Stufen des Kapitols in Washington herabfahren ließ. Auch wurde in Smithville ein dampfgetriebenes Dreirad konstruiert. Alfred E. Hotchkiss erfand eine Bicycle Railroad, die zwischen Smithville und Mount Holly verkehrte, wo weitere Arbeiter des Unternehmens wohnten. Auf dieser Bahn saßen die Mitfahrer auf festmontierten Rädern, die per Schiene vorwärtsbewegt wurden. Sie war von 1892 bis 1898 in Betrieb. Im Zusammenhang mit der industriellen Revolution erkannte Smith die Notwendigkeit, durch eine gute Ausbildung aus bloßen Handlangern fähige Handwerker und Mechaniker zu machen. “Now what has the mechanic done? We can scarcely turn our eyes without seeing something that he has done for the benefit of mankind, but when we stop and look at his great inventions, the telegraph, the steam engine, the sewing machine, the reaping and mowing machines, the telescope, the microscope, the printing press, wood working machinery… and the thousand and one productions of his fertile brain, it seems to me fellow mechanics, that we have no call to feel inferior to professional men.” „Nun, was hat der Mechaniker gemacht? Wir können kaum um uns schauen, ohne etwas zu sehen, was er zum Wohle der Menschheit getan hat, aber wenn wir innehalten und auf seine großen Erfindungen schauen, den Telegraphen, die Dampfmaschine, die Nähmaschine, die Ernte- und Mähmaschinen, das Teleskop, das Mikroskop, die Druckmaschine, Holzbearbeitungsmaschinen … und die tausend und eine Produkte seines fruchtbaren Gehirns, es scheint mir, Mechanikerkollegen, dass wir keinen Grund haben, uns Kopfarbeitern unterlegen zu fühlen.“ Getreu diesem Credo ließ Smith in seinem Unternehmen junge Männer zu Mechanikern ausbilden. So wurden im 1870er-Zensus im Smithville 16 junge Männer aufgeführt, deren Beruf als „Mechanikerlehrling“ angegeben wurde. Agnes Gilkerson Smith gab die Zeitschrift des Unternehmens New Jersey Mechanic heraus und vertrieb erfolgreich von ihr selbst entwickelte Kosmetikprodukte wie den Madam Smith’s Celebrated Hair Restorer and Beautifier. Sie starb im Januar 1881 im Alter von 42 Jahren an Krebs; das Ehepaar hatte keine Kinder. Nach ihrem Tod nahm Hezekiah Smith weitere An- und Umbauten an seinem Wohnsitz in Smithville vor, so ließ er einen Wintergarten errichten. Er wurde zunehmend exzentrisch: Er begann wilde Tiere für einen privaten Zoo zu sammeln, trainierte einen Elch dazu, seine Kutsche zu ziehen, und soll, so die Gerüchte, einen „Harem“ von jungen Frauen um sich versammelt haben. 1885 ließ er eine lebensgroße Marmorstatue von Agnes vor seinem Wohnhaus errichten. Hezekiah Smith war Mitglied der Demokratischen Partei. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1878 wurde er im zweiten Wahlbezirk von New Jersey in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 4. März 1879 die Nachfolge von John H. Pugh antrat. Während des Wahlkampf für eine weitere Legislaturperiode wurde durch Presseveröffentlichungen – unter anderem Interviews mit seiner Frau und seinen Kindern – bekannt, dass er ohne offizielle Scheidung eine zweite Ehe eingegangen war. Damit war er gesetzlich gesehen ein Bigamist. Smith bestritt öffentlich, jemals mit seiner Frau Eveline verheiratet gewesen zu sein und verleugnete auch seine Kinder. Bei den Wahlen unterlag er dem Republikaner J. Hart Brewer, was wohl auf diese Enthüllungen zurückzuführen war. Zwischen 1883 und 1885 gehörte Smith dem Senat von New Jersey an. Er starb am 3. November 1887 in Mount Holly. Nachdem Eveline Smith 1897 gestorben war, kam Elton Smith nach Smithville, um die sterblichen Überreste seines Vaters nach Woodstock zu überführen und sie neben seiner Mutter zu bestatten. Nachdem es schon in den Jahren vor Smiths Tod zu heftigen Auseinandersetzungen in der Familie gekommen war, hatte Hezekiah Smith offensichtlich zu Lebzeiten vorausgesehen, dass man versuchen würde, seinen Leichnam umzubetten und sich in einem eisernen Sarg, mit Eisenmanschetten verschlossen, einzementiert beerdigen lassen. Daraufhin ließ der Sohn die Marmorstatue von Agnes Gilkerson von Arbeitern der Company zerstören und die Einzelteile im nahegelegenen Rancocas Creek versenken. Nach langen Erbstreitigkeiten übernahm Elton Smith 1900 das Unternehmen des Vaters; seine Nachkommen lebten bis 1962 in Smithville. Das Gelände steht heute als Smithville Historic District unter Denkmalschutz und ist eine Touristenattraktion. 2006 wurde das Haus von der South Jersey Ghost Research untersucht; dort sollen die Geister von Hezekiah Smith, seinem Sohn Elton und von Agnes Gilkerson umgehen. 1. Distrikt: Boudinot | Dayton | J. Condit | Boyd | Darby | Boyd | Condict | Kinsey | J. Condit | Kinsey | Cassedy | H. Thompson | T. Sinnickson II | R. Cooper | Dickerson | Chetwood | Randolph II | L. Elmer | Hampton | Hay | N. Stratton | Clawson | Nixon | Starr | W. Moore | Hazelton | C. Sinnickson | Robeson | Ferrell | Hires | Bergen | Loudenslager | Browning | Patterson | Wolverton | Cahill | Hunt | Florio | Andrews | Norcross • 2. Distrikt: Cadwalader | A. Clark I | Kitchell | Imlay | Kitchell | E. Elmer | Newbold | T. Ward | Linn II | Condict | S. Fowler I | Aycrigg | W. Cooper | Aycrigg | Sykes | S. Wright | Sykes | Newell | Skelton | Robbins | J. Stratton | Middleton | Newell | Haight | Forker | Dobbins | Pugh | H. Smith | Brewer | Buchanan | Gardner | J. Baker | Bacharach | Wene | Jeffries | Wene | Hand | Glenn | McGrath | Sandman | W.J. Hughes | LoBiondo | Van Drew • 3. Distrikt: Schureman | Dayton | Thomson | Linn I | Helms | Condict | Schureman | Bennet | B. Smith | Holcombe | Randolph I | Lee | Halstead | Dickerson | Halstead | Farlee | Runk | Edsall | Wildrick | Lilly | Bishop | Adrain | Steele | Sitgreaves | Bird | A. Clark II | Ross | J. Kean | Green | J. Kean | Geissenhainer | B. Howell | Scully | T. Appleby | Geran | S. Appleby | Hoffman | Sutphin | Auchincloss | Howard | Pallone | Saxton | Adler | Runyan | MacArthur | Kim 4. Distrikt: T. Sinnickson I | Kitchell | Beatty | Henderson | Schureman | Imlay | Mott | Lambert | Cox | J. Scudder | G. Maxwell | Stockton | H. Southard | Matlack | Tucker | T. Hughes | J. Parker | J. Maxwell | Kille | J. Maxwell | Kirkpatrick | Edsall | Van Dyke | Brown | Vail | Huyler | Riggs | Cobb | Rogers | Hill | Hamilton | A.A. Clark | Harris | Howey | Pidcock | S. Fowler II | Cornish | Pitney | Salmon | Flanagan | Lanning | Wood | Walsh | Hutchinson | Browne | Eaton | Powers | Mathews | C. Howell | F. Thompson | C. Smith • 5. Distrikt: Cadwalader | I. Smith | T. Sinnickson I | Davenport | H. Southard | Morgan | Coxe Jr. | E. Baker | Bloomfield | Swan | I. Southard | Schenck | C. Stratton | Ryall | C. Stratton | W. Wright | Gregory | King | Price | A. Pennington | Wortendyke | W. Pennington | Perry | E. Wright | Halsey | Cleveland | Halsey | Phelps | Cutler | Voorhis | Hill | Phelps | Beckwith | Cadmus | J. Stewart | C. Fowler | Tuttle | Capstick | Birch | Ackerman | P. Stewart | Eaton | P. Frelinghuysen | Fenwick | Roukema | Garrett | Gottheimer • 6. Distrikt: Sloan | Hufty | Bines | Bateman | Garrison | Pierson | S. Condit | Shinn | Yorke | Vroom | Yorke | M. Ward | Teese | Peddie | Blake | Jones | Fiedler | H. Lehlbach | English | R. Parker | W. Hughes | Allen | W. Hughes | A. Hart | Martin | A. Hart | Ramsey | Perkins | McLean | Case | Williams | F. Dwyer | Cahill | Forsythe | B. Dwyer | Pallone 7. Distrikt: I. Scudder | Hardenbergh | Brigham | Hardenbergh | McAdoo | McDonald | Fielder | McEwan | Daly | McDermott | R. Parker | Townsend | Bremner | Drukker | Radcliffe | Seger | Perkins | Thomas | Widnall | Maguire | Roukema | Rinaldo | Franks | Ferguson | Lance | Malinowski | T. Kean • 8. Distrikt: Dunn | C. Fowler | Wiley | Pratt | Wiley | McCoy | Kinkead | Gray | McGlennon | Taylor | McNulty | Taylor | P. Moore | Hartley | Seger | Canfield | Joelson | Roe | Klein | Martini | Pascrell | Sires | R. Menendez • 9. Distrikt: Benny | Van Winkle | Leake | Kinkead | McCoy | R. Parker | Minahan | R. Parker | Minahan | Fort | Cavicchia | Kenney | Osmers | Towe | Osmers | Helstoski | Hollenbeck | Torricelli | Rothman | Pascrell 10. Distrikt: McDermott | Hamill | Townsend | F. Lehlbach | Hartley | Rodino | Payne | Payne Jr. | McIver • 11. Distrikt: Eagan | Olpp | Eagan | Auf der Heide | Cavicchia | O’Neill | Vreeland | Sundstrom | Addonizio | Minish | Gallo | R. Frelinghuysen | Sherrill • 12. Distrikt: Hamill | O’Brien | Norton | F. Lehlbach | Towey | R. Kean | Wallhauser | Krebs | F. Dwyer | Rinaldo | Courter | Zimmer | Pappas | Holt | Watson Coleman • 13. Distrikt: Norton | Sieminski | Gallagher | Maraziti | Meyner | Courter | Forsythe | Saxton | B. Menendez | Sires • 14. Distrikt: Auf der Heide | E. Hart | Tumulty | Dellay | Daniels | LeFante | Guarini • 15. Distrikt: Patten | B. Dwyer
2024-12-04 03:20:09
https://de.wikipedia.org/wiki/Reviews_of_Environmental_Contamination_and_Toxicology
Reviews of Environmental Contamination and Toxicology, abgekürzt Rev. Environ. Contam. Toxicol., ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, die vom Springer-Verlag veröffentlicht wird. Derzeit erscheint die Zeitschrift mit vier Ausgaben im Jahr. Es werden Übersichtsarbeiten veröffentlicht, die sich mit den Wirkungen chemischer Kontaminanten auf die Umwelt beschäftigen. Der Impact Factor lag im Jahr 2014 bei 3,744. Nach der Statistik des ISI Web of Knowledge wird das Journal mit diesem Impact Factor in der Kategorie Umweltwissenschaften an 27. Stelle von 221 Zeitschriften und in der Kategorie Toxikologie an zwölfter Stelle von 87 Zeitschriften geführt.
2024-12-03 21:37:34
https://de.wikipedia.org/wiki/Tam%C3%A1s_Herb%C3%A1ly
Tamás Herbály ist ein ungarischer Fußballspieler. Herbály begann seine Karriere beim Csepel SC. Im Februar 2013 wechselte er zum Zweitligisten BKV Előre SC. Für Előre kam er bis zum Ende der Saison 2012/13 dreimal in der Nemzeti Bajnokság II zum Einsatz. Zur Saison 2013/14 wechselte er in die Jugend von Újpest Budapest. Im Februar 2014 schloss er sich dem Rákospalotai EAC an, im Januar 2015 zog er zum Veresegyház VSK weiter. Zur Saison 2015/16 kehrte er zu Csepel zurück. Im Januar 2016 wechselte Herbály nach Deutschland zum sechstklassigen TSV Ilshofen. Für Ilshofen spielte er in einem Jahr insgesamt 19 Mal in der Verbandsliga. Im Januar 2017 wechselte er zum siebtklassigen TSV Crailsheim. Zur Saison 2019/20 schloss er sich dem sechstklassigen TSV Essingen an. Für Essingen erzielte er zehn Tore bei 20 Einsätzen in der Verbandsliga. Zur Saison 2020/21 wechselte er zum fünftklassigen 1. CfR Pforzheim. Pforzheim verließ er allerdings nach zwei Partien im Landespokal schon im August 2020 wieder und er wechselte zum sechstklassigen SV Fellbach. Für Fellbach spielte er elfmal in der Verbandsliga. Zur Saison 2021/22 wechselte Herbály zum österreichischen Regionalligisten VfB Hohenems. Für Hohenems erzielte er in zwei Jahren in der Regionalliga bzw. der Eliteliga 31 Tore in 59 Einsätzen. Zur Saison 2023/24 wechselte er anschließend zum Zweitligisten Schwarz-Weiß Bregenz. Sein Debüt in der 2. Liga gab er im Juli 2023, als er am ersten Spieltag der Saison 2023/24 gegen den First Vienna FC in der Startelf stand. Beim 2:0-Sieg der Bregenzer erzielte er auch sein erstes Zweitligator. Dies sollte auch sein einziger Treffer bleiben, bis Saisonende kam er zu 18 Zweitligaeinsätzen. Nach der Saison 2023/24 verließ er Bregenz. Zur Saison 2024/25 wechselte er dann zum Regionalligisten FC Dornbirn 1913.
2024-12-03 20:10:11
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexei_Nikolajewitsch_Litwinenko
Alexei Nikolajewitsch Litwinenko ist ein kasachischer Eishockeyspieler, der zuletzt bei Barys Astana in der Kontinentalen Hockey-Liga unter Vertrag stand. Alexei Litwinenko begann seine Karriere als Eishockeyspieler in seiner Heimatstadt im Nachwuchsbereich von Torpedo Ust-Kamenogorsk, für dessen Profimannschaft er in der Saison 1998/99 sein Debüt in der Wysschaja Liga, der zweiten russischen Spielklasse, gab. Daraufhin wurde er im NHL Entry Draft 1999 in der neunten Runde als insgesamt 262. Spieler von den Phoenix Coyotes ausgewählt, die ihn jedoch anschließend nicht unter Vertrag nahmen. In der folgenden Spielzeit lief der Verteidiger parallel für den HK Dynamo Moskau in der russischen Superliga auf. Die Saison 2000/01 verbrachte er schließlich bei dessen Ligarivalen Dinamo-Energija Jekaterinburg. Im Sommer 2001 wurde Litwinenko vom amtierenden russischen Meister HK Metallurg Magnitogorsk verpflichtet, mit dem er in der Saison 2003/04 erst im Meisterschaftsfinale am HK Awangard Omsk scheiterte. In den folgenden beiden Jahren stand der ehemalige Nationalspieler für den SKA Sankt Petersburg und den HK Spartak Moskau auf dem Eis, ehe er für die Saison 2006/07 zu seinem Ex-Club aus Magnitogorsk zurückkehrte. Mit diesem erreichte er den bisher größten Erfolg seiner Karriere, als er mit Metallurg die russische Meisterschaft gewann. In der Saison 2007/08 absolvierte Litwinenko nur noch Spiele für Metallurgs zweite Mannschaft in der drittklassigen Perwaja Liga. Auch bei Spartak Moskau, bei dem er die Saison beendete, konnte er sich nicht durchsetzen und kam nur noch auf neun Erstligaeinsätze in der gesamten Spielzeit. Im Sommer 2008 unterschrieb Litwinenko einen Vertrag bei Witjas Tschechow aus der neu gegründeten Kontinentalen Hockey-Liga, für das er regelmäßig zum Einsatz kam. 2010 wechselte er zum Ligarivalen Barys Astana, für den er bis 2016 auf dem Eis stand und dabei über 190 KHL-Partien absolvierte. Für Kasachstan nahm Litwinenko im Juniorenbereich an der U18-D-Europameisterschaft 1998 sowie an den U20-A-Weltmeisterschaften 1999 und 2000 teil. Bei den Herren stand er bei der B-Weltmeisterschaft 2000 und nach der Umstellung auf das heutige Divisionssystem in der Division I bei den Weltmeisterschaften 2001 und 2015 im Kader der Kasachen. 2005, 2006, 2010, 2012 und 2014 spielte er in der Top-Division. Zudem vertrat er seine Farben bei den Qualifikationsturnieren für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 und in Sotschi 2014. Bei den Winter-Asienspielen 2011 konnte er mit seiner Mannschaft die Goldmedaille erringen.
2024-12-01 21:04:44
https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Sommerspiele_1960/Teilnehmer_(D%C3%A4nemark)
Dänemark nahm an den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom mit einer Delegation von 100 Athleten an 46 Wettkämpfen in 15 Sportarten teil. Die dänischen Sportler gewannen zwei Gold- und drei Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille. Damit belegte Dänemark im Medaillenspiegel den 13. Platz. Olympiasieger wurden der Segler Paul Elvstrøm im Finn-Dinghy und der Kanute Erik Hansen im Einer-Kajak über 1000 Meter. Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier war der Moderne Fünfkämpfer Benny Schmidt. Äthiopien • Ghana • Kenia • Liberia • Marokko • Nigeria • Rhodesien • Südafrikanische Union • Sudan • Tunesien • Uganda • Vereinigte Arabische Republik Argentinien • Bahamas • Bermuda • Brasilien • Britisch-Guyana • Chile • Haiti • Kanada • Kolumbien • Kuba • Mexiko • Niederländische Antillen • Panama • Peru • Puerto Rico • Suriname • Uruguay • Venezuela • Vereinigte Staaten • Westindische Föderation Afghanistan • Birma • Ceylon • Hongkong • Indien • Indonesien • Irak • Iran • Israel • Japan • Libanon • Malaya • Pakistan • Philippinen • Republik China • Singapur • Südkorea • Südvietnam • Thailand Belgien • Bulgarien • Dänemark • Finnland • Frankreich • Gesamtdeutsche Mannschaft • Griechenland • Großbritannien • Irland • Island • Italien • Jugoslawien • Liechtenstein • Luxemburg • Malta • Monaco • Niederlande • Norwegen • Österreich • Polen • Portugal • Rumänien • San Marino • Schweden • Schweiz • Sowjetunion • Spanien • Tschechoslowakei • Türkei • Ungarn Australien • Fidschi • Neuseeland 1896 • 1900 • 1904 • 1908 • 1912 • 1920 • 1924 • 1928 • 1932 • 1936 • 1948 • 1952 • 1956 • 1960 • 1964 • 1968 • 1972 • 1976 • 1980 • 1984 • 1988 • 1992 • 1996 • 2000 • 2004 • 2008 • 2012 • 2016 • 2020 • 2024 1948 • 1952 • 1956 • 1960 • 1964 • 1968 • 1972 • 1976 • 1980 • 1984 • 1988 • 1992 • 1994 • 1998 • 2002 • 2006 • 2010 • 2014 • 2018 • 2022 2010 • 2014 • 2018 2012 • 2016 • 2020 • 2024 Fahnenträger • Medaillengewinner
2024-11-22 16:17:13
https://de.wikipedia.org/wiki/Jaldabaoth
Jaldabaoth ist in manchen Richtungen der Gnosis der Schöpfer der materiellen Welt, zum Teil dargestellt als löwenköpfige Gottheit. Er galt als Demiurg, der die Menschen in dieser Welt gefangen hält. Der Name ist wahrscheinlich vom aramäischen jaldā bahôt , „Nachkomme des Chaos“ bzw. „Sohn des Chaos“, abzuleiten. Jaldabaoth wird in sethianischen und ophitischen Schriften der Gnosis erwähnt. Im Apokryphon des Johannes ist „Jaldabaoth“ der erste von drei Namen des herrschsüchtigen Archons, neben Saklas und Samael. In Pistis Sophia hat er seinen Herrscheranspruch verloren und foltert in der Tiefe des Chaos zusammen mit 49 Dämonen frevlerische Seelen in einem glühendheißen Pechstrom. Hier ist er ein Archon mit einem Löwengesicht, halb Flamme, halb Dunkelheit. Im apokryphen Judasevangelium erscheint er als rebellischer Engel, und er taucht in der Hypostase der Archonten auf. Er ist der Sohn der Sophia, der Personifikation der Weisheit in der Gnosis, mit der er streitet. Indem sie sich in Güte und Einfalt schöpferisch der Materie zuwandte, schuf Sophia ohne Wissen der anderen Äonen den unvollkommenen Jaldabaoth, den Sohn des Chaos. Von seiner Mutter erhielt er die Lichtkräfte, die er aber zum Bösen einsetzte. Sophia herrscht über die Ogdoas, der Demiurg über die Hebdomas. Jaldabaoth erzeugte sechs weitere Archonten und andere Mitstreiter. Die von ihm geschaffenen Engel rebellierten gegen Jaldabaoth. Um die Engel in Unterwürfigkeit zu halten, erzeugte Jaldabaoth die Welt. Im Schöpfungsakt entäußerte sich Jaldabaoth aber seiner höchsten Kraft. Als Jaldabaoth dem Menschen die Seele einhauchte, flößte die Sophia ihm den göttlichen Funken des Geistes ein. Nach der Materie erzeugte Jaldabaoth den Schlangengeist , der Ursprung alles Bösen ist. Das Lichtwesen Sophia bewirkte durch die Schlange den Sündenfall des Menschen. Durch den Genuss der verbotenen Frucht wurden sie erleuchtet und wandten sich von Jaldabaoth ab. Dieser verstieß sie zur Strafe aus der ätherischen Region, dem Paradies. Jaldabaoth versuchte, den Menschen die Gabe des Lichtfunkens zu nehmen, den er unwissentlich an sie verloren hat, bzw. sie in Knechtschaft zu halten. Durch Strafen versuchte er die Menschen dazu zu bringen, ihn als Gott anzuerkennen. Wegen ihrer mangelnden Verehrung brachte er die Sintflut über die Menschen, aus welcher Sophia Noah rettete. Mit Abraham schloss Jaldabaoth einen Bund. Er sollte mit seinen Nachkommen ihm dienen. Die Propheten sollten Jaldabaoths Ruhm verkünden, mahnten zugleich aber durch Einflussnahme Sophias die Menschen an ihren höheren Ursprung und bereiteten die Ankunft Christi vor. Auf Veranlassung Sophias veranlasste Jaldabaoth die Erzeugung Jesu in der Jungfrau. Zu dessen Verkündigung bediente er sich Johannes des Täufers. Im Moment der von Jaldabaoth veranstalteten Taufe bezog Sophia den Leib Jesu und lehrte durch ihn die Menschen, ihre Bestimmung sei das Lichtreich. Erst ab der Taufe verfügte Jesus über göttliche Kräfte und konnte Wunder tun. Da Jesus aber sein Reich zerstörte, statt es zu fördern, ließ Jaldabaoth ihn kreuzigen. Vor seinem Martyrium entwich Christus der leiblichen Hülle. Jaldabaoth wird mit dem Gott Saturnus identifiziert.
2024-12-03 18:17:24
https://de.wikipedia.org/wiki/Esque
Im Quellgebiet der Esque Die Esque ist ein Fluss in Frankreich, der in der Region Normandie verläuft. Sie entspringt im Gemeindegebiet von Cerisy-la-Forêt, im Naturschutzgebiet Forêt de Cerisy, entwässert generell Richtung Nord bis Nordwest, erreicht den Regionalen Naturpark Marais du Cotentin et du Bessin und mündet nach insgesamt rund 21 Kilometern im Gemeindegebiet von Colombières als linker Nebenfluss in die Aure. Auf seinem Weg durchquert die Esque die Départements Département Manche und Département Calvados.
2024-12-04 01:22:09
https://de.wikipedia.org/wiki/Wurzelmundquallen
Lungenqualle Die Wurzelmundquallen sind eine Ordnung der Schirmquallen . Etwa 80 Arten sind bekannt, u. a. die an Europas Küsten lebende Lungenqualle , die einem Schirmdurchmesser von 60 bis 80 Zentimeter erreicht, die auch in der Nordsee vorkommende Wurzelmundqualle und die Spiegeleiqualle aus dem Mittelmeer. Nemopilema nomurai ist die größte Wurzelmundqualle. Sie erreicht einen Durchmesser von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm. Ihre Tentakel werden bis zu 5 Meter lang. Wurzelmundquallen haben einen schalenförmigen oder hochgewölbten Schirm, der tentakellos ist. Stattdessen ist das Mundrohr stark entwickelt, die Mundrohrkanten sind stielförmig verlängert und zu einem miteinander verfalteten, wurzelstockähnlichen Gebilde verwachsen. So sind in der Regel acht Arme mit zahlreichen, krausen Verzweigungen entstanden. Eine zentrale Mundöffnung fehlt. Sie wird durch zahlreiche kleine Poren in den Mundarmen ersetzt. Trotzdem können Wurzelmundquallen auch größere Beutetiere fressen. Sie werden durch die zahlreichen Nesselzellen an den Mundarmen betäubt, von diesen umschlossen und dann durch Verdauungssäfte, die von den Poren ausgeschieden werden, so weit aufgelöst, dass sie aufgenommen werden können. Bei der Strobilation wird meist nur eine Meduse gebildet. In Japan und Südostasien werden Wurzelmundquallen, vor allem die Art Rhopilema esculenta gegessen. Jährlich werden viele tausend Tonnen gefangen, und getrocknet oder gesalzen verkauft.
2024-11-24 16:03:36
https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Merk
Otto Helmut Valentin Merk war ein deutscher evangelischer Theologe. Otto Merk war der Sohn des Rechtshistorikers Walther Merk und dessen zweiter Ehefrau Gertrud Merk , Fürsorgerin und Tochter des Chirurgen Otto von Buengner. Von 1954 bis 1960 studierte er Evangelische Theologie in Marburg und Heidelberg. Zu seinen Lehrern gehörten Rudolf Bultmann und Werner Georg Kümmel. 1966 wurde er in Marburg mit einer Untersuchung über die paulinische Ethik zum Dr. theol. promoviert. 1970 habilitierte er sich . 1972 wurde er zum Universitätsprofessor an der Philipps-Universität Marburg ernannt. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 2002 unterrichtete er auf dem Lehrstuhl für Neutestamentliche Wissenschaft in Erlangen. Von 1983 bis 1985 war er Dekan der dortigen Theologischen Fakultät. Seit 2006 war er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Zu Merks Forschungsschwerpunkten gehören neutestamentliche Ethik und Wissenschaftsgeschichte. Zunächst beschäftigte er sich mit der Theologie und Exegese der frühen Aufklärungszeit, später der liberalen Theologie ab Mitte des 19. Jahrhunderts und schließlich der Jahre 1933 bis 1945. Er war als Rezensent unter anderem für die Theologische Rundschau, Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte sowie die Theologische Literaturzeitung tätig und schrieb Artikel für Religion in Geschichte und Gegenwart, die Theologische Realenzyklopädie und Killy Literaturlexikon.
2024-12-02 09:35:08
https://de.wikipedia.org/wiki/Khola_Maryam_H%C3%BCbsch
Khola Maryam Hübsch ist eine deutsche Journalistin, Publizistin und Bloggerin. Sie ist die Tochter des deutschen Schriftstellers Hadayatullah Hübsch und einer Inderin. Sie engagiert sich in der Ahmadiyya-Gemeinschaft für den interreligiösen Dialog. Hübsch studierte Publizistik, Germanistik, Buchwissenschaften und Psychologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Sie schreibt für Zeitungen und wissenschaftliche Publikationen und hält Vorträge über den Islam aus Sicht der Ahmadiyya. Das ARD-Morgenmagazin bezeichnete sie 2012 als das „öffentliche Gesicht der muslimischen Frauen in Deutschland“ und erklärte, Hübsch sei ein „gern gesehener Gast in Talkshows; ihre Meinung findet Gehör“. In den Diskussionsrunden der Polit-Talk-Formate von Anne Will, Menschen bei Maischberger, Phoenix Runde oder log in trat sie mehrfach als Gesprächspartnerin auf. Sie war sieben Jahre lang die deutsche Beauftragte für den interreligiösen Dialog bei der internationalen Frauenorganisation Lajna Imaillah der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland und als Moderatorin für den internationalen Ahmadiyya-Fernsehsender MTA tätig. Sie unterstützt Migranten-Medienförderprojekte wie die Fernsehreihen „Aspekte des Islam“ und das Format „Islam im Brennpunkt“, das mit dem Integrationspreis des Landesparlaments Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde. Im April 2019 zeichnete die italienische Vize-Außenministerin Emanuela Del Re in Rom Hübsch mit dem „Mondoreligioni Award“ der Associazione Italiana di Sociologia für ihren Einsatz für Menschenrechte aus. Seit 2021 vertritt Khola Maryam Hübsch die muslimischen Glaubensgemeinschaften im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks. 2011 hielt Hübsch im Rahmen der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eine Vorlesung über das Selbst- und Fremdbild der muslimischen Frau. Weitere Vorträge hielt sie an der Johannes-Gutenberg-Universität im Rahmen des Festival contre le racisme, an der Universität Koblenz-Landau, der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Hochschule Fulda sowie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Hübsch ist Referentin und Podiumsgast bei interreligiösen Dialogen und linksalternativen Einrichtungen wie dem Club Voltaire in Frankfurt und auf der Frankfurter Buchmesse. Ihre Vorträge behandeln die Themenkomplexe „Islam und Aufklärung“, „Emanzipation im Islam“ sowie „Menschenrechte und Toleranz im Islam“. Außerdem gibt Hübsch Kurse über die Islamdarstellung der Medien sowie über Liebe und Partnerschaft im Islam. Weitere Themenschwerpunkte sind Integration, Islamophobie in Europa, Friedenskonzepte im Islam sowie „Bio-Islam“. 2013 hielt sie im Rahmen der Frauenkonferenz mit der Bischöfin der Isländischen Staatskirche in Island einen Vortrag über das Menschenbild des Islams am Beispiel der muslimischen Frau. 2015 war sie als Sachverständige im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages. Im Rahmen der Ringvorlesung „Der Islam und die Islamische Theologie in Zeiten der Radikalisierung“ an der Universität Gießen beschäftigte sich Hübsch im Wintersemester 2015/2016 mit den Fundamenten des IS-Terrors und damit, wie die islamische Theologie und die Ästhetik westlicher Popkultur von der IS-Propaganda genutzt werden. Hübsch argumentiert anhand von Quellen des Islams für ein Islamverständnis, das nach ihrer Auffassung mit Demokratie, Toleranz und universalen Menschenrechten kompatibel ist. Sie ist der Meinung, „dass der Islam selbst koranisch vorschreibt, dass es einen säkularen Staat geben muss. Pluralismus ist gewollt, da könnte ich Ihnen jetzt unzählige Koranverse nennen, und diese Lesart des Korans ist in Deutschland weit verbreitet“. Glaubensfreiheit sei im Koran manifestiert, und jeder habe das Recht, in den Islam ein- oder aus ihm auszutreten. Für Hübsch ist der Islam eine moderne Religion, die im Einklang mit der Vernunft und der Aufklärung steht und für zeitgenössische Fragestellungen der Postmoderne eine wichtige Inspirationsquelle darstellt. Sie kritisiert die einseitige Verengung des Islams auf eine geistlose Obsession in der verbreiteten islamischen Orthodoxie, dem die ursprünglichen Kernthemen des Islams, etwa die Bewusstseinserweiterung des Menschen durch eine lebendige Beziehung zu Gott, verloren gegangen seien. Hübsch prangert in ihren Veröffentlichungen die Vereinnahmung des Islams durch islamistische Scharfmacher und buchstabengläubige Fundamentalisten sowie „undifferenzierte Medienberichterstattung“ über den Islam an. Sie plädiert in ihren Vorträgen und Publikationen für eine vernunftorientierte, geschlechtergerechte und ganzheitliche Lesart des Korans. Bei einer Sendung der Reihe Maybrit Illner im September 2016 verweigerte Hübsch dem Gast Paul Ziemiak hinter den Kulissen den Handschlag zur Begrüßung. Ziemiak nutzte dies während der Sendung zur Kritik an Hübsch. Diese erwiderte, die Verweigerung des Handschlages sei ihr gutes Recht. In der Sendung Hart aber fair trat sie als Diskutantin – nach den Anschlägen auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo 2015 – für den Islam ein. Sie kritisierte darin unter anderem den Umstand, ohne, so der Wortlaut, „die Burka verteidigen zu wollen“, dass mit zweierlei Maß gemessen werde: „Wenn Muslime die Karikaturen aushalten müssen, so müsste dies in einer pluralistischen Gesellschaft doch auch für die Burka gelten.“ Das in Frankreich 2011 verabschiedete Gesetz zum Verschleierungsverbot betrachtet sie als kontraproduktiv. In einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages zeigte sich Hübsch „überzeugt davon, dass eine offene, freundliche Flüchtlingspolitik dazu beitragen könne, das Bild des Westens in der islamischen Welt zu verbessern. Auch dies könne helfen, den Terrorismus einzudämmen“. Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 vor dem Kölner Hauptbahnhof wies Hübsch darauf hin, dass in der öffentlichen Diskussion Vorurteile gegen muslimische Männer verstärkt würden. Sie sagte: „Die neuen alten Ressentiments gegen den muslimischen Mann sind auch Ausdruck eines Kulturchauvinismus, der den Feminismus vereinnahmt, um vom eigenen Sexismus und Rassismus abzulenken.“ Die meisten Täter würden eher aus wirtschaftlich schwachen Milieus stammen. In der TV-Sendung Phoenix Runde bemerkte die Islamkritikerin Sabatina James, dass Hübsch als Mitglied der minderheitlichen Ahmadiyya-Gemeinschaft die Ansichten der Muslime nicht umfänglich repräsentieren könne: Anhänger der Ahmadiyya werden von vielen Muslimen als nicht-islamisch abgelehnt und in einigen Ländern religiös benachteiligt bzw. verfolgt. Nach der TV-Sendung hart aber fair im April 2024 geriet Hübsch in Kritik, da sie die Scharia und Bildung eines Kalifats verteidige im Licht einer als Islamisten-Demonstration eingeordneten Kundgebung in Hamburg. Sie sagte: „Begriffe wie Scharia und Kalifat sind politische Kampfbegriffe geworden. In der islamischen Welt sind das erst einmal ganz normale Terminologien.“ Bei der Talkshow von Markus Lanz am 30. Mai 2024 wollte sie den Begriff Ausländerkriminalität nicht stehen lassen, sondern forderte über Männerkriminalität zu sprechen. In derselben Sendung verteidigte sie erneut die Scharia, indem sie diese als Weg, „ein guter Mensch“ zu werden, darstellte. Auf die Nachfrage nach der Stellung von Frauen und Strafen für Homosexuelle gemäß der Scharia wich sie aus. In einem Interview mit Alfred Schier bekannte sich Hübsch dazu, in einer von ihrem Vater arrangierten Ehe zu leben; die Eheschließung sei ohne längere Beziehung erfolgt. Jedoch trennt sie strikt zwischen arrangierten Partnervermittlungen und Zwangsehen. In ihrem Buch Unterm Schleier die Freiheit – was der Islam zu einem wirklich emanzipierten Frauenbild beitragen kann schrieb sie: „Der Prophet Muhammad erklärte Zwangsehen für ungültig und annullierte eine ihm bekannt gewordene Zwangsheirat. Voraussetzung für eine Heirat muss immer das freiwillige und ohne Druckausübung abgegebene Einverständnis beider Partner sein. Darin besteht kein Zweifel. Die pauschale Verurteilung von arrangierten Ehen hat häufig etwas damit zu tun, dass nicht differenziert wird zwischen Zwangsehen, die eindeutig unislamisch sind, und arrangierten Ehevermittlungen, denen neudeutsch ausgedrückt eher eine Serviceleistung vorausgeht.“ Sie lebt in Frankfurt am Main und hat drei Kinder.
2024-12-04 06:53:38
https://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsgemeinschaft_Westfalen-S%C3%BCd
Die Verkehrsgemeinschaft Westfalen Süd wurde am 1. Januar 1975 als Zusammenschluss aller am öffentlichen Personennahverkehr in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten Verkehrsunternehmen gegründet. Ihre Aufgabe war es, für einen einheitlichen Tarif und abgestimmte Fahrpläne zu sorgen. Aufgabenträger sind für den Schienenpersonennahverkehr im Kooperationsraum 8 der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen Süd , für den Straßenpersonennahverkehr die beiden Kreise. Diese Regelung wird auch im Westfalentarif so beibehalten. Im Gebiet der ehemaligen VGWS fand schon am 18. März 1895 die erste Fahrt eines benzingetriebenen Omnibusses durch die Netphener Omnibusgesellschaft statt. Das Verkehrsgebiet mit einer Fläche von rund 1.850 km² grenzte im Norden an die Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe , im Osten an den Nordhessischen Verkehrsverbund , im Südosten an den Rhein-Main-Verkehrsverbund , im Südwesten an den Verkehrsverbund Rhein-Mosel und im Westen an den Verkehrsverbund Rhein-Sieg . Zum 1. August 2017 wurde der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd mit dem Ruhr-Lippe-Tarif, dem Münsterland-Tarif, dem Hochstift-Tarif sowie dem Sechser zum Westfalentarif zusammengeschlossen. Außerdem gibt es bei grenzüberschreitenden Fahrten nach Hessen und Rheinland-Pfalz VGWS-Übergangstarifzonen. In das RMV-Gebiet: In das NVV-Gebiet: In das VRM-Gebiet: Wenn keine anderen Übergangsregelungen existieren, gilt innerhalb von NRW der NRW-Tarif. Aachen | Rhein-Ruhr | Rhein-Sieg | Westfalen Ehemalige: Düren | Lippe | Münsterland | Minden-Ravensberg | Niederrhein | Paderborn-Höxter | Ostwestfalen-Lippe | Ostwestfalen-Lippe | Ruhr-Lippe | Westfalen-Süd
2024-12-02 10:23:54
https://de.wikipedia.org/wiki/Kusaila_ibn_Lemzem
Kusaila oder Aksil war Führer der Auraba-Berber gegen die Muslime. Kusaila war Führer der Auraba-Berber in der Gegend von Aures. Diese hatten wohl über Byzanz das Christentum übernommen, mussten sich aber nach 681 Uqba ibn Nafi, dem muslimischen Statthalter von Ifrīqiya unterwerfen. Für dessen Zug zum Atlantik mussten sie Hilfstruppen stellen. Während des Rückzugs von Uqba ibn Nafi gelang Kusaila die Bildung einer Koalition der Berberstämme, die das arabische Heer bei Biskra 683 vernichtend schlug, wobei auch Uqba ibn Nafi fiel. In der Folgezeit besetzte Kusaila Kairuan und beherrschte die Gebiete von Algerien, Tunesien und Tripolitanien. 688 fiel er im Kampf gegen Truppen der Umayyaden vor Kairuan. Der Widerstand der Berberstämme gegen die arabische Eroberung hielt aber unter al-Kahina weiter an.
2024-12-04 04:19:29
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Autoren/B#Bl
2024-12-04 05:33:16
https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Kuhschmalz
Franz Kuhschmalz war von 1424 bis 1457 Fürstbischof von Ermland und von 1455 bis 1457 Weihbischof in Breslau. Franz Kuhschmalz, dessen Eltern aus Schlesien nach Ermland eingewandert sind und vermutlich aus Kuhschmalz im Fürstentum Neisse stammten, wurde vielleicht schon in Ermland geboren. Er selbst nannte sich jedenfalls zunächst Franz Resel, was wahrscheinlich auf seinen Geburtsort Rößel verweist. Er studierte in Leipzig, wo er den akademischen Grad eines Baccalaureus erwarb. Es ist nicht bekannt, wann er zum Priester geweiht wurde. 1412 war er an der Juristischen Fakultät der Karlsuniversität Prag immatrikuliert und 1414 oder 1415 promovierte er in Wien zum Doktor der Rechte. Anschließend war er Privatsekretär des Hochmeisters Michael Küchmeister. Beim Konzil von Konstanz gehörte er einer Gesandtschaft an, die die Rechte des Deutschen Ordens gegenüber den Ansprüchen des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło vertreten sollte. Seit 1418 hielt er sich wieder im Deutschordensstaat auf. 1419 wurde er Domherr von Dorpat und 1420 Dompropst am Frauenburger Dom. Nach dem Tod des ermländischen Bischofs Johannes Abezier wählte das Domkapitel am 13. Februar 1424 Franz Kuhschmalz einstimmig zu dessen Nachfolger. Nach der päpstlichen Bestätigung vom 8. April d. J. wurde er Ende Juli in der Stadtpfarrkirche von Heilsberg in Anwesenheit des Hochmeisters zum Bischof geweiht. Die Konsekration erfolgte durch Johann Marienau von Kulm und Gerhard Stolpmann von Pomesanien. Bald nach der Weihe berief er K. Petrus Steinbutt zu seinem Offizial. 1427 nahm er für seinen Sprengel die neue Landesordnung des Ordenslandes an, ergänzte sie jedoch um einige Artikel, die den Dienst der Prußen regelten. Im selben Jahr wurde auf seinen Vorschlag in Elbing eine Synode der Kirchenprovinz Riga abgehalten. 1437/38 nahm er im Auftrag des Rigaer Erzbischofs Henning Scharpenberg am Konzil von Basel teil. In seinem Bistum veranlasste er eine Visitation, deren Ergebnisse 1444 bekannt gemacht wurden. Darin werden neben Prußen und Deutschen erstmals auch Polen genannt. Es waren Siedler aus Masowien, die nach den Verwüstungen der vorausgegangenen Kriege in größerer Anzahl ins Land geholt wurden. 1449 hielt er in Heilsberg eine Synode ab, die vor allem das sittenlose Leben des Klerus anprangerte. Außerdem fasste sie den Beschluss, dass die Pfarrer in Gemeinden mit deutscher und prußischer Bevölkerung sich einen einheimischen Kaplan halten sollten. Wo dies nicht möglich war, sollte für die Predigten ein Dolmetscher eingesetzt werden. Bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts war im Heilsberger Schloss eine Schule für zwölf Knaben gegründet worden, die den prußischen Klerus ausbilden sollte. Sie ging während der Amtszeit des Franz Kuhschmalz wegen des Dreizehnjährigen Kriegs nach 1454 ein. Auch als Bischof beriet Franz Kuhschmalz politisch und juristisch weiterhin die Hochmeister, für die er auch diplomatische Dienste übernahm. Er war ein führender Vertreter der Politik des Deutschen Ordens, die gegen die Stände gerichtet war. Diese schlossen sich 1440 im Preußischen Bund zusammen. Trotzdem wandte er sich gegen die Versuche des Hochmeisters Konrad von Erlichshausen, das ermländische Domkapitel dem Orden zu inkorporieren. 1453/54 führte er am Hof Kaiser Friedrichs III. den Prozess gegen den Preußischen Bund, der noch vor der Rückkehr des Bischofs den Krieg gegen den Deutschen Orden begann. Da sich der Aufruhr auch in das Bistum Ermland ausbreitete, suchte Bischof Kuhschmalz Zuflucht in der Marienburg. Im Frühjahr 1455 floh er nach Breslau, zu dem er bereits Kontakte unterhielt. Bereits 1444 nach der Resignation des Bischofs Konrad von Oels war er vom Breslauer Domkapitel als dessen Nachfolger ausersehen worden, lehnte jedoch ab. Während seines Breslauer Exils wurden ihm unter Bischof Peter II. Nowag zahlreiche weihbischöfliche Handlungen übertragen. Überliefert sind u. a. am 28. September 1455 die Weihe der von Johannes Capistranus gegründeten Kirche zu St. Bernhardin, in der er Weihnachten 1455 zweimal ein Pontifikalamt hielt. Er starb am 10. Juni 1457 in Breslau. Sein Leichnam wurde im Breslauer Dom beigesetzt.
2024-12-02 07:53:04
https://de.wikipedia.org/wiki/Halt_im_Ged%C3%A4chtnis_Jesum_Christ
Halt im Gedächtnis Jesum Christ ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er schrieb sie in Leipzig für Quasimodogeniti, den 1. Sonntag nach Ostern, und führte sie am 16. April 1724 zum ersten Mal auf. Bach komponierte die Kantate in seinem ersten Jahr in Leipzig, nach seiner Johannes-Passion, für den Sonntag Quasimodogeniti. Die vorgeschriebenen Lesungen für den Sonntag waren 1 Joh 5,4–10 LUT, „unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“, und Joh 20,19–31 LUT, die Erscheinung Jesu bei den Jüngern in Jerusalem nach seiner Auferstehung, erst ohne Thomas, dann mit ihm. Der unbekannte Textdichter beginnt mit einem Vers aus dem 2. Brief an Timotheus . Der Dichter sieht die Analogie von Thomas und dem zweifelnden Christen allgemein. In der Mitte der Kantate steht das Osterlied Erschienen ist der herrlich Tag von Nikolaus Herman , das den Tag der Auferstehung preist. Satz 5 sieht im Gegensatz dazu die Gefahr durch die Feinde, bis in Satz 6 Jesus erscheint, wie den Jüngern in Jerusalem, und Frieden bringt. Die Zeile „Friede sei mit euch“ erscheint in vier Abschnitten, die drei Strophen eines Gedichts rahmen. Der Schlusschoral ist die 1. Strophe von Jakob Eberts Lied „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“, das Bach später in der gleichnamigen Choralkantate BWV 116 bearbeitete. Die Kantate ist besetzt mit drei Vokalsolisten , vierstimmigem Chor, Corno da tirarsi, Flauto traverso, zwei Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Der Eingangschor wie auch die gesamte Kantate betrachtet den Konflikt von Hoffnung und Auferstehung einerseits, Gedächtnis und Zweifel andererseits. Der Chorsatz ist symmetrisch in sieben Abschnitte gegliedert, beginnend mit einer instrumentalen Sinfonia aller Instrumente. Dabei stellt das Horn ein Thema vor, das für das Gedenken an den Tod Jesu steht und an die Melodie des Passionschorals „O Lamm Gottes, unschuldig“ erinnert, den Bach später als Cantus firmus im Eingangschor seiner Matthäus-Passion einsetzte. Im zweiten Abschnitt singt der Sopran diese Melodie, die Unterstimmen betonen durch mehrfache homophone Einwürfe das Wort „Halt“. Im dritten Abschnitt wiederholt der Sopran die Melodie, während zunächst der Alt als Kontrasubjekt einer Fuge ein Thema vorträgt, das die Auferstehung darstellt durch eine belebte aufwärts geführte Bewegung, die mehr als eine Oktave umspannt. Der zentrale vierte Abschnitt wiederholt die Sinfonia mit eingebettetem Chor, die Abschnitte 5 bis 7 wandeln die Abschnitte 2 bis 4 ab. Die Tenor-Arie Mein Jesus ist erstanden wird von einer obligaten Oboe d’amore begleitet. Das Thema wird von den Streichern vorgestellt und von der Gesangsstimme aufgenommen, dabei erscheint ein Lauf nach oben auf dem Wort „auferstanden“. Die erste Strophe des Osterlieds Erschienen ist der herrlich Tag steht in der Mitte der Komposition, eingefasst durch zwei Alt-Rezitative. Satz 6 stellt noch stärker einen Sänger dem Chor gegenüber. Die Streicher leiten ein mit einer Sinfonia, „deren heftige Bewegung den Ansturm des Feindes abbildet“. In starkem Kontrast zu ihrem forte im 4/4 Takt erscheint im piano, 3/4 Takt und begleitet von sanft punktierten Rhythmen der Holzbläser der Bass als die Vox Christi und singt dreimal den Gruß, den Jesus in Vers 19 des Evangeliums an die Jünger richtet: „Friede sei mit euch“. Darauf antworten die drei Oberstimmen des Chores zur Musik der Einleitung und erkennen Jesus als Helfer im Kampf: „hilft uns kämpfen und die Wut der Feinde dämpfen“. Friedensgruß und Antwort wiederholen sich zwei weitere Male, in der zweiten Chorstrophe heißt es „erquicket in uns Müden Geist und Leib zugleich“ und in der dritten „durch den Tod hindurch zu dringen“. Im abschließenden letzten Friedensgruß spielen die Streicher mit den Holzbläsern als Symbol des Friedens. Bach arbeitete diesen Satz zum Gloria seiner Missa A-Dur, BWV 234, um. Die Kantate wird beschlossen mit einem vierstimmigen Satz des Chorals Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. LP / CD DVD 1 • 2 • 3 • 4 • 5 • 6 • 7 • 8 • 9 • 10 • 12 • 13 • 14 • 16 • 17 • 18 • 19 • 20 • 21 • 22 • 23 • 24 • 25 • 26 • 27 • 28 • 29 • 30 • 31 • 32 • 33 • 34 • 35 • 36 • 37 • 38 • 39 • 40 • 41 • 42 • 43 • 44 • 45 • 46 • 47 • 48 • 49 • 50 • 51 • 52 • 54 • 55 • 56 • 57 • 58 • 59 • 60 • 61 • 62 • 63 • 64 • 65 • 66 • 67 • 68 • 69 • 69a • 70/70a • 71 • 72 • 73 • 74 • 75 • 76 • 77 • 78 • 79 • 80 • 80a • 81 • 82 • 83 • 84 • 85 • 86 • 87 • 88 • 89 • 90 • 91 • 92 • 93 • 94 • 95 • 96 • 97 • 98 • 99 • 100 • 101 • 102 • 103 • 104 • 105 • 106 • 107 • 108 • 109 • 110 • 111 • 112 • 113 • 114 • 115 • 116 • 117 • 118 • 119 • 120 • 121 • 122 • 123 • 124 • 125 • 126 • 127 • 128 • 129 • 130 • 131 • 132 • 133 • 134 • 135 • 136 • 137 • 138 • 139 • 140 • 143 • 144 • 145 • 146 • 147/147a • 148 • 149 • 150 • 151 • 152 • 153 • 154 • 155 • 156 • 157 • 158 • 159 • 161 • 162 • 163 • 164 • 165 • 166 • 167 • 168 • 169 • 170 • 171 • 172 • 173 • 174 • 175 • 176 • 177 • 178 • 179 • 180 • 181 • 182 • 183 • 184 • 185 • 186 • 187 • 188 • 190 • 191 • 192 • 193 • 194 • 195 • 196 • 197 • 199 • 244a 30a • 34a • 36a • 36b • 36c • 134a • 173a • 198 • 201 • 202 • 203 • 204 • 205 • 206 • 207 • 207a • 208 • 209 • 210 • 210a • 211 • 212 • 213 • 214 • 215 • 216a • 249a Anh. 1 • Anh. 2 • Anh. 3 • Anh. 4 • Anh. 4a • Anh. 5 • Anh. 6 • Anh. 7 • Anh. 8 • Anh. 9 • Anh. 10 • Anh. 11 • Anh. 12 • Anh. 13 • Anh. 14 • Anh. 15 • Anh. 16 • Anh. 17 • Anh. 18 • Anh. 19 Matthäus-Passion • Johannes-Passion • Lukas-Passion • Markus-Passion Himmelfahrtsoratorium • Weihnachtsoratorium • Oster-Oratorium
2024-12-03 19:26:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Beachhandball-Nationalmannschaft_der_M%C3%A4nner
Die ungarische Beachhandball-Nationalmannschaft der Männer repräsentiert den ungarischen Handball-Verband als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Länderspielen im Beachhandball gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. Den Kader nominiert der Nationaltrainer. Als Unterbau fungieren die Nationalmannschaft der Junioren und die Nationalmannschaft der männlichen Jugend. Das weibliche Pendant ist die ungarische Beachhandball-Nationalmannschaft der Frauen. Die Nationalmannschaft wurde zu Beginn der 2000er Jahre gegründet und nahm im Rahmen der Europameisterschaften 2002 erstmals an einer internationalen Meisterschaft teil. Sie ist eine der erfolgreichsten Mannschaften in Europa und der Welt. Sie hat mehrere internationale Medaillen, bislang aber noch keine Titel, gewonnen. Größte Erfolge waren der Gewinn der Bronzemedaillen bei den World Games 2009, den Weltmeisterschaften 2010 sowie der zweifache Einzug in das Finale bei Europameisterschaften. Cheftrainer Co-Trainer World Beach Games Der aktuelle Kader setzt sich aus den berufenen Spielern für die Beachhandball Euro 2019 zusammen: Ägypten | Algerien | Kap Verde | Kenia | Libyen | Mali | Marokko | Nigeria | Sambia | Seychellen | Sierra Leone | Togo | Tunesien Barbados | Dominica | Dominikanische Republik | Haiti | Kanada | Kuba | Mexiko | Puerto Rico | St. Kitts und Nevis | Trinidad und Tobago | Vereinigte Staaten Argentinien | Brasilien | Chile | Ecuador | El Salvador | Kolumbien | Paraguay | Peru | Uruguay | Venezuela Afghanistan | Bahrein | Bangladesch | China | Hongkong | Indien | Indonesien | Iran | Japan | Jordanien | Katar | Kuwait | Mongolei | Nepal | Oman | Pakistan | Philippinen | Saudi Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Taiwan | Thailand | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam Mannschaften bestehender Verbände: Albanien | Belarus | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Frankreich | Griechenland | Italien | Kosovo | Kroatien | Liechtenstein | Malta | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowenien | Spanien | Tschechien | Türkei | Ukraine | Ungarn | Zypern Mannschaften ehemaliger Verbände: Jugoslawien | Serbien und Montenegro Amerikanisch-Samoa | Australien | Cookinseln | Kiribati | Neuseeland
2024-12-01 22:37:52
https://de.wikipedia.org/wiki/America_(Lied)
America ist ein Lied der englisch-schwedischen Indie-Rock-Band Razorlight. Es erschien am 17. Juli 2006 auf dem Studioalbum Razorlight bei Mercury Records. Neben Wire to Wire ist es die einzige Single der Band, die weltweit sehr hohe Chartplatzierungen erreichen konnte. Laut Aussagen Andy Burrows’, ehemaliger Schlagzeuger der Band, gegenüber der London Times sei der Band die Idee für das Thema des Liedes in einem Hotel in dem US-amerikanischen Bundesstaat Ohio gekommen, in dem sie für ein paar Nächte wegen der großen Tour durch die Vereinigten Staaten übernachteten. Hierbei soll Borrell zu Burrows gesagt haben, warum es keinen Song mit einer Schlagzeuguntermalung wie in Liedern Billy Joels von Razorlight gibt. Daraufhin begannen sie mit den Schreibarbeiten. Die finale Version des Stücks lässt allerdings kaum noch Ähnlichkeiten mit Billy Joels Musik erkennen. Das Lied erreichte international hohe Chartpositionen. In Deutschland befand es sich zur Höchstposition auf Platz 38, in der Schweiz auf Platz 29 und in Österreich auf dem 17. Platz. Mit America konnte die Band Razorlight noch dazu ihren ersten Nummer-eins-Hit in Großbritannien verbuchen. Hier hielten sie sich satte 27 Wochen in den Charts. Das Lied durfte überwiegend positive Kritik genießen. Neben der besonders eindringlichen Stimme Borrells in der ruhigen melodischen Atmosphäre wurde das besondere Balladengefühl, welches beim Hören aufkommt, gelobt. Negativ anzumerken und nahezu einziger Kritikpunkt sind allerdings die fast durchgehend schlechten und unpassend gewählten Reime an den Zeilenenden.
2024-12-04 07:20:40
https://de.wikipedia.org/wiki/Barkhausen_(Porta_Westfalica)
Barkhausen ist ein Stadtteil der Stadt Porta Westfalica im Kreis Minden-Lübbecke und gehört damit zu Ostwestfalen-Lippe im Land Nordrhein-Westfalen. Der Stadtteil zählt 4254 Einwohner und liegt als einziger Stadtteil im Nordwesten von Porta Westfalica und damit auf der linken Weserseite. Er liegt auf einer Höhe von 49 m ü. NN. Im Mittelalter war der Ort namensgebender Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Barkhausen. Barkhausen gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen zur Vogtei Berg und Bruch im Amt Hausberge des Fürstentums Minden und kam 1816 zum neuen Kreis Minden. Dort bildete Barkhausen bis 1972 eine Gemeinde im Amt Dützen. Ab 1893 war Barkhausen über eine Kleinbahn, die spätere elektrische Mindener Straßenbahn, mit Minden verbunden. Der Grund für diesen Bahnanschluss war das von 1882 bis 1886 errichtete Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die darauf folgende Entwicklung des Bereiches um das Hotel Kaiserhof zum Ausflugsziel. Ab den 1930er Jahren verwendete die Gemeinde den Namenszusatz „an der Porta“. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Barkhausen zwischen März 1944 und April 1945 das KZ-Außenlager Porta Westfalica des KZ Neuengamme. Das Lager befand sich in dem von der SS beschlagnahmten Festsaal des Hotel Kaiserhof, in dem etwa 1500 Häftlinge aus verschiedenen Ländern untergebracht waren. Diese arbeiteten hauptsächlich daran, unterirdische Produktionsstätten für die Rüstungsindustrie im Jakobsberg zu schaffen. Seit 1954 bestand an der Straßenbahn-Endstelle Porta Anschluss an den Oberleitungsbus Minden, der über die Weser zum Bahnhof Porta Westfalica und weiter nach Hausberge an der Porta führte. Gedacht war an einen Ersatz der eingleisigen Straßenbahn durch eine Obus-Strecke; der Bahn-Einstellung 1959 folgte jedoch ein Betrieb mit Dieselbussen. Der Obus-Betrieb wurde in den 1960er Jahren eingestellt. Im Rahmen der Gebietsreform wurde Barkhausen am 1. Januar 1973 in die neugeschaffene Stadt Porta Westfalica eingemeindet. Am 8. Juli 2008 wurde durch lizenzierte Sondengänger während der Untersuchungen des Bodenaushubs, der bei der Erschließung des Baugebietes „Auf der Lake“ anfiel, zufällig das Römerlager Porta Westfalica entdeckt. Es war die einzige größere, nicht bebaute Fläche im Ort. Bereits 1950 wurde in etwa 150 Meter Entfernung eine römische Goldmünze aus augusteischer Zeit entdeckt. Der Fund einer römischen Aucissafibel und römischer Bronzemünzen veranlasste die Entdecker zu einer sofortigen Meldung an das zuständige Fachamt für Bodendenkmalpflege, in diesem Fall die Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen. Die begann kurzfristig mit einer Rettungsgrabung unter Beteiligung von ehrenamtlich tätigen Sondengängern. Die Grabungen auf einer Fläche von 30.000 m² dauerten bis zum Jahr 2011 an und brachten 878 Befunde sowie eine große Anzahl an Fundstücken von der Bronzezeit bis zur Frühen Neuzeit zutage. Die Vielzahl der Funde deutet darauf hin, dass der Ort aufgrund der durchführenden Verkehrswege zu verschiedenen Zeiten als Lagerplatz genutzt wurde. Zu den Funden aus der augusteischen Epoche gehören Zeltheringe, zehn Fibeln, der Verschluss eines Kettenpanzers, Nägel von römischen Legionärssandalen , Bleilote zur Geländevermessung sowie eine Wurfspeerspitze und zwei Lanzenspitzen. Es wurden über 100 römische und keltische Münzen gefunden, durch die sich zwei Zeithorizonte abzeichnen. Auf die Zeit der Drusus-Feldzüge von 12 bis 9 v. Chr. weisen eine gallische Kleinbronze der Remer und acht in Gallien geprägte Münzen. Charakteristisch für die Zeit nach Christi Geburt sind zwei Gaius-Lucius-Denare, elf in Lyon und Rom geprägte Münzen sowie vier keltische Kleinbronzen. Im Gelände wurden die Reste von 30 aus Lehm gefertigten römischen Feldbacköfen lokalisiert. Ein für römische Marschlager typischer V-förmiger Spitzgraben konnte nicht entdeckt werden. Es wird angenommen, dass das Lager nicht dauerhaft besetzt war, sondern nur zum zeitweiligen Aufenthalt diente. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vermutete, dass sich der römische Feldherr Varus in dem Lager aufgehalten habe, bevor er in die Schlacht gezogen sei. Die Fundstelle passe zu den historischen Quellen. Auch sei die Distanz von den römischen Lippelagern nach Kalkriese plausibel. Das Römerlager Porta Westfalica war in zwei Tagesmärschen von dem 2017 entdeckten Römerlager Bielefeld-Sennestadt zu erreichen. Am Westrand des Areals fand sich innerhalb eines bronzezeitlichen Urnengräberfeldes eine für Westfalen ungewöhnlich reiche Bestattung eines Mannes mit einem Bronzeschwert aus der Zeit ca. 1200 bis 1100 v. Chr. Zu den Beschlägen seiner Schwertscheide gibt es Vergleichsstücke im nördlichen Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern. Einer früheisenzeitlichen Brandbestattung aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. diente eine ca. 17 cm hohe bronzene Rippenziste als Urne, die ursprünglich wohl in Oberitalien angefertigt worden war. Im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. wurde ein kleines Körpergräberfeld angelegt. Zahlreiche andere metallene Kleinfunde, u. a. Geschosskugeln aus Blei, und Gruben mit Brandresten stammen von einem Landsknechtslager aus dem Dreißigjährigen Krieg, das vermutlich mit der Belagerung von Minden im Jahr 1634 zusammenhängt. Der jüngste archäologische Befund ist eine gut erhaltene britische Telefonleitung, die unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs angelegt worden war, jedoch seit langem nicht mehr in Funktion war. Vor Ort befindet sich heute noch eine Dauerausstellung zum Römerlager und zu weiteren Funden, die 2022 neu konzipiert wurde. Ergänzt wird die Ausstellung seither durch einen weiteren Teil, in dem unterschiedliche ur- und frühgeschichtliche Funde aus dem Bereich der Stadt Porta Westfalica präsentiert werden. Eine überregional bekannte touristische Sehenswürdigkeit ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberg, welches neben dem Fernsehturm als Wahrzeichen der Stadt Porta Westfalica dient. Ebenfalls auf diesem Berg befindet sich die Wittekindsburg. Sehenswert ist außerdem ein ehemaliges Herrenhaus an der Bundesstraße 61, das Gut Wedigenstein. Außerdem gibt es die Evangelische Kirche Barkhausen und die zugehörige Kapelle Barkhausen. Im nördlichen Stadtteilgebiet liegt der Baltus See. Bis zum Bau des Weserauentunnels führte die B 61 durch den Kern des Stadtteils. Die Weserbrücke Porta verbindet den Stadtteil mit dem Stadtteil Hausberge. Busverbindungen bestehen nach Minden und über das Zentrum in Hausberge bis nach Eisbergen. Barkhausen | Costedt | Eisbergen | Hausberge | Holtrup | Holzhausen | Kleinenbremen mit Selliendorf und Barksen | Lerbeck | Lohfeld | Möllbergen | Nammen | Neesen | Veltheim | Vennebeck | Wülpke
2024-12-02 10:45:20
https://de.wikipedia.org/wiki/Sergej_Newski
Sergej Newski ist ein russischer Komponist. Sergej Newski studierte Musiktheorie am Moskauer Konservatorium. Anschließend setzte er sein Studium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden bei Jörg Herchet und an der Universität der Künste Berlin bei Friedrich Goldmann fort. Dort studierte er von 2000 bis 2005 zusätzlich Musiktheorie und Musikpädagogik bei Hartmut Fladt. Sergej Newskis Musik wird unter anderem bei den Donaueschinger Musiktagen, bei den Festivals Wien Modern, Eclat, MaerzMusik, Ultraschall Berlin, Musica Viva und Warschauer Herbst aufgeführt. Er erhielt Kompositionsaufträge vom Konzerthaus Berlin, von der Staatsoper Unter den Linden, der Staatsoper Stuttgart, der Opergruppa , vom Klangforum Wien, vom Deutschlandradio und vom Südwestrundfunk. Seine Oper Franziskus wurde im September 2012 am Bolschoi-Theater Moskau uraufgeführt. Im Februar 2020 kam sein Musiktheater Secondhand-Zeit an der Staatsoper Stuttgart zur Uraufführung.
2024-12-04 03:29:43
https://de.wikipedia.org/wiki/Piwdenne_(Charkiw)
Piwdenne ist eine Stadt in der Ukraine im Norden der Oblast Charkiw etwa 18 Kilometer südwestlich der Stadt Charkiw mit etwa 7700 Einwohnern . Die Stadt entstand 1963 durch den Zusammenschluss der Dörfer Komariwka und Juschny und übernahm den Namen der bereits 1906 gegründeten Siedlung für die Arbeiter der Russischen Südbahn, Juschny bzw. deren ukrainisches Pendant Piwdenny . Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Piwdenne . Zu dieser zählen auch die Siedlung städtischen Typs Budy sowie die zwei in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer und eine Ansiedlung; bis dahin hatte die Stadt zusammen mit der Ansiedlung Perschotrawnewe die gleichnamige Stadtratsgemeinde Piwdenne im Südwesten des Rajons Charkiw gebildet. Folgende Orte sind neben dem Hauptort Piwdenne Teil der Gemeinde: Balaklija | Barwinkowe | Bohoduchiw | Charkiw | Derhatschi | Isjum | Krasnohrad | Kupjansk | Losowa | Ljubotyn | Merefa | Perwomajskyj | Piwdenne | Smijiw | Tschuhujiw | Walky | Wowtschansk Siedlungen städtischen Typs Andrijiwka | Babaji | Besljudiwka | Beresiwka | Bilyj Kolodjas | Birky | Blysnjuky | Borowa | Budy | Choroschewe | Donez | Dworitschna | Huty | Eschar | Kehytschiwka | Kiwschariwka | Kowjahy | Kosatscha Lopan | Kolomak | Korotytsch | Kotschetok | Krasnokutsk | Krasnopawliwka | Kulynytschi | Kupjansk-Wuslowyj | Mala Danyliwka | Malyniwka | Mantschenky | Nowa Wodolaha | Nowopokrowka | Orilka | Panjutyne | Peresitschne | Petschenihy | Pissotschyn | Pokotyliwka | Prudjanka | Prykolotne | Rohan | Sachnowschtschyna | Satschepyliwka | Sawynzi | Schariwka | Schewtschenkowe | Sidky | Slatyne | Sloboschanske | Sloboschanske | Solonyziwka | Solotschiw | Staryj Mertschyk | Staryj Saltiw | Tschkalowske | Utkiwka | Wassyschtschewe | Wwedenka | Welykyj Burluk | Wiltscha | Wilschany | Wyssokyj
2024-11-24 04:42:56
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_National_Academy_of_Sciences/1936
Im Jahr 1936 wählte die National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten 15 Personen zu ihren Mitgliedern. 1863 | 1864 | 1865 | 1866 | 1867 | 1868 | 1869 | 1870 | 1871 | 1872 | 1873 | 1874 | 1875 | 1876 | 1877 | 1878 | 1879 | 1880 | 1881 | 1882 | 1883 | 1884 | 1885 | 1886 | 1887 | 1888 | 1889 | 1890 | 1891 | 1892 | 1893 | 1894 | 1895 | 1896 | 1897 | 1898 | 1899 | 1900 | 1901 | 1902 | 1903 | 1904 | 1905 | 1906 | 1907 | 1908 | 1909 | 1910 | 1911 | 1912 | 1913 | 1914 | 1915 | 1916 | 1917 | 1918 | 1919 | 1920 | 1921 | 1922 | 1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940 | 1941 | 1942 | 1943 | 1944 | 1945 | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024
2024-12-02 10:09:37
https://de.wikipedia.org/wiki/Parkanlagen_in_Cottbus#Carl-Blechen-Park
In dem folgenden Artikel werden die verschiedenen Parkanlagen der Stadt Cottbus aufgelistet. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren die Stadtväter mithilfe des Verschönerungsvereins darum bemüht, Cottbus durch das Anlegen von Plätzen und Parks aufzulockern und zu begrünen. Eine erste gestaltete Platzanlage entstand im Jahr 1813 auf dem westlichen Ende des Luckauer Walls. Sie wurde 1886 erweitert und entwickelte sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts zur heutigen Puschkinpromenade. Im Jahr 1895 entstand auf der Mühleninsel der heutige Goethepark. Der Eliaspark wurde durch eine Stiftung des Kommerzienrates Elias im Jahr 1902 angelegt. Der erste Spatenstich zum Volkspark, damals „Kaiser-Wilhelm-Auguste-Viktoria-Hain“, erfolgte im Jahr 1909. Der Park sollte als stadtnahes Walderholungsgebiet den Bürgern zur Entspannung dienen. Der Carl-Blechen-Park, am östlichen Ufer der Spree, direkt neben dem Goethepark, wurde im Jahr 1930 zu Ehren des Landschaftsmalers gestaltet. Durch Eingemeindung gehört der Branitzer Park seit 1934 ebenfalls zu Cottbus. Es folgten 1954 die Errichtung des Frühlingsgartens, 1956 die Gestaltung der Platzanlage Schillerplatz, die Gestaltung des Brunschwigparks und des Käthe-Kollwitz-Parks im Jahr 1970 sowie 1995 der Spreeauenpark zur Bundesgartenschau. Die meisten Parks sind durch Wanderwege entlang der Spree miteinander verbunden und bilden einen grünen Erholungsbereich, der die ganze Stadt durchzieht. Der Branitzer Park gilt als bedeutendste Cottbuser Parkanlage. Hermann Fürst von Pückler ließ seit 1819 Bäume und Sträucher aus dem Branitzer Park für seinen Park in Bad Muskau entnehmen. Erst als er dieses Anwesen wegen hoher Schulden verkaufen musste, zog er widerwillig nach Branitz. Ab 1846 begann er mit der Gestaltung des Branitzer Parks. Nach seinem Tod 1871 führte sein Nachfolger Heinrich Graf von Pückler die Arbeiten bis 1888 weiter. Hermann Fürst von Pückler schuf hier einen Landschaftsgarten mit gestalterisch differenzierten Parkbereichen. Der Park ist in drei Zonen unterteilt, dem Pleasureground, in dessen Zentrum sich das Schloss befindet, dem Innenpark und dem Außenpark. Im Bereich des Außenparks befinden sich heute der Tierpark und der Spreeauenpark. Der Außenpark erstreckt sich über eine Fläche von ca. 600 Hektar und besteht aus Wald-, Wiesen- und Ackerflächen. Der Innenpark ist ca. 100 Hektar groß und wurde von Hermann Fürst von Pückler durch umfangreiche Erdbewegungen in eine Komposition aus verschlungenen Wegen, Teichen, Hügeln und Wasserläufen mit vielen Brücken verwandelt. Er gestaltete den Park wirkungsvoll mit Baum- und Gehölzpflanzungen, die immer wieder Sichtachsen auf das Schloss freigeben. Während im Parkbereich nur mit einheimischen Pflanzen gearbeitet wurde, setzte er im Pleasureground auch fremdländische Gehölze ein. Zwischen 1855 und 1857 ließ Pückler den Pyramidensee ausheben und mit dem Erdreich den Grabhügel, auf dem die Seepyramide entstand, aufschütten. Die Landpyramide entstand zwischen 1860 und 1863. Hermann Fürst von Pückler fand 1871 im Grabhügel, dem Tumulus, seine letzte Ruhestätte. Im Jahr 1884 wurden dann die sterblichen Überreste seiner Frau und Lebensgefährtin Lucie von Pückler-Muskau vom alten Branitzer Friedhof in die Seepyramide umgebettet. Das Zentrum des Parks bildet das 1772 im spätbarocken Stil errichtete Schloss Branitz, das Pückler nach eigenen Ideen und Anregungen von Gottfried Semper umbauen ließ. Dem Schloss gegenüber stehen der Marstall und das Kavalierhaus. Beide Gebäude sind durch eine Pergola mit Reliefs des dänischen Bildhauers Berthel Thorwaldsen verbunden. Im Pleasureground finden sich außerdem antike Zinkgusskopien und der Bronzeabguss der Venus Italica von Canova. Weitere sehenswerte Gebäude im Innenpark sind die neogotische Parkschmiede, das klassizistische Cottbuser Torhaus und die historische Schlossgärtnerei. Drei orientalische Räume erinnern im Schloss an Pücklers Reisen in den Orient. Das Schloss beherbergt auch eine Bibliothek und zum Teil original eingerichtete Räume aus der Zeit des Fürsten. Neben einer Ausstellung mit den Werken des in Cottbus geborenen Malers Carl Blechen werden verschiedene Sonderausstellungen durchgeführt. Im Besucherzentrum wird in einer modernen Ausstellung mit multimedialen Effekten vom Leben des Fürsten erzählt. Der Brunschwigpark wurde in den siebziger Jahren als Wohngebietspark angelegt. Er liegt zwischen der Hallenser Straße und der Erfurter Straße, bzw. der Berliner Straße. In Ost-West-Richtung erstreckt sich der Park zwischen der Schweriner Straße und der Lessingstraße bzw. der Lieberoser Straße. Nachdem der Park 2006 durch Neuanpflanzungen verschönert wurde, erfolgte 2008 eine Vergrößerung des Parks durch Gestaltung und Begrünung von Brachflächen. Der Park liegt am Gurken-Radweg und gehört zum mittleren Grünring der Stadt. Auf dem Gelände des Parks befindet sich eine 1984 aufgestellte, heute sanierungsbedürftige Reiterskulptur von Heinz Mamat , für deren Reparatur sich die AfD-Politikerin Marianne Spring-Räumschüssel im Landtagswahlkampf 2019 einsetzte und diese durch eine Großspende an die Stadt im Jahr 2020 ermöglichte. Der Carl-Blechen-Park entstand nach 1930 und ist dem im Jahre 1798 in Cottbus geborenen Landschaftsmaler Carl Blechen gewidmet. Der Park zeigt sich mit seltenen Bäumen und Blütenstauden an der Ostseite der Spree. In den fünfziger Jahren wurde der Park durch eine Brücke mit dem Goethepark verbunden, heute heißt die Brücke Blechensteg. Zu Ehren Carl Blechens wurde im Jahre 1957 ein Denkmal aus Bronze aufgestellt, das allerdings im Februar 2008 von Metalldieben gestohlen wurde. Die Kastanienallee findet ihre Fortsetzung in dem 1934/35 geschaffenen Rosenufer, heute Ludwig-Leichhardt-Allee, einer Uferpromenade südlich des Parks, von ihm durch die Franz-Mehring-Straße getrennt. Vom Kleinen Spreewehr führt wiederum eine Kastanienallee zum Lindenplatz mit dem Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“. In den 70er/80er Jahren stand im Park ein reetgedeckter Pavillon, der als Imbiss genutzt wurde. Auch eine Freilichtbühne, die 1995 abgerissen wurde, war Teil des Parks. Entlang des Mühlengrabens befand sich ursprünglich nur eine Kastanienallee. Zur ersten Bezirksgartenschau wurde im Jahre 1954 der Frühlingsgarten angelegt. Seine Gestaltung erfolgte mit Frühjahrsblühern und exotischen Baumarten wie Stechpalme, Ginkgo, Esskastanie, Tulpenbaum, Japanischer Zierquitte und dem ersten Cottbuser Urwald-Mammutbaum. Der Frühlingsgarten gilt aufgrund der schönen Natursteinverwendung, der Gräser- und Staudenpflanzungen, Skulpturen, Pergolen, den seltenen exotischen Bäumen und der optischen Einbeziehung der Spree als besonderes Gartendenkmal. Im und am Mühlengraben sind auch Nutrias heimisch geworden. Der Goethepark befindet sich im Stadtteil Sandow an der Franz-Mehring-Straße. Von drei Seiten wird er von der Spree eingefasst und durch den Blechensteg mit dem Carl-Blechen-Park verbunden. Die Anlage wurde 1895 als Stadtpark vom Verschönerungsverein auf dem sumpfigen Gelände der Mühleninsel angelegt, damit ist es die älteste Parkanlage von Cottbus. Mit dem Bau des Elektrizitätswerkes 1926/27 wurden zwei neue Zugangsmöglichkeiten zum Park geschaffen, die Brücke am Elektrizitätswerk und die Brücke zur Straße „Am Spreeufer“. Erst im Jahr 1949 wurde der Stadtpark in Goethepark umbenannt. In dem weitläufigen Park befindet sich der Amtsteich, der um 1600 für die Karpfenzucht genutzt wurde und in dem heute eine Fontäne sprudelt. Im Winter ist der zugefrorene See ein beliebter Platz für Schlittschuhläufer. Ein Kinderspielplatz und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk sowie das Museum für Natur und Umwelt machen den Park in jeder Jahreszeit zu einem Anziehungspunkt. Das Restaurant „Freizeitoase“ bietet die Möglichkeit zum Bowlen und Kegeln. Die Uferbereiche sind geschmackvoll bepflanzt, der Park ist bis heute in seiner um 1900 entstandenen Form erhalten. Für viele Besucher sind die hier lebenden Nutrias eine kleine Attraktion. Der nach Käthe Kollwitz benannte Park befindet sich im Stadtteil Sandow zwischen dem Nordring, der Spree und der Kleingartenanlage „Fleißige Hand“. Nachdem im Jahr 1969 die Sandower Mülldeponie zugeschüttet und in einen Rodelberg verwandelt wurde, schuf man im darauffolgenden Jahr den zwanzig Hektar großen Käthe-Kollwitz-Park, indem ein Netz aus Wanderwegen rings um den achtundachtzig Meter hohen Rodelberg angelegt wurde. Nach 1980 ging die Parkpflege immer weiter zurück, bis er nach 1990 sich selbst überlassen wurde und völlig verwilderte. Seit 2009 sind Mitarbeiter des Naturschutzbundes Kolkwitz bemüht, den als Naherholungsgebiet geltenden Park wieder für Spaziergänger und Jogger nutzbar zu machen. Der Rodelberg soll wieder als solcher genutzt werden können und auch Mountainbiker sollen hier auf ihre Kosten kommen. Die Puschkinpromenade verläuft entlang der gesamten Nordseite der Altstadt. Die Parkanlage ist nach dem russischen Dichter Alexander Sergejewitsch Puschkin benannt und befindet sich auf dem ehemaligen Luckauer Wall. Im Jahr 1744 wurden am Stadtgraben zweitausend Maulbeerbäume herangezogen. Sie waren für die Bepflanzung der öffentlichen Plätze, Straßen und Wälle vorgesehen. Eine erste kleine Platzanlage wurde im Jahr 1813 am westlichen Ende des Luckauer Walls gestaltet. Die Bezeichnungen „Wallpromenade“ und „Promenadenallee“ tauchen zum ersten Mal im Jahr 1829 auf, als der Magistrat der Stadt die noch vorhandenen Maulbeerbäume verpachtete. Nach 1830 wurden zwischen der Stadtmauer und dem inneren Stadtgraben Gärten angelegt. Im Bereich des 1964 beseitigten Denkmals für die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 ließ der 1872 gegründete Verschönerungsverein eine erste bescheidene Schmuckanlage errichten. Im Jahr 1886 erfolgte die Umgestaltung des Luckauer Walls in eine typisch gründerzeitliche Anlage mit Wegen, Rondellen und Schmuckbepflanzungen, die von niedrigen Hecken eingefasst wurden. Die Schmuckanlage mit dem „Japanischen Pavillon“ wurde im Jahr 1905 am westlichen Ende hinzugefügt. In der Ausmuldung zwischen dem Luckauer Wall und dem inneren Stadtgraben waren nach 1945 immer noch Gärten erhalten. Im Zweijahresplan „Trümmerbeseitigung“ wurde dieser Bereich 1949/50 fast vollständig mit den Schuttmassen abgetragener Kriegsruinen verfüllt. Im Juni 1949 erhielt die Promenade ihren heutigen Namen. Die Umgestaltung der Promenade und der verfüllten Bereiche zu einer zusammenhängenden Grünanlage erfolgte in den Jahren 1956/57. In einem erhaltenen Bereich der Grubensenke im östlichen Teil der Promenade wurde 1968 eine Spritzeisbahn errichtet. Eine Aufschüttung aus Schutt und Müll wurde angrenzend zu einem Rodelberg geformt, bepflanzt und mit Wegen erschlossen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Puschkinpromenade immer wieder neu gestaltet. Es wurden zahlreiche Sitzplätze, Staudenrabatten, Natursteinmauern und Plattenflächen geschaffen, die durch ein eckiges Wegesystem verbunden waren. Ein Freilandschach, ein Wassergarten und Brunnenanlagen wurden in das Konzept integriert. Der Rodelberg, befestigte Flächen mit Spielgeräten und Tischtennisplatten sowie ausgedehnte Sandspielflächen zerstörten jedoch den Parkcharakter der Puschkinpromenade. Anlässlich des 30. Jahrestages der DDR erfolgte im Bereich des ehemaligen Wassergartens die Einweihung des Ehrenhains für die Opfer des Faschismus und Militarismus. Zahlreiche Plastiken des IX. Internationalen Hoyerswerdaer Bildhauersymposiums wurden 1981 in der Parkanlage aufgestellt. Im Jahr 1995 wurden in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau die Gehölze und Staudenpflanzungen erneuert. Es erfolgte eine Sanierung der Wege, Platzflächen, Natursteinmauern und Brunnenanlagen, wobei eine Verlagerung und Verkleinerung der überdimensionierten Spielbereiche stattfand. Um der Promenade ihren Parkcharakter zurückzugeben entfernten die Gartenarchitekten die nachträglich eingebrachten Wege und Plätze. Eine Beseitigung des Rodelberges und der versiegelten Eislauffläche scheiterte an den horrenden Kosten, da in diesem Bereich das Erdreich stark mit Schwermetallen belastet ist. Der Schillerplatz befindet sich nahe dem Staatstheater Cottbus. Der Platz wurde früher als Viehmarkt und Exerzierplatz genutzt. Um 1900 erfolgte die Umbauung des Platzes mit repräsentativen Bürgerhäusern und dem Theater im Jugendstil. Bis zum Jahr 1943 wurde er noch als Rummelplatz genutzt. Anlässlich der 800 Jahr Feier der Stadt Cottbus, erhielt der Platz 1956 seine heutige Gestalt mit zahlreichen Bäumen, Pflanzenarten und einer großen Brunnenanlage. Er gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt Cottbus. Der anlässlich der Bundesgartenschau im Jahre 1995 angelegte Spreeauenpark hat sich mit 55 Hektar Fläche in das Cottbuser Parkareal an der Spree eingereiht. Er befindet sich zwischen Tierpark und dem Stadion der Freundschaft. Gegliedert ist er in einen Apotheker- und Bauerngarten, einen Rosengarten, den Rhododendronhain und einen Klanggarten, die sich alle um den 1,2 Hektar großen Parkweiher gruppieren. Eichenalleen, von Wildstauden gesäumte Gräben und ausgedehnte Wiesenflächen verbinden die Areale. Einmalig in Europa entstand der Tertiärwald, eine lebende Nachbildung eines Urwaldes der Braunkohlezeit vor etwa 10 Millionen Jahren mit einem fossilen Mammutbaumstubben, Kohlemoor und einer Findlingsallee. Familienfreundliche Erlebnisspielplätze, ein Parkcafé und der Anschluss an die Parkeisenbahn erweitern das Angebot. Der Parkpavillon hat sich als Veranstaltungsbühne für Feste, Open-Air-Veranstaltungen und Feuerinszenierungen etabliert. Inmitten des Parkareals steht das größte Messe- und Tagungszentrum des Landes Brandenburg. In der Nähe des Tierparks wurde für Campingfreunde ein Caravan-Standplatz angelegt. Der Besuch des Parks ist an ein Eintrittsgeld von einem Euro gebunden. Der Volkspark mit den Madlower Schluchten und dem Eichenpark wird westlich von der Bautzener Straße und östlich von der Spree begrenzt. Nördlich erstreckt er sich bis zur Straße „Eichenpark“ und endet südlich gleich hinter dem Madlower Badesee. Das stadtnahe Walderholungsgebiet wird von zahlreichen Wanderwegen und Rad-Wander-Wegen durchzogen. Es wurde ein Naturlehrpfad angelegt und ein heute unbewachter Badesee erfreut sich großer Beliebtheit. Im Jahr 1906 stimmten die Stadtverordneten für einen „Waldpark“ in der Madlower Heide. Der damalige Oberbürgermeister Paul Werner benannte ihn „Kaiser-Wilhelm-Auguste-Viktoria-Hain“. Eine erste Gestaltung wurde 1909 umgesetzt, obwohl die Bauern, denen das Land gehörte, erst 1913 enteignet wurden. Durch die Entnahme von Sand und Kies zur Aufschüttung des Bahndamms der Eisenbahnstrecke Cottbus-Görlitz entstanden die typischen Vertiefungen der Madlower Schluchten. Der vom Verschönerungsverein in Umlauf gebrachte Name Volkspark setzte sich um 1918 schließlich durch. Im Jahre 1954 wurde der Volkspark zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Zum Bau des Stadtrings wurde ab dem Frühjahr 1969 erneut Erdreich entnommen und bis Mai 1972 aus der so entstandenen Vertiefung der Madlower Badesee geschaffen. Von den einstigen, künstlichen Wasserläufen sind nur trockene Gräben geblieben. Damals errichtete Schutzhütten, Geländer und eine „Hühnerleiter“-Holzbrücke sind ebenfalls verschwunden. 51.76008814.339988Koordinaten: 51° 45′ 36,3″ N, 14° 20′ 24″ O
2024-12-02 04:27:39
https://de.wikipedia.org/wiki/Antonie_R%C3%A4dler
Antonie Rädler war eine angebliche Mystikerin und die Begründerin der Gebetsstätte Maria vom Sieg in Wigratzbad, einem Teilort von Opfenbach im Landkreis Lindau im Westallgäu. Seit 1988 ist die Gebetsstätte auch Sitz des Priesterseminars der Priesterbruderschaft St. Petrus, die aus der Piusbruderschaft hervorging und eine Gesellschaft apostolischen Lebens päpstlichen Rechts ist. Antonie Rädlers Privatoffenbarungen wurden von der römisch-katholischen Kirche nicht anerkannt. Antonie war die jüngste Tochter des Landwirtes und Metzgers Andreas Rädler; sie hatte noch drei weitere Schwestern. Der Vater betrieb neben seiner Landwirtschaft eine Metzgerei in Wigratzbad. Antonie gründete Anfang der 1920er-Jahre mit mehreren Freundinnen eine Marianische Kongregation, die an den Sonntagen nachmittags in der Pfarrkirche in Wohmbrechts für die Anliegen der Menschheit und später auch gegen die Nazis betete. Antonie führte 1936 im nahen Lindau am Bodensee eine Metzgereifiliale der Familie. Gut sichtbar brachte sie dort ein Marienbild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt an. 1936 kam eine Gruppe von SA-Leuten mit einem Hitlerbild in das Geschäft und verlangte die Entfernung des Marienbildes und das Anbringen des Hitlerbildes. Antonie weigerte sich kategorisch. Mehrfach wurde sie bei nächtlichen Heimgängen von Unbekannten überfallen und bedroht, konnte aber jeweils entkommen. 1937 ließ Antonie eine Kapelle auf dem Grundstück ihrer Eltern errichten, die den Namen Unsere Liebe Frau, die unbefleckte Mutter vom Sieg erhielt. Am 21. November 1937 wurde Antonie zum ersten Mal von der Geheimen Staatspolizei verhaftet und in das Frauengefängnis Katzenstadl nach Augsburg gebracht und tagelang verhört. Am 8. Dezember sollte die Kapelle geweiht werden, was die Polizei untersagte. Erst am 18. Dezember 1937 wurde Antonie aus dem Gefängnis entlassen. Sie berichtete, im Gefängnis wäre ihr Maria erschienen. Nach dieser Vision ließ sie die Madonna über dem Altar der Gnadenkapelle in Wigratzbad gestalten. 1940 sollte sie wiederum verhaftet werden. Sie floh in den Bregenzer Wald und versteckte sich dort mehrere Jahre bei einer bekannten Familie. Während dieser Zeit stand sie ständig auf der Fahndungsliste der Gestapo. Gegen Ende des Krieges verließ sie ihr Versteck und lief nach Hause. Der Vater versteckte sie in einer Scheune, bis der Krieg endgültig zu Ende war. Nach dem Krieg besetzte die französische Armee das Allgäu und beschoss vorsorglich, um eventuelle Widerstandsnester auszuräumen, Wigratzbad mit 180 Granaten. Die Granaten schlugen auch in der Nähe der Kapelle ein, die aber keinen Schaden nahm. Nach Berichten über Erscheinungen und Wunderheilungen setzten 1936 Pilgerströme ein. Am 8. Dezember 1936 soll Antonie Rädler zwei Stunden lang die Engel singen gehört haben „Unbefleckt empfangene Mutter vom Sieg, bitte für uns“. In den Nachkriegsjahren errichtete Antonie Rädler neben der Kapelle ein Sanatorium für krebskranke Menschen, das nach dem Tode des geschäftsführenden Arztes im Jahre 1982 aufgegeben werden musste und zu einem Pilgerheim umgewandelt wurde. Aus Dankbarkeit für ihre Rettung während der NS-Zeit baute sie die größere Kapelle Maria vom Sieg. In all den Jahren nach Ende des Krieges hielt sie regelmäßig allwöchentlich in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag und jeden Samstag bis Mitternacht Gebetszeiten in der Kapelle. Antonie Rädler starb am 9. Dezember 1991 mit 92 Jahren. Antonie Rädler sagte schon früh voraus, dass an ihrer Gebetsstätte einmal ein von Rom approbiertes Priesterseminar entstehen würde. 1988, drei Jahre vor ihrem Tod, ließ sich die Petrusbruderschaft auf dem Gelände der Gebetsstätte Wigratzbad nieder. Am 15. April 1990, einem Ostersonntag, zelebrierte Josef Kardinal Ratzinger, damals Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, eine Heilige Messe an der Gebetsstätte. Josef Stimpfle, 81. Bischof von Augsburg, zelebrierte am 12. Dezember 1991 das Requiem für Antonie Rädler. Die Gebetsstätte war und ist bis heute innerhalb der Diözese Augsburg wegen ihrer konservativen Haltung zur Liturgie der römisch-katholischen Kirche in der Kritik. Stimpfle nutzte die Gelegenheit, um in der Predigt seine Einschätzung über den Ursprung und die Sendung der Gebetsstätte darzulegen.
2024-12-01 20:05:03
https://de.wikipedia.org/wiki/ICC_World_Test_Championship_2021%E2%80%932023
Die ICC World Test Championship 2021–2023 war ein Cricket-Wettbewerb, der im Test-Cricket-Format zwischen August 2021 und März 2023 ausgetragen wurde. Teilnahmeberechtigt waren die neun besten Test-Teams, die über den Turnierzeitraum hinweg Test-Serien gegeneinander austragen. Die folgenden Teams wurden vom Weltverband International Cricket Council für den Wettbewerb vorgesehen: Jede Mannschaft trägt gegen sechs andere während des Wettbewerbzeitraumes jeweils eine Test-Serie aus, jeweils drei daheim und drei auswärts. Jede Serie besteht aus zwei bis fünf Tests. Für einen Sieg gibt es 12 Punkte, ein Unentschieden 6 und für ein Remis 4 Punkte. Im Falle einer Niederlage erhält man keine Punkte und für mögliche Unterschreitung der vorgesehenen Over-Zahl wird pro Over ein Punkt abgezogen. Für die Tabelle und damit die Bestimmung, wer ins Finale einzieht, ist die Prozente der erreichbaren Punkte ausschlaggebend. Die Tabelle gestaltete sich wie folgt: Das Finale fand im Juni 2023 in England statt. Das folgende Stadion wurde für die Austragung des Finales ausgewählt und am 21. September 2022. Australien benannte seinen Kader am 18. April 2023. Indien benannte seinen Kader am 25. April 2023. Indien gewann den Münzwurf und entschied sich als Schlagmannschaft zu beginnen. Für Australien formte Eröffnungs-Batter David Warner zusammen mit dem dritten Schlagmann Marnus Labuschagne eine Partnerschaft. Warner erreichte dabei 43 und Labuschagne 26 Runs. Daraufhin kamen Steve Smith und Travis Head ins Spiel, die den Tag beim Stand von 327/3 beendeten. Am zweiten Tag verlor Head nach einem Century über 163 Runs aus 174 Bällen sein Wicket. Nachdem Alex Carey ins Spiel gekommen war, schied auch Smith nach einem Century über 121 Runs aus 268 Bällen. Carey erreichte dann 48 Runs und das Innings endete nach 469 Runs. Bester indischer Bowler war Mohammed Siraj mit 4 Wickets für 108 Runs. Indien verlor seine ersten vier Wickets früh. So erreichte Rohit Sharma 15 und Shubman Gill 13 Runs, während Cheteshwar Pujara und Virat Kohli jeweils 14 Runs erzielten. Daraufhin etablierten Ajinkya Rahane und Ravindra Jadeja eine Partnerschaft. Jadeja schied nach 48 Runs aus und der Tag endete beim Stand von 151/5. Am dritten Tag etablierte sich Shardul Thakur an der Seite von Rahane. Rahane verlor sein Wicket nach einem Fifty über 89 Runs, und Thakur fand mit Mohammed Shami einen weiteren Partner. Thakur schied dann nach einem Fifty über 51 Runs aus und Shami verlor das letzte Wicket des Innings nach 13 Runs, womit Indien einen Rückstand von 173 Runs hatte. Bester australischer Bowler war Pat Cummins mit 3 Wickets für 83 Runs. Für Australien bildeten Usman Khawaja und Marnus Labuschagne eine Partnerschaft. Khawaja erreichte 13 Runs sowie der hineinkommende Steven Smith 34 Runs und Travis Head 18 Runs. Nachdem Cameron Green aufs Feld gekommen war, endete der Tag beim Stand von 123/4. Am vierten Tag schied Labuschagne nach 41 Runs aus und Green fand mit Alex Carey einen weiteren partner. Nachdem Green sein Wicket nach 25 Runs verloren hatte, folgte ihm Mitchell Starc mit 41 Runs. Carey beendete dann das Innings, nachdem eine Vorgabe von 444 Runs gesetzt wurde, ungeschlagen nach einem Fifty über 66* Runs. Bester indischer Bowler war Ravindra Jadeja mit 3 Wickets für 58 Runs. Für Indien begannen Rohit Sharma und Shubman Gill. Gill erreichte 18 Runs und wurde durch Cheteshwar Pujara ersetzt. Sharma schied dann nach 43 Runs aus und Pujara nach 27 Runs. Daraufhin bildeten Virat Kohli und Ajinkya Rahane eine Partnerschaft und der Tag endete beim Stand von 164/3. Am fünften Tag verlor Kohli sein Wicket nach 49 Runs und ihm folgte an der Seite von Rahane Srikar Bharat. Rahane schied dann nach 46 Runs aus und nachdem Mohammed Shami ins Spiel kam, schied auch Bharat nach 23 Runs aus. Kurz darauf fiel auch das letzte Wicket, als Shami ungeschlagene 13* runs erreicht hatte. Beste australische Bowler waren Nathan Lyon mit 4 Wickets für 41 Runs und Scott Boland mit 3 Wickets für 46 Runs. Als Spieler des Spiels wurde Travis Head ausgezeichnet.
2024-12-02 11:19:22
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Brambach
Wilhelm Brambach war ein deutscher Klassischer Philologe, Musikhistoriker und Bibliothekar. Wilhelm Brambach, Sohn des 1890 verstorbenen Klavierstimmers und Orgelbauers Franz Jacob Brambach und Bruder des Chordirigenten und Komponisten Caspar Joseph Brambach, studierte nach dem Abitur an der Bonner Universität Klassische Philologie bei Friedrich Ritschl sowie Musikwissenschaft bei Heinrich Breidenstein. 1864 wurde er mit einer Arbeit über das römische Konsulat promoviert. In der Folge war Brambach zunächst von 1862 bis 1866 als Assistent an der Bonner Universitätsbibliothek angestellt. Daran anschließend wurde er 1866 Leiter der Universitätsbibliothek Freiburg. An der Universität Freiburg lehrte er zugleich als außerordentlicher Professor für Klassische Philologie, seit 1868 als ordentlicher Professor. 1872 wurde Brambach in der Nachfolge von Johann Christoph Döll mit der Leitung der Badischen Hof- und Landesbibliothek betraut, die er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1904 innehatte. Auch danach blieb er noch bis 1921 Leiter des Münzkabinetts der Landesbibliothek. Brambach verstarb am 26. Februar 1932 neunzigjährig in Karlsruhe. Brambachs philologische Forschungen konzentrierten sich hauptsächlich auf die Gebiete Epigraphik, Rhythmik, Metrik sowie Orthographie. Aus musikhistorischer Sicht bedeutend sind die während seiner Zeit an der Badischen Landesbibliothek anhand der Reichenauer Handschriften getroffenen Untersuchungen zur mittelalterlichen Musiktheorie und -praxis sowie zur Geschichte der Reichenauer Sängerschule. Obwohl in Details überholt, lieferten seine auf exakter Textkritik basierenden Forschungen einen wertvollen Beitrag zur Kenntnis der mittelalterlichen Musiktraktate, beispielsweise von Berno und Hermann von Reichenau, und der kirchlichen Choralmusik, besonders des gregorianischen Gesanges. Als Bibliotheksleiter forderte Brambach die Selbständigkeit des Bibliothekarberufes ein, nachdem er an der Universität Freiburg die Erfahrung gewonnen hatte, dass Bibliothekar- und Lehramt zunehmend unvereinbarer geworden waren. In Karlsruhe reorganisierte er die badische Hof- und Landesbibliothek sowie die damit verbundene Münzsammlung, wobei er sich auch auf das amerikanische Konzept der public library bezog. Die Bibliothek wurde 1872 in die staatliche Verwaltung eingegliedert und dem Ressort des Ministeriums des Innern unterstellt. Darüber hinaus erfolgte eine Umbenennung in Großherzogliche Hof- und Landesbibliothek. Brambach organisierte 1873 den Umzug der Bibliothek aus dem Karlsruher Schloss in das Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz und sorgte für eine umfassende Modernisierung der Verwaltung, u. a. für eine systematische Aufstellung des Bestandes nach einer Klassifikation von 24 Haupt- und 143 Untergruppen, für die Bereitstellung eines Alphabetischen Zettelkatalogs sowie für eine moderne Benutzungsordnung. Mit Wilhelm Brambachs Namen verknüpft bleiben die ab 1875 gedruckten Bibliothekskataloge. Mit deren Veröffentlichung als regelmäßiger Neuzugangsverzeichnisse bemühte er sich erfolgreich, auch nicht in der Residenzstadt wohnende Benutzer für die Großherzogliche Hof- und Landesbibliothek zu gewinnen. Erstes Ordinariat: Karl Zell | Joseph Anselm Feuerbach | Theodor Bergk | Johannes Vahlen | Franz Bücheler | Wilhelm Brambach | Otto Keller | Otto Hense | Eduard Schwartz | Otto Immisch | Eduard Fraenkel | Hans Oppermann | Karl Büchner | Eckard Lefèvre | Therese Fuhrer | Wolfgang Kofler | Stefan Tilg Zweites Ordinariat: Anton Baumstark | Bernhard Schmidt | Richard Reitzenstein | Alfred Körte | Ludwig Deubner | Rudolf Pfeiffer | Wolfgang Schadewaldt | Hans Bogner | Hermann Gundert | Wolfgang Kullmann | Bernhard Zimmermann
2024-11-24 08:54:59
https://de.wikipedia.org/wiki/South_Central_Alaska
South Central Alaska ist eine Region im US-Bundesstaat Alaska am Golf von Alaska zwischen den Aleuten und der Panhandle. Im Norden wird South Central von der Alaskakette begrenzt. Ein Großteil der Einwohner Alaskas lebt in dieser Region, hauptsächlich in und um Anchorage. Die Region umfasst die Alaska-Halbinsel, die Kodiak-Insel, die Kenai-Halbinsel, das Cook Inlet und den Prince William Sound, außerdem die Nationalparks Kenai Fjords und Wrangell-St. Elias. Fischereiwirtschaft und Ölverarbeitung sind die vorherrschenden Wirtschaftszweige. Neben Anchorage liegen unter anderem die Städte Kenai, Valdez, Homer und Seward in South Central Alaska.
2024-12-04 11:07:27
https://de.wikipedia.org/wiki/Kollusion_(Psychologie)
Kollusion ist ein psychologischer Begriff für Verhaltensmuster in Beziehungen in der Paartherapie nach Henry Dicks mit Erweiterung auf die Familientherapie, aber auch auf Arbeits- und Therapiebeziehungen nach Jürg Willi. Generell geht es dabei um ein oft unbewusstes Zusammenspiel verschiedener Interessen in der Gestaltung der Beziehung. Pathologisch wird die Kollusion dann, wenn sie die Beteiligten nachhaltig zu Verhaltensweisen nötigt, die eine abweichende persönliche Entwicklung verhindern. Angelehnt an den Begriff der Kollusion im Recht geht es um ein Zusammenspiel mehrerer Parteien zum Nachteil einer weiteren. Dies kann bewusst oder unbewusst erfolgen, Parteien können Gruppen oder Personen, aber auch einzelne Motive oder Muster innerhalb von Personen sein. Dabei erfolgt zwischen zwei Parteien ein abgestimmt wirkendes doppeltes Spiel mit der dritten Partei. In der Sozialpsychiatrie und Sozialpsychologie versteht man darunter allgemein ein wenig reflektiertes, oft unbewusstes, meist von den dabei zusammenwirkenden Akteuren selbst weitgehend uneingestandenes „Arrangement“ zweier oder mehrerer aktiv Beteiligter zum meist passiv erlittenen Nachteil einer dritten Partei. Bei Zweierbeziehungen hat Jürg Willi den Begriff Kollusion für Fälle geprägt, in denen die neurotischen Dispositionen beider Partner wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen. In diesen Fällen sind bestimmte zentrale Konflikte aus früheren seelischen Entwicklungsphasen beider Partner in ihrer Persönlichkeit nicht verarbeitet. Beide Seiten leben nun entgegengesetzte, sich zunächst aber ergänzende „Lösungsvarianten“ dieser inneren Konflikte aus. Die Partner spielen unbewusst füreinander oft klischeehafte und stereotype, wechselseitig komplementäre Ergänzungsrollen, um die Beziehung aufrechtzuerhalten. Ist einer der Partner z. B. sehr narzisstisch, will also bewundert werden, so stellt sich der andere oft darauf ein, indem er ihn bewundert und idealisiert; damit delegiert er durch eine Art von interpersonalem Abwehrmechanismus seinen eigenen ungelebten Narzissmus an den anderen, ein Teil von dessen grandiosem Abglanz fällt dann auch auf ihn. Beim Zusammenleben in einem solchen kollusiven Arrangement nimmt häufig die Polarisierung der Rollen im Laufe der Zeit immer mehr zu, so dass die Konstellation für den einen oder anderen oder beide belastend werden kann, beispielsweise indem der eine Partner immer unselbständiger, der andere immer selbständiger und dominanter wird . Kollusion oder doch wenigstens kollusionsähnliche Strategien findet man nicht nur bei Paaren und in Familien, sondern auch in größeren sozialen Verbänden und Gruppen. Das Konzept ist deshalb nicht auf die Paar- und Familientherapie beschränkt. Beispielsweise analysiert die Ideologiekritik ebenfalls kollusive Strategien. Auch die Kollusion im rechtlichen Sinne steht in engem Zusammenhang mit der im psychologischen Kontext. Stavros Mentzos hat den interpersonalen Begriff der Kollusion daher auf Abwehrmechanismen von Institutionen ausgedehnt und hierfür den Begriff des psychosozialen Arrangements geprägt. Die schillernde Bedeutung der Kollusion ergibt sich, weil die Normen im privaten und im öffentlichen Bereich auseinandergehen. Ein bestimmtes Milieu erfordert eine zugehörige Einstellung . Von der unteren sozialen Einheit aus betrachtet, kann man die schwerpunktmäßig im Einzelpsychologischen auftretende Kollusion als einen gewissermaßen privaten Geheimbund auffassen, der zu einer gespaltenen Persönlichkeit führt, oder umgekehrt aus Sicht der höheren sozialen Einheit als die Quelle einer Intrige, welche die Öffentlichkeit betrifft. Die Kollusion ist im konkreten Fall begrifflich und diagnostisch schwer von Täuschung und bewusster Manipulation zu trennen. Da sie ein unbewusster Mechanismus ist, bleibt ihr Ziel den beteiligten Personen oft weithin oder ganz verborgen; ein Außenstehender erkennt in der Regel ihren Zweck besser. In der Biologie gibt es verbreitete Mechanismen verwandter Art, siehe dazu Mimikry und Anpassungsfähigkeit.
2024-12-04 06:07:19
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kreisstra%C3%9Fen_im_Main-Tauber-Kreis#K_2829
Diese Liste führt die Kreisstraßen im baden-württembergischen Main-Tauber-Kreis auf. Die Zuständigkeit für den Straßen- und Brückenbau sowie den Betrieb und die Unterhaltung der Kreisstraßen liegt beim Straßenbauamt des Main-Tauber-Kreises. Straßenmeistereien gibt es in Bad Mergentheim , Tauberbischofsheim und Wertheim-Bestenheid . Die insgesamt 85 Kreisstraßen des Main-Tauber-Kreises haben eine Gesamtlänge von 463 Kilometern. Die Kreisstraßen behalten die ihnen zugewiesene Nummer nicht bei einem Wechsel in einen anderen Stadt- oder Landkreis. Nicht vorhandene bzw. nicht nachgewiesene Kreisstraßen sind kursiv gekennzeichnet, ebenso Straßen und Straßenabschnitte, die unabhängig vom Grund keine Kreisstraßen mehr sind. Der Straßenverlauf wird in der Regel von Nord nach Süd und von West nach Ost angegeben. Landkreise: Alb-Donau-Kreis | Biberach | Böblingen | Bodenseekreis | Breisgau-Hochschwarzwald | Calw | Emmendingen | Enzkreis | Esslingen | Freudenstadt | Göppingen | Heidenheim | Heilbronn | Hohenlohekreis | Karlsruhe | Konstanz | Lörrach | Ludwigsburg | Main-Tauber-Kreis | Neckar-Odenwald-Kreis | Ortenaukreis | Ostalbkreis | Rastatt | Ravensburg | Rems-Murr-Kreis | Reutlingen | Rhein-Neckar-Kreis | Rottweil | Schwäbisch Hall | Schwarzwald-Baar-Kreis | Sigmaringen | Tübingen | Tuttlingen | Waldshut | Zollernalbkreis Stadtkreise: Baden-Baden | Freiburg im Breisgau | Heidelberg | Heilbronn | Karlsruhe | Mannheim | Pforzheim | Stuttgart | Ulm
2024-11-30 23:18:31
https://de.wikipedia.org/wiki/Societas_Jablonoviana
Die Societas Jablonoviana mit Sitz in Leipzig, ist die älteste noch bestehende Gelehrtengesellschaft zur Förderung deutsch-polnischer Wissenschafts- und Kulturbeziehungen. Die Gesellschaft wurde 1769 an der Universität Leipzig unter dem Namen Fürstlich-Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften – Societas Jablonoviana von dem polnischen Magnaten und Reichsfürsten Józef Aleksander Jabłonowski gegründet. 1774 wurde die Gründung durch den sächsischen Landesherrn Friedrich August den Gerechten approbiert. Nach der Stiftungsurkunde sollte die Gesellschaft jährlich Preisfragen auf dem Gebiet der Mathematik oder Physik, der Ökonomie sowie im Besonderen auf dem Gebiet der deutsch-polnischen Geschichte und der Geschichte der slawischen Völker ausschreiben, um die jeweils besten dazu eingegangenen akademischen Arbeiten zu prämieren. Die von der Gesellschaft preisgekrönten Arbeiten wurden seit 1772 in den Acta Societatis Jablonovianae herausgegeben; jeweils mit Erscheinungsdatum für das Vorjahr, aus dem die prämierten Arbeiten stammten. Zu den ersten Schriften, die von der Gesellschaft ausgezeichnet wurden, gehörte eine Abhandlung August Ludwig von Schlözers . Seit 1802 erschienen die Arbeiten in der Nachfolgereihe Acta Societatis Jablonovianae nova, seit 1847 in der Reihe Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der Fürstlich-Jablonowskischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig. Ab 1829 informierte die Gesellschaft in Jahresberichten über ihre Tätigkeit. Mit einem Teil ihres Stiftungskapitals gab die Gesellschaft 1846 den maßgeblichen Anstoß zur Gründung der Königlich-Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Ebenso geht auf die Gesellschaft die Errichtung des ersten deutschen Lehrstuhls für Slawistik zurück, auf den 1870 August Leskien nach Leipzig berufen werden konnte. Neben Leskien engagierten sich weitere herausragende Wissenschaftler, die in Leipzig lehrten, in der Gesellschaft, darunter der Mathematiker Moritz Wilhelm Drobisch , der Physiker Wilhelm Eduard Weber , die Nationalökonomen Wilhelm Roscher und Karl Bücher , der Zoologe Rudolf Leuckart , der Kulturhistoriker Karl Lamprecht und der Philosoph Hans-Georg Gadamer . Die Gesellschaft überstand auch die NS-Diktatur, musste jedoch paradoxerweise ab 1948 ihre Tätigkeit einstellen, da die Hochschulpolitiker der SBZ bzw. früheren DDR kein Interesse am Fortbestehen dieser bürgerlichen Gelehrtenvereinigung besaßen. Auf Betreiben polnischer Kulturpolitiker konnte die Tätigkeit der Gesellschaft 1978 jedoch wiederbelebt werden. Seitdem führt die Vereinigung den Namen Societas Jablonoviana – Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig. 1992 erfolgte die Ausgliederung der Gesellschaft aus der Universität Leipzig und Umwandlung in einen eingetragenen Verein. Seit 1999 vergibt die Gesellschaft alle zwei Jahre den Jablonowski-Preis an Persönlichkeiten, die sich um die Entwicklung wissenschaftlicher und kultureller Beziehungen zwischen Polen und Deutschland verdient gemacht haben. Die Gesellschaft wird von einem Vorstand geführt, an dessen Spitze der Präses steht. Derzeitiger Präses ist Miloš Řezník , Professor für europäische Regionalgeschichte an der Technischen Universität Chemnitz. Dem Vorstand gehörten oder gehören hauptsächlich deutsch-polnische Ostmitteleuropahistoriker und Slawisten und Germanisten an, darunter der polnische Historiker Jacek Staszewski , Professor am Institut für Geschichte und Archivwissenschaften der Universität Thorn, der deutsche Historiker Klaus Zernack , Professor am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, der ehemalige Direktor des Sorbischen Instituts zu Bautzen, Dietrich Scholze sowie Hans Henning Hahn , Professor emeritus für osteuropäische Geschichte an der Universität Oldenburg. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Ewa Tomicka-Krumrey vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, ebenfalls Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft.
2024-12-03 15:56:01
https://de.wikipedia.org/wiki/Blunt_Force_Trauma
Veröffent-lichung 29. März 2011 Format CD Genre Groove Metal, Thrash Metal, Death Metal Titel 11/14 Länge 34:05 Produktion Max Cavalera, Logan Mader Studio The Liar, Los Angeles, Kalifornien Blunt Force Trauma ist das zweite Studioalbum von Cavalera Conspiracy. Es erschien am 29. März 2011 bei Roadrunner Records. Während des Entstehungsprozesses des Albums, das hauptsächlich erneut Max Cavalera schrieb, nahm dieser die meisten Stücke in Vier-Spur-Versionen auf CD auf und schickte sie seinem Bruder Igor Cavalera, damit er sich mit ihnen vertraut machen konnte. Weitere Stücke brachte Max Cavalera direkt ins Studio mit, wo sie ausgearbeitet wurden. Max Cavaleras Intention bestand darin, ein Album mit kurzen Stücken zu machen, das daher eine Mischung aus Minor Threat, Slayer und Cavalera Conspiracy darstellt. Max Cavalera zeigte sich sehr zufrieden mit den Aufnahmen. Eduardo Rivadavia von Allmusic schrieb, die Songwriting-Gene der Cavalera-Brüder hätten sich als überraschend „verfallsresistent“ erwiesen. Das Album sei ein „erfrischend brutaler“ Auslass für das „Extreme-Metal-Talent“ der Brüder. Er vergab 3,5 von 5 Sternen. Das Album erreichte in Deutschland Platz 45 der Charts, in Österreich Platz 46. In den USA erreichte es Platz 123.
2024-12-03 16:13:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Peurlin_der_Mittlere
Hanns Peurlin der Mittlere, auch: Hans Beierlein, Johannes Peurlin, Hanns Peurlin der Mittlere , war ein Bildhauer am Übergang von Spätgotik und Renaissance und hat in Augsburg eine spezialisierte Werkstatt für hochrangige Marmorepitaphe betrieben. Hanns Peurlin der Mittlere war der Sohn eines gleichnamigen Vaters, der zur Unterscheidung der Ältere genannt wird, und eine Bildhauerwerkstatt in Augsburg betrieb. Erste Arbeiten lassen sich ab 1483 nachweisen, und er dürfte bald nach 1507 verstorben sein.
2024-11-22 23:52:26
https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrung_(Geologie)
Geologische Bohrungen dienen dazu, Regionen unterhalb der Erdoberfläche zu erreichen, die mit anderen Methoden nicht zugänglich sind. Anhand des geförderten Bohrkleins sowie von Bohrkernen können die geologischen Verhältnisse im Untergrund untersucht werden. Auch kann die Bohrung als Transportweg benutzt werden, um Stoffe an die Erdoberfläche zu holen oder darin zu versenken . Abhängig von der Endteufe unterscheidet man bei geologischen Bohrungen zwischen Flachbohrungen , Tiefbohrungen und übertiefen Bohrungen . Für die meisten Anwendungen genügen Flachbohrungen mit Bohrtiefen von wenigen Metern bis einigen hundert Metern . Oft genügen bereits mobile Bohrtürme zu ihrer Durchführung. Übertiefe Bohrungen sind technisch äußerst anspruchsvoll, also sehr teuer und deshalb sehr selten . Übertiefe Bohrungen benötigen stabile, dauerhafte Bohrtürme und zu ihrer Durchführung mehrere Jahre Zeit. Zwar liegen die meisten Bohrungen auf dem Festland, doch findet Erdölexploration zunehmend auch im Meer in den ölreichen Schelfbereichen statt. Die hierzu verwendeten Bohrplattformen zählen zu den größten technischen Anlagen überhaupt. Zu wissenschaftlichen Zwecken werden Bohrungen im Meeresboden vom IODP , dem Nachfolgeprogramm des ODP, vorgenommen. Der Amerikaner Edwin L. Drake war der Erste der für die Bohrung nach Erdöl im Jahr 1859 eiserne Rohre für den Vortrieb einsetzte. Howard Robard Hughes Sr. entwickelte die Bohrtechnik weiter und erhielt Patente auf Bohrköpfe und Bohrmeißel. Erkundungsbohrungen oder Probebohrungen dienen primär der Informationsbeschaffung aus dem Untergrund: In der Regel werden die dabei gewonnenen Erkenntnisse in wirtschaftlich nutzbare Projekte umgesetzt und dienen nur selten rein wissenschaftlicher Informationsbeschaffung . Förderbohrungen dienen dem Transport meist flüssiger Stoffe. Bei entsprechenden Voraussetzungen können primäre Erkundungsbohrungen dazu ausgebaut werden: Durch Rettungsbohrungen lassen sich in einem Bergwerk Verschüttete finden, mit Atemluft, Wasser, Nahrung und Kommunikationsmitteln versorgen und schließlich mit einer Dahlbusch-Bombe retten. Die verwendete Bohrtechnik hängt vom Gesteinsuntergrund und der zu erreichenden Bohrtiefe ab, für das die Bohrtechnik eine Vielzahl von Geräten und verschiedene Verfahren entwickelt hat: Als Bohrkopf verwendete Werkzeuge: Um Verschleiß und Erwärmung der Bohrkrone zu reduzieren und das Bohrklein an die Oberfläche zu befördern, wird im Bohrloch während des Bohrvorgangs meist eine Spülflüssigkeit umgepumpt, deren Druck auch das Bohrloch stabilisiert. Das in der Spülung herausgeförderte Bohrklein erlaubt eine Abschätzung der Herkunftstiefe der entnommenen Probe . Neben Vertikalbohrungen werden in Sonderfällen auch Horizontalbohrungen durchgeführt, z. B. beim Tunnelbau. Techniken des Richtbohrens erlauben es, die Bewegungsrichtung des Bohrkopfes im Bohrloch zu steuern. Bei Tiefbohrungen ist es sogar möglich, den Verlauf in einem großen Radius von der Vertikalen in die Horizontale umzulenken. Durch das so genannte Kernbohren lassen sich Bohrprofile in Form zylindrischer Gesteinsblöcke gewinnen, die als Bohrkerne bezeichnet werden und weitergehende Erkenntnisse über Lagerungsbedingungen, Schichtung und Bankung erlauben, etwa über die Neigung der vorgefundenen Schichten.
2024-11-23 19:45:07
https://de.wikipedia.org/wiki/Semantischer_Externalismus
Die sprachphilosophische These des semantischen Externalismus besagt, dass die Sprecherbedeutung eines Ausdrucks von Faktoren abhängen kann, die nicht sprecherintrinsisch sind. So können zwei Sprecher im Hinblick auf ihre intrinsischen Eigenschaften identisch sein, sich dabei jedoch mit einem gegebenen Ausdruck auf unterschiedliche Dinge beziehen und insofern mit dem Ausdruck Unterschiedliches meinen. In dieser Formulierung ist freilich noch nichts darüber gesagt, worin die intrinsischen Eigenschaften einer Sprecherin bestehen sollen. Diskussionswürdig bleiben zudem die Annahme, dass der Bezug eines Ausdrucks ein Teil seiner Bedeutung ist sowie die Annahme, dass die Identität eines Ausdrucks mit unterschiedlichen Bezügen kompatibel ist. Es stellt sich darüber hinaus die Frage, wie die Sprecherbedeutung mit der Bedeutung simpliciter zusammenhängen. Letztere Frage ist insbesondere deswegen von Bedeutung, da die semantische Externalismusthese nicht selten als These über die Bedeutung simpliciter formuliert wird. Als historischer Ursprung der These des semantischen Externalismus wird allgemein Hilary Putnams berühmtes Zwillingserde-Gedankenexperiment angesehen. Es soll zeigen, dass zwei „molekül-für-molekül“-identische Sprecher sich mit dem Ausdruck „Wasser“ auf chemisch völlig unterschiedliche Substanzen beziehen können. Das Gedankenexperiment geht von einem Planeten aus, der zur Erde fast komplett identisch ist. Die Gemeinsamkeiten zwischen der Erde und der „Zwillingserde“ gehen so weit, dass jeder Mensch auf der Erde ein Pendant auf der Zwillingserde hat, dessen qualitative Erlebnisse sich mit den seinigen decken. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Planeten besteht in der chemischen Zusammensetzung der Flüssigkeit, die die Meere und Flüsse füllt, die zum Trinken und Waschen dient usw. Während diese Rollen auf der Erde von H 2 O {\displaystyle H_{2}O} gespielt werden, werden sie auf der Zwillingserde von einer anderen Substanz, X Y Z {\displaystyle XYZ} , gespielt. Putnams Gedankenexperiment soll das semantische Urteil unterstützen, dass sich ein Erdbewohner mit dem Wort „Wasser“ auf H 2 O {\displaystyle H_{2}O} bezieht, während sich sein Zwillingserd-Pendant mit dem Wort „Wasser“ auf X Y Z {\displaystyle XYZ} bezieht, und zwar ungeachtet der intrinsischen Identität zwischen den beiden Sprechern. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies bedeutet, dass die Bedeutung von „Wasser“ sich nicht in einer Definition wie „Die Flüssigkeit, die Meere und Flüsse füllt, die zum Trinken und Waschen taugt usw.“ erschöpft: Sowohl Erdbewohner als auch Zwillingserd-Bewohner akzeptieren die Definition. Hilary Putnam betont, dass der Unterschied zwischen den verschiedenen Sprecherbedeutungen auch in Bezug auf Erd-Zwillingserd-Sprecherpaare um das Jahr 1750, also vor der Entwicklung der modernen Wissenschaft der Chemie, festgestellt werden kann. Putnam fasst die These des Semantischen Externalismus mit dem Slogan „meanings just ain't in the head“ zusammen. Es ist zu beachten, dass sich Putnam in seinem 1975 erschienenen Artikel auf das bereits einige Jahre früher publizierte Werk Naming and Necessity von Saul A. Kripke bezieht, in dem bereits eine kausale Theorie des Bezugs von Ausdrücken skizziert wurde, aus der der semantische Externalismus direkt folgt. Kripke wendet sich in seinem Buch gegen Kennzeichnungstheorien des Bezugs von Ausdrücken, also Theorien, nach denen sich der Bezug von „Wasser“ aus ebenjenen Definitionen wie „Die Flüssigkeit, die Meere und Flüsse füllt, die zum Trinken und Waschen taugt usw.“ ergibt. Für seine Argumente verwendet Kripke Gedankenexperimente, die Putnams Zwillingserde-Gedankenexperiment sehr ähnlich sind. Aus diesem Grund verwenden einige Philosophen für den semantischen Externalismus auch den Namen „Kripke-Putnam-Semantik“ oder „KP-Semantik“. Putnams Gedankenexperiment stützt einen Externalismus, nach dem die mikrophysikalische Struktur der Umgebung der Sprecherin die Sprecherbedeutung ihrer Ausdrücke beeinflussen kann. Hier zeigt sich die nahe Verwandtschaft zwischen dem semantischen Externalismus und der kausalen Theorie des Bezugs: Ersterer ist eine Konsequenz aus letzterem. Neben dem im „Zwillingserde“-Gedankenexperiment zum Tragen kommenden mikrophysikalischen Unterschieden wurden in der Fachdebatte auch soziale Faktoren in der Bestimmung von Sprecherbedeutung untersucht. Tyler Burge etwa hat mit einem Gedankenexperiment zu zeigen versucht, dass die Sprecherbedeutung eines Ausdrucks vom Sprachverhalten anderer Mitgliedern der Sprachgemeinschaft des Sprechers beeinflusst wird. Burges Gedankenexperiment etwa soll das semantische Urteil nahelegen, dass sich zwei intrinsisch identische Sprecher mit ihrem Ausdruck „Arthritis“ auf unterschiedliche Krankheitsbilder beziehen können. Der den Sprechern extrinsische Unterschied besteht bei Burge darin, dass im einen Fall die relevanten Fachleute der Sprachgemeinschaft den Ausdruck nur auf Gelenkbeschwerden anwenden, während sie ihn im anderen Fall auch auf andere Beschwerden anwenden. Das Hauptargument für den semantischen Externalismus basiert auf Putnams Gedankenexperiment . Ein anderes Argument weist in seiner Hauptprämisse auf die intuitive Gleichheit der Bedeutung von „elm tree“ im Munde eines kompetenten Botanikers und im Munde einer Person hin, die Ulmen von Buchen nicht unterscheiden kann. Nicht alle Philosophen haben sich von den Gedankenexperimenten überzeugen lassen. Einige bestreiten die These des Unterschiedes in der Sprecherbedeutung zwischen Erdling und Zwillingserdling rundheraus. Nach ihnen beziehen sich Erdling und Zwillingserdling auf das Gleiche mit „Wasser“, etwa { H 2 O ∨ X Y Z } {\displaystyle \{H_{2}O\vee XYZ\}} . Eine andere Möglichkeit, am semantischen Internalismus auch im Licht der Gedankenexperimente festzuhalten, ist die Antwort, dass der Bezug eines Ausdrucks im Mund eines Sprechers auf komplexeren sprecher-intrinsischen Faktoren beruht als zunächst angenommen. Dazu gehören etwa Dispositionen der Selbstkorrektur im Licht von empirischen Daten oder im Licht der sprachlichen Dispositionen anderer Sprecher gehört. Gegen den Externalismus spricht nach Ansicht einiger Philosophen insgesamt, dass er die glückende Kommunikation verschiedener Sprecher mysteriös erscheinen lässt. Neben dem semantischen Externalismus vertreten viele Philosophen einen Externalismus des mentalen Gehalts, nach welchem der Gehalt von Überzeugungen und anderen mentalen intentionalen Zuständen von Faktoren abhängt, die extrinsisch zum Träger des Zustands sind. Der Externalismus des mentalen Gehalts spielt eine wichtige Rolle in der Philosophie des Geistes, in der Frage um die Möglichkeit von Wissen von einem selbst, sowie in der Diskussion des Skeptizismus. Der späte Hilary Putnam wurde dadurch unter anderem dazu bewegt, einen naiven Realismus zu verteidigen und den indirekten Realismus abzulehnen, der vor allem bei Russell von privaten, internen Sinnesdaten ausgeht, da Wahrnehmung als mentaler Akt unmittelbar in kausaler Verbindung zur externen Welt besteht. Eine solche bewusste, apperzeptive Wahrnehmung wird immer begrifflich erfasst, wodurch das wahrnehmende Wesen den Gegenstand erst erfasst und ihm erst bewusst wird, dass es den durch den Begriff bezeichneten Gegenstand sieht. Wenn der jeweilige Gegenstand nur dadurch gesehen werden kann und wenn gemäß dem semantischen Externalismus die Aneignung von Begriffen einen kausalen Kontakt zur und eine Interaktion mit der Umwelt erfordert, dann braucht es für die Wahrnehmung auch einen kausalen Kontakt zur Umwelt, also eine Geschichte der Sprachaneignung und des Sprachgebrauchs mit der Außenwelt. Die angeeigneten Begriffe, die sich auf Gegenstände der Außenwelt beziehen, setzen einen Austausch mit der Außenwelt voraus . Die Wortäußerungen eines Wesens ohne jeglicher Interaktion mit Wasser, der „Wasser ist H2O“ sagt, würden sich auf nichts beziehen und die Gedanken wären inhaltsleer, was mit dem Gedankenexperiment Zwillingserde plausibilisiert wird. Ein naher Verwandter – oder eine Unterart – des Externalismus des mentalen Gehalts wird in der englischsprachigen Fachdebatte als „active externalism“ bezeichnet. Nach ihm realisieren sich bestimmte mentale oder kognitive Zustände oder Prozesse erst im Handeln, insbesondere im Handeln mittels externer Gegenstände.
2024-11-23 11:23:55
https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Gere
Richard Tiffany Gere ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler. Als Sohn des Versicherungsvertreters Homer George Gere und der Hausfrau Doris Anna Tiffany wurde Richard Gere in Philadelphia geboren und wuchs auf einer Farm bei Syracuse auf. Er hat drei Schwestern und einen Bruder. Gere erlernte früh mehrere Instrumente und komponierte für das Studententheater. Ein Sportstipendium ermöglichte ihm 1967 ein Philosophie-Studium an der University of Massachusetts, das er 1969 abbrach. Der protestantisch erzogene Gere bekam auf einer Nepal-Reise 1978 einen bleibenden Eindruck von der östlichen Spiritualität. Seit Anfang der 1990er Jahre bekennt er sich zum Buddhismus und gilt als Freund des Dalai Lama. Zeitweise lebt er in einem Haus in Dharamsala, dem Exilsitz des geistlichen Oberhaupts des tibetischen Buddhismus. 1987 gründete Gere das Tibet-Haus in New York. Da er bei der Oscar-Verleihung 1993 die chinesische Tibet-Politik anprangerte, wurde er von China zur persona non grata erklärt. Zudem ist er Mitbegründer und Vorsitzender der International Campaign for Tibet. Gere engagiert sich auch für bedrohte Völker, unter anderem ist er Unterstützer der Menschenrechtsorganisation Survival International, die sich für indigene Völker einsetzt. Er engagiert sich neben bedrohten ethnischen Gruppen auch für den internationalen Frieden. So besuchte er als Gast der Organisation Ruach Schalom im Juni 2003 z. B. sowohl Israelis als auch Palästinenser, um Friedensgespräche mit Geschäftsleuten, Künstlern und Politikern zu führen. 1993 sowie 1999 wurde er zum Sexiest Man Alive des People Magazine gekürt. Von 1991 bis 1995 war Gere mit dem Top-Model Cindy Crawford verheiratet. Ab 1996 war er mit der Schauspielerin Carey Lowell liiert, 2000 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. Gere und Lowell heirateten im November 2002, trennten sich im September 2013 und wurden im Oktober 2016 geschieden. Im April 2018 heirateten Gere und Alejandra Silva standesamtlich sowie im Mai nach einer buddhistischen Zeremonie auf seiner Ranch in New York. Im Februar 2019 wurde ihr erstes gemeinsames Kind geboren. Im Jahr 2020 erblickte dann noch ein Sohn das Licht der Welt. Seit etwa 1969 arbeitet Gere als Schauspieler, er begann mit Rollen in Broadway-Produktionen. 1973 trat er in London im Musical Grease auf, danach folgten Shakespeare-Stücke bei der US-Truppe Young Vic Company. 1978 verhalf er einem Freund, dem später sehr berühmten Fotografen Herb Ritts, mit einem Foto zum Durchbruch. Gere wurde von ihm bei einer Rast an einer Tankstelle fotografiert. Seine erste Filmrolle hatte Gere in Der einsame Job . Seither dreht er jedes Jahr mindestens einen Kinofilm. 1980 wurde er mit American Gigolo zum Star. Sein Aussehen und sein Talent für charakterstarke Rollen brachten ihm die Hauptrolle in Ein Offizier und Gentleman ein. An der Seite von Julia Roberts spielte er 1990 in Pretty Woman. Der Film lockte 2003/2004 im Fernsehen immer noch sieben Millionen deutsche Zuschauer vor den Bildschirm . Das Hollywood-Traumpaar stand 1998 in Die Braut, die sich nicht traut erneut vor der Kamera, doch diesmal reagierte die Kritik gespalten. Außerdem war er als Latin Lover oder als Ritter Lancelot sowie als Rechtsanwalt zu sehen. Als hochsensibler Manisch-Depressiver spielt er in Mr. Jones gemeinsam mit Lena Olin, die die Rolle seiner Therapeutin einnimmt. Der Schauspieler, der von sich sagt, er sei immer Anfänger, egal was er mache, fand im Musical Chicago an der Seite von Catherine Zeta-Jones und Renée Zellweger Geschmack am Tanzen und nahm für seine Rolle in Darf ich bitten? 2003 erneut Tanzunterricht. Seine Partnerinnen in diesen Produktionen waren Jennifer Lopez, Susan Sarandon und Lisa Ann Walter. Geres deutscher Synchronsprecher war von Pretty Woman bis 2017 meistens Hubertus Bengsch. Häufig, aber unregelmäßig, sprach ihn zwischen 1980 und 1991, sowie 2000, 2002, 2011 und ab 2019 Frank Glaubrecht.
2024-11-23 22:03:43
https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensmittelhandwerk
Das lebensmittelherstellende Gewerbe fertigt Lebensmittel und Getränke im nichtindustriellen Wirtschaftszweig, also im Rahmen des Ernährungs- und Lebensmittelhandwerks. Es ist Bestandteil der Lebensmittelwirtschaft. Zu ihm zählen vor allem Fleischereien, Bäckereien und Konditoreien. Sie stehen im Wettbewerb untereinander und mit dem Lebensmitteleinzelhandel, jedoch mit deutlich geringerer Bedeutung regionaler oder gar nationaler Nachfragebündelung. Sowohl in der Beschaffung als auch im Absatz herrschen lokale Strategien vor. Zum Ernährungshandwerk zählen definitorisch weiterhin einige Spezialbranchen, wie Müller, Brauer, Mälzer und Weinküfer. Die amtliche Statistik des deutschen statistischen Bundesamtes erfasst nur noch Fleischer, Bäcker und Konditoren. Die Bedeutung des Ernährungshandwerks geht stetig zurück. Vor allem im Bereich der Fleischerfachgeschäfte sinkt der Marktanteil zugunsten der Supermärkte und hier insbesondere zugunsten deren SB-Fleischanteils. Im Bereich der Bäckereien gibt es einen vorherrschenden Trend zu industriellen Großbäckereien mit angegliederten Verkaufsniederlassungen, die viele handwerklich geprägte Bäckereien verdrängt haben und weiter verdrängen werden. In jüngster Zeit gewinnen Selbstbedienungs-Backwarengeschäfte an Bedeutung, was diesen Trend noch verstärkt. Im Gegenzug versuchen sich Betriebe des Ernährungshandwerks einerseits im Bereich der Vermarktung regionaler Produkte zu positionieren, andererseits bemühen sie sich um die Vermittlung einer herausgehobenen Qualität, z. B. durch die Vermarktung von Produkten aus Qualitätsprogrammen. Häufig findet sich auch eine Kombination beider Ansätze. Ein weiterer Versuch, sich zu behaupten, wird durch zusätzliche Dienstleistungsangebote unternommen. Ein Beispiel hierfür sind Imbiss-Bereiche in Bäckereien und Metzgereien. Deutschlandweit sind innerhalb des Ernährungshandwerks in rund 40.000 Betrieben etwa 480.000 Beschäftigte tätig. Im Ernährungshandwerk absolvieren rund 30.000 Lehrlinge eine Berufsausbildung. Der Branchenumsatz liegt bei rund 29 Mrd. Euro. Quellen: Destatis, Zentralverband des deutschen Handwerks. Die Abgrenzung von Lebensmittelindustrie und -handwerk ist unscharf. Man unterscheidet seltener nach Herstellungsverfahren als nach Mitarbeiteranzahl zwischen handwerklichen und industriellen Unternehmen. In der Lebensmittelwirtschaft erfasst die amtliche deutsche Statistik Betriebe des produzierenden Gewerbes ab einer Größe von 20 Beschäftigten. Die sich daraus ergebende Zahl an Betrieben wird in der Regel mit der Zahl der Industriebetriebe gleichgesetzt. Im Handwerk richtet sich die Zugehörigkeit üblicherweise nach der Zugehörigkeit zu Innungen, Kammern et cetera. und nicht nach der Betriebsgröße. In der Systematik der Handwerksorganisationen kann es also auch größere Handwerksbetriebe geben.
2024-12-02 04:35:19
https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Nohlen
Klaus Nohlen ist ein deutscher Bauforscher. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Karlsruhe begann Nohlen 1966 an der Universität Karlsruhe das Studium der Architektur, das er 1972 mit dem Diplom abschloss. Schon als Student war er an Ausgrabungen und photogrammetrischen Aufnahmen in Griechenland, Italien und der Türkei beteiligt. 1972 war er mit Wolfgang Radt und Andreas E. Furtwängler bei der Ausgrabung des Felsheiligtums Kapıkaya bei Pergamon tätig. 1979 wurde er mit der Arbeit Baupolitik im Reichsland Elsaß-Lothringen zum Dr.-Ing. promoviert. 1975/76 erhielt Nohlen das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts . Ebenfalls beim DAI war er von 1977 bis 1990 Referent für Bauforschung an der Abteilung Istanbul. Von 1977 bis 1994 hatte er einen Lehrauftrag für Bauaufnahme am Ausbildungszentrum des Europarats für Handwerker im Denkmalschutz in Venedig inne. Die Restaurierungsarbeiten am Trajaneum in Pergamon leitete er von 1979 bis 1994. Von 1990 bis zu seinem Ruhestand 2008 war er Professor an der Fachhochschule Wiesbaden mit den Lehrgebieten Baugeschichte, Bauaufnahme und Bauerhaltung/Denkmalpflege. Zudem war Nohlen Gastprofessor an der École pratique des hautes études in Paris und hält Vorträge und Seminare an zahlreichen in- und ausländischen Hochschulen. Klaus Nohlen ist als Gutachter in Fragen der Denkmalpflege und Bauerhaltung an archäologischen Grabungsstätten in Deutschland, Frankreich, Israel, der Türkei, Syrien, Weißrussland und Georgien tätig. Er ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, darunter der Koldewey-Gesellschaft, und korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.
2024-12-03 21:12:24
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Ober-_und_Mittelzentren_in_Baden-W%C3%BCrttemberg
Die Liste der Ober- und Mittelzentren in Baden-Württemberg listet alle Oberzentren, Mittelzentren und Mittelzentren mit oberzentralen Teilfunktionen in Baden-Württemberg auf. Grundlage ist der Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg. Die Einträge sind alphabetisch sortiert. Für die Region Ostwürttemberg wurde kein Oberzentrum ausgewiesen. In dieser decken die Mittelzentren Aalen, Ellwangen, Heidenheim an der Brenz sowie Schwäbisch Gmünd die Funktion eines Oberzentrums gemeinsam ab. Baden-Württemberg | Bayern | Brandenburg | Hessen | Mecklenburg-Vorpommern | Niedersachsen | Nordrhein-Westfalen | Rheinland-Pfalz | Saarland | Sachsen | Sachsen-Anhalt | Schleswig-Holstein | Thüringen
2024-12-01 20:31:44
https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Brenner
Marco Brenner ist ein deutscher Radrennfahrer. Marco Brenner wurde als großes Talent im deutschen Radsport angesehen. Im Juniorenalter konnte er zahlreiche Siege im Straßenradsport einfahren, u. a. beim Giro della Lunigiana, der Saarland Trofeo und der Tour du Pays de Vaud. In den Jahren 2019 und 2020 wurde er jeweils Deutscher Juniorenmeister im Straßenrennen und Einzelzeitfahren, bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2019 gewann er im Alter von 17 Jahren die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren. In der Rad-Bundesliga startete er 2019 und 2020 für das Team Auto Eder Bayern, dem Nachwuchsteam von Bora-hansgrohe, und gewann in beiden Jahren die Gesamtwertung. Neben den Straßenrennen nahm Brenner für das Team BEACON U19 an verschiedenen Cyclocross-Rennen teil und gewann in der Altersklasse U19 u. a. den Munich Super Cross, den GP Citta Di Jesolo und den Flückiger Cross Madiswil. Nach zwei zweiten Plätzen in den Vorjahren wurde er 2020 Deutscher Juniorenmeister im Cyclocross. Bei den UCI-Cyclocross-Weltmeisterschaften 2020 belegte er den 6. Platz. Trotz seiner durch das Team Auto Eder Bayern engen Bindung an Bora-hansgrohe unterschrieb Brenner im Juni 2020 überraschend einen Vierjahresvertrag ab der Saison 2021 beim UCI WorldTeam DSM. Damit war er der jüngste Fahrer, der je einen Vertrag in der Pro- oder WorldTour unterschrieben hat. Mit Rang 24 beim La Flèche Wallonne 2021 gelang ihm in seinem ersten Erwachsenjahr sein erstes bedeutendes Ergebnis in einem Eliterennen. Mit der Vuelta a España 2022 nahm er erstmals an einer Grand Tour teil, bei der er mit Platz fünf auf der 12. Etappe sein bestes Saisonergebnis schaffte. Dasselbe Ergebnis schaffte er ein zweites Mal beim Einzelzeitfahren der Polen-Rundfahrt. Bestes Ergebnis 2023 war der zehnte Gesamtrang bei der Tour of Norway. Nach drei Jahren beim Team DSM zog sein Team nicht die Option auf ein viertes Jahr. Daraufhin wechselte Brenner zur Saison 2024 zum Tudor Pro Cycling Team. Im März feierte er bei der Settimana Internazionale Coppi e Bartali seinen ersten Sieg als Profi, als er die Auftaktetappe nach einem kurzen Solo gewann. Am 23. Juni 2024 wurde Brenner Deutscher Radrennmeister in Bad Dürrheim. 2020 wurde Marco Brenner zum deutschen Nachwuchs-Radsportler des Jahres gewählt. Marco Brenner ist Namensgeber und Sponsor der Juniorenmannschaft Team Marco Brenner. 1896, 1898 Alfred Köcher | 1910 Karl Wittig | 1913 Ernst Franz | 1919, 1923 Richard Golle | 1920 Paul Koch | 1921 Adolf Huschke | 1922, 1925 Richard Huschke | 1924 Paul Kohl | 1928 Felix Manthey | 1934 Kurt Stöpel | 1935 Bruno Roth | 1936 Georg Umbenhauer | 1937, 1941, 1950 Erich Bautz | 1938 Jupp Arents | 1939 Walter Löber | 1940 Georg Stach | 1946 Karl Kittsteiner | 1947 Georg Voggenreiter | 1948 Otto Schenk | 1949 Otto Ziege | 1951, 1952 Ludwig Hörmann | 1953 Heinz Müller | 1954 Hermann Schild | 1955 Hans Preiskeit | 1956 Valentin Petry | 1957 Franz Reitz | 1958 Klaus Bugdahl | 1959–1961 Hennes Junkermann | 1962 Dieter Puschel | 1963 Sigi Renz | 1964, 1970 Rudi Altig | 1965–1967 Winfried Bölke | 1968 Rolf Wolfshohl | 1969 Peter Glemser | 1971 Jürgen Tschan | 1972 Wilfried Peffgen | 1974 Günter Haritz | 1975, 1976 Dietrich Thurau | 1977 Jürgen Kraft | 1978, 1980, 1983 Gregor Braun | 1979 Hans-Peter Jakst | 1981, 1982 Hans Neumayer | 1984, 1986 Reimund Dietzen | 1985 Rolf Gölz | 1987 Peter Hilse | 1988 Hartmut Bölts | 1989 Darius Kaiser | 1990, 1995, 1999 Udo Bölts | 1991 Falk Boden | 1992 Heinrich Trumheller | 1993 Bernd Gröne | 1994 Jens Heppner | 1996 Christian Henn | 1997, 2001 Jan Ullrich | 1998, 2003 Erik Zabel | 2000 Rolf Aldag | 2002 Danilo Hondo | 2004 Andreas Klöden | 2005 Gerald Ciolek | 2006 Dirk Müller | 2007, 2008, 2012 Fabian Wegmann | 2009 Martin Reimer | 2010 Christian Knees | 2011 Robert Wagner | 2013, 2014, 2016 André Greipel | 2015, 2023 Emanuel Buchmann | 2017 Marcus Burghardt | 2018 Pascal Ackermann | 2019, 2021 Maximilian Schachmann | 2020 Marcel Meisen | 2022 Nils Politt | 2024 Marco Brenner Bis 1994 wurden die Meisterschaften getrennt nach Amateuren und Profis veranstaltet. Diese Liste führt bis 1994 die Profimeister auf, zu den Amateurresultaten → Deutsche Meister im Straßenrennen
2024-12-03 15:57:04
https://de.wikipedia.org/wiki/Prisdang
Prinz Prisdang Chumsai war ein thailändischer Diplomat und Schriftsteller. Prinz Prisdang war der jüngste Sohn von Prinz Chumsai, dem vierten Sohn von König Rama III. von Siam, der kurz nach der Geburt Prisdangs am 2. April 1851 starb. Prisdang begleitete König Chulalongkorn 1871 auf dessen erster Auslandsreise nach Singapur und blieb dort zu Studienzwecken. Da er sehr gute Leistungen zeigte, sandte ihn der König später nach England, um Ingenieurwesen zu studieren. Prisdang war damit der erste bekannte Siamese , der eine Ausbildung außerhalb des Landes genießen konnte – und zudem 1876 einen brillanten Abschluss erreichte. Wenig später kehrte er kurz nach Siam zurück, bevor er bei Unternehmen in England praktische Erfahrungen sammelte. Prisdang war 1879 erstmals in diplomatische Geschäfte verwickelt, als er in Paris für Fanny Knox als Dolmetscher tätig war. Fanny Knox war die Tochter des englischen Gesandten in Siam, Sir Thomas George Knox, und hatte einen Siamesen namens Phra Preecha geheiratet, der jedoch mit dem höchsten Beamten des Staates, Chaophraya Si Suriyawong, in Konflikt geraten war und hingerichtet wurde. Fanny Knox floh daraufhin Hals über Kopf aus Siam und wollte nun an der siamesischen Botschaft in Paris ihr Vermögen einklagen, das von Freunden Phra Preechas erschwindelt worden war. Im Jahr nach dieser Affäre, die großes Aufsehen in Siam erregt hatte, wurde Prisdang für die Bunnag-Familie tätig und sorgte für die Neufassung mehrerer unfairer Handelsverträge. 1881 wurde er als erster gebürtiger Siamese Gesandter Siams in London. König Chulalongkorn verfolgte damit auch das Ziel, sich unabhängiger vom immer noch mächtigen Srisuriyawong zu machen und seine eigene Politik gegenüber den europäischen Mächten zu gestalten. Nachdem England 1885 ganz Birma annektiert hatte und Frankreich in Vietnam koloniale Interessen durchsetzen konnte, war Chulalongkorn ernsthaft in Sorge und bat Prisdang um Rat für das weitere Verhalten Siams. Obwohl Prisdang zunächst ablehnte, weil er sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlte, beharrte der König auf eine Antwort. Die kam auch, aber anders als er sich sie vorgestellt hatte: Prisdang und elf andere Personen verfassten eine 60 Seiten lange Denkschrift, in der die politische und kulturelle Situation Siams dargelegt sowie Reformen vorgeschlagen wurden. Unter den Autoren befanden sich die Prinzen Naris, Savastisophon und Sonabandit. Bei der Denkschrift handelte es sich um nichts anderes als die Niederlegung der ersten geschriebenen Verfassung Siams, wobei die Vorschläge darauf hinausliefen, den Übergang von einer absoluten zu einer konstitutionellen Monarchie vorzubereiten. Die Denkschrift ist heute bekannt als Ror Sor 103, wobei Ror Sor für Petition steht und 103 das Jahr der Rattanakosin-Zeitrechnung bedeutet. Der König war außer sich und antwortete, dass das Volk noch nicht reif für einen solchen Übergang sei. Bei einer späteren Gelegenheit äußerte Prisdang deutliche Kritik an der polygamen Lebensweise Chulalongkorns, was diesen noch mehr erzürnte. Im Jahr darauf wurde Prisdang zusammen mit den anderen prinzlichen Unterzeichnern der Petition aus Europa nach Hause gerufen. Da Prisdang jedoch mit der Aufnahme Siams in den Weltpostverein beschäftigt war und an den Tagungen 1884 in Lissabon und 1885 in Berlin teilnahm, kehrte er erst sehr viel später nach Siam zurück. Mit Hilfe von Freunden konnte er Arbeit als Direktor der Post und des Telegraphenamtes finden. 1890 reichte er aus Enttäuschung über ausbleibende Beförderung seinen Rücktritt ein; er wurde mit dem siamesischen Kriegsminister nach Japan gesandt, wo er entfloh, bevor er eine Antwort auf sein Gesuch erhalten hatte. Diese Flucht war eine Majestätsbeleidigung. Prinz Prisdang reiste in der Folge durch Indochina, die Malaiische Halbinsel und Birma, ehe er sich in Ceylon niederließ, wo er allem Weltlichen entsagte und als buddhistischer Mönch unter dem Namen Jinavaravaṃsa lebte. Er traf König Chulalongkorn 1897 auf dessen Durchreise nach Europa und schrieb in sein Tagebuch, dass dieser ihn um Rückkehr nach Siam gebeten hatte, um die Bemühungen zur Verbesserung der Religionsausübung zu unterstützen. 1898 bereiste Prisdang Nordindien und erwarb dort Relikte des Buddha, die er an den König nach Siam senden ließ. Prinz Prisdang kehrte 1911 nach Bangkok zurück, um an den Feierlichkeiten zur Einäscherung von König Chulalongkorn teilzunehmen, der im Jahr zuvor gestorben war. Er musste auf Betreiben auf Prinz Damrong Rajanubhab seine Robe niederlegen und wurde später auch nicht mehr als Angehöriger der Sangha angenommen. In seinen späten Jahren lebte Prisdang in Armut und schrieb seine Autobiographie, die er 1929 fertigstellte. Darin bedauerte er nicht die Abfassung der Petition, sondern die Art und Weise, wie sie an Chulalongkorn gelangt war. Prinz Prisdang starb am 16. März 1935 in Bangkok, nachdem er die Einführung der konstitutionellen Monarchie in Siam 1932 noch hatte miterleben dürfen.
2024-12-04 05:11:06
https://de.wikipedia.org/wiki/Labret-Piercing#Medusa-Piercing
Ein Labret-Piercing ist ein Piercing im Bereich der Lippen. Im engeren Sinn bezieht es sich auf ein Piercing der Unterlippe. Piercings der Oberlippe werden auch als Madonna- beziehungsweise Medusa-Piercing bezeichnet. Der Name Labret leitet sich vom lateinischen Labrum ab, was „Lippe“ bedeutet. Oft wird das Piercing französisch klingend als ləˈbreɪ ausgesprochen, die korrekte Aussprache lautet jedoch leɪ.brɛt, mit einer scharfen Endsilbe. Die Bezeichnung kam erstmals in der ethnologischen Literatur des 19. Jahrhunderts auf. Traditionell wurden alle Piercings, die im Bereich der Lippen liegen, als Labret-Piercing bezeichnet. Erst später kam die Konvention auf, nur Piercings der Unterlippe so zu bezeichnen, während sich weitere Namen für Piercings an anderen Stellen des Mundbereichs etablierten. Das Labret-Piercing kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und war, beziehungsweise ist nach wie vor, traditionell bei unterschiedlichen Ethnien in Afrika, Asien und Lateinamerika fester Bestandteil der Kultur, wobei häufig Schmuck mit besonders großem Durchmesser getragen wird. Ringschmuck, ähnlich wie er sich als Modeerscheinung Ende des 20. Jahrhunderts im westlichen Kulturkreis etablierte, war zuvor allerdings nur bei den im Sudan lebenden Nuba und den Dogon in Mali bekannt und entstand dort mit religiösem Hintergrund. Häufig wurden stark geweitete Lippenstecker aber auch mit der Absicht eingesetzt, die Frauen des entsprechenden Volkes für die Männer der Nachbarstämme unattraktiv erscheinen zu lassen. Die Modifikationen entwickelten sich später trotz des ursprünglichen Ziels der Abschreckung unter den eigenen Stammesangehörigen zum Schönheitsideal. Bei den Unangan, den Ureinwohnern der Aleuten, einer Inselkette im Nordpazifik, war das Tragen eines Labrets bis zur Kolonisierung weit verbreitet. Die zeremoniellen Umstände der Piercing-Prozedur variierten dabei von Insel zu Insel. So war in einigen Gegenden das Piercing den Männern vorbehalten, in anderen den Frauen, während das Piercing in weiteren Stämmen von beiden Geschlechtern getragen wurde. Auch war es mitunter Teil eines Initiationsritus oder wurde zur Hochzeit gestochen, vergleichbar einem Ehering. Den Unangan galten Walrosse als heilige Tiere, sodass die Form des Schmucks oft Walrosszähne imitierte. Die frühsten Berichte über das Labret-Piercing der Unangan stammen aus dem Jahr 1741. Nach dem Kontakt mit christlichen Missionaren, die dem Körperschmuck ablehnend gegenüberstanden, verschwand die Tradition des Labret bei den Aleuten. Verbreitet ist das Labret-Piercing auch bei verschiedenen indigenen Völkern Südamerikas. Es war bei den Azteken, Mochica und Inka bekannt und geht vermutlich auf die Kultur der Olmeken zurück. Getragen wurde der Lippenschmuck dort von Männern höherer Gesellschaftsklassen und war teilweise aus Gold und Schmucksteinen gefertigt. Der dabei eingesetzte Schmuck wurde „tentel“ genannt, was so viel wie „Lippenstein“ bedeutet. Bei den Zo’é-Indianern in Brasilien, auch Lippenpflockindianer genannt, tragen sowohl Männer als auch Frauen bis zu 15 Zentimeter lange Lippenpflöcke mit Durchmessern von bis zu vier Zentimetern. Sie können mit Affenknochen gestochen sein und werden in kleiner Größe bereits im Alter von etwa acht Jahren eingesetzt. Ein Lippenpflock ist bei den Zo’é für die Akzeptanz als Stammesmitglied obligatorisch. Üblich sind gedehnte Lippenpiercings mit eingesetzten Lippentellern in Brasilien auch bei den Botokuden, den Kayapo und den Männern der Suyá. In der eher matriarchalisch geprägten Gesellschaft der Yanomami tragen bereits die Kinder teilweise neben einem Septum-Stab auch bis zu drei symmetrisch angeordnete Labret-Piercings in der Unterlippe. Ähnliche Labret-Stifte wurden auch von den ebenfalls in Brasilien lebenden Karajá getragen. Die Pataxó, ein Indianerstamm im brasilianischen Bundesstaat Bahia, sowie die Bororo aus dem südlichen Mato Grosso und dem Bundesstaat Goiás in Bolivien trugen ebenfalls, teilweise auch heute noch, Schmuck im Septum und den Lippen sowie geweitete Löcher in den Ohren. Von dem Indianerstamm der Akuntsu aus dem brasilianischen Bundesstaat Rondônia wurden Labret-Piercings sowohl in der Unter- als auch in der Oberlippe getragen, was in dieser Kombination heutzutage als Cyberbite-Piercing bezeichnet werden könnte. Im Norden Kanadas, Alaska und angrenzenden Regionen waren Labret-Piercings und größere Teller in den Lippen bei indigenen Völkern wie beispielsweise den Eskimos und den Tlingit verbreitet. Als Schmuckmaterialien wurden dort neben Knochen und Holz auch Obsidian, Walross-Elfenbein und Schalen der Seeohren verwendet. Diese traditionelle Form der Körpermodifikation verschwand allerdings während des 20. Jahrhunderts aus deren Kultur. Unter den Bewohnern der Insel Nunivak, ebenfalls in Alaska, wurden von Frauen Labret-Piercings mit daran befestigten Perlenketten, oft auch in Kombination mit Septum-Piercings getragen. In Afrika wurden und werden teilweise noch heute Piercings in der Unterlippe bei Völkern wie den Nyangatom, den Kichepo, den Makonde, den Mursi, den Sara oder den Surma getragen und häufig geweitet, um Lippenteller einsetzen zu können. Die Lippen werden dabei jedoch nicht immer zuvor gepierct, sondern häufig auch eingeschnitten. Getragen wird diese Schmuckform in Afrika ausschließlich von Frauen. Neben religiösen und ästhetischen Gründen kann der Schmuck bei bestimmten Völkern auch die Besitzansprüche eines Mannes an der Frau zum Ausdruck bringen. Dabei nimmt der Mann häufig auch selber die Modifikation der Lippe seiner Frau vor. Bei den Kololo tragen die Frauen Scheiben in der Oberlippe, sogenannte „Pelele“, was nach Berichten des Afrikaforschers David Livingstone aus ästhetischen Gründen geschiehe, wie ihm ein Stammesoberhaupt erläutert haben soll. Der Mann habe, dem Verständnis der Kololo entsprechend, einen Bartwuchs als schmückendes Element, der Frau dagegen fehle es an natürlich gegebenen Schönheitsmerkmalen, weswegen die Lippenscheibe eine optische Aufwertung darstelle. Unter den Kara, einem Volk in Äthiopien, haben sich neben Körperbemalungen, Narbentätowierungen und kunstvoll gestaltetem Haar- und Kopfschmuck sowohl bei Männern als auch bei Frauen Nägel oder Blumen in der Unterlippe als Schmuckelement etabliert. Die Dessanech tragen Federn in der Unterlippe. Bei den Turkana und den Pokot in Kenia werden Lippenpflöcke in der Unterlippe getragen. Die Topsoa in Südsudan sowie die im Süden Burkina Fasos und im Norden Ghanas und der Elfenbeinküste lebenden Lobi tragen auch größere Pflöcke in den Oberlippen. Bei den in Äthiopien lebenden Nyangatom ist das Tragen von Lippenpiercings ebenfalls üblich. Im westlichen Kulturkreis hat sich das Lippenpiercing besonders in den 1990er Jahren etabliert und ist häufig modischer Bestandteil verschiedener Sub- und Jugendkulturen, beispielsweise in der Technoszene, der Punk-Bewegung oder bei Emos. Stark geweitete Labrets oder Lippenteller werden innerhalb der westlichen Kultur seit Ende des 20. Jahrhunderts zwar auch, allerdings nur als äußerst seltene Randerscheinung, meist unter Anhängern der Modern-Primitive-Bewegung getragen. Geeignet für den Einsatz sind bei modernen Labret-Piercings vor allem spezielle Labret-Stecker. Diese besitzen eine kleine Platte auf der einen Seite und ein Gewinde zum Aufschrauben einer Verschlusskugel beziehungsweise verschiedener Schmuckobjekte am anderen Ende. Sie sind in unterschiedlichen Längen und meist mit einem Materialdurchmesser von 1,2 oder 1,6 Millimetern erhältlich. Zum Ersteinsatz in ein neu gestochenes Piercing werden meist vorübergehend Stecker mit Überlängen verwendet, da es in der Regel zu Schwellungen der Lippe kommt. Häufig wird allerdings auch ein Ball Closure Ring oder ein Circular Barbell eingesetzt. Bei Letzterem liegen die Verschlusskugeln bei der optimalen Position des Schmucks am einen Ende außen am Stichkanal an und am anderen Ende auf dem Lippenrot. Bei Labret-Schmuck für geweitete Durchmesser handelt es sich meist um Sonderanfertigungen. Wie bei anderen Piercings wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend wird die Einstichstelle markiert, mit einer Klemmzange fixiert und einer speziellen Nadel durchstochen . Je nachdem, ob beim Ersteinsatz ein Ring oder ein Labret-Stecker getragen wird, entwickelt sich der Stichkanal während des Heilungsprozesses mit einem entsprechenden Winkel. Das Wechseln beider Schmuckvarianten im Nachhinein ist möglich, ein gerader Stecker sitzt jedoch weniger komfortabel in einem gewinkelten Stichkanal als gebogener Schmuck. Die Abheilung des Piercings dauert etwa vier bis acht Wochen. Wie bei allen Piercings im Mundbereich wird geraten, nach dem Stechen mehrere Stunden nicht zu rauchen und 12 bis 24 Stunden keinen Alkohol zu konsumieren. Von manchen Piercern wird auch empfohlen, über einen Zeitraum von zwei Wochen keine milch- und fruchtsäurehaltigen Nahrungsmittel zu konsumieren. Der Abheilungsprozess wird im Mundbereich deutlich beschleunigt, da es sich um Mischgewebe aus Schleimhaut handelt. Früher schädigten Lippenstecker häufig das Zahnfleisch und den Zahnschmelz. Dieses Risiko wurde durch die Verwendung eines Steckers aus Polytetrafluorethylen minimiert, da dieses Material relativ weich ist und keine große mechanische Wirkung ausübt. Jedoch müssen diese Stecker häufiger ausgetauscht werden, da sie durch das relativ weiche Material schneller verschleißen. Bei einer Schwellung ist es möglich, dass die Platte des Labret-Steckers in die Lippe hineinwächst beziehungsweise von dem umliegenden Bindegewebe vollständig umschlossen wird. Selten kann der Schmuck in der Lippe festwachsen. Dies passiert in der Regel nur bei neu gestochenen Piercings mit zu kurzen Steckern. Im Großen und Ganzen treten Probleme sehr selten auf. In diesen Fällen wird empfohlen, das Piercing zu entfernen und die Wunde heilen zu lassen. Dadurch treten keine ernsten Probleme auf. Bei der Rasur kann es unter Umständen zu Komplikationen und Verletzungen kommen, falls das Rasiermesser oder der Rasierhobel an dem Schmuck hängenbleibt. Vorbeugend wird der Schmuck daher bei einem verheilten Stichkanal zuvor herausgenommen. Problematisch kann sich unter Umständen auch das Tragen einer Zahnspange auf das Labret-Piercing auswirken, sofern sich die Apparatur mit dem Schmuck verhakt oder die Haut, insbesondere der Stichkanal, durch häufige Reibung strapaziert wird. Bei besonders großem Schmuck, wie den bei den unter verschiedenen indigenen Völkern verbreiteten Lippenpflöcken oder Lippentellern, kommt es in der Regel durch permanenten Druck zu einer Deformierung des Unterkiefers, wobei sich dieser im Laufe der Zeit kreisförmig an den Schmuck anpasst. Der Zahnhalteapparat kann dabei nachhaltig geschädigt werden, was unter anderem zur Lockerung oder einem Verlust der vorderen Schneidezähne führen kann. Das Labret-Piercing wird meist zentral oder versetzt in der Unterlippe getragen. Besonders bei indigenen Völkern ist es auch heute noch üblich, die Piercings bis zu mehreren Zentimetern zu weiten beziehungsweise einzuschneiden und Plugs, Pflöcke oder, wie es vor allem bei afrikanischen und brasilianischen Ethnien zu sehen ist, Lippenteller einzusetzen . Ein Labret-Piercing, das sich direkt am Mundwinkel befindet, trägt die Bezeichnung Dahlia-Piercing. Es wird meist symmetrisch auf beiden Seiten getragen. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Mordopfer Elizabeth Short, besser bekannt als „Die schwarze Dahlie“, die von ihrem Mörder die Mundwinkel in Form eines Glasgow Smile eingeschnitten bekam. Wird ein Labret-Piercing möglichst weit unten in der Nähe der Zahnwurzel platziert, spricht man von einem Lowbret. Dieses Kompositum setzt sich aus dem englischen Begriff low und Labret zusammen. Es kann auch vertikal gestochen werden, sodass der Kanal an der unteren Kieferkante heraustritt. Diese Variante wird Vertical Lowbret genannt. Meist werden über beide Seiten zwei symmetrisch angebrachte Vertical Lowbrets getragen. Das Gegenstück hierzu ist das Nick-Piercing. Es befindet sich im oberen Bereich der Oberlippe und tritt unter dem Augenbereich auf den Wangen heraus. Dieses Piercing gilt als besonders riskant, da bei der Durchführung die Gefahr besteht, den Trigeminusnerv zu schädigen. Weitere verbreitete Piercings im Mundbereich sind das Wangenpiercing, das Zungenpiercing, das Zungenbändchenpiercing, das Lippenbändchenpiercing und das seltene Mandible-Piercing, welches vertikal im Unterkieferbereich unterhalb der Zunge sitzt und auf der Unterseite des Kinns austritt. Wird ein Labret-Piercing genau in der Mitte oberhalb der Oberlippe durch das Philtrum, die vertikale Rinne zwischen der Oberlippe und der Nase, gesetzt, spricht man von einem Medusa-Piercing. Als Piercingschmuck wird meist ein Labret-Stecker eingesetzt. Da an dieser Stelle besonders viele Nerven verlaufen, ist es oft schmerzhafter als andere Piercings in der Lippe. Getragen wurde es traditionell bereits von dem brasilianischen Volksstamm der Akuntsu. Ein seitlich oberhalb der Oberlippe gestochenes Labret-Piercing wird Madonna-Piercing genannt. Es verläuft durch Muskelgewebe, weswegen nach dem Stechen eine deutlichere Schwellung möglich ist. Die Namen der Piercings gehen auf die Pop-Sängerin Madonna, das Model Cindy Crawford und die Schauspielerin Marilyn Monroe zurück, die an dieser Stelle einen Schönheitsfleck tragen bzw. trugen. Die Variante entstand Mitte der 1990er Jahre und wurde erstmals durch Rayna Foss-Rose, Bassistin der Band Coal Chamber, bekannt. In den letzten Jahren wurde es recht populär. Auch zahlreiche Prominente wie Travie McCoy, Mutya Buena, Ashley Massaro und Amy Winehouse ließen sich den Schmuck einsetzen. Eine außergewöhnliche Variante des modernen Madonna-Piercings wurde bereits traditionell von den Matis, einem indigenen Volk Brasiliens, getragen. Dabei werden dickere Stifte beziehungsweise kleinere Pflöcke durch den Bereich im oberen Mundbereich gestochen, an der die Oberlippe mit dem Zahnfleisch verwächst. Der Schmuck tritt dabei neben der Nase hervor. Verschiedene Piercing-Varianten verlaufen direkt durch das Lippenrot. Bei einem vertikalen Labret-Piercing, auch Eskimo genannt, beginnt der Stichkanal unterhalb der Lippe und tritt auf der Lippe im Lippenrot wieder heraus. Dabei besteht eine gewisse Gefahr des kontinuierlichen Einreißens des Lippenrots. Üblicherweise wird ein Curved Barbell anstatt eines Labret-Steckers eingesetzt. Bei dieser Variante kann der Zahnapparat nicht geschädigt werden, da der Schmuck nicht mit Zahnfleisch und Zähnen in Kontakt kommt. Die Heilungsdauer eines Eskimo-Piercings beträgt etwa vier Wochen. Ein optisch ähnlicher Effekt kann mit einem gewöhnlich gestochenen Labret-Piercing durch das Tragen eines anliegenden Curved Barbells erzielt werden. Analog zum Eskimo-Piercing sitzt das Jestrum-Piercing auf dem Lippenrot der Oberlippe und tritt im Philtrum heraus. Die Abheilungsdauer eines neu gestochenen Jestrums umfasst mit etwa zwei bis sechs Monaten etwas mehr Zeit als beim Eskimo. Ein Ashley-Piercing, auch Racoon-Piercing genannt, wird von außen nach innen durch das Lippenrot geführt, sodass mit einem Curved Barbell bei geschlossenem Mund lediglich eine Kugel direkt auf der Lippe sichtbar ist. Das sogenannte Lane-Piercing ist ein Oberflächenpiercing, welches waagerecht durch das Lippenrot der Unterlippe gestochen wird. Wie bei den meisten Oberflächenpiercings ist auch hierbei die erhöhte Gefahr gegeben, dass der Schmuck aus dem Gewebe herauswächst. Mehrere symmetrisch oder nebeneinander angeordnete Piercings im Lippenbereich werden als Bites bezeichnet. Dabei werden folgende Anordnungen unterschieden:
2024-12-04 06:05:40
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6lle
Mündung des Jöllenbecker Mühlenbaches in den Johannisbach Der Jöllenbecker Mühlenbach ist ein linker Nebenfluss des Johannisbaches im Nordosten des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Das Gewässer hat eine Gesamtlänge von 9,9 km. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über einen Teil der Ravensberger Mulde zwischen Aa und Else. Das Gewässer entspringt im Norden von Jöllenbeck im Bereich Nagelsholz und mündet bei Schildesche in den Johannisbach bzw. in den Obersee. Mit Anlage der Johannisbach-Umflut, die das Wasser des Johannisbaches und des Jöllenbecker Mühlenbaches entlang des Nordufers um den Obersee herumführt, wurde auch der Jöllenbecker Mühlenbach vom Obersee abgetrennt und mündet nun direkt in das neue Flussbett des Johannisbaches. Das Gewässer durchfließt auf seinem Weg von der Quelle bis zur Mündung folgende Gemeinden: Den längsten Teil seines Verlaufes ist der Bach Grenzbach der genannten Gemeinden. Auf seinem Weg nimmt das Gewässer flussabwärts betrachtet folgende Gewässer auf: : Linker rechter Zufluss, bei Flusskilometer, Mündung bei KM 0 Der flussaufwärts über alle Mündungspunkte jeweils wasserreichere und längere Strang ist gewässerkundlich der Hauptstrang eines Flusssystems und zumeist auch in der Namensgebung der Hauptfluss. Aus dieser Sicht erreicht das Gewässer unter dem Namen Jöllenbecker Mühlenbach den Johannisbach. Die wasserärmere Jölle dagegen ist ein Nebenfluss. Davon abweichend werden in den amtlichen Gewässerstationierungs- und Geodaten die Teilgewässer Jölle und Jöllenbecker Mühlenbach ab Einmündung der Jölle zu einem einheitlichen Wasserkörper mit dem Namen "Jölle" zusammengefasst. Der Jöllenbecker Mühlenbach lieferte früher die Antriebsenergie für vier Wassermühlen, deren Standorte bereits in einer Landkarte aus dem Jahr 1800 aufgezeichnet wurden. Die Gebäude sind inzwischen niedergelegt oder mehrfach umgebaut worden, so dass heute keine Spuren der alten Mühlenlandschaft mehr zu erkennen sind.
2024-12-01 22:01:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Oberstes_Gericht_(Indien)
Das Oberste Gericht Indiens ist das höchste Gericht des Landes gemäß Teil V, Kapitel IV der Verfassung Indiens. Nach der Verfassung ist das Oberste Gericht ein Bundesgericht, Verfassungsgericht und höchste Rechtsmittelinstanz. Zusammensetzung und Zuständigkeit ergeben sich aus den Artikeln 124 bis 147 der Verfassung. Vorrangig ist das Oberste Gericht Rechtsmittelinstanz gegenüber Entscheidungen der Obergerichte . Es ist jedoch auch möglich in Fällen ernsthafter Menschenrechtsverletzungen oder in ernsthaften eilbedürftiger Angelegenheiten Beschwerden am Obersten Gericht anzubringen. Das Gericht wurde am 28. Januar 1950, zwei Tage nach Einführung der Verfassung, geschaffen. Das Gericht tagte bis 1958 in der Fürstenkammer des Parlaments, wo bereits 1937 bis 1950 seine Vorgängerinstitution, der Federal Court of India ansässig war. Es besteht eine eigene Rechtsanwaltskammer mit deren derzeitigem Präsidenten M. N. Krishnamani. Das Gericht besitzt erstinstanzliche Zuständigkeiten, Zuständigkeiten als Rechtsmittelinstanz und Zuständigkeiten zu Rechtsgutachten. Erstinstanzlich zuständig ist das Oberste Gericht für Streitigkeiten zwischen der Union und Einzelstaaten oder zwischen den Einzelstaaten. Das Gericht ist darüber hinaus gemäß Artikel 32 der Verfassung zur Durchsetzung der Grundrechte zuständig. Das Gericht besteht aus dem Obersten Richter und weiteren Richtern, die vom indischen Präsidenten nach Beratung mit dem Obersten Richter ernannt werden. Die Richter müssen sich durch eine gewisse Zeit als Oberrichter oder Anwalt an einem Obergericht qualifiziert haben. Sie treten mit 65 Jahren in den Ruhestand. Die Spruchkörper bestehen aus drei, zum Teil aus fünf Richtern.
2024-12-03 17:15:23
https://de.wikipedia.org/wiki/Bakkalar
Der Bachelor ist der niedrigste akademische Grad und üblicherweise der erste Abschluss eines gestuften Studiums an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule, Fachhochschule oder Berufsakademie. Ein Bachelor-Studiengang hat eine Regelstudienzeit von drei bis vier Jahren , je nach Art des Fachs und der Lehranstalt. Der Bachelor qualifiziert für eine grundlegende Berufstätigkeit, ein weiterführendes Masterstudium und in besonderen Ausnahmefällen für die Aufnahme eines Promotionsstudiums . Das Wort Baccalaureus unterscheidet sich in seiner Bedeutung von dem Wort Baccalaureatus, das in einigen Ländern den ein- bis zweijährigen postgradualen akademischen Grad Bachelor with Honours bezeichnet. Das englische Wort bachelor, ursprünglich bacheler geschrieben, ist eine Entlehnung aus dem Altfranzösischen. Das altfranzösische Wort bacheler ist gut belegt, der früheste Beleg ist das Rolandslied von ungefähr 1100. Als Bedeutung wird in der Regel ‚junger Mann‘ angegeben, im Besonderen ‚junger Adeliger‘ und ‚junger Mann, der Ritter werden möchte‘, also ‚Knappe‘. Auch im Anglo-Normannischen ist das Wort gut bezeugt. Hier wird neben den genannten Bedeutungen auch schon für das 13. Jahrhundert ‚Junggeselle‘ angegeben. Später erlangte es auch die Bedeutungen ‚Inhaber eines ersten akademischen Abschlusses‘ und ‚Geselle‘, ‚Jungmitglied einer Zunft‘ . Im Mittelenglischen ist das Wort seit etwa 1300 fassbar; es hatte zunächst Bedeutungen wie im Anglo-Normannischen. Die Bedeutung ‚Inhaber eines ersten akademischen Abschlusses‘ ist hier ab etwa 1390 belegt, insbesondere durch The Franklin’s Prologue and Tale in den Canterbury Tales. Die Etymologie des altfranzösischen Wortes bacheler ist ihrerseits unsicher. Zustimmung findet heute vorab die Hypothese, dass das Wort auf ein erschlossenes romanisches *baccalāris zurückgeht. Offenkundig ist die Ähnlichkeit mit mittellateinisch baccalāria ‚Ackerland‘ und baccalārius ‚Bauernknecht‘ oder ‚Betreiber eines kleinen Bauernhofes oder Gutshofes‘. Es wird allgemein angenommen, dass diesen Wörtern wiederum lateinisch vacca beziehungsweise spätlateinisch bacca ‚Kuh‘ zugrunde liegt. Einwände gegen diese Rekonstruktion sind teils phonetischer, teils semasiologischer Natur, Anatoly Liberman zufolge aber nicht unüberwindbar: Betreffs des problematischen Anlautwechsels verweist er darauf, dass b und v in einigen in Südfrankreich gesprochenen Dialekten durchaus häufiger alternieren, und dass sich Belege für mlat. baccalāria auffälligerweise gerade in Urkunden aus diesen Landstrichen zahlreich finden. Erklärlich erscheint ihm auch die Bedeutungsverschiebung von ‚Kuhhirte‘ oder ‚Kuhbauer‘ hin zu ‚junger Ritter, Student; Jungspund‘ – das Hüten der Kühe sei schließlich eine Arbeit gewesen, die im Mittelalter üblicherweise von den jugendlichen Mitgliedern der Familie bzw. des Gesindes zufiel. Fragwürdig ist hingegen der Versuch, das Wort von französisch bas chevalier ‚niederer Ritter‘ herzuleiten. Schon im 19. Jahrhundert als falsch gewertet wurde der Vorschlag, das Wort von einem erschlossenen gemeinkeltischen *bakalākos herzuleiten, das auch altirisch bachlach ‚Schäfer, Bauer‘ ergeben haben soll. Aus lautlichen Gründen unhaltbar ist eine Rückführung auf walisisch bach ‚klein‘ . In der päpstlichen Bulle Parens scientiarum von 1231 zur Beendigung eines Vorlesungsstreiks an der Universität von Paris kommt das Wort bachellarius in unspezifischer Weise vor. Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts war baccalarius ein erster universitärer Grad. Die Variante Baccalaureus ist eine möglicherweise zunächst humorvolle Verballhornung von baccalarius, die an bacca lauri ‚Beere des Lorbeers‘ angelehnt ist und „den mit beerenreichem Lorbeer Bekränzten“ vor Augen hatte . Hiervon leiten sich Baccalaureat , das französische Wort baccalauréat und das lateinische Wort baccalaureatus ab. Im 13. Jahrhundert war es an Universitäten Aufgabe eines Baccalarius, den Magister bei der Aufsicht jüngerer Studenten zu unterstützen und sich gleichzeitig weiterzubilden. Während die Aufgabe selbst schon seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Paris und Bologna belegt ist, wurde baccalarius zwischen 1250 und 1275 zu einem festen institutionellen Begriff. Im Spätmittelalter unterbrach beim Medizinstudium die Bakkalaureatsprüfung das vier- bis fünfjährige Studium, das nach Bestehen eines theoretischen Examens zur Lizenz abgeschlossen wurde. Der Scholar der mittelalterlichen Universität erwarb diesen Grad ursprünglich nach Abschluss des Triviums der Artistenfakultät . Danach war der Absolvent mit dem Wechsel ins Quadrivium befähigt, Hilfslehrer für Scholaren des Triviums zu werden. Nach weiterem Studium des Quadriviums schloss der Baccalarius die Fakultät der Artisten – nachdem er also sämtliche artes liberales gemeistert hatte – mit dem Grad des magister artium ab und konnte in eine höhere Fakultät als magister non regens eintreten oder als magister regens an der Artistenfakultät selbst lehren. In Frankreich wurde im Jahr 1809 unter der Herrschaft Napoléon Bonapartes das Bildungswesen zentralisiert und unter die Aufsicht der neu gegründeten Université impériale gestellt. Nach dem Besuch des collège konnte das lycée besucht werden; beide waren Teil der Université impériale. Als Abschluss des lycée wurde das baccalauréat eingeführt, der akademische Grad hieß bachelier. Heutzutage gibt es drei Arten des baccalauréat: das baccalauréat général, das baccalauréat technologique und das baccalauréat professionnel. Hierbei entspricht das baccalauréat géneral dem Abitur oder der Matura. Das baccalauréat wird aber im Gegensatz zu diesen Abschlüssen immer noch als akademischer Grad angesehen; ein Inhaber des Grades wird bachelier genannt. Frankophone Länder benutzen in der Regel das Wort baccalauréat für einen an das französische baccalauréat angelehnten Schulabschluss. Allerdings wird in Québec ein dreijähriger universitärer Abschluss baccalauréat genannt. In Belgien wird das Wort bachelier für einen Bachelor-Abschluss verwendet. In Spanien und Lateinamerika heißt der dem Abitur oder der Matura entsprechende Schulabschluss bachillerato. Das Wort Baccalaureus wird gegenwärtig an deutschen Universitäten nicht für Abschlüsse verwendet. Um 1930 gab es an einigen Universitäten den Baccalaureus juris als Vorstufe für den Doktorgrad. Im Rahmen eines Modellversuchs wurde von 1992 bis 1997 von der Universität Augsburg nach bestandenem Vordiplom in den Fächern Betriebswirtschaftslehre und Ökonomie der Grad Baccalaureus oeconomiae oder Baccalaurea oeconomiae verliehen. In Österreich wurde bis 2007 an Stelle eines Bachelor-Grades der Grad Bakkalaureus oder Bakkalaurea verliehen. Die Gestalt eines Baccalaureus erscheint auch in der Literatur, so in Johann Wolfgang von Goethes Faust II . Der Baccalaureus ist offensichtlich identisch mit dem Schüler aus Faust I ; er hat nun sein Examen gemacht und tritt Mephistopheles abermals gegenüber. Er symbolisiert einerseits die Originalgenies des Sturm und Drangs, andererseits die in Burschenschaft und Wartburgfest hervorgetretene Studentenbewegung nach den Befreiungskriegen, in der Goethe in mancher Hinsicht eine Wiederholung des Sturm und Drangs erblickte. Goethe sieht die jungen Studenten mit einer Mischung aus Sympathie und Geringschätzung. Der Bachelor ist der erste akademische Grad und berufsqualifizierende Abschluss eines mehrstufigen Studienmodells. Die für angemessen erachtete, für Unterstützungsleistungen wie BAföG verbindliche und missverständlich als Regelstudienzeit bezeichnete Studiendauer beträgt mindestens drei und höchstens vier Jahre. Nach dem European Credit Transfer System sind durchschnittlich 30 Leistungspunkte pro Semester zu erwerben. Bei einem Bachelor-Studium von sechs Semestern ergeben sich so 180 LP, bei sieben Semestern 210 LP und bei acht Semestern 240 LP. Es existieren auch Intensivstudiengänge, bei denen in sechs Semestern 210 LP vergeben werden, wie beispielsweise an einer Dualen Hochschule. Ein Punkt entspricht einer Arbeitsbelastung des jeweiligen Studenten von 30 Stunden, mindestens jedoch 25 Stunden. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz beschloss die Empfehlung, stets für 30 Stunden einen Leistungspunkt zu vergeben. Damit ergibt sich bei 30 Leistungspunkten pro Semester eine rechnerische Arbeitsbelastung von knapp 40 Stunden in der Woche . Zu der Arbeitsbelastung zählt die gesamte Zeit, die vom Studenten für das Studium aufgewendet werden muss . Einige Bachelor-Studiengänge beschränken sich auf ein einzelnes Fach . Zahlreiche Hochschulen bieten jedoch Bachelor-Studiengänge an, bei denen gleichzeitig mehrere Studienfächer belegt werden. So besteht häufig die Möglichkeit, ein sogenanntes Zwei-Fach-Bachelorstudium zu absolvieren. Sollten die Absolventen schon vor oder während des Bachelor-Studiums einen Master of Education für Gymnasien und Gesamtschulen bzw. Berufskollegs anstreben , bildet diese Art des Bachelors die Grundvoraussetzung. Jedoch kann auch ein fachwissenschaftlich ausgerichteter Master in beiden Fächern angeschlossen werden. Ebenso existieren zahlreiche Bachelorstudien, die ein Hauptfach mit einem oder mehreren Nebenfächern kombinieren. In der Schweiz werden die Hauptfächer auch Major und die Nebenfächer Minor genannt. Diese Bezeichnungen sind nicht mit den gleichnamigen Bachelorvarianten im angloamerikanischen Raum zu verwechseln. In den meisten deutschen Ländern muss man einen Master-Studiengang abgeschlossen haben, wenn man als Referendar seine Berufsausbildung abschließen will. In solchen Fällen bietet ein Bachelor-Abschluss keine befriedigenden Perspektiven im Zielberuf . Die Lehrveranstaltungen in Bachelor-Studiengängen sind durch Module strukturiert. Ein Modul fasst eine oder mehrere Lehrveranstaltungen mit einem Lernziel zusammen und ist die Einheit, für die Leistungspunkte vergeben werden. Durch den Bachelor-Abschluss wird die Vereinheitlichung der Studienabschlüsse in Europa und damit eine bessere internationale Vergleichbarkeit angestrebt. Die dafür im Rahmen des Bologna-Prozesses von den Ländern entwickelten detaillierten Vorgaben sollen insbesondere durch die Akkreditierung gewährleistet werden, die von speziellen Agenturen vorgenommen wird. Diese externe Prüfung der Studiengänge soll sowohl die formale Kompatibilität zum Bachelor-System als auch die Qualität der Lehre, des Lehrkörpers und der Studieninhalte sicherstellen. Die Akkreditierungsagenturen sind Vereine, die wiederum vom zentralen Akkreditierungsrat akkreditiert werden. Die nicht in allen Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene Akkreditierung läuft oft erst nach Einführung eines neuen Studiengangs an. Das führt häufig zu der Kritik, dass die ersten Jahrgänge eines Bachelors Versuchskaninchen seien, da der Ausgang des Akkreditierungsverfahrens ungewiss ist. Mit dem Bachelor erwirbt der Student einen ersten offiziell als berufsqualifizierend betrachteten Hochschulabschluss. Der Bachelor-Abschluss, auch der der Fachhochschule, ist außerdem Qualifikationsnachweis für ein anschließendes Masterstudium, auch für einen Wechsel von der Fachhochschule zur Universität, wobei in diesem Falle weitere Qualifikationen erworben werden müssen. Durch das Masterstudium kann entweder das Studienfach des Bachelorstudiums fortgeführt und vertieft bzw. im fachlichen Zusammenhang fachübergreifend erweitert werden oder eine fachliche Umorientierung erfolgen mit dem Wechsel in einen Masterstudiengang, der nicht auf das bisherige Studium aufbaut . Ziel der Einführung eines Bachelor-Abschlusses in Europa war neben der Vereinheitlichung innerhalb der EU und einer kürzeren Studiendauer auch ein stärkerer Praxisbezug des Studiums. Da in den Geistes- und Sozialwissenschaften die möglichen Berufsfelder oft nicht klar abgegrenzt werden können, werden in der Regel zwei oder drei Fächer studiert und um Inhalte aus dem Bereich General Studies ergänzt. In den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern wird meist schon zu Beginn ein einzelnes Fach gewählt. Am 31. Januar 2012 wurde im Rahmen der Erstellung des Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmens EQR/DQR der Bachelor auf die Stufe 6 von 8 eingeordnet. Damit stehen die Abschlüsse Bachelor, Staatlich geprüfter Techniker und Meister auf der gleichen Stufe. Im Rahmen der Reform des Berufsbildungsgesetzes wurde mit Zustimmung des Bundesrates aus Gleichstellungsgesichtspunkten die ergänzende Berufsabschlussbezeichnung Bachelor Professional für Fortbildungsabschlüsse der IHK bzw. HWK eingeführt. Zu diesem Sachverhalt veröffentlichte der Verein Deutscher Ingenieure ein Positionspapier, das herausstellt, dass die Abschlüsse Bachelor, Techniker und Meister dem gleichen Kompetenzniveau entsprächen, jedoch nicht gleichartig seien. Die Kompetenzen von Bachelorabsolventen, staatlich geprüften Technikern und Meistern unterscheiden sich laut VDI erheblich. Nach Angaben des VDI dürfe die Einstufung von Bachelor, Techniker und Meister keinesfalls so missverstanden werden, dass sie die gleichen Tätigkeiten ausführen könnten. Im Jahr 2003 definierte die Kultusministerkonferenz in ihren Strukturvorgaben den Bachelor wie folgt: „In einem System gestufter Studiengänge stellt der Bachelorabschluss als erster berufsqualifizierender Abschluss den Regelabschluss dar und führt damit für die Mehrzahl der Studierenden zu einer ersten Berufseinmündung.“ Zum Wintersemester 2015/2016 wurden in Deutschland nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz über 16.000 gestufte Studiengänge an Universitäten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen angeboten. Sie machen damit rund 90 % des Studienangebots in Deutschland aus. Die Mehrzahl an Studiengängen, die nicht auf Bachelor/Master umgestellt wurden, kommt aus den Rechtswissenschaften sowie der Medizin. Außerdem sind einige Studiengänge mit künstlerischen oder kirchlichen Abschlüssen darunter, ebenso wie das Lehramtsstudium in einzelnen Ländern. Hochschulträger wandten 2022 im Durchschnitt rund 36.500 Euro für ein Bachelorstudium auf. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg war die erste universitäre Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland, die in den 1990er-Jahren im Rahmen der in den drei Studienrichtungen Betriebswirtschaftslehre, Ökonomie und Sozioökonomie identischen Diplomvorprüfungen jeweils einen akademischen Bakkalaureatsgrad verliehen hatte, lange bevor Bachelor- und Masterstudiengänge Einzug in die deutsche Hochschullandschaft hielten. Die Bezeichnung dieser wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen akademischen Erstausbildung lautete: Die KMK legte in den Strukturvorgaben aus dem Jahr 2003 fest, dass in Deutschland folgende Abschlussbezeichnungen zu verwenden sind: An Kunst- und Musikhochschulen kommen außer dem Bachelor of Arts folgende Abschlussbezeichnungen dazu: Die Abkürzungen werden häufig mit Punkten geschrieben, aber insbesondere beim BA können sie auch wie beim früheren Magister Artium entfallen. Die Hochschule kann die Abschlussbezeichnungen auch in zulässigen Formen deutscher Sprache verleihen . Gemischtsprachige Bezeichnungen sind jedoch ausgeschlossen. Der Absolvent muss die Abschlussbezeichnung so führen, wie sie verliehen wurde, und darf nicht eigenmächtig eine andere Sprache wählen. Gemäß DIN 5008 wird die Bezeichnung in der Korrespondenz hinter dem Namen geschrieben, beispielsweise Erika Mustermann, B. A. Der Bachelor-Grad darf nicht um einen fachlichen Zusatz oder einen Hinweis auf die Art der Bildungseinrichtung ergänzt werden, die den Bachelor-Grad verliehen hat oder ). Der Grund dafür ist, dass es keine für die Hochschulart spezifisch unterschiedlichen Vorgaben gibt und alle Hochschulen denselben Akkreditierungsanforderungen unterliegen. Detaillierte Information zum jeweiligen Studiengang gehen aus der Bachelor-Urkunde, dem Bachelor-Zeugnis und dem Diploma Supplement hervor. Für ihre Ingenieursstudiengänge verleihen Universitäten aus ihrem akademischen Anspruch heraus zur Differenzierung allein die international etablierten Science-Abschlüsse, während Fachhochschulen zumeist Engineering, aber auf Wunsch vieler Studenten mittlerweile zunehmend auch Science-Abschlüsse vergeben. Vergleichbares gilt für den Bachelor of Education, für den kein Berufsbild existiert. In ihren Strukturvorgaben von 1999 hatte die KMK noch eine Unterscheidung zwischen stärker theorieorientierten und stärker anwendungsorientierten , BEng, Bachelor of Public Administration ) Gradbezeichnungen festgelegt, die so seit dem Beschluss aus dem Jahr 2003 nicht mehr besteht. Fachliche Zusätze sind infolgedessen ebenfalls nicht mehr erlaubt . Die Umstellung der Gradbezeichnungen in bereits bestehenden Studiengängen erfolgt gegebenenfalls im Rahmen der Akkreditierung und Reakkreditierung. In der Bundesrepublik Deutschland kann der Bachelor-Abschluss auch an Berufsakademien erworben werden. Die Absolventen erhalten eine staatliche Abschlussbezeichnung anstelle eines akademischen Grades. Bei einem Weiterstudium entscheidet die jeweilige Hochschule anhand zusätzlicher Prüfungskriterien, ob der Berufsakademie-Absolvent zu einem Masterstudiengang zugelassen werden kann. Mit einem Bachelor-Abschluss an einer Hochschule kann dagegen auf jeden Fall ein Master-Studium angeschlossen werden. In Baden-Württemberg wurden die Berufsakademien im März 2009 durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg abgelöst. Da diese nun den Status einer Hochschule haben, erhalten seitdem auch alle Absolventen einen akademischen Abschluss. Die meisten Bachelor-Abschlussvarianten verleihen grundsätzlich dieselben Berechtigungen wie Diplomabschlüsse an Fachhochschulen. Die KMK hat im Jahr 1999 noch explizit festgehalten, dass das Diplom dem an ausländischen Colleges verbreiteten drei- bis vierjährigen honors Bachelor entspricht. Diese Bachelor-Variante ist nicht zu verwechseln mit dem selteneren nordamerikanischen vier- bis fünfjährigen universitären Bachelor with Honours , der ein zusätzliches postgraduales Jahr und eine Diplomarbeit verlangt und direkt zum Ph.D.-Studium berechtigt, ohne vorher einen Master absolviert zu haben, und somit dem traditionellen Diplom/Magister entspricht . Während generell der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss gelten soll, reicht er in Studiengängen, an deren Ende bislang Staatsexamina standen, allein nicht aus. Mit dem notwendigen anschließenden Master zusammen ergibt sich teilweise eine längere Studiendauer als bisher. Da jedoch ein wesentlicher Teil des Bologna-Prozesses die Einführung eines mehrstufigen Abschlusssystems ist, das sich grundlegend von der früher gebräuchlichen Einteilung in Grund- und Hauptstudium unterscheidet, ist ein Vergleich mit traditionellen Abschlüssen oft nicht möglich. Die strukturellen Unterschiede zum bisherigen System können nicht erfasst werden, sodass die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Wertigkeit des neuen Abschlusses 2008 stark variierte und von einer Gleichsetzung mit dem Bestehen des Vordiploms bis hin zum Diplom reichte. Die folgende Abbildung zeigt einige mögliche Kombinationen von Regelstudienzeiten für konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge und stellt sie dem traditionellen Diplom gegenüber: Einem Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz folgend, soll besonders guten Bachelor-Absolventen eine Promotion ohne vorherigen Masterabschluss ermöglicht werden. Der Deutsche Hochschulverband als Vertretung der Hochschullehrer steht dieser Möglichkeit aber ablehnend gegenüber. Die Möglichkeit, in Deutschland nach erfolgreichem Abschluss eines Bachelorstudiums eine Promotion aufzunehmen, ist bislang in den Hochschulgesetzen nicht vorgesehen. Jedoch gibt es Gespräche über eine weiterführende Entwicklung in dieser Hinsicht. Bereits vor dem Bologna-Prozess etablierten sich auch in Deutschland einige, meist private Business-Schools, also Wirtschafts-Schulen, die einen Bachelor-Abschluss nach angelsächsischem Vorbild anboten. Die fehlende staatliche Anerkennung dieser Abschlüsse nach dem deutschen Hochschulrecht umgingen die Business-Schools durch Partnerschaften mit US-amerikanischen und englischen Universitäten, die es den Absolventen ermöglichten, mit integrierten Auslandsstudien den nach dem jeweiligen Hochschulrecht anerkannten Hochschulabschluss der Partneruniversität zu erlangen. Einige dieser früheren Business-Schools sind heute auch in Deutschland als Hochschule staatlich anerkannt. Nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems bricht in Universitäten heute jeder vierte Bachelor-Student sein Studium ab, in Fachhochschulen sogar jeder dritte. Die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften ist in den neuen Bachelor-Studiengängen erheblich höher als in den früheren Diplom-Studiengängen. Das wird darauf zurückgeführt, dass die Umstellung der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge von Diplom- zu Bachelor-Abschluss häufig zwar mit einer zeitlichen Straffung verbunden ist, nicht jedoch mit einer entsprechenden Kürzung des Lernstoffes, woraus sich notwendigerweise eine Stoffverdichtung ergibt. Bei Bachelor-Studiengängen in Sozial-, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie in Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften ist die Abbrecherquote ebenfalls auf hohem Niveau, jedoch niedriger als bei vorherigen Diplom- und Magisterstudiengängen. Problematisch ist auch, dass bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland zwar der angelsächsische Studienaufbau, nicht aber das angelsächsische Tutorensystem übernommen wurde. Auch viele Studenten beurteilen den Bachelor-Abschluss kritisch, wie eine Befragung unter Studenten aus dem Mai 2013 ergab. Nur 9 % streben demnach den Bachelor als einzigen akademischen Abschluss an. Der Großteil sieht ihn als Station auf dem Weg zu einer höheren Qualifikation, wie dem Master. 2016 allerdings gaben nur 55 Prozent der Studierenden in einem Bachelor-Studiengang an, einen Master-Abschluss anstreben zu wollen. 33 % der Bachelor-Studierenden äußerten, sich fachlich nicht ausreichend vorbereitet zu fühlen. Am häufigsten forderten Studierende einen stärkeren Praxisbezug. Im Jahr 2019 begannen 45 % der Bachelor-Absolventen ein Masterstudium; an Universitäten betrug der Anteil 66 %, and Fachhochschulen nur 29 %. Im Fach Psychologie berechtigt der Bachelor-Abschluss nicht zu einer therapeutischen Zusatzausbildung; es stehen jedoch oft nicht genügend Master-Studienplätze für alle Interessenten zur Verfügung. Von Arbeitgebern wird der Abschluss weiterhin nur zögerlich anerkannt; so erwähnten in einer Studie im Jahr 2022 nur 7 % der Stellenausschreibungen, die Kandidaten mit Hochschulabschluss suchten, den Bachelor als Qualifikation. Die Praxisnähe der Fachhochschulen fördert einen direkten Einstieg ins Berufsleben nach dem Bachelorstudium. Der Bachelor Professional sowie der Master Professional sind in Deutschland seit 2020 zugelassene Abschlussbezeichnungen im Handwerksbereich ohne Hochschulausbildung; sie berechtigen zu einer Hochschulausbildung im Fachbereich. Sie entsprechen meist dem Rang eines Fachwirtes, staatlich anerkanntem Erziehers, Meisters oder Technikers und sollen der internationalen Verständlichkeit dienen und Gleichwertigkeit mit den akademischen Graden sowie Praxisnähe zum Ausdruck bringen. Gegner sehen Verwechslungsgefahr zu den akademischen Abschlüssen. In Österreich wurde der Bachelor-Abschluss bis Mai 2007 Bakkalaureat genannt, der Absolvent war der Bakkalaureus bzw. die Bakkalaurea . In gestuften Studiengängen, die ab Beginn des Wintersemesters 2006/2007 eingerichtet werden, wird künftig der Bachelor anstelle des Bakkalaureus verliehen . Die bisherigen Bakkalaureat-Studiengänge können allerdings auch weiterhin mit dem Bakkalaureusgrad abgeschlossen werden. Gemäß § 54 Universitätsgesetz 2002 müssen Bachelor-Studien einen Arbeitsaufwand von 180 ECTS-Leistungspunkten umfassen. In Österreich werden unter anderem folgende Abschlussbezeichnungen verwendet: Zahlreiche Schulen mit höherer beruflicher Bildung und Weiterbildungen am WIFI, z. B. Erwachsenenbildner, enden nach erfolgreichem Abschluss mit dem Bachelor Professional. Die Bakkalaureatsgrade in Österreich waren: Diese Grade werden hinter dem Namen geführt. In Belgien ist mit bachelier wiederum der akademische Bachelor-Grad bezeichnet . In Frankreich wird der Abschluss als licence bezeichnet. Der englische Name birgt dort eine Verwechslungsgefahr mit dem baccalauréat, das dem Abitur oder der Matura entspricht; außerdem ist licence der eingebürgerte Begriff für einen universitären Abschluss mit Bac+3-Niveau . In Italien heißt der Bachelor-Abschluss Laurea di 1° livello. In Polen heißt der akademische Grad auf Bachelorniveau licencjat. Er kann nach drei Studienjahren erworben werden. In Schweden bestanden Studiengänge auf Bachelor-Ebene bereits vor Beginn des Bologna-Prozesses, siehe Kandidatexamen. Das Pendant des Bachelor in Spanien nennt sich Título de grado, da auch hier ähnlich wie in Frankreich das Bakkalaureat bereits als Name für den Abschluss der weiterführenden Schule existierte. Im Vereinigten Königreich ist der Bachelor traditionell der übliche für einen akademischen Beruf qualifizierende Abschluss. Ganz überwiegend dauert das Studium bis zum Bachelor drei bis vier Jahre, ist stark strukturiert und fachlich spezialisiert. Vierjährige Bachelorstudiengänge werden fast ausnahmslos in anwendungsnahen Fächern angeboten, im Curriculum dieser sogenannten Sandwich courses ist ein Praxisjahr vorgesehen. Einen Sonderfall stellen die Universitäten Oxford, Cambridge sowie das am britischen Vorbild orientierte Dublin dar, wo der Abschluss eines Bachelor of Arts , welcher einen dreijährigen Bachelor-Abschluss darstellt, nach Ablauf einer Wartezeit ohne weitere akademische Leistungen oder Prüfungen zu einem Master of Arts umgewandelt wird. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine terminologische Besonderheit ohne Unterschied in der Sache, daher wird dieser Abschluss bei Bewerbungen auf Arbeitsplätze und andere Studiengänge wie ein Bachelor behandelt. Darüber hinaus gibt es an diesen Universitäten auch echte Master-Programme, die dann zu Abschlüssen wie etwa Master of Science führen und daher terminologisch von einem umgewandelten Bachelor unterschieden werden. Insgesamt schließen in Großbritannien nur 12 Prozent der Bachelorabsolventen direkt ein Masterstudium an. Das Masterstudium selbst kann berufsqualifizierend sein, alternativ können sich Absolventen für einen sogenannten research master entscheiden. Im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland wurde das akademische System honours 1918 eingeführt und in der Folge von zahlreichen anderen Commonwealth-Staaten übernommen. Der Bachelor-Abschluss unterhalb der Leistungsbeurteilung third class honours wird auch non-honours pass bezeichnet. Da aber nur eine kleine Minderheit der Studierenden ihren Bachelor als non-honours pass abschließt, findet sich im Schriftverkehr hinter der Abkürzung des akademischen Grades sehr häufig „“ oder „“ als Hinweis darauf, dass eine der vier Honours-Auszeichnungen gemeint ist. Ein Honours Bachelor unterscheidet sich vom akademischen Grad Bachelor with Honours oder Bachelor , der in Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika an Studierende verliehen wird, die ein konsekutives post-bachelor Diplomstudium mit einer Studiendauer von ein bis zwei Jahren abschlossen. Der Bachelor of Divinity der schottischen Universitäten St. Andrews, Aberdeen, Glasgow und Edinburgh entspricht einem Masters-Abschluss. Üblicherweise werden im britischen Bachelor die folgenden Notenstufen vergeben: In Kanada erreicht man entweder den Bachelor-Abschluss nach Absolvierung eines Studienlehrgangs mit einer Studiendauer von drei Jahren an einem College oder seltener an einer University, oder den universitären Major-, Specialization- bzw. Honours-Bachelor-Abschluss mit einer Studiendauer von vier Jahren. Bachelorarbeiten werden paper, term paper oder essay genannt und sind nicht in allen Studiengängen üblich. Selten wird auch der traditionelle konsekutive Bachelor with Honours-Abschluss angeboten, der nach einem vorangegangenen Bachelor-Abschluss derselben Fachrichtung erreicht wird, mit einer Studiendauer von ein bis zwei Jahren an einer Universität. Er wird durch Absolvierung von Kursen und durch Verfassen einer längeren wissenschaftlichen Diplomarbeit erreicht. Der Baccalaureatus Cum Honore ist Zulassungsvoraussetzung für zwei- bis dreijährige very high research-Master-Studiengänge oder für einfache Ph.-D.-Studiengänge. Dieses Schulmodell wurde, ähnlich dem traditionellen Magister/Diplom in Deutschland oder dem postgraduate Bachelor with Honours in Australien, zunehmend zum Auslaufmodell und ist zwischenzeitlich weitgehend durch kürzere konsekutive Master-Varianten ersetzt worden. Ein klassischer Collegeabschluss in den Vereinigten Staaten soll neben einer beruflichen Qualifizierung auch demokratische und bürgerschaftliche Bildung vermitteln. Das Studium dauert vier Jahre, wobei die ersten eineinhalb Jahre häufig fachlich sehr breit angelegt sind . Deswegen erfolgt die Spezialisierung auf das eigentliche Hauptfach oft erst in der Mitte des zweiten Studienjahres. In einigen Fächern, wie z. B. Architektur, dauert das Studium fünf Jahre. Ein Bachelor-Abschluss in den USA bedeutet traditionell weniger fachspezifische Festlegung als in Europa. Durchlässigkeiten sowohl zwischen den Disziplinen als auch zwischen Wissenschaft und Praxis sind größer. Masterstudiengänge sind wissenschaftlich orientiert und in der Regel auf zwei Jahre angelegt, sie werden in Graduate Schools der Universitäten organisiert. In Australien, Kanada, Neuseeland und Südafrika kann nach dem regulären Bachelor bei guten bis sehr guten Leistungen oder bei hervorragenden Leistungen das Studium des Bachelor with Honours oder Bachelor aufgenommen werden. Dieses zumindest zweisemestrige Vollzeitstudium verlangt Kurse, eine längere wissenschaftliche Diplomarbeit von 20.000 Wörtern und eine Abschlussprüfung. Es kann auch als erstes Jahr des Masters anerkannt werden. Ein guter Abschluss ermöglicht ein längeres forschungsintensives Master-Studium an einer Spitzenforschungsinstitution, und er berechtigt direkt zur Promotion. 1918 wurde im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland die Bezeichnung Honours in das akademische System aufgenommen und verbreitet, welches bis heute mit den Notenbewertungsvarianten first class honours degree, second class honours degree, third class honours degree und, für entsprechend schwache Studienleistung, pass degree Anwendung findet. Somit sind die weitaus meisten Bachelor-Abschlüsse in Großbritannien sogenannte Honours Bachelor-Abschlüsse. Das System wurde von vielen Commonwealth-Staaten übernommen. Vielerorts werden deshalb die Bachelor-Studiengänge auch mit diesen Honours Degree-Varianten bezeichnet bzw. angeboten. Absolventen eines Bachelor fügen hinter ihrer Bachelor-Abkürzung in Klammern gelegentlich oder an, um zu unterstreichen, dass ihr Grad mit keiner schlechten Note erreicht wurde. Ein derartiger Honours Bachelor unterscheidet sich von dem seltenen akademischen Grad Bachelor with Honours oder Bachelor , der in einigen Commonwealth-Staaten verliehen wird. Dieser wird in ein bis zwei Jahren nach einem Honours Bachelor-Abschluss erworben, vergleichbar den letzten zwei Regelstudiensemestern eines traditionellen europäischen Lizenziat-, Diplom- bzw. Magister-Studienganges. Der seltene konsekutive Bachelor with Honours oder Bachelor als akademischer Grad wird in Australien, Kanada, Neuseeland, Südafrika, dem Vereinigten Königreich und den USA von Universitäten verliehen. Zugangsvoraussetzung für ein Bachelor-with-Honours-Diplomstudium ist immer ein spezieller forschungsorientierter Honours-Bachelor- bzw. Bachelor-Abschluss mit sehr guter Note. Die Regelstudienzeit für dieses Diplomstudium beträgt mindestens ein, höchstens zwei Jahre, je nachdem ob die Diplomarbeit im ersten oder im zweiten Studienjahr abgeschlossen wird. In der Regel darf bei diesem konsekutiven Studiengang die Gesamtregelstudienzeit fünf Jahre nicht überschreiten. Der Bachelor-with-Honours-Abschluss berechtigt direkt zum PhD-Studium und ist Voraussetzung für die Zulassung zu einem zwei- bis dreijährigen forschungsintensiven Master-Studiengang an einer internationalen Spitzenuniversität. Die in Europa verliehenen traditionellen Lizenziat-, Diplom- und Magisterabschlüsse gelten in den meisten Commonwealth-Staaten als äquivalent zum akademischen Grad Bachelor with Honours. Das Diplomstudium baut inhaltlich auf einem vorangegangenen Bachelor-Studium auf. Die Systeme der aufgeführten Länder unterscheiden sich im Zeit- und Leistungsumfang. So dauert das Studium in Australien ein bis zwei Jahre und enthält eine längere schriftliche Forschungsarbeit von 20.000 Wörtern. In Neuseeland hingegen kann die Erstellung einer weniger umfangreichen Forschungsarbeit innerhalb des einjährigen Diplomstudiums innerhalb der Kursarbeit freiwillig erfolgen oder, je nach Voraussetzung, auch im Anschluss daran. Inhaltlich erfolgt im Honours-Studium auch hier eine vor allem wissenschaftlich ausgerichtete Vertiefung der bisherigen Bachelor-Studieninhalte. Alle Abschlüsse können als erstes Master-Jahr anerkannt werden. In Südafrika gilt der Grundsatz, dass ein Masterstudium erst nach einem vierjährigen Studium begonnen werden kann. Daher wird von Studierenden ein einjähriges Honours-Studium bei den dreijährigen Studiengängen angefügt, um die geforderte Zulassung zu gewährleisten. Akademische Grade dürfen in den Commonwealth-Staaten nur in der Form geführt werden, die durch die Verleihungsurkunde festgelegt ist. Beispielsweise kann im Urkundentext im Fall einer Honours-Auszeichnung „the degree of BACHELOR OF ARTS with first class honours“ oder beim akademischen Grad Bachelor with Honours „BACCALAUREATUS IN ARTIBUS CUM HONORE summa cum laude“ ausgeführt sein. Um in Dokumenten Verwechslungen zu vermeiden, darf in Kanada und auch in den USA ausschließlich der Diplom-Grad Bachelor with Honours/Baccalaureatus Cum Honore in der Abkürzung ohne Klammern geführt werden , eine Honours-Auszeichnung hingegen darf hinter der Bachelor-Abkürzung höchstens in Klammern angegeben werden oder ). In Australien hingegen wird der akademische Bachelor with Honours-Grad de jure auch in der Abkürzung in Klammern geführt ), weshalb es dort nicht erlaubt ist, eine gleich oder ähnlich lautende Honours-Auszeichnung hinter einem klassischen Bachelor-Grad anzuführen. Beide Schriftverkehr-Regelungen dienen der Vermeidung des Eindrucks, jemand, der einen klassischen Honours Bachelor-Abschluss erreicht hat, hätte im Anschluss daran auch den konsekutiven akademischen Grad Baccalaureatus Cum Honore bzw. Bachelor erworben. Auch in Deutschland gibt es – wenn auch nur sehr vereinzelt – den akademischen Grad Bachelor Honours. Die entsprechenden Prüfungsordnungen sehen ein zweisemestriges Diplomstudium nach einem vorangegangenen Bachelor vor. Dieser Bachelor Honors-Grad ist dem traditionellen Diplom-Abschluss gleichwertig. Der deutsche Diplom-Abschluss wird, so wie in Kanada, de jure auch in der Abkürzung ohne Klammern verliehen bzw. geführt . Damit können in Dokumenten Verwechslungen zumindest mit der zahlreich vorkommenden europäischen und nordamerikanischen Honours Degree-Auszeichnung, die häufig von Studierenden in Klammern hinter der Bachelor-Abkürzung angegeben wird, vermieden werden.
2024-12-04 00:18:13
https://de.wikipedia.org/wiki/Palazzo_Contarini_Fasan
Palazzo Contarini Fasan, auch Casa di Desdemona, ist ein Palast in Venedig in der italienischen Region Venetien. Er liegt im Sestiere San Marco mit Blick auf den Canal Grande zwischen dem Palazzo Manolesso Ferro und dem Palazzo Venier Contarini. Der Palazzo Contarini Fasan ist ein charakteristischer Bau für das 15. Jahrhundert, der der Familie Contarini gehörte. In den Jahrhunderten hat sich eine Legende darum gebildet, die das Gebäude zum Haus der Desdemona, einer Figur aus dem Drama Othello von William Shakespeare macht. Der kleine Palast hat eine Fassade, die sich in die Höhe erstreckt. Die Fenstereinteilung, starker Ausdruck der venezianischen Gotik, zeigt sich auf den drei Ebenen: Im Erdgeschoss besteht sie aus drei kleinen, rechteckigen Fenstern , im ersten Obergeschoss gibt ein Dreifachspitzbogenfenster mit Balkon, dessen Öffnungen durch Säulen aus weißem Stein getrennt sind, im zweiten Obergeschoss sind zwei einzelne Kielbogenfenster eingebaut. Zwischen den beiden einzelnen Fenstern sitzt unter einer kleinen, quadratischen Öffnung ein großes Wappen der Contarinis als Halbrelief. Die Fassade ist nach oben durch ein gezahntes Gesims abgeschlossen, unter dem Spuren von Fresken aus dem 15. Jahrhundert erhalten sind, die einst die Fassade zierten. Auf der linken Seite verbindet eine „Überführung“ den Palast mit dem angrenzenden Gebäude. Bemerkenswert daran ist das gotische Fenster, das denen in der Fassade ähnelt. 45.4317527812.33426944Koordinaten: 45° 25′ 54,3″ N, 12° 20′ 3,4″ O
2024-11-30 18:46:58
https://de.wikipedia.org/wiki/Eckmann_(Schriftart)
Die Eckmann ist eine Schriftart, die Otto Eckmann als Typograf 1899 entwickelte. Herausgebracht wurde sie erstmals 1900 von der Rudhard’schen Gießerei in Offenbach am Main. In Anlehnung an die japanische Kalligrafie entwarf Eckmann die nach ihm benannte Druckschrift mit Hilfe des Pinsels. Er war Vorreiter für eine ganze Reihe von Künstlern, die in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Jugendstil-Druckschriften entwerfen sollten.
2024-11-23 13:27:06
https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Strasnoy
Oscar Strasnoy ist ein Komponist, Dirigent und Pianist mit argentinischer und französischer Staatsangehörigkeit. Strasnoy studierte Klavier und Komposition am Conservatorio Nacional in Buenos Aires, am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und an der Musikhochschule Frankfurt. Seine Kompositionslehrer waren unter anderem Gérard Grisey und Hans Zender. In den Jahren von 1996 bis 1998 war er Musikdirektor des Orchestre du CROUS in Paris und wurde 1999 mit dem Orpheus-Preis beim Spoleto-Festival in Italien für die Oper Midea geehrt. Nach einer Einladung durch Péter Eötvös als Komponist am Herrenhaus Edenkoben im Jahr 2000 fand die Uraufführung Hochzeitsvorbereitungen statt, später folgte eine Ausstellung in der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. 2003 war die Uraufführung des Stücks Opérette nach Witold Gombrowiczs Theaterstück Operette im Grand Théâtre de Reims, wofür Strasnoy einen Preis erhielt. Ein Jahr später wurden drei Stücke mit den Neuen Vocalsolisten, Ann Murray und dem Nash Ensemble sowie Paul Kildea aufgeführt. Bis zum Jahre 2009 wurden weitere Stücke aufgeführt und anschließend das Buch Oscar Strasnoy: La stratification de la mémoire veröffentlicht. Am 7. März 2010 war die Uraufführung der Oper La Bal in der Hamburgischen Staatsoper unter der Leitung von Simone Young nach einem Text von Irène Némirovsky. 2012 wurde Strasnoy von Radio France in Zusammenarbeit mit dem Théâtre du Châtelet als Gastkomponist des Festivals Présences 2012 präsentiert – mit einer Retrospektive in 14 Konzerten.
2024-12-02 11:17:54
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserpalast_(Dresden)
Der Kaiserpalast war ein neobarockes Geschäftshaus in Dresden. Es war in den Jahren 1895 bis 1897 für den Unternehmer Hermann Ilgen erbaut worden und stand als repräsentativer Kopfbau an der Nordseite des Pirnaischen Platzes zwischen Moritzring und Amalienstraße. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 brannte der Kaiserpalast aus und wurde 1951 abgerissen; an seiner Stelle befinden sich heute Grün- und Verkehrsflächen. Der Kaiserpalast sollte das Restaurant und Café Pirnaischer Platz des Betreibers Otto Scharfe ersetzen, nachdem die Bebauung der Umgebung dieses Etablissement unattraktiv gemacht hatte. Finanziert wurde der Neubau durch den Apotheker Hermann Ilgen. Dieser kaufte das Grundstück, auf dem der künftige Bau stehen sollte, und schrieb 1894 einen Architektenwettbewerb aus, für den er klare Nutzungsvorgaben erstellte, die sich an die damalige Dresdner Bauordnung hielt, die eine repräsentative Gestaltung zum Platz verlangte, wie auch eine repräsentative Gestaltung, die zumindest an den Schauseiten zum Moritz- und zum Amalienring ausgebildet werden musste. Scharfe sollte in dem viergeschossigen Neubau wieder ein Restaurant führen. Die oberen Stockwerke sollten entweder als Hotel genutzt oder als Büros und Ateliers vermietet werden. Ilgen verlangte in der Ausschreibung eine doppelstöckige Unterkellerung auf der Seite zur Amalienstraße, damit das Getränkelager des zukünftigen Restaurants kühl gehalten werden konnte, ferner eine Passage zwischen Amalien- und Ringstraße im Erdgeschoss, dessen Fläche zu einem Drittel dem Restaurant vorbehalten sein und ansonsten, und zwar zum Pirnaischen Platz hin, mit Läden belegt werden sollte. Die Gesamtfläche des ersten Stocks sollte dem Restaurant zur Verfügung stehen und mit einem Balkon versehen sein, die zweite Etage wurde für Büros vorgesehen, die dritte sollte für einen eventuellen Hotelbetrieb oder auch Wohnzwecke geeignet sein und die oberste als Ateliers geplant werden. Bis zum Stichtag am 15. März 1895 wurden 113 Entwürfe eingereicht. 103 wurden verworfen, mit zehn Entwürfen setzten sich Ilgen sowie ein Herr Rossbach und die Professoren Wallot und Gottschaldt intensiver auseinander. Den dritten Preis in Höhe von 500 Mark erkannten sie dem Architekten Metzendorf aus Elberfeld zu, einen zweiten dritten Preis dem Dresdner Architektenteam Hermann Richter und Otto Förster. In die engere Wahl kamen auch zwei weitere Entwürfe, die nicht zur Ausführung kamen. Einer stammte von dem Dresdner Architekten Johannes Fischer, der andere trug den sächsischen Namen „’s Bärnsche Dor“. Den ersten Preis erhielt Th. Martin aus Freiberg, der eine geschickte Lösung für den Lichtschacht gefunden, die geplanten Büroetagen aber mit Badewannen ausgestattet hatte. Man entschied sich schließlich, den Entwurf „Granatapfel im Roten Feld“ des Dresdner Architektenduos Lossow & Viehweger, der den zweiten Preis erhalten hatte, zu realisieren, wobei durch die Ausschreibungsbedingungen das Büro nicht den Auftrag erhielt, sondern mit dem Preisgeld abgefunden war. Die Architekten Schilling und Graebner, die sich an dem ausgewählten Entwurf von Lossow & Viehweger orientierten, erhielten den Auftrag für den Neubau und ließen ihn unter ihrer Leitung ab dem Jahr 1895 errichten. Das Erdgeschoss und die erste Etage erhielten eine Verkleidung aus Sandstein. Anders als in dem prämierten Entwurf wurde der Balkon im ersten Stock umlaufend angelegt. Die oberen Etagen wurden verputzt und mit reichem Figurenschmuck ausgestattet, der schon bald als übertrieben kritisiert wurde. In einem durchbrochenen Giebel vor der Kuppel des Gebäudes befand sich eine allegorische Darstellung des Varietétheaters von Hans Hartmann-MacLean. Drei Wand- und ein Deckengemälde im Hauptsaal des Kaiserpalastes stammten von Otto Fischer. Die Fenster, insbesondere ein Kolossalfenster im Vestibül, wurden von Josef Goller gestaltet. Im Dezember 1897 wurde Otto Scharfes Restaurant eröffnet. Bis etwa 1920 befand es sich in diesem Gebäude, danach wurden seine Räumlichkeiten von der Commerzbank genutzt. 1940 waren in dem Bauwerk außerdem die Ladengeschäfte Frenzel, Schindler und Krumm eingemietet, ferner die Deutsche Gasolin AG und die Juristen Barmann und Hennig, das Fotoatelier Horst Meier und die Gesangslehrerin Doris Winkler. Eine Wohnung unter dem Dach wurde vom Heizer des Kaiserpalastes genutzt. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde der Kaiserpalast getroffen und brannte aus. Obwohl das Gebäude mitsamt der Kuppel stehengeblieben war, wurde es im Zuge der Großflächenenttrümmerung im Jahr 1951 abgerissen. Der freiwerdende Platz wurde für den Straßenverkehr in Richtung Hauptbahnhof und für eine Grünanlage genutzt. Die Keller des Gebäudes sind unterhalb dieser Flächen, zwar verfüllt, aber noch vorhanden. Die Dresdner Initiative StadtbilDD strebt eine Rekonstruktion des Kaiserpalastes sowie eine Neugestaltung des gesamten Pirnaischen Platzes an. Dabei soll das Gebäude originalgetreu wiederaufgebaut werden und Pläne zum Wiederaufbau des Kaiserpalastes wurden von der Initiative und dem Stadtplanungsamt erstellt. Im Oktober 2017 wurden diese Pläne vorerst als „nicht realisierbar“ abgesagt. 51.04948813.745484Koordinaten: 51° 2′ 58,2″ N, 13° 44′ 43,7″ O
2024-12-01 20:07:28
https://de.wikipedia.org/wiki/Zita_Swoon
Zita Swoon ist eine siebenköpfige belgische Indie-Rock-Band. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre in Antwerpen von Stef Kamil Carlens und Schlagzeuger Aarich Jespers gegründet. Carlens widmete sich in der Anfangszeit noch verstärkt seiner damaligen Hauptband dEUS. 1993 erschien das erste Werk der zunächst noch unter dem Namen A Beatband firmierenden Gruppe, die EP Jintro Travels the Word in a Skirt. Für das erste Album Everyday I Wear A Greasy Black Feather On My Hat wurde der Name in Moondog Jr. geändert. Da dies allerdings zu Problemen mit dem Komponisten Moondog führte, nannte sich die Band erneut um und ist seitdem unter dem Namen Zita Swoon bekannt. 1996 verließ Carlens dEUS, seitdem erschienen mehrere Alben auf verschiedenen Labels. Alben
2024-12-02 01:35:26
https://de.wikipedia.org/wiki/Badminton-Europameisterschaften
Badminton-Europameisterschaften finden seit 1968 im zweijährlichen Rhythmus in den Disziplinen Herreneinzel, Herrendoppel, Dameneinzel, Damendoppel und Mixed statt. Bei den ersten Europameisterschaften errang Irmgard Gerlatzka den ersten Europameistertitel für Deutschland. Weitere Titel für Deutschland gewannen Wolfgang Bochow 1972 im Herreneinzel und Willi Braun / Roland Maywald 1972 sowie 1974 im Herrendoppel. Erst 2006 gelang durch Xu Huaiwen wieder ein Titelgewinn für Deutschland. Sie siegte im Finale des Dameneinzels gegen Mia Audina. Österreich blieb bisher ohne Titelehren, während die Schweiz durch Liselotte Blumer 1980 überraschend einen Damentitel erkämpfen konnte. Die gemischten Mannschaften waren bis 2008 den Einzeltitelkämpfen angegliedert. Seit 2009 werden sie in einer separaten Veranstaltung ausgetragen. In den geraden Jahren finden seit 2006 auch Titelkämpfe für reine Herren- und Damenmannschaften statt. Junioreneuropameisterschaften werden seit 1969 ausgespielt, Mannschaftstitelkämpfe seit 1972, Senioreneuropameisterschaften seit 1995, Europameisterschaften für Behindertensportler seit 1995, Hochschuleuropameisterschaften seit 2004 und Jugendeuropameisterschaften seit 2005. Bochum 1968 | Port Talbot 1970 | Karlskrona 1972 | Wien 1974 | Dublin 1976 | Preston 1978 | Groningen 1980 | Böblingen 1982 | Preston 1984 | Uppsala 1986 | Kristiansand 1988 | Moskau 1990 | Glasgow 1992 | Den Bosch 1994 | Herning 1996 | Sofia 1998 | Glasgow 2000 | Malmö 2002 | Genf 2004 | Den Bosch 2006 | Herning 2008 | Manchester 2010 | Karlskrona 2012 | Kasan 2014 | La Roche-sur-Yon 2016 | Kolding 2017 | Huelva 2018 | Kiew 2021 | Madrid 2022 | Saarbrücken 2024 Mannschaften 2006 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2023 | 2024 Hochschulen – Jugend – Jugend U15 – Junioren – Parabadminton – Senioren
2024-12-03 23:27:45
https://de.wikipedia.org/wiki/Differentialrechnung#Newton-Notation
Die Differential- oder Differenzialrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Analysis und damit ein Gebiet der Mathematik. Zentrales Thema der Differentialrechnung ist die Berechnung lokaler Veränderungen von Funktionen. Während eine stetige Funktion ihren Eingabewerten kontinuierlich gewisse Ausgangswerte zuordnet, wird durch die Differentialrechnung ermittelt, wie stark sich die Ausgabewerte nach sehr kleinen Veränderungen der Eingabewerte ändern. Sie ist eng verwandt mit der Integralrechnung, mit der sie gemeinsam unter der Bezeichnung Infinitesimalrechnung zusammengefasst wird. Die Ableitung einer Funktion dient der Darstellung lokaler Veränderungen einer Funktion und ist gleichzeitig Grundbegriff der Differentialrechnung. Anstatt von der Ableitung spricht man auch vom Differentialquotienten, dessen geometrische Entsprechung die Tangentensteigung ist. Die Ableitung ist nach der Vorstellung von Leibniz der Proportionalitätsfaktor zwischen infinitesimalen Änderungen des Eingabewertes und den daraus resultierenden, ebenfalls infinitesimalen Änderungen des Funktionswertes. Eine Funktion wird als differenzierbar bezeichnet, wenn ein solcher Proportionalitätsfaktor existiert. Äquivalent wird die Ableitung in einem Punkt als die Steigung derjenigen linearen Funktion definiert, die unter allen linearen Funktionen die Änderung der Funktion am betrachteten Punkt lokal am besten approximiert. Entsprechend wird mit der Ableitung in dem Punkt eine lineare Näherung der Funktion gewonnen. Die Linearisierung einer möglicherweise komplizierten Funktion hat den Vorteil, dass eine einfacher behandelbare Funktion entsteht als die ursprüngliche Funktion. In vielen Fällen ist die Differentialrechnung ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Bildung mathematischer Modelle, die die Wirklichkeit möglichst genau abbilden sollen, sowie zu deren nachfolgender Analyse. In der Sprache der Geometrie ist die Ableitung eine verallgemeinerte Steigung. Der geometrische Begriff Steigung ist ursprünglich nur für lineare Funktionen definiert, deren Funktionsgraph eine Gerade ist. Die Ableitung einer beliebigen Funktion an einer Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} kann man als die Steigung der Tangente im Punkt ( x 0 , f ( x 0 ) ) {\displaystyle )} des Graphen von f {\displaystyle f} definieren. In der Sprache der Arithmetik schreibt man f ′ ( x ) {\displaystyle f'} für die Ableitung einer Funktion f {\displaystyle f} an der Stelle x {\displaystyle x} . Sie gibt an, um welchen Faktor von Δ x {\displaystyle \Delta x} sich f ( x ) {\displaystyle f} ungefähr ändert, wenn sich x {\displaystyle x} um einen „kleinen“ Betrag Δ x {\displaystyle \Delta x} ändert. Für die exakte Formulierung dieses Sachverhalts wird der Begriff Grenzwert oder Limes verwendet. Fährt ein Auto auf einer Straße, so kann anhand dieses Sachverhalts eine Tabelle erstellt werden, in der zu jedem Zeitpunkt die Strecke, die seit dem Beginn der Aufzeichnung zurückgelegt wurde, eingetragen wird. In der Praxis ist es zweckmäßig, eine solche Tabelle nicht zu engmaschig zu führen, d. h. zum Beispiel in einem Zeitraum von 1 Minute nur alle 3 Sekunden einen neuen Eintrag zu machen, was lediglich 20 Messungen erfordern würde. Jedoch kann eine solche Tabelle theoretisch beliebig engmaschig gestaltet werden, wenn jeder Zeitpunkt berücksichtigt werden soll. Dabei gehen die vormals diskreten, also mit einem Abstand behafteten, abzählbaren Daten in ein Kontinuum über. Die Gegenwart wird dann als Zeitpunkt, d. h. als ein unendlich kurzer Zeitabschnitt, interpretiert. Gleichzeitig hat das Auto aber zu jedem Zeitpunkt eine theoretisch bekannte Strecke zurückgelegt, und wenn es nicht bis zum Stillstand abbremst oder gar zurück fährt, wird die Strecke kontinuierlich ansteigen, also zu keinem Zeitpunkt dieselbe sein wie zu einem anderen. Die Motivation hinter dem Begriff der Ableitung einer Weg-Zeit-Kurve oder -Funktion ist, dass nun angegeben werden kann, wie schnell sich das Auto zu einem momentanen Zeitpunkt bewegt. Aus einem Weg-Zeit-Verlauf soll also der passende Geschwindigkeit-Zeit-Verlauf abgeleitet werden. Hintergrund ist, dass die Geschwindigkeit ein Maß dafür ist, wie stark sich die zurückgelegte Strecke im Laufe der Zeit ändert. Bei einer hohen Geschwindigkeit ist ein starker Anstieg in der Kurve zu sehen, während eine niedrige Geschwindigkeit zu wenig Veränderung führt. Da jedem Messpunkt auch eine Strecke zugeordnet wurde, sollte eine solche Analyse grundsätzlich möglich sein, denn mit dem Wissen über die zurückgelegte Strecke Δ s {\displaystyle \Delta s} innerhalb eines Zeitintervalls Δ t {\displaystyle \Delta t} gilt für die Geschwindigkeit Sind also t 0 {\displaystyle t_{0}} und t 1 {\displaystyle t_{1}} zwei unterschiedliche Zeitpunkte, so lautet „die Geschwindigkeit“ des Autos im Zeitintervall zwischen diesen Die Differenzen in Zähler und Nenner müssen gebildet werden, da man sich nur für die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls t 1 − t 0 {\displaystyle t_{1}-t_{0}} zurückgelegte Strecke s ( t 1 ) − s ( t 0 ) {\displaystyle s-s} interessiert. Dennoch liefert dieser Ansatz kein vollständiges Bild, da zunächst nur Geschwindigkeiten für Zeitintervalle mit auseinander liegendem Anfangs- und Endpunkt gemessen wurden. Eine momentane Geschwindigkeit, vergleichbar mit einem Blitzerfoto, hingegen bezöge sich auf ein unendlich kurzes Zeitintervall. Dementsprechend ist der oben stehende Begriff „Geschwindigkeit“ durch „durchschnittliche Geschwindigkeit“ zu präzisieren. Auch wenn mit echten Zeitintervallen, also diskreten Daten, gearbeitet wird, vereinfacht sich das Modell insofern, als für ein Auto innerhalb der betrachteten Intervalle keine schlagartige Ortsänderung und keine schlagartige Geschwindigkeitsänderung möglich ist. Damit ist auch in der Zeichnung der stillschweigend durchgehend eingetragene Kurvenzug ohne Sprung und ohne Knick gerechtfertigt. Soll hingegen zu einem „perfekt passenden“ Geschwindigkeit-Zeit-Verlauf übergegangen werden, so muss der Terminus „durchschnittliche Geschwindigkeit in einem Zeitintervall“ durch „Geschwindigkeit zu einem Zeitpunkt“ ersetzt werden. Dazu muss zunächst ein Zeitpunkt t 0 {\displaystyle t_{0}} gewählt werden. Die Idee ist nun, „ausgedehnte Zeitintervalle“ in einem Grenzwertprozess gegen ein unendlich kurzes Zeitintervall laufen zu lassen und zu studieren, was mit den betroffenen durchschnittlichen Geschwindigkeiten passiert. Obwohl der Nenner t 1 − t 0 {\displaystyle t_{1}-t_{0}} dabei gegen 0 strebt, ist dies anschaulich kein Problem, da sich das Auto in kürzer werdenden Zeitabschnitten bei stetigem Verlauf immer weniger weit bewegen kann, womit sich Zähler und Nenner gleichzeitig verkleinern, und im Grenzprozess ein unbestimmter Ausdruck „ 0 0 {\displaystyle {\tfrac {0}{0}}} “ entsteht. Dieser kann unter Umständen als Grenzwert Sinn ergeben, beispielsweise drücken exakt dieselben Geschwindigkeiten aus. Nun gibt es zwei Möglichkeiten beim Studium der Geschwindigkeiten. Entweder, sie lassen in dem betrachteten Grenzwertprozess keine Tendenz erkennen, sich einem bestimmten endlichen Wert anzunähern. In diesem Fall kann der Bewegung des Autos keine zum Zeitpunkt t 0 {\displaystyle t_{0}} gültige Geschwindigkeit zugeordnet werden, d. h., der Ausdruck „ 0 0 {\displaystyle {\tfrac {0}{0}}} “ hat hier keinen eindeutigen Sinn. Gibt es hingegen eine zunehmende Stabilisierung in Richtung auf einen festen Wert, so existiert der Grenzwert und drückt die exakt im Zeitpunkt t 0 {\displaystyle t_{0}} bestehende Geschwindigkeit aus. Der unbestimmte Ausdruck „ 0 0 {\displaystyle {\tfrac {0}{0}}} “ nimmt in diesem Fall einen eindeutigen Wert an. Die dabei entstehende Momentangeschwindigkeit wird auch als Ableitung von s {\displaystyle s} an der Stelle t 0 {\displaystyle t_{0}} bezeichnet; für diese wird häufig das Symbol s ′ ( t 0 ) {\displaystyle s'} benutzt. Mit dem Grenzwert wird die Momentangeschwindigkeit zu einem beliebigen Zeitpunkt definiert als Das Beispiel des letzten Abschnitts ist dann besonders einfach, wenn die Zunahme der zurückgelegten Strecke mit der Zeit gleichförmig, also linear verläuft. Dann liegt speziell eine Proportionalität zwischen der Veränderung der Strecke und der Veränderung der Zeit vor. Die relative Veränderung der Strecke, also ihre Zunahme im Verhältnis zur Zunahme der Zeit, ist bei dieser Bewegung immer gleichbleibend. Die mittlere Geschwindigkeit ist zu jedem Zeitpunkt auch die momentane Geschwindigkeit. Beispielsweise legt das Auto zwischen 0 und 1 Sekunden eine gleich lange Strecke zurück wie zwischen 9 und 10 Sekunden und die zehnfache Strecke zwischen 0 und 10 Sekunden. Als Proportionalitätsfaktor über den ganzen Weg gilt die konstante Geschwindigkeit v {\displaystyle v} , wobei sie im nebenstehenden Bild v = 2 m / s {\displaystyle v=2\,\mathrm {m/s} } beträgt. Die zwischen beliebig weit auseinanderliegenden Zeitpunkten t {\displaystyle t} und t + Δ t {\displaystyle t+\Delta t} zurückgelegte Strecke beträgt Allgemein bewegt sich das Auto in der Zeitspanne Δ t {\displaystyle \Delta t} um die Strecke Δ s = v Δ t {\displaystyle \Delta s=v\,\Delta t} vorwärts. Speziell bei Δ t = 5 s {\displaystyle \Delta t=5\,\mathrm {s} } ergibt sich ein Wegstück Δ s = v Δ t = 2 m s ⋅ 5 s = 10 m {\displaystyle \Delta s=v\,\Delta t=2\,\mathrm {{\tfrac {m}{s}}\cdot 5\,s=10\,m} } . Falls der Startwert bei t = 0 {\displaystyle t=0} nicht s ( 0 ) = 0 {\displaystyle s=0} sondern s ( 0 ) = c ≠ 0 {\displaystyle s=c\neq 0} beträgt, ändert dies nichts, da sich in der Beziehung s = v t + c {\displaystyle s=v\,t+c} die Konstante c {\displaystyle c} durch die Differenzbildung aus Δ s {\displaystyle \Delta s} stets heraussubtrahiert. Auch anschaulich ist dies bekannt: Die Startposition des Autos ist unerheblich für seine Geschwindigkeit. Werden statt der Variablen t {\displaystyle t} und s {\displaystyle s} allgemein die Variablen x {\displaystyle x} und y {\displaystyle y} betrachtet, so lässt sich also festhalten: Schwieriger wird es, wenn eine Bewegung nicht gleichförmig verläuft. Dann ist das Diagramm der Zeit-Strecken-Funktion nicht geradlinig. Für derartige Verläufe muss der Ableitungsbegriff erweitert werden. Denn es gibt keinen Proportionalitätsfaktor, der überall die lokale relative Veränderung ausdrückt. Als einzig mögliche Strategie ist die Gewinnung einer linearen Näherung für die nicht-lineare Funktion gefunden worden, zumindest an einer interessierenden Stelle. (Im nächsten Bild ist das die Stelle x = 1 {\displaystyle x=1} .) Damit wird das Problem auf eine wenigstens an dieser Stelle lineare Funktion zurückgeführt. Die Methode der Linearisierung ist die Grundlage für den eigentlichen Kalkül der Differentialrechnung. Sie ist in der Analysis von sehr großer Bedeutung, da sie dabei hilft, komplizierte Vorgänge lokal auf leichter verständliche Vorgänge, nämlich lineare Vorgänge, zu reduzieren. Die Strategie soll exemplarisch an der nicht-linearen Funktion f ( x ) = x 2 {\displaystyle f=x^{2}} erläutert werden. Die Tabelle zeigt Werte für diese Funktion und für ihre Näherungsfunktion an der Stelle x = 1 {\displaystyle x=1} , das ist g ( x ) = 2 x − 1 {\displaystyle g=2x-1} . Darunter enthält die Tabelle die Abweichung der Näherung von der ursprünglichen Funktion. In der letzten Zeile steht der Betrag der relativen Abweichung, das ist die Abweichung bezogen auf die Entfernung der Stelle x {\displaystyle x} vom Berührpunkt bei x = 1 {\displaystyle x=1} . Diese kann am Berührpunkt nicht berechnet werden. Aber die Werte in der Umgebung zeigen, wie sich die relative Abweichung einem Grenzwert nähert, hier dem Wert null. Diese Null bedeutet: Selbst wenn sich x {\displaystyle x} ein wenig vom Berührpunkt entfernt, entsteht noch kein Unterschied zwischen g ( x ) {\displaystyle g} und f ( x ) {\displaystyle f} . Die lineare Funktion g ( x ) {\displaystyle g} ahmt das Verhalten von f ( x ) {\displaystyle f} nahe der Stelle x = 1 {\displaystyle x=1} gut nach . Die relative Veränderung Δ g Δ x {\displaystyle {\tfrac {\Delta g}{\Delta x}}} hat überall den Wert m = 2 {\displaystyle m=2} . Die nicht so einfach zu ermittelnde relative Veränderung Δ f Δ x {\displaystyle {\tfrac {\Delta f}{\Delta x}}} stimmt aber im Berührpunkt mit dem Wert m = 2 {\displaystyle m=2} überein. Es lässt sich also festhalten: Die Gewinnung der linearen Näherung einer nicht-linearen Funktion an einer bestimmten Stelle ist zentrale Aufgabe des Kalküls der Differentialrechnung. Bei einer mathematisch angebbaren Funktion (im Beispiel war das f ( x ) = x 2 {\displaystyle f=x^{2}} ) sollte sich die Ableitung ausrechnen lassen. Im Idealfall ist diese Berechnung sogar so allgemein, dass sie auf alle Punkte des Definitionsbereichs angewendet werden kann. Im Falle von f ( x ) = x 2 {\displaystyle f=x^{2}} besitzt jede Stelle x {\displaystyle x} als beste lineare Näherung die Steigung m = 2 x {\displaystyle m=2x} . Mit der Zusatzinformation, dass die lineare Funktion mit der Kurve im Punkt ( x 0 , f ( x 0 ) ) {\displaystyle )} übereinstimmen muss, kann dann die vollständige Funktionsgleichung der linearen Näherungsfunktion aufgestellt werden. Der Ansatz zur Bestimmung des Differentialquotienten liegt in der Berechnung des Grenzwerts : Bei einigen elementaren Funktionen wie Potenzfunktion, Exponentialfunktion, Logarithmusfunktion oder Sinusfunktion ist jeweils der Grenzwertprozess durchgeführt worden. Dabei ergibt sich jeweils eine Ableitungsfunktion. Darauf aufbauend sind Ableitungsregeln für die elementaren und auch für weitere Funktionen wie Summen, Produkte oder Verkettungen elementarer Funktionen aufgestellt worden. Damit werden die Grenzübergänge nicht in jeder Anwendung neu vollzogen, sondern für die Rechenpraxis werden Ableitungsregeln angewendet. Die „Kunst“ der Differentialrechnung besteht „nur“ darin, kompliziertere Funktionen zu strukturieren und auf die Strukturelemente die jeweils zutreffende Ableitungsregel anzuwenden. Ein Beispiel folgt weiter hinten. Jeder Differenzialquotient an einer vorgesehenen Stelle erscheint als unbestimmter Ausdruck vom Typ „ 0 0 {\displaystyle {\tfrac {0}{0}}} “. Zu seiner Berechnung wird vom Differenzenquotient ausgegangen, und dessen Verhalten in der Umgebung der vorgesehenen Stelle wird untersucht, ob er die Tendenz hat, einen bestimmten Wert anzunehmen. Einige Grenzwerte, die für Ableitungsregeln benötigt werden, werden nachfolgend hergeleitet. Selbstverständlich dürfen dazu keine Regeln der Differenzialrechnung verwendet werden, da diese erst nach der Kenntnis der Grenzwerte aufgestellt werden können. Ausgangspunkt ist der Differenzenquotient für die vorgesehene Funktion. Wird die binomische Formel ( x + h ) 2 = x 2 + 2 x h + h 2 {\displaystyle ^{2}=x^{2}+2xh+h^{2}} eingesetzt, so kürzt sich ein Summand heraus. Für h = 0 {\displaystyle h=0} ist dieser Bruch unbestimmt. Aber für h ≠ 0 {\displaystyle h\neq 0} können Zähler und Nenner durch h {\displaystyle h} dividiert werden. Für jedes h ≠ 0 {\displaystyle h\neq 0} ist dieser Ausdruck bestimmt, auch wenn man dem Wert h = 0 {\displaystyle h=0} nahe kommt. Er strebt im Grenzübergang gegen Im Weiteren werden hier nur Grenzwerte berechnet, und ihre Einsetzung in Differenzenquotienten erfolgt weiter hinten im Abschnitt Ableitungsberechnung. Für h = 0 {\displaystyle h=0} ist dieser Bruch unbestimmt. Zur Berechnung bei h > 0 {\displaystyle h>0} wird die Fläche eines Kreissektors mit dem Bogen h {\displaystyle h} verglichen mit den Flächen eines innen liegenden und eines außen liegenden Dreiecks gemäß der Zeichnung. Im gezeigten Quadranten gilt offensichtlich Bei sin ⁡ h ≠ 0 {\displaystyle \sin h\neq 0} kann diese Ungleichung mit 2 sin ⁡ h {\displaystyle {\frac {2}{\sin h}}} multipliziert werden. Für h → 0 {\displaystyle h\to 0} streben sowohl der linke als auch der rechte Ausdruck gegen eins. Damit muss auch der dazwischen liegende Ausdruck gegen eins streben. Für seinen Kehrwert gilt das ebenfalls. Für h > 0 {\displaystyle h>0} strebt er im Grenzübergang nach Der Logarithmus dieses Ausdrucks, das ist n ⋅ log ⁡ ( 1 + 1 n ) {\displaystyle n\cdot \log} , strebt für n → ∞ {\displaystyle n\to \infty } gegen „ ∞ ⋅ 0 {\displaystyle \infty \cdot 0} “. Dieser Logarithmus ist dort unbestimmt und damit auch der Ausdruck selber. Es ist aber bewiesen, dass einen bestimmten endlichen Wert annimmt, der als Eulersche Zahl e {\displaystyle \mathrm {e} } bezeichnet wird. Dieses wird unter dem verlinkten Stichwort behandelt und hier als bekannt vorausgesetzt. Für h = 0 {\displaystyle h=0} ist dieser Bruch unbestimmt. Aber für a > 1 {\displaystyle a>1} und h > 0 {\displaystyle h>0} ist die Substitution zulässig. Aufgelöst nach h {\displaystyle h} unter Verwendung des natürlichen Logarithmus ergibt das Für h → 0 {\displaystyle h\to 0} streben z → ∞ {\displaystyle z\to \infty } und der Nenner gegen ln ⁡ e = 1 {\displaystyle \ln \mathrm {e} =1} . Für jedes h > 0 {\displaystyle h>0} ist dieser Ausdruck bestimmt, auch wenn man dem Wert h = 0 {\displaystyle h=0} nahe kommt. Er strebt im Grenzübergang nach Als Voraussetzung für diese Herleitung muss z {\displaystyle z} positiv sein. Für 0 < a < 1 {\displaystyle 0<a<1} ist dieses erfüllt mit negativem h {\displaystyle h} . Nähert man sich bei 0 < a < 1 {\displaystyle 0<a<1} dem Wert h = 0 {\displaystyle h=0} von der Seite h < 0 {\displaystyle h<0} her, so gilt derselbe Grenzübergang. Für h = 0 {\displaystyle h=0} ist dieser Bruch unbestimmt. Aber für h > 0 {\displaystyle h>0} ist die Substitution h = 1 z {\displaystyle h={\frac {1}{z}}} zulässig. Für h → 0 {\displaystyle h\to 0} strebt z → ∞ {\displaystyle z\to \infty } . Für jedes h > 0 {\displaystyle h>0} ist dieser Ausdruck bestimmt, auch wenn man dem Wert h = 0 {\displaystyle h=0} nahe kommt. Er strebt im Grenzübergang nach Eine wichtige Anwendung der Differentialrechnung besteht darin, dass mit Hilfe der Ableitung lokale Extremwerte einer Kurve bestimmt werden können. Anstatt also anhand einer Wertetabelle mechanisch nach Hoch- oder Tiefpunkten suchen zu müssen, liefert der Kalkül in einigen Fällen eine direkte Antwort. Liegt ein Hoch- oder Tiefpunkt vor, so besitzt die Kurve an dieser Stelle keinen „echten“ Anstieg, weshalb die optimale Linearisierung eine Steigung von 0 besitzt. Für die genaue Klassifizierung eines Extremwertes sind jedoch weitere lokale Daten der Kurve notwendig, denn eine Steigung von 0 ist nicht hinreichend für die Existenz eines Extremwertes . In der Praxis treten Extremwertprobleme typischerweise dann auf, wenn Prozesse, zum Beispiel in der Wirtschaft, optimiert werden sollen. Oft liegen an den Randwerten jeweils ungünstige Ergebnisse, in Richtung „Mitte“ kommt es aber zu einer stetigen Steigerung, die dann irgendwo maximal werden muss. Zum Beispiel die optimale Wahl eines Verkaufspreises: Bei einem zu geringen Preis ist die Nachfrage nach einem Produkt zwar sehr groß, aber die Produktion kann nicht finanziert werden. Ist er andererseits zu hoch, so wird es im Extremfall gar nicht mehr gekauft. Daher liegt ein Optimum irgendwo „in der Mitte“. Voraussetzung dabei ist, dass der Zusammenhang in Form einer differenzierbaren Funktion wiedergegeben werden kann. Die Untersuchung einer Funktion auf Extremstellen ist Teil einer Kurvendiskussion. Die mathematischen Hintergründe sind im Abschnitt Anwendung höherer Ableitungen bereitgestellt. In der mathematischen Modellierung sollen komplexe Probleme in mathematischer Sprache erfasst und analysiert werden. Je nach Fragestellung sind das Untersuchen von Korrelationen oder Kausalitäten oder auch das Geben von Prognosen im Rahmen dieses Modells zielführend. Besonders im Umfeld sog. Differentialgleichungen ist die Differentialrechnung zentrales Werkzeug bei der Modellierung. Diese Gleichungen treten zum Beispiel auf, wenn es eine kausale Beziehung zwischen dem Bestand einer Größe und deren zeitlicher Veränderung gibt. Ein alltägliches Beispiel könnte sein: Etwas konkreter könnte dies zum Beispiel heißen, dass bei 1 000 000 {\displaystyle 1\,000\,000} jetzigen Einwohnern durchschnittlich 1 000 000 {\displaystyle 1\,000\,000} Personen in den kommenden 10 Jahren zuziehen werden, bei 1 000 001 {\displaystyle 1\,000\,001} Einwohnern durchschnittlich 1 000 001 {\displaystyle 1\,000\,001} Personen in den kommenden 10 Jahren usw. – um nicht alle Zahlen einzeln ausführen zu müssen: Leben n {\displaystyle n} Personen in der Stadt, so wollen so viele Menschen hinzuziehen, dass nach 10 Jahren weitere n {\displaystyle n} hinzukommen würden. Besteht eine derartige Kausalität zwischen Bestand und zeitlicher Veränderung, so kann gefragt werden, ob aus diesen Daten eine Prognose für die Einwohnerzahl nach 10 Jahren abgeleitet werden kann, wenn die Stadt im Jahr 2020 zum Beispiel 1 000 000 {\displaystyle 1\,000\,000} Einwohner hatte. Es wäre dabei falsch zu glauben, dass dies 2 000 000 {\displaystyle 2\,000\,000} sein werden, da sich mit steigender Einwohnerzahl auch die Nachfrage nach Wohnraum wiederum zunehmend steigern wird. Der Knackpunkt zum Verständnis des Zusammenhangs ist demnach erneut dessen Lokalität: Besitzt die Stadt 1 000 000 {\displaystyle 1\,000\,000} Einwohner, so wollen zu diesem Zeitpunkt 1 000 000 {\displaystyle 1\,000\,000} Menschen pro 10 Jahre hinzuziehen. Aber einen kurzen Augenblick später, wenn weitere Menschen hinzugezogen sind, sieht die Lage wieder anders aus. Wird dieses Phänomen zeitlich beliebig engmaschig gedacht, ergibt sich ein „differentieller“ Zusammenhang. Allerdings eignet sich die kontinuierliche Herangehensweise in vielen Fällen auch bei diskreten Problemstellungen. Mit Hilfe der Differentialrechnung kann aus so einem kausalen Zusammenhang zwischen Bestand und Veränderung in vielen Fällen ein Modell hergeleitet werden, was den komplexen Zusammenhang auflöst, und zwar in dem Sinne, dass zum Schluss eine Bestandsfunktion explizit angegeben werden kann. Setzt man in diese Funktion dann zum Beispiel den Wert 10 Jahre ein, so ergibt sich eine Prognose für die Stadtbewohneranzahl im Jahr 2030. Im Falle oberen Modells wird eine Bestandsfunktion B {\displaystyle B} gesucht mit B ( t ) = B ′ ( t ) {\displaystyle B=B'} , t {\displaystyle t} in 10 Jahren, und B ( 0 ) = 1 000 000 {\displaystyle B=1\,000\,000} . Die Lösung ist dann mit der natürlichen Exponentialfunktion und für das Jahr 2030 lautet die geschätzte Prognose B ( 1 ) ≈ 2,718 {\displaystyle B\approx 2{,}718} Mio. Einwohner. Die Proportionalität zwischen Bestand und Änderungsrate führt also zu exponentiellem Wachstum und ist klassisches Beispiel eines selbstverstärkenden Effektes. Analoge Modelle funktionieren beim Populationswachstum oder der Verbreitung einer ansteckenden Krankheit . In vielen Fällen stoßen diese Modelle jedoch an eine Grenze, wenn sich der Prozess aufgrund natürlicher Beschränkungen nicht beliebig fortsetzen lässt. In diesen Fällen sind ähnliche Modelle, wie das logistische Wachstum, geeigneter. Die Eigenschaft einer Funktion, differenzierbar zu sein, ist bei vielen Anwendungen von Vorteil, da dies der Funktion mehr Struktur verleiht. Ein Beispiel ist das Lösen von Gleichungen. Bei einigen mathematischen Anwendungen ist es notwendig, den Wert einer Unbekannten x {\displaystyle x} zu finden, die Nullstelle einer Funktion f {\displaystyle f} ist. Es ist dann f ( x ) = 0 {\displaystyle f=0} . Je nach Beschaffenheit von f {\displaystyle f} können Strategien entwickelt werden, eine Nullstelle zumindest näherungsweise anzugeben, was in der Praxis meist vollkommen ausreicht. Ist f {\displaystyle f} in jedem Punkt differenzierbar mit Ableitung f ′ {\displaystyle f'} , so kann in vielen Fällen das Newton-Verfahren helfen. Bei diesem spielt die Differentialrechnung insofern eine direkte Rolle, als beim schrittweisen Vorgehen immer wieder eine Ableitung explizit berechnet werden muss. Ein weiterer Vorteil der Differentialrechnung ist, dass in vielen Fällen komplizierte Funktionen, wie Wurzeln oder auch Sinus und Kosinus, anhand einfacher Rechenregeln wie Addition und Multiplikation gut angenähert werden können. Ist die Funktion an einem benachbarten Wert leicht auszuwerten, ist dies von großem Nutzen. Wird zum Beispiel nach einem Näherungswert für die Zahl 26 {\displaystyle {\sqrt {26}}} gesucht, so liefert die Differentialrechnung für f ( x ) = x {\displaystyle f={\sqrt {x}}} die Linearisierung denn es gilt nachweislich f ′ ( x ) = 1 2 x {\displaystyle f'={\tfrac {1}{2{\sqrt {x}}}}} . Sowohl Funktion als auch erste Ableitung konnten an der Stelle 25 {\displaystyle 25} gut berechnet werden, weil es sich dabei um eine Quadratzahl handelt. Einsetzen von h = 1 {\displaystyle h=1} ergibt 26 ≈ 5 + 1 10 = 5 , 1 {\displaystyle {\sqrt {26}}\approx 5+{\tfrac {1}{10}}=5{,}1} , was mit dem exakten Ergebnis 26 = 5,099 01 … {\displaystyle {\sqrt {26}}=5{,}09901\dots } bis auf einen Fehler kleiner als 1 1000 {\displaystyle {\tfrac {1}{1000}}} übereinstimmt. Unter Einbezug höherer Ableitungen kann die Genauigkeit solcher Approximationen zusätzlich gesteigert werden, da dann nicht nur linear, sondern quadratisch, kubisch usw. angenähert wird, siehe auch Taylor-Reihe. Auch in der reinen Mathematik spielt die Differentialrechnung als ein Kern der Analysis eine bedeutende Rolle. Ein Beispiel ist die Differentialgeometrie, die sich mit Figuren beschäftigt, die eine differenzierbare Oberfläche haben. Zum Beispiel kann auf eine Kugeloberfläche in jedem Punkt tangential eine Ebene platziert werden. Anschaulich: Steht man an einem Erdpunkt, so hat man das Gefühl, die Erde sei flach, wenn man seinen Blick in der Tangentialebene schweifen lässt. In Wahrheit ist die Erde jedoch nur lokal flach: Die angelegte Ebene dient der vereinfachten Darstellung der komplizierteren Krümmung. Global hat sie als Kugeloberfläche eine völlig andere Gestalt. Die Methoden der Differentialgeometrie sind äußerst bedeutend für die theoretische Physik. So können Phänomene wie Krümmung oder Raumzeit über Methoden der Differentialrechnung beschrieben werden. Auch die Frage, was der kürzeste Abstand zwischen zwei Punkten auf einer gekrümmten Fläche ist, kann mit diesen Techniken formuliert und oft auch beantwortet werden. Auch bei der Erforschung von Zahlen als solchen, also im Rahmen der Zahlentheorie, hat sich die Differentialrechnung in der analytischen Zahlentheorie bewährt. Die grundlegende Idee der analytischen Zahlentheorie ist die Umwandlung von bestimmten Zahlen, über die man etwas lernen möchte, in Funktionen. Haben diese Funktionen „gute Eigenschaften“ wie etwa Differenzierbarkeit, so hofft man, über die damit einhergehenden Strukturen Rückschlüsse auf die ursprünglichen Zahlen ziehen zu können. Es hat sich dabei häufig bewährt, zur Perfektionierung der Analysis von den reellen zu den komplexen Zahlen überzugehen , also die Funktionen über einem größeren Zahlenbereich zu studieren. Ein Beispiel ist die Analyse der Fibonacci-Zahlen 0 , 1 , 1 , 2 , 3 , 5 , 8 , 13 , 21 , … {\displaystyle 0,1,1,2,3,5,8,13,21,\dots } , deren Bildungsgesetz vorschreibt, dass eine neue Zahl stets aus der Summe der beiden vorangehenden entstehen soll. Ansatz der analytischen Zahlentheorie ist die Bildung der erzeugenden Funktion also eines „unendlich langen“ Polynoms , dessen Koeffizienten genau die Fibonacci-Zahlen sind. Für hinreichend kleine Zahlen x {\displaystyle x} ist dieser Ausdruck sinnvoll, weil die Potenzen x n {\displaystyle x^{n}} dann viel schneller gegen 0 gehen als die Fibonacci-Zahlen gegen Unendlich, womit sich langfristig alles bei einem endlichen Wert einpendelt. Es ist für diese Werte möglich, die Funktion F {\displaystyle F} explizit zu berechnen durch Das Nennerpolynom 1 − x − x 2 {\displaystyle 1-x-x^{2}} „spiegelt“ dabei genau das Verhalten f n − f n − 1 − f n − 2 = 0 {\displaystyle f_{n}-f_{n-1}-f_{n-2}=0} der Fibonacci-Zahlen f n {\displaystyle f_{n}} „wider“ – es ergibt sich in der Tat F ( x ) − x F ( x ) − x 2 F ( x ) = x {\displaystyle F-xF-x^{2}F=x} durch termweises Verrechnen. Mit Hilfe der Differentialrechnung lässt sich andererseits zeigen, dass die Funktion F {\displaystyle F} ausreicht, um die Fibonacci-Zahlen eindeutig zu charakterisieren. Da es sich aber um eine schlichte rationale Funktion handelt, lässt sich dadurch die für jede Fibonacci-Zahl f n {\displaystyle f_{n}} gültige exakte Formel mit dem goldenen Schnitt Φ = 1 + 5 2 {\displaystyle \Phi ={\tfrac {1+{\sqrt {5}}}{2}}} herleiten, wenn f 0 = 0 , f 1 = 1 {\displaystyle f_{0}=0,f_{1}=1} und f n = f n − 1 + f n − 2 {\displaystyle f_{n}=f_{n-1}+f_{n-2}} gesetzt wird. Die exakte Formel vermag eine Fibonacci-Zahl zu berechnen, ohne die vorherigen zu kennen. Der Schluss wird über einen sog. Koeffizientenvergleich gezogen und nutzt aus, dass das Polynom x 2 + x − 1 {\displaystyle x^{2}+x-1} als Nullstellen − Φ {\displaystyle -\Phi } und 1 Φ {\displaystyle {\tfrac {1}{\Phi }}} besitzt. Die Differentialrechnung kann auf den Fall „höherdimensionaler Funktionen“ verallgemeinert werden. Damit ist gemeint, dass sowohl Eingabe- als auch Ausgabewerte der Funktion nicht bloß Teil des eindimensionalen reellen Zahlenstrahls, sondern auch Punkte eines höherdimensionalen Raums sind. Ein Beispiel ist die Vorschrift zwischen jeweils zweidimensionalen Räumen. Das Funktionsverständnis als Tabelle bleibt hier identisch, nur dass diese mit „vier Spalten“ ( x , y , x 2 + y 2 , x 2 − 2 y ) {\displaystyle } „deutlich mehr“ Einträge besitzt. Auch mehrdimensionale Abbildungen können in manchen Fällen an einem Punkt linearisiert werden. Allerdings ist dabei nun angemessen zu beachten, dass es sowohl mehrere Eingabedimensionen als auch mehrere Ausgabedimensionen geben kann: Der korrekte Verallgemeinerungsweg liegt darin, dass die Linearisierung in jeder Komponente der Ausgabe jede Variable auf lineare Weise berücksichtigt. Das zieht für obere Beispielfunktion eine Approximation der Form nach sich. Diese ahmt dann die gesamte Funktion in der Nähe der Eingabe ( x 0 , y 0 ) {\displaystyle } sehr gut nach. In jeder Komponente wird demnach für jede Variable eine „Steigung“ angegeben – diese wird dann das lokale Verhalten der Komponentenfunktion bei kleiner Änderung in dieser Variablen messen. Diese Steigung wird auch als partielle Ableitung bezeichnet. Die korrekten konstanten Abschnitte c 1 , c 2 {\displaystyle c_{1},c_{2}} berechnen sich exemplarisch durch c 1 = x 0 2 + y 0 2 {\displaystyle c_{1}=x_{0}^{2}+y_{0}^{2}} bzw. c 2 = x 0 2 − 2 y 0 {\displaystyle c_{2}=x_{0}^{2}-2y_{0}} . Wie auch im eindimensionalen Fall hängen die Steigungen (hier m 1 , m 2 , m 3 , m 4 {\displaystyle m_{1},m_{2},m_{3},m_{4}} ) stark von der Wahl des Punktes (hier ( x 0 , y 0 ) {\displaystyle } ) ab, an dem abgeleitet wird. Die Ableitung ist demnach keine Zahl mehr, sondern ein Verband aus mehreren Zahlen – in diesem Beispiel sind es vier – und diese Zahlen sind im Regelfall bei allen Eingaben unterschiedlich. Es wird allgemein für die Ableitung auch geschrieben, womit alle „Steigungen“ in einer sog. Matrix versammelt sind. Man bezeichnet diesen Term auch als Jacobi-Matrix oder Funktionalmatrix. Beispiel: Wird oben ( x 0 , y 0 ) = ( 1 , 0 ) {\displaystyle =} gesetzt, so kann man zeigen, dass folgende lineare Approximation bei sehr kleinen Änderungen von x {\displaystyle x} und y {\displaystyle y} sehr gut ist: Zum Beispiel gilt und Hat man im ganz allgemeinen Fall n {\displaystyle n} Variablen und m {\displaystyle m} Ausgabekomponenten, so gibt es kombinatorisch gesehen insgesamt n ⋅ m {\displaystyle n\cdot m} „Steigungen“, also partielle Ableitungen. Im klassischen Fall n = m = 1 {\displaystyle n=m=1} gibt es wegen 1 ⋅ 1 = 1 {\displaystyle 1\cdot 1=1} eine Steigung f ′ ( x 0 ) {\displaystyle f'} und im oberen Beispiel n = m = 2 {\displaystyle n=m=2} sind es 2 ⋅ 2 = 4 {\displaystyle 2\cdot 2=4} „Steigungen“. Die Aufgabenstellung der Differentialrechnung bildete sich als Tangentenproblem ab dem 17. Jahrhundert heraus. Hierunter versteht man die Aufgabe, bei einer beliebigen Kurve in einem beliebigen Punkt die Tangente zu bestimmen. Ein naheliegender Lösungsansatz bestand darin, die Tangente an eine Kurve durch ihre Sekante über einem endlichen , aber beliebig kleinen Intervall zu approximieren. Dabei war die technische Schwierigkeit zu überwinden, mit einer solchen infinitesimal kleinen Intervallbreite zu rechnen. Die ersten Anfänge der Differentialrechnung gehen auf Pierre de Fermat zurück. Er entwickelte um 1628 eine Methode, Extremstellen algebraischer Terme zu bestimmen und Tangenten an Kegelschnitte und andere Kurven zu berechnen. Seine „Methode“ war rein algebraisch. Fermat betrachtete keine Grenzübergänge und schon gar keine Ableitungen. Gleichwohl lässt sich seine „Methode“ mit modernen Mitteln der Analysis interpretieren und rechtfertigen, und sie hat Mathematiker wie Newton und Leibniz nachweislich inspiriert. Einige Jahre später wählte René Descartes einen anderen algebraischen Zugang, indem er an eine Kurve einen Kreis anlegte. Dieser schneidet die Kurve in zwei nahe beieinanderliegenden Punkten; es sei denn, er berührt die Kurve. Dieser Ansatz ermöglichte es ihm, für spezielle Kurven die Steigung der Tangente zu bestimmen. Ende des 17. Jahrhunderts gelang es Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz mit unterschiedlichen Ansätzen unabhängig voneinander, widerspruchsfrei funktionierende Kalküle zu entwickeln. Während Newton das Problem physikalisch über das Momentangeschwindigkeitsproblem anging, löste es Leibniz geometrisch über das Tangentenproblem. Ihre Arbeiten erlaubten das Abstrahieren von rein geometrischer Vorstellung und werden deshalb als Beginn der Analysis betrachtet. Bekannt wurden sie vor allem durch das Buch Analyse des Infiniment Petits pour l’Intelligence des Lignes Courbes des Adligen Guillaume François Antoine, Marquis de L’Hospital, der bei Johann I Bernoulli Privatunterricht nahm und dessen Forschung zur Analysis so publizierte. Darin heißt es: „Die Reichweite dieses Kalküls ist unermesslich: Er lässt sich sowohl auf mechanische als auch geometrische Kurven anwenden; Wurzelzeichen bereiten ihm keine Schwierigkeiten und sind oftmals sogar angenehm im Umgang; er lässt sich auf so viele Variablen erweitern, wie man sich nur wünschen kann; der Vergleich unendlich kleiner Größen aller Art gelingt mühelos. Und er erlaubt eine unendliche Zahl an überraschenden Entdeckungen über gekrümmte wie geradlinige Tangenten, Fragen De maximis & minimis, Wendepunkte und Spitzen von Kurven, Evoluten, Spiegelungs- und Brechungskaustiken, &c. wie wir in diesem Buch sehen werden.“ Die heute bekannten Ableitungsregeln basieren vor allem auf den Werken von Leonhard Euler, der den Funktionsbegriff prägte. Newton und Leibniz arbeiteten mit beliebig kleinen positiven Zahlen. Dies wurde bereits von Zeitgenossen als unlogisch kritisiert, beispielsweise von George Berkeley in der polemischen Schrift The analyst; or, a discourse addressed to an infidel mathematician. Erst in den 1960ern konnte Abraham Robinson diese Verwendung infinitesimaler Größen mit der Entwicklung der Nichtstandardanalysis auf ein mathematisch-axiomatisch sicheres Fundament stellen. Trotz der herrschenden Unsicherheit wurde die Differentialrechnung aber konsequent weiterentwickelt, in erster Linie wegen ihrer zahlreichen Anwendungen in der Physik und in anderen Gebieten der Mathematik. Symptomatisch für die damalige Zeit war das von der Preußischen Akademie der Wissenschaften 1784 veröffentlichte Preisausschreiben: „… Die höhere Geometrie benutzt häufig unendlich große und unendlich kleine Größen; jedoch haben die alten Gelehrten das Unendliche sorgfältig vermieden, und einige berühmte Analysten unserer Zeit bekennen, dass die Wörter unendliche Größe widerspruchsvoll sind. Die Akademie verlangt also, dass man erkläre, wie aus einer widersprechenden Annahme so viele richtige Sätze entstanden sind, und dass man einen sicheren und klaren Grundbegriff angebe, welcher das Unendliche ersetzen dürfte, ohne die Rechnung zu schwierig oder zu lang zu machen …“ Erst zum Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es Augustin-Louis Cauchy, der Differentialrechnung die heute übliche logische Strenge zu geben, indem er von den infinitesimalen Größen abging und die Ableitung als Grenzwert von Sekantensteigungen definierte. Die heute benutzte Definition des Grenzwerts wurde schließlich von Karl Weierstraß im Jahr 1861 formuliert. Ausgangspunkt für die Definition der Ableitung ist die Näherung der Tangentensteigung durch eine Sekantensteigung . Gesucht sei die Steigung einer Funktion f {\displaystyle f} in einem Punkt ( x 0 , f ( x 0 ) ) {\displaystyle )} . Man berechnet zunächst die Steigung der Sekante an f {\displaystyle f} über einem endlichen Intervall [ x 0 , x 0 + Δ x ] {\displaystyle } der Länge Δ x {\displaystyle \Delta x} : Die Sekantensteigung ist also der Quotient zweier Differenzen; sie wird deshalb auch Differenzenquotient genannt. Mit der Kurznotation Δ y {\displaystyle \Delta y} für f ( x 0 + Δ x ) − f ( x 0 ) {\displaystyle f-f} kann man die Sekantensteigung abgekürzt als Δ y Δ x {\displaystyle {\tfrac {\Delta y}{\Delta x}}} schreiben. Der Ausdruck Δ x {\displaystyle \Delta x} verdeutlicht also die beliebig klein werdende Differenz zwischen der Stelle, an der abgeleitet werden soll, und einem benachbarten Punkt. In der Literatur wird jedoch, wie auch im Folgenden, in vielen Fällen aus Gründen der Einfachheit das Symbol h {\displaystyle h} statt Δ x {\displaystyle \Delta x} verwendet. Um eine Tangentensteigung zu berechnen, muss man die beiden Punkte, durch die die Sekante gezogen wird, immer weiter aneinander rücken. Dabei gehen sowohl Δ x {\displaystyle \Delta x} als auch Δ y {\displaystyle \Delta y} gegen Null. Der Quotient Δ y Δ x {\displaystyle {\tfrac {\Delta y}{\Delta x}}} bleibt aber in vielen Fällen endlich. Auf diesem Grenzübergang beruht die folgende Definition. Eine Funktion f : U → R {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} } , die ein offenes Intervall U {\displaystyle U} in die reellen Zahlen abbildet, heißt differenzierbar an der Stelle x 0 ∈ U {\displaystyle x_{0}\in U} , falls der Grenzwert existiert. Dieser Grenzwert heißt Differentialquotient oder Ableitung von f {\displaystyle f} nach x {\displaystyle x} an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} und wird als notiert. Gesprochen werden diese Notationen als „f Strich von x null“, „d f von x nach d x an der Stelle x gleich x null“, „d f nach d x von x null“ respektive „d nach d x von f von x null“. Im später folgenden Abschnitt Notationen werden noch weitere Varianten angeführt, um die Ableitung einer Funktion zu notieren. Im Laufe der Zeit wurde folgende gleichwertige Definition gefunden, die sich im allgemeineren Kontext komplexer oder mehrdimensionaler Funktionen als leistungsfähiger erwiesen hat: Eine Funktion heißt an einer Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} differenzierbar, falls eine Konstante L {\displaystyle L} existiert, sodass Der Zuwachs der Funktion f {\displaystyle f} , wenn man sich von x 0 {\displaystyle x_{0}} nur wenig entfernt, etwa um den Wert h {\displaystyle h} , lässt sich also durch L h {\displaystyle Lh} sehr gut approximieren. Man nennt deshalb die lineare Funktion g : x ↦ f ( x 0 ) + L ( x − x 0 ) {\displaystyle g\colon x\mapsto f+L} , für die also g ( x 0 + h ) = f ( x 0 ) + L h {\displaystyle g=f+Lh} für alle h {\displaystyle h} gilt, auch die Linearisierung von f {\displaystyle f} an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} . Eine weitere Definition ist: Es gibt eine an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} stetige Funktion r {\displaystyle r} mit r ( x 0 ) = 0 {\displaystyle r=0} und eine Konstante L {\displaystyle L} , sodass für alle x {\displaystyle x} gilt Die Bedingungen r ( x 0 ) = 0 {\displaystyle r=0} und dass r {\displaystyle r} an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} stetig ist, bedeuten gerade, dass das „Restglied“ r ( x ) {\displaystyle r} für x {\displaystyle x} gegen x 0 {\displaystyle x_{0}} gegen 0 {\displaystyle 0} konvergiert. In beiden Fällen ist die Konstante L {\displaystyle L} eindeutig bestimmt und es gilt f ′ ( x 0 ) = L {\displaystyle f'=L} . Der Vorteil dieser Formulierung ist, dass Beweise einfacher zu führen sind, da kein Quotient betrachtet werden muss. Diese Darstellung der besten linearen Approximation wurde schon von Karl Weierstraß, Henri Cartan und Jean Dieudonné konsequent angewandt und wird auch Weierstraßsche Zerlegungsformel genannt. Bezeichnet man eine Funktion als differenzierbar, ohne sich auf eine bestimmte Stelle zu beziehen, dann bedeutet dies die Differenzierbarkeit an jeder Stelle des Definitionsbereiches, also die Existenz einer eindeutigen Tangente für jeden Punkt des Graphen. Jede differenzierbare Funktion ist stetig, die Umkehrung gilt jedoch nicht. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war man überzeugt, dass eine stetige Funktion höchstens an wenigen Stellen nicht differenzierbar sein könne . Bernard Bolzano konstruierte dann als erster Mathematiker tatsächlich eine Funktion, die später Bolzanofunktion genannt wurde, die überall stetig, aber nirgends differenzierbar ist, was in der Fachwelt allerdings nicht bekannt wurde. Karl Weierstraß fand dann in den 1860er Jahren ebenfalls eine derartige Funktion , was diesmal unter Mathematikern Wellen schlug. Ein bekanntes mehrdimensionales Beispiel für eine stetige, nicht differenzierbare Funktion ist die von Helge von Koch 1904 vorgestellte Koch-Kurve. Die Ableitung der Funktion f : U → R {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} } an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} , bezeichnet mit f ′ ( x 0 ) {\displaystyle f'} , beschreibt lokal das Verhalten der Funktion in der Umgebung der betrachteten Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} . In einigen Fällen ist es möglich, an jedem Punkt des Funktionsgraphen eine Linearisierung vorzunehmen. Dies erlaubt die Definition einer Ableitungsfunktion f ′ : U → R {\displaystyle f'\colon U\to \mathbb {R} } , die jedem Element des Definitionsbereichs U {\displaystyle U} der Ausgangsfunktion f {\displaystyle f} die Steigung der dortigen Linearisierung zuordnet. Man sagt in diesem Falle, „ f {\displaystyle f} ist in U {\displaystyle U} differenzierbar“. Beispielsweise hat die Quadratfunktion f : R → R {\displaystyle f\colon \mathbb {R} \to \mathbb {R} } mit f ( x ) = x 2 {\displaystyle f=x^{2}} an einer beliebigen Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} die Ableitung f ′ ( x 0 ) = 2 x 0 , {\displaystyle f'=2x_{0},} die Quadratfunktion ist also auf der Menge der reellen Zahlen differenzierbar. Die zugehörige Ableitungsfunktion f ′ {\displaystyle f'} ist gegeben durch f ′ : R → R {\displaystyle f'\colon \mathbb {R} \to \mathbb {R} } mit f ′ ( x ) = 2 x {\displaystyle f'=2x} . Die Ableitungsfunktion ist im Normalfall eine andere Funktion als die ursprünglich betrachtete. Einzige Ausnahme sind die Vielfachen x ↦ k ⋅ e x {\displaystyle x\mapsto k\cdot e^{x}} der natürlichen Exponentialfunktion mit beliebigem k ∈ R {\displaystyle k\in \mathbb {R} } – unter denen, wie die Wahl k = e − a {\displaystyle k=e^{-a}} zeigt, auch alle Funktionen x ↦ e x − a {\displaystyle x\mapsto e^{x-a}} mit beliebigem a ∈ R {\displaystyle a\in \mathbb {R} } enthalten sind (deren Graph aus dem der Exponentialfunktion x ↦ e x {\displaystyle x\mapsto e^{x}} durch „seitliche“ Verschiebung um a {\displaystyle a} entsteht und zu diesem daher kongruent ist). Ist die Ableitung stetig, dann heißt f {\displaystyle f} stetig differenzierbar. In Anlehnung an die Bezeichnung C ( U ) {\displaystyle C} für die Gesamtheit der stetigen Funktionen mit Definitionsmenge U {\displaystyle U} wird der Raum der auf U {\displaystyle U} stetig differenzierbaren Funktionen mit C 1 ( U ) {\displaystyle C^{1}} abgekürzt. Geschichtlich bedingt gibt es unterschiedliche Notationen, um die Ableitung einer Funktion darzustellen. In diesem Artikel wurde bisher hauptsächlich die Notation f ′ {\displaystyle f'} für die Ableitung von f {\displaystyle f} verwendet. Diese Notation geht auf den Mathematiker Joseph-Louis Lagrange zurück, der sie 1797 einführte. Bei dieser Notation wird die zweite Ableitung von f {\displaystyle f} mit f ″ {\displaystyle f''} und die n {\displaystyle n} -te Ableitung mittels f ( n ) {\displaystyle f^{}} bezeichnet. Isaac Newton – neben Leibniz der Begründer der Differentialrechnung – notierte die erste Ableitung von x {\displaystyle x} mit x ˙ {\displaystyle {\dot {x}}} , entsprechend notierte er die zweite Ableitung durch x ¨ {\displaystyle {\ddot {x}}} . Heutzutage wird diese Schreibweise häufig in der Physik, insbesondere in der Mechanik, für die Ableitung nach der Zeit verwendet. Gottfried Wilhelm Leibniz führte für die erste Ableitung von f {\displaystyle f} (nach der Variablen x {\displaystyle x} ) die Notation d f ( x ) d x {\displaystyle {\tfrac {\mathrm {d} f}{\mathrm {d} x}}} ein. Gelesen wird dieser Ausdruck als „d f von x nach d x“. Für die zweite Ableitung notierte Leibniz d 2 f ( x ) d x 2 {\displaystyle {\tfrac {\mathrm {d} ^{2}f}{\mathrm {d} x^{2}}}} und die n {\displaystyle n} -te Ableitung wird mittels d n f ( x ) d x n {\displaystyle {\tfrac {\mathrm {d} ^{n}f}{\mathrm {d} x^{n}}}} bezeichnet. Bei der Schreibweise von Leibniz handelt es sich nicht um einen Bruch. Die Symbole d f ( x ) {\displaystyle \mathrm {d} f} und d x {\displaystyle \mathrm {d} x} werden „Differentiale“ genannt, haben aber in der modernen Differentialrechnung eine lediglich symbolische Bedeutung, im Differentialquotienten. In manchen Anwendungen rechnet man mit ihnen aber so, als wären sie gewöhnliche Terme. Die Notation D f {\displaystyle \mathrm {D} f} oder D x f ( x ) {\displaystyle \mathrm {D} _{x}f} für die erste Ableitung von f {\displaystyle f} geht auf Leonhard Euler zurück. Dabei wird die Ableitung als Operator – also als eine besondere Funktion, die selbst auf Funktionen arbeitet, aufgefasst. Diese Idee geht auf den Mathematiker Louis François Antoine Arbogast zurück. Die zweite Ableitung wird in dieser Notation mittels D 2 f {\displaystyle \mathrm {D} ^{2}f} oder D x 2 f ( x ) {\displaystyle \mathrm {D} _{x}^{2}f} und die n {\displaystyle n} -te Ableitung durch D n f {\displaystyle \mathrm {D} ^{n}f} oder D x n f ( x ) {\displaystyle \mathrm {D} _{x}^{n}f} dargestellt. Das Berechnen der Ableitung einer Funktion wird Differentiation oder Differenziation genannt; sprich, man differenziert diese Funktion. Um die Ableitung elementarer Funktionen (z. B. x n {\displaystyle x^{n}} , sin ⁡ ( x ) {\displaystyle \sin} , …) zu berechnen, hält man sich eng an die oben angegebene Definition, berechnet explizit einen Differenzenquotienten und lässt dann h {\displaystyle h} gegen Null gehen. Dieses Verfahren ist jedoch meistens umständlich. Bei der Lehre der Differentialrechnung wird diese Art der Rechnung daher nur wenige Male vollzogen. Später greift man auf bereits bekannte Ableitungsfunktionen zurück oder schlägt Ableitungen nicht ganz so geläufiger Funktionen in einem Tabellenwerk nach und berechnet die Ableitung zusammengesetzter Funktionen mit Hilfe der Ableitungsregeln. Für die Berechnung der Ableitungsfunktion einer elementaren Funktion an einer vorgesehenen Stelle x {\displaystyle x} wird der zugehörige Differenzenquotient gebildet, der in der Umgebung x + h {\displaystyle x+h} mit h ≠ 0 {\displaystyle h\neq 0} gültig ist, und dann wird der Grenzübergang h → 0 {\displaystyle h\to 0} vollzogen. Der Fall f ( x ) = x 2 {\displaystyle f=x^{2}} ist bereits weiter oben behandelt worden. Der zugehörige Differenzenquotient ergibt sich zu Wenn h ≠ 0 {\displaystyle h\neq 0} ist, lässt sich h {\displaystyle h} kürzen, und die Annäherung h → 0 {\displaystyle h\to 0} führt auf Allgemein für eine natürliche Zahl n {\displaystyle n} mit f ( x ) = x n {\displaystyle f=x^{n}} wird der binomische Lehrsatz herangezogen: Wenn ( x + h ) n {\displaystyle ^{n}} für alle endlichen Werte von h {\displaystyle h} endlich ist, ist auch g n ( x , h ) {\displaystyle g_{n}} endlich. Der in der letzten Gleichung vor g n ( x , h ) {\displaystyle g_{n}} stehende Faktor h {\displaystyle h} führt auf h g n ( x , h ) ⟶ h → 0 0 {\displaystyle hg_{n}{\overset {h\to 0}{\longrightarrow }}0} . Damit entsteht Zwei Ergänzungen: Mit der Exponentialfunktion f ( x ) = a x = exp a ⁡ x {\displaystyle f=a^{x}=\exp _{a}x} ergibt sich der Differenzenquotient Für jedes a > 0 {\displaystyle a>0} gilt Damit kann im Zähler a x {\displaystyle a^{x}} ausgeklammert werden. Mit dem oben hergeleiteten Grenzübergang entsteht Darin ist ln ⁡ a = log e ⁡ a {\displaystyle \ln a=\log _{\mathrm {e} }a} der natürliche Logarithmus von a {\displaystyle a} . Speziell für die Eulersche Zahl e {\displaystyle \mathrm {e} } ist ln ⁡ e = 1 {\displaystyle \ln \mathrm {e} =1} . Damit entsteht die auszeichnende Zusatzeigenschaft Mit der Logarithmusfunktion f ( x ) = log a ⁡ x {\displaystyle f=\log _{a}x} zur Basis a > 0 , a ≠ 1 {\displaystyle a>0,\ a\neq 1} ergibt sich der Differenzenquotient Für jedes a > 0 {\displaystyle a>0} gilt Mit dem oben hergeleiteten Grenzübergang und mit der Basisumrechnung log a ⁡ e = 1 log e ⁡ a {\displaystyle \log _{a}\mathrm {e} ={\frac {1}{\log _{\mathrm {e} }a}}} entsteht Dieses existiert nur für x > 0 {\displaystyle x>0} . Für x < 0 {\displaystyle x<0} existiert die Funktion g ( x ) = log a ⁡ ( − x ) {\displaystyle g=\log _{a}} . Mit der Substitution z ( x ) = − x > 0 {\displaystyle z=-x>0} und der Kettenregel ergibt ihre Ableitung Beide Ableitungen können zusammengefasst werden für x ≠ 0 {\displaystyle x\neq 0} zu Speziell für den natürlichen Logarithmus gilt Mit der Sinusfunktion f ( x ) = sin ⁡ x {\displaystyle f=\sin x} ergibt sich der Differenzenquotient Mit dem Additionstheorem gilt Mit dem oben hergeleiteten Grenzübergang und mit u = h 2 {\displaystyle u={\tfrac {h}{2}}} entsteht Für die Kosinusfunktion führt eine entsprechende Rechnung mit auf Δ f Δ x = cos ⁡ ( x + h ) − cos ⁡ x ( x + h ) − x = − sin ⁡ 2 x + h 2 ⋅ sin ⁡ h 2 h 2 . {\displaystyle \quad {\frac {\Delta f}{\Delta x}}={\frac {\cos-\cos x}{-x}}=-\sin {\tfrac {2x+h}{2}}\cdot {\frac {\sin {\frac {h}{2}}}{\tfrac {h}{2}}}.} Mit den vorstehenden Ableitungen können Ableitungsfunktionen für weitere Funktionen aufgestellt werden. Dazu werden zusätzlich die Ableitungsregeln für die Grundrechenarten, die Kettenregel und die Umkehrregel benötigt. Die Funktion f ( x ) = x n {\displaystyle f=x^{n}} ist bisher nur für n {\displaystyle n} als natürliche Zahl abgeleitet worden. Die Anwendbarkeit der zugehörigen Ableitungsregel lässt sich bei x > 0 {\displaystyle x>0} auf reelle Exponenten erweitern. Mit der Substitution ist f ( x ) = x n = e z . {\displaystyle \;f=x^{n}=\mathrm {e} ^{z}.} Wird dieses mit der Kettenregel differenziert, so entsteht das bekannte Ergebnis: Eine Anwendung ist die Ableitung der Wurzelfunktion. Für f ( x ) = x m = x 1 m {\displaystyle f={\sqrt{x}}=x^{\frac {1}{m}}} gilt mit n = 1 m {\displaystyle n={\tfrac {1}{m}}} Der Fall m = 2 {\displaystyle m=2} betrifft die Quadratwurzel: Für f ( x ) = x {\displaystyle f={\sqrt {x}}\quad } gilt f ′ ( x ) = 1 2 x . {\displaystyle \quad f'={\frac {1}{2{\sqrt {x}}}}.} Mit Hilfe der Quotientenregel und den Ableitungsfunktionen für Sinus und Kosinus können auch die Ableitungsfunktionen für Tangens und Kotangens aufgestellt werden. Es gilt Dabei wurde die als „Trigonometrischer Pythagoras“ bezeichnete Formel sin 2 ⁡ x + cos 2 ⁡ x = 1 {\displaystyle \sin ^{2}x+\cos ^{2}x=1} verwendet. Ebenso wird gewonnen Arkussinus und Arkuskosinus sind als Umkehrfunktionen von Sinus und Kosinus definiert. Die Ableitungen werden mittels der Umkehrregel berechnet. Setzt man x = sin ⁡ y {\displaystyle x=\sin y} , so folgt im Bereich | x | < 1 {\displaystyle |x|<1} Für den Arkuskosinus ergibt sich mit x = cos ⁡ y {\displaystyle x=\cos y} ebenso Arkustangens und Arkuskotangens sind als Umkehrfunktionen von Tangens und Kotangens definiert. Setzt man x = tan ⁡ y {\displaystyle x=\tan y} , so folgt mittels der Umkehrregel Für den Arkuskotangens ergibt sich mit x = cot ⁡ y {\displaystyle x=\cot y} ebenso Zusammengesetzte Funktionen lassen sich so weit strukturieren, bis sich zu jedem Strukturelement die jeweils zutreffende elementare Ableitungsregel finden lässt. Dazu gibt es die Summenregel, die Produktregel, die Quotientenregel und die Kettenregel. Da diese in eigenen Artikeln erläutert werden, wird hier nur ein Beispiel vorgestellt. Nach der Kettenregel ergibt sich Hier werden die Ableitungsregeln elementarer und zusammengesetzter Funktionen zusammengefasst. Eine ausführliche Liste findet sich unter Tabelle von Ableitungs- und Stammfunktionen. Ist die Ableitung f ′ {\displaystyle f'} einer Funktion f {\displaystyle f} wiederum differenzierbar, so lässt sich die zweite Ableitung von f {\displaystyle f} als Ableitung der ersten definieren. Auf dieselbe Weise können dann auch dritte, vierte etc. Ableitungen definiert werden. Eine Funktion kann dementsprechend einmal differenzierbar, zweimal differenzierbar etc. sein. Ist die erste Ableitung eines Weges nach der Zeit eine Geschwindigkeit, so kann die zweite Ableitung als Beschleunigung und die dritte Ableitung als Ruck interpretiert werden. Wenn Politiker sich über den „Rückgang des Anstiegs der Arbeitslosenzahl“ äußern, dann sprechen sie von der zweiten Ableitung , um die Aussage der ersten Ableitung zu relativieren. Höhere Ableitungen können auf verschiedene Weisen geschrieben werden: oder im physikalischen Fall Für die formale Bezeichnung beliebiger Ableitungen f ( n ) {\displaystyle f^{}} legt man außerdem f ( 1 ) = f ′ {\displaystyle f^{}=f'} und f ( 0 ) = f {\displaystyle f^{}=f} fest. Ist n {\displaystyle n} eine natürliche Zahl und U ⊂ R {\displaystyle U\subset \mathbb {R} } offen, so wird der Raum der in U {\displaystyle U} n {\displaystyle n} -mal stetig differenzierbaren Funktionen mit C n ( U ) {\displaystyle C^{n}} bezeichnet. Der Differentialoperator d d x {\displaystyle {\tfrac {\mathrm {d} }{\mathrm {d} x}}} induziert damit eine Kette von linearen Abbildungen und damit allgemein für k ≤ n {\displaystyle k\leq n} : Dabei bezeichnet C 0 ( U ) {\displaystyle C^{0}} den Raum der in U {\displaystyle U} stetigen Funktionen. Exemplarisch: Wird ein f ∈ C n ( U ) {\displaystyle f\in C^{n}} durch Anwenden von d d x {\displaystyle {\tfrac {\mathrm {d} }{\mathrm {d} x}}} einmal abgeleitet, kann das Ergebnis f ′ {\displaystyle f'} im Allgemeinen nur noch ( n − 1 ) {\displaystyle } -mal abgeleitet werden usw. Jeder Raum C k ( U ) {\displaystyle C^{k}} ist eine R {\displaystyle \mathbb {R} } -Algebra, da nach der Summen- bzw. der Produktregel Summen und auch Produkte von k {\displaystyle k} -mal stetig differenzierbaren Funktionen wieder k {\displaystyle k} -mal stetig differenzierbar sind. Es gilt zudem die aufsteigende Kette von echten Inklusionen denn offenbar ist jede mindestens n {\displaystyle n} -mal stetig differenzierbare Funktion auch ( n − 1 ) {\displaystyle } -mal stetig differenzierbar usw., jedoch zeigen die Funktionen exemplarisch Beispiele für Funktionen aus C n − 1 ( U ) ∖ C n ( U ) {\displaystyle C^{n-1}\setminus C^{n}} , wenn – was ohne Beschränkung der Allgemeinheit möglich ist – 0 ∈ U {\displaystyle 0\in U} angenommen wird. Die Ableitung n {\displaystyle n} -ter Ordnung für ein Produkt aus zwei n {\displaystyle n} -mal differenzierbaren Funktionen f {\displaystyle f} und g {\displaystyle g} ergibt sich aus Die hier auftretenden Ausdrücke der Form ( n k ) {\displaystyle {\tbinom {n}{k}}} sind Binomialkoeffizienten. Die Formel ist eine Verallgemeinerung der Produktregel. Diese Formel ermöglicht die geschlossene Darstellung der n {\displaystyle n} -ten Ableitung der Komposition zweier n {\displaystyle n} -mal differenzierbarer Funktionen. Sie verallgemeinert die Kettenregel auf höhere Ableitungen. Ist f {\displaystyle f} eine in einem Intervall I {\displaystyle I} ( n + 1 ) {\displaystyle } -mal stetig differenzierbare Funktion, dann gilt für alle a {\displaystyle a} und x {\displaystyle x} aus I {\displaystyle I} die sogenannte Taylorformel: mit dem n {\displaystyle n} -ten Taylorpolynom an der Entwicklungsstelle a {\displaystyle a} und dem ( n + 1 ) {\displaystyle } -ten Restglied mit einem ξ = ξ ( x ) ∈ ( min { a , x } , max { a , x } ) ⊂ I {\displaystyle \xi =\xi \in \subset I} . Eine beliebig oft differenzierbare Funktion wird glatte Funktion genannt. Da sie alle Ableitungen besitzt, kann die oben angegebene Taylorformel zur Taylorreihe von f {\displaystyle f} mit Entwicklungspunkt a {\displaystyle a} erweitert werden: Es ist jedoch nicht jede glatte Funktion durch ihre Taylorreihe darstellbar, siehe unten. Funktionen, die an jeder Stelle ihres Definitionsbereichs beliebig oft differenzierbar sind, bezeichnet man auch als glatte Funktionen. Die Menge aller in einer offenen Menge U ⊂ R {\displaystyle U\subset \mathbb {R} } glatten Funktionen f : U → R {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} } wird meist mit C ∞ ( U ) {\displaystyle C^{\infty }} bezeichnet. Sie trägt die Struktur einer R {\displaystyle \mathbb {R} } -Algebra und ist gegeben durch wobei C n ( U ) {\displaystyle C^{n}} alle in U {\displaystyle U} n {\displaystyle n} -mal stetig differenzierbaren Funktionen bezeichnet. Häufig findet man in mathematischen Betrachtungen den Begriff hinreichend glatt. Damit ist gemeint, dass die Funktion mindestens so oft differenzierbar ist, wie es nötig ist, um den aktuellen Gedankengang durchzuführen. Der obere Begriff der Glattheit kann weiter verschärft werden. Eine Funktion f : U → R {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} } heißt reell analytisch, wenn sie sich in jedem Punkt lokal in eine Taylorreihe entwickeln lässt, also für alle a ∈ U {\displaystyle a\in U} und alle hinreichend kleinen Werte von | x − a | {\displaystyle |x-a|} . Analytische Funktionen haben starke Eigenschaften und finden besondere Aufmerksamkeit in der komplexen Analysis. Dort werden dementsprechend keine reell, sondern komplex analytischen Funktionen studiert. Ihre Menge wird meist mit C ω ( U ) {\displaystyle C^{\omega }} bezeichnet und es gilt C ω ( U ) ⊊ C ∞ ( U ) {\displaystyle C^{\omega }\subsetneq C^{\infty }} . Insbesondere ist jede analytische Funktion glatt, aber nicht umgekehrt. Die Existenz aller Ableitungen ist also nicht hinreichend dafür, dass die Taylorreihe die Funktion darstellt, wie das folgende Gegenbeispiel einer nicht analytischen glatten Funktion zeigt. Alle reellen Ableitungen dieser Funktion verschwinden in 0, aber es handelt sich nicht um die Nullfunktion. Daher wird sie an der Stelle 0 nicht durch ihre Taylorreihe dargestellt. Eine wichtige Anwendung der Differentialrechnung in einer Variablen ist die Bestimmung von Extremwerten, meist zur Optimierung von Prozessen, wie etwa im Kontext von Kosten, Material oder Energieaufwand. Die Differentialrechnung stellt eine Methode bereit, Extremstellen zu finden, ohne dabei unter Aufwand numerisch suchen zu müssen. Man macht sich zu Nutze, dass an einer lokalen Extremstelle x 0 {\displaystyle x_{0}} notwendigerweise die erste Ableitung der Funktion f {\displaystyle f} gleich 0 sein muss. Es muss also f ′ ( x 0 ) = 0 {\displaystyle f'=0} gelten, wenn x 0 {\displaystyle x_{0}} eine lokale Extremstelle ist. Allerdings bedeutet andersherum f ′ ( x 0 ) = 0 {\displaystyle f'=0} noch nicht, dass es sich bei f ( x 0 ) {\displaystyle f} um ein Maximum oder Minimum handelt. In diesem Fall werden mehr Informationen benötigt, um eine eindeutige Entscheidung treffen zu können, was meist durch Betrachten höherer Ableitungen bei x 0 {\displaystyle x_{0}} möglich ist. Eine Funktion kann einen Maximal- oder Minimalwert haben, ohne dass die Ableitung an dieser Stelle existiert, jedoch kann in diesem Falle die Differentialrechnung nicht verwendet werden. Im Folgenden werden daher nur zumindest lokal differenzierbare Funktionen betrachtet. Als Beispiel nehmen wir die Polynomfunktion f {\displaystyle f} mit dem Funktionsterm Die Abbildung zeigt den Verlauf der Graphen von f {\displaystyle f} , f ′ {\displaystyle f'} und f ″ {\displaystyle f''} . Besitzt eine Funktion f : ( a , b ) → R {\displaystyle f\colon \to \mathbb {R} } mit ( a , b ) ⊂ R {\displaystyle \subset \mathbb {R} } an einer Stelle x 0 ∈ ( a , b ) {\displaystyle x_{0}\in } ihren größten Wert, gilt also für alle x {\displaystyle x} dieses Intervalls f ( x 0 ) ≥ f ( x ) {\displaystyle f\geq f} , und ist f {\displaystyle f} an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} differenzierbar, so kann die Ableitung dort nur gleich Null sein: f ′ ( x 0 ) = 0 {\displaystyle f'=0} . Eine entsprechende Aussage gilt, falls f {\displaystyle f} in x 0 {\displaystyle x_{0}} den kleinsten Wert annimmt. Geometrische Deutung dieses Satzes von Fermat ist, dass der Graph der Funktion in lokalen Extrempunkten eine parallel zur x {\displaystyle x} -Achse verlaufende Tangente, auch waagerechte Tangente genannt, besitzt. Es ist somit für differenzierbare Funktionen eine notwendige Bedingung für das Vorliegen einer Extremstelle, dass die Ableitung an der betreffenden Stelle den Wert 0 annimmt: Umgekehrt kann aber daraus, dass die Ableitung an einer Stelle den Wert Null hat, noch nicht auf eine Extremstelle geschlossen werden, es könnte auch beispielsweise ein Sattelpunkt vorliegen. Eine Liste verschiedener hinreichender Kriterien, deren Erfüllung sicher auf eine Extremstelle schließen lässt, findet sich im Artikel Extremwert. Diese Kriterien benutzen meist die zweite oder noch höhere Ableitungen. Im Beispiel ist Daraus folgt, dass f ′ ( x ) = 0 {\displaystyle f^{\prime }=0} genau für x = 1 {\displaystyle x=1} und x = 3 {\displaystyle x=3} gilt. Die Funktionswerte an diesen Stellen sind f ( 1 ) = 4 3 {\displaystyle f={\tfrac {4}{3}}} und f ( 3 ) = 0 {\displaystyle f=0} , d. h., die Kurve hat in den Punkten ( 1 , 4 3 ) {\displaystyle } und ( 3 , 0 ) {\displaystyle } waagerechte Tangenten, und nur in diesen. Da die Folge abwechselnd aus kleinen und großen Werten besteht, muss in diesem Bereich ein Hoch- und ein Tiefpunkt liegen. Nach dem Satz von Fermat hat die Kurve in diesen Punkten eine waagerechte Tangente, es kommen also nur die oben ermittelten Punkte in Frage: Also ist ( 1 , 4 3 ) {\displaystyle } ein Hochpunkt und ( 3 , 0 ) {\displaystyle } ein Tiefpunkt. Mit Hilfe der Ableitungen lassen sich noch weitere Eigenschaften der Funktion analysieren, wie die Existenz von Wende- und Sattelpunkten, die Konvexität oder die oben schon angesprochene Monotonie. Die Durchführung dieser Untersuchungen ist Gegenstand der Kurvendiskussion. Neben der Bestimmung der Steigung von Funktionen ist die Differentialrechnung durch ihren Kalkül ein wesentliches Hilfsmittel bei der Termumformung. Hierbei löst man sich von jeglichem Zusammenhang mit der ursprünglichen Bedeutung der Ableitung als Anstieg. Hat man zwei Terme als gleich erkannt, lassen sich durch Differentiation daraus weitere Identitäten gewinnen. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Aus der bekannten Partialsumme der geometrischen Reihe soll die Summe berechnet werden. Dies gelingt durch Differentiation mit Hilfe der Quotientenregel: Alternativ ergibt sich die Identität auch durch Ausmultiplizieren und anschließendes dreifaches Teleskopieren, was aber nicht so einfach zu durchschauen ist. Die wesentliche Leistung Leibniz’ war die Erkenntnis, dass Integration und Differentiation zusammenhängen. Diese formulierte er im Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung, auch Fundamentalsatz der Analysis genannt, der besagt: Ist I ⊂ R {\displaystyle I\subset \mathbb {R} } ein Intervall, f : I → R {\displaystyle f\colon I\to \mathbb {R} } eine stetige Funktion und a ∈ I {\displaystyle a\in I} eine beliebige Zahl aus I {\displaystyle I} , so ist die Funktion stetig differenzierbar, und ihre Ableitung F ′ {\displaystyle F'} ist gleich f {\displaystyle f} . Hiermit ist also eine Anleitung zum Integrieren gegeben: Gesucht ist eine Funktion F {\displaystyle F} , deren Ableitung F ′ {\displaystyle F'} der Integrand f {\displaystyle f} ist. Dann gilt: Ein weiterer zentraler Satz der Differentialrechnung ist der Mittelwertsatz, der 1821 von Cauchy bewiesen wurde. Es sei f : [ a , b ] → R {\displaystyle f\colon \to \mathbb {R} } eine Funktion, die auf dem abgeschlossenen Intervall [ a , b ] {\displaystyle } (mit a < b {\displaystyle a<b} ) definiert und stetig ist. Außerdem sei die Funktion f {\displaystyle f} im offenen Intervall ( a , b ) {\displaystyle } differenzierbar. Unter diesen Voraussetzungen gibt es mindestens ein x 0 ∈ ( a , b ) {\displaystyle x_{0}\in } , sodass gilt – geometrisch-anschaulich: Zwischen zwei Schnittpunkten einer Sekante gibt es auf der Kurve einen Punkt mit zur Sekante paralleler Tangente. Ist a < b {\displaystyle a<b} und f : ( a , b ) → R {\displaystyle f\colon \to \mathbb {R} } eine differenzierbare Funktion mit f ′ ( x ) ≠ 0 {\displaystyle f'\not =0} für alle a < x < b {\displaystyle a<x<b} , so gelten folgende Aussagen: Daraus lässt sich herleiten, dass eine stetig differenzierbare Funktion f : ( a , b ) → f ( ( a , b ) ) {\displaystyle f\colon \to f)} , deren Ableitung nirgends verschwindet, bereits einen Diffeomorphismus zwischen den Intervallen ( a , b ) {\displaystyle } und f ( ( a , b ) ) {\displaystyle f)} definiert. In mehreren Variablen ist die analoge Aussage falsch. So verschwindet die Ableitung der komplexen Exponentialfunktion z ↦ e x p ( z ) {\displaystyle z\mapsto \mathrm {exp} } , nämlich sie selbst, in keinem Punkt, aber es handelt sich um keine injektive Abbildung C → e x p ( C ) {\displaystyle \mathbb {C} \to \mathrm {exp} } . Man beachte, dass diese als höherdimensionale reelle Funktion R 2 → exp ( R 2 ) {\displaystyle \mathbb {R} ^{2}\to \mathrm {\exp } } aufgefasst werden kann, da C {\displaystyle \mathbb {C} } ein zweidimensionaler R {\displaystyle \mathbb {R} } -Vektorraum ist. Allerdings liefert der Satz von Hadamard ein Kriterium, mit dem in manchen Fällen gezeigt werden kann, dass eine stetig differenzierbare Funktion F : R n → R n {\displaystyle F\colon \mathbb {R} ^{n}\to \mathbb {R} ^{n}} ein Homöomorphismus ist. Als eine Anwendung des Mittelwertsatzes lässt sich eine Beziehung herleiten, die es in manchen Fällen erlaubt, unbestimmte Ausdrücke der Gestalt 0 0 {\displaystyle {\tfrac {0}{0}}} oder ∞ ∞ {\displaystyle {\tfrac {\infty }{\infty }}} zu berechnen. Seien f , g : ( a , b ) → R {\displaystyle f,g\colon \to \mathbb {R} } differenzierbar und g {\displaystyle g} habe keine Nullstelle. Ferner gelte entweder oder Dann gilt unter der Bedingung, dass der letzte Grenzwert in R ∪ { ± ∞ } {\displaystyle \mathbb {R} \cup \{\pm \infty \}} existiert. In vielen analytischen Anwendungen hat man es nicht mit einer Funktion f {\displaystyle f} , sondern mit einer Folge ( f n ) n ∈ N {\displaystyle _{n\in \mathbb {N} }} zu tun. Dabei muss geklärt werden, inwieweit sich der Ableitungsoperator mit Prozessen wie Grenzwerten, Summen oder Integralen verträgt. Bei einer konvergenten, differenzierbaren Funktionenfolge ( f n ) n ∈ N {\displaystyle _{n\in \mathbb {N} }} ist es im Allgemeinen nicht möglich, Rückschlüsse auf den Grenzwert der Folge ( f n ′ ) n ∈ N {\displaystyle _{n\in \mathbb {N} }} zu ziehen, selbst dann nicht, wenn ( f n ) n ∈ N {\displaystyle _{n\in \mathbb {N} }} gleichmäßig konvergiert. Die analoge Aussage in der Integralrechnung ist hingegen richtig: Bei gleichmäßiger Konvergenz können Limes und Integral vertauscht werden, zumindest dann, wenn die Grenzfunktion „gutartig“ ist. Aus dieser Tatsache kann zumindest Folgendes geschlossen werden: Sei f n : [ a , b ] → R {\displaystyle f_{n}\colon \to \mathbb {R} } eine Folge stetig differenzierbarer Funktionen, sodass die Folge der Ableitungen f n ′ : [ a , b ] → R {\displaystyle f_{n}'\colon \to \mathbb {R} } gleichmäßig gegen eine Funktion g : [ a , b ] → R {\displaystyle g\colon \to \mathbb {R} } konvergiert. Es gelte außerdem, dass die Folge f n ( x 0 ) {\displaystyle f_{n}} für mindestens einen Punkt x 0 ∈ [ a , b ] {\displaystyle x_{0}\in } konvergiert. Dann konvergiert f n : [ a , b ] → R {\displaystyle f_{n}\colon \to \mathbb {R} } bereits gleichmäßig gegen eine differenzierbare Funktion g : [ a , b ] → R {\displaystyle g\colon \to \mathbb {R} } und es gilt f ′ = g {\displaystyle f'=g} . Sei f n : [ a , b ] → R {\displaystyle f_{n}\colon \to \mathbb {R} } eine Folge stetig differenzierbarer Funktionen, sodass die Reihe ∑ n = 1 ∞ | | f n ′ | | ∞ {\displaystyle \textstyle \sum _{n=1}^{\infty }||f_{n}'||_{\infty }} konvergiert, wobei | | f n ′ | | ∞ := sup x ∈ [ a , b ] | f n ′ ( x ) | {\displaystyle ||f_{n}'||_{\infty }:=\sup _{x\in }|f_{n}'|} die Supremumsnorm bezeichnet. Konvergiert außerdem die Reihe ∑ n = 1 ∞ f n ( x 0 ) {\displaystyle \textstyle \sum _{n=1}^{\infty }f_{n}} für ein x 0 ∈ [ a , b ] {\displaystyle x_{0}\in } , dann konvergiert die Funktionenreihe g N := ∑ n = 1 N f n {\displaystyle \textstyle g_{N}:=\sum _{n=1}^{N}f_{n}} gleichmäßig gegen eine differenzierbare Funktion, und es gilt Das Resultat geht auf Karl Weierstraß zurück. Es sei f : [ a , b ] × [ c , d ] → R {\displaystyle f\colon \times \to \mathbb {R} } eine stetige Funktion, sodass die partielle Ableitung existiert und stetig ist. Dann ist auch differenzierbar, und es gilt Diese Regel wird auch als Leibnizsche Regel bezeichnet. Bisher wurde nur von reellen Funktionen gesprochen. Alle behandelten Regeln lassen sich jedoch auf Funktionen mit komplexen Eingaben und Werten übertragen. Dies hat den Hintergrund, dass die komplexen Zahlen C {\displaystyle \mathbb {C} } genau wie die reellen Zahlen einen Körper bilden, dort also Addition, Multiplikation und Division erklärt ist. Diese zusätzliche Struktur bildet den entscheidenden Unterschied zu einer Herangehensweise mehrdimensionaler reeller Ableitungen, wenn C {\displaystyle \mathbb {C} } bloß als zweidimensionaler R {\displaystyle \mathbb {R} } -Vektorraum aufgefasst wird. Ferner lassen sich die euklidischen Abstandsbegriffe der reellen Zahlen auf natürliche Weise auf komplexe Zahlen übertragen. Dies erlaubt eine analoge Definition und Behandlung der für die Differentialrechnung wichtigen Begriffe wie Folge und Grenzwert. Ist also U ⊂ C {\displaystyle U\subset \mathbb {C} } offen, f : U → C {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {C} } eine komplexwertige Funktion, so heißt f {\displaystyle f} an der Stelle z ∈ U {\displaystyle z\in U} komplex differenzierbar, wenn der Grenzwert existiert. Dieser wird mit f ′ ( z ) {\displaystyle f'} bezeichnet und Ableitung von f {\displaystyle f} an der Stelle z {\displaystyle z} genannt. Es ist demnach möglich, den Begriff der Linearisierung ins Komplexe weiterzutragen: Die Ableitung f ′ ( z ) {\displaystyle f'} ist die „Steigung“ der linearen Funktion, die f {\displaystyle f} bei z {\displaystyle z} optimal approximiert. Allerdings ist darauf zu achten, dass der Wert h {\displaystyle h} im Grenzwert nicht nur reelle, sondern auch komplexe Zahlen annehmen kann. Dies hat zur Folge, dass der Terminus der komplexen Differenzierbarkeit wesentlich restriktiver ist als jener der reellen Differenzierbarkeit. Während im Reellen nur zwei Richtungen im Differenzenquotienten betrachtet werden mussten, sind es im Komplexen unendlich viele Richtungen, da diese keine Gerade, sondern eine Ebene aufspannen. So ist beispielsweise die Betragsfunktion z ↦ | z | {\displaystyle z\mapsto |z|} nirgends komplex differenzierbar. Eine komplexe Funktion ist genau dann komplex differenzierbar in einem Punkt, wenn sie dort die Cauchy-Riemannschen Differentialgleichungen erfüllt und total differenzierbar ist. Trotz des viel einschränkenderen Begriffs der komplexen Differenzierbarkeit übertragen sich alle üblichen Rechenregeln der reellen Differentialrechnung in die komplexe Differentialrechnung. Dazu gehören die Ableitungsregeln, also zum Beispiel Summen-, Produkt- und Kettenregel, wie auch die Umkehrregel für inverse Funktionen. Viele Funktionen, wie Potenzen, die Exponentialfunktion oder der Logarithmus, haben natürliche Fortsetzungen in die komplexen Zahlen und besitzen weiterhin ihre charakteristischen Eigenschaften. Von diesem Gesichtspunkt her ist die komplexe Differentialrechnung mit ihrem reellen Analogon identisch. Wenn eine Funktion f {\displaystyle f} in ganz U {\displaystyle U} komplex differenzierbar ist, nennt man sie auch eine in U {\displaystyle U} holomorphe Funktion. Holomorphe Funktionen haben bedeutende Eigenschaften. So ist zum Beispiel jede holomorphe Funktion bereits beliebig oft differenzierbar. Die daraus aufkommende Klassifizierungfrage holomorpher Funktionen ist Gegenstand der Funktionentheorie. Es stellt sich heraus, dass im komplex-eindimensionalen Fall der Begriff holomorph äquivalent zum Begriff analytisch ist. Demnach ist jede holomorphe Funktion analytisch, und umgekehrt. Ist eine Funktion sogar in ganz C {\displaystyle \mathbb {C} } holomorph, so nennt man sie ganz. Beispiele für ganze Funktionen sind die Potenzfunktionen z ↦ z n {\displaystyle z\mapsto z^{n}} mit natürlichen Zahlen n {\displaystyle n} sowie z ↦ e z {\displaystyle z\mapsto e^{z}} , z ↦ sin ⁡ ( z ) {\displaystyle z\mapsto \sin} und z ↦ cos ⁡ ( z ) {\displaystyle z\mapsto \cos} . Alle vorherigen Ausführungen legten eine Funktion in einer Variablen zugrunde. Funktionen, die Vektoren auf Vektoren oder Vektoren auf Zahlen abbilden, können ebenfalls eine Ableitung haben. Allerdings ist eine Tangente an den Funktionsgraph in diesen Fällen nicht mehr eindeutig bestimmt, da es viele verschiedene Richtungen gibt. Hier ist also eine Erweiterung des bisherigen Ableitungsbegriffs notwendig. Es sei U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} offen, f : U → R m {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} ^{m}} eine Funktion, x 0 ∈ U {\displaystyle x_{0}\in U} und v ∈ R n ∖ { 0 } {\displaystyle v\in \mathbb {R} ^{n}\setminus \{0\}} ein Vektor. Aufgrund der Offenheit von U {\displaystyle U} gibt es ein ε > 0 {\displaystyle \varepsilon >0} mit x 0 + h v ∈ U {\displaystyle x_{0}+hv\in U} für alle | h | < ε {\displaystyle |h|<\varepsilon } , weshalb die Funktion ( − ε , ε ) → R m {\displaystyle \to \mathbb {R} ^{m}} mit h ↦ f ( x 0 + h v ) {\displaystyle h\mapsto f} wohldefiniert ist. Ist diese Funktion in h = 0 {\displaystyle h=0} differenzierbar, so heißt ihre Ableitung Richtungsableitung von f {\displaystyle f} an der Stelle x 0 {\displaystyle x_{0}} in der Richtung v {\displaystyle v} und wird meistens mit D v f ( x 0 ) {\displaystyle D_{v}f} bezeichnet. Es gilt: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Richtungsableitung und der Jacobi-Matrix. Ist f {\displaystyle f} differenzierbar, dann existiert D v f ( x 0 ) {\displaystyle D_{v}f} und es gilt in einer Umgebung von x 0 {\displaystyle x_{0}} : wobei die Schreibweise o {\displaystyle o} das entsprechende Landau-Symbol bezeichnet. Es werde als Beispiel eine Funktion R 3 → R {\displaystyle \mathbb {R} ^{3}\to \mathbb {R} } betrachtet, also ein Skalarfeld. Diese könnte eine Temperaturfunktion sein: In Abhängigkeit vom Ort wird die Temperatur im Zimmer gemessen, um zu beurteilen, wie effektiv die Heizung ist. Wird das Thermometer in eine bestimmte Raumrichtung bewegt, ist eine Veränderung der Temperatur festzustellen. Dies entspricht genau der entsprechenden Richtungsableitung. Die Richtungsableitungen in spezielle Richtungen e j {\displaystyle e_{j}} , nämlich in die der Koordinatenachsen mit der Länge | | e j | | = | | v | | = 1 {\displaystyle ||e_{j}||=||v||=1} , nennt man die partiellen Ableitungen. Insgesamt lassen sich für eine Funktion in n {\displaystyle n} Variablen n {\displaystyle n} partielle Ableitungen errechnen: Die einzelnen partiellen Ableitungen einer Funktion lassen sich auch gebündelt als Gradient oder Nablavektor anschreiben: Meist wird der Gradient als Zeilenvektor geschrieben. In manchen Anwendungen, besonders in der Physik, ist jedoch auch die Schreibweise als Spaltenvektor üblich. Partielle Ableitungen können selbst differenzierbar sein und ihre partiellen Ableitungen lassen sich dann in der sogenannten Hesse-Matrix anordnen. Eine Funktion f : U ⊂ R n → R m {\displaystyle f\colon U\subset \mathbb {R} ^{n}\to \mathbb {R} ^{m}} mit ( x 1 , … , x n ) ↦ ( f 1 ( x 1 , … , x n ) , … , f m ( x 1 , … , x n ) ) {\displaystyle \mapsto ,\dots ,f_{m})} , wobei U {\displaystyle U} eine offene Menge ist, heißt in einem Punkt x 0 ∈ U {\displaystyle x_{0}\in U} total differenzierbar , falls eine lineare Abbildung L : R n → R m {\displaystyle L\colon \mathbb {R} ^{n}\to \mathbb {R} ^{m}} existiert, sodass gilt. Für den eindimensionalen Fall stimmt diese Definition mit der oben angegebenen überein. Die lineare Abbildung L {\displaystyle L} ist bei Existenz eindeutig bestimmt, ist also insbesondere unabhängig von der Wahl äquivalenter Normen. Die Tangente wird daher durch die lokale Linearisierung der Funktion abstrahiert. Die Matrixdarstellung der ersten Ableitung von f {\displaystyle f} nennt man Jacobi-Matrix. Es handelt sich um eine ( m × n ) {\displaystyle } -Matrix. Für m = 1 {\displaystyle m=1} erhält man den weiter oben beschriebenen Gradienten. Zwischen den partiellen Ableitungen und der totalen Ableitung besteht folgender Zusammenhang: Existiert in einem Punkt die totale Ableitung, so existieren dort auch alle partiellen Ableitungen. In diesem Fall stimmen die partiellen Ableitungen mit den Koeffizienten der Jacobi-Matrix überein: Umgekehrt folgt aus der Existenz der partiellen Ableitungen in einem Punkt x 0 {\displaystyle x_{0}} nicht zwingend die totale Differenzierbarkeit, ja nicht einmal die Stetigkeit. Sind die partiellen Ableitungen jedoch zusätzlich in einer Umgebung von x 0 {\displaystyle x_{0}} stetig, dann ist die Funktion in x 0 {\displaystyle x_{0}} auch total differenzierbar. Es seien U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} und V ⊂ R m {\displaystyle V\subset \mathbb {R} ^{m}} offen sowie f : U → R m {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} ^{m}} und g : V → R ℓ {\displaystyle g\colon V\to \mathbb {R} ^{\ell }} in x 0 ∈ U {\displaystyle x_{0}\in U} bzw. y 0 := f ( x 0 ) {\displaystyle y_{0}:=f} differenzierbar, wobei f ( U ) ⊂ V {\displaystyle f\subset V} . Dann ist h : U → R ℓ {\displaystyle h\colon U\to \mathbb {R} ^{\ell }} mit h ( x ) := g ( f ( x ) ) {\displaystyle h:=g)} in x 0 {\displaystyle x_{0}} differenzierbar mit Jacobi-Matrix Mit anderen Worten, die Jacobi-Matrix der Komposition h = g ∘ f {\displaystyle h=g\circ f} ist das Produkt der Jacobi-Matrizen von g {\displaystyle g} und f {\displaystyle f} . Es ist zu beachten, dass die Reihenfolge der Faktoren im Gegensatz zum klassischen eindimensionalen Fall eine Rolle spielt. Mit Hilfe der Kettenregel kann die Produktregel auf reellwertige Funktionen mit höherdimensionalem Definitionsbereich verallgemeinert werden. Ist U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} offen und sind f , g : U → R {\displaystyle f,g\colon U\to \mathbb {R} } beide in x 0 ∈ U {\displaystyle x_{0}\in U} differenzierbar, so folgt oder in der Gradientenschreibweise Sei U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} offen. Es bezeichne f k {\displaystyle f_{k}} eine Folge stetig differenzierbarer Funktionen f k : U → R m {\displaystyle f_{k}\colon U\to \mathbb {R} ^{m}} , sodass es Funktionen f : U → R m {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} ^{m}} und g : U → L ( R n , R m ) {\displaystyle g\colon U\to {\mathcal {L}}} gibt (dabei ist L ( R n , R m ) {\displaystyle {\mathcal {L}}} der Raum der linearen Abbildungen von R n {\displaystyle \mathbb {R} ^{n}} nach R m {\displaystyle \mathbb {R} ^{m}} ), sodass Folgendes gilt: Dann ist f {\displaystyle f} stetig differenzierbar auf U {\displaystyle U} und es gilt J f ( x ) = g ( x ) {\displaystyle J_{f}=g} . Ist eine Funktion x ↦ y ( x ) {\displaystyle x\mapsto y} durch eine implizite Gleichung F ( x , y ( x ) ) = 0 {\displaystyle F)=0} gegeben, so folgt aus der mehrdimensionalen Kettenregel, die für Funktionen mehrerer Variablen gilt, Für die Ableitung der Funktion y {\displaystyle y} ergibt sich daher mit F x = ∂ F ∂ x , F y = ∂ F ∂ y {\displaystyle F_{x}={\frac {\partial F}{\partial x}},F_{y}={\frac {\partial F}{\partial y}}} und F y ≠ 0. {\displaystyle F_{y}\neq 0.} Die Differentiationsreihenfolge ist bei der Berechnung partieller Ableitungen höherer Ordnung unerheblich, wenn alle partiellen Ableitungen bis zu dieser Ordnung stetig sind. Dies bedeutet konkret: Ist U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} offen und die Funktion f : U → R {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} } zweimal stetig differenzierbar , so gilt für alle 1 ≤ j , k ≤ n {\displaystyle 1\leq j,k\leq n} und x ∈ U {\displaystyle x\in U} : Der Satz wird falsch, wenn die Stetigkeit der zweifachen partiellen Ableitungen weggelassen wird. Der Satz von der impliziten Funktion besagt, dass Funktionsgleichungen auflösbar sind, falls die Jacobi-Matrix bezüglich bestimmter Variablen lokal invertierbar ist. Über den höherdimensionalen Mittelwertsatz gelingt es, eine Funktion entlang einer Verbindungsstrecke abzuschätzen, wenn die dortigen Ableitungen bekannt sind. Seien U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} offen und f : U → R m {\displaystyle f\colon U\to \mathbb {R} ^{m}} differenzierbar. Gegeben seien zudem zwei Punkte x , y ∈ U {\displaystyle x,y\in U} , sodass die Verbindungsstrecke { x + t ( y − x ) ∣ 0 ≤ t ≤ 1 } {\displaystyle \{x+t\mid 0\leq t\leq 1\}} eine Teilmenge von U {\displaystyle U} ist. Dann postuliert der Mittelwertsatz die Ungleichung: Eine präzisere Aussage ist indes für den Fall reellwertiger Funktionen in mehreren Veränderlichen möglich, siehe auch Mittelwertsatz für reellwertige Funktionen mehrerer Variablen. Auch im Fall höherdimensionaler Funktionen können höhere Ableitungen betrachtet werden. Die Konzepte haben jedoch einige starke Unterschiede zum klassischen Fall, die besonders im Falle mehrerer Veränderlicher in Erscheinung treten. Bereits die Jacobi-Matrix lässt erkennen, dass die Ableitung einer höherdimensionalen Funktion an einer Stelle nicht mehr die gleiche Gestalt wie der dortige Funktionswert haben muss. Wird nun die erste Ableitung x ↦ J f ( x ) {\displaystyle x\mapsto J_{f}} erneut abgeleitet, so ist die erneute „Jacobi-Matrix“ im Allgemeinen ein noch umfangreicheres Objekt. Für dessen Beschreibung ist das Konzept der multilinearen Abbildungen bzw. des Tensors erforderlich. Ist ∂ 0 f := f {\displaystyle \partial ^{0}f:=f} , so ordnet ∂ f : U → L ( R n , R m ) {\displaystyle \partial f\colon U\to {\mathcal {L}}} jedem Punkt eine ( m × n ) {\displaystyle } -Matrix (lineare Abbildung von R n {\displaystyle \mathbb {R} ^{n}} nach R m {\displaystyle \mathbb {R} ^{m}} ) zu. Induktiv definiert man für die höheren Ableitungen wobei L ℓ ( R n , R m ) {\displaystyle {\mathcal {L}}^{\ell }} der Raum der ℓ {\displaystyle \ell } -multilinearen Abbildungen von R n × ⋯ × R n ⏟ ℓ − m a l {\displaystyle \underbrace {\mathbb {R} ^{n}\times \cdots \times \mathbb {R} ^{n}} _{\ell -\mathrm {mal} }} nach R m {\displaystyle \mathbb {R} ^{m}} bezeichnet. Analog wie im eindimensionalen Fall definiert man die Räume der ℓ {\displaystyle \ell } -mal stetig differenzierbaren Funktionen auf U ⊂ R n {\displaystyle U\subset \mathbb {R} ^{n}} durch C ℓ ( U , R m ) {\displaystyle C^{\ell }} , und die glatten Funktion via Auch die Konzepte der Taylor-Formeln und der Taylorreihe lassen sich auf den höherdimensionalen Fall verallgemeinern, siehe auch Taylor-Formel im Mehrdimensionalen bzw. mehrdimensionale Taylorreihe. Ein Anwendungsbeispiel der Differentialrechnung mehrerer Veränderlicher betrifft die Fehlerrechnung, zum Beispiel im Kontext der Experimentalphysik. Während man im einfachsten Falle die zu bestimmende Größe direkt messen kann, wird es meistens der Fall sein, dass sie sich durch einen funktionalen Zusammenhang aus einfacher zu messenden Größen ergibt. Typischerweise hat jede Messung eine gewisse Unsicherheit, die man durch Angabe des Messfehlers zu quantifizieren versucht. Bezeichnet zum Beispiel V : R > 0 3 → R {\displaystyle V\colon \mathbb {R} _{>0}^{3}\to \mathbb {R} } mit ( l , b , h ) ↦ l b h {\displaystyle \mapsto lbh} das Volumen eines Quaders, so könnte das Ergebnis V {\displaystyle V} experimentell ermittelt werden, indem man Länge l {\displaystyle l} , Breite b {\displaystyle b} und Höhe h {\displaystyle h} einzeln misst. Treten bei diesen die Fehler Δ l {\displaystyle \Delta l} , Δ b {\displaystyle \Delta b} und Δ h {\displaystyle \Delta h} auf, so gilt für den Fehler in der Volumenberechnung: Allgemein gilt, dass wenn eine zu messende Größe funktional von einzeln gemessenen Größen x 1 , … , x n {\displaystyle x_{1},\dots ,x_{n}} durch f : R n → R {\displaystyle f\colon \mathbb {R} ^{n}\to \mathbb {R} } abhängt und bei deren Messungen jeweils die Fehler Δ x k {\displaystyle \Delta x_{k}} entstehen, der Fehler der daraus errechneten Größe ungefähr bei liegen wird. Dabei bezeichnet der Vektor m {\displaystyle {\boldsymbol {m}}} die exakten Terme der einzelnen Messungen. Viele höhere Gleichungssysteme lassen sich nicht algebraisch geschlossen lösen. In manchen Fällen kann man aber zumindest eine ungefähre Lösung ermitteln. Ist das System durch f ( x ) = 0 {\displaystyle f={\boldsymbol {0}}} gegeben, mit einer stetig differenzierbaren Funktion f : R m → R m {\displaystyle f\colon \mathbb {R} ^{m}\to \mathbb {R} ^{m}} , so konvergiert die Iterationsvorschrift unter gewissen Voraussetzungen gegen eine Nullstelle. Dabei bezeichnet J f ( x n ) − 1 {\displaystyle J_{f}^{-1}} das Inverse der Jacobi-Matrix zu f {\displaystyle f} . Der Prozess stellt eine Verallgemeinerung des klassischen eindimensionalen Newton-Verfahrens dar. Aufwendig ist allerdings die Berechnung dieser Inversen in jedem Schritt. Unter Verschlechterung der Konvergenzrate kann in manchen Fällen die Modifikation J f ( x 0 ) − 1 {\displaystyle J_{f}^{-1}} statt J f ( x n ) − 1 {\displaystyle J_{f}^{-1}} vorgenommen werden, womit nur eine Matrix invertiert werden muss. Auch für die Kurvendiskussion von Funktionen f : R m → R {\displaystyle f\colon \mathbb {R} ^{m}\to \mathbb {R} } ist die Auffindung von Minima bzw. Maxima, zusammengefasst Extrema, ein wesentliches Anliegen. Die mehrdimensionale Differentialrechnung liefert Möglichkeiten, diese zu bestimmen, sofern die betrachtete Funktion zweimal stetig differenzierbar ist. Analog zum Eindimensionalen besagt die notwendige Bedingung für die Existenz für Extrema, dass im besagten Punkt x {\displaystyle {\boldsymbol {x}}} alle partiellen Ableitungen 0 sein müssen, also für alle 1 ≤ j ≤ m {\displaystyle 1\leq j\leq m} . Dieses Kriterium ist nicht hinreichend, dient aber dazu, diese kritischen Punkte als mögliche Kandidaten für Extrema zu ermitteln. Unter Bestimmung der Hesse-Matrix, der zweiten Ableitung, kann anschließend in manchen Fällen entschieden werden, um welche Art Extremstelle es sich handelt. Im Gegensatz zum Eindimensionalen ist die Formenvielfalt kritischer Punkte größer. Mittels einer Hauptachsentransformation, also einer detaillierten Untersuchung der Eigenwerte, der durch eine mehrdimensionale Taylor-Entwicklung im betrachteten Punkt gegebenen quadratischen Form lassen sich die verschiedenen Fälle klassifizieren. Häufig ist bei Optimierungsproblemen die Zielfunktion f : R m → R {\displaystyle f\colon \mathbb {R} ^{m}\to \mathbb {R} } lediglich auf einer Teilmenge D ⊂ R m {\displaystyle D\subset \mathbb {R} ^{m}} zu minimieren, wobei D {\displaystyle D} durch sog. Nebenbedingungen bzw. Restriktionen bestimmt ist. Ein Verfahren, das zur Lösung solcher Probleme herangezogen werden kann, ist die Lagrangesche Multiplikatorregel. Diese nutzt die mehrdimensionale Differentialrechnung und lässt sich sogar auf Ungleichungsnebenbedingungen ausweiten. In der Mikroökonomie werden beispielsweise verschiedene Arten von Produktionsfunktionen analysiert, um daraus Erkenntnisse für makroökonomische Zusammenhänge zu gewinnen. Hier ist vor allem das typische Verhalten einer Produktionsfunktion von Interesse: Wie reagiert die abhängige Variable Output y {\displaystyle y} , wenn die Inputfaktoren um eine infinitesimal kleine Einheit erhöht werden? Ein Grundtyp einer Produktionsfunktion ist etwa die neoklassische Produktionsfunktion. Sie zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass der Output bei jedem zusätzlichen Input steigt, dass aber die Zuwächse abnehmend sind. Es sei beispielsweise für eine Volkswirtschaft die Cobb-Douglas-Funktion maßgebend. Zu jedem Zeitpunkt wird in der Volkswirtschaft unter dem Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit L {\displaystyle L} und Kapital K {\displaystyle K} mithilfe eines gegebenen Technologielevels T {\displaystyle T} Output produziert. Die erste Ableitung dieser Funktion nach den Produktionsfaktoren ergibt: Da die partiellen Ableitungen aufgrund der Beschränkung α ∈ ( 0 , 1 ) {\displaystyle \alpha \in } nur positiv werden können, sieht man, dass der Output bei einer Erhöhung der jeweiligen Inputfaktoren steigt. Die partiellen Ableitungen 2. Ordnung ergeben: Sie werden für alle Inputs negativ sein, also fallen die Zuwachsraten. Man könnte also sagen, dass bei steigendem Input der Output unterproportional steigt. Die relative Änderung des Outputs im Verhältnis zu einer relativen Änderung des Inputs ist hier durch die Elastizität η i ≡ ∂ f ( x ) ∂ x i x i f ( x ) {\displaystyle \eta _{i}\equiv {\tfrac {\partial f}{\partial x_{i}}}{\tfrac {x_{i}}{f}}} gegeben. Vorliegend bezeichnet η K ≡ ∂ F ( K , L ) ∂ K K F ( K , L ) {\displaystyle \eta _{K}\equiv {\tfrac {\partial F}{\partial K}}{\tfrac {K}{F}}} die Produktionselastizität des Kapitals, die bei dieser Produktionsfunktion dem Exponenten α {\displaystyle \alpha } entspricht, der wiederum die Kapitaleinkommensquote repräsentiert. Folglich steigt der Output bei einer infinitesimal kleinen Erhöhung des Kapitals um die Kapitaleinkommensquote. Eine wichtige Anwendung der Differentialrechnung besteht in der mathematischen Modellierung physikalischer Vorgänge. Wachstum, Bewegung oder Kräfte haben alle mit Ableitungen zu tun, ihre formelhafte Beschreibung muss also Differentiale enthalten. Typischerweise führt dies auf Gleichungen, in denen Ableitungen einer unbekannten Funktion auftauchen, sogenannte Differentialgleichungen. Beispielsweise verknüpft das newtonsche Bewegungsgesetz die Beschleunigung a → {\displaystyle {\vec {a}}} eines Körpers mit seiner Masse m {\displaystyle m} und der auf ihn einwirkenden Kraft F → {\displaystyle {\vec {F}}} . Das Grundproblem der Mechanik lautet deshalb, aus einer gegebenen Beschleunigung die Ortsfunktion eines Körpers herzuleiten. Diese Aufgabe, eine Umkehrung der zweifachen Differentiation, hat die mathematische Gestalt einer Differentialgleichung zweiter Ordnung. Die mathematische Schwierigkeit dieses Problems rührt daher, dass Ort, Geschwindigkeit und Beschleunigung Vektoren sind, die im Allgemeinen nicht in die gleiche Richtung zeigen, und dass die Kraft von der Zeit t {\displaystyle t} und vom Ort r → {\displaystyle {\vec {r}}} abhängen kann. Da viele Modelle mehrdimensional sind, sind bei der Formulierung häufig die weiter oben erklärten partiellen Ableitungen sehr wichtig, mit denen sich partielle Differentialgleichungen formulieren lassen. Mathematisch kompakt werden diese mittels Differentialoperatoren beschrieben und analysiert. Zentrales Thema der Differentialgeometrie ist die Ausdehnung der klassischen Analysis auf höhere geometrische Objekte. Diese sehen lokal so aus wie zum Beispiel der euklidische Raum R n {\displaystyle \mathbb {R} ^{n}} , können aber global eine andere Gestalt haben. Der Begriff hinter diesem Phänomen ist die Mannigfaltigkeit. Mit Hilfe der Differentialgeometrie werden Fragestellungen über die Natur solcher Objekte studiert – zentrales Werkzeug ist weiterhin die Differentialrechnung. Gegenstand der Untersuchung sind oftmals die Abstände zwischen Punkten oder die Volumina von Figuren. Beispielsweise kann mit ihrer Hilfe der kürzestmögliche Weg zwischen zwei Punkten auf einer gekrümmten Fläche bestimmt und gemessen werden, die sogenannte Geodätische. Für die Messung von Volumina wird der Begriff der Differentialform benötigt. Differentialformen erlauben unter anderem eine koordinatenunabhängige Integration. Sowohl die theoretischen Ergebnisse als auch Methoden der Differentialgeometrie haben bedeutende Anwendungen in der Physik. So beschrieb Albert Einstein seine Relativitätstheorie mit differentialgeometrischen Begriffen. In vielen Anwendungen ist es wünschenswert, Ableitungen auch für stetige oder sogar unstetige Funktionen bilden zu können. So kann beispielsweise eine sich am Strand brechende Welle durch eine partielle Differentialgleichung modelliert werden, die Funktion der Höhe der Welle ist aber noch nicht einmal stetig. Zu diesem Zweck verallgemeinerte man Mitte des 20. Jahrhunderts den Ableitungsbegriff auf den Raum der Distributionen und definierte dort eine schwache Ableitung. Eng verbunden damit ist der Begriff des Sobolew-Raums. Der Begriff der Ableitung als Linearisierung lässt sich analog auf Funktionen f {\displaystyle f} zwischen zwei normierbaren topologischen Vektorräumen X {\displaystyle X} und Y {\displaystyle Y} übertragen : f {\displaystyle f} heißt in ξ {\displaystyle \xi } Fréchet-differenzierbar, wenn ein stetiger linearer Operator L ξ ∈ L ( X , Y ) {\displaystyle L_{\xi }\in {\mathcal {L}}} existiert, sodass Eine Übertragung des Begriffes der Ableitung auf andere Ringe als R {\displaystyle \mathbb {R} } und C {\displaystyle \mathbb {C} } führt zur Derivation. Differentialrechnung ist ein zentraler Unterrichtsgegenstand in der Sekundarstufe II und wird somit in allen Mathematik-Lehrbüchern dieser Stufe behandelt.
2024-12-01 18:12:45
https://de.wikipedia.org/wiki/US-Amerikaner
Die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten , auch als US-Staatsangehörigkeit, US-Staatsbürgerschaft oder als amerikanische Staatsbürgerschaft bezeichnet, ist ein Bündel von Rechten und Pflichten einer natürlichen Person, die Staatsbürgern der Vereinigten Staaten von Amerika zukommen. Bereits der erste Satz der Unabhängigkeitserklärung von 1776 spricht von „einem Volk“ der „Vereinigten Staaten“. Die Unabhängigkeitserklärung konstituierte aber noch keinen Bundesstaat, sondern lediglich einen Staatenbund von dreizehn unabhängigen Staaten, die jeder für sich eine eigene Staatsangehörigkeit beanspruchten. Dies änderte sich mit der Verfassung von 1787, die 1789 in Kraft trat. Alle Personen, die auf dem Boden der USA geboren sind, erhalten die amerikanische Staatsbürgerschaft kraft Geburt , siehe Geburtsortsprinzip, mit Ausnahme der Kinder von „Botschaftern, nichtamerikanischem Botschaftspersonal, fremder Regierungsmitglieder und Adelshäuser auf Staatsbesuch“, siehe 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, Definition des Begriffs „Bürger“. Kinder, die außerhalb der USA geboren sind, bei denen aber zumindest ein Elternteil die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft, unabhängig davon, in welchem Staat sie sich befinden. Dazu müssen sie jedoch von den Eltern, bzw. dem Elternteil mit der amerikanischen Staatsbürgerschaft bei einer nahegelegenen US-Botschaft oder einem US-Konsulat einen Konsularbericht über die Geburt eines Bürgers der Vereinigten Staaten von Amerika im Ausland , auch Form FS-240 genannt) beantragen, der dokumentiert, dass das Kind US-Bürger ist. Eine weitere Möglichkeit, die Staatsbürgerschaft der USA zu erlangen, ist die Einbürgerung. Unverheiratete Kinder unter 21 Jahren, die in den USA leben, erwerben die amerikanische Staatsbürgerschaft per Gesetz, d. h. ohne Antrag und automatisch, sobald mindestens ein Elternteil in den USA eingebürgert wird. Das Kind kann dann sofort einen amerikanischen Pass beantragen, wobei außer dem Certificate of Naturalization des Elternteils auch die Green Card und Geburtsurkunde des Kindes vorgelegt werden müssen. Die Gebühren betragen für ein Passbuch 115 Dollar . Gänzlich unabhängig davon kann – muss aber nicht – auch ein Certificate of Citizenship beantragt werden. Dafür muss das Formblatt N-600 ausgefüllt und eingereicht werden; neben einer Vielzahl von Anlagen wird bei Form N-600 auch eine Gebühr von 1170 Dollar fällig . Behörden verlangen bei bestimmten Anlässen, etwa bei Anträgen auf Medicaid, dass die amerikanische Staatsbürgerschaft nachgewiesen wird. In der Regel genügt hier die Vorlage eines US-Reisepasses. Als eines von nur zwei Ländern weltweit binden die USA die Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft, d. h. US-Bürger sind in den USA steuerpflichtig, selbst wenn sie seit ihrer Geburt im Ausland gelebt und noch nie US-Staatsgebiet betreten haben. Durch das FATCA-Abkommen müssen viele ausländische Banken Daten ihrer US-Kunden an die amerikanische Steuerbehörde weitergeben. Dieselben Regelungen gelten für Green-Card-Inhaber. Aus steuerlichen Gründen geben viele Personen ihre Green Card bzw. ihre US-Staatsbürgerschaft auf. Um dies zu erschweren, wurde die Gebühr für die Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft im Jahre 2014 von 450 auf 2350 US-Dollar erhöht, die höchste Gebühr für die Aufgabe einer Staatsbürgerschaft weltweit. Manche Personen müssen zusätzlich eine „expatriation tax“ bezahlen. Zum Verzicht auf die amerikanische Staatsangehörigkeit müssen zuvor fünf Jahre lang amerikanische Steuererklärungen eingereicht und in den sechs Vorjahren muss die FBAR Pflicht erfüllt worden sein. Deshalb genügt auch die Befolgung des Streamlined Foreign Offshore Verfahrens noch nicht einmal hierfür. Der IRS möchte nämlich feststellen, ob kein steuerliches Motiv bei diesem Schritt eine Rolle spielt. Danach kann ein Termin z. B. beim amerikanischen Konsulat in Frankfurt vereinbart werden, um zu verzichten: Renunciations & Relinquishments. Zur Bearbeitung dieses Antrags verlangt das Konsulat eine Gebühr in Höhe von 2.350 US$, welche beim Konsulat bezahlt werden muss. Für den Veranlagungszeitraum, in dem auf die amerikanische Staatsangehörigkeit verzichtet wird, muss bis zum Zeitpunkt der Aufgabe noch eine Steuererklärung und ein FBAR abgegeben worden sein. Es muss gleichzeitig ein Formular ausgefüllt werden, in dem der Verzichtwillige die Steuererklärungen der letzten fünf Jahre und alle seine Besitztümer angibt. Sollten die Steuererklärungen nicht eingereicht worden sein, kann es vorkommen, dass der Pass einbehalten wird, aber die Person noch nicht aus der amerikanischen Steuerpflicht entlassen wird. Wenn der Gesamtbesitz zum Zeitpunkt des Verzichts mehr als 2.000.000 US$ beträgt oder der Verzichtwillige keine amerikanischen Steuererklärungen für die letzten fünf Jahre abgegeben hat oder seine durchschnittliche Steuerlast in den letzten fünf Jahren über 168.000 US$ lag, kann in einigen Fällen eine EXIT Tax in Frage kommen. Die wichtigsten Rechte, die mit dieser Staatsbürgerschaft verbunden sind, sind das Recht auf gewöhnlichen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten, das Recht, auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten einer Erwerbstätigkeit nachzugehen sowie an den politischen Wahlen teilzunehmen. Im Recht der Vereinigten Staaten ist die Möglichkeit auf die Erlangung einer weiteren Staatsbürgerschaft vorgesehen. Personen, die auf Amerikanisch-Samoa oder Swains Island geboren wurden, sind per Gesetz „U.S. Nationals“, aber keine amerikanischen Staatsbürger. Sie dürfen außerhalb ihres Geburtsgebiets weder wählen noch gewählt werden. Ebenso wie US-Staatsbürger dürfen sie jedoch US-Nationals, welche die US-Staatsbürgerschaft beantragen, unterliegen denselben Vorschriften und Kriterien wie Green-Card-Inhaber. Für Auslandsreisen erhalten sie einen US-amerikanischen Reisepass, jedoch mit einem Hinweis auf ihren Status als U.S. Nationals.
2024-11-22 19:52:05
https://de.wikipedia.org/wiki/Comps-sur-Artuby
Comps-sur-Artuby ist eine französische Gemeinde mit 339 Einwohnern im Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Draguignan und ist Mitglied im Gemeindeverband Dracénie Provence Verdon Agglomération. Die Bewohner werden Compsois und Compsoises genannt. Comps-sur-Artuby liegt in der Provence, etwa 19 km nördlich von Draguignan an der D955 Richtung Castellane. Die Gemeinde befindet sich im Regionalen Naturpark Verdon auf einem Hügel auf 900 Metern Höhe über dem Artuby, einem Fluss, der sich durch eine tiefe Schlucht windet und schließlich südöstlich von La Palud-sur-Verdon in den Verdon mündet. Umgeben wird Comps-sur-Artuby von den acht Nachbargemeinden: Durch archäologische Befunde weiß man, dass die Gegend um Comps-sur-Artuby bereits in der Kupfersteinzeit und Eisenzeit besiedelt war. In Quellen des 11. Jahrhunderts erscheint der Ort unter dem Namen in Cumbis. Die Herrschaft über den Ort oblag aufgrund einer Schenkung der Königin Johanna I. von Anjou zum Teil dem Haus Pontevès. Im 13. Jahrhundert befand sich eine Komturei des Johanniterordens in Comps-sur-Artuby, die Karl von Durazzo belagerte und eroberte. Die Bevölkerung musste fliehen und gründete mehrere Dörfer in der Umgebung. Früher war Comps-sur-Artuby ein wichtiger Markt- und Durchgangsort. Heute prägen Landwirtschaft und Tourismus das wirtschaftliche Leben. Ampus | Bagnols-en-Forêt | Bargème | Bargemon | Brenon | Callas | Callian | Cavalaire-sur-Mer | Châteaudouble | Châteauvieux | Claviers | Cogolin | Comps-sur-Artuby | Draguignan | Fayence | Figanières | Flayosc | Fréjus | Gassin | Grimaud | La Bastide | La Croix-Valmer | La Garde-Freinet | La Martre | La Môle | La Motte | La Roque-Esclapon | Le Bourguet | Le Muy | Le Plan-de-la-Tour | Les Adrets-de-l’Estérel | Les Arcs | Lorgues | Mons | Montauroux | Montferrat | Puget-sur-Argens | Ramatuelle | Rayol-Canadel-sur-Mer | Roquebrune-sur-Argens | Saint-Antonin-du-Var | Sainte-Maxime | Saint-Paul-en-Forêt | Saint-Raphaël | Saint-Tropez | Salernes | Seillans | Sillans-la-Cascade | Tanneron | Taradeau | Tourrettes | Trans-en-Provence | Trigance | Vidauban
2024-12-03 14:29:15
https://de.wikipedia.org/wiki/Santuario_di_Nostra_Signora_della_Guardia_(Ceranesi)
Das Santuario di Nostra Signora della Guardia ist die wichtigste Marienwallfahrtskirche der italienischen Region Ligurien und trägt seit 1915 den Titel einer Basilica minor. Sie wurde im 16. Jahrhundert auf dem Gipfel des Monte Figogna erbaut und gehört zur Gemeinde Ceranesi, ungefähr 20 km entfernt von der Regionalhauptstadt Genua. Der Name der Kirche rührt von der strategisch wichtigen Lage her, die sie auf dem Berggipfel einnimmt. In der Antike war dieser Punkt zur Überwachung der Schiffe auf dem Ligurischen Meer und zur Ausmachung von Feindbewegungen genutzt worden. Von der Terrasse der Kirche hat man einen Panoramablick auf die Stadt Genua und die Küste der Italienischen Riviera. Bei guten Sichtverhältnissen sind die Insel Korsika und das Matterhorn auszumachen. 2008 verlieh Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch der Kirche die Goldene Rose. 44.498.8627222222222Koordinaten: 44° 29′ 24″ N, 8° 51′ 45,8″ O
2024-12-04 03:31:40
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerolsteiner_Dolomiten
IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area Das Naturschutzgebiet Gerolsteiner Dolomiten liegt im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet der Stadt Gerolstein und der Ortsgemeinde Pelm. Das aus zwei Teilflächen bestehende Gebiet erstreckt sich nördlich der Kernstadt Gerolstein zu beiden Seiten der Landesstraße L 29. Südlich des Gebietes verläuft die B 410 und fließt die Kyll. Das rund 102 ha große Gebiet wurde im Jahr 1990 unter der Kennung 7233-110 unter Naturschutz gestellt. Es umfasst das Zentrum der Gerolsteiner Kalkmulde mit Auberg, Munterley, Hustley und Papenkaule mit fossilienführenden Sedimentschichten und Dolomitfelsen. Schutzzweck ist die Erhaltung dieser Biotope. Ahbachtal | Am Berg bei Walsdorf | Am Haidepütz bei Walsdorf | Ans Enden bei Walsdorf | Auf dem großen Scheid bei Berndorf | Auf der Bach bei Berndorf | Auf der Heid bei Stadtkyll | Auf Klein-Pamet bei Walsdorf | Auf Lind bei Esch | Auf Seckerath bei Mirbach | Barsberg | Baumberg bei Wiesbaum | Dauner Maare: Gemündener Maar, Weinfelder Maar , Schalkenmehrener Maar | Die Büdden bei Oberbettingen | Dreiser Weiher mit Döhmberg und Börchen | Duppacher Maar | Eishöhlen und Fischbachtal bei Birresborn | Ernstberg | Eusberg bei Mirbach | Geisert bei Demerath | Gerolsteiner Dolomiten | Hochkelberg mit Mosbrucher Weiher | Holzmaar | Hönselberg | Hundsbachtal | Im Felst bei Birresborn | Im großen Reth bei Zilsdorf | Im Hirtenberg bei Feusdorf | Im Kälberpesch vor Birkelswieschen bei Zilsdorf | Immerather Maar | Kauligenberg bei Mirbach | Kirchweiler Rohr | Kobergswiese bei Berndorf | Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert bei Gönnersdorf | Möschelberg bei Lissendorf | Mürmes | Nerother Kopf | Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen | Remmelbachtal und Braunebachtal bei Mürlenbach | Sängscheid bei Stadtkyll | Sangweiher | Trilobitenfelder bei Gees | Unter der Forst bei Walsdorf | Steinbüchel bei Schüller | Vulkan Kalem | Wacholdergebiet bei Demerath | Wacholdergelände bei Bleckhausen | Winterberg bei Wiesbaum | Wirfttal bei Stadtkyll
2024-11-24 04:36:00
https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Friedrich_Baumann
Erwin Friedrich Baumann war ein Schweizer Architekt und Bildhauer. Erwin Friedrich Baumann wurde 1890 in Bern als zweites von vier Kindern des Baumeisters und Politikers Friedrich Baumann und der Marie-Louise Baumann-Bigler geboren. Vor seiner Einschulung erkrankte er an Diphtherie, und der Kuraufenthalt im Rothbad hat dazu geführt, dass er in der Schule den Anschluss verpasste. Baumann schreibt in seinem Lebenslauf: «Ich rutschte mit dem untersten Viertel der Klasse hinauf bis ins Gymnasium und wäre wohl so schlecht und recht mitgerutscht in die Hörsäle der Hochschulen hinein.» Infolge renitenten Verhaltens einem Lehrer gegenüber musste Baumann das Gymnasium jedoch verlassen. Auf ein Praxisjahr bei einem Architekten in Vevey folgten die Kavallerie-Rekruten- und Unteroffiziersschule, anschliessend die Maturität an der «Minerva» Zürich sowie Studien in Kunstgeschichte und Mathematik an der Universität Bern. Der Stammtisch der Akademische Turnerschaft Rhenania Bern, in welche er 1911 eintrat, befand sich im Restaurant Bubenberg in Bern. Dort sass Baumann oft mit den sich dort treffenden Berner Künstlern zusammen . Dieses Umfeld liess in ihm den Entschluss reifen «in Zukunft nicht nur Wappen und Figürchen mit dem Sackmesser zu schnitzen». Die ungenügende und nachlässige Pflege der Verletzungen als Folge eines Sturzes vom Pferd in der Unteroffiziersschule führte zu Tuberkulose, was letztlich die Entlassung aus der Armee zur Folge hatte. Ungeachtet dieses Zwischenfalles wagte Baumann den Schritt an die Architekturabteilung der Technischen Hochschule Darmstadt. Der Modellierkurs bei Augusto Varnesi mit Einführung in die Bauplastik, aber auch die Künstlerkolonie auf der Darmstädter Mathildenhöhe begeisterten ihn. Der Erste Weltkrieg setzte dem Aufenthalt in Deutschland ein Ende. Nach Kriegsausbruch nahm Baumann, gesundheitlich immer noch angeschlagen, als Freiwilliger an der Grenzbesetzung teil. 1915 wurde er vom Militärdienst erneut freigestellt. Es folgten Kuraufenthalte in Arosa und Davos. 1918 trat Baumann ins Architekturbureau von Rudolf Gaberel in Davos ein, wo er Freundschaften mit Jakob Bosshart, Paul Held, Wilhelm Schwerzmann und dem Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner pflegte. 1920 erhielt er den 1. Preis beim Wettbewerb für ein Denkmal der bernischen Kavallerieeinheiten auf der Lueg bei Burgdorf. Sein Projekt wurde jedoch nicht ausgeführt, da er sich weigerte, an ihm ein in seinen Augen unwürdiges Relief des Bildhauers Karl Hänny anzubringen. 1920 übernahm er im Auftrag von Rudolf Gaberel als örtlicher Bauleiter die künstlerische Gestaltung des Waldfriedhofs Davos. Im Sommer 1921 weilte Baumann in Paris als Bildhauer bei Émile-Antoine Bourdelle. In den Jahren 1921/1922 reiste er nach Ägypten, wo er als Bildhauer und Architekt tätig war und u. a. Mahmoud Mokhtar aufsuchte. Eine längere Studienreise über Griechenland, den Balkan und Oesterreich führte Baumann nach Davos zurück, wo er von 1922 bis 1924 erneut im Bureau Gaberel tätig war. In den Jahren von 1924 bis 1929 lebte Baumann in Kalifornien. Dort war auch sein Bruder Paul Baumann als Ingenieur tätig. In dieser Zeit schuf Baumann zahlreiche Holz- und Steinplastiken und war nebenbei als Architekt tätig. 1925 erhielt er den 1. Preis für den künstlerischen Schmuck für die Haupthalle des Neubaus eines Kaufhauses in Los Angeles sowie 1928 eine Auszeichnung des Kunstmuseums Los Angeles für seine Steinplastik Steinhauer. 1929 kehrte Baumann in die Schweiz zurück, wo er in Davos, Bern und Münchwilen arbeitete. 1938 heiratete er die Russlandschweizerin Rita Keller. Er weilte anschliessend einige Monate in Paris als Bildhauer unter Anleitung von Ossip Zadkine. Im Jahre 1938 erwarb er ein Bauernhaus in Faulensee, welches er als Heim für seine Familie renovierte. Das Haus wurde im Juli 2023 abgebrochen. Bei Kriegsausbruch meldete er sich erneut als Freiwilliger einer Hilfsdienst-Bewachungs-Kompanie zur Armee. Wegen der Erkrankung seiner Frau zog Baumann 1960 nach Bern, wo sie 1962 starb. Baumann hatte bis zu seinem Tode im Jahre 1980 ein Atelier im alten Tierspital Bern. Seine Urne wurde im Familiengrab auf dem Schosshaldenfriedhof in Bern bestattet. Von den Arbeiten aus der Zeit in Faulensee und Bern sind erwähnenswert die Kapitelle im Schloss Wimmis , der Altartisch in der Kirche Lerchenfeld und eine Brunnenfigur beim Schulhaus Krattigen , die Restaurierungen des Tschanhauses auf der Schüpf in Faulensee , der Kirche Einigen , des Bauernhauses «Les Aroles» als Dépendance des «Palace Hotels» in Gstaad , des unter Denkmalschutz stehenden, jedoch am 2. August 2008 durch Feuer zerstörten Gasthofs «St. Urs» in Biberist und der Kirche Radelfingen , die Ausgrabung der St.-Columban-Kapelle in Faulensee und die Bauleitung bei der Erweiterung der Zuckerfabrik in Aarberg , dem Neubau der britischen Botschaft in Bern und beim Verwaltungsbau der BKW . Offiziere der Gebirgsbrigade 11 erwogen, den Soldaten in Form eines Steinadlers, heimisch im Lötschental und dem heutigen Naturpark Alpe Veglia und Alpe Devero sowie Symbol der Brigade, aus Ausbruchmaterial aus dem Fort Gondo ein Ehrenmal zu erbauen. Baumann war im Kommando der Brigade bekannt . Baumann erhielt den Auftrag, die Möglichkeiten zu erkunden, und seine Vorschläge eines über neun Meter hohen Bruchstein-Monuments gefiel den beiden Vorgesetzten. Baumann beschrieb seinen Ansatz folgendermassen: «Vom Standpunkt des Bildhauers aus galt es, eine für Plastiken neue Technik zu finden, und es galt, den Entwurf dieser neuen Technik anzupassen, ohne seinen künstlerischen Wert zu beeinträchtigen. Zudem war es dem Projektverfasser sehr daran gelegen, einen Arbeitsvorgang zu finden, der dem Steinhauer und dem Maurer von ihren alltäglichen Bauten her schon vertraut sein würde. Folglich kamen nur Plan und Schnurgerüst in Frage, wo der Bauhandwerker sich mit dem Meter in der Hand zuhause fühlte. Als leicht zu handhabende Zugaben kamen als Hilfsmittel noch hinzu der Stechzirkel und das Gipsmodell als stichhaltige und in allen Zweifeln entscheidende Vorlage. Mit Wasserwaage, Winkel und Zirkel war dem Gipsoriginal im Massstab 1:10 nicht beizukommen. Die Grundrisse fielen dermassen ungenau aus, dass sie zur zehnfachen Vergrösserung niemals hätten verwendet werden dürfen. Erst das Modell eines genauen Schnurgerüsts und eine in diesem Lehrgerüst geformte Stückform zeitigten überraschend gute Ergebnisse. Die Stückform ist eine Negativform des Gipsoriginals im Massstab 1:10. Sie enthält jeden beliebigen Grundriss, ermöglicht jeden beliebigen Abstich zu nehmen, jeden beliebigen Horizontal- oder Vertikalschnitt herauszuzeichnen. Diese Stückform hatte auch den Vorteil, auf jeden Verstoss gegen die Technik des Bruchsteinmauerwerks aufmerksam zu machen; denn jede Schicht konnte für sich allein auf dem Reissbrett zusammengestellt und an ihrer inneren Kante auf Papier aufgerissen werden. In diesem Riss konnte das Mauerwerk in allen Zweifelsfällen eingetragen und studiert werden. Wurden Änderungen nötig, so führte dies oft fast ins Uferlose. Fünfzehn, zwanzig Schichten mussten ausgebaut werden, um die Korrektur auslaufend dem Original und allen davon betroffenen Schichten anpassen zu können. Das war Arbeit nicht nur von Tagen, sondern in einzelnen Fällen sogar von Wochen.» Linus Birchler schrieb 1954 an Baumann: «Nie hätte ich gedacht, dass der monumentale Adler am Simplonpass Ihr Werk ist, und nie hätte ich mir Gedanken gemacht, welch tolle technischen Probleme sich da stellten. Wenn ich in Zukunft von den Memnonskolossen und von den Felsentempeln von Abu Simbel in meinen Vorlesungen zu handeln habe, werde ich nun jeweils auch Ihren Adler zitieren samt den so ingeniösen Ventilationseinrichtungen, an die kein Mensch denkt.» Im Jahre 1943 kam es zum Bruch zwischen Geniechef Werner Grimm und Baumann. Grimm hat sich zeitlebens als Erbauer des Simplonadlers ausgegeben, was Baumann zu tiefst verletzte und ihn veranlasste den Einweihungsfeierlichkeiten im September 1944 auf dem Simplon fernzubleiben.
2024-12-02 07:52:07
https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold-Sommerfeld-Preis
Der Arnold-Sommerfeld-Preis, benannt nach Arnold Sommerfeld, wird seit 1994 jährlich von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften als Förderpreis an junge Wissenschaftler vergeben. Der Preis wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften vergeben. Vorschlagsberechtigt sind die ordentlichen Mitglieder der natur- und lebenswissenschaftlichen Sektionen der Akademie. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft der Freunde der Akademie finanziert.
2024-12-03 19:27:47
https://de.wikipedia.org/wiki/Handball-Weltmeisterschaft_der_M%C3%A4nner_2023/Qualifikation#Phase_1
Die Qualifikation zur Teilnahme an der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2023 begann im November 2015 mit dem Zuschlag der Ausrichtung der Weltmeisterschaft und endete im Mai 2021 mit dem Abschluss der Qualifikationsspiele. 32 Mannschaften konnten am Turnier teilnehmen. Traditionell gesetzt waren die Gastgeber und der Sieger der letzten Weltmeisterschaft. Somit standen für das Turnier 2023 noch 29 Plätze zur Verfügung. Die Auswahlmannschaften der Gastgebernationen Polen und Schweden waren gesetzt. Die dänische Mannschaft gewann die Weltmeisterschaft 2021 und war damit zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2023 qualifiziert. Die Confédération Africaine de Handball ermittelte ihre fünf Teilnehmer bei der Afrikameisterschaft 2022 vom 11. Juli bis 18. Juli 2022 in Ägypten: Ägypten, Kapverden, Marokko, Tunesien und Algerien. Der Asiatische Handballverband entsendet fünf Teilnehmer, die bei der Asienmeisterschaft 2022 vom 18. bis 31. Januar 2022 in Saudi-Arabien ermittelt wurden: Katar, Bahrain, Saudi-Arabien, Iran und Südkorea. Zwölf Teilnehmer stellt die Europäische Handballföderation . Drei davon wurden bei der Europameisterschaft 2022 ermittelt und weitere neun bei europäischen Qualifikationsspielen. Bei der Europameisterschaft 2022 im Januar 2022 qualifizierten sich drei Mannschaften direkt für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2023. Der Europameister 2022, Schweden, war als Gastgeber automatisch qualifiziert. Bei den europäischen Qualifikationsspielen wurden weitere neun Teilnehmer ermittelt. In Phase 1 der europäischen Qualifikationsspiele spielten 16 Teams, die sich nicht für die Europameisterschaft 2022 qualifizieren konnten, um die Teilnahme an der Phase 2 der Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2023. Am 19. August 2021 wurden in Wien die vier Gruppen dafür ausgelost. Den Gruppenteilnehmern war freigestellt, wie sie die beiden Besten ermitteln – ob in Turnierform oder in Hin- und Rückspielen. Tabelle: Spiele: In Gruppe 1 spielte vom 3. November 2021 bis 16. Januar 2022 jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel zur Ermittlung der beiden Teilnehmer an Phase 2. Die Teams aus Griechenland und aus Belgien zogen in die zweite Runde ein. Tabelle: Spiele: In Gruppe 2 ermittelten die Teams in einem Turnier vom 5. bis 7. November 2021 in Vantaa die beiden Teilnehmer an Phase 2; dies waren Finnland und Estland. Tabelle: Spiele: In Gruppe 3 ermittelten die Teams in einem Turnier vom 7. bis 9. Januar 2022 in Cluj-Napoca die beiden Teilnehmer an Phase 2 . Zypern zog seine Teilnahme nach Auftreten von COVID-19-Infektionen im Team zurück, die Spiele wurden 0:10 gewertet. Die Nachbarn Rumänien und Moldau spielten in dieser Qualifikation ihr erstes Länderspiel gegeneinander. Tabelle: Spiele: In Gruppe 4 ermittelten die Teams in einem Turnier vom 14. bis 16. Januar 2022 in Tórshavn die beiden Teilnehmer an Phase 2. In Phase 2 zogen die Färöer und Italien ein. Die Phase 2 der europäischen Qualifikation war in zwei Play-off-Runden unterteilt. In der ersten Play-off-Runde sollten die neun Mannschaften, die bei der Europameisterschaft 2022 am schlechtesten platziert waren , sowie die über die Phase 1 der europäischen Qualifikation ermittelten Mannschaften und die Schweiz, die als bestes nicht zur Europameisterschaft qualifiziertes Team als gesetzt gilt, gegeneinander in K.O-Spielen antreten. Der jeweilige Gesamtsieger des Vergleichs zieht in Runde 2 der Phase 2 ein. Die Spielansetzungen wurden im Rahmen der Europameisterschaft am 29. Januar 2022 per Los ermittelt. Diese erste Playoff-Runde wurde am 16. und 19. März 2022, die zweite Playoff-Runde am 13. und 16. April 2022 ausgetragen. * Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 konnte die Ukraine nicht an den Spielen teilnehmen. Die EHF wertete die Spiele mit 10:0 für Finnland. ** Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 wurden Belarus und Russland Ende Februar 2022 durch die EHF von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Spiele werden mit jeweils zwei Punkten und zehn Toren für den Gegner gewertet. In der zweiten Play-off-Runde sollten die neun bei der Europameisterschaft 2022 höchstplatzierten, nicht direkt qualifizierten Mannschaften , gegen die in der 1. Runde der Phase 2 ermittelten Teams antreten. Die zweite Playoff-Runde wurde am 13. und 16. April 2022 ausgetragen. * Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 wurden Belarus und Russland Ende Februar 2022 durch die EHF von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Spiele wurden mit jeweils zwei Punkten und zehn Toren für den Gegner gewertet. Die Handballkonföderation Nordamerikas und der Karibik entsandte einen Vertreter zur Weltmeisterschaft. Zur Ermittlung diente die nordamerikanische und karibische Meisterschaft 2022. Diese gewann das Team der Vereinigten Staaten. Der Ozeanische Verband war berechtigt, einen Vertreter zu entsenden. Aus Ozeanien hätte ein Team an der Weltmeisterschaft teilnehmen können, wenn es unter die besten fünf Mannschaften bei der Asienmeisterschaft 2022 gekommen wäre. Das war nicht der Fall. Die Süd- und zentralamerikanische Handballkonföderation konnte vier Vertreter entsenden. Bei der süd- und zentralamerikanischen Meisterschaft 2022 wurden im Januar 2022 als Teilnehmer Brasilien, Argentinien, Chile und Uruguay ermittelt. Zwei Teilnehmer erhielten zur Teilnahme eine Wildcard. Da bei der Asienmeisterschaft 2022 kein Ozeanien-Vertreter eine Qualifikation schaffte, wurde stattdessen eine zweite, zusätzliche Wildcard vergeben. Diese erhielten Slowenien und die Niederlande. Die nachfolgend aufgeführten Mannschaften nahmen an der Weltmeisterschaft 2023 teil. Die Tabelle zeigt zudem das Datum der Qualifizierung, den Kontinentalverband und die Anzahl der bisherigen Weltmeisterschaftsteilnahmen. Deutschland 1938 | Schweden 1954 | DDR 1958 | BR Deutschland 1961 | Tschechoslowakei 1964 | Schweden 1967 | Frankreich 1970 | DDR 1974 | Dänemark 1978 | BR Deutschland 1982 | Schweiz 1986 • Qualifikation | Tschechoslowakei 1990 | Schweden 1993 | Island 1995 | Japan 1997 | Ägypten 1999 | Frankreich 2001 | Portugal 2003 | Tunesien 2005 | Deutschland 2007 | Kroatien 2009 | Schweden 2011 • Qualifikation | Spanien 2013 • Qualifikation | Katar 2015 • Qualifikation | Frankreich 2017 • Qualifikation | Dänemark und Deutschland 2019 • Qualifikation | Ägypten 2021 • Qualifikation | Polen und Schweden 2023 • Qualifikation | Kroatien, Dänemark und Norwegen 2025 • Qualifikation | Deutschland 2027 • Qualifikation | Frankreich und Deutschland 2029 • Qualifikation | Island, Dänemark und Norwegen 2031 • Qualifikation Jugoslawien 1957 | Rumänien 1962 | BR Deutschland 1965 | Sowjetunion 1968 | Niederlande 1971 | Jugoslawien 1973 | Sowjetunion 1975 | Tschechoslowakei 1978 | Ungarn 1982 | Niederlande 1986 | Südkorea 1990 | Norwegen 1993 | Österreich und Ungarn 1995 | Deutschland 1997 | Dänemark und Norwegen 1999 | Italien 2001 | Kroatien 2003 | Russland 2005 | Frankreich 2007 | VR China 2009 | Brasilien 2011 | Serbien 2013 • Qualifikation | Dänemark 2015 • Qualifikation | Deutschland 2017 • Qualifikation | Japan 2019 • Qualifikation | Spanien 2021 • Qualifikation | Dänemark, Norwegen und Schweden 2023 • Qualifikation | Deutschland und Niederlande 2025 • Qualifikation | Ungarn 2027 • Qualifikation | Spanien 2029 • Qualifikation | Tschechien und Polen 2031 • Qualifikation
2024-12-01 22:35:58
https://de.wikipedia.org/wiki/Antalyaspor
Antalyaspor Kulübü, kurz Antalyaspor, ist ein türkischer Fußballverein aus Antalya. Durch seinen ehemaligen Hauptsponsor Medical Park, der zeitweilig auch als Namenssponsor hervortrat, hieß der Verein in den Jahren von 2010 bis 2014 Medical Park Antalyaspor. Der Verein spielte in den 1980er, 1990er, 2000er und 2010er Jahren insgesamt 20 Spielzeiten in der Süper Lig und befindet sich in der Ewigen Tabelle der Süper Lig auf dem 17. Platz. Seit dem Aufstieg 2015 tritt Antalyaspor in dem neugebauten Antalya Stadyumu wieder in der Süper Lig an. Der Verein wurde im Sommer 1966 durch eine Fusion der örtlichen Vereine Yenikapı Su Spor, İlk Işık Spor und Ferrokrom Spor in Antalya als Antalya Spor gegründet. Antalyaspor spielte 13 Jahre in der ersten türkischen Liga. Antalyaspor spielte professionell ab der Saison 1966/67 in der 2. Liga. In der Saison 1981/82 wurde der Klub Meister und stieg in die Süper Lig auf. Nach drei Saisons stieg er wieder in die 2. Liga ab. Bereits nach einem Jahr stieg der Verein wieder auf, jedoch nach nur einer Saison wieder in die 2. Liga ab. Nachdem der Verein sieben Saisons in der Zweitklassigkeit gespielt hatte, stieg er in der Saison 1993/94 erneut auf. Die Mannschaft konnte sich acht Saisons in der Süper Lig halten, bis sie in der Saison 2001/02 wieder abstieg. In der Saison 2005/06 wurde sie in der Ikinci Lig Zweiter hinter Bursaspor und stieg wieder in die Süper Lig auf. Nach nur einer Saison ging es für die Rot-Weißen zurück in die Zweitklassigkeit. In der Saison 2007/08 gelang wieder der direkte Aufstieg hinter Kocaelispor. Seit der Saison 2008/09 spielte der Klub in der Turkcell Süper Lig. In der Saison 2010/11 einigten sich Antalyaspor und die Krankenhauskette Medical Park auf ein Namenssponsoring. So trug der Verein während der Vertragsdauer in seinem Namen die temporäre Namenserweiterung Medical Park. In die Erstligaspielzeit 2013/14 startete der Klub mit einem Trainerwechsel und ersetzte den am Ende der letzten Saison zurückgetretenen Cheftrainer Mehmet Özdilek, der fünf Spielzeiten lang den Verein trainiert hatte, durch den Routinier Samet Aybaba. Unter diesem neuen Trainer hatte die Mannschaft einen durchwachsenen Saisonstart und befand sich bis zur Winterpause immer im unteren Tabellendrittel oder in der unteren Tabellenhälfte. Auch nach der Winterpause zeigte sich keine Besserung und so rutschte die Mannschaft immer mehr Richtung Abstiegsränge ab. Nachdem das Heimspiel vom 24. Spieltag gegen den direkten Abstiegsrivalen Çaykur Rizespor mit 1:2 verloren wurde, trat Aybaba von seinem Amt zurück. Die Vereinsführung reagierte auf diesen Rücktritt schnell und stellte als Nachfolge den belgischen Türken Fuat Çapa ein. Unter diesem Trainer zeigte die Mannschaft nicht die erhoffte Wende in ihrer Leistung. Zwar wurden in den ersten zwei Spieltagen zwei Unentschieden erzielt, jedoch gelang es der Mannschaft nicht, in den nachfolgenden Tagen die notwendigen Punkte zu sammeln. Am 32. Spieltag rutschte der Verein durch die 1:2-Heimniederlage gegen den direkten Abstiegsrivalen Çaykur Rizespor auf den letzten Tabellenplatz ab und stand zusammen mit dem Vorletzten Kayserispor als erster Absteiger der Saison fest. Im Sommer 2014 und direkt nach dem Abstieg von der Süper Lig wurde der Namenssponsoringvertrag mit Medical Park gekündigt, sodass der Klub fortan wieder nur als Antalyaspor bezeichnet wurde. Nach dem Abstieg aus der Süper Lig blieb der Klub eine Zeitlang ohne Führung. Schließlich wurde als neuer Vereinspräsident Gültekin Gencer gewählt. Dieser stellte Engin Korukır als neuen Cheftrainer ein, sorgte für den Verbleib der meisten Leistungsträger und verstärkte die Mannschaft durch mehrere gestandene Erstligaspieler. Unter dieser neuen Führung spielte die Mannschaft von Beginn der Zweitligasaison 2014/15 um die Tabellenführung und übernahm diese auch am 5. Spieltag. Nachdem die Tabellenführung nach zwei Tagen verloren wurde und die Mannschaft die nachfolgenden Spieltage nicht die erhoffte Konstanz zeigen konnte, entließ die Vereinsführung nach dem 9. Spieltag Korukır und ersetzte diesen durch Hami Mandıralı. Unter diesem Trainer behielt die Mannschaft zwar den Anschluss an die Tabellenführung, konnte diese aber nicht übernehmen und beendete die Hinrunde auf dem 3. Tabellenplatz. Nachdem die Mannschaft am 20. Spieltag, dem 3. Spieltag der Rückrunde, dem stark finanzgeschwächten und nur aus Spielern der Reservemannschaft bestehenden Verein Orduspor zuhause mit 1:2 unterlag, entließ die Vereinsführung Mandıralı. Die Mannschaft hatte das Hinspiel auswärts gegen ein Orduspor mit Idealbesetzung mit 4:1 besiegt. Auf Mandıralı folgte mit Yusuf Şimşek ein Trainer des Ligarivalen Karşıyaka SK. Diese Einstellung sorgte für viel Kritik, da es den Anschein hatte, dass Antalyaspor einen noch im Dienst befindlichen Trainer dem Ligarivalen abwarb. Şimşek trat am gleichen Tag seiner Einstellung bei Antalyaspor bei Karşıyaka von seinem Amt zurück. Unter diesem Trainer beendete die Mannschaft die Saison als Tabellenfünfter. Durch diese Platzierung wurde zwar der direkte Aufstieg in die Süper Lig verpasst, aber die Teilnahme an den Play-offs, in denen der letzte Aufsteiger ausgespielt wurde, qualifiziert. Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft gegen Adana Demirspor durch. Die erste Halbfinalbegegnung entschied Antalyaspor mit 3:0 für sich. Das Rückspiel fand in einer sehr angespannten Atmosphäre statt und ging mit 0:2 verloren, wodurch Antalyaspor ins Final aufstieg. Unmittelbar nach dem Spiel kam es zu einem Handgemenge, in dem mehrere Spieler von Demirspor die Spieler von Antalyaspor angriffen. Das Disziplinarkomitee des türkischen Fußballverbandes befand Demirspor als schuldig und verhängte gegen diesen Verein und einige seiner Spieler mehrere Strafen. Das nachfolgende Finale gegen Samsunspor ging erst in die Verlängerung und musste anschließend nach einem Stand von 2:2 per Elfmeterschießen entschieden werden. Im Elfmeterschießen setzte sich Şimşeks Mannschaft mit 4:1 gegen Samsunspor durch und kehrte damit bereits nach einer Saison in die Süper Lig zurück. Antalyaspor qualifizierte sich als Pokalfinalist zur Saison 2000/01 für den UEFA-Pokal. Die Mannschaft gewann im Hinspiel in der 1. Runde zu Hause gegen Werder Bremen mit 2:0, musste sich aber im Rückspiel mit 0:6 geschlagen geben. Der Einzug in den UEFA-Pokal war zugleich auch einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Gesamtbilanz: 12 Spiele, 6 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 18:17 Tore Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2024 Adana Demirspor | Alanyaspor | Antalyaspor | Çaykur Rizespor | Beşiktaş Istanbul | Bodrum FK | Eyüpspor | Fenerbahçe Istanbul | Galatasaray Istanbul | Gaziantep FK | Göztepe Izmir | Hatayspor | Istanbul Başakşehir FK | Kasımpaşa Istanbul | Kayserispor | Konyaspor | Samsunspor | Sivasspor | Trabzonspor
2024-12-03 17:48:40
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_im_Landkreis_Rostock
Diese Liste enthält die Baudenkmale im Landkreis Rostock. Grundlage ist die Denkmalliste des Landkreises Rostock. Die Angaben in den einzelnen Listen ersetzen nicht die rechtsverbindliche Auskunft der zuständigen Denkmalschutzbehörde. Wegen der großen Anzahl von Kulturdenkmalen im Landkreis Rostock ist diese Liste in Teillisten nach den Städten und Gemeinden aufgeteilt. Landkreise: Ludwigslust-Parchim | Mecklenburgische Seenplatte‎ | Nordwestmecklenburg | Rostock‎ | Vorpommern-Greifswald‎ | Vorpommern-Rügen Kreisfreie Städte: Rostock | Schwerin Admannshagen-Bargeshagen | Alt Bukow | Alt Sührkow | Altkalen | Am Salzhaff | Bad Doberan | Bartenshagen-Parkentin | Bastorf | Baumgarten | Behren-Lübchin | Benitz | Bentwisch | Bernitt | Biendorf | Blankenhagen | Börgerende-Rethwisch | Broderstorf | Bröbberow | Bützow | Cammin | Carinerland | Dahmen | Dalkendorf | Dobbin-Linstow | Dolgen am See | Dreetz | Dummerstorf | Elmenhorst/Lichtenhagen | Finkenthal | Gelbensande | Glasewitz | Gnewitz | Gnoien | Graal-Müritz | Grammow | Groß Roge | Groß Schwiesow | Groß Wokern | Groß Wüstenfelde | Gutow | Gülzow-Prüzen | Güstrow | Hohen Demzin | Hohen Sprenz | Hohenfelde | Hoppenrade | Jördenstorf | Jürgenshagen | Kassow | Klein Belitz | Klein Upahl | Krakow am See | Kritzmow | Kröpelin | Kuchelmiß | Kuhs | Kühlungsborn | Laage | Lalendorf | Lambrechtshagen | Lelkendorf | Lohmen | Lüssow | Mistorf | Mönchhagen | Mühl Rosin | Neubukow | Nienhagen | Nustrow | Papendorf | Penzin | Plaaz | Pölchow | Poppendorf | Prebberede | Reddelich | Reimershagen | Rerik | Retschow | Roggentin | Rövershagen | Rukieten | Rühn | Sanitz | Sarmstorf | Satow | Schorssow | Schwaan | Schwasdorf | Selpin | Stäbelow | Steffenshagen | Steinhagen | Stubbendorf | Sukow-Levitzow | Tarnow | Tessin | Teterow | Thelkow | Thulendorf | Thürkow | Vorbeck | Walkendorf | Wardow | Warnkenhagen | Warnow | Wiendorf | Wittenbeck | Zarnewanz | Zehna | Zepelin | Ziesendorf | bewegliche Denkmale
2024-12-02 03:07:24
https://de.wikipedia.org/wiki/Roadrunner_Automobile_%26_Power_Company
Roadrunner Automobile & Power Company war ein US-amerikanischer Hersteller von Automobilen. John Albright, C. W. Raymond, R. E. Shaw, S. P. Smoot und F. A. Stephenson gründeten Anfang 1904 das Unternehmen. Der Sitz war in Los Angeles in Kalifornien. Smoot hatte mehrere Jahre lang Fahrräder der Marke Roadrunner hergestellt. Im gleichen Jahr begann die Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete ebenfalls Roadrunner. Noch 1904 endete die Produktion. Es ist nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge entstanden. Im Angebot stand nur ein Modell. Es war ein kleiner Runabout. Ein Ottomotor trieb die Fahrzeuge an. Abenaque | Abresch | Acadia | Acme | Ajax | Alden Sampson | Allegheny | Allen | Altham | American | American | American | American CGV | American De Dion | American Electric | American Napier | American Populaire | American Power | American Voiturette | American Waltham | Anderson Steam Carriage | Annesley | Anthony | Apex | Apperson | Armstrong | Armstrong | Arrow Locomotor | Artzberger Steam | Auburn | Aultman | Austin | Auto-Dynamic | Autocar | Autocrat | Automobile | Automobile Construction | Automobile Fore Carriage | Automotor | Avery & Jennis | Ayres | B & H | Bachelle | Backus | Bacon | Badeker | Badger | Baker | Baker & Elberg Electric | Baldner | Baldwin | Baldwin | Ball | Ballard | Balzer | Banker | Bar Harbor | Barrows | Barthel | Bartholomew | Barton | Bates | Benson | Bentel | Benz Spirit | Berg | Berkeley | Berkshire | Berwick | Betz | Beverly | Binney & Burnham | Birch | Black | Black | Black Diamond | Blackhawk | Blomstrom | Blood | Bluff Climber | Bohnet | Boisselot | Booth-Crouch | Borbein | Boss | Boss | Boston | Boston-Amesbury | Bouton | Bowman | Bowman | Bradford | Bramwell | Bramwell-Robinson | Brazier | Brecht | Brennan | Brew-Hatcher | Bridges | Bristol | Buckboard | Buckeye | Buckeye | Buckeye | Buckmobile | Buel | Buffalo | Buffalo | Buffalo | Buffum | Buick | Burrington | Burrowes | Cadillac | Caffrey Steam | California | California | Calimobile | Callihan | Caloric | Cameron | Canda | Cannon | Cantono Electric | Caps | Carley | Carlisle | Carlson | Carter | Casler | Cataract | Centaur | Century | Century | Century Tourist | Chadwick | Champion | Chapman | Chicago | Chicago | Chicago Electric | Christie | Christman | Church | Cincinnati | Clark | Clark | Clark | Clarkmobile | Clawsen | Cleveland | Cleveland | Cleveland | Cleveland Three-Wheeler | Clinton E. Woods | Clipper | Close | Cloughley | Coey | Colonial Electric | Columbia | Columbia | Columbus | Commercial Electric | Compound | Concord | Conrad | Cotta | Country Club | Courier | Covert | Crane & Breed | Crawford | Crestmobile | Crompton | Crouch | Crowdus | Cunningham | Cushman | D & V | Daley | Darling | Dawson | Dawson | De La Vergne | De Motte | Decker | Denison | Des Moines | Desberon | Detroit | Detroit | Dey-Griswold | Diamond | Diebel | Dingfelder | Dolson | Dormandy | Dunbar | Duquesne | Duryea | Dyke | Dyke-Britton | Eastman | Eaton | Eclipse | Eclipse | Eclipse | Eddy | Edmond | Eichstaedt | Einig | Eisenhuth | Eldredge | Electric Carriage | Electric Vehicle | Elgin | Elite | Elliott | Elmer | Elmore | Emendorfer | Empire | Empire | Empire State | Erie | Essex | Euclid | Eureka | Everett | Fanning | Federal | Fey | Flinn | Flint | Foos | Ford | Foster | Four Wheel Drive | Francke | Franco-American | Franklin | Frantz | Frayer-Miller | Fredonia | Friedman | Frisbie | 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| Marr | Marsh | Martin | Martin | Maryland | Matheson | Maxwell | McCullough | McKay | Mechaley | Mecky | Media | Meiselbach | Memphis | Menominee | Mercury | Meserve | Messerer | Meteor | Meteor | Meteor | Meteor | Michigan | Michigan | Michigan | Miller | Milne Steamer | Milwaukee | Milwaukee | Milwaukee | Milwaukee Star | Mitchell | Mobile | Model | Model | Mohawk | Moline | Monarch | Moody | Morgan | Morlock | Morris & Salom | Morrison | Morse | Morse | Morton | Mossberg | Moyea | Mueller | Munson | Murray | Nadig | National | National | National | Neftel | Neustadt | Neustadt-Perry | New Bedford | New England | New England | New Era | New Monarch | New Rochelle | Newport | Niagara | Niagara | Niagara | Noble | Northern | Norton | Nyberg | O’Brien | Ofeldt | Okey | Oldsmobile | Olsson | Ophir | Orient | Orlo | Ormond | Ottokar | Overland | Overman | Owatonna | Owen | Oxford | Oxford | Pacific | Pacific | Packard | Packard | Palmer | Panam | Pawtucket | Pawtucket Electric | 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2024-12-02 09:23:48
https://de.wikipedia.org/wiki/Aplerbecker_Mark
Die Aplerbecker Mark ist ein Stadtteil Dortmunds und liegt im Südosten der Stadt. Sie gehört zum Stadtbezirk Aplerbeck. Am 31. Dezember 2018 lebten in der Aplerbecker Mark 4.197 Einwohner. Diese Zahl bezieht sich jedoch nur auf den statistischen Unterbezirk Aplerbecker Mark, in dem große Teile der traditionell als Aplerbecker Mark betrachteten Bereiche Aplerbecks nicht enthalten sind. Eine klare Abgrenzung zum Stadtteil Aplerbeck existiert weder im Hinblick auf die statistische Gruppierung der Einwohnerzahlen noch in Form von Ortseingangsschildern oder durch separate Postleitzahlen. Der Ort ist von teilweise sehr hochwertiger Wohnbebauung geprägt. Es überwiegen großzügige Einfamilienhäuser und Reiheneigenheime. Höhere Wohnbebauung gibt es lediglich im Bereich Aplerbecker-Mark-Straße/Lenneweg. Im Norden grenzt sie an weitere statistische Unterbezirke des Stadtteils Aplerbeck, im Osten an Sölde, im Süden an die Stadt Schwerte und im Westen an Berghofen. Die Aplerbecker Mark erstreckt sich auf ca. 1000 Hektar. In der Aplerbecker Mark, im Nathebachtal an der Gurlittstraße befindet sich der planimetrisch festgestellte Mittelpunkt von Nordrhein-Westfalen. Als Mark, Gemarkung oder Allmende werden gemeinsam genutzte Flächen eines Bauerndorfes bezeichnet. Die Bauern und die Herren Aplerbecks hatten Nutzungsrechte an der Aplerbecker Mark. Diese bestanden aus Zuweisungen von Brenn- und Bauholz. Die Verwaltung und das Erbholzrichteramt lagen ausschließlich bei den Herren des Hauses Rodenberg. Erst ab 1806 wurde die Aplerbecker Mark aufgeteilt. Fast ein Drittel gehörte dem Haus Rodenberg, der Rest verteilte sich auf die evangelische Kirchengemeinde und die Aplerbecker Bauern. Diese konnten dann nach Zahlung des fünfundzwanzig fachen Jahreszinses ihre Höfe vollgültig übernehmen. Ab 1850 verkauften die Bauern das Land an die zuwandernden Fabrikarbeiter und Bergleute. Diese errichteten auf dem Land Kotten, dies bedeutete sie gingen zur Arbeit in die Zechen oder Fabriken und bewirtschafteten das Land zur Selbstversorgung, waren also Nebenerwerbslandwirte. Sehr bekannt waren die Obstgärten der Kötter. Obstbäume wurden in der Aplerbecker Baumschule gezüchtet. Besonders für Apfelzüchtungen war die Aplerbecker Baumschule bekannt. Aufgrund der Selbstversorgung konnten die Kötter in der Aplerbecker Mark die Krisenzeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der die Aplerbecker Zechen und die Aplerbecker Hütte schlossen, einigermaßen gut überstehen. Auch die öffentlich geförderten Notstandsarbeiten, durch die die Emscher kanalisiert und das Aplerbecker Waldstadion samt Freibad gebaut wurde, halfen den Bewohnern der Mark. 1928 wurde die Aplerbecker Mark nach Dortmund eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Bild der Mark. Dortmund war stark zerstört, die Mark wurde beliebtes Wohngebiet im Großraum Dortmund. Viele Eigenheime wurden vor allem im Bereich der Tiefen Mark errichtet. Bevölkerungsstruktur im statistischen Unterbezirk Aplerbecker Mark : Das durchschnittliche Einkommen in der Aplerbecker Mark liegt etwa 55 % über dem Dortmunder Durchschnitt. Der südlichste Teil der Aplerbecker Mark ist auch unter der Flurbezeichnung „Klein Paris“ bekannt. Von hier führte der noch immer vorhandene Fußweg durch den Wald zum Freischütz oder vor dem Wald entlang zur Brennerei Nathe und zur ehemaligen Straßenbahn- bzw. heutigen Bushaltestelle. Der Name „Klein Paris“ geht auf die hier ehemals ansässige Familie Dräger zurück. Einer ihrer Ahnen nahm als Soldat am Deutsch-Französischen Krieg teil. Mit dem Heer zog er auch durch Paris. Die Erinnerungen hieran beeinflussten die Namensgebung. Nach dem gewonnenen Krieg gegen die Franzosen wurde die Herrenstraße in Pariser Straße umbenannt, was auch zu dem Namen „Klein Paris“ führte, der lange, bis in die 1960er Jahre Bekanntheit in Aplerbeck hatte. Knapp hinter der Ortsgrenze zu Schwerte liegt auf dem Gebiet der Stadt Schwerte das Ausflugslokal Freischütz. 1843 errichtete der Schwerter Magistrat ein kleines Forsthaus im Wald. Dieses wurde als Rastplatz für Reisende sowie für die Arbeiter der benachbarten Zeche Josephine sehr beliebt. 1861 erhielt der Förster die Erlaubnis zum Alkoholausschank und der Name Freischütz wurde geboren. Durch die Anbindung an die Hörder Kreisbahn 1899 wurde das Lokal Freischütz zum Ausflugslokal für die Dortmunder und Hörder Bürger. 1902 wurde das heutige Lokal mit Festsaal gebaut. 1930 wurde ein Reit- und Springturnierplatz südlich des Festsaals angelegt. Bekannt wurde der Freischütz durch das ab 1964 gebaute Kinderparadies mit Märchenwald und dem Münchhausen, der auf seiner Kugel reitend den Turm des Festsaals erklomm. 1899 erreichte eine Straßenbahnlinie der Hörder Kreisbahn von Hörde über den Freischütz nach Schwerte die Aplerbecker Mark. 1902 kam eine zweite Linie über Aplerbeck bis zur Kreuzung „Gockel“, ehemalige Kreuzung der Bundesstraßen 234 und 236, hinzu. 1912 wurde die Aplerbecker Mark durch den Aplerbecker Südbahnhof an die Köln-Mindener-Eisenbahnlinie angeschlossen. Dieser Bahnhof besteht heute noch und wurde im Herbst 2006 von der Deutschen Bahn instand gesetzt. Die Straßenbahnlinien wurden eingestellt, die letzte in den 1970er Jahren. Kindergärten, Kindertagesstätten und eine Schule, die Aplerbecker-Mark-Grundschule, gibt es in der Mark. 2006 feierte diese Schule ihr 100-jähriges Bestehen. Eine in Dortmund bekannte Sportstätte, das Aplerbecker Waldstadion, wurde am Nordrand des Schwerter Waldes errichtet. Gewerbe hat es in der Mark immer nur in geringem Ausmaß gegeben. Neben Einzelhandel, Sparkasse und Gärtnerei ist heute einzig die Schnapsbrennerei Nathe noch alten Aplerbeckern bekannt. Im Jahre 2006 musste das Gebäude der ehemaligen Schnapsbrennerei Nathe und auch Bauernhof an der B 236 dem Ausbau der Bundesstraße weichen. Lediglich die alte Scheune auf der östlichen Seite der B 236 gegenüber dem Hauptgebäude erinnert noch an den Komplex. In den letzten Jahren wurden die nun abgerissenen Gebäude von einem Fliesengeschäft genutzt. Durch die Aplerbecker Mark zieht sich das Naherholungsgebiet Nathebachtal. Der Nathebach, der seine Quellen im Südwesten des Stadtteils hat und zusätzlich durch Regenwassereinleitungen gespeist wird, durchfließt diesen in nordöstlicher Richtung und mündet im Stadtteil Aplerbeck in die Emscher. Nach einer starken Überschwemmung Aplerbecks Mitte der 1980er Jahre wurde das Nathebachtal aufwendig renaturiert, nachdem in den 1970er Jahren der Nathebach in Betonkammersteinen kanalisiert und begradigt wurde. Heute bildet der Nathebach zusammen mit seinen kleinen Tümpeln und dem Stausee einen Grüngürtel vom Schwerter Wald bis in die Mitte des Stadtteils. An der Aplerbecker-Mark-Straße befindet sich das Gemeindezentrum Aplerbecker Mark der Evangelischen Kirchengemeinde. Jeden Sonntag werden dort Gottesdienste abgehalten. Zum Gemeindezentrum zugehörig ist auch ein Kindergarten für behinderte und nicht behinderte Kinder. In der Aplerbecker Mark entwickelte sich seit ihrer Aufteilung eine reiche Vereinsvielfalt. Dies begann 1873 mit dem Schützenverein Aplerbeckermark. Auch Gesang- und Musikvereine, Sportvereine, Tierzucht- und Gartenbauvereine folgten. In den letzten Jahren tat sich der Sportverein „VfL Aplerbeckermark“ in der ersten Handball-Kreisklasse hervor. Der Verein wurde bereits 1889 unter dem Namen „Starke Eiche“ gegründet und hat zurzeit ca. 270 Mitglieder. Aplerbeck: Aplerbeck | Berghofen | Schüren | Sölde | Sölderholz Brackel: Asseln | Brackel | Wambel | Wickede Eving: Brechten | Eving | Holthausen | Lindenhorst Hombruch: Barop | Bittermark | Brünninghausen | Eichlinghofen | Hombruch | Kirchhörde-Löttringhausen | Menglinghausen | Persebeck-Kruckel-Schnee | Rombergpark-Lücklemberg Hörde: Benninghofen | Hacheney | Holzen | Hörde | Syburg | Wellinghofen | Wichlinghofen Huckarde: Deusen | Huckarde | Jungferntal-Rahm | Kirchlinde Innenstadt-Nord: Borsigplatz | Hafen | Nordmarkt Innenstadt-Ost: Kaiserbrunnen | Ruhrallee | Westfalendamm Innenstadt-West: City | Dorstfeld | Dorstfelder Brücke | Westfalenhalle Lütgendortmund: Bövinghausen | Kley | Lütgendortmund | Marten | Oespel | Westrich Mengede: Bodelschwingh | Mengede | Nette | Oestrich | Schwieringhausen | Westerfilde Scharnhorst: Alt-Scharnhorst | Derne | Hostedde | Kirchderne | Kurl-Husen | Lanstrop | Scharnhorst-Ost
2024-12-04 00:57:48
https://de.wikipedia.org/wiki/Unterscheidental
Scheidental – bestehend aus Ober- und Unterscheidental – ist ein Ortsteil von Mudau im Odenwald mit 366 Einwohnern . Scheidental liegt im nördlichen Baden-Württemberg, im Odenwald, genauer gesagt im Badischen Odenwald, ca. 6 km von Mudau entfernt. Oberscheidental liegt an der hier entspringenden Elz und ist heute ein Haufendorf mit dem Ortszentrum an der Kirche. Unterscheidental ist eine Streusiedlung. Erstmals erwähnt ist Scheidental als „Scheidner“, später als „Schedennere“ Seit 1395 taucht der Ort als „Ober-“ und „Unterscheidenen“ in den Urkunden auf. Nach Auskunft des Generallandesarchivs in Karlsruhe ist für Scheidental das offizielle Datum der urkundlichen Erstnennung das Jahr 1310 Zur Zeit der Römer stand hier ein wichtiges Kastelldorf am Limes. Oberscheidental bildet die Wasserscheide zwischen Main und Neckar und hat wohl danach seinen Namen erhalten. Im 15. und 16. Jahrhundert begegnet man in den Quellen wiederholt den Namensformen „Scheydenauwe“ oder „Underschenaw“, aber auch „Ober-“ und „Underscheydenthal“. Wie die anderen Orte der Umgebung verdankt Scheidental seine Entstehung dem vom Kloster Amorbach im 10. und 11. Jahrhundert geförderten Landausbau, der neue Siedler in das Land brachte. Lehensherr war im 14. Jahrhundert Kurmainz, denn nach einer Urkunde wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts von dem Mainzer Erzbischof Boppo Rüdt von Bödigheim mit der Hälfte des Gerichts, das schon dessen Vater als Lehen trug, belehnt. Die Rüdt von Bödigheim-Collenberg-Eubigheim hatten laut einem Verzeichnis von 1618 in Scheidental „leibeigene Leute“. Bis 1684 hatte das Hochstift Würzburg hier ebenfalls Hoheitsrechte und Untertanen. Sie kamen durch den Austauschvertrag zwischen Würzburg und Mainz vom gleichen Jahre an Kurmainz, das damit das ganze Dorf erhielt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte Unterscheidental nur noch einen erwachsenen männlichen Einwohner. Unterscheidental gehörte mit Oberscheidental zur Zent und zur Amtsvogtei Mudau des Kurmainzer Oberamtes Amorbach, bis es 1803 zum Fürstentum Leiningen kam, 1806 wurden Ober- und Unterscheidental badisch. Sie wurden 1807 dem Bezirksamt Buchen, das damals zum Main- und Tauberkreis gehörte, zugeteilt. 1912/13 erhielt das Dorf eine geregelte Wasserversorgung. Der Zusammenschluss der seit dem Mittelalter getrennten Gemeinden erfolgte erst 1935. Seit dem 1. Januar 1974 ist Scheidental ein Ortsteil von Mudau. Eine Flurneuordnung wird seit dem Jahre 2010 umgesetzt. Kirchlich gehörte Scheidental im Mittelalter zur Mutterkirche Hollerbach, aber schon im 16. Jahrhundert erfolgte eine Abkoppelung, denn Mudau und zwölf weitere Gemeinden, darunter auch Scheidental, bildeten eine eigene Pfarrgemeinde. 1905 wurde Scheidental Pfarrkuratie. Schon 1846 wurden seitens der Gläubigen in Scheidental die Bitte um eine eigene Kirche laut. Aber erst 1868/69 wurde eine Kirche errichtet, die im November 1944 von einer Luftmine, welche hinter der Kirche einschlug, so schwer beschädigt wurde, dass sie 1965 durch einen Neubau ersetzt wurde. Passend zum Kirchweihjubiläum wurde im Sommer 2015 die Scheidentaler Zeltkirche, dank einer großzügigen Geldspende, um eine Orgel bereichert. Bei dem Spender handelt es sich um ein ehemaliges Waisenkind, welches als Dank für seine schöne Kindheit in Scheidental die Orgel stiftete. Das aus über 600 Pfeifen bestehende Instrument wurde von Orgelbaumeister Hans-Georg Vleugels in Hardheim angefertigt und sorgt mit seinem Klang fortan stets für eine besondere Akustik während der heiligen Messe. Das Wappen zeigt in Silber auf grünem Boden einen römischen Soldaten in blauer Rüstung und rotem Untergewand, in der Rechten eine blaue Lanze, in der Linken einen blauen Rundschild haltend. Scheidental Offizielle Webseite der Gemeinde Mudau Donebach mit Ünglert | Langenelz | Mörschenhardt mit Ernsttal und Schloss Waldleiningen | Mudau mit Untermudau | Reisenbach mit Reisenbacher Grund | Rumpfen | Scheidental | Schloßau mit Waldauerbach | Steinbach
2024-12-02 03:59:09
https://de.wikipedia.org/wiki/Troizk_(Tscheljabinsk)
Troizk ist eine russische Stadt in der Oblast Tscheljabinsk. Die Bevölkerungszahl beträgt 78.372 . Die Stadt Troizk liegt im flachen Steppengebiet östlich des südlichen Ural, etwa 120 km südlich der Oblasthauptstadt Tscheljabinsk unweit der Grenze zu Kasachstan. Durch Troizk fließen der Ui, ein Nebenfluss des Tobol, sowie die in den Ui mündende Uwelka. Das Klima ist kontinental. Die Temperatur kann im Winter unter −30 °C sinken und im Sommer auf über +30 °C ansteigen. Die Stadt wurde 1743 als Kosakenfestung an einem Handelsweg zwischen Europa und Asien zum Schutz der damaligen südöstlichen Grenze Russlands gegründet. Ursprünglich stellte die Festung einen Teil der östlichen russischen Verteidigungslinie dar. Später verlor sie jedoch diese Bedeutung. Seit 1750 wurden dort regelmäßig Jahrmärkte veranstaltet, was die Bedeutung des Ortes für den Handel steigerte. 1784 wurden dem Ort Stadtrechte verliehen. Im 19. Jahrhundert gehörte Troizk zum Gouvernement Orenburg. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebte der Ort vorwiegend vom Handel und Handwerk und hatte mit mehreren Schulen und Gymnasien, einer öffentlichen Bibliothek sowie acht Kirchen, vier Moscheen und einer Synagoge eine für die damaligen Verhältnisse gut ausgebaute Infrastruktur. Während der Sowjetzeit entstanden in Troizk die ersten Industriebetriebe sowie ein Wärmekraftwerk. Anmerkung: Volkszählungsdaten Die bis zum beginnenden 20. Jahrhunderts entstandene historische Bausubstanz ist in Troizk relativ gut erhalten geblieben. Es gibt knapp 1000 Bau-, Geschichts- und Kulturdenkmale, vier davon von föderaler Bedeutung: das Hotel Zentral, die Handelspassage der Brüder Jauschew, die Dreifaltigkeitskathedrale und die „Handelsreihen“. In der Stadt gibt es fünf russisch-orthodoxe Kirchen und zwei Moscheen. Als wichtigster Betrieb in Troizk gilt heute das Wärmekraftwerk mit einer Leistung von gut 2000 Megawatt, das zum Energieversorgungsunternehmen OGK-2 gehört. Das Kühlwasser für das Kraftwerk wird den Flüssen Ui und Uwelka entnommen. Der Bau zweier neuer Blöcke mit einer Leistung von 660 Megawatt ist im Gespräch. Weiterhin gibt es in der Stadt Betriebe des Maschinenbaus und der Baustoffwirtschaft sowie der Leichtindustrie und Nahrungsmittelwirtschaft . Die Baustoffwirtschaft basiert auf den Vorkommen von Tonen, Sanden, Quarzit und Graniten . Troizk ist bedeutender Eisenbahn- und Fernstraßenknotenpunkt an den Strecken von Tscheljabinsk in Richtung Kasachstan und Orsk/Orenburg. Auf Grund der grenznahen Lage spielt es eine Rolle als Logistikzentrum. In Troizk ist die Staatliche Akademie des Uralgebietes für Veterinärmedizin mit etwa 5000 Studenten ansässig. Es gibt Filialen dreier weiterer Hochschulen sowie 17 allgemeinbildenden Schulen und Lyzeen mit etwa 7500 Schülern. Stadtkreise: Juschnouralsk | Karabasch | Kopeisk | Kyschtym | Lokomotiwny | Magnitogorsk | Miass | Osjorsk | Slatoust | Sneschinsk | Trjochgorny | Troizk | Tschebarkul | Tscheljabinsk | Ust-Kataw | Werchni Ufalei Rajons: Agapowski | Argajaschski | Aschinski | Bredinski | Jemanschelinski | Jetkulski | Kartalinski | Kaslinski | Kataw-Iwanowski | Kisilski | Korkinski | Krasnoarmeiski | Kunaschakski | Kussinski | Nagaibakski | Njasepetrowski | Oktjabrski | Plastowski | Satkinski | Sosnowski | Troizki | Tschebarkulski | Tschesmenski | Uiski | Uwelski | Warnenski | Werchneuralski AschaR | Bakal | JemanschelinskR | Jurjusan | JuschnouralskS | KarabaschS | KartalyR | KasliR | Kataw-IwanowskR | KopeiskS | KorkinoR | KussaR | KyschtymS | MagnitogorskS | MiassS | Minjar | NjasepetrowskR | OsjorskS/G | PlastR | SatkaR | Sim | SlatoustS | SneschinskS/G | TrjochgornyS/G | TroizkS/R | TschebarkulS/R | TscheljabinskS | Ust-KatawS | WerchneuralskR | Werchni UfaleiS Berdjausch | Juschny | Krasnogorski | Kropatschowo | LokomotiwnyS/G | Magnitka | Meschewoi | Meschosjorny | Perwomaiski | Rosa | Sauralski | Suleja | Wischnewogorsk Agapowka | Argajasch | Bredy | Dolgoderewenskoje | Ferschampenuas | Jetkul | Kisilskoje | Kunaschak | Miasskoje | Oktjabrskoje | Tschesma | Uiskoje | Uwelski | Warna
2024-12-03 20:37:40
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Fugitive_(1910)
The Fugitive aus dem Jahr 1910 ist einer aus einer ganzen Reihe unzusammenhängender US-amerikanischer Stummfilme des Regisseurs D. W. Griffith, die den Sezessionskrieg behandeln. Der Film wurde am 7. November 1910 veröffentlicht. Die beiden Söhne ziehen auf verschiedenen Seiten in den amerikanischen Bürgerkrieg, wo sie beide im Laufe eines Gefechts von ihrer Einheit getrennt werden und aufeinandertreffen. Unions-John schießt Konföderations-John an, woraufhin ersterer auf der Flucht Zuflucht im Haus der Mutter seines Feindes sucht. Zwischen ihren Pflichten als Staatsbürgerin und Mutter schwankend, siegen die Muttergefühle und sie versteckt den Feind. Kurze Zeit später kehrt ihr verwundeter Sohn heim.
2024-12-01 23:48:13
https://de.wikipedia.org/wiki/Yu_Song
Yu Song ist eine chinesische Judoka, die 2016 Olympiadritte in der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm war. Die 1,82 m große Yu Song war 2004 Dritte der U20-Asienmeisterschaften, 2005 und 2006 gewann sie jeweils Silber hinter der Usbekin Mariya Shekerova. Bereits bei den Asienmeisterschaften 2005 gewann Yu Song auch Medaillen in der Erwachsenenklasse. Sie war Dritte in der offenen Klasse und gewann hinter der Japanerin Mika Sugimoto Silber im Schwergewicht. In den Jahren danach trat sie zwar regelmäßig beim internationalen Turnier in ihrer Heimatstadt Qingdao an, qualifizierte sich aber nicht für die Teilnahme an internationalen Meisterschaften, dort trat meist Tong Wen für China an. 2010 gewann Yu Song in Suwon ihr erstes Weltcup-Turnier, unterlag bei den Weltmeisterschaften 2010 aber im ersten Kampf gegen Mika Sugimoto. 2011 erkämpfte sie mit der chinesischen Mannschaft Bronze bei der Universiade. Ihren ersten großen internationalen Erfolg feierte sie 2015 mit einem Sieg bei den Asienmeisterschaften in Kuwait, als sie im Finale die Südkoreanerin Kim Min-jung besiegte. Drei Monate nach den Asienmeisterschaften siegte Yu Song im Finale der Weltmeisterschaften in Astana gegen die Japanerin Megumi Tachimoto. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro unterlag sie im Halbfinale der Französin Émilie Andéol, im Kampf um die Bronzemedaille gewann Yu Song gegen Kim Min-jung. Auf die Südkoreanerin traf Yu Song auch im Viertelfinale der Weltmeisterschaften 2017 in Budapest und wieder gewann die Chinesin. Im Halbfinale bezwang sie Irina Kindzerska aus Aserbaidschan und im Finale gegen die Japanerin Sarah Asahina gewann sie ihre zweite Goldmedaille nach 2015. 1980: Margherita De Cal | 1982: Nathalie Lupino | 1984: Maria Teresa Motta | 1986: Gao Fenglian | 1987: Gao Fenglian | 1989: Gao Fenglian | 1991: Mun Ji-yun | 1993: Johanna Hagn | 1995: Angelique Seriese | 1997: Christine Cicot | 1999: Beata Maksymow | 2001: Yuan Hua | 2003: Sun Fuming | 2005: Tong Wen | 2007: Tong Wen | 2009: Tong Wen | 2010: Mika Sugimoto | 2011: Tong Wen | 2013: Idalys Ortíz | 2014: Idalys Ortíz | 2015: Yu Song | 2017: Yu Song | 2018: Sarah Asahina | 2019: Akira Sone | 2021: Sarah Asahina | 2022: Romane Dicko | 2023: Akira Sone | 2024: Wakaba Tomita
2024-12-03 23:03:03
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Baeumler
Christian Gottfried Heinrich Baeumler war ein deutscher Mediziner und Direktor der medizinischen Klinik in Freiburg im Breisgau. Christian Baeumler studierte an mehreren Universitäten Medizin und wurde 1860 an der Universität Erlangen promoviert. Während des Studiums wurde er Mitglied der Burschenschaft Markomannia Erlangen. Von 1863 bis 1866 war er Hausarzt am „German Hospital“ in London, von 1866 bis 1872 praktischer Arzt in London sowie Arzt am „German Hospital“ und am „Hospital for diseases of the Chest“. Im Jahr 1870 veröffentlichte Baeumler eine englische Übersetzung von Felix von Niemeyers Klinischen Vorträgen über die Lungenschwindsucht als „Clinical lectures on pulmonary consumption“. Im Herbst 1876 wurde er Professor und Direktor der medizinischen Klinik zu Freiburg im Breisgau. Baeumler war Wirklicher Geheimer Rat und wurde 1909 emeritiert. 1866 wurde Baeumler Mitglied und im Jahr 1878 Fellow des Royal College of Physicians in London. Am 12. Januar 1893 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Christian Baeumler war Ehrenmitglied des Vereins Deutsches Athenäum London. Im Jahr 1909 wurde er Ehrenbürger der Stadt Freiburg im Breisgau. Zum 70-jährigen Doktorjubiläum 1930 wurde Bäumler von der medizinischen Fakultät der Universität Erlangen eine von Karl Dautert geschaffene Medaille mit seinem Porträt überreicht.
2024-12-01 19:16:37
https://de.wikipedia.org/wiki/John_Parker,_6._Earl_of_Morley
John St. Aubin Parker, 6. Earl of Morley, war ein britischer Adliger und Politiker. John St. Aubin Parker war der älteste Sohn von John Holford Parker. Er wurde in Eton erzogen und schlug danach die militärische Laufbahn ein. 1942 wurde er zum 2nd Lieutenant im King’s Royal Rifle Corps ernannt. Von 1944 bis 1945 wurde er in Nordwesteuropa eingesetzt. Danach diente er von 1945 bis 1948 in Palästina und Ägypten, seit 1947 im Royal Regiment of Fusiliers. 1952/1953 wurde er in Korea eingesetzt, danach im mittleren Osten von 1953 bis 1958. Nach Besuch des Staff College in Camberley 1957 wurde er Kommandeur des 1. Bataillons der Royal Fusiliers. Nachdem er 1967 als Oberstleutnant beim Royal Regiment of Fusiliers aus dem aktiven Militärdienst ausgeschieden war, übernahm er Aufgaben in der Wirtschaft, vornehmlich im Bankwesen. Von 1974 bis 1986 war bei der Loyd’s Bank Ltd., zunächst seit 1974 als Chairman für Devon und Cornwall, Ltd., beschäftigt, außerdem war er von 1970 bis 2005 Präsident der Chamber of Trade and Commerce für Plymouth Sound. John Parker wurde zunächst auf lokaler Ebene politisch tätig. Er wurde Friedensrichter , dann wurde er für die Zeit von 1978 bis 1982 Vice Lord Lieutenant für Devon and Dorset. Als 1962 sein Onkel Montagu Parker, 5. Earl of Morley, starb, erbte er dessen Titel und den erblichen Sitz im House of Lords, den er 1999 im Zuge der Reform des Oberhauses wieder verlor, da er nicht in den Kreis der verbleibenden erblichen Adligen gewählt wurde. Parker starb am 20. September 2015. Er war seit 1955 mit Johanna Katherin Molesworth-St. Aubin verheiratet, mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam. Seit 1998 war John Parker Ritter des Royal Victorian Order . Außerdem war er Präsident des Council of the Order of St. John für den Bezirk Devon.
2024-12-03 15:07:23
https://de.wikipedia.org/wiki/Vopnafj%C3%B6r%C3%B0ur
65.756388888889-14.826388888889Koordinaten: 65° 45′ N, 14° 50′ W Die Landgemeinde Vopnafjörður ist eine isländische Gemeinde in der Region Austurland im Nordosten Islands. Am 1. Januar 2023 hatte die Gemeinde 661 Einwohner. Der Ort Vopnafjörður mit 526 Einwohnern liegt am gleichnamigen Fjord. Nach Reykjavík sind es 622 und nach Egilsstaðir 173 Kilometer. Es gibt zwei Straßenverbindungen, einerseits über die Hellisheiði eystri oder andererseits durch die Täler Vesturárdalur und Hofsárdalur. Letztere in Verbindung mit dem Hringvegur ist ganzjährig offen, die andere über die Hellisheiði eystri zeitweilig im Winter geschlossen. Die Gemeinde verfügt über den Flugplatz Vopnafjörður, über den auch Linienverbindungen nach Akureyri und Þórshöfn angeboten wurden. Die Kaufleute der Hanse machten hier im Mittelalter Station. Nach der Einführung des Handelsmonopols durch die Dänen im 16. Jahrhundert hatten diese hier eine Handelsniederlassung. Ab 1787 siedelten sich hier freie Kaufleute an, die die Bauern der Gegend versorgten bzw. deren Produkte ankauften. Erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich ein Fischerdorf in Vopnafjörður. Der Hafen wurde 1968 nochmals besser ausgebaut und ist der wichtigste Fischerhafen im Nordosten von Island. Die Pfarrkirche datiert von 1902 und hat unter anderem ein Altarbild von Jóhannes Sveinsson Kjarval vorzuweisen. Nördlich von Vopnafjörður im Selárdalur liegt ein Freibad, das aus einem Thermalgebiet versorgt wird. Südlich, auch am Norðausturvegur, der Straße 85, liegt der Torfhof Bustarfell. Der Fluss Hofsá í Vopnafirði ist ein berühmter Lachsfluss. Wie inzwischen die meisten Gebiete Islands außer dem Südwesten rund um die Hauptstadt Reykjavík ist Vopnafjörður von starkem Bevölkerungsverlust betroffen. Von 1997 bis 2006 betrug der Bevölkerungsrückgang 16 %. Fljótsdalur | Fjarðabyggð | Múlaþing | Vopnafjörður
2024-12-02 06:36:25
https://de.wikipedia.org/wiki/Maigret_z%C3%B6gert
Maigret zögert ist ein Kriminalroman des belgischen Schriftstellers Georges Simenon. Er ist der 68. Roman einer Reihe von insgesamt 75 Romanen und 28 Erzählungen um den Kriminalkommissar Maigret. Der Roman entstand vom 24. bis 30. Januar 1968 in Epalinges und erschien im gleichen Jahr beim Verlag Presses de la Cité. Die erste deutsche Übersetzung von Hansjürgen Wille und Barbara Klau publizierte 1970 Kiepenheuer & Witsch im Sammelband mit Maigret und der Mörder sowie Maigret und sein Jugendfreund. 1982 veröffentlichte der Diogenes Verlag eine Neuübersetzung von Annerose Melter. Per anonymem Brief wird Kommissar Maigret ein Mord angekündigt. Schnell führt ihn das Briefpapier in das herrschaftliche Haus eines Anwalts. Maigret befragt Familie und Angestellte, doch ohne konkrete Anhaltspunkte zögert der Kommissar, jemanden zu verdächtigen. Er postiert seine Inspektoren vor dem Gebäude, obwohl er fürchtet, dass diese den Mord nicht werden verhindern können. Es ist der 4. März, und in Paris ist erstmals der Frühling zu spüren. Am Quai des Orfèvres trifft ein anonymer Brief ein, der verkündet: „Ein Mord wird demnächst begangen werden, wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen. Vielleicht von jemandem, den ich kenne, vielleicht vor mir selbst.“ Weitere Briefe mit Details werden angekündigt, doch obwohl der Briefkopf abgetrennt ist, führt Maigret das gleichermaßen teure wie seltene Briefpapier schnell in ein Haus in der Avenue Marigny. Es ist das Haus des ehemaligen Präsidenten des Kassationsgerichts Gastin de Beaulieu. Nach seiner Pensionierung leben hier seine Tochter und ihr Ehemann Émile Parendon, ein auf Seerecht spezialisierter Rechtsanwalt. Der 46-jährige Parendon, der auf Maigret den Eindruck eines intelligenten Gnoms macht, zeigt sich wenig beeindruckt von dem anonymen Brief. Viel lieber möchte er mit Maigret über sein Steckenpferd reden, den Artikel 64, der im französischen Strafrecht die Schuldunfähigkeit regelt. Parendons Auffassung nach ist kein Mensch jemals völlig verantwortlich für seine Taten. Einen ganz anderen Eindruck als ihr verschrobener Ehemann macht Madame Parendon, eine attraktive, weltgewandte Gesellschaftsdame. Die Ehepartner haben sich einander entfremdet. Émile kapselt sich von den geselligen Aktivitäten seiner Frau ab, diese hält ihn für geistesgestört. Das Paar hat zwei Kinder, 18 und 15 Jahre alt, die Bambi und Gus genannt werden. Neben den Hausangestellten arbeiten in Parendons häuslicher Kanzlei noch der ehrgeizige Referendar René Tortu, der Schweizer Julien Baud, der sich in Paris als Bürogehilfe durchschlägt, und die junge Sekretärin Antoinette Vague. Diese war einst mit Tortu liiert, gibt aber nun offen zu, die Geliebte Parendons zu sein, den sie, ungeachtet seiner wenig eindrucksvollen Erscheinung, bewundert. Maigret ist sich unschlüssig, was er von dem angekündigten Verbrechen halten soll und ob nicht alles bloß ein Scherz ist. Doch es treffen weitere Briefe ein, die sein Vorpreschen rügen und im Ton dringlicher gehalten sind. So lässt Maigret das Haus durch seine Inspektoren Lapointe und Janvier bewachen, ohne rechten Glauben, damit mögliche Geschehnisse im Innern aufhalten zu können. Und tatsächlich gibt es am nächsten Morgen eine Tote: Antoinette Vague wurde mit einem Radiermesser die Kehle durchgeschnitten. Bei den anschließenden Befragungen entlarvt Maigret zuerst Gus als Autor der anonymen Briefe. Der Junge wusste um die Spannungen zwischen seinen Eltern und hatte Angst um seinen Vater, den er zu schwach wähnte, sich ohne Hilfe zu verteidigen. Durch Aussagen von Nachbarn wird Madame Parendon des Mordes überführt. Sie plante eigentlich, ihren Mann umzubringen, tötete im letzten Moment aber statt seiner die junge Geliebte im Wissen, ihn damit noch stärker zu treffen. Nun ist es sie, die mit Schrecken der Untersuchung ihrer geistigen Zurechnungsfähigkeit entgegen sieht. Ähnlich wie in Maigret hat Skrupel handelt es sich auch bei Maigret zögert um einen ungewöhnlichen Kriminalroman, bei dem die Ermittlungen der eigentlichen Tat vorausgehen. Als Maigret den Mord dennoch nicht verhindern kann, mischt sich seine Sympathie für die junge Sekretärin mit Gewissensbissen, die so weit gehen, dass der Kommissar aus Kummer seinen Pfeifenstiel zerbeißt. Der Fall führt den Kommissar in das Milieu des Hochbürgertums. Doch sowohl Milieu als auch die Studie einer Person, die ihre eigenen psychischen Störungen auf andere überträgt, treten laut Michel Lemoine im Roman in den Hintergrund gegenüber dem Hauptthema: der Erörterung des Artikels 64. Der Artikel 64 wird im Roman zitiert als: „Ein Verbrechen oder ein Vergehen liegt nicht vor, wenn der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat im Zustand der Geistesgestörtheit war oder wenn ihn eine Kraft dazu trieb, der er sich nicht widersetzen konnte.“ Parendon möchte diesen Artikel reformieren, denn er glaubt nicht, „dass ein menschliches Wesen jemals völlig verantwortlich ist.“ Daraus resultiert seine Weigerung, andere Menschen zu hassen, an der er auch festhält, als er von der Tat seiner Frau erfährt. In Parendons Erklärung, nichts gegen die Bedrohung durch seine Frau unternommen zu haben, weil er eines Tages entschied, alle Konsequenzen seiner Heirat und Lebensweise zu tragen, entdeckt der Kommissar allerdings einen Widerspruch zu seinen Überzeugungen: Offensichtlich habe Parendon für sein Leben ja eine eigenverantwortliche Entscheidung getroffen. Maigrets Haltung zur Frage der Verantwortlichkeit bleibt offen. Erst am Ende des Romans lässt ihn die Tatsache, dass es nun an den Psychiatern ist, über Madame Parendon zu urteilen, den Abbruch seines Medizinstudiums nicht länger bedauern. Denn so trägt er nicht die Bürde der Ärzte, am Ende des Falles zu entscheiden. Bereits bei ihrer ersten Begegnung hatte er Parendon gestanden: „Ich bin froh, kein Richter zu sein. So brauche ich nicht zu urteilen…“ Die Frage nach der Verantwortung des Menschen hat Simenon in seinem Werk wiederholt aufgeworfen, so etwa in Maigret hat Skrupel und Maigret und der Messerstecher. Die Diskussion zwischen Maigret und Parendon über den Artikel 64 setzt ähnliche Unterhaltungen zwischen Maigret und seinem Freund, dem Doktor Pardon, in Maigret stellt eine Falle und Maigrets Geständnis fort. Stanley G. Eskin weist darauf hin, dass der Anwalt in Maigret zögert nicht zufällig Pardon heißt. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Artikel 64 spiegelt sich auch in Simenons Befragung durch fünf Psychiater, die im Band Simenon auf der Couch veröffentlicht wurde. Dort verkündete der Autor: „Seit dreißig Jahren kämpfe ich für diesen berüchtigten Artikel 64, in dem es darum geht, festzustellen, ob ein Mensch tatsächlich verantwortlich ist oder nicht.“ Und später prophezeite er: „In einigen Jahren werden nicht mehr die Richter und die Geschworenen über das Schicksal des Verbrechers entscheiden, sondern Ausschüsse, die sich aus Ärzten, Psychiatern und Psychologen zusammensetzen.“ Die Zeitschrift Best Sellers urteilte 1970, Maigret zögert sei „möglicherweise nicht ganz so packend wie einige der früheren Abenteuer des Inspektors, aber es ist dennoch höchst faszinierend“. Murielle Wenger lobte an dem Roman die faszinierende Galerie seiner Figuren ebenso wie den Detailreichtum, der von Maigrets Erinnerungen, seinen Eindrücken und Wahrnehmungen bis zu Beschreibungen seiner Methode reiche. Der Roman schreie regelrecht nach einer Verfilmung, und es sei wenig überraschend, dass die Episode Maigret chez les riches zur erfolgreichsten in der Maigret-Serie mit Bruno Cremer geworden sei. Die Romanvorlage wurde dreimal verfilmt: im Rahmen der Fernsehserien Les Enquêtes du commissaire Maigret mit Jean Richard , Boris Tenin und der erwähnten Serie mit Bruno Cremer . Im Jahr 1989 produzierte der WDR ein Hörspielumsetzung unter der Regie von Dieter Carls. Neben Charles Brauer als Maigret sprachen unter anderem Charles Wirths, Karin Anselm und Herbert Bötticher. Im Jahr 2018 erschien beim Audio Verlag eine Hörbuchlesung von Walter Kreye. Romane Maigret und Pietr der Lette | Maigret und der verstorbene Monsieur Gallet | Maigret und der Gehängte von Saint-Pholien | Maigret und der Treidler der Providence | Maigret kämpft um den Kopf eines Mannes | Maigret und der gelbe Hund | Maigrets Nacht an der Kreuzung | Maigret und das Verbrechen in Holland | Maigret am Treffen der Neufundlandfahrer | Maigret und der Spion | Maigret und die kleine Landkneipe | Maigret und das Schattenspiel | Maigret und die Affäre Saint-Fiacre | Maigret bei den Flamen | Maigret und der geheimnisvolle Kapitän | Maigret und der Verrückte von Bergerac | Maigret in der Liberty Bar | Maigret und die Schleuse Nr. 1 | Maigret und sein Neffe | Maigret und die Keller des Majestic | Maigret im Haus des Richters | Maigret verliert eine Verehrerin | Maigret contra Picpus | Maigret und sein Rivale | Maigret und das Dienstmädchen | Maigret regt sich auf | Maigret in New York | Maigret macht Ferien | Maigret und sein Toter | Maigrets erste Untersuchung | Mein Freund Maigret | Maigret in Arizona | Maigret und die alte Dame | Madame Maigrets Freundin | Maigrets Memoiren | Maigret und die Tänzerin | Maigret als möblierter Herr | Maigret und die Bohnenstange | Maigret, Lognon und die Gangster | Maigret und sein Revolver | Maigret und der Mann auf der Bank | Maigret hat Angst | Hier irrt Maigret | Maigret und die schrecklichen Kinder | Maigret und die junge Tote | Maigret und der Minister | Maigret und die kopflose Leiche | Maigret stellt eine Falle | Maigret erlebt eine Niederlage | Maigret amüsiert sich | Maigret auf Reisen | Maigret hat Skrupel | Maigret und die widerspenstigen Zeugen | Maigrets Geständnis | Maigret vor dem Schwurgericht | Maigret und die alten Leute | Maigret und der faule Dieb | Maigret und die braven Leute | Maigret und der Samstagsklient | Maigret und der Clochard | Maigret gerät in Wut | Maigret und das Gespenst | Maigret verteidigt sich | Maigret lässt sich Zeit | Maigret und der Fall Nahour | Maigret in Künstlerkreisen | Maigret in Kur | Maigret zögert | Maigrets Jugendfreund | Maigret und der Messerstecher | Maigret und der Weinhändler | Maigret und die verrückte Witwe | Maigret und der einsame Mann | Maigret und der Spitzel | Maigret und Monsieur Charles Erzählungen Die Affäre vom Boulevard Beaumarchais | Der Kahn mit den beiden Erhängten | Ein offenes Fenster | Die Todesstrafe | Die Wachstropfen | Herr Montag | Pigalle | Maigret liegt falsch | Jeumont, 51 Minuten Aufenthalt | Mademoiselle Berthe und ihr Geliebter | Sturm über dem Kanal | Der Notar von Châteauneuf | Der zweifelhafte Monsieur Owen | Die Spieler vom „Grand-Café“ | „Étoile du Nord“ – Stern des Nordens | Das Wirtshaus zu den Ertrunkenen | Stan der Killer | Die alte Dame aus Bayeux | Madame Maigrets Liebhaber | Der Mann auf der Straße | Die Versteigerung | Morddrohungen | Maigrets Pfeife | Die Aussage des Ministranten | Der hartnäckigste Gast der Welt | Maigret und Inspektor Griesgram | Arme Leute tötet man nicht | Weihnachten bei den Maigrets Vorgängerromane unter Pseudonym Maigret im Haus der Unruhe
2024-12-04 04:46:13
https://de.wikipedia.org/wiki/Dyschondrosteose-Nephritis-Syndrom
Das Dyschondrosteose-Nephritis-Syndrom ist eine extrem seltene angeborene Skelettdysplasie mit den Hauptmerkmalen Kleinwuchs, Verkürzung und Verformung von Gliedmaßen und Nephritis . Es handelt sich um eine Form einer Dyschondrosteose. Die Beschreibung stammt aus dem Jahre 1976 durch die US-amerikanischen Ärzte Steve J. Funderburk und Mitarbeiter. Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde nur eine Großfamilie beschrieben. Die Vererbung erfolgt autosomal-dominant. Das weibliche Geschlecht ist schwerer und vier Mal häufiger als das männliche Geschlecht betroffen. Die Veränderungen sind denen bei der Dyschondrosteose Léri Weill sehr ähnlich.
2024-12-02 10:25:08
https://de.wikipedia.org/wiki/Eulenspiegel-Verlag
Der Eulenspiegel Verlag ist ein seit 1954 bestehender Verlag mit Sitz in Berlin, dessen Schwerpunkt im Bereich der Satire liegt. Bis 1972 war er Herausgeber der Satirezeitschrift Eulenspiegel. Der Verlag ist Namensgeber der 1993 gegründeten Eulenspiegel Verlagsgruppe. In der DDR galt er als bedeutendster Satireverlag. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde 1993 von der Treuhand ein Konkursverfahren eingeleitet. Für die Konkursmasse fanden sich Käufer , die den Verlag neu gründeten. Der Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, Teile des kulturellen Erbes der DDR zu pflegen. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Werkeditionen der Dichter Peter Hacks und Rainer Kirsch. Eine Reihe des Eulenspiegel Verlages ist die Reihe Kronen-Krimi. Diese Reihe umfasst lustig-ironische Krimis von verschiedenen Autoren, ist jedoch weithin unbekannt, da die Auflagen sehr gering waren und die Bücher in der DDR nur über Beziehungen zu bekommen waren. Das Markenzeichen der Reihe stellt ein Signet mit einer gekrönten Eule dar, verbunden mit dem Slogan „Nur echt mit der Eule“ und dem Hinweis „Instant“ .
2024-12-04 05:57:31
https://de.wikipedia.org/wiki/Sendegebiet
Als Sendegebiet wird heute im Allgemeinen der lokale Bereich bezeichnet, für den ein Fernseh- oder Hörfunksender bestimmt ist. Zum Sendegebiet des Mitteldeutschen Rundfunks zählen zum Beispiel die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der ursprüngliche Bezug des Begriffes auf den Bereich, wo der Sender tatsächlich empfangen werden kann, geht immer mehr verloren, da regionale Fernseh- und Hörfunksender per Satellit oder Internet nicht an einen bestimmten Punkt der Erde gebunden sind. Diese Bedeutung übernimmt der Begriff Empfangsgebiet.
2024-12-04 06:55:45
https://de.wikipedia.org/wiki/Longobucco
Longobucco ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Cosenza in der Region Kalabrien mit 2700 Einwohnern . Die Nachbargemeinden sind Acri, Bocchigliero, Caloveto, Casali del Manco, Celico, Corigliano-Rossano, Cropalati, Paludi, Pietrapaola, San Giovanni in Fiore und Spezzano della Sila. Acquaformosa | Acquappesa | Acri | Aiello Calabro | Aieta | Albidona | Alessandria del Carretto | Altilia | Altomonte | Amantea | Amendolara | Aprigliano | Belmonte Calabro | Belsito | Belvedere Marittimo | Bianchi | Bisignano | Bocchigliero | Bonifati | Buonvicino | Calopezzati | Caloveto | Campana | Canna | Cariati | Carolei | Carpanzano | Casali del Manco | Cassano all’Ionio | Castiglione Cosentino | Castrolibero | Castroregio | Castrovillari | Celico | Cellara | Cerchiara di Calabria | Cerisano | Cervicati | Cerzeto | Cetraro | Civita | Cleto | Colosimi | Corigliano-Rossano | Cosenza | Cropalati | Crosia | Diamante | Dipignano | Domanico | Fagnano Castello | Falconara Albanese | Figline Vegliaturo | Firmo | Fiumefreddo Bruzio | Francavilla Marittima | Frascineto | Fuscaldo | Grimaldi | Grisolia | Guardia Piemontese | Lago | Laino Borgo | Laino Castello | Lappano | Lattarico | Longobardi | Longobucco | Lungro | Luzzi | Maierà | Malito | Malvito | Mandatoriccio | Mangone | Marano Marchesato | Marano Principato | Marzi | Mendicino | Mongrassano | Montalto Uffugo | Montegiordano | Morano Calabro | Mormanno | Mottafollone | Nocara | Oriolo | Orsomarso | Paludi | Panettieri | Paola | Papasidero | Parenti | Paterno Calabro | Pedivigliano | Piane Crati | Pietrafitta | Pietrapaola | Plataci | Praia a Mare | Rende | Rocca Imperiale | Roggiano Gravina | Rogliano | Rose | Roseto Capo Spulico | Rota Greca | Rovito | San Basile | San Benedetto Ullano | San Cosmo Albanese | San Demetrio Corone | San Donato di Ninea | San Fili | San Giorgio Albanese | San Giovanni in Fiore | San Lorenzo Bellizzi | San Lorenzo del Vallo | San Lucido | San Marco Argentano | San Martino di Finita | San Nicola Arcella | San Pietro in Amantea | San Pietro in Guarano | San Sosti | San Vincenzo La Costa | Sangineto | Sant’Agata di Esaro | Santa Caterina Albanese | Santa Domenica Talao | Santa Maria del Cedro | Santa Sofia d’Epiro | Santo Stefano di Rogliano | Saracena | Scala Coeli | Scalea | Scigliano | Serra d’Aiello | Spezzano Albanese | Spezzano della Sila | Tarsia | Terranova da Sibari | Terravecchia | Torano Castello | Tortora | Trebisacce | Vaccarizzo Albanese | Verbicaro | Villapiana | Zumpano
2024-11-29 10:29:19
https://de.wikipedia.org/wiki/Special_Olympics#Unified_Sports
Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und Mehrfachbeeinträchtigung. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf als einzige Organisation den Ausdruck Olympics weltweit nutzen. Das Ziel von Special Olympics ist es, als Inklusionsbewegung Menschen mit geistiger Beeinträchtigung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen. Die Special-Olympics-Bewegung wurde 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen. Hintergrund war die Beeinträchtigung von deren Schwester Rosemary Kennedy nach einer Lobotomie. Special Olympics ist heute mit 5,2 Millionen Athleten in 174 Ländern vertreten. Der deutsche Bundesverband wurde 1991 gegründet. Darüber hinaus gibt es auf Ebene der Bundesländer derzeit 14 Landesverbände. Als Zwischenebene fungiert für Deutschland der Kontinentalverband Special Olympics Europa-Eurasien . Vorsitzender des Dachverbands Special Olympics International ist Timothy Shriver, der Sohn von Eunice Kennedy-Shriver. Special Olympics möchte erreichen, dass Menschen mit geistiger Beeinträchtigung respektiert und als gleichwertig anerkannt werden. Die weltweite Sportbewegung möchte es allen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ermöglichen zu trainieren, an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen und sich auf diese Weise zu entwickeln. In den 1960er Jahren erfuhr Eunice Kennedy Shriver von betroffenen Eltern, dass das öffentliche Schulsystem für geistig beeinträchtigte Kinder keine Teilnahme an den in den USA üblichen Sommercamps ermöglichte. Sie eröffnete auf ihrer Farm Timberlawn in Maryland das Camp Shriver mit 34 geistig beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kindern, darunter ihr Sohn Tim, und 26 Betreuern aus der Umgebung. Die Kinder trieben gemeinsam Sport, und das Camp wurde ein Erfolg. Auch in den folgenden drei Jahren fand das Sommercamp statt. Die ersten Special Olympics-Spiele, finanziert von der Joseph P. Kennedy Jr. Foundation , fanden am 20. Juli 1968 in Chicago statt. 1000 Athleten aus den USA und Kanada nahmen damals teil. Trotz Widerstands von potentiellen Geldgebern, die Kennedy Shriver sowie die Schöpferin der Spiele in Chicago, die Sportlehrerin Anne Marie McGlone Burke, seit 2006 Richterin am Supreme Court in Illinois, heftig dafür kritisierten, „diese Kinder zur Schau zu stellen“, erhielten die beiden genug Rückendeckung und konnten die Spiele austragen. Währenddessen verdichteten sich die Hinweise aus der Wissenschaft, dass Bewegungsangebote förderlich für die Entwicklung von Menschen mit Beeinträchtigung sind. Wegweisend war etwa die Forschung von James N. Oliver oder die Arbeiten des kanadischen Sportwissenschaftlers Frank Hayden von der Universität Toronto. Bereits 1964 legte er beim Ersten Kongress für Sportpsychologie in Rom seine Ergebnisse vor und veröffentlichte ein Test- und Trainingshandbuch. 1965 wurde er Direktor der Joseph P. Kennedy Jr. Foundation in Washington. 1968 war er an der Organisation der ersten Special Olympics Weltspiele 1968 beteiligt. Patricia Austin kam an der Universität Alberta ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Sportlehrer die Bedürfnisse der vergessenen Kinder ernst nehmen und auch auf die Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern mit Beeinträchtigung eingehen sollten. Mit dem zunehmenden Wachstum und der Ausdehnung auf Nationen außerhalb der USA war auch verbunden, dass die Special Olympics Weltspiele von politischen Konflikten nicht verschont blieben. So nahm Taiwan an den Sommerspielen 1983 in Baton Rouge nicht teil, weil es Streit um den Namen des Landes gegeben hatte: Es hatte auf dem Namen Chinese Taipei bestanden, während die Kennedy Foundation es unter Taiwan, Republik China, an den Start gehen lassen wollte. 1984 wurde der Ehemann von Eunice Kennedy-Shriver, der Politiker Sargent Shriver, Präsident von Special Olympics. Von 1990 bis 2003 war er dort Vorstandsvorsitzender. Er war maßgeblich dafür verantwortlich, dass unter anderem die Staaten der ehemaligen Sowjetunion, China, Tunesien, Neuseeland sowie die osteuropäischen Staaten ihre Tore für Special Olympics öffneten und dieses so zu einer weltumspannenden Bewegung machten. Das globale Wachstum der Special Olympics nahm in den kommenden Jahren immer mehr zu. Die Vereinten Nationen erklärten das Jahr 1986 zum Jahr der Special Olympics. Am 15. Februar 1988 wurde Special Olympics vom Internationalen Olympischen Komitees offiziell anerkannt. In dem von beiden Partnern unterzeichneten Dokument, das eine 1971 getroffene Vereinbarung fortführt, wird Special Olympics als Bewegung gewürdigt, die für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sportliche Aktivitäten organisiert. Für Special Olympics ist damit die Verantwortung verbunden, Special Olympics Trainings- und Wettbewerbsangebote in Übereinstimmung mit den höchsten Idealen der internationalen olympischen Bewegung durchzuführen. Damit ist die Erlaubnis verbunden, als einzige Sportbewegung den Titel Olympics verwenden zu dürfen. So soll die Verwendung der Begriffe Special Olympics und Olympische Spiele vor Missbrauch geschützt werden. In der Bundesrepublik Deutschland gründete sich Special Olympics Deutschland 1991 als eingetragener Verein. Im Lauf der Jahre gelang es der Kennedy Foundation, Unterstützung von bekannten Sportlern und anderen Persönlichkeiten zu erhalten. So gaben etwa 1991 Stars wie Wayne Gretzky, Pelé, Dick Fosbury, Nadia Comăneci, Bart Conner, John Naber und Florence Griffith-Joyner Kurse im Rahmen der Sommerspiele in Minneapolis/St. Paul. Ein besonderer Höhepunkt dieser Globalisierung der Bewegung waren die Internationalen Weltspiele 2003 in Dublin. Diese waren die ersten Sommerspiele von Special Olympics, die außerhalb der Vereinigten Staaten stattfanden. Während bei den vorausgehenden Weltspielen noch über ein Drittel der Athleten aus den USA gekommen waren, sank dieser Prozentsatz nun deutlich. Mit etwa 7000 Teilnehmenden in 18 Disziplinen waren diese Spiele ein großer Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigung. Die Öffentlichkeitswirksamkeit wurde neben dem internationalen Charakter der Spiele auch dadurch unterstützt, dass die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen wurden. Nach diesem Großereignis mit über 400.000 Zuschauern förderte Special Olympics die Regionalisierung von Wettbewerben, um die Veranstaltungen überschaubarer gestalten zu können. So wurden nach den Weltspielen in Dublin etwa weitere europäische und asiatische Länder als Ausrichtungsorte für Special-Olympics-Sommerspiele ausgewählt. Die Sommerspiele 2023 fanden in Berlin statt. Es handelte sich hierbei um das erste internationale Special-Olympics-Turnier auf deutschem Boden. Durch das globale Wachstum spielten auch weltpolitische Konflikte in die Spiele hinein. Das Team aus Taiwan nahm nach einem Streit über die Bezeichnung für seine Delegation nicht an den Special Olympics World Summer Games 1983 teil. Während das Team Chinese Taipei favorisierte, bestand die Kennedy Foundation auf Taiwan, Republik China . Hintergrund war der Taiwan-Konflikt. Die Internationalen Winterspiele debütierten außerhalb der Vereinigten Staaten im Jahr 1993 mit den Ausrichtungsorten Salzburg und Schladming. Die für 2022 geplanten Winterspiele sollten ursprünglich in Schweden stattfinden. Das Land gab die Spiele jedoch ab, da die Finanzierung von der schwedischen Regierung nicht zugesichert wurde. Als neuer Austragungsort konnte die russische Stadt Kasan gewonnen werden. Der ursprüngliche Termin der Spiele im Januar 2022 wurde aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie zunächst auf Januar 2023 verschoben. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurden die Spiele am 4. März 2022 schließlich abgesagt. Der Sport von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung wird weltweit von Special Olympics International und Virtus Sport bestimmt. Während INAS-FID Wettkämpfe wie im Nichtbehindertensport ausrichtet, veranstaltet SOI Wettkämpfe in homogenen Startgruppen zwischen Athleten mit nahezu gleichen Fähigkeiten und ist breitensportlich ausgerichtet. SOI veranstaltet alle vier Jahre Weltspiele mit hohen Teilnehmerzahlen, die Eventcharakter haben, wogegen Virtus Sport leistungssportorientierte Weltmeisterschaften in den unterschiedlichen Sportdisziplinen ausrichtet und die bisher erzielten Bestleistungen auflistet. Virtus Sport betont zwar die Unterschiede zu SOI, doch begreifen die beiden sich als Ergänzungen, nicht als Konkurrenten. Die Weltspiele sind der sportliche Höhepunkt für Athleten. Sie finden alle zwei Jahre im Wechsel zwischen den Sommer- und Wintersportarten statt. Im Jahr 1993 fanden die ersten Winterspiele außerhalb der Vereinigten Staaten statt, im Jahr 2003 gab es die ersten Sommerspiele außerhalb des amerikanischen Kontinents. Seit den Sommerspielen 1991 werden die Spiele als Weltspiele bezeichnet und nicht mehr nummeriert, davor hießen sie International Special Olympics Games. Die Special Olympics World Summer Games 2011 in Athen zählten fast doppelt so viele Athleten wie die Paralympics, die Zahl der beteiligten Länder war bei beiden etwa gleich. Die Special Olympics World Winter Games sind nach den Olympischen Winterspielen die zweitgrösste Wintersportveranstaltung. 1981 wurden erstmals europäische Spiele veranstaltet. 1996 wurden erstmals Spiele in den Mittelmeerstaaten abgehalten. 1996 wurden erstmals Spiele im asiatisch-pazifischen Raum ausgerichtet. 1996 wurden erstmals Spiele in den Golfstaaten veranstaltet. 1996 wurden erstmals Spiele in den westafrikanischen Staaten veranstaltet. Special Olympics verschafft Kindern und Erwachsenen mit geistiger Beeinträchtigung durch ganzjähriges, regelmäßiges Sporttraining und durch Wettbewerbe in einer Vielzahl von Sportarten Zugangs- und Wahlmöglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Menschen mit geistiger Beeinträchtigung können aus diesem Angebot selbstbestimmt nach eigenen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen auswählen. Dies reicht von speziellen sportlichen Angeboten für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung über die Teilnahme an Sportarten und in Unified Teams bis hin zur regulären Mitgliedschaft in Vereinen, Ligen und Mannschaften des organisierten Sports. SOD und die SO-Landesverbände beteiligen sich aktiv an den jährlich stattfindenden Europäischen Fußball- und Basketballwochen. In Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Special Olympics Europa-Eurasien, der UEFA und dem Europäischen Basketballbund sowie zahlreichen Ligamannschaften finden gemeinsame Begegnungen, Trainings und Spiele unter wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit statt. Da die Teilnehmenden an Special Olympics-Angeboten in aller Regel keine hauptberuflichen Leistungssportler sind, sind Angebote kostenlos und die Teilnahme an Wettbewerben kostengünstig gestaltet. Dies steht im Einklang mit dem Hintergrundgedanken von Special Olympics, möglichst vielen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sportliche Betätigung zu ermöglichen. Somit können unter anderem Herz-Kreislauf-Störungen sowie Übergewichtigkeit nachweislich vermieden werden. Doch auch das psychische Wohlbefinden, das Selbstvertrauen sowie soziale Fertigkeiten werden gestärkt. Das Gesundheitsprogramm, das ein zentraler Bestandteil von Special Olympics ist, untermauert den gesundheitlichen Mehrwert zusätzlich. Ein Praxisbeispiel für Inklusion ist seit 1987 Special Olympics Unified Sports, ein Programm der weltweiten Special-Olympics-Bewegung. Es entstand in den 1980er Jahren in den USA. Im Rahmen des Unified Sports werden eine annähernd gleiche Anzahl von Special Olympics Athleten und Sportlern ohne geistige Beeinträchtigung in einem Team zusammengeführt, um gemeinsam zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen. So bauen sie Barrieren und Grenzen im alltäglichen Umgang miteinander ab. Im Vorfeld beurteilen Observer das Verhältnis innerhalb der Teams. Ist es nicht ausgewogen, kann das Team disqualifiziert werden. Bei den Special Olympics World Summer Games 2023 wurden in mehr als der Hälfte der Sportarten Unified Wettbewerbe angeboten. Unified Sports wird in drei Modelle unterteilt: Im Rahmen des Programms Special Olympics Unified Sports bauen Unified Schools für junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten Schulgemeinschaften auf. Sie schaffen eine Atmosphäre in der sich alle willkommen fühlen. Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung tragen ein um 40 % höheres Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Healthy Athletes ist das Gesundheits- und Präventionsprogramm von Special Olympics und zentraler Bestandteil der nationalen und internationalen Angebote. Es wurde 1997 gegründet und bietet weltweit kostenlose Beratungen und Kontroll-Untersuchungen sowie Aufklärung und Empfehlungen zur Weiterbehandlung, die Athletinnen und Athleten bei regionalen, nationalen und internationalen Special Olympics Sportwettbewerben in Anspruch nehmen können. Bis 2023 wurden weltweit mehr als 2,4 Millionen Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass auf die Gesundheit geistig beeinträchtigter Menschen mehr Aufmerksamkeit gerichtet werden muss. Das Gesundheitsprogramm unterteilt sich in sieben Bereiche. Dadurch wird auf verschiedene medizinische Teilbereiche Rücksicht genommen und dafür gesorgt, dass Menschen mit Beeinträchtigung über ihren Körper und ihre Gesundheit sensibilisiert werden, insbesondere durch die Bereitstellung von Informationsmaterial in Leichter Sprache über die Plattform Gesundheit Leicht verstehen. In Deutschland wurden seit der Einführung des Programms im Jahr 2004 mit Unterstützung von mehr als 3000 ehrenamtlichen Helfern insgesamt mehr als 50.000 Beratungen durchgeführt. Healthy Athletes kooperiert mit der Bundeszahnärztekammer, der Bundesärztekammer, der Bundespsychotherapeutenkammer, dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V., der Deutschen Gesellschaft für Medizin für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und weiteren Fach- und Berufsverbänden. Die Regionalisierung und nachhaltige Etablierung des Gesundheitsprogramms in Deutschland wurde durch die Projekte „Selbstbestimmt gesünder I – III“, die seit 2011 durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurden, vorangebracht. Dabei ging es darum, Menschen mit geistiger und MehrfachBeeinträchtigung zu befähigen, Gesundheit und umfassendes Wohlbefinden selbstbestimmt zu gestalten und ihre Teilhabe an der Gesundheitsvorsorge zu verbessern. Dieses Ziel verfolgt auch das anschließende Projekt der Jahre 2017 und 2018 „Gesund durchs Leben“, erneut gefördert durch das BMG. So konnten im Jahr 2018 in den Landesverbänden mehr als 50 Healthy-Athletes-Veranstaltungen – sowohl bei Sportwettbewerben als auch in Werkstätten – durchgeführt werden. Young Athletes richtet sich an Kinder mit und ohne geistige Beeinträchtigung im Alter zwischen zwei und sieben Jahren. Grundlegende sportliche Fähigkeiten wie das Laufen, Werfen und Schießen eines Balles werden trainiert und soziale Kompetenzen erworben. Im Rahmen dieses Programms werden Führungspersönlichkeiten mit geistigen Beeinträchtigungen und Entwicklungsdefiziten in die Lage versetzt, ihre Führungsrolle kompetent ausüben zu können. Ein fester Bestandteil des Sportprogramms von Special Olympics Veranstaltungen im Sommer und im Winter ist das Motor Activity Training Program , vergleichbar mit deutschen Psychomotorik-Angeboten. In Deutschland steht bei regionalen Angeboten und bei Nationalen Spielen neben den offiziellen Special Olympics Sportarten das MATP als so genanntes wettbewerbsfreies Angebot zur Verfügung. Es fördert die motorischen Grundlagen. Dabei spielt der Inklusionsgedanke eine wesentliche Rolle spielt: Das Programm richtet sich sowohl an Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht an den regulären Wettbewerben teilnehmen können, als auch an Menschen ohne Beeinträchtigung. So können sich alle Interessenten an Nationalen Spielen oder Landesspielen aktiv beteiligen. Dabei werden verschiedene Stationen wie Riesenmikado, Mensch-ärgere-dich-nicht, Schneeschuhlaufen und Kegelparcour angeboten. Die Special Olympics Deutschland Akademie wurde im Jahr 2008 gegründet. Sie befasst sich in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Betriebliche Gesundheitsförderung mit den thematischen Schwerpunkten Vielfalt, Gesundheit, Bewegung, Sport und Inklusion für und mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung unter dem zentralen Aspekt der Selbstbestimmung. Die SODA verfügt über ein bundesweites Netzwerk von zahlreichen Experten aus Sportvereinen und Schulen, Einrichtungen der Behindertenhilfe bis hin zu Universitäten. Diese Kompetenzen werden genutzt, um im Bereich Bildung und Wissenschaft die Förderung der Teilhabemöglichkeiten im und durch Sport von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung voranzubringen und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. So sind die Entwicklung eines Fort- und Weiterbildungssystems für und mit Special Olympics Athleten und die Erstellung vielfältiger Materialien in Leichter Sprache derzeit Schwerpunkte der SODA-Tätigkeit. Das Familienprogramm von Special Olympics umfasst die Vernetzung, Betreuung und Einbeziehung der Familien von Athleten bei Special Olympics Veranstaltungen und zunehmend auch im Alltag. Durch die engere Vernetzung können die Familien Erfahrungen austauschen, Unterstützung erfahren und sich engagieren. Als Family Leaders können sich besonders engagierte Familienmitglieder herausheben. Sie übernehmen eine zentrale Rolle in der Vorbereitung oder Durchführung von Veranstaltungen oder beteiligen sich auf Verbandsebene. Bei Special Olympics-Wettbewerben ist die Teilnahme entscheidend. Leitgedanke ist nicht der Spitzensport im üblichen Sinne. Eine Besonderheit bei Special Olympics ist, dass nicht nur die besten Athleten an internationalen Wettbewerben teilnehmen können: vielmehr gibt es bei jeder Veranstaltung mehrere Leistungsstufen Divisions. So können also Athleten mit verschiedenen Graden der Behinderung und verschiedenen Fähigkeiten und Einschränkungen unabhängig voneinander an Wettbewerben teilnehmen. Jede Athletin und jeder Athlet hat bei den regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben durch die Einteilung in homogene Leistungsgruppen die Chance zu gewinnen, unabhängig vom Grad der geistigen oder mehrfachen Beeinträchtigung. In jeder Disziplin ergeben sich daher durch die vorher ermittelten leistungshomogenen Gruppen viele Sieger, niemand wird wegen geringerem Leistungsvermögen ausgeschlossen oder allein wegen seiner spezifischen Beeinträchtigung in eine bestimmte Klasse eingeteilt. Die Grundlage von Special Olympics-Wettbewerben ist der Artikel 1. Dieser gilt sportartenübergreifend und regelt die Durchführung von Wettbewerben. In vielen Sportarten können die Regelwerke des jeweiligen Verbands nicht vollständig umgesetzt werden. Oft müssen auch zusätzliche Aspekte, etwa sicherheitstechnische Mindeststandards, beachtet werden. Artikel 1 bildet hierbei eine Grundlage zur Erstellung sportartspezifischer Veranstaltungsrichtlinien und Regelwerke durch Special Olympics. Artikel 1 enthält etwa die Auflistung aller offiziell von SOI anerkannter Sportarten, Mindestanforderungen für Trainings- und Wettbewerbsangebote sowie Vorschläge zur Einteilung in Alters- und Leistungsstufen. Im Wettbewerb wird in einer Leistungskategorie von mindestens drei und höchstens acht Athleten angetreten, die auf der Grundlage des Vorwettbewerbs zur Leistungseinstufung gebildet wurden. Das sogenannte Divisioning bildet die Grundlage von Special Olympics-Wettbewerben. Insbesondere soll die sogenannte 15-Prozent-Richtlinie berücksichtigt werden, nach welcher eine Differenz von höchstens 15 % zwischen den Leistungen des stärksten und des schwächsten Athleten liegen sollte. In Sportarten, in denen keine klare Klassifizierung möglich ist, bietet Special Olympics in der Regel andere Verfahren an, um die Leistungsstufen zu erkennen. Die 15-Prozent-Richtlinie ist jedoch keine feste Regel und nicht bindend. Grundsätzlich wird zunächst nach Geschlecht, dann nach Alter und letztlich nach Leistungsniveau eingeteilt. Neben dem Klassifizierungssystem ist das Prinzip des Aufstiegs ein Grundstein des Artikels: Athleten müssen zunächst regelmäßig trainieren, um sich dann von lokalen und regionalen Spielen aus für nationale Spiele und schließlich für Weltspiele zu qualifizieren. Somit kann gewährleistet werden, dass alle Athleten mit den Abläufen und Regelwerken vertraut sind, wenn sie an großen Turnieren teilnehmen. Durch die Anerkennung der Special Olympics vom Internationalen Olympischen Komitee können olympische Programme aufgegriffen werden. Darunter fallen Fackellauf, Eröffnungszeremonie mit Fahne/Hymne/Flamme, Siegerehrungen, ein Olympisches Dorf und Olympisches Festival, die Abschlussfeier sowie die Durchführung von Kongressen und Begleitveranstaltungen. Bei den Spielen von Special Olympics werden keine Nationalhymnen gespielt und auch keine Medaillen gezählt, da die Athleten so viel mehr repräsentieren als ihre Heimatstaaten. Die Spiele sind der Versuch zu zeigen, dass nicht Überlegenheit oder Schnelligkeit zählen, sondern die Anerkennung für das Beste in Menschen, woher sie auch kommen, wie immer sie aussehen und wie ihre Gehirne arbeiten. Eine Besonderheit ist, dass jeder teilnehmende Sportler im Rahmen der Siegerehrung geehrt wird, auch, wenn die Platzierung außerhalb der ersten drei Plätze erfolgte. Ebenso können bei der Siegerehrung Teilnehmende besonders hervorgehoben werden, die im Laufe des Wettbewerbs besondere Leistungen, etwa eine starke Leistungssteigerung oder vorbildliches Fair Play, gezeigt haben. Der offizielle Eid der Special Olympics lautet: “Let me win, but if I cannot win, let me be brave in the attempt.” „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben!“ Die Flagge von Special Olympics zeigt fünf Personen mit je sechs Armen. Die Zahl fünf steht dabei für die fünf Kontinente, die zur Zeit der Wahl des Logos an Wettbewerben von Special Olympics teilnahmen. Die beiden nach unten zeigenden Arme symbolisieren die Einstellungen und Gefühle, die in der Vergangenheit mit geistiger Beeinträchtigung verbunden waren. Die waagrechten Arme sind ein Zeichen für Gleichheit, und die nach oben gereckten drücken Freude und Glück über das Erreichen von Zielen aus. Im Vorfeld der Spiele finden häufig Fackelläufe statt, die dazu beitragen sollen, die Veranstaltung bei der Bevölkerung bekannt zu machen. Der Law Enforcement Torch Run wurde vom Polizeichef von Wichita, Kansas, initiiert, um Spenden für die Spiele zu sammeln und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Er fand erstmals am 1. Juli 1981 statt. Er wurde 1983 von der Internationalen Vereinigung der Polizeichefs anerkannt und wird seit den Special Olympics World Summer Games 1987 bei allen Special-Olympics-Weltspielen und den nationalen Special-Olympics-Spielen in den USA durchgeführt. Dabei begleiten Polizeibeamte, aber auch Feuerwehrleute und Gefängnisaufseher die Flamme, die in Athen entzündet und zur Eröffnungsfeier gebracht wird. Die Flamme der Hoffnung symbolisiert Mut und die Würdigung der Diversität, für die die Special-Olympics-Bewegung steht. Der irische Bildhauer John Behan entwarf für die Special Olympics World Summer Games 2003 in Dublin eine Skulptur. Sie besteht aus zwei stilisierten Personen mit der Olympischen Flamme, dem Logo der Special Olympics World Summer Games 2003. Um die Skulptur herum befinden sich 137 Bronzetafeln mit den Namen der 7.000 Athleten. Die Einweihung fand am 8. Dezember 2003 statt. Das Kunstwerk steht in den Dubhlinn Gardens. Kritik richtete sich gegen die Größe der Veranstaltungen. Auch wurde eine Kommerzialisierung gesehen. Scheid und Kapustin äußerten außerdem aus pädagogischer Sicht Vorbehalte gegen eine Dominanz des Wettkampfgedankens. Dies führe zum Aufbau einer Elite, überfordere aber den größeren Teil der geistig Beeinträchtigten und dränge Fördermaßnahmen zurück. Andererseits wies Vermeer in seinen Veröffentlichungen nach, dass die Teilnahme an diesen Wettkämpfen zu Erhöhung der persönlichen Kompetenz führe, in der Öffentlichkeit Vorurteile gegenüber Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zurückgedrängt würden und so ein positives Bild der Leistungsfähigkeiten dieser Gruppe entstünde. Dies fördere die Teilhabe von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung an gesellschaftlichen Zusammenhängen. Special Olympics Deutschland ist der deutsche Bundesverband von Special Olympics International. SOD wurde am 3. Oktober 1991 als gemeinsame Initiative der großen deutschen Verbände ins Leben gerufen, um das sportliche Engagement geistig beeinträchtigter Menschen zu fördern. Der österreichische Verband Special Olympics Österreich wurde 1993 auf Initiative von Maria Pachleitner und Marc Angelini in Schladming gegründet. Ebendort fanden 1993 die ersten Winterspiele außerhalb von Nordamerika statt. Im Jahr 2017 wurden die Winterspiele abermals in Schladming und Graz ausgetragen, damit ist Österreich das einzige Land neben den USA, in dem die Special Olympics mehr als einmal veranstaltet wurden. Coca Cola unterstützte die Spiele von Special Olympics von Anfang an.
2024-12-02 11:03:08
https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Paryla-Raky
Stephan Paryla-Raky ist Theater- und Film­schauspieler, Sänger und Rezitator. Der Sohn des Schauspieler-Ehepaares Karl Paryla und Hortense Raky und jüngere Bruder von Nikolaus Paryla verbrachte nach dem Besuch der Volksschule in Wien einen Großteil seiner Schulzeit in der DDR . Zurück in Wien, lernte er Fremdsprachen und beschäftigte sich mit Karikaturzeichnen. Aufgrund eines Bronchialleidens wurde ihm ärztlicherseits das Spielen eines Blasinstrumentes angeraten. Zu seinem Instrument wählte er die Trompete, nachdem er mit seinem Vater das Münchener Hofbräuhaus besucht hatte. Nach einem Studium an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst gelangte er schließlich zum Theater und war unter anderem im Wiener Volkstheater und im Theater in der Josefstadt zu sehen. Seine Schauspielausbildung erhielt er bei den Eltern sowie bei Dorothea Neff und Eva Zilcher. Zahlreiche Auftritte im Film und im Fernsehen folgten, aufgrund seiner Sprachbegabung auch im fremdsprachigen Ausland. Weitere Theaterengagements führten ihn unter anderem nach Hamburg, Graz und Zürich sowie ins Wiener Kabarett Simpl. Als Rezitator hält Paryla-Raky nach wie vor Lesungen meist satirischer Werke von Autoren wie Anton Kuh oder Wilhelm Busch. Einiges aus seinem Rezitationsschaffen wurde auf CD oder Schallplatte veröffentlicht. Bei seinen Vortragsabenden begleitet er Gesangseinlagen häufig selbst auf der Gitarre. Über seinen Onkel, den Schauspieler und Regisseur Emil Paryla, ist er ein Cousin der Schauspielerin und Regisseurin Katja Paryla.
2024-12-03 23:45:01
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Schleu%C3%9Fer
Heinz Schleußer war ein deutscher Gewerkschafter und Politiker . Schleußer arbeitete von 1954 bis 1963 als Betriebsschlosser im Hüttenwerk Oberhausen. Bei der IG Metall war er von 1969 bis 1987 Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer. Schleußer trat 1957 in die SPD ein. Von 1969 bis 1988 war er Ratsherr der Stadt Oberhausen, von 1979 bis 1988 als Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Im Jahr 1975 wurde er in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt, wo er von 1981 bis 1988 finanzpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten war. Im Mai 1988 rief ihn Johannes Rau als Finanzminister in sein Kabinett. Zwölf Jahre lang übte er dieses Amt aus. Die sozialverträgliche Gestaltung des Strukturwandels war die große Aufgabe seiner Amtszeit. Als Folge der Montankrise im Ruhrgebiet wuchsen die Schulden des Landes auf fast 150 Milliarden DM an. Schleußer war Aufsichtsrat der Thyssen AG und gehörte dem Verwaltungsrat der WestLB an. Presseberichte über zwei Urlaubsflüge Schleußers nach Kroatien, die er sich von der WestLB bezahlen ließ, bildeten den Auftakt der „Düsseldorfer Flugaffäre“, die zu seinem Rücktritt am 26. Januar 2000 führte. Schleußer starb am 12. Juli 2000 nach schwerer Krankheit in Essen, er wurde am 19. Juli 2000 in seiner Heimatstadt Oberhausen bestattet. Nach ihm wurde die Marina am Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen benannt. Siehe auch: Kabinett Rau III – Kabinett Rau IV – Kabinett Rau V – Kabinett Clement I Franz Blücher | Heinrich Weitz | Adolf Flecken | Willi Weyer | Artur Sträter | Joseph Pütz | Hans Wertz | Friedrich Halstenberg | Diether Posser | Heinz Schleußer | Peer Steinbrück | Jochen Dieckmann | Helmut Linssen | Norbert Walter-Borjans | Lutz Lienenkämper | Marcus Optendrenk
2024-12-02 00:58:33
https://de.wikipedia.org/wiki/Lim_(Fluss)
Mündung des Lim in die Drina südwestlich von Višegrad Hydrographische Karte der südöstlichen Dinariden Lim in Prijepolje Der Lim ist ein Fluss in Montenegro, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina. Mit 220 Kilometer Länge ist der Lim der größte Nebenfluss der Drina und der größte Fluss im Gebiet des Sandžak. Er entspringt bei Plav im Südosten Montenegros dem gleichnamigen See . Der Name des Flusses geht zurück auf das albanische Wort lumë für „Fluss“ . Das heutige Hydronym mit dem Vokal i entstand aus einer im 13. Jahrhundert belegten altserbischen Form Lыmь, wobei das ы anstelle des ursprünglichen u darauf hindeutet, dass die Entlehnung noch vor dem 10. Jahrhundert stattfand. Wenn die gegische Form lymë als Ursprung angenommen wird, ist auch ein späterer Entlehnungszeitpunkt denkbar, spätestens jedoch bis zum 12. Jahrhundert. Die slawische Namensform wurde sodann als Lim ins Albanische zurückentlehnt. Der längste Zufluss des Plavsko jezero hat seine Quellen auf der Südseite des Maglić-Massives im Süden Montenegros. Bei ungefähr 1300 m Meereshöhe mündet der Borovački potok mit seinen Quellflüssen Prouški Potok und Velji potok in den längeren Vučin potok. Dieser verlässt nach ungefähr 7,5 Kilometer das montenegrinische Staatsgebiet und durchquert in Ostrichtung den äußersten Nordzipfel Albaniens auf einer Länge von 9,5 Kilometern. In Albanien wird der Fluss Lumi i Vermoshit genannt. Das Gebiet um Vermosh ist die einzige Region Albaniens, die ins Schwarze Meer entwässert wird. Wieder in Montenegro wird der Fluss fortan als Grnčar bezeichnet. In Gusinje vereinigt sich der Grnčar mit dem Flüsschen Vruja zur Ljuča. Diese ist der einzige beudetende Zufluss des Plavsko jezero. Dessen größter Abfluss wird nun erstmals Lim genannt. Auf seinem Lauf durch die Schluchten im Osten Montenegros durchquert der Lim die Städte Andrijevica, Berane und Bijelo Polje. Auf serbischer Seite liegen die Städte Prijepolje und Priboj an seinen Ufern. Zwischen Bijelo Polje und Prijepolje bildet das Tal des Lim zudem den Korridor für den Hauptverkehrsstrom zwischen Montenegro und Serbien, also die Europastraße 763 und die Bahnstrecke Belgrad–Bar. Hinter Priboj verläuft der Fluss durch das bosnisch-serbische Grenzgebiet bei Sjeverin und Rudo und durchquert hinter Rudo einen engen Canyon, bevor er oberhalb von Višegrad in die hier angestaute Drina mündet. Das Einzugsgebiet des Lim umfasst 5963 km², der Fluss ist nicht schiffbar. Der längste und wasserreichste Nebenfluss ist der Uvac, welcher hinter Priboj von rechts einmündet. Bei einem Busunfall am 4. April 2004 kamen auf dem Rückweg von Dubrovnik nach Bulgarien zwölf Schüler einer bulgarischen Reisegruppe ums Leben, als ihr Bus nahe dem serbischen Ort Gostun von der Straße abkam und in den Lim stürzte.
2024-12-03 17:17:56
https://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Hennrichs
Joachim Hennrichs ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität zu Köln. Nach dem Abitur am Kurfürst-Balduin-Gymnasium in Münstermaifeld 1984 studierte Hennrichs ab dem folgenden Jahr Rechtswissenschaften an der Universität Mainz. 1990 legte er sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. 1994 wurde er von der Universität Mainz mit einer von Walther Hadding betreuten gesellschaftsrechtlichen Schrift zum Dr. iur. promoviert. 1998 habilitierte er sich mit einer bilanzrechtlichen Schrift. Zum Wintersemester 1998/99 hatte Hennrichs einen Lehrauftrag an der TU Darmstadt inne, im Wintersemester 1999/2000 vertrat er einen Lehrstuhl an der Universität Potsdam. Vom daran anschließenden Sommersemester 2000 bis Februar 2003 war er ordentlicher Professur für Bürgerliches Recht mit Bankrecht auf dem entsprechenden Lehrstuhl der Universität Münster. Im März 2003 wechselte Hennrichs auf den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Bilanz- und Steuerrecht der Universität zu Köln, den er seitdem innehat. Zudem ist er dort Direktor des Instituts für Gesellschaftsrecht und seit 2022 zugleich Geschäftsführender Direktor des neu gegründeten Instituts für Nachhaltigkeit, Unternehmensrecht und Reporting der Universität zu Köln. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesfinanzministerium und in zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Arbeitskreisen. Hennrichs Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im deutschen und europäischen Handels- und Gesellschaftsrecht sowie dem Steuerrecht. Besondere Schwerpunkte darin bilden unter anderem das Bilanzrecht und andere rechtliche Aspekte der Wirtschaftsprüfung sowie das Einkommens- und Unternehmenssteuerrecht, insbesondere das Recht der steuerlichen Gewinnermittlung und Besteuerung bei Personen- und Kapitalgesellschaften. So kommentiert er unter anderem im Münchener Kommentar zum Aktiengesetz und zum Bilanzrecht. Hennrichs ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
2024-11-23 13:06:48
https://de.wikipedia.org/wiki/Izumi_Ky%C5%8Dka
Izumi Kyōka , * 4. November 1873 in Kanazawa; † 7. September 1939 in Tokio) war ein japanischer Schriftsteller. Izumi kam nach dem Besuch der japanisch-englischen Hokuriku-Schule 1890 nach Tokio, wo er Schüler des Dichters und Romanautors Ozaki Kōyō wurde. Unter dessen Betreuung erschien sein erster Roman Kammuri Yaemon. Sein nächstes Werk Giketsu Kyōketsu erschien in Fortsetzungen in der Zeitung Yomiuri Shimbun und wurde als Bühnenstück bearbeitet. Mit weiteren Werken, die im Magazin Bungei Kurabu veröffentlicht wurden, etablierte er sich als Romanautor. In den Folgejahren wurde Izumi zu einem populären Autor phantastischer und grotesker Erzählungen. Seine Geburtsstadt Kanazawa widmete ihm ein Museum und stiftete den Izumi-Kyōka-Literaturpreis, der anlässlich seines 100. Geburtstages 1973 erstmals vergeben wurde.
2024-11-22 20:07:39
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilton_House
Druck um 1880 Wilton House ist ein Herrenhaus in Wilton in der Grafschaft Wiltshire in Großbritannien. Das als Kulturdenkmal der Kategorie Grade I klassifizierte Herrenhaus ist Sitz der Earls of Pembroke und berühmt wegen seines Landschaftsparks und wegen seiner prächtigen Innenausstattung, die zu den schönsten barock ausgestatteten Räumen des 17. Jahrhunderts in Großbritannien gezählt werden. Das Herrenhaus befindet sich an der Stelle eines im 9. Jahrhundert von Alfred dem Großen gegründeten Nonnenklosters. Im 12. Jahrhundert wurde das Kloster in eine Benediktinerinnenabtei umgewandelt, die nach ihrer Auflösung 1542 von Heinrich VIII. an seinen Schwager, den Politiker und General William Herbert verschenkt wurde. Dieser ließ die Abteigebäude abreißen und von 1547 bis 1563 ein neues Herrenhaus errichten. 1644 wurde der Südflügel und ein Teil des Ostflügels durch ein Feuer schwer beschädigt. Inigo Jones entwarf die Pläne für einen Neubau im Stil des Palladianismus, der nach seinem Tod von John Webb vollendet wurde. Zwischen 1801 und 1815 wurde das Gebäude von James Wyatt neogotisch umgestaltet, der den Kreuzgang im Innenhof baute, den Haupteingang an seine heutige Stelle verlegte und die Nord- und Westfassade veränderte. Die neogotischen Umbauten an der Außenfassade wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder entfernt, so dass das Äußere wieder im Stil des Klassizismus erscheint. Seit dem 1. Mai 1951 können ein Teil der Innenräume sowie der Garten besichtigt werden. Das Herrenhaus besteht aus einem vierflügligen Bau aus Naturstein mit zwei bzw. drei Geschossen sowie überhöhten Eckrisaliten. Die Ostfassade war früher die Eingangsfassade und besitzt noch in der Mitte einen viergeschossigen, 1550 im Tudorstil erbauten Torturm. Die Südfassade gilt als Musterbeispiel für den Palladianismus des 17. Jahrhunderts. Im Piano nobile befindet sich eine Raumfolge von sieben Staatsgemächern, die von Jones im Stil des prächtigen Frühbarock entworfen wurde. Jones entwarf den Double und den Single Cube Room eigens für die Familienporträts, die van Dyck für den 4. Earl of Pembroke geschaffen hat. Der siebte Raum der Staatsgemächer, das Jagdzimmer, wird von der Familie Herbert privat genutzt und kann nicht besichtigt werden. Neben den Staatsgemächern können noch weitere Räume wie die Eingangshalle, die Bibliothek, der Rauchsalon und die Skulpturensammlung im Kreuzgang besichtigt werden. In den Räumen befinden sich noch zahlreiche weitere Gemälde, unter anderem von Tizian, Tintoretto, Reynolds, Hals, Lely und anderen Meistern. Um 1632 begann der flämische Gartenkünstler Isaac de Caus mit der Anlage eines prächtigen Barockgartens. Dieser wurde im 18. Jahrhundert zu einem Landschaftsgarten umgestaltet, dessen Libanonzedern die ersten Bäume dieser Art sind, die in England gepflanzt wurden. 1737 wurde die Brücke über den River Nadder von William Kent erbaut. Die Brücke ist die verkleinerte Ausführung eines nicht ausgeführten Entwurfs von Palladio für die Rialto-Brücke in Venedig und später noch zweimal kopiert. Eine bereits ein Jahr später erbaute Kopie steht im Park von Stowe in Buckinghamshire, eine weitere Kopie der Brücke wurde um 1755 im Garten von Prior Park bei Bath errichtet. Um 1820 wurde der Garten zu einem italienischen Garten umgestaltet. In den heute 8,5 Hektar großen Park wurde im 19. Jahrhundert auch das sogenannte Holbein-Portal versetzt, das ehemalige Eingangsportal zur großen Halle. Philip Sidney, der Bruder von Mary Sidney, der Frau des zweiten Earl of Pembroke, schrieb in Wilton House zahlreiche Gedichte und seinen Staatsroman Arcadia. Die Uraufführung von Wie es euch gefällt führte Shakespeare auf einer Bühne im Park auf. Im Zweiten Weltkrieg diente der Double Cube Room Churchill und Eisenhower während der alliierten Invasion als Hauptquartier. Das Herrenhaus und der Garten dienten häufig als Drehort für Filme, u. a. für Young Victoria, Sinn und Sinnlichkeit, King George – Ein Königreich für mehr Verstand, Stanley Kubricks Barry Lyndon oder Tomb Raider.
2024-12-03 14:33:46
https://de.wikipedia.org/wiki/Olympische_Winterspiele_2010/Biathlon_%E2%80%93_Einzel_(Frauen)
Das 15-km-Einzelrennen der Frauen im Biathlon bei den Olympischen Winterspielen 2010 fand am 18. Februar 2010 um 10:00 Uhr im Whistler Olympic Park statt. Olympiasiegerin wurde Tora Berger aus Deutschland. Die Silbermedaille gewann die Kasachin Jelena Chrustaljowa und Bronze ging an die Belarussin Darja Domratschawa. Totalanstieg: 535 m, Maximalanstieg: 40 m, Höhenunterschied: 41 m 87 Teilnehmerinnen aus 31 Ländern, davon 85 in der Wertung. Teja Gregorin wurde im Dezember 2017 wegen positiver Dopingproben nachträglich disqualifiziert. Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010 | Sotschi 2014 | Pyeongchang 2018 | Peking 2022
2024-11-22 17:50:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lesslie
Michael Lesslie ist ein englischer Dramatiker, Drehbuchautor und Filmproduzent. Schon während seiner Schulzeit in Harrow schrieb Lesslie Theaterstücke und hospitierte am Londoner Donmar Warehouse. Er studierte Englisch und Literatur am Exeter College in Oxford und schloss in beiden Fächern mit Bestnote ab. 2003 wurde sein Stück A Triple Bill Of Shame am Edinburgh Fringe Festival unter seiner Regie aufgeführt. 2005 ging seine Bearbeitung des Versdramas El príncipe constante von Calderon auf internationale Tournee und wurde anschließend im Londoner Arcola Theatre Studio und im Oxford Playhouse gezeigt. Seine eigentliche Karriere als Theaterautor begann mit Swimming with Sharks, das 2007 am Vaudeville Theatre im West End mit Helen Baxendale, Christian Slater und Matt Smith in den Hauptrollen Premiere hatte. Im folgenden Jahr wurde sein Stück Prince of Denmark, ein Prequel zu Shakespeares Hamlet, am National Youth Theatre gespielt. Der erste Film, an dem er als Drehbuchautor beteiligt war, war der Kurzfilm Heavy Metal Drummer , der eine BAFTA-Nominierung als bester Kurzfilm erhielt. 2015 schrieb er mit zwei weiteren Autoren das Drehbuch zu Macbeth, 2017 schließlich Assassin’s Creed und 2018 Die Libelle nach dem Roman von John Le Carré .
2024-11-23 20:10:03
https://de.wikipedia.org/wiki/Per%C3%BCcke
Perücken , ursprünglich aus echtem Menschenhaar hergestellt, imitieren eine natürliche Haarpracht, traditionelle oder modische Haartrachten. Sie werden je nach den traditionellen Sitten oder Riten getragen, aber auch bei Haarlosigkeit nach der Mode speziell für ihre Träger angefertigt. Sie dienen als Zweitfrisur, die die eigentlichen Naturhaare ersetzen oder ergänzen sollen. Im Theater und in der Filmbranche dienen Perücken, meistens Echthaarperücken, zur Kostümierung. Perücken wurden schon im alten Ägypten von Männern und Frauen gleichermaßen getragen. Auch im alten Griechenland sowie im Römischen Reich trugen Frauen Perücken oder umfangreiche Haarteile. Im frühen Barock kam die Perücke wieder in Mode. Sie diente vor allem dazu, den krankheitsbedingten Haarausfall bei der Syphilis, Alopecia syphilitica und die Folgen der Behandlung mit Quecksilber zu kaschieren. „Man sieht so viele Personen allerliebst geschoren“, spottete ein Zeitgenosse, „und ganz ohne Rasiermesser.“ 1656 entstand die erste Innung für Perückenmacher in Paris. Als dem französischen König Ludwig XIV. durch ein Typhusfieber im Juni 1658 die Haare ausfielen und er fortan Perücken tragen musste, wurde die Allongeperücke zu einem wichtigen Standessymbol und Attribut der höfischen Kleidung von Männern in Europa – vorher hatten sie nur Kahlköpfige getragen. Auch wirkte die Perücke wärmend, was in den schwer zu heizenden hohen Räumen von Schlössern oder Palais gegenüber der Renaissancezeit eine Steigerung des Komforts darstellte, da die Perücke die Wirkung einer dicken Mütze und eines Nackenschals zugleich hatte. An heißen Sommertagen verkehrte sich der Komfort allerdings ins Gegenteil. Wenn es irgend möglich war, blieb man dann zuhause, mit freiem Kopf und leicht bekleidet, zeigte sich jedoch so niemals in der Öffentlichkeit. Nach 1700 kamen die weiß gepuderten Herren-Perücken mit meist waagerecht angeordneten Locken auf. Hergestellt wurden sie vorwiegend aus Ross- oder Ziegenhaar sowie Hanf und Flachs. In Preußen wurde von 1698 bis 1717 eine Perückensteuer erhoben. Soldaten und Reisende trugen kürzere Modelle, sogenannte Stutzperücken, Bauern und Handwerker gar keine. Das Pudern der Perücken war den unteren Schichten generell verboten und mit einer Steuer belegt. In Frankreich wurden die großen männlichen Allongeperücken seit 1715 von Beutelperücken abgelöst, bei denen das eigene lange Haar des Trägers hinten in einem Taftbeutel eingeschlossen war. In Preußen führte der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. 1713/14 bei seinem Militär eine leichte Perücke ein, bei der das eigene lange Haar der Soldaten nicht in einem Sack steckte, sondern mit einem schwarzen Taftband umwickelt wurde. Die Lockenreihen der Stutzperücke hingen nicht mehr über die Schultern, sondern reichten nur noch bis auf Ohrenhöhe. Die Neuerung sollte verhindern, dass lose fliegendes langes Haar bei der Handhabung der Luntengewehre Feuer fing. Die Träger waren stolz auf ihren Zopf, besonders, wenn er dick und lang war. Die Zopfperücke der Soldaten wurde jedoch bald von den Offizieren übernommen und setzte sich schließlich auch in der zivilen Mode durch. Seit den 1760er Jahren war der Soldatenzopf überall in Europa verbreitet. Schon vor der Französischen Revolution kam das Ende der Perückenmode, die sich zuletzt bei Damen-Frisuren mittels diverser Haarteile zu turmartigen Höhen aufgeschwungen hatte. Herren trugen nun zunächst halblanges, offenes Haar, Damen ondulierten ihr eigenes Haar zu voluminösen Kräuselfrisuren. Mit Napoleon kam im Empire die antikisierende Kurzhaarfrisur der alten Römer wieder in Mode, wie man sie von den römischen Kaiserporträts kannte. Die unteren Schichten hatten aus praktischen Gründen stets Kurzhaar-Frisuren oder halblange Pagenköpfe getragen. Seit dieser Zeit werden Perücken und Toupets von Männern nur noch als Bestandteil von Amtstrachten in der Rechtspflege oder aus medizinischen Gründen getragen. Für die kunstvollen Frauenfrisuren im Biedermeier wurden häufig nur noch Haarteile benutzt. Bis auf kurze Modeerscheinungen in Teilen der Gesellschaft sind Perücken nie wieder modern geworden. Das jüdische Gesetz verlangt, dass verheiratete, geschiedene oder verwitwete Frauen ihr Haar verbergen. Daher tragen vor allem ultraorthodoxe jüdische Frauen der Aschkenasim aus modischen Gründen statt einer anderen Kopfbedeckung auch eine Perücke, im Jiddischen Scheitel genannt . Sephardim dürfen dies nicht. Der sephardische Großrabbiner Ovadja Josef hat dies verboten, weil sie wie Echthaar aussehen und den Mann nach wie vor auf unsittliche Gedanken bringen können. Der polnische Anthropologe Bronislaw Malinowski beschreibt in seinem Buch Das Geschlechtsleben der Wilden den Gebrauch von Perücken auf den pazifischen Trobriand-Inseln: Kahlheit kommt ziemlich häufig vor; sie gilt als Schönheitsfehler, und in dem Wort tokulubakana ist ein gewisses Maß von Kritik enthalten. Den Trobriander trifft jedoch ein solcher Schlag nicht so hart wie seinen europäischen Zeitgenossen, denn auf jener glücklichen Insel werden noch Perücken getragen . Entweder wird ein schmales Band aus Haar direkt über der Stirn wie eine Art Haarkranz festgebunden, oder die Perücke bedeckt den ganzen Kopf. Um eine solche Perücke herzustellen, näht man Haarbüschel auf eine enganliegende Kappe aus geflochtenen Fasern oder Bindfäden. Perücken lassen sich aus künstlichen oder echten Haaren herstellen. Echte Haare stammten oft von Menschen aus ärmeren Ländern und Gegenden, die sich mit dem Verkauf der eigenen Haare etwas Geld verdienten. Heute stammen die meisten Menschenhaare aus Indien und China. Grundsätzlich gilt, dass sich indisches Haar aufgrund der genetisch angelegten Struktur besonders gut für Perücken mit „europäischen“ Frisuren eignet. Jedoch wird häufig auch chinesisches Haar beigemischt, da es sich leichter zu helleren Farbnuancen verarbeiten lässt. Chinesisches Haar gleicht strukturell dem afrikanischen Haar, was sich insbesondere durch die Haardicke äußert. Dadurch nimmt es nach der Entfärbung leichter die neuen Farbpigmente auf. Die Gewinnung der Echthaare erfolgt in Indien meist über traditionelle Rituale, in denen Frauen ihre Haare nach alten hinduistischen Bräuchen in Tempeln opfern. Die Tempel verkaufen dann im Rahmen großer Auktionen die Haare weiter, wobei zwei Drittel des Erlöses, staatlich überwacht, an wohltätige Einrichtungen fließt. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Rohstoff „Echthaar“ gehört dieser heutzutage zu den teuersten Rohstoffen der Welt mit bis zu 600 USD pro Kilogramm. Die Haare werden gewaschen, nach Länge sortiert, gekraust und gefärbt. Dazu wird die Faser zunächst in Osmosebädern entfärbt, um sie danach in den dadurch entstandenen Hohlräumen mit neuen Farbpigmenten zu füllen. Oft wird auch die äußere Schuppenschicht entfernt, um ein Filzen zu verhindern. Man kann außerdem zwischen verschiedenen Haarqualitäten unterscheiden. Wichtig für die weitere Verarbeitung ist immer möglichst unbehandeltes Haar. Das ist auch einer der Gründe, warum so gut wie nie Haare aus Zentraleuropa für die Perückenverarbeitung verwendet werden, da hier durch verschiedene Shampoos, Pflegeprodukte und Färbemittel die Haarstrukturen angegriffen sind. Ein weiteres Qualitätskriterium ist die gleiche Wuchsrichtung und damit die gleiche Ausrichtung der Schuppenschicht. Daher sind abgeschnittene Zöpfe und Strähnen sehr gut zur Weiterverarbeitung zu gebrauchen – im Gegensatz zu „aufgefegtem“ Haar. Im weiteren Verlauf werden schließlich Haarsträhnen verschiedener Farbnuancen zu einer Perücke zusammengefasst, um ein möglichst natürliches Aussehen zu erreichen. Dies alles geschieht größtenteils in Handarbeit, wodurch letztlich der Preis einer Perücke auch deren Herstellungsaufwand widerspiegelt. Eine 60 cm lange Damenperücke wiegt ca. 150 g. Die Verarbeitungsarten beginnen mit der sogenannten Montur. Die Perücken-Montur ist der Teil, an dem die Haare befestigt werden. Durch die Art der Montur unterscheidet sich auch die Qualität der Perücke sowie der Tragekomfort. Perückenköpfe, in Österreich auch Haubenstöcke genannt, benutzte man schon im Barock und Rokoko zur Maßanfertigung der Perücke und zu deren Ablage. Haubenstöcke bestanden fast immer aus – gelegentlich bemaltem – Holz und hatten die Form eines Kopfes mit Büstenansatz. Einige aus Frankreich und Venedig stammende Exemplare sind geschmackvolle Kunstwerke von Bildhauern. Französische Perückenmacher verwendeten Haubenstöcke mit Perücken, um für ihre Produkte zu werben. Einige Perückenstative bestanden aus Porzellan, in diesem Fall waren sie kugelförmig mit Standfuß und wurden lediglich zur Ablage der Perücke verwendet. Perücken werden heute meist so hergestellt und getragen, dass sie wie gewachsen wirken. Im Alltag werden Perücken meist aus ästhetischen Gründen getragen, zum Beispiel bei Haarlosigkeit infolge einer Chemotherapie. Frauen verwenden Perücken heute auch, um in kurzer Zeit eine perfekte Frisur zu haben und/oder ihrem wenigen Eigenhaar ein größeres Volumen zu geben. Eine weitere Verwendung finden Perücken im Theater, daneben werden auch häufig bei Karnevalveranstaltungen eher ausgefallene Perücken verwendet. Perücken werden auch aus Kunsthaar hergestellt. Ein weit verbreitetes Material ist z. B. Kanekalon. Theaterperücken werden teilweise auf Monofilament-feinen Tüll geknüpft, der schon aus geringer Entfernung nicht mehr zu sehen ist, beim Durchblick auf die „Kopfhaut“ entsteht dabei ein sehr natürliches Aussehen. Echthaar oder Kunsthaar ist eine Frage der Ansprüche. Während Perücken aus Echthaar oft mit dem Anspruch getragen werden, möglichst ein authentisches Tragegefühl zu haben, erfüllt eine Kunsthaar-Perücke eher das Bedürfnis nach einer pflegeleichten „Zweitfrisur“. Echthaar-Perücken zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit und natürliche Eigenschaften aus. Sie können gefärbt, geglättet oder gelockt und individuell geschnitten werden. Eine Perücke aus Kunsthaar gibt es in verschiedenen Güteklassen. So stehen bei günstigen Kunsthaar-Perücken die Frisuren quasi fest und können kaum verändert werden. Eine höhere Güteklasse ist z. B. das Futura-Kunsthaar, das sich mit etwas Aufwand verändern lässt und dem Echthaar am nächsten kommt. Letztlich hängen Machart und Haarqualität vom Preis ab. Perücken waren seit der Antike Gegenstand zahlreicher satirischer Darstellungen. Der römische Dichter Avianus beschreibt in seiner Fabel Der kahle Reiter einen Reiter mit Glatze, der sich das Haar zurückbindet und seine Glatze mit einer Perücke verdeckt. Als der Wind sein Haupt entblößt, wird er verspottet. Er erwidert, es wundere ihn nicht, dass nach dem eigenen auch das fremde Haar Reißaus nehme. Calvus eques capiti solitus religare capillos Atque alias nudo vertice ferre comas, Ad Campum nitidis venit conspectus in armis Et facilem frenis flectere coepit equum. Huius ab adverso Boreae spiramina prestant Ridiculum populo conspiciente caput. Nam mox deiecto nituit frons nuda galero, Discolor apposita quae fuit ante coma. Ille sagax, tantis quod risus milibus esset, Distulit admota calliditate iocum, Quid mirum, referens, positos fugisse capillos, Quem prius aequaevae deseruere comae? Ein kahlköpfiger Reiter, der rückwärts knüpfte die Locken, Und sich mit falschem Haar oben bedeckte das Haupt, Trat im Marsfeld auf, mit blinkender Rüstung gewappnet, Und das gehorsame Roß tummelt er mächtig umher. Aber ihm wehten entgegen des Nordwinds sausende Lüfte, Während das Volk umher schaute sein lächerlich Haupt. Denn bald flog die Perücke davon: nackt zeigt sich die Stirne, Die mit dem Haare zuvor anders gestaltet erschien. Klüglich wendet er nun, da er tausendstimmiges Lachen Hört, durch folgende List wieder den Spott von sich ab: Wie zu verwundern war's, so sprach er, wenn Haar mir von Andern Fortfliegt, da mir vordem eigenes selber nicht blieb? Die Fabel wurde von Ulrich Boner im 14. Jahrhundert wiedergegeben. Der Nürnberger Prosa-Äsop, eine vor 1412 in Wien verfasste Handschrift, deutet die Geschichte als Gleichnis: Der verspottete Reiter stehe für Jesus, das Haar für die Menschengestalt, die er bei der Auffahrt in den Himmel zurücklässt. Der englische Maler William Hogarth parodierte in seiner Gravur The Five Orders of Perriwigs as they were Worn at the Late Coronation Measured Architectonically die Säulenordnung klassischer Architektur mit einer Klassifikation verschiedener Perückentypen.
2024-12-03 14:07:20
https://de.wikipedia.org/wiki/Lavabo_(Ritus)
Lavabo bezeichnet den Ritus der symbolischen Händewaschung eines Priesters in der heiligen Messe. Ein Ministrant gießt bei diesem Ritus etwas Wasser über die Finger des Zelebranten und fängt dieses mit dem Lavabotablett oder -becken auf. Ein zweiter Ministrant reicht ihm das Lavabotuch zum Abtrocknen der Hände. Die Bezeichnung Lavabo stammt von dem ersten Wort des lateinischen Gebets, das der Priester bei der Händewaschung in der vorkonziliaren Form des römischen Ritus sprach: Lavabo inter innocentes manus meas… . In der heutigen Liturgie betet der Priester: Lava me, Domine, ab iniquitate mea et a peccato meo munda me Bereits in vorchristlicher Zeit waren Reinigungsrituale bei den Religionen der Antike üblich, insbesondere weniger aufwendige Formen wie die Händewaschung und die Besprengung oder Bezeichnung mit Wasser konnten sich etablieren. Im Judentum gab es neben einer symbolischen Händewaschung im Rahmen eines Krisenrituals bei einem Mordfall und der Handwaschung beim Mahl auch vorgeschriebene Handwaschungen für die Priester beim Dienst am Zeltheiligtum . Der erste Beleg für die Händewaschung des Priesters in der Liturgie der Kirche findet sich in den Mystagogischen Katechesen des Kyrill von Jerusalem. Demnach wusch der Diakon dem Bischof und den konzelebrierenden Priestern am Altar die Hände, durch die Zitation von Ps 26,6 EU wird die Praxis als Anschluss an die Händewaschung der jüdischen Priester gedeutet. Die gleiche Praxis lässt sich auch in den nur wenig jüngeren Apostolischen Konstitutionen nachweisen. Im byzantinischen Ritus lässt sich eine Händewaschung in den frühesten Quellen zwar nicht nachweisen; sie wird aber unzweifelhaft stattgefunden haben. Erst ab dem 10. Jahrhundert lässt sich ein Lavabo parallel zur Übertragung der Gaben in der Göttlichen Liturgie nachweisen. Da mit der zunehmenden Wertschätzung der Gaben die Teilnahme des Priesters an der Übertragung derselben erforderlich war, konnte das Lavabo aus praktischen Gründen erst nach der Gabenübertragung stattfinden. Diesen Platz hat das Lavabo im byzantinischen Ritus aber nur noch in der Pontifikalliturgie. In der Feier der Liturgie, der ein Priester vorsteht, wurde die Gabenbereitung an den Anfang der Liturgie gesetzt und feierlicher ausgestaltet. Somit wird die Händewaschung des Zelebranten nun auch direkt zu Beginn der Liturgie vorgenommen. Der Zelebrant spricht während der Handwaschung Ps 26,6–12 EU. Die Quellenlage zur Entstehungsgeschichte des Koptischen Ritus ist leider zu lückenhaft, um ermitteln zu können, wann ein Handwaschungsritus Teil der Liturgie wurde und wo dieser seinen ursprünglichen Platz hatte. Seit der Liturgiereform von 1411 jedoch findet ein solcher nach dem Vorbereitungsgebet vor der Auswahl von Brot und Wein und der Gabenprozession zu Beginn der Liturgie statt. Dabei wäscht sich der Priester dreimal die Hände und zitiert dazu Ps 51,9 EU, Ps 51,10 EU und Ps 26,6–7 EU. In den Formularen verschiedener vortridentinischer Riten werden Händewaschungen vor dem Anlegen der Gewänder, beim Betreten des Altarraums, vor dem Kanongebet und auch unmittelbar vor dem Einsetzungsbericht bezeugt. Die heute erhaltene Händewaschung nach dem Opfergang ist eine verhältnismäßig junge Entwicklung, die die Händewaschung beim Betreten des Altarraums ersetzte. Im Hintergrund steht die im Zuge des Verlusts des platonisch geprägten Eucharistieverständnisses stark gewachsene Ehrfurcht vor den eucharistischen Gaben. So bezeugen verschiedene Quellen des Mittelalters die Auffassung, dass der Priester die Hände wäscht, um sie von der Berührung weltlicher Dinge zu reinigen und auf die Berührung des Heiligen vorzubereiten. Im Westen gab es Handwaschungsriten vor dem Anlegen der Gewänder, vor dem Kanon und vor der Wandlung, von denen sich bereits deutlich vor dem Konzil von Trient die Händewaschung zu Beginn der Opfermesse hat durchsetzen können. Die Handwaschung fand dabei nach der Gabenbereitung und der Altarinzens statt, ursprünglich, um die Hände von den Verschmutzungen durch die Inzens zu reinigen, später jedoch als Ausdruck vollkommener sittlicher Reinheit. Die Handwaschung wurde durch die Zitation von Ps 26,6–12 EU begleitet. Im Ritus der tridentinischen Messe war zwar in Stillmessen keine Altarinzens vorgesehen, die Händewaschung zu Beginn der Opfermesse hat sich aber dennoch erhalten können, ebenso die Zitation von Ps 26,6–12 EU als Begleitformel. Im mozarabischen Ritus ist eine stille Händewaschung nach der Altarinzens vorgesehen. Der ambrosianische Ritus sah die Händewaschung zunächst als stille Händewaschung direkt vor dem Qui pridie vor. Im Zuge der nachkonziliaren Reform des Ritus wurde die Händewaschung vorverlegt und findet nun nach der Inzens statt, gleichzeitig wird sie als Ritus jedoch freigestellt, ist also nicht mehr verpflichtend vorzunehmen. Im Zuge der vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedeten Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium wurde das Consilium zur Ausführung der Liturgiekonstitution einberufen und mit der Reform der Liturgie beauftragt. Hier wurden auch neue Formen der Händewaschung diskutiert: Im Schema Nr. 44 wurde die Begleitformel durch ein Zitat aus Ez 36,25 EU ersetzt, drei Jahre später wurde im Schema Nr. 258 festgelegt, dass die Händewaschung ohne Begleitgebet zu vollziehen sei, bevor in Schema Nr. 266 als begleitendes Gebet Ps 51,12 EU vorgeschrieben wurde, die mit dem Schema Nr. 271 um Ps 51,4 EU als alternatives Gebet erweitert wurde, bevor letztere im Schema Nr. 293 als endgültige und alleinige Gebet zur Händewaschung festgehalten wurde. In der heiligen Messe ist die Händewaschung nun nach der Gabenbereitung vorgesehen. Hierbei spricht der Zelebrant leise Ps 51,4 EU. In der Institutio Generalis Missalis Romani wird die Händewaschung als Ausdruck des Verlangens nach innerer Reinigung bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Gebet, das der Priester spricht, um seinen Dienst mit größerer Sammlung und Andacht zu vollziehen. Die Waschung der Hände des Zelebranten ist Bestandteil der Liturgie bei folgenden Anlässen: Für Gottesdienste des Bischofs ist im Caeremoniale Episcoporum eine besondere Kanne mit Schüssel vorgesehen, für die es vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch besondere Gestaltungsvorschriften gab. In der heiligen Messe kommen Kännchen aus Metall oder Glas zum Einsatz, aus denen Wasser über die Hände des Zelebranten oder des Diakons gegossen und miut einem dazu passenden Tablett aufgefangen wird. In mittelalterlichen Kirchen ist oft auch eine Nische mit Becken und Wasserablauf im Chorraum vorhanden .
2024-12-04 04:47:47
https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_Funke
Die Gruppe Funke war eine zwischen 1931 und 1937 in Deutschland und im Exil existierende trotzkistische Gruppe um Kurt Landau. Der eigentliche Name der Gruppe war von 1931 bis 1933 Linke Opposition der KPD , ab 1933 Linker Flügel der KPD/Marxisten-Internationalisten, wurde aber nach ihrer Zeitung häufig Gruppe Funke bzw. Landau-Gruppe genannt. Die Organisation entstand im Mai 1931 nach persönlichen und politischen Konflikten als Abspaltung der von Leo Trotzki als offizielle Sektion der internationalen Linksopposition anerkannten Linken Opposition der KPD und trug bis 1933 den gleichen Namen wie diese. Ihr schlossen sich etwa ein Drittel der Mitglieder der LO, darunter die Mehrheit des ZKs an, das Organ der Organisation Der Kommunist eignete man sich ebenfalls an. Trotzki brach daraufhin jeglichen Kontakt mit Landau und seiner Gruppe ab. 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten benannte sich die nun in der Illegalität agierende Gruppe in Linker Flügel der KPD/Marxisten-Internationalisten und unterstrich damit, dass man, anders als Trotzki, KPD und Komintern nach wie vor für reformierbar hielt und den Aufbau einer neuen, Vierten Internationale ablehnte. Die Gruppe gab nun vierzehntäglich die Untergrundzeitung Funke und die Betriebszeitung Der Vertrauensmann heraus. Die Berliner Gruppe flog jedoch schon im März 1934 auf, 170 Mitglieder und Sympathisanten wurden festgenommen, 15 von ihnen im Sommer des Jahres vor Gericht gestellt, wonach die Gruppe nur noch sporadische Aktivitäten entfalten konnte. Gleichzeitig bildete sich um Kurt Landau eine Exilleitung der Organisation in Paris, die mit Beginn des spanischen Bürgerkrieges nach Barcelona verlegt wurde. Dort arbeiteten Landau und die Gruppe eng mit der POUM zusammen und koordinierten für diese den Kontakt zu ausländischen Journalisten und die Eingliederung internationaler Freiwilliger in die POUM-Miliz. Nach Landaus spurlosem Verschwinden im September 1937 zerfiel die Gruppe.
2024-12-02 02:08:57
https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolitan_Stadium
Das Metropolitan Stadium war ein Mehrzweckstadion in Bloomington, Minnesota. Das Stadion wurde 1955 erbaut und diente bis 1985 den diversen Sportmannschaften in Minneapolis. Am 28. Januar 1985 folgte der Abriss zugunsten des neuen Hubert H. Humphrey Metrodome. Auf dem Areal steht seit 1992 die Mall of America. Das Stadion wurde 1956 eröffnet und diente anfangs als neues Heimstadion für das Baseballteam Minneapolis Millers. Es fasste damals noch 18.000 Zuschauer, wurde kurze Zeit später jedoch bereits auf 22.000 Zuseher ausgebaut. 1961 bezogen die Minnesota Twins und die Minnesota Vikings das Stadion, nachdem sich die Millers aufgelöst hatten. Zusammen wurde die Kapazität auf rund 30.000 Plätze erhöht. Das Stadion wurde laufend vergrößert und auf seine schlussendliche Kapazität erhöht. Zwischendurch bezogen auch die Minnesota Kicks für fünf Jahre das Metropolitan. 1985 wurde es schließlich, nachdem beide Teams bereits vier Jahre zuvor in das in Minneapolis erbaute Metrodome umgezogen waren, abgerissen. Auf dem Areal des Stadions wurde die Mall of America erbaut. Eine Erinnerungsplatte weist heute noch auf das damalige Stadion hin.
2024-12-03 15:06:13
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84quatorialer_Gegenstrom
Der Äquatoriale Gegenstrom ist eine warme Meeresströmung im Pazifik und im Indischen Ozean . Er ist ein ostwärts fließender Ast der tropischen Strömungskreise, in dem Teile der westwärts transportierten Wassermassen des Nord- und des Südäquatorialstromes zurückfließen. Er beruht hauptsächlich auf einer Ausweichbewegung gegenüber den nach Westen ziehenden Passatwinden. Im Pazifik ist der Äquatoriale Gegenstrom ganzjährig, im Indischen Ozean nur in den Sommermonaten anzutreffen. Im Atlantik gibt es ebenfalls eine ganzjährige Gegenströmung, den Guineastrom.
2024-12-02 05:36:34
https://de.wikipedia.org/wiki/Tremadoc
Tremadog ist ein Dorf in den Außenbezirken von Porthmadog, in Gwynedd, im Nordwesten von Wales. Tremadog gehört zur Grafschaft Gwynedd im nordwestlichen Wales. Tremadog liegt an der Tremadog Bay, die wiederum zur Cardigan Bay gehört. Diese Bucht liegt am nördlichen Ausgang des St.-Georg-Kanals von der Keltischen See hin zu der Irischen See, an der Westküste von Wales, zwischen der Lleyn-Halbinsel und Pembrokeshire. Die Region Gwynedd hat im Jahr 1282 ihre Eigenständigkeit verloren, als Eduard I. Wales eroberte. Tremadog wurde als geplante Siedlung von William Madocks gegründet, der im Jahr 1798 das Land für die Dorfgründung zur Verfügung stellte. Zwischen 1808 und 1811 ließ er einen Deich – den Traeth Mawr – quer über die Flussmündung bauen und trennte damit den größten Teil des Ästuars vom Meer. Dieser Deich wird lokal „The Cob“ genannt und ist etwa 1,3 Kilometer lang. Das 1811 fertiggestellte Dorfzentrum ist im Wesentlichen unverändert geblieben. In T. E. Lawrence’ Geburtshaus Gorphwysfa findet sich ein kleines Literaturmuseum. Touristisch erfreut sich die Region insbesondere bei Radfahrern zunehmender Beliebtheit. 52.93895-4.14273Koordinaten: 52° 56′ 20,2″ N, 4° 8′ 33,8″ W
2024-12-01 22:59:44
https://de.wikipedia.org/wiki/Dakota_City_(Nebraska)
Dakota City ist eine Kleinstadt und Verwaltungssitz des Dakota County im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 2.081 ermittelt. Dakota City liegt in der Sioux City Metropolitan Area, die sich von Iowa bis in die benachbarten Staaten South Dakota und Nebraska erstreckt. Dakota City liegt im Nordosten Nebraskas am Missouri River, der die Grenze zu Iowa bildet. Der Schnittpunkt der drei Bundesstaaten Iowa, Nebraska und South Dakota befindet sich 11 km nordnordwestlich. Die Südgrenze Minnesotas verläuft rund 130 km nördlich. Die geografischen Koordinaten von Dakota City sind 42°24′56″ nördlicher Breite und 96°25′06″ westlicher Länge. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 3,11 km². Nachbarorte von Dakota City sind South Sioux City , Sergeant Bluff , Homer , Hubbard , Jackson und Dakota Dunes . Das Stadtzentrum von Sioux City liegt 10,6 km nordnordöstlich von Dakota City. Die nächstgelegenen weiteren größeren Städte sind die Twin Cities in Minnesota , Rochester in Minnesota , Cedar Rapids in Iowa , Iowas Hauptstadt Des Moines , Nebraskas größte Stadt Omaha , Kansas City in Missouri , Nebraskas Hauptstadt Lincoln und South Dakotas größte Stadt Sioux Falls . Die vierspurig ausgebauten und hier auf einem gemeinsamen Streckenabschnitt verlaufenden U.S. Highways 75 und 77 führen in Nord-Süd-Richtung entlang des westlichen Stadtrandes von Dakota City. Mit der Einmündung in den US 75/77 erreicht der Nebraska Highway 35 seinen östlichen Endpunkt. Alle weiteren Straßen sind untergeordnete Landstraßen, teils unbefestigte Fahrwege sowie innerörtliche Verbindungsstraßen. Durch den Westen des Stadtgebiets von Dakota City führt in Nord-Süd-Richtung eine Eisenbahnlinie der BNSF Railway. Mit dem Martin Field Airport befindet sich 8 km nordwestlich ein kleiner Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt. Der nächste Verkehrsflughafen ist der 14 km östlich gelegene Sioux Gateway Airport in Iowa. Erstmals durch Weiße entdeckt wurde das Gebiet von Dakota City 1804 von Meriwether Lewis und William Clark. Gegründet wurde Dakota City aber erst im Jahr 1856, nachdem ein Jahr zuvor das Dakota County geschaffen worden war. Ihren Namen erhielt die Stadt zu Ehren der Dacotah-Indianer. Am 5. April 1858 wurde die Stadt offiziell eingetragen. Nach der Volkszählung im Jahr 2010 lebten in Dakota City 1919 Menschen in 637 Haushalten. Die Bevölkerungsdichte betrug 617 Einwohner pro Quadratkilometer. In den 637 Haushalten lebten statistisch je 2,9 Personen. Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 82,4 Prozent Weißen, 0,8 Prozent Afroamerikanern, 1,9 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 4,5 Prozent Asiaten sowie 8,3 Prozent aus anderen ethnischen Gruppen; 2,1 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit waren 29,3 Prozent der Bevölkerung spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung. 29,3 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 60,9 Prozent waren zwischen 18 und 64 und 9,8 Prozent waren 65 Jahre oder älter. 48,9 Prozent der Bevölkerung waren weiblich. Das mittlere jährliche Einkommen eines Haushalts lag bei 55.694 USD. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 21.210 USD. 13,3 Prozent der Einwohner lebten unterhalb der Armutsgrenze. Dakota City • South Sioux City Emerson‡ • Homer • Hubbard • Jackson
2024-12-04 01:57:14
https://de.wikipedia.org/wiki/Da-Vinci-Operationssystem
Das Da-Vinci-Operationssystem ist ein roboterassistiertes Chirurgiesystem der Firma Intuitive Surgical in Kalifornien, mit dem minimalinvasive Operationen, anfangs primär im urologischen und gynäkologischen Bereich, durchgeführt werden, insbesondere die roboterassistierte laparoskopische Prostatektomie und Zystektomie. Mittlerweile kommt er auch in anderen chirurgischen Fachbereichen, wie der Allgemeinchirurgie oder Thoraxchirurgie, zum Einsatz. Benannt wurde der Roboter nach Leonardo da Vinci. Das Da-Vinci-System wurde in den 1980er Jahren mit Unterstützung des Forschungsinstituts SRI International entwickelt. Anfang der 1990er Jahre kam es zu einer Zusammenarbeit mit Medizintechnikern im Auftrag der Defense Advanced Research Projects Agency . Der Roboter sollte es Chirurgen möglich machen, in Krisengebieten ferngesteuert zu operieren. 1997 entstand der Prototyp „Lenny“, sprachlich in Anlehnung an den jungen Leonardo da Vinci. Es folgten die Prototypen „Leonardo“ und „Mona“ . Ab 1999 begann die Einführung des „da Vinci Surgical System“ zunächst in Europa, da in den USA die Zulassung noch fehlte. Ab 2000 wurde es von der FDA auch in den USA zugelassen und fand dort eine rasche Verbreitung. Dabei wurde das System zunächst für Operationen am Herzen verwendet, danach in erster Linie für urologische Eingriffe. Kurz vor dem Börsengang von Intuitive Surgical klagte der Hauptkonkurrent Computer Motion, Inc., wegen Patentverletzungen. Computer Motion war 1997 vor Intuitive Surgical mit dem eigenen günstigeren „ZEUS Robotic Surgical System“ in den Medizintechnikmarkt eingestiegen. Obwohl das ZEUS-System in Europa zugelassen war, hatte die US-amerikanische FDA über die Zulassung noch nicht entschieden. Die FDA genehmigte wiederum zuerst das Da-Vinci-System. Dies führte im jungen Markt der Operations-Robotik zu Unsicherheiten; die Rechtsstreitigkeiten belasteten beide Unternehmen. Im Jahr 2003 einigten sich Intuitive Surgical und Computer Motion auf eine Fusion, wodurch der Rechtsstreit zwischen ihnen beendet wurde. Das ZEUS-System wurde schließlich zugunsten des Da-Vinci-Systems aufgegeben. 2008 wurden in den USA bereits 77 Prozent aller Prostataoperationen mit 600 Da-Vinci-Systemen durchgeführt. In den US-Kliniken waren 2011 mehr als 1400 Operations-Roboter im Einsatz, in Deutschland bis 2011 rund 52 dieser Geräte. Mit Stand 30. September 2017 sind weltweit rund 4.271 Da-Vinci-Operationssysteme installiert, davon 2.770 in den USA , 719 in Europa , 561 in Asien und 221 in der restlichen Welt. 2023 führte das Team der Abteilung für Urologie im Landesklinikum Wiener Neustadt weltweit erstmals die Trennung einer Hufeisen-Niere mit einem da Vinci OP-Roboter durch. Die Operationseinheit besteht aus einer Steuerkonsole, an der ein Chirurg sitzt, und einer patientenseitigen Robotikeinheit mit vier Armen und einem Videoturm für die Steuerung der dreidimensionalen Kamera und der Lichttechnik. Der Operateur erhält über die Konsole ein zehnfach vergrößertes 3D-Bild des Operationsfeldes und kann damit die Arme des Roboters mit den mikrochirurgischen Einmalinstrumenten steuern. Der Operateur steuert in Echtzeit mit seinen Handbewegungen die Arme und die Instrumente millimetergenau mit einer bis zu fünffachen Untersetzung. Unwillkürliche Bewegungen wie Händezittern werden ausgeglichen. Durch die bis zu zehnfache Vergrößerung des 3D-Kamerasystems werden selbst feine Strukturen wie Nerven und Gefäße genau dargestellt. Der Operationsroboter kann nicht programmiert werden und auch keine eigenständigen Bewegungen ausführen. Die winzigen auswechselbaren Endowrist-Instrumente an den Enden der Roboterarme wurden für das System speziell entwickelt und können in sieben Freiheitsgraden bewegt werden – mehr als die der menschlichen Hand. Kritiker bemängeln immer wieder die hohen Kosten des Systems. Ein Da-Vinci-Operationssystem kostet bis zu 2 Millionen Euro. Die eingesetzten Instrumente werden grundsätzlich nur zehnmal eingesetzt und müssen dann ausgetauscht werden. Das Unternehmen nutze so seine Monopolstellung aus. Dies führt zu rund ein Drittel höheren Kosten als bei einer normalen Laparoskopie. Eine in The Journal of the American Medical Association publizierte Studie der Columbia University in New York wertete mehr als 264.000 Gebärmutterentfernungen mittels konventioneller und robotergestützter Laparoskopie aus und konnte dabei keine Vorteile nachweisen. Die Studie betonte, dass insbesondere der propagierte geringere Blutverlust nicht nachgewiesen werden konnte. Die aktuelle S3-Leitlinie zu Nierenzellkarzinomen, befürwortet hingegen die Roboterassistenz bei einer Nierenteilresektion klar. Mehrfach kam es in der Vergangenheit bei Operationen mit dem Da-Vinci-System zu Todesfällen. Dabei entstanden Verletzungen, die nicht sofort entdeckt wurden. Unter anderem soll dies durch Fehlströme ausgelöst worden sein, die zu Überhitzungen an umliegenden Geweben führten. Das Unternehmen reagierte mit einer Verbesserung der Abdeckungen und betonte, solche Fehlströme könne es auch bei konventionellen laparoskopischen Operationen geben. Derzeit untersucht die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration diese und andere Fälle, bei denen Patienten zu Schaden kamen. In den USA sind deshalb mehrere Gerichtsverfahren anhängig. Dem Unternehmen wurde mehrfach vorgeworfen, Zwischenfälle nicht ordnungsgemäß an die zuständigen Behörden gemeldet zu haben. Auch das Swiss Medical Board sieht in seinem im März 2019 veröffentlichten Bericht keine klaren Vorteile bei einer Operation zur Entfernung der Prostata oder der Gebärmutter. Yuri Ancarani hat 2012 einen Film „Da Vinci“ in der Art einer künstlerischen Dokumentation erstellt, er wurde 2012 auf dem Rome Film Festival aufgeführt.