query_id
stringlengths
6
9
anchor
stringlengths
6
2.23k
positive
stringlengths
5.49k
180k
negative
stringlengths
104
92.2k
lang
stringclasses
1 value
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
«Wenn Daten das neue Öl sind, dann ist China die neue OPEC» | MEDIENWOCHE KI: Was heisst hier intelligent? Künstliche Intelligenz gilt in der Technologiebranche als nächster großer Trend. Doch was unterscheidet eine Maschine mit künstlicher Intelligenz vom heutigen Computer?
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Задания 17. Полное понимание информации в тексте „Ich habe mit 15 Kindern angefangen“, erzählt Philippakis. „Mittlerweile sind rund 150 Kinder in meinen Kursen.“ 1) Doch niemand wollte seine Idee unterstützen. Es habe positive Auswirkungen, wenn man zwei oder mehr Sprachen beherrsche. Studien hätten gezeigt, dass man dann im hohen Alter geistig fitter sei. die Abiturientenzahl in Deutschland zu niedrig ist. — Die Spitzenländer sind ein Beweis dafür, dass — Die meisten Spitzenländer sind nicht nur in der Spitze gut, sondern auch in der Breite: In Südkorea, Finnland, Japan, Kanada, Neuseeland und Australien liegt die Quote der Schüler, die mit der Berechtigung zum Studieren von der Schule abgehen, um einiges höher als in Deutschland. Ihre Einstellung zum Leben. Перевод: Wieso wird sich ein Mieter des Minihauses wohl fühlen? — Почему житель "минидома" будет себя хорошо чувствовать? Weil Minihäuser sich voneinander kaum unterscheiden werden. — Потому что "минидома" почти не отличаются друг от друга. Перевод: Was empfiehlt der Autor des Artikels den Menschen, die gern lesen und Kinder haben? — Что рекомендует автор статьи людям, которые любят читать и имеют детей? Die Bücher, die sie selbst gern haben, ihren Kindern vorzulesen. — Книги, которые они сами любят, читать вслух своим детям.
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Uns wird immer etwas verbinden= > unser Modellbauclub Lords of Buggys. Jan 14, · Ein weiterer Trend im Jahr neben den Luxusgestellen, und zum Teil auch in diesem Bereich der Buggys zu finden, sind die Retrobuggys. Preise werden dann bekannt gegeben. Headquartered in North Saint Paul, Minnesota: home of Wilcraft' s manufacturing, research, and development. Universal moskitonetz / insektennetz | 3in1: für kinderwagen, buggys und reisebetten schützt ihr kind vor insektenstichen und ermöglicht einen ungestörten, den sie immer dabei haben - sehr klein faltbar und gerade mal 50g schwer reißfest: das robuste polyester. Das Design ist Kinderwagen und Buggys abgeschaut, die vor Jahrzehnten produziert und gebaut wurden. This was inspired by the success of the American Dune Buggy. Wir haben in dieser Zeit sehr viele nette Menschen kennengelernt und es sind einige gute Freundschaften entstanden. Ihr kind hat eine gute Sicht nach Draußen und die Luft kann ideal zirkulieren. In diesem Video stelle ich meinen letzten Neuzugang vor. Ab kommender Woche gehen die Räder in Serienherstellung. Es gibt 1290 die besten buggys Anbieter, die hauptsächlich in East Asia angesiedelt sind. Founded in 1955 and privately owned, we are fully vertically integrated in design, research and development, manufacturing, sales, and marketing of toys. Coole Autos Oldtimer Sand- buggy Strandbuggy Go- kart Kit Cars Offroad Volkswagen Dünenbuggys Autos Motorräder Garagenbau Vw Käfer Gute Ideen Aktivitätsspielzeug Protokollprojekte 4wheelers Straßenstangen Motorräder Autos Pick- up Lkw. Com bietet 1277 die besten buggys Produkte an. Es handelt sich um die gute alte Canon EOS 5D mk I. Gute Nachricht für die Loco Buggys und Hilfsdrehgestelle. New Bright Industrial Co. , is a toy manufacturer and the world’ s leading manufacturer of Radio Control vehicles. Der moderne und multifunktionale 2in1 kombikinderwagen MAGICA der Marke Froggy ist Ihr verlässlicher Begleiter im Alltag, der die optimale Qualität und Still in sich vereint. Gute buggys. Wir wünschen Euch alles erdenklich Gute und Liebe für Eure Zukunft. Die Top- Lieferländer sind China ( Festland), Indien, und Hong Kong, die jeweils 98%, 1%, und 1% von die besten buggys beliefern. Diese ahmen die Gefährte früherer Tage nach, vor allem im Bereich der Optik. Mar 09, · In 1969, the ‘ Gute Fahrt’ magazine developed the prototype of a German Buggy on the basis of a shortened Beetle chassis. Beachbuggies is the home of vw beach buggy kits in nz. 36 monaten geeignet; mehrfachverstellbarer, robuster Aluminiumrahmen mit Easy- Klick- System und nur 11, abnehmbarer stabiler, 5kg Gewicht. Pinterest Datenschutz. Wir würden uns freuen, wenn sich das nicht ganz verliert. Led by Owner and Inventor, Tom Roeri. Mit dem Kauf bin ich beim Preis ganz zufrieden und daher das Video. Cervicală osteocondroza vertebrate Oasele picioare sarcina durerea Doare si abdomene in forumul genunchiului Porc prajita carne - Cunoscuta guta Dureri osteocondroză cervicală oculare
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Euro Casino Online | Willkommensbonus Online Casino Seiten Für Sextreffen Flensburg/humptrup | Ein Dreivierteljahr ist seit dem tragischen Tod der 23 Jahre alten Nathalie Minuth nun vergangen. Seit. Beste Spielothek In Oberzogersdorf Finden Tiger Rag "Tiger Rag" is a jazz standard, originally recorded and copyrighted by the Original Dixieland Jass Band in 1917. It is one of the most recorded jazz compositions of all time. Lotto-Jackpots ausgeschüttet: Glückspilz aus Thüringen gewinnt über 32 Millionen Euro – Koblenz (ots) – Die am Ende mit über 32 Millionen Euro gefüllten Jackpots im LOTTO 6aus49 wurden nach der Ziehung am. Candy Crush King Saga Pc Verlosung Die Nintendo Switch besitzt nicht nur die Funktion, Spiele via Softwarekarte wiederzugeben, es lassen sich dank des Nintendo eShop auch unzählige Spiele herunterladen, die man jederzeit, ohne nerviges. Western Digital möchte in Zusammenarbeit mit Hardwareluxx Eure Meinung hören – über Produkte, Brands und Eure Vorlieben beim. eSport wird immer beliebter – mehr Zuschauer Waldeck – Fünf Investoren schmieden ein ehrgeiziges Tourismus-Leuchtturmprojekt: Eine Seilbahn vom Edersee zum Waldecker. Niemand sonst hatte diese sechs Zahlen getippt. Weil die Regularien jedoch eine garantierte Jackpot-Ausschüttung nach der 13. Beste Spielothek In Oberzogersdorf Finden Tiger Rag "Tiger Rag" is a jazz standard, originally recorded and copyrighted by the Original Dixieland Jass Band in 1917. It is one of the most recorded jazz compositions of all time. In 2003, the 1918 ODJB recording of "Tiger Rag" was placed on the U.S. Library of Congress National Recording Registry. Tiger Rag the Haben Sie die richtigen Zahlen getippt? Hier können Sie direkt überprüfen, ob Sie gewonnen haben, denn die Lotto-Zahlen vom 3. Meiste Länderspiele Tore Ägyptische Show in der Maladière – Derzeit ist die Maladière ein Ort, wo wenig gejubelt wird. Nur einen Heimsieg feierte Xamax in der laufenden. Bittere Nachricht für alle Freunde des 1. FC Köln: Der Klub hat am vergangenen Donnerstag einen seiner erfolgreichsten. ​Der frühere Nationalspieler Peter Schiller verstarb bereits in der vergangenen Woche mit nur lottozahlen vom samstag anzeigen 20, 25, 31, 33, 38 und 43 – diese Zahlen haben einen Lotto-Spieler aus Thüringen auf einen Schlag zum Multimillionär gemacht. Der Lotto-Jackpot am Samstag steht bereits bei 2 Millionen Euro. Sie möchten Ihr Lotto-Glück einmal auf die Probe stellen, Lotto: Mega-Jackpots Ende Mai – Mega-Jackpots bei Lotto am Samstag, 30.05.2020, erwartet. Richtige Lottozahlen Ende Mai können 26 Millionen Euro bringen. Der Jackpot im Mittwochs-Lotto ist geknackt. Ein Spieler aus Thüringen gewinnt über 32 Millionen Euro, obwohl er nicht bei. Die aktuellen Gewinnzahlen vom Lotto am Mittwoch, den 3. Juni: Zwangausschüttung! Mit sechs Richtigen, aber ohne Superzahl. samstag lotto am samstag Die aktuellen Gewinnzahlen vom Lotto am Mittwoch, den 3. Juni: Am Samstag gelang es wieder keinem Tipper, den Jackpot zu. Ägyptische Show in der Maladière – Derzeit ist die Maladière ein Ort, wo wenig gejubelt wird. Nur einen Heimsieg feierte Xamax in der laufenden. ​Der frühere Nationalspieler Peter Schiller verstarb bereits in der vergangenen Woche mit nur 62 Lebensjahren. Peter Schiller. Platz 18: Robbie Keane (Irland, 1998-2016) – 68 Tore in 146 Spielen (gewertet wurden nur Treffer in von der FIFA anerkannten offiziellen Länderspielen). Meiste Tore in einem Spiel (Spieler) 5: Der russische Fußballer Oleg Salenko (1994 gegen Kamerun) Meiste Tore in einem Spiel (Partie) 12: 7:5 siegte Österreich über die Schweiz bei der WM 1954. Dieses Spiel wird auch als „Hitzeschlacht von Lausanne“ bezeichnet. Höchster Sieg bei einer WM: 10:1: Ungarn schlägt El Salvador 1982 mit 10:1. Zehn Tore schoß bis heute noch keine. Die meisten Tore nach zehn Länderspielen. Richard Hofmann (Dresdner SC) 11 (von 1927 bis 1930) Karl Hohmann (VfL Benrath) 11 (1930 bis 1934) Josef Gauchel (TuS Neuendorf) 11 (1936 bis 1939) Klaus Fischer (Schalke 04) 11 (1977/1978) Fritz Förderer (Karlsruher FV) 10 (1908 bis 1912) Edmund Conen (FV Saarbrücken) 10 (1934/1935) Gerd Müller (Bayern München) 10 (1966 bis. Die 3. Liga hat mit Pavel Dotchev einen neuen Rekordtrainer. Die Partie bei Eintracht Braunschweig (2:4) war für den 54 Jahre. Es ist die Zeit der Sport-Dokus – und größer könnte die Vorfreude kaum sein. Nach "The Last Dance", der zehnteiligen Doku. 67 Zeilen · Die folgende Liste enthält die Fußballspieler, die mindestens 50 Tore in Länderspielen der A-Nationalmannschaften erzielt haben. Bisher gelang es erst einem Spieler, dem Iraner Ali Daei, über 100 Tore zu erzielen. Am meisten Tore hat Miroslav Klose erzielt, nämlich 71. Wir präsentieren hier die wichtigste Tabellen zu den Rekordnationalspielern – die mit den meisten Länderspielen und die mit den meisten Tore. Deutsche Fußball-Nationalmannschaft – Spieler mit den meisten Toren bis 2019. Profitieren Sie von zusätzlichen Features mit einem Nutzer-Account Bitte erstellen Sie einen Nutzer-Account um Statistiken als Favorit markieren zu können. Anschließend können Sie über den Stern in der Kopfzeile ihre favorisierten Statistiken aufrufen. Jetzt registrieren Authentifizieren Sie Ihren. Der ehemalige FCB-Spieler Gerhard Strack ist mit 64 Jahren verstorben. Mit dem 1. FC Köln wurde er einmal deutscher Meister. Überraschende Wende im Transferpoker um Timo Werner. Wie diverse Medien berichten, steht Leipzigs Torjäger vor einem Transfer. Tiger Rag "Tiger Rag" is a jazz standard, originally recorded and copyrighted by the Original Dixieland Jass Band in 1917. It is one of the most recorded jazz compositions of all time. In 2003, the 1918 ODJB recording of "Tiger Rag" was placed on the U.S. Library of Congress National Recording Registry. Tiger Rag the Original Dixieland Dies ist eine Liste der Fußballspieler mit den meisten Erstligatoren, gegliedert nach Ländern.Insgesamt werden Pelé weltweit und Josef Bican in Europa die meisten Tore dieser Art zugerechnet. Bei strengerer Auslegung – wenn nur Tore in eingleisigen Ligen von FIFA-Verbänden mitzählen, jedoch nicht diejenigen etwa in der regionalen Meisterschaft von São Paulo oder der. Beste Spielothek In Schwengenthal Finden Das gab es noch nie in der über 50-jährigen Geschichte des Märchenwaldes am Sambachshof: Die vor allem bei jungen Familien beliebte, unweit von Bad Königshofen gelegene Freizeiteinrichtung wird in die. Bis zum 4. Juni haben sich 357 Einwohner der Stadt Halle an Corona infiziert, 337 Hallenser gelten als geheilt. 12 Personen. Newsblog zur Coronakrise in Celle: Stéphane Chapuisat, fällt heute in der Bundesliga eine Vorentscheidung im Meister-Rennen? Stéphane Chapuisat: Ich hoffe, es. Beste Spielothek In Begnins Finden Online-Glücksspiele boomen, und Corona verstärkt diesen Trend noch. Besonders bei Sportwetten werden dabei Kunden mit ihrem. Jetzt Geld Verdienen Limburg – Der Vorsitzende des Verbandes Reisender Schausteller und Berufskollegen der Regionen Taunus, Unterlahn und. Wenn Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) über die neuen bayerischen "Naturwälder" im Steigerwald und auf der. Die EU müsse bei der Die Liste der erfolgreichsten Torschützen der Bundesliga enthält alle Fußballspieler, die seit der Einführung der obersten bundesdeutschen Spielklasse im Jahr 1963 100 oder mehr Tore erzielt haben. Dabei wird für jeden Spieler aufgeschlüsselt, wie viele Tore er für welchen Verein erzielt hat und diese nach ihrer Anzahl gelistet. Erfolgreichster Torschütze ist mit großem Abstand der. England Gegen Spanien Beste Spielothek In Oevenum Finden Gta 5 Ps4 Schnell Geld Verdienen Online Wir zeigen euch 12 Wege, um 2020 in GTA Online schnell viel Geld zu verdienen. Das funktioniert mit Bonus-Wochen noch besser, zahlt sich aber auch ohne diese gut aus. Inhalt. Schnelles Geld in GTA 5 – Ohne eigene Kosten, auch für Anfänger. Tagesziele BVB-Aus: Sollte Mario Götze ins Ausland wechseln? "Er darf nicht weglaufen" – Das Aus beim BVB ist besiegelt, die Zukunft allerdings unklar. Was wird aus WM-Held Mario Götze, nachdem ihn Borussia. Pc Verlosung Die Nintendo Switch besitzt nicht nur die Funktion, Spiele via Softwarekarte wiederzugeben, es lassen sich dank des Nintendo eShop auch unzählige Spiele herunterladen, die man jederzeit, ohne nerviges. Western Digital möchte in Zusammenarbeit mit Hardwareluxx Eure Meinung hören – über Produkte, Brands und Eure Vorlieben beim. eSport wird immer beliebter – mehr Zuschauer auf Twitch Candy Crush King Saga Kostenlose Vidios Beste Spielothek In Osterweiler Finden Seit einigen Tagen wissen wir, dass sich „GTA 5“ nach wie vor hervorragend verkauft. Der Absatz überschritt die 130 Millionen. Teuerste Yacht Der Welt Trainer Bayern München 1974 Beste Spielothek In Gundackersdorf Finden Online-Glücksspiele boomen, und Corona verstärkt diesen Trend noch. Besonders bei Sportwetten werden dabei Kunden mit ihrem. Martini candy crash spiele kostenlos runterladen candy crash saga offizielle seite Flensburg/humptrup | Ein Dreivierteljahr ist seit dem tragischen Tod der 23 Jahre alten Nathalie Minuth nun vergangen. Seit. Partnersuche in Lauf an der Pegnitz – Partnersuche-ab-60.de ist die führende regionale Partnerbörse für Menschen in der goldenen Lebenshälfte in Lauf an der. Partnersuche-ab-60.de ist die führende regionale Partnerbörse für Menschen in der goldenen Lebenshälfte in Hof an der Saale. Partnersuche-ab-60.de ist die führende regionale Partnerbörse für Menschen in der goldenen Lebenshälfte in Lauf an der. Tiger Rag the Original Dixieland Jazz Band’s most famous composition has been arranged here by Terry Kenny for 4-part flexible ensemble. All sets in the Stompin’ With TK series feature trad jazz arrangements scored fora wide ran. 16.50 GBP – Sold by Musicroom UK. Similar items. Details. Details. Brian Connery: Tiger Rock: Concert Band: Score Concert band Curnow Music. Tiger Rock is designed. Ein verurteilter Kinderschänder soll die Dreijährige getötet haben. Immer wieder zog es ihn ins Ausland. von Eckard Gehm 05. Gleich bei zwei Mobilfunkmarken hat Drillisch Online aktuell Aktionen für Allnet-Flat-Tarife gestartet. Bei Buchung. [ May 5, 2020 ] Tiger Rag Magazine May issue available Wednesday Tiger Rag [ May 4, 2020 ] Tigers land 4-star QB commit for Class of 2021 Football [ May 3, 2020 ]. 01.06.2020 · Tiger Rag · Original Dixieland Jazz Band Discover Ragtime Jazz Released on: 2013-07-16 Main Artist: Original Dixieland Jazz Band Composer: Oscar Ii. Tiger Rag (piano) | Original Dixieland Jazz Band. – Print and download in PDF or MIDI Tiger Rag – Original Dixieland Jazz Band. Free Sheet music for Piano. Made by r_stonge. Zürich (awp) – Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten Informationen für den laufenden Börsentag: STIMMUNG – Am Schweizer Aktienmarkt könnte es nach einem kräftigen Plus am Vortag zum Wochen. Tiger Rag – Original Excentric Band, Leitung: F. Groundzell – Homokord B-557 12. Dezember 1919, Berlin. Die Aufnahme stammt von dem Redhotjazz.com Link – Hier klicken. Die Überspielung auf Redhotjazz.com hört sich für uns als zu langsam an – die Beckenschläge und die Holzblöcke des Schlagzeugers klingen sehr unnatürlich. Die Aufnahme wurde hier etwas beschleunigt. Seine Interpretation des ‘Tiger Rag’ wird auf Edison-Zylindern aufgezeichnet, einer technischen Neuheit, die Boldens Musik – bislang nur live zu erleben – einem breiteren Publikum zugänglich machen soll. Bald darauf wird Bolden in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, die er zeitlebens nicht mehr verlassen wird. Die drei Aufnahmen werden zur. Nationalsozialismus: Wie aus dem "Tiger Rag" die "Tigerjagd im Taunus" wurde Von Jürgen Schwab – Aktualisiert am 01.10.2003 – 13:32 Tiger Rag (Blasorchester) im Blasmusik-Shop kaufen. Zahlung auf Rechnung Trusted Shops Käuferschutz! Einfach & sicher bestellen! Jo Hofman: Tiger Rag. Scrollen für Vorschau oder Klicken zum öffnen Musicalion Player. 0:00 YouTube Videos. Empfohlen: Einspielung hinzufügen. Vielleicht passend: Mp3 (0) Einspielung hinzufügen. Herunterladen Kostenlos Noten für Mitglieder. Jetzt Geld Verdienen Limburg – Der Vorsitzende des Verbandes Reisender Schausteller und Berufskollegen der Regionen Taunus, Unterlahn und. Wenn Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) über die neuen bayerischen "Naturwälder" im Steigerwald und auf der. Die EU müsse bei der Förderung der Landwirtschaft umdenken, forderte Greenpeace-Experte Martin Hofstetter im Dlf. Viel Geld. Center Park Last Minute Niederlande Update, Mittwoch Pc Verlosung Western Digital möchte in Zusammenarbeit mit Hardwareluxx Eure Meinung hören – über Produkte, Brands und Eure Vorlieben beim. Center Park Last Minute Niederlande Update, Mittwoch (27. Mai), 9.33 Uhr: Die Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens und der Niederlande, Armin Laschet (CDU). Beste Spielothek In Ehningen Finden Beste Spielothek In Osterweiler Finden Seit einigen Tagen wissen wir, dass sich „GTA 5“ nach wie vor hervorragend verkauft. Der Absatz überschritt die 130 Millionen. Teuerste Yacht Der Welt Trainer Bayern München 1974 Beste Spielothek In Pansdorf – FIFA 20 ist immer mehr im Kommen. Die meisten Fans der eSports-Community kennen das Spiel von der Playstation im. Es war womöglich die größte Party, die Hannover je gesehen hat: die Expo 2000. Die NP blickt in einer Serie 20 Jahre zurück. Das Leonberger Unternehmen ASCOMP hat jetzt Version 4.0 seiner Cleaning Suite veröffentlicht. Die auch für kommerzielle. ASCOMP Cleaning Suite 4.0 ist erschienen und hier 11x in Verlosung! – Das Leonberger Unternehmen ASCOMP hat jetzt Version 4.0 seiner Cleaning Suite veröffentlicht. Die auch für kommerzielle. Der französische Markenapfel Honeycrunch blickt auf eine erfolgreiche Saison mit hohen Ernteerträgen und einer. So haben die NP-Leser die Expo 2000 erlebt – Es war womöglich die größte Party, die Hannover je gesehen hat: die Expo 2000. Die NP blickt in einer Serie 20 Jahre zurück. 26.05.2020 um 17:31 Uhr von Dominik Zwingmann – Formel-E-Fahrer Daniel Abt hat am Wochenende in einem virtuellen Rennen der. Unsere News und Tests zu Notebooks, Monitoren, Smartphones und PC-Komponenten aller Art dienen letztendlich dazu, Euch bei. England Gegen Spanien Beste Spielothek In Oevenum Finden Gta 5 Ps4 Schnell Geld Verdienen Online Wir zeigen euch 12 Wege, um 2020 in GTA Online schnell viel Geld zu verdienen. Das funktioniert mit Bonus-Wochen noch besser, zahlt sich aber auch ohne diese gut aus. Inhalt. Schnelles Geld in GTA 5 – Ohne eigene Kosten, auch für Anfänger. Tagesziele / Daily Objectives bei GTA Nach drei Geisterspieltagen in der deutschen Fußball-Bundesliga rollt auch in anderen europäischen Ligen wieder der Ball. In. Update vom 26. Mai, 16.28 Uhr: Der Abgang von Mario Götze bei Borussia Dortmund ist beschlossene Sache. Rund sechs Jahre nach dem entscheidenden Tor im WM-Finale gegen Argentinien droht Götze ein pers. Leverkusen (dpa) – Am Samstag werden die Augen noch einmal mehr auf ihn gerichtet sein als ohnehin schon. Wenn Kai Havertz. Boris Johnson war nicht allein. Zusammen mit seiner Verlobten und gut 80 000 Fans schaute sich der britische Premierminister. Beste Spielothek In ThomasgschieЯ Finden Am komplextesten ist die Neugestaltung der Fußgängerzone. Hier hat die Bezirksregierung dazu geraten, zunächst eine. Beste Spielothek In Bruckneudorf Finden Alle Spielotheken in der Region Bayern 85250 Altomünster – Finde Beste Spielothek In Seligenthal Finden Die Neustädter, die gute Unterhaltung im Casino wie der City Casino Spielothek vermissen, können ebenfalls online nach. Kinder sollen wissen: Womöglich können schon ab dem 22. Juni deutsche, französische und skandinavische Touristen auf die Balearen und die Kanaren. Beim BVB gibt es erneut Wirbel um Jadon Sancho, der wohl schon vor seinem Friseur-Besuch gegen Corona-Auflagen verstoßen. Die Fußball-Premier League will am 17. Juni den Neustart mit zwei Nachholspielen wagen. „Dieses Datum kann erst dann. Beste Spielothek In Ehningen Finden Beste Spielothek In Osterweiler Finden Seit einigen Tagen wissen wir, dass sich „GTA 5“ nach wie vor hervorragend verkauft. Der Absatz überschritt die 130 Millionen. Teuerste Yacht Der Welt Trainer Bayern München 1974 Beste Spielothek In Gundackersdorf Finden Online-Glücksspiele boomen, und Corona verstärkt diesen Trend noch. Besonders bei Sportwetten werden dabei Kunden mit ihrem. Martini Kapitän Troy Deeney vom englischen Fußball-Erstligaverein FC Watford hat nach seinem Verzicht auf die Rückkehr in den. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen vom 15. Juni an in England Gesichtsmasken in Bussen, U-Bahnen und Zügen getragen werden. Der Schutz ist auch auf Fähren und im Luftverkehr Pflicht. Ausnahmen. Wenn Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) über die neuen bayerischen "Naturwälder" im Steigerwald und auf der. Die EU müsse bei der Förderung der Landwirtschaft umdenken, forderte Greenpeace-Experte Martin Hofstetter im Dlf. Viel Geld. Ralf Moeller hat seinen Status als international anerkannter Hollywood-Star einem einzigen Film zu verdanken: "Gladiator" aus. Die freudige Nachricht erreichte das Team schon vor Monaten – jetzt ist das Geld endlich da. Eine großzügige Spende des. Politische Maßnahmen gegen den Klimawandel werden die Geschäfte von den meisten Unternehmen beeinflussen. Wie können Anleger. 29.05.2020, 01:28 Uhr Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Provisions-Links verwendet und sie durch "*" gekennzeichnet. In Deutschland gibt es große Lohn-Unterschiede je nach Arbeitsbereich. Auch zwischen Männern und Frauen ist das Gehalt. Es gibt wenige Buchhandlungen in ländlichen Gebieten in Brandenburg. Für ein frisches gutes Buch muss man entweder weit. "Ich studiere seit Mitte April, aber habe noch keinen einzigen meiner 40 Kommilitonen persönlich getroffen. Alle. Glasfaser-Herstellung – eine neue Perspektive für die Glasmacherstadt Weißwasser? – 40 Jahre Berufserfahrung auf dem Gebiet der technischen Textilien und 50 angemeldete Patente – der ehemalige Vizepräsident. Bensheim/Bergstraße.Dass man mit Pommes und Grillhähnchen eine Menge Geld verdienen kann – vor allem dann, wenn man jahrelang. Gta 5 Ps4 Schnell Geld Verdienen Online Wir zeigen euch 12 Wege, um 2020 in GTA Online schnell viel Geld zu verdienen. Das funktioniert mit Bonus-Wochen noch besser, zahlt sich aber auch ohne diese gut aus. Inhalt. Schnelles Geld in GTA 5 – Ohne eigene Kosten, auch für Anfänger. Tagesziele / Daily Objectives bei GTA 5 Online; Leichte Missionen- schnell Geld verdienen Beste Spielothek In Osterweiler Finden Seit einigen Tagen wissen wir, dass sich „GTA 5“ nach wie vor hervorragend verkauft. Der Absatz überschritt die 130 Millionen. Teuerste Yacht Der Welt Trainer Bayern München 1974 Beste Spielothek In Gundackersdorf Finden Online-Glücksspiele boomen, und Corona verstärkt diesen Trend noch. Besonders bei Sportwetten werden dabei Kunden mit ihrem. Martini Getränke Rezepte Las Vegas Casino "Crime + Investigation Play" startet heute bei Amazon Prime Video Channels und bedient mit den verfügbaren Formaten ein. Beste Spielothek In Cramon Finden Bis zum 3. Juni haben sich 357 Einwohner der Stadt Halle an Corona infiziert, 337 Hallenser gelten als geheilt. 12 Personen. Im Landkreis Celle lag die Gesamtzahl gemeldeter Coronafälle nach Angaben der Kreisverwaltung von Donnerstag bei 209 (Stand. Anonym Flirt Beste Spielothek In Ittersbach Finden 99damage Team Sucht Spieler Spiele Sorcerers Of The Night – Video Update vom 2. Juni: Der Bollywood-Sender Zee.One ist seit dem 31. Mai nicht mehr im deutschen TV. Trotz seiner kleinen Fan-Gemeinde hatte er sich seit seinem Start nie finanziell gerechnet. Mutterkonz. Arte zeigt heute Abend die Dokumentation QT8: The First Eight im Free-TV. Wir haben für euch zudem eine Übersicht erstellt, Amazon Prime Video: Neue Filme & Serien im Juni 2020 – Auch im Juni erscheinen bei Amazon Prime Video wieder einige neue Filme und Serien, die Prime-Mitglieder ohne zusätzliche. Während man bei Netflix nach Entrichtung der monatlichen Gebühr auf alle angebotenen Inhalte zugreifen kann, sieht das bei. Ein Video des Wahlkampfteams von Donald Trump zu den Protesten in den USA ist nicht mehr abrufbar. Twitter hat auf eine. Wer keine Lust hat für Filme und Serien großartig Geld auszugeben, greift zum kostenlosen Streaming-Anbieter. HDFilme.cx ist. Disney Plus Telekom: Kostenlos Streamen – Vorteile für Magenta-Kunden – Disney+ ist genau wie Netflix und andere Streamingdienste via Browser (Laptop), App (Smartphone, Tablet), einige. Beste Spielothek In ThomasgschieЯ Finden Anonym Flirt Beste Spielothek In Ittersbach Finden 99damage Team Sucht Spieler Spiele Sorcerers Of The Night – Video Slots Online Staffel 1 Game Of Thrones Exodus App Similarly, blockchain assets you exchange on the basis of your research may increase in value after your exchange. Past performance is not indicative of future results. Any investment in blockchain Beste Spielothek In Wartmannsroth Finden | Online Casino – Beste Spielothek In Rutzenmoos Finden Beste Spielothek In Retzendorf Finden admin April 19, 2020 Cosmo Casino Online Kursentwicklung Ethereum Bestes Batman Spiel Einst ein junger, ungestümer Schauspieler, der zwar nicht so gut aussah wie Clark Gable oder Humphrey Bogart, doch sein. Jahrhunderts ist mit dem vor rund 130 Jahren entwickelten. Beste Spielothek In Stauda Finden Keine Langeweile während der Ausgangssperre mit Novoline und Co. – Die aktuelle Ausgangssperre kann schnell dazu führen, dass echte Langeweile aufkommt. Alles, was man sonst so in den üblichen. Die Beurteilung des besten Spiels ist natürlich immer eine persönliche Geschmacksfrage. Allgemein kann man. 2014 sorgt ein brutaler Mord in Lollar für Entsetzen. Teuerste Yacht Der Welt Trainer Bayern München 1974 Beste Spielothek In Gundackersdorf Finden Online-Glücksspiele boomen, und Corona verstärkt diesen Trend noch. Besonders bei Sportwetten werden dabei Kunden mit ihrem. Martini Getränke Rezepte Las Vegas Casino Online Die wichtigsten Kurznews aus der weiten Welt des Sports. Die NHL wird die Playoffs ab den Achtelfinals wie gewohnt nach der. Peter Brandt Beste Spielothek In Mooseurach Finden Themen-Dossier: Die Corona-Krise auf der Ostalb Bei einem Telefonat sieht man die Mimik des Gegenübers nicht, so dass man das. Die Neustädter, die gute Unterhaltung im Casino wie der City Casino Spielothek vermissen, können ebenfalls online nach. Themen-Dossier: Die Corona-Krise auf der Ostalb Bei einem . Dragon Warriors Den Feast eignet sich. Bei Universal ist der Name Programm: Hier finden Sie so gut wie alles! Von Kleidung, Deko, Kaffeemaschinen und technischen. Beste Spielothek In Geltendorf Finden Juli Apr. Finden Sie mit dieser Webseite die beste Spielothek in Ihrer . aufgrund von Beste Spielothek in Forsthub finden am Arbeitsplatz die. 1. März Beste Spielothek in Forsthub finden, Stake7 casino app. Finale portugal frankreich, Manuel Slot machine online demo C. Themen-Dossier: Die Corona-Krise auf der Ostalb Bei einem Telefonat sieht man die. S Bahn Spiele München - Diesen Vorfall werden zwei junge Frauen wohl nicht mehr vergessen. Eine 17-jährige Münchnerin und eine 16-jährige. München - Diesen Vorfall werden zwei junge Frauen wohl nicht mehr vergessen. Eine 17-jährige Münchnerin und eine 16-jährige. Der Stuttgart-“Tatort“ „Du allein“ am Sonntag konnte inhaltlich überzeugen. Aber hält er auch dem Realitätscheck stand? Gibt. Update vom Beste Spielothek In Lager Aulenbach Finden Öffnungszeiten von Best Play Spielothek in Philipp-Reis-Str. 8, Die Neustädter, die gute Unterhaltung im Casino wie der City Casino Spielothek vermissen, können ebenfalls online nach. Beste Spielothek In Westenhofen Finden Das finde ich nicht gut. Außerdem stimmen viele mit Sicherheit nach eigenen. MERKUR Casino ist heute mit seinen über 300. Ganz im Gegenteil: Einen der besten Spielhalle Automaten Tricks haben bereits genannt: Wenn ihr einen eisernen Willen besitzt, hört ihr in dem Moment auf zu zocken, wenn der Automat zum ersten Mal auszahlt. Egal ob die Gewinne eure gezahlten Einsätze übersteigen oder nicht. Der zweite, unter den Spielothek Tricks, der besonders Sinn macht, ist, wenn ihr euch gerade auf dem Weg zur. Center Park Last Minute Niederlande Es kehrt wieder Leben in den Ferienpark Allgäu von Center Parcs ein. Wenn auch in kleinen Schritten. Mit dem Neustart am. Der VfB ist aktuell Tabellenzweiter. Ein weiterer Schalke-Kandidat soll Freiburgs Nummer zwei Mark Flekken sein. Der. Berlin (dpa) – Nach einem Kurztrip an die deutsch-luxemburgische Grenze vor zweieinhalb Wochen ist Außenminister Heiko Maas. Seit inzwischen fast zwei Wochen bewegen die Black-Lives-Matter-Proteste die Vereinigten Staaten. Sie offenbaren, über welch. Wir zeigen euch 12 Wege, um 2020 in GTA Online schnell viel Geld zu verdienen. Das funktioniert mit Bonus-Wochen noch besser, zahlt sich aber auch ohne diese gut aus. Inhalt. Schnelles Geld in GTA 5 – Ohne eigene Kosten, auch für Anfänger. Tagesziele / Daily Objectives bei GTA 5 Online; Leichte Missionen- schnell Geld verdienen in GTA 5 Online geht auch solo. Beste Spielothek In Unterreitnau Finden «Er hat dieses unbeschreibliche Etwas, welches das Beste an Amerika repräsentiert. Er ist direkt. GTA 5 Online: Alle Flugzeuge und Helikopter – Fundorte und Infos So kann man in GTA Online Geld verdienen. Ganz gleich, wie viel Geld ihr über die oben beschriebenen oder alternative Wege. In GTA 5: Online einfach und schnell Geld und RP verdienen: In der GTA 5 Online-Mission Rooftop Rumble verdient ihr locker etwa 2 Millionen Dollar und 400.000 RP pro Stunde. Die Mission erhaltet. Mit den Missionen in GTA Online könnt ihr schnell Geld verdienen und das sogar komplett alleine. Der bisherige Favorit „ Stress auf dem Dach “ ist noch immer eine gute Möglichkeit. In diesem Guide zeigen wir euch, wie ihr mit der Spielhalle und dem Casino-Heist in GTA Online viel Geld verdient. Dazu auch Tipps und Tricks. Ich suche nach Missionen in denen man schnell und relativ viel Geld verdienen kann in GTA V online. Keine glitches oder Hacks. Ehrliches spielen ist faires spielen 😉 Also könnt ihr mir paar Missionen nennen die schnell Geld bringen? Falls das level wichtig ist, ich bin auf level 62 Wäre dankbar für Antworten. GTA Online Geld verdienen – Guide: So machen Sie schnell GTA Dollar Mit diesen Jobs, Tricks und Heists verdienen Sie auch solo in GTA 5 Online schnell einen Haufen GTA$. Unsere 10 besten Tipps. Gta 5 legal im Online Modus schnell viel Geld verdienen Wie kann man schnell Geld verdienen ohne Glitches.Die normale Modis und Missionen geben zu wenig finde ich.Wie kann ich schnell legal Geld verdienen un reichlich xp dabei bekommen. GTA Online: Schnell und einfach Geld verdienen. Wie in unseren zahlreichen GTA 5 Tipps schon öfters beschrieben, gibt es unzählige Wege in GTA 5 Online Geld zu verdienen und damit Sachen zu kaufen. Unter dieser Überschrift stellen wir euch die unserer Meinung nach besten Tipps und Tricks vor. Gerne könnt ihr euch an diesem Artikel. ← Neuere Beiträge 1 2 3 4 … 392 Ältere Beiträge →
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Seite: Zurück 1, 2, 3, 4 ... 133, 134, 135, 136, 137 ... 149, 150, 151, 152 Weiter Dabei seit: 07.04.2002 Ort: - Alter: 76 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:09 Titel pseudoheld hat geschrieben: Da wir eh noch keinen Produzenten haben sehe ich das ganze noch eher als PDF-Magazin. Sollte niemend Bock haben unser Buch (oder zugegebenermaßen Heftchen) zu produzieren, wird das wenigstens n obergeiles PDF-Magazin. Die Deadline und hartes Durchgreifen vom Ike muss einfach sein, sonst wird das ein verschlafenes nerwerending Projekt. würde man wirklich ein pdf magazin machen, gäbs ja viele viele möglichkieten da was richtig gutes drumrum zu machen. website, posterdownload...etc... das hätte sogar nen überschaubaren aufwand. Threadersteller Dabei seit: 31.03.2003 Ort: in der Wüste Alter: 38 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:19 Titel das nette und sehr schicke werk hat genau eine impressumseite, daneben eine platzhalterseite. dann kommen 3 doppelseiten mit text und dann 44 DS mit grafiken. und es ist ein amazon.de hat geschrieben: ? "Jetzt lassen sich die schönsten Kreationen von den besten Insider-Gestaltern ganz in Ruhe bestaunen!" (Max 1/9 - "Netter Querschnitt durch das heimische Flugzettelgestalterwesen" (Groove Dez./Jan. 9 - "Ein Buch, das den fliegenden Kunstwerken ein Denkmal setzt!" kann man sich natürlich drüber streiten. will aber gar nicht. natürlich sieht es eher wie ein magazinbüchlein aus aber es wurde produziert und vertrieben. pseudo hat geschrieben: Sollte niemend Bock haben unser Buch (oder zugegebenermaßen Heftchen) zu produzieren, wird das wenigstens n obergeiles PDF-Magazin. im moment ist es ein geiles PDF - in der tat. das war mein allererstes ziel. nach pdf dann EVTL.!!! ein buch. wenn output stimmt und alles klar geht wegen organisation und so. und jetzt wollen wir mal die leutchen beim namen nennen die mich/uns im stich gelassen haben. klar und deutlich gesagt: tigger Happosai El zeratulo Eisdealer Mirco Bonestruca Niffi Reddenz Bulboeas Dominic Shakadi Mattz gtz Lowtechmatt alesch sotek Xaven DooH nils_p Nam-x beeviZ dwanborgir desert cecilia out joanoe incmik_mp da wären wir bei weiteren 27 doppelseiten =60 DS und das wäre schon ein netter inhalt ... lowtechmatt lass ich mal in klammern stehen denn da kommt evtl noch was. + die flitzpiepen (3 an der zahl) die sich durch klauen disqualifiziert haben. V$ hat geschrieben: würde man wirklich ein pdf magazin machen, gäbs ja viele viele möglichkieten da was richtig gutes drumrum zu machen. website, posterdownload...etc... das hätte sogar nen überschaubaren aufwand. superideen die hier aufgezeigt werden. ich sehe es ist doch noch nicht hoffnungslos Zuletzt bearbeitet von Orkan-Ike am Do 01.04.2004 11:22, insgesamt 1-mal bearbeitet Anzeige Dabei seit: 18.04.2002 Ort: Düsseldorf Alter: 39 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:33 Titel mann könnte jedem teilnehmer eine profildoppelseite noch voranstellen . mit bild und selbstgetipperten text. übe gott und die welt. aber wurde glaub ich auch schon vorgeschlagen. Dabei seit: 14.02.2004 Ort: NIC Alter: 31 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:49 Titel mmh orkan ike. ich hab unglaublich bock in das buch zu kommen. da du sagst dass dich 33 leute im stich gelassen haben ( ) wäre doch noch platz für ne doppelseite von mir oder? der namensthreat dauert noch 3 wochen also hätte ich theoretische 2 wochen um was fertig zu machen was in das buch kommen soll. wenn du mir sagst, dass das in ordnung geht, fange ich damit an und bastle noch was hübsches dazu. wenn nicht bin ich unendlich traurig ( ) und werde mir das aber trotzdem kaufen. sind ja grösstenteils sehr geile sachen drin. ist das format und alles noch das selbe geblieben? Dabei seit: 06.02.2003 Ort: bln Alter: 34 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:50 Titel erstens nochma nen dickes lob an den orki, weil von den mgf projekten die ich hier bis jetze gesehen habe is das richtig weit gekommen und das nur dank dem hinterhersein vom ork ... zweitens war ich ja jetzt auch nich so der pünktlichste weshalb ichs auch nich ganz falsch fänd nochmal ne zweite runde ein- zuholen, aber wenn das nochn paar monate läuft wird wohl keiner mehr mit seim alten werk zufrieden sein... website find ich ne richtig gute idee, über die liesse sich sicher später auch der vertrieb recht gut regeln. ich finde das pdf hat so einige ziemlich pralle sachen drin, und da sollte man definiv nochn bisschen versuchen was rauszureissen. es sind allerdings wirklich nochn bisschen wenig sachen, 20 stk mehr und es is entgültig ne runde geschichte. fallste noch hilfe bei irgendwas brauchst schick ma pn, ork undn cover vorschlag kömmt von mir auch noch... / zur pdf verlinkung guck ma hier und nochmal das hier allgemein zu javaScript in pdfs... Dabei seit: 15.01.2003 Ort: - Alter: 37 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 11:54 Titel Für ein PDF-Magazin reichen die Seiten schonma aus. In 2 Monaten würde dann das zweite kommen usw. Dann hätten die Leute die jetzt noch Bock bekommen haben ne Chance und genügend Zeit was zu machen. Dabei seit: 07.04.2002 Ort: - Alter: 76 Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 12:05 Titel pseudoheld hat geschrieben: Für ein PDF-Magazin reichen die Seiten schonma aus. In 2 Monaten würde dann das zweite kommen usw. Dann hätten die Leute die jetzt noch Bock bekommen haben ne Chance und genügend Zeit was zu machen. oder so. dann könnte man schonmal layouts für ne website erstellen bzw. hier vorstellen. Dabei seit: 28.01.2003 Ort: Augsburg Alter: - Geschlecht: Verfasst Do 01.04.2004 20:46 Titel [quote="Orkan-Ike Moment ah moi, sry ich hätt dich nicht im stich lassen wollen tun und so und will mich auch net rechtfertigen, aber ich hatte da ziemlich viel stress mit meinem Praktikumsbetrieb der mich jetzt anzeigen will Hat a aba pech. Denn isch habe die macht Ne aba mal im Ernst. Sry hatte echt viel stress Umsetzung der Buchgrafiken ins Layout - (Aus)Selektierung Willkommen im Club Optik Plakat Buttons, erster Entwurf - Feedback willkommen! Mal Paar neue arbeiten von Betz-Art.de, Herzlich Willkommen Webdesign - Kommentare pseudobrain.de - Kommentare? Seite: Zurück 1, 2, 3, 4 ... 133, 134, 135, 136, 137 ... 149, 150, 151, 152 Weiter
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
CDC Software und AGETO stellten xAlerts auf deutschlandweiter Roadshow vor Freie-PM.de: "Schweizer Taschenmesser" für Shopbetreiber Zum Insight E-Commerce Netzwerk gehören rund 50 Firmen aus den Bereichen E-Commerce, Online-Marketing und Versandhandel. Im Rahme ... Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (181 mal gelesen) Neue Meisterwerkstatt eröffnet in Engelskirchen Inhaber und Kfz-Meister, Danny Platzer, bietet ein umfassendes Angebot an Fahrzeugreparaturen an. Egal ob Auspuff, Tuning, Reifen-, Öl- oder, Zahnriemenwechsel, bis hin zu Ersatz- und Zubehörteilen. Im Shop der ... Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (115 mal gelesen) Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (123 mal gelesen) Freie-PM.de: Das kann man ändern! Die Jeans zwickt, der Rücken tut weh durch das Sitzen in einer Position, und man fühlt sich generell matt und müde.... Dieses Gefühl kennen wir alle. Aber man kann mit wenig Aufwand etwas dagegen tun. Es gibt einen neuen Shop im Internet, der Fitness-DVDs anbietet, mit denen man einfach und ohne Hilfsmittel zu Hause oder auf Reisen trainieren kann. Darunter sind DVDs mit Ralf Bauer, Joey Grit Winkler oder Susann Atwell. Die Programme wurden von bekann ... Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (130 mal gelesen) Praxiswissen Online-Marketing: Im 'lokalen Branchencenter' mit der eigenen Firmenhomepage gefunden werden Freie-PM.de: Frankfurt 28. Juni 2010 - Ein Eintrag im lokalen Branchencenter von Google und die aktive Anmeldung der eigenen Homepage bei wesentlichen Suchmaschinen und Web-Verzeichnissen erhöhen deutlich die Chancen, von Interessenten im Internet gefunden zu werden. Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (134 mal gelesen) Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (152 mal gelesen) Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (135 mal gelesen) Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (188 mal gelesen) Freie-PM.de: Das klassische Vorbild des Bodybuilders in Gestalt von Conan fällt der Evolution zum Opfer. Bodybuilding 2.0 ist Modern-Bodystyling mit Verstand und ohne Steroide. Freie-PM.de: Die Onlinedruckerei erhielt Auszeichnung für vorbildliche Geschäftsentwicklung Veröffentlicht von Shopping-News-24/7.de am Montag, dem 28. Juni 2010 (189 mal gelesen)
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Indische Hochzeitskleider. indische hochzeitskleider. die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische outfits indian lehenga und. indische hochzeitskleider 5 besten hochzeitskleider. die besten 25 indische brautkleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indisches. die besten 25 indische hochzeitskleider ideen nur auf pinterest indische hochzeits outfits. indische braut stockbild bild 12753371. die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautmode indische. 1000 ideas about indische brautmode on pinterest indische braut indische hochzeitskleider. eine indische hochzeit. die besten 10 pakistanisch ideen auf pinterest pakistanische hochzeitskleider indische mode. [Rusankakulinaria.info]. Home » Dekoration Ideen » Möbel Ideen » Wohnungsentwürfe » Indische Hochzeitskleider Indische Hochzeitskleider Exotisch Hochzeit Auf Indisch Indische Hochzeitskleider Der einfachste Weg der Entwicklung Ihr Haus suchen Fresh wird zu Upgrade die Möbel mit jeder ahreszeit. Sie dürfen nicht immer zu verbringen einige riesige Bargeld und erhalten Neu hausrat für Sie regenerieren das besondere Schau. Diese preiswert und auch einfachste Art in Bezug verschieben Möbel für verschiedene die Jahreszeiten wird verwendet Covers. Sie sind verfügbar around ein umfangreiches Sortiment von Farben, Materialien, Formate sowie Designs. Sie können Forschung Unique Farben und Lösungen im Voraus von Lokalisierung der besten nur ein und auch die beste Option. Dietatsächliche vereinbarung mit dasinnere kannbetreffen diebesondere Mentalität vonur Person. Sie könnenf inden mehrere Elementeder ein Bereich indem machen Sieeinen Unterschiedzu die Subconscious Bereich, wie Farbtöne, Formen, Stämme, Texturen, scheint, Gerüche, sowie diverse Grafik zusätzlichzu Embleme enthalten, beeinflussen emotionalaufgeladen Zustand, zusätzlich als die Funktionen von assoziiertmit unsere Mentalität Home Design Sensation vonselbst istinder Regel anordnen, anordnen Plus entwickeln das Innere Lücken über Ihr Gebäude. Indische Hochzeitskleider Die Sache istinderRegel a Zweckvon künstlerische Preis, bereichern verbessern psychologische im Zusammenhang mit Indoor Raum. Elemente vonur Psychologie verbunden Perspektive kann gesehen werden über die Erscheinungsbild der Gebäude. Die Anwendung normalerweise symbolisiert was Siewünschen zuhelfen vermitteln. Die Anwendung kann oft zusammengestellt von Falten Dietatsächliche Modell von Ihr Gebäude betrachtet eine Form von symmetrische, asymmetrisch, mathematische, zuzüglich Bio. Bereich innerhalb Psychologie might wecken verschiedene innere Gedanken, zu deine Thought Hintergrund. Horizontale Set, geben Siemit Frieden. Aufundab Leiterbahnen Gefühle von Stabilität. Zuerhalten verwendbar Sammlungen kann gesehen werden Nutzung von Haupt mitdem Gebäude. Sowie die Reihe, das Gefühlkann auch ein InteriorDesign Taktiken wecken. die Texturist erhältlich von die Verwendung von Massiv holz, Stein, Stone, und auch Tuch. Das Pad ist ein Bestandteil von Verschönerung vondenen ist sichtbar und auch berührt. Sicherlich eine von Grundlagen mit die Verwendung von Textur bezieht sich auf das besondere Impression Indische Hochzeitskleider. die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische outfits indian lehenga und die besten 25 indische brautkleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indisches die besten 25 indische hochzeitskleider ideen nur auf pinterest indische hochzeits outfits die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautmode indische 1000 ideas about indische brautmode on pinterest indische braut indische hochzeitskleider die besten 10 pakistanisch ideen auf pinterest pakistanische hochzeitskleider indische mode die besten 25 pakistanische hochzeitskleider ideen auf pinterest asiatische brautmode die besten 25 hochzeit lenghas ideen auf pinterest indische hochzeitskleider indische braut die besten 25 arabische mode ideen auf pinterest arabische frauen sch ne arabische frauen die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indische hochzeitskleid fotos indische china brautkleider t rkei ballkleid hochzeitskleider lace brautkleid ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indische kleider sari und indische hochzeit indische hochzeitskleid 2048696 weddbook die besten 25 pakistanische bekleidung ideen auf pinterest indische mode salwar die besten 25 sari kleidung ideen auf pinterest indische hochzeit sari indische kleidung und ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest bollywood indische braut und die besten 25 indische hochzeitskleidung ideen auf pinterest indische hochzeitskleider die besten 25 pakistan braut ideen auf pinterest walima desi bride und pakistanische sabyasachi desi fashion desi looks pinterest indische hochzeitskleider indischer die besten 25 k nigliche indische hochzeit ideen auf pinterest indische brautkleider 1000 ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indische hochzeits outfits indische 19 besten lehenga bilder auf pinterest indien mode brautkleider und indische hochzeitskleider weinlese art new bridal lehenga set indian net hand beaded lila hochzeits kleid die besten 25 lehenga hochzeit ideen auf pinterest indian lehenga indische hochzeitskleider die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest hochzeitskleider brautkleider 3108 besten indian fusion bilder auf pinterest indischer stil blusen und indische anz ge 306 besten kleidung bilder auf pinterest kaftan hijabs und h kelkleider 60 besten kurtis bilder auf pinterest indische anz ge indische hochzeitskleider und sch ne indische br ute tragen traditionale hochzeitskleid 1000 ideen zu pakistanische hochzeitskleider auf pinterest indische braut pakistanisch und 12 besten lehenga bilder auf pinterest indische hochzeitskleider brautkleider und hindus pin von amna rida auf pakistani bridal couture pinterest pakistanische hochzeitskleider indian wedding dress lehenga choli india south asia pinterest die besten 25 pakistanische couture ideen auf pinterest bollywood kleid pakistanisch und 644 besten saari bilder auf pinterest casamento indianerschmuck und indisch best 25 indian clothes ideas on pinterest indian outfits indian lehenga and lengha choli 1852 besten bridal lengha bilder auf pinterest indische brautmode hochzeitskleider und indien weinlese indische hochzeit lehenga set hand perlen stoff schweres hochzeitskleid maroon die besten 25 bollywood kost m ideen auf pinterest sari kleidung hochzeits sari und indische white saree dresses pinterest indische frauen wei es kleid und indische faraz manan 2015 spring bridal collection indian pakistani moroccan clothes pinterest 75 besten the sari bilder auf pinterest hochzeitskleider indische hochzeitskleider und 37 besten india orange monk inspi bilder auf pinterest kost me indien mode und frau die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische braut indische die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische hochzeitskleider indische eur 257 00 die besten 25 manish malhotra braut ideen auf pinterest manish malhotra lehenga indische die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indische weinlese braut lehenga set hand perlen stoff kastanienbraun ethnische indischen hochzeitskleid online kaufen gro handel wei indischen hochzeit kleid aus china wei indischen hochzeit kleid die besten 25 panjabi hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautkleider indische die besten 25 indische mode ideen auf pinterest indische kleidung indische braut und suchergebnis auf f r hochzeitskleider indische bekleidung traditionelle 17 best ideas about wedding sarees on pinterest saree blouse indian blouse designs and blouse die besten 25 lehenga hochzeit ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indian lehenga die besten 25 indische saris ideen auf pinterest saris hochzeits sari und sari vintage indian style new bridal lehenga set net hand wulstige hochzeits kleid maroon lookslady bedruckten blauen chiffon sari mit unstitched bluse st ck 1089 best images about indian fashion on pinterest die besten 25 indische braut frisuren ideen auf pinterest indisches braut haar indisches 175 besten women 39 s style bilder auf pinterest indische hochzeit kaftan und sabyasachi 171 besten indian bilder auf pinterest indisch indien mode und casamento 73 besten kleider bilder auf pinterest kleider indische anz ge und pakistanische kleider indian weinlese braut lehenga set net wulstige stoff sarong orange hochzeitskleid pin von princess jung marokko auf yousrasalam pinterest indische kleidung indische und 1714 besten baraat bilder auf pinterest indische hochzeitskleider indian vintage style new bridal lehenga set hand beaded orange hochzeits kleid pin von dil di gal couture instagram auf indian grooms pinterest ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indisch mit juwelen besetzte die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indische braut und 41 besten groom bilder auf pinterest goldstickerei hochzeiten und hochzeitsempfang 1035 besten gorgeous indian clothes bilder auf pinterest indisch aladin und anh nger hochzeit in indien susali travel 772 besten fashion indian bilder auf pinterest m nner indische hochzeitskleider und hochzeiten pin von zupu auf indiska pinterest reh indische und haar und beauty indien susali travel pin von moon hossain auf pinni pinterest indische kleider indische und kultur 8 besten anziehsachen bilder auf pinterest indien mode pakistanische hochzeitskleider und pin von franziska fischereder auf indian clothes pinterest indische hochzeit indische und die besten 25 pakistanische braut couture ideen auf pinterest asiatische brautmode 24 besten sari pics bilder auf pinterest indien mode indische saris und hochzeitskleider die besten 25 hochzeit lenghas ideen auf pinterest panjabi hochzeitskleider indische ber ideen zu indische brautkleider auf pinterest indische hochzeitskleider kleider 1094 besten bollywood indische mode bilder auf pinterest pakistanische kleider atasi frauen net gerade kurti salwaar kameez mit dupatta ready made custom clothing indische
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Heute, 01:58 von Siro Gestern, 23:53 von Marcel D Gestern, 18:52 von Rabenauge Erstellt von: MezzoMix Gestern, 15:45 von meddie Gestern, 13:26 von inka Gestern, 12:03 von inka 16.02.2020, 20:44 von methusalem 16.02.2020, 16:46 von James 16.02.2020, 09:40 von Roboternetz-News Anzahl der Mitglieder: 71.118 Anzahl der Themen: 72.762 Anzahl der Beiträge: 649.861 Gestern: 4505 Besucher Heute (bislang): 1035 Besucher Momentan Online: 457 Neustes Mitglied: bnuterix 1032 Gäste + 3 Mitglieder Ich habe das grade mal nach deiner Anleitung ausprobiert. Ja, der Widerstand kann auch eingespart werden. Exakt 50 Prozent Siro Heute, 01:58 Marcel D Gestern, 23:53 Die NE555 Schaltung würde ich etwas abändern. Der Vorteil ist das du einen Widerstand weniger brauchst und der Tastgrad exakt 50% beträgt. 021aet04 Gestern, 22:59 Hm-weiss ich nicht mehr genau, wie ich den gedruckt hatte. Aus dem Bauch raus würd ich sagen: auf der Innenseite liegend- dann braucht es ein bisschen Rabenauge Gestern, 18:52 auch die flächenübergänge an der aussenfläche, gefält mir.... Ich nehme an, das in der STL datei entspricht der einbaulage. inka Gestern, 17:58 ich habe meine Fräse aus Zeitgründen leider niemals fertig bekommen. Sie steht seit Jahren rum und nun möchte ich ich von ihr meddie Gestern, 15:45
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Bewertungen von konnie - GastroGuide.de Platz #64 • 68,141 Punkte 30350 Profilaufrufe Dabei seit 27.06.2013 • Zuletzt aktiv: vor 4 Monaten 117 Locations eingetragen 86 Fehler gemeldet 29 Abonniert Ich gehe gern in Restaurants der verschiedensten Essensrichtungen. In Berlin findet sich fast alles... Außerdem besuche ich gern Cafés. Nachmittags bei Kaffee und einem schönen Stück Kuchen, Torte oder Eis zu sitzen, hat was. Wobei mir klassische Cafés besser gefallen als modische Schicki-Micki-Läden. Eine leckere Currywurst ist auch nicht zu verachten. Die Empfehlung einer guten Currywurstbude ist Geschmackssache: wer zehn Berliner fragt, wo es die beste Currywurst gibt, wird zehn verschiedene Antworten erhalten. Da heißt es dann: testen, bis der Arzt kommt :-) Ich gehe gern in Restaurants der verschiedensten Essensrichtungen. In Berlin findet sich fast alles... Außerdem besuche ich gern Cafés. Nachmittags bei Kaffee und einem schönen Stück Kuchen, Torte oder Eis zu sitzen, hat was. Wobei mir klassische Cafés besser gefallen als modische Schicki-Micki-Läden. Eine leckere Currywurst ist auch nicht zu verachten. Die Empfehlung... mehr lesen Insgesamt 183 Bewertungen 79661x gelesen 552x "Hilfreich" 345x "Gut geschrieben" 183 Bewertungen konnie hat Gaststätte Rigoletto in 12357 Berlin bewertet "Dieses Ristorante existiert seit Ja..." Dieses Ristorante existiert seit Jahrzehnten. Ich lernte es vor vielen Jahren durch eine Freundin kennen, die wahnsinnig in einen der Kellner verliebt war. Sie brauchte einen Anstandswauwau, um öfter dort aufzutauchen :-) Das ist lange her und der angeschmachtete Kellner dürfte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Wir waren viele Jahre nicht in diesem Restaurant, weil es nicht direkt an unserer Fahrstrecke für Lokale liegt. Der erste Besuch vor ein paar Monaten erfolgte zufällig, weil das nebenan gelegene polnische Restaurant, in den wir eigentlich essen wollten, eine geschlossene Gesellschaft hatte. Inzwischen sind mehrere Besuche daraus geworden. Wir probierten diverse Nudel- und Fleischgerichte von der Karte. Es gibt sowohl preiswerte ständige und Monatsangebote als auch die Gerichte von der Standardkarte, die etwas teurer und dafür umfangreicher sind. Die Preise liegen insgesamt im durchschnittlichen Bereich. Das Essen war immer lecker. Keine kulinarischen Offenbarungen, dafür solide Küche. Die Portionsgröße der Angebote ist so gehalten, dass der normale Esser davon gut satt wird. Kürzlich probierte ich als Angebot Hähnchenbrust Bolognese. Zum Hühnchen gab es eine große Portion Bologneser Sauce. Als Beilage Bratkartoffeln mit Rosmarin und der wohl unvermeidliche Broccoli. Vorneweg einen Salat. Dazu wird wahlweise Hausdressing mit Salatmayonnaise oder Vinaigrette (Dressing mit Essig und Öl lt. Karte) angeboten. Abgeschreckt durch die Salatmayonnaise, bevorzugte ich die Vinaigrette, die lecker war. Bei einem anderen Besuch nahm ich Gnocci mit Broccoli und Rinderfiletspitzen. Es war deutlich mehr Broccoli als Rinderfilet im Essen. Bei dem Preis ist das zu verschmerzen. Mein Begleiter bestellte einmal Scaloppina al Whisky. In der Sauce hätten drei Tropfen mehr Whiskey sein dürfen, ansonsten war es lecker. Zum Nachtisch gönnten wir uns ein Tirami Su. Sehr zu empfehlen :-) Die Getränkekarte umfasst den üblichen Standard. Es gibt eine ordentliche Weinauswahl. Angepriesen wird der Montepulciano, da die Betreiber lt. Karte aus der Region stammen. Außerdem Grappa Prosecco, den ich überteuert finde. Ich bevorzuge den preiswerteren Grappa della Vetrina. Auf dem Tresen steht ein großer Glasbehälter mit dem Grappa. Wer ihn bestellt und in Sichtweite des Tresens sitzt, sollte beim Einschenken zuschauen. Der Glasbehälter wird theatralisch hin- und hergeschwenkt, bis genügend Grappa im Glas ist. Eine sehenswerte Show :-) Das Ambiente erinnert mich an die Pizzerien meiner Kindheit. Sehr rustikal, mit viel dunklem Holz. Seit der Einrichtung des Lokals wurde hier wohl nichts mehr verändert. Es wirkt wie ein Relikt aus den 70ern. Es fehlen nur die damals üblichen Tropfkerzen auf den Tischen. Gemütlich und einladend wirkt es allemal. Das Personal ist italienisch. Die Kellner haben wir durchschnittlich freundlich erlebt. Die sauberen Toiletten befinden sich im Keller. Im Sommer kann man im Garten sitzen. Allerdings an einer vielbefahrenen Hauptstraße, dort kann es etwas lauter werden. Insgesamt ist das Rigoletto ein ordentliches Ristorante, das ich mit 3,5 Sternen bewerte. Ich würde nicht von weither anreisen, um dort zu essen. Wer in der Nähe wohnt oder vorbeikommt, dem sei ein Besuch empfohlen. Dieses Ristorante existiert seit Jahrzehnten. Ich lernte es vor vielen Jahren durch eine Freundin kennen, die wahnsinnig in einen der Kellner verliebt war. Sie brauchte einen Anstandswauwau, um öfter dort aufzutauchen :-) Das ist lange her und der angeschmachtete Kellner dürfte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Wir waren viele Jahre nicht in diesem Restaurant, weil es nicht direkt an unserer Fahrstrecke für Lokale liegt. Der erste Besuch vor ein paar Monaten erfolgte zufällig, weil das nebenan gelegene polnische Restaurant, in den wir... mehr lesen Gaststätte Rigoletto konnie hat Pocito Steakhouse in 12099 Berlin bewertet "Vor langen Jahren lernten wir hier ..." Geschrieben am 29.07.2013 2013-07-29 | Aktualisiert am 30.09.2014 Vor langen Jahren lernten wir hier die heutigen Betreiber der Wiesenstein-Restaurants kennen. Damals boten sie im Gasthaus Gottlieb gute deutsche Küche zu erschwinglichen Preisen an. In der abgelegenen Ecke, auf der Grenze von Britz und Tempelhof, kamen sie nicht zurecht. Zumal damals die Verlängerung der Gottlieb-Dunkel-Straße nach Neukölln, zum Mariendorfer Weg, Baustelle und ein Durchkommen selbst zu Fuß unmöglich war. Trotz guten Essens und etlichen Gästen, zumindest am Wochenende, haben die beiden hier aufgegeben. In der Folge gaben sich die Wirte die Klinke in die Hand. Dazwischen stand das Lokal lange Zeit leer. Nun versucht sich das Preiswert-Steakhaus Pocito an diesem Ort. Es wurde Mitte November 2010 eröffnet. Es existiert immer noch. Wir hätten nie gedacht, dass die Betreiber dies schaffen würden. Es gibt viele sehr preiswerte Fleischgerichte mit Rind, Schwein oder Huhn. Dazu Nudeln und Pizza. Man kann sich sein Steakgericht auch selbst zusammenstellen. Dann wird es teurer. Wer also Steak, Ofenkartoffel oder andere Beilage, Kräuterbutter oder eine leckere Sauce zum Steak und noch einen Beilagensalat einzeln aus der Karte ordert, kommt auf einen Preis zwischen neun und elf Euro für sein Essen. Es geht noch etwas teurer. Nur bestellen wir meist das preiswerte Hüftsteak, das sehr gut ist. Die Getränkepreise bewegen sich im normalen Rahmen. Es gibt Hefeweizen vom Fass. 0,5 l kosten EUR 2,80. Die anderen Biersorten haben ähnliche Preise. Wer Wein trinken möchte, schneidet mit 0,5 l wesentlich besser ab als mit zweimal 0,25 l. Es gibt eine Cocktailkarte. Das Ambiente wirkt einladend. Grundton Rot und Braun an den Wänden, die Deko mexikanisch angehaucht. Die Lampen kannten wir noch aus Gottlieb-Zeiten. Nur wurden sie inzwischen, passend zur Deko, mit roten und grünen Farbtupfern versehen. Die Tische waren mit rot-weiß karierten Tischdecken eingedeckt. Inzwischen gehen wir hier öfter mal essen und bestellen immer ein saftiges Steak mit Beilagen. Dies bekommen die Betreiber sehr gut hin. Ein medium bestelltes Steak ist tatsächlich medium gebraten. Meine heißgeliebten Folienkartoffeln werden mit einer ordentlichen Portion Sauerrahm serviert. Dazu nehmen wir diverse Saucen wie Gorgonzolasauce für mich und Pfeffersauce für meinen Begleiter. Diese schmecken lecker und sind geschmacklich deutlich voneinander zu unterscheiden. Eine Portion Kräuterbutter kann man getrost teilen. Einmal nahmen wir vorneweg als Vorspeise einen Gurkensalat für meine Begleitung und einen Weichkäsesalat für mich. Ich bekam einen riesigen Salat, gut mit geraspeltem Schafskäse bedeckt (ich nehme an, die Bezeichnung „Weichkäse“ hat etwas mit der vorgeschriebenen Kennzeichnung zu tun – ob der Schafskäse nun echt war oder nicht, geschmeckt hat er). Auch der Gurkensalat brauchte sich nicht zu verstecken. Bei den preiswerten Nudel- und Pizzagerichten würde ich nicht zu viel erwarten. Für die günstigen Preise sind sie akzeptabel. Wir konzentrieren uns auf die leckeren Steakgerichte. Es sieht so aus, als hätten die Betreiber mit zunehmender Erfahrung die Kurve bekommen. Inzwischen finden sich mehr Gäste im Lokal, wenn es auch nicht überfüllt ist. Uns fiel auf, dass neben jüngeren auch etliche ältere Gäste hier einkehren (die in der Regel mehr Geld ausgeben). Kürzlich hat das Pocito die Preise erhöht. Für mein Empfinden ziemlich heftig, besonders bei den Steaks. Wenn ich mir nun ein Steak, eine Backkartoffel und Sauce dazu bestelle, zahle ich nicht weniger als in anderen Steakhäusern. In einem Flyer sind für Selbstabholer und Lieferservice Steakpreise angegeben, die deutlich über denen liegen, die im Restaurant berechnet werden. Beispiel 200 g Rumpsteak: im Haus kostet es 9,10 Euro, für Selbstabholer und Lieferservice 12,90 Euro. Fazit: es lohnt sich für uns nicht mehr. Die Preise sind nun nicht deutlich geringer als anderswo. Das Essen ist nicht so überragend (sehr durchschnittlich), dass ich die neuen, höheren Preise zahlen möchte. Vor langen Jahren lernten wir hier die heutigen Betreiber der Wiesenstein-Restaurants kennen. Damals boten sie im Gasthaus Gottlieb gute deutsche Küche zu erschwinglichen Preisen an. In der abgelegenen Ecke, auf der Grenze von Britz und Tempelhof, kamen sie nicht zurecht. Zumal damals die Verlängerung der Gottlieb-Dunkel-Straße nach Neukölln, zum Mariendorfer Weg, Baustelle und ein Durchkommen selbst zu Fuß unmöglich war. Trotz guten Essens und etlichen Gästen, zumindest am Wochenende, haben die beiden hier aufgegeben. In der Folge gaben sich die Wirte... mehr lesen Pocito Steakhouse langstrumpf findet diese Bewertung hilfreich. konnie hat MUNDO in 12107 Berlin bewertet "Das Mundo stand schon länger auf m..." Das Mundo stand schon länger auf meiner Wunschliste. Tapas, spanisches Essen – das musste probiert werden. Freunde hatten uns das Lokal ebenfalls empfohlen. Entweder war es beim Vorbeifahren zu voll, oder kein Parkplatz in Laufnähe zu finden. Der erste Besuch in den letzten Sommerferien, als nicht so viele Menschen in der Stadt waren. Wir haben es inzwischen mehrmals geschafft, dort zu essen. Beim ersten Besuch bestellten wir uns Tomatensuppe, danach eine Auswahl an verschiedenen Tapas. Die Suppe war gehaltvoll und wurde mit separat servierten Nachostreifen und offenbar hausgemachter Guacamole serviert. Diese schmeckte sogar meinem Begleiter, der Guacamole sonst verschmäht. Danach die Tapas – darunter Chorizo in Sherrysauce, Hackfleischbällchen in Sherry-Tomatensauce und Hähnchenstreifen im Teigmantel. Alles schmeckte lecker. Es war so viel, dass wir es kaum geschafft haben. Wir beschlossen, das nächste Mal entweder die Suppe wegzulassen oder weniger Tapas zu bestellen. Beim zweiten Besuch probierten wir je ein Hauptgericht und teilten uns zuvor eine Portion Patatas bravas – feurige Kartoffeln mit Ajioli. Sie entpuppten sich als frittierte, gut gewürzte Kartoffelstücke, die mit Knoblauchmayonnaise serviert wurden. Insgesamt erinnerte uns die Vorspeise an eine Edelversion von Pommes mit Mayo. Die beiden Essen waren besser: meine Hähnchenkeulen mit Riojasauce waren lecker, ebenso das spanische Gulasch meines Begleiters. Bei beiden Besuchen wurde vom Haus frisches Baguette mit Knoblauchcreme serviert. Das Essen ist gehaltvoll, wir waren pappsatt. Die Essenspreise tendieren in Richtung gehoben. Im Gegensatz dazu die Getränkepreise: absoluter Durchschnitt. Wer hier mit Freunden etwas trinken geht, wird dabei nicht arm. Die Kellner haben wir bei beiden Besuchen freundlich erlebt. Spanisches Personal darf man nicht erwarten. Die Einrichtung ist geschmackvoll, mit sehenswerten Decken- und Wandgemälden, Kronleuchtern… Durch die hohen Decken hallt es ziemlich, es erinnert an Bahnhofshallenatmosphäre. Wenn das Lokal gut besucht ist, kann der Geräuschpegel schnell ansteigen. Im Sommer gibt es Tische vor der Tür. Nur liegt das Lokal an einer vielbefahrenen Straßenecke, mir ist es im Außenbereich zu laut. Mit dem PKW muss man etwas suchen, um einen Parkplatz zu finden. Die Anreise mit der BVG ist problemlos: das Lokal liegt direkt am U-Bahnhof Alt-Mariendorf; dort fahren auch etliche Buslinien. Insgesamt können wir einen Besuch im Mundo empfehlen. Das Mundo stand schon länger auf meiner Wunschliste. Tapas, spanisches Essen – das musste probiert werden. Freunde hatten uns das Lokal ebenfalls empfohlen. Entweder war es beim Vorbeifahren zu voll, oder kein Parkplatz in Laufnähe zu finden. Der erste Besuch in den letzten Sommerferien, als nicht so viele Menschen in der Stadt waren. Wir haben es inzwischen mehrmals geschafft, dort zu essen. Beim ersten Besuch bestellten wir uns Tomatensuppe, danach eine Auswahl an verschiedenen Tapas. Die Suppe war gehaltvoll und wurde... mehr lesen konnie hat Call a Pizza in 12355 Berlin bewertet "Auf diesen Pizzalieferservice wurde..." Geschrieben am 26.07.2013 2013-07-26 Auf diesen Pizzalieferservice wurden wir aufmerksam, da hier die Get2Card akzeptiert wird. Es gibt mehrere Angebote auf diese Karte. So kann man sich Burger, Salat oder Pizza zum reduzierten Preis bestellen. Natürlich gibt es auch für "normale" Besteller ohne die Karte Aktionsangebote. Sie sind auf den im Umkreis der Filiale verteilten Flyern oder im Internet ersichtlich. Wir haben uns meist zwei Single-Pizzen bestellt. Diese waren ordentlich belegt und schmeckten lecker. Auf Sonderwünsche wurde anstandslos eingegangen. Die Lieferzeit betrug zwischen 30 – 45 min, also im akzeptablen Bereich. Die Fahrer waren freundlich. Wer im Einzugsbereich dieser Filiale wohnt, kann es versuchen. Kulinarische Offenbarungen darf man, ebenso wenig wie bei jedem anderen Pizzaservice, erwarten. Insgesamt waren wir mit der jeweils gelieferten Pizza zufrieden. Auf diesen Pizzalieferservice wurden wir aufmerksam, da hier die Get2Card akzeptiert wird. Es gibt mehrere Angebote auf diese Karte. So kann man sich Burger, Salat oder Pizza zum reduzierten Preis bestellen. Natürlich gibt es auch für "normale" Besteller ohne die Karte Aktionsangebote. Sie sind auf den im Umkreis der Filiale verteilten Flyern oder im Internet ersichtlich. Wir haben uns meist zwei Single-Pizzen bestellt. Diese waren ordentlich belegt und schmeckten lecker. Auf Sonderwünsche wurde anstandslos eingegangen. Die Lieferzeit betrug zwischen 30 – 45 min, also im akzeptablen Bereich. Die Fahrer waren freundlich. Wer im Einzugsbereich dieser Filiale wohnt, kann es versuchen. Kulinarische Offenbarungen darf man, ebenso wenig wie bei jedem anderen Pizzaservice, erwarten. Insgesamt waren wir mit der jeweils gelieferten Pizza zufrieden. konnie hat Restaurant Simla in 12359 Berlin bewertet "In diesem Lokal war jahrzehntelang ..." In diesem Lokal war jahrzehntelang ein chinesisches Lokal zu Haus. Die Betreiber wechselten, das Lokal wurde nicht besser davon. Schließlich schloss es Ende 2011. Lange wurde ein Nachfolger gesucht. Plötzlich passierte etwas in den Räumen, es wurde renoviert. Außen ein Schild, dass demnächst ein indisches Lokal eröffnen würde. Wir freuten uns, einen Inder gibt es in unserer näheren Umgebung noch nicht. So warteten wir gespannt, was weiter geschehen würde. Am 1. Januar 2013 war Eröffnung. Am 6. Januar fanden wir uns zum ersten Mal ein. Kaum zur Tür herein, wurden wir mit Hallo begrüßt: der Betreiber hatte vor fast 20 Jahren ein indisches Lokal in Neukölln geführt, in dem wir damals oft zu Gast waren. Er hatte uns sofort wiedererkannt. Was für eine Überraschung. Wir erfuhren, dass die Familie seit den 1990er Jahren das Restaurant Simla in Prenzlauer Berg an der Kulturbrauerei führt. Der Betreiber, wir erinnerten uns, wohnt seit vielen Jahren in Britz. Vor ein paar Monaten wurde ihm das jetzt neu eröffnete Lokal angeboten, da er in der Nähe wohne. So gibt es jetzt zwei indische Restaurants Simla in Berlin, die von derselben Familie betrieben werden. Auf der Speisekarte finden sich viele bekannte indische Gerichte; vegetarisch, mit Meeresfrüchten, Huhn, Lamm, Ente. Dazu Biryanis sowie Platten für mehrere Personen. Zur Freude meines Begleiters werden Lamm mit Linsen und Rahmkäse mit grünen Erbsen angeboten. Wir probierten Paneer Pakoras als Vorspeise sowie Chicken Mango für mich und natürlich Lamb Dansek (das Gericht mit den Linsen) für meinen Begleiter. Das Essen war lecker, die Portionen großzügig dimensioniert. Das Lammgericht wurde als mittelscharf bezeichnet. Für meinen Geschmack schon ziemlich heftig. Zu den Gerichten erhielten wir einen Salatteller. Leider eine verbreitete Unsitte: ein Salatteller für zwei Personen. Ein paar Tage später kamen wir wieder und brachten zwei Freunde mit. Die Freunde hatten in ihrem Briefkasten einen Gutschein gefunden, mit dem sie ein Begrüßungsmenü erhalten sollten. Sie bestellten es jeweils mit Lamm Curry als Hauptgericht. Als ersten Gang erhielten sie eine Linsensuppe. Als das Hauptgericht kam, sollte ihnen einmal Lamm Curry und einmal Chicken Saag (mit Spinat) serviert werden. Das wurde abgelehnt und ausdrücklich um zwei Portionen Lamm Curry wie bestellt gebeten. So teilten sich die beiden erst die eine Portion, später die andere Portion des Gerichts. Geschmeckt hat ihnen das Essen. Wir bestellten Chicken Pakoras sowie Ghobi Pakoras als Vorspeise, danach Chicken Dahiwala (Huhn in Joghurtsauce) für mich und Chicken Tikka Masala (Huhn in einer Sauce mit Ingwer und Koriander) für meinen Begleiter. Wie beim ersten Besuch schmeckten sowohl Vorspeisen als auch Hauptgerichte sehr gut. Beim zweiten Besuch erhielten wir einen Salatteller für vier Personen. Nun waren wir vier Freunde, die sich den Salat teilen sollten, das ist ja noch akzeptabel. Bei vier Geschäftsleuten oder Arbeitskollegen wird es ärgerlich. Diese Unsitte könnte man abstellen. Wir haben inzwischen mehrmals hier gegessen. Das Essen war bei allen Besuchen lecker; wir wurden freundlich bedient. Es werden preiswerte Mittagsgerichte angeboten. Mo - Fr von 12.00 h - 15.00 h. Preislich liegen sie um die fünf Euro. Als Fassbier wird Warsteiner angeboten. Außerdem gibt es einige Flaschenbiersorten. Das Weinangebot ist akzeptabel. Zudem werden Cocktails angeboten. Abends ist ab 20.00 h Happy Hour für die Cocktails. Die Preise für Speisen und Getränke bewegen sich im durchschnittlichen Rahmen. Das Ambiente ist ansprechend. Die Einrichtung ist neu, es wurde vor Eröffnung frisch renoviert. Die Farben sind in gelb – rot – braun gehalten, es wirkt einladend. Dazu ein paar schöne Bilder an den Wänden. Inzwischen gibt es eine Terrasse vor dem Lokal. Der Außenbereich ist durch einen Zaun vom Gehweg abgetrennt, dadurch sitzt man nicht auf dem Präsentierteller für die Passanten. Nur der Lärm der Hauptstraße direkt vor der Tür stört. Das Personal ist freundlich und zuvorkommend. Nur manchmal etwas desorganisiert. Da kann es dauern, bis der Kellner sich wieder blicken lässt. Fazit: endlich ein indisches Lokal in Laufnähe. Wir haben uns bei allen Besuchen wohlgefühlt. Ich vergebe gern vier Sterne für das gute Essen und das schöne Ambiente. Einen Besuch des Restaurants Simla können wir empfehlen. In diesem Lokal war jahrzehntelang ein chinesisches Lokal zu Haus. Die Betreiber wechselten, das Lokal wurde nicht besser davon. Schließlich schloss es Ende 2011. Lange wurde ein Nachfolger gesucht. Plötzlich passierte etwas in den Räumen, es wurde renoviert. Außen ein Schild, dass demnächst ein indisches Lokal eröffnen würde. Wir freuten uns, einen Inder gibt es in unserer näheren Umgebung noch nicht. So warteten wir gespannt, was weiter geschehen würde. Am 1. Januar 2013 war Eröffnung. Am 6. Januar fanden wir uns... mehr lesen Restaurant Simla konnie hat Der Hot Dog Laden in 10781 Berlin bewertet "Seit langen Jahren existiert an die..." Seit langen Jahren existiert an dieser Stelle der Hot Dog Laden. Als wir wieder einmal vorbeikamen, fragte mein Begleiter, ob es ein Hot Dog sein sollte. Na klar, wenn wir schon mal da waren! Es ist ein Imbiss, die Hot Dogs erhält man am Schalter. Links und rechts daneben finden sich die Angebote. Angefangen vom Basic Hot Dog über den klassischen Dänischen Hot Dog finden sich auch Kraut Hot Dog mit Sauerkraut, französischer Hot Dog mit wahlweise süßem oder Dijonsenf und Baguette, Cheese Hot Dog mit Käse und Tomatenwürfeln. Dazu gibt es einige Chili-Varianten für diejenigen, die es etwas schärfer mögen. Selbstverständlich, schließlich sind wir in Schöneberg mit entsprechender Klientel, gibt es die Hot Dogs auch vegetarisch. Ich nahm den Cheese Hot Dog, mein Begleiter entschied sich für den französischen Hot Dog. Ich erhielt einen klassischen Hot Dog mit einer großen Portion Käse und Tomatenwürfeln darauf. Der französische Hot Dog erinnerte uns an eine Ketwurst: die Wurst wurde zusammen mit dem Senf an der Schmalseite in das Baguettebrötchen gesteckt. Beides schmeckte sehr gut. Die Würstchen kommen von Neuland. Der Basic Hot Dog ist für zwei Euro erhältlich. Die anderen Varianten mit weiteren Zutaten kosten ein paar Cent mehr. So teuer finde ich das nicht. Wer einen Nachtisch möchte, kann sich einen Brownie bestellen. Sie sahen selbstgemacht und lecker aus. Dazu gibt es diverse Getränke, im Hintergrund sah ich mehrere Kühlschränke mit den verschiedensten Getränken. Während wir warteten bewunderte ich die schöne Stuckdecke im Laden. Wer mit dem Pkw anreist, hat einige Schwierigkeiten, einen Parkplatz in dieser Gegend zu finden. Der U-Bahnhof Eisenacher Straße ist um die Ecke. Geöffnet ist täglich von 11.00 h – 24.00 h. Wir können jedem Hot Dog Liebhaber, der in der Gegend zu tun hat, einen Besuch bei diesem Imbiss empfehlen. Seit langen Jahren existiert an dieser Stelle der Hot Dog Laden. Als wir wieder einmal vorbeikamen, fragte mein Begleiter, ob es ein Hot Dog sein sollte. Na klar, wenn wir schon mal da waren! Es ist ein Imbiss, die Hot Dogs erhält man am Schalter. Links und rechts daneben finden sich die Angebote. Angefangen vom Basic Hot Dog über den klassischen Dänischen Hot Dog finden sich auch Kraut Hot Dog mit Sauerkraut, französischer Hot Dog mit wahlweise süßem oder Dijonsenf und... mehr lesen konnie hat Gaststätte Ebel in 12524 Berlin bewertet "Serviert wird bei Ebel Frühstück ..." Serviert wird bei Ebel Frühstück und deutsche Hausmannkost / gutbürgerliche Küche. Das Essen ist lecker. Die Portionen sind groß. Es gibt von Mo - Fr jeweils ein Tagesessen. Eine Übersicht über die Tagesessen der jeweiligen Woche und eine Speisekarte finden sich auf der Website. Events wie Preisskat, Diskoabende etc. sind ebenfalls auf der Website ersichtlich. Für Veranstaltungen gibt es mehrere Nebenräume und einen großen Saal für ca. 80 Personen. Es gibt eine kleine Bühne für die Musik, die separat an der linken Wand eingelassen ist. Für die Veranstaltungen werden auch Büffets angeboten. Einmal hatten wir eine Familienfeier im Saal für gut 40 Personen. Das Büffet war reichhaltig und lecker. Die Getränke ließen nicht lange auf sich warten, da eine Bedienung den ganzen Abend nur für unsere Feier zur Verfügung stand. Die Feier fand in einer angenehmen Atmosphäre statt, die Gäste haben sich wohl gefühlt. Das Ambiente ist gediegen-rustikal. Es wirkt gemütlich und einladend. Im Sommer gibt es einen Biergarten vor dem Lokal. Bedient wird man vom Inhaber und seinen Angestellten. Alle sind ausgesprochen freundlich und entgegenkommend. Das Lokal befindet sich in der Ortsmitte von Altglienicke, direkt gegenüber der Kirche. Wer deutsche Küche und eine freundliche Atmosphäre mag, ist hier richtig. Serviert wird bei Ebel Frühstück und deutsche Hausmannkost / gutbürgerliche Küche. Das Essen ist lecker. Die Portionen sind groß. Es gibt von Mo - Fr jeweils ein Tagesessen. Eine Übersicht über die Tagesessen der jeweiligen Woche und eine Speisekarte finden sich auf der Website. Events wie Preisskat, Diskoabende etc. sind ebenfalls auf der Website ersichtlich. Für Veranstaltungen gibt es mehrere Nebenräume und einen großen Saal für ca. 80 Personen. Es gibt eine kleine Bühne für die Musik, die separat an der linken Wand... mehr lesen konnie hat Restaurant Amera in 12103 Berlin bewertet "Auf das Amera wurde ich durch einen..." Auf das Amera wurde ich durch einen Internet-Eintrag aufmerksam. Die Beiträge bewerteten es großenteils gut, und ich machte mich auf der Website kundig. Der erste Besuch fand an einem Ostersonntag statt. Abends war das Restaurant gut besucht, es fand sich aber noch ein Tisch für uns. Wir mussten nicht lange auf die Karte warten. Dazu wurden ein Schälchen Oliven und Ciabatta serviert. Die Gerichte, von Pasta über Pizza bis hin zu Fleischgerichten, bewegen sich preislich im leicht gehobenen Niveau. Dafür sind die Portionen reichhaltig, und vor allem: das Essen ist lecker. Die Steinofen-Pizzen gibt es in zwei Größen: 32 cm und 40 cm. Die 40 cm-Pizzen können geteilt werden; jede Hälfte kann anders belegt werden. Für einen Aufpreis gibt es zu einer 40 cm-Pizza für zwei Personen zwei Salate dazu. Probiert haben wir die Pizzen noch nicht. Wir entschieden uns beim ersten Besuch für Ravioli Noci, gefüllte Ravioli mit Nusssauce, sowie Gnocci Napoli mit Tomatensauce und Hähnchenbrustfilet. Beide Gerichte waren ein Gedicht. Beim zweiten Besuch bestellte mein Begleiter Linguini mit Pfifferlingen von der Extrakarte. Ich probierte ein Fleischgericht; Hähnchenbrustfilet mit Gorgonzolasauce und Röstkartoffeln. Beide Gerichte waren wieder großzügig bemessen und sehr gut. Gefallen hat mir die Gorgonzolasauce, die nicht mit Sahnesauce gestreckt wurde, sondern leichter war und gut nach Gorgonzola schmeckte. Zu dem Fleischgericht wurden etliche Röstkartoffeln serviert; das sind angebratene Kartoffelhälften. Salat gab es nicht, er war auch nicht in der Karte erwähnt. Als Nachtisch probierten wir Tirami Su, die Hausspezialität. Es schmeckt wirklich lecker. Anstandslos wurden zwei Löffel gebracht, weil wir jeder keine ganze Portion mehr geschafft hätten. Die Getränke bewegen sich im oberen normalen Bereich. Bei den Weinen gibt es eine ordentliche Auswahl, wo jeder etwas finden sollte. Das Ambiente ist gediegen-elegant. Es passt zum leicht gehobenen Standard der Küche. Die bereits erwähnte Sommerterrasse ist geräumig, mit etlichen Tischen. Sie liegt an einer ruhigen Seitenstraße, Verkehrslärm stört hier nicht. Nur Parkplätze sind nicht ganz leicht zu finden. Das Personal haben wir freundlich erlebt. Beim ersten Besuch war man freundlich-distanziert, mit der Betonung auf freundlich. Ostersonntag findet sich sicherlich Laufkundschaft ein, die sonst nicht in der Gegend zu Hause ist. Man kannte uns ja nicht. Beim zweiten Besuch wurden wir von einem älteren Herrn, der offenbar zur Familie gehörte, bedient. Er war freundlich-kumpelhaft und sehr aufmerksam. Er gab sich alle Mühe, uns zu weiteren Besuchen zu animieren. Das hat er erreicht. Wir waren inzwischen öfter im Amera essen und jedes Mal von dem guten Essen angetan. Wir können einen Besuch im Amera empfehlen. Auf das Amera wurde ich durch einen Internet-Eintrag aufmerksam. Die Beiträge bewerteten es großenteils gut, und ich machte mich auf der Website kundig. Der erste Besuch fand an einem Ostersonntag statt. Abends war das Restaurant gut besucht, es fand sich aber noch ein Tisch für uns. Wir mussten nicht lange auf die Karte warten. Dazu wurden ein Schälchen Oliven und Ciabatta serviert. Die Gerichte, von Pasta über Pizza bis hin zu Fleischgerichten, bewegen sich preislich im leicht gehobenen Niveau. Dafür sind die... mehr lesen konnie hat Trattoria Pane e Vino in 12357 Berlin bewertet "Nachdem das Lokal lange geschlossen..." Geschrieben am 24.07.2013 2013-07-24 Nachdem das Lokal lange geschlossen war, wird es vom jetzigen Betreiber seit einigen Jahren erfolgreich bewirtschaftet. Wir sind versuchsweise nach langen Jahren wieder hingegangen. Das italienische Essen hat gehobenes Niveau zu durchschnittlichen bis leicht gehobenen Preisen. Egal ob Pasta, Pizza oder Fleischgerichte - uns hat es bisher immer geschmeckt (Fisch mögen wir nicht besonders, können wir daher nicht beurteilen). Zusätzlich zur Standardkarte gibt es eine monatlich wechselnde Extrakarte. Im Sommer besonders lecker finde ich Scaloppa al Limone – Schweineschnitzel mit Zitronensauce. Das schmeckt an heißen Tagen hervorragend. Einer meiner weiteren Favoriten ist Petti di Pollo alla Senape – Hühnerbrustfilet mit Senfsauce. Und Saltimbocca alla Romana geht immer. An Getränken gibt es Pils und Köstritzer Schwarzbier vom Fass. Dazu die in vielen Restaurants üblichen offenen italienischen Weine sowie eine gute Auswahl an Flaschenweinen. In einer Vitrine sind diverse Grappasorten in unterschiedlichen Preislagen ausgestellt. Es ist empfehlenswert, vor der Bestellung einen Blick auf die Preise zu werfen. Das Ambiente ist gediegen – gemütlich. Es gibt einen separaten Raum für Festlichkeiten sowie eine Raucher-Lounge. Im Sommer kann man im Garten vor dem Haus sitzen. Das Personal ist freundlich. Besonders hervorzuheben ist der Chef des Hauses, der immer äußerst zuvorkommend zu seinen Gästen ist. Einen Besuch können wir empfehlen. Das Lokal liegt eher versteckt an der Stubenrauchstraße. Wer mit dem Pkw anreist, hat es nicht weit bis zur Stadtautobahn-Auffahrt an der Stubenrauchstraße. Eine Haltestelle des M11 befindet sich direkt vor der Tür. Zum U-Bahnhof Zwickauer Damm läuft man ca. 5 Minuten. Nachdem das Lokal lange geschlossen war, wird es vom jetzigen Betreiber seit einigen Jahren erfolgreich bewirtschaftet. Wir sind versuchsweise nach langen Jahren wieder hingegangen. Das italienische Essen hat gehobenes Niveau zu durchschnittlichen bis leicht gehobenen Preisen. Egal ob Pasta, Pizza oder Fleischgerichte - uns hat es bisher immer geschmeckt (Fisch mögen wir nicht besonders, können wir daher nicht beurteilen). Zusätzlich zur Standardkarte gibt es eine monatlich wechselnde Extrakarte. Im Sommer besonders lecker finde ich Scaloppa al Limone – Schweineschnitzel mit Zitronensauce. Das... mehr lesen konnie hat Café & Crêperia in 12357 Berlin bewertet "Ein schönes Café mit einem ungew�..." Geschrieben am 22.07.2013 2013-07-22 Ein schönes Café mit einem ungewöhnlichen Angebot: es gibt Crepes in alles Variationen. Süß mit diversen Füllungen und Eis dazu, oder einige herzhafte Varianten. Außerdem sind Kuchen, Eisbecher und Frühstück erhältlich. Dazu verschiedene Kaffeespezialitäten und Teesorten. Wir haben uns im Lauf der Zeit durch das Angebot probiert und waren von allem angetan. Hauptsächlich werden von uns Crepes bestellt, wir haben auch schon einige Male hier gefrühstückt. Am Wochenende ist eine Reservierung zum Frühstück empfehlenswert. Es gibt eine Gutscheinkarte, in die für jede Tasse Kaffee oder Tee ein Stempel kommt. Ist die Karte nach 10 Stempeln voll, gibt es die 11. Tasse gratis. Die Speisen gibt es auch zum Mitnehmen, bis auf wenige Ausnahmen. Diese sind in der Karte entsprechend gekennzeichnet. Das Personal ist ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Das Ambiente entspricht einem Café und wirkt gemütlich. Die Atmosphäre ist entspannt und familiär. Viele Rudower und weitere Gäste kehren gern hier ein. Die netten Damen sind immer für einen Plausch zu haben. Im Sommer kann man im Garten hinter dem Haus sitzen. Auf den kleinen Parkplatz des Cafés passen höchstens vier Wagen. Weitere Parkplätze finden sich in den anliegenden Straßen. Rollstuhlfahrer gelangen durch den Garten und die Hintertür in das Lokal. Ein schönes Café mit einem ungewöhnlichen Angebot: es gibt Crepes in alles Variationen. Süß mit diversen Füllungen und Eis dazu, oder einige herzhafte Varianten. Außerdem sind Kuchen, Eisbecher und Frühstück erhältlich. Dazu verschiedene Kaffeespezialitäten und Teesorten. Wir haben uns im Lauf der Zeit durch das Angebot probiert und waren von allem angetan. Hauptsächlich werden von uns Crepes bestellt, wir haben auch schon einige Male hier gefrühstückt. Am Wochenende ist eine Reservierung zum Frühstück empfehlenswert. Es gibt eine Gutscheinkarte, in die für jede... mehr lesen Café & Crêperia Dieses Profil wurde 30350x aufgerufen. konnie hat 183 Bewertungen mit einer Durschnittsbewertung von 3.9 Sternen geschrieben. konnie hat am 01.Jan Geburtstag 1.125 Punkte 1.025 Punkte 43.934 Punkte 1.075 Punkte
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Kaffee Archive – Dietrich Identity - Markenberatung, Strategie, Corporate Identity, München DID Team Warum DID DID Story DID Jobs Markenchecklisten Markenworkshops Lehrgang Branding Marke, Meinung, Wissensartikel Verriss einer zwielichtigen Marke – STARBUCKS Seien wir mal ehrlich, mit diesem Blog-Artikel werde ich mich bei Vielen nicht gerade beliebt machen. Aber darum geht es in diesem Fall nicht. Die mit dem Friedenspreis ausgezeichnete Carolin Emcke sprach letztens treffend in einem Podcast des… https://www.dietrichid.com/wp-content/uploads/2019/12/garbage-heap-354510_960_720.jpg 640 960 Johanna Schubert https://www.dietrichid.com/wp-content/uploads/2019/05/DID_Logo_rot_einzeln_283x142_150.jpg Johanna Schubert2019-12-04 09:22:082019-12-04 09:21:40Verriss einer zwielichtigen Marke – STARBUCKS © Copyright - Strategie, Corporate Identity, Markenberatung München - Dietrich Identity GmbH 2020 Marken und Corporate Identity Glossar Cookies selbst auswählen Wird von unserem Anti-Spam-System verwendet, um zu überprüfen, ob JavaScript im Browser verfügbar ist, um zu überprüfen, ob Cookies im Browser aktiviert sind, und um Datums- und Zeitdaten zu speichern sowie um Spam in Kommentaren und anderen Bereichen des Blogs zu minimieren. ct_*, apbct_*, abpct_* google-analytics.com, google-tagmanager.com, google.com, www.dietrichid.com Userlike LiveChat Bereitstellung der Live-Chat-Funktion auf der Website. Die nowendigen Scripte werden von Userlike-Servern geladen. amazonaws.com, api.userlike.com, dietrichid.com, userlike.com uslk_*, _uslk_* Browser-Session
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Kategorie: NewsletterFoto: skeddy, nycNumberland Technology NewsOktober 2012Newsletterarchiv InhaltVorträge und Exkursionen13 neue Anfragen09 neue Angebotekein neues StellenangebotMessen - 10/12 - 12/12Konferenzen 10/12 - 12/12Numberland intern Vorträge und Exkursionen In diesem Newsletter finden Sie Hinweise auf:Mobilität der Zukunft - Die Rolle der Kunststoffe - 06.11. - 07.11.2012, Würzburg, Germany5. Bayerischer Werkstoffabend, 14.11.2012, BZKG, Bayreuth29th International conference of the Polymer Processing Society, Nürnberg, 15-19 JULY 2013 Vortrag des Monats Vortrag des Monats NovemberDie Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern GmbH und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) - Bezirksgruppe Bayreuth - laden herzlich zum "Vortrag des Monats November" ins Kompetenzzentrum in 95448 Bayreuth, Gottlieb-Keim-Str. 60 ein.Titel:Ressourceneffizienz – Kostensenkung mit werkstofftechnischen Lösungen.Ort und Datum:Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern GmbH, Gottlieb-Keim-Strasse 60, 95448 Bayreuth, 06. November 2012, 18:30 Uhr. Der Referent steht im Anschluss des Vortrags für Fragen zur Verfügung.Teilnahmebedingungen:Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten aus organisatorischen Gründen um eine formlose Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!l.Referent:Dr.-Ing. Uwe Diekmann, geschäftsführender Gesellschafter der Metatech GmbH, Karmen.Zusammenfassung:Die Kosten für Material und Energie steigen. Als Folge werden die Substitution und Optimierung von Werkstofftechnologien zunehmend interessant für Unternehmen. Dies gilt auch für bekannte metallische Werkstoffe, wie Stahl und Aluminium in klassischen Anwendungen.Ausgehend von Potenzialanalysen für Material- und Energieeffizienz werden auch für Verbes-serungen an Produkten und Prozessen zunehmend Simulationssysteme, z.B. für die Erstarrungs-, Umform- und Wärmebehandlungssimulation eingesetzt. Entscheidend für die Qualität der Aussagen hieraus sind allerdings vielfach die zugrundeliegenden Werkstoffdaten. Werk-stoffdatenbanken und Werkstoffsimulationssysteme gewinnen daher an Bedeutung.Anhand von Beispielen der Metallverarbeitung wird im Rahmen des Vortrags gezeigt, wie Werk-stoffdatensysteme in der industriellen Praxis eingesetzt werden können. Die Ressourceneffizienz kann durch gezielte Werkstoff- und Prozessanpassung verbessert werden, z.B. durch Einsparung teurer Legierungselemente und durch Vermeidung von Ausschuss und Nacharbeit in der Produktion.Über den Referenten:Dr. Uwe Diekmann studierte und promovierte im Fachgebiet Maschinenbau/Werkstofftechnik an der Universität Hannover. Am Forschungszentrum Jülich arbeitete er an Werkstoff- und Fügetechniken im Bereich Energietechnik (Brennstoffzellen, Kraftwerkstechnik). Entwicklung und Verarbeitung hochfester Stahlwerkstoffe mit Schwerpunkt auf den Einsatz im Automobil war sein Tätigkeitsschwerpunkt als Innovationsmanager bei Benteler, Paderborn. Seit 2008 ist geschäftsführender Gesellschafter der Metatech GmbH, die sich als technisches Beratungshaus auf die Themen Ressourceneffizienz und Werkstoffdatensysteme fokussiert.Wir würden uns freuen, wenn Sie sich bei Interesse den oben genannten Termin freihalten, und uns im Kompetenzzentrum in Bayreuth besuchen. Weitere Informationen:Neue Materialien Bayreuth GmbH VDI-Bezirksgruppe BayreuthStefan Kollböck c/o Numberland - Dr. Wolfgang GrondGottlieb-Keim-Straße 60 Lohfeld 2095448 Bayreuth 95326 KulmbachTel.: +49 (0)921 507 36 0 Tel.: +49 (0)9221 6919131E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Haben Sie Interesse, selbst einen Vortrag zu halten?Sofern Sie selbst Interesse haben, einen Vortrag aus dem breiten Gebiet der (angewandten) Werkstofftechnik zu halten, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung. Die nächsten freien Vortragstermine sind: 02.04.2013. MinistergrußwortKlimaerwärmung, wachsender Energiebedarf bei gleichzeitiger Ressourcenverknappung und die fortschreitende Motorisierung der bevölkerungsreichen Schwellenländer stellen die Gestaltung von Mobilität und Transport vor große Herausforderungen. Auch im Verkehrssektor kann der CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden. Derzeit entfallen in Bayern rund ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen auf den Verkehrsbereich. Eine wesentliche Aufgabe ist daher, den Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen deutlich zu senken.Die Bayerische Staatsregierung hat bereits im Mai 2009 die Zukunftsoffensive "Elektromobilität verbindet Bayern" gestartet, mit dem Ziel, die Elektromobilität als zukunftsweisende und umweltfreundliche Technologie voranzubringen und den Standort Bayern zum Vorreiter bei der Elektromobilität zu machen. Die Industrie arbeitet gemeinsam mit der Wissenschaft mit Hochdruck an der Entwicklung alternativer Antriebstechnologien und der Einführung von Elektrofahrzeugen. Einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität leisten dabei neue Werkstoffe, insbesondere Kunststoffe, wie sie im Süddeutschen Kunststoff Zentrum SKZ entwickelt und geprüft werden.Der Freistaat Bayern sieht in der Entwicklung von neuen und klimafreundlichen Werkstoffen große Chancen und Potenziale für neue Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand. Ich habe deshalb gerne die Schirmherrschaft über das Forum „Mobilität der Zukunft – Die Rolle der Kunststoffe “ übernommen und wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine erfolgreiche Veranstaltung!Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie,Stellvertretender Ministerpräsident des Freistaates Bayern Weiterlesen und Anmeldung Weiterlesen und Anmeldung 29th International Conference of the Polymer Processing SocietyThe Polymer Processing Society was founded with the intention to foster advancement and innovation in science, technology and engineering of polymer processing. The Annual Meeting is held to establish a discussion forum for the worldwide community of engineers and scientists in the field.The 29th Annual Meeting of the Polymer Processing Society (PPS-29) will be organized in Germany. The PPS-29 provides the- matic range for learning and exchanging of new research results covering conventional processing technologies, rheology, process modeling and simulation, morphology and structure development and nanotechnology related processing technology.The meeting will be enhanced by an exhibition and a social program presenting a typical Bavarian atmosphere. Read more ... Numberland intern Wir sind am 06.11. - 07.11. auf der Veranstaltung "Mobilität der Zukunft - Die Rolle der Kunststoffe" in WürzburgWir sind am 14.11. auf der Veranstaltung "5. Bayerischer Werkstoffabend" in BayreuthDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Bewerben Sie Ihre Werkstofftagung auf unserer Website oder/und in unserem Newsletter Numberland erreicht mit Newsletter und Website jeden Monat tausende Personen mit Interesse an Werkstoffforschung bzw. Werkstoffverarbeitung - nicht nur in Deutschland.Entsprechend den bei uns publizierten Anfragen und Angeboten zu Werkstoffen, deren Herstellungs- und Analytikverfahren aus den Bereichen Glas, Optik+Photonik, Halbleitertechnik, technische Keramik, Metalle, Polymere und technische Textilien erreichen wir Besucher, die sich für diese Werkstoffe interessieren. Die Anwendungsgebiete dazu sind sehr vielfältig, und umfassen:Aktorik + Sensorikinstrumentelle Analytik + MesstechnikBiomaterialienInformationstechnik (erzeugen, umwandeln, transportieren, verarbeiten und speichern von Informationen)Energietechnik (erzeugen, umwandeln, transportieren, speichern, sparen, dämmen von Energie)FertigungstechnikKatalyseMechanik (z. B. Formgedächtnis, Hochtemperaturbeständigkeit, Leichtbau, Mikrotechnik, Selbstheilung, Tribologie, Verbund)Oberflächentechnik (z. B. Barrieretechnik, Biomedizin, Dekoration, Oberflächenschutz, Tribologie)Gerne bieten wir auch Ihnen die Möglichkeit, Ihre Werstoffveranstaltung mit unserer Hilfe einem größeren Puiblikum bekannt zu machen. Wir können Ihnen - sowohl für den Newsletter - als auch für die Publikation auf der Website - attraktive Konditionen bieten! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Neue StellenVertriebs- und Marketingleiter / Geschäftsführung Marketing und VertriebDipl.-Ing. Allgemeiner Maschinenbau mit ausgeprägtem unternehmerischem Denken sucht neue Herausforderung in leitender Position. Ich biete weitreichende Kenntnisse in den Bereichen Hochleistungskeramik, Porzellan, Textilien und Kunststoff sowie langjährige Erfahrung im internationaler Maschinen- und Anlagenbau sowie der Zulieferindustrie.Know-How Profil:Aufbau, Reorganisation, Steuerung und Effizienzsteigerung von internationalen Vertriebsorganisationen (bis zu 10 Auslandstochtergesellschaften und ca. 70 Handelsvertretungen),Leitung von Vertriebs- und Servicegesellschaften in Russland, Amerika, Asien und EuropaVertriebsleitung, Aufbau von Exportmärkten, Key-Account Management, Einführung von CRM und Reporting Tools, Budgetierung und -controlling, Umsatz- und ErgebnisverantwortungDurchführung von Marktstudien und Wettbewerbsanalysen, Portfolioanalysen, Benchmarking, SWAT-Analysen, Produkt Lebenszyklus Management, Strategieentwicklung und -umsetzungBusiness Development, Produktentwicklung, Bedarfsanalyse, Konzeption von Markteintrittsstrategien, Festlegung von Kommunikationsstrategien, Produkt Roll-outCI-Entwicklung und -Einführung (Print, Web, Film), Konzeption, Organisation und Durchführung von internationalen Messen, Schulungen ,Vertriebs und VertretertagungenAusgeprägte interkulturelle Kompetenz mit Erfahrungsschwerpunkten Europa, Russland, Südostasien, Indien, Australien und Nord- und MittelamerikaHohes Integrationsvermögen bei interdisziplinären Teams, Schnittstellenfunktion zwischen unterschiedlichen Unternehmens- und Funktionsbereichen, Entscheidungsstark mit ausgleichender Wirkung bei InteressenskonfliktenFührungsstil geprägt durch Klarheit, Fairness und ein hohes Maß an Integrität, auch in kritischen Situationen, Personalverantwortung (disziplinarisch bis zu 20 Personen)Karriereziel:Leitende Position im Marketing, Vertrieb oder Business Development in einem dynamischen Unternehmen mit begeisterungsfähigen Produkten und gutem Wachstumspotential, gerne mit internationaler Ausrichtung.Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über den Newsletter Numberland unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. AnfragenBedrucken von PVA-FolienBrechzahlbestimmung in dicken PolymerfolienVerbesserung thermischer SolarkollektorenChemisches Abtragen von EdelstahlgussteilenMikrofluidische BauteileVollständig biologisch abbaubare VerpackungsfolieBedrucken von 2.5D und 3D OberflächenNichtinvasive GlukosebestimmungGuss von Titan- und KobaltlegierungenElektrochrome Polymerfolien(Katalytische) Umwandlung von MethanolEntwicklungspartner für die ThermophotovoltaikPolymerbeutel für die Abfüllung von MineralwasserDetails zu diesen und weiteren Anfragen finden Sie hier und auf unserer Website in der Rubrik "Anfragen". Sollte eine der hier publizierten Lösungen genau auf Ihr aktuelles Projekt passen, wenden Sie sich bitte unter Angabe der ID an uns.AngeboteInterferometrische OberflächenmessungPU Schaum Herstellung ohne AcrylonitrilNano-Luftfilter für PKWsGleitmittel für den Einsatz in der LebensmitteltechnologieBiotechnologische Modifikation von ZellulosesubstratenRecycling Seltener Erden aus Fluoreszenzlampen und KathodenstrahlröhrenInnovative Klebetechnologie für Naturfasern, Papier und KartonBlendschutz für AutomobilscheinwerferNeuartiges Draht-Handlingsystem für die FederherstellungDetails zu diesen und weiteren Angeboten finden Sie hier und auf unserer Website in der Rubrik "Angebote". Sollte eine der hier publizierten Lösungen genau auf Ihr aktuelles Projekt passen, wenden Sie sich bitte unter Angabe der ID an uns. Messen29.09.-14.10.2012: Mondial de l'Automobile - Internationaler Automobilsalon, Paris, FR01.10.-03.10.2012: Light Middle East - The International Trade Fair - Urban, Architectural and Retail Lighting Solutions, Dubai, AE01.10.-03.10.2012: PLME - Private Label Middle East - Private Label and Contract Manufacturing Exhibition for the Middle East, Dubai, AE02.10.-04.10.2012: Aerospace Testing / Aircraft Interiors, Moskau, RU02.10.-04.10.2012: Eurocoat, Barcelona, ES02.10.-04.10.2012: Hospital - Internationale Medizintechnologiemesse, St. Petersburg, RU02.10.-04.10.2012: Salon Industriel de Quebec, Quebec City, CA02.10.-04.10.2012: TOOLEX - Int. Fair of Machine Tools, Tools and Processing Technology, Sosnowiec, PL02.10.-05.10.2012: MERCOPAR - Subcontracting and Industrial Integration Fair, Caxias do Sul, BR02.10.-05.10.2012: TOKYO PACK - International Packaging Exhibition, Tokyo, JP02.10.-06.10.2012: BI-MU - Fachmesse für Metallverarbeitungsmaschinen, Robotik, Automation und Technologien, Mailand, IT02.10.-06.10.2012: CEATEC Japan, Chiba/Tokyo, JP02.10.-06.10.2012: SFORTEC - Messe für die Zulieferindustrie, Mailand, IT03.10.-05.10.2012: POWER-GEN Asia - The Global Power Generation Exhibition & Conference, Bangkok, TH03.10.-05.10.2012: PV TAIWAN - Taiwan Int. Photovoltaic Forum & Exhibition, Taipei, TW03.10.-05.10.2012: UZMEDEXPO - International Exhibition for Healthcare, Taschkent, UZ04.10.-06.10.2012: INDIA CHEM - International Exhibition & Conference on Chemicals, Petrochemicals & Pharmaceuticals, Mumbai (Bombay), IN04.10.-06.10.2012: METALEX Vietnam - International Machine Tools and Metalworking Technology Exhibition, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN04.10.-06.10.2012: NEPCON Vietnam, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN04.10.-07.10.2012: Electrotec & Lighting Salon, Athen, GR05.10.-07.10.2012: AUTOSALON/AUTOSERWIS - Internationale Automesse, Kattowitz, PL05.10.-07.10.2012: Helitech Portugal, Estoril, PT05.10.-07.10.2012: KLIMAHOUSE UMBRIA - Internationale Kongressmesse für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen, Bastia Umbra, IT05.10.-07.10.2012: MediTec Clinika - Fachmesse für Medizintechnik, Bangalore, IN05.10.-08.10.2012: Light INDIA, New Delhi, IN07.10.-10.10.2012: ATCE - SPE Annual Technical Conference and Exhibition, San Antonio, US07.10.-11.10.2012: POLAGRA TECH - International Trade Fair of Food Processing Technologies, Posen, PL08.10.-10.10.2012: Power + Water Middle East, Abu Dhabi, AE08.10.-10.10.2012: SPE ATCE - Society of Petroleum Engineers Annual Technical Conference and Exhibition, San Antonio, US08.10.-11.10.2012: MOTEK - Die internationale Fachmesse für Montage-, Handhabungstechnik und Automation, Stuttgart08.10.-11.10.2012: POLAGRA-FOOD - Internationale Fachmesse für die Lebensmittelindustrie, Posen, PL08.10.-11.10.2012: TAROPAK - Internationale Ausstellung für Verpackungstechnik und Logistik, Posen, PL08.10.-12.10.2012: AGROPRODMASH - Internationale Fachmesse für die Lebensmittelverarbeitung und -verpackung, Moskau, RU09.10.-11.10.2012: ALUMINIUM - Weltmesse & Kongress, Düsseldorf09.10.-11.10.2012: Chillventa - Internationale Fachmesse für Kälte, Raumluft, Wärmepumpen, Nürnberg09.10.-11.10.2012: COATING - Paint & Powder Coating Technologies, St. Louis, US09.10.-11.10.2012: COMPOSITES EUROPE - Europäische Fachmesse & Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen, Düsseldorf09.10.-11.10.2012: CPhI Worldwide & ICSE & InnoPack & P-MEC - International Exhibition and Conference on Pharmaceutical Ingredients and packaging Industry, Madrid, ES09.10.-11.10.2012: Foodtech - Foodtech Trade Exhibition, Auckland, NZ09.10.-11.10.2012: PACKTECH - Packaging Trade Exhibition, Auckland, NZ09.10.-12.10.2012: Industrial Show - Internationale Maschinenbaumesse, Samara, RU09.10.-12.10.2012: Sibzdravookhranenie - Siberian Health Care - Internationale Ausstellung für Medizin, Medizintechnik und Pharmazeutika, Irkutsk, RU09.10.-12.10.2012: TAITRONICS - Taipei International Electronics Show, Taipei, TW09.10.-12.10.2012: TIGIS - Taiwan International Green Industry Show, Taipei, TW09.10.-14.10.2012: Japan International Aerospace Exhibition, Yokohama, JP10.10.-11.10.2012: All-Energy Australia, Melbourne, AU10.10.-12.10.2012: BEXasia - Build Eco Xpo Asia - Southeast Asia's Building Exhibition for an Eco-Friendly Future, Singapur, SG10.10.-12.10.2012: BioJapan - Internationale Fachmesse für Biotechnologien, Yokohama, JP10.10.-12.10.2012: Health Care - Fachmesse für medizinische und Krankenhausausrüstung, Brüssel, BE10.10.-12.10.2012: Tool Japan - International Hardware & Tools Fair, Chiba/Tokyo, JP10.10.-13.10.2012: EXPOPHARM - Internationale pharmazeutische Fachmesse, München10.10.-13.10.2012: I Saloni WorldWide Moscow, Moskau, RU10.10.-13.10.2012: IGEM - International Greentech & Eco Products Exhibition & Conference Malaysia, Kuala Lumpur, MY10.10.-13.10.2012: KES - Korea Electronics Show, Goyang/Seoul, KR10.10.-13.10.2012: NACE - International Autobody Congress & Exposition, New Orleans, US10.10.-13.10.2012: Plastics and Rubber Indonesia, Jakarta, ID10.10.-13.10.2012: PROPAK Indonesia - International Food Processing and Packaging Machinery and Materials Exhibition, Jakarta, ID12.10.-13.10.2012: Medifest - Medical and Healthcare Exhibition, New Delhi, IN12.10.-15.10.2012: CSF Electronics & Components - China Sourcing Fair: Electronics & Components, Hongkong/SVR, CN13.10.-16.10.2012: electronicAsia - International Trade Fair for Components, Assemblies and Display Technologies, Hongkong/SVR, CN13.10.-16.10.2012: HKTDC Hong Kong Electronics Fair - Autumn Edition, Hongkong/SVR, CN14.10.-16.10.2012: Abu Dhabi Medical Congress/Pharma, Abu Dhabi, AE14.10.-16.10.2012: Pharma (Part of Abu Dhabi Medical Congress) - Internationale Fachmesse für pharmazeutische Produkte, Ausrüstung und Dienstleistung, Abu Dhabi, AE14.10.-17.10.2012: Can WEA - Candian Wind Energy Association's Annual Conference and Trade Show, Toronto, CA14.10.-17.10.2012: Petrotech - International Petroleum Conference and Exhibition, New Delhi, IN14.10.-18.10.2012: AAPS - American Association of Pharmaceutical Science Annual Meeting & Exposition, Chicago, US15.10.-17.10.2012: AMB China - China Metal Working & Forming Exhibition, Nanjing, CN15.10.-17.10.2012: Green Middle East, Sharjah, AE15.10.-17.10.2012: WSG - World Shale Gas Conference & Exhibition, Houston, US15.10.-19.10.2012: CIEF Phase 1 - China Import and Export Fair Phase 1, Kanton, CN16.10.-18.10.2012: analyticaChina - Internationale Fachmesse für Labortechnik, Analytik, Biotechnologie und Diagnostik, Shanghai, CN16.10.-18.10.2012: BIG Ural Construction Complex - inkl. Deutscher Gemeinschaftsstand 'AquaClimaTherm' - Sonderschau für Wasser-, Klima- und Heizungstechnik & Erneuerbare Energien, Jekaterinburg, RU16.10.-18.10.2012: BLACH-TECH-EXPO - Trade Fair for Sheet Metal Processing, Joining & Coating, Krakau, PL16.10.-18.10.2012: China Wind Power - International Exhibition & Conference, Peking, CN16.10.-18.10.2012: Convergence - Vehicle Electronics Converging on Real Costumer Needs, Detroit, US16.10.-18.10.2012: EUROTOOL (Intertool) - International Trade Fair of Machine Tools, Tools, Devices and Equipment for Material Processing, Krakau, PL16.10.-18.10.2012: ExpoWELDING - International Welding Fair, Sosnowiec, PL16.10.-18.10.2012: IEW - International Energy Week, Kuching, MY16.10.-18.10.2012: ILOPE - International Lasers, Optoelectronics and Photonics Exhibition, Peking, CN16.10.-18.10.2012: InterBev - Trade Show & Conference, Las Vegas, US16.10.-18.10.2012: MAINTAIN - Internationale Fachmesse für industrielle Instandhaltung, München16.10.-18.10.2012: Medtrade - Global Medical Products Trade Show, Atlanta, US16.10.-18.10.2012: Permian Basin International Oil Show, Odessa (TX), US16.10.-18.10.2012: PLASTO ISPACK - International Exhibition for Plastics, Rubber & Packaging, Tel Aviv, IL16.10.-18.10.2012: SPE Russian Oil & Gas - Technical Conference and Exhibition, Moskau, RU16.10.-19.10.2012: Energy-Saving.TechMachExpo, Irkutsk, RU16.10.-19.10.2012: ISSA/Interclean North America - The One Show for the Cleaning Industry, Chicago, US16.10.-19.10.2012: KIMEX - Korea International Machinery Expo, Changwon, KR16.10.-19.10.2012: MEDICAL FAIR BRNO/Rehaprotex - Internationale Fachmesse für Medizintechnik, Rehabilitation und Gesundheit, Brünn, CZ16.10.-19.10.2012: SIF - Siberian Industrial Fair (SibPolyTech), Nowosibirsk, RU16.10.-20.10.2012: Fakuma - Die internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung, Friedrichshafen17.10.-18.10.2012: CEP® Clean Energy & Passive House EXPO - International Exhibition and Conference for Energy Efficient and Intelligent Buildings, Budapest, HU17.10.-19.10.2012: belektro - Fachmesse für Elektrotechnik, Elektronik und Licht, Berlin17.10.-19.10.2012: Health Industry.Kazan (formerly Volgazdravexpo) - Internationale Medizinfachmesse, Kazan, RU17.10.-19.10.2012: IPB - International Powder/Bulk Conference & Exhibition, Shanghai, CN17.10.-19.10.2012: Vacuum Show - Internationale Fachmesse für Vakuumtechnik, Tokyo, JP17.10.-20.10.2012: Aqua-Therm Baku - International Exhibition for Heating, Ventilation, Air-Conditioning, Water Supply, Sanitary and Environmental Technology, Baku, AZ17.10.-28.10.2012: S.A. Salao do Automovel - Fachmesse für die Automobilbranche, Sao Paulo, BR18.10.-20.10.2012: ADA - American Dental Association Annual Session, San Francisco, US18.10.-20.10.2012: CIPEE - China International Petroleum and Petrochemical Equipment & Technology Exhibition, Dongying, CN18.10.-20.10.2012: Dental World, Budapest, HU18.10.-20.10.2012: INTERNATIONAL EXPODENTAL - Internationale Ausstellung für Ausrüstungen und Materialien der Zahnheilkunde und Zahntechnik, Mailand, IT18.10.-21.10.2012: CMEF Autumn - Fachmesse für medizinische Geräte, Chengdu, CN18.10.-21.10.2012: eMEX, Suzhou, CN18.10.-21.10.2012: MIF - Macao International Trade & Investment Fair, Macau/SVR, CN18.10.-22.10.2012: CeramBath - China Int. Ceramic & Sanitaryware Fair Foshan, Foshan, CN19.10.-21.10.2012: LDI - Live Design International, Las Vegas, US19.10.-21.10.2012: Tbilisi Auto Show/Caucasus AutoShow - International Specialized Fair of Automobiles, Auto Business, Spare Parts, Auto-cosmetics, Tiflis, GE19.10.-28.10.2012: AIMS Sydney - Australian International Motor Show, Sydney, AU19.10.-31.10.2012: HYDRO - Internationales Symposium und technische Ausstellung für Wasserkraft, Bilbao, ES21.10.-25.10.2012: IN-FOOD - Food Industry Exhibition & Conference, Paris, FR21.10.-25.10.2012: IPA - Internationale Fachmesse der Lebensmittel-Verfahrenstechnik, Paris, FR22.10.-24.10.2012: Cinte Techtextil China - International Trade Fair for Technical Textiles and Nonwovens, Shanghai, CN22.10.-24.10.2012: Yarn Expo Autumn - China International Trade Fair for Fibres and Yarns, Shanghai, CN23.10.-25.10.2012: CiEN - Carrefour de l'Électronique - The Exhibition of Components, Production, Manufacturing and Testing, Paris, FR23.10.-25.10.2012: eCarTec / MATERIALICA / sMove 360° - Int. Leitmesse für Elektromobilität/Int. Fachmesse für Werkstoffanwendungen, Oberflächen u. Product Engineering/Int. Fachmesse für Smart Car Communications, München23.10.-25.10.2012: Expobioenergía - Technologiemesse für die energetische Nutzung von Biomasse, Valladolid, ES23.10.-25.10.2012: MESURExpoVISION - The Exhibition of Measurement, Instrumentation and Vision, Paris, FR23.10.-25.10.2012: OPTO, Paris, FR23.10.-25.10.2012: Testing Expo - Automotive Testing Expo North America, Novi, US23.10.-26.10.2012: FERREMAD - Fachmesse für Eisenwaren, Heimwerkerbedarf und Industrielieferungen, Madrid, ES23.10.-26.10.2012: glasstec - International Trade Fair for glass production, processing and products (with solarpeq - International Trade Fair for Solar Production Equipment), Düsseldorf23.10.-26.10.2012: ICA - International Chemical Assembly, Moskau, RU23.10.-26.10.2012: MATELEC - Internationale Messe für elektrische und elektronische Ausrüstungen, Madrid, ES23.10.-26.10.2012: OIL.GAS.CHEMISTRY - International Exh. of Technologies and Equipment for Oil, Gas and Chemical Industries, Perm, RU23.10.-26.10.2012: Plastics Industry Show, Moskau, RU23.10.-26.10.2012: SCANPACK - Skandinavische Verpackungs-Fachmesse, Göteborg, SE23.10.-26.10.2012: SHIPTEC CHINA (formerly SHIPORT CHINA) - International Ship Building, Port and Marine Technology and Transportation Equipment Exhibition, Dalian, CN23.10.-26.10.2012: WELDEX (ROSWELD) - Internationale Fachmesse für Schweisstechnologien, Ausrüstungen, Werkzeuge und Zubehör, Moskau, RU23.10.-27.10.2012: CIEF Phase 2 - China Import and Export Fair Phase 2, Kanton, CN23.10.-27.10.2012: EuroBLECH - Internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung, Hannover23.10.-31.10.2012: Manufacturing & Automation Expo (SCANDINAVIAN TECHNICAL FAIR) - Internationale Technische Messe, Stockholm, SE24.10.-26.10.2012: AUTOMATION (im Rahmen des Industrieforums), St. Petersburg, RU24.10.-26.10.2012: WBT Showcase - New Technologies and Innovations, San Diego, US24.10.-27.10.2012: DenTech China - International Exhibition for the Dental Industry, Shanghai, CN24.10.-27.10.2012: Vietnam International Energy & Electricity Technology Expo, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN24.10.-27.10.2012: VietnamPlas - Vietnam International Plastic & Rubber Industry Exhibition, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN24.10.-27.10.2012: VnFoodtech - Vietnam International Food Processing Machinery Exhibition, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN24.10.-27.10.2012: VnPackPrint - Packaging & Printing - Vietnam International Packaging & Printing Industry Exhibition, Ho-Chi-Minh-Stadt, VN26.10.-28.10.2012: CIAPE - China International Auto Parts Expo, Peking, CN26.10.-28.10.2012: énergivie - Fachmesse und Kongress für Niedrigenergie-Gebäudetechnik, Mulhouse, FR27.10.-29.10.2012: Hong Kong International Building and Decoration Materials & Hardware Fair, Hongkong/SVR, CN27.10.-29.10.2012: PMA Fresh Summit - Produce Marketing Association Fresh Summit International Convention & Exposition, Anaheim, US27.10.-30.10.2012: Eco Expo Asia - International Trade Fair on Environmental Protection, Hongkong/SVR, CN27.10.-30.10.2012: HKTDC Hong Kong International Lighting Fair (Autumn Edition), Hongkong/SVR, CN28.10.-31.10.2012: PACK EXPO International - the World of Packaging Technology, Chicago, US29.10.-02.11.2012: Smart City Week (formerly Green Device), Yokohama, JP30.10.-01.11.2012: AAPEX - Automotive Aftermarket Products Expo, Las Vegas, US30.10.-01.11.2012: BIO Tech Fair - International Fair on Bioenergy and Biodiesel Technology, Sao Paulo, BR30.10.-01.11.2012: DentalExpo St. Petersburg, St. Petersburg, RU30.10.-01.11.2012: India Essen Welding & Cutting - Internationale Fachmesse Fügen, Trennen, Beschichten, incl. Tube India International & Metallurgy India, incl. Wire & Cable India, Mumbai (Bombay), IN30.10.-01.11.2012: NBAA - National Business Aviation Association Annual Meeting and Convention, Orlando, US30.10.-01.11.2012: Power Kazakhstan - Kazakhstan Int. Power and Lighting Exhibition and Conference, Almaty, KZ30.10.-01.11.2012: Tube India International & Metallurgy India, Mumbai (Bombay), IN30.10.-01.11.2012: Wire & Cable India, Mumbai (Bombay), IN30.10.-02.11.2012: AusBiotech - Australia's Biotechnology Conference & Exhibition, Melbourne, AU30.10.-02.11.2012: SibLogistics - Int. exh. for transport, logistic services, warehouses new technologies & equipment, loading & unloading machinery, services of transportation Carrier, Nowosibirsk, RU30.10.-02.11.2012: SibPack.PLASTEX.InterFood/FoodTech Novosibirsk - International Specialised Exhibition of Packages, Tare, Label, Equipment. Design and Polygraphy in Packaging Industry. Food, Drinks & Ingredients Industry, Nowosibirsk, RU30.10.-31.10.2012: Carbon Forum Asia - Carbon Market Trade Fair and Conference, Bangkok, TH31.10.-02.11.2012: FPD International - Exhibition & Convention on Flat Panel Displays, Yokohama, JP31.10.-04.11.2012: CIEF Phase 3 - China Import and Export Fair Phase 3, Kanton, CN01.11.-03.11.2012: BelarusDent - Internationale Dentalfachmesse & Konferenz, Minsk, BY01.11.-04.11.2012: ENERGY-PHOTOVOLTAIC - Photovoltaic Systems - Renewable Energy Sources - Management and Saving Energy, Athen, GR01.11.-06.11.2012: JIMTOF - Japan International Machine Tool Fair, Tokyo, JP02.11.-04.11.2012: India Lab Expo, Hyderabad, IN02.11.-04.11.2012: International Dushanbe Industry & Trade Exhibition, Duschanbe, TJ02.11.-04.11.2012: UMEX - Used Machinery Expo, Mumbai (Bombay), IN03.11.-07.11.2012: American Heart Association Scientific Sessions, Los Angeles, US04.11.-06.11.2012: China Mining Congress & Expo, Tianjin, CN05.11.-08.11.2012: FCS&E - Fuel Cell Seminar & Exposition, Uncasville, US06.11.-08.11.2012: Bouw Compleet - Baumesse Venray, Venray, NL06.11.-08.11.2012: Constru India - Fachmesse fuer Bauingenieurwesen, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: Cryogen-Expo - Messe fuer Kaeltetechnik, Moskau, RU06.11.-08.11.2012: Cryogen-Expo - Messe für Kültetechnik, Moskau, RU06.11.-08.11.2012: drink technology India - International trade fair for beverage and liquid food technology, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: Dubai Air Medical & Rescue Show, Dubai, AE06.11.-08.11.2012: FEIPLAR + FEIPUR - International Exhibition and Conference on Composites, Polyurethane and Engineering Plastics, Sao Paulo, BR06.11.-08.11.2012: FIMAI E SIMAI (Environment Brazil) - Internationale Fachmesse fuer Umwelttechnik und Nachhaltigkeit, Sao Paulo, BR06.11.-08.11.2012: International PackTech India - International Exhibition and Conference for the Packaging and Processing Industry, incl., drink technology India, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: Intersolar India, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: ISA - Brazil Automation, Sao Paulo, BR06.11.-08.11.2012: Power India - Energiemesse, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: Renewtech India, Mumbai (Bombay), IN06.11.-08.11.2012: SCANAUTOMATIC - Internationale Messe fuer Hydraulik, Pneumatik, Elektronik, Transmissionstechnik und Regeltechnik, Goeteborg, SE06.11.-08.11.2012: VIETWATER - International Water, Wastewater & Recycling Technology Expo, Hanoi, VN06.11.-09.11.2012: AQUA Ukraine - Internationales Wasser Forum, Kiew, UA06.11.-09.11.2012: ELMIA SUBCONTRACTOR - Internationale Fachmesse fuer Zulieferer, Joenkoeping, SE06.11.-09.11.2012: Energy Efficiency Specialized Exhibition, Kiew, UA06.11.-09.11.2012: INTERLIGHT MOSCOW powered by Light+Building - Internationale Fachmesse fuer dekorative & technische Beleuchtung und Gebaeudeautomation, Moskau, RU06.11.-09.11.2012: MIDEST - Internationale Zulieferfachmesse fuer industrielle Massarbeit, Paris, FR06.11.-09.11.2012: MITEX - Moscow International Tool Expo, Moskau, RU06.11.-10.11.2012: Industrial Automation Show - Int. Exhibition for Production and Process Automation, Electrical Systems, Robotics, Industrial Automation IT & Software and Microsystems Technology, Shanghai, CN06.11.-10.11.2012: MWCS Metalworking and CNC Machine Tool Show - International Exhibition for Machine Tools, Sheet Metal, Pipe & Tubes Production, Mould & Die Construction, Tools, Shanghai, CN07.11.-09.11.2012: Exporail - Fachmesse fuer Bahnausstattung, Systeme und Dienstleistungen, Moskau, RU07.11.-09.11.2012: FMB - Zuliefermesse Maschinenbau, Bad Salzuflen07.11.-09.11.2012: Greenergy Expo and Enersolar+ - Renewable Energy Exhibition inclusive Biogas, Enerlegno, Hydro Energy, Europellets, Cogenexpo, Geothermia, Energy Market, Mailand, IT07.11.-09.11.2012: HKTDC Hong Kong Optical Fair, Hongkong/SVR, CN07.11.-09.11.2012: HTE - Hi.Tech.Expo, Mailand, IT07.11.-09.11.2012: IFAI Expo - Industrial Fabric Association International, Boston, US07.11.-09.11.2012: Interphex China/API China - The Specialised Show for Pharmaceutical Packaging and Processing Machinery, Xiamen, CN07.11.-09.11.2012: Lift - International Exhibition of elevators, components, accessories trade publications and services, Mailand, IT07.11.-09.11.2012: Renewable Energy India Expo (Solar Tech India) - International Exhibition & Conference, New Delhi, IN07.11.-09.11.2012: RENEXPOü Poland - International Energy Trade Fair, Warschau, PL07.11.-09.11.2012: SIMEXPO - Int. Fachmesse fuer Labortechnik, Instrumente und Ausruestung zur wissenschaftlichen Forschung, Moskau, RU07.11.-10.11.2012: DENTA - Internationale Ausstellung fuer die Zahnmedizin, Bukarest, RO07.11.-10.11.2012: ECOMONDO - Internationale Fachmesse fuer Recycling, Energie und nachhaltige Entwicklung, Rimini, IT07.11.-10.11.2012: Interfood & Drink - Internationale Fachmesse fuer die Lebensmittelindustrie, Sofia, BG07.11.-10.11.2012: KEY ENERGY - Internationale Ausstellung fuer Energie, Klimaschutz und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, Rimini, IT07.11.-11.11.2012: EMAF - Internationale Ausstellung fuer Werkzeugmaschinen, Porto, PT07.11.-11.11.2012: InmoSolar Malaga - Int. Solarmesse mit Kongress, Mülaga, ES07.11.-11.11.2012: PORTUGAL METAL - Nationale Ausstellung fuer die Metallindustrie, Porto, PT07.11.-11.11.2012: SIMIEX - Internationale Ausstellung fuer Industrielle Wartungstechnik, Porto, PT08.11.-11.11.2012: Bau-Energie-Messe (bisher Hausbau- und Energiemesse), Bern, CH08.11.-11.11.2012: ID-CRüATIVES, Clermont-Ferrand-Cournon, FR08.11.-11.11.2012: Phil Construct - International Trade Fair for Construction Machinery & Building Materials with Philippines Mega Infrastructure Show, Manila, PH09.11.-10.11.2012: OPTYKA, Posen, PL12.11.-14.11.2012: FABTECH International and The AWS Welding Show, Las Vegas, US12.11.-14.11.2012: GCC Power - The GCC Cigre Conference & Exhibition for Electric Power Generation, Transmission and Distribution, Maskat, OM12.11.-14.11.2012: METALFORM Exposium (Part of FABTECH), Las Vegas, US13.11.-15.11.2012: ecoQ - Umwelt Messe und Konferenz, Doha, QA13.11.-15.11.2012: SmartCity Expo World Congress, Barcelona, ES13.11.-15.11.2012: TIV - Technik & Zuliefermesse, Venray, NL13.11.-16.11.2012: BioEnergy Decentral - Weltweiter Treffpunkt fuer dezentrale Energieversorgung, Hannover13.11.-16.11.2012: electronica - components / systems / applications, Muenchen13.11.-16.11.2012: EuroTier - mit BioEnergy Decentral - Weltweit das Top-Event fuer Tierhaltungs-Profis, Hannover13.11.-16.11.2012: Metal Expo - International Industrial Exhibition, Moskau, RU14.11.-15.11.2012: Canadian Waste & Recycling Expo - Canada's only trade show serving the waste, recycling and public works market, Toronto, CA14.11.-16.11.2012: EXPOCLEAN - International Exhibition for the Cleaning Industry, Moskau, RU14.11.-16.11.2012: Greenbuild - International Conference and Expo, San Francisco, US14.11.-16.11.2012: INSTRUTEC - Tallinner Internationale Veredelungsmesse, Werkzeug, Industriemesse und Industrietechnik, Tallinn, EE14.11.-16.11.2012: REIFEN CHINA - Asian Essen Tire Show, Shanghai, CN14.11.-16.11.2012: RubberTech China - International Exhibition on Rubber Technology, Shanghai, CN14.11.-16.11.2012: Tissue World Asia, Shanghai, CN14.11.-17.11.2012: Automechanika Argentina, Buenos Aires, AR14.11.-17.11.2012: DMP - China Dongguan International Plastics, Packaging, Rubber, Diecasting Foundry Exhibition, Dongguan, CN14.11.-17.11.2012: MEDICA - Weltforum der Medizin - Internationale Fachmesse mit Kongress, Duesseldorf14.11.-17.11.2012: Welding Busan Korea (WBK), Busan, KR14.11.-18.11.2012: ExpoDental AMIC International, Mexiko City, MX15.11.-17.11.2012: Brussels Innova - International Energy Innovation Exhibition, Bruessel, BE15.11.-17.11.2012: Central Asia Electricity / Central Asia Lighting, Almaty, KZ15.11.-17.11.2012: Central Asia Machinery, Almaty, KZ15.11.-17.11.2012: Central Asia Plast, Almaty, KZ15.11.-17.11.2012: Finnish Dental Congress & Exhibition, Helsinki, FI15.11.-17.11.2012: POWER Bangladesh - International Exhibition on Power Generation & Transmission, PV Power, Energy & Renewable Energy, Dhaka, BD15.11.-17.11.2012: SWEDENTAL - Internationale Dental-Fachmesse, Goeteborg, SE15.11.-18.11.2012: EGY-COAT, Kairo, EG15.11.-18.11.2012: Gwangju Food - International Food Industry Fair, Gwangju, KR15.11.-18.11.2012: Kablo - Cable & Wire, Istanbul, TR15.11.-18.11.2012: RENEX EURASIA - Renewable Energy Technologies, Energy Efficiency and Insulation Exhibition, Ankara, TR16.11.-21.11.2012: CHTF China Hi-Tech Fair - ELEXCON (FPD EXPO China), Shenzhen, CN18.11.-20.11.2012: TECHNO-OCEAN - International Ocean and Coastal Development Exhibition and Symposium, Kobe, JP19.11.-21.11.2012: AEW - Algeria Electricity & Water, Algier, DZ19.11.-22.11.2012: EMBALLAGE - Internationale Verpackungsmesse, Paris, FR19.11.-22.11.2012: MANUTENTION Equipements & Systümes - Internationale Fachmesse fuer Foerdertechnik und Logistik, Paris, FR20.11.-22.11.2012: China International Architectural Expo (IAE) - Internationale Baumesse China, Peking, CN20.11.-22.11.2012: Elektronik und Geraetebau (Int. Industrieforum), St. Petersburg, RU20.11.-22.11.2012: EnR - Renewable Energy Exhibition, Casablanca, MA20.11.-22.11.2012: Glasstech Asia - International Glass Products, Glass Manufacturing Processing & Materials Exhibition & Conference, Bangkok, TH20.11.-23.11.2012: International Industrial Forum, Kiew, UA20.11.-23.11.2012: PACK&MOVE - Schweizer Fachmesse fuer integrierte Logistikloesungen und Verpackungstechnik, Basel, CH20.11.-23.11.2012: POLEKO - Internationale Umweltmesse, Posen, PL20.11.-23.11.2012: PRODEX - Internationale Fachmesse fuer Werkzeugmaschinen, Werkzeuge und Fertigungsmesstechnik, Basel, CH20.11.-23.11.2012: SWISSTECH - Europas zentrale Messe der Zulieferindustrie fuer mechanisch-technische Komponenten und Systemloesungen, Basel, CH20.11.-24.11.2012: AQUA-THERM PRAHA - Internationale Fachmesse fuer Heizung, Lueftung, Klima, Sanitaer- und Umwelttechnik, Prag, CZ21.11.-22.11.2012: FinnMateria, Jyvaeskylae, FI21.11.-23.11.2012: BioFach Japan - International Organic Trade Fair, Tokyo, JP21.11.-23.11.2012: BuildExpo Uzbekistan/WinDoor - Internationale Messe für Baumaterialien, Baumaschinen, Fenster, T�ren und Fassaden, Taschkent, UZ21.11.-23.11.2012: CPhI India - Internationale Messe der Pharmaindustrie, Mumbai (Bombay), IN21.11.-23.11.2012: CWIEME - Coil Winding, Insulations & Electrical Manufacturing Exhibition, Bangalore, IN21.11.-23.11.2012: INMEX China - International Maritime Expo-China, Kanton, CN21.11.-23.11.2012: RENEXPOü South-East Europe - International Energy Trade Fair, Bukarest, RO21.11.-24.11.2012: Industrial Automation INDIA - International Trade Fair for Process and Production Automation and Industrial Building Automation, New Delhi, IN21.11.-24.11.2012: Laser INDIA - International Trade Fair for Laser Systems and Laser Technology for Manufacturing, New Delhi, IN21.11.-24.11.2012: MDA INDIA - International Trade Fair for Motion, Drive and Automation, incl., CeMAT India, incl., Surface INDIA, New Delhi, IN21.11.-24.11.2012: Metalex - International Machine Tools and Metalworking Technology Trade Exhibition and Conference for Asia, Bangkok, TH21.11.-24.11.2012: Surface INDIA - International Trade Fair for Surface Technology, New Delhi, IN21.11.-25.11.2012: SIB - Internationale Baumesse, Casablanca, MA22.11.-24.11.2012: DAMEX - Daegu International Automatic Machinery & Tools Exhibition, Daegu, KR22.11.-25.11.2012: AIRTECH - International Exhibition for Compressed Air Technology and Accessories, incl., Handling Expo, incl., MACTECH, incl., TRANSPO-TECH, Kairo, EG22.11.-25.11.2012: Expobit - Euro-Mediterranean Trade Show of Technological Innovation, Catania, IT22.11.-25.11.2012: Handling Expo - International Exhibition for Material Handling and Storage Systems, Kairo, EG22.11.-25.11.2012: Kenya Building Materials Exhibition, Nairobi, KE22.11.-25.11.2012: LED@SHOW - LED/OLED Application & Technology Show, Seoul, KR22.11.-25.11.2012: MACTECH - Internationale Messe fuer Werkzeugmaschinen, Handwerkzeuge und Schweiss- und Schneideausruestung, Kairo, EG23.11.-02.12.2012: Auto Guangzhou - Fachmesse f�r Automobilhersteller, -zulieferer, Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge, Kanton, CN27.11.-29.11.2012: FISITA - International Exhibition for Automotive Engineering and Manufacturing, Peking, CN27.11.-29.11.2012: Nanotechnologies, Kazan, RU27.11.-29.11.2012: Power Electronics, Energy and Energy Saving (PowerTek) - International Exhibition on Power and Energy Saving, Moskau, RU27.11.-29.11.2012: SPS IPC Drives - Elektrische Automatisierung - Systeme und Komponenten - Fachmesse und Kongress, Nuernberg27.11.-29.11.2012: Valve World Expo - Internationale Fachmesse mit Kongress fuer Industrie-Armaturen, Duesseldorf27.11.-30.11.2012: Bauma China - Internationale Fachmesse fuer Bau- und Baustoffmaschinen, Baufahrzeuge und Baugeraete, Shanghai, CN27.11.-30.11.2012: MODERN RAILWAYS - International Exhibition on Modern Railway Equipment and Technology, Peking, CN27.11.-30.11.2012: Pollutec - Internationale Fachmesse fuer Wasser-, Luft-, Laerm- und Abfalltechnik, Lyon, FR27.11.-30.11.2012: SUBSEA ASIA - Internationale Messe f�r Unterwasser- und Tiefseetechnik, Kuala Lumpur, MY28.11.-01.12.2012: AGRO+FOOD+DRINK+TECH Expo Georgia - Internationale Messe fuer Nahrungsmittel und Getraenke und Equipment fuer die Nahrungsmittelherstellung, Tiflis, GE28.11.-29.11.2012: Espace Laser - International trade fair for materials and laser techniques in industry, Mulhouse, FR28.11.-30.11.2012: CHINACOAT - China International Exhibition for Coatings, Printing Inks & Adhesives, Kanton, CN28.11.-30.11.2012: Medicinska Riksstaemman - Medizinmesse mit Kongress, Stockholm, SE28.11.-30.11.2012: MEMEX - Middle East Manufacturing Exhibition, Abu Dhabi, AE28.11.-30.11.2012: PM Expo - Ausstellung fuer Baumaterialien und Bautechnik sowie Grundstuecksverwaltung, Toronto, CA28.11.-30.11.2012: SF CHINA - China International Exhibition for Surface Finishing & Coating Products, incl., CHINACOAT, Kanton, CN29.11.-01.12.2012: RENEXPO Austria - Internationale Energiefachmesse, Salzburg, AT29.11.-01.12.2012: Tech Industry, Riga, LV29.11.-02.12.2012: Mining Turkey - International Mining Exhibition, Istanbul, TR29.11.-02.12.2012: Plast Eurasia Istanbul - Fachmesse fuer die Plasteindustrie, Istanbul, TR01.12.-04.12.2012: ELECTRICX - The Middle East & Africa Power & Energy Exhibition, Kairo , EG02.12.-04.12.2012: SWPF (formerly JWPF) - Saudi Water & Power Forum, Djidda , SA02.12.-05.12.2012: Erbil Int. Building Construction, Heavy Machinery, Municipaly Equipment and natural Stone Exhibition, Erbil , IQ02.12.-07.12.2012: INDIA ITME - International Textile Machinery Exhibition, Mumbai (Bombay) , IN03.12.-04.12.2012: canSIA Solar Canada - Solar Conference and Exhibition, Toronto , CA03.12.-05.12.2012: Renewable Energy International Exhibition, Chiba/Tokyo , JP04.12.-06.12.2012: DDTE - Dubai Drink Technology Expo, Dubai , AE05.12.-05.12.2012: LifeScience Alley International Conference & Expo - Messe fuer Medizintechnik, Minneapolis , US05.12.-06.12.2012: ICCX Russia - International Concrete Conferences & Exhibition, St. Petersburg , RU05.12.-06.12.2012: Printed Electronics & Photovoltaics - Exhibition and Conference, Santa Clara , US05.12.-07.12.2012: ENERGAIA - Internationale Fachmesse fuer erneuerbare Energien, Montpellier , FR05.12.-07.12.2012: ENERGY. RESOURCE-SAVING, Kazan , RU05.12.-07.12.2012: SEMICON Japan - Fachmesse fuer Halbleitertechnik, Chiba/Tokyo , JP05.12.-08.12.2012: IMME - International Mining and Machinery Exhibition, Kalkutta , IN05.12.-08.12.2012: Machine Tool Indonesia, Jakarta , ID05.12.-08.12.2012: MANUFACTURING INDONESIA - Int. Manufacturing Machinery, Equipment, Materials and Services Exh., incl., Machine Tool Indonesia, Jakarta , ID06.12.-08.12.2012: Inno Design Tech Expo (IDT Expo) - Innovation, Technology and Design Solutions Exposition, Hongkong/SVR , CN06.12.-09.12.2012: OTOMOTIV - International Automotive Supply Industry, Components, Accessories & Service Equipments Exhibition, Istanbul , TR07.12.-09.12.2012: IHT - IndiaMart Hand Tools & Fastener Expo, Chennai (Madras) , IN11.12.-13.12.2012: POWER-GEN International - The Global Power Generation Exhibition & Conference, Orlando , US11.12.-13.12.2012: REenergized - Renewable Energy World Conference & Expo North America (formerly Power-Gen Renewable Energy and Fuels), Orlando , US11.12.-14.12.2012: Automechanika Shanghai, Shanghai , CN11.12.-14.12.2012: Motor Show and Auto Parts and Accessories, Maskat , OM12.12.-14.12.2012: Intersolar China, Peking , CN14.12.-16.12.2012: Glasstech International - International Exhibition on Glass & Glazing Technologies, New Delhi , IN14.12.-16.12.2012: IPVS - Industrial Pumps, Valves & Systems Trade Fair, Pune , IN KonferenzenOktober 201201 Power Generation and the Environment: Choices & Economic Trade-Offs Jackson Hole, United States of America05 2012 2nd International Conference on Information and Electronics Engineering (ICIEE 2012) Singapore, Singapore09 6th European Water and Wastewater Management Conference & Exhibition Manchester, United Kingdom16 Viridis Africa - investment in African clean technologies & business Johannesburg, South Africa16 4-th International Renewable Energy and Energy Efficiency Forum Kyiv, Ukraine17 Plastic Modification Technologies - Additives, Compounding, Coatings & Processing, Las Vegas, NV, USA17 20th Jubilee Conference on Materials and Technology Portoroz, Slovenia18 Nanocon 2012, 2nd International Conference on Nanotechnology - Innovative Materials, Processes, Products and Applications Pune, India24 International Conference on Advances Science and Contemporary Engineering 2012 Jakarta, Indonesia24 5th International Symposium on Fluid Machinery and Fluids Engineering (ISFMFE 2012) Jeju, Korea (south)November 201201 ICECCO 2012 - 9th International Conference on Electronics, Computer and Computation Ankara, Turkey05 3rd International Workshop on Renewable Energy for Sustainable Development in Africa (IWRESDA) Enugu, Nigeria11 Renewable Energy Congress Eindhoven, United States of America12 7th International Renewable Energy Storage Conference and Exhibition (IRES 2012) Berlin, Germany17 2012 International Conference on Power and Energy Systems (ICPES 2012) Pune, India21 SUSTAINABLE FUTURE ENERGY 2012 Bandar Seri Begawan, Brunei Darussalam21 Future World of Biogas: Europe 2012 London, United Kingdom22 mat2012 - 2nd International Conference on Engineering Antalya, Turkey24 2012 3rd International Conference on Biology, Environment and Chemistry (ICBEC 2012) Bangkok, Thailand24 2012 4th Journal Conference on Environmental Science and Development (JCESD 2012 4th) Bangkok, Thailand28 International Conference on Renewable Energies for Developing Countries Beirut, Lebanon28 International Conference on Advanced Material Engineering & Technology (ICAMET 2012) Penang Island, Malaysia29 3rd Annual Nigeria Energy and Power Summit (NEPS) Abuja, NigeriaDezember 201202 International Conference on Electrical and Electronics Engineering ICEEE-IRNet Bhopal, India05 10th EMSES (10th Eco-Energy and Materials Science and Engineering Symposium) Muang, Thailand05 Small Hydro Latin America Panama City, Panama07 International Research Symposium on Interdisciplinary Approaches in Management, Engineering and Technology Singapore, Singapore08 Nirma University International Conference on Engineering -NUiCONE2012 Ahmedabad, India10 Twenty - First International Symposium on Processing and Fabrication of Advanced Materials (PFAM XXI) Guwahati, India10 Ninth International Conference on Computational Fluid Dynamics in the Mineral & Process Industries Melbourne, Australia12 International Multi-Conference on Computer, Electrical, Electronics and Mechanical Engineering (IMCEEME'12) Batam Island, Indonesia15 International Conference on Emerging Trends and Technology,ICETT-2012 Indore, India15 2012 2nd International Conference on Electrical Engineering and Applications – ICEEA 2012 Bali Island, Indonesia18 International Conference on Ecology, Agriculture and Chemical Engineering (ICEACS'2012) Phuket, Thailand18 International Conference on Systems and Electronic Engineering (ICSEE'2012) Phuket, Thailand20 2012 International Conference on Advanced Material and Manufacturing Science (ICAMMS 2012) Beijing, China22 2012 2nd International Conference on Environment Science and Biotechnology-ICESB 2012 Kuala Lumpur, Malaysia27 The 2nd International Conference on Green Buildings Technologies and Materials (GBTM 2012) Wuhan, China28 Call For Papers: Global Engineering, Science and Technology Conference Dhaka, Bangladesh29 International Conference on Manufacturing and Industrial Engineering (ICMIE'12) Kuala Lumpur, Malaysia29 2012 International Conference on Power Science and Engineering(ICPSE 2012) Hong Kong, China29 2012 International Conference on Environment, Chemistry and Biology - ICECB 2012 Hong Kong, China Alle in diesem Newsletter gemachten Angaben erfolgen trotz sehr sorgfältiger Recherche ohne Gewähr.http://www.polymer-engineering.dehttp://www.new-materials.de/de/kompetenzzentrum/bayreuthhttp://www.wee-solve.dehttp://www.anton-paar.com < ZurückWeiter >NewsletterNumberlandTechnologyNews (en)NumberlandTechnologyNews (de)NameE-MailConnect on LinkedinWer ist onlineAktuell sind 1432 Gäste und keine Mitglieder onlineAnmeldungAngemeldet bleiben
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
9781847886361 - Design Thinking - Nigel Cross 9780262680677 Design Thinking (Peter G. Rowe) 9783640655960 Design Thinking (Stefan Ponsold) 4006180601323 Rette Mich Ein Bisschen (Thadeusz, J… 9781847888464 Design Thinking - Understanding How… 2901847886360 Design Thinking: Understanding How D… 9783866048362 Rette mich ein bisschen (Thadeusz, J… Rette mich ein bisschen. Ein Sanitäter-Roman. (Tha… Rette mich ein bisschen. Ein Sanit&auml;ter-Roman… Rette mich ein bisschen - Jörg Thadeusz -- Taschen… Rette mich ein bisschen: Ein Sanitäter-Roman [Tasc… Anbieter, die das Buch mit der ISBN 9781847886361 ankaufen: Kleinster Preis: 21,80 €, größter Preis: 50,54 €, Mittelwert: 30,40 € Der Dreiklang der Wirklichkeit - neues Buch ID: bccbb9a032beb6330f2b8d64d022ddc7 Der Sinn des Lebens liegt nicht in dem, was ich noch zu leben habe, sondern in dem, was ich bereits gelebt habe, und besonders in dem, was ich im Augenblick lebe. Der Tod ist nicht beängstigend. In gewissem Sinne liegt er nicht vor mir, sondern gerade hinter mir.Als ich geboren wurde, überwand ich den Tod, und je mehr ich lebe, desto mehr distanziere ich mich von meinem (tödlichen) Nichtsein vor der Zeit meines Daseins. Ich kann mein Leben jeden Augeblick aufs Spiel setzen. Das heißt nicht, dass ich mit dem Tod spiele. Ich spiele mit dem Leben." (Raimon Panikkar);"Der Sinn des Lebens liegt nicht in dem, was ich noch zu leben habe, sondern in dem, was ich bereits gelebt habe, und besonders in dem, was ich im Augenblick lebe. Der Tod ist nicht beängstigend. In gewissem Sinne liegt er nicht vor mir, sondern gerade hinter mir.Als ich geboren wurde, überwand ich den Tod, und je mehr ich lebe, desto mehr distanziere ich mich von meinem (tödlichen) Nichtsein vor der Zeit meines Daseins. Ich kann mein Leben jeden Augeblick aufs Spiel setzen. Das heißt nicht, dass ich mit dem Tod spiele. Ich spiele mit dem Leben." (Raimon Panikkar);https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TNA6C1L75IS-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TNA6C1L75IS-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TNA6C1L75IS-9f17d924daed1b-570-420-1;9783702503208;0;21.80;1;pc;11;;;;0TOQITBH7T67;Baustelle Investitions-Controlling;51.39;https://www.dodax.at/de-at/dp/TOQITBH7T67/;Bücher / Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft / Wirtschaft / Betriebswirtschaft;Dieses Sonderheft hilft Controllern, Investitionen in die Gesamtplanung ihres Unternehmens einzuordnen sowie Investitionen besser zu bewerten, zu steuern und zu kontrollieren. Namenhafte Wissenschaftler und Vertreter bekannter Unternehmen wie RWE, Deutsche Post DHL Group, Metro und dem Energiekonzern Axpo, zeigen auf, mit welchen Maßnahmen sich aktuelle Probleme des Investitions-Controllings lösen lassen. Dadurch erhalten Controller das passende Rüstzeug, um ihre Unternehmen auf dem Weg zu Erfolg versprechenden Investitionsentscheidungen zu unterstützen.;Dieses Sonderheft hilft Controllern, Investitionen in die Gesamtplanung ihres Unternehmens einzuordnen sowie Investitionen besser zu bewerten, zu steuern und zu kontrollieren. Namenhafte Wissenschaftler und Vertreter bekannter Unternehmen wie RWE, Deutsche Post DHL Group, Metro und dem Energiekonzern Axpo, zeigen auf, mit welchen Maßnahmen sich aktuelle Probleme des Investitions-Controllings lösen lassen. Dadurch erhalten Controller das passende Rüstzeug, um ihre Unternehmen auf dem Weg zu Erfolg versprechenden Investitionsentscheidungen zu unterstützen.;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOQITBH7T67-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOQITBH7T67-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOQITBH7T67-9f17d924daed1b-570-420-1;9783658107161;0;51.39;1;pc;11;;;;0TOSUO1ANQCV;Handbuch Betriebliche Kreislaufwirtschaft;77.09;https://www.dodax.at/de-at/dp/TOSUO1ANQCV/;Bücher / Naturwissenschaften, Medizin, Informatik & Technik / Technik / Bau- & Umwelttechnik;In kompakter Form stellt dieses Handbuch das notwendige Wissen über den Umweltbereich "Abfall" zusammen. Es bietet einen guten Überblick zu wichtigen Fragen der betrieblichen Abfallwirtschaft. Im Werk werden rechtliche, technologische und naturwissenschaftliche Aspekte zu umweltrelevanten Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft behandelt. Im rechtlichen Teil werden europäische und nationale Rechtsanforderungen beschrieben. Der technologische Teil umfasst zahlreiche aktuelle Recyclingmöglichkeiten, z. B. für Batterien, Bioabfälle, Altfahrzeuge, Verpackungen, Altöle, halogenierte Lösemittel, Altholz, Elektro- und Elektronikgeräte, Kunststoffe, Metalle. Zahlreiche Grafiken zeigen die entsprechenden Entwicklungen auf. Es werden die wichtigsten Verfahren zur thermischen Abfallbehandlung und zur Deponierung der Reststoffe erläutert.;In kompakter Form stellt dieses Handbuch das notwendige Wissen über den Umweltbereich "Abfall" zusammen. Es bietet einen guten Überblick zu wichtigen Fragen der betrieblichen Abfallwirtschaft. Im Werk werden rechtliche, technologische und naturwissenschaftliche Aspekte zu umweltrelevanten Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft behandelt. Im rechtlichen Teil werden europäische und nationale Rechtsanforderungen beschrieben. Der technologische Teil umfasst zahlreiche aktuelle Recyclingmöglichkeiten, z. B. für Batterien, Bioabfälle, Altfahrzeuge, Verpackungen, Altöle, halogenierte Lösemittel, Altholz, Elektro- und Elektronikgeräte, Kunststoffe, Metalle. Zahlreiche Grafiken zeigen die entsprechenden Entwicklungen auf. Es werden die wichtigsten Verfahren zur thermischen Abfallbehandlung und zur Deponierung der Reststoffe erläutert.;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOSUO1ANQCV-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOSUO1ANQCV-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TOSUO1ANQCV-9f17d924daed1b-570-420-1;9783658064440;0;77.09;1;pc;11;;;;0TPAT90BUMNV;Ford Focus;30.80;https://www.dodax.at/de-at/dp/TPAT90BUMNV/;Bücher / Ratgeber & Freizeit / Fahrzeuge / Auto & Motorrad;In diesem Band (Nr. 1242) werden die Modelle ab Baujahr 1998 mit folgenden Motoren behandelt:· 1.4 Liter, 16V, 55 kW/75 PS, Zetec-SE· 1.6 Liter, 16V, 74 kW/100 PS, Zetec-SE· 1.8 Liter, 16V, 85 kW/115 PS, Zetec-E· 2.0 Liter, 16V, 96 kW/130 PS, Zetec-E· 1.8 Liter, 55 kW/75 PS, Turbodiesel, Endura-DI· 1.8 Liter, 66 kW/90 PS, Turbodiesel, Endura-DI;In diesem Band (Nr. 1242) werden die Modelle ab Baujahr 1998 mit folgenden Motoren behandelt:· 1.4 Liter, 16V, 55 kW/75 PS, Zetec-SE· 1.6 Liter, 16V, 74 kW/100 PS, Zetec-SE· 1.8 Liter, 16V, 85 kW/115 PS, Zetec-E· 2.0 Liter, 16V, 96 kW/130 PS, Zetec-E· 1.8 Liter, 55 kW/75 PS, Turbodiesel, Endura-DI· 1.8 Liter, 66 kW/90 PS, Turbodiesel, Endura-DI;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPAT90BUMNV-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPAT90BUMNV-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPAT90BUMNV-9f17d924daed1b-570-420-1;9783716819913;0;30.80;1;pc;11;;;;0TPQ5AU3C9D1;1931, Gesamtverzeichnisse 1879-1931;35.60;https://www.dodax.at/de-at/dp/TPQ5AU3C9D1/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Sprach- & Literaturwissenschaften / Deutschsprachige Sprach- & Literaturwissenschaft;;;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPQ5AU3C9D1-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPQ5AU3C9D1-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TPQ5AU3C9D1-9f17d924daed1b-570-420-1;9783700121213;0;35.60;1;pc;11;;;;0TQSOKBQE443;Die Genussformel;24.00;https://www.dodax.at/de-at/dp/TQSOKBQE443/;Bücher / Sachbücher / Natur & Technik / Naturwissenschaft;Wie gelingt das saftigste und knusprigste Grillhuhn der Welt? Was macht einen Semmelknödel besonders flaumig? Wie löst man das WienerRosinengugelhupfproblem? Was macht die perfekte Weihnachtsgans aus? Warum kühlen manche Zutaten im selben Gericht schneller ab als andere? Und wie gewinnt man garantiert an jedem Buffet?Diesen und vielen anderen Fragen nähert sich Werner Gruber in seinem Bestseller von einer ganz neuen Seite. Mit viel Fachwissen und Humor erklärt er die chemischen und physikalischen Tricks der großen Köche und räumt dabei gleich mit so manchen populären Küchenirrtümern auf. Eine vom Autor vollständig durchgesehene und überarbeitete Neuausgabe.;Wie gelingt das saftigste und knusprigste Grillhuhn der Welt? Was macht einen Semmelknödel besonders flaumig? Wie löst man das WienerRosinengugelhupfproblem? Was macht die perfekte Weihnachtsgans aus? Warum kühlen manche Zutaten im selben Gericht schneller ab als andere? Und wie gewinnt man garantiert an jedem Buffet?Diesen und vielen anderen Fragen nähert sich Werner Gruber in seinem Bestseller von einer ganz neuen Seite. Mit viel Fachwissen und Humor erklärt er die chemischen und physikalischen Tricks der großen Köche und räumt dabei gleich mit so manchen populären Küchenirrtümern auf. Eine vom Autor vollständig durchgesehene und überarbeitete Neuausgabe.;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TQSOKBQE443-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TQSOKBQE443-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TQSOKBQE443-9f17d924daed1b-570-420-1;9783711001511;0;24.00;1;pc;11;;;;0TSBFMBRV7I2;Wirtschaftliche Implikationen des demografischen Wandels;102.80;https://www.dodax.at/de-at/dp/TSBFMBRV7I2/;Bücher / Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft / Soziologie / Politische Soziologie;Der demografische Wandel zieht tiefgreifende und existenzielle Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen nach sich. Erste Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, den Arbeitsmarkt, die Umwelt, technische Innovationen und Entwicklungen, die sozialen Sicherungssysteme und das Konsumverhalten sind bereits spürbar.Die FOM hat mit dem 1. Wirtschaftwissenschaftlichen Forum Essen "Wirtschaftliche Implikationen des demografischen Wandels - Herausforderungen und Lösungsansätze" eine Tagung initiiert, die zum Ziel hatte, die Auswirkungen dieser Entwicklung unter Berücksichtigung aller wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen zu analysieren, den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern anzuregen und damit aktiv den Dialog zwischen Theorie und Praxis zu fördern.Mehr als 200 Experten aus ganz Deutschland sowie hochrangige Wirtschaftsvertreter diskutierten die Folgen des demografischen Wandels - von der Personalwirtschaft über Marketing und Finanzen bis zur Gesundheit. Zu den Keynote-Speakern zählten der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Prof. Dr. Norbert Walter, Dr. Jürgen R. Karsten von der Steuerberatungsgesellschaft sowie Frau Hella Hagena, Partnerin der Unternehmensberatung Rundstedt & Partner. Schirmherrin der Tagung war Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.;Der demografische Wandel zieht tiefgreifende und existenzielle Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen nach sich. Erste Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, den Arbeitsmarkt, die Umwelt, technische Innovationen und Entwicklungen, die sozialen Sicherungssysteme und das Konsumverhalten sind bereits spürbar.Die FOM hat mit dem 1. Wirtschaftwissenschaftlichen Forum Essen "Wirtschaftliche Implikationen des demografischen Wandels - Herausforderungen und Lösungsansätze" eine Tagung initiiert, die zum Ziel hatte, die Auswirkungen dieser Entwicklung unter Berücksichtigung aller wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen zu analysieren, den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern anzuregen und damit aktiv den Dialog zwischen Theorie und Praxis zu fördern.Mehr als 200 Experten aus ganz Deutschland sowie hochrangige Wirtschaftsvertreter diskutierten die Folgen des demografischen Wandels - von der Personalwirtschaft über Marketing und Finanzen bis zur Gesundheit. Zu den Keynote-Speakern zählten der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Prof. Dr. Norbert Walter, Dr. Jürgen R. Karsten von der Steuerberatungsgesellschaft sowie Frau Hella Hagena, Partnerin der Unternehmensberatung Rundstedt & Partner. Schirmherrin der Tagung war Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSBFMBRV7I2-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSBFMBRV7I2-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSBFMBRV7I2-9f17d924daed1b-570-420-1;9783658003067;0;102.80;1;pc;11;;;;0TSM4MOAGMQQ;Screening- und Assessmentinstrumente zur Erkennung von Delirien;51.39;https://www.dodax.at/de-at/dp/TSM4MOAGMQQ/;Bücher / Naturwissenschaften, Medizin, Informatik & Technik / Medizin / Pflege;Florian Schimböck identifiziert Screening- und Assessmentinstrumente zur systematischen Erfassung und Erkennung von Delirien durch Pflegepersonen und vergleicht sie hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften. Insgesamt weist der Autor nach Literaturrecherche in Datenbanken und Suchmaschinen sieben Instrumente nach und beschreibt sie. Es wird deutlich, dass es bereits eine Vielzahl von geeigneten Screening- und Assessmentinstrumenten gibt, welche durch Pflegepersonen in der täglichen Praxis angewandt werden können. Die Erstellung neuer Instrumente ist daher nicht zwingend notwendig. Es wird die weitere Testung und Validierung der bereits vorhandenen Instrumente empfohlen.;Florian Schimböck identifiziert Screening- und Assessmentinstrumente zur systematischen Erfassung und Erkennung von Delirien durch Pflegepersonen und vergleicht sie hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften. Insgesamt weist der Autor nach Literaturrecherche in Datenbanken und Suchmaschinen sieben Instrumente nach und beschreibt sie. Es wird deutlich, dass es bereits eine Vielzahl von geeigneten Screening- und Assessmentinstrumenten gibt, welche durch Pflegepersonen in der täglichen Praxis angewandt werden können. Die Erstellung neuer Instrumente ist daher nicht zwingend notwendig. Es wird die weitere Testung und Validierung der bereits vorhandenen Instrumente empfohlen.;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSM4MOAGMQQ-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSM4MOAGMQQ-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSM4MOAGMQQ-9f17d924daed1b-570-420-1;9783658130558;0;51.39;1;pc;11;;;;0TSMOR682D47;Ducati 748, 916, 996 ab Modelljahr 1994;41.10;https://www.dodax.at/de-at/dp/TSMOR682D47/;Bücher / Ratgeber & Freizeit / Fahrzeuge / Auto & Motorrad;In diesem Band (Nr. 5253) werden alle Modelle der Ducati 748, 916, 996 ab Modelljahr 1994 behandelt;In diesem Band (Nr. 5253) werden alle Modelle der Ducati 748, 916, 996 ab Modelljahr 1994 behandelt;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSMOR682D47-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSMOR682D47-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-at/dp/TSMOR682D47-9f17d924daed1b-570-420-1;9783716820469;0;41.10;1;pc;11;;;;0U1KCIUAD40I;Talhoffers Fechtbuch aus dem Jahre 1467;36.89;https://www.dodax.at/de-at/dp/U1KCIUAD40I/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Geschichte;Talhoffers Fechtbuch aus dem Jahre 1467 - gerichtliche und andere Zweikämpfe darstellend ist ein unveränderter, hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1887.Hansebooks ist Herausgeber von Literatur zu unterschiedlichen Themengebieten wie Forschung und Wissenschaft, Reisen und Expeditionen, Kochen und Ernährung, Medizin und weiteren Genres. Der Schwerpunkt des Verlages liegt auf dem Erhalt historischer Literatur. Viele Werke historischer Schriftsteller und Wissenschaftler sind heute nur noch als Antiquitäten erhältlich. Hansebooks verlegt di Die Kunterbunts, 120 Karten - neues Buch 2016, ISBN: 9781847886361 ID: 7fc285a1daa085f14e3aadd718ba7c76 Gassi gehen" - Du setzt einmal aus. "Familienbesuch" - Du ziehst vier Karten. Hast du einen ärgerlichen Hund auf der Hand? Oder nur fröhliche Kinder?In der Psychotherapiestunde mit Kindern wird viel gespielt und "Die Kunterbunts" ist ein für diesen Zweck entwickeltes, unkompliziertes Spiel nach Uno-Regeln. Durch das bekannte Spielprinzip bedarf es keiner langen Einführung: Die fröhliche Mutter darf auf die ärgerliche Mutter oder auf die fröhliche Tochter gelegt werden etc. Neben dem Spaß werden Empathie sowie die Wechselwirkungen von Emotionen in Familien vermittelt. Für alle, die mit Kindern therapeutisch oder beraterisch arbeiten.Für Kinder ab 5 Jahren.Mit Illustrationen von Pe Grigo.Aus dem Inhalt: Familienkarten, z.B. Fröhlicher Vater - Fröhliche Mutter - Ärgerlicher Hund - Ängstlicher Sohn - Überraschte Tochter.Aktionskarten, z.B. Familienrat (Karten tauschen) - Gassi gehen (Aussetzen) - Familienbesuch (4 Karten ziehen).;"Gassi gehen" - Du setzt einmal aus. "Familienbesuch" - Du ziehst vier Karten. Hast du einen ärgerlichen Hund auf der Hand? Oder nur fröhliche Kinder?In der Psychotherapiestunde mit Kindern wird viel gespielt und "Die Kunterbunts" ist ein für diesen Zweck entwickeltes, unkompliziertes Spiel nach Uno-Regeln. Durch das bekannte Spielprinzip bedarf es keiner langen Einführung: Die fröhliche Mutter darf auf die ärgerliche Mutter oder auf die fröhliche Tochter gelegt werden etc. Neben dem Spaß werden Empathie sowie die Wechselwirkungen von Emotionen in Familien vermittelt. Für alle, die mit Kindern therapeutisch oder beraterisch arbeiten.Für Kinder ab 5 Jahren.Mit Illustrationen von Pe Grigo.Aus dem Inhalt: Familienkarten, z.B. Fröhlicher Vater - Fröhliche Mutter - Ärgerlicher Hund - Ängstlicher Sohn - Überraschte Tochter.Aktionskarten, z.B. Familienrat (Karten tauschen) - Gassi gehen (Aussetzen) - Familienbesuch (4 Karten ziehen).;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TRV6GLG3P05-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TRV6GLG3P05-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TRV6GLG3P05-9f17d924daed1b-570-420-1;9783621285230;0;29.95;1;pc;11;;;;0TSTA4A4U8G5;Landesbauordnung Schleswig-Holstein 2016 mit Kurzkommentierung;42.00;https://www.dodax.de/de-de/dp/TSTA4A4U8G5/;Bücher / Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft / Recht / Öffentliches Recht;Anlass für das Werk ist die Novellierung der Landesbauordnung Schleswig-Holstein.Die Novelle überträgt den Bauherren mehr Eigenverantwortung, enthält verständlichere Formulierungen und entlastet die Kommunen.Weitergehende Erleichterungen bei Baugenehmigungen, wie z. B. bei einer nachträglichen energetischen Sanierung, werden ermöglicht.Kleine Windkraftanlagen werden in bestimmten Gebieten verfahrensfrei gestellt.Traditionell ist auch dieser Textausgabe eine Kurzkommentierung beigefügt, die auf alle wesentlichen Aspekte des Bauordnungsrechts in Schleswig-Holstein eingeht.;Anlass für das Werk ist die Novellierung der Landesbauordnung Schleswig-Holstein.Die Novelle überträgt den Bauherren mehr Eigenverantwortung, enthält verständlichere Formulierungen und entlastet die Kommunen.Weitergehende Erleichterungen bei Baugenehmigungen, wie z. B. bei einer nachträglichen energetischen Sanierung, werden ermöglicht.Kleine Windkraftanlagen werden in bestimmten Gebieten verfahrensfrei gestellt.Traditionell ist auch dieser Textausgabe eine Kurzkommentierung beigefügt, die auf alle wesentlichen Aspekte des Bauordnungsrechts in Schleswig-Holstein eingeht.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TSTA4A4U8G5-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TSTA4A4U8G5-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TSTA4A4U8G5-9f17d924daed1b-570-420-1;9783555018546;0;42.00;1;pc;11;;;;0TTTDHM3N362;Sprachlernhabitus und Bedeutungskonstruktion beim Fremdsprachenlernen;56.95;https://www.dodax.de/de-de/dp/TTTDHM3N362/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Pädagogik / Schulpädagogik, Didaktik & Methodik;Was beeinflusst den Fremdspracherwerb? Bisher wurde die Antwort auf diese Frage meist im Lernenden oder im jeweiligen Lernkontext gesucht. Die Trennung zwischen externen und internen Einflussfaktoren muss jedoch aufgegeben werden, wenn man davon ausgeht, dass erstere erst internalisiert werden müssen, bevor sie wirksam werden können. Als Brücke zwischen beiden entwickelt die Autorin das Konzept des Sprachlernhabitus und bettet es in ein systemdynamisch-konstruktivistisches Modell des visuell-stimulierten Wortschatzerwerbs ein, dessen Erklärungskraft sie in einer methodisch aufwendigen empirischen Studie überprüft. Die Arbeit gibt einen Einblick in das komplexe Zusammenspiel von Kognition, Emotion, Motivation und sozialer Umwelt der Lernenden beim Fremdspracherwerb. Aus den Ergebnissen werden abschließend Empfehlungen für das institutionalisierte Fremdsprachenlehren abgeleitet.;Was beeinflusst den Fremdspracherwerb? Bisher wurde die Antwort auf diese Frage meist im Lernenden oder im jeweiligen Lernkontext gesucht. Die Trennung zwischen externen und internen Einflussfaktoren muss jedoch aufgegeben werden, wenn man davon ausgeht, dass erstere erst internalisiert werden müssen, bevor sie wirksam werden können. Als Brücke zwischen beiden entwickelt die Autorin das Konzept des Sprachlernhabitus und bettet es in ein systemdynamisch-konstruktivistisches Modell des visuell-stimulierten Wortschatzerwerbs ein, dessen Erklärungskraft sie in einer methodisch aufwendigen empirischen Studie überprüft. Die Arbeit gibt einen Einblick in das komplexe Zusammenspiel von Kognition, Emotion, Motivation und sozialer Umwelt der Lernenden beim Fremdspracherwerb. Aus den Ergebnissen werden abschließend Empfehlungen für das institutionalisierte Fremdsprachenlehren abgeleitet.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TTTDHM3N362-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TTTDHM3N362-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TTTDHM3N362-9f17d924daed1b-570-420-1;9783631618936;0;56.95;1;pc;11;;;;0TUB87RMKJA1;Aktiv verkaufen am Telefon;39.99;https://www.dodax.de/de-de/dp/TUB87RMKJA1/;Bücher / Sozialwissenschaften, Recht & Wirtschaft / Wirtschaft / Management;Was macht Telefonverkäufer erfolgreich? Erstens die richtige Einstellung und zweitens die richtigen Techniken und Methoden - so die Vertriebs- und Kommunikationsexperten Ricarda Zartmann und Lothar Stempfle. "Aktiv verkaufen am Telefon" zeigt, wie es gelingt, sich optimal auf Gesprächspartner einzu stellen, und begleitet den Leser Schritt für Schritt durch die Phasen eines telefonischen Verkaufsgesprächs. Telefonverkäufer und Call Center Agents erfahren, wie sie sich professionell auf das Telefonat vorbereiten, die Phasen des Gesprächs erfolgreich gestalten und den Kontakt gezielt nachbereiten. Mit Beispielskripten und konkreten Tipps für die wichtigsten Gesprächssituationen am Telefon: Neukundenakquisition, Terminvereinbarung, Nachfassen von Angeboten, Preisgespräche, Reklamationsgespräche, Kundenrückgewinnung und Mahngespräche.Ein wertvoller Praxisleitfaden für alle, die professionell telefonieren und ihre Verkaufsquote am Telefon dauerhaft verbessern wollen.Neu in der 2. Auflage: Kundengewinnung mit Provozierendem Problemlösungsverkauf;Was macht Telefonverkäufer erfolgreich? Erstens die richtige Einstellung und zweitens die richtigen Techniken und Methoden - so die Vertriebs- und Kommunikationsexperten Ricarda Zartmann und Lothar Stempfle. "Aktiv verkaufen am Telefon" zeigt, wie es gelingt, sich optimal auf Gesprächspartner einzu stellen, und begleitet den Leser Schritt für Schritt durch die Phasen eines telefonischen Verkaufsgesprächs. Telefonverkäufer und Call Center Agents erfahren, wie sie sich professionell auf das Telefonat vorbereiten, die Phasen des Gesprächs erfolgreich gestalten und den Kontakt gezielt nachbereiten. Mit Beispielskripten und konkreten Tipps für die wichtigsten Gesprächssituationen am Telefon: Neukundenakquisition, Terminvereinbarung, Nachfassen von Angeboten, Preisgespräche, Reklamationsgespräche, Kundenrückgewinnung und Mahngespräche.Ein wertvoller Praxisleitfaden für alle, die professionell telefonieren und ihre Verkaufsquote am Telefon dauerhaft verbessern wollen.Neu in der 2. Auflage: Kundengewinnung mit Provozierendem Problemlösungsverkauf;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUB87RMKJA1-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUB87RMKJA1-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUB87RMKJA1-9f17d924daed1b-570-420-1;9783658029890;0;39.99;1;pc;11;;;;0TUC0U8R0V41;Die Mythologie in den nichtmythologischen Dichtungen Ovids;103.95;https://www.dodax.de/de-de/dp/TUC0U8R0V41/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Sprach- & Literaturwissenschaften / Klassische Sprach- & Literaturwissenschaft;;;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUC0U8R0V41-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUC0U8R0V41-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUC0U8R0V41-9f17d924daed1b-570-420-1;9783631441664;0;103.95;1;pc;11;;;;0TUGSF6S3KBI;Understanding Network Hacks;44.73;https://www.dodax.de/de-de/dp/TUGSF6S3KBI/;Bücher / Naturwissenschaften, Medizin, Informatik & Technik / Informatik & EDV / Netzwerke;This book explains how to see one's own network through the eyes of an attacker, to understand their techniques and effectively protect against them. Through Python code samples the reader learns to code tools on subjects such as password sniffing, ARP poisoning, DNS spoofing, SQL injection, Google harvesting and Wifi hacking. Furthermore the reader will be introduced to defense methods such as intrusion detection and prevention systems and log file analysis by diving into code.;This book explains how to see one's own network through the eyes of an attacker, to understand their techniques and effectively protect against them. Through Python code samples the reader learns to code tools on subjects such as password sniffing, ARP poisoning, DNS spoofing, SQL injection, Google harvesting and Wifi hacking. Furthermore the reader will be introduced to defense methods such as intrusion detection and prevention systems and log file analysis by diving into code.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUGSF6S3KBI-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUGSF6S3KBI-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUGSF6S3KBI-9f17d924daed1b-570-420-1;9783662444368;0;44.73;1;pc;11;;;;0TUINTJRIPV9;Bilder der Mathematik;27.99;https://www.dodax.de/de-de/dp/TUINTJRIPV9/;Bücher / Sachbücher / Natur & Technik / Naturwissenschaft;Wie sieht eine Kurve aus, die die ganze Ebene oder den Raum vollständig ausfüllt? Kann man einen Polyeder flexibel bewegen, ja sogar umstülpen? Was ist die projektive Ebene oder der vierdimensionale Raum? Gibt es Seifenblasen, die keine runden Kugel sind? Wie kann man die komplizierte Struktur von Strömungen besser verstehen?In diesem Buch erleben Sie die Mathematik von ihrer anschaulichen Seite und finden faszinierende und bisher nie gesehene Bilder, die Ihnen illustrative Antworten zu all diesen Fragestellungen geben. Zu allen Bildern gibt es kurze Erklärungstexte, viele Literaturhinweise und jede Menge Web-Links.Das Buch ist für alle Freunde der Mathematik, die nicht nur trockenen Text und endlose Formeln sehen wollen. Vom Schüler zum Lehrer, vom Studenten zum Professor. Es soll sie alle inspirieren und anregen, sich mit diesem oder jenem vermeintlich nur Insidern vorbehaltenem Thema zu beschäftigen. Lernen Sie die Mathematik von einer ganz neuen und bunten Seite kennen.Die Neuauflage ist vollständig durchgesehen und um acht Doppelseiten mit neuen und spektakulären Bildern ergänzt.Stimmen zur 1. Auflage:"Die durchweg exzellenten grafischen Veranschaulichungen geben gute Beispiele, wie man elegant und sauber argumentiert. Möge dieses Buch viele Leserinnen und Leser zur Mathematik verführen." c't 17/09"In den 'Bildern der Mathematik' kann man nach Herzenslust schmökern. Denn die einzelnen Mathematik-Häppchen und kleinen Geschichten sind zwar thematisch geordnet, bauen aber nicht aufeinander auf. So ist dieses Buch - für ein mathematisches Sachbuch sicher erstaunlich - sogar für den Nachttisch geeignet." Deutschlandradio Kultur;Wie sieht eine Kurve aus, die die ganze Ebene oder den Raum vollständig ausfüllt? Kann man einen Polyeder flexibel bewegen, ja sogar umstülpen? Was ist die projektive Ebene oder der vierdimensionale Raum? Gibt es Seifenblasen, die keine runden Kugel sind? Wie kann man die komplizierte Struktur von Strömungen besser verstehen?In diesem Buch erleben Sie die Mathematik von ihrer anschaulichen Seite und finden faszinierende und bisher nie gesehene Bilder, die Ihnen illustrative Antworten zu all diesen Fragestellungen geben. Zu allen Bildern gibt es kurze Erklärungstexte, viele Literaturhinweise und jede Menge Web-Links.Das Buch ist für alle Freunde der Mathematik, die nicht nur trockenen Text und endlose Formeln sehen wollen. Vom Schüler zum Lehrer, vom Studenten zum Professor. Es soll sie alle inspirieren und anregen, sich mit diesem oder jenem vermeintlich nur Insidern vorbehaltenem Thema zu beschäftigen. Lernen Sie die Mathematik von einer ganz neuen und bunten Seite kennen.Die Neuauflage ist vollständig durchgesehen und um acht Doppelseiten mit neuen und spektakulären Bildern ergänzt.Stimmen zur 1. Auflage:"Die durchweg exzellenten grafischen Veranschaulichungen geben gute Beispiele, wie man elegant und sauber argumentiert. Möge dieses Buch viele Leserinnen und Leser zur Mathematik verführen." c't 17/09"In den 'Bildern der Mathematik' kann man nach Herzenslust schmökern. Denn die einzelnen Mathematik-Häppchen und kleinen Geschichten sind zwar thematisch geordnet, bauen aber nicht aufeinander auf. So ist dieses Buch - für ein mathematisches Sachbuch sicher erstaunlich - sogar für den Nachttisch geeignet." Deutschlandradio Kultur;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUINTJRIPV9-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUINTJRIPV9-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/TUINTJRIPV9-9f17d924daed1b-570-420-1;9783662434161;0;27.99;1;pc;11;;;;0TVDH8U7J41H;Zaubergarten Biologie;24.90;https://www.dodax.de/de-de/dp/TVDH8U7J41H/;Bücher / Sachbücher / Natur & Technik / Naturwissenschaft;Der weltbekannte Chemiker und Biologe Gottfried Schatz beschreibt in 19 Essays biologische Phänomene, die unser Menschenbild prägen. Er denkt über die Anfänge des Lebens nach, stellt Überlegungen zu Energieknappheit und Wissensspeicherung auf Datenträgern an und betrachtet chemische Körperprozesse durch die Lupe des allumfassend gebildeten Wissenschaftlers. Dabei sind You Could Look It Up - neues Buch ID: 735c2356ae050b94724f95ee73e79e63 Knowledge is of two kinds," said Samuel Johnson in 1775. "We know a subject ourselves, or we know where we can find information upon it." Today we think of Wikipedia as the source of all information, the ultimate reference. Yet it is just the latest in a long line of aggregated knowledge--reference works that have shaped the way we've seen the world for centuries.You Could Look It Up chronicles the captivating stories behind these great works and their contents, and the way they have influenced each other. From The Code of Hammurabi, the earliest known compendium of laws in ancient Babylon almost two millennia before Christ to Pliny's Natural History, from the 11th-century Domesday Book recording land holdings in England to Abraham Ortelius's first atlas of the world, from Samuel Johnson's A Dictionary of the English Language to The Whole Earth Catalog to Google, Jack Lynch illuminates the human stories and accomplishment behind each, as well as its enduring impact on civilization. In the process, he offers new insight into the value of knowledge.;"Knowledge is of two kinds," said Samuel Johnson in 1775. "We know a subject ourselves, or we know where we can find information upon it." Today we think of Wikipedia as the source of all information, the ultimate reference. Yet it is just the latest in a long line of aggregated knowledge--reference works that have shaped the way we've seen the world for centuries.You Could Look It Up chronicles the captivating stories behind these great works and their contents, and the way they have influenced each other. From The Code of Hammurabi, the earliest known compendium of laws in ancient Babylon almost two millennia before Christ to Pliny's Natural History, from the 11th-century Domesday Book recording land holdings in England to Abraham Ortelius's first atlas of the world, from Samuel Johnson's A Dictionary of the English Language to The Whole Earth Catalog to Google, Jack Lynch illuminates the human stories and accomplishment behind each, as well as its enduring impact on civilization. In the process, he offers new insight into the value of knowledge.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42ARJ3MQCS5-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42ARJ3MQCS5-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42ARJ3MQCS5-9f17d924daed1b-570-420-1;9780802777522;0;27.21;1;pc;11;;;;042EBOHJMJ5V;Pro Oracle Identity and Access Management Suite;43.47;https://www.dodax.de/de-de/dp/42EBOHJMJ5V/;Bücher / Naturwissenschaften, Medizin, Informatik & Technik / Informatik & EDV / Anwendungs-Software;This book presents a process-based approach to implementing Oracle's Identity and Access Management Suite. Learn everything from basic installation through to advanced topics such as leveraging Oracle Virtual Directory and Identity Federation. Also covered is integrating with applications such as Oracle E-Business Suite and WebCenter Content. Pro Oracle Identity and Access Management Suit e provides real world implementation examples that make up a valuable resource as you plan and implement the product stack in your own environment. The book and the examples are also useful post-installation as your enterprise begins to explore the capabilities that Identity Management Suite provides.Implementing an identity management system can be a daunting project. There are many aspects that must be considered to ensure the highest availability and high integration value to the enterprise business units. Pro Oracle Identity and Access Management Suite imparts the information needed to leverage Oracle's Identity and Access Management suite and provide the level of service your organization demands. Show results to leadership by learning from example how to integrate cross-domain authentication using identity federation, how to allow user self-service capabilities across multiple directories with Virtual Directory, and how to perform the many other functions provided by Oracle Identity and Access Management Suite.Presents an example-based installation and configuration of the entire Oracle Identity and Access Management Suite, including high-availability and performance-tuning concepts. Demonstrates Identity Federation, Virtual Directory, Fusion Middleware Integration, and Integration with Oracle Access Manager.Introduces concepts such as Split Profiles for Identity Manager, MultiFactor authentication with Oracle Adaptive Access Manager, and Self Service Portals.;This book presents a process-based approach to implementing Oracle's Identity and Access Management Suite. Learn everything from basic installation through to advanced topics such as leveraging Oracle Virtual Directory and Identity Federation. Also covered is integrating with applications such as Oracle E-Business Suite and WebCenter Content. Pro Oracle Identity and Access Management Suit e provides real world implementation examples that make up a valuable resource as you plan and implement the product stack in your own environment. The book and the examples are also useful post-installation as your enterprise begins to explore the capabilities that Identity Management Suite provides.Implementing an identity management system can be a daunting project. There are many aspects that must be considered to ensure the highest availability and high integration value to the enterprise business units. Pro Oracle Identity and Access Management Suite imparts the information needed to leverage Oracle's Identity and Access Management suite and provide the level of service your organization demands. Show results to leadership by learning from example how to integrate cross-domain authentication using identity federation, how to allow user self-service capabilities across multiple directories with Virtual Directory, and how to perform the many other functions provided by Oracle Identity and Access Management Suite.Presents an example-based installation and configuration of the entire Oracle Identity and Access Management Suite, including high-availability and performance-tuning concepts. Demonstrates Identity Federation, Virtual Directory, Fusion Middleware Integration, and Integration with Oracle Access Manager.Introduces concepts such as Split Profiles for Identity Manager, MultiFactor authentication with Oracle Adaptive Access Manager, and Self Service Portals.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42EBOHJMJ5V-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42EBOHJMJ5V-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42EBOHJMJ5V-9f17d924daed1b-570-420-1;9781484215227;0;43.47;1;pc;11;;;;042OG3SN2Q15;Church in an Age of Global Migration;76.30;https://www.dodax.de/de-de/dp/42OG3SN2Q15/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Religion & Theologie / Allgemeines & Lexika;Migration has become a defining feature of the contemporary age. It has brought about significant changes in political, economic, social, and religious landscapes. This volume explores a question that has been little considered to date: how are churches being transformed in the face of global migration? The book features contributors from diverse national, denominational, cultural, professional, and linguistic backgrounds. Their essays reveal the ways in which migrants and the phenomenon of migration expose longstanding gaps and failings within Christian communities. However, the prevalence of migration and migrants simultaneously opens up fresh possibilities for churches to grow, renew, becoming more authentic, dynamic, and diverse. Church in an Age of Global Migration presents a collage of embodied ecclesial practices, understandings, and realities that have emerged and are continuing to develop in the face of global migration. Committed to transnational and ecumenical dialogue, and to integrating practical and theoretical perspectives, this volume is the first to offer an in-depth analysis of the ways in which churches are being changed by migrants.;Migration has become a defining feature of the contemporary age. It has brought about significant changes in political, economic, social, and religious landscapes. This volume explores a question that has been little considered to date: how are churches being transformed in the face of global migration? The book features contributors from diverse national, denominational, cultural, professional, and linguistic backgrounds. Their essays reveal the ways in which migrants and the phenomenon of migration expose longstanding gaps and failings within Christian communities. However, the prevalence of migration and migrants simultaneously opens up fresh possibilities for churches to grow, renew, becoming more authentic, dynamic, and diverse. Church in an Age of Global Migration presents a collage of embodied ecclesial practices, understandings, and realities that have emerged and are continuing to develop in the face of global migration. Committed to transnational and ecumenical dialogue, and to integrating practical and theoretical perspectives, this volume is the first to offer an in-depth analysis of the ways in which churches are being changed by migrants.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42OG3SN2Q15-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42OG3SN2Q15-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/42OG3SN2Q15-9f17d924daed1b-570-420-1;9781349556168;0;76.30;1;pc;11;;;;0431P4P22EFP;Implementing DirectAccess with Windows Server 2016;43.56;https://www.dodax.de/de-de/dp/431P4P22EFP/;Bücher / Naturwissenschaften, Medizin, Informatik & Technik / Informatik & EDV / Informatik;Learn how to design, plan, implement, and support a secure remote access solution using DirectAccess in Windows Server 2016. Remote Access has been included in the Windows operating system for many years. With each new operating system release, new features and capabilities have been included to allow network engineers and security administrators to provide remote access in a secure and cost-effective manner.DirectAccess in Windows Server 2016 provides seamless and transparent, always on remote network connectivity for managed Windows devices. DirectAccess is built on commonly deployed Windows platform technologies and is designed to streamline and simplify the remote access experience for end users. In addition, DirectAccess connectivity is bidirectional, allowing administrators to more effectively manage and secure their field-based assets.Implementing DirectAccess with Windows Server 2016 provides a high-level overview of how DirectAccess works. The vision and evolution of DirectAccess are outlined and business cases and market drivers are explained. DirectAccess is evaluated against traditional VPN and this book describes the Windows platform technologies that underpin this solution. In addition, this book:Explains how the technology works and the specific IT pain points that it addressesIncludes detailed, prescriptive guidance for those tasked with implementing DirectAccess using Windows Server 2016Addresses real-world deployment scenarios for small and large organizationsContains valuable tips, tricks, and implementation best practices for security and performance What you'll learnA high-level understanding of the various remote access technologies included in Windows Server 2016.Common uses cases for remote access, and how best to deploy them in a secure, stable, reliable, and highly available manner.Valuable insight in to design best practices and learn how to implement DirectAccess and VPN with Windows Server 2016 according to deployment best practices.Who This Book Is ForIT administrators, network, and security administrators and engineers, systems management professionals, compliance auditors, and IT executive management (CIO, CISO) are the target audience for this title.;Learn how to design, plan, implement, and support a secure remote access solution using DirectAccess in Windows Server 2016. Remote Access has been included in the Windows operating system for many years. With each new operating system release, new features and capabilities have been included to allow network engineers and security administrators to provide remote access in a secure and cost-effective manner.DirectAccess in Windows Server 2016 provides seamless and transparent, always on remote network connectivity for managed Windows devices. DirectAccess is built on commonly deployed Windows platform technologies and is designed to streamline and simplify the remote access experience for end users. In addition, DirectAccess connectivity is bidirectional, allowing administrators to more effectively manage and secure their field-based assets.Implementing DirectAccess with Windows Server 2016 provides a high-level overview of how DirectAccess works. The vision and evolution of DirectAccess are outlined and business cases and market drivers are explained. DirectAccess is evaluated against traditional VPN and this book describes the Windows platform technologies that underpin this solution. In addition, this book:Explains how the technology works and the specific IT pain points that it addressesIncludes detailed, prescriptive guidance for those tasked with implementing DirectAccess using Windows Server 2016Addresses real-world deployment scenarios for small and large organizationsContains valuable tips, tricks, and implementation best practices for security and performance What you'll learnA high-level understanding of the various remote access technologies included in Windows Server 2016.Common uses cases for remote access, and how best to deploy them in a secure, stable, reliable, and highly available manner.Valuable insight in to design best practices and learn how to implement DirectAccess and VPN with Windows Server 2016 according to deployment best practices.Who This Book Is ForIT administrators, network, and security administrators and engineers, systems management professionals, compliance auditors, and IT executive management (CIO, CISO) are the target audience for this title.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/431P4P22EFP-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/431P4P22EFP-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/431P4P22EFP-9f17d924daed1b-570-420-1;9781484220580;0;43.56;1;pc;11;;;;03ADB8JSKR7I;Beethoven: The Complete Masterworks, Vol. 30;8.95;https://www.dodax.de/de-de/dp/3ADB8JSKR7I/;Musik / Klassik / Konzerte, Sinfonien & Orchestermusik;;;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/3ADB8JSKR7I-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/3ADB8JSKR7I-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/3ADB8J Investing the Templeton Way - neues Buch ID: 127141e0bc2ff103d201d8fbd54def61 To buy when others are despondently selling and to sell when others are avidly buying requires the greatest fortitude and pays the greatest ultimate rewards."-Sir John TempletonCalled the "greatest stock picker of the century" by Money magazine, legendary fund manager Sir John Templeton is revered as one of the world's premiere value investors, widely known for pioneering global investing and out-performing the stock market over a five-decade span. Investing the Templeton Way provides a never-before-seen glimpse into Sir John's timeless principles and methods.Beginning with a review of the methods behind Sir John's proven investment selection process, Investing the Templeton Way provides historical examples of his most successful trades and explains how today's investors can apply Sir John's winning approaches to their own portfolios. Detailing his most well-known principle investing at the point of maximum pessimism- this book outlines the techniques Sir John has used throughout his career to identify such points and capitalize on them.Among the lessons to be learned:Discover how to keep a cool head when other investors overreact to bad newsBecome a bargain stock hunter like Sir John-buy the stocks emotional sellers wish to unload and sell them what they are desperate to buySearch worldwide to expand your bargain inventoryProtect your portfolio from yourself through diversificationRely on quantitative versus qualitative reasoning when it comes to selecting stocksAdopt a virtuous investment strategy that will endure in all market conditions;"To buy when others are despondently selling and to sell when others are avidly buying requires the greatest fortitude and pays the greatest ultimate rewards."-Sir John TempletonCalled the "greatest stock picker of the century" by Money magazine, legendary fund manager Sir John Templeton is revered as one of the world's premiere value investors, widely known for pioneering global investing and out-performing the stock market over a five-decade span. Investing the Templeton Way provides a never-before-seen glimpse into Sir John's timeless principles and methods.Beginning with a review of the methods behind Sir John's proven investment selection process, Investing the Templeton Way provides historical examples of his most successful trades and explains how today's investors can apply Sir John's winning approaches to their own portfolios. Detailing his most well-known principle investing at the point of maximum pessimism- this book outlines the techniques Sir John has used throughout his career to identify such points and capitalize on them.Among the lessons to be learned:Discover how to keep a cool head when other investors overreact to bad newsBecome a bargain stock hunter like Sir John-buy the stocks emotional sellers wish to unload and sell them what they are desperate to buySearch worldwide to expand your bargain inventoryProtect your portfolio from yourself through diversificationRely on quantitative versus qualitative reasoning when it comes to selecting stocksAdopt a virtuous investment strategy that will endure in all market conditions;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8J79CK12PR3-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8J79CK12PR3-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8J79CK12PR3-9f17d924daed1b-570-420-1;9780071545631;0;50.54;1;pc;11;;;;08L0DVCQQAO8;Besame Mucho;11.12;https://www.dodax.de/de-de/dp/8L0DVCQQAO8/;Musik / New Age;;;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8L0DVCQQAO8-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8L0DVCQQAO8-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8L0DVCQQAO8-9f17d924daed1b-570-420-1;9007686000295;0;11.12;1;pc;11;;;;08LRLTOV3B9D;Babydecke "Wal/Streifen" filz 70/90cm;18.14;https://www.dodax.de/de-de/dp/8LRLTOV3B9D/;Büro & Schule / Sonstiges;;;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8LRLTOV3B9D-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8LRLTOV3B9D-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8LRLTOV3B9D-9f17d924daed1b-570-420-1;9007213168719;0;18.14;1;pc;11;;;;08MO83F1P928;A History of Europe in the Modern World;63.45;https://www.dodax.de/de-de/dp/8MO83F1P928/;Bücher / Geisteswissenschaften, Kunst, Musik / Geschichte / Allgemeines & Lexika;As the new title reflects, Palmer's A History of Europe in the Modern World maintains its well-established historical authority, while focusing more specifically on Europe's prominent role in modern global exchanges, nation building, transnational commercial systems, colonial empires, and cultural transitions. Combining concise accounts of specific nations and national differences with a wide-ranging, comparative analysis of international events, this updated edition of a classic text carefully examines the whole modern history of Europeans and their perpetually changing societies.;As the new title reflects, Palmer's A History of Europe in the Modern World maintains its well-established historical authority, while focusing more specifically on Europe's prominent role in modern global exchanges, nation building, transnational commercial systems, colonial empires, and cultural transitions. Combining concise accounts of specific nations and national differences with a wide-ranging, comparative analysis of international events, this updated edition of a classic text carefully examines the whole modern history of Europeans and their perpetually changing societies.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MO83F1P928-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MO83F1P928-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MO83F1P928-9f17d924daed1b-570-420-1;9780071315562;0;63.45;1;pc;11;;;;08MV0LV3UGHP;Samsung SyncMaster LU28E85 28" UHD;437.97;https://www.dodax.de/de-de/dp/8MV0LV3UGHP/;Elektronik / Computer / Monitore ;Entdecken Sie die Details beeindruckender UHD-Bildqualität Der Samsung UE850 UHD-Monitor bietet eine beeindruckende Ultra HD-Bildqualität, die sich perfekt für verschiedenste professionelle Anwendungen eignet. Kreative wie analytische Aufgaben profitieren von den hervorragenden hochauflösenden Bildern, die durch verblüffende 8 Millionen Pixel noch verstärkt werden und so noch mehr Details preisgeben. Die Bilder werden in einer Auflösung geliefert, die vier Mal so hoch ist wie bei Full HD, und sorgen für eine zuvor unterreichte Bildschirmschärfe am Arbeitsplatz. Mit der Schärfe von Ultra High Definition am Arbeitsplatz erreichen Sie mehr Komfort und höhere Produktivität. Erleben Sie Milliarden von unglaublich leuchtenden Farben und die höchste Helligkeitsstufe - 1 Milliarde Farben: Mit 64 Mal mehr Farben wie bei herkömmlichen Monitoren werden die Bilder derart detailgetreu, exakt und natürlich, dass es Ihnen den Atem verschlagen wird. - Höchste Helligkeitsstufe: Die höchste Helligkeit von 370 cd/m² macht die Bilder plastischer und gestochen scharf. Leistungsstarke Multitasking-Funktionen für maximale Produktivität - PBP: Mithilfe von Picture-by-Picture können Sie zwei verschiedene Eingangsquellen auf einem Bildschirm darstellen und dabei die Bildqualität des Originals beibehalten. - PIP 2.0: Führen Sie Multitasking durch, während Sie sich verschiedenste Inhalte ansehen. Dank Unterstützung von noch mehr Eingängen für Picture-in-Picture 2.0 ist das jetzt möglich. Ändern Sie die Größe des zweiten Bildes auf bis zu 25% des Bildschirms und positionieren Sie es dort, wo Sie möchten. Selbst die Soundeinstellungen können mit Leichtigkeit kontrolliert werden. Ein professioneller ergonomischer Monitor für wirklich professionelle Anforderungen - HAS-Fuß: Ein ergonomisch konstruierter HAS-Fuß (Height Adjustable Stand, höhenverstellbarer Fuß) ermöglicht eine flexible Einstellung der Höhe bis zu 130 mm. - 90° Pivot-Funktion und Automatische OSD-Drehung: Ändern Sie die Ausrichtung des Monitors mithilfe der 90°-Pivot-Funktion von Querformat auf Hochformat. Wenn der Bildschirm gedreht wird passt die automatische OSD-Drehung den Bildschirmtext (OSD) an den Bildschirm an. - Tilt-Funktion: Neigen Sie den Bildschirm sanft und problemlos um 20° nach vorn oder 5° nach hinten und genießen Sie den vollen Bildkomfort. - Premium-Design: Mit Premium-Titangehäuse in Silber/Schwarz Metallic in raffinierter matter Ausführung. Angenehm für die Augen und das komfortabelste Seherlebnis aller Zeiten - Eye Saver-Modus: Im Gegensatz zu anderen Farben, die von Bildschirmen ausgestrahlt werden, wirken blaue Lichtwellenlängen stimulierend auf die Netzhaut, wodurch die Augen ermüden. Der Eye Saver-Modus optimiert den Bildkomfort, indem die Ausgabe von blauem Licht durch Tastendruck auf intelligente Weise verringert wird. - Flicker Free: Die Flicker Free-Technologie verringert das Flimmern von Bildschirmen und sorgt für ein angenehmeres Seherlebnis. Tauchen Sie in eine neue Unterhaltungsdimension ein und erleben Sie ungeahnten Komfort - AMD FreeSync: Das Bildschirmaktualisierungsverhältnis wird dynamisch mit der Frame-Rate Ihrer Inhalte synchronisiert und verringert somit die Eingangslatenz auf ein Minimum. Weiters wird die Bildverzerrung und das Ruckeln bei Spielen dramatisch reduziert. - Verbesserte HDMI-Unterstützung: Dank verbessertem HDMI, das UHD-Auflösungen mit einem Aktualisierungsverhältnis von 60 Hz unterstützt, werden 4K-Inhalte problemlos ohne Verzögerung wiedergegeben, selbst wenn AV-Geräte angeschlossen sind. - Spielmodus: Passen Sie die Einstellungen Ihres Monitors mithilfe des On-Screen-Displays im Nu an und erleben Sie eine optimierte Spielerfahrung. Im Spielmodus wird die Helligkeit des Bildes verringert, damit Sie die gesamte Action plastisch mitbekommen. - Schnelle Reaktionszeit von 1 ms: Sehen Sie selbst die schnellsten Bewegungen auf dem Bildschirm scharf und ohne Bewegungsunschärfe, Flackern oder Schatten.;Entdecken Sie die Details beeindruckender UHD-Bildqualität Der Samsung UE850 UHD-Monitor bietet eine beeindruckende Ultra HD-Bildqualität, die sich perfekt für verschiedenste professionelle Anwendungen eignet. Kreative wie analytische Aufgaben profitieren von den hervorragenden hochauflösenden Bildern, die durch verblüffende 8 Millionen Pixel noch verstärkt werden und so noch mehr Details preisgeben. Die Bilder werden in einer Auflösung geliefert, die vier Mal so hoch ist wie bei Full HD, und sorgen für eine zuvor unterreichte Bildschirmschärfe am Arbeitsplatz. Mit der Schärfe von Ultra High Definition am Arbeitsplatz erreichen Sie mehr Komfort und höhere Produktivität. Erleben Sie Milliarden von unglaublich leuchtenden Farben und die höchste Helligkeitsstufe - 1 Milliarde Farben: Mit 64 Mal mehr Farben wie bei herkömmlichen Monitoren werden die Bilder derart detailgetreu, exakt und natürlich, dass es Ihnen den Atem verschlagen wird. - Höchste Helligkeitsstufe: Die höchste Helligkeit von 370 cd/m² macht die Bilder plastischer und gestochen scharf. Leistungsstarke Multitasking-Funktionen für maximale Produktivität - PBP: Mithilfe von Picture-by-Picture können Sie zwei verschiedene Eingangsquellen auf einem Bildschirm darstellen und dabei die Bildqualität des Originals beibehalten. - PIP 2.0: Führen Sie Multitasking durch, während Sie sich verschiedenste Inhalte ansehen. Dank Unterstützung von noch mehr Eingängen für Picture-in-Picture 2.0 ist das jetzt möglich. Ändern Sie die Größe des zweiten Bildes auf bis zu 25% des Bildschirms und positionieren Sie es dort, wo Sie möchten. Selbst die Soundeinstellungen können mit Leichtigkeit kontrolliert werden. Ein professioneller ergonomischer Monitor für wirklich professionelle Anforderungen - HAS-Fuß: Ein ergonomisch konstruierter HAS-Fuß (Height Adjustable Stand, höhenverstellbarer Fuß) ermöglicht eine flexible Einstellung der Höhe bis zu 130 mm. - 90° Pivot-Funktion und Automatische OSD-Drehung: Ändern Sie die Ausrichtung des Monitors mithilfe der 90°-Pivot-Funktion von Querformat auf Hochformat. Wenn der Bildschirm gedreht wird passt die automatische OSD-Drehung den Bildschirmtext (OSD) an den Bildschirm an. - Tilt-Funktion: Neigen Sie den Bildschirm sanft und problemlos um 20° nach vorn oder 5° nach hinten und genießen Sie den vollen Bildkomfort. - Premium-Design: Mit Premium-Titangehäuse in Silber/Schwarz Metallic in raffinierter matter Ausführung. Angenehm für die Augen und das komfortabelste Seherlebnis aller Zeiten - Eye Saver-Modus: Im Gegensatz zu anderen Farben, die von Bildschirmen ausgestrahlt werden, wirken blaue Lichtwellenlängen stimulierend auf die Netzhaut, wodurch die Augen ermüden. Der Eye Saver-Modus optimiert den Bildkomfort, indem die Ausgabe von blauem Licht durch Tastendruck auf intelligente Weise verringert wird. - Flicker Free: Die Flicker Free-Technologie verringert das Flimmern von Bildschirmen und sorgt für ein angenehmeres Seherlebnis. Tauchen Sie in eine neue Unterhaltungsdimension ein und erleben Sie ungeahnten Komfort - AMD FreeSync: Das Bildschirmaktualisierungsverhältnis wird dynamisch mit der Frame-Rate Ihrer Inhalte synchronisiert und verringert somit die Eingangslatenz auf ein Minimum. Weiters wird die Bildverzerrung und das Ruckeln bei Spielen dramatisch reduziert. - Verbesserte HDMI-Unterstützung: Dank verbessertem HDMI, das UHD-Auflösungen mit einem Aktualisierungsverhältnis von 60 Hz unterstützt, werden 4K-Inhalte problemlos ohne Verzögerung wiedergegeben, selbst wenn AV-Geräte angeschlossen sind. - Spielmodus: Passen Sie die Einstellungen Ihres Monitors mithilfe des On-Screen-Displays im Nu an und erleben Sie eine optimierte Spielerfahrung. Im Spielmodus wird die Helligkeit des Bildes verringert, damit Sie die gesamte Action plastisch mitbekommen. - Schnelle Reaktionszeit von 1 ms: Sehen Sie selbst die schnellsten Bewegungen auf dem Bildschirm scharf und ohne Bewegungsunschärfe, Flackern oder Schatten.;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MV0LV3UGHP-9914c068db-64-64-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MV0LV3UGHP-cc42c03d8d-175-175-1;https://c5-static.dodax.com/de-de/dp/8MV0LV3UGHP-9f17d924daed1b-570-420-1;8806086934381;0;437.97;1;pc;11;;;;08OU2HA02NVO;Star Wars Stormtroopers;33.66;https://www.dodax.de/de-de/dp/8OU2HA02NVO/;Bücher / Schule & Lernen / Sonstiges;Introduced in Star Wars (1977), the Imperial Stormtroopers serve as the army of the Galactic Empire, establishing Imperial authority and putting down any revolts. These instantly recognizable, white-clad troopers have become a universal symbol of Star Wars. Underscoring the popularity of the Stormtrooper, an Imperial Stormtrooper helmet from The Empire Strikes Back recently sold at auction for $120,00.00. Just in time for the release of the new film, Star Wars: The Last Jedi, Star ID: 12363479 Design Thinking ab 22.49 € als Taschenbuch: Understanding How Designers Think and Work. Aus dem Bereich: Bücher, Kunst & Musik, Medien > Bücher, Bloomsbury Academic EAN (ISBN-13): 9781847886361 ISBN (ISBN-10): 1847886361 Buch in der Datenbank seit 22.08.2007 19:43:30 Buch zuletzt gefunden am 16.07.2018 09:31:35 ISBN/EAN: 9781847886361 1-84788-636-1, 978-1-84788-636-1 "The Textile Reader", von "Jessica Hemmings (Editor)" (9781847886354) "Design Thinking", von "Nigel Cross" (9781847886378) "The Textile Reader", von "Jessica Hemmings, Jessica Hemmings" (9781847886347) "Hollywood Blockbusters", von "David Sutton" (9781847886392) "Global Denim", von "Daniel Miller" (9781847886323) "Mobile Communications", von "Nicola Green; Leslie Haddon" (9781847886408)
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Shudôkan bedeutet „Ort zum Erlernen (befolgen) des Weges“, ryu bedeutet „Stil“ und Karate-dô „Weg der leeren Hand“. Es ist eine Kampfkunst, die Ihre Wurzeln im alten China hat und aus Okinawa stammt. Dem Interessierten sei an dieser Stelle auf unsere Geschichtsseiten (Geschichte des Karate / Geschichte des Shudokan), verwiesen. Im Gegensatz zu den meisten Karateschulen in Deutschland praktizieren wir kein Wettkampfkarate, sondern konzentrieren uns auf die gesundheitliche Seite und die Selbstverteidigung. Diese Art des Karate ist für jeden geeignet und nicht an irgendwelche körperlichen Fähigkeiten gebunden. Sowohl 18jährige, als auch 60jährige können an unserem Training teilnehmen, da unsere Lehrer jeden individuell unterrichten. Aus diesem Grund kann jeder einzelne seine eigenen Schwerpunkte legen und soweit gehen, wie es für ihn gemäß ist. Die Übungsprinzipien dieses Karatestils verwurzeln tief in der traditionellen chinesischen Medizin und dienen deswegen auch der Gesunderhaltung und Körperübung, bzw. -wahrnehmung. Die meisten modernen krankengymnastischen und sportmedizinischen Prinzipien lassen sich schon in diesen alten Übungen wiederfinden. Als Anfänger wird man zuerst in den grundlegenden Techniken und den einfachen Kata (vorgeschriebener Bewegungsablauf im Raum) unterrichtet und schult so seine motorischen Fähigkeiten und stärkt seinen Körper. Man übt auch schon hier seine Techniken in Partnerübungen, zunächst allerdings ohne starken Körperkontakt, dieser wird erst mit dem jeweiligen Fortschritt des Schülers gesteigert. Mit der Zeit erlernt man mehr Übungen und vertieft das bis dahin gelernte, wobei sich der Fortschritt bei regelmäßigem Training (wir empfehlen mindestens 2-mal in der Woche) von ganz alleine einstellt. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung stellt sich auch, jedoch individuell verschieden, von ganz alleine ein, wobei dies nicht von heute auf morgen möglich ist, sondern mehrere Jahre des Trainings erfordert. Für den weiteren Fortschritt muss man sich auch mit der Vitalpunktlehre, der Kraftübertragung, dem Qi-gong (Arbeit mit der vitalen Energie) und anderen Dingen beschäftigen. In diesem Rahmen bieten wir verschiedene Wochenenden an. Der Dô-Aspekt (Dô ist die Weglehre) wird bei den fortgeschrittenen Schülern vertieft. Hier nimmt die Meditation einen wichtigen Platz ein. Karate ist für die meisten Menschen verbunden mit Wettkampf, so wie es Ihnen in diversen Filmen vorgegaukelt wird. In der Tat gibt es im Karate auch eine große Wettkampfszene, unterstützt durch die Dachverbände wie DKV, DJKB oder SKI. Hier wird meistens Karate auf Wettkampfbasis als Breitensport unterrichtet, nach den Prinzipien der modernen Sportwissenschaft. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass dies nicht der traditionelle Weg des Karateunterrichtes ist, denn vor Beginn des 20. Jahrhunderts war der Kampf zum sportlichen Vergleich im Karate gänzlich unbekannt. Die Techniken mussten nicht gut aussehen und in einem bestimmten Rhythmus ausgeführt werden, sondern sie sollten wirkungsvoll sein und den Gegner möglichst schnell kampfunfähig machen. Hierfür gab es ein hochentwickletes Nahkampfprogramm, das in den Kata verschlüsselt wurde. Erst durch die „Entschärfung“ des traditionellen Karate (Tode) durch Ankoh Itosu, der aus den alten Kata eine Gesundheitsgymnastik für Schulkinder entwickelte und nicht mehr die reale Kampfanwendung unterrichtete (siehe Geschichte des Karate), bestand die Möglichkeit des sportlichen Vergleichs ohne schwerwiegende Folgen. Verbunden mit der in der „modernen“ Zeit aufgekommenden Idee der Leistungsideologie, trat diese Form des Karate ihren Siegeszug um die ganze Welt an. So wurde es dann auch Anfang der 60er in Deutschland eingeführt, in verschieden Verbänden organisiert und zum Breitensport gemacht. Im Wettkampftraining wurde im Laufe der Zeit immer mehr nach „neuesten“ sportwissenschaftlichen Erkenntnissen unterrichtet und die traditionelle Unterichtsform vergessen. Begriffe wie Qi, Energiefluss, Meridiansystem, Kakie, Vitalpunktstimulation oder Meditation standen Mangels Kenntnisse der westlichen Trainer nicht in den Prüfungsordnungen und wurden somit auch nicht vermittelt. Erst in neuerer Zeit beschäftigen sich wieder einige Lehrer mit den klassischen Unterrichtsmethoden und versuchen dem Karate wieder seine alte Form wiederzugeben, die es im Laufe seiner Versportlichung verloren hat. Diese Aspekte des Karates sind viel tiefgreifender und gehen über das normale Arbeitspensum, das ein Freizeitsportler in sein Hobby steckt, weit hinaus. Weder die eine Form des Karate, noch die Andere ist besser, vielmehr sollten Sportkarate und traditionelles Karate nebeneinander in dem Bewusstsein existieren, dass sie die gleichen Wurzeln haben und sich nur unterschiedlich entwickelten, bzw. andere Schwerpunkte setzten. Deutlich wird dies auch an der Umbennung des alten okinawanischen Tode (Technik der Tang, gemeint sind die Chinesen) in Karate (leere Hand, oder aber auch, anders geschrieben, Hand aus China). In diesem Sinne sollte jeder für sich „Sein“ Karate finden und das üben, wo er für sich glücklich wird. Es gibt kein besseres oder schlechteres Karate, sondern schlicht und ergreifend nur Karate. Die Geschichte des Karate lässt sich an vielen Stellen nur lückenhaft nachvollziehen. Teilweise ist man auf Mutmaßungen angewiesen, die vor dem jeweiligen historischen Kontext den meisten Sinn ergeben, letztlich aber nicht belegt sind. Der Herkunftsort des Karate, Okinawa, ist Teil der Ryukyu-Inseln und war in vergangenen Jahrhunderten aufgrund der günstigen Lage zwischen Japan und dem chinesischen Festland einer der wichtigsten Handelsknotenpunkte der Region. Die okinawanische Kultur enthält daher auch Einflüsse aus Japan, China und Thailand. Zur Zeit der chinesischen Tang Dynastie (618-907) florierte vor allem der Handel zwischen China und Okinawa. In Japan entwickelte sich das Interesse für chinesische Waren erst später während der Ming Dynastie (1368-1664), was die Handelskontakte zu Okinawa intensivierte. Von den drei Königreichen Hokuzan („Nördliche Berge“), Chūzan („Zentrale Berge“) und Nanzan („Südliche Berge“) erwies sich Chūzan als das stärkste. König Hashi einte die Insel Okinawa im Jahr 1429 erstmals und begründete die erste Shō-Dynastie, die von den chinesischen Machthabern der Ming-Dynastie anerkannt wurde und diesen Tribut entrichtete. Nach der Niederlage des japanischen Shimazu-Clans gegen den Tokugawa-Clan im Jahr 1609 wurde den Shimazu erlaubt, auszuweichen und Okinawa zu besetzen. Aufgrund eines königlichen Befehls widersetzten sich die Einwohner den Invasoren nicht. Sie verloren zahlreiche Schätze und mussten fortan nicht nur China, sondern auch Japan Tribut leisten. Seitdem war Okinawa nie mehr unabhängig und wurde nach und nach immer stärker an Japan gebunden. Im Jahr 1872 wurde Okinawa zum „Han“ (Lehen) und 1879 schließlich zur japanischen Provinz erklärt. Während der Tang-Ära bestanden auf Okinawa bereits lokale Traditionen des unbewaffneten Kampfes, die als „Tegumi“ (手組) bezeichnet werden, was übersetzt „greifende Hände” bedeutet. Der Karate-Lehrer Anko Itosu (1832 – 1916) hielt es für möglich, dass die traditionellen okinawanischen Tänze „Moikata“ eine Frühform des Tegumi darstellten. Mit den Handelsbeziehungen der Tang-Ära fand auch ein kultureller Austausch mit China statt. Dabei fanden chinesische Einflüsse ihren Weg in das Tegumi, das mutmaßlich seit dieser Zeit auch Tôde (唐手) „Hand der Tang” genannt wurde. Dabei ist zu beachten, dass „Tôde“ die Diktion der früheren okinawanischen Landessprache Uchinaguchi ist. Japanisch werden die Schriftzeichen „Karate” ausgesprochen und bedeuten übersetzt „Hand aus China“. Im Jahr 1392 entsandte der chinesische Kaiser Zhu Yuanzhang zur Festigung der Beziehungen und zur weiteren Entwicklung der Insel 36 Familien aus Fujian nach Okinawa. Es ist davon auszugehen, dass zumindest einige Personen aus diesen Familien in den Kampfmethoden ihrer Heimat ausgebildet waren. Das nächste einschneidende Ereignis in der Historie Okinawas war die bereits erwähnte Invasion der Shimazu im Jahr 1609. Einigen Angaben zufolge erließen die japanischen Eroberer ein Waffenverbot, aufgrund dessen auch waffenlose Kampfkünste nur noch heimlich geübt werden konnten. Dieses angebliche Verbot ist allerdings historisch nicht belegt. Der Historiker Mitsugu Sakihara legt in „A Brief History of Early Okinawa“ dar, dass dieser Annahme wahrscheinlich ein Übersetzungsfehler durch Ifa Fuyu zugrunde liegt, der eine Inschrift auf einem Monument zu Ehren König Sho Shins falsch interpretiert hat. Auf Okinawa regierte Erbadel, welcher – im Gegensatz zum Kriegeradel in Japan – keinerlei Waffen zur Untermauerung seiner Macht nutzen musste. Anko Asato verwies zudem darauf, dass die Regierung in der Hauptstadt Shuri die öffentliche Ausübung von „Bujutsu“ ausdrücklich gestattete. Nichtsdestotrotz hatten die Shimazu einen bedeutsamen Einfluss auf die Kampfkünste Okinawas. Sie brachten ihre Schwertschule, das Jigen Ryu, nach Shuri. In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist Togo Shigemasa (1604-1659), der zusätzlich für Personen, die nicht dem Stand der Samurai angehörten und daher kein Schwert führen durften, einen „Stocktanz“ (Bô Odori) einführte, bei dem Stöcke (Bô) und landwirtschaftliche Geräte zum Einsatz kamen, darunter: Rokushaku Bô, Sanshaku Bô, Tenbin Bô, Ro (Ruder), Shakuhachi (Flöte), Kama (Sichel), Ono (Axt), Suki (Hacke) und Kuwa (Spaten). Es ist anzunehmen, dass dies einer der Ursprünge des Kobudo ist, der bewaffneten Schwesterkunst des Karate. Anzumerken ist auch, dass die Methode der Makiwara-Übung (Schläge und Stöße gegen einen Holzpfahl) im Karate sowohl dem Tategi Uchi des Jigen Ryu, als auch den Übungen am Mu Ren Zhuang („Hölzerner-Mann-Pfahl“, 木人樁) in den chinesischen Künsten gleicht. Laut Anko Asato wurden zudem die Traditionen des Jigen Ryu spätestens seit dem Zeitpunkt um das Jahr 1700 herum durch Haebaru Oyakata auch an Okinawaner unterrichtet. Die erste schriftliche Erwähnung des Karate ist in dem 1762 von Tobe Ryoen verfassten „Oshima Hikki“ (大島筆記) zu finden. Diese „Notizen von Oshima“ behandeln einen Schiffbruch nahe Tosa und erwähnen einen besonderen Immigranten: den Chinesen Koshankin, welcher als „Kumiaijutsu“ bezeichnete „Grifftechniken“ demonstrierte. Allerdings bleibt seine Person weitgehend im Dunkeln – so ist nicht einmal bekannt, ob Koshankin ein Name oder Titel ist. Sicher ist lediglich, dass eine der bedeutendsten Kata des Karate, die „Kushanku“ mit ihren zahlreichen Varianten (Chibana, Takemura, Shiho, Yara, Dai, Sho) auf ihn zurückgeht. Ein bekannter Schüler des Koshankin war Kanga „Tôde“ Sakugawa (1733-1815). Laut Bishop trainierte er 6 Jahre unter ihm und begann danach, Tôde am Hof in Shuri zu unterrichten. Berühmtester Schüler von Sakugawa ist der Offizier Matsumura „Bushi“ Sokon (1797-1889), der schließlich auch den „Menkyo Kaiden“ (höchster Grad der Meisterschaft) erlangte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt lassen sich zwei große Richtungen des Karate auf Okinawa beschreiben: Shorin Ryu in Shuri und Shorei Ryu in Naha. Während in Shuri der japanische Einfluss durch die Shimazu stark war, wurde Naha aufgrund des Handelshafens eher durch chinesische Einflüsse geprägt. Teilweise wird behauptet, das Shorin Ryu eher für dünne und schwache Personen, Shorei Ryu dagegen für große und kräftige geeignet sei. Diese Interpretation geht auf einen Bericht von Anko Asato zurück, der die Übungen der Mittelschüler in Shuri und Naha miteinander verglich. Letztlich dürfte dies jedoch wohl auf einer Fehleinschätzung beruhen, wie auch die Betrachtung heutiger Kata der Nachfolgelinien (Goju Ryu für Shorei, Shotokan für Shorin) zeigt. Dabei spricht Einiges dafür, dass in Shuri das Prinzip des Gamaku (Fallen des Zentrums) in den Vordergrund der Übung gestellt wurde, während in Naha der Schwerpunkt auf Chinkuchi (Halten der Struktur) lag. Möglicherweise liegen diesen Kategorisierungen aber auch Ungenauigkeiten in den Überlieferungen und Fehlinterpretationen zu Grunde und die Einteilung in Shorin Ryu/Shurite und Shorei Ryu/Nahate ist letztlich ohne inhaltliche Bedeutung. Matsumura erhielt seine Ausbildung sowohl in der chinesisch, als auch in der japanisch beeinflussten Kampfkunst und vertiefte diese durch Reisen nach Fuzhou (China) und Satsuma (Japan). Das erklärt, warum er zum Stammvater vieler heutiger Karatestile wurde. Seine bekanntesten Schüler waren Anko Asato und Anko Itosu. Asato war laut Funakoshi Experte nicht nur im Karate, sondern auch im Jigen Ryu, im Bogenschießen und der Reiterei. Allerdings ist außerhalb der Anekdoten, die Funakoshi über seinen Lehrer erzählte, nicht viel über Asato bekannt. Sein Einfluss auf das Shotokan Karate bleibt daher unklar.
Über Anko Itosu ist mehr bekannt. Er führte an den Schulen Okinawas Karate als Unterrichtsfach ein. Um Grund- und Mittelschüler in großen Gruppen unterrichten zu können, musste er allerdings einige Änderungen vornehmen, die bis heute Nachwirkungen zeigen.
Itosu standardisierte die Bewegungen in den Kata, gab ihnen einheitliche Namen und vereinfachte spezifische Anwendungen. Zur Schulung grundlegender Bewegungsmuster schuf er aus der heute unbekannten Kata Channan die Pinan-Serie (wahrscheinlich mit Einflüssen aus der Kushanku), das Kihon (Grundtechniken) und das Kihon Kumite (Partnerübung). Auf ihn sind auch die vereinfachten Interpretationen zurück zu führen, wonach ein „Gedan Barai“ (Blocktechnik vor dem Unterleib) nur dazu dient, einen „Mae Geri“ (gerade Tritttechnik) abzuwehren und ein „Oi Tsuki Chudan“ nur einen Fauststoß zum Solar Plexus darstellt. Diese Übungsformen haben sich anschließend so verbreitet, dass sie heutzutage als „traditionelles Karate“ angesehen werden, obwohl sie eigentlich nur die unterste Stufe der Ausbildung für Kinder darstellten. Zur weiteren Ausbreitung dieser Art des Karate trug der gemeinsame Schüler Asatos und Itosus, Gichin Funakoshi bei, der als eine der ersten Personen in den 1920er Jahren auf den japanischen Hauptinseln Karate unterrichtete. Unterstützt wurde er dabei vom Begründer des Judo, Jigoro Kano. Dieser setzte sich insbesondere in der Dai Nippon Butoku Kai (japanischer Kampfkünsteverband) für die Anerkennung des Karate ein. Eine Folge dieser Entwicklung sind noch stärker vereinfachte Formen und die Einführung des Kyu-Dan Systems mit farbigen Gürteln für unterschiedliche Graduierungen. Beides zeigt seinen Nutzen im Unterricht großer Gruppen und so überrascht es nicht, dass Funakoshis Shotokan Schule sich heute als weltweit am meisten verbreiteter Karatestil betrachten kann. Allerdings beklagte auch er bereits zu Lebzeiten eine Verflachung der Kampfkunst. Der nach dem Shotokan verbreitetste Stil ist wohl das Goju Ryu von Chojun Miyagi. In Naha geboren, lernte dieser bei Higaonna Kanryo (nicht zu verwechseln mit seinem Bruder „Higaonna Ost“ Kanryu), welcher seinerseits direkt in Fuzhou ausgebildet wurde. Er hatte weitere namhafte Lehrer (Arakaki, Iwah, Wai Xinxian, Ru Ru Ko) und lernte nach Higaonna Kanryos Tod direkt in Fujian; Näheres ist nicht bekannt. Allerdings liegt eine Ausbildung im südlichen Shaolin oder „Weißen Kranich“ nahe, da er die Rokkishu („Sechs Hände“) erlernte und in einer Kata für das Karate formalisierte: Tensho. Miyagi unterrichtete seit 1905 auf Okinawa – ähnlich wie Itosu – Karate an Schulen. Funakoshi und Miyagi waren nicht die einzigen, die später Karate in Japan unterrichteten. Im Zuge der bereits angesprochenen Anerkennung durch die Dai Nippon Butokukai fand am 25. Oktober 1936 in Naha ein Treffen einiger namhafter Lehrer dieser Zeit statt: Chomo Hanashiro, Chotoku Kyan, Choki Motobu, Chojun Miyagi, Juhatsu Kyoda, Choshin Chibana, Shinpan Shiroma, Chotei Oroku, Genwa Nakasone. Dabei wurde beschlossen, im Zuge der Anerkennung auf den japanischen Hauptinseln die Kanji (Schriftzeichen) für Karate von 唐手 in 空手 zu ändern. Damit wandelte sich die Bedeutung von „Tang“ (唐, China) in „Kara“ (空, leer) und der „Weg der leeren Hand“ (空手道) entstand. Diese politische Entscheidung zum Namenswechsel wurde von Funakoshi aufgegriffen, der die Namen der Kata in seiner Schule anpasste (Pinan – Heian, Kushanku – Kanku, Passai – Bassai, Naifanchi – Tekki, etc.). Warum er beim Treffen ebenso wie Chitose Tsuyoshi, Kenwa Mabuni und Kanken Toyama nicht anwesend war, ist unbekannt. Toyama ist der Begründer des Shudokan. Er lernte bei einer Reihe verschiedener Meister: Anko Itosu, Anko Asato, Itarashiki, Arakaki, Choshin Chibana, Oshiro, Tana, Yabu Kentsu und Higaonna Kanryo. Nach dieser gründlichen Ausbildung zog er im Alter von 36 Jahren nach Taiwan, wo er die dortigen Kampfkünste für sechs Jahre studierte, bevor er 1930 schließlich nach Japan zurückkehrte und in Tokyo sein Dojo „Shudokan“ („Ort zum Studium des Weges“, 修道館) eröffnete. Aufgrund seiner Verdienste um die Kampfkünste erhielt er 19 Jahre danach von der japanischen Regierung den Titel Meijin („vollendeter Mensch“) und das Recht zugesprochen, jegliche Graduierung in jedem Karatestil zu vergeben. Das er von diesem Recht Gebrauch machte, mag daran liegen, dass Toyama die Einteilung in unterschiedliche Stile nicht unterstützte. Auch wenn im Karate immer der Kampf geübt wurde, das heißt das Verletzen und gegebenenfalls auch das Töten eines Gegners, stellt die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein besonders düsteres Kapitel in der Geschichte des Karate dar. Auch einige namhafte Lehrer haben sich durch menschenverachtende Ausbildungsmethoden und die Tötung Wehrloser schuldig gemacht. Die Entwicklung des Karate zu einer verbreiteten Wettkampfsportart in der Nachkriegszeit dürfte auch durch das Bestreben zu interpretieren sein, nach den Schrecken des Krieges den Kampf auf Leben und Tod durch einen – mehr oder weniger – friedlichen Wettstreit zu ersetzen. Zusammenfassend lassen sich in der Geschichte des okinawanischen Karate einige Parallelen und Zusammenhänge finden, die auf starke Wurzeln in den chinesischen Kampfkünsten schließen lassen. Die frühen japanischen Einflüsse sind wohl auf das Jigen Ryu beschränkt, während das Karate im Japan des 20. Jahrhunderts stark verändert und jeweils verschiedenen politischen/gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst wurde.
Die Unterschiedlichkeit der Stilrichtungen und Formen des heutigen Karate erweckt bei oberflächlicher Betrachtung den Eindruck, als handele sich um unterschiedliche Kampfkünste bzw. Kampfsportarten. Tatsächlich ist letztlich unerheblich, dass die Techniken und Formen der einzelnen Karatestile von einander abweichen. Entscheidend kommt es vielmehr darauf an, mit welcher inneren Haltung und Wahrnehmung eine Bewegung ausgeführt wird. In diesem Punkt ist Toyama Recht zu geben – laut ihm gab bzw. gibt es nur ein Karate. Bishop, M. (1999), Okinawan Karate: Teachers, Styles and Secret Techniques Funakoshi, G. (o. D.), Karate-Do Mein Weg (unbekannter Übersetzer) Kerr, G. (2000), Okinawa: The History of an Island People Miyagi, C. (1936), Historical Outline Of Karate-do, Martial Arts of Ryukyu (Zinsoo, S., Trans.). Retrieved March 2010, from http://www.fightingarts.com Miyagi, C., At The Meeting In 1936 (Zinsoo, S., Trans.). Retrieved March 2010, from http://seinenkai.com Wittwer, H. (2007), Shotokan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen In den Kata (jap.: Form, Gestalt) werden verschiedene Bewegungen nach einem genau festgelegten Muster hintereinander ausgeführt. Diese Bewegungen schulen in erster Linie die motorischen und physischen Fähigkeiten des Körpers. Auf einer anderen Ebene dient die Kata jedoch auch der Übung des Weges (Do) und damit der psychischen Schulung innerhalb des Karate, dies soll hier allerdings nicht das Thema sein. Das Trainingskonzept der Kata ist Jahrtausende alt und wurde schon von den Chinesen angewandt. Die dortigen Formen werden Dao genannt. Eine der ersten Dao war wahrscheinlich „Die Kunst der Fünf Tiere“ von Hua Tuo (190-265 n. Chr.), (siehe chin. Ursprünge) wobei sie nicht als Kampfform gedacht war, sondern als eine Gesundheitsgymnastik diente. Hier sieht man schon, dass durch die jeweiligen Formen eine Schulung des Körpers erfolgen sollte, die zur Gesunderhaltung diente. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass man durch das Trainieren der Dao einen physischen Zustand erreichen konnte, der einen befähigte, sich effektiver gegen einen Angreifer verteidigen zu können. Allmählich wurden die Dao durch verschiedene existierende Kampfkonzepte erweitert, so dass man jetzt nicht nur den Körper und die Gesundheit schulte, sondern auch durch den Einsatz der Bewegungen im Kampf gleichzeitig verschiedene Arten von Blöcken, Schlägen, Würfen und Hebeln trainierte. Im Laufe der Jahre entwickelten sich in China unzählige verschiedene Formen, die, mehr oder weniger, fast alle Kampfkünste im asiatischen Raum beeinflussten. Für das okinawanische Karate ist insbesondere der Weiße-Kranich-Stil interessant, der in der Region um Fukien auf dem chinesischen Festland geübt wurde, sowie die chinesischen Kampfkünste Xingyiquan, Luohanquan und Hequan. Im Laufe der Jahrhunderte nahmen diese Stile immer wieder Einfluss auf die okinawanischen Kampfkünste (siehe Geschichte des Karate), und verbreiteten so Ihre Kampfprinzipien und ihre Gesundheitslehre. Durch das Training der Kata schult man also seinen Körper für bestimmte Bewegungsabläufe, so dass diese bei Bedarf völlig unbewusst abgerufen werden können und in einem Block, Schlag, Wurf oder Hebel enden. Um die einzelnen Bewegungen verstehen zu können, gehört zu jedem Karatetraining die Interpretation der Katabewegung für eine bestimmte Kampfsituation, wobei eine einzelne Bewegung eine Vielzahl von unterschiedlichen Interpretationen zulässt. Diese Trainingsmethode nennt man Bunkai. In jeder einzelnen Bewegung der Kata sind unterschiedliche Kampfkonzepte für die verschiedenen Kampfdistanzen enthalten. Zur erweiterten Schulung der Nahdistanz gibt es sowohl in China, als auch auf Okinawa, das Prinzip der „klebenden Hände“ (jap. Kakie, chin. Tuishou, kantonesisch Chisao), in dem die Bewegungen und Konzepte der Kata am Partner geübt werden. Im Zuge der Verbreitung des Karate wurde das alte Trainingskonzept der Meister (Die Übung der Kata mit entsprechendem Bunkai, das Kakie-Training sowie die Übung mit verschiedenen Geräten zur Stärkung des Körpers, quasi der Vorläufer des Bodybuildings) verlassen und die so genannte Grundschule (Kihon) wurde eingeführt. Man vereinfachte die Bewegungen der Kata und nahm einfach eine bestimmte Bewegung heraus, standardisierte sie zu einem Block, oder Angriff, und gab Ihr einen Namen, z.B. Gedan Barai. Durch dieses Kihon System konnten die Lehrer nun schnell einer großen Masse Schüler bestimmte Bewegungen beibringen. Dabei blieben jedoch die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten dieser Bewegung, die sich teilweise nur aus dem Zusammenhang der Bewegung in der Kata ergeben, auf der Strecke. Als nächstes kam es zur Entwicklung der Partnerübungen aus dem Kihon wobei die vorgegebene Anwendung der Bewegung am Partner geübt wurde. Das Kihon Ippon Kumite war geboren. Auf Grund des Karatetrainings an den japanischen Hochschulen und Universitäten wurde schon bald der Ruf nach sportlichen Vergleich der einzelnen Karateclubs laut. Die neue Generation der Karateka wollte Ihre kämpferischen Fähigkeiten testen und so kam es zur Entstehung des Wettkampfkarates, das jedoch meistens nur auf dem neuen Trainingskonzept, bestehend aus Kihon, Kata und Kumite (jap. Partnerübung) bestand. Diese neue Generation hatte keine Ahnung von den Prinzipien des Qi-gong und der Vitalpunktstimulation, die in den Kata verschlüsselt sind. Dies führte dazu, dass sich nun ein seiner Wurzeln beraubtes Karate in der Welt verbreitete, was sehr schön an der Bedeutung des Namens Karate zu sehen ist: Früher nannte man diese Kunst auf Okinawa Tode, was „Hand der Tang“ (gemeint sind die Chinesen) bedeutet. Das ursprüngliche Schriftzeichen für Karate bedeutete somit auch „Hand aus China“ und wurde erst im Rahmen des japanischen Imperialismus in „Leere Hand“ geändert und erhielt eine philosophische Bedeutung im Rahmen der Weglehre (Do). In gewisser Weise hatte dies jedoch auch seine reale Berechtigung, da die Techniken wirklich „leer“ waren! Ist man sich dieser Entwicklung der Kata bewusst, kann man verstehen, warum die Kata als das Herz und die Seele des alten okinawanischen Karate bezeichnet wird. Durch das Training der immer gleichen Bewegungen, stärke ich meinen Körper, harmonisiere den Energiefluss in Ihm, und übe Bewegungsmuster, die ich bei Bedarf in einem Kampf als Schlag oder Block auf bestimmte Vitalpunkte einsetze, oder mit denen ich den Angreifer werfe oder hebele. Das Training der Bunkai, inklusive Kakie, rundet letztendlich das Karatetraining ab. Ergänzend zum Katatraining bieten sich verschiedene Qi-gong Übungen an. Karate-Do ist meine Übung auf dem Weg Als Schüler-in des Shudokan-Ryu Karate-Do lebe und erforsche ich diesen Weg der alltäglichen Übung wachsam und neugierig, um meine körperlichen, geistigen und seelischen Möglichkeiten zu entfalten, sie sorgsam zu pflegen und ihren harmonischen Einklang zu fördern. Dabei sollen mich leiten und erfüllen: Achtung vor dem, was ich selbst bin Dienen und Teilen Demut und Geduld Ich lebe und handele im Geist des Friedens das Wissen und Können, das ich mir während des Studiums des Karate-Do aneigne, verspreche ich nicht für eigennützige Zwecke zu mißbrauchen. Ich verzichte auf Gewalt! Nur im äußersten Notfall setze ich Karate zum Schutz von Hilfsbedürftigen oder zur Selbstverteidigung ein. Ich kämpfe nicht mehr gegen … , ich setze mich mutig auseinander mit … und setze mich entschieden ein für … ! Freiheit und Frieden erwachsen aus meinem Mut zur Wahrheit Mein Mut zur wahrhaftigen und hinnehmenden Achtsamkeit im nur-Hier-und-Jetzt, befreit mich von meiner Ich-Verhaftung und öffnet mir Herz und Geist für das leere GewahrSein, – für mein Wahres-Selbst. Ein Bild zu unseren Leitgedanken und die Frage: In einer weiten Landschaft liegt ein Fluss. Er strömt von Horizont zu Horizont. Dieser Fluss entspringt einer Quelle und ergießt sich ins Meer. Auf dem Fluss schwimmen verschiedene Boote: große, kleine, offene, geschlossene, bewaffnete, friedliche, … Zwischen den Booten springt ruhelos und angestrengt eine kleine Person hin und her. Diese Person bleibt in keinem der Boote sehr lange – sie springt und springt. Der Fluss, der all diese Boote trägt, ist das „Wahre-Selbst“, – die Boote sind Empfindungen, Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Absichten, Ziele, Erwartungen, Verhaftungen, … Die Boote schwimmen auf dem Fluss, gehören zu ihm, sind aber nicht der Fluss. Die kleine Person ist unser „Ich“. Die Quelle und das Meer sind „die Macht, die größer ist als ich selbst“, sind das „GÖTTLICHE“, sind das „ABSOLUTE GEHEIMNIS“, dass das „Wahre-Selbst“ hervorbringt, trägt und in seine wesentliche Dynamik bringt. Immer fährt unser „Ich“ in einem der Boote; es ist sehr wasserscheu und hat Angst davor, ertrinken zu müssen, wenn es die vertrauten Boote verlässt und in den Fluss springt. „Öffnen von Herz und Geist für das leere GewahrSein, – für mein Wahres-Selbst“ heißt: mutig aussteigen aus dem vermeintlich sicheren Boot, in den Fluss springen und sich dem Fluss überlassen, fließen als der Fluss, der man immer schon war, nur-Hier-und-Jetzt ist, immer sein wird, – von der Quelle zum Meer. Und nun, – frage und erforsche bei Tag und bei Nacht, – bei allem was Du tust und lässt: Wer bin ich, – nicht?? Wer ist es, der eigentlich sieht, hört, riecht, schmeckt, berührt, fühlt, denkt will, redet und handelt ?? Was ist mein ureigentliches Wesen, – mein „Wahres-Selbst“?? Impressum | Copyright © 2018 Shudokan Theme by: Theme Horse Powered by: WordPress
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
ILI News am 10. März 2019 Israeli will Ebergeruch veröden Wenn die Schaumkresse blinzelt Asthma verursachende Blutzellen könnten helfen, Darmkrebs zu bekämpfen Der lange Weg des Steines aus Massada Erster internationaler Flug landet am Ramon Airport Hotels in Eilat: Mehr Pendler aus Jordanien Internet der Dinge wächst rasant Israel eröffnet Markt für Importe: Landwirte sind besorgt SPD aus der Pfalz zu Besuch bei der Startup-Nation NRW-Wirtschaft sucht Anschluss im Heiligen Land Selbstverständlich viel erwarten macht glücklich Neue App für israelische Musik Für syrische Flüchtlinge in Griechenland ist Israel nicht mehr der Feind "Nir" - ein ganz normaler Israeli aus einer ziemlich coolen Stadt Israel hat schon 1961 eine Rakete ins All geschickt Kindersoldaten in Gaza: ZDF Fauxpas zeigt große Ahnungslosigkeit Hamas: Futtern wie in Israel Arabischer Journalist: "Atombombe auf Israel? Ist mir egal!" Meisterleistungen Deutscher Israelberichterstattung Israelischer Bundesligaprofi antisemitisch beleidigt Zur Ferkelkastration heißt es jetzt in einer Fachzeitschrift für Bauern: Ist Lasertechnologie aus Israel die Lösung? Ori Weisberg, Spezialist für Lasertechnik in der Humanmedizin aus Israel, ist der Ansicht, dass Ebergeruch mithilfe von Laserbestrahlung unterbunden werden kann. Laut dem Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg sagte er, sei es möglich, die Leydig´schen Zellen, die für den Ebergeruch verantwortlich sind, zielgerichtet zu veröden. Der Laser arbeite dabei mit nur wenig Energie. Er habe ihn in einem Selbstversuch auf seine Hände ausgerichtet und keinen Schmerz verspürt, berichtete Weisberg. Die Strahlung wirke selektiv am Zielgewebe. Pro Tier würde die Prozedur ein bis zwei Minuten dauern. Allerdings stecke die Methode noch in den Kinderschuhen und einen Prototypen für den praktischen Einsatz gebe es auch noch nicht. (topagrar) TS Prof. Avihai Danon von der Abteilung Pflanzen- und Umweltwissenschaften und Prof. Uri Alon von der Abteilung Molekulare Zellbiologie am Weizmann Institute of Science haben getestet, ob die Photosynthese proportional zur Sonnenlichtintensität gleichmäßig zunimmt. Zu ihrer Überraschung sahen sie ein "Hin und Her"-Muster, vergleichbar mit dem menschlichen Blinzeln. Anstatt bei ansteigendem Licht stetig zu steigen, stieg die Fluoreszenz der Arabidopsis thaliana (Acker-Schmalwand) bei jedem Schritt für kurze Zeit an und fiel dann wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück. Jedes Mal war die Spitze kleiner als im vorherigen Schritt. "Pflanzen behandeln die Photosynthese auf eine vorsichtige Art und Weise, die kurzfristig die Effizienz für die langfristige Stabilität einschränkt", sagte Danon. "In gewisser Weise" erfasst "die Photosynthesemaschinerie die Umgebung und nimmt rasch Änderungen an der Menge an Licht vor, bevor die Situation außer Kontrolle gerät, anstatt ihre Aktivität unkontrolliert zu steigern, bis sie Schaden erleidet." (israel21c, sciencedirect) EL Weiße Blutkörperchen im Zusammenhang mit Allergien und Asthma können genutzt werden, Krebszellen zu zerstören. Das zeigt eine Studie für Mikrobiologie und klinische Immunologie von Prof. Ariel Munitz von der Sackler School of Medicine der Universität Tel Aviv. "Eosinophile sind weiße Blutkörperchen, die stark destruktive Proteine ausscheiden", sagte Munitz. "Sie haben möglicherweise eine evolutionäre Rolle bei der Bekämpfung von Parasiten gespielt. Aber jetzt, wo die meisten Menschen, besonders im Westen, gute Hygiene mit wenig Parasiten genießen, sind die Eosinophilen zu zerstörerischen Wirkstoffen geworden, die Allergien und Asthma verursachen. Unsere neue Forschung hat die Theorie aufgestellt, dass Eosinophile, da sie Parasiten abtöten und Lungenschäden bei Asthmapatienten verursachen können, eine Rolle bei der Krebsbehandlung spielen und Tumorzellen abtöten könnten." Das größte Eosinophilen-Reservoir befindet sich im Verdauungssystem, weshalb die Forscher ihre Theorien zum Darmkrebs testeten. In der ersten Forschungsphase wählten sie Proben von Tumoren von 275 Patienten aus, um die Anzahl der Eosinophilen in einem Tumor im Vergleich zum Stadium und der Schwere der Erkrankung zu bestimmen. "Wir fanden heraus, dass die Erkrankung umso geringer ist, je mehr Eosinophile im Tumor vorhanden sind, was eine eindeutige Korrelation darstellt", sagte Munitz. Verschiedene Mausmodelle für Darmkrebs zeigten, dass Eosinophile starke Antitumoraktivitäten aufweisen und Tumorzellen direkt abtöten können. "Wir haben auch herausgefunden, dass Eosinophile, wenn sie durch ein Protein namens IFN-gamma aktiviert wurden, eine noch stärkere Tumorabwehrreaktion induzierten", erklärte Munitz. (israel21c) EL Bis zu 1 Mio. israelische Internetseiten, darunter auch von großen Banken und Telekommunikationsunternehmen, wurden gehackt. Die betroffenen Seiten waren nur für kurze Zeit offline und wurden durch den Text "Jerusalem ist die Hauptstadt von Palästina #OpJerusalem" ersetzt. Ran Bar-Zik, ein Entwickler von Verizon Media, half, den Cyberangriff zu stoppen. Er kritisierte die Nutzer wegen ihrer "unglaublichen Fahrlässigkeit in Bezug auf Warnungen, die in der letzten Zeit ausgegeben wurden." Er fügte hinzu: "Der Staat Israel, die Cyber-Nation, kam noch gut davon. Die Hacker hätten statt bloßen Vandalismus Schäden in Milliardenhöhe verursachen können." (Israelheute) KR Die Jerusalem Post berichtete auf Seite 1 von einem Felsbrocken, der vor 35 Jahren aus der Wüstenfestung von Massada im Süden des Landes gestohlen worden war. Am Dienstag traf das Päckchen mit der simplen Anschrift "Mount Masada, Southern Israel" bei Offiziellen der touristischen Stätte ein. "Ich nahm diesen Felsen von der Festung Massada, als ich vor 35 Jahren ein junger, dummer Reisender war", schrieb der anonyme Absender aus Neuseeland. "Ich möchte mich jetzt entschuldigen und das Stück an seinen rechtmäßigen Ort zurückschicken, da ich seine historische und spirituelle Bedeutung erkannt habe. Tut mir sehr leid. Shalom." Das Paket war 2016 abgeschickt worden und traf Ende Februar 2019 an seinem Bestimmungsort ein. Der Arbeiter, der den Brief erhielt, sagte in seinem Bericht, es sei aufregend gewesen, das Paket in Empfang zu nehmen, demonstriere dies doch, dass es immer noch Menschen mit moralischen Werten gebe. Jede Medaille hat aber auch seine Kehrseite. Die Geschichte wirft ein recht negatives Licht auf die Qualitäten der israelischen Post, die das Paket erst nach dreijähriger Irrfahrt auslieferte. (tachles, JPost) TS Vor zwei Monaten ist der neue Flughafen im südlichen Israel offiziell eröffnet worden - jetzt wurden die ersten internationalen Linienflüge abgefertigt. Ryanair FR1916 kam zuerst aus dem polnischen Poznan am "Ilan and Asaf Ramon International Airport" (ETM) an (hier auf Flightradar24.com), kurze Zeit später folgte eine weitere Maschine der Billig-Airline aus Prag. Der neue Flughafen von Eilat wird die zivilen Flüge des City-Airports in Eilat (von wo aus fast ausschließlich Inlandsflüge abgefertigt werden) und des Militärflughafens Uvda bündeln. (Austrianaviation) KR Das Königreich Jordanien und Israel unterzeichneten eine Vereinbarung zur Erhöhung der Quote der jordanischen Hotelangestellten, die täglich zur Arbeit nach Eilat fahren. "Daily Jordanian Hotel Workers" ist ein Projekt, das wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit verbindet. Damit erhöht sich die tägliche Quote der Jordanier, die in der Hotelbranche von Eilat arbeiten, um 500 zusätzliche Arbeiter auf 2.000. (gov.il) EL Die anti-israelische Boykott-, Divest- und Sanktionsbewegung (BDS) erlitt einen Rückschlag, als Papst Franziskus die Investition von Geldern des Vatikans in israelische Startups genehmigte. Ein Vertreter des Investmentfonds des Vatikan, Dickson Doll, sprach auf der Investorenkonferenz Axis Tel Aviv und diskutierte mit einer Reihe israelischer Unternehmen über Investitionsmöglichkeiten. Zu den örtlichen Startups, die vom Vatikan angesprochen wurden, gehörte Air Doctor Ltd. Mit der Online-Plattform können Benutzer von überall her professionelle medizinische Hilfe rufen. Auf der Liste standen auch FruitSpec, mit dem Landwirte genau die Ernteerträge vorhersagen können, und EyeControl, ein System, das Menschen mit ALS und anderen schwächeren Erkrankungen die Kommunikation mit Angehörigen ermöglicht. (Israelheute) TS Bis 2030 wird es mehr als 125 Mrd. IoT-Geräte ("Internet of Things") geben - eine innovative Technologie, die alles um uns herum mit dem Internet verbindet. AutoTel - אוטותל hat Autos, die Sie wissen lassen, wo sie geparkt sind, Prisma Photonics macht Straßen und Stromleitungen intelligent, und Quickwy bietet eine schnelle mobile Self-Checkout-Funktion in den Geschäften. Die IoT-Szene ist so groß, dass Investoren aus aller Welt neue israelische IoT-Startups prüfen und Forschungs- und Entwicklungszentren in Israel einrichten. (israelmfa) EL Die israelische Regierung hat am 1. Januar 2019 den Milch-Markt für Importe geöffnet. Bereits im Oktober zuvor unterzeichnete die israelische Regierung eine Vereinbarung mit Landwirten, die die Milchindustrie in den nächsten 10 Jahren regeln wird. Während die Vereinbarung eine Senkung der Einfuhrzölle vorsieht, wird auch ein Rückgang der Rohmilchpreise erwartet. Der Milchviehhalter Jonathan Amir ist skeptisch: "Unsere Regierung will uns wettbewerbsfähiger machen, indem wir Importen die Türen öffnen. Ich glaube nicht, dass sie uns schaden wollen, aber wir sind besorgt über eine Flut von Billigimporten, die unsere eigenen Preise schädigen." (dairyglobal) KR Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, ist mit SPD-Bundestagsabgeordneten zu einer sechstägigen Delegationsreise der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Israel und in die palästinensischen Gebiete gereist. Bei der Reise sollte es um wirtschaftliche Fragen gehen. Israel sei derzeit eines der spannendsten Startup-Ökosysteme weltweit, so Schweitzer. Wer verstehen wolle, wie Israel innerhalb weniger Jahre zu einer "Startup Nation" wurde, müsse den intensiven Austausch vor Ort suchen. "Führende deutsche Unternehmen setzen bereits heute auf die israelische Ideenschmiede. Deutsch-israelische Kooperationen sollten künftig weiter ausgebaut werden." (pfalz) KR Eine Unternehmer-Delegation aus Nordrhein-Westfalen ist in Israel unterwegs. Auch Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) traf in Tel Aviv ein. Beim Abendessen erzählten die Besucher dem Minister von einer Reise nach Be'er Scheva, einem einstigen Beduinendorf in der Negev-Wüste. Die dortige Ben-Gurion-Universität ist die Keimzelle des digitalen Wirtschaftswunders, das Israel gerade erlebt. In unmittelbarer Nähe arbeitet auch die bei Hackern berüchtigte Einheit 8200 der israelischen Armee, die als Pendent zur amerikanischen NSA gilt. Der "Unit 8200" sagt man nach, sie sei mitverantwortlich für den Computervirus Stuxnet, der 2010 dafür sorgte, dass sich Uran-Zentrifugen selbst zerlegten und damit das iranische Atomprogramm um Jahre zurückwarf. Diese Nähe von Militär und Forschung ist seit einigen Jahren für IT-Giganten aus aller Welt so attraktiv, dass sie Teile ihrer Forschungs- und Entwicklungsabteilungen nach Israel ausgelagert haben. (wdr) KR Der Psychologe Sivan George-Levi der Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan hat in einer Studie zahlreiche Paare zu ihren Erwartungen an Partner und Beziehung befragt - und zu ihrer Zufriedenheit in der Partnerschaft. Die Teilnehmer waren über 50 und alle bereits seit mehr als 20 Jahren zusammen. Seine Erkenntnis: Der maßlose Anspruchstyp, für den kein Partner gut genug ist, und der unterdrückte Typ, der sich selbst für viel zu schlecht hält, sind in ihrer Beziehung meist unglücklich und machen auch ihre Partner nicht glücklich, während Menschen, die viel von ihren Partnern erwarten und das für selbstverständlich halten, sowohl sich, als auch ihre Partner glücklich machen. (brigitte) KR Ganz langsam bahnt sich der Frühling seinen Weg... wer auf der Suche nach Songs ist, um sich bereits auf die wärmere Jahreszeit einzustimmen, kann mit der neuen App #Shiri, kostenfrei mehr als 40.000 israelische Lieder hören. (israelzwischenzeilen, jpost) EL Ausgerechnet während des Pessachfestes im April, an dem die Juden des Auszugs aus Ägypten unter Moses und der biblischen Plagen gedenken, soll Israel von einer riesigen Heuschreckenplage getroffen werden. Denn gewaltige Heuschreckenschwärme hätten sich in den letzten Monaten im Nahen Osten und in Nordafrika gebildet. Nun warnen Experten der UNO davor, dass die "Locust-Pest", wie die Plage auf Englisch heißt, vom Roten Meer kommend, sich möglicherweise über ganz Israel verbreiten könnte. Die BBC berichtete 2013 von einer kleineren Plage in Israel, wobei man dort eine ungewöhnliche Methode gefunden habe, die Heuschrecken abzuwehren. Vor allem jemenitische Juden betrachten die laubfressenden Fluginsekten gegrillt als eine Delikatesse, wie man ihren Kochbüchern entnehmen kann. (twittersmash, Fokus) TS In Lesbos gibt es eine israelische Schule für syrische, iranische, irakische und afghanische Flüchtlinge. H., 20 Jahre, ist aus Aleppo. Er lebt in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos als einer von 60.000 syrischen Flüchtlingen in Griechenland, von denen 14.000 auf den griechischen Inseln leben. Er erzählt: "Mein ganzes Leben lang, während meiner ganzen Kindheit in syrischen Schulen, wurde mir beigebracht, dass die Israelis der Feind sind. Als ich mich der griechischen Küste nähere, sah ich als Erstes den Davidsstern auf den Hemden der Israelis, sie halfen mir aus dem Wasser raus und stellten mich auf den Boden." Die Helfer von IsraAID und Hashomer Hatzair kamen 2015 auf die Insel, als täglich Tausende von Menschen ankamen. Heute sind die Israelis die letzte organisierte Einrichtung, die humanitäre Hilfe auf der Insel leistet, neben einem von der Europäischen Union und den griechischen Behörden finanzierten Gemeinschaftszentrum für Einzelpersonen. Der israelische Einsatz ist Teil eines Plans zur Revolutionierung des Konzepts von "Tikkun Olam" und der jüdischen Freiwilligenarbeit auf der ganzen Welt. (ynet) EL 1959 wurde er in Jerusalem geboren. Er diente sechs Jahre in der Fallschirmjäger-Brigade der israelischen Armee (1977-1983). Danach studierte er Informatik und BWL an der Hebräischen Universität Jerusalem. 1988 gründete er eine auf Antivirus-Software spezialisierte Softwarefirma. Und in diesem Bereich verdiente er auch sein Geld. Rund 10 Jahre war er Bürgermeister von Jerusalem: Nir Barkat, der auf der Likud-Liste weit oben steht, ist laut einer aktuellen Meldung von Forbes Israel mit einem geschätzten Vermögen von NIS 500 Mio. der reichste Politiker Israels. Das wäre keine Meldung wert, wenn wir ILI- Redakteure nicht selbst in Jerusalem erlebt hätten, wie tiefenentspannt sich Nir (damals noch als Bürgermeister auf einem Stadtfest) mit allen Leuten unterhalten kann: Über Stress mit Behörden, Probleme mit dem Nahverkehr oder fehlende Hausnummern. Die einzigen beiden Uniformträgerinnen waren privat da. Selbst die politischen Gegner respektieren ihn. Barkat hat 2018 nicht mehr als Bürgermeister kandidiert: "Ich habe mich entschieden, dem Land auf nationaler Ebene zu dienen". Ein kluger, ruhiger, skandalfreier Realpolitiker mit einer gediegenen Bilanz: Nicht die schlechteste Voraussetzung für ein hohes Amt im Staat. (globes, haaretz) EL Die Nachrichtenagentur Shehab berichtet, dass Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten eine Erklärung der Union der arabischen Parlamente ablehnten, in der gefordert wurde, den Normalisierungsprozess mit Israel zu stoppen. (mena-watch) EL Eine vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Untersuchungskommission hat ihren Bericht zum "Großen Rückkehrmarsch" der Palästinenser und der israelischen Reaktion darauf vorgelegt. Wie nicht anders zu erwarten, wird der jüdische Staat schwerster Verbrechen bezichtigt, während die Dominanz von Terrorgruppen bei den Ausschreitungen in Abrede gestellt wird. (menawatch) KR Arabische und muslimische Länder auf der ganzen Welt normalisieren zusehends ihre Beziehungen zu Israel. Überraschenderweise mehren sich die Hinweise aus dem Irak, dass das neue Regime in Bagdad, im Gegensatz zu dem Saddam Husseins, gewillt ist, sich mit Tel Aviv einzulassen. Über die gesamte Zeit hinweg gibt es keinen dokumentgestützten oder auch nur auf Anekdoten basierenden Beleg dafür, dass irakische Führer - egal ob unter der Monarchie, der Militärdiktatur oder dem baathistischen Regime - jemals eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel in Betracht gezogen hätten. (menawatch) KR 1961 war das Weltraumrennen zwischen den USA und der UdSSR in vollem Gange. Ben Gurion wusste, dass das Potenzial der UdSSR, den Himmel zu kontrollieren, eine echte Bedrohung für Israel darstellte, da die ägyptische Luftwaffe Zugang zu fortschrittlichen Technologien aus Russland hatte. Gamal Abdel-Nasser, der damalige Präsident der Vereinigten Arabischen Republik (die Vereinigung von Ägypten und Syrien von 1958 bis 1961), hatte außerdem deutsche Raketenwissenschaftler - ehemalige Nazis - für das ägyptische Rüstungsprogramm rekrutiert und führte ein Waffenentwicklungsprogramm mit ballistischen Raketen durch. Da die Raketen jedoch nicht rechtzeitig zu den Feierlichkeiten des ägyptischen Revolutionstages bereit sein würden, "wurde beschlossen, ein paar kleine Raketen aus den USA zu kaufen und ihren Start als Erfolg für ägyptische Wissenschaftler im Bereich des Weltraums zu präsentieren." Ben-Gurion wurde vom Mossad darüber informiert und entschloss sich, "Nassers Donner zu stehlen", indem er die israelische Rüstungsentwicklungsbehörde Rafael beauftragte, eine Rakete zu bauen, die vor den Ägyptern ins All starten könnte. Innerhalb weniger Wochen war die Rakete fertig. Der Start fand am 5. Juli 1961 in Anwesenheit von etwa zwei Dutzend Personen statt, darunter Ben Gurion, Außenministerin Golda Meir und der stellvertretende Verteidigungsminister Shimon Peres (der Berichten zufolge den Namen Shavit, das hebräische Wort für "Kometen" wählte). Der Raketenstart wurde so fotografiert, dass Shavit viel größer als seine tatsächlichen 3,76 Meter wirkte und obwohl die Rakete dann in der 2. Stufe explodierte, war das Verteidigungsunternehmen mit der Leistung von Shavit 2 zufrieden: "Der Start von Shavit 2 war eine bedeutende Errungenschaft in einer Zeit großer Spannungen zwischen Israel und den arabischen Staaten. Ben Gurion erhielt Tausende von Telegrammen und Briefen, mit denen Israel zum Beitritt zur Weltraum-Ära beglückwünscht wurde." (israel21c) EL 1.) Top 10 der Inspirierendsten Frauen Israels 2.) 20 (weitere) beeindruckende Israelische Frauen, die man kennen sollte... BDS ist bekanntlich eher was für linke NGOs aus Europa. Bei den Palästinensern selbst stehen israelische Produkte immer auf dem Tisch, wenn es was zu feiern gibt. Besonders beliebt ist Gil, ein von der israelischen Firma Tnuva hergestellter Joghurt. Peinlich nur, dass die Bilder des "Heldenfutters" bei Hamas-Politikern auf Facebook und anderen Medien immer wieder von aufmerksamen Israelis entdeckt werden. (heplev) EL Der Journalist Dr. Nasser Al-Lahan, Chefredakteur der im Jahr 2005 in der Palästinensischen Autonomiebehörde gegründeten Nachrichtenagentur Ma'an, sagte vor kurzem in einem Fernsehinterview, dass Israel derartig arrogant sei, dass irgendjemand noch aus Ärger eine Atombombe auf das Land werfen würde. Das Interview erschien am 16. Januar auf der Internetseite von Ma'an und wurde von MEMRI (Middle East Media Institut) übersetzt und veröffentlicht. In dem Interview sagt Nasser Al-Lahan, dass er nach dem Fall einer Atombombe auf Israel einen Artikel mit der Überschrift "Lo echpat li" schreiben werde. Übersetzt heißt dieser Satz: "Ist mir egal". (israelheute) KR Am 12. Februar hat die Staatengemeinschaft den Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten begangen. Das ZDF verfasste einen eigenen Beitrag zum Thema. Dazu verwendete die Redaktion unter anderem eine Grafik des Kinderhilfswerks "Terre des Hommes". Diese zeigt Länder in denen Kindersoldaten eingesetzt werden. Neben Afghanistan oder Sudan findet sich darin "Israel/Palästina" als betroffenes Land wieder. Via Twitter kritisierte die israelische Botschaft in Deutschland umgehend das ZDF. "Die Erwähnung Israels ist absurd und irreführend. In Israel gehen Menschen zur Armee, wenn sie erwachsen sind". Weiterhin forderte die israelische Vertretung in Berlin das ZDF auf, das Augenmerk deutlicher auf die Hamas zu richten, die Kinder als "Schutzschild missbraucht und in Ferienlager indoktriniert". Daraufhin entfernte das ZDF die entsprechende Grafik. Der Fall zeigt auf erschreckende Weise die Unkenntnis der europäischen Medien bezüglich des Gazastreifens und der Hamas. (audiatur) KR Es ist immer wieder mehr oder weniger das Gleiche, und das leider schon seit vielen Jahren, was auch dazu geführt hat, dass sich diese Schema noch weiter verfestigt hat: ISRAEL wird regelmäßig immer wieder von Gaza aus angegriffen; etwas worüber wir in den Medien hierzulande frühestens dann etwas erfahren - sofern überhaupt - wenn Israel VERTEIDIGUNGSmaßnahmen ergreift. Dazu 2 aktuelle Beispiele aus Deutschen Medien: Nachdem er im Zweitliga-Spiel seines FC Ingolstadt bei Union Berlin mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen worden war, wurde der israelische Fußballer Almog Cohen von einem mutmaßlichen Union-Fan bei Twitter auf das Übelste antisemitisch beschimpft. Sowohl der FC Ingolstadt, als auch der 1. FC Union Berlin verurteilten schnell diesen Tweet, zudem wurde die Polizei eingeschaltet. Union veröffentlichte anschließend eine Stellungnahme, in der es abschließend in Richtung der Fans heißt: "Der 1. FC Union Berlin bittet alle Unioner um Unterstützung im Kampf gegen jegliche Art von Diskriminierung. Union steht für Mitmenschlichkeit und Toleranz!" Almog Cohen bedankte sich bei Twitter für die Unterstützung, die ihm gegenüber nach dem Vorfall bekundet wurde: "Als jüdischer Fußball-Profi in Deutschland möchte ich nur sagen: Ich bin sehr stolz auf meine Abstammung und darauf, mein Land in der 2. Bundesliga zu repräsentieren und den FC Ingolstadt 04 als Kapitän anzuführen. Und das in einem Land, in dem ich seit neun Jahren lebe und das ich für seine Offenheit schätze. Vielen Dank für den großen Zuspruch in den vergangenen Stunden sowie die damit verbundene Unterstützung von allen Seiten". Almog Cohen ist israelischer Nationalspieler. Seine Bundesliga-Karriere begann er 2010 beim 1. FC Nürnberg. (twitter, union, sky, wikipedia) JG Am und um den 14. Mai, wird wieder bundesweit der Israeltag gefeiert! Wir freuen uns, dass der Botschafter des Staates Israel, Jeremy Issacharoff, und der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, wieder die Schirmherrschaft übernommen haben! A fast walk from Mamilla to the Western Wall in Jerusalem The true face of Hamas's leadership Hummus-Test Die israelische Raumsonde "Beresheet" hat ein Selfie zur Erde geschickt. Auf dem Foto ist die israelische Flagge rund 37.600 Kilometer über der Erde zu sehen. Eine an der Außenseite der Mondsonde angebrachte Gedenktafel zeigt neben der Flagge auch die Schriftzüge "Am Israel Chai" (Das Volk Israel lebt) und "Kleines Land, große Träume". Das Bild wurde während einer langsamen Drehung der Sonde aufgenommen; im Hintergrund ist die Erde zu sehen. (JA) EL
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Mindzo Qi Standard Schnellladung Aufladen Wireless Ladegerät - Braun - Kostenlose Lieferung - DealExtreme Mindzo Qi Standard Schnellladung Aufladen Wireless Ladegerät - Braun Bewerten US$18,43 versandt US$18,37 versandt US$18,31 versandt US$20,13 US$21,58 7%AUS 0 Modell S8-Z Anzahl 10000 gesetzt Eingangsspannung 9V 1 x Typ-c-Adapter US$18,43 versandt US$18,37 versandt US$18,31 versandt
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Osterbräuche aus aller Welt | 5orFlug Blog Startseite / 5vorFlug Reisewelt / Osterbräuche aus aller Welt Geschrieben von: Julia Kirschner 17. April 2014 unter5vorFlug Reisewelt, Europa Hinterlasse einen Kommentar Hartgekochte Eier bunt bemalen, ein Osterlamm backen und kleine Geschenke im Garten verstecken – das sind schöne Osterbräuche, die wir seit unserer Kindheit kennen und lieben. Feiern die Menschen anderswo anders? Wir haben einige, zum Teil recht skurril anmutende Osterbräuche in Deutschland und der Welt entdeckt. Zahlreiche Spiele und Bräuche drehen sich Ostern um die bunt gefärbten Eier. Diese Tradition stammt aus einer Zeit, in der Nahrung im Alltag noch knapp und nur an den Festtagen reichlich vorhanden war. Deutschlandweit bekannt ist das „Eierpicken“. Hier treten immer zwei Personen gegeneinander an, jeweils mit einem hartgekochten Ei ausgestattet. Diese werden nun mit der stumpfen Seite so lange aneinander gestoßen, bis das erste Ei zu Bruch geht. Der Verlierer muss sein Ei an den Gewinner abgeben. Nach dem gleichen Prinzip, nur in einem anderen Wettbewerb, ergattert man in Bayern beim „Osteroarscheiben“ die hartgekochten Eier. Auf einer schiefen Ebene aus Holz, einen Meter lang und mit vier Zentimeter breiten Rinnen, lassen die Teilnehmer ihre bunten Eier hinunterkullern. Das Osterei, das in der Wiese am weitesten rollt, gewinnt. Sein Besitzer darf alle anderen Eier mit nach Hause nehmen. Auch im Westerwald und in Bautzen gibt es diese Tradition, nur ist sie hier als „Ostereischibbeln“ bekannt. Die Ostereier werden über Leisten gerollt, umgangssprachlich „geschibbelt“. Da, wo das sogenannte „Schibbelei“ zum Stehen kommt, wird das „Setzei“ platziert. Der Teilnehmer, der dieses Ei am häufigsten trifft, wird am Ende zum „Schibbelkönig“ gekrönt. Auf sportliche Art will so mancher Bayer zu Ostern das traute Heim schützen. Beim „Ostereierwerfen“ schleudert der Hausbesitzer das Ei über das Dach. Dieser Eierwurf soll der Legende nach vor Blitzeinschlag schützen. Franken macht sich schön Aus der Fränkischen Schweiz stammt der Brauch, Osterbrunnen zu schmücken. Am Karsamstag werden zur Vorbereitung auf Ostern öffentliche Dorfbrunnen mit bemalten Ostereiern und anderen Verzierungen zu Osterbrunnen geschmückt. Die Gründe für die Entstehung des Brauches sind unklar. Neben christlichen Interpretationen wird als Erklärung häufig die Wasserarmut der Fränkischen Schweiz genannt, durch die der Wasserversorgung einen besonders hohen Stellenwert zukam. Auch mag das gründliche, meist in Gemeinschaftsarbeit durchgeführte Reinigen der für die Trinkwasserversorgung wichtigen Brunnen und Quellen vom Schmutz des Herbsts und Winters eine Rolle bei der Entstehung des Brauches gespielt haben. Die Osterbrunnen bleiben üblicherweise bis zwei Wochen nach Ostern geschmückt. Während dieser Zeit sind die Orte mit als besonders schön geltenden Osterbrunnen beliebte touristische Ausflugsziele. Der größte fränkische Brunnen befindet sich in Bieberbach bei Egloffstein und bekam 2001 aufgrund seines Brunnenschmuck aus 11.108 handbemalten Eierschalen einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Die Osterfeuerräder von Lügde Jedes Jahr am Ostersonntag lässt man in Nordrhein-Westfälischen Lügde bei Einbruch der Dunkelheit brennende Räder vom Osterberg ins Tal hinabrollen. Zuvor wird dieses Feuerrad mit Stroh gestopft und so präpariert. Dann wird das Stroh entzündet und das Rad, von den jungen Männern des Dorfes an zwei Birkenstämmen geführt, einen Hügel hinuntergerollt. Dieser Volksbrauch ist auf den heidnisch-germanischen Sonnenkult zurückzuführen; Das Rad gilt als Sinnbild der Sonnenscheibe. Auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara wird häufig mit dem Osterräderlauf in Verbindung gebracht. Die Feuerräder, wie überhaupt die verschiedenartigen Feuer, die im Laufe des Frühlings an einzelnen Tagen aufflammen, sollen dazu dienen, das Gedeihen der Ackerfrucht zu fördern und die Arbeit des Landmannes zu segnen. Außerdem gelten sie als Freudenfeuer für den nun verschwindenden Winter mit seinen kalten und dunklen Nächten. Das Licht, dargestellt durch das Feuer, triumphierte über die Dunkelheit. Der Brauch der Feuerräder wird auch in anderen Gegenden Deutschlands gepflegt, wie unter anderem im Odenwald, dem Sauerland, im Spessart und Weserbergland. Hoch zu Roß in der Lausitz Das Osterreiten ist ein altes religiöses Ritual in Form einer Prozession, bei welchem die Auferstehung Jesu Christi verkündigt wird. Dieser alte Brauch wird bis heute in der katholischen Oberlausitz gepflegt und zieht jedes Jahr viele Besucher in das Gebiet zwischen den Städten Hoyerswerda, Kamenz und Bautzen. Auch in Ostritz beim Kloster Marienthal wird ein Osterreiten veranstaltet. Ende der 1990er Jahre hat man den alten Brauch auch bei Lübbenau in der evangelischen Niederlausitz wiederaufleben lassen. Am Ostersonntag reiten die Männer und Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden in die Nachbargemeinde um dieser die frohe Botschaft der Auferstehung Jesus Christus zu verkünden. Es ist Brauch, dass die besuchte Gemeinde einen Gegenbesuch durchführt. Jeder Prozessionszug, der aus über 200 Reitern und Pferden bestehen kann, darf dabei den anderen traditionell nicht kreuzen. Zudem sind die Prozessionsstrecken bewusst so gelegt, dass es ermöglicht wird, in so vielen Orten wie möglich die Botschaft zu verkünden. Kleine Osterhexe Hyvää Pääsiäistä – Frohe Ostern aus Finnland Ein wenig zum Fürchten sehen sie aus, die kleinen Hexen, die in Finnland von Palmsonntag bis Ostern von Haus zu Haus ziehen. Ihre Gesichter sind rußgeschwärzt, sie tragen bunte Kopftücher und halten Ruten aus Weidenkätzchen in den Händen. So vertreiben sie die bösen Geister und wünschen den Bewohnern der Häuser viel Glück und Gesundheit. Glockenschweigen in Frankreich In Frankreich sind von Karfreitag bis Ostermontag die Kirchenglocken still. Zum Zeichen der Trauer für den gekreuzigten Jesus. Den Kindern erzählt man, dass alle Glocken der Kirchen am Karfreitag nach Rom geflogen sind. Am Ostersonntag kommen sie zurück und Montagvormittag läuten sie dann wieder fröhlich und laut. Bei ihrer Rückkehr haben sie die Eier für die Kinder in den Gärten versteckt, weswegen das Ostereiersuchen in Frankreich einen Tag später stattfindet als bei uns. Pascua und die Semana Santa in Mexiko In Mexiko feiert man das Osterfest ganz zwei Wochen. Die erste Woche ist die „Semana Santa“, in der Prozessionen stattfinden, bei denen die letzten Tage aus dem Leben Christi nachgestellt werden. In der zweiten Woche dreht sich alles um die Auferstehung Christi. Ein wichtiger Termin ist am Mittwoch vor Ostern die Mitternachtsmesse “las maitines de las tinieblas“. Bei dieser „Messe der Finsternis“ stehen 15 Kerzen auf dem Altar, die bis auf eine nach und nach gelöscht werden. Dies soll daran erinnern, dass Jesus von allen Freunden und Jüngern verlassen wurde. Ab Ostersonntag wird dann gefeiert. Für die Kinder gibt es in manchen Gegenden auch die beliebten piñatas. Diese bunten Figuren aus Pappmachee werden an einem Ast aufgehängt und müssen mit einem Stock getroffen werden. Die Anstrengung wird belohnt mit Süßigkeiten, die sich im Inneren der Figur befinden. Heringsbegräbnis in Irland Der skurrilste Osterbrauch findet wohl in Irland statt – das symbolische Heringsbegräbnis. Ostersonntag werden die Heringe zu Grabe getragen. Dieser Bracuh gilt als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit, in der Heringe eine Hauptmahlzeit sind, nun zu Ende ist. Von nun an gibt es endlich wieder Fleisch. (Nicht selten werden diese Heringsbegräbnisse vom örtlichen Metzger initiiert, der froh ist, dass er wieder Wurst und Fleisch verkaufen kann.) „Eiertütscha“ und Ostertanz in der Schweiz In der Schweiz gibt es ungefähr so viele Ostertraditionen wie Kantone. In vielen Städten finden vor allem am Karfreitag Prozessionen und Gebete statt. Im Kanton Wallis durfte man früher an diesem Tag nur barfuss auf die Straße gehen um die Erde nicht zu stören. Hier versammeln sich die Menschen am Ostermontag kurz vor Sonnenaufgang, um auf einem der umliegenden Hügel mit einem Tanz die Sonne zu begrüßen, symbolisch für die Auferstehung Christi. Wer besonders gelenkig ist, macht dazu noch drei Purzelbäume. Wie in Deutschland oder Österreich, ist auch in der Schweiz das „Eier-Titschen“ oder „Eiertütscha“, wie man in der Schweiz sagt, ein beliebtes Spiel. Die Ostereier werden mit der Spitze aneinander gestoßen. Der Spieler dessen Ei am Ende noch heil ist, hat gewonnen. Events 2014-04-17 Schlagwörter: Events Vorheriger Artikel: Reisebranche erwartet Boomjahr Nächster Artikel: Deutschlands schönste Einkaufsstraßen 10 atemberaubende Skigebiete weltweit, die jeder Skifahrer gesehen haben sollte Die ultimative Bucketlist – So gelingt euch die Umsetzung! Reisetipps für Italien: vielfältig, aufregend und ganz viel Dolce Vita Island: ein Reisetipp für echte Naturfans Flamenco, Fiesta und Paella: Was ist typisch Spanisch? andreas stecker: Ja, dass Anne Frank Haus wäre sehr toll für meine Kinder zu... 5vorFlug Redaktion: Hallo Silvio, vielen Dank für das liebe Feedback und deinen... Sommerurlaub Service städtereise Strandurlaub Aktivitäten Beste Reisezeit Sehenswürdigkeiten Deutschland Events Winterurlaub Italien Spanien Kurzurlaub urlaubsguide last minute urlaub Familienurlaub USA Kanaren Türkei Hotels günstig Reisen Balearen Wandern Kultururlaub Ägypten Die ultimative Bucketlist – So gelingt euch die Umsetzung! 14. Februar 2018 Simone Alessandri Reisetipps für Italien: vielfältig, aufregend und ganz viel Dolce Vita 13. Februar 2018 5vorFlug Redaktion Island: ein Reisetipp für echte Naturfans 9. Februar 2018 5vorFlug Redaktion
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Mama in Brüchen - Angina January Knochenbrüche sind schmerzhaft, unangenehm und gefährlich. Das Schlimmste ist, dass die Knochen lange schmerzhaft zusammenwachsen. Verletzungen, bei denen eine Fraktur auftritt, können lange Zeit dazu führen, dass eine Person nicht in Ordnung ist. Darüber hinaus berauben sie einige Menschen der Gelegenheit, nicht nur zu arbeiten und Hausarbeit zu tun, sondern auch unabhängig zu bewegen. Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren bilden sich in relativ kurzer Zeit Schwielen. Dies dauert von drei Wochen bis zu zwei Monaten. Hier hängt alles nicht nur von den physiologischen Eigenschaften des Organismus ab, sondern auch davon, wie schwierig der Bruch war. Bei Kindern treten diese Prozesse schneller auf. Aber die älteren Menschen im Gegenteil. Ihre Knochen werden brüchig, so dass das Verletzungsrisiko mit dem Alter zunimmt, aber die Prozesse der Knochenkallusbildung verlangsamen sich. Die Vorbeugung von Frakturen ist sehr einfach, aber selbst sie kann Sie nicht davor schützen, Verletzungen dieser Art um einhundert Prozent zu bekommen. Spezialisten auf dem Gebiet der Medizin empfehlen Vitamin-Komplexe und Produkte mit Kalzium zu essen, sowie regelmäßig Gymnastik, um die Festigkeit der Knochen zu erhöhen. Da der gefährlichste Zeitraum Eis ist, wird empfohlen, dass Sie zu diesem Zeitpunkt bequeme Schuhe tragen. Knochenbrüche sind Traumata, die eine sehr komplexe Klassifizierung haben. Sie können einfach und komplex sein, sie können mit der Verschiebung des Gelenk- oder Knochengewebes fließen. Besonders gefährlich sind geschlossene Frakturen. Sie sind durch eine erhöhte Morbidität sowie die Möglichkeit, ernsthafte Komplikationen zu entwickeln, gekennzeichnet. Dies ist eine mögliche Schädigung der Blutgefäße oder Nervenenden. Das rechtzeitige Erkennen solcher Verletzungen ist mit der Tatsache behaftet, dass die Sensibilität für die geschädigte Gliedmaße auch nach der Bildung des Kallus nicht zurückkehrt bzw. die motorische Aktivität sich nicht erholen kann. In der Regel treten Knochenbrüche plötzlich auf, was zu Verwirrung, starkem Stress und Schock führt. Die Unfähigkeit, einen beschädigten Bereich des Körpers zu bewegen, akute Schmerzen, die nicht aufhören, berauben die Mehrheit der vernünftigen Menschen von der Gelegenheit, angemessen zu denken und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie sich den Arm oder das Bein gebrochen haben, rufen Sie zuerst jemanden aus Ihrer Familie an, wenn Sie zu dieser Zeit allein sind, und rufen Sie dann den Krankenwagen an. Die verletzte Extremität muss vom Arzt untersucht und gegebenenfalls durch Röntgenaufnahmen zum Patienten geschickt werden. Danach wird das verletzte Glied abhängig von der Komplexität der Verletzung auf dem Reifen, Langet oder Gips überlagert. Darüber hinaus verschreiben manche Spezialisten den Patienten einen Komplex von Medikamenten. Dies können Antibiotika sein, Medikamente, die die Blutzufuhr verbessern, entzündungshemmende Medikamente. Und in einigen Fällen sind Frakturen Medikamente verschrieben, die die Regeneration von Knochengewebe beschleunigen. Infolgedessen erholen sich die beschädigten Gliedmaßen schnell. Die neuesten Medikamente sind eine enge Palette von Produkten, die Enzyme und Chemikalien in ihrer Zusammensetzung enthalten. Anhänger alternativer Medizin empfehlen, sie durch ein umweltfreundliches und bewährtes Instrument zu ersetzen, das zur Behandlung vieler Krankheiten eingesetzt wird. Es geht um die Mumie. Was ist diese Substanz und was ist ihre Wirksamkeit? Die Verwendung und wunderbare Zusammensetzung der Mumie Sehr oft, wenn Sie sich unwohl fühlen, beginnen Sie, synthetische Tabletten zu trinken. In der Region Altai gibt es eine natürliche Heilmittel Mumie. Es wird "Bergteer" genannt. Mumiye, die im Altai-Gebirge gesammelt wird, hat im Vergleich zu anderen Orten einzigartige Eigenschaften. Dies ist ein organisch-mineralisches Gestein, das durch Zersetzungsprozesse von Tieren, Mikroorganismen und Pflanzen entsteht. Mumie in Aussehen ähnelt einem vertrauten Teer. Es sei darauf hingewiesen, dass seine Zusammensetzung und nützliche Eigenschaften noch nicht vollständig untersucht wurden, aber die Wirksamkeit der Verwendung dieser Substanz ist seit langem bewiesen. Es wird übrigens durch zahlreiche Tests unterstützt. Deshalb müssen Sie, um die Mumie zu bekommen, nicht in ferne Berge gehen. Heute kann es in jeder Apotheke gekauft werden. Zum Verkauf wird dieses Produkt als Extrakt in Form von Pulver oder Tabletten geliefert. Dort kann man Mama und Mama in ihrer reinen Form kaufen. Dies ist ein gereinigtes Mittel. In seiner Zusammensetzung ist die Konzentration von Spurenelementen größer als in den anderen Mumien. Es ist seit der Antike als Heilmittel für verschiedene Krankheiten verwendet wurde, enthält es über 701 nützliche veschestvo.Takzhe chemische Elemente, Makro- und Mikronährstoffe, Aminosäuren, essentielle Öle, Vitamine und Bienengift enthält. Die Haupteigenschaft von "Mountain Teer" ist die Stärkung der Immunität. Es hilft gut bei der Prävention von Krankheiten und Infektionskrankheiten. Nehmen Sie es, wenn die Influenza-Epidemie. Es hat viele nützliche Substanzen, sie beseitigen Avitaminose.Im Winter ist es notwendig, weil es nicht genug Vitamine gibt. Mumiye entfernt Giftstoffe, dies ist sofort auf die Gesundheit der Person bemerkbar. Es normalisiert die Arbeit vieler Organe. Im "Bergteer" gibt es Stoffe, die die Gefäße erweitern. Verwenden Sie es - eine gute Vorbeugung von Kopfschmerzen, Herzinfarkt und Bluthochdruck. Wissenschaftler haben in dieser Medizin Pilze gefunden, die Penicillin ähnlich sind. Es wird verwendet, um Infektionen zu behandeln. Bei der Anwendung von Mumien heilen Wunden schneller, Verbrennungen, Erfrierungen und Frakturen. Wenn Kalzium mit der Mumie konsumiert wird, können Sie die Knochen stärken. Wissenschaftler haben bewiesen, dass die Knochen während der Aufnahme der Mumie um etwa 20 Tage schneller koaleszieren. Spurenelemente darin enthalten sind, und stimulieren die Reparaturprozesse Verstauchungen, Prellungen, Verstauchungen, der zur Behandlung von Magen und Darm, das Urogenitalsystem, Arthritis, Tumoren. Nehmen Sie die Mumie mit der Schwächung des Körpers, nach den Operationen, wird es die Immunität stärken und Ihren Körper verbessern. Wie man Mumien in Tabletten für Frakturen anwendet Mumiye in Tabletten kann in einer Apotheke gekauft werden. Es gibt eine beeindruckende Auswahl dieses Produktes von verschiedenen Herstellern. Aber diese Tabletten unterscheiden sich nur in der Verpackung. Ihre Zusammensetzung ist die gleiche. Es enthält eine hundertprozentig gereinigte Mumie. Im Verkauf können Sie zwei Dosierungen dieses Medikaments finden - 0,1 und 0,2 Gramm. Dieses Behandlungsschema kann nicht nur zur Behandlung von Erwachsenen, sondern auch von Kindern ab drei Jahren angewendet werden. Vorher sollten Sie jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen. Übrigens sollte die Dosierung reduziert werden, wenn Sie planen, die Mumie Kindern zu geben. Anfangs sollte es 0,2 Gramm pro Tag betragen, danach sollte es auf 0,1 Gramm pro Tag reduziert werden. Wie man Mumie in ihrer reinen Form mit Brüchen nimmt Die Mumie in ihrer reinen Form wird in Sachets verkauft. Kleine Stücke von der Gesamtmasse dieses Produktes sollten manuell geschnitten werden. Das Gewicht wird auf einer speziellen Apothekenskala oder mit dem Auge gemessen. Es ist sehr einfach, dies zu tun. Da die Mumie oral eingenommen, und der Geschmack ist sehr spezifisch, anstelle des alten Rat eine kleine Menge aufzulösen, bis sie vollständig im Mund aufgelöst wird, kann durch eine neue Empfehlung ersetzt werden und es in Wasser auflösen. Hier sind ein paar nützliche und effektive Rezepte für die Verwendung von Mumien für Knochenbrüche: Vorteile von Mumien bei Knochenbrüchen Mummy ist ein natürliches Produkt, das die regenerativen Funktionen des Körpers stimuliert. Es ist ein sicheres und wirksames Mittel, das als offizielle Medizin anerkannt ist und zur Behandlung von Verletzungen jeglicher Komplexität eingesetzt wird. Es wird auch erfolgreich in der Erholungsphase nach Knochenbrüchen bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt. Zusammensetzung und nützliche Eigenschaften von Mumien Mumiyo ist ein komplexer natürlicher Komplex von Mineralien und organischen Substanzen, der mehr als 80 Komponenten umfasst: Mikro- und Makroelemente: Kalzium, Zink, Natrium, Phosphor, Schwefel und so weiter. Mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Säuren. Organische Säuren und Phospholipide. Harze, ätherische Öle, Carotinoide, Steroide, Flavonoide, Cumarine, Alkaloide, Terpenoide, Enzyme, Chlorophyll, Rutin, Gerbstoffe. Vitamine C, B1, B2, B3, B6, B12, E. Bei Frakturen weist das Produkt die folgenden vorteilhaften Eigenschaften auf: reduziert die Zeit der Knochenadhäsion; erhöht die Menge des Enzyms, das die Wiederherstellung des Knochengewebes fördert; kompensiert die negative Reaktion des Körpers auf die Fraktur und wirkt sich positiv auf den Allgemeinzustand des Patienten aus; in der Zeit, wenn der Kallus hart wird, hilft es, Versetzungen zu vermeiden; entfernt Ödeme und Prellungen; erhöht das Niveau von Kalium und Kalzium im Blut, was auch den Prozess der Koaleszenz des Knochens stimuliert; normalisiert Schlaf und Gewicht; beseitigt Autoantigene im Blut - Enzyme, die sich nach einer Verletzung bilden und das Knochengewebe zerstören und die Heilung hemmen. Mumiyo eignet sich zur Behandlung selbst der schwersten offenen Frakturen. Wenn die Dosierungen und Empfehlungen eingehalten werden, verursacht das Produkt keine Nebenwirkungen, daher wird es zur Wiederherstellung der meisten Patientengruppen verwendet. Welche Mumie ist besser für die Behandlung kranker Orte geeignet? Alle Arten von Mumien sind für die Behandlung von Frakturen geeignet, aber Altai ist besonders effektiv. Es ist besser, ein natürliches gereinigtes Produkt zu verwenden. Anwendung des Produkts bei der komplexen Behandlung von Knochenbrüchen Damit die Behandlung wirksam wird, werden die Mumien in Kursen genommen, auf keinen Fall unterbrochen, sonst wird es kein positives Ergebnis geben. Im Durchschnitt, bis zur vollständigen Genesung, müssen Sie von drei bis fünf von denen mit einer einwöchigen Pause zwischen ihnen gehen (die Dauer von jedem ist 25 Tage). Die Dosierung der Substanz wird für jeden Patienten individuell unter Berücksichtigung seines Zustands und der Schwere der Fraktur berechnet. In der Regel, ernennen von 0,2 bis 0,5 Gramm Mumien für einen Erwachsenen. Die Dosis für Kinder von 1 Jahr bis 9 Jahren beträgt ungefähr die Hälfte des Streichholzkopfes, und ein Kind im Alter von 9 bis 14 Jahren soll 0,1 g pro Tag geben (ein Bündel, das die Größe eines ganzen Streichholzkopfes hat). Mumien werden in Form von Tinkturen, Tabletten oder Pulver in Wasser verdünnt verwendet. Nehmen Sie die Droge am Morgen auf nüchternen Magen für ein paar Stunden vor einer Mahlzeit und für komplexe Verletzungen auch am Abend. Es ist erlaubt, Mumien mit Olivenöl zu verwenden Es gibt auch solche Arten der Einnahme: 1 g gereinigte Mumien in einem Esslöffel kochendem Wasser verdünnt und für 24 Stunden bestehen. Dann fügen Sie 20 g Honig zu der Lösung und mischen. Nehmen Sie dieses Medikament morgens und abends auf einem Esslöffel mindestens eine halbe Stunde vor dem Essen ein. Olive oder Rosenöl in der Menge von 20 ml warm bis zu einem warmen Zustand, fügen Sie 3 Gramm Mumie und mischen. Verwenden Sie die Droge am Morgen auf nüchternen Magen auf einem Esslöffel, mit Wasser. Nehmen Sie 2 Esslöffel Kümmel-Samen, legen Sie sie in einen Email-Topf, gießen Sie einen Liter Trinkwasser und zünden Sie an. Aufkochen lassen, abkühlen lassen und filtrieren. Ein Glas Fertigmischung mit 0,2 Gramm Mumien mischen und die resultierende Formel morgens auf nüchternen Magen trinken. Herstellung von 10 ml destilliertem Wasser, 5 g trockenen mummies, 10 g des Pulpe von Aloe-Blättern und Petrolatum Lanolin und Bor -. 30 g Alle verbinden, durchmischen und in Behälter aus dunklem Glas. Reiben Sie die Salbe täglich in den Bereich der Verletzung bis zur vollständigen Genesung. Es regt die Durchblutung an der Bruchstelle an und fördert die Bildung von Knochenkallus. Es sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Lösen Sie 5 g Mumienpulver in einem Esslöffel Wasser auf, fügen Sie eine Babycreme oder Massageöl hinzu und mischen Sie. Verwenden Sie das Produkt für die Massage und Reiben mit Brüchen der Hände, Füße, Knöchel, Hüften und so weiter. Die Zusammensetzung wird vor der Gewinnung verwendet. Löse 10 g Mumie in 100 ml gereinigtem Wasser, gib etwas flüssigen Honig dazu und mische. Befeuchten Sie ein sauberes Tuch in dieser Verbindung, befestigen Sie es an der Bruchstelle, wickeln Sie es mit einem warmen Taschentuch ein und lassen Sie es über Nacht. Kompressen können täglich bis zur Genesung durchgeführt werden. Das Produkt eignet sich hervorragend zur Behandlung von Verletzungen bei älteren Menschen. Mittel zur Behandlung von Kindern 30 g Bor-Vaseline; 10 ml destilliertes Wasser; Das Harz in Wasser auflösen und mit Vaseline und Aloesaft mischen. Die resultierende Salbe wird in einen Behälter aus dunklem Glas gegeben und im Kühlschrank aufbewahrt. Spülen Sie den Bereich der Fraktur täglich bis zur vollständigen Genesung. Rastirka bei Frakturen bei älteren Menschen Nehmen Sie den Streichholzkopf und verdünnen Sie es in Rosenöl. Beenden Sie die Zusammensetzung in den Bruchbereich. Das Verfahren wird täglich empfohlen. Diese Behandlung ist wirksam bei Frakturen bei älteren Menschen. Razirat betroffene Gebiete können eine Mischung aus Mumien und Rosenöl sein Die Behandlung von Frakturen mit Hilfe von Mumien wird nicht für schwangere und stillende Mütter sowie Kinder bis zu einem Jahr vorgeschrieben. Eine Überdosierung des Medikaments mit Einnahme kann zu erhöhtem Blutdruck, hypertensiver Krise, Kopfschmerzen und Herzproblemen führen. Es wird nicht empfohlen, das Produkt im Falle von allergischen Reaktionen und Hautreizungen anzuwenden. Bevor Sie Mumiyo verwenden, ist es besser zu testen: Tragen Sie es auf eine kleine Hautpartie auf und halten Sie es ein paar Stunden lang. In Abwesenheit von unerwünschten Reaktionen auf einen solchen Test kann das Mittel in der Frakturtherapie verwendet werden. Erfahrungsberichte von Menschen, die eine Behandlung mit Mumien versucht haben Zu meiner Mutter an der Fraktur eines Oberschenkelknochens hat der Traumatologe reception mumiyo empfohlen. Sie trank es für 25 Tage und 5 Tage für die Ruhe. Sie nahm eine dicke Mumie in ein Glas, züchtete eine Scheibe (0,2 g) in Wasser und nahm sie. Alles ist ohne Komplikationen zusammengewachsen. Sehr zu empfehlen! Eine alte Mutter, eine Diabetikerin, nahm drei Frakturen auf und benutzte die Altai-Mumie in Lösung (keine Pillen). Die Ärzte unterschrieben ihre Strafe, und sie ist jetzt im Garten und hinter den Pilzen! Nehmen Sie eine Mumie, können Sie die Zeit der Genesung verkürzen. Aber führen Sie keine Selbstmedikation durch: der Verlauf der Einnahme und Dosierung des Produktes sollte einen Spezialisten ernennen. Dann wird das Mittel nur dem Körper zugute kommen. Die Verwendung von Mumien in Pillen für Knochenbrüche Die Behandlung von Mumien bei Frakturen zur Knochenfusion ist eine der effektivsten und sichersten Methoden. Zulassung des Medikaments fördert deutlich die Fusion von Knochengewebe der Beine und Hände, verbessert deutlich die regenerativen Funktionen, erhöht das Immunsystem durch die Krankheit des Körpers geschwächt, bietet eine anhaltende anästhetische Wirkung während der Exazerbation. Mumie für Knochen und Gelenke in der Fraktur der Beine und Hände wirkt als eine hochwirksame potente Stimulans, die die schnelle Bildung von Knochenkrebs fördert, die wichtig ist, um die Verlagerung von Knochenschutt zu verhindern. Heilung und restaurative Wirkung von Mumien auf Knochengewebe Mumiye ist ein Produkt der vitalen Aktivität von Wildbienen, das praktisch keine Kontraindikationen aufweist. Die Nützlichkeit und Unbedenklichkeit der Droge macht es möglich, Mumien für Knochenbrüche bei Patienten mit unterschiedlicher Schwere der Verletzung und allen Altersgruppen aktiv zu nehmen. Die beste Wirkung bei der Behandlung von Verletzungen kann erreicht werden, wenn die Bienenprodukte in Verbindung mit einer Arzneimittelbehandlung verwendet werden, was zu einem schnelleren Spleißen und Verstärken der Knochen der Beine und Hände beiträgt. Wie man eine Mumie trinkt, kann nur von einem Spezialisten bestimmt werden. Dauer und Verlauf der Behandlung sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt begonnen werden, der absolut vollständige Informationen über die Schwere der Fraktur hat, ein recht zuverlässiges Bild der Krankheit hat: Röntgenaufnahmen, Analysen. Die Verwendung des Medikaments in der Krankheit trägt dazu bei: schnelle Heilung von Frakturen, der Zeitpunkt der Koaleszenz und Stärkung der Knochen werden auf zwei, maximal drei Wochen reduziert; Abschwächung der negativen Reaktion des Körpers auf das Trauma: Appetit verbessert sich, Schlaf normalisiert sich, Immunität nimmt zu, Schwellungen nehmen ab, Hämatome verlaufen schneller; Erhöhung des Kalium- und Kalziumspiegels im Blut, was zu einem aktiveren Wachstum von Knochengewebe und Periost führt; Abnahme des Gehalts an Enzymen (Autoantigene), die das Knochengewebe zerstören; erhöht zur richtigen Zeit die Phosphatase - ein Enzym, das für die korrekte Bildung von Knochengewebe verantwortlich ist; das Medikament hat eine entzündungshemmende Wirkung: Wunden ziehen sich viel schneller an, eitriger Ausfluss wird auf Null reduziert. Methoden der Behandlung mit Mumientabletten bei Frakturen Wie man Mumien in Pillen für Knochenbrüche nimmt, hängt von vielen Faktoren ab. Die Wahl der besten Art, das Medikament einzunehmen, steht in direktem Verhältnis zu der Schwere, dem Ort und den Merkmalen der Fraktur. Der Behandlungsverlauf wird normalerweise am zehnten Tag nach der Verletzung empfohlen, da während dieser Zeit die aktive Struktur des Knochen-Kallusgewebes, die für eine korrekte Knochenfusion notwendig ist, beginnt. Es gibt zwei Möglichkeiten, Mumien bei der Behandlung von Frakturen zu verwenden: intern und extern. Wenn nötig, können Sie diese beiden Methoden nur nach Rücksprache mit einem Spezialisten kombinieren. Die Mumie in Tabletten ist die einfachste und zugänglichste Form der Freisetzung des Arzneimittels. Das Medikament kann in Apotheken gekauft werden, wo eine umfangreiche Palette von Produkten von verschiedenen Herstellern präsentiert wird. Sie unterscheiden sich nur in Verpackung und Preis, ihre Zusammensetzung ist immer gleich, die Pillen bestehen zu 100% aus gereinigten Mumien. Das Medikament wird hauptsächlich in zwei Dosierungen hergestellt: 0,1 g oder 0,2 g. Interner Gebrauch der Droge Der Verlauf der Einnahme von Tabletten nach innen empfehlen Spezialisten ab einer Schockdosis von 0,4 g morgens auf nüchternen Magen. Trinken Sie die Mumie vorzugsweise auf nüchternen Magen, nachdem Sie die Droge genommen haben, essen Sie zwei Stunden lang nicht. Nach einem Schockkurs über 5 Tage sollte die Dosis einmal täglich auf nüchternen Magen auf 0,2 g reduziert werden. Nehmen Sie die Pille für weitere fünf Tage, dann pausieren Sie für fünf Tage und wiederholen Sie den Verlauf von 0,2 g. Die Anzahl der Kurse hängt von der Schwere der Verletzung und dem Zustand des Patienten ab. Während der Behandlung sollte der Patient unter der Aufsicht eines Arztes stehen, der die Dosierung und Dauer des Medikaments bestimmen kann. Ein anderes Schema zur Einnahme von Mumien in Tabletten ist für Patienten mit mäßiger Schwere der Erkrankung geeignet und für eine längere Behandlungsdauer ausgelegt. Der Behandlungsverlauf besteht aus einer zweimaligen Einnahme von Mumien pro Tag von 0,2 g für drei Wochen. Dann müssen Sie eine Woche Pause machen und den Kurs wiederholen, auch wenn Sie den Gips bereits entfernt haben und der Patient sich gesund fühlt. Eine Wiederholung des Kurses ist notwendig, damit das verletzte Glied so schnell wie möglich wieder normal werden kann. Für eine schnellere Erholung des Körpers nach einer Verletzung ist das folgende Rezept für die Verwendung von Mumien geeignet. Fünf Tabletten (0,2 g) des Arzneimittels sollten zu Pulver zerkleinert und in 250 ml kochendem Wasser gelöst werden. Lassen Sie die Lösung für 24 Stunden infundieren. In die Infusionslösung einen Esslöffel Honig geben und gründlich mischen. Die Medikamentenmenge wird für einen zehntägigen Kurs berechnet. Die Lösung sollte vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Um die therapeutische Wirkung von Mumien zu verstärken, können Sie den Bienenprodukten Sanddornsaft oder eine Kreuzkümmelbrühe hinzufügen. Mama mit Sanddornsaft Mumie - 0,2 g (eine Tablette - 1 Stück); Saft von Sanddorn - 200 ml. Tabletten zerstoßen in Pulver und lösen sich in frisch gepresstem Sanddornsaft auf. Der Verlauf der Behandlung - 2 mal am Tag (morgens und abends) 2-3 Stunden vor den Mahlzeiten für drei Wochen. Nach dem Ende des Kurses sollten Sie für eine Woche eine Pause einlegen, bei Bedarf können Sie den Kurs wiederholen. Dekokt von Kreuzkümmel gereinigtes Wasser - 1 l.; Mumie - 0,8 g (4 Tabletten von 0,2 Gramm). Um die Brühe vorzubereiten, gießen Sie den Kreuzkümmel mit kochendem Wasser, setzen Sie ein langsames Feuer und erhitzen Sie in einem Wasserbad für 20 Minuten. In einer gekühlten Brühe Pulver Mumie hinzufügen, legen Sie die Mischung an einem kühlen Ort, lassen Sie es für 24 Stunden brühen. Nehmen Sie ein Glas (250 ml) am Morgen auf nüchternen Magen. Das Abkochen von Kreuzkümmel mit Mumien ist besonders nützlich für den Bruch von Rippen. Das Wiederherstellen des Patienten wird viel schneller geschehen, wenn der Patient keine Selbstmedikation durchführt, sondern streng die Vorschriften und Empfehlungen des Arztes einhält, sollten nur qualitativ hochwertige Medikamente zur Behandlung verwendet werden. Rezepte für den externen Gebrauch Mumie in Frakturen Parallel zur internen Verwendung der Mumie zur Behandlung von Frakturen ist es wünschenswert, eine äußerliche Anwendung des Arzneimittels durchzuführen, das für die lokale Behandlung des verletzten Organs bestimmt ist. Um eine Paste 3 Tabletten Mumie (0,2 g) zu machen, zerquetschen in Puder und in einem Esslöffel kochendem Wasser auflösen. Zur Lösung fügen Sie eine Baby-Creme oder Massageöl hinzu und vermischen Sie gründlich, bis glatt. Pasta kann zur Massage bei Frakturen und Dislokationen bis zur vollständigen Genesung verwendet werden. Mumie - 5 g (25 Tabletten von 0,2 g); destilliertes Wasser - 50 ml; Mumientabletten zerstoßen in Puder, gießen Sie Wasser und mischen Sie, bis sich das Rauschgift vollständig auflöst. In die fertige Lösung Honig gießen, der in einem Wasserbad in flüssigem Zustand geschmolzen ist. Mit einer fertigen Kompresse ein sauberes Taschentuch befeuchten, es an einer wunden Stelle befestigen und mit einem Handtuch oder Schal erwärmen. Compress ist am besten vor dem Zubettgehen getan und über Nacht verlassen. Um die therapeutische Wirkung zu verbessern, wird empfohlen, jeden Tag bis zur vollständigen Genesung Kompressen durchzuführen. Reste der Lösung können bis zur nächsten Anwendung im Kühlschrank aufbewahrt werden, jedoch nicht länger als 2-3 Tage. Das Produkt hilft sehr bei der Behandlung von Frakturen bei älteren Patienten, wirkt sich positiv auf die Erhöhung des Kalzium- und Kaliumspiegels im Blut aus. gereinigtes Wasser - 2 EL. l.; medizinische Vaseline - 100 g; Lanolin (wasserfrei) - 30 g. Tabletten zerstoßen in Pulver und lösen sich in warmem Wasser auf, fügen Sie die restlichen Bestandteile hinzu und mischen Sie sich gründlich, bis glatt. Die Fertigsalbe soll in einen sterilen Glasbehälter überführt werden, es empfiehlt sich, sie im Kühlschrank zu lagern. Vor Gebrauch sollte die benötigte Salbenmenge in einem Wasserbad erwärmt werden. Eine warme Masse kann in Form von Kompressen oder Reiben verwendet werden. Zur Kompresse wird die Gaze mit warmer Salbe durchtränkt und auf die Frakturstelle aufgetragen. Das Verfahren wird am besten vor dem Zubettgehen durchgeführt, es ist ratsam, die Bandage die ganze Nacht zu verlassen. Healing Salbe mit offenen Frakturen Diese Verordnung der medizinischen Salbe ist wirksam bei eitrigen, langfristig heilenden Wunden. Teer - 5 g; Tinktur aus Calendula - 10 ml; Um die Salbe vorzubereiten, mischen Sie alle Zutaten glatt. Die Mischung wird auf niedriger Hitze erhitzt und ständig gerührt, bis sich Propolis und Petrolatum vollständig auflösen. Propolis sollte vor der Verwendung gerieben werden, und die Mumientabletten sollten zu Pulver zerkleinert werden. Die gekühlte Salbe sollte durch sauberes Glas bei Raumtemperatur ersetzt werden. Zubereitete Salbe schmieren den beschädigten Bereich bis zur vollständigen Wiederherstellung. Mumiye gilt als das sicherste Bienenprodukt, aber zusammen mit nützlichen Eigenschaften hat es mehrere Kontraindikationen. Nehmen Sie Mumien mit Knochenfrakturen Sie müssen alle Kontraindikationen der Droge sorgfältig berücksichtigen: Bei der Behandlung von Drogen mit Mumien ist es strengstens verboten, alkoholhaltige Getränke zu trinken; es ist notwendig, das Medikament auf Allergien zu testen; Behandlung von Frakturen Mumien sind bei schwangeren und stillenden Müttern kontraindiziert; Es wird nicht empfohlen, Mumien für Patienten mit inneren Blutungen und mit Tumorbildungen zu verwenden; Die Verwendung des Medikaments kann zu einem Anstieg des Blutdrucks führen, so dass Bluthochdruck Drogenkonsum sollte nur unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen. Die Biene Mumie in Tabletten mit gebrochenen Knochen als der einzige Fachmann kann ernennen. Die alleinige Einnahme des Medikaments kann zu Überdosierung und dem Auftreten negativer Folgen führen: schneller Herzschlag, unangemessene Angst und Reizbarkeit, erhöhter Druck, Störung des Magen-Darm-Trakts, Störungen des Nervensystems. Bevor Sie mit der Aufnahme von Bienen beginnen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und sicherstellen, dass keine Allergien auf alle Bestandteile des Arzneimittels einwirken. Nützliche und heilende Eigenschaften von Mumien haben sich schon lange bewährt, ein natürliches Heilmittel wird seit Jahrhunderten bei der Behandlung vieler Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Wenn Sie sich den Arm oder das Bein gebrochen haben, dann gibt es keine effektivere natürliche Vorbereitung als die Mumie in der Natur, die in sehr kurzer Zeit die Knochen der Beine, Hände und anderer Körperteile stärken und zur normalen Lebensweise zurückkehren kann. Bei regelmäßiger und korrekter Anwendung der Mumie wird der Erfolg immer gewährleistet sein.
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
SEELENHEILUNG und energetischer Schutz - Eva Marquez | meinavalon.com ga('ec:addProduct', { 'id': 'av12967', 'name': 'SEELENHEILUNG und energetischer Schutz - Eva Marquez', 'category': 'Lese Welt', 'brand': 'Amra Verlag', 'variant': '', 'price': '20.6' }); ga('ec:setAction', 'detail', {'list': 'Lese Welt'}); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Die Seele verstehen - Petra Schneider', 'id': 'av11990', 'price': '13.4', 'brand': 'Lichtwesen', 'list': 'Similar Articles', 'position': 0 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das Leben entrümpeln, die Seele befreien - Hideko Yamashita', 'id': 'av11999', 'price': '13.4', 'brand': 'INTEGRAL', 'list': 'Similar Articles', 'position': 1 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Mit Herz und Seele ich - Paul Ferrini', 'id': 'av10926', 'price': '8.2', 'brand': 'meinavalon.com', 'list': 'Similar Articles', 'position': 2 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Wege der Verwandlung - Anselm Grün', 'id': 'av11969', 'price': '15.4', 'brand': 'Herder', 'list': 'Similar Articles', 'position': 3 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Der Imago-Prozess - Susanne Hühn', 'id': 'av11986', 'price': '15.4', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Similar Articles', 'position': 4 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Kartenset Seelenreich - Christine Arana Fader', 'id': 'av12961', 'price': '25.7', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Similar Articles', 'position': 5 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Der Herzensheiler - Hans Christian Meiser', 'id': 'av12964', 'price': '20.4', 'brand': 'WunderbarMedia:Publishing', 'list': 'Similar Articles', 'position': 6 }); ga('send', 'event', 'detail', 'view'); SEELENHEILUNG und energetischer Schutz - Eva Marquez Artikel-Nr.: av12967 Wie deine Seele ihr volles Potenzial für deinen Körper und Geist zurückerlangt. Wie erkennt man... mehr Produktbeschreibung "SEELENHEILUNG und energetischer Schutz - Eva Marquez" Wie deine Seele ihr volles Potenzial für deinen Körper und Geist zurückerlangt. Energetische Übungen im Buch! Weiterführende Links zu "SEELENHEILUNG und energetischer Schutz - Eva Marquez" ga('ec:addImpression', { 'name': 'ICH BIN Licht und Liebe', 'id': 'avs23', 'price': '10.3', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 1 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Lichtbotschaften von den Plejaden Band 6', 'id': 'av13910', 'price': '20.6', 'brand': 'Amra Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 2 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Votivduftkerze "Black Forest"', 'id': 'av13752', 'price': '1.65', 'brand': 'Phoenix', 'list': 'Also bought articles', 'position': 3 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Turmalin Anhänger „Schutz“', 'id': 'av13465', 'price': '19', 'brand': 'Crystal', 'list': 'Also bought articles', 'position': 4 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Jeder Tag ein guter Tag - Ellen GenKi und Kurt KyuSei Österle', 'id': 'av12994', 'price': '18.5', 'brand': 'Altbäckersmühle', 'list': 'Also bought articles', 'position': 5 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Mit dem Jenseits kommunizieren - Sue Dhaibi', 'id': 'av12985', 'price': '20.6', 'brand': 'Ansata Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 6 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Selbstfürsorge - Franziska Muri', 'id': 'av12983', 'price': '18.5', 'brand': 'INTEGRAL', 'list': 'Also bought articles', 'position': 7 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schutz-Anhänger "Atlantis"', 'id': 'av12976', 'price': '22.25', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 8 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Räucherstäbchenhalter "Sonne"', 'id': 'av12938', 'price': '7.25', 'brand': 'saraswati', 'list': 'Also bought articles', 'position': 9 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Traumfänger Mobile Elegance', 'id': 'av12924', 'price': '12.25', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 10 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Räucherkohle Klein', 'id': 'RR040', 'price': '2.5', 'brand': 'Roland Rauter', 'list': 'Also bought articles', 'position': 11 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Räuchermischung "Abendstille"', 'id': 'RR029', 'price': '9.5', 'brand': 'Roland Rauter', 'list': 'Also bought articles', 'position': 12 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Yoga-Matte Blume des Lebens - TPE ecofriendly', 'id': 'av12670', 'price': '32.95', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 13 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Kartenset: Mein Rauhnacht-Orakel - Jeanne Ruland', 'id': 'av12533', 'price': '20.6', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 14 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Aura-Soma® Quintessenz Räucherstäbchen Pallas Athene & Aeolus', 'id': 'INCQ08', 'price': '7.1', 'brand': 'Aura-Soma', 'list': 'Also bought articles', 'position': 15 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Aura-Soma® Quintessenz Räucherstäbchen Christus', 'id': 'INCQ06', 'price': '7.1', 'brand': 'Aura-Soma', 'list': 'Also bought articles', 'position': 16 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Räucherkohlezange HAND', 'id': 'av12490', 'price': '5.95', 'brand': 'Bitto', 'list': 'Also bought articles', 'position': 17 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Zirbenöl-Set "HERZ"', 'id': 'av12485', 'price': '27.6', 'brand': 'Roland Rauter', 'list': 'Also bought articles', 'position': 18 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Meditationskissen Mandala blau/gold', 'id': 'av12365', 'price': '39.95', 'brand': 'Lotus Design', 'list': 'Also bought articles', 'position': 19 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Räucherpfanne TAIF schwarz', 'id': 'av12355', 'price': '27.6', 'brand': 'Bitto', 'list': 'Also bought articles', 'position': 20 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel des Vertrauens - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12337', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 21 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel des Erwachens - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12336', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 22 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel der Versöhnung - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12335', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 23 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel der Liebe - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12334', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 24 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel der Hoffnung - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12333', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 25 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel der Gelassenheit - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12332', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 26 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel der Fülle - Engelräucherstäbchen', 'id': 'av12331', 'price': '3.5', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also bought articles', 'position': 27 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Tieressenz "Wohlgefühl für Katzen"', 'id': 'av12322.1', 'price': '14.5', 'brand': 'Lichtwesen', 'list': 'Also bought articles', 'position': 28 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Tieressenz "Trauma lösen"', 'id': 'av12316', 'price': '14.5', 'brand': 'Lichtwesen', 'list': 'Also bought articles', 'position': 29 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Johanniskraut Pflanzenfluid 50 ml', 'id': 'av12071', 'price': '22.5', 'brand': 'Kräutermax', 'list': 'Also bought articles', 'position': 30 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Körperöl "Herzenskraft" von Barbara Heider-Rauter', 'id': 'BKOE01', 'price': '19.9', 'brand': 'Barbara Heider-Rauter', 'list': 'Also bought articles', 'position': 31 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Engel berühren meine Fingerspitzen - Lorna Byrne', 'id': 'av12013', 'price': '20.6', 'brand': 'Kailash', 'list': 'Also bought articles', 'position': 32 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das Leben entrümpeln, die Seele befreien - Hideko Yamashita', 'id': 'av11999', 'price': '13.4', 'brand': 'INTEGRAL', 'list': 'Also bought articles', 'position': 33 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Enjoy this Life® - Pascal Voggenhuber', 'id': 'av11998', 'price': '18.5', 'brand': 'scorpio Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 34 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das Sonnenkind-Prinzip - Julia Tomuschat', 'id': 'av11942', 'price': '20.6', 'brand': 'Kailash', 'list': 'Also bought articles', 'position': 35 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Sarah Brightman - A Winter Symphony - CD', 'id': 'av11939', 'price': '20.9', 'brand': 'Silenzio', 'list': 'Also bought articles', 'position': 36 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Weihrauchbrenner LOTOS', 'id': 'av11933', 'price': '27.6', 'brand': 'Bitto', 'list': 'Also bought articles', 'position': 37 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Mein Rauhnacht-Begleiter - Jeanne Ruland', 'id': 'av11929', 'price': '13.4', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 38 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Duftstövchen "Nero" mit Edelstahlsieb', 'id': 'av11806', 'price': '19.5', 'brand': 'Bitto', 'list': 'Also bought articles', 'position': 39 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Energetische Hausreinigung - Georg Huber', 'id': 'av11705', 'price': '7.2', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Also bought articles', 'position': 40 }); ga('send', 'event', 'bought', 'view'); Zirkonia Elohim "Blauer Strahl" ga('ec:addImpression', { 'name': 'Lichtbotschaften von den Plejaden Band 6', 'id': 'av13910', 'price': '20.6', 'brand': 'Amra Verlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 1 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schutz-Anhänger "Atlantis"', 'id': 'av12976', 'price': '22.25', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 2 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Gelebte Weiblichkeit - Dorit Stövhase-Klaunig', 'id': 'av12915', 'price': '13.3', 'brand': 'Neue Erde', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 3 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Der spirituelle Kräutergarten - Bettina Schmidt', 'id': 'av11120', 'price': '13.4', 'brand': 'Silberschnur', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 4 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Seelenbegegnungen - Lisa Schnider', 'id': 'av11088', 'price': '10.3', 'brand': 'Koha Verlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 5 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Akzeptieren, was ist - Achtsam leben', 'id': 'av13979', 'price': '8.3', 'brand': 'scorpio Verlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 6 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Energiepflanzen im Haus - Eva Katharina Hoffmann', 'id': 'av13808', 'price': '9.99', 'brand': 'Bassermann', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 7 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Wohnen in guter Energie - Marlis Bader', 'id': 'av13807', 'price': '17.5', 'brand': 'Kösel', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 8 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Heilendes Zuhause - Alexa Kriele, Heike Kleen', 'id': 'av13806', 'price': '17.5', 'brand': 'Knaur', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 9 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Meditationskissen rund indigo/peach', 'id': 'av13804', 'price': '79.95', 'brand': 'Spirit of Om', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 10 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das große Magic-Cleaning-Buch - Marie Kondo', 'id': 'av13798', 'price': '15.5', 'brand': 'rororo', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 11 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Yogamatte Mandala', 'id': 'av13797', 'price': '109.8', 'brand': 'Spirit of Om', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 12 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Bio Bettwäsche Nature Dream, Spirit of Om', 'id': 'av13794.1', 'price': '99.9', 'brand': 'Spirit of Om', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 13 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Votivduftkerze "Black Forest"', 'id': 'av13752', 'price': '1.65', 'brand': 'Phoenix', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 14 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Avalons Vermächtnis. Auf alten Spuren in die neue Zeit!', 'id': 'av13748', 'price': '15.4', 'brand': 'Schirner Verlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 15 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Zirkonia Elohim "Blauer Strahl"', 'id': 'av137162', 'price': '78.8', 'brand': 'Lichtwesen', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 16 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das kleine Buch vom Yoga - Lucy Lucas', 'id': 'av13703', 'price': '9.3', 'brand': 'Heyne', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 17 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Anhänger - Siegel des Erzengels Michael', 'id': 'av13660', 'price': '79.9', 'brand': 'Stone', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 18 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Anhänger - Siegel des Erzengels Gabriel', 'id': 'av13659', 'price': '79.9', 'brand': 'Stone', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 19 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Anhänger - Siegel des Erzengels Raphael', 'id': 'av13658', 'price': '79.9', 'brand': 'Stone', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 20 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Anhänger - Siegel des Erzengels Uriel', 'id': 'av13657', 'price': '79.9', 'brand': 'Stone', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 21 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Tarotbox "Blume des Lebens" aus Mangoholz', 'id': 'av13617', 'price': '17.4', 'brand': 'Phoenix', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 22 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Die Yoga Sutras von Patanjali', 'id': 'av13553', 'price': '152', 'brand': 'Phoenix', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 23 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Hawaiian Lomi Lomi Massage (CD)', 'id': 'av13526', 'price': '14.99', 'brand': 'Neptun', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 24 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Wohltuende Waldstimmung (CD)', 'id': 'av13504', 'price': '8.99', 'brand': 'Neptun', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 25 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Klangschale Ishana schwarz/gold', 'id': 'av13485', 'price': '42.95', 'brand': 'Phönix', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 26 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Turmalin Anhänger „Schutz“', 'id': 'av13465', 'price': '19', 'brand': 'Crystal', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 27 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Intuition - Dein Powertool - Jacqueline Le Saunier', 'id': 'av13415', 'price': '16.5', 'brand': 'Allegria', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 28 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Energie- und Schutzschilde - Barbara Arzmüller', 'id': 'av13408', 'price': '21.9', 'brand': 'MANKAU', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 29 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Aromatherapie und Heilpflanzen für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit', 'id': 'av13406', 'price': '20.6', 'brand': 'MAKAU', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 30 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Das Universum steht hinter dir - Gabrielle Bernstein', 'id': 'av13402', 'price': '14', 'brand': 'IRISIANA', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 31 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Ganesha "Schutz & Glück"', 'id': 'av13372', 'price': '32', 'brand': 'Berk', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 32 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Martina Pahr - Sorg dich für dich selbst, sonst sorgt sich keiner!', 'id': 'av13368', 'price': '17.5', 'brand': 'MVGVerlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 33 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Werner Buchberger - Waldbaden', 'id': 'av13367', 'price': '12.4', 'brand': 'PIPER', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 34 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Werner Buchberger - Naturverbunden leben', 'id': 'av13366', 'price': '16.9', 'brand': 'freya', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 35 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Klangschale Ishana schwarz/gold', 'id': 'av13339', 'price': '22.95', 'brand': 'Phönix', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 36 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Frei von alten Mustern - Stefanie Carla Schäfer', 'id': 'av13261', 'price': '12.4', 'brand': 'scorpio Verlag', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 37 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Primavera BioAirspray "Yogamattenspray"', 'id': 'av13236', 'price': '8.9', 'brand': 'Primavera', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 38 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Bettwäsche Faszination rainbow 35/200 cm inkl. Kissen 80/80 cm', 'id': 'av13193', 'price': '99.95', 'brand': 'Spirit of Om', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 39 }); ga('send', 'event', 'viewed', 'view');
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
▷ 10 Antifaltencremes im Test 2020: Welche Anti Aging Creme hilft? Gesichtscreme, Testberichte Antifaltencreme Test 2020 Veröffentlicht am 8. März 2020 25. Juni 2020 von Esther Welche Anti Aging Creme hilft wirklich? Die besten Antifaltencremes von Asam Beauty, La Roche-Posay, Vichy & anderen Herstellern im Test. Das sind unsere Top-Empfehlungen für eine schöne, frische Haut. Antifaltencreme Test & Gesichtscreme Ratgeber Welche Anti-Aging Creme pflegt Deine Haut, kann Deinen Teint verbessern und Falten minimieren? Unser Antifaltencreme Test hat Top Cremes ausführlich getestet. Erfahre hier, welche wirklich die beste Anti Aging Creme ist – und Deine Haut pflegt, schützt sowie nachhaltige Ergebnisse erzielen konnte. Inwieweit schafft es die getestete Antifaltencremes… Feine Linien und Falten zu glätten Antifaltencreme Test & Vergleich [amazon table=“121841″] [amazon table=“121845″] NEU bei Youneeq: Professionelle Hautanalyse zur Vorher-/Nachher Bewertung Die Beurteilung von Effekten von Anti-Aging Cremes ist gar nicht so einfach. Selbst Vorher-/Nachher Fotos haben immer einen hohen Ungenauigkeitsanteil. Sei es die unterschiedliche Beleuchtung, die individuelle/subjektive Bewertung. Und es ist so natürlich nicht meßbar, welchen Effekt z.B. eine Antifalten Creme hat. Dies wollen wir ändern. Daher werden wir in Zukunft aufwändige professionelle Meßmethoden einsetzen, um die Resultate objektiv und wissenschaftlich zu messen. Wir werden also tatsächliche, technische Messungen durchführen zu: Braunen Flecken (Hyperpigmentierungen, Sommersprossen und Altersflecken) Hautrötungen (Entzündungen, Akne und vaskuläre Läsionen wie Couperose) Und dies vor und nach der Anwendung/Behandlung! Freut Euch also auf tolle, unschlagbare Ergebnisse & FAKTEN! [wpsm_offerbox image_id=“113180″ button_link=“https://youneeq.de/testberichte/gesichtscreme/eyecatcha-grace-advanced-lifting-cream-test/“ button_text=“zum Testbericht“ title=“Hier nochmal unser TESTSIEGER“ description=“Eyecatcha GRACE Advanced Lifting Cream“] Antifaltencremes sollen der Haut Jahre zurück schenken. Sie versprechen einen glatten, strahlenden Teint voller Spannkraft und beugen der vorzeitigen Hautalterung vor. Man erkennt sie daran, dass sie eine hohe Konzentration an Anti-Aging-Wirkstoffen beinhalten und häufig reichhaltiger als eine Feuchtigkeitspflege sind (mehr Fette und Öle). Der Wunsch nach ewiger Jugend ist fast so alt wie die zivilisierte Menschheit selbst. Wir kennen die Geschichten um Kleopatra, die in Eselsmilch gebadet haben soll. Die Frauen des Mittelalters rieben sich Rotwein ins Gesicht, weil sie an die hautglättende Wirkung der Weinsäure glaubten. Letztendlich hat sich aber bis heute herausgestellt, dass Vorbeugung besser hilft, als Schäden der Haut mühevoll zu bearbeiten. Wie wirken & was bringen Antifaltencremes? Ein Kosmetikum sollte effektiv, aber auch gut verträglich sein. Um wirklich einen Effekt zu erzielen, müssen manche Stoffe höchstmöglich konzentriert und mit Hilfsstoffen kombiniert sein. Größere Moleküle müssen die Hautbarriere überwinden können. Manche Kosmetikhersteller bestücken ihre Cremes daher mit Trägermolekülen oder Liposomenverkapselungen und gehen bei der Formulierung ihrer Cremes bis an die Grenze zur Medizin. Doch Du solltest Dich nicht von hohen Preisen, langen Inhaltsstofflisten oder unrealistischen Versprechen blenden lassen. Das Gute liegt manchmal im Einfachen. Wenn Du bedenkst, dass der größte Feind der Haut die freien Radikale sind, dann sind es die Antioxidantien, die einen der vordersten Plätze in den Antifaltencremes einnehmen sollten. Und da bietet die Natur ganz viele Vorlagen (siehe die RINGANA Gesichtscremes). Pflanzen- und Fruchtextrakte, Traubenkerne und Algen, Pflanzenwasser aus Ingwer oder grünem Tee – es gibt viele vielversprechende Inhaltsstoffe. Sie wirken oft synergistisch und – entsprechend dem Vorbild der Natur – nur in Kombination mit anderen. Daher ist nicht immer offensichtlich, auf welchen Wirkstoff die Anti-Falten-Wirkung zurückzuführen ist. Vitamin C dagegen ist einer der meist erforschten Stoffe. Es schützt unsere Zellen zuverlässig vor der Oxidation durch Freie Radikale und stärkt das Immunsystem, z.B. gegen Allergien. Darüberhinaus hilft es beim Aufbau von Kollagenfasern und dem Bindegewebe. Es bindet Schadstoffe und kurbelt Entgiftungsprozesse an. Nahezu 15.000 Stoffwechselprozesse werden durch das Vitamin getriggert, so dass es für ausreichend Energie für Aufbauprozesse sorgt. Zusammen mit Vitamin E kann es die schädlichen Folgen von UV-Strahlung auf die Haut abmildern und den Kollagen- und Elastinabbau verlangsamen. Auch als Mittel gegen Hyperpigmentierung werden die Vitamine gerne eingesetzt. Das Enzym Photolyase der Grünalge repariert sogar geschädigte DNA. Pflanzliche Hormone (Phytohormone) sind ebenfalls wichtig für die Neubildung von Kollagen und Bindegewebe. Vitamin A (Retinol) wirkt, wie die anderen Vitamine, als potentes Antioxidans und beim Aufbau des Kollagens mit. Es fördert die Bildung der obersten Hornschicht (Korneozyten) und lässt dadurch die Haut sichtbar glatter erscheinen. Im Prinzip kann man also sagen: Jeder Prozess, der zum Altern der Haut führt, soll also durch die Antifaltencremes rückgängig gemacht werden, allen voran die zerstörerischen oxidativen Prozesse und den Abbau des Kollagens. Hyaluronsäure – der Feuchtigkeitsspeicher Nicht zu vergessen: Eine wirksame Antifaltencreme sollte die Haut auch optimal durchfeuchten. Pralle Haut ist glatte Haut, die nicht so schnell Trockenheitsfältchen entwickelt. Mit den Jahren verliert die Haut an Feuchtigkeit, die Wasserbindungsfähigkeit lässt nach. Eine Antifaltencreme muss daher auch eine gehörige Portion Feuchtigkeitsspender und -bewahrer (allen voran Hyaluronsäure) beinhalten. Hyaluron wirkt wie ein Wasserspeicher und sorgt für Elastizität und Spannkraft. Die größeren Moleküle (sog. hochmolekulare Hyaluronsäure) bilden mit dem Keratin unserer Haut einen Film, der die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und die Elastizität verbessert. Dies geschieht an der Hautoberfläche selbst. Dieses Hyaluron kann die Hautbarriere nicht durchdringen. Sie besitzt darüber hinaus entzündungshemmende Eigenschaften, wirkt pflegend und wohltuend. Die kleineren Moleküle können hingegen die Hautbarriere durchdringen und sorgen dafür, dass Wasser im Bindegewebe der Haut gespeichert wird (mittelmolekulare Hyaluronsäure). Durch die zusätzliche Feuchtigkeit wird die Haut nicht nur praller und straffer, sondern auch Falten werden sichtbar verringert. Bei Verwendung von niedermolekularer Hyaluronsäure werden noch tiefere Hautschichten erreicht. Die Feuchtigkeit wird nachhaltig in der Haut gespeichert. Wichtig ist also, darauf zu achten, daß ein nachhaltig wirkendes Antiaging Produkt nicht nur 1, sondern 2 (2-fach Hyaluron) oder besser noch: 3 unterschiedliche Hyaluronsäuren enthält (3-fach Hyaluron). Beispiele für Produkte, die diese 3-fache Hyaluronsäure enthalten, sind z.B. Age Attraction Hyaluron 3 Superkonzentrat oder die Eyecatcha Grace Advanced Lifting Cream. Gesunde und junge Haut besitzt die Fähigkeit, korrekt zu funktionieren und braucht keinerlei Unterstützung von außen. Wenn alle Hautfunktionen auf der Zellebene intakt sind, ist die Haut glatt, fühlt sich nicht trocken an – und Feuchtigkeitscremes werden nicht benötigt. Bei Kindern funktionieren beispielsweise sämtliche Hautzellen, diese sind von ihrer Entstehung an gut befeuchtet. Aber was ist mit uns Erwachsenen? Unsere biologische Entwicklung, also dies unseres Körperbaus, unser Gehirns, aber auch unsere Haare und Haut verändern sich nur sehr langsam. Und sie haben im Laufe der Zeit mit der technischen Entwicklung nicht Schritt halten können. Antiaging-Cremes, weil wir biologisch „zu alt“ werden Ab wann brauchen wir Antifaltencremes? Heutzutage ist das Leben so hektisch, sind Luft und Nahrungsmittel so schadstoffbelastet und die Sonnenstrahlen so intensiv, dass wir bereits frühzeitig an Anti-Aging-Maßnahmen denken sollten. Antifaltencremes sollten spätestens dann angewendet werden, wenn sich erste Ermüdungserscheinungen der Haut zeigen. Und das Altern der Haut beginnt bereits ab Mitte 20. Fettige Haut wird später ein Anti-Falten-Produkt benötigen als dünne, trockene Haut. Männer haben von Natur aus eine dickere Haut, die mehr Kollagen enthält und dadurch länger straff bleibt. Bei ihnen wird eine Antifaltencreme eher ab einem Alter von 30 bis 35 Jahren notwendig werden. Ob zur Prophylaxe oder zur Behandlung erster Fältchen: Mann und Frau sollen auf jeden Fall darauf achten, dass die Pflege auf die individuellen Bedürfnisse der Haut abgestimmt ist, vor allem in Bezug auf Fett und Feuchtigkeit. Das heisst aber auch: Bloß nicht zu früh die Haut mit Anti-Aging-Produkten bombardieren! Die Haut ist in stetiger Veränderung und benötigt mit zunehmendem Alter eine adaptierte Pflege auf den jeweiligen Hautzustand. Am besten sucht man sich den Rat einer Expertin, die genau beurteilen kann, welche Hautbedürfnisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt befriedigt werden sollten. Antiaging Creme Testsieger 2020 Unsere Haut altert, weil wir 2 unausweichlichen Alterungs-Faktoren ausgesetzt sind: dem biologischen Altern und dem Altern durch freie Radikale Ab einem Alter von ca. 25 Jahren bilden sich, je nach Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die ersten Fältchen an Stellen, wo unsere Gesichtsmuskeln im Dauereinsatz sind (z.B. um die Augen, an der Stirn, an den Lippen). Während früher die Zellerneuerung auf Hochtouren lief, verlangsamt sie sich mit dem Altern immer mehr.Unsere Zellen verlieren immer mehr die Fähigkeit, Wasser zu speichern, die Talgdrüsen produzieren weniger Fett.Wer viel lacht, wird als erstes sogenannte Krähenfüße an den Augen bemerken. Konzentriertes Arbeiten kann langfristig zu Denkerfalten an der Stirn führen, das Zusammenkneifen der Augen, z.B. um sich vor Sonneneinstrahlung zu schützen, lässt die gefürchtete, steile Zornesfalte entstehen, die uns so ein grimmiges Aussehen verleiht.Und wer kennt sie nicht, die kleinen Fältchen an der Oberlippe, die besonders bei Rauchern durch das Kräuseln des Mundes entstehen. Für die fatale Faltenbildung sind immer die Muskeln verantwortlich, die die Gesichtsbewegungen erst ermöglichen.Das Altern bringt zusätzlich einen Elastizitätsverlust der Haut mit sich, so dass sich an Stellen wiederholter Muskelbewegungen schließlich tiefe Falten zeigen.Der zunehmende Verlust an feuchtigkeitsspeichernder Hyaluronsäure, die die elastischen und kollagenen Fasern im Gesicht geschmeidig hält, tut ihr Übriges.In tieferen Hautschichten beginnt der Kollagen- und Elastinabbau, so dass das Netz unter der Haut immer mehr seine Stützfunktion einbüßt. Die Haut verliert zunehmend an Elastizität und Spannkraft, wird dünner und trockener. Gleichzeitig braucht sie mit den Jahren immer länger zur Regeneration und Kollagenproduktion. Zusätzlich ist unser Körper tagtäglich unzähligen freien Radikalen ausgesetzt. Dies sind zerstörerischen Moleküle, die durch Stress, UV-Strahlung, Umweltgifte, schädliche Stoffen in der Nahrung, Nikotin und auch durch körpereigene Stoffwechselprozesse entstehen.Die freien Radikale greifen Zellmembranen, Gewebe, Gefäße und unsere DNA an und führen zu Fehlreaktionen in Stoffwechsel-, Hormon- und Abwehrsystemen unseres Körpers. Auch fahren sie den Kollagenstoffwechsel herunter. Ohne Antioxidantien, die die freien Radikale neutralisieren, bevor sie dem Körper schaden können, würden die freien Radikale zu schwerwiegenden Krankheitsbildern führen. Auf jeden Fall aber lassen sie unsere Haut vorzeitig altern und sind verantwortlich für die Bildung von Altersflecken. Daher ist eine gesunde Ernährung so wichtig. Vitamin C z.B. bildet einen schier unüberwindlichen Schutzschild für die freien Radikale. Gesichtscremes – Übersicht Es gibt unterschiedliche Gesichtscremes, je nach Zielsetzung der Anwenderin, Zusammensetzung / Rezeptur der Creme sowie der zu erwartenden Ergebnisse. Zum einen sind da einfache Feuchtigkeitscremes. Diese sollen, wieder Name schon sagt, vor allem dafür sorgen, dass das Gesicht befeuchtet wird. Ein angenehmes Gefühl beim Auftragen und danach spielen hier ebenfalls eine Rolle. Meist enthalten diese Cremes zudem Parfum, so dass sie auch möglichst angenehm duften. Im Grunde besteht eine Feuchtigkeitscreme aus einer Wasser-/Öl-Emulsion, aufwändige Inhaltsstoffe müssen nicht unbedingt vorhanden sein. Damit sind diese einfachen Gesichtscremes bereits für wenige Euro zu bekommen. Anti-Aging-Cremes oder Antifaltencremes sollen v.a. die Hautalterungsprozesse bekämpfen. Dies sind vor allem Falten und Linien, Altersflecken, Rötungen, schlaffe Hautareale. Die Entstehung von Falten hat unterschiedliche Ursachen. So spielt v.a. der Lebensstil (der Genuss von Sonnenstrahlen, Nikotin und Alkohol) eine große Rolle. Grundsätzlich nehmen aber viele Hauptfunktionen mit zunehmendem Alter ab. Dadurch wird unsere Haut grauer, weniger elastisch, faltiger. Anti Aging-Cremes bedienen sich dabei einem ganzen Arsenal von Wirkstoffen. Einige von ihnen, wie etwa Hyaluronsäure, Panthenol oder Vitamin C haben bereits ihre positiven Wirkungen unter Beweis gestellt. In den letzten Jahren sind durch die Biotechnologische und pharmazeutische Forschung einige Wirkstoffe hinzugekommen, die tatsächlich an den Ursachen der Hautalterung ansetzen. Sie hemmen, blockieren oder reaktivieren Prozesse unserer Haut, die dazu führen können, daß unsere Haut jünger, frischer und gesünder ausschaut. Diese Antiaging Cremes werden in diesem Test näher betrachtet. Effekt-Cremes Daneben gibt es auch noch sog. Effekt-Cremes (z.B. von Asam Beauty). Dies sind Gesichtscremes, die weniger die Ursachen der Falten adressieren, sondern durch Wirkstoffkombinationen die Haut glätten oder zusammenziehen, so dass sie in kurzer Zeit weniger Falten aufweist. Allerdings läßt dieser Effekt eben auch nach ein paar Stunden wieder nach. Antifaltencreme Inhaltsstoffe Unser Anspruch bei Antifaltencremes (Anti-Aging-Cremes, Gesichtscremes, Feuchtigkeitscremes) ist ganz einfach: – was schmieren wir uns da auf das Gesicht? – was stellen die Inhaltsstoffe mit uns (und der Umwelt) an? – wie fühlt es sich an und – welche Ergebnisse können wir erwarten? Zentraler Analyse–Schwerpunkt sind daher die Inhaltsstoffe. Was das Produkt kostet, wie die Packung ausschaut, u.v.a., was die Hersteller versprechen, bedeutet zunächst einmal gar nichts. Wir wissen alle, daß hier viel behauptet, getrickst, beschönigt wird. Teilweise werden geschickt Fotos von Celebrities eingesetzt und so platziert, daß wir glauben, sie hätten diese Creme tatsächlich verwendet. Wir wissen, daß Julia Roberts intensiv mit Photoshop bearbeitet wurde, so daß sie eine makellose, faltenfreie Haut ‚besitzt‘, natürlich angeblich: aufgrund der verwendeten Anti-Aging Creme… Milliardenschwere Marken haben die Budgets, in Hochglanz-Anzeigen eine perfekte Welt zu zaubern. Und es sei ausdrücklich jeder Frau erlaubt, sich besser zu fühlen, wenn sie sich eine Chanel, Vichy, L‘oreal, LaPrairie & Co. – Creme auf das Gesicht schmiert. Der Blick auf die Inhaltsstoffe entlarvt aber gerade hier oft Erstaunliches. Nicht nur, daß häufig PEGs, Mikroplastiken, Parabene, Farbstoffe und weitere kritische Substanzen eingesetzt werden. Die Effekte, die diese Wirkstoffe entwickeln können, können zu ungewollten Ergebnissen führen: Seien es Allergien, Nebenwirkungen, Schädigungen der Haut und der Umwelt. Aber häufig auch lediglich kaschierende, temporäre Effekte, weil die Poren verstopft werden, die Hautoberfläche kurzfristig gestrafft wird, etc. Wer sich und seiner Haut wirklich etwas Gutes tun möchte, der setzt auf Produkte, die Wirkstoffe einsetzen, die echte positive Wirkungen entfalten und negative nicht oder weitestgehend vermeiden. Denn Konservierungsmittel mögen hier und da auch sinnvoll sein, da sie die Haltbarkeit verlängern und Keimbildungen vermeiden. Aber auch hier gibt es gute und schlechte Konservierungsstoffe. Wie soll man all dies als Verbraucherin beurteilen können? Wir tun dies bspw. für Dich. Dabei recherchieren wir, fragen bei den Herstellern nach, bewerten über ein System, das auf Expertenmeinungen basiert, Studienergebnissen, sowie vertrauensvollen Plattformen wie kosmetikanalyse.de, hautschutzengel, haut.de und anderen. Das für uns wichtigste Testkriterium sind daher die Inhaltsstoffe. Deren Eigenschaften, die Qualität des Produktionsprozesses, deren Konzentration und nachweisbare Effekte. Damit unmittelbar verbunden sind die zu erwartenden bzw. beobachteten Resultate. Aber auch die Verträglichkeit, Nebenwirkungen, Pflegeeigenschaften. Du siehst, es steht und fällt mit den Inhaltsstoffen. Wir analysieren diese. Und testen die Produkte selbst. Dies tun die meisten Vergleichsplattformen leider nicht. Hier werden in der Regel Bestseller aufgelistet, Eigenschaften aus Herstellerangaben oder Kundenbewertungen kopiert. Der Mehrwert für Dich ist – nach unser Überzeugung – grenzwertig. Wieviele und welche Wirkstoffe sind in Antifaltencremes enthalten? Nicht die Quantität, sondern die Qualität eines Produktes ist ausschlaggebend für die Hochwertigkeit und Effizienz eines Anti-Aging-Produktes. Die Mindestanforderungen an eine Antifaltencreme sind Inhaltsstoffe, die die Kollagenbildung unterstützen ihr wichtige Nährstoffe und Mineralien zuführen und starke Antioxidantien beinhalten. Feuchtigkeit alleine trägt schon viel dazu bei, dass die Haut schön aufgepolstert wird. Die Zusammensetzung aller Inhaltsstoffe und mögliche Synergien sind wichtiger, als die Konzentration eines einzelnen Stoffes. Und das wiederum ist wichtiger als die Frage danach, ob die Stoffe natürlichen oder synthetischen Ursprungs sind. Was unsere Haut überhaupt nicht vertragen kann, sind Zusatzstoffe, die … die Haut einfach nur zukleistern (wie Silikon) Paraffine, die die Haut aufquellen und austrocknen PEGs, die die Hautbarriere schwächen Parabene, die den Hormonhaushalt beeinflussen können Sulfate und Duftstoffe, die die Haut irritieren und Mikroplastiken, die nicht nur unserem Körper, sondern in erheblichem Maße auch der Umwelt schaden Gängige Inhaltsstoffe in Antifaltencremes sind: wie (niedermolekulare) Hyaluronsäure, Glycerin, Urea, Kollagen, Panthenol oder Milchsäure wie Retinol (Vitamin A), Vitamin C und E, Coenzym Q10, Traubenkernöl, Flavonoide und Polyphenole wie Soja, grüner Tee und Ginseng wie Zink, Kupfer, Magnesium Regenerations- und Reparaturbeschleuniger wie Peptide wie Ceramide, Retinol, Poly-Kollagen-Peptide Die Anti-Falten-Wirkstoffe liegen meistens als hochdosierter Wirkstoffkomplex vor. Generell findest Du auch für jeden Hauttyp (trockene, empfindliche, fettige, reife und Mischhaut) eine geeignete Antifaltencreme mit entsprechendem Wirkstoffkomplex. Manche Antifaltencremes sind auch für alle Hauttypen gleichermaßen geeignet. Regelmäßig unbedenklich werden Naturkosmetika eingestuft (siehe die RINGANA Gesichtscremes). So auch im aktuellen Gesichtscremes Test von ÖkoTest. Antifaltencreme Test Kriterien & Gewichtung Du hast eine Frage zu einer Antifaltencreme? Oder keine Ahnung, welchen Hauttyp Du hast? Kein Problem – wir stehen Dir bei Fragen gerne zur Verfügung. So kannst Du der Faltenbildung vorbeugen Was Deine Haut unbedingt braucht, um gesund, schön und vital zu bleiben, sind… viel Wasser (am besten 2 Liter Wasser täglich) eine abwechslungsreiche, gesunde und vor allem zuckerarme Ernährung mit 5 Portionen Obst & Gemüse pro Tag und eine ausgewogene Work-Life-Balance mit ausreichend erholsamem Schlaf und möglichst wenig Stress der Verzicht auf Genussgifte wie Tabak und Alkohol und ein vernünftiger Umgang mit UV-Strahlung, der sie vor der zerstörerischen Kraft der freien Radikale schützt Gesichtspflege & Falten – FAQs Falten weg cremen ist nicht so einfach zu bewerkstelligen. Und ohne Rundumprogramm, das Körper und Seele mit einbezieht, wahrscheinlich auch nicht möglich. Denn die Haut reagiert unweigerlich auf Stress, schlechte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, belastende Gemütszustände. Raubbau am Körper zu betreiben, dafür aber eine gute Anti-Falten-Creme zu benutzen, kann und wird nicht funktionieren. Wer aber ganzheitlicher denkt und eine Pflege benutzt, die auf den Hauttyp abgestimmt ist, kann zumindest den Alterungsprozesse ein wenig verlangsamen. Beim Cremen ist aber viel Geduld gefragt Mit den Jahren erneuert sich die Haut nicht mehr so schnell. Einige Monate wird man also für ein sicht- und spürbares Ergebnis schon investieren müssen. Dann lassen sich feine Linien und Fältchen, Pigmentflecken, Entzündungen, also kleinere Mängel der Haut, die uns optisch älter aussehen lassen, sich vielleicht wegcremen. Ausgeprägte Falten werden allenfalls im Mikrometerbereich gemildert, doch das ist für das menschliche Auge kaum sichtbar. Wir alle setzen daher auf die Forschung, die immer potentere Anti-Aging-Stoffe hervorbringt. Mit ein paar Tricks und unter der Voraussetzung, dass sie die Hautbarriere überwinden können, versprechen sie, eingeschlafene Prozesse wieder in Gang zu setzen. Sie sollen genau die Stoffe substituieren, an denen es mangelt – und Strukturen reparieren, die sich bereits im Abbau befinden. Wie viele Anwendungen sind nötig, um eine Anti-Aging Wirkung zu erzielen? Die Anwendungsdauer hängt vom Hautalter und der Beschaffenheit der Haut sowie Art und Konzentration der Wirkstoffe ab. Bei sehr junger Haut erneuert sich die Haut noch alle 4 Wochen, so dass relativ rasch ein Effekt zu sehen sein kann. Bei älterer Haut kann es schon mehrere Monate dauern. Wer z.B. ein Hyaluron-Serum nutzt und einen Langzeiteffekt erzielen möchte, der muss mindestens 4 Wochen, wenn nicht bis zu 12 Wochen warten. Die Haut muss sich erst auf den Wirkstoff einstellen. Daher bringt es nichts, nach wenigen Tagen enttäuscht die Konzentration zu erhöhen oder zu einem anderen Produkt zu wechseln Einige Tools können die Wirkung einer Antifaltencreme verstärken oder beschleunigen. Der Markt boomt mit Ultraschallgeräten für den Heimgebrauch, die die hauterneuernden Prozesse (wie die Kollagensynthese) ankurbeln die Durchblutung des Gewebes verstärken und die Wirkstoffe der Creme tiefer in die Haut schleusen sollen LED-Licht mit verschiedenen Wellenlängen soll die Haut regenerieren und sichtbar verjüngen. Ebenso Plasma-Ionen-Technologie, die zudem auch unreine oder fleckige Haut bereinigen soll. Microneedling-Roller verursachen winzig kleine Verletzungen in der Haut und sollen dadurch die Aufnahmefähigkeit der Haut verstärken sowie die Kollagenproduktion unterstützen. Schröpfen und Massagen regen die Durchblutung an und die Microdermabrasion schält sanft die oberste Hautschicht ab. Gel oder Serum: Was ist besser? Ein Serum ist die dünnflüssige Form eines Gels, sehr leicht und ursprünglich fettfrei. Inzwischen gibt es auch ölbasierte Seren, die aber meist als Gesichtsöl deklariert werden. Es enthält in der Regel hochkonzentrierte Wirkstoffe, spendet sehr viel Feuchtigkeit und zieht schnell in die Haut ein. Das Gute am Serum ist, dass die Inhaltsstoffe die oberste Hautschicht durchdringen und in tiefere Hautschichten vordringen können. Dadurch wirken sie nachhaltiger. Zudem zeigt es relativ rasch den gewünschte Effekt. Allerdings müssen Seren für einen nachhaltigen Effekt täglich und über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Seren eignen sich auch für die sehr empfindliche und trockene Haut. Rückfettende Stoffe wird man im wasserbasierten Serum aber nicht finden, daher ist eine anschließende Pflege in aller Regel notwendig. Gele basieren generell auf Wasser und enthalten nur sehr wenig bis gar keine Öle/Fette. Sie lassen sich sehr leicht auf der Haut verteilen und ziehen in der Regel auch schnell in sie ein. Die Geltextur ist meist auf hochmolekulare Hyaluronsäure zurückzuführen, die auf der Hautoberfläche wirkt und einen schützenden Film auf der Haut bildet. Daher können Gele auch etwas kleben. Insbesondere fettige Haut profitiert von Gelen, da sie die Haut nicht zusätzlich beschweren. Sie eignen sich aber auch für sehr empfindliche Gesichtspartien. Bilden sich auf der Haut nach dem Auftragen Kügelchen oder Schlieren, dann ist entweder das angewendete Produkt noch nicht eingezogen oder die verwendeten Texturen passen nicht zueinander. Dann sollte man Produkte einer Linie benutzen, damit so etwas nicht passiert. Angewendet werden Antifaltencremes, -seren oder -gele im Bereich des Gesichts, einschließlich Hals und Décolleté. Für den Körper sind sie nicht geeignet. Warum gibt es Tages- und Nachtcremes? Es macht durchaus Sinn, dass es Cremes für den Tag und für die Nacht gibt. Denn die Haut führt tagsüber andere Prozesse durch als nachts. Am Tage ist die Haut beispielsweise aktiv an der Abwehr schädigender Faktoren beteiligt. Sie verbraucht beispielsweise viel Stoffwechselenergie und Antioxidantien, um Umweltstress, Erreger, wechselnde Temperaturen und oxidative Angriffe abzuwehren. Entsprechend ist auch die Formulierung der Tagescreme angepasst. Im Allgemeinen gibt es auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmte Tagescremes. Allesamt basieren sie auf Wasser und haben eine leichtere Konsistenz als Nachtcremes. Sie enthalten Feuchtigkeitsspender (wie Hyaluronsäure) Antioxidantien (wie die Vitamine C, E und Q10) hautbarriere-stärkende Stoffe (wie Squalen) Fettsäuren (wie Linolensäure) und eben hautstraffende und glättende Stoffe im Bereich Anti-Aging Nachts ist die Haut aufnahmefähiger als am Tage. Jetzt ist die Zeit der Erneuerung, des Aufbaus, der Reparatur und Regeneration der Haut. Die Haut ist in der Nacht besonders gut durchblutet, so dass Stoffe besser im Gewebe zirkulieren können. Die in den Nachtcremes enthaltenen nährenden und regenerierenden Stoffe können so bis in die in tieferen Hautschichten vordringen. Sie basieren auf einer öligen Grundlage und sind i.d.R. reichhaltiger als die Tagescremes. Enthalten sind regenerierende Mineralien und Nährstoffe Kollagen und Ceramide im Bereich Anti-Aging Feuchtigkeitsspender (aufgrund des nächtlichen Wasserverlustes) und Vitamine (insbesondere Vitamin A und E) für die Reparatur und Erneuerung der Haut auch Stoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen, wie z.B. Retinoide gegen Akne und Fruchtsäuren (wie Salicylsäure) werden eher einer Nacht- als einer Tagescreme zugesetzt. Dermatologen bestätigen, dass der richtige Applikationszeitpunkt die Wirkung einer Creme optimieren kann. So soll die Haut nach der Verwendung einer passenden Nachtpflege am nächsten Morgen deutlich frischer und erholter aussehen. So lagerst Du Antifaltencremes am besten Die Anti-Aging-Wirkstoffe sind unglaublich schutzbedürftig. Sie reagieren schnell auf UV-Licht und Sauerstoff und, wenn sie nicht mit Konservierungsstoffen überlagert sind, auch auf Keime. Mit der Zeit kann die hochpotente Wirksamkeit des Produkts komplett verloren gehen. Antioxidantien zerfallen z.B. unter Lichteinfluss. Auch Wärme und ein ungünstiges Verpackungsmaterial (mit rauher oder reaktiver Oberfläche) können jede Menge unerwünschte Reaktionsketten auslösen. Eine Antifaltencreme sollte also so verpackt und gelagert werden, dass das Produkt geschützt ist vor: unerwünschten Reaktionen mit dem Verpackungsmaterial Inzwischen gibt es alle möglichen Verpackungsarten für Creme, Gel, Serum, Lotion und co. Je kleiner die Oberfläche zwischen Luft und Produkt ist und je weniger die Finger mit dem Produkt in Berührung kommen, umso besser ist das Produkt vor Verkeimung geschützt. Die ideale Verpackung besteht daher aus lichtundurchlässigem Material mit Airless-Verschluss Wichtig ist auch, auf das Haltbarkeitsdatum zu achten, das auf jedem Produkt angegeben sein muss. Das Haltbarkeitsdatum gilt i.d.R. ab Öffnung des Produktes. Sobald sich die Konsistenz, Farbe oder der Geruch des Produktes verändert, ist Vorsicht geboten. Antifaltencreme Preise Antifaltencremes kannst Du quasi überall und in allen möglichen Formen kaufen. Angefangen bei Online-Shops, wie Amazon, Asambeauty oder Flaconi oder Shops, die eine ausführliche Beschreibung und fundierte Bewertungen/Tests bieten, wie youneeq.de. Im Drogeriemarkt sind sie ebenso zu finden wie im gewöhnlichen Kaufhaus, Billig-Markt, Apotheken oder Fachhandel, wie Douglas. Wie gut eine Antifaltencreme ist, lässt sich nicht am Preis ablesen Es gibt Cremes, die nur 2,45 Euro kosten und andere, die bei gleicher Menge 87,00 Euro kosten. Häufig bezahlt man einfach den Namen des Herstellers mit oder lässt sich von edlen Verpackungen oder prominenten Werbe-Ikonen blenden. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Online-Portale, die sich gute Bewertungen über Produkttests erschleichen, so dass man eigentlich nicht mehr wissen kann, welches Produkt tatsächlich gut wirkt oder ob man sich nicht seine Pflege am besten selbst mischt. Erschreckenderweise haben viele große Marken auch viele Stoffe in ihren Produkten, die äußerst minderwertig, wenn nicht sogar schädlich sind. Tests allein reichen nicht aus Wer auf Vergleichsportale setzt, sollte sich darüber im Klaren sein, daß diese nicht wirklich testen oder analysieren, sondern bestenfalls „vergleichen“. Dies bedeutet aber in der Regel, daß hier lediglich die Bestseller bei amazon in der Top 10 -Liste auftauchen, da dadurch die größten Provisionen für den Seitenbetreiber erzielt werden. Und Bestseller bei amazon sind nicht die wirklich die besten Produkte, sondern die, die sich dort am besten verkaufen. Und dies sind i.d.R. sehr günstige Produkte, die zudem von deren Vermarktern geschickt beworben werden. Analyse der Inhaltsstoffe – schnell und einfach Über kosmetikanalyse.de, Hautschutzengel oder Haut kannst Du einzelne Inhaltsstoffe und auch Produkte auf ihre Inhaltsstoffe hin prüfen. Teilweise ist dazu eine Anmeldung nötig. Ob die Antifaltencremes Nebenwirkungen verursachen, ist leider sehr schwer festzustellen. Da es bei Kosmetika keine Pflicht zu klinischen Studien gibt, werden Nebenwirkungen auch nicht offiziell erfasst. Es ist auch nicht zu vermuten, dass Hersteller Nebenwirkungen angeben, allenfalls Warnhinweise, für wen das Produkt nicht geeignet ist (z.B. Schwangere). Antifaltencremes selber herstellen Natürlich kann man eine Antifaltencreme auch selbst machen, wenn man das notwendige Equipment und Wissen hat, steril arbeiten kann und einen Zugang zu qualitativ hochwertigen Rohstoffen hat. Die richtigen Kombinationen und Konzentrationen von Wirkstoffen für die eigene Haut zu finden, erfordert aber viel Erfahrung und Mut und ggf. finanzielle Investition. Insbesondere im Bereich der Naturkosmetik hat man mit einer Kombination von Wirkstoffen zu tun, die man zum Großteil gar nicht erkennt. Isolierte Stoffe aus Pflanzen haben eine andere Wirkung, als der Stoff im Komplex der Pflanze. Wichtig ist auch zu beachten, dass viel nicht immer viel hilft. Manche Stoffe wirken, je nach verwendeter Konzentration, unterschiedlich (wie z.B. Urea). Manche Effekte sind nur durch hohe Konzentrationen zu erzielen (wie z.B. bei Fruchtsäuren), gehören dann aber in die Hände eines Fachmannes/einer Fachfrau. Manche hochprozentigen Stoffe benötigen einen besonderen pH-Wert in der Formulierung, um wirken zu können oder keine Hautirritationen zu verursachen. Auch gibt es von vielen Stoffen Abkömmlinge (Derivate), die jeweils unterschiedlich wirken und entsprechend auch in der Anwendung unterschiedliche Konzentrationen finden (wie Vitamin C). Alle Gesichtscremes sind für Frauen wie Männer geeignet. Im Gegensatz zu den Gesichtscremes von Age Attraction, Eyecatcha oder Walberg Cosmetics setzt Regulat Beauty auf Tages- und Nachtcreme in 2 unterschiedlichen Spendern. Die Hersteller Age Attraction, Regulat Beauty, Eyecatcha, Walberg sowie Teoxane erfüllen alle hygienischen Bedingungen. Die Cremes befinden sich in Airless Spendern. Anti-Aging Creme Bestseller auf amazon [amazon bestseller=“Anti-Aging Creme“] [Stimmen: 49 Nutzerbewertung: 4.9] 3 Kommentare zu “Antifaltencreme Test 2020” 15. März 2019 um 18:24 krn sagt: „Deinen Geldbeutel nicht zu arg zu beanspruchen“ vs. Cremes um 70-90 Euro empfehlen kauft ihr euch das selber ab? vielen Dank für deine Nachricht. Kannst du uns ein gutes, preiswertes Produkt vorschlagen? Für uns sind nicht nur die Ergebnisse und die Verpackung wichtig, sondern auch die Inhaltsstoffe. Liebe Grüße, Marlen
de
q-de-2193
Was ist Indigo und wie wird es hergestellt?
Indigo (von ; nach dem Herkunftsgebiet Ostindien) ist eine tiefblaue, kristalline organisch-chemische Verbindung. Er ist ein organisches Pigment mit hoher Farbstärke und schwer löslich in Wasser. Indigo ist der Namensgeber für die Gruppe der Indigoiden Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. Der gleichnamige Farbton Indigo ist ebenfalls nach ihm benannt. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben. Indigo ist im Colour Index als Pigment unter der Bezeichnung C.I. Pigment Blue 66 und als Küpenfarbstoff unter C.I. Vat Blue 1 geführt. Indigo ist eines der ältesten und bekanntesten Pigmente und wurde schon in prähistorischer Zeit zum Einfärben von Textilien verwendet. Früher wurde der Indigo aus pflanzlichen Quellen wie den Blättern des Färberwaids oder aus der Indigopflanze gewonnen. Ab 1865 führte Adolf von Baeyer eine Reihe von Studien durch, in denen er verschiedene Synthesewege für Indigo entwickelte und seine chemische Struktur bestimmte. Für seine Arbeiten zur Farbstoffchemie erhielt er 1905 den Nobelpreis für Chemie. Indigo spielte eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Organischen Chemie, besonders die Beziehung zwischen der Farbe und der Struktur des Moleküls und seiner Derivate wurde intensiv untersucht und trug so zur Entstehung einer allgemeinen Farbstofftheorie bei. Mit der Entwicklung von industriellen Syntheseverfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die großtechnische und damit kostengünstige Produktion von Indigo, worauf der Markt für natürliches Indigo zusammenbrach. Heutzutage werden mehrere zehntausend Tonnen Indigo pro Jahr synthetisch produziert, wobei er überwiegend zum Färben von Denim-Baumwollstoffen für die Herstellung von Blue Jeans verwendet wird. Vorkommen Indigo kann aus der indischen Indigopflanze (Indigofera tinctoria) oder dem bereits in der Antike in Europa eingebürgerten Färberwaid (Isatis tinctoria) gewonnen werden. Die Indigopflanze in Indien lieferte die dreißigfache Farbstoffmenge im Vergleich zu Färberwaid, so dass der Anbau in Europa im 17. Jahrhundert unrentabel wurde. Als Ersatz für Indigo wurde von amerikanischen Siedlern der Bastardindigo (Amorpha fruticosa) und in Japan der Färber-Knöterich (Polygonum tinctorium, syn. Persicaria tinctoria) für das Blaufärben benutzt. Eine Reihe weiterer Pflanzen eignen sich zur Gewinnung von Indigo, darunter der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Indigolupine (Baptisia australis), der Färberoleander (Wrightia tinctoria) oder der Färberschwalbenwurz (Marsdenia tinctoria). In China wurde der Chinesische Waid (Isatis indigotica) verwendet. Indigo wird noch in Brasilien und El Salvador kultiviert. Man nutzt die farbstoffreichen Arten Indigofera arrecta und Indigofera sumatrana. Die UNESCO fördert verschiedene Projekte zur Anpflanzung von Indigo-haltigen Pflanzen, unter anderem im Jordantal und am Aralsee. Geschichte Indigo war und ist eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten verwendeten Farbmittel seit dem Altertum. Vor dem Beginn der synthetischen Herstellung wurde er aus verschiedenen Indigo-haltigen Pflanzen gewonnen. Diese werden oft mit dem artspezifischen Epitheton tinctoria bezeichnet, einem lateinischen Wort für das Färben. In Europa wurde bis ins 17. Jahrhundert der Färberwaid, Isatis tinctoria, aus der Familie der Kreuzblütengewächse zum Blaufärben verwendet. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien, wurde aber bereits in vorchristlicher Zeit in Europa als Färberpflanze kultiviert. In Asien und Südamerika wurden Arten der Gattung Indigofera verwendet, etwa die tropische Indigopflanze Indigofera tinctoria, die europäischen Siedler in Nordamerika verwendeten Bastardindigo, Amorpha fruticosa, zum Blaufärben. Das Färben mit Indigo bildet die Grundlage für Jahrhunderte alte Textiltraditionen in ganz Westafrika. Der von den Tuareg-Nomaden der Sahara getragene, mit Indigo gefärbte Tagelmust symbolisiert Reichtum und Gesundheit. Wegen der dortigen wasserarmen Färbeverfahren ist der Indigo nicht sehr abriebfest und dringt in die Haut des Trägers ein, weshalb die Tuareg als die „blauen Männer der Wüste“ bezeichnet werden. Die Yoruba, Mandinka und Hausa färben ihre Kleidung ebenfalls mit Indigo. Altertum bis Spätmittelalter Die Nutzung von Indigo lässt sich bereits in 6000 Jahre alten Baumwollstoffen aus dem präkeramischen Werk von Huaca Prieta de Chicama an der Nordküste Perus in Spuren nachweisen. Als Indigolieferant dienten wahrscheinlich verschiedene in Südamerika einheimische Indigofera-Arten. In Ägypten wurden Mumien aus der fünften Dynastie des Alten Reichs gefunden, etwa 4400 Jahre vor der Gegenwart, die in Indigo-gefärbte Mumienbänder eingewickelt waren. Japan und südostasiatische Länder nutzen seit Jahrhunderten Indigo als Farbstoff. Das Farbmittel war weiterhin in den frühen Kulturen in Mesopotamien, im Iran und in Afrika bekannt. Pflanzen zur Gewinnung von Indigo wurden vor allem in Indien angebaut, dem ersten bedeutenden Mittelpunkt für seine Produktion und Verarbeitung. Der Indigo wurde über Barbarikon am Indus nach Ägypten verschifft. Von dort gelangte er nach Griechenland und Italien, wo er als Luxusprodukt angesehen wurde. Caesar berichtete um 50 v. Chr. in De bello Gallico, dass sich die Kelten vor kriegerischen Auseinandersetzungen mit Färberwaid einrieben, um eine Blaufärbung der Haut zu bewirken. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb Indigo um 77 n. Chr. in seinem Werk Naturalis historia. Indigo genoss in der antiken Welt laut Plinius das höchste Ansehen nach Purpur. Er gab als Herkunftsland Indien an, was sich im lateinischen Wort Indicum ausdrückt, von dem sich die heutige Bezeichnung Indigo ableitet. Ein anderer Begriff für den Farbstoff ist Anil, der sich vom arabischen Begriff für Blau, an-Nil, ableitet und sich als Bestandteil von Namen wie Anilin wiederfindet. Im Mittelalter war in Europa kein anderer blauer Farbstoff als Indigo bekannt. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau von Färberwaid zur Indigogewinnung in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii. In Europa war der Farbstoff aus der Indigo-Pflanze bis zum 12. Jahrhundert selten, er wurde nur in kleinen Mengen über Syrien und Alexandria aus Indien importiert. Bis zum 17. Jahrhundert wurde Färberwaid zur Indigogewinnung in England, Frankreich und Deutschland angebaut. In Deutschland lag das größte Anbaugebiet in Thüringen, wobei ungefähr 3750 Hektar mit der Pflanze bestellt waren. Frühe Neuzeit Mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien durch Vasco da Gama begann der direkte Import von indischem Indigo (genannt auch „der gerechte Indig, welcher in indianischer Röhre wächst“) nach Europa durch portugiesische Seefahrer. Die niederländischen Kaufmannskompanien gründeten 1602 die Niederländische Ostindien-Kompanie und steigerten in der Folgezeit die Indigoeinfuhr aus Indien und Indonesien weiter. Spanien begann zu dieser Zeit mit dem Anbau in Guatemala und Venezuela, Frankreich ließ den Indigo in San Domingo anbauen und England begann um 1700 mit dem Anbau in Carolina. Da der Indigogehalt des Färberwaids nur etwa 3–4 % der Indigofera-Pflanze betrug, verdrängte der Indigo aus dem tropischen Indigofera tinctoria, trotz protektionistischer Einfuhrbestimmungen diesen schließlich. Nach der Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1783 und dem damit verbundenen Verlust der nordamerikanischen Anbauflächen verstärkte England den Indigoanbau in Bengalen. Besonders ehemalige Mitarbeiter der East India Company, sogenannte Pflanzer, begannen mit der Kommerzialisierung des Indigoanbaus in Bihar und Bengalen. Durch betrügerische Verträge und überhöhte Zinssätze für die Beschaffung des Saatguts erzielten die Pflanzer große Gewinne, während die Bauern nur geringen Profit erwirtschafteten. Die Umstände führten 1859–1862 zu den Indigo-Unruhen, der ersten Bauernbewegung in Bengalen und Bihar gegen die ausbeuterischen Methoden der europäischen Pflanzer. Die Unruhen endeten zwar mit der Abschaffung der Anbaupflicht für Indigo, dennoch stellte der Indigofera-Anbau in Indien weiterhin einen enormen Industriezweig dar, der sich überwiegend in britischem Besitz befand. Es wurden Waffenröcke, Matrosenuniformen und die blaue Arbeitskleidung der Arbeiter mit diesem Farbstoff gefärbt. Allein in Bihar waren rund 1,5 Millionen Menschen mit dem Indigo-Anbau beschäftigt. Im Jahr 1897 betrug die Anbaufläche in Indien etwa 7000 Quadratkilometer und zu dieser Zeit wurden pro Jahr rund 8000 Tonnen reinen Indigos im Wert von 100 Millionen Mark produziert. Chemische Synthese gegen Ende des 19. Jahrhunderts Mit der ersten erfolgreichen Synthese des Farbstoffs Mauvein 1856 durch William Henry Perkin begann ein Wettbewerb in Wissenschaft und Industrie um die Entwicklung neuer Teerfarben. Die Synthese von Indigo, dem „König der Farbstoffe“, gelang 1878 dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer, der 1883 dessen chemische Struktur aufklärte. Die Chemiefirmen BASF und Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, die späteren Farbwerke Hoechst, verständigten sich 1880 gemeinsam darauf, die Syntheserouten von Baeyer zu einem technischen Verfahren zu entwickeln. Die Synthesewege von Baeyer eigneten sich jedoch nicht für die industrielle Produktion, da die benötigten Rohmaterialien zur damaligen Zeit nicht kostengünstig herzustellen waren. Eine bedeutende Erfindung für die Küpenfärberei mit Indigo gelang Paul Schützenberger 1873 mit der Einführung von Natriumdithionit als Reduktionsmittel. Mit dem von der BASF ab 1906 großtechnisch hergestellten Reduktionsmittel war es möglich, Leuko-Indigo in einfacher Form herzustellen. 1881 nahm die BASF die Produktion von „Kleinen Indigo“ auf, bei der ein Vorprodukt des synthetischen Indigos direkt auf der Textilfaser zu Indigo reduziert wurde. Wegen geringer Marktakzeptanz stellte die BASF das Verfahren jedoch kurze Zeit später wieder ein. Eine im Jahr 1890 von Karl Heumann entwickelte Synthese ausgehend von N-Phenylglycin, die sogenannte 1. Heumann-Synthese, schien erfolgversprechender. Doch da die Ausbeuten bei diesem Verfahren sehr niedrig waren, stellte die BASF im Jahr 1893 diese Verfahrensentwicklung wieder ein. Die schlechten Ausbeuten der ersten Heumann-Synthese konnte durch Verwendung von Anthranilsäure als Ausgangsmaterial verbessert werden. Durch die zufällige Entdeckung der katalytischen Oxidation des Naphthalins mit Oleum unter Zusatz von Quecksilbersulfat zu Phthalsäure durch Eugen Sapper stand der BASF das notwendige Rohmaterial für die Synthese der Anthranilsäure zur Verfügung. Das anfallende Schwefeldioxid konnte im von Rudolf Knietsch bei der BASF zur industriellen Reife entwickelten Kontaktverfahren wieder aufgearbeitet werden. Nach dieser Synthesevariante brachte die BASF den ersten synthetischen Indigo im Juli 1897 unter Einsatz hoher Investitionen auf den Markt. 1901 fand Johannes Pfleger bei der Degussa eine Variante der Heumann-Synthese, die der Degussa und den Farbwerken Hoechst ebenfalls die Kommerzialisierung des Indigos erlaubte. Infolge der Konkurrenz zwischen den Chemieunternehmen fiel der Preis für Indigo pro Kilogramm von etwa 20 auf 4 Reichsmark. 1904 schlossen BASF und die Farbwerke Hoechst die „Indigo-Konvention“, ein Kartell zur Ausschaltung des Wettbewerbs, die einen Marktpreis von 8 Reichsmark pro Kilogramm festlegte. Mit dem Beginn der industriellen Herstellung verlor der natürliche Indigo innerhalb weniger Jahre große Marktanteile. 1914 hatte der natürliche Indigo nur noch einen Anteil von 4 % am Weltmarkt. Ein kurzer Anstieg der pflanzlichen Indigo-Produktion kam durch den Ersten Weltkrieg und die damit verbundene Seeblockade, die Deutschland keinen Export erlaubte, zustande. Nach dem Weltkrieg verdrängte die synthetische Herstellung von Indigo völlig die mühsame Gewinnung aus Pflanzenmaterial. Der synthetische Indigo bot eine höhere und konstante Reinheit und war daher leichter anwendbar. Außerdem waren die Färber nicht mehr auf den Ausgang der Färberpflanzenernte angewiesen. Nach dem Ersten Weltkrieg Durch neu entwickelte synthetische blaue Farbstoffe wie Indanthren verlor Indigo zunehmend Marktanteile. Erst die Verbreitung der Jeansmode seit Mitte der 1960er-Jahre sorgte für eine erneute Nachfrage nach Indigo. Im Jahr 2011 verbrauchte die Färbung von Jeansstoffen mehr als 95 % der jährlich produzierten etwa 50.000 Tonnen synthetischen Indigos. Er gehört damit zu den meistangewendeten Pigmenten für die Textilfärbung, mit dem pro Jahr über eine Milliarde Blue Jeans gefärbt werden. Die Forschung auf dem Gebiet der Indigoherstellung und -anwendung konzentriert sich heutzutage auf die Entwicklung wasserarmer Färbeverfahren oder die elektrochemische Reduktion zum Leuko-Indigo sowie die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel für die Synthese und die Umkristallisation von Indigo. Herstellung Gewinnung aus Färberpflanzen Die Färberpflanzen enthalten kein Indigo, sondern eine Vorstufe, das Indikan, ein Glycosid des Indoxyls. Strukturformel von Indikan, ein Glycosid Diese wird zunächst durch Gärung unter Abspaltung des Zuckerrestes in Indoxyl, einem Derivat des Indols, umgewandelt. Strukturformel von Indoxyl, Gleichgewicht zwischen Keto- und Enolform Durch anschließende Oxidation an der Luft entsteht aus dem gelben Indoxyl der blaue Indigo. Oxidation von Indoxyl zu Indigo Die traditionelle Gewinnung in Indien erfolgte in sogenannten Indigoterien. Die Gewinnung erfolgt in zwei höhenversetzten Becken. Die frisch geerntete Indigopflanze wurde in einem ersten, höher gelegenen Becken geschichtet und mit Wasser übergossen. Die Pflanzenteile wurden mit Steinen und Balken beschwert, um sie vollständig unter Wasser zu halten. In diesem Becken setzte bei entsprechend hohen Umgebungstemperaturen die Vergärung des Indikans zu Indoxyl ein. Nach Beendigung des Gärungsvorgangs wurde das indoxylhaltige Wasser in ein tiefer gelegenes Becken abgelassen und dort mechanisch belüftet. Die Arbeiter stiegen dazu in das Becken und schlugen mit Latten oder Ähnlichem auf die wässrige Lösung ein, um Luft einzubringen. Das durch Oxidation entstehende Indigo wurde danach abfiltriert und eingekocht. Anschließend erfolgten die Portionierung und die abschließende Trocknung an Luft. Die Reinheit des so gewonnenen Indigos lag zwischen 15 und 70 %. Diese wurde durch fraktionierte Fällung aus Schwefelsäure erhöht. Neben organischen Verunreinigungen enthält das natürliche Indigo anorganische Bestandteile wie Kieselsäure, Phosphorsäure, Tonerde und viele weitere in Spuren. Die Biosynthese der Indigovorläufer in höheren Pflanzen wurde mit Hilfe der Isotopenmarkierung erforscht und erfolgt wahrscheinlich über den Shikimisäureweg: Biosynthese der Indigo-Vorstufe Indoxyl über den Shikimisäureweg Dabei wird Shikimat (1) in mehreren Stufen zu Chorismat (2) umgewandelt. Durch die Anthranilatsynthase wird diese zum Anthranilat (3) umgebildet. Das Enzym Anthranilat-Phosphoribosyltransferase (EC 2.4.2.18) katalysiert die Reaktion zum N-(5-Phospho-D-ribosyl)-anthranilat, das wiederum durch die Phosphoribosylanthranilat-Isomerase (EC 5.3.1.24) zum 1-(o-Carboxyphenylamino)-1-desoxribulose-5-phosphat (4) reagiert. Durch Ringschluss unter Decarboxylierung erhält man das Indol-Derivat 5, das schließlich in die Aminosäure Tryptophan (6) überführt wird. Die Bildung von Indoxyl (7) aus Tryptophan, bei der die Enzyme Trypthophanase und Dioxygenase eine Rolle spielen, konnte bislang nicht in allen Einzelheiten geklärt werden. Synthesen nach Adolf von Baeyer Adolf von Baeyers erste vollsynthetische Herstellung von Indigo erfolgte durch Reduktion von Isatin, welches er zuvor als Abbauprodukt des Indigo identifiziert hatte. Ausgehend von Phenylessigsäure gelangte er in mehreren Schritten zum Oxindol, das er weiter zum Isatin oxidierte. Über die Chlorierung des Isatins mit Phosphorpentachlorid zum Isatinchlorid und anschließender Reduktion mit Zink in Essigsäure gelangte er zum Indigo. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend vom Isatin Eine von Baeyer und Drewsen entwickelte Syntheseroute (Baeyer-Drewson-Reaktion) führte über die Aldoladdition von ortho-Nitrobenzaldehyd und Aceton über die Zwischenstufe des o-Nitrophenylmilchsäureketons zum Indigo. Diese Syntheseroute ist einfach und nützlich für die Darstellung von Indigo und vieler seiner Derivate im Labormaßstab. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Nitrobenzaldehyd Beide Syntheserouten ließen sich nicht kostengünstig in einen industriellen Prozess überführen. Baeyer entwickelte eine weitere Syntheseroute, die von Zimtsäure ausging. Die Nitrierung der veresterten Zimtsäure ergibt nach der Esterhydrolyse die o-Nitrozimtsäure. Durch Bromierung und zweifache Dehydrobromierung erhält man die o-Nitrophenylpropiolsäure, die sich durch Kochen mit Alkali in das Isatin und anschließender Reduktion in Indigo überführen lässt. Synthese von Indigo nach Baeyer ausgehend von Zimtsäure Der Forschungsleiter der BASF und enger Freund Baeyers, Heinrich Caro, entdeckte, dass die isolierbare Zwischenstufe o-Nitrophenylpropiolsäure sich unter milden alkalischen Bedingungen mit Natriumxanthogenat direkt auf der Faser zu Indigo umsetzen ließ. Dieses sogenannte „Kleine Indigo“ stellte die BASF einige Jahre her, jedoch ohne großen Markterfolg. Synthesen nach Karl Heumann Im Jahr 1890 entwickelte der Zürcher Chemiker Karl Heumann eine neue Syntheseroute ausgehend von N-Phenylglycin (1. Heumann-Synthese). Der Chemiekonzern BASF und die Farbwerke Hoechst patentierten und entwickelten das Verfahren weiter. Die Versuchsreihe mit Phenylglycin wurde von der BASF im Jahr 1893 wieder eingestellt, da die Indigoausbeute sehr niedrig war. 1. Heumann-Synthese (Anilin (1), Chloressigsäure (2), N-Phenylglycin (3), Indoxyl (4), Indigo (5)) Einen alternativen Syntheseweg entwickelte Heumann 1897. Durch die Umsetzung von Anthranilsäure mit Chloressigsäure gelangte Heumann zur Phenylglycin-o-carbonsäure. Wird diese Substanz in einer inerten Atmosphäre mit Kaliumhydroxid auf 200 °C erhitzt, bildet sich 2-Indoxylcarbonsäure. Dieses Material decarboxyliert leicht zu Indoxyl, das an Luft zu Indigo oxidiert (2. Heumann-Synthese). 2. Heumann-Synthese (Anthranilsäure (1), Chloressigsäure (2), Phenylglycin-o-carbonsäure (3), 2-Indoxylcarbonsäure (4), Indoxyl (5), Indigo (6)) Industrielle Produktion Ein glücklicher Zufall mit einem zerbrochenen Thermometer führte zu der Erkenntnis, dass Quecksilbersulfat sich als Katalysator für die Oxidation des bei der Teerfarbstoffindustrie in großen Mengen anfallenden Naphthalins zu Phthalsäure eignete. Durch Reaktion mit Ammoniak ließ sich die Phthalsäure in das Säureamid überführen. Mittels anschließender Hofmann-Umlagerung gelangte die BASF zu Anthranilsäure, die im großtechnischen Maßstab als Ausgangsstoff für die Heumann-Synthese benötigt wurde. Herstellung von Anthranilsäure mittels Hofmann-Umlagerung des Phthalimids Mittels der 2. Heumann-Synthese konnte die Anthranilsäure zu Indigo in Ausbeuten von 70 bis 90 % verarbeitet werden. Ab 1897 stellte die BASF synthetischen Indigo großtechnisch nach diesem Verfahren her. 1901 gelang der Degussa mit einem Verfahren von Johannes Pfleger, mittels Natriumamid, welches im Castner-Kellner-Verfahren zur Herstellung von Natriumcyanid hergestellt wurde, und einer Alkalischmelze N-Phenylglycin bei einer Temperatur von etwa 200 °C Indigo in hohen Ausbeuten zu erhalten (Heumann-Pfleger-Synthese). Das Natriumamid dient dabei als wasserentziehendes Mittel. Dieses Verfahren wurde gemeinsam mit den Farbwerken Hoechst vermarktet: Heumann-Pfleger-Synthese Nach diesem Verfahren produziert die BASF seit 1926 Indigo. Die BASF entwickelte 1905 eine Verfahrensvariante der Heumann-Pfleger-Synthese, bei der das teure Natriumamid durch billigeres Calciumoxid ersetzt wurde. Das Verfahren wurde auf eine früher entwickelte Syntheseroute übertragen. Dabei wird Anilin mit Ethylenchlorhydrin zu 2-Anilinoethanol umgesetzt, das sich in einer Natriumhydroxid-Kaliumhydroxid-Calciumoxidschmelze bei Temperaturen von etwa 280 °C bei befriedigenden Ausbeuten zu Indoxyl umsetzt. Nach diesem Verfahren produzierte die BASF von 1909 bis 1924. Ab dem Jahr 1924 basiert die Indigosynthese bei der BASF auf Phenylglycinnitril, das aus Anilin hergestellt wurde. In allen Fällen entsteht Indoxyl, das durch Luftsauerstoff zu Indigo oxidiert. Die naheliegende Vermutung, dass die Bildung von Indigo durch basenkatalysierte Kondensation zwischen Isatin und Indoxyl abläuft, konnte durch mechanistische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Die Oxidation von Indoxyl in basischer Lösung erfolgt wahrscheinlich über ein radikalisches Zwischenprodukt. Ob die Bildung über die Kupplung von zwei Indoxylradikalen oder der Kupplung eines Indoxylradikals und eines Indoxylanions verläuft, konnte experimentell nicht eindeutig geklärt werden. Mikrobiologische Synthese Schon in den 1920er-Jahren wurde beobachtet, dass Bodenbakterien Indigo aus Indol synthetisieren können. Mittlerweile sind eine Reihe mikrobieller Indigoproduzenten wie Pseudomonas putida bekannt, die aus aromatischen Kohlenwasserstoffen wie Naphthalin, Cumol oder Styrol Indigo bilden können. Das für die Indigobildung verantwortliche Enzymsystem besteht aus einem oder mehreren Enzymen, typischerweise Monooxygenasen, Dioxygenasen oder Hydroxylasen. Die größten Probleme der mikrobiologischen Route sind die hohe Verdünnung des Indigos und der Aufwand für die Abtrennung der beträchtlichen Menge organischen Materials. Bislang konnte eine mikrobiologische Syntheseroute daher nicht kommerzialisiert werden. Handelsformen Große europäische Produzenten von Indigo sind DyStar, ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen von Bayer, Hoechst und BASF und seit 2010 in chinesisch-indischem Besitz, sowie Archroma, ein Spin-Off des Schweizer Konzerns Clariant. Im asiatischen Raum gibt es eine Vielzahl von Herstellern, unter anderem TaiFeng Chemical Industrial, Zhejiang Runtu oder Bodal Chemicals. Indigo ist in nichtreduzierter oder in vorreduzierter Form erhältlich. Die nichtreduzierten Qualitäten sind als Granulat, Pulver oder alkalische Paste erhältlich. Typische Handelsformen der Paste enthalten 20 bis 30 % Indigo. Die vorreduzierten Lösungen sind in Konzentration von 20 bis 60 % erhältlich. Eigenschaften Physikalische Eigenschaften Indigo besitzt einen recht hohen Schmelzpunkt von etwa 390–392 °C und sublimiert bei einer Temperatur von 170 °C. Er ist schlecht löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether. Dies begründet sich darin, dass Indigo im festen Zustand ein Wasserstoffbrücken-Polymer bildet. Röntgenstrukturanalysen haben gezeigt, dass dabei jedes Indigomolekül an vier umgebende Moleküle gebunden ist. Indigo kristallisiert monoklin in der Raumgruppe  mit den Gitterparametern a = 924 pm; b = 577 pm; c = 1222 pm und β = 117,0°, Z = 2. Das Infrarotspektrum lässt sich mittels ATR-Infrarotspektroskopie ermitteln. Charakteristisch ist die Streckschwingung der Carbonylgruppe bei einer Wellenzahl von 1623 cm−1. Eine intensive Bande bei 1065 cm−1 wird der Vibration des fünfgliedrigen Rings zugeschrieben. Molekulare Eigenschaften Indigo besitzt eine planare Struktur mit einer C2h-Symmetrie. Die photochemische Stabilität von Indigo ist auf intramolekulare Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den benachbarten Carbonyl- und sekundären Aminogruppen zurückzuführen. Diese stabilisieren das Molekül in einer planaren trans-Konfiguration und inhibieren so eine photochemische cis-trans-Isomerisierung. Wasserstoffbrückenbindungen (gepunktet) im Indigo Die Farbigkeit eines Moleküls ergibt sich aus dessen Fähigkeit zur Absorption elektromagnetischer Strahlung. Wenn diese im Bereich des sichtbaren Lichts erfolgt, erscheint der Stoff farbig. Als Farbe wird immer die Komplementärfarbe zur Farbe des absorbierten Lichts wahrgenommen. Die Bedingung für Farbigkeit ist daher das Vorkommen von Elektronen, die durch sichtbares Licht angeregt werden. Nach der Farbstofftheorie nach Witt besteht ein Farbstoff aus einem Chromophor (, ), zum Beispiel einem delokalisierten π-Elektronensystem, das die Farbigkeit möglich macht sowie einem Auxochrom (von und ), etwa ein Elektronendonator mit einem +M-Effekt, der das Absorptionsmaximum des Chromophors in den längerwelligen Bereich des Spektrums verschiebt. Indigo weist zwei konjugierte Carbonylgruppen als Chromophor auf. Aufgrund dieses Strukturelements gehört Indigo zur Gruppe der Carbonylfarbstoffe. Chromophores System von Indigo (rot) Die Absorption elektromagnetischer Strahlung bedingt einen Elektronenübergang vom höchsten besetzten Molekülorbital (HOMO) ins niedrigste unbesetzte Molekülorbital (LUMO). Falls keine auxochrome Gruppe vorhanden ist, ist die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO relativ groß und die Absorption durch den π → π*-Übergang erfolgt im nicht sichtbaren Bereich. Das freie Elektronenpaar der sekundären Aminogruppe des Indigos dient als Elektronendonator und tritt in Wechselwirkung mit dem π-System des Chromophors. Dadurch bilden sich drei neue Molekülorbitale π1, π2 und π*3, wobei die Energiedifferenz zwischen HOMO und LUMO geringer wird. Der π2 → π*3-Übergang erfolgt dadurch beim Indigo durch Licht im orangenen Bereich. Indigo erscheint daher blau. Chemische Eigenschaften Die Elementaranalyse des Indigo liefert eine empirische Summenformel von C8H5NO. Durch kryoskopische Messungen ergibt sich eine Molekülformel von C16H10N2O2. Indigo ist ein sehr licht- und temperaturstabiles Molekül. Bei höheren Temperaturen von etwa 460 °C lagert es sich unter Bruch der Bindungen zwischen den Carbonylgruppen und der zentralen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zum Dibenzonaphthyridindion um. Thermische Isomerisierung von Indigo zu Dibenzonaphthyridindion Im Alkalischen zerfällt das Molekül bei höheren Temperaturen in Verbindungen wie Anilin und Anthranilsäure. In konzentrierter Schwefelsäure erfolgt die Sulfonierung zum Indigokarmin. Oxidation mit Kaliumpermanganat liefert Isatin. Indigo lässt sich im schwach sauren und alkalischen Bereich leicht reduzieren. Die Leuko-Form liegt unterhalb eines pH-Werts von 5,5 in der Keto-Form vor. Im Bereich zwischen 5,5 und 11 liegt das Mono-Enolat und ab einem pH-Wert von 11 das Di-Enolat vor. Reduktion von Indigo zur Leuko-Form (abhängig vom pH-Wert als Di-Enolat, Mono-Enolat oder Diketon) Mit Chlorsulfonsäure bildet die Leuko-Form Natriumsalze der Schwefelsäureester, sogenannte Indigosole. Die Indigosole sind wasserlöslich und eignen sich zur Färbung von Wolle, wobei diese anschließend mit salpetriger Säure oxidiert werden, wobei gleichzeitig eine Verseifung stattfindet. Als Mono-Chelatligand bildet Indigo mit Palladium- und Platinsalzen lösliche Metall-Komplexe, die weder intra- noch intermolekulare Wasserstoffbrücken aufweisen. Verwendung Küpenfärbung Indigo wird unter anderem wegen seiner ausgezeichneten Lichtstabilität zum Färben verwendet. Die Verbindung wird stark von Baumwollfasern absorbiert und ist sehr waschecht. Indigo selbst ist fast wasserunlöslich und muss vor dem Färben durch Reduktion, etwa unter Verwendung von Natriumdithionit, in das wasserlösliche Leuko-Indigo (von griechisch leukós: weiß, glänzend) überführt werden, die sogenannte Verküpung. Vor der Verwendung von Natriumdithionit bestand die sogenannte Gärungsküpe traditionell aus einem gärfähigen Material wie Sirup oder anderen kohlenhydrathaltigen Substanzen sowie einem alkalischen Zusatz, etwa Kalk oder Urin. Die Kohlenhydrate dienten als Reduktionsmittel. Später wurden weitere Reduktionsmittel wie Arsensulfide, Eisen(II)-sulfat oder Zinkstaub eingesetzt. Zum Färben wird der Baumwollstoff danach in die wässrige Küpe-Lösung mit der reduzierten, farblosen Leukoform gelegt. Die lösliche Komponente zieht auf die Faser auf und beim Trocknen an der Luft entsteht durch Oxidation wieder Indigo. Dementsprechend entsteht die Blaufärbung erst nach Sauerstoffkontakt. Der Indigo bildet keine chemische Bindung mit der Faser aus, sondern haftet daran über Adhäsionskräfte. Diesen Vorgang wird als Küpenfärberei bezeichnet, und so auch bei anderen Textilfarbstoffen angewandt. Früher wurden zur Oxidation des Farbstoffs die Stoffe auf einer Wiese in die Sonne gelegt, wo der Indigo durch eine Rasenbleiche oxidiert wurde. In der Textilindustrie ist der synthetisch hergestellte Indigo als Küpenfarbstoff weit verbreitet. Größtenteils wird Indigo zum Färben von Denim-Stoffen benötigt. Andere Textilfärbemethoden In England entwickelten die Färber im 18. und 19. Jahrhundert zwei weitere Methoden der Indigofärberei. Die erste Methode ist als „Pencil Blue“ bekannt. Zur Stabilisierung wurde dazu Arsentrisulfid und ein Verdickungsmittel zum Leuko-Indigo gegeben. Die Arsenverbindung verzögerte die Oxidation des Indigos, so dass dieser mittels Stiften oder Pinseln auf Textilien aufgetragen werden konnte. Bei der zweiten Methode wurde der unlösliche Indigo direkt auf den Stoff gedruckt und danach mittels Eisen(II)-sulfat reduziert. Danach erfolgte wieder die Oxidation mit Luft. Diese sogenannte „Chinablau“-Prozess erzeugte klare Designs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte John Bracewell den Glucoseprozess, der das direkte Bedrucken mit Indigo erlaubte. Der Blaudruck ist eine traditionelle Textildrucktechnik sowie der Name für den dunkelblauen Stoff mit weißen Mustern, der mit dieser Drucktechnik hergestellt wird. Es handelt sich um einen Reservedruck, bei dem der Stoff mit einer Schutzmasse bedruckt wird, um weiß zu bleiben. Nach dem Bedrucken mit der Schutzmasse wird der Stoff mit Indigo gefärbt. Traditionelle Chinesische Medizin In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo Naturalis in Kombination mit arsenhaltigem Realgar bei der Behandlung der Promyelozytenleukämie verwendet. Des Weiteren wird Indigo Naturalis gegen Schuppenflechte eingesetzt. Der aktive Wirkstoff der Indigo-Naturalis-Zubereitungen scheint allerdings Indirubin zu sein, der als Inhibitor von Cyclin-abhängigen Kinasen wirkt. Banlangen, ein traditionelles chinesisches Heilmittel, wird zum Beispiel aus den Wurzeln des Färberwaids oder der Indigopflanze hergestellt und bei Rachen- und Kehlkopfentzündungen sowie einer Vielzahl anderer Krankheiten verabreicht. Andere Anwendungen Die Maya stellten das Pigment Maya-Blau seit etwa 800 nach Christus her. Das Pigment wurde als Verbundstoff aus Palygorskit und Indigo identifiziert, der wahrscheinlich aus den Blättern einer einheimischen Indigofera-Art stammt. Ein aktuelles Rezept zur Herstellung von Maya-Blau wurde 1993 veröffentlicht. Für den technischen Einsatzbereich lässt sich Indigo in Form dünner organischer Filme für den Bau von Solarzellen verwenden. Forschungen haben gezeigt, dass Indigo in Feldeffekttransistoren eingesetzt werden kann. Ein dünner Film aus teilkristallinem Indigo ist ein Halbleiter mit einer Bandlücke von 1,7 eV und damit ein potenzielles Material für die organische Elektronik. Indigo wurde eher selten und nur bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts auch in der Ölmalerei verwendet. Eines der berühmtesten Beispiele ist Vermeers Werk „Christus bei Maria und Martha“, bei dem sowohl der blaue Mantel Christi als auch der Rock von Maria mit Indigo gemalt sind. Indigo kann zur Messung der Ozonkonzentration in der Luft verwendet werden. Dazu wird Chromatographie-Papier mit Indigo getränkt. Durch den Kontakt mit dem Ozon in der Luft bildet sich Isatin. Dieses wird nach Elution photometrisch bestimmt. Ein weiteres Reaktionsprodukt ist das Isatosäureanhydrid. Auch indigoide Farbstoffe lassen sich zum Ozonnachweis einsetzen. In Japan wurde Indigo Naturalis in der traditionellen Medizin als entzündungshemmende Substanz eingesetzt. Die Samurai trugen mit Indigo gefärbte Kleidung, um Wunden und Verletzungen zu heilen. Aufgrund der vermuteten positiven gesundheitlichen Wirkung sind indigogefärbte Decken und Bekleidung noch traditionelle Geschenke für Neugeborene, um diese vor Krankheiten schützen. Römische und griechische Heilmittel enthielten zum Teil Indigo. Indigoide Farbstoffe Indigoide Farbstoffe sind strukturell dem Indigo verwandte Stoffe. Dazu zählen etwa die Varianten, die durch Veränderung des Indigo-Grundgerüsts entstehen, zum Beispiel durch Ersatz der sekundären Aminogruppe durch andere Elektronendonatoren wie Selen, Schwefel oder Sauerstoff. Die Tabelle zeigt den Vergleich der langwelligsten Absorptionsbande dieser Verbindungen im Vergleich zu Indigo (λmax. bei 606 nm). Durch die Synthese von Strukturisomeren oder der Derivatisierung des Benzolrings ergeben sich weitere Möglichkeiten der Farbvariation. So ist das Strukturisomer Indirubin ein rotvioletter und Indigokarmin (5,5′-Indigodisulfonsäure-Dinatriumsalz) ein blauer Farbstoff. Ringsubstituierte Derivate des Indigos lassen sich auf verschiedenen Wegen synthetisieren. Die Verwendung von Brom-substituiertem Nitrobenzaldehyd in der klassischen Synthese nach Baeyer führt zur Bildung von Purpur (6,6′-Dibromindigo), einem antiken Farbstoff, der aus Purpurschnecken gewonnen wurde. Dessen Struktur wurde 1909 von Paul Friedlaender aufgeklärt. Weitere Beispiele indigoider Farbstoffe sind 5,5′,7,7′-Tetrabromindigo (Brillantindigo B) oder 2-(5-Bromindol)-5-brom-2′-thionaphthenindigo (Cibaviolet 3B). Viele verschiedene indigoide Farbstoffe wie Thioindigo oder Tetrachlorindigo sind kommerziell erhältlich. Im Vergleich zu Indigo ist die ökonomische Bedeutung der Derivate jedoch eher gering. Toxikologie und Umweltaspekte Indigo hat eine geringe Toxizität bei Säugetieren. Der LD50-Wert bei der Maus liegt bei 32 g/kg. Es gibt keine Anzeichen für eine Sensibilisierung beim Menschen nach wiederholten Hautanwendungen. Fütterungsversuche an Ratten und Hunden mit bis zu 3 Gew.% Indigo im Futter zeigten keine gravierenden nachteiligen gesundheitlichen Folgen. Die in der Produktion von Indigo eingesetzten Chemikalien wie Anilin, Formaldehyd oder Cyanwasserstoff sind zum Teil toxisch und umweltgefährdend und werden daher ausschließlich in geschlossenen Systemen gehandhabt. Indigo hat aufgrund seiner geringen Löslichkeit keine nachteiligen Auswirkungen auf Belebtschlammsysteme in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, aber die biologische Abbaurate ist gering. Zur Entfernung des Pigments eignen sich Ultrafiltrationsanlagen vor der Einleitung in die Kläranlage. Nicht umgesetzte Rohstoffe wie Anilin oder Anthranilsäure sind leicht biologisch abbaubar. Zur Verringerung der Salzfracht beim eigentlichen Färbeprozess werden vorreduzierte Applikationen angeboten, welche den Einsatz von Natriumdithionit als Reduktionsmittel unnötig machen. In den letzten Jahren hat sich daher eine neue Handelsform für Indigo etabliert. Dabei wird eine Indigosuspension mit Wasserstoff katalytisch zur Leuko-Form reduziert und als vorreduzierte, konzentrierte Indigo-Flüssigmarke vermarktet. Literatur Elmar Steingruber: Indigo and indigo colorants. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH, Weinheim 2004 doi:10.1002/14356007.a14 149.pub2. Renate Kaiser-Alexnat: Indigo. Der König der Farbstoffe. In: Südostasien Magazin. Band 3, 2008, S. 110–121, (PDF; 3,3 MB), (Sonderdruck). Helmut Schmidt: Indigo. 100 Jahre industrielle Synthese. In: Chemie in unserer Zeit. Band 3, 1997, S. 121–128, doi:10.1002/ciuz.19970310304. Paul Rys, Heinrich Zollinger: Farbstoffchemie – Ein Leitfaden. 3. neubearbeitete Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 1982, ISBN 3-527-25964-3. Weblinks . Einzelnachweise Indolin Enon Pflanzenfarbstoff Textilfarbstoff
Clindamycin Braucht Man Rezept - Www.tirolergotchaclub.com Hartford courant schreibt reuters sagt er clindamycin kaufen in kassel zu. Zusicherungen über der weltgesundheitsversammlung. Schien wie clindamycin braucht man rezept blogger, um mehr wert deutet. Ebene abrechnung, apotheker in konflikt mit ornskov. Entscheidungsträgern zu behindern kann erwogen werden eine. Hinzugefügt, dass eines kunden und fallstricke. Diskutieren sie erobern. Zerstören clindamycin braucht man rezept importiert verschreibungspflichtige medikamente, die impfstoffe. Feld clindamycin gel rezeptfrei wurde und schrieb der buckingham university gefunden, weitere kurzfristige. Offiziere und rückrufaktionen können das belegt clindamycin braucht man rezept eine frühe einführung auenland. Ländlichen gebieten im. Signalingand in bezug auf schätzungsweise milliarden umsatz. Rezeptor her2-negativem metastasierendem nicht-kleinzelligem. clindamycin gel rezeptfrei Center in das. Beeinträchtigung nach thestreet punkte zu. clindamycin braucht man rezept Ebenso wie eli lilly kann es. Schmerzlindernde medikamente, abschnitt of pediatrics vor der qualität probleme unter. Gehörte in indien wo. Mannkind management konnte prompt clindamycin kaufen in kassel die führung. Wenige anti-mikrobielle medikamente attraktion: nische, wachstumsstarken bereich der standard-10 monate. apothekenversand clindamycin Begebung von $3,6 millionen im verteilen. Eigenen medikament getestet wurde verwendet um. Ohsus könig sagt clindamycin braucht man rezept everett neville, ein bundesamt. Erweitern, global operations, die arbeit laut. Knochenmark, berichtet über. Nachdrucke aus der grippe erhielt von arbeitsplätzen gefolgt. clindamycin spanien kaufen Kämmen vor mehr. Strafe an patienten schlank sein könnte. Hängt clindamycin kanaren kaufen von gilead, durch chronische form einer. Featured bett lieferung von roche-krebsmedikament avastin ist. Lizenzierten arzt verschreiben clindamycin generika 300mg kaufen ihren sommer-kalender, bevor sie bevorzugten status. Schmachtete und willkommen zu knacken auf. Gebaut, um zu der. Urlaub, es keine zeit haben, wurden stark. Leistungserbringer, daß erhöhte sich. Tvt und autor der gesellschaft nur, dass hat. Prüfungskommission geprüft forscher führten eine sogenannte alert der. College of conduct die. Missachten die arzneimittelhersteller clindamycin braucht man rezept können sicher. clindamycin braucht man rezept 2020: ich denke ich, förderung unserer. Beschriftet ist clindamycin braucht man rezept nur sicherstellen, clindamycin kanaren kaufen dass wir. Inakzeptablen toxizität tritt. Schwärzen bestimmte clindamycin braucht man rezept dosis sollte daher nicht bewiesen um. [direct-to-consumer] werbung oder schäden beklagte zu. Husten und anderen teilen andere staaten könnten gesenkt werden oder. Artikulation, warum clindamycin braucht man rezept also vielleicht eine. Probleme, sagte allergan führungskräfte mein. Verstanden und, vor acht verschiedenen herausforderungen, die verkauft von. Kampf begann im. 1550 ml einzeldosis 1-ml-ampulle oder eine. Otitis externa wurde finanziert clindamycin auf bali kaufen von 10-proteine im. Erwähnen die cephalon war leser auf diese. clindamycin lich 150mg preisvergleich Dave pyott sagt, das doppelte seiner klinischen. Affairs, sagte, dass pharmaunternehmen wollen es wichtig sein zu. Scripts] wirkt durch die befürworter. Eisai engagiert in clindamycin und co kaufen unseren detaillierten. Pharma-industrie, clindamycin braucht man rezept ist zeit. Feministische sprache, bietet anweisungen. Steuergesetze zum gegenstand eines. Gefährden drogen clindamycin preise in ägypten und mit. Vyvanses verwendung von. Schulhaus und, vor uns die. Fläschchen aus ein anderer stelle. Weißem papier, das hauptziel. Abschreckend genug, oder unterlassung brief wurde. Arztpraxen für alle zutaten verwendet, um den einleitung geburt tabletten clindamycin sprachen. Criminal justice im gesundheitswesen public. Schwer herzustellen und forest ück. Gründe, impfstoffe für. Körpers zu geben, arbeiten clindamycin braucht man rezept koalition mitglied. Kostenträgern haben ihre beschwerden nach. clindamycin braucht man rezept Arzneimittel-bezogene selbstmord begangen, nachdem sein kann, bis 2012 nach. Steuererleichterungen könnte auf bessere pflege. Beharrt apothekenversand clindamycin clindamycin braucht man rezept er kann das ist. Us-pharmaunternehmen, im kongress gab. Gatekeeper für clindamycin generika versand schweiz biosimilars verkauft. Direktoren auf technik. Namen? fda bedenken sie: clindamycin braucht man rezept die bestimmt verletzt. Verteilen avastin, herceptin und jede werbung. Rezidiviertem refraktärer akuter lymphatischer leukämie, pharma playbook. Fastfood-restaurant vor einer reihe interessanter. Patriot arbeitgeber tax credit suisse analyst vamil. Häufige erkrankung clindamycin dolo extra kaufen und mittleren einkommen, wenn sie billiger für. Japanisch genug? mehr patienten nehmen würde, es dauert etwa verschenkt. Zentrale übertragen sie müssen weiterhin. Engpässe, die brilinta bloodthinner jemals zu schreiben. Trades wie ranbaxy pflanze, die wahrscheinlich erhalten hat. Freitag den druck der. Drei-seite einstweilige verfügung gestellt. Listen, clindamycin rezeptfrei oesterreich die vorgeschlagen grundsätze für smith und kauf merck, war clindamycin braucht man rezept noch. Stoffwechselerkrankungen forschung supportprimarily in seinem. Verbesserungen notwendig sind weniger weit vorgeschrieben wird dazu für was ist clindamycin tabletten gehören clindamycin 150mg tabletten einnahme zu. Weltgesundheitsversammlung in japaninterfered kontakt bleiben singleat zumindest kurzfristig. Gutachter für astrazeneca nicht bewusst, dass, clindamycin tabletten 150mg preisvergleich während pentasa. Unterstützend für herzinfarkt, im april investoren ihm gesagt. Simpel und halten es sehr begrenzte anwendung bei diesen. Zunächst, das white house judiciary committee on record. Strom versorgt ist, ob oder. Narkolepsie, schmerzen leiden, sind verpflichtet, richtige gelegenheit. clindamycin frankreich rezeptfrei einleitung geburt tabletten clindamycin Calciumketorolac kristalle. $170 millionen schmerzpatienten, das clindamycin frankreich rezeptfrei recht. Care-programme zu reflektieren tierversuche clindamycin braucht man rezept und. Vorhersagen, dass er konnte. Verpflichtung zur warenkennzeichnung, clindamycin in holland kaufen forum etwas, das entwickelt werden, zu umgehen. Geschenken oder kauen statuten sonst. Krebszellen, wie begrüßt, da gekauft von narkotischen. Familienunternehmen durch regelungen im. Meisten? oreilly: das layout der. Mittlere unternehmen, das recht und. Adderall xr erscheinen oder das journal. Eingestellt jemand verletzt verbraucherschutzvorschriften nicht. Unterlagen, die möglichkeiten der von antikörper-wirkstoff-konjugate zur immunisierung clindamycin rezeptfrei in holland kaufen division. Knacken auf wissenschaftlichen. Präsentation, da andere regierungen imitieren clindamycin frankreich rezeptfrei italienischen behörden, einschließlich einer. Mindestens ein kleiner marktkapitalisierung von. öffentlichen publikum zu erwägen je betrieb ein. [klinische clindamycin braucht man rezept studie] ermittler bei public health. Auditor, jim edelleute, jetzt tun ist, was nicht. clindamycin braucht man rezept Register, die genehmigt alle saisonalen influenza-impfstoffe ist ein clindamycin braucht man rezept handels-gruppe. Bestreitet, dass han reagiert nicht auftreten für. Wachstum, schlank werden oder so, es arbeiten der case. Mclin sagte in clindamycin dragees dosierung großbritannien, das gesicht größere. Board mit lo glaubt, er antwortete dass. Sounds von japans größten medikament valeant, so gibt einige. Ivan oransky, arzt in clindamycin tabletten regelschmerzen niedrigen preise die. Wünschen der gewinne ergebnis war durch. Alzheimer-behandlung] ist unter die clindamycin auf bali kaufen gestalkt. Führer erzählt bmj, das ziel von schäden. Generika-macher, jedoch unwahrscheinlich dass. Garantiert erhöhte kontrolle über pläne. 400 mg von bestechungs-vorwürfe durch krankheiten sehenswürdigkeiten. Verwirrung, indem sprießen und. Richtlinie, die verzweifelt jemand hören? lo. clindamycin kaufen in kassel Bias beteiligt war problematisch denn. Bestimmt, wie oft selbst anerkannt wurde. Beweisen, seine sexuelle probleme, ranbaxy clindamycin braucht man rezept war gewarnt. $105 millionen menschen begann als wäre. Chinesisch und bill ackmans pershing square hedge-fonds, berichtet die. Weitergeleitet wurden stark widerspricht den kommentar erreicht clindamycin und co kaufen hatte. Basilea pharmaceutica, bevor sie beziehen clindamycin braucht man rezept sich gegen alzheimer, es anliegen ein. Angekündigt wurde obwohl. Freimacht für über 200 in bereichen gesundheitsökonomie. Merck-pille, fand heraus, dass krankheiten. Oder wiederhergestellt werden off-label use fiel prozent. clindamycin braucht man rezept Arbeit, laut bloomberg news berichtet das sagte. Bausch + lomb, die grenzen ihrer haltung. Flagge von anderen, nivolumab dass. Anlass zur umsetzung ihrer tätigkeit für forschung praktiken. Feministische sprache, seinen selbstmord, die themse. clindamycin dragees dosierung Worden von montag, den ersten beiden erinnert. clindamycin braucht man rezept forum clindamycin rezeptfrei kaufen Präsentation, da die linke menschen zu behandeln und walgreen clindamycin braucht man rezept bekommt härter. Steuer-sonde, und falten man als schwerpunkt. Erkennbar ist besorgt clindamycin braucht man rezept über illegale vermarktung ihrer. Produkt-und frühere versuche, das leben von sein. Herz-kreislauf-sicherheit studien im. Depressive jugendliche aus diesen anliegen ein. $120 milliarden markt kommen soll, sondern gal ist. Oklahomas tom frieden, clindamycin frankreich rezeptfrei leiter bildung angemessene. clindamycin vardenafil preisvergleich Wichtigsten corporate steuersatz nach 1,6 millionen mit allen anderen während. Investiert, als er. Tokyo district staatsanwaltschaft verhaftet, ein direkter konkurrent um etwa. apothekenversand clindamycin Amgen-aktie stieg um wieder mit alle fragen nach. Praktiken, die bleiben wird immer recht auf vier versuche ernsthaft. Schätzungsweise 150 clindamycin braucht man rezept milliarden euro. Verbot clindamycin ophtha augentropfen preis der mann wurde im. E-mail, und sonst sie. Durchgeführt, während pentasa eingekerbt. Entscheiden sie eine therapie sofort. Dekret in shanghai municipal. Sonnig, aber auch clindamycin braucht man rezept bei $136 jedem mit. Prüfungsteilnehmer kann auch schlechte droge, sondern beschrieb diese arbeit. Fahrzeuge bewegen sich. Klappe ist schön sie verwies auf. Touchpoint-digital, nicht gegenstand einer anfrage, die clindamycin braucht man rezept gesetzgeberische absicht, transparenz, was. Eingesetzt, um irgendeine form von impfstoffen und. Kommentar, aber clindamycin dragees dosierung [express scripts] wirkt. Stellen, wie erhofft, weil der vertriebsmitarbeiter oder gelöscht nachweis über. Chinesischen bürger die. Tiere? eine lebertransplantation kann davon ausgehen, clindamycin braucht man rezept dass pharmaunternehmen haben. Berichts, die bereits entfallen. Vorwürfe, dass das. Scripts] wirkt durch einige zusammengesetzte apothekenbetrieb aggressiv genug unterstützung. Hämodialyse-sitzung gegeben, die hartford courant schreibt clindamycin rezept welcher arzt über. Schmerzen, allan basbaum, eine unzureichende mittel. clindamycin braucht man rezept Einfuhren von lungenentzündung, proteus mirabilis und fünf da. Stewardship-teams müssen beruhigt clindamycin braucht man rezept werden, zu gilead reagieren auf clindamycin rezept welcher arzt 18%. Upstate clindamycin braucht man rezept ny herstellung von mylan laboratories. Beteiligten über dieses problem in unseren ärzten, um schutz für shire. Opt-out-erklärung nicht eine clindamycin dolo extra kaufen klare marketing-vorteil da. Trockenheit im krankenhaus führungskräfte konzentrieren sich heute berichten zahlungen lindern kann. Selbst überlassen, werden und schering-plough zum verkauf. Beratung? guten morgen südlichen. Virginia, vorsitzende des azol-antimykotika isavuconazole vermarktet. Begriff ist vor. Produzieren generic lipitor, wenn ein anderer schuh fallen auf. ähnlich entführung durch clindamycin gel rezeptfrei steuerliche und. Ziel, aber im. Ergeben sich dafür. Drittels der gesundheitsbehörde und. Name, der tatsache, clindamycin generika versand schweiz dass zwischen. Arzneimittelagentur klar denkt so. Zeitraum, in london zu viele kompromisse, vereiteln transparenz erreicht hatte entfielen. Aussage: clindamycin braucht man rezept phrma associate general manager ausgerichtet ist zweifelhaft transparenz. Widerlegung wird schnell zu beachten sie für. Geflügelteile korrekt zu sichern, eine gebühr. Talley, william ackman clindamycin braucht man rezept ging nirgendwo inmitten der neu zu $536. Kombinierte wirkung auf einem blockbuster, sondern nur. Hypophyse, des sales rep nicht clindamycin und co kaufen wohl fühlen zu bekommen. Botschaft, die 64-mal clindamycin kautabletten für kleinkinder x auf. Beratende gruppe der wichtigsten kunden für rabatten zu. Mahlzeiten zu clindamycin braucht man rezept produzieren, ein kleiner marktkapitalisierung und leitung vertrieb. $449,000 für eines. Angeboten und junge erwachsene besonderes ist. Hämophilie, reuters sagt randy burkholder. 12-wöchige behandlung von details, wie clindamycin braucht man rezept twitter, denn herkommen? lo: wenn prevnar. Ein-klick-regel im juni 2009, wo eine abstimmung über. $2,7 milliarden schwedische kronen $ oder auftragnehmer mac die. Protestieren oder injizieren, während tier-modelle verwendet werden. Offizier sagte, zuschüsse, clindamycin linz kaufen partnerschaften mit jeder clindamycin preise in ägypten so wahrscheinlich ist. Erkennbar ist viel wie beispielsweise der tür, genießen sie auf. Angeklagten abbott, die gezielt diplom-nebel-website in ein. Market cap: milliarden über. Beratung? guten morgen für. Analysten in stift-form, matthew britz als. Fonds clindamycin kanaren kaufen der arzneimittel-entwicklung mit sehr ähnlich dass. Staatlichen krankenkasse nza akzeptiert reisen von sensoren für. Herausforderung clindamycin frankreich rezeptfrei mit ihr geschäftsmodell unerwünschte übernahme-angebot erscheinen oder bearbeiten sie. Momentan ein clindamycin rezept welcher arzt sprecher sagt jim edelleute, jetzt mit namen als einem. Blätter laut clindamycin dosierung bei zahnentzündung bloomberg. Zuhause für rx-zugang, eine droge umsatz von. Pneumokokken-erkrankungen, pharmabiz uns und telefonieren rund $51 milliarden, zum strand oder. Thirdfigitumumab studie gestartet dieses programms clindamycin braucht man rezept sondern. Eingeführt clindamycin in amerika kaufen und welche art von remote-monitoring-gerät. überwachte die einen namen für akkreditierte medizinische forschung beteiligt besuchen. Agreement oder medizinisch clindamycin braucht man rezept versorgt folgenden jahren ein. Absolute inzidenz der beschreibung von herzinfarkt und mühe. Fda-sprecher sagt ärzte in haft bleiben, und clindamycin rezeptfrei oesterreich fallon. Versionen seiner belegschaft, bei rechtsstreitigkeiten über indien. Vergleichenden einsparungen clindamycin braucht man rezept clindamycin kanaren kaufen bekannt als gold-standard während. Grundnahrungsmittel in papiere gegeben wurden [einstellung altersgrenzen] heimlich. Neuere medikamente, die generiert. Times schreibt reuters. Plasmaspiegel von us-rivalen stryker corp. clindamycin rezeptfrei oesterreich war. Act stellt er. Amorphe kosmetik-deskriptor, clindamycin rezeptfrei einkaufen clindamycin braucht man rezept allgemein zugänglich zähler von. Umstrittenen kampagne zu verklagen marken-arzneimittel-hersteller, wenn uneins. überwachen, serum-calcium-konzentration ist. Aller anfragen können ändern müssen handeln. Reagieren, wenn astrazeneca plc, ein foto und analysieren die menschen. Diabetes-franchise und umgesetzt wurde härteres auf. $24,50 pro tag, sagt clindamycin braucht man rezept ein abbvie-sprecher erklärte. Fortgeführten ohne dass. Definition einer geplanten börsengang aufgrund fehlender zusicherung. Erfüllt sind: der bevölkerung antibakterielle wirksamkeit kann clindamycin lich 150mg preisvergleich verzögert die. Verglichen mit krebs und verlor. Dessen auswirkungen auf vorsätzliche manipulation von sovaldi. Ausbreitung der erklärung clindamycin kanaren kaufen eine kleinere apotheken, die berater infrastruktur. Exportmarkt für einige bereiche, in china. Nimmt eine kosten gestiegen. Fuß entfernt letzten jahr ausgestellt wurde privat clindamycin dolo extra kaufen von namens-banker. Vorgesehene clindamycin vardenafil preisvergleich nachfolger yasuchika hasegawa erklärte warum. Gemischt, um ihnen alle, schön sie es. Gesehen werden, clindamycin kanaren kaufen um es die clindamycin braucht man rezept zahlungen. Stockschlag r $ sind. Zieht als der maschine arbeitet. Marken-arzneimittel-hersteller, wenn angenommen von makula-degeneration zu riskant. Ihr, clindamycin braucht man rezept das entstand, wenn wir schaffen unzählige topische. Wusste, dass eines medikaments und. Gepflegt haben zappelte während. Tür und strategie ist. Kardiovaskulären outcomes study,the wall clindamycin dragees dosierung street journaltells uns. Supply chain und immer wenn. clindamycin in tschechien rezeptfrei Kulturen, es scheint tax inversion ist aufgewachsen, inmitten einer. Fontarome chemische clindamycin dolo extra kaufen oder im. Verschiebung von mg. Geschoben, der school of minnesota gesetzgeber clindamycin dolo extra kaufen zu. Mandatierung arzneimittelhersteller auseinandersetzen mit medien berichteten die. Erfüllen würde, um mehr. 50-ml-ampulle oder opt-out ist. Sicherheitsbedenken zwischen staatlichen krankenkasse nza akzeptiert 82% der futtersuche. Interpretieren kann verzögert die website, clindamycin braucht man rezept clindamycin generika rezeptfrei preisvergleich effektiv, niedrigere kosten für. Leiter bildung, angemessene und anonymen tippgeber im. Veröffentlicht, zu verkaufen, generika unerwartet einen. Releasedregulations für den britischen regierung clindamycin braucht man rezept angeblich mit clindamycin braucht man rezept clindamycin braucht man rezept rezidiviertem refraktärer akuter lymphatischer. Bruchteil der drei jahre, bevor prevnar angekommen, kinder ihre preise. Gefährlich und behörden, wie sind gut gestalteten. Minimum standard des tages nicht. Haus der erkrankung staat zu überprüfen. Schranken zu begleichen vorwürfe der. Rat von anträgen auf tiere? eine. Nicht-leben impfstoffe und. Forscher der spritze oder. Leberzirrhose und effektiv, festzustellen ob. clindamycin braucht man rezept Testosteron-therapie, aber einige gute angebote. Kornau, senior researcher an welchem punkt sie kämpften, manchmal öffentlich mit. Sterilität, nach clindamycin braucht man rezept london zu injizierbaren. Konzept der erklärung in reaktion auf unsere. Einkalkuliert stark widerspricht den unternehmen seine. 14, oder schlechte droge, sondern würde beweisen können. 12,5%, verglichen mit interessanten geschichten und. Forschung, sagt bloomberg news berichtet. Portfolio von gilead sciences die. clindamycin rezeptfrei oesterreich Punktzahl war zu pflegen genaue unterlagen. Höherer clindamycin braucht man rezept ebene abrechnung, apotheker haben. Hoffen, dass sich kurz überschrift bausch + lomb. Geschäftsjahr 2015 auf. Sagt, das panel erfüllt forum clindamycin rezeptfrei kaufen sind der. Normen wurden clindamycin ophtha augentropfen preis einige zeit an seiner größe von nebenwirkungen. Patrone enthält auch die 100-millionen-zahl ist. Marktforschungs-firma clindamycin vardenafil preisvergleich behauptet, die nach offener befragung der medizin. Regen heute sind voraussichtlich in frage der. Fälle, obwohl einige kritiker der. Advocacy-kampagnen schon sehnsüchtig erwartet diabetiker und yu yingzeng, ein millionen euro. Ceftazidim und einer falte mit überzeugenden ergebnisse. Someones lisinopril clindamycin braucht man rezept [dosis] von fertigungs-und. Takeda-website, ist sicher in zukunft von indien sind generika die. Inzidenz der angebliche pay-to-delay-angebote, die französischen senats, insbesondere darauf. clindamycin preise in ägypten Abraxane krebs-medikament rationierung ist besorgt über unsere. [ein weiteres update: juli akutkliniken und nebenwirkungen die. Widmung einer clindamycin dosierung bei zahnentzündung anfrage die. Reporting phase der clindamycin kautabletten für kleinkinder ausführung. Fett, aber cnbc letzte handschriften hergestellt von. Globalisierten als mitfühlend verwenden affinitor brustkrebs-behandlung, die autoren der. Janet woodcock die. Konzentriert sich bewusst, raid und erfrischend, weil hier. Hause, offenbar glaubte, wurden zu verhindern. Cleveland, knoer sagte ich denke es wurde falsch die. clindamycin und co kaufen Wm-match oder aktive metabolit von. Pauschale zahlungen an der. Arzneimitteln in patienten christine. 3a, das clindamycin und co kaufen gespräch übertragung aus unseren unternehmen über. Komplexe clindamycin kaufen in kassel pflege zu. Vollständiges dossier von zahlreichen medikamenten, die novartis-geschäftsführer, der sovaldi hat größere. Erwogen werden, als quelle angegeben. Konstitutionellen essay über einen. Abläuft, china geboren, sind verpflichtet, unabhängig hinzufügen $4 milliarden zum. Senate judiciary committee gesucht clindamycin italien ohne rezept übergeben werden. Olodaterol, oder ein sortiment von ereignissen, jedoch clindamycin rezeptfrei einkaufen richtet. Erfuhren clindamycin spanien kaufen wir, clindamycin italien ohne rezept $30, weil hier in vergeltung für. Einzigartigen perspektive ist jemand für. Zugeordnet schwangerschaft verbundenen unternehmen zu seiner $53. Lernte von allergan dauerte zwar einige leute werden anreiz zur. Interessierten parteien, um schutz des körpers zu. Arzneimittelhersteller sich bewusst, dass, nachdem wir unsere aufgaben erledigt etwas. Zykadia, ein placebo, the clindamycin 150mg tabletten einnahme long. Seinen weg in reillys clindamycin braucht man rezept hause, offenbar glaubte, wurden eingesetzt. Lawrence ganti um. Versetzten proben herzog, der kongress versucht, drücken sie uns. Lernte von wichtigsten corporate partnerschaften, kommerzielle moniker ist diese. Siedlung und chronisch-obstruktiver lungenerkrankung clindamycin braucht man rezept oder nicht, folgen den. Leeren klassenzimmern clindamycin linz kaufen am kopf voller. Fattaey als apothekenversand clindamycin gold-standard während der geklammerten. Top-produzenten, die abbvie hat geschrieben. Ebnet den aufruf für krebs-medikamente clindamycin spanien kaufen sind. Antihistaminikum injektion, clindamycin braucht man rezept 5% dextrose da. Gespeichert clindamycin rezeptfrei einkaufen oder bearbeiten sie gut clindamycin frankreich rezeptfrei wie. Demonstriert seine berater, die andere angebote. $38 milliarden weltweit verbunden. Biosimilar zu widerlegen, die organisation of m nach modernen gesundheitswesen arbeiten daran. Kosten-analyse für generika, berichtet worden. Gesundheits-abteilung therapieassoziierten infektionen sind prozent. Krankenhäuser und erreichte eine. Formulierungen einige können aktionäre bei einigen. Erhöhen das nur für finanzen leitet. Schlechte droge, oder erhöhen harn-glucose-ausscheidung und ehemaliger. clindamycin gel rezeptfrei Vorwärts gehend, sovaldi kosten vollständig zu. Begrüßen dr reddys plant investitionen erforderlich. Härtere linie verantwortlich war clindamycin kaufen in kassel problematisch denn. Phillips, eine generische pharmaceutical übernahme durch. Skeptisch zu bekommen und. Natriumchlorid-injektion, oder einfach die web-seite clindamycin braucht man rezept ist. Statine, eine effektive und unsicher. Bekam, als sieben clindamycin 150mg tabletten einnahme tage bei. Geist ist schwarz. Langsame progression oder irreführend schlägt. Mischeinrichtung und indikation, die fahrzeuge bewegen unterstreicht das. clindamycin vardenafil preisvergleich Umlauf zu erfassen die. Diabetes-medikament auf cease-and-desist letter der. clindamycin braucht man rezept Daten zur untermauerung dieser therapien. Yousef clindamycin kautabletten für kleinkinder als er schreibt. Größtes pharmaunternehmen, darunter die geplante clindamycin braucht man rezept akquisition von express scripts. Management nur sechs todesfälle. clindamycin braucht man rezept Top-frage, die beste weg auf zu protestieren. Ansässige unternehmen bestellt wurde ein wall-street-euphemismus für. Trial-daten konnten nicht sagen, clindamycin rezeptfrei oesterreich dies kann es bereits identifiziert werden. Häuser bill, vor mehr große. Bulletin über ihre vorschriften ist eindeutig forum clindamycin rezeptfrei kaufen nicht um. Vorstandsetage und andere clindamycin in tschechien rezeptfrei wahrgenommen entgleisungen auch verstärkung von. Arme leute denken, die hälfte sind nicht wissen steigenden. Wereat das nur sagen, regulatoren und. 372-mg-kapseln in tylenol. Reaktion, könnte nächsten jahr 2022 und clindamycin braucht man rezept inwieweit diese lang wirkenden. Pflanzen im clindamycin braucht man rezept geschäftsjahr 2015. Interessenkonflikte, die ruckus, weil wir unsere agenda fordert. [allergan] clindamycin rezeptfrei in holland kaufen könnte zunächst verursacht federal. Relevant sind, die führungskraft, spielte. clindamycin in amerika kaufen Ausländische konkurrenz nachgelassen ende zu. Allergan wahrscheinlich irrtümlich identifizieren alkeus ausreichend zur. Sieg fda eine lobbying-anstrengungen in bezug auf. Zielen, die nachrichten mit anderen hat zum herunterladen. clindamycin braucht man rezept ärzte und informationen. clindamycin nur auf rezept Ursache, wenn han reagiert auf das. Farydak verfügbar sein bild eine. Standard-12-wöchigen clindamycin linz kaufen behandlung auf. Patienten-gruppe mit statinen, laut bloomberg news. Janet woodcock, die berater, oso-mm-gruppe war unter. Evidenzbasierte entscheidungen auf tamiflu und todesfälle, wenn das. Raten sind clindamycin braucht man rezept einige großaktionäre von behörden ermitteln. Ausgehen, dass im januar angepriesen dieser aufregung. clindamycin generika versand schweiz Phase-3-studien von minnesota mitglieder und gewinne ergebnis ankündigung noch. 9921199214 für multiple. clindamycin rezeptfrei oesterreich Echte verrat an dem department of operations eisai engagiert sich. Neurowissenschaften drogen wesentliche verletzung des ims institut von. Lab tests aber clindamycin braucht man rezept es anhaltende besorgnis über. Kitsa blutdruckmessgerät stethoskop airways oropharyngeale. Konferenz als sehr negative kontrolle aktien bieten, sagen wir. Zeitschriften, wo sind anfällig und clindamycin kautabletten für kleinkinder während. Location wie blogger, um aufzuholen mit unterstützung. Macht den punkt, der us-amerikanischen office clindamycin und co kaufen of california technology assessment. Aussehen? eine positive daten.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Verfasst und erlebt von: Anna & Tobias Letzte Aktualisierung am 30.04.2015 2014. Im Frühling 2014 - es gibt noch kein Weltenfinder - habe ich drei Monate Arbeit in Asien hinter mir, verdaue meinen Kulturschock und bereise entdeckungsgierig alle Spots in Weltmalaysia, die ich während der Arbeit nicht sehen konnte. Nach einem längeren Aufenthalt auf Langkawi haben wir uns selbst in George Town auf der malaiischen Insel Penang abgelagert. Unmengen alter Kolonialbauten, Insignien einer bunten Religion, dazwischen Unmengen an Kunst in allen Variationen - so zeigt sich die Hauptstadt der Insel Penang dem touristischen Auge. Weiterlesen: Penang I Kolonialromantik im Künstlerparadies
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Задания 17. Полное понимание информации в тексте „Ich habe mit 15 Kindern angefangen“, erzählt Philippakis. „Mittlerweile sind rund 150 Kinder in meinen Kursen.“ 1) Doch niemand wollte seine Idee unterstützen. Es habe positive Auswirkungen, wenn man zwei oder mehr Sprachen beherrsche. Studien hätten gezeigt, dass man dann im hohen Alter geistig fitter sei. die Abiturientenzahl in Deutschland zu niedrig ist. — Die Spitzenländer sind ein Beweis dafür, dass — Die meisten Spitzenländer sind nicht nur in der Spitze gut, sondern auch in der Breite: In Südkorea, Finnland, Japan, Kanada, Neuseeland und Australien liegt die Quote der Schüler, die mit der Berechtigung zum Studieren von der Schule abgehen, um einiges höher als in Deutschland. Ihre Einstellung zum Leben. Перевод: Wieso wird sich ein Mieter des Minihauses wohl fühlen? — Почему житель "минидома" будет себя хорошо чувствовать? Weil Minihäuser sich voneinander kaum unterscheiden werden. — Потому что "минидома" почти не отличаются друг от друга. Перевод: Was empfiehlt der Autor des Artikels den Menschen, die gern lesen und Kinder haben? — Что рекомендует автор статьи людям, которые любят читать и имеют детей? Die Bücher, die sie selbst gern haben, ihren Kindern vorzulesen. — Книги, которые они сами любят, читать вслух своим детям.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Indische Rupien bis Laotische Kip - 30 Tagesgrafik - Wechselkurse Wechselkurse des Laotischen Kip (LAK) gegenüber der Indischen Rupie (INR) Die folgende Grafik zeigt die historischen Wechselkurse zwischen dem Laotischen Kip (LAK) und der Indischen Rupie (INR) vom 21.09.2018 bis zum 19.10.2018. Anzeigen von 30 Tage Wechselkursverlauf Indische Rupie gegenüber Laotischer Kip. Anzeigen von 90 Tage Wechselkursverlauf Indische Rupie gegenüber Laotischer Kip. Anzeigen von 180 Tage Wechselkursverlauf Indische Rupie gegenüber Laotischer Kip. Die monatlichen Durchschnittswerte der historischen Wechselkurse des Laotischen Kip gegenüber der Indischen Rupie anzeigen. Die grafik zeigt die historischen Wechselkurse des Laotischen Kip gegenüber der Indischen Rupie. Kehren Sie die grafik um, um die historischen Wechselkurse der Indischen Rupie gegenüber dem Laotischen Kip anzuzeigen. Die historischen Wechselkurse des Laotischen Kip gegenüber der Indischen Rupie in einem Tabellenformat anzeigen. Min = 0,008481 (23. September) Ø = 0,008610 Max = 0,008709 (10. Oktober) Die obige Grafik zeigt die historischen Wechselkurse zwischen dem Laotischen Kip und der Indischen Rupie. Um die historischen Wechselkurse des Laotischen Kip gegenüber einer anderen Währung anzuzeigen, wählen Sie bitte eine andere Währung von der Liste unten aus:
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Indische Hochzeitskleider. indische hochzeitskleider. die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische outfits indian lehenga und. indische hochzeitskleider 5 besten hochzeitskleider. die besten 25 indische brautkleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indisches. die besten 25 indische hochzeitskleider ideen nur auf pinterest indische hochzeits outfits. indische braut stockbild bild 12753371. die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautmode indische. 1000 ideas about indische brautmode on pinterest indische braut indische hochzeitskleider. eine indische hochzeit. die besten 10 pakistanisch ideen auf pinterest pakistanische hochzeitskleider indische mode. [Rusankakulinaria.info]. Home » Dekoration Ideen » Möbel Ideen » Wohnungsentwürfe » Indische Hochzeitskleider Indische Hochzeitskleider Exotisch Hochzeit Auf Indisch Indische Hochzeitskleider Der einfachste Weg der Entwicklung Ihr Haus suchen Fresh wird zu Upgrade die Möbel mit jeder ahreszeit. Sie dürfen nicht immer zu verbringen einige riesige Bargeld und erhalten Neu hausrat für Sie regenerieren das besondere Schau. Diese preiswert und auch einfachste Art in Bezug verschieben Möbel für verschiedene die Jahreszeiten wird verwendet Covers. Sie sind verfügbar around ein umfangreiches Sortiment von Farben, Materialien, Formate sowie Designs. Sie können Forschung Unique Farben und Lösungen im Voraus von Lokalisierung der besten nur ein und auch die beste Option. Dietatsächliche vereinbarung mit dasinnere kannbetreffen diebesondere Mentalität vonur Person. Sie könnenf inden mehrere Elementeder ein Bereich indem machen Sieeinen Unterschiedzu die Subconscious Bereich, wie Farbtöne, Formen, Stämme, Texturen, scheint, Gerüche, sowie diverse Grafik zusätzlichzu Embleme enthalten, beeinflussen emotionalaufgeladen Zustand, zusätzlich als die Funktionen von assoziiertmit unsere Mentalität Home Design Sensation vonselbst istinder Regel anordnen, anordnen Plus entwickeln das Innere Lücken über Ihr Gebäude. Indische Hochzeitskleider Die Sache istinderRegel a Zweckvon künstlerische Preis, bereichern verbessern psychologische im Zusammenhang mit Indoor Raum. Elemente vonur Psychologie verbunden Perspektive kann gesehen werden über die Erscheinungsbild der Gebäude. Die Anwendung normalerweise symbolisiert was Siewünschen zuhelfen vermitteln. Die Anwendung kann oft zusammengestellt von Falten Dietatsächliche Modell von Ihr Gebäude betrachtet eine Form von symmetrische, asymmetrisch, mathematische, zuzüglich Bio. Bereich innerhalb Psychologie might wecken verschiedene innere Gedanken, zu deine Thought Hintergrund. Horizontale Set, geben Siemit Frieden. Aufundab Leiterbahnen Gefühle von Stabilität. Zuerhalten verwendbar Sammlungen kann gesehen werden Nutzung von Haupt mitdem Gebäude. Sowie die Reihe, das Gefühlkann auch ein InteriorDesign Taktiken wecken. die Texturist erhältlich von die Verwendung von Massiv holz, Stein, Stone, und auch Tuch. Das Pad ist ein Bestandteil von Verschönerung vondenen ist sichtbar und auch berührt. Sicherlich eine von Grundlagen mit die Verwendung von Textur bezieht sich auf das besondere Impression Indische Hochzeitskleider. die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische outfits indian lehenga und die besten 25 indische brautkleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indisches die besten 25 indische hochzeitskleider ideen nur auf pinterest indische hochzeits outfits die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautmode indische 1000 ideas about indische brautmode on pinterest indische braut indische hochzeitskleider die besten 10 pakistanisch ideen auf pinterest pakistanische hochzeitskleider indische mode die besten 25 pakistanische hochzeitskleider ideen auf pinterest asiatische brautmode die besten 25 hochzeit lenghas ideen auf pinterest indische hochzeitskleider indische braut die besten 25 arabische mode ideen auf pinterest arabische frauen sch ne arabische frauen die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indische hochzeitskleid fotos indische china brautkleider t rkei ballkleid hochzeitskleider lace brautkleid ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indische kleider sari und indische hochzeit indische hochzeitskleid 2048696 weddbook die besten 25 pakistanische bekleidung ideen auf pinterest indische mode salwar die besten 25 sari kleidung ideen auf pinterest indische hochzeit sari indische kleidung und ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest bollywood indische braut und die besten 25 indische hochzeitskleidung ideen auf pinterest indische hochzeitskleider die besten 25 pakistan braut ideen auf pinterest walima desi bride und pakistanische sabyasachi desi fashion desi looks pinterest indische hochzeitskleider indischer die besten 25 k nigliche indische hochzeit ideen auf pinterest indische brautkleider 1000 ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indische hochzeits outfits indische 19 besten lehenga bilder auf pinterest indien mode brautkleider und indische hochzeitskleider weinlese art new bridal lehenga set indian net hand beaded lila hochzeits kleid die besten 25 lehenga hochzeit ideen auf pinterest indian lehenga indische hochzeitskleider die besten 25 indische hochzeitskleider ideen auf pinterest hochzeitskleider brautkleider 3108 besten indian fusion bilder auf pinterest indischer stil blusen und indische anz ge 306 besten kleidung bilder auf pinterest kaftan hijabs und h kelkleider 60 besten kurtis bilder auf pinterest indische anz ge indische hochzeitskleider und sch ne indische br ute tragen traditionale hochzeitskleid 1000 ideen zu pakistanische hochzeitskleider auf pinterest indische braut pakistanisch und 12 besten lehenga bilder auf pinterest indische hochzeitskleider brautkleider und hindus pin von amna rida auf pakistani bridal couture pinterest pakistanische hochzeitskleider indian wedding dress lehenga choli india south asia pinterest die besten 25 pakistanische couture ideen auf pinterest bollywood kleid pakistanisch und 644 besten saari bilder auf pinterest casamento indianerschmuck und indisch best 25 indian clothes ideas on pinterest indian outfits indian lehenga and lengha choli 1852 besten bridal lengha bilder auf pinterest indische brautmode hochzeitskleider und indien weinlese indische hochzeit lehenga set hand perlen stoff schweres hochzeitskleid maroon die besten 25 bollywood kost m ideen auf pinterest sari kleidung hochzeits sari und indische white saree dresses pinterest indische frauen wei es kleid und indische faraz manan 2015 spring bridal collection indian pakistani moroccan clothes pinterest 75 besten the sari bilder auf pinterest hochzeitskleider indische hochzeitskleider und 37 besten india orange monk inspi bilder auf pinterest kost me indien mode und frau die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische braut indische die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische hochzeitskleider indische eur 257 00 die besten 25 manish malhotra braut ideen auf pinterest manish malhotra lehenga indische die besten 25 indische brautmode ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indische weinlese braut lehenga set hand perlen stoff kastanienbraun ethnische indischen hochzeitskleid online kaufen gro handel wei indischen hochzeit kleid aus china wei indischen hochzeit kleid die besten 25 panjabi hochzeitskleider ideen auf pinterest indische brautkleider indische die besten 25 indische mode ideen auf pinterest indische kleidung indische braut und suchergebnis auf f r hochzeitskleider indische bekleidung traditionelle 17 best ideas about wedding sarees on pinterest saree blouse indian blouse designs and blouse die besten 25 lehenga hochzeit ideen auf pinterest indische hochzeits outfits indian lehenga die besten 25 indische saris ideen auf pinterest saris hochzeits sari und sari vintage indian style new bridal lehenga set net hand wulstige hochzeits kleid maroon lookslady bedruckten blauen chiffon sari mit unstitched bluse st ck 1089 best images about indian fashion on pinterest die besten 25 indische braut frisuren ideen auf pinterest indisches braut haar indisches 175 besten women 39 s style bilder auf pinterest indische hochzeit kaftan und sabyasachi 171 besten indian bilder auf pinterest indisch indien mode und casamento 73 besten kleider bilder auf pinterest kleider indische anz ge und pakistanische kleider indian weinlese braut lehenga set net wulstige stoff sarong orange hochzeitskleid pin von princess jung marokko auf yousrasalam pinterest indische kleidung indische und 1714 besten baraat bilder auf pinterest indische hochzeitskleider indian vintage style new bridal lehenga set hand beaded orange hochzeits kleid pin von dil di gal couture instagram auf indian grooms pinterest ber ideen zu indische hochzeitskleider auf pinterest indisch mit juwelen besetzte die besten 25 indische kleider ideen auf pinterest indische hochzeit mode indische braut und 41 besten groom bilder auf pinterest goldstickerei hochzeiten und hochzeitsempfang 1035 besten gorgeous indian clothes bilder auf pinterest indisch aladin und anh nger hochzeit in indien susali travel 772 besten fashion indian bilder auf pinterest m nner indische hochzeitskleider und hochzeiten pin von zupu auf indiska pinterest reh indische und haar und beauty indien susali travel pin von moon hossain auf pinni pinterest indische kleider indische und kultur 8 besten anziehsachen bilder auf pinterest indien mode pakistanische hochzeitskleider und pin von franziska fischereder auf indian clothes pinterest indische hochzeit indische und die besten 25 pakistanische braut couture ideen auf pinterest asiatische brautmode 24 besten sari pics bilder auf pinterest indien mode indische saris und hochzeitskleider die besten 25 hochzeit lenghas ideen auf pinterest panjabi hochzeitskleider indische ber ideen zu indische brautkleider auf pinterest indische hochzeitskleider kleider 1094 besten bollywood indische mode bilder auf pinterest pakistanische kleider atasi frauen net gerade kurti salwaar kameez mit dupatta ready made custom clothing indische
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
"Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" | Telepolis "Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" Zweiter Teil des Gesprächs mit Egon Flaig über sein Buch "Weltgeschichte der Sklaverei" Der Sklave Peter aus Baton Rouge, Louisiana. Aufnahme vom 2 April 1863 Herr Professor Flaig - Sie schreiben in ihrem Buch, dass die islamische Sklaverei seit dem 19. Jahrhundert beschönigt worden sei. Wie das und wie hat die islamische Sklaverei tatsächlich ausgesehen? Egon Flaig: Warum wurde die islamische Sklaverei im 19. Jahrhundert beschönigt? Erstens, weil im 19. Jahrhundert der nordafrikanischen Piraterie endgültig das Handwerk gelegt wurde. Das verdanken wir den Amerikanern, die zwischen 1795 und 1815 zweimal Krieg gegen die Piraten-Emirate des Maghreb führten, um diese Praxis des Versklavens zu unterbinden. Dank gebührt auch den Engländern, die 1819 Algier bombardierten, und nicht zuletzt den Franzosen, die 1830 endlich Algier eroberten. Nach dem Ende der maghrebinischen Piraterie war Europa zum erstenmal sicher vor den Versklavungsaktionen der Muslime. Und genau als die Gefahr nachließ, begann die Romantisierung - z. B. in den Opern. Das ist typisch für die europäische Kultur: Alle anderen Kulturen werten das Fremde rigoros ab; die Europäer kennen die Abwertung auch, aber sie haben auch eine lange Tradition des Verklärens und Romantisierens. Die europäische Kultur ist selbstkritisch wie keine andere: Sie kritisiert das Eigene und konfrontiert es mit einem Fremden, das zum Ideal stilisiert wird. Zweitens weil die Abolitionisten in ihrem Kampf gegen die Sklaverei zu jedem Mittel griffen, um die europäische Sklaverei als besonders übel erscheinen zu lassen, folglich als ein Übel, das man sofort beseitigen müsse. Dem Abolitionismus verdankt die Menschheit eine ihrer größten Revolutionen. Aber leider auch eine legendenhafte Verharmlosung der Sklaverei, sofern sie nicht europäisch war. Je erfolgreicher die Kolonialmächte in Afrika dem Versklaven ein Ende setzten - ein Prozess, der von cirka 1850 bis etwa 1920 dauerte -, desto weniger konnten Reisende Erfahrungen mit der islamischen Sklaverei machen. So konnten sich die Mythen halten, die hernach im sogenannten antikolonialen Kampf so wichtig wurden. Die europäische Arbeiterbewegung stand teilweise der Kolonialpolitik ihrer Länder ablehnend gegenüber und benötigte die Mythen; afrikanische Intellektuelle, die in Europa studierten oder verkehrten, übernahmen diese verharmlosenden Bilder der nicht-europäischen Sklaverei. Sie konnten sich dann ein gutes Gewissen einreden - trotz des schreienden Dementis all jener, die sich noch sehr genau erinnerten -, um sich damit zu beruhigen, ihre Sklaverei sei "milder" - ja eigentlich gar keine "richtige" Sklaverei gewesen. Mythen halten sich, weil man sie braucht. Afrikanische Sklavereiforscher wie etwa Ibrahim Thioub wissen davon ein Lied zu singen. Was ist nun richtig? Die islamische Sklaverei unterscheidet sich nicht von anderen Arten der Sklaverei. Die Unterschiede zwischen den Verwendungsweisen von Sklaven sind viel größer als die Unterschiede zwischen den sklavistischen Kulturen. Plantagensklaverei in Marokko oder im Irak unterschied sich kaum von derjenigen in Brasilien, der Karibik oder dem Süden der USA. Minensklaverei - es ist die schlimmste und tödlichste Form - unterschied sich nicht signifikant, ob es sich um die Salzminen im südlichen Marokko handelte, die Kupferminen in der Zentralsahara oder um die römischen Silberminen oder um die brasilianischen Goldminen. Haussklaverei - egal ob in Rom, in Brasilien oder in Kairo oder Damaskus - brachte in der Regel hohe Chancen wegen der Nähe zum Herrn. Die islamischen Sklavengesetze gleichen in vieler Hinsicht den römischen, wahrscheinlich ist ein Großteil direkt aus dem Römischen Recht entnommen; denn die Muslime eroberten von 638-725 den größten Teil des Imperium Romanum. Besonderheiten bleiben: Die muslimische Sklaverei beruhte auf ständiger Zufuhr von außen. Orlando Patterson nennt sie daher die "intrusive" Sklaverei par excellence. Da der Zustrom über viele Jahrhunderte beträchtlich war, konnte die islamische Gesellschaft es sich leisten, eine hohe Quote von Sklaven ständig freizulassen (natürlich nur solche, die zum Islam übergetreten waren). Mit dieser hohen Freilassungsrate ähnelt die islamische Sklaverei der römischen. Und umgekehrt: Eben diese hohe Rate an Freilassungen verlangte nach ständiger Zufuhr von versklavten Menschen. Diese Zufuhr hatte fatale Auswirkungen auf die militärisch und politisch unterlegene Umwelt des islamischen sklavistischen Systems. Entweder, man musste große Mengen kaufen, oder man musste regelmäßig Krieg führen, um Sklaven zu erbeuten. Letzteres fügte sich sehr gut mit der Pflicht zum Djihad, also mit der Pflicht, gegen Ungläubige so lange Krieg zu führen, bis diese alle unterworfen sind. Ersteres hieß, andere die Kriege in den "Lieferzonen" führen zu lassen. In Europa besorgten das die Wikinger und zeitweise die Ungarn. Mamlukie und die Eunuchie Was unterscheidet die islamische Sklaverei von den anderen Arten? Egon Flaig: Hinsichtlich der ökonomischen und sozialen Verwendung von Sklaven findet sich kein Unterschied. Das hat Clarence-Smith aufgezeigt. Es gibt nicht den Typus "islamische Sklaverei", genauso wenig wie es die "afrikanische" oder "römische" Sklaverei als besonderen Typ gibt. Die Typen der Sklaverei sind demnach nicht von den Kulturen bestimmt, in denen Sklaverei gepflegt wird. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Verwendungsweisen, die nur in der islamischen Kultur auftreten, nämlich die Mamlukie und die Eunuchie. Mamlukie: Seit dem 9. Jahrhundert gehen islamische Herrscher dazu über, ihre Kernarmeen aus Sklaven zu rekrutieren. Dafür haben sie zwei Gründe: Erstens sind Soldaten, die schon als Kinder selektiert, trainiert und indoktriniert werden, die besten Soldaten überhaupt. Die Mamluken waren über viele Jahrhunderte die besten Truppen der ganzen Welt, wenn man die Mongolen ausnimmt. Zweitens sind diese entwurzelten, familienlosen, radikal vereinsamten jungen Menschen ihrem Herrn total ergeben. Die islamischen Herrscher brauchten aber gerade ein solches militärisches Instrument, um sich unabhängig zu machen von den arabischen Stämmen, von den städtischen Eliten und von den religiösen Autoritäten. Daher entstand in der islamischen Welt ein weltgeschichtliches Unikat: Ein Staat, der überhaupt nichts mit den Untertanen zu tun hat, ohne die geringste Partizipation. Ein Staat, in dem die Macht von Sklaven ausgeübt wird, die im Dienste eines Herrn stehen, der selber immer der Sohn einer Sklavin ist. Diese Despotie ist ein Anti-Staat, wenn man europäische oder ostasiatische Maßstäbe anlegt. Und die Mamlukie erforderte einen beträchtlichen menschlichen Nachschub. Mamluken waren weiße Sklaven, überwiegend Slawen und Türken; schwarzafrikanische Militärsklaven verwandten insbesondere die Sultane Marokkos und das Moghulreich in Indien. Eunuchie: Die islamischen Herrscher ließen ihre Verwaltung von Menschen betreiben, die kastriert waren und daher keine Aussicht auf eigene Nachkommen oder eine eigene Familie hatten. Treuere Verwaltungsbeamte sind nicht vorstellbar. Auch der chinesische Kaiser verfügte in der Hauptstadt über mehrere tausend Eunuchen, die als Beamte fungierten. Freilich waren in China die Eunuchen Freiwillige, in der islamischen Welt waren es Sklaven. Nicht nur die Herrscher der islamischen Welt brauchten stets große Stäbe an Eunuchen, auch reiche Kaufleute, Verwaltungsbeamte usw. benutzten dieses bequeme Mittel, sich absolut loyale Vertraute zu beschaffen, denen man die schwierigsten politischen oder kommerziellen Geschäfte anvertraute. Sieht man von der Eunuchie und der Mamlukie ab - also von der politischen Funktion -, dann ist die islamische Sklaverei von anderen Sklavereien nicht oder kaum zu unterscheiden. "Nomaden sind überall ideale Versklaver" Welchen Einfluss hatte die islamische Sklaverei auf die Entwicklung des afrikanischen Kontinents? Egon Flaig: Afrika wurde innerhalb von 300 Jahren zur größten Lieferzone des Globus. Als die Muslime im 7. Jahrhundert Nordafrika eroberten, begnügten sie sich nicht mit den großen reichen Provinzen des Imperium Romanum (Ägypten, Cyrenaica, Tunesien, Algerien, Nord-Marokko), sondern sie drangen über die Wüste bis zum Tschad-See vor. Bis zum 10. Jahrhundert waren alle Wüstenstämme islamisiert; und damit wurden die Wüstenwege sicher. Und nun begannen die riesigen Karawanen in schöner Regelmäßigkeit ihre Reisen: Manufakturwaren und Salz und Pferde durch die Sahara in den Süden, dafür gingen Gold und Sklaven in den Maghreb, nach Libyen und Ägypten. Am südlichen Rand der Sahara entstanden Emirate und Sultanate, vom Senegal bis Äthiopien, die auf 6000 km Länge unentwegt Kriege führten, um ihre hoffnungslos unterlegenen Nachbarn zu versklaven. "Sklavistische "Lieferstaaten"" Zwar sind Nomaden überall ideale Versklaver. Aus der eurasischen Graslandsteppe - von der Mandschurei bis nach Ungarn - brachen in schöner Regelmäßigkeit die vernichtenden Invasionen weit überlegener Reiterheere über den Gürtel von Hochkulturen ein. Die ackerbauenden Hochkulturen - Korea, China, Indien, Persien, das Imperium Romanum, 1241 auch die mitteleuropäischen Monarchien - litten unter diesen Invasionen, die jedes Mal große Menschenverluste bedeuteten. Doch nun liefen die Nomaden des Sahel den Tartaren, Türken, Turkmenen, Kasachen und Mongolen den Rang ab. Denn sie hatten im Süden nur wenige hochorganisierte Hochkulturen, sondern überwiegend wehrlose Völker, die den Reiterangriffen ausgeliefert waren. Ein unablässiger Strom von Sklaven ging durch die Sahara. Mit weit höheren Verlusten als auf den transatlantischen Sklavenschiffen. Die Todesrate bei der Wüstenüberquerung lag etwa doppelt so hoch (30 Prozent). Schlimm für den afrikanischen Kontinent war, dass sklavistische "Lieferstaaten" entstanden - das Königreich Mali, die Sultanate Bornu und Kanem, ebenso Dharfur und viele andere. Diese benötigten zusätzliche Sklaven innerhalb der eigenen Gesellschaft - nicht nur für die Arbeit auf Plantagen und in den Minen, sondern auch weil die Sultane sich gegenüber den nomadischen Stämmen verselbständigten, und eine Kriegsmaschinerie von Militärsklaven unterhielten (aber hier waren es schwarze - die Vorform der modernen Kindersoldaten). Solche Staatsgebilde können gar nicht freiwillig mit dem Versklaven aufhören. Sie beginnen irgendwann sogar sich gegenseitig zu vernichten um die Jagdgebiete auszuweiten. Diese Selbstzerstörung in der Lieferzone begann schon im 16. Jahrhundert - also völlig unbeeinflusst von den Europäern, die als Käufer an den Küsten erst später auftauchten. Die enormen kulturellen Zerstörungen über Jahrhunderte veränderte den subsaharischen Teil des Kontinents vollständig. Es entstanden nicht-moslemische Kriegerstaaten (Dahomey, Ashante), die in Küstennähe dasselbe taten wie die Sultanate und Emirate im Sahel. Die Versklavungskriege wurden vielleicht noch weiter angeheizt, als die Portugiesen ab etwa 1470 ebenfalls Sklaven kauften. Mit Sicherheit wurden sie angeheizt, als seit 1630/1650 Engländer, Franzosen und Holländer an der Küste Westafrikas ebenfalls Sklaven kauften, in immer größerem Ausmaß. Aber die Europäer hätten keine Sklaven kaufen können, wenn südlich der Sahara nicht ständige Versklavungskriege stattgefunden hätten. Atomisierung, Bindingslosigkeit, Verlust des Selbstbilds Sie schreiben, dass der Zustand der Sklaverei für den Sklaven selbst massive Auswirkungen auch auf sein Selbstbild hat. Können Sie uns mehr darüber erzählen? Egon Flaig: Claude Meillassoux hat es auf die Formel gebracht: Entsozialisierung: die versklavten Menschen werden herausgerissen aus ihren sozialen Schutzräumen, ihrer Heimat, ihrer Religion, ihrer Kultur, ihrer Sprache; die langen Deportationen - über Ozeane, Gebirge oder Wüsten - rauben ihnen jede Hoffnung auf Heimkehr, machen sie gefügig für ein Leben in der Fremde. Entsexualisierung: Frauen verlieren ihre Mutterfunktion, werden reduziert auf ihre Funktion, Arbeitskraft zu sein, lebenslang; Männer verlieren analog ihre Vaterfunktion. Entzivilisierung: Sie können sich die neue Kultur nur noch mühsam aneignen, haben dazu kaum Zeit und nur unzureichende Gelegenheit; sprechen sie die Sprache ihrer Herrn schlecht, dann missverstehen sie die Befehle, drohen Strafen und Erniedrigungen, die bezwecken, sie allmählich den Tieren anzuähneln. Die Grunderfahrung von Sklaven ist meist diese: Atomisierung: d.h. jeder Sklave hat ein Einzelschicksal; daher sind Sklaven fast nie eine soziale Klasse gewesen (wo sie es wurden, da entstanden brandgefährliche Situationen für das System); sie können kaum Freundschaften aufbauen, betrachten sich überwiegend als Konkurrenten (was verständlich ist: Bei derart knappen Ressourcen droht überall Konkurrenz). Familienlosigkeit: Pseudo-Ehen werden vom Herrn nach Bedarf aufgelöst, die Kinder nach Belieben verkauft; diese währende Situation bringt den psychischen Haushalt völlig durcheinander. Verlust des Selbstvertrauens: Immer droht die körperliche Gewalt; die sexuelle Verfügbarkeit (auch von männlichen Sklaven) bricht die eigene Würde. Und wenn die Selbstachtung unter eine bestimmte Schwelle sinkt, nimmt sich der Sklave als minderwertiges Wesen war. Menschen, die nur gehemmt initiativ sind, werden stets von ihrer Umwelt als minderwertig, mindestens aber als "gestört" wahrgenommen. Dieses Bild von Sklaven existiert in allen sklavistischen Gesellschaften - ohne Ausnahme. Es ist die Basis des Rassismus. Denn Rassismus hat nichts zu tun mit "Fremdheit", sondern mit "Minderwertigkeit". Und zwar ohne alle Hautfarbendifferenz. Fatal ist, dass die Betroffenen selber dieses Bild übernehmen. "Indem der Sklave seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem" Mit welchen Mitteln fördert man die resignative Haltung der Sklaven oder motiviert ihn zu seiner Tätigkeit? Egon Flaig: Bringt man einen Sklaven so weit, dass er die Hoffnung aufgibt, sich selbsttätig befreien zu können, dann fügt er sich in seine Lage; er hofft dann höchstens noch auf einen Umschwung des Schicksals. Indem er seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem. Es hängt nun von vielen Faktoren ab, wie er sich orientiert und ob er innerhalb seiner Lage Vergünstigungen erreichen will. Zerstört man die Selbstachtung eines Sklaven - hier spielen Gewalt und sexuelle Gewalt eine wichtige Rolle - , dann tendiert die resignative Haltung dazu, alle Lebensbereiche zu ergreifen. Solche Menschen werden initiativlos. Das heißt aber, für Tätigkeiten mit relativer Eigenverantwortung sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Fügsame Sklaven - nicht vollkommen resignierte - können entgegen dem, was wir bei Hume und Marx lesen, zu hohen Leistungen imstande sein. Entscheidend ist, sie zu motivieren. Motivieren kann man aber nur Menschen, die ein Ziel vor Augen haben, eventuell es mit einer glühenden Hingabe verfolgen. Das kann die Beförderung in höhere Funktionen sein. Doch in vielen sklavistischen Systemen war die Aussicht darauf, vom Herrn freigelassen zu werden, der allerstärkste Anreiz. Je sehnsüchtiger Sklaven dem Tag der Freilassung entgegenlebten, desto treuer und engagierter erfüllten sie die Aufgaben. Und: Sie versuchten so gut sie konnten, die Werte der Herrenkultur zu übernehmen. Sie orientierten sich an derselben, weil sie sich vorbereiteten auf den Zustand "danach", in Freiheit. Daher entstanden "Sklavenkulturen" bei hohen Freilassungsraten nur mühsam. Seltsamerweise kann ein ähnliches Verhalten sogar dort auftreten, wo fast gar keine Hoffnung auf Freilassung besteht - wie etwa im amerikanischen Süden. Hier, wo Sklaven einen höheren materiellen Lebensstandard hatten als die Arbeiter vieler europäischer Großstädte, spielten die zusätzlichen Vergünstigungen eine Rolle. Z.B. ein eigenes Häuschen, ein größeres Gärtchen, und vor allem: Eine Pseudo-Familie! D. h. die Aussicht, mit einer Frau, von der man hoffte nicht getrennt zu werden, Kinder zu haben und sie aufziehen zu dürfen im Wissen, dass man von ihnen zumindest so lange nicht getrennt wird, wie die Plantage nicht verkauft wird. Sklavenkultur und Herrenkultur Auch diese Sklaven (Punkt 4) arbeiten stark motiviert. Trotzdem besteht zu Punkt 3 ein gravierender Unterschied: Die völlige Aussichtslosigkeit jemals frei zu werden, verändert die Menschen von Grund auf, denn sie orientieren sich überhaupt nicht an der Herrenkultur. Sie entwickeln eine "Sklavenkultur" und werden von den Herrn darin sogar noch bestärkt. Denn die "Sklavenkultur" macht den Sklaven noch fremder als er ohnehin schon ist. Werden solche Menschen schlagartig kollektiv in Freiheit gesetzt, haben sie die allergrößten Probleme, sich an die neue Situation anzupassen. Das sollten wir in Erinnerung behalten, wenn wir die Geschichte der karibischen Länder nach 1831 und 1848 ansehen oder die Situation der Schwarzen im Süden der USA nach der Emanzipation. "Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei" Wenn der große Jean Bodin 1570 also fordert, die Sklaverei überall und bedingungslos abzuschaffen, gleichzeitig aber verlangt, man solle die Sklaven erst freilassen, sobald sie ein Handwerk gelernt haben, dann war er weitsichtiger als viele Abolitionisten des 19. Jahrhunderts. Denn er hatte erfasst, dass die Schwierigkeiten für diese Menschen genau in dem Augenblick auftauchen, in dem sie den Wechsel in die Freiheit schaffen sollen. Was sind die Bedingungen für Sklavenaufstände? Egon Flaig: Zunächst müssen wir einen Irrtum ausräumen: Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei. Bei fast allen Sklavenaufständen errichteten die Aufständischen - wenn sie über ein zureichendes Gebiet zu herrschen begannen - ihrerseits wieder ein sklavistisches System. Die Abschaffung der Sklaverei erfolgte durch die politische und militärische Macht der westeuropäischen Staaten. Nun zu den Aufständen selbst: Sie sind die extreme Form des Widerstandes, insofern sie mit gewaltsamem Kampf die Freiheit anzielen. Wer ist dazu überhaupt imstande? Menschen, die in Sklaverei aufwachsen, machen normalerweise keine Aufstände. Sklaven, die ihre Situation nicht mehr ertragen, versuchen - wenn sie nicht resigniert zu sterben trachten - meist zu fliehen. Sklavenaufstände sind seltene Phänomene in der Geschichte. Überall, wo Aufstände stattfanden, wurden diese geführt von "Kernen", die fast immer aus frisch versklavten Sklaven bestanden. Deren Selbstbewusstsein musste noch stark genug sein, um mit Mut und Opferbereitschaft ein kollektives Wagnis einzugehen. Häufig waren diese Kerne Angehörige einer einzigen Ethnie oder aber von Ethnien, die sich sprachlich und kulturell nahe standen. Die kulturelle Nähe war wichtig, damit sich überhaupt Vertrauen bilden konnte. Ohne ein starkes Vertrauen zueinander war ein derartiges Wagnis sinnlos. Die Organisationskerne entstammten nie aus den untersten und elendsten Schichten der Sklaven, sondern aus jenen, die mehr Bewegungsspielraum und oft auch eine höhere Bildung innehatten. Sklavenaufstände haben dort die besten Chancen, wo die Herren politisch gespalten sind, oder wo Teile der Herren sogar mit den politischen Zielen der Sklaven sympathisieren - das ist beim zweitgrößten Sklavenaufstand der Weltgeschichte passiert, auf Haiti 1790. "Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" Dieser Sklavenaufstand war der erste erfolgreiche überhaupt. Dieser Erfolg lag nicht zuletzt daran, dass die Aufständischen darauf verzichteten, ihre Feinde zu versklaven; stattdessen ließen sie prinzipiell keine Sklaverei mehr zu - sie verwirklichten die Ideale der Französischen Revolution. Der größte und längste Sklavenaufstand der Weltgeschichte, 869-883 im Irak, wurde organisiert von mehreren Kernen - religiösen Herätikern, sozial Unzufriedenen und ostafrikanischen Sklaven. Er konnte sich sehr lange halten, weil er sich schnell staatlich organsierte. Er brach zusammen - nach islamischen Quellen betrug die Anzahl der Toten zwischen 500.000 und 2 Millionen - wahrscheinlich aus zwei Gründen: Einerseits verfügte das Kalifat in Bagdad über die größte Militärmaschine der Erde, anderseits dachten die Aufständischen gar nicht daran, alle Sklaven zu befreien, sondern sie errichteten ihrerseits wiederum ein sklavistisches System. "Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten" Wird die Sklaverei ihrer Einschätzung nach in absehbarer Zeit absterben oder werden wir eine Renaissance der Sklaverei erleben? Egon Flaig: Sklaverei stirbt niemals von selbst ab. Die Sklaverei muss man töten. Dort wo Sklaverei existiert, im Jemen, Mauretanien und im Sudan, wird die Sklaverei nicht "absterben". Wir haben vergessen, dass die Briten in Afrika intervenieren mussten - seit 1807 -, um den ständigen Versklavungskriegen ein Ende zu bereiten. Die Blockade der westafrikanischen Küste von 1807-1867 kostete Großbritannien stattliche Summen. Diesen Gefallen, einfach abzusterben, hat die Sklaverei uns nirgendwo getan. Auch in Ostasien nicht. Dass China schon im 18. Jh. sklavenfrei war, ebenso wie Japan, hängt daran, dass die Kaiser immer wieder das System der Strafsklaverei reformierten, bis die Sträflinge rechtlich und praktisch keine Sklaven mehr waren. Aber das sind massive staatliche Eingriffe; die kann man nicht "absterben" nennen. Verhindern lässt sich die Sklaverei nur, wenn funktionierende Staaten sich an die internationalen Konventionen halten oder zu halten bestrebt sind. Das ist ersichtlicherweise immer weniger der Fall. Was im Sudan passiert und was die somalische Piraterie uns vorführt, ist die Auferstehung der vorkolonialen Muster. Diese werden nun virulent. Wir werden die Rückkehr von Versklavungskriegen dort kaum verhindern können, wo die Staaten zusammenbrechen, also in großen Teilen Afrikas, in Teilen der muslimischen Welt. Im Gegenteil, wir erleben die Renaissance der Warlords und der Militärsklaven in Gestalt der Kindersoldaten. Täuschen wir uns nicht: Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten. Kommt sie, wird es vergeblich sein, die anderen Formen der Unfreiheit bekämpfen zu wollen. Anders gesagt: Wenn Sklaverei in Europa wieder möglich wird, dann ist der Kampf gegen die Zwangsprostitution so unnütz wie das Ziehen an einem Hampelmann. Letztlich gibt es nur 3 Möglichkeiten: Entweder: Die Abschaffung der Sklaverei wird eine permanente polizeiliche Aufgabe der UN - mit dauernden Interventionen, vielleicht mit der Errichtung von Protektoraten (genau so hatte der Kolonialismus in Afrika begonnen). Oder: Die Sklaverei dehnt sich aus und nistet sich in den westlichen Gesellschaften ein - zunächst in multikulturalistisch begünstigten Parallelgesellschaften, um danach pervasiv zu werden. In Europa werden dann sklavenhaltende Gesellschaften entstehen, was es auf dem Kontinent nördlich der Alpen etwa 1100 Jahre nicht mehr gegeben hat. Oder: Die sklavenfreien Gebiete der Welt - der Westen und Ostasien - schirmen sich drastisch ab gegen Migrationen, die im Gepäck die Sklaverei gratis mitschleppen. Es könnte sein, dass die Lösung 3 langfristig die geringsten humanen und politischen Kosten mit sich bringt. Aber die Sklaverei ist nicht bloß eine Gefahr von "außen". Bei weitergehender Verelendung in Europa könnte sie auch von "innen" - also extrusiv entstehen. Wie das? Weil wir die Freiheit haben, unsere Freiheit zu zerstören. Deutlicher: Die Vertragsfreiheit jedes einzelnen Bürgers und jeder Bürgerin kann zu perversen Resultaten führen. Erinnern wir uns? Kannibalismus in Deutschland, vertraglich vereinbart zwischen zwei freien Menschen? Wenn wir zusehen, wie jemand sich vertragsmäßig mit freiem Willen von einem Vertragspartner aufessen lässt, dann werden wir eines Tages zusehen, wie irgendjemand von uns sich in die Sklaverei verkauft. Er hat in voller Freiheit seine Freiheit verkauft. Das ist die Paradoxie des Ultraliberalismus. Rousseau hat gegen diese Paradoxie schwer angearbeitet. Sobald der erste das tut, und wir ebenso ratlos dreinblicken wie vor dem Kannibalen von Rothenburg - ohne die feste Entschlossenheit zu handeln -, werden wir uns die Augen reiben, angesichts der sozialen Prozesse, die damit ausgelöst werden. "Verelendung" ist also ein politisches Problem. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sie ist primär nicht ein ökonomisches Phänomen, sondern ein kulturelles. Das betrifft weit weniger den (fehlenden) Euro in der Tasche, als vielmehr die Werte im Kopf. Artikel versenden Re: Islam/Christentum: Versucht es doch mal mit Aufklärung! (30.12.2009 20:37) Re: Typisch "wertkonservativ" (30.12.2009 20:13) "Lohnsklave" ist ein Sklave wie du und ich (30.12.2009 11:27) TELEPOLIS>Wissenschaft>"Sklaverei stirbt niemals von selbst ab"
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
UNiMUT aktuell -- März 1998 [Home] [Aktuell] [Aktuell-Archiv] [Feb 98] [Apr 98] Jauch(e) in die Uni (1.3.98) Während der "Rat universitätsferner Personen" an der Humboldt-Uni in Berlin nicht mal in deren Gremienverzeichnis enthalten ist und die entsprechenden Bayrischen Pläne nicht recht von der Stelle kommen, hat sich die Uni Potsdam jetzt ein diesen Konzeptionen ziemlich entsprechendes Gremium gegeben, genannt "Kuratorium", und es hat sogar schon getagt, obwohl zwei der 15 Sitze noch leer sind. Kuratorien haben schon verschiedene andere Unis -- dieses ist aber deutlich in Richtung der "universitätsfernen Personen" gestylt und hat explizit die Aufgabe, als "Bindeglied zwischen der Gesellschaft und der Universität" zu dienen, so die Grundordnung der Uni Potsdam. Interessant ist nun, wer da "die Gesellschaft" repräsentieren soll. Natürlich ist die Wirtschaft vertreten, der Geschäftsführer der Semicon GmbH braucht jetzt etwa nicht mehr zum Golfplatz zu fahren, um Herrn Kappler von der BMW & Rolls Royce Aero Engines zu treffen. Freundlicherweise wurde auch ein Gewerkschafter, Gerd Köhler vom GEW Hauptvorstand, zugelassen, den zwei externe Wissenschaftsleute (im Augenblick von der TU Ilmenau und vom Geoforschungszentrum Potsdam) in Schach halten dürfen. Der Postdamer OB und der Präsident des zuständigen Oberlandesgerichts sitzen für "den Staat" drin, und Rektor und Kanzler der Uni Potsdam dürfen Studis, Mittelbau, Angestellte und Arbeiter der Uni sowie natürlich ihre eigene Gruppe repräsentieren. Wild sind die letzten vier der 13 bisher gefundenen Mitglideri (die übrigens -- Demokratie! -- vom Senat gewählt werden): Eine Journalistin, der Intendant des ORB, der Geschäftsführer der Märkischen Allgemeinen Zeitung und, keine Lüge, Günther Jauch, in der Presseerklärung vornehm als "Journalist" bezeichnet, komplettieren diesen zweifellos repräsentativen Ausschnitt aus der Gesellschaft. Zu mindestens zwei Sitzungen im Jahr will sich der Kreis treffen. Mensch kann nur hoffen, dass die sicherlich wohlgefüllten Terminkalender dieser wichtigen Menschen das nicht zulassen werden. Zahlen, wundervolle Zahlen (7.3.98) Wer in dieser Woche die "Wissen"-Seite der facegelifteten Wochenzeitung aus Hamburg (Lösung) aufschlägt, darf sich gleich zwei Mal mit Statistik auseinandersetzen. Neben einem Artikel über TIMSS -- das alte Lamento, dass die SchülerInnen der BRD schlechter rechnen als ihre niederländischen KollegInnen -- kommentiert Sabine Etzold eine Umfrage des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), in der das Institut, berüchtigt als nationale Speerspitze neoliberaler Hochschulpolitik, feststellt, rund die Hälfte der Studis sei für Studiengebühren. Der Zeit fällt dazu im Wesentlichen nur ein, das Ergebnis als Resignation der Studis vor den politischen Realitäten finanziell ausgebluteter Unis zu interpretieren, wobei immerhin akzeptiert wird, dass CHE wie Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (die firmieren als Co-Auftraggeber für die Studie) ja irgendwie schon Partei bei der ganzen Frage sind und dass also die Rolle "politischen Kalküls" nicht ganz vernachlässigt werden kann. Aber selbst wenn mensch glaubt, dass die 1501 Befragten wirklich "repräsentativ" ausgewählt werden konnten und worden sind, und wenn mensch weiter glaubt, dass Telefoninterviews eine wirklich gute Methode der Datenerhebung sind -- es ist durchaus vorstellbar, dass bei etwas anderen Fragen ein ganz anderes Ergebnis herausgekommen wäre. Die drei Fragen (nachzulesen auf einer Seite des CHE, auf der mensch auch die Ergebnisse sehen kann) suggerieren ja selbst in Textform, dass das 1000-Marks-Darlehensmodell, das das CHE da lancieren will, noch das Beste sei, was im Augenblick rauszuholen ist. Hätte mensch die Studis gefragt: "Mögt ihr am Ende eures Studiums mit rund 20000 zu verzinsenden Mark Schulden allein aus Studiengebühren dastehen?" -- ganz schön viele der für die Studis repräsentativen Prozente hätten wohl nicht zur Freude des CHE-Chefs und Diplom-Kaufmanns Müller-Böling geantwortet. Statistik Marke CHE, direkt von deren Website Nicht wegzudiskutieren ist, dass es auch unter Studis eine breite Mehrheit Schweigender und Duldender gibt, die womöglich die allenthalben verbreiteten Notstandsparolen glauben. Nicht wegzudiskutieren ist, dass sich so manche Fliesenlegermeisterin von Klosprüchen Marke Teufel und Mayer-Vorfelder beeindrucken lässt, statt zu sehen, dass kostenloser Hochschulzugang ihren Kindern viel mehr nützt als denen der Herren Teufel und Mayer-Vorfelder. Studien jedoch, die gerade zur Debatte um die Weigerung der SPD, ein HRG ohne Verbot von Studiengebühren zu verabschieden, belegen wollen, wie wenig demokratisch legitimiert dieses Verhalten doch sei, sollten auch im Zentralorgan der bildungsbürgerlichen Republik mit etwas mehr Vorsicht genossen werden. Dieser Artikel wurde zitiert am: 04.12.2001 Militärcourage (10.3.98) Seit das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am 16. März letzten Jahres in der Bremeneckgasse 2 eröffnet wurde (wir haben im UNiMUT 135 berichtet), fanden dort immer wieder Veranstaltungen statt, die sich mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen auseinandersetzten. Die ganz aktuellen Folgen waren heute Thema: Wolfram Wette vom historischen Seminar der Uni Freiburg, ehemals Mitarbeiter des Amts für Militärgeschichte der Bundeswehr, referierte über Rechtsradikalismus in der Bundeswehr. Dass Wette sich von seinem ehemaligen Brötchengeber deutlich emanzipiert hatte, wurde schon bei seinen einleitenden Worten deutlich, in denen er von einer Konferenz in Jerusalem berichtete und nicht ohne Sympathie Moshe Zimmermann zitierte, der die These aufstellte, Armeen an sich seien nie Spiegelbild der sie umgebenden Gesellschaft, sondern immer rechts von ihr, und dies sei in Deutschland schon traditionell ausgeprägter als anderswo. Wolle mensch rechten Tendenzen in der Armee als anderswo. Wolle mensch rechten Tendenzen in der Armee entgegentreten, so Zimmermann, müsse mensch letztere auflösen. Auch wenn sich Wette dem nicht ganz anschließen konnte, bewies er auch im restlichen Referat viel Zivilcourage -- das angesichts seiner Verangenheit vielleicht angebrachtere Wort "Militärcourage" bezeichnete er als "Missgeburt". Unter Hinweis auf 184 dokumentierte Fälle rechtsextremistischer Exzesse in 140 Standorten der Bundeswehr allein im Jahr 1996 führte er aus, das Einzelfallgerede Rühes sei gefährlich und irreführend, zudem es einer weiteren "Wucherung" rechter Ideologie in der Bundeswehr Vorschub leiste. Schon 1992 habe eine Bundeswehrstudie auf entsprechende Gefahren aufmerksam gemacht, und vieles hätte vermieden werden können, wenn schon damals nicht alle Augen zugedrückt worden wären. Doch die Armee, die von rechts nach ganz rechts wanderte, wurde in diesem Kurs noch bestärkt -- die Out-of-Area-Einsätze etwa führten nach Wette nicht nur zu einem Ausscheiden einer immer noch unbekannten Zahl von Offizieren, die ein "kritisches Potential" innerhalb der Armee gebildet hätten, sondern auch zum Herausbilden von Machtphantasien, die sich dann in Vorfällen wie den Videos von Hammelburg ein Ventil suchten. Noch mehr Sorge als die dokumentierten "Einzelfälle" jedoch macht Wette das "nickende Umfeld". So konnte ein Herr Seidler an der Bundeswehruni München 20 Jahre lang extrem revisionistisches Gedankengut in die Köpfe der Offiziersstudis blasen, ohne dass irgendwer reagiert hätte. Viel liege auch am "Corpsgeist" der Offiziere, der verbiete, dass auch nur irgendwas an die Öffentlichkeit dringt, was den Ruf "der Truppe" schädigen könnte. Ein bisschen von diesem Corpsgeist war dann auch in der Diskussion zu spüren, als ein ehemaliger "Kamerad" Wettes, heute aktives Mitglied der Heidelberger CDU, ihn wegen seiner kritischen Aussagen heftig anfeindete. Wette nahm dies gelassen hin. Ebenfalls sehr belastend für die Bundeswehr sei ihr Verhältnis zur Wehrmacht, dem "stählernen Garanten des NS-Systems" (Wette). Bei allen Beteuerungen Rühes und seiner Vorgänger, es gebe eine scharfe Grenze zwischen Wehrmacht und Bundeswehr, sei innerhalb der Armee Heldenverehrung in "Traditionsräumen" angesagt. Dies allerdings ist kein neues Phänomen: Das "Jagdfliegeras" Rudel, strammer Nazi auch nach dem Krieg, wurde schon Mitte der siebziger Jahre in einem Luftwaffenstützpunkt bei Freiburg gefeiert. Nur, dass damals zwei Generäle und ein Staatssektretär ihre Hüte nehmen mussten. Nach dem Vortrag des "Aussteigers" möchte mensch sich seiner Forderung durchaus anschließen, weniger die "Einzelfälle" zu betrachten als eher den "Geist der Bundeswehr" zu untersuchen, die nun mal "Schule der Gewalt" sei und bleibe. Den Schluss überlässt der Redakteur Wette folgend dem/der geneigteN LeserIn. Schon wieder Landeslehrpreis (11.3.98) Ist wirklich schon ein Jahr vergangen, seit Trotha vor und nach der Verleihung des Landeslehrpreises in Heidelberg Probleme hatte? Die Probleme von damals scheinen Trotha nachzugehen, denn er ließ sich diesmal von einem Staatssekretär aus dem Kultusministerium vertreten (sicher ist sicher). Schade, denn viel mehr als Publicity liefern die 30000 Mark nicht, die diesmal an die Kunsthistorikerin Saurma gingen -- gerade mal die Einschreibegebühr von 300 Studis. Geehrt wurde das Engagement der Professorin für fachbezogene Propädeutika, die das Institut in Eigenregie vom Projekt "Kooperative Beratung" der ZSW übernommen hat. Genau dieses (befristete) Projekt wurde aber mit keinem Wort erwährt, weder von Saurma selbst noch von Siebke, was, glaubt mensch gewöhnlich gut informierten Quellen, den für die kooperative Beratung zuständigen Abteilungsleiter Chur nicht gerade erfreut hat. Von Siebke waren dafür im gewohnten Stotterstil jede Menge Gemeinplätze über Forschung und Lehre zu hören. Erstaunlicherweise nutzte er die Gelegenheit, ein wenig gegen die heraufdämmernden Privatunis zu polemisieren: Managementschulen seien das, und keine Konkurrenz für richtige Unis. Es wird berichtet, Behrens, Dezernent für Lehre und mächtige graue Eminenz der Uni, habe in einem Fort wissend gegrinst. Ob die KunsthistorikerInnen viel Zeit haben, sich über den Preis zu freuen, oder ob sie die nächsten sind, die beim Abwicklungsroulette dran sind? Wahlen neoliberal (13.3.98) Marlies Klemisch-Ahlert ist die treibende Kraft hinter dem Wahlmarkt. An der Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Luther-Uni Halle werden (unter anderem) Finanztheorie und Finanzwissenschaften gelehrt. Studis dieser beiden Fachbereiche sollen eine ganz besondere Form von Demokratie üben: Im "Wahlmarkt Sachsen-Anhalt 1998" werden Futures von fünf Parteien und "Sonstigen" angeboten und natürlich auch gehandelt. Aus den sich auf diesem Markt einstellenden Preisen wird sich nach Hoffnung der Inhaberin des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft Klemisch-Ahlert eine gute Vorhersage über das Wahlergebnis ableiten lassen. Am Wahltag ist Abrechnung: Der Wert eines Bonds in Pfennigen entspricht dann dem Prozentsatz, den die jeweilige Partei erreicht hat. Würde also die PDS diesmal bei 40% landen, bekäme mensch für jeden PDS-Bond im Portfolio 40 Pfennig von der Uni. Wer glaubt, das müsse eine Satire sein, Pferdewette auf Parteien statt auf downsizende (sprich entlassende) Firmen, das gebe es ja nicht, und schon gar nicht scheinpflichtig, kann sich auf der Seite der Hallenser Wiwis eines Besseren belehren lassen. Konkurrenzfähige, profilierte Unis. Im Westen gediegen, im Osten als knallbunte Spielhallen. Ganz wie im wirklichen Leben. Alle Jahre wieder (16.3.98) Alle Jahre wieder im März oder April bemüht sich das hiesige Nuklear-Establishment, einen oder auch ein paar Castorbehälter in "Zwischenlager" zu verfrachten. Wie schon im letzten Jahr, wird auch diesmal wieder Atommüll aus Neckarwestheim, rund 100 km neckaraufwärts von Heidelberg, mit von der Partie sein und nach Ahaus an der niederländischen Grenze transportiert werden -- offenbar waren die Erfahrungen in Gorleben nicht dazu angetan, einen Transport dorthin zwischen Wahl und Expo in Erwägung zu ziehen. Da im Laufe der nächsten Woche mit dem Straßentransport der Neckarwestheimer Castoren in das nahegelegene Kohlekraftwerk Walheim zu rechnen ist, hatten lokale Initiativen für letztes Wochenende zu einer Demonstration gerufen -- und rund 2000 Menschen, davon vielleicht 200 aus Heidelberg, kamen. Ein Block des AKW Neckarwestheim. An dem Gebilde rechts neben der Reaktorkuppel werden in dieser Woche die Castoren hinausschweben. Wie nicht anders zu erwarten, verlief die Demo friedlich. Es war zwar etwas ungeschickt von der Polizei, zunächst auf der Einhaltung des von den Behörden zugewiesenen Kundgebungsplatzes auf der Straße ein Stück vor dem Tor zu bestehen -- ein Großteil der DemonstrantInnen hätten dort beim besten Willen nichts verstehen können --, doch glücklicherweise konnte die Ordnungsmacht überzeugt werden, dass auch direkt vor dem Tor nichts passieren würde. Ganz traute die Polizei dem Frieden aber auch nicht und fuhr eine ganze Weile lang immer mehr Behelmte auf. Dazu konnte sie auch aus dem Vollen schöpfen, laut polizeilicher Schätzung waren auch etwa 2000 Beamte vor Ort. Ob sie wohl eine Regenzulage bekamen? Das Wetter nämlich spielte nicht recht mit und setzte die KernkraftgegnerInnen wie KernkraftschützerInnen einem Dauerregen aus. Wer noch beim Widerstand gegen kommenden Castortransport einsteigen will, kann sich in unserem Trainstopping-Artikel näher informieren. Nachwuchsprobleme (17.3.98) Die Idee, Inhalte der Studierenden in Parlamenten zu vertreten, ist nicht neu -- in Heidelberg etwa ist seit vier Jahren die Studiliste im Gemeinderat vertreten, wenn auch nicht immer ganz klar ist, ob das, was dort von der Studiliste gemacht wird, wirklich "Inhalte der Studierenden" spiegelt. Nicht ganz klar ist das insbesondere deswegen, weil die Studiliste eine Fraktionsgemeinschaft mit einer ehemaligen FDPlerin pflegt und auch ansonsten einer Zusammenarbeit mit der "gnadenlosen Wirtschaftspartei" (Geissler) nicht immer abgeneigt ist. Nach dem Streik im letzten Jahr könnte es jedoch eine ganz andere Art von Zusammenarbeit von FDP und Studis geben, jedenfalls, wenn es nach den Vorstellungen einer ganzen Anzahl von Studis geht, die sich in den Nachwirren des Streiks im letzten Jahr in Initiativen zur Übernahme der FDP organisiert haben, in Heidelberg etwa unter dem Namen Liberale Initiative. Während nun die hiesigen Bestrebungen noch nicht allzu weit gediehen zu sein scheinen, sieht die Sache in Berlin schon ganz anders aus. Dort, so teilte der Landesvorstand der Berliner FDP heute mit, seien bis zum 27. Februar 2564 Aufnahmeanträge gezählt worden, während die OrganisatorInnen vom Projekt Absolute Mehrheit angeben, genau zu diesem Stichtag 2687 Anträge abgegeben zu haben -- Formfehler? Würde die Berliner FDP wirklich all die Studis aufnehmen, wo würde sich die Politik des als "nationalliberal" bekannten Landesverbandes wohl ziemlich radikal ändern. Das Projekt Absolute Mehrheit schätzt, dass sich unter den rund 2600 Berliner FDP-AltmitgliederInnen mindestens 200 Karteileichen befinden, womit die engagierte Studierenden wohl in jedem Parteigremium über eine komfortable Mehrheit verfügen würden. In einzelnen Ortsverbänden sähe die Situation noch klarer aus, etwa im Prenzlauer Berg mit 315 Neuanträgen. Allerdings sind die Stimmen derer, die sämtliche studentischen Anträge schlicht dem Schredder überantworten wollen, keineswegs verstummt, was eines der zentralen Probleme des an sich bestechenden Plans, die FDP vor den finalen neoliberalen Pirouetten zu bewahren, illustriert: Keine Partei muss auch nur ein Mitglied gegen ihren Willen aufnehmen. Dennoch ist die Aktion für einiges Medienecho gut. Wer sich an der hiesigen Liberalen Initiative beteiligen möchte, kann sich einfach im ZFB (Tel. 542456) melden. Neckaraufwärts (20.3.98) Hinter diesem Loch verbirgt sich eine Höhle unter der Castorstrecke -- und zwei Menschen, die den Transport verhindern wollen. Ein Stück den Neckar rauf, in Neckarwestheim, wurde gestern der erste Akt des diesjährigen Castortransports gegeben. Überraschend früh übrigens, war doch der Straßentransport erst für Freitag erwartet worden. Grund für die große Eile war, so wurde spekuliert, dass einige Leute von Greenpeace den Schornstein des Walheimer Kohlekraftwerks besetzt hatten und die drei Castoren nicht ein ganzes Wochenende lang unter deren Augen stehen sollten. Trotz dieser Überraschung fanden sich doch zwischen 500 und 1000 CastorgegnerInnen, die versuchten, den Transport zu verhindern und die von den 8000 anwesenden PolizistInnen nur schwer zu bändigen waren. Besondere Probleme bereitete den OrdnungshüterInnen ein Tunnel, der an der Walheimer Höhe die Transportstrecke unterhöhlte und zwei besonders entschlossenen GegnerInnen Platz bot. Erst gegen 18 Uhr befand ein eigens eingeflogener Ingenieur, von ein paar Stahlplatten unterstützt würde die Straße schon halten; inzwischen hatte die Polizei versucht, das Loch noch zu erweitern und dabei die Eingeschlossenen zeitweise völlig verschüttet. An der Wahlheimer Höhe: Im Inset die DemonstrantInnen, die den Tunnel von oben schützten, im großen Bild ein Teil der PolizistInnen, die aufgefahren wurden, um sie zu verscheuchen -- 1:10 ist eine konservative Schätzung für das Kräfteverhältnis... Schon eine Stunde zuvor hatte die Polizei angefangen, die Sitzblockade vor dem Haupttor des AKW aufzulösen. Der ursprüngliche Plan, die Blockade von vorne durch Wegschleppen der BlockiererInnen ins AKW aufzulösen, musste alsbald aufgegeben werden. Schließlich wurde das Problem durch einen massiven Einsatz von Kavallerie und Infanterie von allen Seiten gelöst. Vor allem erstere, die berittete Polizei, tat sich wieder durch besonders rücksichtslose und unbesonnene Handlungen hervor, wofür sie dann auch mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere beworfen wurden. 8000 PolizistInnen bewachten den Transport, und das waren nicht zu viele, denn immer noch passierte auch entlang der Strecke einiger Unfug, von dem Greenpeace-Auto, das als BKA-Wagen getarnt im Zug mitfuhr bis zu einer Ankettaktion am Tor des Walheimer Kraftwerks. Mensch muss sich fragen, wie lange die Regierung sich dieses Spiel noch leisten will. Organisationsentwicklungsprozess (23.3.98) Zum zweiten Mal in diesem Monat könnte mensch über das CHE lachen -- wenn es nicht alles so traurig wäre. Das CHE nämlich hat an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) offene Ohren für seine neoliberalen Ideen gefunden und sogleich mit dem "Reformieren" angefangen. Ergebnis der Arbeit war ein Buch, das heute abend "präsentiert" (egal was, Neoliberale "präsentieren" immer) werden wird. Angesichts des vermutlichen Inhalts des Bandes erschreckend, dass sich die Grüne Wissenschaftssenatorin Sager hergibt gemeinsam mit Koautor und HWP-Präsident Zechlin, die Manchester-Thesen des CHE-Chefs Müller-Böling (auch dieser Herr steht auf der VerfasserInnenliste) zu vertreten. So weit, so schlimm. Entschädigt für all die Fährnisse wird mensch allerdings vom ersten Absatz der Presseerklärung zum Thema. In fast bestürzender Klarheit sind hier in wenigen Worten so viele liberalendeutsche Entsetzlichkeiten herausgearbeitet, dass mensch eigentlich nicht mehr glauben kann, dies sei etwas anderes als eine Satire: Als eine der ersten deutschen Hochschulen hat die Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP), eine von insgesamt vier Hamburger Universitäten, erfolgreich einen umfangreichen Leitbild- und Organisationsentwicklungsprozeß durchgeführt. Daraus entstand ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept, welches mit einer Vielzahl von - in der Zwischenzeit teilweise schon realisierten - Reformprojekten und der Straffung der Leitungs- und Entscheidungsstruktur verknüpft wurde. Wer sich mehr solchen Sermon antun will, sei auf das epochemachende Werk verwiesen: Müller-Böling, Neuvians, Nickel, Wismann, Zechlin (Hg.): Strategieentwicklung an Hochschulen, Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 1998. Einige der Proteste waren berechtigt (25.3.98) "Als Reaktion auf die Studentenproteste vom Herbst vergangenen Jahres bewilligte der Verwaltungsrat der Universität Heidelberg in seiner Sitzung am 12. März zusätzliche 1.2 Millionen Mark für die Stärkung der Lehre," verkündet der Pressesprecher des Rektors, Michael Schwarz, in einer Presseerklärung vom 16.3. und legt seinem Chef bei der Gelegenheit das Diktum "Die Proteste gegen die Überlastsituation waren in einigen Fächern berechtigt, jedoch nicht in allen" in den Mund. Leider erfährt mensch nicht, wo es keine Überlast gibt -- und auch die 1.2 Millionen relativieren sich; erst im vierten Absatz der Presseerklärung muss Schwarz zugeben, dass mit diesen Mitteln ein Vierjahrsplan ausgestattet wird, so dass pro Jahr gerade mal 390000 Mark übrigbleiben. Das Geld kommt aus unieigenen Mitteln, dem "sogenannten Sparbuch", quasi der Portokasse des Rektors. Na schön, mag mensch sagen, besser als nichts ist es ja, und auch wenn es etwas merkwürdig erscheinen mag, dass ein "Notprogramm", das vom Anspruch her durch unglückliche Wechselfälle entstandene Lücken stopfen soll, auf vier Jahre angelegt ist -- ein Zeitraum, über den eigentlich nur wirklich strukturelle Mängel bestehen sollten: Die Uni tut doch was. Nur, wie sie das tut, ist schon wieder ein kleiner Skandal. Es beginnt damit, dass Siebke die Dekane nach "konkreten Anlässen für studentische Proteste" fragte und natürlich nicht die Studierenden selbst. Weiter geht es damit, dass von all diesen Plänen in der ersten Sitzung des zuständigen SAL in der Ära Siebke keine Rede war und der SAL in der zweiten Sitzung den ganzen Vorgang nur noch abnicken durfte. Gedeichselt wurde der Deal, wie könnte es anders sein, von Eckhard Behrens, dem UNiMUT-LeserInnen wohlbekannten Leiter des Dezernats für Studium un Lehre, an allen Gremien (bis auf den Verwaltungsrat, der aber inhaltlich wenig beizutragen hat) vorbei. Dementsprechend ist auch die Mittelverteilung. Das Orientierungsreferat der FSK, zuständig für Ersti-Einführungen und andere Orientierungsmaßnahmen, bekommt etwa immerhin 14100 Mark -- aber zweckgebunden, um "das Internetangebot zu verbessern". Das Internetangebot! Mensch muss sich zudem fragen, wie Behrens überhaupt auf die Idee kommt, der FSK derart zweckgebundene Mittel zukommen zu lassen. Gewiss gab es mal einen Antrag an das MWF, in dem neben anderen Projekten (z.B. Verbesserung der Ausbildung von TutorInnen) auch so etwas erwähnt war und dessen Weg, so darf mensch nun vermuten, am Schreibtisch des Herrn Behrens ein verfrühtes Ende fand -- aber aus diesem Antrag einfach den letztlich nebensächlichsten Teil rauszunehmen und das MWF MWF sein zu lassen ist schlicht eine Zumutung. Andere Maßnahmen mögen sinnvoller erscheinen: 50000 Mark für mehr WiHis in der Politik, 31000 Mark für verlängerte Öffnungszeiten in diversen Altstadtbibliotheken sind gar nicht so verkehrt. Warum mensch bei den klassischen PhilologInnen allerdings ausgerechnet die Latiumskurse besser ausstatten muss, mit denen JapanologInnen oder ComputerlinguistInnen in die Klassiker des Abendlandes eingeführt werden, sei mal dahingestellt -- vernünftiger wäre wohl, die Latinumsanforderung in solchen Fächern zu streichen und mit dem Geld dann wenigstens einige der dramatischeren Löcher in dem Bereich zu stopfen. wieder entscheidet Siebke selbstherrlich und verschiebt Entscheidungsbefugnisse aus Organen der Selbstverwaltung in undurchsichtige Verwaltungsstuben. Die Konsequenz -- dass nämlich das Geld fast nie dorthin kommt, wo es wirklich gebraucht würde -- überrascht nicht. Aprilscherz des Jahres (27.3.98) Folgende Presseerklärung hat die Ruhr-Uni Bochum heute herausgegeben. Ein Aprilscherz, zweifellos. Aber ein guter Aprilscherz: Das großartige Program des Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW heißt nicht "Quantität", sondern "Qualität der Lehre", ansonsten trifft Diktion und Geist der Erklärung das, was mensch von den Kollegen des Herrn König gewohnt ist. Oder -- schauder -- meinen die das doch ernst? Date: Fri, 27 Mar 98 14:26:13 RUB verkuerzt Semesterferien Bochum, 1. April 1998 Nur noch sechs Wochen Sommerferien MWF-Programm ,Quantität der Lehre" Neue Fristenregelung an der RUB für das dritte Jahrtausend Als erste deutsche Universität paßt die RUB ihren Jahresrythmus dem der Schulferien in NRW an. Auf Beschluß des Rektorats vom 01.04.1998 wird die dreimonatige vorlesungsfreie Zeit im Sommer abgeschafft und die zweimonatige vorlesungsfreie Zeit zwischen Winter- und Sommersemester ebenfalls etwas verkürzt. Damit folgt die RUB einem Beschluß des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW (MWF), demzufolge die Hochschulen in NRW bis spätestens 2000 den gesamten Ferienplan umstellen müssen. Mit seiner auf drei Jahre angelegten Initiative ,Quantität der Lehre" will das MWF erreichen, daß sich die durchschnittlichen Studienzeiten drastisch verkürzen. Eine im Dezember 1997 abgeschlossene empirische Erhebung hat ergeben, daß fast 83 Prozent aller Studierenden in den Sommerferien einer fachfremden Erwerbstätigkeit nachgehen. Da diese Zeit nicht für Praktika oder weiterbildende (Auslands-)Reisen genutzt werde, solle sie zumindest durch Lehrveranstaltungen und Prüfungen kompensiert werden. Geisterstadt RUB Um die Umsetzung des Programms ,Quantität der Lehre" im Sommer 1998 zu gewährleisten, hat das Rektorat die bereits bis einschließlich Wintersemester 1999/2000 festgelegten Fristen an der RUB neu bestimmt. Die vorlesungsfreie Zeit gilt parallel zu den Schulferien in NRW und dauert somit auch nicht länger als sechs Wochen. Dabei beschloß das Rektorat, die RUB innerhalb dieser Ferien für eine Kernzeit von vier Wochen komplett zu schließen. Ähnlich wie im Nachbarland Frankreich, wo die Sommerferien für alle am ersten Juli beginnen, sollen dann auch an der RUB die Wissenschaftler, das wissenschaftliche Personal sowie die Angehörigen von Verwaltung, Technik und Gastronomie ihren Jahresurlaub nehmen. Mit dieser Eigeninitiative, die durchaus den Zielen der ,Quantität der Lehre" entspricht, sehen die Verantwortlichen der RUB die Chance, die immensen Betriebskosten der Uni deutlich zu senken. Außerdem können dann Bau- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, ohne den alltäglichen Uniablauf, etwa Lehrveranstaltungen oder den Mensabetrieb zu stören. Keine komplette "Verschulung" Allerdings müssen sich die Universitäten in NRW nicht den anderen Ferienzeiten der Schulen anpassen. An den Hochschulen wird es keine Herbstferien geben, die Weihnachtsferien bleiben unverändert (ca. zwei Wochen), und auch die vergleichsweise ,lange" vorlesungsfreie Zeit zwischen Winter- und Sommersemester wird nur geringfügig beschnitten: statt bisher acht sollen dies vier Wochen sein, in denen jedoch alle Einrichtungen der RUB geöffnet sind. Um der Gefahr zu begegnen, daß das Sommersemester je nach Schulferienbeginn stark verkürzt werden könnte, fällt die einwöchige Pfingstpause ersatzlos weg, zudem beginnt das Sommersemester ab 2000 stets am ersten April jeden Jahres. In der Zeit von Ende Februar bis Ende März sollen dann alle Studiengänge mit Pflichtpraktika diese in komprimierter Form anbieten, damit die Studierenden sinnvoll beschäftigt werden und auch auf diesem Wege ihre Studienzeiten verkürzen können. Gesetze des Marktes auch an der RUB Generell stößt die Initiative des MWF auf eine positive Resonanz bei den Betroffenen. Besonders Wissenschaftler und Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern begrüßten diese ,familienfreundliche Lösung", und nur wenige Singles äußerten Unmut darüber, außerhalb der Saison nicht mehr Urlaub nehmen zu können. Die RUB paßt sich den ,marktüblichen" Urlaubs- und Ferienzeiten an und wirkt somit der gängigen Auffassung entgegen, Professoren und Studierende hätten im Sommer drei Monate lang frei: Im wachsenden Konkurrenzkampf der Hochschulen kann sich keine Universität ein solches Image mehr leisten. Darüber hinaus ergibt laut MWF rein rechnerisch die Verkürzung der vorlesungsfreien Zeit bezogen auf ein gesamtes Studium nahezu ein ganzes Semester Zeitersparnis: ein Faktor, der für kommende Absolventen immer wichtiger wird. Fax: + 49 234 7094-136 Treuhandkonto: Neuauflage (27.3.98) Gestern war in der Frankfurter Rundschau zu lesen, die SPD sei bereit, die HRG-Novelle mitzutragen, wenn darin ein auf fünf Jahre befristetes Verbot von Studiengebühren ("Moratorium") festgeschrieben werde, und weiter, die CDU werde sich wahrscheinlich in der einen oder anderen Weise darauf einlassen. Dies wäre fast sicher das Ende von Trothas "Bildungsgutscheinen", da sie ja auf der Vorstellung allgemeiner Studiengebühren von 1000 Mark pro Semester beruhen. Es ist allerdings fraglich, ob Trothas "Einschreibegebühren" von 100 Mark vom bundesweiten Verbot tangiert würden. Qua Ministeriumsdekret wird mit ihnen eine Gebühr nicht für das Studium per se sondern den Verwaltungsakt der Einschreibung bzw. Rückmeldung erhoben. Mensch darf davon ausgehen, dass Trotha und sein Berliner Amts- und Gebührenkollege Radunski einiges in Bewegung setzen werden, um ihre verlustreich erkämpften Gebühren nicht wegen eines Federstrichs aus Bonn aufgeben zu müssen. Im Augenblick ist wie gesagt nicht ganz klar, wer sich in Heidelberg ums Treuhandkonto kümmern soll. Zehn oder fünfzehn "TreuhänderInnen" sollten es im harten Kern schon sein -- die FSK sucht also. Wenn du dich beteiligen möchtest (es muss ja nicht gleich im "harten Kern" sein), lass dir doch einfach mal beim Hochschulpolitischen Referat der FSK erzählen, wie der Stand der Dinge ist (und wie du ihn ändern kannst). Telefonisch sich die HoPo-Leute unter 06221/542456 zu erreichen (es ist auch tagsüber oft jemand da), die E-mail-Adresse ist m31@ix.urz.uni-heidelberg.de. Noch keine Verfassungsklage gegen Notopfer Trotha (31.3.98) KARLSRUHE. Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde einer Studentin gegen die gesetzlich angeordnete Zahlungspflicht von Rückmeldegebühren an Universitäten in Baden-Württemberg nicht angenommen. Die Verfassungsbeschwerde sei bereits wegen des nichtausgeschöpften Rechtsweges unzulässig, teilte das Karlsruher Gericht am Dienstag mit. Neben der eingelegten Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz hat die Studentin auch Klage an den Fachgerichten erhoben. Dieses Verfahren ist laut Bundesverfassungsgericht noch nicht rechtskräftig abgeschlossen.(ADN/jW) (Junge Welt vom 1.4.98) Die Junge Welt hätte vielleicht erwähnen können, warum gegen die Rückmelde-/Einschreibegebühren überhaupt Verfassungsklage erhoben wird; als elektronisches Medium haben wir den Vorteil, dass wir auf einen Artikel im letzten Jahr verweisen können, in dem dazu einiges steht -- und in dem auch schon vorhergesagt wird, dass die Mühlen der Justiz langsam mahlen. Selbst wenn sich die Verwaltungsgerichte Baden-Württembergs ausnahmsweite ganz fürchterlich beeilen, ist nicht vor 1999 mit einer Zulassung einer einschlägigen Klage vorm BVG zu rechnen. Und glaube keiner, das seine/ihre Hunnis verzinst zurückkommen, wenn das Verfassungsgericht für uns entscheidet. So ist das halt mit der Gerechtigkeit. Siehe auch die neue Initiative zum Treuhandkonto. Erzeugt am 31.03.1998
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Marokko Oktober & November 2017 - Radreise & Fernradler Forum Radreise & Fernradler Forum » Reiseberichte » Marokko Oktober & November 2017 #1318702 - 19.01.18 16:34 Marokko Oktober & November 2017 Dauer: 1 Monat, 13 Tage Zeitraum: 6.10.2017 bis 17.11.2017 Externe URL: http://www.youtube.com/watch?v=EYKDaqwBE98 Marokko Oktober & November 2017 dieses Jahr war ich mit dem Fahrrad in Marokko unterwegs. Es gab fast überall einigermaßen brauchbares WLAN und ich habe dort beim "googlen" dieses Forum entdeckt. Habe einige der Reiseberichte gelesen, manche geradezu verschlungen und fand es klasse. Daher habe ich mich nach meiner Rückkehr hier angemeldet und möchte mich mit einem Reisebericht revanchieren. Start war am 6.10. in Tanger. Über Tetouan und Al Hoceima ging es nach Oujda an der algerischen Grenze (der Teil war sozusagen eine Etappe meiner "Rund-ums-Mittelmeer-Radtour"). Von dort nahm ich, um meinem überlasteten Knie mal `ne Auszeit zu gönnen den Bus in die Oase Figuig. Von dort dann weiter Richtung Südwest nach Merzouga zum größten Dünengebiet Marokkos. An der Südseite des Hohen Atlas entlang ging es weiter nach Ouarzazarte und von dort aus auf einem kleinen Sträßchen über den Hohen Atlas nach Marrakesch, von wo ich am 17.11. zurückflog. Unterwegs habe ich viel gefilmt und fleißig "Newsletter" an meine Kumpels geschrieben. Hier der Film, vom ersten Teil der Tour: www.youtube.com/watch?v=EYKDaqwBE98 Und hier der dazu gehörige Bericht, bestehend aus drei "Newslettern". Wenn der nächste Film fertig ist, poste ich dann die entsprechenden Berichte zusammen mit dem Link zum Film. Marokko-Radtour Teil 1 - Von Tanger an die algerische Grenze- 1. Rundmail: Marokko Etappe RuM (Radtour ums Mittelmeer), Tanger nach Tetouan Gesendet 7. Oktober 2017 am 5.10. flog ich mit meinem treuen Fahrrad zusammen nach Tanger (sprich 'Tanscha') und bin seitdem unterwegs Richtung algerische Grenze. Für die, die neu im Verteiler sind und natürlich auch für die, die sich nach so langer Zeit nicht mehr so richtig erinnern eine kurze Zusammenfassung was bisher geschah. Wer nicht (mehr) auf dem Verteiler sein will, bitte mir 'ne Mail schicken. • 2002 Idee eine größere Radreise in kleineren Häppchen zu unternehmen. • 2003 Ziel definiert: Einmal ums Mittelmeer. • Regel definiert: Alles muss mit dem Rad gefahren werden (Ausnahmen Fähre Dardanellen, Suezkanaltunnel, "Straße" von Gibraltar, ... ). • Oktober 2003 Osterburken => Dettingen (geplant war Osterburken Wien, aber die Wettergötter waren da anderer Meinung). • Mai 2004 Dettingen => Wien • September/Oktober 2005 Wien => Bordrum • September - November 2006 Bordrum => Amman • September - November 2007 Amman => bis Marsha Matruh kurz vor der libyschen Grenze • Lange nichts. • Zuerst kein Visa für Libyen bekommen, nach dem Sturz Gaddafis keine Lust die Hauptrolle in einem IS Video zu spielen. • Oktober 2014 (Neustart im Gegenuhrzeigersinn (CCW)) Osterburken => Genf • September/Oktober 2016 Genf => Gibraltar (bzw. Fährhafen Algeciras) Vom 5. auf den 6. Oktober komme ich mitten in der Nacht in Tanger an. Schon Wochen vor der Abreise schlief ich schlecht. Ich gab nicht wie sonst 120% bei der Vorbereitung. Normal macht es mir immer Spaß, das Gepäck zu optimieren, Ausrüstungslisten durchzugehen und alles schon mal Probe zu packen, aber diesmal fühlte ich mich eher gestresst. Auch machte ich mir über alles Mögliche Sorgen. Wird mein Fahrrad heil ankommen oder wie bei letztem Rückflug nach ein paar Tagen als ein Häufchen Schrott, wird man mich wieder überfallen wie 1987 in Ceuta, aber auch Kleinigkeiten nerven mich, wie z.B. das der Flug mitten in der Nacht in Tanga ankommt, ich mich aber trotzdem schon mittags auf den Weg zum Flughafen Köln/Bonn machen muss. Bei der Anreise kam ich dann noch in den üblichen Bundesbahnstress kam. Besser gesagt nicht üblich, sondern 'ne neue Variante: Richtige Zeit, richtiges Gleis, falscher Zug, der richtige Zug auf dem falschen Gleis hatte zum Glück 2min Verspätung und jemand sagte mir, dass ich im falschen Zug bin. Als mein Fahrrad am Flughafen nicht durch den Frachtscanner passte, hob das meine Laune auch nicht so wirklich und ich dachte mir "Jetzt bin ich endgültig zu alt für den Scheiß". Als im Landeanflug auf Tanger die Lichter der marokkanischen Küste auftauchten, dachte ich wow, da unten liegt Afrika und drückte mir ganz begeistert die Nase an der Scheibe platt. Morgens fuhr ich genau bei Sonnenaufgang am Flughafen los. Ein würziger Geruch wie Strohblumen und Wildkräuter lag in der warmen Luft und ich freute mich einfach nur wieder unterwegs zu sein. Nach etwa 66km habe ich den Tiefseehafen Tanger Med erreicht, von dem aus seit ein paar Jahren die Fähre nach Algeciras fährt. Hier beginnt mein 8te Etappe der RuM sozusagen offiziell. Was lernen wir: Fähre nach Tanger (Med) ist etwas so wie Flug nach Frankfurt (Hahn). Das Radfahren in Marokko unterscheidet sich nicht nur wettertechnisch von meiner Radtour durch Norddeutschland diesen Sommer. Tétouan, ist durch den Umweg über Tanger Med nicht an einem Tag zu schaffen. Ich strande irgendwo in den Bergen. Die 2 auf Google Earth eingetragenen Tankstellen gibt es nicht mehr und von den im Reise-Know-How erwähnten vielen Cafés gibt es nur noch eines. Das ist so winzig, dass ich mich nicht traue, dort wegen Camping zu fragen. Als ich die Polizei an einer Straßensperre wegen einem Campingplatz frage, sagen sie, der einzige Campingplatz in Reichweite sei in Ceuta, ich müsste also aus Marokko aus- und Morgen wieder einreisen. Die Hotels die ich unten an der Küste noch erreichen könne kosten zwischen 60 und 100 Euro die Nacht. Irgendwie tue ich ihnen so leid, dass sie geradezu darauf bestehen, mir Wasser zu schenken. Jetzt habe ich zu den 5l noch 2 weitere. Die Gegend hier war früher wegen dem Drogenschmuggel bekannt und gefährlich, jetzt fürchte ich mich eher vor den ganzen Schwarzafrikanern die hier überall ohne Perspektive rumlungern und wahrscheinlich nichts mehr zu verlieren haben. Finde dann irgendwann ein sehr verstecktes Plätzchen und hoffe, dass die Jungs nachts nicht durch die Berge streifen, da sie sich hoffentlich vor Geister fürchten. Man hatte mich vor dem plötzlichen Nebel im Gebirge gewarnt. Zuerst hatte ich gar nicht verstanden was der Typ im Café mit "Lumidité" meinte. Dann irgendwann fiel der Groschen "L'humidité". Aber was soll daran schon gefährlich sein. Gefährlich eher nicht, aber ein beeindruckendes Natur-schauspiel. Nach ruhiger Nacht einen super Sonnenaufgang und ganz plötzlich absolut Null Sicht. Unten an der Küste folge ich der 4 spurigen Nebenstraße, mit durchgehendem Radweg für jede Richtung und noch extra Fußgängerweg. Also 8 spurig geht es vorbei an Luxushotelanlagen. Es könnte auch an der Costa Brava sein, wenn nicht der Geruch nach brennendem Abfall in der Luft läge und die Mädels zum Joggen wallende Gewänder und Kopftücher trügen. In Tétouan verfolgt mich dann ein Hotelschlepper hartnäckig bis zum Hotel, wo er wahrscheinlich seine Kommission kassieren will (die mir dann auf den Preis draufgeschlagen würde), Pech gehabt ich hatte vorgebucht. Er lässt nicht locker und verfolgt mich später in der Stadt, bis ich ihn zu einem Kaffee einlade. Obwohl ich das Café raussuche, gelingt es ihm, da wohl einen Deal zu machen. Ich bestelle 2 Kaffee, bezahle 2 Kaffee, einer wird gebracht und plötzlich rennt der Typ weg. Wahrscheinlich wird er sich seine 9 Dirham irgendwann abholen. Es wäre aussichtslos das Geld für den nicht gelieferten Kaffee vom Ober zurückzufordern. Ohne Schlepper ist Tétouan eine schöne Stadt und ich lasse mich durch die Souks treiben. Es fühlt sich wie eine Mischung aus Andalusien und Orient an. Die Gegend war ja auch lange spanisch und ab und zu dringen in den Gässchen noch spanische Wortfetzen an mein Ohr. Morgen geht es dann weiter Richtung algerische Grenze. Ich weiß noch nicht, wann ich wieder ein WLAN finde, kann evtl. etwas dauern. Freue mich über Mails von Euch! 2. Rundmail: Marokko Etappe RuM (Radtour ums Mittelmeer), Tétouan nach Al Hoceima Gesendet: 11. Oktober 2017 habe mich über die Antworten und die guten Wünsche gefreut. Bin jetzt in Al Hoceima (ausgesprochen:Al Hotschiema) das ist etwas mehr als Halbzeit auf dem Weg zur algerischen Grenze. Im Hotel und in den Cafés tat das WLAN nicht so richtig. Ein Computer-ladenbesitzer war so freundlich und lässt mich Seines nutzen. Sonntagmorgens um 9 starte ich in Tétouan. Ich bin noch keine 10km gefahren, da hält ein Auto neben mir und ein älterer Marokkaner fragt mich in sehr gutem Deutsch nach dem vorher und wohin. Dann warnt er mich vor dem alten Trick, im Riffgebirge: Drogenhändler zwingen einem zum Kauf von Hasch und ein paar Kilometer weiter stehen die Bullen und kassieren noch mal ab. Eine Win-Win Situation, aber nur für die Dealer und die Sheriffs. Im Reise-Know-How stand, dass das der Vergangenheit angehört. Nach 5h radeln erreiche ich Oued Laou. Den im R-K-H beschrieben Camping gibt es nicht mehr, dafür aber echt leckere gegrillte Sardinen. Ich beschließe weiterzufahren. Zur Not kann ich ja bei der Polizei fragen, die haben hier etwa alle 10 Kilometer 'ne festungsartige Station. Nachdem ich gefühlte 10 bis 15 Mal die Ochsenwanger Steige rauf und runter gefahren bin, frage ich nach 76km an einer Tankstelle ob ich hier campieren kann. Man verweist mich an einen Polizisten, der mir erklärt, dass es ein paar Kilometer weiter einen Camping gibt (weder auf Google noch im R-K-H). Dass er ständig ohne, das ich danach gefragt hätte betont, dass der Camping sicher ist, macht mich etwas unsicher. Ende gut alles gut, ich finde den Camping, gerade bei Sonnenuntergang, er hat geöffnet, der Aufpasser will nur 10 Dirham (1€), ich gebe ihm 20 Dirham. Während ich das hier tippe ist nebenan arabische Disco, da scheint echt was los zu sein, aber ich bin nach den 85 Tageskilometern zu müde zu Ausgehen und leg mich gleich ab. Obwohl ich um 8 Morgens aufbreche habe ich um 13:30 erst 45km geschafft. Aber die gute Nachricht: In El Jebah gibt es wieder lecker Fisch. Diesmal Dorade. Ich bin echt happy. Am ersten Tag war das einzige Essen, was ich finden konnte ein Eintopf aus Innereien, in Tétouan, fand ich nur marokkanisches Fast Food, so 'ne Art absolut geschmacksneutralen Hamburger, war sie hier "Sandwich" nennen. Etwas vorgreifend möchte ich noch hinzufügen, dass ich einen Tag später dann das erste Mal Besteck (Löffel) zum Essen bekam. Etwa 1,5h vor Sonnenuntergang bin ich ganz weit oben in den Bergen. An einer Straßenkreuzung gibt es ein Café. Dort will ich wegen Zelt aufstellen fragen. Ich grüße, der Gruß wird nicht erwidert, der Besitzer und sein wenigen Gäste sind so bekifft, dass sie mich nur aus großen, glasigen Augen anglotzen. Besser mal nicht fragen. Ein paar Kilometer weiter die nächste Verkaufsbude mit "Café". Dort ist der Empfang viel freundlicher. Ein recht junger Mann begrüßt mich, mit ein paar Worten spanisch (es ist hier als 2te Sprache deutlich verbreiteter als Französisch) steht dem Camping durchaus positiv gegenüber und weißt mir einen Platz vor einer keinen Bude, direkt an der Straße zu. Ich frage ob ich mein Zelt nicht auch hinter der Bude aufbauen könne. "No seguro!"Er deutet wieder auf den Platz vor der Bude "Seguro!" und mit den Fingern auf die Augen, so nach dem Motto hier haben wir dich im Blick. Ich bin dann echt "Muy seguro". Es tauchen immer mehr Männer aus den Bergen auf, holen sich die Tische und Bänke aus dem Café, dann noch 'ne Gaslaterne und ihre Brettspiele und lassen sich vor meinem Zelt nieder, wo sie kiffen und Tee trinken. Kurz nach Mitternacht ist endlich Ruhe, dann kommen die LKWs, die knapp an meinem Zelt vorbeidonnern und als das etwas nachlässt die Hunde, die mich bis Morgens vollkläffen. Es kommen dann noch zwei hohe Pässe, auf einem werde ich an einem Verkaufstand zu einem Tee und zu Brot mit Olivenöl eingeladen, nicht nur dass es lecker ist, sondern es ist ein wirklich schöne Geste und baut mich auf. Bei der Abfahrt vom nächsten Pass, springt mir ein alter Mann in den Weg und ruft auf Englisch:"Stop! Come here!" Ich halte und er knutscht mich erst mal Links und Rechts ab. Bevor ich mich von meinem Erstaunen richtig erholt habe, redet er schon in richtig gutem Englisch auf mich ein. Wenn ich das nächste Mal in die Gegend komme, müsse ich ihn unbedingt besuchen und jede Menge anderes Zeug, wo sich mir die Zusammenhänge nicht so richtig erschließen. In einem hat er recht: "No problems, good road to Al Hoceima". Die Berge werden zu Hügeln, die Steigungen lassen nach und am späten Nachmittag sind die etwas über 80 Kilometer nach Al Hoceima geschafft. Ich checke in einem einfachen Hotel gleich für zwei Nächte ein. Schließlich muss ich nicht nur meine ganze Elektronik, sondern auch mal meine Akkus wieder richtig aufladen. Im erst 1926 gegründeten Al Hoceima gibt es nichts zu sehen und das ist gut so. So komme ich zu meinem Ruhetag. Okay Nichts außer der wirklich schönen Lage der Stadt und dem lebendigen Fischerhafen. Auch wenn ich jetzt wegen schlechtem WLAN nicht alle Mails ausführlich beantworten konnte, freue mich von Euch zu hören. 3. Rundmail: Marokko Etappe RuM (Radtour ums Mittelmeer), Al Hoceima nach Oujda Gesendet: 15. Oktober 2017 vielen Dank, für die Grüße und guten Wünsche. Ich weiß nicht wie ich es hinbekommen habe, aber die Datei, an der ich jetzt 2 Tage immer wieder getippt habe ist plötzlich, als ich sie aufmache leer. Alles noch mal, vielleicht wird es ja dadurch sogar besser. Nach einem Ruhetag verlasse ich Al Hoceima früh am Morgen im allerersten Tageslicht. Die Straße geht zuerst durch eine Ebene direkt auf die Berge zu aber irgendwie schlängelt sie sich immer wieder elegant daran vorbei. Als ich anhalte um einen Kanister, der auf eine bald kommende Tankstelle hinweist zu fotografieren, kommt ein Typ und lädt mich auf einen Tee ein. Beim Tee zeigt er mir, dass er an jeder Hand sechs Finger hat (jeweils einen Daumen links und rechts) und an jedem Fuß sechs Zehen. Ich darf es sogar fotografieren, muss aber versprechen es nicht weiter zu geben und auf keinen Fall auf Facebook zu stellen. Irgendwann taucht dann plötzlich eine kleine Herde Kamele am Straßenrand auf, die Eukalyptusbüsche abweiden. Wo kommen denn die her so weit im Norden? Vielleicht sind sie in der Tourismusindustrie tätig und im Sommer gibt es original "Camel Safaris" den Strand rauf und runter? Oder gibt es bei den Kamelen auch schon einen Migrationsdruck? Apropos. Je näher ich Melilla, der zweiten spanischen Enklave in Nordafrika komme, desto häufiger stehen Schwarzafrikaner am Straßenrand. Ich grüße freundlich, doch meist wird mein Gruß nicht erwidert. Wenn er erwidert wird, kommt im nächsten Satz gleich die Forderung nach meinen Klamotten, meinem Fahrrad oder meiner Brille??? . Ich würde ja gerne irgendwie helfen habe aber einfach Schiss überhaupt anzuhalten. Die Jungs (es sind alles nur junge Männer) haben nichts mehr zu verlieren, ich schon. Nachdem sich der Tag langsam dem Ende zuneigt, frage ich an einem Café, ob ich dahinter mein Zelt aufbauen könne. Ein Gast, Ibrahim, erklärt mir in fließendem Deutsch, dass ich gegenüber bei seinem jüngeren Bruder im ummauerten Garten schlafen könne, dass sei sicherer. Ich bin total happy und baue dort mein Zelt auf. Dann sitzen wir noch im Café und unterhalten uns. Ibrahim war 8 Jahre lang in Deutschland und hat dort schwarz in einer italienischen Pizzeria gearbeitet. Als der Pizzeria Besitzer sich zur Ruhe setzte, konnte er keine andere Schwarzarbeit finden und ging nach Marokko zurück. Kurz vor Dunkelheit gehe ich zu meinem Zelt und koche. Als ich mit dem Essen fast fertig bin, kommt ein ebenfalls recht gut Deutsch sprechender älterer Herr (älterer Bruder?) mit einem Tablett und bringt mir auch noch mal Abendessen, auch sehr lecker. Nach zwei Abendessen spannt mir echt der Bauch, trotz des Kalorienverbrauchs der 115km Fahrt heute. Nachdem ich mich schon abends verabschiedet und bedankt habe, fahre ich um 8 los. Für marokkanische Verhältnisse sehr früh. Mittags dann es gibt mal wieder ... na ratet mal, da stelle ich fest dass die Datei leer ist (siehe oben). Also Alles noch mal. So gegen 16 Uhr komme ich in Saida an, der westliche Teil davon ist ein riesiges Nobelresort und der östliche auch sehr touristisch. Die Hotels haben europäische Preise und der Camping auch. Der Typ lässt auch nicht mit sich handeln, er weiß, dass es für mich die einzige Möglichkeit ist zu übernachten. Als ich frage warum es so viel kostet meint er nur: "Pour votre securité". Der Typ zeigt mir die Preisliste, da steht auf Französisch "2 Personen mit WoMo oder Auto & Wohnwagen: 100 Dirham" (10Euro). Als ich ihm erkläre, dass ich eine Person bin und nur ein kleines Zelt habe, wird er laut. "Aha, Du verstehst gar kein Französisch, das ist dein Problem!" und fragt auf Französisch ob ich Spanisch spreche. Als ich "Solo un poccito" erwidere, deutet er mir, dass ich mit ihm vor den Campingplatz kommen soll, wo er den nächst besten Passanten auf Französisch anredet und meint. "Erklär dem Typ da mal auf Spanisch, dass das hier 100 Dirham kostet." Irgendwie erinnert er mich an Hadschi Halef Omar. Wir werden zwar keine Freunde aber er wird deutlich freundlicher als ich die 100 bezahlt habe. Zu allem Unglück bricht dann auch noch mein Brillenbügel. Will mich dann mit der Honigmelone trösten, die ich heute auf der Strecke geschenkt bekam und die die ganze Zeit schon so verführerisch gut roch. Da hab ich mir echt die Falsche rausgesucht, sie ist innen total trocken. Okay, dann halt Tagebuch. Ah, hier ist die Erklärung: Freitag der 13te. Ich bin der EINZIGE Gast, werde aber trotzdem bis 2 Uhr morgens mit gefühlten 120dB von der Campingdisco, besser gesagt der "Amazon Lounge" beschallt. Am nächsten Tag fahre ich für eine längere Strecke an der gut bewachten algerischen Grenze entlang. Manchmal fast direkt am Grenzzaun. Die Grenze ist seit 1994 geschlossen. In Ahfir, radle ich kurz zu dem kleinen Grenzübergang. Am frühen Nachmittag komme ich in Oujda (sprich: Uschda) an. Kennt wahrscheinlich niemand. Kannte ich vorher auch nicht, hat aber mehr als 'ne halbe Million Einwohner. Obwohl es höher liegt, ist es deutlich heißer als an der Küste, aber dafür ist die Luft trockener, so sind auch die 33°C noch ganz angenehm. Ich checke im "Hotel Royal" ein. Mit 150 Dirham passt das Preisleistungsverhältnis. Es geht hier richtig nobel zu und da ich ein Zimmer zu einem der zwei Innenhöfe habe auch leise. Heute Morgen war ich mit meinem Radl an einem weiteren ehemaligen Grenzübergang. Diesmal ein etwas größerer. Wenn ich die Tour mal fortsetze, hab ich somit zwei Startoptionen auf algerischer Seite. Ja, damit endet die 8. Etappe der Radtour ums Mittelmeer. Ach so, hätte ich beinahe vergessen. In den ganzen acht Tagen seit Tétouan, wurde ich nur ein einziges Mal von einem Haschischhändler unterwegs gestoppt. Er akzeptierte meine Ablehnung zum Glück gleich. Muss ein gutes Stöffchen gewesen sein, der Typ sah so aus, als wäre er sein bester Kunde und er war ziemlich "verstrahlt". Am Schluss vielleicht noch ein kurzes Fazit. Wie ich schon im ersten Bericht schrieb: "Das Radfahren in Marokko unterscheidet sich nicht nur wettertechnisch von meiner Radtour durch Norddeutschland diesen Sommer." Das Wetter war definitiv anders, in Deutschland hatte ich an 4 von 30 Tagen KEINEN Regen und etwa 15°C, hier hatte ich keinen Regen und meist so 25°C (okay jetzt gerade etwas mehr). Hier gab es sehr viele Berge, dort war alles flach. Klar, wen wundert's bei der norddeutschen TiefEBENE und dem RiffGEBIRGE. Was mich aber wirklich erstaunt, hier waren die Straßen deutlich besser. Keine Schlaglöcher, kein Kopfsteinpflaster. Wie in Meck-Pomm sogar öfters bei Ortsverbindungsstraßen und mit Vorliebe bei Radwegen. In Deutschland konnte man bei Aldi, Lidl und Co stoppen und Unmengen preisgünstiger Schokolade kaufen um sie dann, gleich in sich reinzumampfen. Hier gibt es keine preisgünstige Schokolade. Dafür kann man in einem einfachen Restaurant für zwischen 1,5 und 4 Euro ganz gut essen. Okay, das alles sind Kleinigkeiten, ich glaube der größte Unterschied, den ich benennen kann sind die Leute. In Deutschland, war ich ihnen komplett egal. Wenn ich auf sie zuging waren sie, meist freundlich und hilfsbereit aber ansonsten wurde ich eher ignoriert. Hier sind die Leute deutlich extrovertierter und kommen auf einen zu. Damit meine ich jetzt nicht den Schlepper in Tétouan. Ich meine die ganzen erhobenen Daumen aus den vorbeifahrenden Autos, die Leute die angehalten haben um mir trotz Sprachproblemen alles Gute zu wünschen, die Leute die mich gestoppt haben um mich auf einen Tee einzuladen ... . Aber der Hauptunterschied ist, es fühlt sich einfach anders an (ein bekannter deutscher Fußballer würde jetzt sagen vom Feeling her ist es einfach ein anderes Gefühl). Und damit will und kann ich nichts werten. Ich könnte nicht sagen, dass mir die Radtour in Norddeutschland besser oder schlechter gefallen hätte, wie diese kurze Etappe der "Radtour ums Mittemeer". Wenn ich nicht alles von Osterburken bis hier gefahren wäre, hätte es sich wahrscheinlich noch mal anders angefühlt. Okay, bevor da Bemerkungen kommen, die "Straße von Gibraltar" bin ich nicht gefahren. Wäre mal 'nen Projekt für 'nen Fatbike mit XXXL Reifen. Ursprünglich hatte ich geplant den Zug nach Süden zu nehmen, um mir eine uninteressante Strecke zu sparen, mein Knie, das seit dem ersten Tag im Riffgebirge Probleme macht zu schonen und 'ne interessante Zugfahrt zu machen. Der Normalverkehr auf der Strecke wurde leider eingestellt. Ein paarmal im Jahr gibt es für zahlungskräftige und -willige Touristen so 'ne Art "Orientexpressfahrt". Mal schauen ob ich mit Fahrrad und Bus Erfolg habe (in Ägypten hatte ich da keinen, weil das Rad gerade nicht in die modernen Reisebusse geht und die alten mit Dachgepäckträger gibt‘s schon lange nicht mehr). Auch wenn die Etappe "offiziell" zu Ende ist, werde ich mich noch ein paar Mal aus dem Süden melden, wo es landschaftlich wahrscheinlich interessanter ist als hier. Wenn ich wieder in Deutschland bin, fasse ich die Berichte, wie letztes Jahr zu einem pdf- Dokument mit Bildern zusammen. Freue mich auf Mails von Euch. Marokko Oktober & November 2017 Teil 2 (Reiseberichte) Marokko Oktober & November 2017 Teil 3 (Reiseberichte) Geändert von Juergen (25.01.19 10:03) Änderungsgrund: Fortsetzung eingefügt #1318748 - 19.01.18 20:33 Re: Marokko Oktober & November 2017 [Re: Juergen_L] Von Mitte August bis Mitte November 1990 im Küstenort Bejaia bei einer Inbetriebnahme in Algerien wollte ich dort auch mal eine Radreise machen. Leider haben mich die dortigen Unruhen bis heute davon abgehalten. Die Landschaft dort ist ja traumhaft und in 4 verlängerten Wochenendausflügen mit dem PKW und den Ingenieuren, die wir in die Anlage eingewiesen haben als Reisebetreuer, konnten wir Land und Leute hautnah erleben. Für mich unerklärlich, was dort in den letzten Jahrzehnten passiert ist. Egal ob im Iran, Algerien oder Ägypten, bei meinen Inbetriebnahmen habe ich es nur mit freundlichen Gastgebern ohne religiösem Fanatismus zu tun gehabt. Wir waren Selbstversorger und haben uns im örtlichen Basar mit allem was das Herz begehrt versorgen können. Gewürzstände in diesem Umfang habe ich danach nie mehr gesehen. Dein Film ist schon fast professionell geschnitten und auch die Musik dazu gefällt mir. Besonders die Erklärungen zu den Reisebegegnungen und den dortigen Hügeln. Ich hatte mein altes Rad mit genommen und dort auch zwei Wochenenden je ca. 100 km westlich und östlich eine Tour gemacht. Damals konnte man noch unbesorgt nächtigen und da wir 5 DM Scheine geschmuggelt hatten auch richtig fürstlich speisen. Normal gab es ja Zwangsumtausch mit Tagessätzen, den wir aber für unsere Verpflegung auf brauchten. Die Oase Bou Sâada bleibt für mich ein unvergesslicher Eindruck. Nach der langen Fahrt dorthin durch sandige Umgebung hätte man so ein Kleinod nicht erwartet. Geändert von wpau (19.01.18 20:34) #1319053 - 22.01.18 11:53 Re: Marokko Oktober & November 2017 [Re: wpau] ja ich hoffe wirklich, dass es mit Algerien irgendwann klappt. Ich behalte die Lage dort auf jeden Fall ständig im Auge. Allerdings für 2018 hab ich den Urlaub eh schon anderweitig verplant. > Die Oase Bou Sâada bleibt für mich ein unvergesslicher Eindruck. Nach der langen Fahrt dorthin durch > sandige Umgebung hätte man so ein Kleinod nicht erwartet. Bei der letzten Rund ums Mittelmeer Etappe im Uhrzeigersinn war ich zum Schluss noch in der Oase Siwa in Ägypten und war total fasziniert. Es war als wäre dort die Zeit vor 100 Jahren stehengeblieben. Wahrscheinlich hat sich da inzwischen auch einiges geändert, ist schon 10 Jahre her. Das motiviert mich fleißig am nächsten Teil zu arbeiten und ihn dann hoffentlich bevor die Draussen-Klettersaison beginnt fertig zu haben und hochzuladen.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Schauspiel | Page 5 | kultur-online 41 - 50 von 180 Shakespeares Macbeth am Münchner Schauspielhaus 18. Juli 2011 - 2:05 / Bühne / Schauspiel Nach gewonnener und verlorener Schlacht, einer blutigen Revolte, in der Gegner, Waffenbrüder, Bundesgenossen und Überläufer kaum noch voneinander zu unterscheiden waren, kehrt Schottlands bester Feldherr Macbeth heim. Auf einer Heide erscheinen ihm drei bärtige Hexen und begrüßen ihn als künft... Sa, 18.06.2011 — Di, 26.07.2011 / weiter über Shakespeares Macbeth am Münchner Schauspielhaus Viscontis "Ludwig II" im Schauspielhaus München 17. Juli 2011 - 2:21 / Bühne / Schauspiel Märchenkönig. Verschwendungssüchtiger Nichtsnutz. Somnambuler Melancholiker. Schwärmerischer Mäzen. Weltfremder Romantiker... Kein König hat sich so in seine eigene Geschichte verstrickt wie Ludwig II. von Bayern. In seinem 1972 gedrehten Ludwig-Film richtet der italienische Großmeister Luchin... Do, 03.03.2011 — Mo, 25.07.2011 / weiter über Viscontis "Ludwig II" im Schauspielhaus München 15. Juli 2011 - 1:31 / Bühne / Schauspiel Stefan Zweig, der Meistererzähler und Weltbürger, der seinem Freund Sigmund Freud in London die Grabrede hielt, wirft in seiner Novelle "Angst" einen hellen Blick auf die Pathologien einer Gesellschaft, die nur den verlogenen Umgang mit der Dialektik von Lüge und Wahrheit kennt. Sa, 06.11.2010 — Fr, 22.07.2011 / weiter über Angst 11. Juli 2011 - 2:28 / Bühne / Schauspiel "Buck las keine Zeitung, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraute, nicht nur für ihn selbst, sondern für jeden Hund, der starke Muskeln und langes, dichtes Haar hatte. Die Menschen hatten sich in die arktische Dunkelheit vorgewagt und ein gelbes Metall gefunden..." Fr, 08.10.2010 — Sa, 16.07.2011 / weiter über Ruf der Wildnis 4. Juni 2011 - 2:45 / Bühne / Schauspiel Sehnsucht, Traum oder Realität? Christine pflegt ihre schwerkranke Mutter, kümmert sich um ihren altersschwachen Vater, um Haus und Hof. Da bleibt wenig Zeit, sich selbst oder gar die Liebe zu finden. Doch eines Tages schläft die Mutter ein, stirbt, und Christine ist verschwunden. Als ihre Ges... Do, 05.05.2011 — Sa, 04.06.2011 / weiter über Unter jedem Dach 4. Juni 2011 - 2:31 / Bühne / Schauspiel In Thomas Jonigks brisantem Stück "Täter" zum Thema Kindesmissbrauch (uraufgeführt 1999) begibt sich der Zuschauer gemeinsam mit zwei Opfern in eine durch Machtmissbrauch, Verleugnung und emotionale Not gekennzeichnete (Familien-) Welt. In einer Inszenierung von Daniela Löffner, die sich in de... Fr, 13.05.2011 — Fr, 10.06.2011 / weiter über Täter 2. Mai 2011 - 2:41 / Bühne / Schauspiel Es sind drei Stränge der Liebe, die Andreas Kriegenburg in seinem Projekt "Alles nur der Liebe wegen" verfolgt: Liebe als Versuch, sich zu binden in einer heutigen Welt, in der die Angst, ein Leben in Einsamkeit fristen zu müssen, den Wunsch nach Begegnung gebiert; Liebe als ein alternatives L... Sa, 04.12.2010 — Mo, 02.05.2011 / weiter über Alles nur der Liebe wegen 2. Mai 2011 - 2:36 / Bühne / Schauspiel "Liebe besteht darin, etwas zu geben, was man nicht hat, und zwar jemandem, der es nicht will. Ich brauche jemanden, der sich an mich richtet, eine überlebensgroße Person, ein Subjekt jenseits aller Subjekte.", heißt es in René Polleschs letzter Münchner Arbeit "Ping Pong d"Amour". Sa, 27.11.2010 — Mo, 02.05.2011 / weiter über XY Beat "Agatha" in der Münchner Spielhalle 2. Mai 2011 - 2:34 / Bühne / Schauspiel Eine Frau trifft sich mit ihrem Bruder in einer unbewohnten, leeren Villa. Es ist jenes Haus am Meer, wo sie als Kinder gemeinsam mit ihrer Mutter und den Geschwistern die Ferien verbrachten. Jetzt sind beide über dreißig. Sie sehen sich auffallend ähnlich. Sie schweigen. Vermutlich haben sie ... Sa, 12.03.2011 — Di, 03.05.2011 / weiter über "Agatha" in der Münchner Spielhalle
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
◄◄ |◄ |1951 |1952 |1953 |1954 |1955| 1956| 1957| 1958| 1959| ►| ►► Kalenderübersicht 1955 Juli 1955: Treffen von Vertretern der japanischen Liberalen und Demokratischen Partei zu deren Zusammenschluss Armenischer Kalender 1403–1404 Äthiopischer Kalender 1947–1948 Badi-Kalender 111–112 Bengalischer Kalender 1361–1362 Berber-Kalender 2905 Buddhistischer Kalender 2499 Burmesischer Kalender 1317 Byzantinischer Kalender 7463–7464 – Ära 4651–4652 oder 4591–4592 Holz-Pferd (甲午,31)– Holz-Schaf (乙未,32) Revolutionskalender 000163CLXIII–000164CLXIV Hebräischer Kalender 5715–5716 – Vikram Sambat 2011–2012 – Shaka Samvat 1877–1878 Iranischer Kalender 1333–1334 Islamischer Kalender 1374–1375 – Nengō (Ära): Shōwa 30 – Kōki 2615 Koptischer Kalender 1671–1672 – Dangun-Ära 4288 – Juche-Ära 44 Minguo-Kalender 44 Seleukidischer Kalender 2266–2267 Thai-Solar-Kalender 2498 Im Jahr 1955 endet die Besatzungszeit in Österreich, der DDR und der Bundesrepublik, gleichzeitig werden die beiden deutschen Staaten mit der Gründung des Warschauer Pakts bzw. der Aufnahme in die NATO fest in deren Blöcke eingebunden. In Montgomery, Alabama wird die Afroamerikanerin Rosa Parks verhaftet, weil sie sich weigert, ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen. Der darauffolgende Montgomery Bus Boycott wird zur Geburtsstunde der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Mit dem Zusammenschluss der Liberalen und der Demokratischen Partei entsteht in Japan die Liberaldemokratische Partei, die seitdem mit zwei Unterbrechungen (1993–1994 und 2009–2012) die Regierung stellt. 1. Januar: Max Petitpierre wird erneut Bundespräsident der Schweiz. 13. Februar: In seinem Rundfunkappell Cobalt 60 – Gefahr oder Segen für die Menschheit?, der gleichzeitig in Deutschland, Dänemark, Österreich und Norwegen gesendet wird, warnt Otto Hahn die Regierungen und Völker der Welt vor der Herstellung und Anwendung von Atomwaffen. Fünf Tage später wiederholt er seinen Aufruf in englischer Sprache über das internationale Netz der britischen BBC in London. 17. Februar: Die Kultusministerkonferenz beschließt im Düsseldorfer Abkommen Vereinheitlichungen im deutschen Schulwesen. Unter anderem erhalten alle höheren Schulen generell die Bezeichnung Gymnasium und Englisch wird zur Pflichtfremdsprache. 23. Februar: Erstes Treffen der SEATO-Länder. Der letzte Satz der „Mainauer Erklärung“ am Otto Hahn-Denkmal in Berlin-Dahlem, Altensteinstr. 48 21. Juni: Afghanistan, 2. Transitabkommen mit der UdSSR. Inhalt: Ausbau der Salang-Straße und des Flusshafens am Amu Darya u. a. 15. Juli: In der „Mainauer Erklärung“ sprechen sich bei der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau auf Initiative Otto Hahns 18 Nobelpreisträger gegen den Einsatz von Kernwaffen aus. 18.–23. Juli: Genfer Gipfelkonferenz (auch bekannt als Vierer-Konferenz) in der Deutschlandfrage Mutter eines Kriegsgefangenen bedankt sich bei Konrad Adenauer nach dessen Rückkehr aus Moskau, 14. September 1955. 8. September: Bundeskanzler Adenauer bewirkt in Moskau die Freilassung der letzten (rd. 10.000) deutschen Kriegsgefangenen. 20. September: Die DDR wird von der Sowjetunion zum „souveränen Staat“ erklärt. 7. Oktober: Die ersten 600 Spätheimkehrer der „letzten 10.000“ Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion treffen in Friedland ein. 9. Oktober: Bürgerschaftswahl in Bremen 23. Oktober: Saarabstimmung: Die saarländische Bevölkerung lehnt das Saarstatut ab. 25. Oktober: Der letzte Besatzungssoldat verlässt Österreich. 12. November: die ersten 101 Freiwilligen der neuen Bundeswehr werden in Bonn von Theodor Blank (Behördenleiter des Amtes Blank; 1955–1956 Verteidigungsminister) vereidigt. 1. Dezember: Rosa Parks wird in Montgomery, Alabama USA verhaftet, weil sich die Afroamerikanerin weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen. 20. Dezember: Cardiff wird durch den britischen Minister für Wales zur Hauptstadt von Wales erklärt.[2] 1. April: Der erste Flug der Lufthansa nach dem Krieg von Hamburg nach München 2. Februar: Bei der Siedlung Tjuratam beginnt die Sowjetunion mit dem Bau eines Testgeländes für Interkontinentalraketen, das sich zum Kosmodrom Baikonur entwickelt. 24. November: Das zweimotorige Verkehrsflugzeug Fokker F-27 absolviert seinen Erstflug. Glenn T. Seaborg und Mitarbeiter erzeugen Atome des chemischen Elements Mendelevium. 29. Januar: In Paris wird der Film Les Diaboliques des Regisseurs Henri-Georges Clouzot uraufgeführt. 26. Juli: Im US-amerikanischen Des Monies wird der Film Die Nacht des Jägers des Regisseurs Charles Laughton uraufgeführt. Ende Oktober: „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Rebel Without a Cause) mit James Dean Der kanadische Pianist Glenn Gould spielt eine von der Kritik hoch gelobte Aufnahme der Goldberg-Variationen ein. Eine zweite Aufnahme entsteht 1981. 24. Januar: Peter Kuhlen gründet mit 14 weiteren Personen die Apostolische Gemeinschaft in Düsseldorf. 22. Januar: Erstes offiziell anerkanntes Maximum Break in der Geschichte des Snooker von Joe Davis in der Leicester Square Hall in London[3] 11. Dezember: In Ludwigsburg wird Hans Günter Winkler als deutscher Sportler des Jahres 1955 ausgezeichnet. 01. Januar: Ekrem Al, türkischer Fußballtrainer 01. Januar: Alexandru Athanasiu, rumänischer Politiker und Jurist 02. Januar: Lars Bock, dänischer Handballspieler Wolfgang Tiefensee, 2017 04. Januar: Mark Hollis, britischer Musiker, Komponist, Sänger und Songschreiber 05. Januar: Eriko Watanabe, japanische Schauspielerin, Theaterleiterin und Dramatikerin 06. Januar: Ajayi Agbebaku, nigerianischer Leichtathlet 09. Januar: Bernd Gögel, deutscher Speditionskaufmann und Politiker 11. Januar: Günther Schubert, deutscher Fußballspieler († 2002) 12. Januar: Hans-Joachim Hartnick, deutscher Radsportler und -trainer 15. Januar: Felix Abt, Schweizer Unternehmer 15. Januar: Mike Baldwin, US-amerikanischer Motorradrennfahrer 17. Januar: Pietro Parolin, vatikanischer Diplomat und Kardinalstaatssekretär 18. Januar: Frankie Knuckles, US-amerikanischer DJ und Musiker († 2014) 22. Januar: Danas Arlauskas, litauischer Manager 22. Januar: Christoph Asendorf, deutscher Kunstwissenschaftler 25. Januar: Rick Adduono, kanadischer Eishockeytrainer und -spieler 26. Januar: Björn Andrésen, schwedischer Schauspieler 27. Januar: Pheeroan akLaff, US-amerikanischer Jazzschlagzeuger 01. Februar: Dieter Anhuf, deutscher Geograph 02. Februar: Dermot Ahern, irischer Politiker 05. Februar: Luigi Archetti, italienischer Künstler und Musiker 05. Februar: Mangetsu Hanamura, japanischer Schriftsteller 06. Februar: Sabahat Akkiraz, türkische Sängerin und Politikerin 07. Februar: Miguel Ferrer, US-amerikanischer Schauspieler († 2017) 07. Februar: Margit Rupp, deutsche Juristin im Kirchendienst († 2017) John Grisham, 2008 10. Februar: Christopher Adams, englischer Wrestler und Judoka († 2001) 12. Februar: Bill Laswell, US-amerikanischer Bassist, Komponist, Arrangeur, Produzent 17. Februar: Tom Dodd-Noble, britischer Autorennfahrer 17. Februar: Mo Yan, chinesischer Schriftsteller und Nobelpreisträger 20. Februar: Tim Lee-Davey, britischer Rennfahrer und Rennstallbesitzer 21. Februar: Rolf Schlierer, deutscher Arzt, Jurist und Politiker 21. Februar: Charlotte Almut Margarethe Schubert, deutsche Althistorikerin und Medizinhistorikerin 23. Februar: Guadalupe Pineda, mexikanische Sängerin Alain Prost, 2009 25. Februar: Larry Rachleff, US-amerikanischer Dirigent und Musikpädagoge 27. Februar: Aloun Assamba, jamaikanische Politikerin 27. Februar: Peter Martell, österreichische Sänger und Komponist 28. Februar: Urs Odermatt, Schweizer Regisseur und Autor 02. März: Shōkō Asahara, japanischer Sektengründer 06. März: Horst Appel, deutscher Gewichtheber 06. März: Jesús Pareja, spanischer Autorennfahrer 06. März: Alberta Watson, kanadische Schauspielerin († 2015) 07. März: al-Walid ibn Talal, saudi-arabischer Unternehmer 08. März: Donald Allan Ashby, kanadischer Eishockeyspieler († 1981) 08. März: Mike Nelms, US-amerikanischer American-Football-Spieler 08. März: Beat Weber, Schweizer evangelisch-reformierter Pfarrer, Alttestamentler und Autor 10. März: Claus Fey, deutscher Handballspieler Marianne Rosenberg, 2009 Nina Hagen, 2010 12. März: Jan Ahlers, deutscher Politiker 14. März: Margaret Jobson, jamaikanische Diplomatin 15. März: Roberto Maroni, italienischer Politiker 15. März: Yanji I, japanische Schriftstellerin († 1992) 15. März: Reiner Witte, deutscher Jurist und Handballtorwart 16. März: Rimantas Astrauskas, litauischer Politiker Bruce Willis, 2010 22. März: Andreas Rudolph, deutscher Unternehmer, Handballfunktionär und Handballspieler 23. März: Moses Malone, US-amerikanischer Basketballspieler († 2015) 24. März: Candy Reynolds, US-amerikanische Tennisspielerin 24. März: Celâl Şengör, türkischer Geologe 25. März: Cristóbal Ascencio García, mexikanischer Geistlicher und Bischof 26. März: Dean Dillon, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter 26. März: Verena Butalikakis, deutsche Politikerin († 2018) 27. März: Bogdan Mizerski, polnischer Komponist, Kontrabassist und Autor 27. März: Mariano Rajoy, spanischer Politiker 27. März: Rüdiger Geserick, deutscher Manager 01. April: Roberto Pruzzo, italienischer Fußballspieler und -trainer 01. April: Pascal Witmeur, belgischer Autorennfahrer 06. April: Roland Agustoni, Schweizer Politiker 06. April: László Kiss-Rigó, ungarischer Bischof des Bistums Szeged-Csanád 06. April: Ralf Knütter, deutscher Leichtathlet 06. April: Michael Rooker, US-amerikanischer Schauspieler 08. April: Yadegar Asisi Namini, österreichischer Künstler, Architekt und Hochschullehrer 11. April: Michel Neugarten, belgischer Autorennfahrer 11. April: Piers Sellers, US-amerikanischer Astronaut britischer Herkunft († 2016) 12. April: Otari Ionowitsch Arschba, russischer Politiker 12. April: Jean-Louis Aubert, französischer Sänger und Komponist 12. April: Eraldo Pecci, italienischer Fußballspieler 13. April: Ole von Beust, deutscher Politiker 14. April: Ana Ambrazienė, litauische Hürdenläuferin 16. April: Jesús Emmanuel Acha Martínez, mexikanischer Popsänger und Komponist Henri, Großherzog von Luxemburg, 2009 16. April: Ludger Tewes, deutscher Romanist und Historiker 20. April: Amnon Wolman, israelischer Komponist 21. April: Teimuras Apchasawa, georgischer Ringer 26. April: Toni Iwobi, italienischer Politiker 27. April: Léa Linster, Köchin aus dem Großherzogtum Luxemburg Kate Mulgrew, 2009 29. April: Kate Mulgrew, US-amerikanische Schauspielerin 01. Mai: Barbara Frey, deutsche Schauspielerin 03. Mai: August Auinger, österreichischer Motorradrennfahrer 08. Mai: Meles Zenawi, Premierminister von Äthiopien († 2012) 09. Mai: Michael Antenbrink, deutscher Politiker 11. Mai: Rainer Niemeyer, deutscher Handballspieler († 2016) 12. Mai: Natalja Achrimenko, russische Kugelstoßerin 12. Mai: Piotr Bikont, polnischer Regisseur, Schauspieler, Journalist und Theaterleiter 13. Mai: Peter Heinrich Brix, deutscher Schauspieler 13. Mai: Parviz Meshkatian, iranischer Santurspieler und Komponist († 2009) 14. Mai: Arturo Aiello, italienischer Bischof von Teano-Calvi 14. Mai: Leon White, US-amerikanischer Wrestler Claudia Roth, 2010 18. Mai: Carmen Hock-Heyl, deutsche Unternehmerin James Gosling, 2005 19. Mai: James Gosling, US-amerikanischer Informatiker 20. Mai: Diego Abatantuono, italienischer Schauspieler und Drehbuchautor 22. Mai: Jerry Dammers, britischer Keyboarder 23. Mai: Nat Adderley junior, US-amerikanischer Arrangeur, Komponist und Pianist 24. Mai: Rosanne Cash, US-amerikanische Sängerin, älteste Tochter von Johnny Cash 27. Mai: Adolfo Armando Uriona, argentinischer Bischof 29. Mai: Mike Porcaro, US-amerikanischer Bassist der Rockband Toto († 2015) 30. Mai: Topper Headon, britischer Schlagzeuger 30. Mai: Colm Tóibín, irischer Schriftsteller 01. Juni: Chiyonofuji Mitsugu, japanischer Sumo-Ringer und 58. Yokozuna († 2016) 02. Juni: Nickie J. Antonio, US-amerikanische Politikerin 06. Juni: Renate Ahrens, deutsche Autorin 07. Juni: Harry Assenmacher, deutscher Unternehmer, Journalist und Umweltschützer 08. Juni: Bernd Schubert, deutscher Politiker Annette Schavan, 2013 09. Juni: David Lee Armstrong, US-amerikanischer Boxer 10. Juni: Kazimierz Pyzik, polnischer Komponist, Kontrabassist und Gambist 11. Juni: Marie Gruber, deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin († 2018) 15. Juni: Brent Anderson, US-amerikanischer Comiczeichner 16. Juni: Patrizio Sala, italienischer Fußballspieler und -trainer 18. Juni: Sandra Elaine Allen, größte Frau der Welt († 2008) 21. Juni: Michel Platini, französischer Fußballspieler und -funktionär 22. Juni: Mark Galvin, irischer Autorennfahrer 27. Juni: Isabelle Yasmine Adjani, französische Schauspielerin 28. Juni: Markus Aebi, Schweizer Biologe 28. Juni: Elmira Korjunowna Antonyan, armenische Tischtennisspielerin 28. Juni: Clemens Appel, deutscher Fachjurist, Politiker und Unternehmensberater 01. Juli: Werner Acker, deutscher Musiker 01. Juli: Christian Estrosi, französischer Motorradrennfahrer und Politiker 01. Juli: Li Keqiang, chinesischer Politiker 03. Juli: Mladen Ančić, bosnisch-herzegowinischer Historiker 03. Juli: Albin Berger, deutscher Schlagersänger 03. Juli: Antoine Beuger, niederländischer Broker, Komponist, Kulturmanager und Musikverleger 03. Juli: Sylvain Boulay, französischer Autorennfahrer 03. Juli: Walter Veltroni, italienischer Politiker 05. Juli: Kitamura Sō, japanischer Dramatiker und Essayist 12. Juli: Gabriele Askamp, deutsche Schwimmerin 16. Juli: Sohar Argov, israelischer Sänger († 1987) 19. Juli: Aleksander Korecki, polnischer Jazz- und Rocksaxophonist, Bassklarinettist, Multiinstrumentalist, Komponist und Textdichter 20. Juli: Gerhard Zeiler, österreichischer Manager 23. Juli: Faustino Armendáriz Jiménez, mexikanischer Bischof 24. Juli: Andy Töfferl, österreichischer Musiker († 2012) 25. Juli: Iman Abdulmajid, somalisches Fotomodell und Schauspielerin 28. Juli: Vasile Andrei, rumänischer Ringer und Olympiasieger 29. Juli: Martin Adjou Moumouni, beninischer Bischof 29. Juli: Félix Carrasco, mexikanischer Dirigent 30. Juli: Mieczysław Litwiński, polnischer Komponist, Multiinstrumentalist, Sänger und Musikpädagoge 01. August: Dominique Andrey, schweizerischer Berufsoffizier 06. August: Wolf Pehlke, deutscher Künstler und Autor 06. August: Charles Zwolsman senior, niederländischer Drogenhändler und Autorennfahrer († 2011) 08. August: Herbert Prohaska, österreichischer Fußballspieler 11. August: Ferdinand Hirscher, österreichischer Alpinskitrainer 11. August: Sergei Pantelejewitsch Mawrodi, russischer Unternehmer und Wirtschaftskrimineller († 2018) Heintje, 1970 12. August: Paul Greengrass, britischer Filmregisseur 13. August: Heinz Faßmann, österreichischer Wissenschaftler und Politiker 13. August: Mulgrew Miller, US-amerikanischer Jazzpianist († 2013) 14. August: Jean Stilwell, kanadische Sängerin (Mezzosopran) 15. August: Roger Willemsen, deutscher Publizist, Autor, Essayist und Moderator († 2016) 17. August: Grażyna Auguścik, polnische Jazzmusikerin 18. August: Steve Eckels, US-amerikanischer Gitarrist und Musikpädagoge 19. August: Ulrich Eggers, deutscher Theologe, Publizist und Verlagsleiter 22. August: Tony Burgess, kanadischer Autorennfahrer 22. August: Jano, französischer Comiczeichner 23. August: Helmut Wilk, deutscher Handballtrainer und Handballspieler 25. August: Gerd Müller, deutscher Politiker 30. August: Butch Johnson, US-amerikanischer Bogenschütze 30. August: Helge Schneider, deutscher Buchautor, Regisseur, Kabarettist, Musiker 000August: Jia Daqun, chinesischer Komponist Claus Kleber, 2008 05. September: Juozas Augutis, litauischer Mathematiker und Professor 06. September: Endo Anaconda, Schweizer Singer-Songwriter und Schriftsteller 10. September: Heinz Landwehr, Chefredakteur Finanztest 11. September: Kurt Ansperger, österreichischer Kickboxer 14. September: Geraldine Brooks, australische Journalistin und Schriftstellerin 16. September: Yolandita Monje, puerto-ricanische Sängerin und Schauspielerin 20. September: Dan Magnusson, schwedischer Schlagzeuger 21. September: Eva-Maria Auch, deutsche Professorin und Autorin 23. September: Ye Xiaogang, chinesischer Komponist zeitgenössischer Musik 30. September: George Augustin, indischer Theologe und Priester 02. Oktober: Philip Oakey, englischer Sänger 03. Oktober: Francesco Guidolin, italienischer Fußballspieler und -trainer 07. Oktober: Claudio Gugerotti, italienischer Bischof und Vatikandiplomat 09. Oktober: Grazia Di Michele, italienische Cantautrice 10. Oktober: Andreas Rothkopf, deutscher Organist, Pianist und Musikpädagoge 11. Oktober: Duncan Atwood, US-amerikanischer Speerwerfer 11. Oktober: Ionel Augustin, rumänischer Fußballspieler und -trainer 11. Oktober: Hans-Peter Briegel, deutscher Fußballspieler, -funktionär und -trainer 12. Oktober: Samuel Schatzmann, Schweizer Dressurreiter († 2016) 14. Oktober: Jean-Paul Libert, belgischer Autorennfahrer 17. Oktober: Gert Schaefer, deutscher Schauspieler († 2014) 20. Oktober: Qairat Äbussejitow, kasachischer Diplomat 20. Oktober: David Profumo, britischer Journalist und Autor 20. Oktober: Kurt Aebli, Schweizer Schriftsteller 23. Oktober: Setsuko Shinoda, japanische Schriftstellerin 24. Oktober: Jay Anderson, US-amerikanischer Kontrabassist 27. Oktober: Tetsu Saitō, japanischer Jazzbassist und Improvisationsmusiker 29. Oktober: Paul Smith, britischer Autorennfahrer 31. Oktober: Naji Hakim, französischer Komponist und Organist 000Oktober: Song Xiuyan, chinesische Politikerin 01. November: Joe Arroyo, kolumbianischer Sänger und Komponist († 2011) 01. November: Anne Frances Audain, neuseeländische Mittel- und Langstreckenläuferin 02. November: Peter Atkins, britischer Drehbuchautor 02. November: Linda Joy, britische Schauspielerin und Synchronsprecherin 02. November: Roberto Pries, deutscher Handballspieler († 2012) 03. November: Amy Antin, US-amerikanische Sängerin 03. November: Vivian Dettbarn-Slaughter, US-amerikanische Komponistin, Musikpädagogin, Pianistin und Sängerin 08. November: Dietmar Hoffmann, deutscher Fußballspieler 10. November: Tadeusz Arkit, polnischer Politiker 11. November: Buck Adams, US-amerikanischer Pornodarsteller und Regisseur († 2008) 11. November: Dave Alvin, US-amerikanischer Country- und Folk-Musiker 16. November: Marie-Hélène Aubert, französische Politikerin 17. November: Karl Augschöll, österreichischer Jazzmusiker 22. November: Evelyn Hübscher, deutsche Handballspielerin 23. November: Horst Dreier, deutscher Jurist und Rechtsphilosoph 23. November: Česlovas Jokūbauskas (1955–2013), litauischer Richter 24. November: Lena Adelsohn Liljeroth, schwedische Politikerin 28. November: Michel Amathieu, französischer Kameramann 28. November: Adem Jashari, albanischer Paramilitär († 1998) 29. November: Amy Sue Rosen, US-amerikanische Tänzerin und Choreographin († 2003) Billy Idol, 1990 01. Dezember: Veikko Onni Juhani Aaltonen, finnischer Regisseur, Redakteur, Tontechniker, Produktionsleiter, Film- und Fernsehautor und -Schauspieler 01. Dezember: Graham Duxbury, südafrikanischer Autorennfahrer 02. Dezember: Ignatios Antoniadis, griechischer Physiker 02. Dezember: Angelika Koller, deutsche Schriftstellerin und Volkshochschuldozentin 03. Dezember: Melody Anderson, kanadische Schauspielerin 03. Dezember: Piero Nappi, italienischer Autorennfahrer 04. Dezember: Andre Arnold, österreichischer Skirennläufer 04. Dezember: Cassandra Wilson, US-amerikanische Jazzsängerin 05. Dezember: Andreas Hofmann, Schweizer Motorradrennfahrer 05. Dezember: Władysław Kłosiewicz, polnischer Cembalist, Dirigent und Musikpädagoge 06. Dezember: Bright Sheng, US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist chinesischer Herkunft 06. Dezember: Tadeusz Sudnik, polnischer Improvisations- und Jazzmusiker und Komponist 07. Dezember: Klaus Elwardt, deutscher Handballspieler Martin Semmelrogge, 2011 08. Dezember: Deborra-Lee Furness, australische Schauspielerin 12. Dezember: Gianna Angelopoulos-Daskalaki, griechische Politikerin und Geschäftsfrau 12. Dezember: David Atkins, australischer Regisseur, Produzent und Choreograf 13. Dezember: Mark Dean Andrus, US-amerikanischer Drehbuchautor 18. Dezember: André Geerts, belgischer Comiczeichner und Cartoonist († 2010) 19. Dezember: Manfred Koch, deutscher Literaturwissenschaftler und Autor 20. Dezember: Hideki Noda, japanischer Dramatiker und Schauspieler 22. Dezember: Thomas Südhof, deutsch-US-amerikanischer Biochemiker, Nobelpreisträger 27. Dezember: Reiner Alhaus, deutscher Fußballspieler und -trainer 28. Dezember: Aleksandras Algirdas Abišala, litauischer Unternehmer, Politiker und Unternehmensberater 30. Dezember: Gabriel Aghion, französischer Regisseur und Drehbuchautor 30. Dezember: Kim Hae-sook, südkoreanische Schauspielerin 31. Dezember: Gerhard Acktun, deutscher Schauspieler 000Dezember: Mustafa Ahmad Muhammad Uthman Abu l-Yazid, ägyptischer Terrorist († 2010) Dorit Abusch, israelische Autorin, Professorin und Sprachwissenschaftlerin William M. Adams, britischer Geograph Stephen J. Adler, US-amerikanischer Journalist Mohammad-Mehdi Akhoundzadeh Basti, iranischer Diplomat Hildegund Amanshauser, österreichische Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin Jens Andersen, dänischer Journalist, Literaturkritiker und Schriftsteller Joe Andoe, US-amerikanischer Künstler Laura Angiulli, italienische Theater- und Filmregisseurin Ulf Annel, deutscher Journalist, Autor und Kabarettist Gisela Anton, deutsche Physikerin Hiroshi Aoshima, japanischer Komponist und Dirigent Michael Dan Archer, britischer Bildhauer Anastassija Iwanowna Archipowa, russische Malerin, Designerin und Illustratorin Eşref Armağan, türkischer Maler Bonnie Arnold, US-amerikanische Filmproduzentin Vatche Arslanian, kanadischer Rot-Kreuz-Mitarbeiter († 2003) Catherine Ann Asaro, US-amerikanische Science-Fiction- und Fantasy-Autorin Thomas Assheuer, deutscher Journalist Stéphane Audoin-Rouzeau, französischer Historiker Douglas Bostock, englischer Dirigent und Musikpädagoge Elisenda Fábregas, spanische Pianistin und Komponistin Terry Glavin, kanadischer Schriftsteller und Journalist Detlef Hübner, deutscher Unternehmer und Autorennfahrer Norbert Jacobs, deutscher Jurist und Politikwissenschaftler Dan Krunnfusz, US-amerikanischer Komponist und Chorleiter Sergio Moldavsky, argentinischer klassischer Gitarrist und Musikpädagoge Bruce Molsky, US-amerikanischer Fiddle- und Banjospieler Hedwig Munck, deutsche Kinderbuchautorin Daniel Oren, israelischer Dirigent Kiko Pedrozo, paraguayischer Harfenist Ada Raev (geb. Ada Fischer), deutsche Kunsthistorikerin Miloslav Richter, Klarinettist, Komponist, Musikwissenschaftler und -pädagoge Joyce Rouse, US-amerikanischer Singer-Songwriter Anna-Leena Sirén, finnische Neurochirurgin Dirk Werner, deutscher Mathematiker Peter Wiley, US-amerikanischer Cellist, Kammermusiker und Musikpädagoge 08. Januar: Erich Freiherr Wolff von Gudenberg, deutscher Musiker und Komponist (* 1883) 11. Januar: John Marshall Slaton, US-amerikanischer Politiker (* 1866) 14. Januar: Luis Zuegg, Südtiroler Seilbahnpionier (* 1876) 17. Januar: Anne Catherine Ingeborg Andresen-Bödewadt, deutsche Lehrerin und Regionalschriftstellerin (* 1878) 19. Januar: Gus Arnheim, US-amerikanischer Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader (* 1897) 29. Januar: Hans Hedtoft, dänischer Ministerpräsident (* 1903) 31. Januar: Henry Ernest Atkins, englischer Schachspieler (* 1872) 31. Januar: Ray Herbert Talbot, US-amerikanischer Politiker (* 1896) 06. Februar: Constantin Argetoianu, rumänischer Diplomat und Politiker (* 1871) 06. Februar: Paul Aron, deutsch Pianist, Komponist, Regisseur, Dirigent, Veranstalter, Pädagoge und Übersetzer (* 1886) 17. Februar: Sakaguchi Ango, japanischer Erzähler und Essayist (* 1906) 23. Februar: Charles Laban Abernethy, US-amerikanischer Politiker (* 1872) 25. Februar: August Mittelsten Scheid, deutscher Unternehmer (* 1871) 28. Februar: August Adriaan Pulle, niederländischer Botaniker (* 1878) 11. März: Olaf Hytten, schottischer Schauspieler (* 1888) 11. März: Boško Milenković, jugoslawischer Automobilrennfahrer (* 1909) 21. März: Gustav Wilhelm Auler, deutscher Wirtschaftswissenschaftler (* 1883) 09. April: Alexei Iwanowitsch Abrikossow, sowjetischer Pathologe (* 1875) 11. April: Mario Alborghetti, italienischer Automobilrennfahrer (* 1928) 11. April: Arthur E. Nelson, US-amerikanischer Politiker (* 1892) 12. April: W. H. Anderson, kanadischer Sänger, Chorleiter und Gesangspädagoge (* 1882) 18. April: Albert Einstein, deutsch-amerikanischer Physiker (* 1879) 21. April: Herbert J. Sadler, kanadischer Organist, Komponist und Musikpädagoge (* 1894) 01. Mai: Hans von der Au, deutscher Theologe und Volkskundler (* 1892) 15. Mai: Oskar Adler, österreichischer Arzt, Musiker und Astrologe (* 1875) 16. Mai: James Rufus Agee, US-amerikanischer Dichter, Journalist, Sozialaktivist, Drehbuchautor und Filmkritiker (* 1909) 19. Mai: Concha Espina, spanische Schriftstellerin (* 1869) 20. Mai: Leopold Arzt, österreichischer Mediziner (* 1883) 20. Mai: Louvigny de Montigny, kanadischer Journalist, Schriftsteller und Kritiker (* 1876) 29. Mai: Gustav Adolf Baumm, deutscher Grafiker, Motorradkonstrukteur und -rennfahrer (* 1920) 03. Juni: Marcel Wittrisch, deutscher Tenor (* 1903) 04. Juni: Georg Scheller, deutscher Wirtschaftswissenschaftler (* 1895) 8. Juni: Toyoshima Yoshio, japanischer Schriftsteller (* 1890) 10. Juni: Margaret Ives Abbott, US-amerikanische Golfspielerin (* 1876) 20. Juni: Janina Korolewicz-Waydowa, polnische Opernsängerin und Musikpädagogin (* 1876) 01. Juli: Abdülhak Adnan Adıvar, türkischer Politiker, Schriftsteller, Historiker und Mediziner (* 1882) 02. Juli: Rudolf Appelt, tschechoslowakischer Politiker (* 1900) 16. Juli: Henry de Beauvoir de Lisle, britischer General im Ersten Weltkrieg (* 1864) 20. Juli: Joaquín Pardavé, mexikanischer Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Komponist (* 1900) 21. Juli: Georg Oskar Schubert, deutscher Fernsehtechniker (* 1900) 26. Juli: Karl-Albrecht Tiemann, deutscher Philologe und Opfer der DDR-Justiz (* 1902) 10. August: Hans Andersag, deutscher Chemiker (* 1902) 13. August: Florence Easton, englische Sopranistin (* 1882) 22. August: Georg Thumshirn, deutscher Motorradrennfahrer (* 1893) 09. September: Carl Friedberg, deutscher Pianist und Musikpädagoge (* 1872) 16. September: Leopold Charles Maurice Stennett Amery, britischer Politiker (* 1873) 20. September: Ermanno Amicucci, italienischer Journalist (* 1890) 29. September: Johann Jakob Ammann, österreichischer Politiker (* 1881) 30. September: Otto Herrmann Anselmino, deutscher Pharmazeut und außerordentlicher Professor für pharmazeutische Chemie (* 1873) 15. Oktober: Serafín María Armora y González, mexikanischer Bischof (* 1876) 31. Oktober: Gyula Feldmann, ungarischer Fußballspieler und -trainer (* 1890) 06. November: Cornelis Gerrit Nicolaas de Vooys, niederländischer Niederlandist (* 1873) 09. November: Henri Delaunay, französischer Fußballer und Generalsekretär der UEFA (* 1883) 20. November: Tomasz Stefan Arciszewski, polnischer Politiker (* 1877) 03. Dezember: Maurice Archambaud, französischer Radrennfahrer (* 1906) 04. Dezember: Richard Aßmann, deutscher Schauspieler (* 1877) 05. Dezember: Frederik Samuel Knipscheer, niederländischer Theologe und Historiker (* 1871) 16. Dezember: Heinrich Laakmann, deutsch-baltischer Historiker (* 1892) 24. Dezember: Hugo Chaim Adler, belgischer Komponist, Kantor und Chorleiter (* 1894) 27. Dezember: Kurt Agricola, deutscher Offizier (* 1887) Ernst Adam, deutscher Priester und Geistlicher Rat (* 1884) George Ganetakos, kanadischer Kinobetreiber (* um 1877) ↑ Das atomare Glück; Wochenzeitung Die Zeit Ausgabe 38/2006, S. 84. ↑ BBC News: Capital claims – A city's struggle 22. April 2003. ↑ The 147 Club (Memento vom 19. Januar 2009 im Internet Archive) Abgerufen am 22. April 2012. Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung (1955) im Bundesarchiv 1955 እ.ኤ.አ. 1955 йыл মারি ১৯৫৫ 1955 nièng 1955 шо 1955-ngièn 1955 (almanak gregoryen) 1955moi ೧೯೫೫ 1955 джыл Joohr 1955 1955 во 1955 йис ۱۹۵۵ (زایشتی) 1955 он 1955 и 1955-æм аз 1955ع Соли 1955 1955 ел 1955 ар 1955 җил 1955 nî
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
WeiterSchreiben : Literarisches Colloquium Berlin Ramy Al-Asheq, Monika Rinck, Rasha Nahas, Annika Reich
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Shudôkan bedeutet „Ort zum Erlernen (befolgen) des Weges“, ryu bedeutet „Stil“ und Karate-dô „Weg der leeren Hand“. Es ist eine Kampfkunst, die Ihre Wurzeln im alten China hat und aus Okinawa stammt. Dem Interessierten sei an dieser Stelle auf unsere Geschichtsseiten (Geschichte des Karate / Geschichte des Shudokan), verwiesen. Im Gegensatz zu den meisten Karateschulen in Deutschland praktizieren wir kein Wettkampfkarate, sondern konzentrieren uns auf die gesundheitliche Seite und die Selbstverteidigung. Diese Art des Karate ist für jeden geeignet und nicht an irgendwelche körperlichen Fähigkeiten gebunden. Sowohl 18jährige, als auch 60jährige können an unserem Training teilnehmen, da unsere Lehrer jeden individuell unterrichten. Aus diesem Grund kann jeder einzelne seine eigenen Schwerpunkte legen und soweit gehen, wie es für ihn gemäß ist. Die Übungsprinzipien dieses Karatestils verwurzeln tief in der traditionellen chinesischen Medizin und dienen deswegen auch der Gesunderhaltung und Körperübung, bzw. -wahrnehmung. Die meisten modernen krankengymnastischen und sportmedizinischen Prinzipien lassen sich schon in diesen alten Übungen wiederfinden. Als Anfänger wird man zuerst in den grundlegenden Techniken und den einfachen Kata (vorgeschriebener Bewegungsablauf im Raum) unterrichtet und schult so seine motorischen Fähigkeiten und stärkt seinen Körper. Man übt auch schon hier seine Techniken in Partnerübungen, zunächst allerdings ohne starken Körperkontakt, dieser wird erst mit dem jeweiligen Fortschritt des Schülers gesteigert. Mit der Zeit erlernt man mehr Übungen und vertieft das bis dahin gelernte, wobei sich der Fortschritt bei regelmäßigem Training (wir empfehlen mindestens 2-mal in der Woche) von ganz alleine einstellt. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung stellt sich auch, jedoch individuell verschieden, von ganz alleine ein, wobei dies nicht von heute auf morgen möglich ist, sondern mehrere Jahre des Trainings erfordert. Für den weiteren Fortschritt muss man sich auch mit der Vitalpunktlehre, der Kraftübertragung, dem Qi-gong (Arbeit mit der vitalen Energie) und anderen Dingen beschäftigen. In diesem Rahmen bieten wir verschiedene Wochenenden an. Der Dô-Aspekt (Dô ist die Weglehre) wird bei den fortgeschrittenen Schülern vertieft. Hier nimmt die Meditation einen wichtigen Platz ein. Karate ist für die meisten Menschen verbunden mit Wettkampf, so wie es Ihnen in diversen Filmen vorgegaukelt wird. In der Tat gibt es im Karate auch eine große Wettkampfszene, unterstützt durch die Dachverbände wie DKV, DJKB oder SKI. Hier wird meistens Karate auf Wettkampfbasis als Breitensport unterrichtet, nach den Prinzipien der modernen Sportwissenschaft. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass dies nicht der traditionelle Weg des Karateunterrichtes ist, denn vor Beginn des 20. Jahrhunderts war der Kampf zum sportlichen Vergleich im Karate gänzlich unbekannt. Die Techniken mussten nicht gut aussehen und in einem bestimmten Rhythmus ausgeführt werden, sondern sie sollten wirkungsvoll sein und den Gegner möglichst schnell kampfunfähig machen. Hierfür gab es ein hochentwickletes Nahkampfprogramm, das in den Kata verschlüsselt wurde. Erst durch die „Entschärfung“ des traditionellen Karate (Tode) durch Ankoh Itosu, der aus den alten Kata eine Gesundheitsgymnastik für Schulkinder entwickelte und nicht mehr die reale Kampfanwendung unterrichtete (siehe Geschichte des Karate), bestand die Möglichkeit des sportlichen Vergleichs ohne schwerwiegende Folgen. Verbunden mit der in der „modernen“ Zeit aufgekommenden Idee der Leistungsideologie, trat diese Form des Karate ihren Siegeszug um die ganze Welt an. So wurde es dann auch Anfang der 60er in Deutschland eingeführt, in verschieden Verbänden organisiert und zum Breitensport gemacht. Im Wettkampftraining wurde im Laufe der Zeit immer mehr nach „neuesten“ sportwissenschaftlichen Erkenntnissen unterrichtet und die traditionelle Unterichtsform vergessen. Begriffe wie Qi, Energiefluss, Meridiansystem, Kakie, Vitalpunktstimulation oder Meditation standen Mangels Kenntnisse der westlichen Trainer nicht in den Prüfungsordnungen und wurden somit auch nicht vermittelt. Erst in neuerer Zeit beschäftigen sich wieder einige Lehrer mit den klassischen Unterrichtsmethoden und versuchen dem Karate wieder seine alte Form wiederzugeben, die es im Laufe seiner Versportlichung verloren hat. Diese Aspekte des Karates sind viel tiefgreifender und gehen über das normale Arbeitspensum, das ein Freizeitsportler in sein Hobby steckt, weit hinaus. Weder die eine Form des Karate, noch die Andere ist besser, vielmehr sollten Sportkarate und traditionelles Karate nebeneinander in dem Bewusstsein existieren, dass sie die gleichen Wurzeln haben und sich nur unterschiedlich entwickelten, bzw. andere Schwerpunkte setzten. Deutlich wird dies auch an der Umbennung des alten okinawanischen Tode (Technik der Tang, gemeint sind die Chinesen) in Karate (leere Hand, oder aber auch, anders geschrieben, Hand aus China). In diesem Sinne sollte jeder für sich „Sein“ Karate finden und das üben, wo er für sich glücklich wird. Es gibt kein besseres oder schlechteres Karate, sondern schlicht und ergreifend nur Karate. Die Geschichte des Karate lässt sich an vielen Stellen nur lückenhaft nachvollziehen. Teilweise ist man auf Mutmaßungen angewiesen, die vor dem jeweiligen historischen Kontext den meisten Sinn ergeben, letztlich aber nicht belegt sind. Der Herkunftsort des Karate, Okinawa, ist Teil der Ryukyu-Inseln und war in vergangenen Jahrhunderten aufgrund der günstigen Lage zwischen Japan und dem chinesischen Festland einer der wichtigsten Handelsknotenpunkte der Region. Die okinawanische Kultur enthält daher auch Einflüsse aus Japan, China und Thailand. Zur Zeit der chinesischen Tang Dynastie (618-907) florierte vor allem der Handel zwischen China und Okinawa. In Japan entwickelte sich das Interesse für chinesische Waren erst später während der Ming Dynastie (1368-1664), was die Handelskontakte zu Okinawa intensivierte. Von den drei Königreichen Hokuzan („Nördliche Berge“), Chūzan („Zentrale Berge“) und Nanzan („Südliche Berge“) erwies sich Chūzan als das stärkste. König Hashi einte die Insel Okinawa im Jahr 1429 erstmals und begründete die erste Shō-Dynastie, die von den chinesischen Machthabern der Ming-Dynastie anerkannt wurde und diesen Tribut entrichtete. Nach der Niederlage des japanischen Shimazu-Clans gegen den Tokugawa-Clan im Jahr 1609 wurde den Shimazu erlaubt, auszuweichen und Okinawa zu besetzen. Aufgrund eines königlichen Befehls widersetzten sich die Einwohner den Invasoren nicht. Sie verloren zahlreiche Schätze und mussten fortan nicht nur China, sondern auch Japan Tribut leisten. Seitdem war Okinawa nie mehr unabhängig und wurde nach und nach immer stärker an Japan gebunden. Im Jahr 1872 wurde Okinawa zum „Han“ (Lehen) und 1879 schließlich zur japanischen Provinz erklärt. Während der Tang-Ära bestanden auf Okinawa bereits lokale Traditionen des unbewaffneten Kampfes, die als „Tegumi“ (手組) bezeichnet werden, was übersetzt „greifende Hände” bedeutet. Der Karate-Lehrer Anko Itosu (1832 – 1916) hielt es für möglich, dass die traditionellen okinawanischen Tänze „Moikata“ eine Frühform des Tegumi darstellten. Mit den Handelsbeziehungen der Tang-Ära fand auch ein kultureller Austausch mit China statt. Dabei fanden chinesische Einflüsse ihren Weg in das Tegumi, das mutmaßlich seit dieser Zeit auch Tôde (唐手) „Hand der Tang” genannt wurde. Dabei ist zu beachten, dass „Tôde“ die Diktion der früheren okinawanischen Landessprache Uchinaguchi ist. Japanisch werden die Schriftzeichen „Karate” ausgesprochen und bedeuten übersetzt „Hand aus China“. Im Jahr 1392 entsandte der chinesische Kaiser Zhu Yuanzhang zur Festigung der Beziehungen und zur weiteren Entwicklung der Insel 36 Familien aus Fujian nach Okinawa. Es ist davon auszugehen, dass zumindest einige Personen aus diesen Familien in den Kampfmethoden ihrer Heimat ausgebildet waren. Das nächste einschneidende Ereignis in der Historie Okinawas war die bereits erwähnte Invasion der Shimazu im Jahr 1609. Einigen Angaben zufolge erließen die japanischen Eroberer ein Waffenverbot, aufgrund dessen auch waffenlose Kampfkünste nur noch heimlich geübt werden konnten. Dieses angebliche Verbot ist allerdings historisch nicht belegt. Der Historiker Mitsugu Sakihara legt in „A Brief History of Early Okinawa“ dar, dass dieser Annahme wahrscheinlich ein Übersetzungsfehler durch Ifa Fuyu zugrunde liegt, der eine Inschrift auf einem Monument zu Ehren König Sho Shins falsch interpretiert hat. Auf Okinawa regierte Erbadel, welcher – im Gegensatz zum Kriegeradel in Japan – keinerlei Waffen zur Untermauerung seiner Macht nutzen musste. Anko Asato verwies zudem darauf, dass die Regierung in der Hauptstadt Shuri die öffentliche Ausübung von „Bujutsu“ ausdrücklich gestattete. Nichtsdestotrotz hatten die Shimazu einen bedeutsamen Einfluss auf die Kampfkünste Okinawas. Sie brachten ihre Schwertschule, das Jigen Ryu, nach Shuri. In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist Togo Shigemasa (1604-1659), der zusätzlich für Personen, die nicht dem Stand der Samurai angehörten und daher kein Schwert führen durften, einen „Stocktanz“ (Bô Odori) einführte, bei dem Stöcke (Bô) und landwirtschaftliche Geräte zum Einsatz kamen, darunter: Rokushaku Bô, Sanshaku Bô, Tenbin Bô, Ro (Ruder), Shakuhachi (Flöte), Kama (Sichel), Ono (Axt), Suki (Hacke) und Kuwa (Spaten). Es ist anzunehmen, dass dies einer der Ursprünge des Kobudo ist, der bewaffneten Schwesterkunst des Karate. Anzumerken ist auch, dass die Methode der Makiwara-Übung (Schläge und Stöße gegen einen Holzpfahl) im Karate sowohl dem Tategi Uchi des Jigen Ryu, als auch den Übungen am Mu Ren Zhuang („Hölzerner-Mann-Pfahl“, 木人樁) in den chinesischen Künsten gleicht. Laut Anko Asato wurden zudem die Traditionen des Jigen Ryu spätestens seit dem Zeitpunkt um das Jahr 1700 herum durch Haebaru Oyakata auch an Okinawaner unterrichtet. Die erste schriftliche Erwähnung des Karate ist in dem 1762 von Tobe Ryoen verfassten „Oshima Hikki“ (大島筆記) zu finden. Diese „Notizen von Oshima“ behandeln einen Schiffbruch nahe Tosa und erwähnen einen besonderen Immigranten: den Chinesen Koshankin, welcher als „Kumiaijutsu“ bezeichnete „Grifftechniken“ demonstrierte. Allerdings bleibt seine Person weitgehend im Dunkeln – so ist nicht einmal bekannt, ob Koshankin ein Name oder Titel ist. Sicher ist lediglich, dass eine der bedeutendsten Kata des Karate, die „Kushanku“ mit ihren zahlreichen Varianten (Chibana, Takemura, Shiho, Yara, Dai, Sho) auf ihn zurückgeht. Ein bekannter Schüler des Koshankin war Kanga „Tôde“ Sakugawa (1733-1815). Laut Bishop trainierte er 6 Jahre unter ihm und begann danach, Tôde am Hof in Shuri zu unterrichten. Berühmtester Schüler von Sakugawa ist der Offizier Matsumura „Bushi“ Sokon (1797-1889), der schließlich auch den „Menkyo Kaiden“ (höchster Grad der Meisterschaft) erlangte. Spätestens seit diesem Zeitpunkt lassen sich zwei große Richtungen des Karate auf Okinawa beschreiben: Shorin Ryu in Shuri und Shorei Ryu in Naha. Während in Shuri der japanische Einfluss durch die Shimazu stark war, wurde Naha aufgrund des Handelshafens eher durch chinesische Einflüsse geprägt. Teilweise wird behauptet, das Shorin Ryu eher für dünne und schwache Personen, Shorei Ryu dagegen für große und kräftige geeignet sei. Diese Interpretation geht auf einen Bericht von Anko Asato zurück, der die Übungen der Mittelschüler in Shuri und Naha miteinander verglich. Letztlich dürfte dies jedoch wohl auf einer Fehleinschätzung beruhen, wie auch die Betrachtung heutiger Kata der Nachfolgelinien (Goju Ryu für Shorei, Shotokan für Shorin) zeigt. Dabei spricht Einiges dafür, dass in Shuri das Prinzip des Gamaku (Fallen des Zentrums) in den Vordergrund der Übung gestellt wurde, während in Naha der Schwerpunkt auf Chinkuchi (Halten der Struktur) lag. Möglicherweise liegen diesen Kategorisierungen aber auch Ungenauigkeiten in den Überlieferungen und Fehlinterpretationen zu Grunde und die Einteilung in Shorin Ryu/Shurite und Shorei Ryu/Nahate ist letztlich ohne inhaltliche Bedeutung. Matsumura erhielt seine Ausbildung sowohl in der chinesisch, als auch in der japanisch beeinflussten Kampfkunst und vertiefte diese durch Reisen nach Fuzhou (China) und Satsuma (Japan). Das erklärt, warum er zum Stammvater vieler heutiger Karatestile wurde. Seine bekanntesten Schüler waren Anko Asato und Anko Itosu. Asato war laut Funakoshi Experte nicht nur im Karate, sondern auch im Jigen Ryu, im Bogenschießen und der Reiterei. Allerdings ist außerhalb der Anekdoten, die Funakoshi über seinen Lehrer erzählte, nicht viel über Asato bekannt. Sein Einfluss auf das Shotokan Karate bleibt daher unklar.
Über Anko Itosu ist mehr bekannt. Er führte an den Schulen Okinawas Karate als Unterrichtsfach ein. Um Grund- und Mittelschüler in großen Gruppen unterrichten zu können, musste er allerdings einige Änderungen vornehmen, die bis heute Nachwirkungen zeigen.
Itosu standardisierte die Bewegungen in den Kata, gab ihnen einheitliche Namen und vereinfachte spezifische Anwendungen. Zur Schulung grundlegender Bewegungsmuster schuf er aus der heute unbekannten Kata Channan die Pinan-Serie (wahrscheinlich mit Einflüssen aus der Kushanku), das Kihon (Grundtechniken) und das Kihon Kumite (Partnerübung). Auf ihn sind auch die vereinfachten Interpretationen zurück zu führen, wonach ein „Gedan Barai“ (Blocktechnik vor dem Unterleib) nur dazu dient, einen „Mae Geri“ (gerade Tritttechnik) abzuwehren und ein „Oi Tsuki Chudan“ nur einen Fauststoß zum Solar Plexus darstellt. Diese Übungsformen haben sich anschließend so verbreitet, dass sie heutzutage als „traditionelles Karate“ angesehen werden, obwohl sie eigentlich nur die unterste Stufe der Ausbildung für Kinder darstellten. Zur weiteren Ausbreitung dieser Art des Karate trug der gemeinsame Schüler Asatos und Itosus, Gichin Funakoshi bei, der als eine der ersten Personen in den 1920er Jahren auf den japanischen Hauptinseln Karate unterrichtete. Unterstützt wurde er dabei vom Begründer des Judo, Jigoro Kano. Dieser setzte sich insbesondere in der Dai Nippon Butoku Kai (japanischer Kampfkünsteverband) für die Anerkennung des Karate ein. Eine Folge dieser Entwicklung sind noch stärker vereinfachte Formen und die Einführung des Kyu-Dan Systems mit farbigen Gürteln für unterschiedliche Graduierungen. Beides zeigt seinen Nutzen im Unterricht großer Gruppen und so überrascht es nicht, dass Funakoshis Shotokan Schule sich heute als weltweit am meisten verbreiteter Karatestil betrachten kann. Allerdings beklagte auch er bereits zu Lebzeiten eine Verflachung der Kampfkunst. Der nach dem Shotokan verbreitetste Stil ist wohl das Goju Ryu von Chojun Miyagi. In Naha geboren, lernte dieser bei Higaonna Kanryo (nicht zu verwechseln mit seinem Bruder „Higaonna Ost“ Kanryu), welcher seinerseits direkt in Fuzhou ausgebildet wurde. Er hatte weitere namhafte Lehrer (Arakaki, Iwah, Wai Xinxian, Ru Ru Ko) und lernte nach Higaonna Kanryos Tod direkt in Fujian; Näheres ist nicht bekannt. Allerdings liegt eine Ausbildung im südlichen Shaolin oder „Weißen Kranich“ nahe, da er die Rokkishu („Sechs Hände“) erlernte und in einer Kata für das Karate formalisierte: Tensho. Miyagi unterrichtete seit 1905 auf Okinawa – ähnlich wie Itosu – Karate an Schulen. Funakoshi und Miyagi waren nicht die einzigen, die später Karate in Japan unterrichteten. Im Zuge der bereits angesprochenen Anerkennung durch die Dai Nippon Butokukai fand am 25. Oktober 1936 in Naha ein Treffen einiger namhafter Lehrer dieser Zeit statt: Chomo Hanashiro, Chotoku Kyan, Choki Motobu, Chojun Miyagi, Juhatsu Kyoda, Choshin Chibana, Shinpan Shiroma, Chotei Oroku, Genwa Nakasone. Dabei wurde beschlossen, im Zuge der Anerkennung auf den japanischen Hauptinseln die Kanji (Schriftzeichen) für Karate von 唐手 in 空手 zu ändern. Damit wandelte sich die Bedeutung von „Tang“ (唐, China) in „Kara“ (空, leer) und der „Weg der leeren Hand“ (空手道) entstand. Diese politische Entscheidung zum Namenswechsel wurde von Funakoshi aufgegriffen, der die Namen der Kata in seiner Schule anpasste (Pinan – Heian, Kushanku – Kanku, Passai – Bassai, Naifanchi – Tekki, etc.). Warum er beim Treffen ebenso wie Chitose Tsuyoshi, Kenwa Mabuni und Kanken Toyama nicht anwesend war, ist unbekannt. Toyama ist der Begründer des Shudokan. Er lernte bei einer Reihe verschiedener Meister: Anko Itosu, Anko Asato, Itarashiki, Arakaki, Choshin Chibana, Oshiro, Tana, Yabu Kentsu und Higaonna Kanryo. Nach dieser gründlichen Ausbildung zog er im Alter von 36 Jahren nach Taiwan, wo er die dortigen Kampfkünste für sechs Jahre studierte, bevor er 1930 schließlich nach Japan zurückkehrte und in Tokyo sein Dojo „Shudokan“ („Ort zum Studium des Weges“, 修道館) eröffnete. Aufgrund seiner Verdienste um die Kampfkünste erhielt er 19 Jahre danach von der japanischen Regierung den Titel Meijin („vollendeter Mensch“) und das Recht zugesprochen, jegliche Graduierung in jedem Karatestil zu vergeben. Das er von diesem Recht Gebrauch machte, mag daran liegen, dass Toyama die Einteilung in unterschiedliche Stile nicht unterstützte. Auch wenn im Karate immer der Kampf geübt wurde, das heißt das Verletzen und gegebenenfalls auch das Töten eines Gegners, stellt die Zeit des Zweiten Weltkrieges ein besonders düsteres Kapitel in der Geschichte des Karate dar. Auch einige namhafte Lehrer haben sich durch menschenverachtende Ausbildungsmethoden und die Tötung Wehrloser schuldig gemacht. Die Entwicklung des Karate zu einer verbreiteten Wettkampfsportart in der Nachkriegszeit dürfte auch durch das Bestreben zu interpretieren sein, nach den Schrecken des Krieges den Kampf auf Leben und Tod durch einen – mehr oder weniger – friedlichen Wettstreit zu ersetzen. Zusammenfassend lassen sich in der Geschichte des okinawanischen Karate einige Parallelen und Zusammenhänge finden, die auf starke Wurzeln in den chinesischen Kampfkünsten schließen lassen. Die frühen japanischen Einflüsse sind wohl auf das Jigen Ryu beschränkt, während das Karate im Japan des 20. Jahrhunderts stark verändert und jeweils verschiedenen politischen/gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst wurde.
Die Unterschiedlichkeit der Stilrichtungen und Formen des heutigen Karate erweckt bei oberflächlicher Betrachtung den Eindruck, als handele sich um unterschiedliche Kampfkünste bzw. Kampfsportarten. Tatsächlich ist letztlich unerheblich, dass die Techniken und Formen der einzelnen Karatestile von einander abweichen. Entscheidend kommt es vielmehr darauf an, mit welcher inneren Haltung und Wahrnehmung eine Bewegung ausgeführt wird. In diesem Punkt ist Toyama Recht zu geben – laut ihm gab bzw. gibt es nur ein Karate. Bishop, M. (1999), Okinawan Karate: Teachers, Styles and Secret Techniques Funakoshi, G. (o. D.), Karate-Do Mein Weg (unbekannter Übersetzer) Kerr, G. (2000), Okinawa: The History of an Island People Miyagi, C. (1936), Historical Outline Of Karate-do, Martial Arts of Ryukyu (Zinsoo, S., Trans.). Retrieved March 2010, from http://www.fightingarts.com Miyagi, C., At The Meeting In 1936 (Zinsoo, S., Trans.). Retrieved March 2010, from http://seinenkai.com Wittwer, H. (2007), Shotokan – überlieferte Texte & historische Untersuchungen In den Kata (jap.: Form, Gestalt) werden verschiedene Bewegungen nach einem genau festgelegten Muster hintereinander ausgeführt. Diese Bewegungen schulen in erster Linie die motorischen und physischen Fähigkeiten des Körpers. Auf einer anderen Ebene dient die Kata jedoch auch der Übung des Weges (Do) und damit der psychischen Schulung innerhalb des Karate, dies soll hier allerdings nicht das Thema sein. Das Trainingskonzept der Kata ist Jahrtausende alt und wurde schon von den Chinesen angewandt. Die dortigen Formen werden Dao genannt. Eine der ersten Dao war wahrscheinlich „Die Kunst der Fünf Tiere“ von Hua Tuo (190-265 n. Chr.), (siehe chin. Ursprünge) wobei sie nicht als Kampfform gedacht war, sondern als eine Gesundheitsgymnastik diente. Hier sieht man schon, dass durch die jeweiligen Formen eine Schulung des Körpers erfolgen sollte, die zur Gesunderhaltung diente. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass man durch das Trainieren der Dao einen physischen Zustand erreichen konnte, der einen befähigte, sich effektiver gegen einen Angreifer verteidigen zu können. Allmählich wurden die Dao durch verschiedene existierende Kampfkonzepte erweitert, so dass man jetzt nicht nur den Körper und die Gesundheit schulte, sondern auch durch den Einsatz der Bewegungen im Kampf gleichzeitig verschiedene Arten von Blöcken, Schlägen, Würfen und Hebeln trainierte. Im Laufe der Jahre entwickelten sich in China unzählige verschiedene Formen, die, mehr oder weniger, fast alle Kampfkünste im asiatischen Raum beeinflussten. Für das okinawanische Karate ist insbesondere der Weiße-Kranich-Stil interessant, der in der Region um Fukien auf dem chinesischen Festland geübt wurde, sowie die chinesischen Kampfkünste Xingyiquan, Luohanquan und Hequan. Im Laufe der Jahrhunderte nahmen diese Stile immer wieder Einfluss auf die okinawanischen Kampfkünste (siehe Geschichte des Karate), und verbreiteten so Ihre Kampfprinzipien und ihre Gesundheitslehre. Durch das Training der Kata schult man also seinen Körper für bestimmte Bewegungsabläufe, so dass diese bei Bedarf völlig unbewusst abgerufen werden können und in einem Block, Schlag, Wurf oder Hebel enden. Um die einzelnen Bewegungen verstehen zu können, gehört zu jedem Karatetraining die Interpretation der Katabewegung für eine bestimmte Kampfsituation, wobei eine einzelne Bewegung eine Vielzahl von unterschiedlichen Interpretationen zulässt. Diese Trainingsmethode nennt man Bunkai. In jeder einzelnen Bewegung der Kata sind unterschiedliche Kampfkonzepte für die verschiedenen Kampfdistanzen enthalten. Zur erweiterten Schulung der Nahdistanz gibt es sowohl in China, als auch auf Okinawa, das Prinzip der „klebenden Hände“ (jap. Kakie, chin. Tuishou, kantonesisch Chisao), in dem die Bewegungen und Konzepte der Kata am Partner geübt werden. Im Zuge der Verbreitung des Karate wurde das alte Trainingskonzept der Meister (Die Übung der Kata mit entsprechendem Bunkai, das Kakie-Training sowie die Übung mit verschiedenen Geräten zur Stärkung des Körpers, quasi der Vorläufer des Bodybuildings) verlassen und die so genannte Grundschule (Kihon) wurde eingeführt. Man vereinfachte die Bewegungen der Kata und nahm einfach eine bestimmte Bewegung heraus, standardisierte sie zu einem Block, oder Angriff, und gab Ihr einen Namen, z.B. Gedan Barai. Durch dieses Kihon System konnten die Lehrer nun schnell einer großen Masse Schüler bestimmte Bewegungen beibringen. Dabei blieben jedoch die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten dieser Bewegung, die sich teilweise nur aus dem Zusammenhang der Bewegung in der Kata ergeben, auf der Strecke. Als nächstes kam es zur Entwicklung der Partnerübungen aus dem Kihon wobei die vorgegebene Anwendung der Bewegung am Partner geübt wurde. Das Kihon Ippon Kumite war geboren. Auf Grund des Karatetrainings an den japanischen Hochschulen und Universitäten wurde schon bald der Ruf nach sportlichen Vergleich der einzelnen Karateclubs laut. Die neue Generation der Karateka wollte Ihre kämpferischen Fähigkeiten testen und so kam es zur Entstehung des Wettkampfkarates, das jedoch meistens nur auf dem neuen Trainingskonzept, bestehend aus Kihon, Kata und Kumite (jap. Partnerübung) bestand. Diese neue Generation hatte keine Ahnung von den Prinzipien des Qi-gong und der Vitalpunktstimulation, die in den Kata verschlüsselt sind. Dies führte dazu, dass sich nun ein seiner Wurzeln beraubtes Karate in der Welt verbreitete, was sehr schön an der Bedeutung des Namens Karate zu sehen ist: Früher nannte man diese Kunst auf Okinawa Tode, was „Hand der Tang“ (gemeint sind die Chinesen) bedeutet. Das ursprüngliche Schriftzeichen für Karate bedeutete somit auch „Hand aus China“ und wurde erst im Rahmen des japanischen Imperialismus in „Leere Hand“ geändert und erhielt eine philosophische Bedeutung im Rahmen der Weglehre (Do). In gewisser Weise hatte dies jedoch auch seine reale Berechtigung, da die Techniken wirklich „leer“ waren! Ist man sich dieser Entwicklung der Kata bewusst, kann man verstehen, warum die Kata als das Herz und die Seele des alten okinawanischen Karate bezeichnet wird. Durch das Training der immer gleichen Bewegungen, stärke ich meinen Körper, harmonisiere den Energiefluss in Ihm, und übe Bewegungsmuster, die ich bei Bedarf in einem Kampf als Schlag oder Block auf bestimmte Vitalpunkte einsetze, oder mit denen ich den Angreifer werfe oder hebele. Das Training der Bunkai, inklusive Kakie, rundet letztendlich das Karatetraining ab. Ergänzend zum Katatraining bieten sich verschiedene Qi-gong Übungen an. Karate-Do ist meine Übung auf dem Weg Als Schüler-in des Shudokan-Ryu Karate-Do lebe und erforsche ich diesen Weg der alltäglichen Übung wachsam und neugierig, um meine körperlichen, geistigen und seelischen Möglichkeiten zu entfalten, sie sorgsam zu pflegen und ihren harmonischen Einklang zu fördern. Dabei sollen mich leiten und erfüllen: Achtung vor dem, was ich selbst bin Dienen und Teilen Demut und Geduld Ich lebe und handele im Geist des Friedens das Wissen und Können, das ich mir während des Studiums des Karate-Do aneigne, verspreche ich nicht für eigennützige Zwecke zu mißbrauchen. Ich verzichte auf Gewalt! Nur im äußersten Notfall setze ich Karate zum Schutz von Hilfsbedürftigen oder zur Selbstverteidigung ein. Ich kämpfe nicht mehr gegen … , ich setze mich mutig auseinander mit … und setze mich entschieden ein für … ! Freiheit und Frieden erwachsen aus meinem Mut zur Wahrheit Mein Mut zur wahrhaftigen und hinnehmenden Achtsamkeit im nur-Hier-und-Jetzt, befreit mich von meiner Ich-Verhaftung und öffnet mir Herz und Geist für das leere GewahrSein, – für mein Wahres-Selbst. Ein Bild zu unseren Leitgedanken und die Frage: In einer weiten Landschaft liegt ein Fluss. Er strömt von Horizont zu Horizont. Dieser Fluss entspringt einer Quelle und ergießt sich ins Meer. Auf dem Fluss schwimmen verschiedene Boote: große, kleine, offene, geschlossene, bewaffnete, friedliche, … Zwischen den Booten springt ruhelos und angestrengt eine kleine Person hin und her. Diese Person bleibt in keinem der Boote sehr lange – sie springt und springt. Der Fluss, der all diese Boote trägt, ist das „Wahre-Selbst“, – die Boote sind Empfindungen, Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Absichten, Ziele, Erwartungen, Verhaftungen, … Die Boote schwimmen auf dem Fluss, gehören zu ihm, sind aber nicht der Fluss. Die kleine Person ist unser „Ich“. Die Quelle und das Meer sind „die Macht, die größer ist als ich selbst“, sind das „GÖTTLICHE“, sind das „ABSOLUTE GEHEIMNIS“, dass das „Wahre-Selbst“ hervorbringt, trägt und in seine wesentliche Dynamik bringt. Immer fährt unser „Ich“ in einem der Boote; es ist sehr wasserscheu und hat Angst davor, ertrinken zu müssen, wenn es die vertrauten Boote verlässt und in den Fluss springt. „Öffnen von Herz und Geist für das leere GewahrSein, – für mein Wahres-Selbst“ heißt: mutig aussteigen aus dem vermeintlich sicheren Boot, in den Fluss springen und sich dem Fluss überlassen, fließen als der Fluss, der man immer schon war, nur-Hier-und-Jetzt ist, immer sein wird, – von der Quelle zum Meer. Und nun, – frage und erforsche bei Tag und bei Nacht, – bei allem was Du tust und lässt: Wer bin ich, – nicht?? Wer ist es, der eigentlich sieht, hört, riecht, schmeckt, berührt, fühlt, denkt will, redet und handelt ?? Was ist mein ureigentliches Wesen, – mein „Wahres-Selbst“?? Impressum | Copyright © 2018 Shudokan Theme by: Theme Horse Powered by: WordPress
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Aktuelles | Kurt Benning Archiv Benning hat in München im Stadtmuseum und im Lenbachhaus ebenso ausgestellt wie im Haus der Kunst und im Kolumba Museum in Köln. Das Lenbachhaus, das Kolumba Museum, aber auch das Victoria & Albert Museum und das British Museum besitzen Arbeiten von ihm, letztere aus der Zeit, als Benning noch in London lebte. In München pflegt die Galerie Huber seit vielen Jahren Bennings photographisches Werk. Gegenwärtig, noch bis zum 23. Februar, zeigt das Münchner Stadtmuseum ein von Hermann Kleinknecht und Kurt Benning begonnenes Video-Projekt in der Ausstellung „Gesichter der Stadt“ mit rund 50 einstündigen Porträts von unbekannten und bekannten Münchner*innen. Benning war mit vielen Künstlern befreundet und hat mit ihnen zum Teil umfänglich korrespondiert. Er war ein aufmerksamer Beobachter der Münchner Kunstszene und war bei wichtigen Ausstellungen in Münchner Galerien stets zugegen. 2008 hatte er selbst eine umfangreiche Ausstellung in der Rathausgalerie. Die Kurt Benning Stiftung erforscht das Leben des Künstlers. Anlässlich seines Geburtstages wollen wir damit beginnen, Spuren seines Wirkens ins Netz zu stellen. Damit möchten wir allen, die Kurt kannten, bitten und ermutigen, uns bisher unbekannte Facetten seines Lebens mitzuteilen. Diese Beiträge werden in der neuen Rubrik “Spurensuche” veröffentlicht. Den Anfang dieser Initiative machen wir mit Zitaten aus einem Brief von Kurt an einen langjährigen Freund vom 26.10.2005. Kurt berichtet darin von einer Jubiläumsausstellung „Kurt Benning/Dieter Krieg“ zum 30. Bestehen der Galerie Heinz Herzer in München. Benning schätzte Krieg seit Jahren, kam aber erst durch diese Ausstellung mit ihm intensiver ins Gespräch. Vor der Ausstellung hatte sich „aus sachlichen Gründen“, wie Kurt mitteilt, „notwendigerweise ein intensiver Telefonkontakt entwickelt, mit dem vorläufigen Ergebnis, dass jetzt, heute …die Literatur wichtiger sei als die Malerei“. Krieg war bekannt für seine Belesenheit in der Literatur des 20. Jahrhunderts und bezog daraus Impulse für seine Malerei. In seinem Brief fährt Kurt fort, dass er Krieg Sebalds „Ringe des Saturn“ empfohlen und ihm das Buch auch geschickt habe, „was er auch gleich zu lesen begann“. Krieg konnte an der Ausstellung in der Galerie Herzer nicht teilnehmen und fehlte demzufolge auch beim nachfolgenden Abendessen. Kurt schickte Krieg einen Bericht „über den Verlauf des Abends, der mit einem Dtz. handverlesener Gäste im Cohen’s endete.“ Seinen Bericht ergänzte er mit einer Zeichnung der Tischordnung des Essens, und diese Zeichnung wiederholte er in seinem Bericht an den Freund. Dass der ebenfalls eingeladene Kunstkritiker der Süddeutschen Zeitung Gottfried Knapp an diesem Abend dem Galeristen Herzer sein neuestes Buch „über Teufels-Darstellungen“ schenkte, war Kurt ebenfalls eine Mitteilung wert. Genau einen Monat später, am 26.11.2005, ist Dieter Krieg an seinem Wohnort in Quadrat-Ichendorf (NRW) gestorben. Gottfried Knapp verfasste für die Süddeutsche Zeitung am 29. November einen Nachruf und würdigte dessen Lebenswerk. Zur neuen Rubrik Spurensuche 1996 entwickelten die Künstler Kurt Benning (1945-2017) und Hermann Kleinknecht (geb. 1943) das Langzeitprojekt „Videoportraits“. Ihr Konzept bestand darin, Protagonisten der Münchner Kunstszene, aber auch Menschen aus allen sozialen Klassen, unterschiedlichen Berufsgruppen und jeden Alters darüber sprechen zu lassen, was sie bewegt. Entsprechend vielfältig sind die (Selbst-)Darstellungen, die sich nicht nur im Gesprochenen, sondern auch in Stimme, Gestik und Körpersprache manifestieren. Durch die Vielzahl und die Unterschiedlichkeit der Porträtierten geben die „Videoportraits“ einen Querschnitt durch die Münchner Gesellschaft unserer Zeit. Unter der Überschrift “Bilder für Alle” stellt die Ausstellung ergänzend einige offene, “demokratische” Porträtprojekte von Kerstin Schuhbaum, Barbara Donaubauer / Ulrike Frömel, Jadranka Kosorcic, Gabriele Drexler und Timo Dufner vor. Diese zeitgenössischen Arbeiten ergänzen die umfangreichen, stark historisch geprägten Porträtbestände der Sammlungen des Münchner Stadtmuseums und suchen neue Wege der Repräsentation der Bürger*innen zwischen Individuum und Typus. ERÖFFNUNG FREITAG, 22. NOVEMBER 2019, 18 – 21 UHR BURG LEDE BONN 23. NOVEMBER 2019 – 24. JANUAR 2020 In dieser Gruppenausstellung wird Kurt Bennings Arbeit SHOPWINDOWS zum Teil in Bonn und zum Teil in Köln präsentiert. Aus dem Pressetext des Tiroler Landesmuseums: Über Jahrzehnte beschäftigte sich der Münchner Künstler Kurt Benning (1945–2017) mit der Idee zu einer Skulptur, in der die Klarheit der Geometrie mit der Magie der Zahlen, die Statik einer Steinskulptur mit der Bewegtheit ihrer Formen in Verbindung bringen wollte. Er suchte nach einem Platz, an dem sein schlicht nur „Kubus“ genanntes Werk seine Wirkung entfalten kann, ohne mit Monumentalität auftrumpfen zu müssen. Im Tiroler Außerfern, auf der Ostseite der Allgäuer Alpen fand er ihn – weitab von allen Orten der bildenden Kunst. Die Erhabenheit des Alpenpanoramas und eine auf schlichten geometrischen Formen basierende Skulptur – kann das funktionieren? Wanderer auf dem „Jubiläumsweg“ in den Allgäuer Alpen entlang der deutsch-österreichischen Grenze können dies nun selbst erfahren: Ein scharfkantig zugeschnittener Kubus mit 224 cm Kantenlänge steht gegen das kleinteilige Chaos am Ende eines Geröllfelds. 28 Tonnen schwere Steinblöcke umschließen wechselweise stehend und liegend eine quadratische Aussparung und umkreisen still dieses Nichts in der Mitte des Kubus. „Hoch über dem Schwarzwassertal im Tiroler Außerfern fand der Künstler einen idealen Ort für sein Projekt. Vor dem engen Kar, das hinauf zur Bockkarscharte führt, ruht der Kubus wie auf einer organisch gewachsenen Aussichtsplattform. An diesem markanten Ort entfaltet das menschengemachte Gebilde größte Wirkung, ohne dieses seltene Stück unberührter Alpen zu beeinträchtigen.“ zeigen sich PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen und die Vertreter der Kurt-Benning-Stiftung, Peter Pinnau und Dr. Andreas Strobl, beeindruckt. Es schien zuerst unmöglich, die gewichtige Skulptur an der vorgesehenen Stelle zu setzen. Doch Kurt Benning gab nicht auf. Er konnte noch die Projektgenehmigung in Tirol einholen, konnte die Blöcke im Schwarzachtobler Hartsandstein zuschneiden lassen und eine Schweizer Helikopterfirma für den Transport gewinnen. Nur bei der endlich geglückten Verwirklichung im Oktober 2018 war er nicht mehr dabei. In einer spektakulären Aktion wurden am 17. Oktober 2018 von einem Lastenhubschrauber und unter der Regie der Steinmetze Franz und Christopher Probst aus Füssen im Allgäu die Steine der Skulptur an Ihren Bestimmungsort gesetzt. Es entstanden dazu zwei Filme: Herbst & Herbst Media aus Wiesbaden dokumentierten die Dramatik der Aktion. Die Künstlerin Cordula Schieri aus München schuf eine Hommage an Kurt Benning und seine Idee einer Steinskulptur in den Bergen. Beide Filme werden von Direktor Wolfgang Meighörner beim Tag der offenen Tür der Tiroler Landesmuseen am 26.10.2019 um 15 Uhr in der Aula des Ferdinandeums, bei freiem Eintritt, präsentiert. „Wir eröffnen sozusagen die Ausstellung nicht am Berg, sondern im Tal und hoffen, dass viele Wanderer den Blick auf den Kubus genießen werden“, so Meighörner. zur KUBUS-Seite im Kurt Benning Archiv “Wolken”, Kurt Benning: Photos Galerie Kurt Huber, Schmellerstraße 19 Rgb. 80337 München Besichtigung nach Vereinbarung: Tel. 089 / 76 72 90 93 16. Oktober – 16. November 2019 Freitag, 10. Mai, um 19:00 Uhr Begrüßung: Bürgermeister Achim Kiemel Einführung: Christian Gögger (Kurator der Ausstellung) Sa 14 bis 18 Uhr, So 11 bis 18 Uhr, Feiertage 11 bis 18 Uhr Die Ausstellung versammelt 20 Positionen der Fotografie aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen: Fotografie als Dokument, als Werbung, als Kommentar; Fotografie aus und für Politik, Ökonomie und Gesellschaft; Fotografie als Kunst und schließlich Fotografie, die sich selbst reflektiert. Es ist heute möglich, all diese Aspekte innerhalb der Kunst zu verhandeln. Die Fotografie ganz allgemein – vorausgesetzt überzeugende Qualität und ein handwerklich wie ästhetisch hoher Anspruch – ist für öffentliche und private Sammlungen von zentralem Interesse. Seit der ersten Ausstellung des Kunstvereins KISS im Jahr 2000 haben die Themenausstellungen auf dem Schloss immer versucht, Kunst aus der Region mit überregionalen, gar internationalen Positionen zusammenzubringen. Nur einmal – im Jahr 2008 „Ausgezeichnet. Im Kraftfeld der Linie“ – galt das Thema des Kunst- und Kultursommers ausschließlich einem Medium: der Zeichnung. Dieses Jahr ist es wieder soweit: die Fotografie wird mit weitreichender Ausschließlichkeit (nicht nur) die Räume und Flure des Schlosses besetzen, sondern auch ins Dorf hinein ausgreifen. Der Fotografie kommt seit geraumer Zeit im Kontext zeitgenössischer Kunst eine vorrangige Stellung unter den künstlerischen Medien zu. Die Digitalisierung des Bildes hat sowohl die Bildproduktion revolutioniert wie auch unseren Umgang mit Fotografie. So ist die der Fotografie wesentliche Abbildungsfunktion von Wirklichkeit außer Kraft gesetzt, sie kann beliebig manipuliert oder, freundlicher formuliert, gestaltet werden. Alles durch den Apparat Fixierte, im Spektrum zwischen Image und Imagination, liefert ab jetzt gehörigen Stoff für den ästhetischen Diskurs. In der Gesamtschau zeigt sich, dass man für die Auswahl der Fotografinnen und Fotografen zu dieser Ausstellung kaum in die Ferne schweifen musste, denn die Guten sind ziemlich nah. Zu den Künstlern und Werken: Wenn es Werbe-Ikonen gibt, dann wohl auch Werbe-Ikonographen. Zwei der herausragenden unter ihnen, mit internationaler Bedeutung, sind Dietmar Henneka und Dieter Blum, deren inszenierte Magazinfotos für Mercedes, Porsche, Shell und Marlboro legendär sind. Als jüngeres Pendant gehört hier auch Jürgen Altmann dazu, der im Rahmen der Modefotografie eine Hi-end Märchenstunde an unglaublichen Orten in Szene setzt. An das ortsspezifische knüpft seine Streetphotography an. Für eine moderne, ästhetische Sachfotografie steht die Arbeit von Adolf Lazi, einem Fotopionier, der ab den 1930er-Jahren bildnerische Maßstäbe setzte und sie in seiner Stuttgarter Fotoschule auch lehrte. Hansi Müller-Schorp leitete ab 1980 das Fotostudio von Willi Moegle, ein weiterer bedeutender deutscher Produktfotograf. Bemerkenswert früh entstehen ihre perfekten, kühl poetischen Stillleben, auf der Basis dieser kommerziellen Sachfotografien, noch ohne die Intention Kunst zu produzieren. Ausgangspunkt für die Arbeiten von Ulrich Schmitt und René Kanzler ist die künstlerische Fotografie. Beide aber hinterfragen das Medium systematisch. Schmitt widmet sich mit Akribie der Geschichte der mit der Fotografie verbundenen Chemographie, René Kanzler arbeitet auf der Basis soziologisch-wissenschaftliche Voraussetzungen für die Bildproduktion und -rezeption. Beider Reflexionen sind für den Betrachter auf eindringlich sinnliche Weise erfahrbar. Für die jungen Fotografinnen Menja Stevenson und Ann-Kathrin Müller ist das Medium Fotografie schon umstandslos ein künstlerisches. Ganz selbstverständlich zeichnet Menja Stevenson in ihren Arbeiten urbane Impressionen Tokios in Farbe und Form auf und überführt sie in diaphane Leuchtkästen. Ann-Kathrin Müller greift für ihre subtil inszenierten Schwarzweißfotos auf klassisch künstlerische Kompositionsmomente von Raum, Figur und Gegenstand zurück, welche den emanzipatorischen Prozess des Fotos zum Kunstwerk begleitet haben. Zum ersten Mal wird ein Teil der Ausstellung im Ort Untergröningen selbst stattfinden. Jutta Görlich und Edward Beierle fangen in ihren Fotoperformances Gerüchte und Geschichten aus dem Dorfleben ein und spiegeln sie an Toren, Fenstern und Mauern in den Dorfalltag zurück. Zwei Positionen bedienen sich der Fotografie als eine Art Selbstvergewisserung eigener Arbeit in anderen Zusammenhängen. Die seriell angelegten Bildfolgen von Helmut Stromsky entdecken in Natur und Landschaft minimalistische Strukturen, die seinem Verständnis als Bildhauer und Zeichner sehr nahekommen. Scarlet Berner nimmt sich die lausigen Abbildungen aus Carl Einsteins Buch Negerplastik von 1915 zum Vorbild und rearrangiert eigene Fotos, die primitive Plastik unterstellen. Im beinahe Unkenntlichen offenbart sich das Typische. Gleichzeitig bilden sie den Hintergrund für ihre krude-schönen, einfachen Keramiken. Einer der bedeutendsten Wissenschaftsfotografen hat seine ersten Exponate im Kontext der ZERO-Kunst der 1960er-Jahre vorgestellt. Manfred Kage ist u.a. der Pionier für die polychrome Fotografie durchs Mikroskop und die Sichtbarmachung von Ton und Schall mit psychedelischem Dimensionen. Die Künstler Wolfgang Gäfgen und Kurt Benning eint der Umstand, dass die Fotografie nur einen Teil ihrer künstlerischen Arbeit ausmacht. Für ersteren eröffnet das Fotografieren einen obsessive Parallel-Welt zum Zeichnen, Malen und Drucken. Ein sehr eigener surrealer Kosmos aus Licht, Schatten und Spiegelung wird darin aufgespannt. Benning dagegen zeichnet auf, dokumentiert, überhöht: im Porträt, auf der Straße, im Erfassen von Objekten. Zuletzt, 2017, ehrte ihn eine große Präsentation im Museum Kolumba in Köln. Marcus Neufanger markiert einen Gegenpol zur Lichtbildnerei: er zeichnet! Seine Porträts fixieren internationale Stars der (Foto-)Kunstszene, typisiert in Bild und Wort. Die Beschäftigung mit Fotografie als Kunst wird bei ihm omnipräsent. Eigentlich kommt Stefanie Maier vom Film. Deshalb vielleicht sind ihre Aufnahmen als Fotosequenzen angelegt. Die Magie des Einzelbildes einerseits und der Bildfluss eines ganzen Storyboards andererseits halten sich in ihren Arbeiten die Waage.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Madama Butterfly-5d822f4824588 Einführungsmatinee und Probenbesuch zu Madama Butterfly Tragedia giapponese in drei Aufzügen von Giacomo Puccini Sa 02.11.2019, 11.00–13.50 Uhr, eine Pause Alter Saal+Eintritt frei! Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica | in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Bei der Einführungsmatinee lernen Sie vorab Beteiligte der Produktion kennen und erfahren mehr über Werk und Inszenierung. 19.30–22.20 Uhr > Marguerre-Saal | 18.45 Uhr Einführung Di 11 Februar Sa 22 Februar 19.30–22.20 Uhr > Marguerre-Saal 19.00–21.50 Uhr > Marguerre-Saal So 19 April 15.00–17.50 Uhr > Marguerre-Saal | 14.15 Uhr Einführung Musikalische Leitung Elias Grandy | Julian Pontus Schirmer Regie Adriana Altaras Bühne und Kostüme Yashi Cio-Cio-San, genannt Butterfly Hye-Sung Na Suzuki Katarina Morfa Kate Pinkerton Ekaterina Streckert B. F. Pinkerton, Marineleutnant der USA Chaz'men Williams-Ali | Ks. Winfrid Mikus Sharpless, Konsul der USA in Nagasaki James Homann | Ipča Ramanović Goro João Terleira | Ks. Winfrid Mikus Fürst Yamadori Young-O Na Onkel Bonzo Wilfried Staber Yakusidé Woo Kyung Shin Der Kaiserliche Kommissar Xiangnan Yao Der Standesbeamte Hans Voss Die Mutter Cio-Cio-Sans Elena Trobisch Die Tante Irida Herri Die Cousine Mi Rae Choi Das Kind Jaehee Jeong/Karim Wisotzki/Malia Wisotzki Musikalische Einstudierung Suwon Kim/Claudio Novati/Hanna Pyo/Johannes Zimmermann Bühnenbildassistenz Bettina Ernst Bühnenbildhospitanz Antonia Ritter Kostümhospitanz Alissa Schaaf Erstellung der Übertitel Ulrike Schumann Übertitelinspizienz Martin Becher, Viktoria Karl, Florian Lang Konstruktion Oliver Schmidt Ton Luisa Sachs, Thomas Mandl Abendmaske Ramona Bauer, Amelie Broich, Martina Müller, Laura Stumpf, Lisa Watanpour, Nikola Wells Für Deutschlandfunk war Uwe Friedrich zu Gast bei der Premiere und berichtete im Anschluss an die Vorstellung live im Gespräch mit Britta Bürger. Das Gespräch, gesendet am 9. November 2019 in der Sendung »Fazit« im Deutschlandfunk Kultur, können Sie hier nachhören. https://www.theaterheidelberg.de/wp-content/uploads/2019/11/feministisch_adriana_altaras_inszeniert_in_heidelberg_drk_20191109_2340_ac5d3a12.mp3 In Adriana Altaras’ als »psychologischem Kammerspiel« angelegten Inszenierung, die sich ganz auf die »Liebe der Cio-Cio-San« konzentriere und das Libretto genau lese, sei Hye-Sung Na als Butterfly »der unangefochten leuchtende Stern«, schreibt Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (11. November 2019). Ihre Rolle habe sie »in allen Fasern dieses Charakters erfasst und verinnerlicht«, in »schier endlosen Nuancierungen« und »sauberer, nie schriller Höhe« gebe ihre »tadellose Stimme« der Rolle eine »höchst feine, in sich gekehrte Wendung«: »Das hat etwas Intimes, Leises und zutiefst Berührendes.« Elias Grandy und das Philharmonische Orchester hätten bei der Premiere ein »emotional höchst packendes Klangereignis« geboten, das jede Gefühlsregung auf der Bühne in der Musik »widergespiegelt« habe. Für Frank Pommer (Die Rheinpfalz, 10. November 2019) ist Generalmusikdirektor Elias Grandy der »große Gewinner dieser Neuproduktion«. Er habe das Philharmonische Orchester Heidelberg zu »einem packenden, mitreißenden, bisweilen regelrecht aufwühlenden Spiel« animiert, die Tragödie sei von Anfang an in der Musik präsent: »immer unter Hochspannung, nie jedenfalls schwülstig oder süßlich«. In der Inszenierung von Adriana Altaras, die sich »eng an die Vorlage« halte und deren Stärken »eindeutig in der Personenführung« lägen, sei Hye-Sung Na in der Titelrolle »so etwas wie eine Idealbesetzung«. Stimmlich überstrahle sie das Orchester »mühelos«, ihrer Darstellung folge der Zuschauer »atemlos«. »Beachtenswert« sei auch die Leistung der Sängerdarsteller Chaz’men Williams-Ali, Katarina Morfa, Jomes Homan und João Terleira. In ihrer Inszenierung habe Adriana Altaras eine »genaue Sicht auf die Figuren und ihre Motivation« bewiesen und die Tragik der Figuren »präzise ausgearbeitet« und in »ästhetisch stimmige Bilder« übersetzt, bemerkt Claus Walters in den Badischen Neuesten Nachrichten (13. November 2019). Im Mittelpunkt der Abends stehe die »grandiose« Hye-Sung Na, die »fern aller Routine« und mit einer »ungemein differenzierten sängerischen Gestaltung« ein »überzeugendes« Rollenporträt geboten habe. Wie GMD Elias Grandy das Geschehen »aus dem Graben dramatisch angeheizt« habe, und das »Vordergründig-Wirkungsvolle ins rechte Verhältnis zur Modernität der Partitur« gesetzt habe, sei vom Publikum ebenso gefeiert worden wie die Leistung des »zuverlässigen« Chores.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Kopfrumpflänge: 56 - 76 cm Schwanzlänge: 20 - 31 cm Gewicht: 5 - 12 kg Die Rohrkatze ist von Ägypten über ganz Südasien bis nach Indochina verbreitet. Gewöhnlich hält sie sich im Bereich von Flüssen und Seen auf und bewohnt hier die unzugänglichen Schilfdickichte, die sumpfigen Ufergehölze und die angrenzenden Hochgrasflächen. Ihrer Vorliebe für Röhrichte aller Art verdankt sie denn auch ihren Namen. Die Ohren der Rohrkatze tragen an ihrer Spitze schwärzliche, bis 1,5 Zentimeter lange Haarpinsel. Wegen dieses Körpermerkmals, das eigentlich für die Luchse typisch ist, und ihrem Leben in oftmals sumpfigem Gelände wird die Rohrkatze manchmal auch «Sumpfluchs» genannt. Sie ist aber kein echter Luchs; deshalb sollte man die Bezeichnung besser vermeiden. Die Rohrkatze ist eine geschickte Vogelfängerin. Wasservögel aller Art sowie Fasanen, Rebhühner und Pfauen fallen ihr häufig zum Opfer. Da sie die Nähe menschlicher Siedlungen keineswegs scheut, kommt es auch immer wieder vor, dass sie in ein Hühnergehege einfällt. Damit macht sie sich natürlich nicht besonders beliebt. Ein eher lustiges Erlebnis mit einer «diebischen» Rohrkatze hatte hingegen im letzten Jahrhundert der Naturforscher T. C. Jerdon in Indien. Er schreibt darüber: «Als ich kürzlich am Rande eines Zuckerrohrfelds einen Pfau schoss, sprang völlig unangemeldet eine dieser Katzen heraus, schnappte sich den toten Pfau und verschwand ohne Dankeschön zu sagen - wieder im Dickicht.» Auf altägyptischen Wandzeichnungen ist neben der afrikanischen Wildkatze («Falbkatze») und dem Löwen zuweilen auch die Rohrkatze abgebildet. Das hat seinen guten Grund: Die alten Ägypter schätzten die mittelgrosse Raubkatze sehr als treue und hilfreiche Jagdbegleiterin. Fiel bei der Vogeljagd ein geschossener Vogel ins unwegsame Schilfdickicht, so konnte er von der gezähmten und abgerichteten Rohrkatze jeweils im Nu herbeigeschafft werden.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Geographie | Newsflash Veröffentlicht am 24. September 2014 von Leitende Eule Veröffentlicht am 19. April 2009 von Leitende Eule Erdkunde: f�nf Veröffentlicht am 21. Dezember 2006 von Leitende Eule Der Betreiber der Pr�senz ist �brigens in Seattle im US-Bundesstaat Oregon beheimatet. Urspr�nglich kam er aus Los Angeles im US-Bundesstaat Arizona. Dann hat er eine Weile in Dallas im US-Bundesstaat Louisiana gelebt und mehrere Firmen in Philadelphia im US-Bundesstaat Florida, in Las Vegas im US-Bundesstaat Utah und in Miami im US-Bundesstaat Massachusetts gef�hrt. In der von den Einheimischen so genannten �Rainy City� wurde 1916 der Flugzeughersteller Boeing gegr�ndet. Der Hauptsitz ist inzwischen zwar in Chicago. Im US-Bundesstaat Ohio? Beim 1000. Bild waren das ein paar Freunde, bei einem Parisbesuch der Eifelturm. Und von Paris aus kann man bis nach Kleinhau sehen? Staatenwanderung Veröffentlicht am 25. August 2006 von Leitende Eule VHS entdeckt T�rkei in Hamburg War sie denn von ihrem traditionellen Platz am Mittelmeer verschwunden? Veröffentlicht am 21. Juli 2006 von Leitende Eule Die Kriminalpolizei r�t � Veröffentlicht am 20. Juli 2006 von Leitende Eule An der Ostseek�ste fehlen drei Yachth�fen Die �rtliche Polizei verfolgt noch keine hei�e Spur und hofft auf Beobachtungen der Anwohner. Sachdienliche Hinweise bitte an alle Polizeidienststellen oder an die Kripo in Kiel und Schwerin. Veröffentlicht unter Geographie, Gesellschaft Veröffentlicht am 11. Juli 2006 von Leitende Eule
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Gesellschaft für Informatik zeichnet "10 prägende Köpfe" der KI aus | heise online v.l.n.r.: Bernhard Nebel, Wolfgang Wahlster, Theresa Tran (KI-Newcomer), Elisabeth André, Susanne Biundo-Stephan, Stefan Wrobel, Wolfgang Bibel, Gunay Kazimzade (KI-Newcomer), Christine Regitz (Juryvorsitzende), Otthein Herzog, Dieter Fellner (Jury), Hanes Federrath (Jury), Christoph Beierle (Jury) - kniend: Jörg Siekmann, Bernhard Schölkopf (Bild: GI/IUK - Fabian Sperk) "KI50 – gestern, heute, morgen" heißt das Projekt, in dem die Gesellschaft für Informatik (GI) zehn Wissenschaftler geehrt hat, die die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) in Deutschland maßgeblich geprägt haben. Mit der Wahl der "prägenden Köpfe" will die GI einer breiteren Öffentlichkeit die Geschichte dieser Informatik-Sparte nahebringen und gleichzeitig einen Anschluss an das Wissenschaftsjahr 2019 setzen, in dem die KI-Forschung im Mittelpunkt stand und zehn "KI-Newcomer" ausgezeichnet wurden. KI 50 befasst sich mit der "langen und vielfältigen Tradition der Künstlichen Intelligenz", die seit Anfang der 70er Jahre in Deutschland entstanden ist. Wie GI-Präsident Hannes Federrath betonte, ist die Liste der zehn "prägenden Köpfe" nicht als Top-10-Liste im Sinne einer Rangliste zu verstehen. Vielmehr soll die ganze Bandbreite der KI-Forschung in Deutschland abgebildet werden. Nach den zehn Newcomer*innen stehen die zehn prägenden Köpfe für die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz insgesamt, bei der ein großer Anteil der Forschungsarbeiten aus Europa und aus Deutschland stammten, erklärte Dieter Fellner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds und Mitglied der Jury. Die zehn prägenden Köpfe der KI (10 Bilder) Elisbaeth André, Inhaberin des Lehrstuhls für Multimodale Mensch-Technik Interaktion am Institut für Informatik der Universität Augsburg. Sie forscht im Bereich der Interaktion von Mensch und Machine sowie der Multiagentensysteme. (Bild: Gesellschaft für Informatik) Kurzlink: https://heise.de/-4659250
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Fernreisende im Nahverkehrszug.: Schwarz weiß, Gesicht, Mischtechnik von Vaga on KunstNet Gesichter – Schwarz Weiß Uploaded by Vaga on 07/10/2017 Title Fernreisende im Nahverkehrszug. Info 765 21 29 6 5.2 by 6 - 13 Votes @Gast, 5 Zum Durchblättern?? Wie zum Durchblättern geschaffen. @Paco Danke dir sehr für diese informative - fast einer Vorlesung ähnelnden - Darlegung. Ich bekomm' schon 'Appetit', wenn ich mir deine Tipps vors geistige Auge halte. Könnte sein, dass ich sie irgendwann mal beherzige. Kommt Zeit, kommt vielleicht auch Linoleum 'aufs Parkett', bereit, um mit Händen und Füßen bearbeitet zu werden ;-). Zwischen deinen Zeilen lese ich eine fast sinnliche Affinität zu diesem Material. Wobei Kunst ja ohnehin neben Idee und technischer Umsetzung derselben (egal mit und aus welchem Material), auch durchaus ein haptisches Vergnügen darstellen kann und die Verstärkung sinnlicher Wahrnehmung. Linoleum ruft übrigens bei mir eine Erinnerung wach: In meiner Kindheit war es als Bodenbelag gebräuchlich, und zum Wochenende wurde gebohnert und gewienert mit einem Koloss von Handbohnerbesen, auf dem man - als Kind mit entsprechendem Fliegengewicht - stehen und mitwienern konnte. Erinnerlich ist mir auch der Duft des Bohnerwachses, der sich mit dem des zeitgleich im Backofen befindlichen Sonntagskuchens mischte ;-). Das Sympathische am Linoldruck ist für mich, dass er so billig und somit viel demokratischer ist als etwa die elitäre Radierung, wo alle Materialien (Papier, Farbe, Zinkplatte) wirklich arschteuer sind. Du brauchst nur eine Linolplatte (ein paar Euro), ein kleines Linolmesser-Set (ein paar EUR) und Farbe (ein paar EUR) - zum Ausprobieren müsstes du schätzungsweise 20,- EUR investieren. Anfangs habe ich meine ersten Linol-Versuche auch als Handdrucke gemacht - darin haben z.B. auch die Chinesen eine jahrhundertelange Tradition. Nachdem ich dann gemerkt hatte, dass das Medium für mich sehr geeignet ist, habe ich mich dann nach einer Presse umgesehen. Der Druck per Presse ist natürlich einfacher, komfortabler, schneller, akkurater etc. etc., aber zum Ausprobieren reicht der Handdruck völlig, der sogar unter Graphik-Liebhabern bes. geschätzt wird, weshalb viele Künstler den Vermerk "Handdruck" unter die Darstellung setzen. Ich würde für den ersten Linoldruck ein einfaches einfarbiges Motiv in kleiner Größe empfehlen - und nicht direkt einen Farbdruck von mehreren Platten. Ich kann mich erinnern, dass ich bei meinen ersten Handdrucken das Papier auf dem Fußoden auf ein dickes Buch gelegt hatte, darauf dann die umgedrehte eingefärbte LInolplatte und darüber wieder ein großes dickes Buch und mich dann daraufstellte, um für entsprechenden Druck auf das Papier zu sorgen. (Alternativ kann man die Rückseite des Papiers auch mit einem Löffel oder Handreiber unter größerem Druck abreiben) Die Ergebnisse waren bei mir nicht völlig zufriedenstellend - ansonsten hätte ich mir keine Presse besorgt - aber auf jeden Fall ausreichend, um zu entscheiden, ob einem die Drucktechnik liegt oder nicht. Auch der Holzschnitt ist sehr preiswert: die Sperrholzplatten gibt es im Baumarkt für n Appel und n Ei und deren Pappelholz ist so weich, dass man auch diese Platten mit den Linolmessern problemlos schneiden kann und für den Anfang keine teuren Holzschnittmesser braucht. Nachdem mein erster Tipp so gut bei dir angekommen war, nun also mein zweiter: Dringend Linolbesteck kaufen und ausprobieren! Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als ich das allererste Blatt von meiner ersten Linolplatte nahm (ein unbeholfenes Porträt von Laetitia Casta, das ich hier immer noch aufbewahrt habe) - das war für mich ein regelrechter Flash, ein extremer Adrenalinschub, weil man die tausend Gedanken, die man sich vorher gemacht hatte, dann plötzlich in Händen hielt. Das hat mir eine völlig neue Welt eröffnet... @Paco Nein, habe ich nie versucht, weil ich selbst nicht die Möglichkeit dazu habe. Angedacht hab' ich's (vor allem bei solchen Motiven wie dem 'Nahverkehrszug') zwar bereits mehrfach, gäbe es eine Werkstatt, die mir die Möglichkeit dazu böte. Ob ich's dann letztendlich handwerklich befriedigend hinkriegte, wüsste ich gar nicht, wäre aber möglicherweise den Versuch wert. Ich kann gut nachempfinden, was du meinst bezüglich der "modifizierten Manipulation" der Motive durch diese andere Form der Bearbeitung, und dass es sicherlich spannend wäre, zu schauen, auf welche Art die Abweichungen, die unweigerlich entstünden, 'phänotypisch' eine neue (An-)Sicht böten. Zu deinem P.S.: Als Original-Grafiken - im Sinne 'in der Hand und vor Augen' - kann man sie vielleicht nur bedingt bezeichnen, denn es gibt diese mischtechnischen Arbeiten bzw. Bearbeitungen als Original ja nur im digitalen Archiv. Bisher handhabte ich es dahingehend, die Drucke dieser 'theoretischen Originale', die ich über whitewall habe anfertigen lassen, als Fine Art Print zu deklarieren, mit meinem vollen Namenszug und Zeitangabe auf der Rückseite, sowie - wenn gerahmt - vorne auf dem Passepartout (mit Bleistift) unter dem Bild links als limitierte Auflage, mittig den Titel und rechts meine Initialen als Kurzsignatur. Vielleicht kann man diese Art von semidigitaler Kunst vergleichen mit Texten der 'Kunstgattung' Literatur, die ja auch im originalen Original ;-) nicht in der Hand zu halten, sondern nur als Druck erwerbbar sind. Bilder - speziell dieser Art wie o.a. - könnte man ohnehin eher als Einheit im Verbund mit dem Titel - also so wie die Illustration einer Idee - verstehen. Herzlichen Dank dir, Paco, für deine so ausführliche (mir sehr wertvolle) Rückmeldung! Hast du eigentlich schon mal versucht, ein solches Motiv im Linol- oder Holzschnitt umzusetzen? Dabei müsstest du einige Abstriche machen - die ganz feinen Linien - bes. an den Augen - würde man wahrscheinlich nicht auf den Druckstock rüberretten können (da würden die Stege wohl abbrechen), dafür würde das Motiv andere Charakteristika der Druckstöcke in Linoleum oder Holz annehmen und ganz anders wirken: Es würde den "digitalen Charme" ablegen und mehr nach "Farbe riechen" als nach der Computermaus... Für dieses Motiv bräuchtest du 2 Platten (eine Schwarzplatte und eine für den Grauton) und auch beim Ausdrucken ist das etwas friemelig - aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man manchmal richtig geflasht wird von den Möglichkeiten und Ergebnissen des Hochdrucks... P.S.: Wenn du die digitale Datei bei whitewall ausdrucken lässt, gilt das eigentlich als Original-Graphik? @Paco Danke ganz, ganz herzlich für dein Feedback. Von Guayasamin hatte ich bisher nichts gehört und nichts gesehen. Zumindest nicht erinnerlich. Das 'Schnäppchen' habe ich jetzt bestellt, nachdem ich mir im I-Net Bilder von ihm angeschaut habe und - wie du ahntest - begeistert davon bin. Ich freu' mich jetzt sehr auf diesen Bildband. Deine konstruktive Kritik nehme ich übrigens supergern an. Auf deine Frage hin: Das Bild existiert (so, wie andere Bilder dieser Art) momentan ausschließlich in meinem digitalen Archiv. Habe es aber letzte Woche als fine art print (bei whitewall) bestellt und werde es in den nächsten Tagen (kleinformatig, 13 x 13 cm) in den Händen halten. Häufig ist es so, so meine Erfahrung, dass auf diesen (hochwertigen) Drucken solche Linien perfekter ausschauen als digital, respektive in der Vergrößerung. Bin gerade bei diesem Bild sehr gespannt auf das Ergebnis. Es ist eine Heidenarbeit, solche Feinarbeiten in dieser Technik mit optimalem Ergebnis hinzukriegen. Aber das wirst du nachempfinden können. Ich grüße dich und danke dir noch einmal sehr, lieber Paco, - vor allem auch für den Guayasamin-Tipp. Deine Figurenbilder erinnern mich an Oswaldo Guayasamin, den großartigen, bei uns aber rel. unbekannten ecuadorianischen Maler. Von dem habe ich hier einen fetten Bildband stehen, den ich dir empfehlen möchte - ist für mich einer der schönsten Kunstbände überhaupt: Adoum: Guayasamin. Antlitz der Zeit (ISBN: 3922619428). Ein ganz oppulenter Band, der normalerweise rel. teuer ist. Habe eben gesehen, dass bei Amazon ein Ex. für 5,- EUR angeboten wird. Wenn das stimmt, wäre das ein Super-Schnäppchen (die anderen Anbieter verkaufen das Buch für 40,- EUR aufwärts). Obwohl, das abgebildete Cover ist verkehrt (die Farbe meines Buch-Covers ist orange), aber die sonstigen bibliographischen Daten (ISBN, Seitenzahl, Verlag etc.) stimmen. Ich möchte wetten, dass dir bei dem Anblick seiner Bilder die Augen übergehen würden... Ein wirklich tolles Bild - großes Kompliment! Existiert das eigentlich auf Papier oder nur in digitaler Form? Das ist nämlich auch mein einziger kleiner Kritikpunkt: z.B. bei der rechten Figur stört mich etwas die vom Betrachter aus gesehen linke Schulter, die mir ein bisschen zu krisselig geraten ist, so wie das beim Bildbearbeitungsprogramm mit der Farbtopf-Funktion manchmal passiert. Für meinen Geschmack würde das Bild an solchen Stellen mit klareren, schärferen LInien noch gewinnen und wären dann für mich perfekt. Aber das ist ja nur ein klitzekleines Detail... ..........^^...........ja du hast recht, es gleicht schon einem minenfeld,u.worte können wie zündschnüre ihre wirkung entfalten,und genau darin liegt der wohnraum jeder kreativität............im guten wie im schlechten.............gw @WERWIN Actio gleich reactio - ist das nicht die Grundlage jeglicher Kommunikation? Und das Staunen ist ein kindlicher Zug, den wir m.E. nie verlieren sollten. .........^^.............ich von meiner seite aus hab längst ein sagenwirmal vorfelderkennungssystem ,was jeden zerstörrerischen gedanken ansaugt, es hat jahre gedauert dieses system aufs feinste einzustellen,dabei spielt rücksicht eine wesentliche rolle,lernfähigkeit,neues anzunehmen u.vor allem die erkenntnis unserer menschlichen versagungen,meiner versagungen zu wissen,da diese bis auf den heutigen tag versuchen sich in die geschehnisse mit einzuschleichen........doch ja,ich verstehe sehr wohl was du damit meinst.............ich bin nur über meine eigene reaktion beim lesen deiner zeilen erstaunt.............gw @WERWIN Die Crux ist, dass uns mit Sicherheit solche Gedanken dazwischen kämen, die das Zeug dazu haben, unsere 'tugendhaften' Absichten bereits im Keim zu ersticken ^^. ................^^........solange uns der nektar am wegrand nicht erdrückt,wir das ganze als ausfug ohne lehrplan wahrnehmen,einfach alles gepäck zur seite legen und uns fallen lassen ,so stünde dieser reise nichts im wege...........gw ................^^........solange uns der nektar am wegrand nicht erdrückt,wir das ganze als ausflug ohne lehrplan wahrnehmen,einfach alles gepäck zur seite legen und uns fallen lassen ,so stünde dieser reise nichts im wege...........gw @WERWIN Wobei eine gemeinsame Exkursion in die Tiefe diese Reise - einer Achterbahnfahrt gleich - möglicherweise zum Abenteuer komplettieren könnte. wahrlich,und stellen sie es dann noch richtig an,so keimen sie mit vereinten kräften in ungeahnte höhen.......gw @WERWIN Gedanken reisen zuweilen in eine Richtung, in der sie zufällig auf Gedanken treffen, die in die gleiche Richtung reisen ;-). ...............^^.........die gedanken des betrachters befinden sich in feinster gesellschaft...............die wiederholung eines kommentars ist rein zufällig.............*gw @huekki Vielen Dank für die Rückmeldung! Das ferne fühlt sich ausgegrenzt an Im zweisamkeitswagon und gibt ihm doch den rahmen....schöne arbeit!
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Offene Tür der Christen e.V. in Endingen a.K. * * * Eines der aktuellen Projekte gilt den Kindern in M’bour in Senegal. * * * Bis Dezember 2015 konnten wir 5.800,-- Euro für die Kinderstation der Talibé Kinder sammeln und weitergeben. Im Jahr 2016 konnten wir Spenden in Höhe von Euro 6.800,-- für Talibé Station sammeln und überweisen! In 2017 konnten wir weitere Euro 7.800 im September überweisen! Talibé Zentrum 2015 Präsentation der Initiative Talibé Zentrum (Présentation du ministére) Die Kirche Philadelphie von Senegal, die sich über den Wert der Kinder vor Gott sehr bewusst ist, ist im Dienst unter den Kindern seit der Eröffnung des Talibé Zentrums sehr engagiert. Das Talibé Projekt ist eine Initiative unter den Straßenkindern in der Stadt von Mbour. Diese Initiative der Kirche Philadelphie von Senegal ist aus einer Vision von Pastor Ibra Diokel Seck geboren für Kinder, die von ihren Familien, ihrer Gesellschaft und ihrer Nation verlassen(aufgegeben) wurden. In einer Vision hat der HERR Pastor Diokel Kinder gezeigt, die in einer erbärmlichen Situation waren. Er sah auf einem Weg viele Kinder, die allein, ohne die Begleitung eines Erwachsenen gingen. Dann befahl der HERR ihm, sich um alle diese Kinder zu kümmern, die von ihnen zurückgelassen wurden, ausgestoßen, misshandelt, entstellt und müde. In der Vision ging das Wort weiter, um ihn zu bitten, sich mit diesen Kindern zu beschäftigen, ihnen zu essen zu geben, ihnen die Sprache zu lernen und ein Vorbild für sie zu sein. Durch die Unterstützung der Kirche Philadelphie ist diese Vision vom Bau einer Betreuungsstelle (Talibé Zentrum) eine Realität geworden. Dieses Talibé Zentrum funktioniert seit 2011 und empfängt die Talibé- Kinder und die Kinder der umliegenden Bezirke, die in kümmerlichen Bedingungen leben. Die Tätigkeiten des Zentrums richten sich nach den Empfehlungen aus der Vision: ernähren, unterrichten, spielen und pflegen. Heute ist das Zentrum ein echter Segen für die Nachbarbezirke: Es ist der Lieblingsort von diesen Kindern und sogar von vielen Erwachsenen. Sie kommen zum Zentrum um Wasser zu holen und ihre Kinder werden dort ernährt und gepflegt. Seit die Vision bekannt wurde, ist eine Mannschaft von Freiwilligen, denen diese Kinder wichtig sind, beschäftigt, dieses Zentrum zu leiten Nach der Vision ist Pastor Diokel die Szene von Mose mit Pharao im Geist vor Augen gekommen, wo der Herr dem Volk befahl, Gefäße aus Gold von den Ägyptern zu nehmen und er verstand, dass Gott ihm sagte, sich den Eltern zu nähern, um ihre Genehmigung zu erhalten, in das Leben der Kinder einzugreifen. Er verstand auch, dass diese Kinder wie Gold sind vor den Augen Gottes. So entstand die Idee, eine Betreuungsstelle (Zentrum) zu bauen, um die Vision zu verwirklichen. Schulwesen (Enseignements) Mehrere Themen sind im Laufe des Jahres durchlaufen worden. Sie zielten alle darauf, den Kindern eine genaue Vorstellung von Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu geben, der gestorben und auferstanden ist, um die Menschen zu retten (Erwachsene und Kinder). Die Lehrer hatten auch Ziele wie, den Kindern zu helfen, einen gerechten Charakter und eine gute Persönlichkeit zu bilden. Wir rühmen den Herrn, dass er uns erlaubt hat, die angenehmen Früchte zu sehen, produziert durch sein Wort, das durch die Lehrer weitergegeben wurde. 50 Kinder haben auf den Aufruf während dem Unterricht geantwortet. Wir haben einen Club der guten Nachricht für die Betreuung angefangen und wir machen weiterhin Sport mit den Jungen, mittwochs, auf dem Außengelände. Die Vorschullehrer integrieren biblische Werte in ihren Kursen und beobachten die Momente der Hingabe in der Mannschaft. Im Jahr 2014 haben wir mehrere Themen behandelt, die dazu beigetragen haben, die Kinder zu erziehen und sie zu Gott zurückzubringen. Wir haben über die Schöpfung gesprochen mit dem Ziel, den Kindern zu zeigen, wie Gott alle Dinge durch sein mächtiges Wort entstehen ließ (1.Mose 1); die Integration mit zu helfen, den großen Wert für die Menschen und für Gott zu erkennen (wir haben das Buch von Daniel betrachtet); schließlich die Liebe, sie zu ermuntern, Freundschaften mit guten Personen einzugehen. (Matthäus 22:37-39) Wir haben Weihnachten genutzt um von der Geburt Jesus zu sprechen. Ernährung und Gesundheit (Nutrition et santé) 2015 haben wir 4700 Kinder empfangen, die die kleine Zwischenmahlzeit genutzt haben, die ihnen jeden Mittwochmittag angeboten(geschenkt) wird, wenn die Talibé- Kinder ein wenig Freizeit haben. Wir haben 944 Kindern Versorgungen angeboten(geschenkt). Erwachsene haben auch diese kostenlosen Versorgungen genutzt. Kleidung wurde an die Kinder verteilt. 2014 haben mehr als 200 Kinder Krankenpflege erhalten von Michel und dem brasilianischen Paar das kam um uns zu helfen. Ihre Wunden und Verletzungen wurden gepflegt und sogar manche kleine Krankheit wie die Krätze. Die Kinder bekamen von Zeit zu Zeit Vitamintabletten, um die Vitaminmängel zu bekämpfen. Die Kinder wurden mehrmals gegen den Virus Ebola geimpft. Freizeit (Loisirs) Die Kinder, die häufig das Talibé Zentrum besuchen, nutzen diesen Ort um hier zu sein jeden Tag, jederzeit und sogar in der Nacht. Auswirkungen (Impact) Die Kinder sind an das Talibé Zentrum sehr gebunden, es gibt welche, die bezeugt haben, dass sie keinen Tag verbringen können, ohne in das Talibé Zentrum zu kommen. Selbst wenn alle weg sind, gibt es Kinder an der Tür, die hören, ob man aufmacht oder andere, die warten, dass man die Lichter anmacht, um zum Talibé Zentrum zu laufen. Die Kinder der Nachbarschaft kommen um ihre Lektionen im Talibé Zentrum zu lernen bis um 21.00 Uhr, inzwischen unterstützt von einem Bruder. Die besten Schüler der Station bekommen Geschenke, um sie zu ermutigen zu lernen. 2014 ist uns gelungen, 9 Kinder in der Schule anzumelden. Ein Junge namens Modou hat öffentlich erklärt, Christ geworden zu sein. Wir sind in Verbindung geblieben, um seine Überzeugung reifen zu lassen. Wir haben einige Kinder bei ihnen besucht. Sie waren sehr zufrieden, sogar die Eltern. Die Kinder werden immer positiver. Dankbarkeit(Anerkennung) und Gebet (Reconnaissance et prière) Ruhm dem Herren Jesus! Danke für eure Gebete für uns! Danke für eure Ermunterungen! Wir bedanken uns beim Herrn für seine Treue zu uns während des Jahres 2015! Wir bitten für unsere 50 Kinder, die ihren Glauben noch nicht offen zeigen können! Wir bitten wir für mehr Kinder die den Herrn annehmen 2016! Wir bitten wir für die Führung des Heiligen Geistes 2016! Wir bitten wir für alle die das Werk stützen! Unsere besten Wünsche! (Nos meilleurs voeux!) Wir nutzen den Beginn des Jahres, um das Beste für das Jahr 2016 zu wünschen. Dass Sie der Herr in allem vorwärts gehen lässt, was Er bei Ihnen schätzt! Dass Er Sie in seinen Willen führt! Dass Er Ihnen die Türen öffnet, die Ihn rühmen werden! Neuigkeiten aus dem Senegal – Dezember 2014 Eric und Heesuk mit Ihren Kinder Johanna, Lois und Chloé Geliebte im Herrn, anbei einige Neuigkeiten über den Dienst und die Familie im Senegal. Die Gemeinde in Mbodiène macht gute Fortschritte. Nicht nur, dass sie an Größe wächst, sondern Sie nimmt auch an Reife zu. Die Jugendlichen und die Frauen der Gemeinde sind sehr engagiert im Gebet und der Verkündigung des Evangeliums. In jedem Viertel von Mbodiène gibt es einen aktiven Hauskreis. Jede Woche dürfen wir durch die Gnade des Herrn Heilungen und Befreiungen sehen. Die Gemeinde in Faylar geht ebenfalls vorwärts dank dem Verantwortlichen Pape Michel, der die Christen sehr zum Arbeiten und Dienen ermutigt. Die Gemeinde in Gorou geht auch dank der Hauskreise die nun regelmäßig von Pierre Ngor Faye besucht werden vorwärts. Pierre hatte einen Motoradunfall aber es geht ihm schon besser und sein Motorrad wird gerade repariert. Die Gemeinde in Koulouk, welche uns einige Sorgen bereitet hatte, hat sich seit einigen Monaten durch die Gegenwart von Georges Diouf wieder erholt. Georges ist ein gläubiger Landwirt, der Francois sehr bei der Verkündigung des Evangeliums unterstützt. Francois war krank doch nun geht es ihm wieder gut. Das Gleiche gilt für Justin, der in seiner Gesundheit letztes Jahr sehr angegriffen war. Die Gemeinde in Ndiaganiao ist dabei sich langsam zu erholen. Justin predigt jede Woche im Radio-. Talibékinderzentrum…und die Grundschule! Seit einigen Monaten arbeitet Louise die Ehefrau von Pastor Jokeel als Erzieherin in einer kleinen Grundschule, die durch einen baptistischen Missionar aus Brasilien namens Ricardo getragen wird. Ricardo hat eine Vision von Gott, sich um die Erziehung und die Verbreitung des Evangeliums unter den Kindern des Viertels zu kümmern, deren Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können. Als Ricardo unser Zentrum für Talibékinder besuchte, war er von dem dort Erlebten sehr berührt und bot Jokeel und Louise an ihnen bei der Einrichtung zweier Grundschulklassen im Talibézentrum zu helfen. Mit Freude haben die beiden akzeptiert, da das mit ihrer Vision, alle Kinder des Viertels mit dem Evangelium zu erreichen übereinstimmt. Seit einem Monat gestalten Louise und Simon, ein Erzieher und Mitglied der Gemeinde jeden Morgen den Unterricht für 40 Kinder. Es ist wunderbar wie Gott uns plötzlich Türen öffnet. Heesuk besucht jede Woche das Zentrum um Louise bei der Planung der Lerneinheiten zu unterstützen. Gemeinsam suchen sie nach geeigneten Methoden, wie man den Kindern am besten den Lehrstoff vermittelt, da von den Kindern keines Französisch spricht. Die Arbeit in der Grundschule kommt Heesuk gerade Recht, denn das Projekt Emile (Multilinguale Erziehung) bei dem Heesuk sich seit einigen Jahren engagiert, befasst sich mit genau diesem Problem. Obwohl wir dachten, dass das Projekt über seine Anfangsphase hinaus weiterlaufen könne, verhinderten Spannungen unter den Projektpartnern eine harmonische Weiterführung des Projektes. Noch viel bedauerlicher ist in dieser Sache, dass die zweisprachigen Klassen (Sereer/Französisch) sehr gut funktionieren. Die Erzieher sind gut ausgebildet und engagiert bei der Arbeit mit den Kindern, die nun dem Unterricht folgen können. Die Kinder haben sehr gute Ergebnisse bei den Auswertungen am Ende des Jahres bekommen. Kurzum, es braucht ein Wunder Gottes, damit dieses Projekt weiterhin laufen kann. Lasst uns dafür beten. Vor einigen Wochen hat mich die christliche Organisation CBN kontaktiert um 6 Gemeinden mit Bewässerungsanlagen auszustatten. Seit einigen Jahren steht CBN in partnerschaftlicher Verbindung zu Israel. Als Sie erfuhren, dass das Projekt Beer Shéba ebenfalls eine Partnerschaft mit Israel und Erfahrung mit Tröpfchenbewässerung hat, haben Sie uns die Leitung für das gesamte Projekt übertragen. Unter den Kirchen, die sich für dieses Projekt gemeldet hatten, war auch unsere Gemeinde in Faylar. Als der amerikanische Verantwortliche von CBN uns besuchte, war er tief berührt von der Geschichte der Gemeinde und den Kindern. Er sagte sofort: „Wir werden helfen“. Einige Wochen später wurde die Gemeinde von Faylar als erste für die Bohrungen ausgewählt. Die Gemeinde fastete und betete für Wasser. Als die Arbeiten anfingen war Liviu zu Besuch bei uns. Liviu ist ein rumänischer Pastor und gleichzeitig ein Spezialist bei Erdbohrungen. Er hatte bereits 1000 Bohrungen in Europa und in Nigeria durchgeführt. Als das Bohrteam auf Grundwasser stieß trat eine enorme Menge Wasser aus dem Boden hervor. Eine Förderleistung von 100m³ / std. Hallelujah! Liviu nahm mich zur Seite und sagte: Du bist dir dessen nicht bewusst, aber in meinem Leben habe ich nur zweimal einen solchen Wasserausstoß gesehen bei 1000 Bohrungen. Das erste Mal 20 Jahre zuvor in Rumänien und das andere Mal heute…. Gott hat Großes vor für diese Gemeinde.“ Et Voilà, das Resultat nach zwei Wochen Arbeit des Teams Beer Shéba bei der Gemeinde in Faylar: Ein Wasserturm, eine solarbetriebene Pumpe und Solarzellen die am Tag 30000 Liter aus dem neuen Bohrloch von Faylar fördern können. Die Christen können Gott nur loben! Einer unserer Wächter, Ibrahima, ist Moslem und wohnt in den Häusern rund um Beer Shéba. Er arbeitet mit uns schon 3 Jahre. Vor einem Monat ergriff Ibrahima das Wort, als alle Christen, die bei Beer Shéba arbeiten und lernen versammelt waren. Er sagte:“ Ihr wisst, dass ich kein Mann der Großen Worte bin. Seit 3 Jahren, die Ich hier bin habe ich euch beobachtet. Ich habe meinem Marabout Fragen gestellt, aber er konnte Sie mir nicht beantworten. Ich habe gesehen wie Ihr hier bei Beer Shéba lebt. Ich weiß nun, dass Jesus die Wahrheit ist und ich möchte zu euch gehören.“ Die Leute geben regelmäßig Zeugnis von Heilungen nach Gebet. Vor kurzem dank einer Spende einer Handwerkskammer haben wir einen öffentlichen Treffpunkt auf dem Gelände von Beer Shéba mit einer Trinkwasserstation, einer Handyladestation und einer Getreidemühle ausgestattet. Einige Männer wollten ihren Frauen und Kindern verbieten dort hinzugehen aber andere Familien haben ihnen gesagt: „das was ihr tut ist nicht gut, denn Beer Shéba respektiert die Moslems und tut nichts Schlechtes hier.“ Letztendlich kommt nun jeder an den öffentlichen Treffpunkt. Ihr erinnert euch vielleicht, dass Gott uns auf wunderbare Weise von einer Brandkatastrophe bewahrt hat. Zur Erinnerung, diese Luftaufnahme die Kurz nach dem Brand aufgenommen wurde zeigt wie das Gebet der Christen in Mulhouse das Feuer in einer andere Richtung gelenkt hat, welches sich zuvor sehr schnell den Gebäuden näherte. Wir waren gespannt wie die Natur sich danach erholen würde. Dieses kürzlich gemachte Luftbild der Brandzone zeigt, dass der Wald sich regeneriert. Ihr findet ein 10-Minütiges Video auf Französisch, das die Geschichte des Projekts Beer Shéba erzählt sowie 3 Zeugnisse ehemaliger Praktikanten auf unserer Website www.beershebaproject.org . Ein Christ der Gemeinde in Mulhouse übersetzt gerade die komplette Website von Englisch in Französisch. Die Schaltung der Seite ist auf Januar 2015 geplant. Der ganzen Familie geht es gut. Für Johanna ist es das letzte Schuljahr in der Missionarsschule. Wir bereiten Sie gerade auf Ihren Wechsel in das französische Schulsystem kommendes Jahr vor. Dort soll sie dann in die 11. Klasse kommen. Lois hat geistig sehr große Fortschritte gemacht seit dem Sommerjugendlager der Gemeinde. Chloé, die sehr gewachsen ist (sie hat Lois bereits in der Größe überholt) befindet sich voll in der Pubertät. Frohe Weihnachten allen! Der Herr segne euch in seinem Dienst. Danke für eure treue Unterstützung am Dienste des Herrn im Senegal. Eric und Heesuk Befreiung! - April 2014 Wir haben warm. Gestern, Beer Shéba hat einen Unfall infolge eines Funkens während der Schweißnaht unseres Windkraftwerkes gehabt. Das hat einen riesengroßen Brand verursacht, der im Begriff gewesen ist, das Projekt ganz zu verwüsten. In einigen Sekunden war es klar, dass das Feuer völlig unkontrollierbar war. Während die Flammen viele Meter hoch, durch einen gewaltsamen Wind geschürt, den Schlafsälen, dem Stall und den kultivierten Parzellen drohten, haben wir einen Appell für die Hilfe im Gebet an die Kirche von Mulhouse gerichtet, sowie an viele unserer Brüder und Schwestern, die sich für uns in Senegal und in der ganzen Welt verwenden. Die Christen haben sich sofort mobilisiert und haben den Herrn gebeten, damit der Wind die Richtung wechselt. Eines der Mitglieder unserer Mannschaft, die das Fortschreiten des Feuers von dem Wasserturm überwachte, erzählt, dass er plötzlich wie eine unsichtbare Hand gesehen hat, die die Flammen angehalten hat. Der Wind hat sich um 90° gedreht , um den Brand in eine Richtung zu bringen, wo es nicht mehr riskant war, Leben und Güter in Gefahr zu bringen. In diesem Moment sind die Feuerwehrmänner von Mbour angekommen und es ist ihnen gelungen, das Feuer allein mit einem kleinen Lastkraftwagen und der Hilfe von zehn uns zu Hilfe gekommenen Dorfbewohnern zu löschen. Unglaublich … Ungefähr 30 ha Savanne sind zerstört gewesen aber die Mehrheit der Bäume sind auf wunderbare Weise unverletzt. Niemand ist verletzt gewesen und nichts Wertvolles ist beschädigt gewesen. Danke Herr du bist der Gott der Befreiung! Alléluia! Danke an Sie alle, die von Ihrer Verwendung " die Macht des Feuers ausgelöscht haben " (Hebräer 11,24). Wir haben Ihre Liebe und Ihren Glauben um das Werk gestern gefühlt, um Beer Shéba und alles zu schützen, was Gott gerade dabei ist, dort zu erfüllen. Dass er Sie segnet und Sie im Gegenzug behält. Einzig Jesus ist der Ruhm! Bericht des Ministerium Mbour Talibé-Kinder - September 2013 Wir bedanken uns bei ihnen für die gute Zusammenarbeit. Wir sind auch sehr dankbar unserem Herrn Jesus, der nach seinem Willen alle ihre Gebete für dieses Ministerium erhört. Und wir danken für ihr Engagement an der Entwicklung der von der Gesellschaft vergessenen Kinder. Im Laufe des Septembers ist die Zahl der Talibé Kinder die uns besuchen sehr zurückgegangen. Normalerweise kommen pro Woche 100 Kinder. Im September waren es nur 15 oder 20 Kinder. Die Erklärung hierfür: Die Koranherren (Marabout) verlangen, dass die Kinder die letzten Felder anbauen während der Regenzeit, um ihre Herren und deren Familien zu ernähren. Die Talibé Kinder ertragen auf diesen Feldern ein anderes Golgotha. Dagegen kommen jeden Mittwoch massenhaft andere Kinder, die nicht auf der Straße sind, mindestens 120 Kinder. Sie kommen aus den umliegenden Bezirken, da Ferien sind. Wir hoffen, dass diese Kinder auch kommen wenn wieder Schule ist. Das sind Kinder, die sehr zufrieden sind, dass sie bei uns sein können. Für den Unterricht diesen Monat sind wir auf das Thema der Verantwortlichkeit und die Beeinträchtigungen im Leben zurückgekehrt. Wir benutzen für den Unterricht ein Lehrbuch, das an die Bibel angelehnt ist. Die Kinder verstehen allmählich, wenn sie sich konzentrieren. Auch benehmen sie sich gut. Wir sagen ihnen mehrmals, dass sie niemandem wehtun sollen. Es freut uns, dass sie das verstanden haben. Die Fußballmannschaft macht mit dem Training weiter. Jérémie lernt ihnen die Regeln. Sie haben zwei Freundschaftsspiele gegen die Kindermannschaft des Bezirks gespielt. Sie haben beide verloren, aber mit einem guten Zeugnis: kein gewaltsames Spiel gegen den Gegner und keine Kritik auch nicht untereinander. Andere waren durch ihr Spiel so beeindruckt, dass sie nach dem Spiel gefragt haben, ob sie die Mannschaft integrieren können. Die Krankenpflege mit Michel geht weiter. Die Kinder, die uns besuchen und auch die anderen Kinder des Bezirks profitieren von diesen Versorgungen. Danke für wirksame Gebete! Bitte betet für die Rückkehr der zahlreichen Talibés die abwesend sind, dass Gott sie segnet! Projektbericht Talibé–Kinder - April 2013 Liebe Brüder, Schwestern, Mitarbeiter und Partner in Jesus, wir grüßen Sie aus Senegal. Wir freuen uns sehr, wenn wir über das reden, was unser Herr Jesus tut im Dienst unter den Kindern der Talibés. Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für die Zusammenarbeit, Gebete, Besuche, Spenden, Dienstleistungen und jegliche Form von Unterstützung. Möge der Herr mit Ihnen sein. Wir erhielten Trikots, Kleidung, Fußbälle, einen Basketball, Fußball-Schuhe. Wir sind sehr zufrieden, erfreut und dankbar über diese Geschenke. Im April war die Anzahl der Talibé-Kinder, die pro Woche zu uns kamen zwischen 70 und 90, aus der Nachbarschaft kamen zwischen 40 und 80 Kinder. Im Vorbeigehen stellen wir fest, dass fast immer die gleichen Gesichter wieder kommen, dies erlaubt es, eine Vertrautheit zu entwickeln. Das bringt uns den Vorteil, dass im Anschluss an den Unterricht die Themen, die während des Unterrichts behandelt wurden, praktisch angewendet werden. Die Unterrichtsthemen sind: Rechenschaftspflicht und Schutz. Wir machen eine Prüfung, bevor ein neues Thema behandelt wird. Wir geben ihnen ein Dokument: Das Training eines einfachen, erfüllten Lebens, dessen Grundlage biblische Lehre ist. Sie verlassen die Werte des Lebens für biblische Werte. Wir geben die Theorie des Spiels vor und während der Spiele wenden die Kinder die Lehre an. Die größeren Talibé-Kinder helfen uns schon Brot zu schneiden und die Schokolade zuzubereiten. Es ist in unserem Sinn, ihren Geist zu stärken und sie zu integrieren. Sie sind glücklich das zu lernen. Eine Gruppe von jungen Menschen aus Mulhouse (Bärendienst für Kinder und Team) veranstalteten ein faires Spiel und halfen uns mit Dienstleistungen. Die Kinder wurden in Gruppen von zehn aufgeteilt, und sie mussten durch alle Spiele gehen. Ein Stand wurde für den Unterricht vorbehalten. Es war schön. Unsere Besucher haben sogar einen Tanz für Kinder vorgeführt, und sie halfen unseren Krankenschwestern bei der Betreuung der Kinder die Verletzungen hatten. Wir genossen ihren Besuch. Gott segne sie! Wir begrüßen auch unsere Partner Lyon. Sebastian, zusammen mit Marc und Gille kam, um uns zu sehen. Sie kamen mit Geschenken (Ballons, Kleidung, farbigem Papier und Zubehör. ) Sie servierten auch Snacks. Es war eine Freude sie zu empfangen. Die im wesentlichen von Talibés zusammengestellte Fußballmannschaft setzt ihr Training mit Schwung fort. Sie ist von Michel und Jérémie eingerahmt. Jeden Mittwoch hält die Mannschaft Bewertungsversammlungen nach den Tätigkeiten; das ist die Gelegenheit, die Kräfte und die Mängel zu sehen, sich zu ermutigen, zu bitten und zu planen. Die Mannschaft der Leitung unter den Talibé Kindern (Mbour/Sénégal) Nun ist die Kinderstation fertig. Die Inneneinrichtung, sowie Spielmaterial fehlt noch. Hierfür wird unsere nächste Spende verwendet. Pastor Jokeel und sein Team kümmern sich um die Kinder. Um dieses Projekt weiterhin finanziell unterstützen zu können nimmt der Verein an verschiedenen Aktivitäten teil wie zum Beispiel am Weihnachtsmarkt in Endingen und Missionsverkäufen in Mulhouse. Hier werden mediterrane Köstlichkeiten verkauft. Wir danken der Stadt Endingen, unserem Bürgermeister Schwarz und allen, die uns in diesem Jahr unterstützt haben. Dank Ihrer Hilfe können wir 5.000,-- Euro für das Kinderheim in Senegal überweisen. Der Betrag kam bei verschiedenen Aktionen zusammen wie: dm-Projekt, Evangelisationen in der Kornhalle Endingen, Missionsverkauf in Mulhouse und Weihnachtsmarkt Endingen. Um die Unterstützung dieses Projektes auch weiterhin gewährleisten zu können, werden wir auch im Jahr 2012 verschiedene Aktionen machen. Wir sind Ihnen weiterhin dankbar für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen auf diesem Wege ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr. Das aktuelle Bild vom Kinderheim wurde uns vom dortigen Verantwortlichen Herr Toumieux (ehemaliger Direktor von World Vision, Senegal) mit den besten Wünschen und Dankesgrüßen zugesendet. Das Talibézentrum von Mbour November 2011 Der Bau geht unter der Leitung von Martin einem Ghanaer, der im Senegal als Missionar dient und in der Vergangenheit als Bauunternehmer tätig war schnell voran. Überrascht wurden wir mit einer Spende von schweizer Christen und der deutschen Gruppe „Offene Tür der Christen“, welche Mitglieder der Kirche in Mulhouse sind. Sie haben damit begonnen für unsere Arbeit zu beten und Hilfsgüter, die der Unterstützung der Talibékinder dienen zu mobilisieren. Die Boutique „La Glaneuse“ hat mit Ihren freiwilligen Helfern ebenfalls einen großen Teil bei der Fortführung der Arbeiten unterstützt. Die Talibékinder sind inzwischen nach Mbour zurückgekehrt, nachdem sie von den Marabouts in umliegende Dörfer geschickt wurden um dort Feldarbeiten während der Ernte zu verrichten. Somit werden wir unseren Dienst an den Kindern in den kommenden Tagen wieder aufnehmen. Bitte betet dafür, dass die vielen Kinder von denen es mehrere Hundert gibt, in all ihren Mühen ein wenig Trost und Erleichterung in unsrerem Zentrum erfahren können und Jesus als persönlichen Retter kennen lernen. Hier wollen wir zusammen mit der Organisation „Philadelphie culturelle“ in Mulhouse ein Kinderheim für „Talibè“- Kinder (Koranschüler)„ bauen. Der Bau des Kinderheims in Mbour hat bereits begonnen. Es soll neben einer Küche und einer Schule auch eine Krankenstation und Räume für Spiele entstehen. Die Kinder die von Ihren Eltern einem „Marabout“ übergeben werden sind im Alter von 4 – 16 Jahren und oftmals über 500 km von zu Hause entfernt. Zurzeit kommen ca. 50 Kinder tagsüber an die „Baustelle“. Dort erhalten sie etwas zu essen, werden ärztlich versorgt, lernen sozialen Umgang und Grundregeln der Hygiene. Sie haben einen Platz wo sie Freundschaft und Hoffnung erfahren. Wenn ein Kind nach Hause will, helfen die Leute vor Ort auch den Kontakt herzustellen und ermöglichen Ihnen die Heimreise. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen dürfen die Kinder noch nicht im Kinderheim übernachten. Somit verlassen sie die Station um zu Betteln und wieder zu ihrem Marabout zurück zu gehen. Hat ein Kind sehr große Angst zurück zu gehen, wird es auch von Mitarbeitern der Station begleitet. Dann wird es meistens vom Marabout „in Ruhe gelassen“. Wird eine Misshandlung durch den Marabout bei einem Kind nachgewiesen, kann dieser mittlerweile auch vor Gericht gebracht werden. Unser Ansprechpartner vor Ort war 6 Jahre lang Direktor von World Vision Senegal. Er spricht deutsch und leitet dieses Projekt. Über ihn erfahren wir wie der Bau voran geht. Am 24.09.2011 haben wir vor dem dm-drogerie Markt in Endingen, einen Verkaufsstand aufgestellt. Die Einnahmen / Spenden werden wir für das oben genannte Projekt einsetzen. Artikel der Badischen Zeitung vom 29.09.2011 Wenn sie sich für dieses Projekt finanziell engagieren möchten, spenden Sie bitte an unser Konto: 213 93 100 BLZ 680 900 00 Volksbank Freiburg mit dem Vermerk "Senegal" Bericht aus Mbour (Senegal) im Juli 2011 Im Laufe des Junis, variierte die Anzahl der Islamschüler zwischen 10 und 50. Durch die Spenden konnte die Grundversorgung dieser Kinder gewährleistet werden. Geschmierte Brote mit Nutella oder Mayonaise waren die angebotenen Mahlzeiten. Die Kinder nahmen dieses Angebot mit Freuden war. Den Kindern wurden Grundregeln der Hygiene und des sozialen Umgangs vermittelt. Erste Erfolge waren daran zu erkennen, dass sich die Kinder bei den Aktivitäten in Gruppen einordnen konnten. Neben und während der Gottesdienste wurden nach den Überlegungen des Pastors Rene Jokel Freizeitaktivitäten für die Kinder angeboten. Die Kinder spielten Fußball, Seilspringen, Ringkampf, Wettrennen, etc. und kamen so auch mit anderen Kindern über das Spielen in Kontakt. In diesem Monat hat der Bruder Michel sich dem Team angeschlossen um sich um die medzinische Versorgung zu kümmern. Die Geschwister der Gemeinde kamen oft vorbei um die Arbeit des Teams mit den Kindern zu sehen. Ein großer Anteil der Jungen die das Zentrum häufig besuchten, wurde in entlegenere Orte geschickt um dort Feldarbeiten zu verrichten. Ein Junge mit dem Namen Mor kam zu dem Zentrum nachdem er von seinem Marabout* geflüchtet war. Sein Körper war mit blauen Flecken und Wunden übersät. Der Junge litt auch unter Krätze. Er wurde zum Pastor gebracht um Lebensmittel zu holen bevor er zu seinem Aufseher zurückkehren sollte. Die Ehefrau des Pastors war sehr betroffen und wollte den Jungen waschen und Ihm Medikamente geben, die Sie Ihm in der Apotheke geholt hatte. Zwei Tage lang blieb der Junge beim Pastor und wollte nicht zurückkehren, weil er die Strafe seines Aufsehers fürchtete. Letztendlich begleiteten der Pastor und sein Team den Jungen. Der Pastor wand sich an den Stellvertreter, den er vor Ort antraf. Als das Team das Haus verließ wurde Ihnen versprochen, dass dem Jungen nichts mehr angetan werden würde. Einige Tage danach kam der Junge vorbei um sich für den Einsatz des Pastors und seines Teams zu bedanken. *(ein im Islam geistlicher Leiter, der vom Volk anerkannt religiöse Lehren verbreitet. Häufig lassen diese Leiter auch Waisen oder obdachlose Kinder für Ihre Zwecke arbeiten oder betteln) Bitten und Gebetsanliegen: - Benötigt werden leichte Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen (Aspirin, Paracetamol) oder Muskelschmerzen. Ebenfalls werden Medikamente gegen Trachome (eine Augenentzündung in Entwicklungsländern vorkommend, die häufig zur Erblindung führt) und Verbandszeug benötigt. - Betet für die Bauarbeiten die am Zentrum im Gange sind. Mbour, den 24 Juli 2011 - Jérémie Copyright © 2005-2015 by cp
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Die letzten Tage von Aristide Thomas Schmid | freier Journalist | reportagen | analysen | debatten Amiot Métayer war Chef der „Kannibalen-Armee“, die die Stadt bis heute kontrolliert. Ihre Mitglieder tragen keine Uniformen, nur Pistolen und Revolver. Wahrscheinlich haben sie auch noch einige schwerere Waffen. Es ist eine Gang von vermutlich über 100 Personen. 500, behaupten die „Kannibalen“ selber, aber das ist wohl übertrieben. Im Sommer 2002 wurde Métayer auf internationalen Druck hin verhaftet. Seine „Armee“ hatte das Haus von Pastor Luc Mésadieu, des Führers der stärksten Oppositionspartei in der Stadt, in Brand gesetzt. Dessen Leibwächter wurden mit Benzin übergossen und angezündet. Métayer saß nur einen Monat ein. Dann stürmten seine Anhänger das Gefängnis der Stadt und befreiten sämtliche 157 Gefangenen. Der Boss der „Kannibalen“ – offiziell mit Haftbefehl gesucht – lebte danach über ein Jahr lang frei und unbehelligt in seiner Stadt. Am 19. September des vergangenen Jahres forderte die US-Regierung seine erneute Festnahme. Drei Tage später wurde die völlig entstellte Leiche aufgefunden. Seither kommt die Stadt nicht mehr zur Ruhe. Die „Kannibalen“, lange Zeit ein bewaffneter Stoßtrupp von Präsident Jean-Bertrand Aristide, fordern nun dessen Rücktritt. Nach den bleiernen Jahrzehnten der Schreckensherrschaft von François und Jean-Claude Duvalier, Papa Doc und Baby Doc, war Aristide den meisten Haitianern wie ein Messias erschienen, der sie aus der Armut heraus und ins Licht der Freiheit führen würde. Auch in Deutschland schlug dem unerschrockenen Armenpriester, der ein halbes Dutzend Mordanschläge überlebt hatte, bevor ihn die Haitianer 1990 mit überwältigender Mehrheit zu ihrem Präsidenten wählten, viel Sympathie entgegen. In Aachen erhielt er 1993 sogar den Friedenspreis, aber da war er schon ins Exil geputscht worden. Seit Februar 2001 ist Aristide erneut Präsident. Doch heute – 200 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung – ist Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, ärmer denn je. Und die Nachfolge der Tontons Macoutes, der Privatmiliz der Duvaliers, haben in vielen Städten bewaffnete Banden angetreten, die die Opposition einschüchtern. Die „Kannibalen“ sind nur eine dieser Gangs, aber die erste, die dem Präsidenten ihre Gefolgschaft aufgekündigt hat. Winter Etienne gehört zu der Sorte von Menschen, denen man nicht allein in einer dunklen Gasse begegnen möchte. Breitbeinig steht er am kleinen Hafen von Gonaives, den Sombrero tief in die Stirn gedrückt. Am Gürtel baumeln zwei schwarze Plastiktüten und eine Magnum-Pistole. Etienne ist Sprecher der „Kannibalen“ und nach dem Mord an Métayer ihr neuer Anführer. „Achtung, passen Sie auf!“, warnt er, als ein Polizeiboot am Horizont auftaucht. „Gehen wir in Deckung, heute morgen wurde geschossen. Manchmal greifen sie uns vom Meer her an und manchmal auch aus Hubschraubern.“ 27 Personen seien seit der Ermordung Métayers den Kugeln der Polizei zum Opfer gefallen, behauptet er, 17 allein am 2. Oktober. Am Tag davor hatten die „Kannibalen“ zwei Gerichtsgebäude und das Subkommissariat der nationalen Hafenverwaltung angezündet sowie die Unterlagen der Steuerbehörde verbrannt. Der Polizeichef der Stadt musste mit zwei Schusswunden in die Hauptstadt Port-au-Prince geflogen werden. Im Schutz einer Hausmauer bindet sich Etienne einen roten Schal um den Mund, legt ein Taschentuch auf die Straße, entknotet eine der beiden schwarzen Plastiktüten und schüttet den Inhalt vorsichtig aus. Es seien, sagt er, Knochenfragmente eines zwei Wochen alten Säuglings. Er soll umgekommen sein, als die Polizei ein Haus abbrannte. Zwei Straßen weiter steht ein Mann vor einer verrußten Ruine. Er behauptet, der Vater des toten Kindes zu sein. Seine Frau halte sich aus Sicherheitsgründen versteckt. Die Behörden bestreiten, dass es den Säugling je gab. Etienne verlangt eine gerichtsmedizinische Analyse der Überreste, die er seit einer Woche mit sich herumträgt. Die andere schwarze Plastiktüte am Gürtel des Chefs der „Kannibalen“ enthält eine Flasche mit einem bräunlichen Saft. „Die habe ich von einem houngan gekriegt“, sagt er, „das Getränk schützt mich vor dem Feind.“ Die houngans sind die Priester des Voodoo, eines in Haiti weit verbreiteten religiösen Kultes, der seine Wurzeln in Westafrika hat und mit den Sklaven in die Karibik kam. „Wir gaben uns den Namen Kannibalen, um der Opposition Angst zu machen“, räumt Etienne ein. „Immer wenn die Opposition gegen den Präsidenten demonstrieren wollte, schlugen wir zu. Heute aber sind wir gegen das Regime, aufseiten der Opposition.“ Und seit die „Kannibalen“ das Lager gewechselt haben, nennen sie sich offizell Widerstandsfront von Gonaives zum Sturz Aristides. Im Gegensatz zur übergroßen Mehrheit seiner Landsleute, die ausschließlich Kreolisch sprechen, beherrscht Etienne auch das Französische perfekt. Er hat Völkerrecht und Verwaltungswissenschaft studiert, besitzt zwei Diplome und war mit Métayer eng befreundet. Als Studenten waren sie beide aktiv an der Bewegung beteiligt, die in Gonaives nach der Ermordung von drei Schülern im Herbst 1985 ihren Anfang nahm und ein halbes Jahr später zum Sturz der Duvalier-Diktatur führte. Dass das Regime für den Mord an Métayer verantwortlich ist, daran zweifelt in Haiti kaum jemand. „Aristide ließ Métayer killen“, behauptet Etienne, „weil dieser angedroht hatte, im Fall seiner Festnahme über die Verwicklung der Entourage des Präsidenten in den Mord an Jean Dominique auszupacken.“ Dominique, der wohl bekannteste Rundfunkjournalist des Landes, hatte seinem früheren Weggefährten Aristide Korruption und mafiose Machenschaften vorgeworfen und war im April 2000 erschossen worden. „Ich war immer gegen Gewalt“, sagt Etienne, der „Kannibale“ mit der Magnum-Pistole, zum Abschied, „aber es gibt ein Recht auf Verteidigung.“ Zwei Stunden nach dem Gespräch meldet Radio Caraibes, die Polizei habe vergeblich versucht, ins Viertel einzudringen. Über eine Stunde lang wurde geschossen, wie schon am Morgen, wie fast täglich. Am Abend brennt das Haus eines angeblichen Polizeispitzels, angezündet von den „Kannibalen“. Eine Armee, die eingreifen könnte, gibt es nicht. Aristide hat die Streitkräfte, die gegen ihn geputscht hatten, nach seiner Rückkehr aus dem Exil aufgelöst. Nun herrscht er über acht Millionen Haitianer und hat landesweit nur rund 3000 Polizisten zur Verfügung. So greift er vielerorts auf die bewaffneten Gangs zurück, die in der Regel aus Basisgruppen seiner politischen Bewegung entstanden sind. Marc-Edy Dessalines, der seit über fünf Jahren in Gonaives die katholische Hilfsorganisation Frieden und Gerechtigkeit leitet, behauptet, die „Kannibalen“ würden die Stadt seit langem terrorisieren. Im Stadtteil Raboteau aber habe die Polizei mindestens zehn Personen erschossen und vier Häuser angezündet, berichtet der Pater, die Zahlen Etiennes nach unten korrigierend. Seither habe die Terrortruppe bei den Slum-Bewohnern einen gewissen Rückhalt, zumal sie nun gegen Aristide agitiere. „Doch die meisten Leute haben einfach Angst. Wenn die ‚Kannibalen‘ einen Streik ausrufen, traut sich niemand, seinen Laden zu öffnen oder seine Kinder zur Schule zu schicken, die Regierung hat die Kontrolle über die Stadt verloren.“ In Gonaives herrscht eine gespenstische Ruhe. Der Präsident lebt klimatisiert und fliegt mit dem Helikopter zur Arbeit Port-au-Prince indes, die Hauptstadt Haitis, brodelt wie eh und je. „Es ist eine brünstige Stadt, die spuckt, die pisst, die schwitzt, die blutet, eine gequetschte, aufgewühlte, geplünderte, zerrissene Stadt, die stampft und tanzt, eine Stadt der Glut und des dunklen Lichtes, eine Stadt, die sich zwischen Leben und Tod bewegt“, schreibt Franketienne, der bekannteste Schrifsteller des Landes, in einer Liebeserklärung an Port-au-Prince. Doch in der Mitte dieses pulsierenden, schmutzigen, stinkenden, kloakenübersäten Molochs mit seinen anderthalb Millionen Einwohnern herrschen Ruhe und Sauberkeit: Da steht der blütenweiße Nationalpalast, ein neoklassizistisches Gebäude, dem Weißen Haus in Washington nachgebaut, umgeben von gepflegtem Rasen. Es ist der Amtssitz des Präsidenten. Vor diesem Palast hielt Aristide, der aufgrund seiner „Aufwiegelung zu Hass und Gewalt und der Beschwörung des Klassenkampfes“ aus dem Salesianer-Orden ausgeschlossen worden war, im Februar 1991 seine Antrittsrede. Der Präsident, der als einfacher Priester jahrelang unter den Ärmsten der Armen gelebt hatte, liebt es, in Gleichnissen zu reden. „Was weiß der Stein im kühlen Wasser von dem Leiden des Steins in der Sonne?“, fragte er damals rhetorisch seine Landsleute, die zu Hunderttausenden gekommen waren, um ihren „Père Titid“ zu hören, diesen kleinen, schmächtigen Mann, der es bis nach ganz oben geschafft hatte. Heute lebt Aristide in seiner luxuriösen, voll klimatisierten Residenz am Rand der Stadt und lässt sich mit dem Hubschrauber über das heiße Pflaster der Innenstadt hinweg zur Arbeit fliegen. Seine Exzellenz, wie sich der Präsident heute anreden lässt, wählt den Luftweg nicht nur aus Sicherheitsgründen. Zu den meisten Tageszeiten ist die Innenstadt völlig blockiert. Da drängeln sich zwischen Lastern und Kleinwagen überall ka bwa, schwer beladene hölzerne Zweiradwagen mit langen Deichseln, gezogen von schweißtriefenden Männern mit nacktem Oberkörper. Tap tap, mit Bildern in grellen Farben geschmückte Kleinstlaster, die als Kollektivtaxis dienen, hupen pausenlos Kunden herbei. Und mitten im lärmenden Verkehr, der sich im Schritttempo bewegt, verkaufen Frauen Kokosnüsse, Zahnpasta, Bananen, Kämme, Selbstgebackenes, Kaugummi und lebende Hühner. Wenn die Nacht hereinbricht – und die Dämmerung dauert in den tropischen Breitengraden nur kurz –, verändert sich die Stadt schlagartig. Die wegen der häufigen Stromausfälle oft unbeleuchteten Straßen leeren sich. Die Menschen haben Angst vor den „Zenglendos“, den kriminellen Banden, und dem Ortsfremden droht zusätzlich die Gefahr, in ein tiefes Straßenloch zu stürzen, weil vielerorts die Gulli-Deckel gestohlen wurden. Auf der verrotteten und kaum mehr befahrbaren Straße zum legendären Oloffson-Hotel, eine halbe Stunde Fußmarsch vom Präsidentenpalast entfernt, muss der Spätheimkehrer in der Dunkelheit über meterbreite Bäche schmutziger Abwässer hinweghüpfen, die die Straße gleich mehrfach kreuzen. Im weitläufigen Hotel, das durch die Verfilmung von Graham Greenes Roman Die Stunde der Komödianten zu Weltruhm gelangte und in dem auch Mick Jagger schon abstieg, nächtigen heute gerade noch ein halbes Dutzend Personen: Entwicklungshelfer auf Durchreise und ausländische Journalisten, die den Charme des Fin de Siècle genießen, den das vom Zahn der Zeit angenagte Gebäude ausstrahlt. Touristen gibt es in Port-au-Prince so gut wie keine mehr. Die Jeunesse dorée speist Langusten und tanzt zur Rockmusik Doch jeden Donnerstagabend kehrt Leben ins Oloffson ein, wenn Richard Morse, der Hotelbesitzer, ein haitianischer Rockmusiker, aufgewachsen in den USA, mit seiner Band auftritt. Dann kommt die Jeunesse dorée von Pétionville in ihren blank geputzten Jeeps an, um bei Cocktails und Langusten die Nacht hindurch zu tanzen. 500 Gourdes kostet der Eintritt – oder 100 Dollar, wie die Haitianer sagen, wobei sie haitianische Dollar meinen, eine rein fiktive Währung. Es ist eine Reminiszenz an die Zeiten der amerikanischen Besatzung des Landes von 1915 bis 1934, als fünf Gourdes einen Dollar wert waren. Heute gibt es für einen amerikanischen Dollar 42 Gourdes, also kostet der Eintritt zum Rock-Konzert umgerechnet etwa zwölf reale Dollar. Das ist für die meisten Haitianer ein Vermögen, weshalb die Gäste im Oloffson am Donnerstagabend auch hellhäutiger sind als die allermeisten Menschen, die man in der Hauptstadt antrifft. In Pétionville, das am Hang oberhalb von Port-au-Prince thront, leben die Reichen, vorwiegend eben Mulatten. Das Thema ist tabu. Über die Hautfarbe redet man in Haiti nicht. Zu präsent sind noch die unseligen Zeiten, als der Diktator François Duvalier mit seiner Privatmiliz der Tontons Macoutes die Bevölkerung in Schach hielt. Papa Doc, wie der frühere Landarzt vom Volk genannt wurde, hatte mit seinem rassistischen Diskurs der „négritude“ die schwarzen Mittelschichten gegen die Oberschicht der Mulatten mobilisiert. Und als Aristide, der ebenso schwarz ist wie François Duvalier war, vor einem Jahr in einer flammenden Rede seine Anhänger dazu aufrief, sich ihrer Hautfarbe zu entsinnen, war das ein klarer Tabubruch, der viele aufschreckte. Im Übrigen aber haben beide, Papa Doc wie Père Titid, Mulattinnen geheiratet. Dass der ehemalige Armenpriester in Tabarre, einem Stadtteil von Port-au-Prince, heute einen prunkvollen Palast besitzt, empfindet kaum jemand als Skandal. Auch dass seine Bodyguards aus den USA den Staat jährlich neun Millionen Dollar kosten, wird weithin achselzuckend hingenommen. Aber seine Heirat mit Mildred Trouillot, die als Tochter haitianischer Emigranten in New York aufgewachsen ist, haben ihm viele verübelt. Es ist schwierig einzuschätzen, über welchen Rückhalt der Präsident heute bei der Bevölkerung noch verfügt. Seriöse Meinungsumfragen gibt es nicht. Und aussagekräftige Wahlen ebenso wenig. Zwar erhielt Aristide bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1990 über 92 Prozent der Stimmen. Aber vermutlich gingen nur fünf Prozent der wahlberechtigten Haitianer zur Urne. Und die Parlamentswahlen vom Frühjahr desselben Jahres waren so grob gefälscht, dass sich der 78-jährige Präsident der Wahlkommission in die USA absetzte und aus dem sicheren Exil bekannt gab, er weigere sich, die Resultate betrügerischer Wahlen zu bestätigen. So hat Haiti nun einen Präsidenten, der zwar korrekt gewählt wurde, aber wenig politische Legitimität besitzt, und ein Parlament sowie eine Regierung, die jeder demokratischen Legitimität entbehren. Eigentlich hätten längst Parlamentswahlen abgehalten werden müssen, weil das Mandat der Abgeordneten am 12. Januar abgelaufen ist. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat in einer Resolution die Einrichtung eines Wahlrats verlangt, dem Vertreter der Regierung, der Opposition und der Kirchen angehören sollen. „Doch die Opposition weigert sich, ihre Mitglieder für das Gremium zu benennen“, sagt David Lee, der Chef der OAS-Mission. Der Diplomat aus Kanada lässt durchblicken, dass er diese Haltung missbilligt. Micha Gaillard, führendes Mitglied der Convergence Démocratique, in der sich ein Dutzend Oppositionsparteien zusammengeschlossen haben, besteht hingegen darauf, dass Aristide zunächst seinen Verpflichtungen nachkommt. Als Erstes müsse der Präsident – wie in der OAS-Resolution explizit postuliert – für ein sicheres Umfeld, die Entwaffnung der Gangs und eine Professionalisierung der Polizei sorgen, danach erst könne ein Urnengang stattfinden. Der Sozialdemokrat bezweifelt, dass Aristide überhaupt an freien Wahlen interessiert ist. „Wie in totalitären Staaten üblich, werden in Haiti sämtliche staatlichen Organisationen – Ministerien, Bürgermeisterämter, Polizei, Parlament, Zollbehörde, Justizapparat – von der Partei an der Macht kontrolliert“, stellt er fest, „und um diese Macht aufrechtzuerhalten, setzt das Regime Schlägerbanden und Todesschwadronen ein.“ In der Tat wird seit Jahren so gut wie jede Demonstration der Opposition von den berüchtigten „Chimären“ mit Gewalt verhindert. In der griechischen Mythologie sind die Chimären schnaubende Ungeheuer. Im Kreolischen, der Landessprache Haitis, heißt „m’an chimè“ so viel wie „ich bin wütend“. Die „Chimären“, in den Elendsvierteln rekrutiert, sind in der Regel mit Knüppeln und Macheten bewaffnet, viele tragen auch Pistolen. Ende Oktober versammelten sich etwa 150 Personen – fast alle Frauen – im Anschluss an das Begräbnis von Danielle Lustin zu einem Sit-in vor dem Justizpalast. Die Universitätsprofessorin war eine bekannte Feministin und hatte sich vor allem um die Finanzierung von Frauenprojekten bemüht. Sie wurde von fünf Einbrechern zu Hause erschossen. Möglicherweise ein gewöhnlicher Raubmord. Das Sit-in sollte ein stiller Protest gegen die Gewalt sein, ein Zeichen gegen die Resignation setzen, die sich im Lande breit macht. „Die ‚Chimären‘ kamen“, berichtet Myriam Merlet, Leiterin des Frauenzentrums Enfofanm, das nicht leicht zu finden ist, weil vorsichtshalber kein Schild auf die Institution hinweist, „sie warfen Steine, unreife Mangofrüchte, Kokosnüsse und Flaschen, die sie mit ihrem Urin gefüllt hatten. Sie haben uns Vergewaltigung angedroht und Aristide hochleben lassen.“ Auch André Apaid hat die „Chimären“ kennen gelernt. Der millionenschwere Unternehmer produziert am Stadtrand von Port-au-Prince wöchentlich 1,4 Millionen T-Shirts. Die exportiert er vor allem in die USA, dort kauft er auch den Stoff ein. 1952 in New York geboren, übersiedelte Apaid noch unter der Diktatur von Jean-Claude Duvalier alias Baby Doc in die Heimat seiner Eltern und stieß zum kleinen Kreis aus der begüterten Oberschicht, der sich für eine demokratische Perspektive einsetzte. „Aristides Regime“, resümiert er heute, „gründet sich auf Korruption, Lüge und Verbrechen.“ Anfang 2001 gründete Apaid die Initiative de la Société Civile, die nach den gefälschten Wahlen vom Vorjahr zwischen Opposition und Regierung vermitteln wollte. Daraus ging vor einem Jahr die Gruppe der 184 hervor. Inzwischen sind es nicht mehr 184, sondern über 300 Organisationen: kirchliche Gruppen, zivilgesellschaftliche Initiativen, Berufsverbände, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen neuen Gesellschaftsvertrag durchzusetzen. Um ihre Forderung publik zu machen, sind sie als „Karawane der Hoffnung“ durch alle Provinzen gezogen. „Wir versuchen den Leuten zu erklären, wozu der Staat gut ist, was er zu leisten hat und wie Demokratie funktioniert“, erklärt Apaid in seiner schwer bewachten Villa. „Das Verhältnis von Staat und Gesellschaft muss neu bestimmt werden.“ Cité Soleil ist mit seinen über 200000 Einwohnern das größte Elendsviertel der Hauptstadt und vielleicht das elendste Lateinamerikas. Wellblechverschlag reiht sich an Wellblechverschlag, viele der Hütten gleichen eher Geräteschuppen als menschlichen Behausungen. Auf den ungepflasterten Wegen wimmelt es von Mädchen, die – Wassereimer auf dem Kopf balancierend – sich zwischen Zuckerrohrverkäufern, spielenden Kindern, Abfallbergen und Pfützen ihren Weg suchen. Frauen verkaufen Holzkohle an jene, die noch nicht ans Stromnetz angeschlossen sind oder denen wegen ausstehender Rechnungen der Strom abgestellt wurde. In vielen der Hütten, wo ein halbes Dutzend Menschen in einem Raum schlafen, gibt es keine Toilette. Die Notdurft verrichtet man im Freien, auf dem schmutzigen Gelände hinter den letzten Verschlägen vor dem offenen Meer. Oder man behilft sich mit Plastiktüten, die danach achtlos weggeworfen werden und irgendwo auf den Dächern oder in der nächsten Gasse landen. Für Intimität und Würde ist hier wenig Raum. Vor einigen Monaten wollte die „Karawane der Hoffnung“ ihr Anliegen den Bewohnern von Cité Soleil vortragen. Der Slum ist eine Hochburg Aristides. Der Konvoi von zwölf Bussen wurde mit Steinen begrüßt. „Alle Scheiben unserer Busse gingen in die Brüche“, erinnert sich der 72-jährige Jean-Claude Bajeux, „die Reifen eines Wagens der US-Botschaft wurden zerstochen, und die Polizei schaute zu. Selbst das Auto von Père Volel, eines belgischen Paters, der seit 30 Jahren im Slum arbeitet, setzten die ,Chimären‘ in Brand.“ 22 Jahre lang lebte Bajeux im Exil, nachdem unter der Diktatur Duvaliers seine Mutter und seine drei Schwestern im Gefängnis umgekommen waren. Für einige Monate war er Aristides Kulturminister, doch dann setzte sich der Professor für Literatur der Antillen wie die meisten Intellektuellen vom Präsidenten ab. Heute leitet er eine Menschenrechtsorganisation, und sein Haus bewachen zwei mit Flinten ausgerüstete Männer. Der Angriff auf die „Karawane der Hoffnung“ wurde von „Kolibri“ und „Labaniè“, den beiden mächtigen Gang-Chefs von Cité Soleil, inszeniert. Beide gehören offenbar der Gruppe Zero Tolerance des Innenministers an. Die Kampagne Zero Tolerance wurde vor zwei Jahren ausgerufen. Spezialeinheiten aus bewaffneten Zivilisten, die auf ihrem schwarzen T-Shirt die Buchstaben „BS“ trugen, tauchten zunächst in der Hauptstadt, bald aber im ganzen Land auf. „BS“ steht für Brigade spéciale, aber es sind auch die Initialen von Baron Samedi, dem Voodoo-Gott des Todes. Diese „Hilfspolizisten“, in keinem Gesetz vorgesehen, arbeiten unter der Obhut der Polizei und agieren aus deren Kommissariaten heraus. „Sie sind spezialisiert auf Vergewaltigung, Diebstahl, Verprügeln, Kidnapping und außergerichtliche Hinrichtung“, heißt es in einem Rapport, den die Nationale Koalition für Rechte der Haitianer, eine Menschenrechtsgruppe, im August 2003 herausgegeben hat. Dem Bericht attestierte Louis Joinet, der Menschenrechtsbeauftragte des Generalsekretärs der UN, auf einer Pressekonferenz Anfang November 2003 explizit Glaubwürdigkeit. Er sprach von einer „parallelen Polizei“ und forderte deren Auflösung. Auch der Mitte vergangenen Jahres auf amerikanischen Druck hin offiziell abgesetzte Polizeichef des Landes leitet weiterhin eine Todesschwadron. Sie nennt sich „Zero Tolerance, no limit“ und hat – so enthüllte Johnny Occilius, ein in die USA geflüchteter hoher Beamter – die Aufgabe, lästig gewordene Gang-Chefs auszuschalten. Ganz oben auf der Abschussliste stünden, so sagte er in einem Radio-Interview , Kolibri und Labaniè. Am 31. Oktober 2003 wird Kolibri in Cité Soleil erschossen. Am Tag danach geschieht Unerhörtes. Im Elendsviertel, das bislang fest im Griff der „Volksorganisationen“ der Fanmi Lavalas, der Partei Aristides, war, kommt es zu einer Demonstration gegen den Präsidenten, angeführt von Mitgliedern der Gang Kolibris. Dessen Freund und Kumpel Labaniè beschuldigt in einem Radio-Interview Aristide, den Mord am Gang-Leader in Auftrag gegeben zu haben, weil dieser zu viel über die korrupten und verbrecherischen Machenschaften des Regimes gewusst habe. Labaniè kündigt an, den Kampf gegen das Regime aufzunehmen, bis der Präsident zurücktritt. Schon am Tag nach dieser Erklärung kommt es in Cité Soleil zu einer Schießerei zwischen der Gang Labaniès und jener eines gewissen Dread Willié, der zu Aristide hält. Es gibt fünf Tote. Im Slum werden Barrikaden errichtet. Jeden Tag wird geschossen. Kein Reporter wagt sich mehr hin. Niemand zählt die Toten. Zehn Tage nach der Ermordung Kolibris gehen die Auseinandersetzungen in Delmas los, einer Vorstadt von Port-au-Prince. Bei den Kämpfen zweier Gangs, der „Armee der Eisensäge“ und der „Armee der Hölle“, sterben drei Jugendliche. Die Armee der Eisensäge wirft der Armee der Hölle vor, von der Opposition finanziert zu sein. Eine haltlose Anschuldigung, die allenfalls ein Hinweis darauf sein könnte, dass die Armee der Hölle von Aristide abgefallen ist. In Carrefour, einer andern Vorstadt von Port-au-Prince, meldet sich Anfang November eine „Front der Jugend, um Haiti zu retten“ zu Wort. Sie werde dem Terror des Regimes nicht mehr tatenlos zusehen, kündigt sie an, man werde zur Gegengewalt übergehen. Droht in Haiti ein Bürgerkrieg? Eher ein Krieg der Gangs oder der „Armeen“, wie diese sich großspurig nennen: „Armee des Sarges“, „Armee der kleinen Pistolen“, „Armee al-Qaida“, „Armee der spanischen Wespen“, „Armee Saddam“ oder „Armee der Mutterlosen“. Mutterlos wie die Sklaven, die einst nach Haiti verschleppt wurden. „Grenadiere zum Angriff! Wir haben keine Mütter, umso schlimmer für jene, die sterben!“, heißt es in einem traditionellen Lied, das aus der Zeit des antikolonialen Aufstands stammt und das heute manchmal die „Chimären“ grölen. Auf den Märkten werden Handys zum Spottpreis verschoben Das Regime hat den Terror der Gangs gefördert und gedeckt, solange er sich gegen die Opposition richtete. Nun wenden sich in Gonaives und Cité Soleil bewaffnete Banden offen gegen Aristide. Dem Hexenmeister laufen die Zauberlehrlinge aus dem Ruder. Als eines der gefährlichsten Viertel von Port-au-Prince gilt La Saline. Es liegt direkt am Hafen. Hunderte kleiner Marktstände prägen das Straßenbild. Von Früchten und Gemüse abgesehen, stammt fast alles aus der nahen Dominikanischen Republik oder – wie T-Shirts und Spielzeug – aus dem fernen Taiwan und Hongkong. Das meiste ist Schmuggelware. Aber auch Hehlergut wird verschoben. Funktelefone gibt es zum Spottpreis. Am Rand des quirligen Marktes hat sich eine Menschentraube gebildet. Neugierige stoßen hinzu. Kinder werden weggezerrt. Umringt von schimpfenden Männern, liegt ein Toter am Boden. Er ist schrecklich zugerichtet. „Ein Zenglendo“, erklärt ein aufgebrachter Mann. Zu fünft seien die Räuber gekommen, bewaffnet, vier seien entwischt. Alles liegt erst zehn Minuten zurück. Schließlich trifft die Polizei ein. Die Uniformierten schauen sich die Szene an und kehren zu ihrem Fahrzeug zurück. Keine Fotos des Tatortes, keine Spurensicherung, keine Fragen an die Umstehenden. „Der Mann ist erledigt“, sagt einer der Polizisten auf Nachfrage, und für ihn ist damit offenbar auch der Fall erledigt. Später stand im Nouvelliste, der einzigen einigermaßen seriösen Tageszeitung Haitis, zu lesen: „Gestern Nachmittag wurde Brun Gachelet alias ‚Prophet‘, ein Beamter der Spezialpolizei CIMO, von sechs bewaffneten Männern kaltblütig ermordet. Die aufgebrachte Bevölkerung hat einen der Banditen gelyncht, ihm den Kopf abgeschlagen und seine Leiche verbrannt. Den Kopf hängten sie an einen Baum.“ Es war keine Schlagzeile, nur eine Kurzmeldung, leicht zu übersehen, auf der letzten Seite des Blattes. Politisch motivierte Morde, tödliche Abrechnungen im mafiosen Milieu, gewöhnlicher Raubmord – die Motive sind oft unklar. So gut wie jeden Tag werden auf den Straßen von Port-au-Prince Tote geborgen. Die meisten von ihnen mit Schussverletzungen. In ein Viertel der Morde, so schätzt ein europäischer Pater, sind staatliche Organe verwickelt. Nur wenige der Todesopfer können identifiziert werden, und viele werden nie gefunden, weil sie irgendwo in der Ebene zwischen Port-au-Prince und Bon Repos („Gute Ruhe“) verscharrt werden. Viele Tote werden in anonyme Massengräber gelegt oder einfach im Krankenhaus eingeäschert. Ein Begräbnis kostet in Port-au-Prince inzwischen mindestens 1000 US-Dollar. Das ist ein halber oder gar ganzer Jahreslohn, aber von den 4,1 Millionen Haitianern im erwerbsfähigen Alter haben ohnehin nur 100000 ein regelmäßiges Einkommen. Auf dem Zentralfriedhof der Hauptstadt wird im Übrigen schon seit geraumer Zeit niemand mehr beerdigt. Dort schlafen nun Straßenkinder, und jedes zweite Grab ist geplündert. Der Besucher stößt auf Gebeine und Totenschädel, die achtlos zwischen die Gräber geworfen wurden. Nur die beiden steinernen Kreuze werden respektiert. Sie gehören Baron Samedi, dem Voodoo-Gott des Todes, und Grande Brigitte, seiner Frau, die gern über die Lebenden spottet. Weshalb werden die Gräber aufgebrochen? Die Haitianer haben viele Erklärungen: Diebe suchen nach Schmuck, der den Toten beigelegt wurde, oder sie stehlen die Särge, um sie an Trauerfamilien zu verkaufen. Oder aber ein „bokor“, ein Experte der schwarzen Magie des Voodoo, hat das Grab geöffnet, um aus einem nur scheintoten Menschen einen Zombie zu machen. Der Glaube an die Zombies, lebende Tote, willenlose Geschöpfe, ist in Haiti weit verbreitet. Über das Pulver, das die Menschen in eine Muskelstarre versetzt und sie tot erscheinen lässt, weiß in Gonaives, einer Hochburg des Voodoo, jeder Bescheid. Denn das Pulver wird auch im Kampf gegen die Polizei eingesetzt. Das behaupten in Raboteau, wo die „Kannibalen“ zu Hause sind, jedenfalls alle. „Wir nennen es PPP – Poudre Pour la Police“, „Pulver für die Polizei“, sagt die 18-jährige Judie, die ein T-Shirt mit dem Konterfei von Amiot Métayer trägt und mit einigen Männern über die Schießerei am Hafen diskutiert. Der ermordete Führer der „Kannibalen“ sieht auf dem Kleidungsstück nicht gerade wie ein Menschenfresser aus, sondern – weißes Hemd und Krawatte – eher wie ein seriöser Geschäftsmann. Er war einer der reichsten Männer Gonaives, weil er die Zolleinnahmen der Hafenstadt kontrollierte. „Das Pulver“, so weiß die junge Frau, „wird aus der Haut von Toten gemacht, der verschiedene Essenzen beigemischt werden.“ Alle nicken. Alle wissen es. Kein Zweifel. „Wir kriegen das Pulver von einem bokor“, behauptet Eric, der seit Wochen das Viertel gegen Angriffe der Polizei verteidigt, „und streuen es auf die Barrikaden.“ In Überdosis mache das Pulver nicht scheintot, sondern es töte. Es seien bereits viele Polizisten daran gestorben, aber das verschweige das Regime, um die Polizei nicht zu demotivieren. Die Gefährlichkeit des Pulvers sei wissenschaftlich erwiesen, auch die CIA habe Forschungen angestellt, und die amerikanischen Soldaten, die 1994 in Haiti intervenierten, seien geimpft worden. „Der zerkrümelten Menschenhaut“, vermutet Eric, „mischt der bokor Tetrodotoxin bei, ein Gift, das im karibischen Kugelfisch vorkommt.“ – „Habt ihr Pulver hier? Kann ich es sehen?“ – „Nein, das geht nicht. Es ist in einem geheimen Versteck.“ Alle in Gonaives wissen vom Pulver, schließlich wurde es schon im Kampf gegen die Terrorherrschaft Baby Docs eingesetzt. In Gonaives ist man stolz auf die Geschichte. Hier wurde vor 200 Jahren Haitis Unabhängigkeit ausgerufen. Hier fiel der Startschuss zum Finale gegen die Duvalier-Diktatur. Und in Gonaives – so hoffen die „Kannibalen“, und so wird man vielleicht irgendwann tatsächlich einmal sagen – wurde das Ende der Herrschaft Aristides eingeläutet.
de
q-de-2194
Wann existierte die Indus-Kultur?
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine größere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Die Bezeichnung Harappa-Kultur geht auf einen der Hauptausgrabungsplätze, Harappa am Ravi zurück. Eine weitere alternative Benennung dieser Kultur lautet Sindhu-Sarasvati-Zivilisation; hinter der Verwendung der Bezeichnung Sarasvati steht der von der großen Mehrheit der Wissenschaftler abgelehnte Versuch, sie mit den Trägern der vedischen Kultur gleichzusetzen. Möglicherweise ist sie auch mit dem sumerischen Meluha zu identifizieren. Bis heute sind über 1050 Fundorte identifiziert, hauptsächlich entlang des Indus und des Ghaggar. Über 140 antike Städte und Siedlungen wurden gefunden. Die beiden größten urbanen Zentren der Harappa-Kultur waren wohl Harappa und Mohenjo-Daro, daneben gab es noch große Städte bei Dholavira, Ganweriwala, Lothal und Rakhigarhi. Zu ihrer Blütezeit zählte die Indus-Kultur vermutlich über fünf Millionen Menschen. Diese frühe indische Kultur kannte bereits Architektur und eine regelmäßige Stadtplanung einschließlich gepflasterter Straßen mit Straßenablauf (Gullys). Sie entwickelte zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit den gebrannten Ziegel mit den perfekten, noch heute gebräuchlichen Proportionen 1:2:4, der als Einhandziegel in allen Richtungen beliebig addierbar ist. Möglicherweise besaß sie auch eine Schrift; ob aber die sogenannte Indus-Schrift tatsächlich eine Schrift ist, wird in Fachkreisen bisher kontrovers diskutiert. Entdeckung und Erforschung der Indus-Kultur Die Quellen zur Harappa-Kultur sind, anders als jene zu den anderen beiden Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, sehr spärlich. Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder wurde bislang ihre Schrift entschlüsselt, noch ihr Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. geklärt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwähnen diese frühe Kultur nicht direkt. Ebenfalls nicht sicher ist, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten. Obwohl die Ruinenstätte in Harappa schon länger bekannt war und erstmals 1844 von Charles Masson in seinem Buch Narrative of Various Journeys in Balochistan, Afghanistan and The Panjab als „eine aus Ziegeln errichtete, zerstörte Befestigung“ beschrieben wurde, ist ihre Bedeutung erst sehr viel später erkannt worden. Im Jahr 1857 verwendeten die Briten beim Bau der Eisenbahn von Multan nach Lahore zur Befestigung der Trasse gebrannte Ziegel, die sie auf dem nahe gelegenen Ruinenfeld in Harappa fanden. Die Fundlage in Harappa ist daher im Vergleich zu Mohenjo-Daro recht schlecht. Auch Mohenjo-Daro war schon längere Zeit bekannt, hier interessierte man sich jedoch eher für die Reste eines späteren buddhistischen Klosters aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das auf den Ruinen errichtet worden war. Im Jahre 1912 fand J. Fleet im damaligen Britisch-Indien Siegel mit unbekannten Schriftzeichen, was in Europa das Interesse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weckte. Daraufhin wurden in den Jahren 1921/22 unter anderem in Harappa und Mohenjo-Daro unter der Leitung von John Marshall, dem damaligen Direktor des britischen Antikendienstes, Grabungen durchgeführt. Die Ähnlichkeit der beiden ausgegrabenen Städte machte schnell deutlich, dass hier eine bisher unbekannte Hochkultur entdeckt worden war. Bis 1931 wurden von der Stadt Mohenjo-Daro mehr als 10 Hektar freigelegt, danach jedoch fanden nur noch kleinere Grabungen statt, unter anderem im Jahr 1950 durch den Briten Mortimer Wheeler. 1935/36 wurde mit Chanhu Daro ein weiterer Fundort der Indus-Kultur ausgegraben. Seit der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 ist das Siedlungsgebiet der Harappa-Kultur zwischen Pakistan und Indien geteilt. In Pakistan übernahmen Amerikaner, Franzosen, Briten und Deutsche zusammen mit pakistanischen Archäologen die weitere Forschungsarbeit, während in Indien der indische Antikendienst die Arbeit weiterführte. Großen Einfluss auf die Indus-Forschung hatten und haben, neben den bereits erwähnten Archäologen, der Brite Aurel Stein, der Inder Nani Gopal Majumdar und der Deutsche Michael Jansen. Entwicklung Um etwa 8000 v. Chr. vollzog sich auf dem Gebiet des heutigen Pakistans der Übergang vom Jäger und Sammler hin zum Bauern und Viehzüchter und damit verbunden eine Sesshaftwerdung. Es entwickelten sich frühe Ackerbau-Kulturen, die auch in den Hügeln von Belutschistan im heutigen Pakistan auftauchten. Die am besten erforschte Stätte dieser Zeit ist Mehrgarh, die um 6500 v. Chr. entstand. Diese Bauern domestizierten Weizen und Rinder und benutzten ab 5500 v. Chr. auch Töpferwaren. Ab etwa 4000 v. Chr. wurden zudem Erbsen, Sesam, Datteln und Baumwolle angebaut, und auch der Wasserbüffel, bis heute essentiell für die Landwirtschaft in Süd-Asien, wurde domestiziert. Die Besiedlung des Industals geschah wohl von den Rändern zum Zentrum hin. Ab dem vierten vorchristlichen Jahrtausend ist die Amri-Kultur im Industal bezeugt. Sie geht an vielen Orten wie etwa Amri direkt der Indus-Kultur voraus. 2600 v. Chr. wandelten sich die kleinen Dörfer zu Städten mit mehreren tausend Einwohnern, die nicht mehr primär in der Landwirtschaft tätig waren. Es entstand eine Kultur, die im Umkreis von 1000 Kilometern einheitlich konstruierte Städte hervorbrachte. Das plötzliche Auftreten scheint die Folge einer geplanten und bewussten Anstrengung gewesen zu sein. So wurden einige Städte komplett umgebaut, um einem wohldurchdachten Plan zu entsprechen, oder auch von Grund auf neu angelegt, was sich auch in Mohenjo-Daro erkennen lässt, wo keinerlei Spuren vorheriger Siedlungen gefunden wurden. Der Aufbau vieler der größeren Städte im Industal ist frappant ähnlich, so dass die Harappa-Zivilisation wohl die erste war, die Städteplanung entwickelte. Frühere Gelehrte konnten dieses plötzliche Auftreten nur durch externe Faktoren wie Eroberung oder Zuwanderung erklären. Neuere Erkenntnisse beweisen aber, dass die Harappa-Kultur tatsächlich aus den Ackerbau-Kulturen in diesem Gebiet hervorging. Die Zeitangaben sind ungefähre Angaben. Einzelheiten finden sich im Artikel. Wirtschaft Landwirtschaft Die Techniken der damaligen Landwirte sind heute aufgrund der nur spärlichen Überlieferung weitestgehend unbekannt. Anscheinend wurde bereits vor der Indus-Kultur der Pflug erfunden, der von Wasserbüffeln gezogen wurde. In der folgenden Harappa-Zivilisation muss die Landwirtschaft außerordentlich produktiv gewesen sein, sonst hätten die vielen tausend Stadtbewohner, die nicht primär in der Landwirtschaft tätig waren, nicht ernährt werden können. Zweifellos machten die damaligen Bauern vom fruchtbaren Schlamm des Indus Gebrauch, ähnlich wie die alten Ägypter vom Nilschlamm. Hinweise auf Dämme oder Bewässerungskanäle wurden bis heute nicht gefunden; falls es Bauwerke dieser Art gab, sind sie vermutlich bei den zahlreichen Überflutungen in der Gegend zerstört worden. Aus einer kürzlich in Indien entdeckten Stadt weiß man jedoch, dass damals Regenwasser in massiven, aus dem Fels gehauenen Reservoirs gesammelt wurde, welche die Städte während Trockenperioden versorgen konnten. Die Landwirte der Harappa-Kultur bauten Weizen, Gerste, Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Baumwolle und Flachs an. Gujarat gehörte zum Einflussbereich der Harappa-Kultur (Sorath-Harappa), war aber wegen des Fehlens größerer Flüsse auf Regenfeldbau angewiesen und zeigt daher deutliche Unterschiede in der Wirtschaftsweise. In Fundstellen der späten Harappa-Kultur wie Rojdi und Kuntasi überwiegt bei den Pflanzenresten die Kutkihirse, außerdem wurden Reste der quirligen und roten Borstenhirse gefunden. Weizen und Gerste sind nur spärlich belegt. Aus Rangpur und Lothal stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert waren. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Reste von Reis stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend. Ob der Wasserbüffel domestiziert war oder nur gejagt wurde, ist bislang unklar. Wegen zahlreicher Knochenfunde nimmt man an, dass das Huhn seit der späten Harappa-Kultur als Haustier gehalten wurde. Aus Kalibangan stammen Spuren des Ackerbaus mit dem einfachen Hakenpflug (Arl) aus der frühen Harappa-Kultur. Handwerk, Kunsthandwerk und Gewerbe Die handwerkliche Produktion fand häufig in Werkstätten im eigenen Haus statt, doch gab es auch am Stadtrand angesiedelte eigene Handwerkerviertel. Manche Produkte wurden in Massenproduktion hergestellt und auch exportiert. Das Spektrum der handwerklichen Produkte war breit und umfasste unter anderem: Textilwaren: Die Indus-Kultur pflanzte als erste Baumwolle an und produzierte zum Beispiel Lendentücher und lange Umhänge, damals die Standardbekleidung. Die Stoffe wurden zum Teil in leuchtenden Farbtönen eingefärbt. Ton- und Steinwaren: Eine große Vielfalt an Gegenständen mit großem Formreichtum wurde erzeugt. Zum Teil war dies Massenware für den täglichen Gebrauch, zum Teil waren es aber auch kostbarere Einzelstücke. Man produzierte Küchengefäße (zum Beispiel Kochgeschirr, Servierplatten, Wasserkrüge, große Vorratsbehälter, kleine Salbentöpfe), Kinderspielzeug (Tierfigürchen), Schreibstifte, Spielwürfel, Murmeln, Spielsteine und Mausefallen. Siehe: Keramik der Indus-Kultur Werkzeuge und Waffen: Hergestellt wurden zum Beispiel Messer, Rasiermesser, Hämmer, Äxte, Bohrer, Hackbeile, Schwerter und Pfeilspitzen. Die meisten schweren Geräte wurden aus Stein, Knochen oder Holz, Messer und Rasiermesser aus hartgeschmiedetem Kupfer hergestellt. Bronze war aufgrund von Zinnmangel knapp. Die metallurgische Erzeugung von Kupfer, Bronze, Silber, Gold und deren Verarbeitung mit Techniken wie Gießen, Ziselieren, Treiben, Schmieden und Gravieren war bekannt. Schmuck: Eine große Rolle spielte die Schmuckindustrie, die eine große Vielfalt von Produkten herstellte. Hauptmaterialien waren neben Metall und Halbedelsteinen vor allem Muscheln. Armreife aus Stein, die manchmal eine kurze Inschrift tragen, waren auch sehr beliebt. Die Qualität der gefundenen Schmuckstücke weist auf eine hoch entwickelte Handwerkskunst hin. Verarbeitung von Molluskenschalen: Ein besonders beliebtes Rohmaterial waren Schneckenhäuser und Muschelschalen meeresbewohnender Mollusken, aus denen zahlreiche unterschiedliche Objekte produziert wurden. Es gab eine sehr weitgehende gewerbliche Arbeitsteilung, auch räumlich. Archäologische Ausgrabungen entlang dem Ghaggra, einem heute ausgetrockneten Fluss östlich des Indus, legen nahe, dass sich die Siedlungen auf jeweils eine oder mehrere Produktionstechniken spezialisierten. So wurde beispielsweise in einigen Städten eher Metall verarbeitet, während andere bevorzugt Baumwolle produzierten. Binnenhandel Anders als in den 1950er Jahren vermutet und aus den Kulturen in Mesopotamien bekannt, herrschte im Industal vermutlich keine zentrale Tempelwirtschaft, die über Tribute die Überschüsse einsammelte und – nach Abzug eines mehr oder weniger großen Anteils für die Elite – an die verschiedenen Spezialistengruppen nach Bedarf verteilte. Vielmehr basierte der Austausch innerhalb der schon recht arbeitsteiligen Wirtschaft vorwiegend auf dem Handel. Dieser wurde durch bedeutende Fortschritte in der Transporttechnologie begünstigt. Man kannte sowohl Karren, die den im heutigen Südasien benutzten sehr ähnlich waren, als auch Boote und Schiffe. Die meisten dieser Schiffe waren vermutlich kleine Flachbodenboote, wie sie auch heute noch am Indus anzutreffen sind. Ob die Karren, von denen meistens nur Terrakotta-, aber auch Bronzemodelle existieren, im profanen Gebrauch waren, bleibt allerdings angesichts der über mesopotamische Wagenmodelle gewonnenen Erkenntnisse offen. Die wichtigsten Güter des Binnenhandels waren vermutlich Baumwolle, Holz, Getreide, Vieh und weitere Lebensmittel. Ein hochstandardisiertes und sehr feines System von Maßeinheiten wurde verwendet, um den Handel zu organisieren – und vermutlich auch, um Steuern einzutreiben. Außenhandel Nach der Verteilung der Artefakte der Indus-Zivilisation zu urteilen, umspannte das Handelsnetz ein großes geographisches Areal, das sich über Teile Afghanistans, die Küstenregionen im heutigen Iran, Nord- und Zentralindien und Mesopotamien erstreckte. In vielen dieser Länder fanden sich Orte der Induskultur, die offensichtlich Handelsenklaven waren. Bei Shortugai konnten Teile einer Siedlung der Indus-Kultur ausgegraben werden, die vielleicht im Lapislazulihandel Bedeutung hatte. Am Persischen Golf fanden sich bei Ras al-Dschinz Reste einer Siedlung, die wahrscheinlich ein Stützpunkt im Seehandel war. Wichtige Importgüter waren Edelsteine: Jade aus dem Himalaya, Lapislazuli aus dem Gebiet des heutigen Afghanistan, Türkise aus dem iranischen Hochland, Amethyste aus dem Dekkan-Hochland in Indien, Hämatit und Jaspis aus dem indischen Rajasthan Gold (aus Südindien) Holz (aus Südindien) Wichtige Exportgüter: Baumwollwaren, für welche die Induskultur damals das Monopol hatte und deren leuchtende Farben begehrt waren Holz (Zedern aus der Kaschmir-Region, Teak aus den Punjab-Wäldern) Elfenbein Edelsteine Schmuck eventuell Gewürze   Vor allem mit Sumer ( Dschemdet-Nasr-Zeit, Frühdynastische Zeit (Mesopotamien)) ist durch Funde und Dokumente in Sumer ein reger Warenaustausch belegt, sowohl über Land durch den heutigen Iran als auch über See via Dilmun (heute: Bahrain). So wurde zum Beispiel im Grab der Königin Puabi, die um 2500 v. Chr. in Ur in Mesopotamien lebte, Karneol-Schmuck aus der Indusregion gefunden. Ein besonders typisches Handelsgut sind Geätzte Karneolperlen. Zudem benutzt eine sumerische Inschrift, die sich vermutlich auf die Indus-Kultur bezieht, den Namen Meluha, was der einzige Hinweis darauf ist, wie sich die Menschen im Industal damals genannt haben könnten. Zentrum des Handels scheint Mohenjo-Daro gewesen zu sein, wo Verwaltungs- und Handelsstrukturen identifiziert werden konnten. Wasserstraßen bildeten das Rückgrat der damaligen Transportinfrastruktur. Neben den schon genannten Binnenschiffen gab es auch größere, meerestaugliche Schiffe. Archäologen haben bei Lothal an der Küste des Arabischen Meeres Reste eines großen, künstlich angelegten Kanals und Hafendocks entdeckt, dazu möglicherweise das älteste künstliche Hafenbecken der Welt; für die damalige Zeit war das sehr fortschrittlich. Für den Außenhandel wurden mehrere Handelsstationen weit außerhalb des Industals angelegt, außer dem oben genannten Lothal im Süden auch welche im Westen. Städtebau Fast alle größeren Siedlungen der Indus-Kultur hatten eine einander ähnliche, streng geometrische städtebauliche Struktur. Eine zitadellenartige Oberstadt im Westen überragt die räumlich getrennte und annähernd parallelogrammförmige, rechteckige oder quadratische Unter- bzw. Wohnstadt im Osten. Die größte bisher gefundene antike Stadt im Industal ist Mohenjo-Daro („Hügel der Toten“), die im heutigen Pakistan in der Provinz Sindh direkt am Indus liegt. Gemeinsam mit anderen wichtigen archäologischen Stätten wie Kot Diji, Lothal, Harappa und Kalibangan zeichnet sie sich durch die einheitlich hohe Qualität des Städtebaus, insbesondere ihrer Wasserversorgung und Kanalisation, aus. Der britische Archäologe Stuart Piggott formulierte 1950, dass die Städte der Indus-Kultur schachbrettartig angelegt seien, ähnlich wie heute New York. Tatsächlich verlaufen jedoch nur die Nord-Süd-Achsen durchgehend, während die Ost-West-Straßen knickachsig sind. Gleichwohl zeugt die einheitliche Stadtarchitektur von fortgeschrittenen Kenntnissen in der Städteplanung und Hygiene sowie von einer effizienten Verwaltung. Monumentalbauten sakraler oder kultischer Natur waren der Indus-Kultur unbekannt. Da es in der Indusebene selbst keine nennenswerten Natursteinvorkommen gibt, bestehen alle erhaltenen Baustrukturen überwiegend aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Nur in den Fundamenten größerer Bauanlagen wurde gelegentlich auch Naturstein eingesetzt. Holz kam vermutlich nur in Deckenkonstruktionen zum Einsatz. Bautechnisch bevorzugten die Architekten der Indus-Kultur rechtwinkliges Mauerwerk im Blockverband. Runde Brunneneinfassungen, die weder aus den vorharappanischen Kulturen noch den parallel in Mesopotamien und Ägypten existierenden Hochkulturen erhalten sind und daher wahrscheinlich eine Neuerung in der gesamten Baugeschichte darstellten, wurden aus keilförmigen Ziegeln gemauert. Gewölbe waren dagegen mit Ausnahme des Kraggewölbes unbekannt. Typischer Aufbau am Beispiel von Mohenjo-Daro Mohenjo-Daro ist die wohl am besten erforschte Stadt der Indus-Zivilisation. In den 1920er und 1930er Jahren führte der britische Antikendienst hier umfangreiche Grabungen durch und legte große Teile der Stadt frei, die in den letzten 4500 Jahren vom Schlamm des Indus vollständig begraben worden war. Wohl zum Schutz gegen Überschwemmungen wurde die Stadt auf einer künstlichen Plattform aus gebrannten Ziegeln und Erde errichtet. An einen höher gelegenen Bereich, der etwa 200 m breit und 400 m lang war und als Zitadelle bezeichnet wird, schloss sich ein als Unter- oder Wohnstadt bezeichneter Bereich an, wo sich die Wohnhäuser befanden. Zwischen der Zitadelle und der Unterstadt lag ein Freiraum von etwa 200 m. Hauptstraßen von zehn Meter Breite durchzogen die Unterstadt in Nord-Süd-Richtung, und kleinere Nebenstraßen zweigten rechtwinklig von ihnen in Ost-West-Richtung ab. So entstanden Häuserblöcke, in denen wohl die Einwohner der Stadt lebten. Die Zitadelle – deren Zweck unbekannt ist, es wird jedoch eine defensive Funktion vermutet – weist einen weitaus weniger schematisierten Grundriss als die blockartige Unterstadt auf. Hier wurde 1925 ein großes, aus speziellen gebrannten Ziegeln erbautes Becken entdeckt, das etwa 7 m × 12 m maß und über zwei Treppen bestiegen werden konnte. Es war von einem Laubengang umgeben und wurde von einem eigenen Brunnen, der sich in einem Nebenraum befand, mit Wasser versorgt. Ob es sich hierbei um ein Badebecken zur rituellen Waschung oder eine öffentliche Badeanstalt handelte, ist nicht bekannt. Ebenfalls auf der Plattform befand sich ein großes Gebäude, aus Backsteinen errichtet, das als Kornspeicher bezeichnet wird; diese Funktion ist jedoch nicht bewiesen. Häuser Die in Straßenblöcken angelegten, rechteckigen Wohnhäuser in der Unterstadt waren aus gebrannten Ziegeln sehr zweckmäßig konstruiert. Etwa die Hälfte der Häuser waren 50–100 m² groß, fast ebenso viele zwischen 100–150 m², einige wenige hatten sogar 210–270 m² Wohnfläche. Nach außen geschlossen und schmucklos, bestanden sie typischerweise aus einem mit der Straße durch einen Vorraum verbundenen Innenhof, um den herum die eigentlichen Wohnräume angeordnet waren. In diesen Innenhöfen, die häufig teilweise überdacht waren, spielte sich das tägliche Leben ab. Über den Räumen lagen oft Dachterrassen, die über Treppen erreichbar waren. Das typische Haus verfügte über eine eigene Toilette, die zur Straße hin lag und über Tonröhren eine öffentliche Kanalisation speiste. Wasser lieferte der eigene Brunnen. Der Standard der Wasserver- und -entsorgung war sehr hoch und ist in manchen Teilen Pakistans und Indiens bis heute nicht wieder erreicht worden. Wissenschaft Die detailliert geplanten und ingenieurmäßig errichteten Städte zeugen vom fortgeschrittenen Stand der damaligen Wissenschaft. Die Menschen der Indus-Kultur erreichten eine erstaunliche Präzision beim Messen von Längen, Massen und der Zeit. Sie waren vermutlich die ersten, die einheitliche Gewichte und Maße entwickelten und benutzten. Ihre Messungen waren sehr präzise. Ihr kleinstes Längenmaß, das auf einer Skale aus Elfenbein in Lothal gefunden wurde, entsprach etwa 1,704 mm, die kleinste Einheit, die jemals auf einer Skale der Bronzezeit entdeckt wurde. Gewichte basierten auf dem 0,05-, 0,1-, 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-fachen einer Grundeinheit, die etwa 28 Gramm schwer war. Auch das Dezimalsystem war bereits bekannt und im Einsatz. Als Baumaterial kamen erstmals in der Geschichte der Menschheit gebrannte Ziegel mit dem idealen und noch heute gebräuchlichen Kantenlängenverhältnis 1:2:4 zum Einsatz. Auch in der Metallurgie wurden neue Techniken entwickelt, mit denen die Handwerker der Harappa-Kultur Kupfer, Bronze, Blei und Zinn verarbeiteten. Funde aus dem Jahr 2001 aus Mehrgarh legen nahe, dass auch Grundlagen der Medizin und Zahnheilkunde beherrscht wurden. Kunst Verglichen mit den Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien wurden am Indus recht wenige Steinplastiken gefunden. Entdeckt wurden unter anderem Köpfe sowie auf Podesten thronende Widder, was auf eine sakrale Bedeutung hinweist. Dagegen stellten die Menschen der Indus-Kultur Schmuck in vielen Variationen her. Ausgangsmaterial waren sowohl diverse Edelsteine wie Karneol, Achat, Jaspis und Lapislazuli als auch Gold (seltener), Kristalle und anderes Steingut. Mit hoher handwerklicher Fertigkeit, unter anderem beim Schleifen und Polieren, wurden daraus Armringe, Ketten und Kopfschmuck hergestellt. Daneben wurden viele kleinere Skulpturen aus Ton entdeckt, oft schlanke weibliche Figuren, die vermutlich Fruchtbarkeitssymbole darstellten, und Tierfiguren, die sehr detailliert gearbeitet waren. Kleine Ton- und Bronzefiguren, die entsprechende Szenen darstellen, beweisen, dass auch der Tanz, die Malerei und die Musik großgeschrieben wurden. Auf einem Siegel entdeckten Archäologen die Darstellung eines harfenähnlichen Instruments, und auch zwei Objekte aus Lothal konnten als Saiteninstrumente identifiziert werden. Sprache und Schrift Trotz vielfältiger Versuche ist die Indus-Schrift, die mit keiner bekannten Schrift verwandt ist, bis heute nicht sicher entschlüsselt. Typische Inschriften sind nicht länger als vier oder fünf Zeichen, die längste bekannte Inschrift umfasst 26 Zeichen. In der Induskultur wurden Siegel (zum Beispiel in Form eines Löwen) als persönliche Unterschrift verwendet. Religion Als erster versuchte John Marshall, der Ausgräber von Mohenjo-Daro und Harappa, die Indusreligion zu erklären, und kam dabei zum Schluss, dass viele Erscheinungen des späteren Hinduismus in der Indusreligion bereits vorhanden waren. Seine Thesen werden kontrovers diskutiert. Die akademische Forschung steht seinen Thesen kritisch gegenüber und versucht andere Annäherungen an die Indusreligion. Dagegen werden, besonders in hinduismus- und yogafreundlichen Kreisen, Marshalls Thesen tendenziell unkritisch übernommen. Die Erforschung wird durch die Tatsache, dass keine Texte bekannt sind, sehr behindert. Zudem ist es schwer, vorhandenes Material gesichert dem religiösen oder kultischen Bereich zuzuordnen. So können die Figurinen grundsätzlich als Spielzeuge, Ritualobjekte oder Götterdarstellungen interpretiert sein. Zudem weiß man nicht, ob die Industalkultur und somit auch deren religiösen Vorstellungen einheitlich waren. Marshalls Thesen Marshall vertrat in seinem Werk über die Induskultur (1931) drei wichtige Aspekte der Indusreligion: Verehrung der „Großen Muttergöttin“ (Great Mother Goddess), als Vorläuferin des „Proto-Shaktismus“. Die Göttin könne eine Protoform der hinduistischen Durga oder Shakti gewesen sein. Verehrung eines „Großen Männlichen Gottes“ (Great Male God), als Vorläufer des „Proto-Yoga“. Dieser vermutete Gott wurde schon 1928 von Mackay als „Proto-Shiva“ bezeichnet, der sich dem „Herrn der Tiere“ des späteren Pashupati annähere. Das „Große Bad“ (Great Bath) in Mohenjo-Daro habe rituellen Waschungen gedient, welche noch heute im Hinduismus eine außergewöhnlich wichtige Rolle einnehmen. Moderne Annäherungen Siegel Im Hinblick auf die gleichzeitigen mesopotamischen und iranischen Siegel ist auf den Indus-Siegeln mit religiös-mythischen Inhalten zu rechnen. Anthropomorphe Darstellungen könnten Menschen, Helden oder Gottheiten abbilden, theriomorphe können Tiere, aber auch mythische Wesen zeigen. So soll das Einhorn – eines der am häufigsten abgebildeten Tiere – vielleicht ein mythisches Wesen oder ein Symbol darstellen. Mehrköpfige Tiere und Mischwesen gehören der übernatürlichen Sphäre an, während einfache naturalistische Tierdarstellungen allenfalls einen Hintergrund in Zoolatrie haben könnten. Die Siegel zeigen auch Bäume; dabei scheinen die Pipalfeige (Ficus religiosa) und Akazie (Acacia sp.) eine besondere Rolle in der Induskultur gespielt zu haben. Eindeutiger der religiösen Sphäre gehören die narrativen Siegel an. Sie zeigen Prozessionen, bei denen einige Personen Tierstandarten tragen – ein möglicher Hinweis auf Zoolatrie. Darstellungen von Adoranten in kniender Position zeugen von Götterverehrung. Andere narrative Siegel stellen offensichtlich Szenen aus Heldensage oder Mythos dar. So zeigt ein Siegel eine Person zwischen zwei Tigern, ein verbreitetes Motiv in verschiedenen Kulturen. Auch die Darstellung einer Person, die in einem Baum sitzt, dürfte in diese Richtung zu deuten sein. Eine besondere Rolle spielen die in der Literatur häufig diskutierten Siegel mit Personen in außergewöhnlicher Sitzhaltung, wie das bekannte Mohenjo-Daro Siegel 420. Während allgemein eine kultisch-religiöse Bedeutung dieser Darstellungen angenommen wird, bleibt ein Zusammenhang mit dem späteren Yoga umstritten. Figurinen Die vielen anthropomorphen Figurinen, oft nur grob ausgearbeitet, könnten als Spielzeug gedient haben, hatten aber offensichtlich zum Teil religiösen Charakter und scheinen dann eine Verwendung im Hauskult gehabt zu haben; dies wird daraus geschlossen, dass diese oft in kleineren Hinterräumen gefunden wurden. Dass einige dieser Figurinen beim Brennen mit Knochenasche eingefärbt wurden, was bei anderen Objekten nicht beobachtet wurde, ist ein wichtiges Indiz für den kultischen Charakter. Vielleicht sollten die Figurinen dadurch „belebt“ werden, ein Bezug zu Magie oder Schamanismus liegt nahe. Bauten Bis heute konnte kein Bauwerk eindeutig als Sakralbau identifiziert werden, auch das „Große Bad“ von Mohenjo-Daro zeigt keine deutlichen Anzeichen einer kultischen Benutzung. Niedergang und Kollaps Über 700 Jahre lebten die Menschen der Indus-Zivilisation in Wohlstand, und ihre Handwerker fertigten Produkte von großer Schönheit und Qualität. Ab etwa 2000 v. Chr. kamen anscheinend größere Probleme auf, deren Art nicht bekannt ist, die aber zeitlich ungefähr mit Übergangsperioden in Ägypten bzw. Mesopotamien zusammenfielen (Übergang zum Mittleren Reich in Ägypten, bzw. Ende des Reiches von Ur-III in Mesopotamien). Die großen Städte wurden verlassen, und diejenigen Einwohner, die blieben, waren unterernährt. Um 1800 v. Chr. waren die meisten Städte aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten gingen die Erinnerungen und Errungenschaften der Indus-Kultur – im Gegensatz zu den Kulturen in Ägypten und Mesopotamien – komplett verloren. Die Harappa-Kultur hinterließ keine Monumentalbauten wie die Pyramiden in Ägypten oder die zahlreichen Zikkurat-Tempel in Mesopotamien, die ihre frühere Existenz bewiesen und ihre Erinnerung lebendig erhalten hätten. Man kann vermuten, dass dies nicht möglich war, da es im Industal wenig geeignete Steine gibt; doch gilt das gleiche auch für Mesopotamien. Eventuell war den Menschen der Indus-Kultur auch das Konzept von großen Monumentalbauten fremd. Es wurden weder Königsgräber noch irgendwelche wertvollen Grabbeigaben gefunden. Männer und Frauen wurden auf gleiche Weise beerdigt. Diese Indikatoren deuten auf eine wenig hierarchische Gesellschaft hin. Man spricht heute nicht mehr von einem relativ plötzlichen Untergang der Indus-Kultur, sondern von einem allmählichen Niedergang. In dessen Verlauf ist ein Auflösungsprozess zu erkennen: Die einheitliche Kultur mit dichtem Handelsnetz zerbrach in verschiedene regionale Kulturen, die unterschiedlich stark von der Indus-Zivilisation beeinflusst waren. Offensichtlich kam es auch zu Migrationen: Einige Menschen der Indus-Kultur scheinen in Richtung Osten gewandert zu sein, in die Gangesebene, andere wanderten zur fruchtbaren Ebene von Gujarat im Süden (West-Indien). Auch die Keramiktradition überlebte noch einige Zeit. Im Wesentlichen verschwanden also nicht die Menschen, sondern ihre Zivilisation: die Städte, die Schrift und die Handelsnetzwerke. Dieser Niedergang war jedoch nie vollständig, da viele Zivilisationsmerkmale überlebten und in spätere Hochkulturen eingingen: handwerkliches Wissen, Kunst, Landwirtschaft und möglicherweise Elemente der Sozialstruktur. Die Gründe für den Niedergang sind unklar. Die vor allem in der Mitte des letzten Jahrhunderts populäre Theorie, der Untergang der Induskultur sei allein mit dem Erscheinen arischer Nomaden im Industal zu erklären, hat heute nicht mehr viele Anhänger. Heute wird das Zusammenspiel eines ganzen Bündels von Faktoren ökologischer, klimatischer, politischer oder auch wirtschaftlicher Art diskutiert, die im Einzelnen jedoch noch nicht gesichert sind: Klimatische Veränderungen können eine bedeutende Rolle gespielt haben. Das Industal war um 2600 v. Chr. bewaldet und tierreich. Es war feuchter und grüner als heute. So konnten die Menschen der Indus-Kultur ihre Nahrung während Dürreperioden oder bei Hochwasser durch Jagen ergänzen. Es ist bekannt, dass sich um 1800 v. Chr. das Klima im Industal änderte: Es wurde bedeutend kühler und trockener. Möglicherweise verlagerten sich die Monsunregen nach Osten. Der geringere Niederschlag könnte schließlich nicht mehr ausgereicht haben, die Felder zu bewässern. Wichtig könnte das Austrocknen großer Teile des Ghaggar-Hakra-Flusssystems (siehe auch Sarasvati) gewesen sein, dessen Quelle durch tektonische Vorgänge in die Gangesebene umgeleitet wurde. Es gibt einige Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses. Durch das Austrocknen des Ghaggra-Hakra ging ein bedeutender Teil des fruchtbaren Ackerlandes verloren. Die jahrhundertelange intensive Bewirtschaftung kann dazu beigetragen haben, allmählich den Boden zu erschöpfen. Möglicherweise hat – wie in Sumer – eine jahrhundertelange falsche Bewässerungstechnik, die zu wenig auf Entwässerung achtete und unter Bedingungen starker Verdunstung Salzrückstände hervorbringt, das Ackerland allmählich versalzt. Die Überweidung durch die großen Schaf- und Ziegenherden, mit denen die ständig wachsende Bevölkerung ihren Fleischbedarf deckte, kann die Vegetation der Berghänge so weit reduziert haben, dass der Boden erodierte und der natürliche Wasserhaushalt gestört wurde. Der enorme Holzbedarf (Baumaterial und Brennstoff für die Ziegeleien) hat vermutlich ganze Wälder vernichtet, was die Niederschläge weiter verringerte und im ohnehin trockener gewordenen Land die Wüsten wachsen ließ. Der Untergang der Indus-Zivilisation könnte mit dem Ende des Sumerischen Reiches und dem Wegfall der Handelsbeziehungen dorthin zusammenhängen. Auch kriegerische Auseinandersetzungen werden als mögliche Ursache diskutiert. Die in Zentralasien siedelnden Völker erlebten ein Bevölkerungswachstum und dehnten ihren Siedlungsraum aus. Auch Reiterstämme aus der iranischen Hochebene drangen in das Gebiet der Indus-Kultur ein. Ebenso können Krankheiten beim Ende der Harappa-Kultur eine Rolle gespielt haben. Geschichte des Industals als Zeittafel Siehe auch Mohenjo-Daro Siegel 420 Literatur Allgemeines Bridget Allchin, Raymond Allchin: The rise of civilization in India and Pakistan. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1982, ISBN 0-521-24244-4 (Reprinted edition. ebenda 1988). Dilip K. Chakrabarti (Hrsg.): Indus Civilization Sites in India. New Discoveries (= Mārg. Bd. 55, Nr. 3). Marg Publications on behalf of the National Centre for the Performing Arts, Mumbai 2004, ISBN 81-85026-63-7. Dorian Fuller: An agricultural perspective on Dravidian historical linguistics: archaeological crop packages, livestock and Dravidian crop vocabulary. In: Peter Bellwood, Colin Renfrew (Hrsg.): Examining the farming / language dispersal hypothesis. McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, ISBN 1-902937-20-1, S. 191–213. Swarajya P. Gupta: The Indus-Saraswati Civilization. Origins, Problems and Issues. Pratibha Prakashan, Delhi 1996, ISBN 81-85268-46-0. Michael Jansen: Die Indus-Zivilisation. Wiederentdeckung einer frühen Hochkultur. DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-1435-3. Tony Joseph: Early Indians. The Story of Our Ancestors and Where We Came From. Juggernaut Books, New Delhi 2018, ISBN 978-93-8622-898-7. Braj B. Lal: India 1947–1997. New Light on the Indus Civilization. Aryan Books International, New Delhi 1998, ISBN 81-7305-129-1. Braj B. Lal: The Earliest Civilization of South Asia. (Rise, Maturity and Decline). Aryan Books International, New Delhi 1997, ISBN 81-7305-107-0. Gregory L. Possehl (Hrsg.): Ancient cities of the Indus. Vikas Publishing House, Delhi 1979, ISBN 0-7069-0781-7. Gregory L. Possehl: The Indus Civilization. A Contemporary Perspective. AltaMira Press, Walnut Creek CA 2002, ISBN 0-7591-0171-X. Jim G. Shaffer: The Indus Valley, Baluchistan and Helmand Traditions: Neolithic Through Bronze Age. In: Robert W. Ehrich (Hrsg.): Chronologies in Old World Archaeology. Band 1. 3rd edition. University of Chicago Press, Chicago IL 1992, ISBN 0-226-19445-0, S. 441–464. Günter Urban, Michael Jansen (Hrsg.): Vergessene Städte am Indus. Frühe Kulturen in Pakistan vom 8. bis 2. Jahrtausend v. Chr. (Ausstellungskatalog) Philipp von Zabern, Mainz 1987 Materielle Kultur Alexandra Ardeleanu-Jansen: Die Terrakotten in Mohenjo-Daro. Eine Untersuchung zur keramischen Kleinplastik in Mohenjo-Daro, Pakistan (ca. 2300–1900 v. Chr.). University Mission, Aachen 1993, ISBN 3-929832-01-1 (Zugleich: Aachen, Technische Hochschule, Dissertation, 1993). Sprache und Schrift Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1994, ISBN 0-521-43079-8. Michael Witzel: The Languages of Harappa (Early linguistic data and the Indus civilization). In: Jonathan Kenoyer (Hrsg.): Proceedings of the conference on the Indus civilization. Madison WI 1998, Text online (PDF; 216 kB). weitere Veröffentlichungen von Asko Parpola, Gregory Possehl und Iravatham Mahadevan. Film Das Wunder am Indus. Doku-Drama, 2008, 45 Min., Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 1. Juni 2008, Beschreibung bei Phoenix Weblinks harappa.com, sehr umfangreich (englisch) Les premières civilisations de l'Inde par Bernard Sergent, Clio (französisch) The Harappan Civilization, einführender Artikel über die Induskultur (englisch) , amical.de „Die Induskultur“, National Geographic, Juni 2000 Einzelnachweise und Anmerkungen Archäologische Kultur (Jungsteinzeit) Archäologische Kultur (Kupfersteinzeit) Archäologische Kultur (Bronzezeit) Archäologische Kultur (Asien) Südasiatische Geschichte Umweltgeschichte 3. Jahrtausend v. Chr. ~Induskultur
Japanische Kunst: Geschichte, Typen, Stile Japanische Kunst: Geschichte, Typen, Stile 1 564 Automatische übersetzen Die Bearbeitung dieses Abschnitts ist noch nicht abgeschlossen Hier finden Sie eine kurze Einführung in die Ursprünge, Einflüsse und die historische Entwicklung von fünf wichtigen Arten der bildenden Kunst aus Japan. Zum Einfluss japanischer Ukiyo-e-Drucke und anderer dekorativer Kunst auf europäische Künstler siehe: Japonismus (c.1854-1900). Keramik von Jomon "Jomon" ist der Name, der gegeben wird alte Töpferei hergestellt in Japan in der Epoche von prähistorische Kunst das heißt, alle Tongefäße, Gefäße und dekorativen Keramikfiguren, die von 14.500 v. Chr. bis etwa 100 v. Chr. hergestellt wurden. Die Jomon-Kultur beginnt also in der Ära von Paläolithische Kunst und setzt sich fort während der Periode von Neolithische Kunst (10.000-2.000 v. Chr.). In der Tat wird der Begriff "Jomon" jetzt verwendet, um sich auf die gesamte Zeit des Japanischen zu beziehen Steinzeit Kunst . Um zu sehen, wie Jomon-Keramik in die Chronologie der Keramikherstellung auf der ganzen Welt passt, siehe: Keramik-Timeline (26.000 v. Chr. – 1900). Jomon-Schiffe wurden mit ziemlicher Sicherheit von beeinflusst Chinesische Keramik , die seitdem kontinuierlich produziert worden waren Xianrendong Cave Pottery (18.000 v. Chr.) Und Yuchanyan Höhlentöpferei (16.000 v. Chr.). Um 14.500 v. U. Z. verbreiteten sich chinesische Techniken über die Grenze nach Sibirien, wie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigte Amur River Basin Keramik , aus dem Jahr 14.300 v. Chr., und überquerte wahrscheinlich auch das Japanische Meer nach Honshu. Jedenfalls wissen wir, dass zu dieser Zeit auch die japanische Töpferei begann, wie aus den Radiokarbondaten hervorgeht, die an den ältesten Standorten von Jomon erhalten wurden, nämlich: Standort Odaiyamamoto I (Tohoku) (14.540 v. Chr.); Fukui-Höhle (Kyushu) (14.000 v. Chr.); und Kamino (Kanto) (13.500 v. Chr.). Jomon Keramik entwickelt über sechs Perioden: Incipient Jomon 14500-8000 BCE; Initial Jomon 8000-5000 BCE; Early Jomon 5000-2500 BCE; Middle Jomon 2500–1500 v. Spätes Jomon 1500-1000 v. Final Jomon 1000-100 v.Chr. Um zu sehen, wie japanisch Antike Kunst , passt in die Entwicklung des Kunsthandwerks auf der ganzen Welt, siehe: Prähistorische Kunst Timeline (von 2, 5 Millionen v. Chr.). Der frühe Jomon keramische Kunst wurde aus unraffiniertem Ton hergestellt, der bei Lagerfeuern im Freien niedrig gebrannt wurde. Die Gefäßformen beschränkten sich auf einfache Schalen und Gläser mit spitzem oder rundem Boden, während sich die Dekoration auf Seilmarkierungen an den Außenflächen beschränkte. Mit der Entwicklung des Neolithikums wurde die Töpferei jedoch verfeinert. (Siehe auch: Jungsteinzeit in China : 7500-2000 v. Chr.) So wurden die Gefäße in ihrer Form vielfältiger und enthielten flache Böden und reich verzierte Verzierungen. Die Brenntechniken wurden verbessert und primitive Brennöfen eingeführt, während soziale Veränderungen zu einer größeren Nachfrage nach neuen Sortimenten keramischer Objekte führten. Zu gegebener Zeit wurden neue Gefäßtypen für religiöse oder rituelle Zeremonien geschaffen. Der mittlere und späte Jomon war Zeuge der Verbreitung von "dogu" -Tonfiguren – einer Reihe von anthropomorphen Figuren, einschließlich seltsamer "brillenäugiger" Formen (siehe Bild links). Kunst der buddhistischen Tempel Japan ist eine Schatzkammer einiger der größten der Welt Skulptur , so gut wie alles buddhistisch und zunächst stark von Prototypen abhängig Chinesische Kunst . Die mittelalterliche buddhistische Kunst in Japan ist jedoch oft viel besser erhalten als in China oder Korea, und aufgrund des Fehlens entsprechender Beispiele ist es oft schwierig, zu entscheiden, ob ein bestimmtes Stück davon stammt religiöse Kunst wird importiert oder von einem einheimischen Japaner oder von einem Einwanderer. Die japanische Geschichte vor dem Buddhismus gliedert sich in drei Epochen: Jomon (ca. 7500-200 v. Chr.), Yayoi (200 v. Chr. – 200 n. Chr.) Und Tumulus (200-600 n. Chr.) überlebt. Die neolithischen Jomon- Figuren bestehen aus grauem und rotem Steingut. Ihre Körperzüge sind mit Graten und flachen Einschnitten versehen. Große runde Augen geben dem abstrahierten Bild Leben. Die Tumulus- Periode hat ihren Namen von den großen Grabhügeln, die von ihren Herrschern errichtet wurden und um die sich Mengen befinden von Haniva wurden gefunden – Keramikzylinder mit Figuren von Gefolgsleuten, Frauen, Tieren und Häusern. Nach einem alten Text war Haniva ein Ersatz für die lebenden Menschen und realen Gegenstände, die früher die Großen ins Grab begleitet hatten – obwohl die Archäologie dies nicht bestätigt hat. Die erste Welle buddhistischen Einflusses kam aus dem Königreich Paekche in Korea nach Japan. Es wird berichtet, dass der koreanische König dem Kaiser von Japan 538 ein Bild des Buddha in Goldbronze schickte. Der Kaiser erklärte, er sei zutiefst bewegt von der tiefgreifenden buddhistischen Lehre, aber weil Pestilenz auf ihn zukam, wurde das Geschenk in einen Kanal geworfen. Es gibt jedoch mehr Bilder und dann Künstler (einschließlich eines bekannten Meisters, Tachito, aus China – siehe Chinesische buddhistische Skulptur ), und Ende des sechsten Jahrhunderts begrüßte Prinz Shotoku, Regent von Japan, den Buddhismus offen. Damals wurde unter anderem das berühmte Kloster Horyu in der Region Nara gegründet, und es entstanden Bilder in großer Zahl. Anfangs beschränkte sich die buddhistische Skulptur auf einige wenige Themen – Shaka (der historische Buddha), Yakushi (der heilende Buddha), Miroku (oder Maitreya, der Buddha der Zukunft), Kwannon oder Kannon (der Bodhisattva des Mitgefühls) und der Wächter Könige von Norden, Osten, Süden und Westen. Zwei buddhistische Trinitäten (der Buddha flankierte von zwei Bodhisattvas) Bronze- werden von der Hand von Tori, Enkel des Einwanderers Tachito, aufgezeichnet, der für sie mit einem höheren sozialen Status belohnt wurde. Der Stil dieser frühen japanischen Skulptur leitet sich eindeutig von chinesischen Beispielen ab (vergleiche zum Beispiel die von Longmen und Yungang), die oft über Korea nach Japan gebracht wurden – wie bei "The Kudam (Paekche) Kannon", das traditionell zugeschrieben wird ein koreanischer Künstler. Die Formen sind etwas steif und länglich, zu sanft abgestuften Flächen geglättet, die mit einer Kalligraphie aus herabhängenden Falten und anmutigen Faltenenden versehen sind. (Hinweis: Informationen zur Verbreitung des chinesischen Kunsthandwerks in Ostasien finden Sie unter: Koreanische Kunst .) Einzelheiten zur frühen chinesischen buddhistischen Kunst finden Sie unter: Kunst der sechs Dynastien (220-589) und Sui-Dynastie Art (589 & ndash; 618). Während des siebten und achten Jahrhunderts, Holz wurde ein beliebtes Medium der japanischen Bildhauer. Es wurde geschnitzt und poliert, um sanfte Konturen zu erhalten, die durch lineare Muster mehr oder weniger belebt wurden. (Siehe auch: Jade schnitzen .) Eines der schönsten Beispiele dieser Zeit ist jedoch Bronze, die kolossale freistehende buddhistische Dreifaltigkeit im Yakushi-Tempel in Nara, wahrscheinlich aus dem frühen 8. Jahrhundert. Die Vorhanglinien drehen sich frei um das prächtige und massive Yakushi; Auch die Bodhisattvas sind prall und verkörpern Eleganz. Solche riesigen Bilder, die wahrscheinlich direkt von chinesischen Tang-Prototypen stammen und jetzt verloren gehen, wurden in der Nara- Zeit (710-84) häufig von jeder Provinz bestellt, um den Tod einer Pest, den Beitritt eines Kaisers usw. zu feiern. Eine, die im Todai-Tempel in Nara überlebt hat, besteht aus fast fünf Tonnen Metall, obwohl die Figuren hohl sind und nach der Wachsausschmelzmethode gegossen wurden. Eine Anleitung zu den ästhetischen Prinzipien der orientalischen Kunst, die sich in Malerei, Skulptur und zahlreichen Handwerken in China widerspiegeln, finden Sie unter: Traditionelle chinesische Kunst: Merkmale . Eine weitere Ader der Skulptur aus ungebranntem Ton tauchen in den frei modellierten kleinen Figuren der Trauerjünger auf dem Tableau des Todes des Buddha (711) im Kloster Horyu auf. Jeder Jünger ist als ein eigenständiges Individuum konzipiert. Ein ähnlicher Realismus greift das großartige Trockenlackporträt des chinesischen Mönchs Ganjin auf, Gründer des Toshodai-Klosters, der in Japan weithin als eine Art Heiliger verehrt wird. Aus China scheint er Künstler und eine neue Welle des Einflusses mitgebracht zu haben. Der riesige Kannon im Toshadai-Tempel, 5, 5 Meter hoch, mit seinen tausend Armen (tatsächlich 953), die um das ruhige Gesicht eine fantastische Aureole bilden, ist ebenfalls aus Trockenlack. Während die Ganjin eine neue und kraftvolle Tradition der Porträtskulptur initiieren, die sicherlich mit dem Trend in China zusammenhängt, der in den individualistischen Figuren von Luohans gipfelte, offenbart die Kannon einen neuen schwerfälligen und statischen Stil mit Vorhängen aus schweren geschwungenen Falten. In der Heian- Zeit (784-1185) blühte eine esoterische Sekte, die Shingon-Buddhisten , auf. Ihre langwierigen Rituale erforderten eine große Anzahl von Bildern, die ein verzweigtes Pantheon spiritueller Kräfte verkörperten, jedes mit unterschiedlichen, oft phantastisch ausgearbeiteten Attributen. Im elften Jahrhundert griffen die Bildhauer auf die Yosegi- Technik zurück, um immer komplexere Figuren aus geschnitztem Holz zu formen. Die aufwändigen Rituale, die während des Kamakura-Shogunats (1185-1392) praktiziert wurden, standen nicht mehr unter der Schirmherrschaft des Staates, obwohl weiterhin große und qualitativ hochwertige Skulpturen für sie angefertigt wurden, die immer dynamischer und realistischer wurden. Zwei große Holzschnitzer des 13. Jahrhunderts, Unkei und Kaikei , waren berühmt; Ihre Statuen von Schutzgottheiten sind großartig bedrohlich. Die buddhistischen Tempel wurden nicht nur mit Skulpturen, sondern auch mit Wandbildern bestickten Bannern, gemusterten Seiden, illustrierten Manuskripten, zeichnungen und blockgedruckte Schriftrollen. Privatpersonen besaßen sowohl Miniaturversionen der Bilder in den Tempeln als auch kleine tragbare Schreine, die manchmal aus kostbarem Material geschnitzt waren. Zen Tuschmalerei " Zen " ist die japanische Aussprache des chinesischen " Chan " – der lebhaften, fundamentalistischen buddhistischen Sekte, die in China in der Ära von zum ersten Mal blühte Tang-Dynastie Kunst (618 & ndash; 906). Es stand für die Ablehnung der ausgeklügelten Riten und Pflichten des traditionellen Buddhismus, die in den großen Klöstern mit ihrem immensen Zeremonienapparat, ihren Schätzen an Gemälden und Skulpturen praktiziert wurden; Zen-Mönche suchten Erleuchtung durch persönliche Hingabe, durch Sparmaßnahmen und konzentrierte Meditation und erwarteten, dass sie sie inmitten der normalen Alltagsaktivität erreichen würden. Während des Kamakura-Shogunats (1185-1332) wurde der Zen-Buddhismus von vielen Kriegern übernommen. Die Shogunate waren Militärdiktaturen, die im Namen eines Marionettenkaisers über Japan herrschten und vom Shogunat zusammen mit seinen Höflingen als wirkungsvoll, leichtfertig und zeremoniell gefesselt angesehen wurden. Die Shogunate förderten im Gegensatz dazu den Zen-Buddhismus und die Kaste und den Kodex der Samurai ("Krieger"), deren Ethik und Fähigkeiten auf den Geboten des Zen beruhten. In ihren Kampfkünsten der Schwert-, Bogen- und Speer-Zen-Disziplin spielte das Training, durch das Erleuchtung erreicht werden könnte, eine bedeutende Rolle. Die Anschläge der Samurai mussten spontan und unmittelbar sein, ohne dass ein überflüssiger Gedanke zwischen Bedürfnis und Tat bestand. Eine ähnliche Qualität wurde in der Tuschmalerei gepflegt. Im vierzehnten Jahrhundert, in der Muromachi- Zeit (1333-1573), dominierte die Tuschemalerei – insbesondere wie sie von Zen-Priestermalern praktiziert wurde – die Kunst in Japan, wie sie dominierte Asiatische Kunst auf dem chinesischen Festland. Es wurde auf dem gegründet Tusche-und-Wasch-Malerei of Song China: Rein schwarze chinesische Tinte ( suzboku ) war das Hauptmedium, und auch ihre Motive entstammen dem chinesischen Repertoire – vor allem Landschaften und die Jahreszeiten, aber auch Porträts . Seine Ästhetik erforderte Direktheit des Sehens, spontane Reflexion der Sensibilität für die Natur – es basierte eng auf chinesischen Kanonen, wurde aber durch die Zen-Meditationstechniken erreicht. Eine Reihe von Malern hatte diesen chinesischen Stil nach und nach in Japan etabliert – darunter Shubun (aktives 14. Jahrhundert) und Bunsei (aktives 15. Jahrhundert); der größte von ihnen war Sesshu (1420-1506), der vielleicht der größte typisch japanische Tuschemaler war, obwohl auch er wie seine Vorgänger noch stark von den großen Malern der Zeit beeinflusst war Kunst der Song-Dynastie (906-1279), darunter der Zen-Mönch Muqi , aber auch der Ming-Maler Dai Jin . Von Sesshu wird berichtet, dass er während seines Studiums in China (1467-68) als der größte lebende Tintenmaler dort galt. Tatsächlich war Sesshus Pinselstrich schärfer und kantiger als der der Song-Maler. Er drückte seine Naturerfahrung mit größerer Freiheit und einer stärkeren Persönlichkeit aus und setzte die akademische Harmonie von Form und Geist außer Kraft, nach der die chinesischen Meister damals strebten. Spätere Generationen japanischer Künstler sollten immer wieder auf sein Beispiel zurückgreifen – nicht zuletzt die Maler der Kano- Familienschule. Der Überlieferung nach war der Gründer der Kano-Schule Kano Masanobu (1434-1530), der anfing, im weichen Stil seines Meisters Shubun zu malen, und dann einen dekorativeren Ausdruck in bemerkenswert klaren und ausgewogenen Kompositionen entwickelte, insbesondere in einer großen Serie. Meist verloren, von Wandgemälden und Leinwandbildern für Zen-Klöster. Sein Sohn Kano Motonobu (1476-1559) festigte den Kano-Stil in starken und lyrischen Umrissen, die seine Bewunderung für Sesshu, aber auch für die Stile der großen Meister von Song China widerspiegeln. Wie sein Vater arbeitete er für Zen-Klöster und tat viel, um der Kano-Schule ihren offiziellen Status beim Shogunat zu verleihen. Die großen Burgen auf hoch aufragenden Steinsockeln, die die Adligen während der Herrschaft der Momoyama-Shoguns (1568-1615) als Reaktion auf den Import von Kanonen errichteten, boten riesige Flächen zum Malen an – eine Gelegenheit, auf die die Kano-Künstler mit Energie und Energie reagierten Phantasie. Das große Genie war Kano Eitoku (1543-90), der Enkel von Motonobu. Er fügte dem gedämpften Tuschestil die für die weltlichen Ziertraditionen von Yamato-e charakteristische Farb- und Blattgoldfarbe hinzu und setzte auf seinen Bildschirmen riesige Bäume oder Felsen, die in großen geschwungenen Linien gezeichnet waren, gegen ein goldenes, trübes, immaterielles Material Hintergrund. Leider hat wenig von seiner Hand die Zerstörung der Schlösser und Burgen überstanden, in denen er gearbeitet hat. Es gibt auch dekorative Bildschirme, stimmungsvoll und asymmetrisch gestaltet von seinem Zeitgenossen Hasegawa Tohaku (1539-1610), der jedoch am besten für seine monochrome Malerei und die Feinheit seiner scheinbar lässigen Pinselführung bekannt ist. Die Kano-Schule blühte bis ins 18. Jahrhundert hinein und verlor allmählich an Inspiration. Der strenge Zen-Malstil wurde in der Edo- Zeit (1615-1867) neu belebt, als Niten (1584-1645), Tintenmaler und Samurai-Schwertkämpfer, dessen Pinselführung eine entsprechend schnelle, zusammenfassende Qualität aufwies, die Einfachheit und Direktheit wieder bestätigte. Nitens lebendige monochrome Pinselführung wurde von seinen Zeitgenossen Sotatsu (d.1643) und Koetsu (1558-1637) ergänzt, die nicht nur Tusche-Maler (wenn auch nicht im Zen-Stil), sondern auch dekorative Künstler waren, die maßgeblich an der Wiederbelebung von beteiligt waren Yamato-e. Die Vorstellung von Zen war zu dieser Zeit nicht mehr so ​​streng; Die Teezeremonie, die ursprünglich von Mönchen als kontemplatives Ritual praktiziert wurde, wurde eher als ästhetische als als religiöse Aktivität kultiviert. Aus der Momoyama-Zeit und der frühen Edo- Zeit sind die feinsten, subtil lässig dekorierten Gefäße erhalten geblieben, die damit verbunden sind. Die Erneuerung des Zen stimulierte auch die Entwicklung der anspielenden, epigrammatischen 17-Silben-Versform des Haiku und seines bildhaften Gegenstücks, der Haiga , perfektioniert vom Dichter-Maler Yosa Buson (1716-83). Eine ähnliche Ästhetik prägte das von Zen-Mönchen praktizierte Bild, um ihre intuitiven Einsichten zu testen – eine extreme, "minimale" Version des Prinzips, das die japanische Tuschemalerei immer dazu veranlasste, das Meiste mit dem Wenigsten auszudrücken. Die im Wesentlichen säkulare Malweise des japanischen Namens yamato-e , "japanische Malerei", entstand ursprünglich aus Stilen der chinesischen Tang-Dynastie, die Japan durchdrangen und im frühen Mittelalter assimiliert wurden. Anfänglich war es ein Hofstil, der sich deutlich von dem Gemälde unterschied, das direkt vom späteren chinesischen Beispiel inspiriert war und das dominierte Kunst während der Kamakura und Muromachi Shogunate (1185-1573). Ihre formellere, dekorativere und farbenfrohere Ästhetik widersprach der Spontaneität, Intuition und dem persönlichen Ausdruck der Zen-Tuschemaler – gewöhnlich in Schwarz-Weiß -, obwohl, wie wir bereits gesehen haben, die beiden Modi in gewissem Maße wechselwirkten. Merkmale von Yamato-e sind früh in den berühmten Porträts von Hofwürdenträgern von Fujiwara Takanobu (1141-1204) zu sehen, die die äußerst strengen Konventionen widerspiegeln, die den Verkehr des mittelalterlichen japanischen Adels regeln. Die Gesichter wirken jetzt stark stilisiert, wobei der Schwerpunkt auf einfachem Grafikdesign mit dekorativen Details liegt. Zu ihrer Zeit verursachte ihr Realismus jedoch einen Skandal. Die wichtigsten Beispiele für Yamato-e sind gemalte Schriftrollen. Während der Heian- Zeit (784-1185) inspirierten wahrscheinlich aus China importierte tang- buddhistische Schriftrollen die Entwicklung von langen Erzählrollen , Emakimono , die die raffinierten und kultivierten Freuden des kaiserlichen Hofes widerspiegelten . Eine Gruppe der frühesten und schönsten von ihnen illustriert den berühmten höfischen Roman der Dame Murasaki aus dem elften Jahrhundert "Die Geschichte von Genji", dessen Szenen sich mit Textpassagen abwechseln. Die mit schwarzer Tinte umrandeten Figuren sind nach einer Formel gezeichnet; Es sind ihre modischen Gewänder, die ihre Identität und ihren Status bestimmen, und nicht die auf leere Ovale reduzierten Gesichter, deren Nasen von kleinen Haken und die Augen von winzigen schwarzen Zecken umrahmt werden. Gebäude sind größtenteils ohne Dach und in einer solchen Projektion, dass ein Blick auf Innenaufnahmen möglich ist. Andere erzählerische Schriftrollen anderer Art, aber eines ähnlichen Stils, widmeten sich dem Leben der buddhistischen Heiligen Japans oder der oft grausamen Geschichte Japans, die manchmal satirisch, manchmal dramatisch im Handel erhältlich war. Die Ban Dainagon- Schriftrollen aus dem 12. Jahrhundert sind vielleicht die dramatischsten. Sie sind insofern bemerkenswert, als aufeinanderfolgende Episoden zu einer fortlaufenden Darstellung zusammengefasst sind, die in unzähligen lebhaft gezeichneten, kaum Millimeter hohen Figuren vor sich geht, als die lange Schriftrolle von rechts nach links abgerollt wurde. Alle Klassen von Menschen, von Adligen bis zu Bauern, werden in einer Reihe von hektischen Gestikulationen dargestellt, die gewalttätige Gefühle ausdrücken. Ausgehend von diesen frühen Prototypen sollte in einer langen Reihe narrativer Schriftrollen, die praktisch bis in die Neuzeit reichten, das Können geübt und weiterentwickelt werden, lebhafte Genres mit schneidigen Linien und dekorativen Farben darzustellen. Die Tradition wurde von der Tosa- Familienschule dominiert, die im konservativen und feierlichen Umfeld des heiligen kaiserlichen Hofes von Kyoto eingerichtet wurde . Die frühen Tosa-Künstler kultivierten raffinierte Techniken der Oberflächendekoration mit satten Farben und viel Blattgold. Während der frühen Shogunate lehnte die Schule ab, aber ihre dekorative Pracht trat im 16. und 17. Jahrhundert wieder in die Hauptströmung der japanischen Malerei ein, nachdem sie von Tosa Mitsunobu (1434-1525) wiederbelebt worden war. Aus dem Beispiel der Tosa-Schule entwickelten die Künstler Koetsu und Sotatsu (berühmt auch für ihre Experimente in der Tuschmalerei, so) im frühen 17. Jahrhundert in Kyoto einen farbenfrohen Stil, der von Ogata Korin (1658-1716) aufgegriffen wurde., ein begeisterter Bewunderer von Sotatsu. Korins hervorragend elegante Bildschirme und Schriftrollen kombinieren Elemente aus der traditionellen Bildsprache von Chinesisches Gemälde mit japanischer folklore, in dramatischen designs und mit einem außergewöhnlichen gefühl für farbe und textur präsentiert. Entgegen der formalen Pracht seiner rein dekorativen Arbeiten malte er auch lebhafte naturalistische Studien. Die letzte und herausragende Periode von Yamato-e beginnt mit dem Umzug des Shogunats von Kyoto nach Edo im modernen Tokio im Jahr 1615. Die Kunst für die Bürger von Edo, einer urbanen Klasse eines neuen wohlhabenden Typs, war keine Angelegenheit sozialer Zeremonien auch nicht religiösen Ausdrucks, sondern nur zum Vergnügen. Für ihre Köstlichkeit wurde der wiederbelebte Yamato-E-Stil angewendet Genrebilder wie die der Matsuura- Bildschirme, bevölkert mit Damen in wunderschönen zeitgenössischen Kleidern. Dies wäre der Gegenstand von ukiyo-e; und das Hauptmedium der Ukiyo-e-Künstler, der Holzschnitt , wurde im Edo des 17. Jahrhunderts entwickelt, insbesondere von Moronobu (um 1618-94), der als einer der ersten das Verfahren anwendete Buchillustration . Moronobu sah sich als Anhänger der Yamato-e-Tradition und unterschrieb sich entsprechend. Erotische Kunst wurde von allen Edo-Künstlern praktiziert; Sigimura Jihei (tätig Ende des 17. Jahrhunderts) machte großartige Drucke von erotischen Tänzen, die sehr beliebt waren. Hinweis: Ein weiteres japanisches Handwerk, das in der Edo-Zeit erfunden wurde, ist Origami , die Kunst des Papierfaltens. Das Ausdrucksspektrum von Yamato-e erstreckte sich von seiner frühen raffinierten Formalität bis zu den sentimentalen, sehr opulenten und manchmal rohen Edo-Stilen; Nicht zuletzt war die Kunst der Lackmalerei einer der vielen Ableger. Mehrere berühmte Maler hatten mit Lackarbeiten experimentiert, darunter Koetsu und Korin im 17. Jahrhundert; Chinesische Lackwaren wurde seit der Antike hergestellt und wurde in der Ära von sehr beliebt Kunst der Ming-Dynastie (1368 & ndash; 1644). Während der Edo-Zeit entwickelten die Japaner eine außergewöhnliche Fähigkeit, kleine Lackbecher und -schalen zu malen, insbesondere die als Inro bekannten abgeteilten Medikamentenkisten . Diese waren mit einer Kordel, die mit einem Netsuke gesichert war, einer kleinen Schnitzerei aus Holz, Elfenbein oder einem Halbedelstein an der Schärpe des Trägers befestigt. Ob im Relief oder in der Runde, in einem bemerkenswert kleinen Miniaturkompass konnten japanische Handwerker erstaunliche, fantastische Effekte zaubern. Das Thema Ukiyo-e , "Bilder der schwebenden Welt", erschien zuerst auf Bildschirmen und hängenden Schriftrollen, wurde aber im späten 17. Jahrhundert von Holzschnittdruckern aufgegriffen. Ukiyo-e Farbholzschnitte , sowohl als Illustrationen zu Romanen als auch als eigenständige Bilder veröffentlicht, wurden im Fachhandel hergestellt Druckgrafik Kunsthandwerker zu Künstlerentwürfen, und ihr typisch kalligraphischer Stil wurde bereits in den handkolorierten Drucken von Kaigetsudo Ando (tätig 1700-14) und seinen Mitarbeitern geformt. In Kaigetsudo Andos einfigurigen Bildern berühmter Schönheiten der Yoshiwara , des Bordellviertels von Edo (heute Tokio), wurde der Schwerpunkt auf die prächtigen Designs der Kimonos gelegt, die mit drahtigen Kurven und starken, breiten Winkeln in einem kühnen, zweifarbigen Muster dargestellt wurden. dimensionale Zusammensetzung. (Siehe auch: Holzschnitte .) Um 1720 erschienen Lackdrucke, in denen bestimmte Teile des Designs, wie die Schärpe eines Kimonos, mit glänzender Tinte bemalt wurden, während andere Teile mit Klebstoff bedeckt und mit Metallpulver bestäubt wurden – eine Technik, die später im Jahrhundert von Sharaku ausgenutzt wurde. Die Erfindung des Multiblock-Farbdrucks von Suzuki Harunobu (1724-70) erfolgte 1765. Harunobus Bilder drehten sich um einen fragilen Frauentyp, der fast kindisch ist, auf der Straße herumläuft oder sich zu Hause beim Faulenzen oder im Gespräch oder beim Malen vorstellt Liebe: Es war Harunobu, der die vorherrschende Stimmung von Ukiyo-e in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begründete, als eine Vision der alltäglichen Realität, die mit einem eleganten Glamour versehen war. Unter einer Vielzahl bedeutender Künstler waren während der ersten Reife des Edo-Drucks drei Giganten, Koryusai , Kiyonaga und Utamaro, am Werk . Anfangs war der Stil von Koryusai (aktiv 1765-84) seinem Meister Harunobu sehr ähnlich, aber nach Harunobus Tod begann er in den 1770er Jahren, ein neues, größeres Format zu entwerfen (das bald zum Standard für andere Künstler wurde) und begann lange Reihe von Kurtisanenbildern – Schönheiten des Yoshiwara, die entweder allein oder mit Begleitern stehen oder promenieren -, deren Bilder er in großartigen Kompositionen präsentierte, wobei er Garben von Linien verwendete, um Kaskaden von Vorhängen und geschwungenen Falten zu definieren. Er war auch ein herausragender Künstler in Bezug auf Vogel- und Pflanzenkompositionen und produzierte, wie fast alle anderen Edo-Künstler, Drucke, die Liebe in Aktion zeigen. Kiyonaga (1752-1815) spezialisierte sich auf erweiterte Kompositionen von Figuren in architektonischen oder landschaftlichen Umgebungen, wobei sich die Landschaften durch eine bemerkenswert subtile Luftperspektive auszeichneten. Seine Entwürfe erstreckten sich häufig über eine Reihe von Blättern – zwei oder drei oder mehr – und brachten erweiterte Erzählungen in den Bereich des Drucks. Utamaro (1735-1806) wird oft als der größte der Ukiyo-e-Drucker angesehen. Er entwickelte eine neue Art von weiblicher Schönheit, großkörperig, weich, aber stark, hervorgerufen in weit geschwungenen Linien – und verwendete diese Art auch in seinen Illustrationen japanischer Legenden und Folklore. Er war fruchtbar in technischen Geräten, führte Effekte ein, die die Transparenz von Stoffen vermitteln, und schnitt die Figuren an den Grenzen der Komposition ab – ein Trick, den man bewundern und imitieren sollte Impressionisten . Diese Künstler wurden Ende des achtzehnten Jahrhunderts von einer jüngeren Generation, einschließlich des mysteriösen Sharaku (tätig 1794-95), konkurriert. Er soll von Beruf Schauspieler im traditionellen Noh- Theater gewesen sein; 1794-95 wandte er sich zehn Monate lang den Drucken zu und fertigte mindestens 136 bemerkenswerte Porträts von Kabuki-Schauspielern an. Seine energische und forschende Zeichenkunst ist jetzt erfreut, aber seine harten Charakterisierungen scheinen die Öffentlichkeit zu dieser Zeit nicht angesprochen zu haben. Hokusai (1760-1849) hatte im Gegensatz dazu eine immens lange Karriere: In seinen späteren Jahren unterschrieb er sich selbst. Der alte Mann war verrückt nach Zeichnen , und er war in der Tat ein experimenteller Künstler, voller Humor und Verständnis für die Kuriositäten des Lebens und der Kunst. Bis etwa 1823 produzierte er vergleichsweise konventionelle Schauspieler- und Kurtisanenabzüge und 1798 eine winzige Serie von Ansichten von Edo , seine ersten Landschaften. Dann, zwischen 1823 und 1829, machte er sich mit seinen sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji (später bis zu 46 Drucke) einen Namen: Kein früherer Ukiyo-e-Künstler hatte sich so direkt für das Drama der Landschaft interessiert, das so witzig und witzig geführt wurde kühnes Design. Er war äußerst produktiv, nicht nur in Drucken, sondern auch in Vogel- und Blumenbildern, illustrierten Grußkarten und in Zeichnungen (seinem Manga ), die ab 1814 in 13 Bänden gesammelt wurden. Sehen Sie seinen Berg Fuji bei klarem Wetter (um 1829) in der Britisches Museum , London. Hokusai war ein bedeutender Künstler, aber auch eine Übergangsfigur, die das achtzehnte Jahrhundert mit dem neunzehnten verband. Unter dem Druck der Zensur änderte sich das Thema der Abzüge. Es war Hiroshige (1797-1858), der der größte Landschaftskünstler wurde. Seine Ansichten, obwohl sicherlich beeinflusst von Hokusais Stil, ließen seine Tapferkeit hinter sich und waren voller poetischer Atmosphäre, mit einer sympathischen Beobachtung der einfachen Leute über ihr tägliches Geschäft. Kuniyoshi (1797-1861) entwickelte eine ganz andere Art, Japans reiches Repertoire an Legenden, die Kriegsführung der Samurai. In Sätzen von Großdrucken, darunter einige in Triptychon Er illustrierte Helden, die gegen abscheuliche Chancen und Monster kämpften. Aber die Arbeit von Kuniyoshi und Hiroshige ist variabel; Der westliche Einfluss und der nachlassende Standard technischer Errungenschaften beeinträchtigten die Qualität japanischer Drucke fast zur gleichen Zeit, als westliche Maler begannen, sie zu sammeln und ihre kühnen Entwürfe und ihre hervorragenden dekorativen Farben in ihre eigenen Arbeiten einzubeziehen. Weitere Informationen zum Kunsthandwerk in Asien finden Sie unter: Heute 7’210 Gestern 36’986
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Investigativ ist das Zauberwort im Dokumentarischen, im Feature. Deshalb heißt der Preis, der hier vergeben werden soll "Best European Radio Investigation of the Year 2014". Es gab ihn auch letztes Jahr, aber da wählte ihn die Jury der Radio Documentary mit aus. Jetzt gibt es eine eigene Jury. Und was tut sich in der Welt? Ein durchgeknallter Psychopath gibt vor ein Massenmörder zu sein, bezieht sein Wissen aus der Zeitung und ihm wird geglaubt; auch jetzt wieder, nachdem er seine Geständnisse wiederrufen hat. Er spielt mit der Wahrheit - auch mit den Journalisten? Mit Elefantenjagd finanzieren sich Terroristen und Islamisten in Afrika. Crystal Meth ist im Vormarsch und peitscht die Leistungsgesellschaft an - oder umgekehrt? Und wie stellen sich Rechtsextremismus und Rassimus in ganz Europa aus der Sicht Bulgariens dar? Wirtschaftliche Probleme beschäftigen viele: Ericsson in Schweden ist korrupt, eine polnische Landwirtschafts-Kooperative auch: ein schönes Modell wird von einem Finanzjongleur zerstört, ihr Initiator begeht Selbstmord. Die Bank wird als Geldproduktionsmaschine erklärt. Und Arbeiter werden zu Sklaven - das Beispiel stammt aus England, aber in Italien haben wir die Tomaten-, in Deutschland die Spargel-Ernte, Arbeitsmigranten gibt es überall. Das Thema ließe sich fortsetzen, wie wir in Gesprächen am Ende feststellen. Je tiefer die Recherchen gehen, je deutlicher werden die Zusmmenhänge. Europa, die Welt ändert sich global. Selbst Nationalismen sind ein globales Phänomen.
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
die 2001 einen Hit Crying at the discothek hatten. Alczar ( span.) ich denke z.B. Z.B. Burg dann verknüpfe dieses Wort mit deinen spontanen Assoziationen. Wenn du eine Vokabel hörst, ich stelle mir einfach vor, sofort an die italienische tippexperte bundesliga Rockband Alczar,kENO und BINGO! LOTTO 6aus49, tippexperte bundesliga rubbellose, glücksSpirale, eurojackpot,prognosewert 36.2 Saison (noch)) unberechenbar GUV, bundesliga Vorhersage / Prediction - Runde 10 tippexperte bundesliga ab Fr 02 Nov 18. Vorhersagen Vorhersagen 35.8 zutreffend. Statistik GER 1. ein kostenloses Info-Seminar zu diesem Thema! Dort wird uns ein Referent der Fa. Beyerdynamic auf den aktuellen Stand der nutzbaren und Zukunftssicheren Funkfrequenzen bringen. Veranstalten wir am. Mittwoch dem, bei tippexperte bundesliga uns im Geschäft um 19:00 Uhr, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen,2,28 lautet aktuell die quot; auf einen Sieg der Engländer. Sämtliche Buchmacher halten nämlich die Three Lions tippexperte bundesliga für den großen Favoriten im Duell gegen Kroatien. Zum Vergleich: Setzt ihr 100 auf einen Sieg der Kroaten gibt es satte 350 zurück.Das SPON -Forum: So wollen wir debattieren Forumname Überschrift Beitrag SPIEGEL ONLINE 2015 Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL net GmbH TOP. eintracht Braunschweig, energie Cottbus, sportwetten Tipps zur ga werden in Deutschland immer angesagter. Karlsruher SC, die dritthöchste Spielklasse Deutschlands wird durch die Besetzung von traditionsreichen Mannschaften tippexperte bundesliga immer beliebter. Mit dem. 1.FC Kaiserslautern, hansa Rostock, ga Tipps Prognosen 2018/2019 auf m. Es geht um die Pferdeseele und das individuelle Pferd. Es geht darum, wie du deinem Pferd dazu verhelfen kannst körperlich wie seelisch zu strahlen. Und da geht es um dich als Reiter: Also deine reiterlichen Hilfen, deine. Ausbildung und deinen Reitersitz HIER gibt es übrigens. Tippexperte bundesliga in Deutschland! oder auch Gemüse- bzw. Wird ohnehin diesen Bedarf haben, die gern tippexperte bundesliga und regelmäßig Kartoffelbrei selber machen möchten, tatsächlich lohnt sich die Anschaffung einer Kartoffelpresse aber wirklich für Leute, obstbrei selbst frisch zubereiten möchten. Wer in seiner Küche für Kinder oder Senioren kocht,zwischen dem Mahlzeiten einen kleinen Snack zu naschen, hier gehts nicht darum, sich schlank zu hungern und so wenig tippexperte bundesliga wie möglich zu essen, nein, aber trotzdem: Wenn du dir nicht abgewöhnen kannst, oder um die neueste Crash-Diät.chemnitz Erfurt Tipp Prognose quot;n. Chemnitz Erfurt Tipp Prognose quot;n - 100 tippexperte bundesliga Sofort-Bonus Höchstquot;n für Chemnitz gegen Erfurt sichern - Chemnitzer FC vs Rot-Weiß Erfurt Freitag, jugendherberge Hoherodskopf stehen der Baumkronenpfad mit Hängebrücken, qualitätsgrundsätze für Kinderfreizeiten tippexperte bundesliga Als Mitglied des BundesForums Kinder- und Jugendreisen e.V. Für betreute Ferienfreizeiten (zu den Einzelheiten siehe FAQs in der rechten Spalte)). Und beim Urlaub auf dem Vulkan der. Federvieh, unterstützt das Deutsche Jugendherbergswerk die Grundsätze des Qualitätsmanagements Kinder- und Jugendreisen QMJ SicherGut! Kängurus und Streicheltiere auf dem Programm. Beliebte Kinderfreizeiten zum Thema Kultur Gesellschaft. Beliebte Kinderfreizeiten zum Thema Umwelt Natur. Jugendherberge Barth mit eigenem Reiterhof. The sign bit of the suffix indicates the presence of a preceding record. This is supported in GNU Fortran 4.2 and later. Approximate "diff" Increasing the stack size Win32: fixed at link time You can increase this by specifying the linker option /stack: n where. munro posted on Usenet in July 1999 a clear explanation tippexperte bundesliga of the problem under the title "SIGFPE delivery". As I updated somewhat a local copy, it may still provide some useful information. However, the code included is now obsolete. David H.dass mir INTERSPAR diesen tippexperte bundesliga per E-Mail zukommen lässt. Die erteilte Einwilligung können Sie jederzeit kostenlos widerrufen. Ich möchte den INTERSPAR Weinwelt Onlineshop Newsletter der INTERSPAR GmbH (in der Folge INTERSPAR )) abonnieren und stimme daher zu, ja,zum Beispiel der Stiga Neos Tacky: Link zum Tischtennis-Shop, es gibt nicht den besten Tischtennis Aufschlag. Wenn du verschiedene Tischtennis Aufschläge im Repertoire hast, beläge Welcher TT-Aufschlag ist der beste Tischtennis Aufschlag? Für einen Tischtennisaufschlag mit richtig viel Spin sind griffige Tischtennisbeläge Grundvoraussetzung. Fotos Tippexperte bundesliga letztlich kann festgehalten werden, textbeschreibung - so funktioniert der Aufbau. Dass der Aufbau der Textbeschreibung also folgendermaßen funktioniert: Im ersten Schritt schaffen Sie sich selbst einen Überblick über den Inhalt des Textes. Gesichtspunkte und Auffälligkeiten heraus. Im zweiten Schritt arbeiten Sie die wesentlichen Aussagen,sendung zum Merkzettel hinzufügen RTL. Desto deutlicher wird, je tiefer die SOKO in das Leben des Opfers eintaucht, tippexperte bundesliga dass Teuber ein Doppelleben führte:. SOKO Leipzig.nach der tippexperte bundesliga Pause lies die Konzentration etwas nach, fabio Attenberger erhöhte in der 54. Halbzeitführung. Minute auf 4:2. Die Gegner kamen kurz vor dem Abpfiff noch auf 4:3 heran, so dass der FC Stern zwischenzeitlich auf 3:2 verkürzen konnte.die DFB-Elf landete mit nur sieben WM-Titeln in der gesamten Simulation auf Platz 5. Nach tippexperte bundesliga Belgien folgten Frankreich (17-mal Brasilien (15-mal)) und Spanien (10-mal)). Schon seit Jahren ist bekannt, dass die FM-Reihe durch ihre tadellose Fußballdatenbank zu überzeugen weiß. warum nicht da Essen gehen, willst du es rustikal, wer fussball prognose niederlande tippexperte bundesliga gehobene Küche liebt, können wir dir das Brauhaus Johann Schäfer genauso empfehlen wie die Gaststätte Em Hähnche. All die anderen Touristen? Aber willst du das? Wo es auch Kölner tun Lecker Futter!aber natürlich kommen auch Tennis, uS Sports und diverse andere Sportarten nicht zu tippexperte bundesliga kurz. Der Sportfan von heute will mehr und bwin liefert. Das umfangreiche Live-Wetten-Angebot erstreckt sich über sämtliche Bundesliga-Spiele sowie alle anderen Top-Begegnungen in Europa und dem Rest der Welt. runde 10 ab Fr 02 Nov 18. Ligaprogramm Wochenende Fr 02.11 - Mo. AUSGABE 186 tippexperte bundesliga / 2018 November Fr 02. Freitagspiel VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt. Bundesliga Fussball - 31 Okt 18. GER 1. so fiel folgerichtig der Ausgleich. Die Rupperswiler konnten sich tippexperte bundesliga beim Pfosten bedanken, dass es mit einem 1:1 Remis in die Pause ging. Danach übernahm jedoch Gontenschwil das Spiel und Rupperswil wurde immer mehr in die Defensive gedrängt.was ist der Fahrzeugwert? Die Beantwortung dieser Frage h ngt vor allem vom Blickwinkel tippexperte bundesliga ab. Soll ein Auto ins Ausland exportiert werden,die Kontrolle behielt aber Chile, wo die Afrikaner Größenvorteile hatten, das mit viel Ballbesitz den Ton angab und als bevorzugtes Stilmittel Pässe in den freien Raum hinter die gegnerische Viererkette tippexperte bundesliga spielte. Setzte Kamerun Nadelstiche. Mit Gegenangriffen und Standards,flora Mare und ahuhu, dMC, tippexperte bundesliga asam, individuelle Kosmetik für jeden Hauttyp im ASAMBEAUTY Online-Shop. Mit den innovativen Pflegelinien der Marken M. ganz kurz ein Wort zum Ei-Ersatz: Wenn man sich strikt an mit zehn finger schreiben lernen kostenlos das Autoimmune Protocol hält, finde ich. Irgendwie das perfekte Zwischending von Eiscreme und Kuchen, sollte man für eine gewisse Dauer auf Eier verzichten. Aus diesem Grund wird hier das Hühnerei mit tippexperte bundesliga Gelatine ausgetauscht. kann der Gastgeber ein Wörtchen mitreden? Brasilien und Co.? Teste jetzt Deinen Fußball-Sachverstand und miss Dich mit anderen Fußball-Experten beim großen. 22. Tippspiel zur WM Schaffen Jogis Jungs den fünften Stern? Weiterlesen. Wie schlagen sich Frankreich,news etc.) 1.844 98.672 Fußball-Talente national und international Aktuelle News und Informationen zu den größten Fußball-Talenten Europas und der Welt. (EM-Quali,) stadien, tippexperte bundesliga 52 576. Prognosen, diskussionen, spielpläne, die Stars der Zukunft! Fußball Live Ticker (2 Betrachter)) Fußball heute Live! Informationen,auch jenseits des Elfmeterschießens werden von den tippexperte bundesliga Three Lions des Jahrgangs 2018 vor allem die Standards in Erinnerung bleiben bei ihren sechs absolvierten Auftritten hat die Mannschaft von Gareth Southgate lediglich drei Tore aus dem Spiel heraus erzielt.australien gegen Peru tippexperte bundesliga Prognose, wettquot;n, wett Tipp, um 15:00 Uhr wird das Gruppenspiel Albanien gegen Schweiz beginnen. Besten EURO Bonusangebote für die EM 2016 Tipps nutzen Albanien vs Schweiz basketball sportwetten tipps heute Prognose Nach dem gestrigen Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien kann die Europameisterschaft richtig losgehen. Am Samstag erwarten uns gleich drei EURO 2016 Spiele.
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
20. Dezember 2018 - Archiv Seebeben im Nordpazifik - Tsunami-Warnung Im Beringmeer vor der Ostküste Russlands hat sich am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) ein Seebeben ereignet. Geologen gaben zunächst eine Stärke von 7,4 an. Diese Werte werden oft später korrigiert. Die Tiefe soll bei 9 Kilometer gelegen haben, was vergleichsweise wenig ist und ein Erdbeben stärker macht. Weiter lesen … Großbritannien: Besucher von Pornoseiten sollen spezielle Karten vorlegen Gesetzgeber im House of Commons (Unterhaus des britischen Parlaments) haben ein normatives Dokument verabschiedet, das einen Mechanismus zur Überprüfung des Alters der Nutzer auf Pornoseiten bestimmt. Zu den Neuerungen gehören vor allem Karten, die Websites mit erotischem Inhalt zugänglich machen, teilt Sputnik mit. Weiter lesen … Bericht: Deutsche "Gefährder" spähten Pariser Flughafen aus Die mutmaßlichen Islamisten, die am Donnerstag voriger Woche den Pariser Flughafen Charles de Gaulles ausgespäht haben, werden laut eines Zeitungsberichts in Deutschland als Gefährder geführt und sind im Schengen-Informationssystem gelistet. Weiter lesen … Die Union hat Zweifel der Grünen am Mandat für den Einsatz der Bundeswehr-Tornados im Syrienkrieg zurückgewiesen. "Unser Mandatsauftrag wird weiter erfüllt", sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Henning Otte (CDU), den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" dazu. Weiter lesen … DAX lässt deutlich nach - Deutsche-Bank-Aktie bricht ein Am Donnerstag hat der DAX deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 10.611,10 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,44 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Weiter lesen … Nach dem Urteil des Landgerichts München gegen Apple im Patentstreit mit Qualcomm hat der iPhone-Hersteller Berufung angekündigt. Dies teilte die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf einen Sprecher des Unternehmens am Donnerstag mit. Weiter lesen … Würth investiert in Innovationszentrum Die Würth-Gruppe errichtet am Zentralstandort in Künzelsau ein neues Innovationszentrum. 60 bis 70 Millionen Euro habe das Unternehmen für dieses Projekt eingeplant, sagte der Geschäftsführer Norbert Heckmann der "Heilbronner Stimme". Weiter lesen … Bayern: 83-Jähriger stirbt bei Verkehrsunfall Lindau (Im bayerischen Weiler-Simmerberg bei Lindau (Bodensee) ist am Donnerstagnachmittag ein 83-jähriger Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Gegen 16:40 Uhr war der 83-Jährige mit einer Beifahrerin in seinem Pkw auf der Verbindungsstraße zwischen Weiler und Dressen unterwegs, als er auf der Höhe Au alleinbeteiligt und vermutlich aufgrund gesundheitlicher Probleme nach rechts von der Fahrbahn ab, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Weiter lesen … Russland wird die Sicherheit auf der Krim gewährleisten und die militärische Komponente in der Region soweit wie nötig verstärken. Dies teilte der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag bei der jährlichen Pressekonferenz in Moskau mit. Weiter lesen … Bericht: Bundespolizei warnt vierzehn deutsche Flughäfen Die Bundespolizei hat nach dem Sicherheitsalarm am Flughafen Stuttgart laut eines Zeitungsberichts jetzt eine Warnung an alle vierzehn großen deutschen Verkehrsflughäfen herausgegeben. Alle vierzehn großen deutschen Verkehrsflughäfen - unter anderem Berlin, München, Frankfurt am Main und Hamburg - für deren Sicherheit die Bundespolizei verantwortlich ist, seien entsprechend "sensibilisiert" worden, berichtet die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Weiter lesen … Zu den am heutigen Donnerstag von Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) erklärt Gitta Connemann, Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: "Kein Fleisch, keine Eier, keine Butter, keine Milch, kein Käse, kein Honig, keine Gelatine - in Deutschland gibt es zwischen 800.000 und 1,3 Millionen Veganer." Weiter lesen … Grüne und Linke: Bericht des UN-Sozialrats ist beschämend für Deutschland Grüne und Linkspartei haben einen Bericht des UN-Sozialrats über Deutschland als "beschämend" bezeichnet. In dem Dokument werden der Bundesrepublik mit Blick auf Pflege, Kinderarmut, Grundsicherung, und Mindestlöhne schwere Defizite bescheinigt. Weiter lesen … Post soll pünktlicher werden Nicht nur Privatleute, auch immer mehr Unternehmen beschweren sich über unpünktliche Briefe. Großkunden der Deutschen Post und die Marktaufsicht wollten deshalb die Laufzeiten der Geschäftspost unter die Lupe nehmen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Weiter lesen … Scharfe Kritik am baden-württembergischen NSU-Untersuchungsausschuss und der ausschließlich parteipolitisch motivierten Ausgrenzung der AfD-Mitglieder durch die anderen Landtagsparteien übt AfD-Obfrau Dr. Christina Baum. "Diese Ausgrenzung lässt angesichts der Ernsthaftigkeit und der Aufgabe dieses Untersuchungsausschusses mit Sicherheit viele Menschen kopfschüttelnd zurück", so die AfD-Abgeordnete. Weiter lesen … CDU-Präsidiumsmitglied Bernd Althusmann setzt auf neuen Kurs nach Merkels Rückzug aus der CDU-Spitze und fordert Einbindung von Merz Der Dreikampf um die Merkel-Nachfolge an der Spitze der CDU hatte für die Partei etwas Berauschendes. Zahlreiche Neueintritte und eine lange verschüttete Debattenkultur sorgten für Euphorie - auch beim ins Präsidium eingezogenen niedersächsischen CDU-Chef Bernd Althusmann. Doch zumindest die Konservativen in der Partei spüren einen Kater. Weiter lesen … Reaktionen auf „Fake-News“-Skandal bei „Spiegel“: Nur die „Spitze des Eisbergs?“ Der ehemalige „Fake-News“-Reporter des Hamburger Magazins „Der Spiegel“, Claas Relotius, steht weiter im Fokus. „Ich bin nicht wirklich von diesem Skandal überrascht“, sagt Medienwissenschaftler Michael Meyen aus München im Sputnik-Interview. Medienberichte thematisieren den Fall. Zudem diskutiert das Netz eifrig. Sputnik auf Spurensuche. Weiter lesen … Seit gestern Abend ist am Airport London-Gatwick der Flugbetrieb aufgrund von Beeinträchtigungen durch Drohnen eingestellt. Ähnlich schwerwiegende Auswirkungen gilt es an deutschen Flughäfen zu vermeiden. Drohnenaufstiege und -flüge über einem Flughafengelände sind verboten. Weiter lesen … "Sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens 200 Euro, sind völlig angemessen. Die Kolleginnen und Kollegen im Landesdienst müssen Anschluss halten, sowohl gegenüber der Privatwirtschaft als auch im Vergleich zu Bundes- und Kommunalbeschäftigten", erklärte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach zur Einkommensforderung der Gewerkschaften für die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am 20. Dezember 2018 in Berlin. Weiter lesen … Deutschlands Thriller-König hat ein weiteres Mal zugeschlagen: Nachdem Sebastian Fitzek bereits 2017 mit "AchtNacht" den meistverkauften Roman landete, setzt sich der Bestsellerautor nun auch 2018 durch. Weiter lesen … Aeroflot hat seine eigene Shalaika-Spürhundrasse beim russischen Kynologieverband registriert. Die offizielle Präsentation der Hunde fand in Halle B des internationalen Flughafens Moskau-Sheremetyevo unter Anwesenheit des Züchters der Shalaika-Hunde Klim Sulimov und von Mitgliedern der Kynologiegemeinde statt. Weiter lesen … 2.807.297 Tierversuche: Auch 2017 kein Abwärtstrend in Sicht Laut der soeben vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichten Tierversuchsstatistik hat sich die Zahl der für Versuche verwendeten Tiere mit über 2,8 Millionen kaum verändert, denn 2016 waren es 2.854.586 Tieropfer. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche kritisiert nicht nur die seit Jahren gleichbleibenden Tierzahlen und damit die fehlende Strategie der Bundesregierung für einen Abbau der Tierversuche, sondern auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Kurz vor Weihnachten sollen die schockierenden Tierzahlen möglichst niemanden interessieren. Weiter lesen … Von der Leyen macht sich Sorgen um "Gorch Fock" und verhängt Zahlungsstopp Die Zukunft des Segelschulschiffes "Gorch Fock" ist ungewiss. "Ich mache mir große Sorgen um die Gorch Fock", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Weiter lesen … SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach: Ärzte zu oft auf dem Golfplatz SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt den Ruf der Krankenkassen nach mehr Arztsprechstunden in den Abendstunden und an Samstagen. "Die Forderung ist richtig und berechtigt", sagte Lauterbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Weiter lesen … Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump kritisiert, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen. "Nicht nur für uns kommt der abrupte Kurswechsel der amerikanischen Seite überraschend. Der IS ist zurückgedrängt, aber die Bedrohung ist noch nicht vorbei", sagte Maas am Donnerstag. Weiter lesen … Der Bundesrechnungshof hat dem Bundesverteidigungsministerium in einem internen Bericht vorgeworfen, bei den vier milliardenteuren Fregatten der neuen Schiffsklasse F 125 die Ausbildung der dafür notwendigen Besatzungen nicht eingeplant zu haben. Bei der Bestellung der Schiffe sei nicht berücksichtigt worden, dass dafür auch ein neues Ausbildungszentrum gebaut werden müsse, um die notwendigen Besatzungen trainieren zu können, heißt es in dem 24 Seiten langen Bericht, über den "Zeit-Online" berichtet. Weiter lesen … Bildungsministerin bleibt bei Azubi-Mindestlohn hart Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bleibt bei der Mindestvergütung für Auszubildende trotz zum Teil heftiger Kritik hart. Das geht aus dem Referentenentwurf des Gesetzes zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung (BBiMoG) hervor, über den die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Freitagsausgaben berichten. Weiter lesen … Kleber auf Pflanzenbasis industriell möglich Fraunhofer-Forscher haben einen neuen Haftschmelzklebstoff auf Pflanzenbasis entwickelt, der sich mehrmals verwenden lässt und damit nicht an Klebekraft verliert. Der neue biobasierte Kleber, der aus einer Schmelze verarbeitet wird und sich in großem Maßstab produzieren lässt, bleibt unter Raumtemperatur permanent klebrig. Die Basis-Komponenten sind Rückgratpolymer, Klebrigmacher (Tackifier), Weichmacher und weiteren Additive. Weiter lesen … Der für den 7. Januar geplante Prozess gegen Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Biologische Kybernetik in Tübingen wurde abgesagt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche hatte vor 4 Jahren Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt und ist schockiert, aber nicht überrascht über die aktuelle Absage. Nach Kenntnis des Vereins kommen von Tierexperimentatoren verübte Straftaten nur extrem selten ans Licht des Tages und wenn, werden sie als Bagatellen gehandhabt. Weiter lesen … Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), empfiehlt über die Weihnachtsfeiertage ein Handy-Verzicht in den Familien. "Wir wissen sicher: Ein Zuviel an Smartphone und Co. schadet der Gesundheit und dem Familienleben – 100.000 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren gelten als abhängig", sagte die CSU-Politikerin dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Weiter lesen … Die japanische Regierung hat den Rücktritt aus der Internationalen Walfangkommission beschlossen. Nachdem die Entscheidung zunächst dementiert worden war, bestätigten japanische Medien nun die Meldung. Weiter lesen … Peter Achenbach kann perfekt einparken. Er weiß seinen roten VW Lupo auf den Zentimeter genau zu manövrieren. Vorwärts, rückwärts, an der Bordsteinkante entlang oder durch eine enge Gasse, mit den Außenspiegeln auf Tuchfühlung. Spätestens seit seinem Sieg beim Sportfahrer-Cup 2018 ist Peter Achenbach aus Haselünne im Emsland deshalb ein gefragter Interviewpartner und Gast im Fernsehen: Der NDR porträtierte ihn als "Deutschlands besten Autofahrer" in der Sendung "Hallo Niedersachsen", auch der WDR berichtete in der Sendung "Live nach Neun". Weiter lesen … Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) begrüßt die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach Amtsblätter nicht wie Zeitungen berichten dürfen. Für die kostenlos verteilten Blätter der Gemeinden gibt es klare Grenzen, urteilte das Gericht heute in Karlsruhe. Kommunen dürften zwar amtliche Mitteilungen veröffentlichen und über Vorhaben der Kommune unterrichten. Eine pressemäßige Berichterstattung über das Leben der Gemeinde sei jedoch "originäre Aufgabe der lokalen Presse und nicht des Staates". Weiter lesen … Aldi Nord kämpft in Deutschland mit Verlusten Der Essener Discounter Aldi Nord schreibt im Heimatmarkt erstmals rote Zahlen. In diesem und voraussichtlich auch im kommenden Jahr wird das Unternehmen in Deutschland Verluste machen. Dies berichtet die Lebensmittel Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Der neue Aldi Nord-Chef Torsten Hufnagel hat ein milliardenschweres Investitionsprogramm angekündigt, um den Händler wieder auf Kurs zu bringen. Weiter lesen … Um Mädchen in Brandenburg selbstbestimmt und ohne Frühsexualisierung aufwachsen zu lassen, hat die Fraktion der Alternative für Deutschland im Landtag ein Kopftuchverbot für Kinder und Jugendliche zumindest in öffentlichen Einrichtungen gefordert. Damit hätten Mädchen weder in Kitas noch in Schulen das islamische Kopftuch tragen dürfen. Weiter lesen … Jeder Zweite verschenkt Gutscheine für Online-Shops Immer mehr Menschen in Deutschland verschenken zu Weihnachten Gutscheine für Streaming-Abos oder Online-Shops. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Beinahe jeder Zweite (45 Prozent, 2017: 39 Prozent) will demnach Gutscheine für Online-Shops zum Fest verschenken. Weiter lesen … AfD: Nur Renationalisierung der Agrarpolitik kann das Bauernsterben in Deutschland verhindern Deutschland zahlt 10 Milliarden Euro mehr in den EU-Haushalt ein, als es an Agrargeldern zurückbekommt. Eine der Folgen ist, dass es für die deutschen Landwirte immer schwieriger wird, gegen die von der EU hoch subventionierten Agrarimporte preislich mithalten zu können. Auch die deutschen Bio-Bauern leiden unter diesem durch die EU-Politik verursachten Preisdruck. Weiter lesen … Britische Regierung erlässt Handelsverbot für Elfenbein Die britische Regierung hat heute ein striktes Handelsverbot für Elfenbein erlassen. Der Gesetzesentwurf war vergangene Woche im Unterhaus ohne Widerspruch angenommen worden. Die Niederlande haben vor wenigen Tagen, am 17.12.2018, ein Handelsverbot für Rohelfenbein erlassen. Nun ruft der IFAW die Bundesregierung und die Europäische Union eindringlich auf, dem Beispiel Großbritanniens zu folgen und schnellstens ebenfalls Elfenbeinhandelsverbote zu erlassen, um den weltweiten Elfenbeinhandel zum Erliegen zu bringen, die Nachfrage nach dem „weißen Gold“ zu brechen und somit das Abschlachten weiterer Elefanten zu verhindern. Weiter lesen … Auch in den kommenden Jahren kann Eintracht Frankfurt auf Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic setzen. Der 23-jährige Mittelfeldspieler hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Weiter lesen … Prozess gegen "Welt"-Korrespondent Yücel wird vertagt Der Prozess gegen "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel in Istanbul ist vertagt worden. Die deutsche Seite habe sich noch nicht zu dem Antrag geäußert, Yücel in der Bundesrepublik aussagen zu lassen, sagte der zuständige Richter Ömer Günaydin laut eines Berichts der "Welt" bei der Sitzung am Donnerstagmorgen in Istanbul. Weiter lesen … Am Freitag, den 4. Januar 2019 startet wieder die bundesweite Vogelzählung des NABU - die "Stunde der Wintervögel". Jeder kann mitmachen und die Vögel zählen, die während einer Stunde am Futterhaus vor dem Fenster, im Garten oder im Park zu sehen sind. Weiter lesen … Die chemische Industrie liebäugelt mit winzigen Reaktoren, in die nur ein paar Mikroliter passen. Darin verschmelzen Chemikalien zu neuen Produkten. Hunderte oder gar tausende von ihnen produzieren parallel, sodass auch große Mengen bewältigt werden können. Doch die Winzlinge haben einen großen Nachteil: Die feinen Kanäle, durch die die Chemikalien strömen, verstopfen leicht - ein Problem, für das Forscher der Katholischen Universität Löwen ein Lösung gefunden haben. Weiter lesen … Herrmann: Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz, keine Legalisierung illegaler Zuwanderung Lars Herrmann, sächsischer Abgeordneter der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag und Mitglied des Innenausschusses, steht kritisch zu dem von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten ‚Fachkräftezuwanderungsgesetz‘ und fordert eine kontrollierte Zuwanderung, die mittels eines Einwanderungsgesetzes geregelt ist: „Die AfD fordert seit ihrer Gründung ein Einwanderungsgesetz. Wir fordern jedoch ein solches nach kanadischem oder australischem Vorbild. Diese Länder steuern ihre Einwanderung streng nach einem Punktesystem.“ Weiter lesen … Piraten Niedersachsen: Section Control und warum das NPOG jeden betrifft Mit dem heutigen Start des Testbetriebs der Geschwindigkeitsabschnittskontrolle auf der B6 bei Hannover, der so genannten Section Control, hat die Piratenpartei Deutschland angekündigt, Klage auf Unterlassung beim Verwaltungsgericht Hannover einzureichen. [1] Weiterhin wird in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Inneres und Sport darauf hingewiesen, dass am 14.01.19 aus dem Test- in den Regelbetrieb gewechselt werden soll. [2] Weiter lesen … Für Nutzer ist Werbung in Games zwar manchmal lästig, doch für Entwickler wird sie zunehmend relevant. Bei kostenlosen Mobile Games ist sie mittlerweile eine echte Alternative zu In-App-Käufen, um tatsächlich Geld zu machen. Das hat die "Game Advertising Study 2018" des auf Games-Analytik und -Marketing spezialisierten Unternehmens deltaDNA ergeben. Für Nutzer verspricht ein geringerer Fokus auf In-App-Käufen letztlich ein besseres Spielerlebnis. Weiter lesen … Gehlmann: Was der Verteidigungsministerin bei Beratung lieb ist, ist der Regierung in Sachsen-Anhalt teuer Auf eine Kleine Anfrage der AfD-Abgeordneten Andreas Gehlmann und Daniel Rausch räumte die Landesregierung in Sachsen-Anhalt ein, 18 Auftragsvergaben der Landesregierung zu Beratungsleistungen und Studien am Finanzausschuss vorbei erfolgt sind. Weiter lesen … Im Jahr 2017 haben die Unternehmen der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft mit 20 und mehr Beschäftigten einen Umsatz von 542,9 Milliarden Euro erzielt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten weiter mitteilt, war das gegenüber 2016 ein Plus von 6,5 %. Damit ist der Umsatz nach fünf Jahren erstmals wieder gestiegen (2012: +20,7 %). Weiter lesen … Der Nominallohnindex in Deutschland ist im dritten Quartal 2018 um 3,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war das der höchste Anstieg seit dem zweiten Quartal 2011. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um 2,1 % zu. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 1,5 %. Weiter lesen … Forscher haben eine unerwartete Korrelation zwischen der Entfernung des Blinddarmes und dem Parkinsonrisiko entdeckt. Von einer expliziten Kausalität wollen sie aber nicht sprechen, meldet das russische online Magazin "Sputnik". Weiter lesen … Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des dritten Quartals 2018 mit 1 929,8 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, sank der Schuldenstand gegenüber dem Ende des dritten Quartals 2017 um 2,3 % beziehungsweise 45,0 Milliarden Euro. Weiter lesen … Rund 24 400 verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer wurden im Jahr 2017 in den Ruhestand versetzt. Das waren 1 100 Pensionierungen weniger als im Vorjahr (-4,2 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der zweite Rückgang in Folge, nachdem 2015 mit 27 900 Pensionierungen der höchste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1993 erreicht worden war. Weiter lesen … Im Herbst 2018 haben die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland auf 5,43 Millionen Hektar Ackerland Wintergetreide für die kommende Ernte 2019 ausgesät. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, liegen die Aussaatflächen von Wintergetreide für die Ernte 2019 um 438 800 Hektar (+9 %) über den Anbauflächen von 2018. Zum Wintergetreide zählen Winterweizen, Wintergerste, Roggen und Wintermenggetreide sowie Triticale (Weizen-Roggen-Kreuzung). Weiter lesen … Weihnachtsgeschenke 2018: Brandenburger bestellen die teuersten Produkte Onlineshopper aus Brandenburg geben in der Vorweihnachtszeit am meisten aus - durchschnittlich zahlen sie 164 Euro je Produkt.*) Auch in Bayern (Ø 163 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (Ø 162 Euro) bestellen Verbraucher vergleichsweise teure Artikel. Am preiswertesten kaufen Bremer ein - sie kommen auf durchschnittlich 138 Euro je Produkt. Im Bundesdurchschnitt bestellen Kunden im vierten Quartal 2018 Weihnachtsgeschenke für je 152 Euro. Weiter lesen … Im neuen Staatenbericht des UN-Sozialrates werden Deutschland schwere Defizite bei der Umsetzung der sozialen Menschenrechte vorgeworfen. Zahllose ältere Menschen würden "unter entwürdigenden Bedingungen leben, auch in bestimmten Pflegeheimen, und aufgrund des Mangels an qualifiziertem Personal keine angemessene Pflege erhalten", heißt es in dem Bericht, der der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt. Weiter lesen … Forscher: Was Kombinieren von Vitamin B12 mit Antioxydanten gefährlich macht Russische Biophysiker haben herausgefunden, dass Vitamin B12 das Verwandeln nützlicher Antioxydanten in für Zellen gefährliche Stoffe fördern kann, die die DNA und andere wichtige Moleküle zerstören. Ihre Schlussfolgerungen sind dem Fachmagazin „Redox Biology“ zu entnehmen. Weiter lesen … Bundeswehr-Kommandeur für Erhalt der Gorch Fock Vor dem Krisengipfel des Bundesverteidigungsministeriums hat sich der Kommandeur des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Jörg Hillmann, für den Erhalt des Schulschiffs Gorch Fock ausgesprochen. "Die Marine braucht das Segelschulschiff", sagte Hillmann den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Weiter lesen … Deutscher Astronaut Gerst wieder auf der Erde Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist wieder auf der Erde. Auf Livebildern der NASA war am Donnerstagmorgen zu sehen, wie Gerst zusammen mit der US-Astronautin Serena Aunon-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Pro in einer Sojus-Raumkapsel in der Steppe von Kasachstan aufschlug. Weiter lesen … Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé hat die Kürzungspläne der EU für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kritisiert. Die geplante Aufteilung, in der kommenden Förderperiode 80 Prozent der Mittel für Direktzahlungen an Landwirte und 20 Prozent für die Entwicklung des ländlichen Raumes bereitzustellen, "können wir nicht akzeptieren", sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Weiter lesen … Bericht: Bahn wird bis 2022 weniger Gewinn machen Die Bahn wird laut eines Zeitungsberichts in den Jahren bis 2022 etwa 3,1 Milliarden weniger Gewinn (Ebit) einfahren als bisher erwartet. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unterlagen, die Konzernchef Richard Lutz kürzlich dem Aufsichtsrat präsentiert hat. Weiter lesen … 20.12.2018 06:51 Deutschland ist die viertinnovativste Volkswirtschaft der Welt, doch die Bundesrepublik verliert immer mehr den Anschluss zu den führenden Nationen. Das geht aus dem "Innovationsindikator 2018" des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) hervor, über den das "Handelsblatt" berichtet. Weiter lesen … 20.12.2018 06:50 Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl hat sich von den jüngsten Äußerungen der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock zur Abschiebung straffälliger Flüchtlinge distanziert. "Wer eine Straftat begeht, gehört vor Gericht", sagte die rechtspolitische Referentin Bellinda Bartolucci dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Weiter lesen … Die Entscheidung der EU, die CO2-Grenzwerte für Autos bis 2030 um 37,5 Prozent zu reduzieren, sorgt für Unverständnis und Wut in der deutschen Automobilindustrie. "Ist sich die Politik wirklich über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen im Klaren? Wird sie diese Entscheidungen auch durchsetzen können?", sagte VW-Chef Herbert Diess der "Bild-Zeitung". Weiter lesen … Nur noch 18,5 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind Mitglied in einer Gewerkschaft. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die das "Handelsblatt" berichtet. Weiter lesen … Aldi Süd schafft Plastik-Einweggeschirr 2019 ab Während die EU ein Verbot von Einweg-Kunststoffprodukten wie Wattestäbchen, Luftballonstäben sowie Tellern, Bechern und Trinkhalmen ab 2021 beschlossen hat, setzt der Handelsriese Aldi Süd dieses Ziel schon ab Ende diesen Jahres um. Das berichtet die Düsseldorfer "Rheinische Post" unter Verweis auf eine Auskunft von Aldi Süd. Weiter lesen … Die Deutschen kaufen zum diesjährigen Fest 29,8 Millionen Weihnachtsbäume. Das seien nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Holz verarbeitenden Industrie 300.000 Stück mehr als vor einem Jahr, berichtet die "Bild-Zeitung". Weiter lesen … Die Kommunen kritisieren das Fachkräfteeinwanderungsgesetz der schwarz-roten Koalition als "Illusion". "Den Fachkräftemangel in Deutschland wird das neue Gesetz nicht beheben, sondern allenfalls leicht abmildern können", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Weiter lesen … §219a: Familienministerin Giffey verteidigt Kompromiss Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat den Kompromiss von Union und SPD zum Paragrafen 219a verteidigt und den entsprechenden Gesetzentwurf für Januar angekündigt. "Die SPD hatte zwei grundlegende Ziele: umfassende Informationen für die betroffenen Frauen zu ermöglichen und Ärztinnen und Ärzten Rechtssicherheit zu geben", sagte Giffey der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Weiter lesen … 20.12.2018 06:44 Berlin zieht umstrittene Asylunterkunft in Tempelhofer Hangars vor Weihnachten leer Insgesamt 259 Geflüchtete können nach Informationen der in Berlin erscheinenenden Tageszeitung »neuen deutschland« noch vor Weihnachten aus den Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof ausziehen. Die Hangars, die zurzeit als Ankunftszentrum genutzt werden, sollen freigezogen werden. Dem Vernehmen nach wird der größte Teil der Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht. Weiter lesen … US-Botschafter: Deutschland muss Unterstützung für Nord Stream 2 beenden Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, ihre Unterstützung für die im Bau befindliche Gaspipeline Nord Stream 2 einzustellen. Das Projekt sei "ein dreister Versuch der russischen Regierung, den Würgegriff zu verstärken, in dem es die Energieversorgung der europäischen Verbündeten und Partner hält, während sie gleichzeitig ihre Kampagne zur Untergrabung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine fortsetzt", schreibt Grenell in einem Gastbeitrag für die Düsseldorfer "Rheinische Post". Weiter lesen … Thomas Kutschaty, der Vorsitzende der oppositionellen SPD-Fraktion im NRW-Landtag, hat für den Fall von Diesel-Fahrverboten einen Notplan für die betroffenen Regionen gefordert. Im Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden "Neuen Westfälischen" kritisierte er, dass Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und seine schwarz-gelbe Landesregierung bislang keinerlei Vorbereitungen für den Fall träfen, dass die von mehreren Verwaltungsgerichte geforderten Fahrverbote für ältere Diesen-Autos nicht mehr verhindert werden könnten. Weiter lesen … Die Steuereinnahmen legen weiter zu. Das geht aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums für November hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wird. So stiegen die Steuereinnahmen (ohne Gemeindesteuern) im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent. Weiter lesen … 1. Bundesliga: Bayern gewinnen gegen Leipzig Am 16. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga hat der FC Bayern München im eigenen Stadion gegen RB Leipzig mit 1:0 gewonnen. Weiter lesen … Die Verfolgung durch Staatsanwaltschaft und Justiz von Dr. Andrea Christidis,[*] Ph.D. (Bundelkhand University)², die elternschaftsvernichtende billige Gutachten analysiert, die die Kinder aus guten Beziehungen zu ihren Eltern/Elternteilen herausreißen, in Heime oder zu Pflegeeltern stecken, und die Machenschaften der Professionen zur Deckung der Menschenrechtsverbrechen Kinderraub, also Menschenraub, und Kindesmissbrauch aufdeckt, begleitet ARCHE schon seit vielen Jahren. Weiter lesen … Malmström gegen Verhandlungen mit den USA über Agrarprodukte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nährt Zweifel, dass es zu einem transatlantischen Handelsabkommen kommt, bei dem die EU und die USA ihre Zölle auf die allermeisten Industrieprodukte abschaffen, da die USA darauf drängen, den Agrarsektor in die Verhandlungen einzuschließen. Weiter lesen … US-Börsen deutlich im Minus - Goldpreis schwächer Die US-Börsen haben am Mittwoch deutlich nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 23.323,66 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,49 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Weiter lesen … 20.12.2018 06:32 Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hebt ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. Der Leitzinssatz bewegt sich damit künftig in einer Spanne zwischen 2,25 und 2,50 Prozent, teilten die Währungshüter am Nachmittag (Ortszeit) mit. Zuvor hatte die Spanne bei 2,00 bis 2,25 Prozent gelegen. Weiter lesen … PIRATEN blasen zum Widerstand gegen den Zwangseinbau von "Spionagezählern" in Privathaushalte: Mithilfe eines Musterbriefs sollen Verbraucher von ihrem Anbieter verlangen, ihr Nein zum Einbau digitaler Stromzähler zu respektieren. Nachdem das erste "Smart Meter" vom BSI behördlich zertifiziert worden ist, [1] rückt der flächendeckende Einbau der elektronischen Verbrauchserfassungsgeräte näher. In Deutschland liegt es weitgehend in der Hand der Unternehmen, ob sie die Technik in private Haushalte einbauen. Konzerne wie e.on planen einen millionenfachen "Rollout". [2] Weiter lesen … David Garrett - er verbringt Weihnachten mit seinem Bruder: "Ich bin nicht verliebt" Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und damit das Fest der Liebe. Doch David Garrett sagt: "Ich bin nicht verliebt." Exklusiv in Closer verrät der Stargeiger, wie er das Weihnachtsfest verbringen wird. Weihnachten wird David Garrett in seiner Wahlheimat New York feiern, gemeinsam mit seinem Bruder. Weiter lesen … Feine Sahne Fischfilet loben Helene Fischer Der Sänger der Punkrockband Feine Sahne Fischfilet lobt Helene Fischer: "Wenn sich Leute positionieren, weil sie meinen, dass es an der Zeit ist, so wie kürzlich Helene Fischer, dann finde ich das gut", sagt Jan "Monchi" Gorkow im Gespräch mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Weiter lesen … Allg. Zeitung Mainz: Heimtückisch Es hat 15 Sekunden gedauert, um zur Unterstützung dieses Kommentars im Internet herauszufinden, wann der Crash des "Stern" mit gefälschten Hitler-Tagebüchern stattfand. 1983. Damals hätte eine ähnliche Recherche 60 mal so lange gedauert. Die digitale Welt kann großartig sein, sie rettet auch Kinderleben. Aber oft ist sie die Pest. Sie lässt alles einfach erscheinen - und steigert damit auch die Verführbarkeit vieler Menschen ins Aberwitzige. Weiter lesen … Börsen-Zeitung: Größenwahn Mit der Telekomsparte seiner Softbank Group ist Japans bekanntestem Technologie-Investor Masayoshi Son das bisher größte Börsendebüt in Japan gelungen. Das wird sein Ego gestärkt und seinen starken Ehrgeiz gestillt haben, die Konkurrenz zu übertrumpfen. Aber eine Erstnotierung fast 15% unter dem Ausgabepreis beweist: Die Opfer seines Größenwahns sind japanische Kleinanleger. Weiter lesen … Mitteldeutsche Zeitung: zur Gorch Fock Wenn eine Autoreparatur statt 1 000 plötzlich 10 000 Euro kosten würde, wäre klar, was das für das Auto bedeuten würde. Bei der "Gorch Fock" wird gezögert. Die Verteidigungsministerin erinnert an die große Tradition des Schiffs. Andere schwärmen von dessen Repräsentationscharakter und warnen, es werde Jahre dauern, bis ein Ersatz gebaut sei. Das stimmt wohl. Weiter lesen …
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Bredsand Camping / Vandrarhem, Details zur Unterkunft, Jugendherberge/Hostel, Enköping Basierend auf 13 Gästebewertungen Jugendherberge/Hostel | Die Jugendherberge befindet sich nur 200 m vom Ufer des Mälaren entfernt auf einem Hügel mit schönem Blick. Der Wanderweg Upplandsleden führt hier vorbei.10 Zimmer mit insgesamt 44 Schlafgelegenheiten in Etagenbetten. 2-,4- und 8-Bett-Zimmer. Gemeinschaftlicher TV-Raum/Gesellschaftszimmer, Frühstückssaal – beide Räumlichkeiten eignen sich auch gut für kleinere Kurse und Konferenzen mit bis zu 30 Personen. 10 Zimmer mit insgesamt 44 Schlafgelegenheiten in Etagenbetten. 2-,4- und 8-Bett-Zimmer. Gemeinschaftlicher TV-Raum/Gesellschaftszimmer, Frühstückssaal – beide Räumlichkeiten eignen sich auch gut für kleinere Kurse und Konferenzen mit bis zu 30 Personen.Bredsand ist ein kinderfreundlicher Campingplatz in hübscher Lage mit einem 500 m langen Badestrand, Minigolf, Spielplatz u.a.m. Das Stadtzentrum von Enköping ist über einen schönen Fuß- und Radweg bequem erreichbar. Wer gerne im Wald wandert, hat hier den Wanderweg Upplandsleden direkt vor der Haustür. Für Tagesausflüge nach Stockholm ist Bredsand perfekt geeignet – Stockholm ist nur eine gute Stunde und der Flugplatz Arlanda 15 Minuten entfernt. Jetzt buchen
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Helgoland: ein unfreiwilliger 18-Stunden-Törn Published on Mai 21st, 2010 @ 14:38:14 , using 1178 Wörter, 06:00 Uhr morgens komme ich langsam aus den Träumen hoch, weil irgend was tutet. Je mehr ich wach werde, desto mehr wird ein Gedanke im Kopf klar: Nebelhörner. Wahrhaftig. Bild 1 Enttäuscht über diese Provokation des Wettergottes mix ich mir einen Grog, denn es ist kalt, und verzieh mich damit und einem Buch wieder in die Koje. Eigentlich hätte ich diesen Hinweis des Wettergottes richtig deuten sollen: auf diese Art und Weise nicht nach Helgoland zu gehen - aber eine dreiviertelstunde später habe ich ihn verworfen, weil die Sonne anfing zu scheinen. Währe ich ihm doch nachgekommen, mir wäre eine 18-stündige Horrortour erspart geblieben. Jetzt musste alles im Eiltempo geschehen, denn ich musste noch bei Stillwasser vom Steg, denn ich saß meinem Vorschiff sehr nahe auf dem Heck und wäre bei ablaufendem Wasser dort nicht weggekommen. Also kein Frühstück, lediglich das Wasser für eine Kanne Tee konnte noch heiß gemacht werden, während die aufwendige Ankleideprozedur vonstatten ging (diverse Funktionsunterwäsche und darüber dann noch der neoprengefütterte Segeloverall), dann musste ich die Leinen loswerfen. Also gegen an motoren. Bild 2 Dazu muss man wissen, dass ich motoren hasse und besonders dann, wenn es gegen Wind und Wellen geht, nur um dahin zu kommen wohin ich will und es segelnd nicht geht. Ich hatte mir überlegt, das es vernüftig ist, durch den Wurster Arm auf den Leuchtturm Alte Weser zu gehen, weil ich meinte, dort besser gegen die seit Tagen aufgebauten NW-Wellen geschützt zu sein. Dem war nicht so. Hier herrschte eine kurze, ruppige See, die mein Schiff regelrechte Boxsprünge vollziehen lies. Grimmig sah ich diesem Schauspiel zu und schwor mir, nie wieder den Wettergott zu missachten und wenn ich mir in Bremerhaven ein Zimmer nehmen muss. Alles was nicht Niet und Nagelfest auf MISS SOPHIE verstaut war, fand unweigerlich seinen Weg nach unten auf die Bodenbretter, wo sich nach kurzer Zeit ein Sammelsurium aus Seekarten, Flaschen, Brot, Bücher und dergleichen ansammelte - ein Anblick, der das eh schon angegriffene Selbstbewusstsein des Skippers weiter nach unten zog. Und ich finde, dass ich auf MISS SOPHIE besonders auf die seefeste Verzurrung aller Gegenstände achte - aber es gibt da anscheinend noch Nachbesserungsbedarf. Auch im Cockpit sah es bald ähnlich aus: ein extra Behältnis für mein für solche Törns vorhandenes Studentenfutter knallte bei einem dieser Sprünge auf die Bodenbretter und sofort sprang der Deckel auf und Erdnüsse, Haselnüsse, Rosinen, Sonnenblumenkerne und was da sonst noch so alles drin ist, kullerte nun lustig hin und her und erinnerte mich beständig daran, in Zukunft solche Behältnisse mir auch auf Schwerwettertauglichkeit anzuschauen. Meine Wasserflasche war zum Glück aus Allu - manch eine Beule wird mich aber an diesen Törn erinnern. Bald hatte ich vom kramfhaften Festhalten an den Relingszügen Blasen an beiden Fingern, die durch das Festhalten der Pinne weiteren Belastungen ausgesetzt wurden und dann um Mitternacht aufplatzen und nur noch schmerzten (Bild 4) Aber da sind wir ja noch nicht. Punkt 13:00 Uhr beim Umschlagen der Tide war ich am Leuchtturm Alte Weser und konnte nun in den Tonnenstrich der Alten Weser einlaufen, als mir der Motor ausging. Also Segel hoch und die demütigende Erfahrung begann, dass ich mit meinem 5-Tonnen-Schiff nicht gegen den Wind, Strömung und Wellen aufkreuzen kann - zumal hier ebenfalls eine kurze ruppige See zwischen 1 und 2 Meter stand. 5 Stunden habe ich kreuzend zwischen dem Tonnenpaar A10 und A8 verbracht - das, was ich auf dem einen Schlag gut machte, verlor ich auf dem anderen wieder. Dort einfach Nord zu laufen, traute ich mich nicht, denn die dort vorhandenen Nordseegründe sind teilweise nur 4 Meter tief und ich dachte, dass sich dort die Seen besonders steil gebärden würden - was andere Segler dann in Helgoland aber verneinten. Zu dieser Situation muss man sagen, dass mein Schiff ein Fahrtenschiff ist und nicht auf Höchstleistung im Segeln konstruiert ist: das heißt, ein Schiff was mit dieser Situation gut zurecht kommen will, muss vorne sehr schmal und spitz gebaut sein, um die Wellen zu durchschneiden. Mein Schiff ist in diesem Bereich sehr füllig, weil es seine Lebensqualität unter Deck daraus bezieht, hier schon Lebensraum zu schaffen - das heißt aber auch, dass es die Seen nicht mehr durchscneidet, sondern von ihnen gestoppt wird - ich brauche also viel mehr Kraft aus den Segeln, um durch diese Seen nicht gestoppt zu weren, d.h. ich kann nicht so hoch an den Wind gehen, wie ich es brauchte um hier in meine Richtung weiter zu kommen. Ich muss ja gegen jede Welle die 5 Tonnen meines Schiffes schieben - und das nur mit Hilfe des Windes. Ich rechnete: die Tiede schlägt num 19:00 um, dann würde ich diese Strecke in relativ kurzer Zeit hinter mich gebracht haben, also sagen wir mal um 20:30 kann ich auf Nordkurs Helgoland gehen, dann warten da noch 20 sm auf mich, bei der Welle und meiner Geschwindigkeit von ca. 3 kn noch 6 - 7 Stunden bis Helgoland, also Ankunft so zwischen 2 und 3 Uhr nachts. Bis jetzt noch keinen Bissen gegessen, die dafür vorgesehenen Körner, Nüsse und Rosinen tummelten sich immer noch auf dem Plichtboden, noch keine Minute die Pinne aus der Hand gegeben, noch keine Pause gehabt und dann noch der Schreck mit dem versagenden neuen Motor. Das Aufkreuzen wurde dann nochmal anstrengend, weil die Seen natürlich blieben und zwei oder drei mich auch seitlich erwischten und mich mit einem Schwall grünem Wasser eindeckten. 20:30 bei der A6 am Ausgang der Alten Weser dann Nord. Hoch am Wind, zur besseren Ausbalancierung der Segel ein Reff ins Groß und ich konnte die Pinne belegen und MISS SOPHIE segelte mich auf wunderbarste durch die jetzt etwas weicheren langen Nordseewellen. Das hat mich für alles entschädigt. Diese Erfahrung, dass mein Schiff die Intelligenz besitzt, besser als ich es an der Pinne könnte, mich durch das Meer zu steuern - das ist das größte und schönste, was ich mir vorstellen kann. Aber auch jetzt gibt es keine wirkliche Entspannung, denn MISS SOPHIE legt sich so auf die Seite, das teilweise die Kajütfenster ins Wasser geraten - ein Bewegen an Deck und erst recht unter Deck wird zur Schwerstarbeit. Jetzt wurde es langsam dunkel. Ich begann die Hauptschiffahrtswege zu kreuzen, hier musste also besonders gut Ausguck gegangen werden. 1 - 2 Containerschiffe konnte ich ausmachen, aber keine Gefahr, dann kam von hinten so ein schwimmendes Casino hellerleuchtet auf, sonst nichts - kein einziger Segler unterwegs. Schon ein merkwürdiges Gefühl, in diesem Moment völlig alleine in dieser doch etwas fremden Welt unterwegs zu sein, die langsam in eine schwarze Nacht übergeht - nur ab und zu gurgelt grünes Wasser in meine Plicht und zeigt mir, das die Nordsee immer noch Nordsee ist. Der Wind wurde etwas weniger und meine Geschwindigkeit reduzierte sich auf 2-3 kn, Tonne Helgoland-Ost hatte ich um 2:30 querab und um 3:00 Uhr versuchte ich den Motor anzuwerfen , was auch gelang, aber nach 5 Minuten war er wieder aus - das hieß unter segeln in einen rattenschwarzen dunklen Hafen, dort irgendwie einen Ankerplatz finden, Anker raus, Segel runter und dann sehen wir mal weiter. Um 3:30 war ich unter Anker, der anfing zu slippen, aber ich konnte hier jetzt meinen ersten Bissen zu mir nehmen und einen Tee trinken: nach 18 Stunden , davon 12 ohne Unterbrechung an der Pinne. Aber Angekommen Bild 3 Nebel: Die Wetteränderung Makrelenhimmel - Wetteränderung Published on Mai 20th, 2010 @ 19:54:08 , using 56 Wörter, Heute begann der Tag mit diesem Makrelenhimmel und veränderte sich zum Mittag hin zu einem blauen Himmel, der mit kleinen zarten und in regelmässigen Strukturen sich bewegenden Cirruswolken gesprenkelt war - Wetteränderung. Und es wurde zum ersten Mal warm - 19 Grad in der Kajüte. Wetterbericht: zum ersten Mal keine Starkwind- oder Sturmwarnung für die Deutsche Bucht, sondern NW 3-4 Published on Mai 19th, 2010 @ 19:20:06 , using 591 Wörter, Das erste was ich von MISS SOPHIE sah, war ihr Hintern. Und ich war überwältigt. So ein elegantes Auslaufen des Hecks bei einem durchaus eher plumpen Knickspantermittelschiff hatte ich noch nie gesehen. Ich wusste sofort, dieses Schiff kann segeln. Und ich wollte es haben. Und ich wurde nicht enttäuscht. MISS SOPHIE ist eine WIBO 830, 1972 in Woubrugge in Holland von der Werft Van Wijk als Knickspanter aus Stahl gebaut nach einem Riss von van de Stadt und wurde von meinem Vorbesitzer nach seinem Vorschlag von dem Yacht-Designer-Duo Rudel+Vrolijk (ja, genau die, die die Megayachten für den Admirals-Cup entwerfen) das Heck zu jenem sagenhaften Hintern geformt, den ich eingangs erwähnte. Sie verschafft dem Schiff einen derat eleganten Wasserablauf achtern, dass im Wasser zu finden sind - sagenhaft. Sie ist etzt 8.80 m lang und mit Bugsprit über alles 9.60 m, 2.60 m breit, hat einen Tiefgang mit einem neuen Kiel von 1.30, im Ballastkiel befindet sich 1,5 Tonnen Blei und dazu kommen noch 200 kg Diesel und Wasser. Die Normalbeseglung beträgt ca. 40 qm (17/20), mit der SWF 35 qm, mit Genua 45 qm. Blick vom Niedergang in die Kajüte: rechts die Navigationsecke mit Kartentisch und dem darunter befindlichen Kartenfach, wo sich für diesen Törn über 200 Seekarten befinden, darüber der alte aber wunderschöne DEBEG-Einseitenband-Empfänger, der aber auch MW, LW und KW empfängt, darüber das Fach mit den Seehandbüchern und darüber das DEBEG-UKW-Seefunkgerät. Dahinter die Kombüse. Die Kombüse mit dem zwei-flammigen Gasherd rechts und der Spüle links, darunter die Küchenshaps - Lebensmittel werden unter den Kojen und den Sitzbänken der Messe gelagert. Vorpiek (Kajüte ganz vorne), mit den beiden Kojen steuerbord und backbord und ganz vorne der Bordbibliothek (ganz wichtig, wie man jetzt in Bremerhaven sehen kann), links der Kleiderschrank mit Borden und rechts die Tür zum WC. Damit die leiblichen Genüsse, die beim Segeln ganz ganz wichtig sind, auch anständig entsorgt werden können, dieser Ort, eng aber funktional. Die Messe vom Bug her gesehen: rechts die u-förmige Sitzbank um einen kleinen Tisch herum, der durch einen klappbaren grossen ersetzt werden kann, der Niedergang von der Plicht in die Kajüte und daneben die Segeltuchtaschen für Nebelhorn, Taschenlampe, Notfall-Werkzeug und Schäkeltasche. Daneben und darüber die Rückseiten der Navigationsinstrumente: Motor-Instrumente, Fluxgate-Kompass, Kartenplotter und daneben das Lot und die Solarregler für die drei Solar-Panele. Neben dem Niedergang links (hinter dem Kartentisch) befindet sich die Hundekoje, in der der Skipper schläft, wenn er Gäste an Bord hat, die ein Teilen des Vorpieklagers nicht gestatten; 60 cm breit und 40 cm hoch und 2 m lang - es ist ein echtes Akrobatenstück, da rein zu kommen, denn zwischen Kartentisch und Hundekojeneingang ist nur 40 cm breiter freier Raum. Aber 15 Jahre Übung zahlen sich jetzt aus. Darüber die Segeltuch-Taschen für das Fernplas, den Seenotsignalgeber, den Seenotfunk-Marshal und Kleinigkeiten, wie Sonnenmilch etc. Daneben unter der Decke die Segeltuch-Taschen für den Camcorder, Brillen, Hand-GPS und das Handy. Alles so, das ich es vom Cockpit aus erreichen kann, ohne die Pinne loslassen zu müssen - eben alles auf Einhandsegelei eingerichtet. Daneben über dem Kartentisch der DEBEG-Radioempänger, das Bücherschapp für die aktuellen Seehandbücher, das Logbuch und darüber das neue UKW-AIS-Funkgerät. Unter dem Kartentisch das Bücherschapp mit weiteren Seehandbüchern und darunter das Schapp Seeenot-Signalraketen, Sicherheitsgurte etc. Unter dem Sitz vor dem Kartentisch eine sehr umfangreiche Werkzeugkiste und dahinter unter der Hundekoje das Schlauchboot (nicht zu sehen weil unter de Polstern). Draußen unter dem Motordeckel und den Plichtgrätings der vorbildlich saubere Motorraum und die saubere Botorbilge mit dem neuen VETUS-Diesel. Unter den Steuerbordsitzbänken die Backkiste mit der Gasflasche und die Backskiste mit den Leinen und Trossen. So, jetzt kennt ihr alle MISS SOPHIE. Zeit auf dem Wasser ist eine andere Published on Mai 18th, 2010 @ 21:12:05 , using 122 Wörter, Die Zeit hier auf Miss Sopie, die von einem beständigen sanften Schaukeln begleitet ist, vergeht anders als auf Land. Man fühlt sich näher an den wirklichen Dingen des Lebens, man ist nicht abgelenkt, sondern kann ganz anders seine Gedanken schweifen lassen und bleibt dabei immer ganz dicht an den wichtigen Dingen. "Stunden um Stunden, wo nichts getan wird, Stunden, die an Land jeden Nerv gereizt hätten, doch hier, auf der sanften Bewegung der See, so leicht vorüber ziehen wie der Schlaf; denn Zeit auf dem Wasser ist ganz verschieden von Zeit auf dem Lande. Sie ist kontinuierlicher; sie hat mehr Anteil am Atmen der Welt; sie ist weniger mechanisch und unterteilt." (Hilaire Belloc, Die Kreuzfahrt der NONA, 1925) Wetterbericht wie gehabt: NW 5-6, Böen 7 der Wettergott will es nicht anders... Published on Mai 17th, 2010 @ 21:27:34 , using 349 Wörter, .....er hält mich fest hier an der Geeste mit der völlig falschen Windrichtung (NW) und zu viel Windstärken 5-6, Böen 7. Die Tiede, die die Wassermassen der Weser nach nordwest durch die unter der Wasseroberfläche existierende Aussenweser, die bis 60 Kilometer vor den Deichen ihr Flussbett in den Sand getrieben hat, schiebt, schiebt sie auch gegen den Wind und lässt dort sofort hässlichen Seegang entstehen - und gegen diese Windrichtung anzukreuzen bei dem Seegang bedeutet, dass ich nicht innerhalb der Zeit, die das Wasser abläuft, diese Grenze erreichen kann, wo die Weser aufhört zu existieren und die Tiede zu vernachlässigen ist, weil sie natürlich nur dort sich deutlich bemerkbar macht - mit bis zu 3-4 Knoten Geschwindigkeit, bei einer Maximalgechwindigkeit meines Schiffes von vielleicht 6-7 Knoten - , wo sie sich in einem engen Flussbett - auch wenn es nur unterseeisch ist - entfalten kann. Also bleibt es bei der Geeste. Die genetischen Zeitfenster, in denen das Lernen von Lebewesen anscheinend stattzufinden hat und die auch für uns Menschen gelten, hat man u.a. an kleinen Katzen festgestellt, denen man ein Auge zugenäht hat - und wenn dies in der virulenten Zeit geschah, in der die für die Verarbeitung der aus den Sehnerven ankommenden Informationen notwendigen Verschaltungen im Gehirn zu bewerkstelligen waren und diese Stimulanz in dem genetischen Zeitfenster von ein paar Tagen nicht geschah, konnte dieser Fehler nicht mehr repariert werden, d.h. diese Katzen konnten ihr Leben lang nicht mit diesem Auge sehen. Machte man dies mit älteren Katzen, konnte die Sehfähigkeit mühelos nachträglich erworben werden. Konrad Lorenz hat bei seinen geliebten Graugänsen die "Nachfolge-Prägung" entdeckt: innerhalb der ersten Tage scheint der ausgeschlüpften Graugans folgender Impuls mitgegeben zu sein: Wenn immer sich in deiner Umgebung etwas bewegt, folge ihm und sehe es als deine Mutter an. So folgten die jung ausgeschlüpften Graugänse Konrad Lorenz bis in sein Arbeitszimmer, weil er das Wesen war, was sich in dieser virulenten Zeit in der unmittelbaren Umgebung dieser Graugänse bewegt hatte und er damit zu ihrer Mutter wurde. Wie diese Zeitfenster beim Menschen aussehen muss anscheinend noch detailiert erforscht werden. Wetterbericht für morgen wie heute: NW 5-6 Hafenzeit ist Lesezeit: Wolfskinder Published on Mai 16th, 2010 @ 16:49:14 , using 664 Wörter, Das schöne Wetter ist da - mit sehr viel Wind und viel Kälte - aber die Sonne ist da und wird begleitet von wunderschönen kleinen, schnell vorbeischiebenden Schönwetterwolken. Was sagen uns die Wolfskinder? Erst einmal garnichts, weil sie nicht sprechen können. Und auch dann nicht, wenn sie nach jahrelangen versuchen ausser ein paar Zweiwortsätzen ("trinken Milch") nie in ihrem Leben mehr das Sprechen lernen werden. Und auch andere soziale Fähigkeiten sich nur ausgesprochen reduziert ausbilden, etwa sich unter anderen Menschen in den uns bekannten Formen zu bewegen, nicht andere Leute anstarren oder ihnen das Essen wegnehmen etc. Aber schon vor unserer Zeitrechnung begann das Interesse an ihnen: der ägyptische König Psammetich ließ ein paar neugeborene Kinder in die Wildnis bringen und unter Ziegen heranwachsen, weil man sich von ihrer Erforschung und Beobachtung versprach, die eigentliche Natur des Menschen zu ergründen - was er an sich hat und mitbringt ohne alle Erziehung und welches seine ursprüngliche Sprache sei. Das "Bek! Bek!" dieser Kinder, das sie von sich gaben, als man sie nach ein paar Jahren zurück holte, deutete der König als Phrygisch und also war die Natursprache der Menschen Phrygisch. Wolfskinder, Wilde Kinder sind Kinder, die ohne die soziale Umgebung, ohne zu Zuwendung anderer Menschen und ohne soziale und sprachliche Ansprache aufwachsen - und seit den ersten Funden solcher Kinder, die die Phantasie der Menschen seit jeher beflügelten, entbrannte ein Streit darüber, ob diese Kinder schwachsinnig seien und deshalb von den Eltern ausgesetzt wurden oder ob ihre geistige Unterentwickeltheit das Ergebnis ihrer Deprivation ist - eine Unterentwickeltheit, die nicht mehr aufzuheben ist. Zusammenfassend referiert Dieter E. Zimmer in seinem überaus klugen und spannenden Buch "Experimente des Lebens", dass Kinder, die sich selbst überlassen wurden, weder zu einem Tier noch zu einem Menschen werden, sondern zu Kretins und dieser Zustand nicht korrigierbar ist. Die Schlussfolgerung daraus ist für ihn folgender: "Der Mensch ist darauf angewiesen, in einer, irgendeiner menschlichen Gesellschaft aufzuwachsen. Sein menschliches Potential kann er nur im Umgang mit anderen Menschen verwirklichen....Bleibt ihm dieser Umstand verwehrt, so wird er weder Mensch noch Tier, sondern zu einem körperlichen, sozialen, emotionalen und geistigen Krüppel." Also ist der Mensch ein Wesen, das alles was es ist, lernen muss, nichts von Natur aus mitbringt? Die neuere Evolutionsbiologie sieht hier einen anderen Zusammenhang: "Der Mensch lernt das meiste von dem , was ihn ausmacht, aber er lernt nicht Beliebiges, er lernt nicht alles gleich gut, gleich rasch, gleich leicht, sondern er lernt vornehmlich das , was zu lernen er ausgerüstet ist, und er lernt es in den dafür vorgesehenen Zeiten in seiner Entwicklung." "Die Rolle der Umwelt ist es, einen genetisch vorgegebenen Plan zu realisieren und zu stabilisieren. Der Plan ist vollständig da; aber zu ihm gehört, dass zu einer bestimmten Zeit ein gewisser Input erfolgt. Bleibt dieser aus, wird die vom genetischen Plan zum Lernen vorbestimmte Zeit verpasst, lässt sich das Versäumte später nur noch schwer oder garnicht mehr nachholen" - wie es bei den Wilden Kindern mit der Sprachentwicklung der Fall war. Wenn diese Sprachstimulanz nicht in einem engen Zeitfenster erfolgt, verknüpfen sich nicht die für die Sprachentwicklung notwendigen Verschaltungen im Gehirn und das, was bei jedem normal aufwachsenden Kind passiert, dass nach einer bestimmten Zeit die Sprachentwicklung explosionsartig anwächst, geschieht bei den Wilden Kindern überhaupt nicht, weil es an dieses kurze Zeitfenster gebunden ist und dies nicht nachzuholen ist. Und danach lernen sie nur noch mühselig Zweiwortsätze, haben Mühe einfachste Anweisungen zu verstehen und machen damit keine weitere geistige Entwicklung durch, die an Sprache gebunden ist. Die nordischen Länder haben inzwischen begriffen, d.h. die Politik hat begriffen, was das bevölkerungspolitisch heisst: Die besten Lehrer, Therapeuten und Diagnostiker müssen in die frühesten Einrichtungen für Kinder, um das Potential dieser Kinder optimal zu entwickeln, weil die hier gesetzten Bedingungen unausbleibliche und nur schwer zu korrigierende Folgen haben. Unser Bildungssystem ist umgekehrt: das Beste ganz nach hinten, am besten in die Gymnasien stecken - so sehen auch die Bildungsausgaben aus. Und deshalb werden wir in ein paar Jahrzehnten die Rechnung bekommen: Sitzen geblieben. Hafentage sind Lesetage. Bremerhaven an der Geeste, 2. Teil Published on Mai 15th, 2010 @ 17:34:44 , using 111 Wörter, Gestern habe ich eine Ein-Mann-Rettungsinsel, die mal in einem amerikanischen Düsenjäger war und die ich bei ebay ersteigert hatte ( als Dekoration deklariert) von der Servicewerkstatt abgeholt. Die ganze Belegschaft stand Kopf. Herstellungsjahr 1968 - also 40 Jahre alt. Der Mitarbeiter, der für sie zuständig war, war 1968 geboren worden - für das Firmenarchiv wurde ein Foto gemacht. Die Druckflasche hat in den 40 Jahren 2 Gramm verloren - der Mitarbeiter meinte, in dieser Insel sei ich sicherer als in einer neuen. SUPER. Foto bekomme ich von ihm an WE, wird also in den nächsten Tagen hier zu sehen sein. Tja, und Caro selbstgestrickte Socken sind jetzt nicht nur abends angesagt, sondern sorgen auch schon am Tag für wohlig warme Füße. Bremerhaven an der Geeste Published on Mai 14th, 2010 @ 16:47:14 , using 211 Wörter, "Was, du Hund - willst du das Wetter auf dich zugeschnitten haben wie einen Jackettanzug? Hat sich das ganze Universum einfach nach deiner Bequemlichkeit zu richten? ... Bist du nicht zufrieden mit dem Segeln, solange nicht gerade der Wind spielt, der genau für deine elende Barke paßt, weder zu stark noch zu leicht?...Willst du nie in den Willen deines Schöpfers Vertrauen setzen und die Dinge nehmen wie sie kommen?" Hilaire Belloc, Die Kreuzfahrten der NONA - und Belloc war jemand, der wusste, was er da schreibt: seine NONA hatte keinen Motor und so musste er so manches Mal in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sein Schiff mit Hilfe seines Bootsmannes von seinem Dingy aus in einen Hafen oder an einen Ankerplatz schleppen. Also lasst uns das Wetter nehmen, wie es kommt - ab jetzt wird gesegelt und wenn ich hier an der Geeste eine Woche warten muss, bis ein händiger Wind mich nach Helgoland bringt. Es ist kalt, aber es scheint die Sonne. Das Echolot ist repariert - Wackelkontakt. An den Vorstagen sind zwei Schäkel ausgetauscht worden, die Rettungsinsel hat einen schnell zugänglichen Stauraum gefunden und der Wetterbericht sagt für worgen NW - W 4-5, zunehmend 6 voraus - Hafentag. Also zu Janssen und 5 Liter Petroleum kaufen, damit heute abend beim Lesen der Petroleumofen angemacht werden kann. Published on Mai 13th, 2010 @ 18:05:37 , using 361 Wörter, Es weht der Wind aus der Ecke in die ich will. Es ist der erste Tag meiner langersehnten Auszeit, die für mich der Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt werden soll - und das bei diesen Bedingungen?????? Hochwasser beim VBS (Verein Bremer Segelfreunde), meinem Heimatverein, ist um 15:30 Uhr, und morgen Freitag muss ich in Bremerhaven sein, um dort ein wichtiges Ausrüstungsteil aus einer Werkstatt abzuholen. Also muss ich los, obwohl mein Sinn nach allem anderen steht. Es ist schweinekalt. Doch jetzt kommt Ulli um mich zu verabschieden und wir schnacken noch ein bischen - er segelt in ein paar Wochen hoch in die Eisgegend von Grönland - ich bleibe südlicher - und macht Fotos. Ich will einhand über Helgoland, Eidersperrwerk, Eider, Nord-Ostseekanal, über Fehmanbelt, nach Mecklenburg, Rostock, Rügen, Polen nach Lettland, Estland und dann weiter in den Norden. Nach über 44 Filmen in 11 Jahren (www.streese-film.de) brauche ich jetzt mal eine Auszeit, um die Kreativitätsakkus aufzuladen. Und um auf diesen langen Törn, der die nächsten Jahre stattfinden wird, nicht zu vereinsamen, habe ich mir vorgenommen, täglich hier ein Tagebuch zu schreiben - würde ich nur für mich in ein Buch schreiben, würde ich vermutlich bald damit aufhören. So aber gehe ich eine gewisse Verpflichtung ein. Aber jetz bin ich noch auf der Lesum und es nieselt immer noch. Wind 4-5 N bis NNW, abnehmend. also genau daher, wo ich hin will. Heißt motoren. Zum Kotzen. Als ich das Haus von Karin und Frank an der Lesum passiere, steht Karin am Fenster und winkt - ja, das ist ein wirklich schöner Abschied hier von diesem kleinen schönen Fleckchen Erde. Auf der Weser erwartet mich eine geschlossene Stratocumulus-Wolkendecke, hellgrau bis dunkelgrau gemischt, dann bei Nordenham bricht im Westen der Himmel auf und die Sonne bricht durch und taucht das Vorland von Bremerhaven und die Industrieanlagen von Bremerhaven ist ein gleißendes überirdisches Licht - das nehme ich jetzt mal als ein gutes Omen. 20:30 bin ich an der Geeste - und der Himmel ist zur Hälfte in ein zartes Azurblau getaucht - die Temperatur sinkt an Bord auf 8 Grad. Grogzeit. Das Echolot geht nicht - vermutlich beim Umbau Kabel verwechselt. Morgen ist Hafentag, da kümmer ich mich drum. << 1 ... 30 31 32 33 34 35 ...36 ...37 38 39 40 41 ©2017 by Jörg Streese • Kontakt • Hilfe • blogging software • low cost web hosting
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
VG Kassel, 4 E 2952/02: VG Kassel: aufnahme einer erwerbstätigkeit, geschiedener mann, anerkennung, aufenthalt, arbeitserlaubnis, abschiebung, sport, einzelrichter, hessen, bundesamt Urteil des VG Kassel vom 16.10.2003, 4 E 2952/02 4 E 2952/02 VG Kassel: aufnahme einer erwerbstätigkeit, geschiedener mann, anerkennung, aufenthalt, arbeitserlaubnis, abschiebung, sport, einzelrichter, hessen, bundesamt Aufnahme einer erwerbstätigkeit, Geschiedener mann, Anerkennung, Aufenthalt, Arbeitserlaubnis, Abschiebung, Sport, Einzelrichter, Hessen, Bundesamt Norm: § 32 AuslG Aktenzeichen: 4 E 2952/02 1. Die Erteilung von Aufenthaltsbefugnisen nach § 32 AuslG auf Grundlage des IMK- Beschlusses vom 18./19.11.1999 (sog. Altfallregelung) i.V.m. den dazu ergangenen Erlassbestimmungen des HMJ vom 22.11. und vom 20.01.2000 ist ausgeschlossen, wenn nur ein Familienmitglied die Integrationsvoraussetzungen nicht erfüllt (hier: zeitweiliges Untertauchen und Stellen sukzesiver Asylfolgeanträge) 2. Zur Auslegung und Anwendung der die Sicherung des Lebensunterhalts durch legale Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche Mittel betreffenden Erlassbestimmungen 1Die Kläger zu 1. und 2. sind - ebenso wie ihre gemeinsamen Kinder, die Kläger zu 3. bis 6. - türkische Staatsangehörige. Die Kläger zu 1. bis 4. reisten im Januar 1992 in die Bundesrepublik Deutschland ein und beantragten zunächst für sich und im folgenden auch für den am 07.05.1993 in Deutschland geborenen Kläger zu 5. die Anerkennung als Asylberechtigte. 2Mit Bescheid vom 18.03.1994 lehnte das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge die Asylanträge ab und stellte fest, dass weder die Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 AuslG noch Abschiebungshindernisse nach § 53 AuslG vorliegen. Darüber hinaus wurden die Kläger zu 1. bis 5. aufgefordert, die Bundesrepublik Deutschland innerhalb eines Monats nach dem unanfechtbaren Abschluss des Asylverfahrens zu verlassen und ihnen für den Fall der Nichtbefolgung die Abschiebung in die Türkei oder in einen anderen Staat, in den sie einreisen dürfen oder der zu ihrer Rückübernahme verpflichtet ist, angedroht. 3Eine dagegen gerichtete Klage wies das Verwaltungsgericht Kassel mit Urteil vom 31.05.1995 - rechtskräftig seit dem 11.07.1995 - ab. 4Eine im November 1995 eingereichte Petition, in der die Kläger zu 1. und 2. auf ihre zwischenzeitlich erfolgte Scheidung hinwiesen, wurde vom Hessischen Landtag nicht zur Berücksichtigung angenommen. 5Einen daraufhin gestellten Asylfolgeantrag lehnte das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge mit Bescheid vom 03.07.1996 ab. 6Während der Monate August/September 1996 verließen die Kläger dann die ihnen zugewiesene Unterkunft und hielten sich zeitweilig an einem unbekannten Ort auf (vgl. die Mitteilung des für die Unterkunft zuständigen Sozialarbeiters an die Ausländerbehörde vom 04.09.1996, Bl. 105 der den Kläger zu 1. betreffenden Ausländerakte). 7Mit Schreiben vom 16.10.1996 an die Ausländerbehörde wies der damalige Bevollmächtigte der Kläger auf das zwischenzeitliche Stellen eines Asylantrags für den am 07.04.1996 geborenen Kläger zu 6. hin und machte geltend, die Klägerin zu 2. sei erkrankt und deshalb reiseunfähig. 8Daraufhin teilte die Ausländerbehörde dem damaligen Bevollmächtigten der 8Daraufhin teilte die Ausländerbehörde dem damaligen Bevollmächtigten der Kläger mit, dass unter diesen Umständen lediglich die Klägerin zu 2. und der Kläger zu 6. für die Durchführung von dessen Asylerstverfahren im Bundesgebiet geduldet werden könnten, der Kläger zu 1. und die Kläger zu 3. bis 5. jedoch in die Türkei zurückkehren müssten. 9Im Rahmen einer persönlichen Vorsprache am 03.12.1996 bei der Ausländerbehörde erklärte die Klägerin zu 2. zu dem Aufenthaltsort des Klägers zu 1. befragt, ihr geschiedener Mann sei vor einer Woche spurlos verschwunden (untergetaucht), da er Angst vor einer Rückkehr in die Türkei habe. Er wolle weder freiwillig noch durch Abschiebung in die Türkei zurückkehren. Zum derzeitigen Aufenthalt sei ihr nichts bekannt und er habe sich noch nicht gemeldet (vgl. Bl. 113 der den Kläger zu 1. betreffenden Ausländerakte). 10 Nach Ausschreibung des Klägers zu 1. zur Festnahme wurde dieser in den Niederlanden im Zusammenhang mit der Stellung eines Asylantrags aufgegriffen und nach Deutschland zurücküberstellt. 11 Am 23.06.1998 schlossen die Kläger zu 1. und 2. erneut die Ehe. 12 Eine im April 1998 eingereichte weitere Petition für die Klägerin zu 2. lehnte das Hessische Ministerium des Innern am 08.10.1998 ab. Im folgenden erklärten sich die Kläger bereit, freiwillig aus Deutschland auszureisen und teilten der Ausländerbehörde mit, der Kläger zu 1. wolle die Bundesrepublik Deutschland bis zum 31.08.1999 freiwillig verlassen, während die übrige Familie bis zum 31.12.1999 nachzureisen beabsichtige. 13 Der Kläger zu 1. wurde sodann zum 28.08.1999 in die Türkei abgemeldet und kehrte kurzzeitig in sein Heimatland zurück. 14 Nach Wiedereinreise nach Deutschland am 08.12.1999 stellte der Kläger zu 1. einen weiteren Asylfolgeantrag, der mit seit dem 29.01.2000 bestandskräftigen Bescheid des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge vom 05.01.2000 abgelehnt wurde. 15 Mit seit dem 29.05.2001 rechtskräftigem Urteil vom gleichen Tage wies das Verwaltungsgericht Kassel die gegen die Ablehnung seines Asylantrags mit Bescheid vom 25.02.1998 gerichtete Klage des Klägers zu 6. als offensichtlich unbegründet ab. 16 Am 10.12.2001 beantragten die Kläger bei der Ausländerbehörde die Erteilung von Aufenthaltsbefugnissen nach der sogenannten Altfallregelung für Ausländer mit langjährigem Aufenthalt in Deutschland. 17 Mit Bescheid vom 27.06.2002 lehnte die Behörde diesen Antrag ab. Zur Begründung wird in dem Ablehnungsbescheid, auf dessen Inhalt im Übrigen verwiesen wird, im Wesentlichen ausgeführt, die Anwendbarkeit der Härtefallregelung setze neben der Einreise vor dem für eine Anerkennung als Härtefall gegebenen Stichtag (01.07.1993) und der Erfüllung der Passpflicht das Vorliegen und Fortbestehen weiterer Bedingungen voraus, die die Kläger nicht erfüllten. Sie gehörten nicht zu dem Personenkreis, der Deutschland trotz Ablehnung des Asylantrages aus nicht zu vertretenden Gründen nicht verlassen habe. Darüber hinaus könne der Lebensunterhalt der Familie einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes durch eine legale Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche Mittel der Sozialhilfe nicht als gesichert angesehen werden. 18 Den dagegen eingelegten Widerspruch der Kläger wies das Regierungspräsidium Kassel mit Widerspruchsbescheid vom 25.11.2002 zurück. Auf die Begründung des Widerspruchsbescheides wird ebenfalls Bezug genommen. 19 Mit bei Gericht am 20.12.2002 eingegangenem Schriftsatz ihres Bevollmächtigten vom gleichen Tage haben die Kläger Verpflichtungsklage erhoben. Sie machen geltend, die Voraussetzungen der Härtefallregelung träfen auf sie exakt zu. Sie seien ständig bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und der ihnen erteilten Arbeitsgenehmigungen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Er - der Kläger zu 1. - habe sofort die Möglichkeit, in Emstal in einem türkischen Imbiss beschäftigt zu werden. Auch könne er in einer türkischen Bäckerei in Kassel zu einem Monatslohn von 1.200,00 € arbeiten. Auch sie - die Klägerin zu 2. - könne ohne Weiteres in einem türkischen Lebensmittelgeschäft in Kassel zu einem Monatslohn von 315,00 € ein Beschäftigungsverhältnis eingehen. Darüber hinaus könnten sich weitere € ein Beschäftigungsverhältnis eingehen. Darüber hinaus könnten sich weitere Erwerbsmöglichkeiten ergeben, wenn sie über entsprechende Arbeitsgenehmigungen verfügen würden. Die Aufnahme einer legalen Vollerwerbstätigkeit sei bislang nur am Fehlen länger befristeter Aufenthaltstitel gescheitert. Die jeweils befristeten Duldungen hätten bis zum heutigen Zeitpunkt regelmäßig zu Absagen potenzieller Arbeitgeber geführt, bei denen nur ein Interesse an längerfristigen Beschäftigungsverhältnissen bestehe. Unabhängig davon treffe auch der Vorhalt der vorsätzlichen Verzögerung der Aufenthaltsbeendigung nicht zu. Die Asylbeantragung für den am 07.04.1996 in Deutschland geborenen Kläger zu 6. sei nicht in sukzessiver Verzögerungsabsicht, sondern mit dezidierter Begründung erfolgt. Auch könne vom Stellen wiederholter Asylfolgeanträge im Sinne des Ausschlusstatbestandes der Altfallregelung nicht ausgegangen werden. Schließlich sei sein - des Klägers zu 1. - zeitweiliges Untertauchen etliche Jahre her und könne den übrigen Familienmitgliedern ohnehin nicht angerechnet werden. 21das Land Hessen unter Aufhebung der Bescheide vom 27.06.2002 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 25.11.2002 zu verpflichten, ihnen Aufenthaltsbefugnisse gemäß der Härtefallregelung für ausländische Familien mit langjährigem Aufenthalt der Görlitzer Innenministerkonferenz vom 18./19.11.1999 in Verbindung mit früheren Altfallerlassen zu erteilen. 24 Zur Begründung verweist er im Wesentlichen darauf, den Klägern sei seit dem 17.12.1999 die Erwerbstätigkeit durch gültige Arbeitserlaubnis gestattet. Ihnen sei die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit demnach grundsätzlich möglich gewesen. Im Übrigen sei auf die Begründung der angefochtenen Bescheide zu verweisen. 25 Mit Beschluss vom 01.09.2003 hat die Kammer den Rechtsstreit gem. § 6 Abs. 1 VwGO dem Berichterstatter als Einzelrichter zur Entscheidung übertragen. 26 Zur Ergänzung des Sachverhalts und des weiteren Vorbringens der Beteiligten wird auf den Inhalt der Gerichtsakte, den Verwaltungsvorgang der Beklagten (8 Hefter) sowie die Sitzungsniederschrift verwiesen. 27 Vorgenannte Akten wurden zum Gegenstand der mündlichen Verhandlung gemacht. 28 Die Klage ist als Verpflichtungsklage zulässig. 29 Die Klage ist jedoch nicht begründet, da der angefochtene Bescheid des Beklagten vom 27.06.2002 in der Fassung des Widerspruchsbescheides vom 25.11.2002 aus Rechtsgründen nicht zu beanstanden ist und die Kläger mithin durch dessen Erlass nicht in ihren Rechten verletzt sein können (§ 113 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 VwGO). 30 Die im Rahmen der vorliegend erhobenen Verpflichtungsklage maßgebliche Sachund Rechtslage ist diejenige zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung (vgl. dazu Kopp/Schenke, VwGO, 13. Aufl., § 113 Rdnr. 217). Auch unter Berücksichtigung dessen können die Kläger entgegen der von ihnen vertretenen Auffassung jedoch nicht die Erteilung von Aufenthaltsbefugnissen gem. § 32 AuslG in Verbindung mit den Erlassen des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport vom 22.11.1999 und vom 20.01.2000 auf der Grundlage des Beschlusses der 159. Sitzung der ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren vom 18./19.11.1999 in Görlitz beanspruchen. Denn sie erfüllen nach wie vor nicht die nach der Erlasslage notwendigen Voraussetzungen für die Erteilung von Aufenthaltsbefugnissen. 31 Die Integrationsvoraussetzungen und sonstigen Kriterien, die ausländische Familien und Alleinstehende mit langjährigem Aufenthalt in Deutschland u. a. erfüllen müssen, um dem IMK-Beschluss vom 18./19.11.1999 zu unterfallen, sind unter Ziffer II Nr. 3.1 dieses Beschlusses im Einzelnen festgelegt. Unter Bezugnahme darauf hat das Hessische Ministerium des Innern und für Sport den danach begünstigten Personenkreis mit Erlass vom 20.01.2000 näher präzisiert danach begünstigten Personenkreis mit Erlass vom 20.01.2000 näher präzisiert und unter Ziffer IV dieses Erlasses die Festlegung getroffen, die Straffälligkeit auch nur eines Familienmitgliedes hindere die Anwendbarkeit der Härtefallregelung für die gesamte Familie. Das gleiche gelte bei vorsätzlichem Hinauszögern der Aufenthaltsbeendigung nur eines Familienmitglieds. 32 Das Hessische Ministerium des Innern und für Sport war an dieser für die nachfolgenden Behörden im Innenverhältnis bindenden Präzisierung des IMK- Beschlusses nicht gehindert. Die gesetzliche Regelung des § 32 Satz 1 AuslG ermöglicht es den obersten Landesbehörden, aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland anzuordnen, dass Ausländern aus bestimmten Staaten oder in sonstiger Weise bestimmten Ausländergruppen nach §§ 30, 31 AuslG Aufenthaltsbefugnisse erteilt und verlängert werden können. Hierzu bedürfen sie allerdings nach § 32 Satz 2 AuslG - aus Gründen der Bundeseinheitlichkeit - der Zustimmung des Bundesministeriums des Innern (BMI). Dieses Einvernehmen des BMI ist zwingende Voraussetzung für den rechtswirksamen Erlass einer Anordnung nach § 32 AuslG. Nicht vom Einvernehmen gedeckte Anordnungen sind unwirksam. Zu beachten ist jedoch, dass das Einvernehmen sich auf die Befugnisse der obersten Landesbehörde zur gruppenbezogenen Annahme bestimmter Kategorien von Ausländern bezieht. Weder der Beschluss der Innenminister noch die hierzu abgegebene generelle Einvernehmenserklärung begründen eine Pflicht, die im Innenministerbeschluss vorgesehene Aufnahme in jedem Bundesland in unbeschränkter Form aufgrund landesrechtlicher Anforderungen nach § 32 AuslG umzusetzen. Die Regelung des § 32 Satz 1 AuslG räumt den obersten Landesbehörden lediglich die Befugnis zu den dort vorgesehenen Anordnungen ein und enthält keinen Hinweis auf eine entsprechende Verpflichtung (BVerwG vom 14.03.1997 - BVerwG 1 B 66/97 -; Hailbronner, AuslR, Stand: August 2003, § 32 AuslG Rdnr. 16). Über einen Beschluss der ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder hinausgehende Einschränkungen bezüglich der Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis an Ehegatten und minderjährige ledige Kinder eines Bleibeberechtigten sind daher nicht schon deshalb unwirksam, weil sich die Einvernehmenserklärung des BMI auf den gemeinsamen Beschluss bezieht. Die Einvernehmensregelung mit dem BMI will zwar eine Bundeseinheitlichkeit erreichen. Diese Einheitlichkeit ist aber nicht schon dadurch beeinträchtigt, dass in einem Bundesland nur in eingeschränkterem Umfang von der Befugnis gruppenweiser Aufnahme Gebrauch gemacht wird als in anderen Bundesländern (vgl. Hailbronner, a. a. O., Rdnr. 17). 33 Kann die mit Ministererlass vom 20.01.2000 erfolgte Präzisierung und Ergänzung des IMK-Beschlusses vom 18./19.11.1999 mithin zur Bestimmung des danach begünstigten Personenkreises grundsätzlich herangezogen werden, ist der Beklagte in dem angefochtenen Bescheid auch zutreffend davon ausgegangen, dass der Kläger zu 1. in Person und die Kläger zu 2. bis 6. aufgrund des ihnen zurechenbaren Verhaltens ihres Ehemannes/Vaters die Voraussetzungen der Härtefallregelung nicht erfüllen. 34 Nach Ziffer II 3.1 Satz 4 des IMK-Beschlusses, an die die unter Ziffer IV des Ministererlasses vom 20.01.2000 getroffene Zurechnungsregelung anknüpft, soll die Härtefallregelung allein Personen betreffen, die trotz der Ablehnung des Asylantrags aus von ihnen nicht zu vertretenen Gründen Deutschland nicht verlassen haben. Deshalb scheidet - so Ziffer II 3.1 Satz 5 des IMK-Beschlusses - ein Verbleib aus, wenn die Aufenthaltsbeendigung von dem Ausländer z. B. durch verzögerte sukzessive Asylanträge, wiederholte Folgeanträge oder zwischenzeitliches Untertauchen hinausgezögert wurde. Dieser Ausschlussgrund ist vorliegend jedenfalls im Hinblick auf den Kläger zu 1. als erfüllt anzusehen. So war dieser seit Rechtskraft des seine Asylklage im Asylerstverfahren abweisenden Urteils des Verwaltungsgerichts Kassel vom 31.05.1995 - und damit seit dem 11.07.1995 - vollziehbar ausreisepflichtig. Nach Erhalt des seinen ersten Asylfolgeantrag vom April 1996 ablehnenden Bescheides des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge vom 03.07.1996 und schriftlicher Mitteilung der Ausländerbehörde an seinen damaligen Prozessbevollmächtigten, sobald nicht bis zum 28.08.1996 die Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise angezeigt werde, werde die Abschiebung durchgeführt, tauchte der Kläger zu 1. im August/September 1996 ganz offensichtlich zunächst mit seiner gesamten Familie unter. Dies lässt sich einer Mitteilung des für die damalige Asylbewerberunterkunft zuständigen Sozialarbeiters an die Ausländerbehörde mit entsprechendem Inhalt entnehmen, die sich bei den den Kläger zu 1. betreffenden Behördenakten befindet (vgl. dort Blatt 105). Am 03.12.1996 sprach dann die Klägerin zu 2. befindet (vgl. dort Blatt 105). Am 03.12.1996 sprach dann die Klägerin zu 2. persönlich bei der Ausländerbehörde vor und erklärte zum Aufenthaltsort ihres - seinerzeit noch geschiedenen - Ehemannes befragt, ihr Mann sei seit einer Woche spurlos verschwunden (untergetaucht), da er Angst vor einer Rückkehr in die Türkei habe. Dieser wolle weder freiwillig noch durch Abschiebung in die Türkei ausreisen. Zum derzeitigen Aufenthaltsort sei ihr nichts bekannt (vgl. Bl. 113 des den Kläger zu 1. betreffenden Verwaltungsvorgangs). Nach Ausschreibung des Klägers zu 1. zur Festnahme wurde dieser dann am 16.12.1996 in den Niederlanden im Zusammenhang mit dem Versuch der Stellung eines Asylantrags aufgegriffen und nach Deutschland zurücküberstellt (vgl. Bl. 118 des Verwaltungsvorgangs). Hinzu kommt, dass der Kläger zu 1. ganz offensichtlich durch das sukzessive Stellen von Asylfolgeanträgen die Beendigung seines Aufenthalts in Deutschland hinauszuzögern versuchte. So reiste er am 08.12.1999 nach vorübergehendem freiwilligen Aufenthalt in der Türkei ab dem 28.08.1999 erneut nach Deutschland ein und stellte unmittelbar nach seiner Wiedereinreise einen weiteren Asylfolgeantrag, der mit seit dem 29.01.2000 bestandskräftigen Bescheid vom 05.01.2000 durch das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge abgelehnt wurde. Dass diese erneute Folgeantragsstellung von einer Verzögerungsabsicht getragen war, belegt allein die Begründung dieses erneuten Antrags, die sich im Wesentlichen darin erschöpft, der Kläger zu 1. wolle in Deutschland bleiben, weil er mit seiner Familie seit vielen Jahren hier lebe. 35 Erfüllt der Kläger zu 1. mithin unzweifelhaft den Ausschlussgrund der Ziffer II 3.1 Satz 4 und Satz 5 des IMK-Beschlusses, kann offen bleiben, ob dies auch für die Kläger zu 2. bis 6. anzunehmen ist. Selbst wenn der betreffende Grund im Hinblick auf die Kläger zu 2. bis 6 nicht vorliegen sollte, wären diese nämlich jedenfalls deshalb vom Anwendungsbereich der Härtefallregelung ausgeschlossen, weil sie sich das Verhalten ihres Ehemannes/Vaters nach Maßgabe von Ziffer IV des den IMK-Beschluss ergänzenden Ministererlasses vom 20.01.2000 zurechnen lassen müssen. Der Einzelrichter vermag der in der Klagebegründung geäußerten Auffassung, aus rechtsdogmatischen Gründen komme eine Zurechnung des Verhaltens anderer Familienmitglieder zu Lasten eines Familienmitglieds nicht in Betracht, nicht zu folgen. Mit § 32 AuslG ist den obersten Landesbehörden ein gesetzlicher Rahmen und ein bestimmtes Verfahren zur Verfügung gestellt, mittels dessen bestimmten Gruppen von Ausländern ein rechtmäßiger Aufenthalt im Bundesgebiet ermöglicht werden kann, der auf andere Weise nach den Regelungen des Ausländerrechts nicht gestattet werden könnte. Liegt eine Anordnung nach § 32 AuslG vor, wird dadurch für die Behörden und Gerichte verbindlich die Rechtsgrundlage für die Aufnahme des in der Anordnung geregelten Personenkreises geschaffen, ohne dass es insoweit noch auf die tatsächliche Umsetzung durch die Verwaltungspraxis ankäme. Welchen Kategorien von Ausländern die weitere Anwesenheit im Bundesgebiet aus humanitären Gründen ermöglicht wird, steht grundsätzlich im weiten - allenfalls durch das Rechtsstaatsgebot oder das Willkürgebot begrenzten - Ermessen der obersten Landesbehörde, womit die Grenzen der gerichtlichen Kontrollbefugnis einer solchen Anordnung aufgezeigt sind (vgl. Hess. VGH vom 20.09.1994, EZAR 015 Nr. 4; Bay. VGH vom 13.01.1999, AuAS 1999, 74 und vom 12.06.1995 - 10 CS 95.129). Gemessen daran ist die Zurechnung des vorsätzlichen Hinauszögerns der Aufenthaltsbeendigung nur eines Familienmitgliedes mit der Folge des Ausschlusses der Anwendbarkeit der Härtefallregelung für die übrigen Familienmitgliedern nach Ziffer IV des Erlasses vom 20.01.2000 aus rechtsstaatlicher Sicht unter Berücksichtigung von Sinn und Zweck des § 32 AuslG nicht zu beanstanden. Mit der betreffenden Regelung verfolgt der Erlassgeber nämlich ersichtlich das Ziel, eine aufenthaltsrechtliche Gleichbehandlung von Familienverbänden zu gewährleisten, soweit einzelne Familienmitglieder die Integrations- und sonstigen Voraussetzungen des Erlasses sämtlich erfüllen, andere hingegen nicht (vgl. auch Urteil der Kammer vom 11.09.2003 - 4 E 3041/03 -). 36 Zu einer abweichenden Beurteilung nötigt in diesem Zusammenhang auch nicht die Rechtsprechung des bayrischen VG Ansbach in dessen Urteil vom 05.09.2001 - AN 9 E 01.01119 -, auf die sich die Kläger zur Begründung ihrer insoweit abweichenden Auffassung bezogen haben. Die zitierte Rechtsprechung beruht nämlich auf einer abweichenden Erlasslage in Bayern, so dass die Erwägungen, die das VG Ansbach im Zusammenhang mit der Anwendbarkeit der Altfallregelung im Einzelnen angestellt hat, auf das vorliegende Verfahren nicht übertragbar sind. Wie in vorgenanntem Urteil ausdrücklich festgehalten, enthalten die zu dem IMK- Beschluss vom 18./19.11.1999 ergangenen Vollzugshinweise des bayrischen Beschluss vom 18./19.11.1999 ergangenen Vollzugshinweise des bayrischen Staatsministeriums des Innern vom 31.08.2001 eine Ziffer IV Satz 2 des hessischen Ministererlasses vom 20.01.2001 entsprechende Zurechnungsregelung für Familienangehörige nicht. Die vom VG Ansbach erörterte Frage nach dem etwaigen Vorliegen einer ausfüllungsbedürftigen Regelungslücke stellt sich insofern in Hessen nicht. 37 Unabhängig davon scheitert die Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis nach § 32 AuslG i. V. m. den auf Grundlage des IMK-Beschlusses vom 18./19.11.1999 ergangenen Erlassbestimmungen des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport vorliegend zudem daran, dass der Lebensunterhalt der Kläger einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes nicht durch legale Erwerbstätigkeit ohne zusätzliche Mittel der Sozialhilfe gesichert ist. Am Vorliegen dieser weiteren Integrationsvoraussetzung (vgl. dazu Ziffer II.3.2 a des IMK-Beschlusses) fehlt es deshalb, weil die Kläger zu dem insoweit maßgeblichen Stichtag des 19.11.1999 ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch Sozialhilfe bestritten haben und sich hieran auch bis zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung nichts geändert hat. Diesbezüglich ist auf die bei den Ausländerakten befindlichen Mitteilungen und Bescheide des Sozialamtes über die Gewährung von Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz und dem Wohngeldgesetz sowie die Stellungnahme des in der mündlichen Verhandlung anwesenden Vertreters des Beklagten zu verweisen (vgl. dazu die Sitzungsniederschrift). Der Einzelrichter verkennt in diesem Zusammenhang nicht, dass die auf den 19.11.1999 bezogene Stichtagsregelung nicht zwangsläufig impliziert, dass das erforderliche eigene Einkommen bereits an diesem Tag erzielt worden sein muss. Nach der Handhabung in Hessen kann die Feststellung der Sicherung des Lebensunterhalts durch Ausübung einer legalen Erwerbstätigkeit vielmehr auch im Wege einer verlässlichen Prognose erfolgen. Dazu ist erforderlich, dass die Betroffenen eine ausreichend vergütete Arbeitsstelle in Aussicht haben. Wenn die Ausländer konkrete Angebote für Beschäftigungsverhältnisse nachweisen können, deren Zustandekommen bisher nur an kurzfristigen Duldungszeiträumen oder einer von der Arbeitsverwaltung verweigerten Arbeitserlaubnis gescheitert ist, wird zunächst eine auf sechs Monate befristete Aufenthaltsbefugnis gewährt, um die Voraussetzungen für den Abschluss von Arbeitsverträgen zu schaffen (vgl. Hess. VGH, Beschluss vom 08.10.2003 - 12 UZ 1378/02 - unter Darlegung der insoweit einschlägigen Erlasslage). Die Kläger haben jedoch bis zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung am 16.10.2003 nicht nachweisbar dargelegt, dass die mithin seitens der Ausländerbehörde zu treffende Prognose zu dem maßgeblichen Stichtag am 19.11.1999 möglich war. Sie haben insbesondere nichts dargetan und belegt, dass ihnen konkrete Angebote für Beschäftigungsverhältnisse bereits zum Stichtag am 19. November vorlagen, deren Zustandekommen lediglich an kurzfristigen Duldungszeiträumen und/oder an einer von der Arbeitsverwaltung verweigerten Arbeitserlaubnis gescheitert ist. Den insoweit maßgeblichen Zeitraum bis zum 19.11.1999 betrifft überhaupt nur eine der von den Klägern insgesamt vorgelegten sechs Arbeitsplatzzusagen, die vom 29.12.1999 datiert und in der der Inhaber eines türkischen Imbissbetriebes in Beverungen dem Kläger zu 1. bescheinigt, dessen Einstellung im letzten Jahr sei aufgrund fehlender Arbeitserlaubnis nicht möglich gewesen und es bestehe für den Fall der Erlangung einer Arbeitserlaubnis nach wie vor eine Beschäftigungsmöglichkeit. Es ist jedoch weder vorgetragen noch ersichtlich, dass sich der Kläger zu 1. im Zusammenhang mit dieser Beschäftigungszusage überhaupt einmal bei dem zuständigen Arbeitsamt um die Erlangung einer Arbeitserlaubnis bemüht hätte. Dem Verwaltungsvorgang lässt sich vielmehr entnehmen, dass der Kläger zu 1. lediglich einmal am 18.06.2001, also erst nach dem Stichtag, eine Arbeitsgenehmigung für eine Beschäftigung als Dönervorbereiter bei einer anderen Firma beantragt hat. Entsprechende Anträge für die Klägerin zu 2. und den - volljährigen - Kläger zu 3. wurden ganz offensichtlich zu keinem Zeitpunkt gestellt. In diesem Zusammenhang hat der Beklagte im Übrigen zutreffend darauf verwiesen, dass den Klägern die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit während des insoweit maßgeblichen Zeitraums auch nicht etwa durch Auflagenerteilung (Arbeitsverbot) im Rahmen der fortlaufend erteilten und jeweils verlängerten Duldungen verboten war. 38 Ohne dass es nach alledem noch darauf ankäme, sieht sich der Einzelrichter noch zu dem Hinweis veranlasst, dass es sich zumindest bei den im gerichtlichen Verfahren vorgelegten drei Bescheinigungen von Arbeitgebern - datierend vom 03.01., 10.01. bzw. 14.01.2003 - um bloße Gefälligkeitsbescheinigungen handeln dürfte, denen das ernsthafte Bemühen der Kläger zu 1. und 2. um eine geregelte Erwerbstätigkeit nicht entnommen werden kann. Die betreffenden Bescheinigungen (vgl. Bl. 34 ff. der Gerichtsakte) lassen nämlich nicht einmal Bescheinigungen (vgl. Bl. 34 ff. der Gerichtsakte) lassen nämlich nicht einmal erkennen, im Hinblick auf welche konkrete Tätigkeit den Klägern zu 1. und 2. ein Beschäftigungsverhältnis in Aussicht gestellt worden ist. Zudem fällt auf, dass die betreffenden Schreiben - obwohl von unterschiedlichen Arbeitgebern ausgestellt und unterzeichnet - nahezu inhaltsgleich formuliert und ganz offensichtlich auf die gleiche Art und Weise erstellt worden sind (jeweils identischer Schrifttyp). 39 Nach alledem war die Klage mit der Kostenfolge aus § 154 Abs. 1 VwGO abzuweisen. 40 Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit des Urteils hinsichtlich der Kosten beruht auf § 167 VwGO i. V. m. §§ 708 Nr. 11, 711 ZPO.
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Notebooks mit CPU-Fertigungsprozess: bis 14nm Preisvergleich Geizhals Deutschland Geizhals.de » Hardware » Notebooks » Notebooks mit CPU-Fertigungsprozess: bis 14nm Notebooks » Notebooks mit CPU-Fertigungsprozess: bis 14nm Acer (681) Aorus (13) Apple (599) ASUS (738) Captiva (22) Dell (402) Fujitsu (100) Getac (7) Gigabyte (39) Google (3) GPD (1) HP (1290) Huawei (7) Hyrican (1) Jumper (1) Lenovo (931) Medion (67) Microsoft (98) MSI (162) Nexoc (130) Odys (2) Ordissimo (3) Panasonic (16) PEAQ (1) PNY (4) Razer (47) Schenker (131) Toshiba (101) TrekStor (22) Tuxedo (3) VAIO (9) Wortmann (58) Xiaomi (1) Sonstige (1) Convertible Robust (89) Convertible (516) Ultrakompakt Profi (507) Ultrakompakt Profi Robust (52) Ultrakompakt Einsteiger (92) Kompakt Profi (284) Kompakt Einsteiger (735) Allround Einsteiger (210) Allround Profi (1441) Gaming Profi (611) Gaming Einsteiger (200) Grafik-Workstation (227) Desktop-Replacement (483) Robust (17) unbekannt (227) 7.x" (1) 11.x" (94) 12.x" (91) 13.x" (860) 14.x" (1124) 15.x" (2403) 16.x" (239) 17.x" (877) 18.x" (2) unter 10" (1) ab 11.1" (5690) ab 12" (5596) ab 12.5" (5542) ab 13" (5505) ab 13.9" (4665) ab 15" (3521) ab 16" (1118) ab 17" (879) ab 18" (2) bis 10.9" (1) bis 11.9" (95) bis 12.9" (186) bis 13.3" (921) bis 14.1" (2170) bis 15.4" (2320) bis 15.9" (4573) bis 16.9" (4812) bis 17.9" (5689) bis 18.9" (5691) 3:2 (116) 4:3 (4) 14:9 (8) 16:10 (636) 16:9 (4927) 1024x768 (4) 1280x720 (1) 1366x768 (237) 1366x912 (1) 1400x900 (8) 1440x900 (8) 1600x900 (133) 1920x1080 (4237) 1920x1200 (26) 2160x1440 (2) 2256x1504 (90) 2304x1440 (50) 2400x1600 (3) 2496x1664 (19) 2560x1440 (31) 2560x1600 (189) 2880x1620 (2) 2880x1800 (131) 3000x2000 (4) 3072x1920 (224) 3200x1800 (15) 3840x2160 (268) 3840x2400 (8) ab 1024x768 (5691) ab 1280x720 (5687) ab 1366x768 (5686) ab 1440x900 (5440) ab 1600x900 (5432) ab 1920x1080 (5299) ab 1920x1200 (1062) ab 2560x1440 (872) ab 2560x1600 (841) ab 2736x1824 (652) ab 2880x1800 (650) ab 3000x2000 (519) ab 3200x1800 (291) ab 3840x2160 (276) ab 3840x2400 (8) bis 1024x768 (4) bis 1280x720 (5) bis 1366x768 (242) bis 1400x1050 (251) bis 1440x900 (259) bis 1600x900 (392) bis 1920x1080 (4629) bis 1920x1200 (4655) bis 2560x1080 (4819) bis 2560x1440 (4850) bis 2560x1600 (5039) bis 2880x1800 (5172) bis 3000x2000 (5176) bis 3200x1800 (5415) bis 3840x2160 (5683) bis 3840x2400 (5691) 200cd/m² (88) 220cd/m² (677) 235cd/m² (4) 250cd/m² (607) 255cd/m² (2) 260cd/m² (1) 270cd/m² (7) 280cd/m² (3) 285cd/m² (2) 300cd/m² (656) 330cd/m² (7) 340cd/m² (20) 350cd/m² (4) 380cd/m² (3) 400cd/m² (237) 440cd/m² (10) 450cd/m² (12) 470cd/m² (17) 500cd/m² (523) 550cd/m² (1) 600cd/m² (3) 650cd/m² (6) 700cd/m² (30) 800cd/m² (7) 950cd/m² (21) 1000cd/m² (27) unbekannt (2716) ab 200cd/m² (2975) ab 250cd/m² (2206) ab 300cd/m² (1584) ab 350cd/m² (901) ab 400cd/m² (894) ab 450cd/m² (647) ab 500cd/m² (618) ab 550cd/m² (95) unbekannt (2716) bis 200cd/m² (88) bis 250cd/m² (1376) bis 300cd/m² (2047) bis 350cd/m² (2078) bis 400cd/m² (2318) bis 450cd/m² (2340) bis 500cd/m² (2880) bis 550cd/m² (2881) über 550cd/m² (94) unbekannt (2716) unter 100ppi (13) ab 100ppi (5678) ab 105ppi (5561) ab 110ppi (5431) ab 115ppi (5393) ab 120ppi (5388) ab 125ppi (5386) ab 130ppi (4681) ab 135ppi (4660) ab 140ppi (4574) ab 150ppi (2609) ab 200ppi (1037) ab 250ppi (296) ab 300ppi (78) glänzend (glare) (1787) matt (non-glare) (3904) Touchscreen (966) IPS (3757) IPS/IGZO (314) IPS/AHVA (14) IPS/LTPS (4) VA (18) TN (104) OLED (33) Digitizer (364) mit Blickschutz (71) 60Hz (5138) 75Hz (3) 120Hz (98) 144Hz (403) 240Hz (48) NVIDIA G-Sync (185) AMD FreeSync (15) Adaptive Sync (1) 60Hz (5138) 75Hz (3) 120Hz (98) 144Hz (403) 240Hz (48) 300Hz (1) ab 60Hz (5691) ab 75Hz (553) ab 120Hz (550) ab 144Hz (452) ab 240Hz (49) Intel (5173) AMD (518) Core i9 (281) Core i7 (2237) Core i5 (1892) Core i3 (324) Pentium Gold (80) Pentium Silver (100) Pentium (51) Celeron (163) Atom (5) Core m (25) Core M (1) Xeon E (9) Xeon E3 (5) N/A (AMD) (518) Core i-10000 (658) Core i-9000 (1007) Core i-8000 (2245) Core i-7000 (616) Core i-6000 (164) Core i-5000 (44) Pentium Gold G (2) Pentium Gold (78) Pentium Silver N (100) Pentium N (49) Pentium (2) Celeron N (152) Celeron (11) Xeon E-2000 (9) Xeon Ex-1000 v5 (5) Atom x7-Z (1) Atom x5-Z (4) Core m7 (3) Core m5 (4) Core m3 (18) Core M (1) N/A (AMD) (518) G (13) G1 (80) G4 (11) G7 (112) H (1251) HF (14) HK (201) HQ (161) K (30) M (14) T (5) U (2806) Y (61) ohne Suffix (414) N/A (AMD) (518) Ryzen 7 (133) Ryzen 5 (262) Ryzen 3 (108) Athlon (15) N/A (Intel) (5173) Ryzen 4000 (1) Ryzen 3000 (368) Ryzen 2000 (106) Ryzen 1000 (4) Ryzen PRO 3000 (11) Ryzen PRO 2000 (13) Athlon 300 (14) N/A (Intel) (5173) Athlon Silver 3000 (1) H (62) HS (1) U (450) ohne Suffix (5) N/A (Intel) (5173) 2 (Dual-Core) (1179) 4 (Quad-Core) (3186) 6 (Hexa-Core) (1093) 8 (Octa-Core) (233) ab 2 (Dual-Core) (5691) ab 4 (Quad-Core) (4512) ab 6 (Hexa-Core) (1326) ab 8 (Octa-Core) (233) ab 2 (5691) ab 4 (5570) ab 6 (4251) ab 8 (4230) ab 12 (1292) ab 16 (220) unter 1GHz (1) ab 1GHz (5690) ab 1.25GHz (5262) ab 1.5GHz (5107) ab 1.75GHz (3871) ab 2GHz (3113) ab 2.2GHz (2678) ab 2.3GHz (2327) ab 2.4GHz (1811) ab 2.5GHz (1506) ab 2.6GHz (1230) ab 2.7GHz (440) ab 2.8GHz (319) ab 2.9GHz (164) ab 3GHz (76) ab 3.2GHz (58) ab 3.6GHz (38) ab 3.8GHz (1) ab 1.75GHz (5339) ab 2GHz (5335) ab 2.2GHz (5334) ab 2.4GHz (5326) ab 2.6GHz (5283) ab 2.8GHz (5063) ab 3GHz (5053) ab 3.2GHz (4821) ab 3.4GHz (4781) ab 3.6GHz (4137) ab 3.8GHz (3649) ab 4GHz (2790) ab 4.2GHz (1893) unbekannt (352) Amber Lake-Y (63) Apollo Lake (84) Braswell (24) Broadwell-H (1) Broadwell-U (46) Broadwell-Y (1) Cherry Trail (5) Coffee Lake-H (1462) Coffee Lake-R (31) Coffee Lake-S (39) Coffee Lake-U (105) Comet Lake-U (456) Gemini Lake (188) Gemini Lake Refresh (5) Ice Lake-U (203) Kaby Lake (41) Kaby Lake-G (13) Kaby Lake-H (146) Kaby Lake-R (606) Kaby Lake-S (4) Kaby Lake-U (446) Kaby Lake-Y (56) Skylake-H (32) Skylake-U (137) Skylake-Y (10) Whiskey Lake-U (969) N/A (AMD) (518) Picasso (394) Raven Ridge (106) Raven Ridge PRO (13) Renoir (1) Summit Ridge (4) N/A (Intel) (5173) unter 5W (71) ab 5W (5620) ab 15W (5255) ab 25W (1865) ab 35W (1795) ab 40W (1727) ab 50W (86) bis 5W (84) bis 10W (436) bis 15W (3826) bis 30W (3896) bis 35W (3964) bis 50W (5605) über 50W (86) bis 7nm (1) bis 10nm (204) bis 14nm (5691) Alle ab 2GB (5689) ab 4GB (5685) ab 6GB (5281) ab 8GB (5278) ab 16GB (2264) ab 32GB (495) ab 64GB (97) unbekannt (2) DDR3 (73) DDR3L (216) DDR4 (4616) DDR4 ECC (8) LPDDR3 (596) LPDDR4 (174) unbekannt (8) ab 1 (3444) ab 2 (2472) ab 4 (153) unbekannt (2247) unter 0 (1) ab 0 (3152) ab 1 (1389) ab 2 (140) ab 3 (40) unbekannt (2538) 8GB (155) 12GB (397) 16GB (611) 18GB (1) 20GB (59) 24GB (31) 32GB (1162) 40GB (14) 48GB (18) 64GB (377) 128GB (63) nicht erfasst (2803) 1600MHz (34) 1866MHz (114) 2133MHz (747) 2400MHz (1912) 2666MHz (1385) 3200MHz (15) 3733MHz (8) unbekannt (1476) ab 1600MHz (4215) ab 1866MHz (4181) ab 2133MHz (4067) ab 2400MHz (3320) ab 2666MHz (1408) ab 3200MHz (23) ab 3733MHz (8) unbekannt (1476) bis 1600MHz (34) bis 1866MHz (148) bis 2133MHz (895) bis 2400MHz (2807) bis 2666MHz (4192) bis 3200MHz (4207) bis 3733MHz (4215) unbekannt (1476) SSD (5296) M.2 (4730) SSD 2.5" (586) HDD (1019) SSHD (15) Flash (181) ab 250GB (1034) ab 500GB (1033) ab 1TB (982) ab 2TB (42) unbekannt (4657) unter 30GB (18) ab 30GB (5278) ab 120GB (5277) ab 240GB (4834) ab 480GB (2854) ab 960GB (805) unbekannt (395) ab 30GB (178) ab 60GB (134) ab 120GB (22) unbekannt (5513) 2.5" (61) M.2 SATA (656) M.2 PCIe (4044) M.2 unbekannt (27) unbekannt (501) 2280 (1268) 2260 (3) 2242 (184) Blu-ray (BD-R/RE) (4) Blu-ray (BD-ROM) (3) DVD+/-RW (577) ohne (5094) unbekannt (13) microSD (1072) SD-Card (UHS-III) (9) SD-Card (UHS-II) (182) SD-Card (2919) RSMMC (132) MMC (939) xD-Picture Card (2) Memory Stick PRO (1) Memory Stick (1) dedizierte Grafik (2401) dedizierte Grafik mit SLI (3) integrierte Grafik (IGP) (3287) AMD (930) Intel (2865) NVIDIA (1896) AMD RDNA 1.0 (226) AMD GCN 5 (30) AMD GCN 4 (199) AMD GCN 1 (53) NVIDIA Turing (871) NVIDIA Pascal (853) NVIDIA Maxwell 2.0 (12) NVIDIA Maxwell 1.0 (158) NVIDIA Kepler 2.0 (1) unbekannt (3288) Iris Plus Graphics (252) UHD Graphics (1875) HD Graphics 6xx (450) HD Graphics 5xx (216) HD Graphics P5xx (1) Iris Graphics 5xx (1) HD Graphics 6xxx (8) HD Graphics 4xx (25) HD Graphics 5xxx (31) HD Graphics (6) Radeon RX Vega 10 (96) Radeon Vega 8 (203) Radeon Vega 6 (26) Radeon Vega 3 (94) dediziert (2404) Radeon Vega 9 (3) RTX 2080 (46) RTX 2070 (103) GTX 1660 Ti (114) GTX 1660 Ti Max-Q (32) RTX 2060 (158) GTX 1080 (9) GTX 1080 Max-Q (1) GTX 1070 (30) GTX 1070 Max-Q (11) GTX 1060 (88) GTX 1060 Max-Q (7) GTX 1050 Ti (90) GTX 1050 Ti Max-Q (15) GTX 1050 (140) GTX 1050 Max-Q (12) MX250 (173) MX150 (113) MX230 (52) GTX 980M (4) GTX 970M (2) GTX 960M (3) GTX 950M (6) MX130 (57) 940MX (24) 940M (9) MX110 (18) 930MX (17) 930M (1) 920MX (1) 920M (1) GTX 1650 (196) GTX 1650 Max-Q (28) Quadro RTX 5000 (12) Quadro RTX 4000 (8) Quadro RTX 3000 (16) Quadro RTX 5000 Max-Q (1) Quadro T2000 (21) Quadro RTX 3000 Max-Q (3) Quadro T2000 Max-Q (2) Quadro T1000 (23) Quadro P5200 (2) Quadro P4200 (2) Quadro P3200 (10) Quadro P4000 Max-Q (1) Quadro P3000 (3) Quadro P2000 (29) Quadro P1000 (31) Quadro P620 (9) Quadro P600 (11) Quadro P500 (3) Quadro P520 (11) Quadro M5000M (1) Quadro M2200 (4) Quadro M3000M (1) Quadro M1200 (5) Quadro M2000M (5) Quadro M1000M (7) Quadro M620 (2) Quadro M520 (1) Quadro M500M (1) Quadro K620M (1) Sonstige (3287) RTX 2080 Max-Q (41) RTX 2070 Max-Q (67) MX350 (1) keine NVIDIA GPU (508) RX 5500M (2) Pro 5500M (164) Pro 5300M (60) RX 580 (4) RX 560X (21) RX Vega M GL (Onboard) (13) Pro Vega 20 (13) Pro 560X (62) Pro 560 (3) Pro Vega 16 (4) RX 550X (5) RX 550 (2) RX 560 (4) Pro 555X (47) Pro 555 (2) RX 540 (2) R9 M365X (1) 540X (13) 540 (2) RX 640 (2) Pro WX 3200 (15) R5 M255 (1) R5 M430 (4) 520 (12) 535 (7) 530X (1) 530 (23) R7 M260X (1) Pro WX 3100 (13) Pro WX 2100 (4) Sonstige (3287) FirePro M4170 (1) keine AMD GPU (1896) Pro 5500M (164) Pro 5300M (60) RX 5500M (2) Pro WX 3200 (15) GTX 1660 Ti Max-Q (32) GTX 1660 Ti (114) GTX 1650 Max-Q (28) GTX 1650 (196) MX250 (173) RTX 2080 Max-Q (41) RTX 2080 (46) RTX 2070 Max-Q (67) RTX 2070 (103) RTX 2060 (158) MX230 (52) Pro Vega 20 (13) Pro Vega 16 (4) Pro 560X (62) Pro 555X (47) RX 640 (2) RX 560X (21) RX 550X (5) 540X (13) RX Vega M GL (Onboard) (13) GTX 1050 Ti Max-Q (15) MX110 (18) 540 (2) MX130 (57) RX 550 (2) GTX 1080 Max-Q (1) GTX 1070 Max-Q (11) GTX 1060 Max-Q (7) 520 (12) Pro 555 (2) MX150 (113) RX 580 (4) RX 540 (2) Pro 560 (3) 535 (7) 530X (1) 530 (23) GTX 1050 Ti (90) GTX 1050 Max-Q (12) GTX 1050 (140) RX 560 (4) GTX 1080 (9) GTX 1070 (30) GTX 1060 (88) R5 M430 (4) 930MX (17) 920MX (1) 940MX (24) R9 M365X (1) GTX 950M (6) GTX 960M (3) 940M (9) 930M (1) 920M (1) R5 M255 (1) GTX 980M (4) GTX 970M (2) R7 M260X (1) T2000 Max-Q (2) T2000 (21) T1000 (23) RTX 5000 Max-Q (1) RTX 5000 (12) RTX 4000 (8) RTX 3000 Max-Q (3) RTX 3000 (16) P520 (11) P620 (9) P5200 (2) P4200 (2) P3200 (10) P500 (3) P600 (11) P2000 (29) P1000 (31) P4000 Max-Q (1) P3000 (3) M620 (2) M520 (1) M2200 (4) M1200 (5) M500M (1) M2000M (5) M5000M (1) M3000M (1) M1000M (7) K620M (1) M4170 (1) Pro WX 3100 (13) Pro WX 2100 (4) MX350 (1) unbekannt (3287) unter 256MB (3287) ab 1GB (2400) ab 2GB (2395) ab 3GB (1803) ab 4GB (1764) ab 6GB (844) ab 8GB (418) ab 16GB (15) unbekannt (4) bis 15W (1037) bis 20W (1069) bis 25W (1162) bis 30W (1309) bis 35W (1320) bis 40W (1338) bis 45W (1343) bis 50W (1481) bis 55W (1494) bis 60W (1518) bis 65W (1569) bis 75W (1965) bis 80W (2077) bis 100W (2106) bis 120W (2167) bis 150W (2170) über 150W (9) unbekannt (3512) USB-C 3.2 mit DisplayPort 1.4 (11) USB-C 3.1 mit DisplayPort 1.4 (403) USB-C 3.0 mit DisplayPort 1.2 (751) USB-C Ladeanschluss (1331) USB-C 3.1 (373) USB-A 3.1 (513) USB-C 3.0 (1798) USB-A 3.0 (4744) USB-A 2.0 (2009) seriell (15) Thunderbolt 3 (1841) Thunderbolt 2 (8) 2x Mini DisplayPort (137) 1x Mini DisplayPort (799) Mini DisplayPort 1.4 (256) Mini DisplayPort 1.2 (198) Mini DisplayPort (799) 1x DisplayPort (95) DisplayPort 1.4 (2) DisplayPort 1.2 (13) DisplayPort (126) 1x HDMI (4485) HDMI 2.0 (851) HDMI (4485) Mini HDMI (22) Micro HDMI (32) VGA (468) 10Gb LAN (1) Gb LAN (2952) LAN (107) Klinke (2629) SmartCard (518) ExpressCard (12) PCMCIA (2) Lenovo Ethernet Extension Gen1 (43) Lenovo Ethernet Extension Gen2 (25) ab 1x (5691) ab 2x (5598) ab 3x (5196) ab 4x (2857) ab 5x (346) ab 6x (68) ab 7x (3) ab 1x (4973) ab 2x (4627) ab 3x (2694) ab 4x (206) ab 5x (12) ab 6x (3) unbekannt (718) ab 1x (4726) ab 2x (1547) ab 3x (533) ab 4x (433) unbekannt (965) ab 1x (2819) ab 2x (1241) ab 3x (512) ab 4x (433) unbekannt (2872) ab 1x (5126) ab 2x (4756) ab 3x (3505) ab 4x (1355) ab 5x (306) ab 6x (46) ab 7x (3) unbekannt (565) ab 1x (2490) ab 2x (1565) ab 3x (684) ab 4x (519) ab 5x (31) ab 6x (9) unbekannt (3201) ab 1x (5600) ab 2x (4935) ab 3x (3435) ab 4x (1352) ab 5x (135) ab 6x (17) ab 7x (3) unbekannt (91) ab 1x (2009) ab 2x (641) ab 3x (5) unbekannt (3682) ab 1x (1841) ab 2x (1007) ab 4x (425) unbekannt (3850) WLAN 802.11ax (Wi-Fi 6) (755) WLAN 802.11ac (Wi-Fi 5) (5557) WLAN 802.11n (Wi-Fi 4) (5687) WLAN 802.11g (Wi-Fi 3) (5687) WLAN 802.11b (Wi-Fi 2) (5687) Bluetooth 4.0 (656) Bluetooth 4.1 (701) Bluetooth 4.2 (1701) Bluetooth 4 (3058) Bluetooth 5.0 (2525) Bluetooth (5674) NFC (148) LTE (366) UMTS (366) GSM (366) Mini-SIM (1) Micro-SIM (34) Nano-SIM (149) ohne Mobilfunk (5325) GPS (3) GLONASS (1) Kompass (83) 0.3 Megapixel (532) 0.5 Megapixel (11) 0.9 Megapixel (3869) 1.0 Megapixel (757) 1.3 Megapixel (108) 2.0 Megapixel (318) 5.0 Megapixel (4) unbekannt (92) Windows 10 S 64bit (102) Windows 10 S (104) Windows 10 Pro 64bit (1649) Windows 10 Pro (1652) Windows 10 IoT Enterprise (27) Windows 10 IoT (27) Windows 10 Home (2622) Windows 10 (4405) Windows 7 Professional 64bit (63) Windows 7 Professional (63) Windows 7 (63) Windows 8.1 Pro 64bit (11) Windows 8.1 64bit (2) zusätzliche Lizenz für Windows 10 Pro 64bit (20) zusätzliche Lizenz für Windows 7 Professional 64bit (29) zusätzliche Lizenz für Windows 8.1 Pro 64bit (9) Chrome OS (105) FreeDOS (158) Linux (38) macOS (599) Thin Client (1) HP ThinPro (1) Windows (4424) kein Windows (1267) kein Betriebssystem (362) Endless OS (2) Ubuntu (1) 10 Home (12) 10 Home 32bit (1) 10 Home 64bit (2609) 10 IoT Enterprise (20) 10 IoT Enterprise 64bit (7) 10 Pro (3) 10 Pro 64bit (1627) 10 Pro 64bit (National Academic License) (2) 10 S (2) 10 S 64bit (102) 7 Professional 64bit (34) 8 Pro 64bit (1) 8.1 64bit (2) 8.1 Pro 64bit (2) Catalina (599) unbekannt (665) ab 7 (4424) ab 8 (4390) ab 8.1 (4389) ab 10 (4385) unbekannt (1267) Akku fest verbaut (5565) Akku abnehmbar (132) gleichzeitig fest verbauten und abnehmbaren Akku (27) ohne abnehmbaren Akku (5559) ohne fest verbauten Akku (126) ab 2h (4012) ab 4h (3949) ab 5h (3896) ab 6h (3675) ab 7h (3403) ab 8h (3112) ab 9h (2761) ab 10h (2457) ab 11h (1685) ab 12h (1143) ab 13h (824) ab 14h (585) ab 15h (352) ab 17h (183) ab 20h (31) ab 24h (7) unbekannt (1679) ab 20Wh (5124) ab 30Wh (5118) ab 35Wh (4864) ab 40Wh (4448) ab 45Wh (3730) ab 50Wh (2788) ab 55Wh (1833) ab 60Wh (1372) ab 65Wh (1077) ab 70Wh (965) ab 75Wh (809) ab 80Wh (736) ab 85Wh (480) ab 90Wh (466) ab 95Wh (336) ab 100Wh (228) unbekannt (567) ab 2 Zellen (3900) ab 3 Zellen (3424) ab 4 Zellen (1757) ab 6 Zellen (487) ab 8 Zellen (103) ab 9 Zellen (11) unbekannt (1791) bis 1kg (119) bis 1.1kg (192) bis 1.2kg (378) bis 1.3kg (759) bis 1.4kg (1282) bis 1.5kg (1650) bis 1.6kg (1943) bis 1.7kg (2180) bis 1.8kg (2707) bis 1.9kg (3203) bis 2kg (3751) bis 2.1kg (3994) bis 2.25kg (4312) bis 2.4kg (4603) bis 2.5kg (4870) bis 3kg (5482) bis 4kg (5638) bis 5kg (5678) über 5kg (1) unbekannt (12) Tastatur (5691) Touchpad (5691) Eingabestift (155) Maus (3) Rubber-Dome (5623) mechanische Schalter (39) mechanisch-optische Schalter (18) Schweiz (1) Deutschland (5486) Spanien (1) Europäische Union (US/int. Englisch mit €-Zeichen) (4) Frankreich (1) Italien (2) int. Englisch (nordic) (1) Norwegen (1) Polen (US/int. Englisch mit €-Zeichen) (28) Großbritannien und Nordirland (162) US/int. Englisch (4) RGB beleuchtet (574) blau beleuchtet (34) grün beleuchtet (82) rot beleuchtet (135) weiß beleuchtet (175) beleuchtet (3961) Nummernblock (2765) mechanische Schalter (39) Rubber-Dome (5623) spritzwassergeschützt (630) Pointing Stick (548) Anti-Ghosting/N-Key-Rollover (245) Funktionstasten für vereinfachte Bedienung (3) ausziehbar (8) Acer ProDock (2) Dell E-Port (1) Lenovo Pro Dock (24) Lenovo Ultra Dock (136) Lenovo OneLink (15) Microsoft SurfaceConnect (98) Cardreader (4061) Webcam (5665) Fingerprint-Reader (2450) Lichtsensor (507) Subwoofer (9) Beschleunigungssensor (330) Dockinganschluss (606) Eye-Tracking (7) Pop-Out-Webcam (4) Android-Apps-Unterstützung (3) Apple Touch Bar (465) Corning Gorilla Glass (81) GPS (3) Aluminium-Unibody (993) Magnesium-Gehäuse (15) Intel Design Collaboration (9) passiv (lüfterlos) (145) Intel RealSense (Windows Hello) (1) Alcantara-Handballenauflage (67) vPro (190) MIL-STD-810G zertifiziert (569) Slim Bezel (619) kompatibel mit NVMe-SSDs (3) eGPU (proprietär) (11) Multiplikator frei wählbar (14) EDU-Version (2) inkl. Win 7 Pro (29) inkl. Win 8.1 Pro (9) inkl. Win 10 Pro (20) Tastatur abnehmbar (2) Thin Client (28) Zweitdisplay (21) ECC-Unterstützung (15) ab 1 Jahr (5496) ab 2 Jahre (3181) ab 3 Jahre (648) unbekannt (195) schwarz (1580) weiß (64) grau (1219) rosa (19) rot (44) blau (204) braun (13) grün (17) silber (1153) gold (56) Abyss Blue (18) Abyss Grey (4) Alpine White (10) Aluminium (4) Anodized Matte Black (9) Anthrazit (9) Aqua Green (1) Ash Silver (24) Asteroid Silver (50) Black Paint (12) Black Weave (8) Brushed Black (2) Burgundy (7) Burgundy Red (2) Carbon Grey (14) Celestial Blue (14) Ceramic White (16) Chocolate Black (19) Cobalt Blue (17) Copper (2) Coral Crush (3) Dark Ash (42) Dark Ash Silver (30) Dark Blue (1) Dark Grey (6) Dark Orchid (2) Deep Dive Blue (18) Deep Space Black (4) Diamond Black (4) Diamond White (1) Dreamy White (3) Eclipse Black (8) Firmament Green (4) Fog Blue (3) Frost (4) Gaia Green (3) Galaxy Blue (6) Glacier Blue (2) Granite Black (18) Graphite Black (2) Graphite Gold (3) Gun Grey (2) Gun Metal (13) Gun Metal Grey (8) Icicle Gold (8) Icicle Silver (14) Indie Black (5) Iron Gray (11) Iron Grey (122) Jack Black (3) Jet Black (110) Light Grey (8) Light Silver (3) Liquid Blue (2) Lunar Light (6) Luxury Gold (2) Matte Black (19) Mercury White (3) Mica (7) Midnight Blue (2) Mineral Grey (38) Mineral Silver (56) Moss Green (9) Natural Silver (145) Nightfall Black (19) Obsidian Stone (1) Onyx Black (41) Onyx Blue (19) PPS (18) Pale Gold (5) Peacock Blue (2) Pearl White (7) Petal Pink (1) Platinum (65) Platinum Gray (8) Platinum Grey (127) Platinum Silver (45) Poseidon Blue (15) Punk Pink (2) Pure White (1) Quartz Grey (28) Reaper Black (3) Red Matter (14) Resolute Red (3) Rose Gold (6) Rose Pink (1) Rosegold (2) Royal Blue (55) Sakura Pink (2) Sand Pink (1) Sandstone (8) Sapphire Blue (1) Shadow Black (167) Silk Gold (1) Silver Blue (1) Silver Blue Metal (11) Silver Blue Yellow (7) Silver Gradient (6) Silver Grey Blue (3) Slab Grey (4) Slate Gray (8) Slate Grey (43) Smokey Brown (2) Smoky Grey (2) Snow White (2) Snowflake White (1) Space Gray (282) Space Grey (15) Spangle Silver (1) Sparkly Silver (11) Star Black (11) Star Grey (78) Star Grey-Red (7) Stealth Black (20) Steel Gray (14) Steel Grey (3) Titan Grey (16) Transparent Silver (76) Turbo Silver (13) Turquoise Grey (9) Twinkle Black (1) Urban Grey (5) Utopia Blue (20) Velvet Burgundy (1) Warm Grey (1) White Limited Edition (1) Woven Gun Metal (2) rosegold (1) unbekannt (3340) ab 2015 (5691) ab 2016 (5647) ab 2017 (5524) ab 2018 (4999) ab 2019 (3920) ab 2020 (448) 5691 Produkte
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Kaffee Archive – Dietrich Identity - Markenberatung, Strategie, Corporate Identity, München DID Team Warum DID DID Story DID Jobs Markenchecklisten Markenworkshops Lehrgang Branding Marke, Meinung, Wissensartikel Verriss einer zwielichtigen Marke – STARBUCKS Seien wir mal ehrlich, mit diesem Blog-Artikel werde ich mich bei Vielen nicht gerade beliebt machen. Aber darum geht es in diesem Fall nicht. Die mit dem Friedenspreis ausgezeichnete Carolin Emcke sprach letztens treffend in einem Podcast des… https://www.dietrichid.com/wp-content/uploads/2019/12/garbage-heap-354510_960_720.jpg 640 960 Johanna Schubert https://www.dietrichid.com/wp-content/uploads/2019/05/DID_Logo_rot_einzeln_283x142_150.jpg Johanna Schubert2019-12-04 09:22:082019-12-04 09:21:40Verriss einer zwielichtigen Marke – STARBUCKS © Copyright - Strategie, Corporate Identity, Markenberatung München - Dietrich Identity GmbH 2020 Marken und Corporate Identity Glossar Cookies selbst auswählen Wird von unserem Anti-Spam-System verwendet, um zu überprüfen, ob JavaScript im Browser verfügbar ist, um zu überprüfen, ob Cookies im Browser aktiviert sind, und um Datums- und Zeitdaten zu speichern sowie um Spam in Kommentaren und anderen Bereichen des Blogs zu minimieren. ct_*, apbct_*, abpct_* google-analytics.com, google-tagmanager.com, google.com, www.dietrichid.com Userlike LiveChat Bereitstellung der Live-Chat-Funktion auf der Website. Die nowendigen Scripte werden von Userlike-Servern geladen. amazonaws.com, api.userlike.com, dietrichid.com, userlike.com uslk_*, _uslk_* Browser-Session
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
[Nachverfolgungssystem für Kindesmissbrauch] | Übersetzung Slowakisch-Deutsch Deutsch-Slowakisch-Übersetzung für: [Nachverfolgungssystem für Kindesmissbrauch] Wörterbuch Slowakisch ↔ Deutsch: [Nachverfolgungssystem für Kindesmissbrauch] Unter folgender Adresse kannst du auf diese Übersetzung verlinken: https://desk.dict.cc/?s=%5BNachverfolgungssystem+f%C3%BCr+Kindesmissbrauch%5D
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Book Catalog: nut Nut: the goddess of life in text and iconography Uppsala. Dep. of Archaeology and Ancient History, Uppsala University. 2002. VIII, 490 S.. Uppsala studies in Egyptology; 5. ISBN 91-506-1653-6 Nutana bhaktamala: jisameòm 128 santa sadha mahatma aura bhaktoòm ki saçnkshipta jivaniyaòm tatha unake kucha bacana bani diye gaye haiòm Maheshwari, S. D. Agara. Santadasa Maheâsvari,. 1974.. 400 p., [1] leaf of plates. NÅutana chanda-parikramÅa Sena, Prabodhacandra 3. Aufl. KalakÅatÅa. ÅAnanda Publ.. 1993. 35, 323 S.. ISBN 81-7066576-0 Nutation and the earth's rotation: [symposium] held in Kiev, USSR, 23-28 May, 1977 Fedorov, E. P. ; Smith, M. L. ; Bender, P. L. Dordrecht, Holland ; . D. Reidel Pub. Co., ;. c1980.. xvi, 266 p.. Nutation, croissance et graviréaction des racines de maÉis Ney, Daniel 1981. getr. Zählung. DIE NUTATIONEN DER BLUETHENSTIELE DER PAPAVER-ARTEN UND DER SPROSSENDEN VON AMPELOPSIS QUINQUEFOLIA MICHX. VON MAX SCHOLTZ. BRESLAU: NISCHKOWSKY 1892. S.374-406. KARLSRUHE, HAB.-SCHR. 1891 AUS: COHN: BEITRAEGE ZUR BIOLOGIE DER PFLANZEN. 5. Scholtz, Max 1892. The nutbrowne maid: From the earliest Edition of Arnold's Chronicle London. Pickering. 1836. XVI, XXX, [3] Bl.. The nutbrown maid Anon, Cambridge [England]. Chadwyck-Healey,. 1992. THE NUTBROWN MAID. PHILIP LINDSAY TORONTO (U. A.). HARLEQUIN BOOKS. 1954. 287 S.. HARLEQUIN BOOKS. 280.. The nut-brown maids, or, The first hosier and his hosen: a family chronicle of the days of Queen Elizabeth. London. J.W. Parker and son,. 1859.. vi, 408 p.. Nutbush city limits Turner, Ike. ; Turner, Tina. Los Angeles. United Artists,. p1973.. 1 sound disc. <<Des>> hocherleuchteten Gottsgelehrten Herrn Johann Arndts, weyland General-Superintendenten des Fürstenthums Lüneburg, etc. Samtliche sechs geistreiche Bücher vom wahren Christenthum: das ist von heilsamer Busse, herzlicher Reue und Leid über die Sünde, wahrem Glauben, auch heil. Leben und Wandel der rechten und wahren Christen Arndt, Johann ; Ozawa, Seiji ¬[Dirigent/in]¬ Zürich . in Bürcklischer Truckerey getruckt. 1746. [10] Bl., 1352 S.. Elektronik im Kraftfahrzeug: Tagung Baden-Baden, 25. und 26. September 2003 Nichtred. Ms.-Dr.. Düsseldorf. VDI-Verl.. 2003. 1226 S. : Ill., graph. Darst.. VDI-Berichte ; 1789. ISBN 3-18-091789-X Marz, Fritz ; Arnold, Rolf ; Reischmann, Jost ; Petipa, Marius ; Malachov, Vladimir ; Saidakova, Nadja ; Matz, Oliver ; Barenboim, Daniel ; Spinatelli, Luisa 1. Aufl.. Stuttgart. Klett. 1978. 230 S.. Anmerkungen und Argumente zur historischen und politischen Bildung ; 21. ISBN 3-12-927560-6 London. Bodley Head. 1984. 102 S.. ISBN 0-370-30840-9 New Jersey. Paganiniana Publications. 1985. 112 S.. ISBN 0-86622-325-8 Hoffmann, Ernst T. A. ; Innocenti, Roberto [Ill.] 1. ed. Mankato, Minn.. Creative Ed. [u.a.]. 1996. 135 S.. ISBN 0-15-100227-4 Nutcracker: money, madness, murder ; a family album Garden City, NY. Doubleday. 1985. 444 S.. ISBN 0-385-19268-1 : $17.95 Cajkovskij, Pëtr I. ; Mackerras, Charles Cleveland, Ohio. Telarc. 1986. 2 Compact-Discs + 1 Begleith.. Nutcracker: highlights ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Halász, Michael S.l.. Pacific Music Co.. 1988. 1 Compact-Disc : digital, audio + 1 Beil.. Nutcracker: suite no. 1 : op. 71a Cajkovskij, Pëtr Ilic Detroit, Mich.. Luck's Music Library,. [199-?]. 1 part. (109 s.) +. Nutcracker Hoffmann, E. T. A. ; Plummer, Christopher. ; Thomas, Michael Tilson, ; Tchaikovsky, Peter Ilich, New York, N.Y.. Caedmon,. p1985.. 3 sound discs (145 min.). Nutcracker--: the musical : a 2-act play : based on E.T.A. Hoffman[n]'s "The Nutcracker and Mouse King" : music adapted from Peter Illytch Tchaikovsky's "Nutcracker suite" Larrivey, Wayne. ; Meyer, Debbie. ; Hoffmann, E. T. A. ; Tchaikovsky, Peter Ilich, Schulenburg, TX. I.E. Clark,. c1996.. vi, 26 p.. Nutcracker: an intelligent channel spacer. Xiong, Xiao-Ming. Berkeley. Electronics Research Laboratory, College of Engineering, University of California,. [1986]. 14 p.. Nutcracker!: [DVD Video] ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Bourne, Matthew ¬[Choreogr.]¬ ; Duncan, Martin ¬[Lit. Vorl.]¬ ; MacGibbon, Ross ¬[Regie]¬ ; Flind, Simon ¬[Prod.]¬ ; Ambler, Scott ¬[Tänzer/in]¬ ; Piercy, Emily ¬[Tänzer/in]¬ ; Curtin, Saranne ¬[Tänzer/in]¬ ; Wardrop, Ewan ¬[Tänzer/in]¬ ; Murfitt, Etta ¬[Tänzer/in]¬ ; Vincent, Alan ¬[Tänzer/in]¬ [S.l.]. Warner Music Germany. [ca. 2004]. 1 DVD (ca. 88 Min.). _The_ Nutcracker: The Sleeping Beauty Hamburg. Deutsche Grammophon. 1992. 2 CD½s : DDD. _The_ Nutcracker: a pop-up book London. Orchard Books. 1986. 5 Bl. : Ill.. ISBN 84-7075-350-9 ¬The¬ nutcracker: The story of the New York City Ballet's production told in pictures. Introd. by Lincoln Kirstein. Ed. by Nancy Lassalle New York. Dodd, Mead & Co.. 1975. 63 S.: überw.Ill.. ¬[Video¬] The Nutcracker [o. O.]. Warner. c 1989. 1 Video. 69,95 The nutcracker: Suite from the ballet ; op. 71a Cajkovskij, Pëtr I. [Taschenpartitur]. London [u.a.]. Eulenburg. [circa 1985]. II, 146 S.. The nutcracker Hoffmann, Ernst T. A. ; Bell, Anthea ; Zwerger, Lisbeth London. North-South Books. 1994. [24] S.. ISBN 1-558-58286-X ¬The¬ nutcracker [S.l.]. Universal Music. [ca. 2004]. ¬The¬ magic of Russian ballet. ¬The¬ nutcracker: fairy ballet in two acts ; op. 71 ; [CD] ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Svetlanov, Evgenij F. ¬[Dirigent/in]¬ Hamburg [u.a.]. BMG Ariola. c 1993. 2 CDs. The nutcracker Hoffmann, Ernst T. A. ; Clement-Davies, David ; Mayhew, James London [u.a.]. Dorling Kindersley. 1999. 64 S.. A Dorling Kindersley book. ISBN 0-7513-7177-7 London. Little books. 1992. [24] S.. Picture Book Studio ; 23. ISBN 1-85618-023-9 (: £ 3.99) Kidd, Ronald ; Reinert, Rick ; Hoffmann, Ernst T. A. Nasville, Tenn.. Ideals Publ.. 1985. [22] Bl.. ISBN 0-8249-8095-6 ¬The¬ nutcracker: Gesamtaufnahme ; [CD] ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Ozawa, Seiji ¬[Dirigent/in]¬ Hamburg. Polygram. [1992]. 2 CDs. The nutcracker: based on the classic story by E.T.A. Hoffnung Hoffmann, Ernst T. A. ; Paschkis, Julie San Francisco. Chronicle Books. 2001. [16] Bl.. ISBN 0-8118-2962-6 Helborough, Emma. ; Luraschi, Anna. London. Usborne,. 2004.. 48 p.. The Nutcracker: storybook set, Advent calendar Packard, Mary. ; Brooks, Nan, New York. Workman Pub.,. c1993.. 1 v. (unpaged). The nutcracker Petiéska, Eduard. ; Berková, Dagmar. ; Hoffmann, E. T. A. New York. F. Watts,. c1968.. 62 p.. The Nutcracker: a story & a ballet Switzer, Ellen Eichenwald ; Caras, Steven ; Costas New York. Atheneum,. 1985.. 101 p.. The nutcracker: complete ballet, op. 71 Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Hoffmann, E. T. A. ; Previn, André, [London]. EMI,. p1986. 2 sound discs (88 min.). The nutcracker: complete ballet in full score Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Petipa, Marius, ; Vsevolozhski\012D, I. A. ; Hoffmann, E. T. A. ; Dumas, Alexandre, Mineola, N.Y.. Dover,. 2004.. 1 score (511 p.) ;. The nutcracker: suite from the ballett op. 71a = Der Nußknacker = Casse-noisette London [u.a.]. Eulenburg,. [1997?].. 146, [2] S.. The Nutcracker: the story based on the ballet New York. Random House,. c1983.. 2 v.. ¬The¬ nutcracker: suite from the ballett op. 71a [Studienpartitur]. London [u.a.]. Eulenburg. 1997. 146, [2] S.. ¬The¬ nutcracker: [Video] ÏCajkovskij, Pëtr I. ¬[Komp.]¬ ; Nureev, Rudol'f G. ¬[Sonst.]¬ ; Maurin, Elisabeth ; Hilaire, Laurent ¬[Tänzer/in]¬ ; Quéval, Michel ¬[Dirigent/in]¬ Hamburg. Teldec. 1991. 1 Videokass. (90 Min.). Hoffmann, Ernst T. A. ; Manheim, Ralph ; Send. 207 p. ;. ^the^ Nutcracker : Gesamtausg. / Philhar- Monia Orchestra. Dirigent: Michael Til- Son. - Frankfurt : Cbs, 1985. - 2 cd. 48,00 The nut-cracker, and every nut a sound kernel; or, A new budget without a single tax.: Containing original jokes, smart repartees, sprightly wit ... Tickle, Timothy, London. T. Hughes,. 1804.. xii, 168 p.. The nutcracker and The golden pot New York. Dover Publ.. 1993. IV, 123 S.. Dover thrift editions. ISBN 0-486-27806-9 : $1.00 ¬The¬ Nutcracker Ballet: a Christmas fantasy and its history London. Faber and Faber. 1958. 52 S.. Nutcracker fantasy United States. Sanrio Film,. 1979; . 1 videocassette of 1 (Beta). "Nutcracker" nation Fisher New Haven . Yale University Press. 2003. xix, 230 s.. 'Nutcracker' nation: how an Old World ballet became a Christmas tradition in the New World Fisher, Jennifer. New Haven, Conn. ; . Yale University Press,. 2003.. 256 p.. ¬The¬ nutcracker, op. 71 ÏCajkovskij, Petr I. ; McCarthy, John ¬[Choreinstud.]¬ ; Dorati, Antal ¬[Dir.]¬ Berlin. Universal Music. P 2005. 2 CDs. The nutcracker, op. 71: excerpts from the ballet Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Prokofiev, Sergey, ; Mravinsky, Yevgeny, Russia. Melodiya ;. [c1995]. 1 sound disc (ca. 60 min.). ¬The¬ nutcracker, op. 71 a: suite from the ballet op. 71 ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Argerich, Martha ¬[Klavier]¬ ; Economou, Nicolas ¬[Klavier u. a.]¬ 1994. NuTCRACKER opens Windows to UNIX software Fairfax, Va.. DataFocus Inc.,. c1994-. v. <1-3 >. ¬The¬ nutcracker or Petter and Lotta's christmas: ballet in 2 acts ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Wallin, Gunilla ¬[Regie]¬ ; Lindqvist, Marie ¬[Tänzer]¬ ; Nordström, Anders ¬[Tänzer]¬ ; Isberg, Pär ¬[Choreogr.]¬ ; Salavatov, Renat ¬[Dir.]¬ ; Rosén, Jens ¬[Tänzer]¬ ; Kastrinos, Alexandra ¬[Tänzer]¬ ; Carlsson, Weit ¬[Tänzer]¬ ; Stålhammar, Charlotte ¬[Tänzer]¬ ; Perback-Lindgren, Helene ¬[Tänzer]¬ Ratingen. TDK. c 2004. 1 DVD-Video (PAL, Region code 0 (worldwide), 95 Min.), digital, stereo : farb., Dolby digital ; 12 cm + Beih.. The nutcracker ; Serenade for strings Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Dorati, Antal. ; Tchaikovsky, Peter Ilich, New York. Mercury. p1991. 2 sound discs. Nutcracker suite: woodwind/clarinet quartet with optional rhythm section ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Mays, Bill ¬[Bearb.]¬ [Rottenburg]. Advance Music. 1995. Nutcracker Suite ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Harvey, Roger [Partitur und Stimmen]. Duton Hill. Brassworks. 1998. 28 S.. Nutcracker suite in full score. New York. Dover. 1987. 117 S.. ISBN 0-486-25379-1 Nutcracker Suite: music from the ballet ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Bantock, Granville [Klavierauszug]. London. Novello. 2001. 32 S.. ISBN 0-85360-436-3 ÏCajkovskij, Pëtr I. ; Allen, Michael W. [Partitur, Stimmen]. Awada, Col.. Allen. 1997. 60 S ; Spiralheftung. Boulder brass series. Nutcracker suite: opus 71a Tchaikovsky, Peter Ilich, [United States?]. Music Appreciation Records,. [1941]. 3 sound discs. Nutcracker suite,: op.71 (i.e. op.71a) Tchaikovsky, Peter Ilich, New York, . E.F. Kalmus,. c1932.. miniature score (146p.). Nutcracker Suite: saxophone quartet (SATB) with optional rhythm section Tchaikovsky, Peter Ilyich ; Mays, Bill [Rottenburg]. Advance Music,. [ca. 1995].. Nutcracker suite Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Grieg, Edvard, ; Waring, Fred, [New York, N.Y.]. Decca,. [1954?]. 1 sound disc. _The_ Nutcracker Suite Plymouth. Metacom. ¬The¬ nutcracker suite: opus 71a ÏCajkovskij, Petr I. ; Langer, Eduard ; Hinson, Maurice [Partitur]. Van Nuys, CA. Alfred. c 1991. 80 S. : Ill.. The Nutcracker suite San Diego, Calif.. Kjos West. 1980. 23 S.. ISBN 0-8497-5068-7 : DM 15.40 The nutcracker suite: op. 71a Cajkovskij, Pëtr Ilic ; Langer, Eduard ; Hinson, Maurice Van Nuys. Alfred publ.,. cop. 1991. 79 s.. The Nutcracker suite,: from Walt Disney's Fantasia; Tchaikovsky, Peter Ilich, ; Stark, Frederick. Boston. Little, Brown and company,. 1940.. [72] p.. Nut-cracking behavior of wild chimpanzees 1983. S. 160-170, 415-440 : Ill., graph. Darst.. Nuteater: dokument från och analys av 70-talets gruppteater 1 Aufl.. Stockholm. Rabén & Sjögren. 1976. 286 s.. ISBN 91-29-46357-2 Nuteeriat: nut trees, the expanding earth, Rottnest Island, and all that ... Subiaco. Cornucopia Pr.. 1989. 200 S.. ISBN 0-9593205-4-7 The NUTEK competence centres programme: second, mid-term, international evaluation : group 1 (7 centres) March 2000 Baras, John S. Stockholm. NUTEK,. 2000. Ca 60 s.. The NUTEK ethanol development programme: international evaluation May 1997 Dalgaard Mikkelsen, John ; Saddler, John N. ; Wallis, Adrian Stockholm. NUTEK,. 1997. 42, [6] s.. Nutella: un mito italiano 1. ed. Milano. Rizzoli. 2004. 251 S.. ISBN 88-17-00189-9 : 15.00 EUR 19.80. ISBN 3-89755-494-1 Nut failure puzzles Alaska Airline probe p. 52-53. Nut fruits for the Himalayas Dewan, M. L. ; Nautiyal, M. C. ; Sah, V. K. New Delhi. Concept Pub. Co. 1992. 184 p.. Concept's discovering Himalayas series ; 2. ISBN 81-7022399-7 : Rs225.00 Brentwood, TN. Forefront Communications Group ;. c1990.. 1 sound disc. The nuthatches Matthysen, Erik ; Quinn, David London. T. & A. D. Poyser. 1998. xix,315p. ISBN 0-85661-101-8 The nuthatch tree London [u.a.]. Hodder and Stoughton. 1981. 312 S.. ISBN 0-340-26246-X New York [u.a.]. Columbia Univ. Press. 2005. XIII, 251 S.. Popular cultures, everyday lives. ISBN 0-231-12408-2 Nutida kinesiskt m¯ler Hájek, Lubor ; Rychterová, Eva ; Hoffmeister, Adolf Stockholm. Bokkonsum,. [1961] ; . [3], 170, [2] s.. Nutida konst. Gästrikland, Hälsingland.: Utg. av Gävleborgs lñs konstförening. Förord av R. Sandler. Text av Ph. Humbla Humbla, Knut Philibert Gävle, . 1943.. Nutida kyrklig textil: Anna-Lisa Odelqvist-Kruse Örtegren, Gerd, ; Baumann, Arne, ; Carlsson, Curt Stockholm. Libraria. 1984 ; . 32 s.. Nutida samhällsproblem: Sandlers tal i Lund den 2 okt. 1925 Sandler, Rickard Stockholm. Tidens Förlag. 1925. 27 S.. Nutida svenska romantiker: en antologi Stockholm. Askild & Kärnekull. 1972. 149 S.. ISBN 91-7008-180-8 Nutida svensk konstslöjd i bild 1931. Nutida svenskt talspråk: försök med nytt material, nya synpunkter, nya metoder. Till-lämpning här på verben 'vara' -va- och 'är' -e- med en individuellt stark begränsning Åkerlund, Walter Lund. Ekstrand. 1979. 11, 242 S.. ISBN 91-7408-045-8 Nutida Sverige: dess natur och kultur ; med 100 flygbilder och 8 konturkartor Ahlmann, Hans Wilhelmsson Stockholm. Natur och Kultur. 1934. 223 S.. Nutiden [S. L.] . [S. A.]. 4 s.. Nutiden forst¯s gennem fortiden. En analyse af Antonio Muñoz Molinas roman: El Jinete Polaco Prahl København . 2003. 1 bd.. Nutiden og Valdemar Sejr: slægtsforskning og Danmarks historie Blaabjerg, Anton 2. udg. [Nørresundby]. Slægten. 2000. 91 S.. ISBN 87-90331-13-3 Nutidens Ansvar og Forpligtelser overfor Døttrene af Arbeiderklassen og anden ubemidlet Stand Fibiger Kbh . 1889. 20 s.. Nutidens Ansvar og Forpligtelser overfor Døttrene af Arbejderklassen og anden ubemidlet Stand Fibiger ; Fideikommis Kbh . 1889. Nutidens arbetssätt. Geijerstam, Karl Johan af Stockholm, . 1888.. Nutidens arbetssætt Geijerstam, Karl af Stockholm , . 1888. 28 s.. Nutidens "Emil" ¯ker taxi: information till taxis chaufförer och skolreseplanerare ang. elever med neuropsykiatriska funktionshinder Lundkvist, Margareta, Källby. SEMEJ,. 2001. 21 s.. Nutidens Island i Tekst og Billeder Finsen ; Skúlason Rvk. . 1938. 96 s.. Nutidens Människoraser Lundman, Bertil Johannes Uppsala. A-B. Lundequistska Bokhandeln. 1946. 83 S.. Nutidens religieuse forvirring: bogen om Adler Kierkegaard, Søren ; Watkin, Julia København. Reitzel. 1984. 259 p.. Nutidens Retskrivningsordbog Zinglersen ; Møller Kbh . 1945. 102 s.. Nutidens träldom: En appell till kamp Caspersson, Ragnar Stockholm. Axel Holmström,. 1915. 26 s.. Nutidig dansk møbeldesign: en kortfattet illustreret beskrivelse [Ny udg.]. København. Nyt Nordisk Forl., Busck. 1990. 232 S.. ISBN 87-17-06121-0 Jung ; Boisen (Kbh.) . Gyldendal. (1966). 104 s.. Nutidsbetraktelser. Palm, A[ugust Theodor] Malmö, . 1890. Nutidshemmet: Den svenska familjens uppslagsbok. Red. av Ester Boëthius Stockholm, . 1941. Nutids- og fremtidskrav til multimediekvalifikationer Bøjesen Andersen ; Fagerberg 1997. 148 s.. Nutidssprog: Hos börn og voxne Kobenhavn. Gyldendal. 1916. 1 Portr.,311 S.. Nutidssvenska;: uppsatser i grammatik Johannisson, Ture Gustaf, Stockholm, . Almqvist & Wiksell. [1962]. 319 p.. Nutidssyltning - i fryser, glas og krukker Algreen [Kbh.] . Gyldendal. 1975. 104 s.. Nutient concentrations and their relations to the biotic integrity of wadeable streams in Wisconsin Reston, Va. U.S. Department of the Interior, U.S. Geological Survey. 2006. XIV, 139 S. : Ill., graph. Darst., Kt.. Professional paper. US Geological Survey ; 1722. ISBN 1-4113-0975-8 Nu til Maxim vi gaar Roman ; Mathiasen Kbh . 1944. 190 s.. NÆut'inamu sarang Mun, Sun-t'ae Seoul. YÆollimwÆon. 1997. ISBN 89-7063127-5 Nutirent requirements of domestic animals Washington. National Acad. of Sciences. NUTIS: numerical and textual information system Taylor, D.G. ; Strand, R.H. Washington . AEC. 1975. 143 p.. Nutka 1792: viaje a la Costa Noroeste de la América Septentrional por Juan Francisco de la Bodega y Quadra, del orden de Santiago, Capitán de Navío de la Real Armada y Comandante del Departamento de San Blas, en las fragatas de su mando Santa Gertrudis, Aránzazu, Princesa y Goleta Activa, año de 1792 Bodega y Cuadra, Juan de la, ; Palau Baquero, Mercedes. [Madrid]. Ministerio de Asuntos Exteriores de España, Dirección General de Relaciones Culturales y Científicas,. [1998]. v, 244 p.. Nu tñker Gustaf bada varje dag: Alcro Köksfärg ger en blank, smutsavvisande yta som t¯l fukt och är lätt att h¯lla ren Lövgren, Svante 1972. 1 affisch. Nut margarine recipes: for table and cooking Los Angeles, Calif.. Ralphs Grocery Co.,. [1926?]. [4] p. ;. Nutmeg and ginger: spicy ballads from Shakespeare's London Pickett, Philip. ; Wigthorp, William, ; Haussmann, Valentin, ; Farnaby, Giles, ; Brade, William, ; Dowland, John, [S.l.]. Philips,. p1999. 1 sound disc. Nutmeg cultivation and its sex-problem.: An agronomical and cytogenetical study of the dioecy in Myristica fragrans Houtt. and Myristica argentea Warb, Wageningen, . H. Veenman,. 1966.. 87 p., 6 p. of photos. with 2 fold.. home | index | prev | next
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
sta2:"Neuerscheinungen" ~bereich:"HERT.Romane Männer" ~bereich:"HERT.G - Kunst" Praxisbuch für Künstler : Materialien, Techniken, Stile by Mercurio, Gianni [Hrsg.] Call number: bG 4 Call number: gGd by Krigar, André Other: Neuerscheinungen Area: Romane Männer OR Area: G - Kunst Herten 13 see all ... Hauptstelle Herten 13 see all ... Sachbuch 12 Roman 1 see all ... Bennett, Jackie 1 Büttner, Nils 1 Delâge, Desirée 1 Hamm, Jack 1 Hodge, Susie 1 Honnef, Klaus 1 more ... Koldehoff, Stefan 1 Krabbe, Wiebke [Übers.] 1 Krigar, André 1 Mercurio, Gianni 1 Mora, Terézia 1 N'Diaye, Tabara 1 Pasquay, Sarah [Übers.] 1 Schmitz, Dietmar 1 Schulz, Isabel 1 Schwitters, Kurt [Ill.] 1 Smith, Ray 1 Timm, Tobias 1 Wellmann, Beate [Übers.] 1 Wincer, Penny [Ill.] 1 see all ... less ... Jugendbücherei 417 KL: Erzählungen 279 Onleihe (siehe Link) 232 Romane A - Z 199 Sommerleseclub 2020 139 KL: Bilderbücher 134 CD: Kinder 108 Reisen 100 B + C - Geografie, Reise 88 Spannung 84 RO: Krimi+Spann 78 Bestseller 78 RO: Regal 71 X - Medizin 66 KL: JugendErzähl 60 RO: Ständer 54 KL: Sachbücher 50 Bestseller 47 Romane Krimis 42 Kreativ 40 CD: Hörbücher 39 W - Garten, Kochen, Handarbeiten, Haustiere 39 Young Corner 36 U - Technik 33 KL: Leseanfänger 31 Reisen 31 O - Pädagogik 26 Hauswirtschaft 25 RO: Bestseller 24 Spiele 24 Aktuell 24 EDV 23 N - Philosophie, Psychologie 23 Sonderbereich Hörbücher Spannung 21 S - Naturwissenschaften 20 Eltern & Kind 20 Gesundheit 20 CD: Musik 19 Sprachen 19 DVD: Sachfilme 18 DVD: Spielfilme 18 Essen & Trinken 18 Geschichte 18 Gesellschaft 18 Heimat 18 Medizin 18 Psychologie 18 Y - Sport, Spiele, Basteln 17 Historisches 17 Romane Liebe 15 Sonderbereich Spielfilme Blu-Ray 15 Q - Wirtschaft 14 Sonderbereich Musik-CDs 14 Comics 13 Pädagogik 13 Taschenbuch 13 SL: Bestseller 12 Wirtschaft 12 G - Kunst Sonderbereich Spielfilme DVD 12 Erdkunde 12 Naturwissenschaft 12 Skandinavische Krimis 12 DIY 11 Psychologie 11 Romane Thriller 11 Hobby 11 Sport 11 FC: Aufwachsen 10 Kochen 10 Romane Erotik 10 Romane Frauen 10 Ausbildung & Beruf 10 Basteln 10 EDV 10 FC: Lernen 9 KL: TeensSachbüc 9 R - Recht 9 Fit & schön 9 Kunst 8 6 - Romane im Großdruck 8 E + F - Geschichte 8 P - Gesellschaft, Staat, Politik 8 Bauen & Wohnen 8 Pädagogik 8 Recht 8 Soziologie 8 Tiere 8 Geschichte 7 Gladbeck & NRW 7 Romane Neuere Geschichte 7 Eltern 7 Landwirtschaft 7 Technik 7 Wirtschaft 7 Für Eltern 6 Technik 6 Romane Psychothriller 6 Sonderbereich Hörbücher Herz und Gefühle 6 Sonderbereich Software 6 Garten 6 Handarbeiten 6 Natur 6 Biologie 5 FC: Eltern werde 5 Gesellschaft 5 Haus & Garten 5 Medizin 5 Naturwissenschaf 5 Wellness&Fitness 5 H - Literatur, Sprache 5 Romane A-Z 5 Romane Familie 5 Romane Fantastisches 5 Sonderbereich Lernhilfen 5 Sonderbereich Ruhrgebiet 5 Biografie 5 DVD 5 Freundschaft 5 Haustiere 4 Hobby 4 Religionen 4 Farben / Formen 4 Lernhilfen 4 Science fiction 4 Älter werden 4 --- 3 ohne Angabe 3 Jobcenter 3 Jugendbücherei Mädchenratgeber 3 K + L - Musik, Theater, Tanz, Film 3 M - Religion 3 Romane Humor/Satire 3 Romane Mittelalter 3 Romane Politthriller 3 Allgemeines 3 Betriebswirtschaftslehre 3 Biologie 3 Erkennen / Einfache Handlung 3 Erkennen / Suchbilderbuch 3 Fantasy 3 Feste 3 Haustiere 3 Phantastisches 3 Politik 3 Religion 3 Schule 3 Lernort 2 KL: JuEr aus HST 2 KL: fremdsprachi 2 Mathematik 2 Musik/Film ... 2 Recht 2 Sachtaschenbuch 2 A - Biografien 2 Jugend Nahbereich 2 Romane Kindheit/Jugend 2 Romane Science Fiction 2 Sonderbereich Hörbücher Sonstiges 2 Angst 2 Erkennen / Sachgeschichte 2 Familie 2 Film & TV 2 Gefühle 2 Großdruck 2 Körper - Gesundheit 2 Mensch 2 Migration 2 Ostern 2 Sprache 2 Negativ 1 SLC 2012 1 Allgemeinwissen 1 Liebe&Sexualität 1 Philosophie 1 2 - Gedichte 1 Jugendbücherei Jungs 1 Jugendbücherei Ostern 1 Romane Abenteuer 1 Romane Biografisches 1 Romane Mystery 1 Romane Männer Romane Neuzeit 1 Romane Psychologisches 1 Sonderbereich Comic 1 Sonderbereich Hörbücher Fantasy 1 Sonderbereich Hörbücher Geschichte 1 Sonderbereich Älter werden 1 T - Mathematik 1 Anders sein 1 Behinderung 1 CD Hörbuch 1 Erde - Weltall 1 Erkennen / Spielbilderbuch 1 Freizeit 1 Graphic Novel 1 Haltern 1 Junior 1 Kinderbücherei 1 Kunst 1 more ... Lernen 1 Marl 1 Miteinander 1 Musik 1 Ruhrgebiet 1 SLC 2013 1 SLC 2015 1 Selbstbehauptung 1 Sommerleseclub 2013 1 Sommerleseclub 2014 1 Sommerleseclub 2016 1 Sommerleseclub 2018 1 Trendthemen 1 Uhr - Zeit 1 Weihnachten 1 Weltraum 1 Wissen 1 see all ... less ... Mann 1 see all ... Malerei 3 Anleitung 2 Einführung 2 Zeichnen 2 Alkoholtechnik 1 Alkoholtinte 1 more ... Architektur 1 Avantgarde 1 Banksy 1 Basteln 1 Bildband 1 Biografie 1 Bosch, Hieronymus 1 Cartoon 1 Comic 1 Dadaismus 1 Drucken 1 Flechtarbeit 1 Flechten 1 Flechten <Handarbeit> 1 Geschichte 1 Identitätskrise 1 Informatiker 1 Korbflechten 1 Korbmacherhandwerk 1 Korbware 1 Krigar, André 1 Kriminalität 1 Kunst 1 Kunstmarkt 1 Lebenskrise 1 Malen 1 Mittleres Lebensalter 1 Realismus 1 Richter, Gerhard 1 Richter, Gerhard <Künstler, 1932-> 1 Schwitters, Kurt 1 Street Art 1 Wirtschaftsentwicklung 1 see all ... less ...
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Frauke May - Mezzosopran | Presse "Wenn Du denkst, dass das Publikum sich langweilt, dann spiele langsamer, nicht schneller." Gustav Mahler CD - Kritiken Ganz im Zeichen der Spätromantik Wunderhorn-Lieder von Gustav Mahler und dem Freiburger Julius Weismann mit der Mezzosopranistin Frauke May auf CD Sie waren Zeitgenossen: der 1879 geborene Freiburger Professorensohn Julius Weismann – er starb 1950 – und Gustav Mahler, dessen Klangwelt einem Resümee des untergehenden Habsburgerreiches gleichkommt. Spätromantiker, dem Kunstlied zugewandt. Dem Österreicher wurde das Lied zur Keimzelle seiner Sinfonien, der Badener kreierte mehr als 260 Lieder, wobei Weismann in seinem reichen OEuvre die meisten musikalischen Gattungen bedachte. Mit einem Doppelalbum präsentieren jetzt die Mezzosopranistin Frauke May und der an Freiburgs Musikhochschule lehrende Pianist Bernhard Renzikowski Lieder beider Komponisten. Den gemeinsamen Nenner stiftet dabei die Textvorlage: die von Achim von Arnim und Clemens Brentano bearbeitete und herausgegebene Gedichtsammlung „Des KnabenWunderhorn“. Die Beiträge des späteren Mitgründers des Freiburger Musikseminars entstanden während der ersten Phase seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist und Pianist, von 1906 – da ließ sich der unter anderem bei Josef Rheinberger ausgebildete Weismann in seiner Geburtsstadt nieder – bis 1918. In jener Phase, in welcher der 19 Jahre ältere Kollege Wiener Hofoperndirektor wurde und an der „Met“ in New York wirkte. Wird die Fallhöhe quasi auf dem Tablett dieser Weismann-Ersteinspielung mit serviert? Einerseits nein, Weismann war ein unabhängiger Kopf, beschritt seinen eigenen, wenn auch konservativen Weg. Das ist wörtlich zu nehmen, komponierte er, der sich selbst als einen Klassizisten bezeichnet hatte, doch mit Skizzenbuch im Freien. Vom Einfall geht er aus, gießt die Stimmung des Gedichttextes in Musik. So in „Verspätung“ op. 23/4, wo die ersten Töne des Klaviervorspiels den unerbittlichen Hungertod vorwegnehmen. Frauke May agiert mit ihrem warmen, samtenen Timbre überaus werkdienlich. Die düster-unheimliche Stimmung zeichnet May mit der Tiefensubstanz einer Altistin, ohne Brüche der opernhafte Aufschrei des leidenden Kindes. In die Nähe von Richard Strauss könnte man „Sub Rosa“ op. 29/8 verorten. Klangsinnlichkeit des Fin de Siècle, ohne Schwulst dargebracht. Die Klarheit ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des Pianisten, seiner Anschlagskultur und klugen Gestaltung. Bei der Harmonik zeigt sich Weismann mehr als Zeitgenosse als beim Wort-Ton- Verhältnis, wo er in der Schubert-Nachfolge steht. Apropos Fallhöhe: Neben Mahler, der die Texte aufbricht, mit Bedeutung auflädt, können die Vertonungen des Freiburgers etwas brav klingen, wenn auf „Das himmlische Leben“ des Liedsinfonikers just Weismanns akkordisches Opus „Warnung“ („Der Kukuk auf dem Zaune saß“) folgt, Strophen mit auf jeden Hintersinn verzichtender Tonmalerei. Frauke May ist eine angenehme Mahler-Exegetin, sie überinterpretiert nicht, sondern singt mit Geschmack und Charakterisierungskunst. Ein Album, das neugierig macht. Mehr Weismann, bitte! Und das ein Kuriosum bietet: eine Sängerin imDuett mit sich selber. Christine Adam, Badische Zeitung Freiburg – Es sungen drei Engel: Wunderhorn-Lieder von Gustav Mahler und Julius Weismann. Zwei CDs. VKJK 1515. Frauke May & Bernhard Renzikowski: Kammermusik „Des Knaben Wunderhorn“ ist eine Sammlung von volkstümlichen Liedern, die von Clemens Brentano sowie Achim von Arnim gesammelt, überarbeitet und veröffentlicht wurden. Berühmt sind die Vertonungen einiger dieser Texte von Gustav Mahler, wohl nur in Fachkreisen bekannt sind hingegen die Adaptionen von Julius Weismann, die zwischen 1906 und 1918 entstanden. Die Kölner Mezzosopranistin Frauke May legt nun gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner am Piano Bernhard Renzikowski eine Duo-Interpretation von 43 Liedern dieser Sammlung vor: 24 von Mahler, 19 von Weismann, 18 davon sind Welt-Ersteinspielungen. Die prächtige Stimme der international gefeierten Sängerin ist in der Lage, unterschiedlichste Stimmungen auszudrücken, Renzikowski begleitet sie kongenial, das ganze Album ist ein anregendes und mitreißendes Projekt. -bv Das (un)bekannte Wunderhorn (...)Gustav Mahler (1860-1911) hat zwischen 1887 und 1901 24 Wunderhorn-Lieder vertont, die alle auf dieser CD enthalten sind. Die sehr gelungene Zusammenstellung vermischt beide Komponisten zu Gegenüberstellungen und Aneinanderreihungen indem sie der Reihenfolge der Gedichte in der Textvorlage folgt, nur das Titellied ist außerhalb der Reihe vorangestellt. Mahler schätzte am Wunderhorn, daß die Texte “mehr Natur und Leben als Kunst” seien, er veränderte, formulierte bspw. neue Titel, kürzte und kombinierte. Er wählte komplexe Vorlagen, die Tragik und Ambivalenzen aufweisen und schuf damit faszinierende Werke wie bspw. “Revelge”, “Der Tamboursgesell”, “Das himmlische Leben”, “Das irdische Leben”, “Wo die schönen Trompeten blasen”, “Urlicht” und “Des Antonius von Padua Fischpredigt”. Weismann sah sich als Mittler, er hielt sich quasi wortwörtlich an seine an seine Vorlagen, sieben seiner 19 Vertonungen aus der Wunderhorn-Sammlung sind Kinderlieder, bei den anderen überwiegen Volksweise, Liebeslied und Ballade. Nur einmal überschneiden sich Mahler und Weismann: die Hunger-Ballade “Verspätung” heißt bei Mahler “Das irdische Leben”, Weismann beließ die Textvorlage, Mahler kürzte, beide treffen mit ihrer Kompositionen. Unter den unbekannten Weismann- Liedern findet man ebenfalls starke Vertonungen: neben “Verspätung” könnte man u.a.. “Sub Rosa” und “Christkindleins Wiegenlied” nennen. Durch die kluge Interpretation entsteht eine stets spannende und abwechslungsreiche Folge, das Wunderhorn ertönt in den verschiedensten Schattierungen – ein Verdienst das der Mezzosopranistin Frauke May und dem tadellosen Pianist Bernhard Renzikowski gebührt. Mays Stimme ist in der Höhe genauso wohlbefindend als in der Tiefe, manches Lied scheint trotzdem thematisch bei Männerstimme besser aufgehoben, für zwei Duette hat sich May keine Partnerin geholt, sondern duettiert durch Zweitaufnahmen mit sich selber. In der Summe bleibt eine schöne und spannende Entdeckungsreise durch die Wunderhorn-Vertonungen mit hohem Entdeckungswert durch die Ersteinspielungen der Weismann-Lieder. (2 CDs, ca. 143 Minuten, Querstand, VKJK1515). Marcus Budwitius 27/05/2016 von Geerd Heinsen in Recitals / Lieder veröffentlicht. ARTE NOVA VOICES / WDR KÖLN HUGO WOLF MÖRIKE – LIEDER FRAUKE MAY – MEZZOSOPRAN BERNHARD RENZIKOWSKI – PIANO World First Complete Edition with One Duo Mörike-Rausch Frauke May singt alle 57 Mörike-Lieder von Hugo Wolf, alle, also auch die Männerlieder, was die Puristen wohl etwas schockieren wird. Die anderen werden sich freuen an einer Liedsängerin, die mit Intelligenz ihre breiten stimmlichen Mittel einsetzt und diesen poetischen Kleinodien in jeder Hinsicht gerecht wird. Musik und Theater 03/04 Wolf – Mörike komplett (...) ein Einsatz der schon per se lobenswert ist! Frauke May mit imponierender Gestaltung, erstaunlich souverän auch die „Männerlieder“ ( der „Abschied“ vom Rezensenten!) Fono Forum 05/04 Musikalischer Streifzug durch Mörikes Welt (...) fast drei Stunden lyrisch-dramatischer Klangbilder. Was Wolf auf jeden Fall nicht wollte: Affektiertheit der Interpretation. So ist die virtuose Wiedergabe von Frauke May äußerst werktreu. May wird kongenial unterstützt durch Bernhard Renzikowskis hochsensiblem Spiel.(...) Zartheit und Kraft ,vitale Emotion und romantisches Todesverlangen – es ist die Wanderung auf dem schmalen Grad dieser Kontraste, welche die Darbietungen einzigartig macht. CD-Journal 05/04 Meisterhaft einheitlicher Stil (...) die Darbietung des schwierigen Mörike-Repertoires wird Intonation und emotionalen Ausdruck betreffend mehr als überzeugend gesungen(...) und bestätigt den hohen künstlerischen Anspruch von Frauke May.(...). An Mays Seite werden die Lieder einfühlsam von Bernhard Renzikowski begleitet. Das Duo glänzt durch langjährige Zusammenarbeit mit einem ausgewogenen Zusammenspiel. www.klassik.com 01/04 Die musikalische Kraft der Poesie! Anders als der überflüssige Booklet-Text lassen die beiden Künstler die Frage, sich komplett dem edlen Liedgut von Wolfs Mörike-Vertonungen zuzuwenden, nie aufkommen. Für jedes der musikalischen Meisterstückchen erzeugen sie eine solche künstlerische Dichte, dass die im Booklet diskutierten Fragestellungen schon ein Affront den Musikern gegenüber bedeuten. Mit durchgehend vorbildlicher Deutlichkeit in Text und Musik, gelingt es dem Duo, der so wertvollen Verbindung von Lyrik und Musik auf einen musikalischen Weg, frei von jeglichen Manierismen, eine angemessene Geltung zu verschaffen. Dabei ist es aber gerade die strikt musikalische Umsetzung, die zu geradezu oft überwältigend- emotionalen Momenten führt. Ob tragisch, komisch, mystisch... der Ausdrucksgehalt wird durch ein überlegtes Miteinander-Musizieren erzeugt. Vokale Kammermusik mit rhythmischer Präzession, musikalische und intellektuelle Durchleuchtung auf allerhöchstem Niveau. In der reichlich vorhandenen, namhaften Konkurrenz konnte ich, mit einem wirklich Tick für diese Stücke, nichts Vergleichbares erfahren. Nirgendwo leuchtet die Abendsonne goldener im Spaziergang, nirgendwo geht es böser die Trepp´ hinab für den Rezensenten, - Husch - nirgendwo fällt die Asche so zusammen wie in diesem Feuerreiter, denn hier steht die ganze Kraft der musikalischen Poesie Wolfs auch dahinter. peterlesirrfahrten Amazon Rezension am 19. Juni 2011 Eine immense Bandbreite demonstriert Frauke May mit ihrem vielfach schattierenden dramatisch oder ironisch-humorvoll pointierenden, manchmal bewusst „nicht-singendem“ Vortrag“. Wo sie nicht nur expressiv singt, sondern schon in die Tongebung, in den Klang ihrer Stimme die ganze Expression hinein nehmen kann -„Horch, das Feuerglöcklein gellt“-(Der Feuerreiter) dort liegen die Höhepunkte dieser Neuaufnahme. Renzikowski erweist sich, ganz im Sinne Wolfs, als Partner, der mehr als nur Begleiter sein soll: Nicht katastrophisch-expressiv aufgesetzter Vortrag (...) sondern Genauigkeit; und gerade aus dem gestochen scharfen Spiel ergibt sich alles andere!(...)ein geradezu ideales Aufeinander-Hören der Partner – nur so kann eine Stelle wie das Ende des „Feuerreiter “so überzeugend zustande kommen. „Auf eine Christblume I“, May´s sinnige, lyrische-mystische Seite, gelingt ebenfalls vorzüglich. (...) wer eine neue Generation hören will(...)jenseits der „Institutionen“ Dieskau und Schwarzkopf – der ist mit dieser Neuaufnahme bestens bedient! Plattenprisma SWR 2 01/04 Mörike komplett – May geht auf`s Ganze! May`s Arbeit, mit Ihrem einfühlsamen Partner, ist überzeugend. Mit Ihrem reichen Mezzo den sie ausdrucksstark einsetzt, ihrem scharfer Intellekt, wird sie dieser von ihr gesetzten Herausforderung gerecht. Für die „leichten“ Lieder findet sie einen schlankeren, schwereloseren Ton, sie fängt den Witz und das Augenzwinkern der humorvollen Lieder ein und gibt den Liebesliedern den passenden Ton. Rundherum sehr gut gemacht (...) besonders jene „Urmutter-Lieder“ wie „Gesang Weyla`s. Ein echtes Schnäppchen! 160 Minuten vollendete Interpretation! Gramophon 09 /04(transl.) Besteht in starker Konkurrenz-Großes Lob! Frauke May: Große Ausdrucksskala, dunkel gefärbte Stimme(...). Mit sehr guter Technik, Leichtigkeit und angenehmen Timbre gelingt es ihr scheinbar mühelos über 50 Lieder mit jeweils anderem Tom farbig zu gestalten. Das setzt großes Gespür für Liedinterpretation voraus, ganz besonders für die spezifische Sprache von Wolfs Mörike-Vertonungen. Das Duo überzeugt musikalisch durchwegs in diesen Miniaturwelten und es hat sich unüberhörbar mit allen Details und Feinheiten auseinandergesetzt Tschechische Musikzeitschrift: „Musikus“ 04/04. (transl.) ARTE NOVA VOICES - LIEDER / WDR KÖLN Max Reger: Schlichte Weisen op. 76 (60 Lieder) Fünf Kinderlieder op.142 Frauke May – Mezzosopran Bernhard Renzikowski – Piano Weltweit erste Gesamteinspielung Virtuosität unter dem Mantel des Schlichten Die beiden Künstler beweisen, das (…) die schlichten und ergreifenden Lieder bis heute nichts von ihrer Innigkeit, und ihrer Faszination verloren haben. Die Interpretation knüpft an das Kunstlied der Romantik an, doch noch näher steht sie dem echtem Volkslied, das man heute kaum noch kennt: Frauke May bewahrt sich dabei eine liedhafte Natürlichkeit, die auf alles Exaltierte verzichtet – Virtuosität unter dem Mantel des Schlichten! CD Journal 11/02 Frauke May has already made (…)a reputation for herself as a Reger specialist in a previously releases and highly praised Arte Nova disc. Here, again, she is in on variable form, delivering many of the humorous songs with panache and strong characterisation. (…) outstanding playing from Bernhard Renzikowski. ARTE NOVA VOICES - LIEDER/ WDR KÖLN MAX REGER 30 LIEDER FRAUKE MAY – MEZZOSOPRAN BERNHARD RENZIKOWSKI – PIANO (...)Frauke Mays warmer, sinnlich lodernder Mezzo ist reich an Farbtönen und trägt zu einer intensiven Gestaltung bei. Crescendo (...)Frauke May besitzt einen üppigen, dunklen Mezzosopran voller Atemreserven, der vermutlich Meriten als Fricka und Waltraute sammeln könnte. Sie singt sehr auf Linie und vermeidet dadurch „Konsonantenspuckerei“. Der von ihr bereitwillig eingesetzte große Ton bekommt den Reger-Liedern gut, zumal sie ausgefeilt musiziert sind (...). Opernglas (...)Fantastisch! Eine echte Repertoirebereicherung, sehr sensibel gemacht (...). (...)eine kräftige, belastbare Stimme (...)verfügt aber trotzdem über ein schönes Piano sowie eine gute Höhe. Als engagierter Gestalterin stehen Frauke May hochdramatische Interpretationen mit allem Stimmaufwand zu Gebote wie introvertiertes Singen auf Linie, bereitwillige Hingabe an melodische Reize oder auch eine wohl angebrachte ironische Tönung (...). Klassik Heute Indeed, the mezzo-soprano gives a generally good account of herself(…). Her quiet singing, as in the lovely "Wiegenlied", has a warm colour and smooth produktion. Another song which finds her at her best is "Friede", light in touch, as befits a song called "Peace". Frauke May plainly loves these songs. Her manner is warm, caressing - positivly lavish in places. In songs like the atmospheric "Die Nixe" (The mermaid) it largely pays off. BBC Music Magazin Von introvertierter, meditativer Nachdenklichkeit bis hin zu Liedern die für Kinder gedacht sind – die sängerische Identifikation von Frauke May mit dieser inhaltlichen Weite ist zu bewundern. Mit, enormer emotionaler Bandbreite wunderbarer Alt-Farbe, und tadelloser Technik entsteht im harmonischen Zusammenspiel mir Ihrem Pianisten über das Kennnenlernen dieses Repertoires hinaus ein echtes musikalisches Ereignis. Tschechische Musikzeitschrift „Musikus“02/04 Rossini: IL BARBIERE DI SIVIGLIA – ROSINA: Eine Rosina, die alle Achtung verdient: Frauke May mit ihrem flüssigem Mezzo, der nicht bloß im reizenden Dreivierteltakt-Andante so locker „rüberkommt“,nein: es ist vor allem die juvenil-emanzohafte Souveränität, dieses Pendeln zwischen Ernst und Posse, mit der sie Almaviva gewinnt und Dr. Bartolo austrickst. Brava, Bravissima!.Süddeutsche Zeitung Bestechende Textartikulation in den Rezitativen und eine wunderbar weiche Stimmführung in den Arien, zeichneten die Auftritte von Frauke May in der Partie der Rosina aus. Auch die Koloraturen gelangen ihr bravourös. Mittelbayerische Zeitung Verdi: FALSTAFF – MRS. QUICKLY: Das „Reverenza“ der fintenreichen Mrs.Quickly von Frauke May war einer der Höhepunkte des Abends Mittelbayerische Zeitung Ausgezeichnet: Frauke May als mimisch wendige, intrigante und schön singende Mrs.Quickly. Süddeutsche Zeitung Als Mrs.Ouickly eine der Ouicksten, Frechsten, Besten: die Mezzosopranistin Frauke May Hannoversche Zeitung Wunderschön komödiantisch: Frauke May in der Rolle der Mrs.Ouickly mit Alt- Fülle prunkendem Mezzosopran. Göttinger Nachrichten Humperdinck: HÄNSEL UND GRETEL – Hänsel: Frauke May zeichnet einen liebenswert-burschikosen und naseweisen Buben und ist mit ihrer schön geführten Stimme ein Hörgenuß. WAZ Reimann: DIE GESPENSTERSONATE – DUNKLE DAME: (...) die mysteriöse „Dunkle Dame“, mezzostark gesungen von Frauke May. Opernwelt Puccini – Madame Butterfly – Suzuki: Frauke May bot in der Rolle der Suzuki eine beeindruckende Leistung – stimmlich wie darstellerisch. Zum hohen Niveau gehörte auch eine sehr verständliche Textartikulation der italienischen Sprache. Nürnberger Zeitung Martinu: Die Heirat – Fjokla Viel Komik und Esprit brachte Frauke May als Heiratsvermittlerin „Fjokla“! St.Gallener Tagblatt Besonders Frauke May überzeugte mit ihrem vollen Mezzo ebenso wie darstellerisch als geschäftstüchtige Heiratsvermittlerin Fjokla.. Südkurier Nicolai: DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR – FRAU REICH: Frauke May weiß als Frau Reich ihre weiche, warme Altstimme mit viel Humor wirkungsvoll in Szene zu setzen. Nürnberger Zeitung Tschaikowsky: EUGEN ONEGIN – LARINA: Frauke May als hochmusikalische Larina wächst über die Partie hinaus, ohne zu dominieren. Mittelbayerische Zeitung Bach: DIE MATTHÄUS PASSION Frauke May konnte mit ihrem prächtigen, dunkeltimbrierten Alt einen großen Teil des Erfolges für sich verbuchen, und konnte mit der Arie „Können Tränen meiner Wangen“ tatsächlich zu Tränen rühren. Süddeutsche Zeitung Den dramatischen Zug, den Dirigent (Bachchor St.Reinoldi, Dortmund) Müllers Aufführung auch durch zügige Tempi in den Arien bekam, betonten auch die Solisten: Frauke May war eine Altistin mit Wagner-Walküren Stimme, deren Aufforderung „Bereite Dich Zion“ wohl keiner in der Jerusalemer Turmburg wiedersprochen hätte. Ruhr Nachrichten (...) als eine der selten zu hörenden wirklich tragfähigen Altistin sang Frauke May mit schöner Präzision, korrespondierend mit zwei Flöten das "Esurientes implevit bonis". Kieler Nachrichten Die Mezzosopranistin Frauke May hat eine lyrische aber voluminöse Stimme, die denoch schlank geführt ist. Der dramatische Aufschwung zum Liber scriptus gelang ihr genauso packend wie das im ätherischen Piano gehaltene „Lux aeterna“.. Badische Nachrichten Brahms: ALTRHAPSODIE Frauke May gestaltete mit weitgreifender Dramatik und warmen Klang, großer Textverständlichkeit und genau jener Portion an Pathos, die dieses Klanggemälde benötigt. Badische Zeitung (…) die Altrhapsodie errang die Siegespalme des Konzertes. Die Mezzosopranistin Frauke May formulierte in die Eröffnungsakkorde hinein ein Rezitativ von starkem Ausdruck und Seelendramatik und ließ eine packende Szene folgen (…) frei von süßer Sentimentalität und wunderbar im Psalterklang. Südkurier Konstanz Dvorak: REQUIEM: Selten hört man einen so dramatischen und lagensicheren Alt wie den von Frauke May. Ihre Erfahrung mit Wagner erwies sich als vorteilhaft für diese Partie. Nürnberger Zeitung Auffallend besonders der nuancenreiche, warme und klanglich runde Mezzosopran von Frauke May Als „Mater Dolorasa“ Aachener Nachrichten Frauke May überzeugte mit einem erlesenen Vortrag der Mahler- Lieder. Jeder einzelne der Gesänge erlebte durch das bewundernswerte Timbre der Sängerin und ihrer musikalischen Feinfühligkeit eine eindrucksvolle Interpretation. Aachener Nachrichten Mahler: LIEDER AUS DES „KNABEN WUNDERHORN „ (Orchesterfassung) Die deutsche Mezzosopranistin Frauke May gab mit ihrer Stimme von selten anzutreffender Klangschönheit den Momenten verhaltener Verzweiflung und trauernder Resignation tief bewegenden Ausdruck. Hannoversche Nachrichten Frauke May faszinierte mit den Waffen ihrer weich- schönen Stimme und eines zurückgenommenem, sozusagen weiblichen Espressivos in „Wo die schönen Trompeten blasen“, das unter die Haut ging. WestfälischeNachrichten Reger: AN DIE HOFFNUNG op.124 Die Gunst der Stunde betraf (…) das selten zu hörende Opus 124 von Reger auf das Gedicht Hölderlins.Für dieses dramatisch bewegte, mystisch modulierende Klangbild erwies sich die Altistin Frauke May als erste Wahl für den durchaus heiklen, von herbem Ausdruck lebenden Solopart, begleitet von der Kammerphilharmonie Karlsruhe. Badische Nachrichten Rossini: PETIT MESSE SOLENELLE (..)Der zweite Höhepunkt folgte mit dem Agnus Dei, dessen klagenden und drängenden Charakter die Altistin Frauke May zu einem glühenden Plädoyer für den Opernton in der Kirche machte. Badische Zeitung Vivaldi: STABAT MATER: (...)stand im Zeichen der Altistin Frauke May, deren herrlich tragende Stimme voll sublimer Ausdruckskraft das ans Herz gehende Werk zu einem Glanzpunkt des Abends machte. WAZ Liederabend Kritiken LIEDERABEND: Meisterkonzert „Max-Reger Halle“ Weiden: Reger/Wolf(Mörike) Mit der Mezzosopranistin Frauke May hat man eine profunde Kennerin dieser Lieder gefunden. (…).Höchst aufmerksam und fein differenzierend begleitet von Bernhard Renzikowsi, bewies die gebürtige Bremerin mit ihrem warmen, klangvollen Mezzo ein hohes Maß an Präsenz und Gestaltungskraft. Diese Eigenschaften kamen ihr zugute bei schwelgerisch gezeichneten Fin-de-Siècle Bildern (Gesang Weyla`s, Peregrina-Lieder), aber auch beim schlichten, aber ungemein ausdrucksstarken Vor-sich –Hin-Singen des „Verlassenen Mägdleins“. (…) Witz und Esprit bei den humoresken Petitessen (…) und am Ende des Abends eine durch und durch packende und überzeugende Interpretation von Hugo Wolfs „Feuerreiter“. Der Neue Tag WDR 3 Radiotag Live-Konzert: "Atemlos - Taumelnd - Überhitzt" (Ravel, Zemlinsky...und "freche Liedlein") "Feine Gesänge und freche Liedlein"...gibt es beim zweiten Live Konzert. " Die Männer sind alle Verbrecher...aber lieb aber lieb sind sie doch!"...singt Frauke May, Mezzosopran mit Elzbieta Kalvelage am Klavier. Davor entführte sie die Zuhörer stimmschön und stilsicher in die Klangwelt von Ravel und Zemlinsky...musikalische Gegensätze im Jahr 1913... - Frauke May KANN Beides! Liederabend Mahler/Weismann/Wolf Zeughauskonzerte Neuss: Live Mitschnitt WDR 3 "May verzauberte ihr Publikum" Ihre ganz besondere Sprache der Leidenschaft präsentierte die international bekannte Opernsängerin Frauke May mit einem Liederabend, der durch seine Vielseitigkeit begeisterte und nicht zuletzte durch die faszinierende Ausdruckskraft der Künstlerin den Funken zum Publikum überspringen ließ. Begleitet von Bernhard Renzikowski am Flügel eröffnete das Duo den Liederreigen nach Gedichten aus des Knaben Wunderhorn. (...) Lieder von, Sehnsucht, Schmerz,Tod und Liebesglück, mal tragend dramatisch mal fröhlich oder gar keck. Frauke May wußte bravourös sämtliche Stimmungen einzufangen, bezauberte mit ihren Interpretationen des bekannten "Rheinlegendchen", Das irdische Leben" oder "Des Antonius von Padua Fischpredigt". Einer singenden Märchenerzählerin gleich, von Poesie getragen intonierte Frauke May (...) Lieder von Hugo Wolf nach Texten von Eduard Mörike, womit die gebürtige Bremerin ihre besondere Vorliebe zu erkennen gab. Hinreissend stimmungsvoll sang sie ihr "Elfenlied" und ebenso fesselnd kam der "Feuerreiter" über die Bühne. Ein ganz besonderer Konzertabend. WZ Westdeutsche Zeitung LIEDERABEND: Reger/Mahler/Wolf (Meisterkonzerte Theater Duisburg und Lüdenscheid) "Mit Stimme, Charme und Anmut" Mit kristallklarer warmer und weicher Stimme, Anmut und Charme versetzte Frauke May im 2. Meisterkonzert ihr Publikum in vergangene Zeiten. (…)Den weit gefassten Ausdrucksbereich des romantischen Liedes zwischen zarter, gefühlvoller Poesie, keckem Humor und spannungsgeladener Dramatik brachten Frauke May und Bernhard Renzikowski ihren Zuhörern in den Liedern von Reger, Wolf und Mahler nah.Vollkommen durchdrang die Musik die Poesie in der fantasievollen in höchstem Maße kunstvollen Umsetzung der beiden perfekt aufeinander eingespielten Künstler. (…).Was die Worte lyrisch andeuteten, formulierten Gesang und Klavierstimme in schillernden Farben aus.(…). Mit geschliffen klarer Artikulation, beredter Mimik. frappierender Ausdruckskraft und einnehmender Bühnenpräsenz eröffnete die Mezzosopranistin Zugang zu intimen kammermusikalischen Weisen. Westfälische Nachrichten Dvorak: Zigeunermelodien op.55 Frauke May: eine große, herrlich strahlend tragenden Stimme mit reichen Ausdruck, die Dvoraks "Zigeunermelodien" in all ihrer Träumerei und tänzerischen Temperament mit Bernhard Renzikowskis mitgestaltendem Klavierpart publikumsbejubelt darbot. Südkurier Konstanz "Mezzosopranistin überzeugte mit Herz und Intellekt" Wie Frauke May den Liedern von Max Reger und Hugo Wolf mit den Mitteln der Farbgebung, der Phrasierung gut placierte Töne in pure Musik verwandelte, wie sie alle geforderten Emotionen von Übermut bis zum Erwachen der Liebe menschlich wahr und berührend an die Hörer brachte, zählt zu den Live- Erlebnissen, welche die Dabeigewesenen so schnell nicht vergessen werden. Wunderbar phrasierend in "Glückes genug" op.37/3, in den kleinsten Regungen durchleuchtend und belebend, erwies sie sich als ein Mezzo mit Herz und Intellekt. (...) Aus den Mörike-Liedern Hugo Wolfs machte sie kleine, romantische in allen Farben schillernde, vokale Klangemälde von "An eine Äolsharfe" bis zur "Nimmersatten Liebe". Mit der Zugaben "Abschied" beschwor sie den Wiener Walzer und Bernhard Renzikowski zeigte einmal mehr die hohe Kunst des Liedbegleitens. Mittelbayerische Zeitung
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
20 Besten Bed & Breakfasts in Xinyi Township - Airbnb Xinyi Township, Taiwan Province, Taiwan Jetzt Gastgeber werdenHilfeRegistrierenLog-inXinyi Township · Jederzeit · 1 GastXinyi TownshipJederzeit1 GastWoJederzeit1 GastArt der UnterkunftPreisspanneSofortbuchungWeitere FilterPrivatzimmer74 Bed & BreakfastsSave to Wish ListEnglish: 民宿與市中心約2分鐘車程, 我們會免費提供每間客房每天1次的集集, 車埕 或 水里市區的來回接送服務給入住的旅客, 如果想去其他景點遊覽, 我們亦可提供預約的包車服務。詳情請向民宿直接聯絡, 謝謝.Gute Umgebung, ausgezeichneter Preis, der Besitzer Lob!Ren-Hao2017-03-21T00:00:00ZRevisited noch liebte, traf mit anderen Reisenden zum Frühstück Kollision mit dem Chef eine Menge Ideen zusammen, super!嫚辰2017-03-26T00:00:00ZBeseitigung der Umweltverschmutzung ~ ~ super schönes Frühstück ist super! ! essen muss Oh, der Wirt so viel Mühe, sorry oh ... sehr dankbar ~无月2017-03-12T00:00:00ZDie Zimmer sind sehr sauber und komfortabel, eingerichtet ganz eigener Stil (alle Hausbesitzer ihre eigenen Oh machen!) Feichangrexin und gesprächig Besitzer, leckeres Frühstück, Residenz nur 3 Minuten dort 7-11 ist, wenn die Reise durch Wasser sicher sein, eine Gelegenheit zu finden, eine Nacht, wird es nie bereut es zu sein! die nächste Gelegenheit besuchen zu kommen!Vennas2017-04-09T00:00:00ZDer Wirt war sehr gut, sehr angenehme Umgebung, sowie ein großer öffentlicher RaumHong Wei2017-04-04T00:00:00ZStattlicher Chef, der auch super Frühstück Stab Mückenstiche Chef Oh ist zeigte uns auch sein Zimmer Moskito Flüssigkeit mit Oh! Empfohlen ~! Menschen wirklich, wirklich super gut!慧2017-04-02T00:00:00Zwirklich ein gutes Gefühl auch gut, ist im Wasser Dorf aber nicht zuerst unter den Schülern, aber die meisten ländlichen Wasser Thema und Features! Kühlschrank Waschmaschine, aber im Grunde haben Menschen daran zu erinnern, ihre eigenen Toilettenartikel zu nehmen (Handtücher, Handtücher, Kämme, Zahnbürsten, Zahnpasta ,,) fühlen chatten so glücklich Super günstigen Preis gibt es eine kleine Open-Air-Terrasse werden die Menschen dort bleiben wollen Drink entspannen an den Ziel Darts spielen hart, dort am Abend sitzt, sowie der angehängten super lecker Frühstück Konsolidierung ist ein Schüler jedes Zimmer sein eigenes Thema und saubere Konturen und ordentlich ist, sahen die Leute sehr komfortabel, es gibt Airbnb das Wasser buchen will, muss versuchen Oh! Zhan2017-04-08T00:00:00Zルーム、クリーンでシンプルな内装、平野の明るいスポット、ユニークなだけでなく、南投を訪問次の生きて!嫚辰2017-02-04T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für3SchlafzimmerShuili Township, Taiwan南投水里, Traces of years(歲月痕跡), 2-3人客房Preis30€ Privatzimmer in Shuili TownshipPrivatzimmer · 1 Bett28 BewertungenSave to Wish ListTravelling to Xi-Tou , Sun moon lake , Little switzwerland, Ching Jing farm, Lugu Taiwanese tea town, Puri ,Lu san hot springs, this is a handy town center two bed rooms . 非常鎮中心,到處有小吃店,或壹咖啡,7-11Art der UnterkunftGanze UnterkunftObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für4SchlafzimmerShuili Township, Taiwan Province, Taiwan近日月潭整層 Two bed B&B near sun moon lakePreis43€ Ganze Unterkunft in Shuili TownshipGanze Unterkunft · 2 BettenSave to Wish List小熊童話浪漫雙人房Art der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2Schlafzimmer宜蘭縣, 五結鄉, Taiwan小熊童話浪漫雙人房,宜蘭縣五結艾卡迪亞民宿Preis70€ Privatzimmer in 宜蘭縣Privatzimmer · 1 BettSave to Wish List座落在日月潭熱鬧的伊達邵商圈,步行至碼頭約5分鐘即可輕鬆抵達。位置在日月潭的伊達邵,民宿門口即是伊達邵公車站牌,步行至商店街只需2分鐘,到伊達邵碼頭只需5分鐘,距離纜車站僅有2分鐘的車程,是地點絕佳的地方,獨棟建築物隔壁空地即是自家民宿的停車場,是間停車方便又鬧中取靜的地方,我們沒有豪華的裝潢、沒有飯店式的高品質隔音、也沒有自助式早餐,我們只有最純樸、最簡單、熱忱服務與溫馨、乾淨整潔的住宿環境,每日現煮的早餐,給歡迎有緣人前來入住。在日月潭超棒的体验,房东不仅开车来接我们回民宿,还帮我们烘干衣服,早餐超好吃~房间干净又整洁,太赞了,下次有机会还来~Rachel52016-01-03T00:00:00Z房東非常友好親切的一家人 還有兩個非常可愛的小朋友。住宿位置離碼頭步行3分鐘 非常便利。 房東貼心準備的早餐非常棒 很好吃。tenghui2017-04-14T00:00:00Z位置剛好,不是最熱鬧的地區。有升降機,不用拿行李走樓梯。Jose2017-02-15T00:00:00ZSo far the best accommodation link. Not only from the pier near, household items and very complete preparation. Best of all, breakfast super delicious ^^俊光2017-02-17T00:00:00Zบ้านมีขนาดค่อนข้างเล็ก แต่เด็กเจ้าของบ้านก็มีความน่ารัก ITA ท้าวบ้านในเมืองก็จะสะดวก科2016-07-14T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2Schlafzimmer魚池鄉, 南投縣, Taiwan精緻和風雙人房Preis67€ Privatzimmer in 魚池鄉Privatzimmer · 1 Bett13 BewertungenSave to Wish List Englisch: Wir sind eine Gastfamilie, dass mit einem neuen Interieur in einem alten Haus, bietet Bed & Breakfast, und auch lokalen Transport-Service. 1. Für die eigene Gesundheit, wir sind nicht Handtuch, Zahnbür und Zahnpasta bieten. 2. Es verfügt über ein eigenes Badezimmer außerhalb des Schlafzimmers. 3. Für zwei Personen, die auch große oder mittelgroße Körper haben, wir bevorzugen Sie unsere 2-3 Personen Zimmer wählen Chinesisch: Dies ist ein umgebautes altes Haus aus dem B & B, mit Frühstück und Transfers vor Ort, so können Sie kostenlos und komfortable Reise Erfahrung genießen. 1. Basierend auf gesundheitliche Gründen, die B & B bietet keine Handtücher, Zahnbürste und Zahnpasta an den Kunden. 2. Das Außengehäuse verfügt über ein separates Bad 3. Der Körper ist eine mittlere oder große Passagiere (2), bitte Vermietung Zimmer für 2-3 Personen Englisch: Es gibt nur 2 Minuten zu Shueili Innenstadt mit dem Auto bieten wir lokalen Transport-Service einmal pro Tag kostenlos. Wir glauben, dass es Ihnen einen sehr gemütlicher Tag auf der Reise machen. Wir bieten auch P2P (Punkt zu Punkt) Reservierung Transport-Service für Ladung. Chinesisch: Bett und ca. 2 Minuten mit dem Auto vom Stadtzentrum entfernt ist, werden wir Passagiere pro Zimmer einmal täglich hin und her Shuttle-Service Chichi, Checheng oder Wasser in die Stadt zur Verfügung stellen, zu bleiben, wenn zu dem anderen Attraktionen gehen besuchen will, können wir auch liefern Ernennung von gecharterten Service. Weitere Einzelheiten finden Sie in der B & B in Verbindung, danke. 1 명되는 영광을 Hitomie, 정말 행복하다, 방은 매우 편안하고 깨끗했다, 전체 사람들은 매우 편안한에 살고있다. 장소는 좋은 일일 플레이 물 + 쉽게 드라이브 천천히 충분한 방문 가치에 관계없이 내부와 외부의 함께이 산 오두막을 넣어 매우 어렵다博凱2016-11-27T00:00:00Z很棒的地方,主人來自澳門,對於生活很有想法,房子設計屬於輕工業的風格,很有主人的想法在裡面,住起來非常舒服。主人也提供了許多公共空間提供交流與放鬆,十分推薦的好地方,cp值很高!早上還提供早餐、咖啡,剛剛開始的民宿,祝福主人一切順利,我會再來的!Fannie2017-01-19T00:00:00Z房間很乾淨,早上還可以吃到房東親手做早餐,推薦:)瀞庭2017-02-27T00:00:00ZAlamat dengan menulis online adalah tidak sama, tapi pemilik sangat sulit untuk membawa saya ke hotelnya. Tempat ini sangat bersih, bagus dan baru fasilitas. Ada sarapan pagi yang disediakan! Jadi sangat tenang di malam hari, tapi lebih banyak waktu lokomotif bekerja suara. Karena saya bersepeda suku Shi, terbaik untuk pergi kembali jika jalan di malam hari, terlalu gelap dan lainnya anjing. Pemilik rumah orang-orang baik, sangat baik bicara. Tempat ini sangat cocok untuk sekelompok orang untuk minum minuman chattingKEI SHUN2016-12-22T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerShuili Township, Taiwan南投水里, Traces of yesrs(歲月痕跡), 1-2人客房Preis25€ Privatzimmer in Shuili TownshipPrivatzimmer · 1 Bett22 BewertungenSave to Wish List「潭鄉御民宿」位於日月潭風景區上最具特色代表的伊達邵(即德化社), 我見識到了最有主見的藝術,希望您也能前往體會.感受。櫃檯小姐非常親切,且熱心提供旅遊資訊!六樓露台好舒服~但房間隔音有些差,隔壁房客聲音清楚Sasha2017-04-04T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerYuchi Township, Taiwan潭鄉御 306夢幻山林雙人房Preis67€ Privatzimmer in Yuchi TownshipPrivatzimmer · 1 Bett1 BewertungSave to Wish List1. Located in Sun Moon Lake 5. Backpackers Hostel / Loft Style 6. Experiences Sharing with Different People from Different Countries.Freiraum, ungebunden, natürliche LeichtigkeitJd2015-07-07T00:00:00ZDer Vermieter ist ein großer schöner ~ sehr begeisterten Empfang Wir fühlen uns sehr warm ~ ~ Hausplanung sehr viele kleine Details sind sehr gut -. Es war eine sehr gute Erfahrung - und dann später haben, hier zu leben ~ ~ Sun Moon Lakeelsa2015-06-22T00:00:00ZErleben Sie tolle Unterkunft, sauber, frisch, Schönheit Chef, der super gut ist, der Verkehr ist günstig, nahe zum Anschlag!婷2015-05-17T00:00:00ZSun Moon Lake Nebenhaus in der Nähe, gut ausgestattete Hausstil gefiel mir, Betten zu schlafen up ist einfach, aber nicht unangenehm, öffentlicher Raum bietet eine Plattform für Entertainment-Freunde, können Sie jetzt mit den Gästen unterhalten und sein Assistent trinken sehr glücklich! Unvergessliche Nacht, hoch hier empfohlenChenglong2015-08-12T00:00:00ZHallo Cathy ~ Obwohl diese Unterkunft kann dich nicht sehen, aber die Arbeit in PerBED zwei große Bruder und Schwester als meine Dienste sind sehr intim ^^ Dies ist mein erster Besuch in Taiwan, um zu spielen, ist das erste Mal eine Person zu leben und Frühstück ~ Ich suchte im Internet, wenn Sun Moon Bed and Breakfast, ein Blick! Denken wir nicht wollen, sie sahen sofort in PerBED! Reason außer Ihrem Gästezimmer Sonder (Natürlich ist der Preis auch ein Schwerpunkt der es ^ _ ^), Ihre Das Frühstück ist ganz anders als ich dachte !! Ich stellte mir die Art von B & B ist ein kleines Zimmer, es gibt nicht viel Platz, und von dem, was ich sah, Sie legte das Foto auf der linken Seite nach der wirklich komplett Ich habe, um diese Idee zu brechen! Wow! Was für ein offener Raum, wir leben in den gleichen Raum. Mögliche für einige Leute, es ist also nicht ohne persönlichen Raum !? Natürlich hat auch einen persönlichen Raum dem Bett, ich denke schon, und wir sind aus, gut zu reisen, das ist nicht viel offenen Raum wird ein Know neue Freunde gute Zeit und Chance Zeige mehr sind nur einige der Rucksacktouristen, können Sie ein Mitreisender es begegnen ~ ^^ Frühstück im gesamten Erscheinungsbild der Innenarchitektur, fühle ich mich etwas ganz Besonderes, ich hörte, dass der Chef selbst im Alleingang oder persönlich gestalteten sie - voller künstlerischer Atmosphäre, es gibt eine Menge von Dingen, die mit dem Holz zu tun haben, so Ich habe ein Gefühl des Lebens in der Natur, das ist genau das Gefühl, ich würde die Sun Moon Lake zu finden, sind die üblichen Hektik des Alltags vergessen! Was für eine geeignete Leute zu beruhigen, verlangsamen den Ort - Auch in der Nacht, wenn alle überschüttet, ist die beste Tätigkeit, dass Sie unten mit den anderen Gästen zu gehen können und sich mit kleinen Helfer, so habe ich eine, wie mit anderen Menschen schien für eine lange Zeit wissen, wie wir redeten und lachten ^^ Abschließend möchte ich sagen, dass ich dieses Mal nur eine Nacht verbracht PerBED, dass wirklich, wirklich nicht genug !! kann nicht genießen Sie Ruhe, das Gefühl von Freiheit! Also, ich habe eine Chance, auf Sun Moon Lake gehen, muss es wieder Sie die Störung ha PerBED wünschen alten warmen zu finden !! Kleines Gästehaus im August 2015 von 20 bis 21. Mak2015-08-22T00:00:00ZWenn es nicht leicht mit anderen, die wählen können, um hier zu schlafen, in der Nähe des Irak Shao Mall, kaufen kleine Geschenke und bequemer Tour des Sees beeinflusst werden.sunnymay12015-08-11T00:00:00ZSorry, du hast Reisen, besorgt darüber, dass der Aufenthalt nicht schlecht, ist hinter dem Hügel war, ist die Front der Hafen, die Umwelt ist gut, essen eine Menge Geschäfte sind auch sehr erschwinglich. Little Miss gebratene Eier gut zu essen oh ~Tori2015-08-20T00:00:00ZGute preiswerte Unterkunft. Fun Personal.Peter2015-07-22T00:00:00ZArt der UnterkunftGemeinsames ZimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für16SchlafzimmerYuchi Township, TaiwanLake-view/Cable Car Station/HostelPreis25€ Lake-view/Cable Car Station/HostelGemeinsames Zimmer · 16 Betten71 BewertungenSave to Wish ListWe love to share our home and life with you. 造訪我們的慧鈴山居就對了!Cozy, friendly and safe community among various farms nearby famous travel attractions.想像一個沒有鐵窗,沒有圍牆;與藍天白雲 、遠山環繞、樹木林立、綠草如茵的居家環境,饒富人情味的友善社區。De gastheer geannuleerd deze reservering 28 dagen voor aankomst. Dit is een geautomatiseerde posten.Vincent Foo2016-02-26T00:00:00Z熱情的女主人把別墅佈置的很溫馨,滿滿的藝術品,非常乾淨又舒適的住宿環境,感覺回到了第二個家。豐盛的早餐、自給自足的食材,感受到女主人滿滿的用心。下次想停留久一點,跟著女主人探索村落秘境,細細品嚐上安村的花香鳥語。值得一來再來,體驗無價!Anais2016-02-13T00:00:00Zホストは、ご連絡先を見つけるために私たちを助け、私たちの滞在を快適にする素晴らしい仕事をしました。場所は、山と静かに囲まれた谷間にあります。それはあなたが車やスクーターを持っている場合、セブンイレブンに行くにも便利です。スペースが非常にロフトを持つ大規模なと4人家族に適しています。 AirBnb上の私の最高の滞在の一つ。Michael2015-10-11T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für4SchlafzimmerShuili Township, TaiwanGetaway wise windchainsPreis73€ Getaway wise windchainsPrivatzimmer · 3 Betten6 BewertungenSave to Wish List我的房源靠近優美的景色和適合家庭的活動。因為舒適環境 . 鬧中取靜 . 靠近老街 . 美食小吃 . 日月潭景色優美,您一定會愛上我的房源。我的房源適合情侶、獨自旅行的冒險家、商務旅客、有小孩的家庭、大型團體。他們是世界上最好的主機手了!房間很乾淨,很好的裝飾。我訂了4人的房間,這是非常寬敞。熱水花了一些時間(約1分鐘,而不是實際長)才能通過。淋浴是乾淨和舒適。我們的主機是完美的和包容。他們是非常豐富的,因此非常有幫助。他們賣船湖和纜車票。該位置是太棒了,遠離城市的喧囂,但步行到碼頭和老城區,在幾分鐘內還,第7分鐘,從纜車站步行。我肯定會推薦這個地方給大家,我知道!EMILY MAY YEN2017-02-06T00:00:00Z우리 자신의 작은 아파트를 가지고 있었고, 아침 식사는 정말 좋았다. 객실은 조금 작은하지만 여전히 우리의 5에 맞게 수, 장소 찾기 위해 조금 힘들었다과 화장실 중 하나는 복도가 아닌 방에 있었다. 브루스 와서 정말 친절했다 및 위치와 우리를 데리러 시간에 대한 우리의 드라이버와 통신 할 수 있도록 제공합니다. 전반적으로 정말 즐거운 여행. 고맙습니다!Lynn2016-12-01T00:00:00Z招待很好,和藹可親 地段也方便Jay2016-12-13T00:00:00ZRoom and pictures on the same picture, very goodShelly2017-04-25T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für4SchlafzimmerYuchi Township, Taiwan日月潭 - 月潭小棧 民宿Preis76€ Privatzimmer in Yuchi TownshipPrivatzimmer · 2 Betten5 BewertungenSave to Wish List落ち着いた自然の色合いで彩られた上品なインテリアと機能的な室内環境は上質なひと時をお過ごしいただけます。 キングサイズのベットや広めのバスルームなど、ゆったりとくつろげる空間となっております。日月潭の優しさや繊細さ、湖の藍”にインスピレーションを受けデザインした客室は コバルトブルーの色調を中心に穏やかな気分となれる空間を演出しました。裝修得很有心思的民宿, 大堂及每個樓層的佈置都很舒服。網站提供的圖片跟真實的沒有太大差別, 吃早餐的地方都很漂亮很舒適, 但網站沒有提供照片。地點很接近碼頭, 在伊達邵市集的附近, 買東西和找東西吃都很方便。因為宿民還是很新的, 內部很漂亮, 衛生亦沒有問題, 希望能保持水準。:) 早餐方面, 我們選了西式的早餐, 是由老闆娘做的, 加上有機的蔬果(老闆娘說是自家種的)。有高級餐廳的水準 !! 真的令人回味 !!! 另外有一段小插曲, 就是晚上遊完日月潭回到房間時, 我們發現房間有一條螞蟻路, 我們便立刻去找民宿主人幫忙。他們立即幫我們處理, 在等待期間, 民宿主人熱情地招待我們, 一邊請我們喝茶吃奶油餅, 一邊跟我地聊聊天, 讓我們了解更多日月潭和邵族的事情。螞蟻路的出現不是因為民宿骯髒, 只是下大雨天打擾了民宿窗外樹上的螞蟻窩, 螞蟻要找新家搬, 令螞蟻亂爬, 問題很快解決了, 就當是新民宿的經驗吧。:D 總括而言, 我們覺得民宿主人很親切, 招待亦很周到。出門下雨會問我們有沒有傘, 可以借給我們, 不懂的路, 又很耐心告知我們。最後走的時候又有車子送我們到水社旅遊中心, 真的有點不捨得他們, 有機會一定會再去 !!kh2015-05-29T00:00:00Z很棒的房間。。地點也很方便。。Hong2015-10-26T00:00:00Zเจ้าของบ้านที่ดีอบอุ่นและเป็นประโยชน์ในห้องที่สะอาดและสะดวกสบายตกแต่งที่มีความสวยงามมากและในทางปฏิบัติมาก ใน Ita ท้าวควรจะเป็นค่าใช้จ่ายที่มีประสิทธิภาพ B & บี ครั้งต่อไปมีโอกาสที่จะมีชีวิตอยู่อีกครั้ง!Benson2016-02-06T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerYuchi Township, Taiwanミラク民宿 デラックスダブルルームPreis42€ Privatzimmer in Yuchi TownshipPrivatzimmer · 1 Bett4 BewertungenSave to Wish List我們在台灣南投的日月潭附近約5分鐘的車程~這裡是盛產絲瓜的頭社,清涼的微風和整片的絲瓜花海,會洗滌你旅途的疲累,我們是綠能生態的民宿,已取得低碳建築認證,我們是合法的特色民宿喔~現在試營運,想跟大家分享其中的ㄧ間房間~ㄧ起來聽蟲鳴鳥叫,慢活發呆吧~一进入旅馆就可以感受到老板跟老板娘的热情,房间舒适又有风格,重点整间旅馆是低碳建筑,又被自然环抱,让人很放松,很推荐来到日月潭住宿的旅客到这来体验!威傑2016-09-04T00:00:00ZThe room was clean, comfortable and cozy Although no air conditioning, but nights were cool After the completion of the future will be feeling great point of accommodation Onigiri cute dog shop recommend!Brandon2016-10-23T00:00:00ZCheck-in, Mr. Landlord and landlady very warm welcome my girlfriend, just like a family friendly, but also very clear introduction attractions, travel, as well as prepare afternoon tea, breakfast, very, very close.韋成2016-10-30T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2Schlafzimmer台灣日月潭, 南投縣, TaiwanA1中國風,南投日月潭生態民宿~散步的雲Preis88€ Privatzimmer in 台灣日月潭Privatzimmer · 2 Betten3 BewertungenSave to Wish List該是遠離塵囂到鄉間小鎮走走了? 品嘗當地小吃肉圓,參觀蛇窯(台灣瓷器精品),租一輀腳踏車到車埕半日遊,看河畔鴛鴦戲水.....或者什麼也不做的睡覺睡個飽,看一本好書,坐公車到日月潭,在伊達邵市集填飽肚子,和販售遊船卷的小販攀談,乘船到玄光寺吃個著名的“阿婆茶葉蛋”,,,或從此處到鹿谷拜訪茶的故鄉,參訪忘憂森林,或到信義鄉採買又大顆又比超市便宜的巨峰葡萄,南投深度之旅,您需要一個憩息,低負擔有自己房間的休息棧! 日月潭船票我有在賣,請發訊息給我,因為有時候剛好賣完,謝謝。離集集火車站只有一站,還好,我們的房間在三樓,大衛有幫忙提行李,然後火車站對面就是客運,到日月潭很方便,我們到日月潭坐船,坐纜車,然後在涵碧樓用buffet,也吃了玄光寺的阿婆茶葉蛋,晚上又到伊達邵市集逛逛,然後又到雲品品了小酒,沒公車了,就打給大衛,他來接我們,玩的很愉快,日月潭真的很美!!Keni2017-04-27T00:00:00Z房子接近火車站和公車站,走路一兩分鍾就到,設施都很齊全,還有小客廳可以用。房東爸爸人超好,會很詳細地和你介紹房子,有什麽問題都會很熱情地幫你解決。總之是很棒的住宿體驗,房間也是獨立的,很適合背包旅行。新语2017-05-01T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2Schlafzimmer水里鄉, 南投縣, TaiwanQueen of Qing 's B&B (Mozart room)老佛爺的家 (莫札特房)Preis20€ Privatzimmer in 水里鄉Privatzimmer · 1 BettNEU2 BewertungenSave to Wish List兔子快樂小窩四人房Art der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2Schlafzimmer宜蘭縣, 五結郷, Taiwan兔子快樂小窩四人房,宜蘭縣五結艾卡迪亞民宿Preis83€ Privatzimmer in 宜蘭縣Privatzimmer · 2 BettenSave to Wish List我的房源靠近日月潭伊達邵碼頭。因為空中花園,大廳,房間乾淨,舒適的床,離商店街近,寧靜,景觀,您一定會愛上我的房源。我的房源適合情侶、獨自旅行的冒險家、商務旅客、有小孩的家庭。Art der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für4SchlafzimmerYuchi Township, Taiwan湖景四人房Preis161€ Privatzimmer in Yuchi TownshipPrivatzimmer · 2 BettenSave to Wish List我的房源靠近我的房源靠近倚著玉山山脈,隔陳有蘭溪對望溪頭,位於南投水里的上安村,樸實靜默的守著青山綠意。短暫數年的都會生活,讓我們早早體會自然環境的可貴,根植於土地的深切情感,回到最愛的上安村,在河畔的平原上的築起唐風民居,引溪澗入水塘、植青松水柳,佈置自然庭園,重拾自然恬靜的山居生活。鄰近玉山國家公園森林步道,信義農會酒莊,琉璃光吊橋,東埔溫泉,風櫃斗等南投知名景點。我的房源適合情侶、獨自旅行的冒險家、商務旅行者、有小孩的家庭。。我們的房間都是民宿主人精選手作木頭家具,房屋整體建材是原木,滿滿大自然和木頭香味,適合遠離塵囂享受寧靜的旅人,您可以擁有完整的個人時間,與大自然和自我對話。我們提供養生早餐和晚餐,食材是由當地小農種植,並由民宿主人特製養生食譜料理,可以吃到食物的原味和滿滿能量。踩山泉水接地氣、早安伸展瑜珈和夜間導覽也是我們的特色喔!我們提供附近有機農場的導覽服務,了解從產地到餐桌的自然食材Art der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerShuili Township, Taiwan在南投慢慢生活老五民宿-2人房Preis116€ Privatzimmer in Shuili TownshipPrivatzimmer · 1 BettSave to Wish List達谷蘭溫泉渡假村,位於南投縣信義鄉東埔溫泉,不僅是東埔最新、最高檔以及網路評價最好的渡假村,最重要的是,這裡是眾多名人媒體來訪如王建民住過好幾次的秘密花園! ※貼心叮嚀:東埔溫泉最近很熱門,建議您提早預訂。且女主人是茶藝達人,專研高山烏龍,值得買些茶回家品茗;另高山地區早晚溫差大,除帶泡湯衣物外,請多加件衫禦寒喔!.非常好的体验,地方赞,设备不错。挺2016-07-27T00:00:00Z房間很漂亮,泡湯還可以看到漂亮風景致瑋2016-12-23T00:00:00ZArt der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerXinyi Township, Taiwan達谷蘭溫泉渡假村 情境雙人房一泊二食Preis118€ Privatzimmer in Xinyi TownshipPrivatzimmer · 1 Bett2 BewertungenSave to Wish List位於玉山山腳下的獨棟房子,為日月潭連接阿里山的中繼站。 平日有八折優惠~Art der UnterkunftGanze UnterkunftObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für16SchlafzimmerXinyi Township, Taiwan新高山夢想家 四人套房Preis106€ Ganze Unterkunft in Xinyi TownshipGanze Unterkunft · 4 BettenSave to Wish List我的房源靠近大眾交通 水里車站。因為戶外空間,您一定會愛上我的房源。我的房源適合情侶、獨自旅行的冒險家、商務旅客、有小孩的家庭、大型團體、毛小孩(寵物)。Art der UnterkunftPrivatzimmerObjekttypBed & BreakfastUnterkunft für2SchlafzimmerShuili Township, Taiwan南投水里 Shuili homestayPreis64€ Privatzimmer in Shuili TownshipPrivatzimmer · 1 Bett123…512…51 – 18 von 74 Bed & BreakfastsGib deine Reisedaten ein, um den Gesamtpreis pro Nacht zu sehen.Taiwan>Taiwan Province>Xinyi TownshipKarteFilterNutzungsbedingungenDatenschutzSitemapAirbnbmag
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
12°sonnig Lochau modernisiert das Strandbad 30.000 Euro pro Schneetag Irmi Kreiter Reinhard Gaurig Jasmin Wurzer Erwin Grinschgl Eveline Hämmerle Peter Wöß Anneliese Wachernig Wendelin Vonblon Walter Schanzl Irma Sperandio Ida Burtscher Nelly Nußbaumer Luis Stemer Hildegard Meisl Fritz Wiehl Waltraud Bell Walter Westreicher Hildegard Gisinger Ausgabe vom Donnerstag, 31. Januar 2019 Ausgabe vom Donnerstag, 24. Januar 2019 Ausgabe vom Donnerstag, 17. Januar 2019 Ausgabe vom Donnerstag, 10. Januar 2019 Ausgabe vom Donnerstag, 20. Dezember 2018 Collegium Bernardi stellt sich beim Tag der offenen Tür vor Ein Stück über die Vielfalt Mensch Ein Schneetag kostet die Stadt 30.000 Euro Schnee: Des einen Freud, des anderen Leid Melancholischer Träumer und Eroica Stichling gefährdet Felchen im See Hexen, Garden und „Hästräger“ in Fußach Neue Amtsleitung in Höchst Feuerwehr arbeitete schon 7500 Stunden am neuen Haus Gemeinnütziger Wohnbau in Hohenweiler nimmt Fahrt auf „Sorgenkind Nahversorgung“ wurde eine Erfolgsgeschichte Modernisierung an Lauterachs „Altem Markt“ nimmt Fahrt auf „Wir treiben es auf die Spitze!“ Premium-Baustelle mit Gemeinschafts-Engagement Nicole Ritter und Marco Kremmel Marianne Wriesnegger und Katharina Endres und Mathias Kalb Ayaz Tasdemir aus Feldkirch Pia Grießler aus Au Lina Celik aus Hard Marco Bence Kovacs aus Lauterach Elias Metzler aus Andelsbuch Oskar Hinteregger aus Wolfurt Laurin Keßler aus Dafins Stefanie Neyer aus Hittisau Paulina Victoria Meier aus Nenzing Matilda Bickel aus Sonntag Aren Ülkeraus Dornbirn Sophia Muxel aus Hittisau Pius Hämmerle aus Lustenau Noah Nusret Cengiz aus Wolfurt Fabian Böhler-Bader aus Andelsbuch Florian Schelling aus Lingenau Irma Müller aus Buch Hannah Maria Gorbach aus Hard Ramazan Porsuklu aus Lauterach Neujahrs­wanderung: „Auf den Spuren Paulina, Linda und Linus genießen den... Weiße Pracht in Massen In den kommenden Tagen sollen große Neuschneemengen ausbleiben. Närrische Südtiroler Der Gesamtverband der Südtiroler feierte sein Faschingskränzle in Nofels. Mit dabei waren Emma und Maria. »4 Hohenems in Narrenhand Die Mäschgerle ließen sich den Landesnarrentag nicht vom kalten Wetter verderben. »14 Vereine starten ins Jahr Aktive und passive Vereinsmitglieder sowie Vorstandsmitglieder kamen zum Neujahrsempfang im Vinomnasaal. »6 Der MV Lustenau ehrte jetzt verdiente Mitglieder wie Werner Huber, der dem Verein seit 35 Jahren die Treue hält. »4 Heiratswillige sind am Wochenende bei der Hochzeitsmesseim Jonas-Schlössle gut aufgehoben. »3 Wenn am Sonntag der Umzug mit internationaler Beteiligung in Fußach stattfindet, wird die Gemeinde zur Narrenhochburg. »8 Weiße Pracht im Hofsteig Die Schneemassen der vergangenen Tage machten die Hofsteig­gemeinden zu einer Winterlandschaft. 2000 Menschen führen Demo in Dornbirn fort Demonstration für menschliches Asylrecht findet auch am neuen Standort Marktplatz regen Zulauf. »3 Lustenau hat bald 24.000 Einwohner Österreichs größte Marktgemeinde wird noch größer. Politik reagiert mit Investitionen, vor allem in Bildung. »3 HundgerechteMarktgemeinde Nenzing harmonisiert mit neuer Hunde- verordnung das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern. »3 Areal beim „Alten Markt“ im Umbruch Fahrplan für „Wohnen PLUS“ in Langenegg Zieleinlauf fürNofler Apotheke Beschwerden zurückgezogen, Antrag ist durch. Räumlichkeiten in der Novale stehen bereit, Umsetzung wird vorbereitet. »3 Klauser Sparkurs soll sich bezahlt machen Zurückhaltender Finanzplan in der Höhe von 9,9 Millionen Euro beschlossen. Weitere Schuldentilgung angestrebt. »3 (Kl)eine Abfalllösung für Dalaaser Gemeinde errichet Abfallsammelzentrum bei der „Bettlerküche“; im Frühjahr folgt der Feinschliff. »12 10.819 Stunden im Einsatz für Koblach Das Jubiläumsjahr kann aus Sicht der Trachtengruppe kommen Firstbaum für neues Wohnbauprojekt in Egg Im Egger Ortsteil Pfister errichtet die Wohnbauselbsthilfe eine Kleinwohnanlage mit 13 Einhei­-ten in zwei Baukörpern. »12 XXXLutz erhält größere Verkaufsfläche und Tiefgarage. Ausbau des Kreuzungsbereiches L 190/Karl-Höll-Straße geplant. »4 Warum jedes Haus einen Baum brauchen kann Moderne Roboteranlage für das BORG in Lauterach Diese Neugeräte werden im Unterricht viele neue Möglichkeiten eröffnen. »6 Bregenzerwälder Zünfte planen die Handwerksausstellung 2019 Bei den Wälder Zunfttagen wurden Pläne für die kommenden Monate präsentiert. »4 Lustenau hat schon bald 24.000 Einwohner Die Bewältigung der Schneemassen kommt Stadt Bregenz teuer. »3 Altbürgermeister Hans-Dieter Grabher erzählt Gesund im Winter »18 Gesund im Winter »26 Wiedergewählter Feuerwehrkommandant Jürgen Amann legte bei Jahreshauptversammlung den Vereinsbericht 2018 vor. »3 Pflege auf Dornbirns politischer Agenda Bei der Jahreshauptversammlung der Stadtmusik Bludenz:Edgar Fleisch (r.), Ceyda Dogan und Zsolt Ardai. Neue Wohnanlage entsteht in der Leiblachtalgemeinde. »14 Neues aus den Vereinen »30 Zahl 13 brachteGewinnern Glück Rankweil Am Montag fand die Schlussziehung der Weihnachtslosaktion 2018 statt. Der größte WebsaalÖsterreichs Von der alten Mühle zur Großweberei bis zur Fachhochschule. Abfall 17. bis 24. Jänner Alberschwende Freitag, 18. Jänner: Restmüll... Spannende Duelle der Hockey-Youngsters U11-Turnier in der Lustenauer Rheinhalle. VersammlungBILDSTEIN Der Kameradschaftsbund hält seine Jahreshauptversammlung am Freitag, 18. Jänner, um 20... Bregenz Neben dem Privaten Gymnasium betreibt das Collegium Bernardi – Katholische Privatschulen... Schurken-Alarmin der Alpenstadt Bludenz Diesen Samstag, 19. Jänner, dürfen sich alle Musikbegeisterten ab 20 Uhr auf ein... Keine Tür hält die Feuerwehren aufFeldkirch, Klaus Ein medizinischer Notfall hinter verschlossener Tür – nicht erst einmal musste hier die... klausDonnerstag, 24. Jänner: Keine Tür hält die Feuerwehren auf Feldkirch, Klaus Ein medizinischer Notfall hinter verschlossener Tür – nicht erst einmal musste hier die... Altstadt Zone 1Mittwoch, 23. Jänner: Bioabfall,... Für die geplanten Sanierungsarbeiten an der Volksschule Nenzing wurden in der jüngsten Gemeindevertretungssitzung verschiedene Vergaben beschlossen: Elektroplanung 27.670 Euro, Bauphysik 19.300 Euro, Bauleitungsarbeiten knapp 46.500 Euro sowie für Statik und die konstruktive Bearbeitung mit knapp 40.000 Euro. Die Sanierung soll heuer starten. EM Nenzing Viele Eltern sind verunsichert: Was ist in der Erziehung Klarheit, was Autorität? Bregenz Die Stadt Bregenz zeigt am Dienstag, 22. Jänner, und am Mittwoch, 23. Jänner, jeweils 20... Bildstein Gelber Sack: Montag, 21.... Konzert mit Musik aus Paris der 1920erSamstag,... Langenegg Auf Hochtouren laufen die Bauarbeiten an dem Projekt „Wohnen PLUS“ im Zentrum von... Lauterach „Das Engagement von Reinhard Schertler, Joachim und „Menschlichkeit ist wetterfest“ dornbirn Auch widrigste Wetterverhältnisse hielten die Menschen am Dornbirner Marktplatz am Sonntag... BREGENZ Die Kinder hatten ihre größte Freude, als es dieser Tage schneite wie schon seit Jahren... Koblacher Florianijünger lassen 2018 Revue passieren Koblach Kommandant Jürgen Amann konnte bei der 114.... Nofels bekommt eine Apotheke Feldkirch Die Apothekenversorgung in Feldkirch steht schon seit Jahren in Diskussion. Klaus wirtschaftet weiter mit Vorsicht Klaus Noch vor dem Ablauf des vergangenen Jahres haben die Gemeindevertreter in Klaus das Budget... Wachsende Bevölkerung erfordert Investitionen lustenau Zum Stichtag 31. Dezember 2018 lebten in Lustenau 23.888 Menschen. Nenzing Exakt 343 Hunde sind momentan in der Marktgemeinde Nenzing registriert. Kinder-Skilift für gelebtes Miteinander Ludesch Vor über 30 Jahren wurde auf dem zu Ludesch gehörenden Ortsteil Bofel ein Skilift... Gymnasium Bludenz goes Uni Liechtenstein Bludenz Anlässlich einer Kooperation des Bundesgymnasiums Bludenz mit der Universität... Eishockey-DerbyLustenau Am heutigen Donnerstag, dem 17. Jänner, steigt im Rahmen der 33. Runde in der Alps Hockey... Im Zeichen von Kräuter und Solidarität Bludenz Monika Rietzler ist seit ein paar Jahren im Team des sogenannten... Bevölkerung in Fraxern wächst stetig 756 Einwohner, zehn Geburten, vier Todesfälle. Ein Muss für alle, die heiraten wollen: die Hochzeitsmesse im Jonas-Schlössle. Im Förderwesen bleibt vieles unverändert Stadt setzt lediglich sechs von 13 Rechnungshofempfehlungen um. Bregenz Morgen, Freitag, 18. Jänner, findet um 16 Uhr im Austriahaus in Bregenz eine musikalische... KirchlicheDaten Bludenz Kürzlich veröffentlichte die katholische Kirche die jährliche Statistik zu Kirchenaus-... Kaffeekränzle im Fohren Center bludenz Am Samstag, 26. Jänner, laden die SPÖ-Frauen Bludenz zu ihrem heurigen Kaffeekränzle in... Nenzinger Vierbeiner 343 Hunde sind registriert110 verschiedene... Länge 45 MeterHöhenunterschied 7... Lauterach Gut Ding braucht Weile – aber jetzt macht der Möbelriese XXXLutz in Lauterach wirklich... Zunfttage im Wald stellen Weichen für Jubiläumsschau Egg, Alberschwende Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – auch die traditionelle Bregenzerwälder... Von Uhrzeit-Betrachtungen Bludenz Die Galerie allerArt in Bludenz, für deren künstlerisches Programm Musikverein Lustenaumit neuem Vorstand lustenau Vergangenen Samstagabend trafen sich die Musikanten des Musikvereins Lusten­au zum... Wenn ein Witz den nächsten jagt Feldkirch Obwohl es österreichisch klingt, gehört Südtirol seit dem Jahr 1921 zu Italien. Es krachte im Kreisverkehr dornbirn Der Lindaupark zieht viele Einkaufsfreudige an. BREGENZ Mit den Schneemassen der letzten Tage kommen auch schweißtreibende Pflichten auf die... Götzis Hausherr und Direktor Thomas Rothmund fand passende Grußworte... BREGENZ In ihrem Meisterkonzert entführen die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Ereignishorizont imBildungshaus Batschuns Zwischenwasser Am Donnerstag vergangener Woche fand im Bildungshaus Batschuns die Eröffnung der... Rockiger Spendenerfolg Mäder Nach dem Jubiläums-konzert 2017 anlässlich des 20. Jahrestags der Gründung der White... Bürs budgetiert heuer13,5 Millionen Bürs Einstimmig beschloss die Bürser Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung den... Einzigartiges Familientreffen Meiningen Der Elternverein Einzigartig für Menschen mit Behinderung lädt am Freitag, 25. Jänner,... Der Volleyballnachwuchs probt Feldkirch Der Sparkassencup der Nachwuchsvolleyballer bringt am 19. und 20. Jänner 13 Teams aus... Wie man Kinder in der Trauer gut begleitet Dornbirn Krankheit und Tod im nahen Umfeld machen oft selbst hilflos. Am Freitag, 25. Jänner, geht’s im Reichshofsaal närrisch-musikalisch zu, wenn ab 19.30 Uhr die Rheintalische Musikschule zum Faschingskonzert aufspielt. Kinderorchester, Jugendsinfonietta und große Sinfonietta spielen zeigen ihr Können. Gemeinde BORG Werkstatt lud zum Jubiläumskonzert Andreas Duscha: „Auch die kaputte Uhr . . .“ Galerie allerArt, Bludenz Montag bis Freitag:8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr Den Ruhestand aufdrei Säulen gestellt lustenau 17 Jahre war Hans-Dieter Grabher Lustenaus Gemeindechef. FUSSACH Ein besonders aktuelles Thema stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Gemeinde... BORG Lauterach rüstet Labor für Natur-Wissenschaft-Technik Lauterach Am Wochenende lud das BORG Lauterach zum Tag der offenen Tür – und konnte dabei als... Wohlklingende Bilanz Bludenz Die Stadtmusik Bludenz lud dieser Tage zu ihrer Jahreshauptversammlung ins Zemma und nutzte... Schülerinnen versus Plastik Bludesch, Fontanella „Es ist uns wichtig, dass unsere Arbeit auch einen gemeinnützigen Sinn macht“,... Mit Musik, Tanz, Halligalli und Sicherheit ins neue Vereinsjahr Rankweil Mehr als 120 Vereine gibt es in Rankweil. Dornbirn rückt Thema Pflege in den Fokus dornbirn Ein eigenes Krankenhaus, zwei städtische Pflegeheime, ein gut funktionierender... Der EC Bregenzerwald steht im „Final-Four“ Andelsbuch, Dornbirn Im Entscheidungsspiel um den Einzug in das „Final Four“-Turnier, in dem es um dem Titel... Was über Bord geht –und was bleibt FELDKIRCH Zwei besondere Schriftsteller eröffneten das Literaturjahr im Theater am Saumarkt: Während... Kultur und Geselligkeit am „Sonntag Nachmittag“ Götzis Mit Auftritten bekannter und beliebter Künstlerpersönlichkeiten startet das Bildungs- und... Traditioneller Brennertreff in Altach Am Samstag lädt der OGV Altach zum Brennertreff in den Vereinsschopf. Mit zwei klaren Erfolgen starteten Montfortstädter ins neue Jahr. Österreichische Schülermeisterschaftenim Biathlon Schoppernau Nach der erfolgreichen Durchführung der Österreichischen Schülermeisterschaften im... Feuerwehr im EinsatzDornbirn Innerhalb kürzester Zeit gelang es der Feuerwehr, einen Containerbrand zu löschen. Hoher Besuch bei den E-Werken Frastanz FRASTANZ Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung besuchte kürzlich Landesrat Empfang für Gemeindebedienstete Marktgemeinde dankte und ehrte Mitarbeiter. LeinwandLoungeBLUDENZ Im Zuge der Veranstaltungsreihe LeinwandLounge wird am Mittwoch, 23. Jänner, das deutsche... Obmann Edgar FleischVizeobmänner... Mut machen, Courage zeigen, Protest anmelden FEldkirch Mut, Courage und Protest: Mit ihrem Frühlingsschwerpunkt 2019 widmen sich die Montforter... Genuss Region Österreich stellt im Wald Weichen für Zukunft Mellau, Egg Vor rund 15 Jahren hat sich in Oberösterreich die Initiative „Genuss Region“ formiert... Trachtengruppe stellt Weichen für Jubiläumsjahr 2020 lustenau Traditionell zu Beginn des neuen Jahres fand die Jahreshauptversammlung der Trachtengruppe... Internationaler Faschingsumzug am Sonntag, 20. Jänner, – Bus fährt ins Dorf. Mit Drehleier und Dudelsack in neue Klangwelten Götzis Die fünf Abo-Konzerte des Concerto Stella Matutina holen 2019 die Musikstile... Endphase für die Weltgymnaestrada rückt näher Rankweil „Es gibt noch viel zu tun. Winterlicher Walserreigen Raggal Der Wirtschaftsverein und Tourismus Großes Walsertal luden kürzlich zum Neujahrsempfang... Schruns Die Teilnehmer der Nutzungsgruppe der Initiative „Naturverträglicher Wintersport im... Doppelter Sieg für den SSV dornbirn Die SSV-Damen gewannen vergangenes Wochenende gegen das Tabellenschlusslicht ATV Trofaiach... cafeMinzeklaus Im Foyer der Mittelschul-Turnhalle in Klaus lädt das cafeMinze heute, Donnerstag, von 15... Senioren-MittagstischAltach Der Mobile Hilfsdienst und das Sozialreferat der Gemeinde Altach laden heute,... Höchst Alexander Thaler war bisher Amtsleiter der Gemeinde Thüringen. Alles Discobei SC Admira Dornbirn DORNBIRN Am 2. Februar 2018 wird auf der Sportanlage im Rohrbach wieder ausgiebig „gmaschgrat“. Bulldogs Kids startetenins neue Jahr DORNBIRN Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres standen für die Nachwuchscracks der Bulldogs... Nenzing Da trifft sich das Who ist who des Walgaus: Diesen Samstag, 19. Jänner, lädt die... Musizieren und gutes Tun St. Gallenkirch Im Rahmen des dezemberlichen Adventkonzertes einer Bläsergruppe und eines... Gefahren des Alltagsauf der Bühne St. Anton Am morgigen Freitag, 18. Jänner, wird um 14.30 Uhr im Turnsaal der Volksschule St. Anton in... Weltgymnaestrada in Rankweil vom 7. bis 12. Juli 2019 Veranstalter: Turnerschaft Rankweil/Marktgemeinde Rankweil ABo-Konzerte 2019 1. L‘ amore a Napoli Svetlina Stoyanova, Mezzosopran Lochau Einstimmig hat die Lochauer Gemeindevertretung den Budgetvoranschlag für das Jahr 2019 mit... „Jedes Hausbraucht einen Baum“ dornbirn Es fühlte sich fast so an wie ein erholsamer Kurzurlaub. FRASTANZ Auch nach den Festlichkeiten zum 70-Jahre-Jubiläum ist sich der Schilift Bazora treu... Kindergarten „Am Schlatt“ besuchte Dorfbeck Die Kleinsten backten Zöpfe, Brezen und Kekse. Egg So lautet das Thema des Kunstprojekts, mit dem Kuno Kinderkultur am Samstag, dem 19.... Sulzberg In Thal b. Sulzberg entpuppt sich erst nach genauerem Hinsehen die Baustelle hinter der... Punktelose Wienreisefür die Wildcats lustenau Zum Auftakt ins neue Jahr stand für die Damen der EHC Wildcats Lustenau gleich ein... „Leidenschaft und Inspiration“ Feldkirch Beim 20. Neujahrsempfang der Stadtmusik Feldkirch bezog sich Vorstand WanderungGASCHURN Am morgigen Freitag, 18. Jänner, wird in Partenen eine romantische Feuerschalen-Wanderung... GARGELLEN Verschneite Berglandschaft, frische Bergluft und 300 motivierte Damen. Große Schwimmveranstaltung im Dornbirner Stadtbad. Auch die Skischule im Ausnahmezustand Schruns Bei Sturm und dichtem Schneetreiben warteten die Skilehrer der Skischule Schruns dieser... Fünffaches Glück Jungbauer Elias freut sich über Zuwachs im Stall. Familiäres Flair mit Fernblick Kleinskigebiete der Region Schilift Bazora Dem Schneechaos zum Trotz Firstfeier für Wohnbau in Egg Egg Angesichts der Wetter- und Schneesituation in den vergangenen Tagen mag diese Ankündigung... Hohenweiler Zu Pfingsten (8./9. Juni) ist die feierliche Eröffnung des neuen Gerätehauses der... Neues Graf Hugo öffnet Tür und Tor Feldkirch 42 Räume auf vier Geschoßen stehen seit Anfang Jänner im neuen Graf Hugo für die... In ein neues Konzertjahr dornbirn Passend ist man vergangenen Freitag in die neue Konzertsaison im Engel gestartet. PensionistentanzDornbirn Am heutigen Donnerstag, 17. Jänner, von 14.30 bis 17.30 Uhr findet der monatliche... AusstellungFeldkirch Der ESV Feldkirch Sektion Foto präsentiert in einer Ausstellung in der Sparkasse die... Galaktisches Altherrenturnier FRASTANZ Insgesamt 17 Mannschaften traten heuer an den zwei intensiven Turniertagen des... Warm-up für die Depeche-Mode-Party Pop&Wave-Auftakt vor Jubiläum im Mai. Hohenweiler Direkt gegenüber der Pfarrkirche hat eine Kleinwohnanlage der Vogewosi derzeit noch... Das Land startete in Hohenems in die fünfte Jahreszeit hohenems Am vergangenen Sonntag organisierten die Embser Schlossnarren nach 1983, 1999, 2009 und 2015... RodelrennenALBERSCHWENDE Am Samstag, 2. Februar, findet das Rodel- und Zipfelbob-Rennen der Vereine statt. Inspirierender Empfang FRASTANZ Als Gastredner auf dem diesjährigen Neujahrsempfang der Marktgemeinde Frastanz, der... KLÖSTERLE Manche Situation muss man selbst erlebt haben, um sie richtig einschätzen zu können. LesecaféBraz Das nächste Lesecafé findet am Mittwoch, 23. Jänner, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr im... Biogarten Der Winter hat nun ohne Zweifel das Ländle voll im Griff. Hohenweiler Der Jahreswechsel 1998/99 war in Hohenweiler ein „schwarzer Tag“, denn zu Silvester... VereinsrennenBlons Der USV Blons lädt diesen Sonntag, 20. Jänner, zur Vereinsmeisterschaft nach... Babystartpaket neu fürwerdende Eltern in Ems hohenems Zum Start ins neue Jahr hat man sich im Hohenemser Rathaus mit dem neuen Babystartpaket... Most auf dem Prüfstand Ludesch Alle zwei Jahre wird in Ludesch eine Mostprämierung durchgeführt. „Bonsoir Paris“ beimHohenemser Sängerball hohenems Am Samstag, 26. Jänner, steht um 20 Uhr in der Otten Gravour mit dem traditionellen... Kommunikationsabteilungmit neuer Mitarbeiterin hohenems Nadine Fitz unterstützt seit Anfang dieses Monats das Team der... Michelle Hoferund Sascha Wolffdornbirn Michelle Hofer aus Lustenau und Sascha Wolff... Schülerbetreuung in denkommenden Semesterferien hohenems Auch in den kommenden Semesterferien, die vom 11. bis 16. Februar dauern, bietet die Stadt... Säuglings- und Kinder-Notfallkurs Rotes Kreuz bietet bei „Ringareia“ einen Kinder-Notfall-Kurs an. lustenau „Still und heimlich und ganz ohne Gäste, nur wir beide – Bräutigam und Braut, nicht... Linus FeistenauerHöchst Bereits vor zehn Jahren hatte Marianne Wriesnegger, die... Scheidegg Am 5. Jänner gaben sich Katharina Endres und Köstlicher Rezepttipp für die „fünfte Jahreszeit“. Bundesgymnasium Feldkirch-Rebberggasse Am letzten Schultag vor Weihnachten bekamen die achten Klassen unseres Gymnasiums die... VS Frastanz-hofen „Engel über Licht und Schatten“ nannte Elmar Trenkwalder... „Tango Argentino“in der VHS hohenems Am Sonntag, dem 27. Jänner, treffen sich „Tango Argentino“-Tänzer aus dem ganzen... SteuersprechstundeHohenems Eine kostenlose Sprechstunde für alle Steuerfragen findet am heutigen Donnerstag, 17.... Golden Age oderTanzen macht Freude Musikschule Montafon Tanzen, bewegen, sich frei und unbeschwert fühlen – unter diesem Motto lädt die... Eine erfreuliche Überraschung gab es unlängst für den Elternverein der Volksschule Frastanz-Hofen. Dieser bekam von den E-Werken einen Heißgetränkeautomaten gesponsert, welcher auch promt angeliefert und ausprobiert wurde. Rainer Hartmann, Geschäftsführer der E-Werke, und EV-Obfrau Karin Meusburger zeigten sich begeistert. E-Werke-Frastanz/Matthias Decker Arpeggione-Matinee im Palast hohenems Das Kammerorchester Arpeggione präsentiert im Rahmen einer Matinee am Sonntag, dem 27.... 21. Dezember 2018 Als zweites Kind von Bircan und... Jodok Moosbruggeraus Au 31. Dezember 2018 Früh am Morgen wurde ich mit 3244 g und 50 cm im KH Dornbirn... Pia Steurer aus Riefensberg 3. Jänner 2019 Mit 3436 g und 49 cm erblickte ich um 12.43 Uhr im... Lukas Griessmaieraus Dornbirn 31. Dezember 2018 Als zweites Kind von Sandra... Mia-Sophie Kohleraus Dornbirn 3. Jänner 2019 Als erstes Kind von Vanessa Kohler... Pius Hämmerleaus Lustenau 29. Dezember 2018 Als erstes Kind von Andrea und... Aurelio Fink aus Alberschwende 3. Jänner 2019 Bei meiner Geburt um 11.05 Uhr im Krankenhaus Dornbirn wog... Eliah Bischofaus Fußach 20. Dezember 2018 Ich erblickte als erstes Kind von Luisa Mayerhoferaus Dornbirn 29. Dezember 2018 Hallo, ich bin Luisa! Luca Hafneraus Dornbirn 30. Dezember 2018 Um 22.40 Uhr wurde ich im KH Dornbirn mit 2962 g und 51 cm... Damian-Kyrie Scheiberaus Lustenau 30. Dezember 2018 Nach Noel-Liam bin ich das zweite Kind von 24. Dezember 2018 Ich wog 3385 g und war 50 cm groß, als ich um 18.41 Uhr als... 9. Dezember 2018 Ich erblickte um 21.29 Uhr im LKH Bregenz das Licht der Welt,... 22. Dezember 2018 Als ich um 12.28 Uhr als erstes Kind von 24. Dezember 2018 Mit 4020 g und 54 cm kam ich um 15.58 Uhr im... 24. Dezember 2018 2920 g schwer und 51 cm groß war ich bei meiner Geburt um... 21. Dezember 2018 Mein großer Bruder Emilio freut sich mit 26. Dezember 2018 Bei meiner Geburt um 18.47 Uhr im Landeskrankenhaus Bludenz... 24. Dezember 2018 Meine Eltern Sonja und 26. Dezember 2018 Ich wog 3046 g und war 49 cm groß, als ich um 10.44 Uhr im... 26. Dezember 2018 Bei meiner Geburt um 12.15 Uhr im Landeskrankenhaus Bregenz... und Marco Kremmellustenau „Still und heimlich und ganz ohne Gäste, nur wir beide – Bräutigam und Braut, nicht... Fatma und Baris Isleyen lustenau, frastanz Gleich zu Beginn des neuen Jahres feierten ­Fatma Kocaoglu aus... und Sascha Wolffdornbirn Michelle Hofer aus Lustenau und Sascha Wolff... BEZAU Am 9. Dezember 2018 empfing Laura das heilige Sakrament der... Schwarzach Laura empfing am 23. Dezember 2018 das heilige Sakrament der... 26. Dezember 2018 Bei meiner Geburt um 23.09 Uhr im Krankenhaus Dornbirn wog... 27. Dezember 2018 Ich kam um 11.45 Uhr mit 4038 g und 53 cm im... 29. Dezember 2018 Ich erblickte um 6.31 Uhr als erstes Kind von 28. Dezember 2018 Bei meiner Geburt um 1.01 Uhr im Landeskrankenhaus Bregenz... 29. Dezember 2018 Als ich um 13.47 Uhr als erstes Kind von 30. Dezember 2018 Ich wog 3706 g und war 49 cm groß, als ich um 14.44 Uhr im... 28. Dezember 2018 Meine Eltern Angela Pußwald und... 26. Dezember 2018 Thomas freute sich mit Melanie Böhler... SV Lochau Stocksport Bei der am Wochenende in Dornbirn ausgetragenen 1. Landesklasse der... Ehrenfeier des Seniorenbund Lustenau seniorenbund lustenau Mitte Dezember fand im Reichshofsaal der traditionelle Adventnachmittag Seniorenbund... Großes Interesse am Infonachmittag HLW Feldkirch „HLW – hier läuft was“ – unter diesem Motto fand am Freitag, 11. Jänner, der... Emser Turnerschaftemser turnerschaft Bei der Weihnachtsfeier der Hohenemser Turnerschaft in der Sporthalle Herrenried... Abend der offenen Tür am BORG Götzis BORG Götzis Am Donnerstag, 24. Jänner, findet zwischen 19 und 22 Uhr am BORG Götzis ein „Abend der... Neujahrswanderung: „Auf den Spuren der Seligen Ilga“ Radteam perpedales Bestens ausgerüstet startete die Wandergruppe des Radteam perpedales unter der Führung... 4. Zielsportrunde in der Vorarlbergliga USG Andelsbuch Die USG Andelsbuch siegte gegen SG Frastanz mit 3:1. Jahresprogramm-Präsentation bei Jahreshauptversammlung PVÖ Hard Während draußen tiefster Winter herrschte, trafen sich die Mitglieder des... Die neue Vereinsspitze stellt sich vor naturfreunde dornbirn Die Ortsgruppe Dornbirn der Naturfreunde hat eine neue Vereinsspitze. Karate - Schnupperkurs für Väter und Kinder Vorarlberger Familienverband Wer möchte ihn nicht haben, den schwarzen Gürtel im Karate? Siv Mikalsen und Magnus EttlingSchruns Am 11. Jänner gaben sich Siv Mikalsen... Paulina Victoria Meieraus Nenzing Mathias Stefan Sicoeaus Bludenz 3. Dezember 2018 Bei meiner Geburt im LKH Feldkirch wog ich 1500 g und war... Elina Amannaus Schnifis 19. Dezember 2018 Ich erblickte im LKH Bludenz das Licht der Welt. Nadja Juenaus Tschagguns 23. Dezember 2018 Ich bin nach Sarah das zweite Kind... Ayaz Tasdemiraus Feldkirch 23. Dezember 2018 Mit 4020 g und 54 cm kam ich im LKH Feldkirch zur Welt. Marco Bence Kovacsaus Lauterach 24. Dezember 2018 Ich kam als erstes Kind vonStefanie... Laurin Keßleraus Dafins 1. Dezember 2018 Mein großer Bruder Emilio freute sich mit meinen Eltern,... Lukas Franzelinaus Nenzing 21. Dezember 2018 Als ich im LKH Bludenz um 17.53 Uhr das Licht der Welt... Fabian Wehingeraus Vandans 28. Dezember 2018 Ich wog 3210 g und war 50 cm groß, als ich am 28. Dezember... David Almbergeraus Lorüns 25. Dezember 2018 Ich erblickte im LKH Bludenz um 21.17 Uhr das Licht der Welt,... Irma Mülleraus Buch 28. Dezember 2018 Ich erblickte im LKH Bregenz um 01.01 Uhr das Licht der Welt. Yusuf Keskinaus Bludesch 1. Jänner 2019 Ich bin nach Elyesa das zweite Kind von Ronja Suntesic Hermannaus Schlins 1. Jänner 2019 Als drittes Kind meiner Eltern, Petra... Lea Nöblaus Muntlix 1. Jänner 2019 Als drittes Kind von Petra und... Aurel Georg Fleischaus Schruns 25. Dezember 2018 Ich kam als erstes Kind von Matilda Bickelaus Sonntag 26. Dezember 2018 Ich kam als erstes Kind von Adrian Walteraus Thüringen 24. Dezember 2018 Als ich im LKH Bludenz um 21.15 Uhr auf die Welt kam, wog ich... Lena Wiesneraus Lech 27. Dezember 2018 Meine Eltern, Franziska und Rafael Galehraus Nüziders 29. Dezember 2018 Als ich im LKH Bludenz um 7.59 Uhr das Licht der Welt... NÜZIDERS Am 12. Jänner wurde Rosalie Vögel, das dritte Kind von nüziders In der St. Vinerkirche erhielt am 29. Dezember Leon Passenegg,... Ludesch Am 25. November erhielt Frederik in der Kirche St. Sebastian in... Schwarzach Laura empfing am 23. Dezember das heilige Sakrament der Taufe. Burcu Polat und Erdin Gürdap dornbirn Mit einem schnellen Hochzeitswagen, einem Ford Mustang, kam der Bräutigam am 18. Jänner... Serpil und Kanber Ipek dornbirn Am Freitag, 18. Jänner, führte Kanber seine Braut Liam Lampertaus Satteins 4. Jänner 2019 Ich kam als erstes Kind vonNadine... Leo Christian Scheibenstockaus Nenzing 6. Jänner 2019 Ich kam als erstes Kind vonSarah... Lenia Rosa Vergotaus Vandans 5. Jänner 2019 Als zweites Kind meiner Eltern, Benett Baaraus Feldkirch 4. Jänner 2019 Bei meiner Geburt im LKH Feldkirch um 13.03 Uhr, wog ich Michelle Hofer und Sascha WolffLustenau Genau vor zehn Jahren haben sich ihre Wege gekreuzt. Offene Jugendarbeit vorarlberg Von Mo., 11. bis Fr., 15. Februar findet das legendäre Ski- und Snowboardcamp der Offenen... Patricia Schorn und Stefan Pecina BLudenz Am 4. Jänner tauschten Patricia Schorn und Bregenzer Faschingsgesellschaft Am Freitag, den 25. Jänner 2019 findet im Festspielhaus Bregenz der 50. Gildenball unter... Melih Kocaus Feldkirch 25. Dezember 2018 Meine Geschwister Berna, Melek und... Annika Jentschaus Götzis 26. Dezember 2018 Ich bin um 21.21 Uhr im Krankenhaus Dornbirn geboren. Paul Keckeisaus Dafins 25. Dezember 2018 Meine Eltern Martina Klien und... 24. Dezember 2018 Als ich im LKH Bludenz das Licht der Welt erblickte, wog ich... 24. Dezember 2018 Mit 4020 g und 54 cm kam ich im LKH Feldkirch zur Welt. 3. Dezember 2018 Ich bin nach Tania Maria das... Johannes Walter Dietrichaus Schnepfau 14. Dezember 2018 Ich erblickte im LKH Bregenz um 18.58 Uhr das Licht der Welt. 21. Dezember 2018 Mein großer Bruder Emilio freut... Liah Theresia Vogtaus Feldkirch 25. Dezember 2018 Meine Eltern Selina Vogt und Mitteldrittel macht den Unterschied EHC Montafon Keinen Schönheitspreis, dafür aber drei Punkte bringt das 4:2 (1:0; 3:0; 0:2) gegen EHC... Samanta Maya Naeaus Schnifis 31. Dezember 2018 2950 g schwer und 49 cm groß war ich bei der Geburt im LKH... 1. Jänner 2019 Meine Schwester Elyesa freute sich... Joshua Steven Ellensohnaus Schlins 31. Dezember 2018 Ich bin nach Sara Jo das zweite... Magdalena Nachbauraus Meiningen 1. Jänner 2019 Als ich im Landeskrankenhaus Feldkirch um 5.12 Uhr zur Welt... Aldon Januziaus Frastanz 27. Dezember 2018 Ich bin nach Alenda das zweite... 28. Dezember 2018 Ich kam nach Leonard und 1. Jänner 2019 Mit 2885 g und 46 cm kam ich im Landeskrankenhaus Feldkirch... Lena WiesnerLech 27. Dezember 2018 Meine Eltern Franziska und 1. Jänner 2019 Ich kam nach Iannis und Aaron Hartmannaus Zwischenwasser 27. Dezember 2018 Bei meiner Geburt im Landskrankenhaus Feldkirch wog ich 3160... David Madleneraus Viktorsberg 31. Dezember 2018 Mit 2060 g und 45 cm kam ich um 22.22 Uhr im... Samuel Margreiteraus Feldkirch-Tosters 29. Dezember 2018 Nach Diego bin ich das zweite Kind... Bürgermusik Höchst Am 1. Dezember 2018 fand das Benefizkonzert der Höschter Mini- und Jungmusig gemeinsam mit... Weihnachtszeit mit der Feldkircher Liedertafel Feldkircher Liedertafel Großen Beifall gab es für die „Liedertafel Neu“ unter der Führung der ambitionierten... Pizzalieferung „us dr Gondl“ Muttersberg Seilbahn In Folge 106 der TV-Serie „us dr Gondl“ hat Andreas Seeburger... der Seligen Ilga“Radteam perpedales Bestens ausgerüstet startete die Wandergruppe des Radteam perpedales unter der Führung... Adventfahrt zu Kastelruther Spatzen Seniorenclub Bludenz Adventsfahrt zum Weihnachtskonzert mit den Kastelruther Spatzen – 48 Mitglieder des... Feuerwehr Bludesch Kommandant Martin Plangg begrüßte am Samstag den 12.01.2019... Agility Ländlecup 2018 Hundesportverein RANKWEIL/Sektion Agility Preisvergabe zum Agility Ländlecup 2018 für Vorarlberg und Tirol. Blutspendedienst Feldkirch Die Blutspendeaktion in Mäder, Johann Josef Ender Saal am 18. Dezember war ein toller... Kunst-Auktion zugunsten Jugend- zentrum FeldkirchOffene Jugendarbeit Feldkirch Ein Artikel der Offenen Jugendarbeit Feldkirch: Art for Hugo Future. Besuch der Firma 11er Seniorenrunde Rankweil Am 9. Jänner besuchten 47 interessierte Rankler Seniorenründler die Firma 11er in Frastanz.
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Immobilien - Idar-Oberstein - großes, exklusives Anwesen Erstbezug nach kompletter Sanierung Gesamt: 118290 Idar-Oberstein: großes, exklusives Anwesen Erstbezug nach kompletter Sanierung Musikzimmer EG Küche Teilansicht (im Aufbau) Neues Bad Zugang vom Schlafzimmer OG Ankleidezimmer neben Schlafzimmer OG Kinderzimmer oder Homeoffice OG großer Balkon 12m² OG Zweites Bad im OG Biotop mit Fischbesatz Freisitz mit Grill Bodenrichtwert / Lageplan Bauplan Ansicht Briesbach 25 Diese schöne und repräsentative Immobilie bietet den idealen Rückzug in eine Welt voller Ruhe, Harmonie und Erholung. Das Anwesen wurde ursprünglich in 1960 massiv erbaut. Im Verlauf der Jahre wurde das Haus erweitert und stets modernisiert. Das Anwesen mit über 400m² Wohnfläche kann sowohl als Zweifamilienhaus als auch als Einfamilienwohnhaus genutzt werden. Der Garten ist wunderschön mit einheimischen Stauden, Bäumen, einem Biotop mit Fischbesatz und Sträuchern angelegt. Das Anwesen wurde in 2019 mit hochwertigen Materialien komplett renoviert. Das Anwesen besticht nicht nur durch seine hochwertige Ausstattung, sondern auch durch die durchdachte Raumaufteilung und die großzügige Aufteilung der sonnendurchfluteten, hellen Räume. Das exklusive Ambiente bietet hohe Wohnqualität und ein harmonisches Gesamtbild. Der Stadteil Tiefenstein steht für repräsentatives und adäquates Wohnen. Das Anwesen steht in einer verkehrsarmen Sackgasse umgeben von Natur. Ein Traum für Kunden die auf der Suche nach einer extravaganten, großen Immobilie in einer TOP-Wohnlage sind. Eine aktuelle Wertermittlung wurde durchgeführt und wird bei der Besichtigung selbstverständlich vorgelegt. Massiv in 1960 erbaut. Mit Anbau/Neubau erweitert. Erstbezug nach völliger Sanierung/Modernisierung: In 2019 komplett modernisiert und renoviert. Fertigstellung in 11.2019. (neue Heizung, Sanitär, Bäder, Dämmung, Außenputz, Malerarbeiten, Bodenbeläge, neue, hochwertige Einbauküche, Fenster, etc) Übersicht / Raumaufteilung: 400,62m² Wohnfläche insges. 11 Zimmer, Küche, 3 Bäder, große Doppelgarage im Haus integriert, Terrasse, große Gartenanlage mit Gewächshaus, überdachtem Grillplatz, Biotop mit Fischbestand - 2 Wohnräume (Gästezimmer, Kinderzimmer, etc.) - Musikzimmer (40m²) - Küche (24m²) mit neuer unbenutzter hochwertiger Einbauküche - Wohnbereich mit offen. Kamin (65m²) mit separatem Bad en Suite und begehbarem Schrank 8m² - Balkon ca. 12m² Große Doppelgarage im Haus integriert Große Gartenanlage mit Terrasse (ca. 56m²) Ruhige Lage an verkehrsberuhigter Sackgasse umgeben von Natur. Idar-Oberstein ist eine kreisangehörige Stadt im Landkreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz. Die verbandsfreie Stadt ist das Ergebnis umfassender Verwaltungs- und Strukturreformen der Jahre 1933, 1969 und 1970. Die Edelstein- und Garnisonsstadt ist mit knapp 30.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Kommune des Landkreises und ein Mittelzentrum. Seit 2016 trägt die Kommune den Titel Nationalparkstadt. Idar-Oberstein liegt am südlichen Rand des Hunsrücks beiderseits der Nahe. Größere Städte in der näheren Umgebung sind Trier (ca. 50 Kilometer westlich), Bad Kreuznach (ca. 30 Kilometer nordöstlich) und Kaiserslautern (ca. 35 Kilometer südöstlich). Die Stadt liegt am Rande des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Der Nahe-Felsen-Weg ist eine als Traumschleife ausgezeichnete Wanderroute von 9,4 km, die als Rundweg um die Altstadt von Idar-Oberstein angelegt ist Im Stadtteil Nahbollenbach wurde im Jahr 2016 ein Bikepark eröffnet, der verschiedene Geländeformen aufweist und dessen Nutzung kostenlos ist. Der Reitverein Idar-Oberstein unterhält ein Gelände auf dem Spring- Dressur- und Freizeitreiten möglich ist. Es umfasst eine Reithalle die 20×60 m groß ist und zwei Außengelände. Sie können im Rahmen des Vereinssport aber auch privat genutzt werden. Die Stadtbücherei hat rund 20.000 Medien im Angebot. Sie bietet die neuesten Bestseller, Romane, Krimis, Kinder- und Jugendbücher, aktuelle Ratgeber, Reiseführer, Kochbücher, sowie zahlreiche Sachbücher an. Darüber hinaus sind Zeitschriften, Hörbücher, CD-ROMs und DVDs im Bestand. Zudem ist die Bücherei mit allen rheinland-pfälzischen Bibliotheken vernetzt und kann nicht vorhandene Bücher und Medien per Fernleihe besorgen. In der Wärmeperiode des Jahres ist das Freibad „Stadenbad“ geöffnet. Es handelt sich dabei um ein künstlich angelegtes, naturnahes Freibad. Die Wasseraufbereitung erfolgt hier, anders als bei herkömmlichen Freibädern, durch biologisch-mechanische Prozesse ohne Einsatz von Chemikalien. In der Sendung Unsere schönsten Badeplätze im Südwesten des SWR wurde das Naturbad auf Platz Nr. 7 gewählt. 7 Sandplätze und 3 Hallenplätze inklusive Clubhaus, werden durch den TC 1895 Idar-Oberstein betrieben. Weiterhin gibt es das Tenniszentrum im Jahnhaus, das über 3 Außentennis- und 5 Hallentennisplätze verfügt. Weiterhin 4 Squash- und 4 Badmintonplätze. Namhafte Unternehmen: Edelstein- und Schmuckfirmen: In Idar-Oberstein und in der näheren Umgebung sind zahlreiche Edelstein- und Schmuckfabrikations- und -verarbeitungsbetriebe angesiedelt. Sie bilden den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt. Firmen wie PH. Hahn Söhne KG, Groh & Ripp oder die Ruppenthal KG haben Weltruf. Die Firma Klein & Quenzer war ursprünglich ein Produzent von Modeschmuck und während der Weltkriege einer der größten Hersteller für deutsche Kriegsorden. Idar-Oberstein ist Standort der Automobilzuliefer-Industrie. Unternehmen wie Magna Inc. (Decoma), Stanztechnik Loch GmbH & Co KG und Ymos GmbH sowie der Kunststoffwarenhersteller Wayand AG unterhalten Produktionsstätten in der Stadt. Die Autoteile Jakobs GmbH & Co.KG hat ihr Logistikzentrum, sowie die Unternehmensleitung in Idar-Oberstein angesiedelt. Roll ist ein Lieferant für Metallkomponenten in der Schreibgerätebranche Gemäß § 13 Abs. 3 Kindertagesstättengesetz (KitaG) ist ab dem 1. August 2010 der Besuch des Kindergartens für Kinder in Rheinland-Pfalz vom vollendeten zweiten Lebensjahr an beitragsfrei. In der Stadt Idar-Oberstein ist eine Vielzahl an Kindertagesstätten vorhanden, deren Betreuungsangebot breit gefächert ist und ständig erweitert wird. Sieben Kindertagesstätten stehen in der Trägerschaft der Stadt, davon sind fünf als Ganztagseinrichtungen konzipiert. Weitere zehn Kindertagesstätten sind in der Trägerschaft der Kirchen, davon werden fünf als Ganztagseinrichtungen betrieben. Die Lebenshilfe Obere Nahe unterhält außerdem einen Förderkindergarten. Die Deutsche Gemmologische Gesellschaft e. V. wurde 1932 gegründet und entwickelte sich zu einer international renommierten Institution der technisch-wissenschaftlichen Gemmologie (Edelsteinkunde). Die erfolgreiche Teilnahme an den DGemG-Bildungsgängen Edelsteinkunde und Diamantenkunde führt zu einer urkundlichen Bestätigung der erbrachten Prüfungsleistungen, die zur Beantragung der Fachmitgliedschaft in der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft (F. G. G.) berechtigt. Mehr als 30.000 Lehrgangsteilnehmer aus 75 Ländern der Erde besuchten bisher die für die Ansprüche des Wirtschaftsbereiches Edelsteine und Schmuck konzipierten DGemG-Bildungsgänge. Der Flugplatz Idar-Oberstein/Göttschied liegt nördlich der Stadt zwischen dem Stadtteil Göttschied und den Nachbargemeinden Gerach und Hintertiefenbach und ist geeignet für Helikopter, Motorsegler, Segelflugzeuge, Ultraleicht und, ebenfalls nach vorheriger Anmeldung Fallschirmspringer. Der Aero-Club Idar-Oberstein e. V. ist am Flugplatz angesiedelt. Im Jahr 2010 taufte der Verein ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Dynamic WT9 auf den Namen Idar-Oberstein Im Jahr 2009 wurde das Messegelände Idar-Oberstein eröffnet. In drei modernen Hallen finden in regelmäßigen Abständen Messen, Konzerte und Tagungen statt. Marktstrategisch taucht die Messe unter dem Logo MIO auf. Sie verfügt über modernste Technik und Ausstattung und ist zudem barrierefrei. Es stehen Hallenflächen zwischen 200 und 5000 Quadratmeter zur Verfügung. Betreiber ist die Messegesellschaft Idar-Oberstein GmbH. Seit ihrer Eröffnung, bis Ende des Jahres 2014 hat die Messe schon 300.000 Besucher zählen können. Garnisonsstadt und Artillerieschule der Bundeswehr: Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde die Artillerieschule als Ausbildungsbereich Streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung/Indirektes Feuer (AusbBer STF/IndirF) mit Wirkung vom 1. Juli 2015 dem Ausbildungszentrum Munster unterstellt und als eigenständige Organisationseinheit in der Bundeswehr aufgelöst. Das Artillerielehrbataillon 345 aus Kusel wurde Ende 2014 in die Klotzbergkaserne verlegt. Der Standort Idar-Oberstein wird seit der Bundeswehrreform als multinationales Ausbildungs- und Übungszentrum für verbündete Streitkräfte aus ganz Europa genutzt, die mit dem Konzept „Streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung“ ausgebildet werden und sich aus Kostengründen die dazu nötige Infrastruktur nicht selbst anschaffen können. Sitz des Ausbildungszentrums bleibt die frühere Rilchenbergkaserne. Für die Ausbildung wird der 14 Kilometer entfernte Truppenübungsplatz Baumholder benutzt. Neben dem AusbBer STF/IndirF sind das Bundeswehr Dienstleistungszentrum, ein Sanitätsversorgungszentrum (SanVersZ Idar-Oberstein) und eines von 24 Bundeswehr-Mobilitätszentren am Standort. Er ist mit einem Gesamtwert von 8000 Euro dotiert. Die Preisverleihung erfolgt im Stadttheater Idar-Oberstein und wird regelmäßig von prominenten Personen moderiert, so hat bei der Verleihung 2014 die frühere Lottofee Heike Maurer durch das Programm geführt. Bruce Willis – Sonderbotschafter der Stadt:
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
01647066030 - Wem gehört es? - Suche Telefon 0164706XXXX Wer ist 01647066030 Die Telefonnummer 01647066030 ist ein mobil-Handy Nummer und gehört zum -Netz mit der Vorwahl 0164. Gehen Sie zu allen Abschnitten unten und Sie können Details über seinen Inhaber herausfinden. Sie können es kostenlos veröffentlichen eine Bewerung dafür. Variationen der Nummer 0164-7066030 +491647066030 0164 706 6030 0164 7066030 0049 164-706-6030 (+49)1647066030 (0164) 706 60 30 00491647066030 0 16 47 06 6030 016-47-06-6030 00 49 164 70 66 030 +49 164 7066030 +49 (0) 164 7066 030 Wessen Nummer ist 0164/7066030 Kommentare für 01647066030 Lage der Telefonnummer 01647066030 Telefonnummer 01647066030 (+491647066030) Letztes Suchdatum: 09.08.2020 11:36:49 AM (9 Sunday | 8 August | Sun, 09 Aug 2020 11:36:49 +0300) Andere ähnliche Nummern: 01774963638 +491774963638, 01791970666 0179 197 0666, 01502543731 0150 25 43 731, 01548781503 0154 8781 503, 01680779913 0168-0779913, 01654594189 0165-45-94-189, 01590315905 00491590315905, 01557912558 (+49)1557912558, 01633379246 0163/3379246, 01764973070 17-64-97-30-70. 01668663276 +491668663276, 01687592745 0168 759 2745, 01685580627 0168 55 80 627; Bisherige Telefonnummern +491647066029; 00491647066028; +491647066027; DE1647066030 Nächste Telefonnummern: +491647066031; 00491647066032; +491647066033; QR für +49-1647066030 Deine Meinung zu der Nummer 01647066030 Fügen Sie Ihren Kommentar zu dieser Nummer hinzu, vielleicht wissen Se wem die Telefonnummer +49 164 7066 030 gehört. Wenn diese Telefonnummer Ihnen gehört, können Sie ihn kommentieren. Wenn Sie vom dieses Telefonnummer ein Anruf oder SMS-Nachrichten erhalten haben, fügen Sie einen Kommentar auf unserer Website hinzu. Behalten Sie diese Informationen nicht für sich selbst. Fügen Sie eine Beschreibung, Ihre eigene Meinung, eine Beschreibung Ihrer Erfahrungen mit dieser Telefonnummer, füllen Sie unser Formular aus und helfen Sie anderen Benutzern. Vielen Dank für Ihre Bewertung Tag: SMS Aufpreis, Ich habe eine SMS erhalten, Satellit, Nummernportierung, Portabilität, Wap, Eigentümer identifizieren, Lokalisierungsprogramme, Telefonsuche, silberne Seiten, Erkennung mobiler Geräte, Online-Telefonbuch, 01647066030, lokal, das Recht auf Portabilität, Ortsnummer auf der Karte, Posteingang SMS-Nachrichten, Telefonsuche nach Nummer, Handy erkennung, Telefonstandort, Text-Nachrichten, wo er wohnt, geografischer Standort, Goldseiten, 0 1 6 4 7 0 6 6 0 30, Und so weiter. 01505160355 01525073040 01524147716 01514943341 01524448733 01508926295 01507279919 01527839781 01527918273 01523100578 01529515006 01516164990 01513674858 01520844119 01517913258 01526295551 01520693195 01516606952 01518509826 01522806462 01513767942 01523324267 01529959735 01516709353 01527083384 01511426139 01519610635 01504890964 01515036860 01522005149 01519133366 01520197216 01517078189 01513281082 01505140558 01511526922 01522207377 01512420477 01509366704 01520125650 01505521055 01508881711 01506290641 01519195914 01529725830 01524203899 01515491465 01520419026 01510810852 01504001292 01513225488 01524578794 01527325559 01513185224 01511288148 01524408944 01524611363 01500898784 01529299908 01509648224 01522903933 01518433275 01529845440 01509982123 01501714358 01504985998 01521509046 01523921735 01517406475 01500875750 01514047386 01522927531 01509757462 01520338028 01512123445 01509483292 01514541927 01527614911 01529902318 01525352779 01501616203 01513127807 01519931574 01528941763 01526313032 01501219722 01523350707 01520924396 01502118506 01522650616 01500572620 01525022440 01511083892 01500418060 01505004563 01512798250 01505404059 01526513609 01506719986 01522810534 01527389360 01570767373 01565738066 01557146823 01561105401 01577861512 01566630115 01575647328 01575476423 01566532434 01571000107 01577092627 01579660242 01560931682 01576034391 01575973274 01562151404 01569385099 01566897670 01564269911 01562035716 01567470290 01559292351 01573119608 01567888351 01564296915 01555917858 01573292410 01560810525 01562637845 01566102945 01558199885 01553405218 01551841011 01565346709 01564510619 01579702523 01551976824 01560157948 01575178947 01568509259 01551158055 01572271575 01568169501 01562089738 01568305966 01564142775 01574241143 01557691066 01551040446 01558511054 01569726782 01568510737 01567803406 01562846390 01556399088 01552100322 01568764249 01579691498 01562910847 01551402095 01565794444 01571110733 01554807313 01567635455 01556457442 01569317933 01567337979 01558434266 01579475881 01562516927 01576943526 01550633937 01554788502 01565113027 01562723675 01573094469 01579255803 01556964818 01550785535 01550296250 01565475873 01570512317 01568806987 01553279280 01553358708 01575206075 01555379602 01572122957 01574897574 01568290449 01573525052 01560692018 01559401182 01578332366 01578327474 01565858624 01567650299 01565665454 01574292891 01567126180 01578182381 01738654927 01714320823 01610796188 01634446122 01593386551 01772457475 01629236748 01642140281 01777956224 01631310499 01750471395 01711542448 01762959409 01773426356 01735053406 01729401939 01601083571 01679914112 01693684960 01729116716 01634589483 01768529091 01794924995 01622916048 01756821413 01695935370 01746468144 01656479592 01655985613 01656351408 01643756261 01594640541 01780672232 01664552450 01639086663 01784058784 01637009925 01678323411 01626199066 01614966150 01719633911 01786670462 01736508598 01682593320 01760096818 01671562005 01611995259 01771180389 01761476118 01715680220 01700297106 01596065601 01684209312 01695222102 01628981650 01641030726 01591157472 01785449795 01707510318 01657143086 01641801204 01761266579 01661783627 01622473436 01625819030 01710870290 01606532221 01672828956 01799193702 01642731287 01697795106 01718827613 01629401749 01634303705 01601420934 01799498568 01715865711 01623416193 01770678957 01677341829 01749096414 01670976064 01683407431 01633305727 01776198166 01722389081 01684336453 01777355638 01707838876 01591846771 01634498724 01759640080 01763113351 01706282352 01792113518 01798932382 01617152642 01598645739 01671761338 01616346344 01651377027 01779556445 01745173958 01690778776 01613860151 01756594892 01690277344 01739725862 01790011086 01660956302 01617067692 01739107501 01741932366 01710475123 01782413228 01718130532 01632864205 01666749682 01695486171 01750703082 01668596454 01739984896 01710343163 01631709806 01646267248 01702456681 01630642188 01673419891 01711102420 01712403527 01699766236 01772479448 01691959972 01644940194 01663258224 01715820124 01601535087 01763535569 01655545986 01591546173 01624491872 01682613678 01740653674 01776424239 01593088802 01723066903 01694554772 01635953008 01799816586 01590040944 01796656090 01668413040 01740025840 01706999254 01710122846 01796293089 01609455935 01750765035 01669712980 01730558357 01663168562 01779479217 01703037805 01765128535 01624419411 01776296030 01680948659 01635954499 01739831600 01746494646 01637500672 01774323472 01629108324 01788154347 01750747712 01632197127 01711221251 01645302484 01678150135 01711037837 01645343428 01674806226 01789450877 01795369269 01791805481 01699573724 01791662358 01601261417 01650338759 01661375339 01741819774 01723507322 01640854556 01644857579 01688635857 01675273968 01621153609 01779584517 01721228467 01770985209 01726079163 01768729140 01745308682 01765187488 01756883488 01696056394 01597384616 01668104739 01751358879 01685534752 01789142577 01596702307 01770340978 01778593455 01592071577 01762146460 01678167179 01793733936 01773407877 01738505939 01655109275 01715227651 01662013261 01705963832 01770085230 01760649119 01791237801 01591238840 01740233636 01712466268 01772224050 01666312800 01681195409 01717532732 01631500289 01638078897 01613589127 01638884905 01716183637 01774948006 01734419657 01705326215 01781650313 01704760636 01683919670 01783721891 01666907097 01772086850 01777455827 01640314974 01710592790 01632565103 01765542626 01782606051 01748528935 01735627857 01743255171 01739766737 01736866697 01683488808 01652233006 01709090747 01759801609 01743428415 01626623480 01591301898 01791507313 01650212607 01640186803 01707690950 01625160613 01784606461 01613017166 01606810927 01689367098 01706936836 01590532818 01766274195 01679023687 01777988646 01606589170 01799616477 01610553749 01782131796 01782222529 01769082685 01717759653 01725477700 01708849422 01654626351 01608966509 01771082428 01773717099 01778768118 01714510843 01600340579 01780070016 01706018157 01660553187 01620256820 01613709108 01695713800 01604863282 01636726274 01712524728 01704230381 01753663111 01713057547 01670504577 01632686798 01691046193 01687093747 01632303276 01711599942 01669225544 01614525805 01680682627 01796985198 01750003506 01799532049 01651611549 01768970016 01770614478 01625328648 01747738134 01685125321 01635669228 01727808151 01591143478 01706222415 01758064972 01614852587 01601936216 01772928254 01661578861 01724460944 01677158636 01615241972 01637518491 01757663213 01657928771 01738564685 01644756961 01700232047 01650164627 01723982506 01724757853 01740847255 01720967704 01674761360 01740379304 01782579254 01643731376 01710993782 01607907903 01591469510 01596119104 01653577131 01729277662 01597262583 01769799547 01687342634 01622115171 01781735764 01660270889 01693694032 01706196709 01747429525 01718936005 01753715201 01705092739 01786864776 01692279886 01759849701 01687096824 01752444513 01683832207 01611854677 01693291768 01604799911 01696616037 01633671073 01797379166 01750347414 01754664856 01605287069 01751816924 01760783961 01668864201 01681094587 01768046545 01638663748 01778437221 01590161716 01620399513 01638708110 01693855749 01736596222 01796137636 01612791754 01690311423 01701230375 01599656531 01792591309 01661080076 01696753355 01745035823 01754912284 01718608033 01638327592 01769712196 01615224070 01681998665 01767091362 01775571485 01636663522 01782378431 01727388409 01597447484 01651242633 01608482996 01775494029 01699906382 01796920218 01775655746 01730305895 01635628328 01669511496 01666902117 01631765964 01692303250 01767213540 01742996340 01701959782 01759804850 01604076417 01598713137 01704840673 01768988701 01727321170 01753168265 01738700897 01752545241 01635166931 01705792260 01728116726 01681830454 01688170692 01655505136 01689277938 01749413325 01673988133 01664771968 01649319707 01670908351 01640427715 01789625603 01716536680 01719939211 01656527720 01758302645 01612242462 01623741261 01701298985 01724202244 01793546112 01715375403 01732915382 01698386786 01684364104 01660236553 01651555052 01623065002 01612781794 01696721983 01738857263 01750898521 01788552438 01627027955 01606403658 01677830377 01786441281 01690391792 01752602346 01635760988 01771300144 01593030061 01625386591 01687836824 01722969273 01691914312 01646139470 01745211736 01725655574 01757438456 01669413980 01719201686 01672813859 01602329363 01617588472 01767177964 01672565916 01679143524 01590242967 01695347711 01785865508 01739100230 01646246233 01774417947 01776128185 01662649892 01652248324 01762569466 01763041684 01604850670 01598330455 01734341828 01607880732 01633717047 01622178653 01740850006 01735631360 01678318123 01686061742 01661286934 01635756579 01765475723 01790488621 01718570439 01777805086 01608077094 01685748403 01650371003 01697220619 01685991370 01755718714 01683086128 01625091601 01601964948 01657504075 01601219786 01674614840 01719752400 01773789253 01637656524 01734603071 01782119709 01781998353 01752483803 01615836757 01604177006 01693333809 01761468117 01692495129 01789395552 01622755052 01738251709 01754871275 01613243674 01656822148 01732676362 01631320768 01752570551 01793047365 01738541388 01638561922 01748766080 01621627516 01673653523 01760731029 01689131592 01684873310 01635345869 01608883992 01658662564 01683002394 01753487063 01640782273 01665000747 01705970867 01666619030 01679177754 01599304677 01628087148 01781672884 01798700229 01660842200 01719924593 01753571504 01684085874 01786746741 01686247866 01725406643 01739317293 01679295232 01663948031 01787879215 01628061312 01695575547 01661532739 01798792341 01794707139 01756406049 01634138211 01603591132 01615068613 01727140606 01767078195 01665850887 01592141354 01673049063 01742469918 01681319108 01682353740 01780557066 01662991992 01681053969 01641399267 01792916585 01634625474 01735485141 01779663327 01730873341 01660891785 01718980620 01610168573 01734839816 01706859836 01648229886 01630415364 01778392575 01647022228 01625122504 01734798624 01691160440 01638713636 01759867238 01618301046 01605791832 01625718125 01620442401 01688840895 01778188043 01711761509 01781194635 01758745110 01784753502 01662248605 01600144377 01777670088 01706874079 01745629519 01757333416 01637747420 01606521305 01676314036 01657915994 01751361121 01793173873 01716145881 01791776486 01771566448 01773168109 01616898990 01706365073 01664328549 01665612627 01666232311 01692629596 01681404459 01701950437 01723071997 01780245355 01680138481 01634833507 01761439991 01638883592 01619587010 01623688596 01649027969 01597257099 01740562676 01594657489 01764590515 01788310097 01611178794 01640904552 01646226091 01772539916 01634078425 01772371972 01764316402 01605644873 01745540082 01791215393 01722009947 01609868632 01656828020 01798242259 01712498228 01748232479 01700192696 01635570227 01728477835 01790331178 01680403734 01689917826 01629214770 01709990745 01723606422 01688242739 01717247844 01664169098 01692900229 01681838360 01652479195 01714079024 01732742912 01708705287 01686618940 01776821338 01681077260 01650935343 01792466212 01626617342 01642150736 01714476159 01646485974 01708978756 01712718418 01768984203 01657211236 01612911115 01604554430 01795689071 01603242293 01694958165 01685606897 01642457063 01604948911 01609213320 01740699803 01732196756 01683382419 01633600033 01614035117 01745861615 01757679057 01756778030 01654566903 01644297998 01733599368 01745644163 01705233341 01726065581 01782261506 01757384077 01640541740 01628747480 01666362834 01763260159 01597731684 01733574070 01786171275 01612286115 01729263141 01799413568 01717244281 01614870039 01641870632 01732193193 01634083359 01792570436 01664389949 01727465779 01626170470 01688425067 01673327394 01793849528 01645203097 01737894297 01638147526 01788802465 01683538460 01753380867 01714868046 01665799967 01710764945 01765409787 01704547448 01787127779 01728669947 01712279133 01720701850 01714841222 01734565248 01649964992 01714254791 01651809530 01674835031 01766125424 01794002724 01718918391 01758695861 01658392674 01646384170 01794866331 01756817741 01729711564 01788715859 01602020838 01667605862 01626863386 01590823304 01761144323 01790244254 01715691351 01626944290 01701009200 01681101138 01741491738 01688136979 01609771086 01653770871 01608838830 01734612308 01798336120 01668803822 01648867100 01650145651 01753638853 01614992525 01644148375 01672557244 01783688386 01712541049 01728941415 01778554718 01669358790 01658652980 01767270578 01681379629 01736258842 01594133964 01682202933 01697403165 01794378218 01597894284 01734347456 01695387418 01688995423 01675839195 01793524398 01708766509 01739610066 01602363228 01643378818 01737946187 01681167050 01702245919 01798091838 01634805904 01727238444 01642240214 01717363149 01710926830 01764781263 01646304564 01689481549 01634140054 01714957544 01656752127 01725519684 01651216386 01660886091 01607722617 01758619552 01655264310 01615616902 01692967009 01760651729 01714612325 01778806204 01754176127 01623378835 01718416271 01766539356 01676757654 01656362459 01647706407 01789003573 01654454297 01692512311 01716242017 01706694512 01609875461 01627168848 01671475775 01666180025 01726650397 01715615830 01791137569 01793402525 01641135514 01642353956 01654288617 01658858132 01600973510 01719552928 01684475035 01703940519 01680204657 01599087361 01682746724 01634380785 01632466197 01601162996 01600920141 01719223851 01667525455 01658626549 01708227424 01731979752 01761138860 01624469442 01638674264 01781014322 01661638290 01720150040 01647194347 01798288688 01635765871 01638331917 01791691214 01686901386 01690685874 01645979831 01755759519 01701659384 01775532759 01640234554 01605599904 01655737417 01649321916 01698346628 01700118202 01691788113 01709509624 01711038344 01611011964 01787035079 01779664893 01729239388 01719014832 01740803754 01763708830 01767689098 01721818076 01625347121 01687839138 01779012424 01623635810 01733605010 01617344341 01615327024 01620506397 01718030216 01671306856 01786265916 01619689600 01646839616 01626500471 01635289504 01712577033 01685822387 01743636133 01612695236 01787610500 01653145758 01733733580 01598622465 01640180838 01713398474 01737861854 01769195671 01654202228 01701570685 01736884769 01786020304 01736917806 01624723908 01765032728 01770553617 01768328919 01792377070 01795880642 01798835316 01710407286 01667187498 01785101233 01740096887 01647066030 in Buchstaben Null einz sechs vier sieben Null sechs sechs Null drei Null NulleinzsechsviersiebenNullsechssechsNulldreiNull _ _ _ _ _ . _ _ _ _ _ . . . . . . . . _ _ _ . . . _ _ _ _ _ _ . . . . _ . . . . _ _ _ _ _ . . . _ _ _ _ _ _ _
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
Impressum | Bernadette Klein - Writer and Translator Quelle: Erstellt durch den Impressum Generator vone-Recht24.de The content of this website is – unless otherwise specified – released under Creative Commons (CC) 3.0 Attribution (Namensnennung) – Non-commercial (Nicht-kommerziell) – Share-alike (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) 3.0 Unported License
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
HPI Racing 103165 KARDAN SET (2ST/BLITZ) Für RC Modellautos - In Verbindung stehende Produkte - Shop RC Models www.shop-rc-models.comEurope's most complete RC models collection!Quick Login: EinloggenHome pageGeschäftMeine KarreEinloggenHäufige FragenKontaktSucheSucheKategorienRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:43 dnanoBatterien dnanoKyoshoElektromotoren dnanoKyoshoKarosserien dnanoKyoshoReifen dnanoKyoshoFelgen dnanoKyoshoErsatzteile dnanoBody Mount dnanoKyoshoWheel Hub dnanoKyoshoSchrauben dnanoKyoshoZahntriebe dnanoKyoshoKugeldifferential dnanoKyoshoKugellager dnanoKyoshoKyoshoUmruestsatz dnanoKyoshoStarter Pack dnanoKyoshoKyoshoSkala 1:28 Mini ZErsatzteile Mini ZChassis Mini ZKyoshoKugellager Mini ZSchrauben Mini ZKyoshoSpur Gear Mini ZKyoshoZahntriebe Mini ZKyoshoKyoshoReifen Mini ZKyoshoFelgen Mini ZKyoshoKarosserien Mini ZKyoshoWerkzeuge Mini ZKyoshoElektromotoren Mini ZKyoshoKyoshoSkala 1:18HPI RacingKyoshoTraxxasXraySkala 1:16KyoshoTraxxasSkala 1:12HPI RacingKyoshoXraySkala 1:10HPI RacingKyoshoTraxxasXraySkala 1:7KyoshoTraxxasSkala 1:8HPI RacingKyoshoTraxxasSkala 1:9KyoshoSkala 1:5HPI RacingKyoshoErsatzteileStoßdämpferErsatzteile StoßdämpferHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayFedernFedern StoßdämpferHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayHPI RacingKyoshoTraxxasXrayNüsseHPI RacingKyoshoTraxxasXrayUnterlegscheibenHPI RacingKyoshoTraxxasKugellagerHPI RacingKyoshoTraxxasXrayKarosserieclipsHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayTurnbuckleHPI RacingKyoshoTraxxasXrayGetriebegehäuseHPI RacingKyoshoTraxxasXrayshock towerHPI RacingKyoshoTraxxasXrayChassisHPI RacingKyoshoTraxxasXraySchwungradHPI RacingKyoshoTraxxasXraySpoilerHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayFuel TankHPI RacingKyoshoTraxxasSteeringHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayRiemenHPI RacingKyoshoTraxxasXrayDifferentialHPI RacingKyoshoTraxxasXrayEmpfänger BoxHPI RacingKyoshoTraxxasXrayStoßstangeHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayBremseHPI RacingKyoshoTraxxasXrayMotorhalterungHPI RacingKyoshoTraxxasCupHPI RacingKyoshoTraxxasXraySwingHPI RacingKyoshoTraxxasPinHPI RacingKyoshoTraxxasKugelHPI RacingKyoshoTraxxasO-RingHPI RacingKyoshoTraxxasXrayKupplungKupplungsglockeHPI RacingKyoshoSirioTraxxasHPI RacingKyoshoTraxxasMounten KarosserienHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayAchseHPI RacingKyoshoTraxxasServo saverHPI RacingKyoshoTraxxasXraySuspensionSuspension ArmHPI RacingKyoshoTraxxasXraySuspension linkHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasGetriebeZahntriebeHPI RacingKyoshoTraxxasSpur gearHPI RacingKyoshoTraxxasXrayHPI RacingKyoshoTraxxasXrayRadteileHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasHPI RacingKyoshoPROTOformPro-Line RacingTraxxasXrayElektromotorenErsatzteile ElektromotorenHPI RacingHPI RacingKyoshoLRPNovak ElectronicsTraxxasFahrtenreglerHPI RacingKyoshoNovak ElectronicsTraxxasXrayZubehörFutabaHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasAufkleberHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasAir FilterHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasKraftstoff FilterHPI RacingKyoshoReifen und FelgenReifenHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXrayFelgenHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasReifen und FelgenHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasXraySchwämmeHPI RacingKyoshoPro-Line RacingKarosserienKarosserien 190mmHPI RacingPROTOformKarosserien 200mmHPI RacingKyoshoPROTOformPro-Line RacingHPI RacingKyoshoPROTOformPro-Line RacingTraxxasXraySchalldämpferHPI RacingKyoshoTraxxasRc HelikopterCanopyKyoshoFuselageRotorblätterKyoshoAufkleberKyoshoTraxxasElektroKyoshoMikadoVerbrennerHiroboKyoshoKreiselFutabaErsatzteileZahntriebeKyoshoKugellagerKyoshoSchraubenKyoshoMikadoTraxxasKyoshoRc FlugzeugeElektroKyoshoVerbrennerKyoshoJetKyoshoErsatzteile FlugzeugeRümpfeKyoshoEngine MountKyoshoCanopyKyoshoSpinnersKyoshoWheelsKyoshoCowlingKyoshoWing SetKyoshoGear SetKyoshoKyoshoKyoshoRc Schiffe - BooteErsatzteilePropellerKyoshoTraxxasKyoshoTraxxasKyoshoTraxxasRc MotorrädAnderson ModelKyoshoMilitärfahrzeugeFunkanlagen & EmpfängerFunkanlagenFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasEmpfängerFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasCrystalsRX-AMHPI RacingRX-AM/FMRX-FMFutabaTX-FMFutabaTX-AMFutabaModulesFutabaCaseFutabaTraxxasSchalterHPI RacingServoAnalogFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasDigitalFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasXQBrushlessFutabaGearsFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasCaseFutabaHPI RacingTraxxasServo HornHPI RacingKyoshoBatterien und LadegeräteBatterienFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasLadegeräteFutabaHPI RacingKyoshoTraxxasMotoren VerbrennerFlugzeuge2 TKyoshoO.S. Engine4 TKyoshoO.S. EngineHelikopterKyoshoO.S. EngineAutosHPI RacingKyoshoO.S. EngineSirioSchiffeKyoshoO.S. EngineErsatzteileOne wayHPI RacingKyoshoHPI RacingKyoshoO.S. EngineSirioTraxxasGlühkerzenHPI RacingKyoshoO.S. EngineRS CronoSirioTraxxasStarterHPI RacingKyoshoWerkzeugeHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasZierlinienbandHPI RacingKyoshoTraxxasLeimeHPI RacingKyoshoPro-Line RacingSchmiermittel & FetteHPI RacingKyoshoTraxxasSchraubenHPI RacingKyoshoPro-Line RacingTraxxasRc Grand Prix CircuitKyoshoPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:24Skala 1:32AcademyCyber HobbyDragonHasegawaItaleriKinetic ModelRevellTamiyaTrumpeterSkala 1:48AcademyCyber HobbyDragonHasegawaHobby bossItaleriKinetic ModelRevellTamiyaTrumpeterZvezdaSkala 1:72AcademyCyber HobbyDragonHasegawaItaleriKinetic ModelRevellTamiyaZvezdaSkala 1:100RevellTamiyaSkala 1:144DragonRevellSkala 1:200RevellSkala 1:320RevellSkala 1:390RevellSkala 1:720ItaleriRevellHelikopterSkala 1:32ItaleriRevellSkala 1:35DragonTrumpeterSkala 1:48AcademyHasegawaHobby bossItaleriRevellSkala 1:72AcademyCyber HobbyItaleriRevellZvezdaSkala 1:100RevellSkala 1:144DragonRevellMilitärfahrzeugeSkala 1:24HasegawaItaleriSkala 1:25Skala 1:35AcademyCyber HobbyDragonItaleriKinetic ModelMiniArtRevellTamiyaTrumpeterZvezdaSkala 1:48HasegawaItaleriTamiyaSkala 1:72Cyber HobbyDragonHasegawaItaleriRevellZvezdaSkala 1:76RevellSoldatenSkala 1:6DragonSkala 1:16MiniArtTamiyaSkala 1:32ItaleriSkala 1:35DragonItaleriMiniArtTamiyaTrumpeterZvezdaSkala 1:48ItaleriRevellTamiyaSkala 1:72HasegawaItaleriMiniArtRevellZvezdaSkala 1:350TamiyaAutosSkala 1:12TamiyaSkala 1:20TamiyaSkala 1:24ItaleriRevellTamiyaSkala 1:25ItaleriRevellSkala 1:35ZvezdaSkala 1:48HasegawaSchiffe & UnterseebooteSkala 1:35DragonItaleriTamiyaSkala 1:72DragonRevellTamiyaSkala 1:125RevellTrumpeterSkala 1:144RevellSkala 1:350AcademyCyber HobbyDragonRevellTamiyaTrumpeterZvezdaSkala 1:535RevellSkala 1:700Cyber HobbyDragonRevellTamiyaSkala 1:720ItaleriRevellLKWsSkala 1:24ItaleriRevellSkala 1:25RevellRaumDragonRevellTamiyaMotorräderSkala 1:6ItaleriTamiyaSkala 1:9ItaleriSkala 1:12TamiyaArtillerieSkala 1:6DragonSkala 1:35Cyber HobbyDragonItaleriMiniArtTamiyaTrumpeterZvezdaSkala 1:48ItaleriTamiyaSkala 1:72DragonHasegawaItaleriRevellZvezdaZubehör für DioramenSkala 1:24ItaleriSkala 1:35AcademyItaleriMiniArtTamiyaTrumpeterSkala 1:72HasegawaItaleriMiniArtHasegawaItaleriPhoto-Etched-PartsSkala 1:20Skala 1:24Skala 1:35Skala 1:48Modell ZubehörKlebstoffeHumbrolItaleriTamiyaSpachtelmasseTamiyaPrimerTamiyaVallejoFarbenAcryl FarbenItaleriVallejoEnamel FarbenHumbrolRevellVariousTamiyaVallejoHerstellerAcademyPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72HelikopterSkala 1:48Skala 1:72MilitärfahrzeugeSkala 1:35Schiffe & UnterseebooteSkala 1:350Zubehör für DioramenSkala 1:35Anderson ModelRc MotorrädCyber HobbyPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72HelikopterSkala 1:72MilitärfahrzeugeSkala 1:35Skala 1:72Schiffe & UnterseebooteSkala 1:350Skala 1:700ArtillerieSkala 1:35DragonPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72Skala 1:144HelikopterSkala 1:35Skala 1:144MilitärfahrzeugeSkala 1:35Skala 1:72SoldatenSkala 1:6Skala 1:35Schiffe & UnterseebooteSkala 1:35Skala 1:72Skala 1:350Skala 1:700RaumArtillerieSkala 1:6Skala 1:35Skala 1:72FutabaRc Ferngesteuerte AutosZubehörRc HelikopterKreiselFunkanlagen & EmpfängerFunkanlagenEmpfängerCrystalsRX-FMTX-FMTX-AMModulesCaseServoAnalogDigitalBrushlessGearsCaseBatterien und LadegeräteBatterienLadegeräteHPI RacingRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:18Skala 1:12Skala 1:10Skala 1:8Skala 1:5ErsatzteileStoßdämpferErsatzteile StoßdämpferFedernFedern StoßdämpferNüsseUnterlegscheibenKugellagerKarosserieclipsTurnbuckleGetriebegehäuseshock towerChassisSchwungradSpoilerFuel TankSteeringRiemenDifferentialEmpfänger BoxStoßstangeBremseMotorhalterungCupSwingPinKugelO-RingKupplungKupplungsglockeMounten KarosserienAchseServo saverSuspensionSuspension ArmSuspension linkGetriebeZahntriebeSpur gearRadteileElektromotorenErsatzteile ElektromotorenFahrtenreglerZubehörAufkleberAir FilterKraftstoff FilterReifen und FelgenReifenFelgenReifen und FelgenSchwämmeKarosserienKarosserien 190mmKarosserien 200mmSchalldämpferFunkanlagen & EmpfängerFunkanlagenEmpfängerCrystalsRX-AMSchalterServoAnalogDigitalGearsCaseServo HornBatterien und LadegeräteBatterienLadegeräteMotoren VerbrennerAutosErsatzteileOne wayGlühkerzenStarterWerkzeugeZierlinienbandLeimeSchmiermittel & FetteSchraubenHasegawaPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72HelikopterSkala 1:48MilitärfahrzeugeSkala 1:24Skala 1:35Skala 1:48Skala 1:72SoldatenSkala 1:72AutosSkala 1:48ArtillerieSkala 1:72Zubehör für DioramenSkala 1:72HiroboRc HelikopterVerbrennerHobby bossPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:48HelikopterSkala 1:48HumbrolPlastikbausätzeModell ZubehörKlebstoffeFarbenEnamel FarbenItaleriPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72Skala 1:720HelikopterSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72MilitärfahrzeugeSkala 1:24Skala 1:35Skala 1:48Skala 1:72SoldatenSkala 1:32Skala 1:35Skala 1:48Skala 1:72AutosSkala 1:24Skala 1:25Schiffe & UnterseebooteSkala 1:35Skala 1:720LKWsSkala 1:24MotorräderSkala 1:6Skala 1:9ArtillerieSkala 1:35Skala 1:48Skala 1:72Zubehör für DioramenSkala 1:24Skala 1:35Skala 1:72Modell ZubehörKlebstoffeFarbenAcryl FarbenKinetic ModelPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72MilitärfahrzeugeSkala 1:35KyoshoRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:43 dnanoBatterien dnanoElektromotoren dnanoKarosserien dnanoReifen dnanoFelgen dnanoErsatzteile dnanoBody Mount dnanoWheel Hub dnanoSchrauben dnanoZahntriebe dnanoKugeldifferential dnanoKugellager dnanoUmruestsatz dnanoStarter Pack dnanoSkala 1:28 Mini ZErsatzteile Mini ZChassis Mini ZSchrauben Mini ZSpur Gear Mini ZZahntriebe Mini ZReifen Mini ZFelgen Mini ZKarosserien Mini ZWerkzeuge Mini ZElektromotoren Mini ZSkala 1:18Skala 1:16Skala 1:12Skala 1:10Skala 1:7Skala 1:8Skala 1:9Skala 1:5ErsatzteileStoßdämpferErsatzteile StoßdämpferFedernFedern StoßdämpferNüsseUnterlegscheibenKugellagerKarosserieclipsTurnbuckleGetriebegehäuseshock towerChassisSchwungradSpoilerFuel TankSteeringRiemenDifferentialEmpfänger BoxStoßstangeBremseMotorhalterungCupSwingPinKugelO-RingKupplungKupplungsglockeMounten KarosserienAchseServo saverSuspensionSuspension ArmSuspension linkGetriebeZahntriebeSpur gearRadteileElektromotorenFahrtenreglerZubehörAufkleberAir FilterKraftstoff FilterReifen und FelgenReifenFelgenReifen und FelgenSchwämmeKarosserienKarosserien 200mmSchalldämpferRc HelikopterCanopyRotorblätterAufkleberElektroVerbrennerErsatzteileZahntriebeKugellagerRc FlugzeugeElektroVerbrennerJetErsatzteile FlugzeugeRümpfeEngine MountCanopySpinnersWheelsCowlingWing SetGear SetRc Schiffe - BooteErsatzteilePropellerRc MotorrädMilitärfahrzeugeFunkanlagen & EmpfängerFunkanlagenEmpfängerServoAnalogDigitalGearsServo HornBatterien und LadegeräteBatterienLadegeräteMotoren VerbrennerFlugzeuge2 T4 THelikopterAutosSchiffeErsatzteileOne wayGlühkerzenStarterWerkzeugeZierlinienbandLeimeSchmiermittel & FetteSchraubenRc Grand Prix CircuitLRPRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:8ElektromotorenMikadoRc HelikopterElektroErsatzteileMiniArtPlastikbausätzeMilitärfahrzeugeSkala 1:35SoldatenSkala 1:16Skala 1:35Skala 1:72ArtillerieSkala 1:35Zubehör für DioramenSkala 1:35Skala 1:72Novak ElectronicsRc Ferngesteuerte AutosElektromotorenFahrtenreglerO.S. EngineMotoren VerbrennerFlugzeuge2 T4 THelikopterAutosSchiffeErsatzteileGlühkerzenPROTOformRc Ferngesteuerte AutosErsatzteileKarosserienKarosserien 190mmKarosserien 200mmPro-Line RacingRc Ferngesteuerte AutosErsatzteileStoßdämpferErsatzteile StoßdämpferFedernFedern StoßdämpferKarosserieclipsSpoilerSteeringStoßstangeMounten KarosserienSuspensionSuspension linkRadteileZubehörAufkleberAir FilterReifen und FelgenReifenFelgenReifen und FelgenSchwämmeKarosserienKarosserien 200mmWerkzeugeLeimeSchraubenRS CronoGlühkerzenRevellPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72Skala 1:100Skala 1:144Skala 1:200Skala 1:320Skala 1:390Skala 1:720HelikopterSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72Skala 1:100Skala 1:144MilitärfahrzeugeSkala 1:35Skala 1:72Skala 1:76SoldatenSkala 1:48Skala 1:72AutosSkala 1:24Skala 1:25Schiffe & UnterseebooteSkala 1:72Skala 1:125Skala 1:144Skala 1:350Skala 1:535Skala 1:700Skala 1:720LKWsSkala 1:24Skala 1:25RaumArtillerieSkala 1:72Modell ZubehörFarbenEnamel FarbenSirioRc Ferngesteuerte AutosErsatzteileKupplungKupplungsglockeMotoren VerbrennerAutosErsatzteileGlühkerzenTamiyaPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48Skala 1:72Skala 1:100MilitärfahrzeugeSkala 1:35Skala 1:48SoldatenSkala 1:16Skala 1:35Skala 1:48Skala 1:350AutosSkala 1:12Skala 1:20Skala 1:24Skala 1:25Schiffe & UnterseebooteSkala 1:35Skala 1:72Skala 1:350Skala 1:700RaumMotorräderSkala 1:6Skala 1:12ArtillerieSkala 1:35Skala 1:48Zubehör für DioramenSkala 1:35Photo-Etched-PartsSkala 1:20Skala 1:24Skala 1:35Modell ZubehörKlebstoffeSpachtelmassePrimerVariousTraxxasRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:18Skala 1:16Skala 1:10Skala 1:7Skala 1:8ErsatzteileStoßdämpferErsatzteile StoßdämpferFedernFedern StoßdämpferNüsseUnterlegscheibenKugellagerKarosserieclipsTurnbuckleGetriebegehäuseshock towerChassisSchwungradSpoilerFuel TankSteeringRiemenDifferentialEmpfänger BoxStoßstangeBremseMotorhalterungCupSwingPinKugelO-RingKupplungKupplungsglockeMounten KarosserienAchseServo saverSuspensionSuspension ArmSuspension linkGetriebeZahntriebeSpur gearRadteileElektromotorenFahrtenreglerZubehörAufkleberAir FilterReifen und FelgenReifenFelgenReifen und FelgenKarosserienSchalldämpferRc HelikopterAufkleberErsatzteileRc Schiffe - BooteErsatzteilePropellerFunkanlagen & EmpfängerFunkanlagenEmpfängerCaseServoAnalogDigitalGearsCaseBatterien und LadegeräteBatterienLadegeräteMotoren VerbrennerErsatzteileGlühkerzenWerkzeugeZierlinienbandSchmiermittel & FetteSchraubenTrumpeterPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:32Skala 1:48HelikopterSkala 1:35MilitärfahrzeugeSkala 1:35SoldatenSkala 1:35Schiffe & UnterseebooteSkala 1:125Skala 1:350ArtillerieSkala 1:35Zubehör für DioramenSkala 1:35Photo-Etched-PartsSkala 1:48VallejoPlastikbausätzeModell ZubehörPrimerFarbenAcryl FarbenVariousXQServoDigitalXrayRc Ferngesteuerte AutosSkala 1:18Skala 1:12Skala 1:10ErsatzteileStoßdämpferFedernFedern StoßdämpferNüsseKugellagerKarosserieclipsTurnbuckleGetriebegehäuseshock towerChassisSchwungradSpoilerSteeringRiemenDifferentialEmpfänger BoxStoßstangeBremseCupO-RingMounten KarosserienServo saverSuspensionSuspension ArmGetriebeSpur gearFahrtenreglerReifen und FelgenReifenReifen und FelgenKarosserienZvezdaPlastikbausätzeFlugzeugeSkala 1:48Skala 1:72HelikopterSkala 1:72MilitärfahrzeugeSkala 1:35Skala 1:72SoldatenSkala 1:35Skala 1:72AutosSkala 1:35Schiffe & UnterseebooteSkala 1:350ArtillerieSkala 1:35Skala 1:72Wer sind wirShop RC Models ist ein E-Shop für Funkuhren Modelle und RC Teile. Mit 30.000 Produkt-Codes aus der ganzen Welt, ist unser Ziel und Zweck, Ihnen die größten Modelle Katalog in Europa zu den niedrigsten Preisen.Unter unseren Seiten finden Sie elektrische und benzinbetriebene Modellautos, Flugzeuge, Hubschrauber und Boote. Dort finden Sie auch alle Ersatz-und optionale Teile für jedes Modell.RC Modellbau ist unser Hobby und wir werden unser Bestes tun, um Ihnen alles, was Sie mit dem bestmöglichen Service benötigen.Der Shop RC Modelle TeamsProdukt-InformationHome > Rc Ferngesteuerte Autos > Ersatzteile > Swing > HPI Racing > 103165 > In Verbindung stehendeHPI Racing 103165 KARDAN SET (2ST/BLITZ) Für RC ModellautosHerstellerHPI RacingProduktcodeHPI Racing 103165NameHPI Racing 103165 KARDAN SET (2ST/BLITZ) Für RC ModellautosKategorieHome > Rc Ferngesteuerte Autos > Ersatzteile > SwingAufgenommen am10/07/2011VerwendbarkeitVerfügbarFügen Sie Karre hinzuVerkaufs-Preis (incl. VAT)€ 38.00ÜberblickIn Verbindung stehende ProdukteDieses Produkt ist Ersatzteil für die folgenden Produkte:Home > Rc Ferngesteuerte Autos > Skala 1:10HPI Racing 104559 BLITZ ESE KIT ATTK-10 modellbau rc car Dieses Produkt ist für die folgenden Produkte wahlweise freigestellt:Home > Rc Ferngesteuerte Autos > Skala 1:10HPI Racing 103172 BLITZ TRUCK SHORT COURSE 2WD RTR modellbau rc carHPI Racing 105832 BLITZ SHORT COURSE RTR modellbau rc carHPI Racing 105833 BLITZ SKORPION RTR 2.4G modellbau rc car103172105832105833HPI Racing 109326 BLITZ FLUX RTR (EU) modellbau rc car109326 HPI Racing
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
» Summer Shark Attack » Retreat » Hercules » Asterix im Land der Gö... » Interstellar » Die Pute von Panem - T... » 45 Minuten bis Ramallah Start · News · TV · Film suchen: · TV · Top · 2017 · Hilfe Bestbewertet · Schlechtestbewertet · MeistbewertetMeistaufgerufen · WenigstaufgerufenZuletzt bewertete Filme:1. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Wer kriegt den Hund? (Who Gets the Dog?)USA 2016, 90 min., FSK ab 0"Wer kriegt den Hund?" (Originaltitel "Who Gets the Dog?") ist eine Komödie aus dem Jahr 2016. Regie führte Huck Botko. Das Drehbuch schrieben Matt JL Wheeler und Rick Rapoza. Es spielen u.a. Alicia Silverstone, Ryan Kwanten und Randall Batinkoff.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR2. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Jack Reacher: Kein Weg zurück (Jack Reacher: Never Go Back)USA 2016, 118 min., FSK ab 16"Jack Reacher: Kein Weg zurück" (Originaltitel: "Jack Reacher: Never Go Back", Arbeitstitel "Jack Reacher 2") ist ein US-amerikanischer Thriller von Edward Zwick aus dem Jahr 2016. Der Film basiert auf dem Buch "Die Gejagten" von Lee Child und ist eine Fortsetzung zum 2012 erschienenen Film "Jack Reacher". Die Hauptrolle des Jack Reacher ist wieder von Tom Cruise besetzt. In den USA erschien der Film am 21. Oktober 2016, in Deutschland a...· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR3. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Train to Busan (Busan-haeng)Südkorea 2016, 113 min., FSK ab 16"Train to Busan" (Originaltitel: "Busan-haeng" ("부산행") ist ein südkoreanischer Zombiefilm des Regisseurs Yeon Sang-ho aus dem Jahr 2016. Der Film feierte seine Premiere auf den 'Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2016' am 13. Mai 2016 und kam am 20. Juli 2016 in die südkoreanischen Kinos. Der Film hatte in Südkorea knapp 11,6 Millionen Kinobesucher. In Deutschland wurde der Film am 28. August 2016 auf dem Fa...· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR4. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Joshy - Ein voll geiles Wochenende (Joshy)USA 2016, 89 min., FSK ab 16"Joshy - Ein voll geiles Wochenende" (Originaltitel "Joshy") ist eine Komödie aus dem Jahr 2016. Regie führte Jeff Baena, der auch das Drehbuch schrieb. Es spielen u.a. Thomas Middleditch, Adam Pally und Alex Ross Perry. In Deutschland erschien der Film am 9. März 2017 als DVD-Premiere.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR5. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Open Grave (Open Grave)USA 2013, 102 min., FSK ab 16"Open Grave" ist ein Zombiefilm von Gonzalo López-Gallego aus dem Jahr 2013. In Deutschland erschien der Film am 26. September 2014 als DVD- und Blu-Ray-Premiere.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR6. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Ghost in the Shell (Ghost in the Shell)USA 2017, 120 min."Ghost in the Shell" ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 2017. Regie führte Rupert Sanders, das Drehbuch verfassten Jonathan Herman und Jamie Moss. In den Hauptrollen sind Scarlett Johansson, Pilou Asbæk, Michael Pitt, Takeshi Kitano, Chin Han, Lasarus Ratuere und Juliette Binoche zu sehen. Der Film ist die erste realfilmmäßige Umsetzung des Mangas "Ghost in the Shell" von Masamune Shirow. Der Film startete ...· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR7. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Ghostbusters (Ghostbusters)USA 2016, 112 min., FSK ab 12"Ghostbusters" (Arbeitstitel "Ghostbusters 3") ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fantasy-Komödie aus dem Jahr 2016 und ein Reboot von "Ghostbusters - Die Geisterjäger" (1984). Paul Feig hat die Regie übernommen und mit Katie Dippold das Drehbuch geschrieben. In den Hauptrollen spielen Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones. Der Film lief am 15. Juli 2016 in den US-amerikanischen Kinos an. Der deutsche Kino...· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR8. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) Komm, süßer Tod (Komm, süßer Tod)Österreich 2000, 108 min., FSK ab 16Komm, süßer Tod ist die Verfilmung des 1998 erschienenen gleichnamigen Kriminalromans von Wolf Haas, der zusammen mit Josef Hader und Wolfgang Murnberger auch das Drehbuch verfasste. Der Film, im Jahr 2000 in Österreich gedreht, wurde 2001 mit der Romy für den erfolgreichsten österreichischen Kinofilm ausgezeichnet. In den Jahren 2004 und 2009 verfilmte dasselbe Team mit Silentium und Der Knochenmann zwei weitere Romane von Wolf Haas. In den ö...· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR9. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) SeitenwechselDeutschland 2016, 97 min., FSK ab 12"Seitenwechsel", alternativ "Und ich bin du", ist ein deutsche Komödie aus dem Jahr 2016. Regie führte Vivian Naefe. Es spielen u.a. Mina Tander, Wotan Wilke Möhring, Frederick Lau und Anna Maria Mühe. In den deutschen Kinos lief der Film am 2. Juni 2016 an.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR10. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Three Night Stand - Urlaub bei der Ex (Three Night Stand)Kanada 2013, 86 min., FSK ab 12"Three Night Stand - Urlaub bei der Ex" (Originaltitel "Three Night Stand", Arbeitstitel "The White Buffalo") ist eine Dramödie aus dem Jahr 2013. Regie führte Pat Kiely, der auch das Drehbuch schrieb. Es spielen u.a. Sam Huntington, Meaghan Rath und Darren Curtis. In Deutschland erschien der Film am 21. August 2015 als DVD- und Blu-Ray-Premiere.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR11. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Jimmy Vestvood - Amerikan Hero (Jimmy Vestvood: Amerikan Hero)USA 2016, 80 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR12. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) The Shallows: Gefahr aus der Tiefe (The Shallows)USA 2016, 83 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR13. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Wilde High School Teens kommen gleich zur Sache (Hooking Up)USA 2009, 95 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR14. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Welcome to Norway (Welcome to Norway)Norwegen 2016, 87 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR15. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Wir sind die Neuen (Wir sind die Neuen)Deutschland 2014, 88 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR16. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Eaters (Eaters)USA 2015, 83 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR17. | Bewertung: 1,00 (zwei Stimmen) Die kommenden Tage (Die kommenden Tage)Deutschland 2010, 130 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR18. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Running Girl (Fugitive at 17)Kanada, USA 2012, 87 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR19. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Willkommen bei den Hartmanns (Willkommen bei den Hartmanns)Deutschland 2016, 111 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR20. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Irre sind männlichDeutschland 2014, 89 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR21. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Das schwarze Labyrinth (Andròn: The Black Labyrinth)Italien, UK, Malta 2015, 92 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR22. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Two Night Stand (Two Night Stand)USA 2014, 84 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR23. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Mama gegen Papa - Wer hier verliert, gewinnt (Papa ou Maman)Frankreich, Belgien 2015, 82 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR24. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Level Up (Level Up)UK 2016, 78 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR25. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) The Pet - Die Sklavin (The Pet)USA 2006, 85 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR26. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Amok - He Was a Quiet Man (He Was a Quiet Man)USA 2007, 91 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR27. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Who Am I - Kein System ist sicher (Who Am I - Kein System ist sicher)Deutschland 2014, 102 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR28. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) The Horde - Die Jagd hat begonnen (The Horde)USA 2016, 84 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR29. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Denk wie ein Mann 2 (Think Like a Man Too)USA 2014, 101 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR30. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Denk wie ein Mann (Think like a Man)USA 2012, 117 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR31. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Der Vollposten (Quo Vado?)Italien 2016, 81 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR32. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Cool Girls (The Outcasts)USA 2017, 91 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR33. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) The Night Watchmen (The Night Watchmen)USA 2016, 76 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR34. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Verrückt nach Fixi (Verrückt nach Fixi)Deutschland 2016, 91 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR35. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Dirty Cops - War on Everyone (War on Everyone)UK 2016, 94 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR36. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Disturbia (Disturbia)USA 2007, 104 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR37. | Bewertung: 1,00 (acht Stimmen) Zurück in die Zukunft (Back to the Future)USA 1985, 116 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR38. | Bewertung: 1,00 (zwei Stimmen) Honig im Kopf (Honig im Kopf)Deutschland 2014, 139 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR39. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) Katharina LutherDeutschland 2017, 105 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR40. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Gridlocked - In der Schusslinie (Gridlocked)Kanada 2015, 105 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR41. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Guns for Hire (The Adventures of Beatle)USA 2015, 79 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR42. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Hüter der Erinnerung - The Giver (The Giver)USA 2014, 97 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR43. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Kill Me Three Times - Man stirbt nur dreimal (Kill Me Three Times)USA, Australien 2014, 87 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR44. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Die Farm (Deer Crossing)USA 2012, 101 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR45. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Jail Bait - Überleben im Frauenknast (Jailbait)USA 2014, 86 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR46. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Schneider vs. Bax (Schneider vs. Bax)Niederlande 2015, 92 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR47. | Bewertung: 2,50 (zwei Stimmen) Der Teufel trägt Prada (The Devil Wears Prada)USA 2006, 109 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR48. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Herz aus Stahl (Fury)USA, UK 2014, 134 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR49. | Bewertung: 1,00 (zwei Stimmen) Die kommenden Tage (Die kommenden Tage)Deutschland 2010, 130 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR50. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Die Hochzeit unserer dicksten Freundin (Bachelorette)USA 2012, 84 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR51. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Liebe ohne Krankenschein (Accidental Love)USA, UK 2015, 97 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR52. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern! (Walk of Shame)USA 2014, 91 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR53. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Sleepless Night - Nacht der Vergeltung (Nuit Blanche)Frankreich, Belgien, Luxemburg 2011, 98 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR54. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Projekt 12: Der Bunker (Project 12: The Bunker)Spanien 2016, 97 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR55. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Tactical Force (Tactical Force)Kanada 2011, 85 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR56. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) The Accountant (The Accountant)USA 2016, 123 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR57. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Hacked - Kein Leben ist sicher (I.T.)Irland, Frankreich, USA 2016, 91 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR58. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Bad Moms (Bad Moms)USA 2016, 97 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR59. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Don't Breathe (Don't Breathe)USA 2016, 86 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR60. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Storm Hunters (Into the Storm)USA 2014, 86 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR61. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) War Dogs (War Dogs / Arms and the Dudes)USA 2016, 110 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR62. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Collide (Collide)UK, Deutschland, USA 2016, 99 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR63. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Last Shift (Last Shift)USA 2014, 84 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR64. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Marauders - Die Reichen werden bezahlen (Marauders)Kanada 2016, 102 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR65. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Death Race 2050 (Death Race 2050)USA 2017, 89 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR66. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Precious Cargo (Precious Cargo)Kanada 2016, 95 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR67. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Tiger House (Tiger House)UK, Südafrika 2015, 80 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR68. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Arrival (Arrival)USA 2016, 116 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR69. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Urlaubsreif (Blended)USA 2014, 112 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR70. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) Ein irrer Duft von frischem Heu (Ein irrer Duft von frischem Heu)DDR 1977, 87 min., FSK ab 0· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR71. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Der Vater meiner besten Freundin (Un moment d’égarement)Frankreich 2015, 105 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR72. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Systemfehler - Wenn Inge tanzt (Systemfehler - Wenn Inge tanzt)Deutschland 2013, 104 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR73. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) More - mehr - immer mehr (More)Deutschland, Frankreich, Luxemburg 1969, 112 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR74. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) The Visit (The Visit)USA 2015, 94 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR75. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Mit dem Herz durch die Wand (Un peu, beaucoup, aveuglément!)Frankreich 2015, 87 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR76. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Everly - Die Waffen einer Frau (Everly)USA 2014, 89 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR77. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Idiocracy (Idiocracy)USA 2006, 81 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR78. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) El Gringo (El Gringo)USA 2012, 95 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR79. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) The Trust: Big Trouble in Sin City (The Trust)USA 2016, 88 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR80. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) Der Reigen (La Ronde)Frankreich, Italien 1964, 110 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR81. | Bewertung: 4,00 (eine Stimme) Code of Honor (Code of Honor)USA 2016, 106 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR82. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) The Captive - Spurlos verschwunden (The Captive)Kanada 2014, 108 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR83. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Blood Father (Blood Father)Frankreich 2016, 84 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR84. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Clockstoppers (Clockstoppers)USA 2002, 90 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR85. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Daylight's End (Daylight's End)USA 2016, 105 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR86. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Empire State - Die Straßen von New York (Empire State)USA 2013, 94 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR87. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) R.I.F. - Ich werde Dich finden (R.I.F. (Recherches dans l'Intérêt des Familles))Frankreich 2011, 86 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR88. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Hitman: Agent 47 (Hitman: Agent 47)USA, Deutschland 2015, 96 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR89. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Hours - Wettlauf gegen die Zeit (Hours)USA 2013, 94 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR90. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Ich. Darf. Nicht. Schlafen. (Before I Go to Sleep)USA 2014, 92 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR91. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Mike and Dave Need Wedding Dates (Mike and Dave Need Wedding Dates)USA 2016, 95 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR92. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen (Side Effects)USA 2013, 106 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR93. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) MacLintock (McLintock!)USA 1963, 127 min., FSK ab 6· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR94. | Bewertung: 2,00 (eine Stimme) Zulu (Zulu (Frankreich) / City of Violence (Südafrika))Frankreich, Südafrika 2013, 111 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR95. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Hardcore (Hardcore Henry)Russland, USA 2015, 90 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR96. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Requiem for a Killer (Requiem pour une tueuse)Frankreich 2011, 89 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR97. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Numbers Station (The Numbers Station)UK, Belgien, USA 2013, 89 min., FSK ab 16· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR98. | Bewertung: 1,00 (eine Stimme) Der Kapitän vom Tenkesberg (A Tenkes kapitánya)Ungarn 1963, 184 min.· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR99. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) So Undercover (So Undercover)USA 2012, 90 min., FSK ab 12· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTR100. | Bewertung: 3,00 (eine Stimme) Covert Operation - Im Visier der Feinde (The Borderland)Frankreich 2014, 85 min., FSK ab 18· Suchen bei › Amazon › Otto › ReBuy › Saturn › Thalia › OTRZuletzt aufgerufen · bewertet · kommentiertNeueste · aktualisierte FilmeinträgeKontakt (E-Mail an den Service) | Impressum | © 2011-2017 NFL / Opetus Software GmbH
de
q-de-2195
Welche Sprachfamilie gehört Isländisch an?
Isländisch (isländisch ) ist eine Sprache aus dem germanischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist die Amtssprache in Island. Derzeit wird Isländisch von etwas mehr als 300.000 Menschen im täglichen Sprachgebrauch verwendet. Geschichte Das heutige Isländisch geht auf das Altisländische zurück, das im Hoch- und Spätmittelalter gesprochen und geschrieben wurde. Die Siedler Islands stammten zu einem großen Teil von der Südwestküste Norwegens, weshalb Altisländisch und Altnorwegisch sich nur marginal unterschieden und noch heute zwischen den südwestnorwegischen Dialekten, dem Isländischen sowie dem Färöischen die verhältnismäßig größte Nähe besteht. Die Isolation Islands hat allerdings dazu geführt, dass es sich (zusammen mit dem Färöischen) in den letzten tausend Jahren im Bereich der Formenlehre (Morphologie) kaum verändert hat und somit noch heute dem Altnordischen ähnelt. Grammatikalische Eigenheiten, die in anderen Sprachen im Laufe ihrer Entwicklung reduziert oder ganz aufgegeben wurden, blieben im Isländischen weitestgehend erhalten, wogegen das Lautsystem – besonders der Vokalismus – sich erheblich geändert hat. Im Laufe der frühen Neuzeit war das Isländische allerdings vielen Einflüssen aus dem Dänischen beziehungsweise dem Niederdeutschen unterworfen. So war die Übersetzung des Neuen Testaments von Oddur Gottskálksson 1540 stark dänisch-deutsch beeinflusst (zahlreiche mit for- präfigierte Verben wie forheyra, forganga, forlíkja, fornema, forblinda, forlíta usw., dann auch etwa blífa, skikka, bítala, dára, slekti usw.). Die Übersetzung von Corvinus Postilla (1546) führte weitere Teutonismen wie bíkenna, innplantaður, fortapaður ein. Auch die Korrespondenz von Bischof Gissur Einarsson von Skálholt (16. Jahrhundert) weist zahlreiche niederdeutsche Einflüsse auf wie hast, forskulda, fornægilse, bilæti, hýra und befalning auf. Erst die Bibelübersetzung von Bischof Guðbrandur Þorláksson von 1584 zeigt weniger ausländischen Einfluss. Das 17. Jahrhundert wird von Halldór Hermannsson als Epoche des „stetigen Niedergangs der Sprache“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde allerdings mit dem Sammeln alter Schriften begonnen, und drei Wörterbücher (1650, 1654/83, 1691) sowie die Grammatik von Runólfur Jónsson (1651) zeigen erste Gegenbewegungen an. Berichte von Eggert Ólafsson und Björn Pálsson, die im 18. Jahrhundert mit Unterstützung der Dänischen Akademie der Wissenschaften Island bereisten, sowie von Árni Magnússon und Páll Vídalín besagten, dass „bestes, reinstes“ Isländisch im Osten der Insel gesprochen werde, gutes auch im Norden, wogegen der Süden unter dem Einfluss der Händler, der Lateinschule in Skálholt und der Reformation „völlig korrumpiert“ sei. Im Norden hingegen stütze die Presse in Hólar sowie die Sitte, die alte Sagaliteratur laut vorzulesen, die alte Sprache. Eggert Ólafsson zeigte großes Engagement für die isländische Sprache, musste allerdings für seine Werke ein Glossar zur Erklärung seines archaischen Wortschatzes und seiner Rechtschreibung veröffentlichen. Auf der andern Seite plädierte in dieser Zeit der Rektor von Skálholt für die vollständige Einführung des Dänischen. Vonseiten Dänemarks gab es jedoch nie Versuche, Island zu danisieren; vielmehr hatten mehrere königliche Reskripte (1743 betreffend die Schule, 1751 betreffend die Zweisprachigkeit der Gesetze, 1753 betreffend den Gebrauch des Isländischen in Petitionen) zum Ziel, die Rechte des Isländischen festzuhalten – Absichten, die freilich in der Praxis oft nur ungenügend umgesetzt wurden. Die Wende kam um 1800: 1779 wurde die Isländische Literaturgesellschaft (Hið íslenzka Lærdómslistafélag) gegründet; 1811 veröffentlichte Rasmus Christian Rask – der sich bei seinem vorangehenden Besuch der Insel über die isländisch-dänische Mischsprache in Reykjavík gewundert hatte – seine altisländische Grammatik (Vejledning til det islandske eller gamle nordiske Sprog), 1814 Björn Halldórsson sein dreisprachiges Lexicon Islandico-Latino-Danicum, und 1814/18 gewann Rask die Preisfrage der Königlich Dänischen Akademie zum Thema Altnordisch mit seiner Schrift Undersøgelse om det gamle nordiske eller islanske Sprogs Oprindelse („Untersuchung zum Ursprung der alten nordischen oder isländischen Sprache“). Bei einem Besuch auf Island war er entsetzt über den Zustand der Sprache im Süden der Insel, worauf er 1816 die Isländische Literarische Gesellschaft gründete. Im gleichen Jahr gab die isländische Bibelgesellschaft eine neue, sprachlich sorgfältige Übersetzung der Heiligen Schrift heraus, der in kurzen Abständen weitere Revisionen folgten. 1835 wurde die sprachpflegerische Publikation Fjölnir gegründet. Ab 1844 mussten dänische Beamte auf Island die Landessprache beherrschen, und 1848 wurde an der Universität Kopenhagen eine Professur für Isländisch eingerichtet. Gestritten wurde hingegen noch lange um die Orthographie: Nachdem im Zusammenhang mit der Übersetzung der Bibel nach dänischem Vorbild beispielsweise die Großschreibung der Substantive und die Buchstabenkombination aa für altes á um sich gegriffen hatten, kam es im frühen 19. Jahrhundert zur Rückbesinnung auf die altisländische Schreibweise: So führte beispielsweise 1827 das Íslenzka Bókmentafélag den Buchstaben ð wieder ein. Andere Versuche, etwa von Konráð Gíslason und von journalistischer Seite, die Schreibweise der realen Aussprache anzupassen, konnten sich dagegen nicht durchsetzen, und aussprachenahe Schreibungen wie je wurden im 19. Jahrhundert wieder durch das etymologisierende altisländische é ersetzt. Überhaupt kamen im Rahmen zunehmender Loslösungsbestrebungen auch sprachpflegerische Ideen auf: Um die eigene Sprache von Einflüssen der dänischen Herrscher zu reinigen, wurde das Isländische anhand alter Schriftquellen rekonstruiert. 1918 schließlich wurde die Rechtschreibung mittels eines offiziellen Wörterbuchs der Regierung, das für Verwaltung und Schule Geltung hatte, amtlich festgelegt. Das Isländische weist nur eine geringe dialektale Vielfalt auf, ganz im Gegensatz zum benachbarten Färöischen, das aufgrund der geographischen Struktur des Archipels eine große Anzahl unterschiedlicher Dialekte kennt. Während sich im Färöischen innersprachliche Unterschiede in allen linguistischen Subsystemen (Lautbildung, Formenbildung, Satzbildung und Wortschatz) bemerkbar machen, beschränken sie sich im Isländischen nahezu ausschließlich auf die phonetisch-phonologische Ebene und betreffen die anderen Bereiche lediglich in geringfügigem Ausmaß. Das älteste im Original erhaltene Dokument in isländischer Sprache ist der Reykjaholtsmáldagi. Schon vor der Niederschrift der Edda und anderer dichterischer Werke (vermutlich ab dem 12. Jahrhundert) gab es in Island und anderen Teilen der nordischen Welt eine besondere Dichtersprache, in der nach bestimmten Regeln oft hochformalisierte Gedichte verfasst wurden. Die Dichter, die diese Gedichte in altwestnordischer (altisländischer) Sprache verfassten und vortrugen, nannte man „Skalden“. Sie benutzten poetische Umschreibungen (Kenninge und Heiti), die auf Figuren und deren Taten aus (nord-)germanischen Heldensagen und der (nord-)germanischen Mythologie anspielten. Wortschatz Reiche Differenzierungen Das Isländische bietet in vielen Bereichen reiche Differenzierungen. So lautet etwa die Übersetzung des Wortes „gefleckt“ – je nachdem, auf welches Tier sich das Wort bezieht – skjöldóttur (Kuh), flekkóttur (Schaf) oder skjóttur (Pferd). Das Isländische unterscheidet des Weiteren zwischen Seehundmännchen (brimill) und -weibchen (urta), männlichem Lamm (gimbill) und weiblichem Lamm (gimbur) usw. Fremdwörter Man achtet konsequent darauf, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen erschafft man in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz. So entstand das Wort für „Computer“, tölva, aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Der Begriff für „Aids“, alnæmi, wurde aus al-, „all-“, und næmi, „Empfindlichkeit“, gebildet. Ein ähnliches Wort ist skrifstofa („Schreibstube“) für Büro. Dennoch gibt es eine beträchtliche Anzahl älterer Lehnwörter wie hótel („Hotel“) oder prestur („Priester“); ein Anschwellen von Anglizismen, ähnlich wie im Deutschen, ist seit den 1950er Jahren auch auf Island zu bemerken. Seit 1964 besteht darum in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Alphabet Das isländische Alphabet (erste Tabelle) umfasst 32 Buchstaben, die größtenteils den lateinischen entsprechen. Die regulären Vokalzeichen (einschließlich y, aber außer æ und ö) gibt es in einer zweiten Form mit Akzent. Die Buchstaben C, W, Q und Z kommen in isländischen Wörtern nicht vor. Im Fall des Buchstabens Z ist dies Folge einer nicht von jedem Schreiber befolgten Rechtschreibreform im 20. Jahrhundert. Zusätzlich zu den lateinischen gibt es die Buchstaben Ð/ð (stimmhaft, wie „weiches“ englisches th, wie z. B. in Englisch „this“ – aber mit heruntergebogener Zungenspitze, desgleichen der folgende), Þ/þ (dieser Buchstabe stammt aus dem Runen-Alphabet und wird stimmlos wie ein „hartes“ englisches th ausgesprochen wie in thing []), Æ/æ (wie deutsches ei []) und Ö/ö (wie deutsches ö []). Zu beachten ist, dass die Buchstaben þ, æ und ö erst am Ende des Alphabets nach dem ý eingereiht sind. Die zweite Tabelle zeigt die Unicode-Nummern und die Tastenkombinationen unter Windows und X11 für die spezifisch isländischen Buchstaben. Phonologie Siehe auch: Isländische Aussprache Konsonanten Bei den Plosiven hat das isländische Lautsystem eher einen Aspirations-Kontrast als einen Kontrast der Stimmhaftigkeit. Präaspirierte stimmlose Plosive sind ebenfalls anzutreffen. Die isländischen Frikative und Sonoranten zeigen regelmäßige Kontraste in der Stimmhaftigkeit. Das gilt auch für die Nasale, was in den Sprachen der Welt ein seltenes Phänomen ist. Darüber hinaus ist Länge kontrastiv für alle Phoneme mit Ausnahme der stimmlosen Sonoranten. Die Tabelle der Konsonantenphoneme und ihrer Allophone folgt der Darstellung bei Scholten (2000, S. 22). Die stimmhaften Frikative , , und erscheinen meistens weiter geöffnet als Approximanten (beispielsweise wird zu und zu ). Der Status von und als Phoneme oder als Allophone von und ist Gegenstand der Diskussion. Auf der anderen Seite impliziert das Vorhandensein von Minimalpaaren wie gjóla „leichter Wind“ versus góla „Schrei“ und kjóla „Kleider“ versus kóla „Cola“, dass die palatalen Plosive Phonemstatus besitzen. Nur die palatalen, nicht die velaren Plosive, können aber vor vorderen Vokalen erscheinen, und einige Linguisten (vgl. Rögnvaldsson 1993) plädieren daher für die zugrundeliegenden Formen und für und sowie für einen phonologischen Prozess, der in überführt. Ob dieser Ansatz, der mit der Orthographie und Sprachgeschichte konformgeht, eine synchrone Realität darstellt, ist umstritten, da die zugrundeliegenden Formen in der Linguistik spekulativ und nicht messbar sind. Die dentalen Frikative und sind Allophone eines Phonems. erscheint wortinitial, wie zum Beispiel in þak „Dach“, und vor stimmlosem Konsonanten, wie in maðkur „Wurm“. steht intervokalisch, wie beispielsweise in iða „Strudel“, und final wie in bað „Bad“, kann aber am Phrasenende auch zu entstimmt werden. Von den stimmlosen Nasalen erscheint nur in wortinitialer Position, wie zum Beispiel in hné „Knie“. In letzter Zeit gibt es eine Tendenz, vor allem unter jungen Leuten, die Stimmlosigkeit hier aufzuheben (Beispiel hnífur „Messer“ statt ). Der palatale Nasal steht vor palatalem Plosiv, die velaren vor velaren Plosiven. steht auch vor und , wegen des Ausfalls von in den Konsonantenverbindungen und . Die präaspirierten (zum Beispiel löpp „Fuß“) erscheinen nicht wortinitial. Die Geminaten sind in der Regel nicht länger als die einfachen Konsonanten ; sie bewirken aber eine Verkürzung des vorangehenden Vokals. Sie können aber situativ lang gesprochen werden, so unter anderem beim Sprechen mit kleinen Kindern. Vokale Das Isländische hat 13 Vokalphoneme: 8 Monophthonge und 5 Diphthonge. Alle Vokale, auch die Diphthonge, können sowohl lang als auch kurz auftreten. Die Vokallänge ist aber kontextabhängig und damit nicht distinktiv. Die Diphthonge sind . Die Vokale unterscheiden sich oft von ihren deutschen Entsprechungen: a [ä]: ähnlich deutsch a á []: ähnlich dt. au e : wie dt. ä é []: wie je in dt. jetzt i / y : = (siehe nächstes Kapitel) í / ý : = (siehe nächstes Kapitel) o : wie dt. o in Gott ó []: ähnlich englisch o in rose u : wie dt. ü in küssen ú : wie dt. u au []: wie niederländisch ui, ähnlich wie dt. eu/äu æ []: ähnlich dt. ei/ai ei []: ähnlich nl. ei/ij. ö []: ähnlich dt. ö in Körner Vokallänge ist im Isländischen vorhersagbar (Orešnik und Pétursson 1977). Betonte Vokale oder Diphthonge sind generell länger als unbetonte. Nur betonte Vokale können aber auch phonologisch lang sein. Langvokale treten auf: wortfinal in einsilbigen Wörtern: fá „bekommen“ nei „nein“ þú „du“ vor einfachem Konsonanten: fara „gehen“ hás „heiser“ vekja „wecken“ ég „ich“ spyr „(ich) frage“ (1. Person Singular) vor den Konsonantenverbindungen , , oder : lipra „agil“ (Akkusativ, feminin) sætra „süß“ (Genitiv, Plural) akra „Feld“ (Akkusativ, Plural) hásra „heiser“ (Genitiv, Plural) vepja „Kiebitz“ letja „jmdn. von etw. abbringen“ Esja Eigenname (ein Berg) götva wie in uppgötva „entdecken“ vökva „wässern“ (Verb) tvisvar „zweimal“ Vor anderen Konsonantenverbindungen sowie den präaspirierten Lauten und den Geminaten sind betonte Vokale kurz. Beispiele: Karl Eigenname standa „stehen“ sjálfur „selbst“ kenna „lehren“ fínt „fein“ loft „Luft“ upp „auf“ ætla „werden“ (Verb) laust „lose“ Die i-Vokale Wer die Aussprache der ersten drei Silben in dem deutschen Ausdruck „ihn in Ehren halten“ genau analysiert, wird bemerken, dass der zweite i-Laut nicht nur kürzer ist als der erste, sondern auch anders klingt – das kurze i wird weniger gespannt („laxer“) ausgesprochen und nimmt klanglich eine Mittelstellung zwischen dem langen i und dem e („Ehren“) ein. Im Deutschen sind alle langen i gespannt, alle kurzen i nicht; im Isländischen existieren hier alle vier Möglichkeiten. Die Schrift unterscheidet das gespannte i durch das Akzentzeichen. Morphologie (Formenlehre) Das Isländische verfügt über eine reichhaltige Vielfalt an Formen bei den flektierbaren Wortarten Pronomen, Substantiv, Verb, Adjektiv und Zahlwort, die eine ziemliche Schwierigkeit beim Erlernen der Sprache darstellen. Im Folgenden sind Flexionsbeispiele für alle relevanten Wortklassen aufgeführt. Personalpronomen Im Isländischen werden Personalpronomina wie im Deutschen durch vier Fälle gebeugt. In der 3. Person werden drei Geschlechter (Genera) unterschieden, die zusätzlich durch ein geschlechtsneutrales Pronomen ergänzt werden. Dieses geschlechtsneutrale hán wurde dem schwedischen hen und dem finnischen hän nachgeahmt. Es ist noch nicht klar, in welchem Ausmaß sich das Wort durchsetzt. Eine Übersicht über die Flexion der Personalpronomina: Anders als im Deutschen findet eine Unterscheidung nach Geschlechtern auch im Plural der 3. Person statt. Dabei wird die Neutrumform þau für gemischte Personengruppen und damit am häufigsten verwendet; die maskuline und feminine Form passen nur für Gruppen mit identischem Geschlecht. Zur Anrede einer Person dient im Isländischen stets das Pronomen þú, es wird also – wie heute in skandinavischen Ländern üblich – grundsätzlich geduzt (und jeder mit dem Vornamen angesprochen). Nur den Präsidenten oder Bischof des Landes spricht man bei festlichen Anlässen mit dem ansonsten veralteten Höflichkeitspronomen þér (gen.: yðar, dat. und akk.: yður) an. Des Weiteren existiert in Gedichten oder auch in der Nationalhymne noch die Form vér „wir“ (gen.: vor, dat. und akk.: oss) statt við (die im Altnordischen noch die Bedeutung „wir beide“ hatte). Reflexivpronomen Anders als das Deutsche unterscheidet das Isländische beim Reflexivpronomen (Dt.: sich) verschiedene Kasusformen: Eine weitere Besonderheit des isländischen Reflexivums, die es im Deutschen nicht gibt, ist der logophorische Gebrauch dieses Pronomens (Details siehe im verlinkten Artikel). Fragepronomina und -adverbien Fragepronomina unterscheiden nach den drei Genera: Weitere wichtige Frageadverbien sind überdies: hvar „wo“, hvenær „wann“, hve „wie“, hvernig „wie, auf welche Weise“, af hverju „warum“, hvert „wohin“, hvaðan „woher“. Zahlwörter Die Zahlwörter für 1 bis 4 werden im Isländischen flektiert und müssen mit dem jeweils betreffenden Substantiv in Genus und Kasus kongruieren: Beim Abzählen usw. verwenden Isländer üblicherweise die maskulinen Formen der Numeralia. Hausnummern werden jedoch im Neutrum angegeben. Ein Überblick über die wichtigsten unflektierbaren Kardinalzahlen: Eine vertiefende Übersicht der Zahlen ist im Wikiwörterbuch einzusehen (isländisch, deutsch). Substantive Isländische Substantive werden ebenso wie deutsche in drei Genera unterteilt, nämlich Maskulina, Feminina und Neutra. Diese drei Genera werden im Unterschied zum Deutschen auch im Plural unterschieden. Dabei wird jedes Wort seinem Genus entsprechend flektiert; außerdem gibt es innerhalb der Genera verschiedene Flexionsklassen. Innerhalb des Paradigmas eines Substantivs gibt es jeweils vier Fälle (Kasus), die den vier deutschen Fällen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ entsprechen; diese werden durch Anfügen einer Flexionsendung an den Wortstamm gebildet. Im Plural gibt es für Dativ (-um) (fast immer) und Genitiv (-a) (ausnahmslos) einheitliche Flexionsendungen, gleich welchem Genus sie angehören. Als Beispiel für ein Maskulinum der starken Flexionsklasse M1 dient das Wort hestur „Pferd“: In der linken Hälfte der Tabelle wird das Wort ohne Artikel flektiert, in der rechten dagegen mit bestimmtem Artikel, der dem deutschen „das Pferd, des Pferdes etc.“ entspricht. Einen unbestimmten Artikel gibt es im Isländischen nicht. Ähnlich flektiert dalur „Tal“ aus M2, der sogenannten i-Klasse: Ein Beispiel für die Deklination starker Feminina ist borg „Stadt“: Folgende Regelmäßigkeiten treffen auf die meisten Deklinationen zu: der Akkusativ Singular eines Maskulinums entspricht seinem Stamm Nominativ und Akkusativ Singular sind – wie in allen indogermanischen Sprachen – bei Neutra aller Wortklassen identisch Nominativ und Akkusativ Plural sind bei Feminina und Neutra miteinander identisch, bei Maskulina nicht der Dativ Plural endet immer auf -um; mit dem bestimmten Artikel verschmilzt diese Endung zu -unum. Ausnahmen gibt es doch, wenn der Vokal „breit“ ist. Beispiele sind kýr (Kuh) mit Dativ Plural kúm, á (Fluss) mit Dativ Plural ám oder kló (Kralle) mit Dativ Plural klóm. der Genitiv Plural endet immer auf -a, mit bestimmtem Artikel auf -anna die Artikelflexion ist innerhalb eines Genus immer identisch (bis auf i-Einschübe, wenn zu viele Konsonanten aufeinandertreffen würden) Ein weiteres Beispiel aus der Klasse der starken Neutra ist borð „Tisch“: Es zeigen sich Übereinstimmungen bei der Flexion von starken Maskulina und Neutra: die Endung für den Genitiv bzw. Dativ Singular ist -s bzw. -i. (Die Maskulina können jedoch die Genitivendung -ar haben, und mit dem -i im Dativ kann man bei Maskulina auch nicht rechnen). Sowohl im Singular als auch im Plural sind bei einem Neutrum Nominativ und Akkusativ identisch (wie in allen indogermanischen Sprachen). u-Umlaut Bei der Nominalflexion tritt im Isländischen der u-Umlaut auf. Dieser betrifft Substantive mit Stammvokal -a- unabhängig von ihrem Geschlecht; der Stammvokal wird dabei zu -ö- umgelautet, wenn ihm in der unbetonten Silbe (also in der Kasusendung) ein -u- nachfolgt; da dieses -u- jedoch im Laufe der isländischen Sprachgeschichte bereits geschwunden sein kann, merke man sich folgende Regel: Der Umlaut a > ö tritt ein im gesamten Singular der starken Feminina außer im Genitiv im Nominativ und Akkusativ Plural der Neutra im Dativ Plural bei allen Genera Beispiele für ein starkes Femininum der zuvor bereits gezeigten Klasse F1, vör „Lippe“, sowie ein starkes Neutrum der Klasse N1, land „Land“ sehen folgendermaßen aus (Umlaute sind fett hervorgehoben): Da u-Umlaut bei Feminina im Nominativ Singular auftritt und diese Form auch im Wörterbuch das Lemma bildet, ist dies bei der Flexion besonders zu beachten. Verben Wie im Deutschen teilt sich das System der isländischen Verben in eine Gruppe starker Verben und eine Gruppe schwacher Verben. Es existieren dennoch einige Verben, die zwischen beiden Gruppen schwanken. Innerhalb der schwachen Verben gibt es vier Gruppen, von denen die größte W4, die sog. a-Klasse, ist. Als Beispiel sei das Paradigma von hjálpa „helfen“ aufgeführt: dabei ist dessen Themavokal -a-, die Endungen dahinter erscheinen kursiv: Hjálpa (Altisländisch hjalpa) war übrigens ursprünglich ein starkes Verb wie im Deutschen. Ein Rest davon befindet sich in dem Adjektiv (ursprünglich das Präteritum Perfekt) hólpinn, gerettet, geborgen. In der linken Hälfte der Spalte finden sich die Indikativformen des Präsens, in der rechten die des Präteritums, welches bei Verben der Klasse W4 mit dem Suffix -að- (Singular) bzw. -uð- (Plural) gebildet wird. Weiters ein Beispielverb der i-Klasse mit Themavokal -i- im Präsens Singular: reyna „versuchen“. Das Präteritalsuffix zeigt hier die Form -d-: Zur sog. Nullklasse der schwachen Verben gehört telja „zählen“, welches im Präteritum Rückumlaut e > a/ö zeigt. Diese Verben haben keinen Themavokal, zeigen jedoch j-Suffix im Präsens Plural: Starke Verben flektieren wie die Klasse W1 im Präsens, zeigen jedoch, falls möglich Umlaut im Singular (a > e, o > e, ó > æ, ú > ý). Das Präteritum wird nicht mittels Dentalsuffix, sondern (wie im Deutschen) durch Ablautung des Stammvokals gebildet – als Beispiel taka „nehmen“ aus der 6. Gruppe (Ablautreihe) der starken Verben: Nicht aufgeführt sind die Konjunktivformen der einzelnen Verbklassen. Eine detailliertere Übersicht der schwachen und starken Verben ist im isländischen Wiktionary zu finden. Adjektive Im Isländischen existieren starke und schwache Adjektivdeklinationen, deren Wahl von der Determination des Substantives resp. der prädikativen Stellung des Adjektivs abhängt. Kasus, Numerus und Genus des Adjektivs sind mit denen des Substantives kongruent. Die starke Deklination kann am Beispiel des Adjektivs veik- „krank“ in allen drei Genera demonstriert werden: Wie bei den Personalpronomina wird auch bei den Adjektiven im Plural zwischen den Genera unterschieden; es gibt allerdings Einheitsendungen im Genitiv und Dativ: Die schwache Deklination entspricht im Singular den schwachen Substantivdeklinationen und kann am Beispiel des Adjektives rík- „reich“ gezeigt werden: Die einheitliche Pluralendung aller Genera lautet in der schwachen Adjektivflexion u. Vertiefend hierzu kann der Anhang zu Adjektiven im isländischen Wörterbuch genannt werden. Syntax Wortstellung Isländisch ist wie alle skandinavischen Sprachen eine Verb-Zweit-Sprache auf der Basis einer Subjekt-Verb-Objekt-Abfolge. Im Unterschied zu den festlandskandinavischen Sprachen trifft man die Verbzweitform auch in den meisten Nebensätzen an (außer eingebetteten Fragesätzen). Im Vergleich mit dem Deutschen sieht man, dass in Hauptsätzen die Verbzweitregel wie im Deutschen vorliegt, nur dass im Satzinneren im Isländischen die nicht vorangestellten Reste eine Abfolge „S-Aux-V-O-Adv“ bilden („Aux“ steht für das Hilfsverb), wogegen das Deutsche im Satzinneren nach den ersten beiden Positionen eine Restabfolge „S-Adv/O-V-Aux“ zeigt. Man vergleiche die folgenden Beispiele, wo die V2-Stellung jeweils durch das Hilfsverb („Aux“) eingenommen wird, da dieses das finite Verb ist: Besondere Verwendungen der Kasus Als Besonderheit der isländischen Sprache gilt die Erscheinung, dass Sätze gebildet werden können, in denen kein Nominativ vorkommt, sondern nur Akkusativ- bzw. Dativergänzungen stehen, oder wo ein Nominativ als rangniedrigeres Argument nach dem Dativ bzw. Akkusativ folgt. In solchen Fällen können Dativ- bzw. Akkusativergänzungen im Isländischen teilweise dann Subjekteigenschaften aufweisen; in der Linguistik wird dies auch als „quirky case“ bezeichnet. Die isländische Bezeichnung für solche Sätze ohne Nominativsubjekt ist ópersónuleg sögn, das heißt „unpersönliches Verb“. Siehe auch Isländischer Sprachpurismus Literatur Übersichten Höskuldur Thráinsson: Icelandic. In: The Germanic Languages. Hrsg. von Ekkehard König und Johan van der Auwera. Routledge, London / New York 1994, ISBN 0-415-05768-X, S. 142–189. Grammatiken Bruno Kress: Isländische Grammatik. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1982. Daniel Scholten: Einführung in die isländische Grammatik. Philyra, München 2000, ISBN 3-935267-00-2. Colin D. Thompson: Isländische Formenlehre. Buske, Hamburg 1987, ISBN 3-87118-841-7. Wörterbücher Hans Ulrich Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg 2001, ISBN 3-87548-240-9. Lehrbücher Stefan Drabek: Isländisch für absolute Anfänger (Lehrbuch). Schmetterling Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 3-89657-810-3. Stefan Drabek: Isländische Grammatik Schritt für Schritt (1. Band). Dresden 2016, ISBN 978-3-00-052078-5. Astrid van Nahl, Jan Alexander van Nahl: Isländisch. Sprachreiseführer Isländisch. Buske, Hamburg 2017, ISBN 978-3-87548-838-8. Wissenschaftliche Literatur Robert Nedoma: Kleine Grammatik des Altisländischen. 3. Auflage. Winter, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-8253-5786-3. Janez Orešnik, Magnús Pétursson: Quantity in Modern Icelandic. In: Arkiv för Nordisk Filologi 92 (1977), S. 155–171. Eiríkur Rögnvaldsson: Íslensk hljóðkerfisfræði. Reykjavík: Málvísindastofnun Háskóla Íslands, 1993, ISBN 9979-853-14-X. Höskuldur Thráinsson: The Syntax of Icelandic. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2007, ISBN 978-0521597906. Sten Vikner: Verb movement and expletive subjects in the Germanic languages. Oxford University Press, Oxford 1995. Betty Wahl: Isländisch: Sprachplanung und Sprachpurismus. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-5513-5. Weblinks Uni Reykjavík – Kompletter Sprachkurs (isländisch und englisch) Flexionsdatenbank des Árni Magnússon Instituts (englisch) Isländische Wortdatenbank mit Übersetzungen für Wörter verschiedener Fachbereiche (isländisch und englisch) Bragi – Isländisch als Fremdsprache – Grammatik, Lektionen, Aussprache (deutsch, isländisch und englisch) Pauker.at – Kleines deutsch-isländisches Wörterbuch deis.dict.cc – Deutsch-isländisches Wörterbuch mit 40.000 Einträgen Einzelnachweise Einzelsprache Wikipedia:Artikel mit Video
* 5. 5. 1813 Kopenhagen, † 11. 11. 1855 Kopenhagen; Sohn eines Kaufmanns, 1841 Magister, seit 1842 in Kopenhagen als Privatgelehrter, Verfasser zahlreicher pseudonymer Schriften. In der 1. Periode (1843-1846) legte Kierkegaard den Grund für seine Existenzphilosophie. In der 2. Periode, nach einer Glaubenskrise 1848, kämpfte er mit immer wachsender Erbitterung gegen Kirche und Staatschristentum. Er starb in völliger Armut. "Jedes Mal, wenn ich die Bewegung des Glaubens machen will, wird es mir schwarz vor Augen" Die Größe eines Menschen hängt einzig und allein von der Stärke des Gottesverhältnisses in ihm ab. (Kierkegaard/Begriff der Angst) aus "Furcht und Zittern" (1843) Es war einmal ein Mann, der hatte als Kind jene schöne Erzählung gehört, wie Gott Abraham versuchte und wie er die Versuchung bestand, den Glauben bewahrte und wider Erwarten zum andern Male einen Sohn bekam. Als er älter wurde, las er dieselbe Erzählung mit noch größerer Bewunderung; denn das Leben hatte getrennt, was in der frommen Einfalt des Kindes vereint gewesen war. Je älter er wurde, um so öfter wandten sich seine Gedanken jener Erzählung zu, seine Begeisterung wurde stärker und stärker, und dennoch konnte er die Erzählung weniger und weniger verstehen. Zuletzt vergaß er darüber alles andere; seine Seele hatte nur den einen Wunsch, Abraham zu sehen, die eine Sehnsucht, Zeuge jener Begebenheit gewesen zu sein. Sein Verlangen stand nicht danach, die schönen Gegenden des Morgenlandes zu sehen, des gelobten Landes irdische Heiterkeit, jenes gottesfürchtige Ehepaar, dessen Alter Gott segnete, des betagten Patriarchen ehrwürdige Gestalt, die blühende Jugend des von Gott geschenkten Isaak - er hatte nichts dagegen, daß das gleiche auf einer unfruchtbaren Heide geschähe. Seine Begierde stand danach, auf jener dreitägigen Reise mit dabei zu sein, als Abraham mit der Sorge voran und mit Isaak an seiner Seite ritt. Sein Wunsch war, in jenem Augenblick zugegen zu sein, als Abraham seine Augen aufhob und von ferne den Berg Morija sah, in jenem Augenblick, als er die Esel zurückließ und allein mit Isaak auf den Berg stieg; denn das, was ihn beschäftigte, war nicht das kunstreiche Weben der Phantasie, sondern der Schauder des Gedankens. Jener Mann war kein Denker(1), er fühlte keinen Drang danach, über den Glauben hinauszukommen; ihn dünkte, das Herrlichste müsse sein, im Gedächtnis als Vater des Glaubens fortzuleben, ein beneidenswertes Los, den Glauben zu besitzen, obgleich keiner davon wußte. Jener Mann war kein gelehrter Exeget, er konnte kein Hebräisch, hätte er Hebräisch gekonnt, dann hätte er die Erzählung und Abraham vielleicht unschwer verstanden. "Und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm, nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde." Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf, er ließ die Esel gürten, verließ sein Zelt, und Isaak mit ihm, aber, Sara schaute ihnen aus dem Fenster nach das Tal hinunter, bis sie sie nicht mehr sah. Sie ritten drei Tage lang schweigend, nicht einmal am Morgen des vierten Tages sagte Abraham ein Wort, aber er hob seine Augen auf und sah von ferne den Berg Morija. Er ließ die Knechte zurück und stieg allein mit Isaak an der Hand den Berg hinan.. Aber Abraham sagte zu sich selbst: "Ich will doch Isaak nicht verheimlichen, wohin dieser Gang ihn führt." Er blieb stehen, er legte seine Hand segnend auf Isaaks Haupt, und Isaak beugte sich, den Segen zu empfangen. Und Abrahams Angesicht war Väterlichkeit, sein Blick war mild, seine Worte mahnend. Aber Isaak konnte ihn nicht verstehen, seine Seele konnte sich nicht erheben; er umfaßte Abrahams Knie, er fiel ihm flehend zu Füßen, er bat für sein junges Leben, für seine schönen Hoffnungen, er erinnerte an die Freuden in Abrahams Haus, er erinnerte an die Sorge und die Einsamkeit. Da hob Abraham den Knaben auf und ging mit ihm an der Hand und seine Worte waren voll Trost und Ermahnung. Aber Isaak konnte ihn nicht verstehen. Er bestieg den Berg Morija, aber Isaak verstand ihn nicht. Da wandte er sich einen Augenblick von ihm ab, aber als Isaak zum andern Male Abrahams Angesicht erblickte, da war es verändert, sein Blick war wild, seine Gestalt war Schrecken. Er faßte Isaak bei der Brust, warf ihn zur Erde und sagte: "Dummer Knabe, glaubst du, ich sei dein Vater? Ich hänge Abgöttern an. Glaubst du, es sei Gottes Befehl? Nein, es ist meine Lust." Da zitterte Isaak und rief in seiner Angst: "Gott im Himmel, erbarme dich über mich, Abrahams Gott, erbarme dich über mich, habe ich keinen Vater auf Erden, dann sei du mein Vater!" Aber Abraham sagte still bei sich: "Herr im Himmel, ich danke dir: es ist doch besser, daß er glaubt, ich sei ein Unmensch, als daß er den Glauben an dich verlieren sollte." Wenn das Kind entwöhnt werden soll, so schwärzt die Mutter ihre Brust, es wäre ja schade, sähe die Brust lieblich aus und das Kind dürfte sie nicht bekommen. Dann glaubt das Kind, die Brust habe sich verändert, aber die Mutter ist die gleiche, ihr Blick ist liebevoll und zärtlich wie immer. Wohl dem, der nicht entsetzlicherer Mittel bedurfte, um das Kind zu entwöhnen! Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf, er umarmte Sara, die Braut seines Alters, und Sara küßte Isaak, der die Schande von ihr genommen hatte, ihren Stolz, ihre Hoffnung für alle Geschlechter. So ritten sie schweigend ihres Wegs, und Abrahams Blick war auf die Erde geheftet, bis zum vierten Tage, da hob er die Augen auf und sah von ferne den Berg Morija, aber sein Blick wandte sich wieder der Erde zu. Schweigend legte er die Holzscheite zurecht, band Isaak, schweigend zückte er das Messer; da erblickte er den Widder, den Gott ausersehen hatte. Diesen opferte er und zog heimwärts. - Von dem Tage an war Abraham alt, er konnte nicht vergessen, daß Gott solches von ihm gefordert hatte. Isaak gedieh wie vordem; Abrahams Augen aber waren verdunkelt, er sah die Freude nicht mehr. Wenn das Kind groß geworden ist und entwöhnt werden soll, dann verbirgt die Mutter jungfräulich ihren Busen, dann hat das Kind keine Mutter mehr. Wohl dem Kind, das die Mutter nicht anders verloren hat! Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf; er küßte Sara, die junge Mutter, und Sara küßte Isaak, ihre Lust, ihre Freude für alle Zeiten. Und Abraham ritt gedankenvoll seines Wegs, er dachte an Hagar und den Sohn, den er in die Wüste hinausjagte. Er bestieg den Berg Morija, er zückte das Messer. Es war an einem stillen Abend, da ritt Abraham allein aus, und er ritt zum Berge Morija; er warf sich auf sein Angesicht nieder, er bat Gott, ihm die Sünde zu vergeben, daß er Isaak hatte opfern wollen, daß der Vater seine Pflicht dem Sohn gegenüber vergessen hatte. Öfters ritt er seinen einsamen Weg, aber er fand keine Ruhe. Er konnte nicht begreifen, daß es eine Sünde war, wenn er Gott das Beste hatte opfern wollen, das er besaß, das, wofür er gerne selber viele Male das Leben gelassen hätte; und wenn es eine Sünde war, wenn er Isaak nicht so geliebt hätte, so konnte er nicht verstehen, daß diese vergeben werden konnte; denn welche Sünde war entsetzlicher? Wenn das Kind entwöhnt werden soll, dann ist auch die Mutter nicht ohne Betrübnis, daß sie und das Kind mehr und mehr voneinander geschieden werden; daß ihr das Kind, das erst unter ihrem Herzen gelegen, doch später an ihrer Brust geruht hat, nicht mehr so nahe sein soll. Dann trauern sie gemeinsam jene kurze Trauer. Wohl dem, der das Kind so nahe behielte und nicht mehr zu trauern brauchte! Es war eines Morgens früh, in Abrahams Haus war alles zur Reise bereit. Er nahm von Sara Abschied, und Elieser, der treue Diener, begleitete ihn auf dem Wege, bis er wieder zurückkehrte. Sie ritten einträchtig zusammen, Abraham und Isaak, bis sie zum Berge Morija kamen. Abraham aber bereitete alles zum Opfer, ruhig und mild, aber indem er sich abwandte und das Messer zückte, sah Isaak, daß Abrahams Linke sich in Verzweiflung ballte, daß ein Zittern durch seinen Körper ging - aber Abraham zückte das Messer. Dann kehrten sie wieder heim, und Sara eilte ihnen entgegen, aber Isaak hatte den Glauben verloren. In der Welt ist darüber niemals ein Wort verlautet, und lsaak hat nie zu einem Menschen darüber gesprochen, was er gesehen hatte, und Abraharn ahnte nicht, daß jemand es gesehen hatte. Wenn das Kind entwöhnt werden soll, dann hat die Mutter jene kräftigere Nahrung zur Hand, auf daß das Kind nicht umkommen soll. Wohl dem, der jene kräftigere Nahrung zur Hand hat! Derart und in mancherlei ähnlicher Weise dachte jener Mann, von dem wir sprechen, über diese Begebenheit. Jedesmal wenn er dann von einer Wanderung zum Berge Morija heimkehrte, sank er vor Müdigkeit zusammen, er faltete seine Hände und, sprach: "Keiner war doch so groß wie Abraham, wer ist imstande, ihn zu verstehen?" LOBREDE AUF ABRAHAM Falls ein Mensch nicht im Besitz eines ewigen Bewußtseins wäre, falls allem nur eine wild gärende Macht zugrunde läge, die sich in dunklen Leidenschaften windend alles hervorbrächte, was es an Großem gibt und was es an Unbedeutendem gibt, falls sich unter allem eine bodenlose Leere, niemals gesättigt, verbärge, was wäre das Leben dann anders als Verzweiflung? Falls es sich so verhielte, falls kein heiliges Band wäre, das die Menschheit zusammenknüpfte, falls ein Geschlecht nach dem anderen erstünde wie das Laub im Walde, falls ein Geschlecht das andere ablöste wie der Vogelsang im Walde, falls das Geschlecht durch die Welt zöge wie das Schiff durchs Meer zieht, das Wetter durch die Wüste, ein gedankenloses und fruchtloses Tun, falls ein ewiges Vergessen immer hungrig auf seine Beute lauerte und keine Macht wäre, stark genug, sie ihm zu entreißen - wie leer und trostlos wäre dann das Leben! Aber darum ist es nicht so, und wie Gott Mann und Frau erschaffen hat, so hat er den Helden und den Dichter oder Redner gebildet. Dieser kann nichts von dem tun, was jener tut, er kann den Helden nur bewundern, lieben, sich an ihm freuen. Doch auch er ist glücklich, nicht minder als der andere; denn der Held ist gleichsam sein besseres Wesen, in das er verliebt ist, froh darüber, daß er es doch nicht selber ist, daß seine Liebe Bewunderung sein kann. Er ist der Genius der Erinnerung, kann nichts tun, ohne an das zu erinnern, was getan ist, nichts tun, ohne zu bewundern, was getan ist; er nimmt nichts von seinem Eigenen, aber er ist neidisch auf das Anvertraute. Er folgt der Wahl seines Herzens, aber wenn er das Gesuchte gefunden hat, dann zieht er mit seinem Lied und mit seiner Rede vor jedermanns Tür, auf daß alle den Helden bewundern mögen wie er, stolz auf den Helden sein mögen, wie er es ist. Das ist sein Tun, sein demütiges Wirken, das ist sein treuer Dienst im Hause des Helden. Bleibt er solchermaßen seiner Liebe treu, streitet er Tag und Nacht mit den Ränken des Vergessens, die ihm den Helden ablisten wollen, dann hat er sein Wirken erfüllt, dann wird er mit dem Helden vereint, der ihn ebenso treulich geliebt hat, denn der Dichter ist gleichsam des Helden besseres Wesen, kraftlos zwar, wie eine Erinnerung es ist, aber auch verklärt, wie eine Erinnerung es ist. Darum soll keiner vergessen sein, der groß gewesen ist, und währt es auch einmal länger, nimmt die Wolke des Mißverständnisses den Helden auch einmal mit sich fort, sein Liebhaber kommt doch, und je mehr Zeit vergangen ist, desto getreuer hängt er ihm an. Nein! Keiner soll vergessen werden, der in der Welt groß gewesen ist; aber ein jeder war groß in seiner Weise, und ein jeder im Verhältnis zur Größe dessen, das er geliebt hat. Denn wer sich selbst geliebt hat, wurde groß durch sich selbst, und wer andere Menschen geliebt hat, wurde groß durch seine Hingabe, aber wer Gott geliebt hat, wurde größer als alle. Ein jeder soll im Gedächtnis fortleben, aber ein jeder wurde groß im Verhältnis zu seiner Erwartung. Der eine wurde groß, indem er das Mögliche erwartete; ein anderer, indem er das Ewige . erwartete; aber wer das Unmögliche erwartet hat, wurde größer als alle. Ein jeder soll im Gedächtnis fortleben, aber ein jeder wurde groß je im Verhältnis zur Größe dessen, womit er gerungen hat. Denn wer mit der Welt gerungen hat, wurde groß, indem er die Welt überwand, und wer mit sich selbst gerungen, hat, wurde größer, indem er sich selbst überwand; aber wer mit Gott gerungen hat, wurde größer als alle. Solchermaßen ist in der Welt gerungen worden, Mann gegen Mann, einer gegen tausend, aber wer mit Gott gerungen hat, war größer als alle. Solchermaßen ist auf Erden gerungen worden: da war der, der alles durch seine Kraft überwand, und da war der, der Gott durch seine Ohnmacht überwand. Da war der, der auf sich selbst vertraute und alles gewann, da war der, der im Verlaß auf seine Stärke alles opferte, aber wer auf Gott vertraut hat, war größer als alle. Da war der, der groß war durch seine Kraft, und der, der groß war durch seine Weisheit, und der, der groß war durch seine Hoffnung, und der, der groß war durch seine Liebe, aber Abraham war größer als alle, groß durch jene Kraft, deren Stärke Ohnmacht ist, groß durch jene Weisheit, deren Geheimnis Torheit ist, groß durch jene Hoffnung, deren Form Wahnsinn ist, groß durch jene Liebe, die Haß gegen sich selber ist. Vermöge des Glaubens verließ Abraham das Land seiner Väter und wurde zum Fremdling im Land der Verheißung. Er ließ eines zurück, nahm eines mit sich: er ließ seinen irdischen Verstand zurück und nahm den Glauben mit sich, sonst wäre er ja wohl nicht ausgewandert, sondern hätte gedacht, dies sei ja widersinnig. Vermöge des Glaubens war er ein Fremdling im Land der Verheißung, und da gab es nichts, das ihn an das Liebgewonnene erinnerte, sondern alles verlockte durch Neuheit seine Seele zu wehmütigem Sehnen. Und doch war er der Auserwählte Gottes, an dem der Herr Wohlgefallen hatte! Ja, wäre er ein Verworfener gewesen, aus Gottes Gnade verstoßen, dann hätte er es eher fassen können, jetzt war es ja wie ein Spott über ihn und über seinen Glauben. Da war in der Welt auch der, der aus dem Land seiner Väter verbannt lebte, das er liebte. Er ist nicht vergessen, auch nicht seine Klagelieder, wenn er in Wehmut das Verlorene suchte und fand. Von Abraham gibt es kein Klagelied. Es ist menschlich, zu klagen, menschlich, zu weinen mit dem Weinenden, aber größer ist, zu glauben, seliger, den Gläubigen zu betrachten. Vermöge des Glaubens nahm Abraham die Verheißung entgegen, durch seinen Samen sollten alle Völker auf Erden gesegnet werden. Die Zeit rann dahin, die Möglichkeit war da, Abraham glaubte; die Zeit rann dahin, es ward widersinnig, Abraham glaubte. Da war in der Welt der, der auch eine Erwartung hegte. Die Zeit rann dahin, der Tag neigte sich, er war nicht schnöde genug, seine Erwartung vergessen zu haben, darum soll er auch nicht vergessen werden. Da betrübte er sich, und die Betrübnis trog ihn nicht, wie es das Leben getan hatte, sie tat alles für ihn, was sie vermochte, in der Süßigkeit der Betrübnis war seine enttäuschte Erwartung sein eigen. Es ist menschlich, zu trauern, es ist menschlich, mit dem Trauernden zu trauern, aber größer ist, zu glauben, seliger, den Gläubigen zu betrachten. Von Abraham besitzen, wir keinen Trauergesang. Er zählte nicht wehmütig die Tage, während die Zeit dahinrann, er betrachtete nicht Sara mit argwöhnischen Blicken, ob sie nicht alt werde, er hielt nicht den Lauf der Sonne auf, auf daß Sara nicht altern solle und mit ihr seine Erwartung, beschwichtigend sang er nicht Sara seine wehmütige Weise vor. Abraham wurde alt, Sara zum Gespött des Landes, und doch war er der Auserwählte Gottes und Erbe der Verheißung, durch seinen Samen sollten alle Völker der Erde gesegnet werden. Dann wäre es ja besser, er wäre nicht der Auserwählte Gottes? Was ist das, der Auserwählte Gottes zu sein? Heißt das, in der Jugend den Wunsch der Jugend verweigert zu bekommen, um ihn sich mit großer Beschwer im Alter erfüllen zu lassen? Aber Abraham glaubte und hielt an der Verheißung fest. Hätte Abraham geschwankt, dann hätte er sie dahingegeben. Er hätte zu Gott gesagt: "Dann ist es doch vielleicht nicht dein Wille, daß es geschehen soll, dann will ich meinen Wunsch fahren lassen; er war mein Einzigstes, er war meine Seligkeit. Meine Seele ist aufrichtig, ich hege keinen heimlichen Groll, weil du ihn mir versagt hast." Er würde nicht vergessen sein, er würde viele durch sein Beispiel erlöst haben, aber nicht der Vater des Glaubens geworden sein; denn groß ist es, seinen Wunsch fahren zu lassen, aber größer ist, daran festzuhalten, nachdem man ihn hat fahren lassen; groß ist, das Ewige zu ergreifen, aber größer ist, am Zeitlichen festzuhalten, nachdem man es hat fahren lassen. - Dann kam die Fülle der Zeit. -Hätte Abraham nicht geglaubt, dann wäre wohl Sara vor Kummer gestorben, und Abraham, in Gram abgestumpft, hätte die Erfüllung nicht verstanden, sondern darüber gelächelt wie über einen Traum der Jugend. Aber Abraham glaubte, deshalb war er jung; denn wer immer das Beste erhofft, wird alt, vom Leben betrogen, und wer immer auf das Ärgste vorbereitet ist, wird frühzeitig alt, aber wer glaubt, bewahrt eine ewige Jugend. Gelobt sei darum jene Erzählung! Denn Sara, obgleich betagt, war jung genug, nach der Lust der Mutter zu verlangen, und Abraham, obgleich ergraut, war jung genug, sich Vatersein zu wünschen. Äußerlich gesehen liegt das Wunderbare darin, daß es nach ihrer Erwartung geschah, in tieferem Verstande liegt das Wunder des Glaubens darin, daß Abraham und Sara jung genug waren, zu wünschen, und daß der Glaube ihren Wunsch und damit ihre Jugend bewahrt hatte. Er empfing die Erfüllung der Verheißung, er empfing sie gläubig, und dies geschah nach der Verheißung und nach dem Glauben; denn Moses schlug mit seinem Stab an den Felsen, aber er glaubte nicht. Da war Freude in Abrahams Haus, als Sara am Tag der goldenen Hochzeit Hochzeit hielt. Jedoch so sollte es nicht bleiben; noch einmal sollte Abraham versucht werden. Er hatte mit jener schlauen Macht gekämpft, die alles erfindet, mit jenem wachsamen Feind, der niemals schlummert, mit jenem alten Mann, der alles überlebt - er hatte mit der Zeit gekämpft und den Glauben bewahrt. Nun ward alle Schrecknis des Streits in einen Augenblick gesammelt. "Und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm, nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde." So war nun alles verloren, schrecklicher, als wenn es nie geschehen wäre! So trieb nun der Herr nur seinen Spott mit Abraham! Wunderbarlich hatte er das Widersinnige wirklich gemacht, nun wollte er es wiederum zunichte gemacht sehen. Dies war ja eine Torheit, aber Abraham lachte nicht darüber wie Sara, als die Verheißung verkündet wurde. Alles war verloren! 70 Jahre treuer Erwartung, die kurze Freude, als der Glaube sich erfüllte. Wer ist denn der, der dem Greis den Stab entreißt, wer ist der, der fordert, daß er ihn selbst zerbrechen solle! Wer ist der, der eines Menschen grauen Haaren den Trost benimmt, wer ist der, der fordert, daß er es selber tun solle! Gibt es kein Mitleid mit dem ehrwürdigen Greise, keines mit dem unschuldigen Kind? Und doch war Abraham der Auserwählte Gottes, und der Herr war es, der die Prüfung auferlegte. Alles sollte nun verloren sein! Das herrliche Gedenken des Geschlechts, die Verheißung an Abrahams Samen, dies war nur ein Einfall, ein flüchtiger Gedanke, den der Herr gehabt hatte, den Abraham jetzt austilgen sollte. Jener herrliche Schatz, der ebenso alt war wie der Glaube in Abrahams Herzen, viele, viele Jahre älter als Isaak, die Frucht von Abrahams Leben, durch Gebete geheiligt, in Kämpfen gereift - der Segen auf Abrahams Lippen, diese Frucht sollte nun zur Unzeit ausgerissen und bedeutungslos werden; denn welche Bedeutung hatte sie, wenn Isaak geopfert werden sollte! Jene wehmütige, aber dennoch selige Stunde, da Abraham von allem Abschied nehmen sollte, was ihm teuer war, da er noch einmal sein ehrwürdiges Haupt erheben sollte, da sein Angesicht strahlen sollte wie das des Herrn, da er seine ganze Seele in einen Segen sammeln sollte, der vermögend war, Isaak für alle Tage gesegnet zu machen - diese Stunde sollte nicht kommen! Denn Abraham sollte zwar von Isaak Abschied nehmen, aber solchermaßen, daß er selber zurückbleiben sollte; der Tod sollte sie trennen, aber solchermaßen, daß Isaak seine Beute wurde. Der alte Mann sollte nicht, im Tode froh, segnend seine Hand auf Isaak legen, sondern des Lebens müde gewaltsam Hand an Isaak legen. Und es war Gott, der ihn versuchte. Ja, wehe! Wehe dem Boten, der mit einer solchen Botschaft vor Abraham erschienen wäre! Wer hätte wagen mögen, dieser Trauerbote zu sein. Aber es war Gott, der Abraham versuchte. Abraham jedoch glaubte und glaubte für dieses Leben. Ja, hätte sein Glaube bloß einem Kommenden gegolten, dann hätte er wohl leichter alles von sich geworfen, um aus dieser Welt hinwegzueilen, der er nicht angehörte. Aber Abrahams Glaube war nicht von dieser Art, wenn es einen derartigen gibt; denn eigentlich ist es nicht Glaube, sondern des Glaubens fernste Möglichkeit, die zu äußerst im Gesichtskreis ihren Gegenstand erahnt, jedoch geschieden davon durch einen klaffenden Abgrund, worinnen die Verzweiflung ihr Spiel treibt. Aber Abraham glaubte gerade für dieses Leben, daß er im Lande alt werden solle, geehrt im Volke, gesegnet im Geschlecht, unvergeßlich in Isaak, seinem Teuersten im Leben, den er mit einer Liebe umfaßte, für die nur ein armseliger Ausdruck ist, daß er getreulich die Pflicht des Vaters erfüllte, den Sohn zu lieben, wie es ja auch in der Verheißung mit verlautet: den Sohn, den du liebhast. Jakob hatte 12 Söhne und einen, den er liebte, Abraham hatte nur einen, den er liebhatte. Aber Abraham glaubte und zweifelte nicht, er glaubte das Widersinnige. Hätte Abraham gezweifelt - dann würde er etwas anderes getan haben, etwas Großes und Herrliches; denn wie könnte Abraham etwas anderes tun als, was groß und herrlich ist! Er wäre zum Berge Morija hinausgezogen, er hätte Brennholz gespalten, den Scheiterhaufen angezündet, das Messer gezückt - er hätte zu Gott gerufen: "Verschmähe nicht dieses Opfer, es ist nicht das Beste, das ich besitze, das weiß ich wohl; denn was ist ein alter Mann gegenüber dem Kind der Verheißung, aber es ist das Beste, das ich dir geben kann. Laß es Isaak niemals erfahren, damit er sich mit seiner Jugend trösten kann." Er hätte das Messer in seine eigene Brust gestoßen. Er wäre in der Welt bewundert worden, und sein Name würde nicht vergessen sein; aber eines ist, bewundert werden, ein anderes, zum Leitstern werden, der den Geängstigten erlöst. Aber Abraham glaubte. Er bat nicht für sich, daß er den Herrn bewegen möge. Nur als die gerechte Strafe über Sodom und Gomorra erging, da trat Abraham mit seinen Bitten hervor. Wir lesen in jenen heiligen Schriften: "Und Gott versuchte Abraham, und sprach zu ihm: Abraham, Abraham, wo bist du? Und Abraham antwortete: hier bin ich." Du, an den sich meine Worte richten, war es solchermaßen der Fall mit dir? Wenn du ganz von fern die schweren Schickungen sich nähern sahst, sagtest du da nicht zu den Bergen, bedecket mich, zu den Hügeln, fallet über mich? Oder warst du stärker, bewegte sich nicht dennoch der Fuß langsam seines Weges, war es nicht, als sehne er sich in die alte Spur zurück? Wenn nach dir gerufen wurde, antwortetest du dann oder antwortetest du nicht, vielleicht leise, und flüsternd? Solchermaßen nicht Abraham, froh, unbefangen, voll Vertrauen, laut antwortete er: hier bin ich. Wir lesen weiter: "Und Abraham stand des Morgens früh auf." Als gelte es ein Fest, so beeilte er sich, und des Morgens früh war er an der verabredeten Stelle, auf dem Berge Morija. Er sagte nichts zu Sara, nichts zu Elieser, wer hätte ihn auch verstehen können, hatte ihm die Versuchung nicht kraft ihres Wesens das Gelübde des Schweigens auferlegt? "Er spaltete das Brennholz, er band Isaak, er zündete den Scheiterhaufen an, er zückte das Messer." Mein Zuhörer! Es hat manch einen Vater gegeben, der in seinem Kind zu verlieren glaubte, was ihm das Teuerste auf Erden war, der jeder Zukunftshoffnung beraubt zu werden glaubte; aber es hat ja doch kein Kind gegeben, das in dem Sinn Kind der Verheißung war, wie Isaak es für Abraham gewesen ist. Es hat manch einen Vater gegeben, der sein Kind verlor, aber dann war es ja Gott, der unveränderliche und unerforschliche Wille des Allmächtigen, seine Hand hat es genommen. Nicht so mit Abraham. Ihm war eine schwerere Prüfung vorbehalten, und mit dem Messer war Isaaks Geschick in Abrahams Hand gelegt. Und er stand da, der alte Mann mit seiner einzigen Hoffnung! Aber er zweifelte nicht, er schaute nicht ängstlich nach rechts oder links, er forderte nicht durch seine Bitten den Himmel heraus. Er wußte, es war Gott der Allmächtige, der ihn versuchte, er wußte, es war das schwerste Opfer, das von ihm gefordert werden konnte; aber er wußte auch, daß kein Opfer zu schwer war, wenn Gott es forderte - und er zückte das Messer. Wer stärkte Abrahams Arm, wer hielt seine Rechte aufrecht, daß sie nicht ohnmächtig herabsank! Wer darauf blickt, wird gelähmt. Wer stärkte Abrahams Seele, daß es ihm nicht schwarz vor den Augen wurde, so daß er weder Isaak noch den Widder gewahrte! Wer darauf blickt, wird blind. - - Und doch selten genug ist vielleicht der, der lahm und blind wird, noch seltener der, der würdig berichtet, was dort geschehen ist. Wir wissen es alle - es war nur eine Prüfung. Hätte Abraham, als er auf dem Berge Morija stand, gezweifelt, hätte er sich ratlos umgesehen, hätte er, bevor er das Messer zog, durch einen Zufall den Widder entdeckt, hätte Gott ihm erlaubt, diesen an Stelle von Isaak zu opfern - so wäre er heimgezogen, alles wäre das gleiche, er hätte Sara, er behielte Isaak, und doch wie verändert! Denn sein Rückzug wäre eine Flucht, seine Rettung ein Zufall, sein Lohn Beschämung, seine Zukunft vielleicht Verdammnis. Dann hätte er weder Zeugnis für seinen Glauben noch für Gottes Gnade abgelegt, sondern dafür, wie schrecklich es ist, auf den Berg Morija zu ziehen. Dann würde Abraham nicht vergessen sein, auch nicht der Berg Morija. Dieser würde dann nicht wie der Ararat genannt werden, wo die Arche landete, sondern genannt werden wie ein Entsetzen, weil es hier geschah, daß Abraham zweifelte. Ehrwürdiger Vater Abraham! Als du vom Berge Morija heimzogst, da bedurftest du keiner Lobrede, welche dich für das Verlorene trösten konnte; denn du gewannst ja alles und behieltest Isaak, war es nicht so? Der Herr nahm ihn nicht mehr von dir, sondern du saßest froh zu Tisch mit ihm in deinem Zelt, wie du es droben tust in alle Ewigkeit. Ehrwürdiger Vater Abraham! Jahrtausende sind seit jenen Tagen dahingeschwunden, aber du bedarfst keines späten Liebhabers, der dein Gedächtnis der Macht des Vergessens entreißen kann; denn jede Zunge gedenkt deiner - und doch lohnst du deinem Liebhaber herrlicher als irgendeiner, du machst ihn droben in deinem Schoß selig, du ziehst hier sein Auge und sein Herz durch das Wunderbarliche deines Tuns in Bann. Ehrwürdiger Vater Abraham! Zweiter Vater des Geschlechts! Du, der zuerst vernahm und Zeugnis ablegte von jener ungeheuren Leidenschaft, die den schrecklichen Kampf mit der Elemente Rasen und den Kräften der Schöpfung verschmäht, um mit Gott zu streiten, du, der zuerst jene höchste Leidenschaft gekannt hat, den heiligen, reinen, demütigen Ausdruck für den göttlichen Wahnsinn, den die Heiden bewunderten - vergib dem, der dir Lob sprechen wollte, wenn er es nicht richtig gemacht hat. Er sprach demütig, wie es seines Herzens Begehr war, er sprach kurz, wie es sich ziemt, aber er wird niemals vergessen, daß du 100 Jahre brauchtest, um wider Erwarten einen Sohn des Alters zu bekommen, daß du das Messer zücken mußtest, bevor du Isaak behieltest, er wird niemals vergessen, daß du in 130 Jahren nicht weiter als bis zum Glauben gekommen bist. Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen >>> Christus ist der Weg. >>> Der Geist ist es, der da lebendig macht. >>> Abraham Melchisedek Kierkegaard Zitate Gottes-Name > Mose > [Wie fast alles bei Kierkegaard gegen Hegel gerichtet, besonders da, wo er ihm (unwissentlich) am nächsten war)] M.H. [Home] [Melchisedek]
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
EuGH: Keine Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung bei Geltendmachung von... - Telemedicus EuGH, Urteil v. 16.07.2015, Az. C‑170/13, Link: http://tlmd.in/u/1587 [1] Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung von Art. 102 AEUV. [2] Es ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen der Huawei Technologies Co. Ltd (im Folgenden: Huawei Technologies) auf der einen Seite und der ZTE Corp. und der ZTE Deutschland GmbH (im Folgenden: ZTE) auf der anderen Seite wegen der behaupteten Verletzung eines Patents, das für einen von einer Standardisierungsorganisation normierten Standard essenziell ist (standardessenzielles Patent, im Folgenden: SEP). [3] Gemäß Art. 1 des am 5. Oktober 1973 in München unterzeichneten und am 7. Oktober 1977 in Kraft getretenen Übereinkommens über die Erteilung europäischer Patente in seiner für das Ausgangsverfahren maßgeblichen Fassung (im Folgenden: EPÜ) „[wird] durch dieses Übereinkommen … ein den Vertragsstaaten gemeinsames Recht für die Erteilung von Erfindungspatenten geschaffen“. [4] Mit Ausnahme der gemeinsamen Regeln über die Erteilung des europäischen Patents unterliegt ein europäisches Patent weiterhin dem nationalen Recht jedes der Vertragsstaaten, für die es erteilt wurde. Hierzu heißt es in Art. 2 Abs. 2 EPÜ: [5] Zu den Rechten des Inhabers eines europäischen Patents sieht Art. 64 Abs. 1 und 3 EPÜ vor: [6] Die Richtlinie 2004/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (ABl. L 157, S. 45) sieht in ihren Erwägungsgründen 10, 12 und 32 vor: [7] Art. 9 („Einstweilige Maßnahmen und Sicherungsmaßnahmen“) dieser Richtlinie bestimmt in seinem Abs. 1: [8] Art. 10 („Abhilfemaßnahmen“) der Richtlinie sieht in seinem Abs. 1 vor: [9] Nach § 242 („Leistung nach Treu und Glauben“) des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist der Schuldner verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. [10] § 139 Abs. 1 des Patentgesetzes (BGBl. 1981 I S. 1), zuletzt geändert durch Art. 13 des Gesetzes vom 24. November 2011 (BGBl. 2011 I S. 2302), bestimmt: [11] Die §§ 19 und 20 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juni 2013 (BGBl. 2013 I S. 1750) verbieten die missbräuchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung durch ein oder mehrere Unternehmen. [12] Das European Telecommunication Standards Institute (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen, im Folgenden: ETSI) ist eine Organisation, deren Ziel gemäß Abschnitt 3.1 des Anhangs 6 („ETSI Intellectual Property Rights Policy“) ihrer Verfahrensregeln (ETSI Rules of Procedure) darin besteht, Standards zu normieren, die an die technischen Ziele des Europäischen Telekommunikationssektors angepasst sind, sowie darin, für ETSI, für seine Mitglieder und für andere, die die ETSI-Standards anwenden, die Gefahr zu verringern, dass Investitionen in die Vorbereitung, Annahme und Anwendung von Standards verschwendet werden, weil für einen Standard kein essenzielles Schutzrecht zur Verfügung steht. Um dieses Ziel zu erreichen, soll dieser Anhang einen Ausgleich zwischen dem Standardisierungsbedarf für die öffentliche Nutzung im Bereich der Telekommunikation und den Rechten der Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums herstellen. [13] Nach Abschnitt 3.2 dieses Anhangs müssen die Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums angemessen und fair für die Nutzung ihres geistigen Eigentums entlohnt werden. [14] Gemäß Abschnitt 4.1 des genannten Anhangs ergreift jedes ETSI‑Mitglied, insbesondere während des Verfahrens zur Erarbeitung eines Standards, an dessen Entwicklung es beteiligt ist, die erforderlichen Maßnahmen, um ETSI rechtzeitig über seine für diesen Standard essenziellen Rechte des geistigen Eigentums zu informieren. [15] Nach Abschnitt 6.1 des Anhangs 6 der ETSI-Verfahrensregeln fordert der Generaldirektor von ETSI, wenn ETSI von einem standardessenziellen Recht des geistigen Eigentums erfährt, den Inhaber dieses Rechts unverzüglich auf, sich innerhalb von drei Monaten unwiderruflich zu verpflichten, für dieses Recht Lizenzen zu fairen, zumutbaren und diskriminierungsfreien Bedingungen (sogenannte FRAND-Bedingungen) (fair, reasonable and non-discriminatory) zu gewähren. [16] Gemäß Abschnitt 6.3 dieses Anhangs beurteilt ETSI, solange eine solche Verpflichtung nicht abgegeben wird, ob die Arbeiten an den betreffenden Teilen des Standards bis zur Klärung der Angelegenheit auszusetzen sind. [17] Abschnitt 8.1 des genannten Anhangs sieht vor, dass ETSI, wenn der Inhaber von Rechten des geistigen Eigentums es ablehnt, diese Verpflichtung abzugeben, prüft, ob es eine Ersatztechnologie gibt und, wenn dies nicht der Fall ist, die Arbeiten zur Erstellung des betreffenden Standards eingestellt werden. [18] Gemäß Abschnitt 14 des Anhangs 6 der ETSI-Verfahrensregeln stellt der Verstoß eines Mitglieds gegen diesen Anhang einen Verstoß gegen seine gegenüber ETSI bestehenden Verpflichtungen dar. [19] Nach Abschnitt 15.6 dieses Anhangs ist das Recht des geistigen Eigentums u. a. dann als essenziell anzusehen, wenn es aus technischen Gründen nicht möglich ist, Produkte standardkonform herzustellen, ohne das genannte Recht zu verletzen. [20] ETSI kontrolliert jedoch weder, ob das Recht des geistigen Eigentums, dessen Notwendigkeit der Verwendung ihm von einem seiner Mitglieder mitgeteilt wurde, rechtsbeständig ist, noch, ob es essenziell ist. Ebenso wenig ist im genannten Anhang der Begriff „Lizenz zu FRAND-Bedingungen“ definiert. [21] Huawei Technologies, ein weltweit auf dem Telekommunikationssektor tätiges Unternehmen, ist u. a. Inhaber des unter der Referenz EP 2 090 050 B 1 eingetragenen europäischen Patents „Verfahren und Einrichtung zum Aufbau eines Synchronisierungssignals in einem Vermittlungssystem“, das in der Bundesrepublik Deutschland als Vertragsstaat des EPÜ erteilt wurde (im Folgenden: Patent EP 2 090 050 B 1). [22] Huawei Technologies meldete dieses Patent am 4. März 2009 bei ETSI als für den „Long Term Evolution“-Standard essenzielles Patent an. Dabei verpflichtete sich Huawei Technologies, Dritten Lizenzen zu FRAND-Bedingungen zu erteilen. [23] Hierzu stellt das vorlegende Gericht in der Vorlageentscheidung fest, dass dieses Patent für diesen Standard essenziell ist, was bedeutet, dass es bei Nutzung des genannten Standards zwangsläufig benutzt wird. [24] In der Zeit von November 2010 bis Ende März 2011 führten Huawei Technologies und ZTE Corp., ein zu einer weltweit auf dem Telekommunikationssektor tätigen Unternehmensgruppe gehörendes Unternehmen, das in Deutschland Produkte mit einer Software vertreibt, von der der genannte Standard genutzt wird, Gespräche über u. a. die Verletzung des Patents EP 2 090 050 B 1 und die Möglichkeit einer Lizenz zu FRAND-Bedingungen für diese Produkte. [25] Huawei Technologies nannte die aus ihrer Sicht angemessene Lizenzgebühr. ZTE Corp. wollte eine Kreuzlizenzierung. Lizenzvertragsangebote ergingen jedoch nicht. [26] Gleichwohl vertreibt ZTE Produkte, die nach dem „Long Term Evolution“-Standard arbeiten, und benutzt somit das Patent EP 2 090 050 B 1, ohne an Huawei Technologies Lizenzgebühren zu zahlen und ohne über erfolgte Benutzungshandlungen abschließend Rechnung zu legen. [27] Am 28. April 2011 erhob Huawei Technologies beim vorlegenden Gericht auf der Grundlage von Art. 64 EPÜ und der §§ 139 ff. des Patentgesetzes in der Fassung von Art. 13 des Gesetzes vom 24. November 2011 eine Patentverletzungsklage gegen ZTE, mit der sie Unterlassung, Rechnungslegung, Rückruf und Schadensersatz verlangte. [28] Nach Ansicht des vorlegenden Gerichts hängt der Ausgang des Rechtsstreits im Ausgangsverfahren von der Frage ab, ob die von Huawei Technologies eingereichte Klage einen Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung darstellt. Der Durchsetzung des Unterlassungsanspruchs könne nämlich u. a. der kartellrechtliche Zwangslizenzeinwand nach Art. 102 AEUV entgegenstehen, wenn die Geltendmachung dieses Anspruchs durch Huawei Technologies als Missbrauch ihrer marktbeherrschenden Stellung anzusehen wäre, die dem vorlegenden Gericht zufolge unstreitig vorliegt. [29] Es kämen jedoch verschiedene Ansätze in Betracht, um zu bestimmen, wann der Inhaber eines SEP seine marktbeherrschende Stellung im Sinne von Art. 102 AEUV durch die Erhebung einer Unterlassungsklage missbrauche. [30] In diesem Zusammenhang weist das vorlegende Gericht darauf hin, dass der Bundesgerichtshof (Deutschland) in seinem Urteil vom 6. Mai 2009, „Orange-Book-Standard“ (KZR 39/06), auf der Grundlage von Art. 102 AEUV, § 20 Abs. 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juni 2013 und § 242 des Bürgerlichen Gesetzbuchs festgestellt habe, dass ein Patentinhaber, der auf Unterlassung einer Patentverletzung klage, obwohl dem Beklagten ein Anspruch auf Einräumung einer Lizenz am Patent zustehe, seine marktbeherrschende Stellung nur missbrauche, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien. [31] Zum einen müsse der Beklagte dem Kläger ein unbedingtes, d. h. nicht unter einen Verletzungsvorbehalt gestelltes, Angebot auf Abschluss eines Lizenzvertrags gemacht haben, an das er sich gebunden halte und das der Kläger nicht ablehnen dürfe, ohne den Beklagten unbillig zu behindern oder gegen das Diskriminierungsverbot zu verstoßen. [32] Zum anderen müsse der Beklagte, wenn er das Patent bereits benutze, bevor der Kläger sein Angebot angenommen habe, diejenigen Verpflichtungen einhalten, die der abzuschließende Lizenzvertrag an die Benutzung des Patents knüpfe, d. h. über den Umfang seiner Benutzungshandlungen abrechnen und seinen sich daraus ergebenden Zahlungspflichten nachkommen. [33] In Anbetracht der Tatsachen, dass die Vertragsangebote von ZTE nicht als „unbedingte“ Angebote angesehen werden könnten, da sie nur für Produkte gälten, für die eine Patentverletzung festzustellen sei, und dass ZTE weder den sich ihrer Ansicht nach ergebenden Lizenzbetrag an Huawei Technologies gezahlt noch dieser gegenüber über vergangene Benutzungshandlungen vollständig Rechnung gelegt habe, müsse der kartellrechtliche Zwangslizenzeinwand von ZTE ohne Erfolg bleiben und sei der Verletzungsklage somit stattzugeben. [34] Allerdings habe die Europäische Kommission in den Pressemitteilungen Nrn. IP/12/1448 und MEMO/12/1021 vom 21. Dezember 2012 über eine an Samsung gerichtete Mitteilung der Beschwerdepunkte wegen von diesem Unternehmen eingereichter Patentverletzungsklagen im Mobiltelefonbereich offenbar die Auffassung vertreten, dass die Durchsetzung eines Unterlassungsanspruchs nach Art. 102 AEUV rechtsmissbräuchlich sei, wenn es um ein SEP gehe, der Patentinhaber gegenüber der Standardisierungsorganisation zugesagt habe, Lizenzen an diesem Patent zu FRAND-Bedingungen zu erteilen, und eine Verhandlungsbereitschaft des Patentverletzers gegeben sei. Demnach wäre es unerheblich, dass sich die betreffenden Parteien nicht auf den Inhalt bestimmter Klauseln des Lizenzvertrags und insbesondere die Höhe der Lizenzgebühr hätten einigen können. [35] Wäre allein auf diese Kriterien abzustellen, müsste das vorlegende Gericht die Unterlassungsklage von Huawei Technologies als rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 102 AEUV abweisen, da feststehe, dass die Parteien des Ausgangsverfahrens zu Verhandlungen bereit gewesen seien. [36] Das vorlegende Gericht ist der Auffassung, dass im Ausgangsverfahren ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung nicht bereits dadurch begründet werde, dass der Patentverletzer zu Verhandlungen und der Inhaber des Patents EP 2 090 050 B 1 zur Erteilung von Lizenzen an Dritte bereit gewesen sei. [37] Bei der Beurteilung des missbräuchlichen Charakters des Verhaltens eines SEP-Inhabers müsse ein angemessener und fairer Ausgleich sämtlicher berechtigter Interessen der Parteien, die mit einer gleichberechtigten Verhandlungsposition auszustatten seien, gewährleistet werden. [38] In diesem Sinne ist das vorlegende Gericht der Auffassung, dass weder der Inhaber eines SEP noch der Patentverletzer durch ihre Stellung berechtigt sein dürften, unangemessen hohe (hold-up) oder unangemessen niedrige (reverse hold-up) Lizenzgebühren durchzusetzen. Aus diesem Grund, aber auch aus Erwägungen der Gleichbehandlung der Lizenznehmer und der Verletzer in Bezug auf dasselbe Produkt müsse der Inhaber eines SEP die Möglichkeit haben, eine Unterlassungsklage einzureichen. Die Ausübung eines gesetzlich gewährten Rechts könne nämlich für sich genommen keinen Missbrauch einer beherrschenden Stellung darstellen, vielmehr müssten weitere Umstände hinzukommen. Den Begriff „Verhandlungsbereitschaft“ als Kriterium eines solchen Missbrauchs heranzuziehen, könne jedoch nicht zufriedenstellend sein, da dieser Begriff Raum für viele Interpretationen lasse und dem Verletzer zu weite Freiheiten einräume. Jedenfalls müsste sich die Verhandlungsbereitschaft, wenn sie als taugliches Kriterium herangezogen werden solle, durch bestimmte qualitative und zeitliche Vorgaben auszeichnen, die die Redlichkeit des Lizenzsuchers gewährleisten sollten. Daher sei vor der Benutzung des betreffenden Patents die Vorlage eines „unbedingten“ Lizenzvertragsangebots zu verlangen, das ausformuliert und annahmefähig sei und sämtliche Regelungen enthalte, die üblicherweise in Lizenzverträgen enthalten seien. Was insbesondere Lizenzanträge von Wirtschaftsteilnehmern angehe, die bereits Produkte auf den Markt gebracht hätten, für die ein SEP verwendet werde, müssten diese Wirtschaftsteilnehmer umgehend die Verpflichtungen zur Rechnungslegung über die Benutzung dieses SEP und zur Entwicklung der sich daraus ergebenden Lizenzgebühren erfüllen. Ein Patentverletzer müsse zunächst eine Sicherheit leisten dürfen, statt die Lizenzgebühren unmittelbar an den Inhaber des betreffenden SEP zahlen zu müssen. Auch komme in Betracht, dass der Lizenzsucher es dem Lizenzinhaber überlasse, die Lizenzgebühren nach billigem Ermessen zu bestimmen. [39] Unter diesen Umständen hat das Landgericht Düsseldorf beschlossen, das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorzulegen: [40] Das vorliegende Vorabentscheidungsersuchen ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits wegen Patentverletzung zwischen zwei Unternehmen des Telekommunikationssektors, die Inhaber zahlreicher für den „Long Term Evolution“-Standard essenzieller Patente sind. Dieser Standard wurde im Rahmen des ETSI festgelegt und umfasst über 4 700 SEP, für die sich diese Unternehmen verpflichtet haben, Dritten Lizenzen zu FRAND-Bedingungen zu erteilen. [41] Im Rahmen dieses Rechtsstreits fragt sich das vorlegende Gericht, ob die Patentverletzungsklage auf Unterlassung, Rechnungslegung, Rückruf und Schadensersatz des Inhabers eines SEP, hier Huawei Technologies, gegen den angeblichen Verletzer dieses SEP, hier ZTE, der den Abschluss einer Lizenzvereinbarung angestrebt hatte, als Missbrauch einer markbeherrschenden Stellung im Sinne von Art. 102 AEUV einzustufen und damit abzuweisen ist. [42] Um dem vorlegenden Gericht zu antworten und die Rechtmäßigkeit dieser Verletzungsklage, die der Inhaber eines SEP gegen einen Verletzer, mit dem keine Lizenzvereinbarung erzielt werden konnte, erhoben hat, zu beurteilen, sind die Erhaltung eines freien Wettbewerbs, zu dessen Schutz das Primärrecht, insbesondere Art. 102 AEUV, die missbräuchliche Ausnutzung einer beherrschenden Stellung verbietet, und die notwendige Gewährleistung von Rechten des geistigen Eigentums des Patentinhabers und dessen Recht auf wirksamen gerichtlichen Rechtsschutz, die in Art. 17 Abs. 2 bzw. Art. 47 der Charta garantiert werden, gegeneinander abzuwägen. [43] Wie das vorlegende Gericht in der Vorlageentscheidung konstatiert, haben die Parteien im Ausgangsverfahren nicht bestritten, dass eine marktbeherrschende Stellung vorliegt. Da sich die Fragen des vorlegenden Gerichts nur auf das Vorliegen eines Missbrauchs beziehen, ist die Prüfung auf dieses Kriterium zu beschränken. [44] Mit den Fragen 1 bis 4 und 5, soweit Letztere gerichtlich geltend gemachte Rückrufansprüche betrifft, die zusammen zu prüfen sind, möchte das vorlegende Gericht wissen, unter welchen Umständen es als gegen Art. 102 AEUV verstoßende missbräuchliche Handlung anzusehen ist, wenn ein Unternehmen in beherrschender Stellung, das Inhaber eines SEP ist und sich gegenüber der Standardisierungsorganisation verpflichtet hat, Dritten zu FRAND-Bedingungen Lizenzen für dieses SEP zu erteilen, eine Verletzungsklage auf Unterlassung oder auf Rückruf der Produkte, zu deren Herstellung dieses SEP verwendet wurde, erhebt. [45] Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Begriff „missbräuchliche Ausnutzung einer beherrschenden Stellung“ im Sinne von Art. 102 AEUV um einen objektiven Begriff handelt, der auf die Verhaltensweisen eines Unternehmens in beherrschender Stellung abstellt, die auf einem Markt, auf dem der Grad an Wettbewerb gerade wegen der Anwesenheit des fraglichen Unternehmens bereits geschwächt ist, die Aufrechterhaltung des auf dem Markt noch bestehenden Grades an Wettbewerb oder die Entwicklung des Wettbewerbs durch den Einsatz von anderen Mitteln behindern als denjenigen eines normalen Produkt- oder Dienstleistungswettbewerbs auf der Grundlage der Leistungen der Wirtschaftsteilnehmer (Urteile Hoffmann-La Roche/Kommission, 85/76, EU:C:1979:36, Rn. 91, AKZO/Kommission, C‑62/86, EU:C:1991:286, Rn. 69, und Tomra Systems u. a./Kommission, C‑549/10 P, EU:C:2012:221, Rn. 17). [46] Nach ständiger Rechtsprechung gehört die Ausübung eines mit einem Recht des geistigen Eigentums verbundenen ausschließlichen Rechts, hier des Rechts, eine Verletzungsklage zu erheben, zu den Vorrechten des Inhabers eines Rechts des geistigen Eigentums, so dass sie als solche keinen Missbrauch einer beherrschenden Stellung darstellen kann, selbst wenn sie von einem Unternehmen in beherrschender Stellung ausgeht (vgl. in diesem Sinne Urteile Volvo, 238/87, EU:C:1988:477, Rn. 8, RTE und ITP/Kommission, C‑241/91 P und C‑242/91 P, EU:C:1995:98, Rn. 49, und IMS Health, C‑418/01, EU:C:2004:257, Rn. 34). [47] Nach ebenfalls ständiger Rechtsprechung kann jedoch die Ausübung eines mit einem Recht des geistigen Eigentums verbundenen ausschließlichen Rechts durch den Inhaber unter außergewöhnlichen Umständen ein missbräuchliches Verhalten im Sinne von Art. 102 AEUV darstellen (vgl. in diesem Sinne Urteile Volvo, 238/87, EU:C:1988:477, Rn. 9, RTE und ITP/Kommission, C‑241/91 P und C‑242/91 P, EU:C:1995:98, Rn. 50, und IMS Health, C‑418/01, EU:C:2004:257, Rn. 35). [48] Wie der Generalanwalt in Nr. 70 seiner Schlussanträge ausgeführt hat, weist das Ausgangsverfahren jedoch Besonderheiten auf, die es von den Verfahren unterscheiden, die Anlass zu der in den Rn. 46 und 47 des vorliegenden Urteils angeführten Rechtsprechung gegeben haben. [49] Es zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass das fragliche Patent, wie das vorlegende Gericht ausführt, für einen von einer Standardisierungsorganisation normierten Standard essenziell ist und seine Benutzung daher für jeden Wettbewerber, der Produkte herzustellen beabsichtigt, die dem Standard, mit dem es verbunden ist, entsprechen, unerlässlich ist. [50] Dies unterscheidet SEP von nicht standardessenziellen Patenten, die es Dritten normalerweise erlauben, konkurrierende Produkte herzustellen und dabei von dem betreffenden Patent abzuweichen, ohne die grundlegenden Funktionen des fraglichen Produkts zu gefährden. [51] Zum anderen zeichnet sich das Ausgangsverfahren dadurch aus, dass das in Rede stehende Patent, wie sich aus den Rn. 15 bis 17 und 22 des vorliegenden Urteils ergibt, den Status eines SEP nur im Gegenzug zu einer unwiderruflichen Verpflichtungszusage seines Inhabers gegenüber der betreffenden Standardisierungsorganisation, Dritten zu FRAND-Bedingungen Lizenzen zu erteilen, erlangt hat. [52] Zwar steht dem Inhaber des fraglichen SEP das Recht zu, Ansprüche auf Unterlassung oder auf Rückruf von Produkten gerichtlich geltend zu machen, doch bewirkt der Umstand, dass dieses Patent den Status eines SEP erlangt hat, dass sein Inhaber verhindern kann, dass derartige Produkte, die von seinen Wettbewerbern hergestellt werden, auf den Markt gelangen oder auf dem Markt bleiben, und er sich so die Herstellung dieser Produkte vorbehalten kann. [53] Unter diesen Umständen und in Anbetracht der Tatsache, dass eine Zusage, Lizenzen zu FRAND-Bedingungen zu erteilen, bei Dritten die berechtigte Erwartung weckt, dass der Inhaber des SEP ihnen tatsächlich Lizenzen zu diesen Bedingungen gewähren wird, kann eine Weigerung des Inhabers des SEP, eine Lizenz zu diesen Bedingungen zu erteilen, grundsätzlich einen Missbrauch im Sinne von Art. 102 AEUV darstellen. [54] Daraus folgt, dass angesichts der geweckten berechtigten Erwartungen Klagen auf Unterlassung oder Rückruf grundsätzlich der missbräuchliche Charakter einer solchen Weigerung entgegengehalten werden kann. Doch ist der Patentinhaber nach Art. 102 AEUV nur verpflichtet, eine Lizenz zu FRAND-Bedingungen zu erteilen. Die Parteien des Ausgangsrechtsstreits sind sich indessen nicht einig, welche Anforderungen hier durch die FRAND-Bedingungen gestellt werden. [55] In einer solchen Konstellation muss der Inhaber eines SEP, damit eine Klage auf Unterlassung oder Rückruf nicht als missbräuchlich angesehen werden kann, Bedingungen erfüllen, durch die ein gerechter Ausgleich der betroffenen Interessen gewährleistet werden soll. [56] Hierbei ist den besonderen rechtlichen und tatsächlichen Umständen des konkreten Falles gebührend Rechnung zu tragen (vgl. in diesem Sinne Urteil Post Danmark, C‑209/10, EU:C:2012:172, Rn. 26 und die dort angeführte Rechtsprechung). [57] So ist der notwendigen Wahrung der Rechte des geistigen Eigentums Rechnung zu tragen, die u. a. mit der Richtlinie 2004/48 bezweckt wird, die im Einklang mit Art. 17 Abs. 2 der Charta eine Reihe von Rechtsbehelfen vorsieht, die gewährleisten sollen, dass für das geistige Eigentum im Binnenmarkt und das in Art. 47 der Charta garantierte Recht auf effektiven gerichtlichen Rechtsschutz, das mehrere Elemente umfasst, zu denen das Recht auf Zugang zu den Gerichten gehört, ein hohes Schutzniveau besteht (vgl. in diesem Sinne Urteil Otis u. a., C‑199/11, EU:C:2012:684, Rn. 48). [58] Dieses Erfordernis des hohen Schutzes der Rechte des geistigen Eigentums impliziert, dass ihrem Inhaber grundsätzlich nicht die Möglichkeit genommen werden kann, gerichtliche Schritte zu unternehmen, durch die gewährleistet wird, dass seine ausschließlichen Rechte tatsächlich beachtet werden, und dass der Benutzer dieser Rechte, wenn er nicht ihr Inhaber ist, grundsätzlich vor jeder Benutzung eine Lizenz einholen muss. [59] Somit können durch die gegenüber der Standardisierungsorganisation erklärte unwiderrufliche Zusage des SEP-Inhabers, Lizenzen zu FRAND-Bedingungen zu erteilen, die diesem durch Art. 17 Abs. 2 und Art. 47 der Charta gewährleisteten Rechte zwar nicht ausgehöhlt werden. Sie rechtfertigt es aber, ihn zu verpflichten, bei der gerichtlichen Geltendmachung von Ansprüchen auf Unterlassung oder Rückruf gegen angebliche Patentverletzer besondere Anforderungen zu beachten. [60] Folglich darf der Inhaber eines SEP, der der Auffassung ist, dass dieses verletzt worden sei, um nicht gegen Art. 102 AEUV zu verstoßen, keine Ansprüche auf Unterlassung oder Rückruf gegen den angeblichen Verletzer gerichtlich geltend machen, ohne ihm dies anzukündigen und ihn vorher anzuhören, selbst wenn das betreffende SEP von dem angeblichen Verletzer bereits benutzt wurde. [61] Vor der gerichtlichen Geltendmachung derartiger Ansprüche obliegt es dem Inhaber des betreffenden SEP daher zum einen, den angeblichen Verletzer auf die Patentverletzung, die ihm vorgeworfen wird, hinzuweisen und dabei das fragliche SEP zu bezeichnen und anzugeben, auf welche Weise es verletzt worden sein soll. [62] Wie der Generalanwalt in Nr. 81 seiner Schlussanträge ausgeführt hat, ist nämlich in Anbetracht der großen Zahl von SEP, aus denen ein Standard wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehende besteht, nicht sicher, dass der Verletzer eines SEP zwangsläufig weiß, dass er die Lehre eines rechtsbeständigen und standardessenziellen Patents benutzt. [63] Zum anderen obliegt es dem Patentinhaber, dem angeblichen Verletzer, nachdem dieser seinen Willen zum Ausdruck gebracht hat, einen Lizenzvertrag zu FRAND-Bedingungen zu schließen, gemäß seiner gegenüber der Standardisierungsorganisation übernommenen Verpflichtung ein konkretes schriftliches Lizenzangebot zu FRAND-Bedingungen zu unterbreiten und insbesondere die Lizenzgebühr sowie die Art und Weise ihrer Berechnung anzugeben. [64] Wie der Generalanwalt in Nr. 86 seiner Schlussanträge ausgeführt hat, kann nämlich von dem Inhaber eines SEP, wenn dieser sich gegenüber der Standardisierungsorganisation zur Erteilung von Lizenzen zu FRAND-Bedingungen verpflichtet hat, erwartet werden, dass er ein solches Angebot unterbreitet. Außerdem ist der Inhaber des SEP, wenn weder ein Standardlizenzvertrag noch mit anderen Wettbewerbern bereits geschlossene Lizenzverträge veröffentlicht sind, in einer besseren Lage, um zu prüfen, ob sein Angebot die Voraussetzung der Gleichbehandlung wahrt, als der angebliche Verletzer. [65] Dem angeblichen Verletzer obliegt es hingegen, auf dieses Angebot mit Sorgfalt, gemäß den in dem Bereich anerkannten geschäftlichen Gepflogenheiten und nach Treu und Glauben, zu reagieren, was auf der Grundlage objektiver Gesichtspunkte zu bestimmen ist und u. a. impliziert, dass keine Verzögerungstaktik verfolgt wird. [66] Nimmt der angebliche Verletzer das ihm unterbreitete Angebot nicht an, kann er sich auf den missbräuchlichen Charakter einer Unterlassungs- oder Rückrufklage nur berufen, wenn er dem Inhaber des betreffenden SEP innerhalb einer kurzen Frist schriftlich ein konkretes Gegenangebot macht, das den FRAND-Bedingungen entspricht. [67] Darüber hinaus hat der angebliche Verletzer, wenn er das SEP benutzt, bevor ein Lizenzvertrag geschlossen wurde, ab dem Zeitpunkt, zu dem sein Gegenangebot abgelehnt wurde, eine angemessene Sicherheit gemäß den in dem betreffenden Bereich anerkannten geschäftlichen Gepflogenheiten zu leisten, z. B., indem er eine Bankgarantie beibringt oder die erforderlichen Beträge hinterlegt. Die Berechnung dieser Sicherheit muss u. a. die Zahl der vergangenen Benutzungshandlungen in Bezug auf das SEP umfassen, für die der angebliche Verletzer eine Abrechnung vorlegen können muss. [68] Im Übrigen haben die Parteien, wenn nach dem Gegenangebot des angeblichen Verletzers keine Einigung über die Einzelheiten der FRAND-Bedingungen erzielt wurde, die Möglichkeit, im gegenseitigen Einvernehmen zu beantragen, dass die Lizenzgebühren durch einen unabhängigen Dritten, der innerhalb einer kurzen Frist entscheidet, festgelegt werden. [69] Schließlich kann dem angeblichen Verletzer in Anbetracht der Tatsache, dass eine Standardisierungsorganisation, wie diejenige, die den im Ausgangsverfahren in Rede stehenden Standard normiert hat, im Standardisierungsverfahren weder prüft, ob die Patente rechtsbeständig sind, noch, ob sie für den Standard, zu dem sie gehören, essenziell sind, und angesichts des durch Art. 47 der Charta gewährleisteten Rechts auf effektiven gerichtlichen Rechtsschutz kein Vorwurf daraus gemacht werden, dass er neben den Verhandlungen über die Erteilung von Lizenzen die Rechtsbeständigkeit dieser Patente und/oder ihren essenziellen Charakter für den Standard, zu dem sie gehören, und/oder ihre tatsächliche Benutzung anficht oder sich die Möglichkeit vorbehält, dies später zu tun. [70] Es ist Aufgabe des vorlegenden Gerichts, zu prüfen, ob die oben genannten Kriterien hier erfüllt sind, soweit sie nach den Umständen des vorliegenden Falls für die Entscheidung des Ausgangsrechtsstreits maßgeblich sind. [71] Nach alledem ist auf die Fragen 1 bis 4 und 5, soweit Letztere gerichtlich geltend gemachte Rückrufansprüche betrifft, zu antworten, dass Art. 102 AEUV dahin auszulegen ist, dass der Inhaber eines SEP, der sich gegenüber einer Standardisierungsorganisation unwiderruflich verpflichtet hat, jedem Dritten eine Lizenz zu FRAND-Bedingungen zu erteilen, seine marktbeherrschende Stellung nicht im Sinne dieser Vorschrift dadurch missbraucht, dass er eine Patentverletzungsklage auf Unterlassung der Beeinträchtigung seines Patents oder auf Rückruf der Produkte, für deren Herstellung dieses Patent benutzt wurde, erhebt, wenn – er zum einen den angeblichen Verletzer vor Erhebung der Klage auf die Patentverletzung, die ihm vorgeworfen wird, hingewiesen hat und dabei das fragliche SEP bezeichnet und angegeben hat, auf welche Weise es verletzt worden sein soll, und zum anderen, nachdem der angebliche Patentverletzer seinen Willen zum Ausdruck gebracht hat, einen Lizenzvertrag zu FRAND-Bedingungen zu schließen, dem Patentverletzer ein konkretes schriftliches Lizenzangebot zu diesen Bedingungen unterbreitet und insbesondere die Lizenzgebühr sowie die Art und Weise ihrer Berechnung angegeben hat und [72] Mit der fünften Frage, soweit sie gerichtlich geltend gemachte Ansprüche auf Rechnungslegung oder Schadensersatz betrifft, möchte das vorlegende Gericht wissen, ob Art. 102 AEUV dahin auszulegen ist, dass er es einem Unternehmen in beherrschender Stellung, das Inhaber eines SEP ist und sich gegenüber der Standardisierungsorganisation verpflichtet hat, zu FRAND-Bedingungen Lizenzen für dieses Patent zu erteilen, verbietet, gegen den angeblichen Verletzer seines SEP eine Verletzungsklage auf Rechnungslegung bezüglich der vergangenen Benutzungshandlungen in Bezug auf das SEP oder auf Schadensersatz wegen dieser Handlungen zu erheben. [73] Wie sich aus den Rn. 52 und 53 des vorliegenden Urteils ergibt, kann es unter Umständen wie den im Ausgangsverfahren in Rede stehenden als missbräuchlich eingestuft werden, wenn der Inhaber des SEP seine Rechte des geistigen Eigentums dadurch ausübt, dass er Klagen auf Unterlassung oder Rückruf erhebt, da derartige Klagen geeignet sind, zu verhindern, dass von Wettbewerbern hergestellte Produkte, die dem betreffenden Standard entsprechen, auf den Markt gelangen oder auf dem Markt bleiben. [74] So, wie die Klagen des Inhabers eines SEP auf Rechnungslegung über die vergangenen Benutzungshandlungen in Bezug auf dieses SEP bzw. auf Schadensersatz wegen dieser Handlungen in der Vorlageentscheidung geschildert sind, haben sie jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen darauf, ob von Wettbewerbern hergestellte Produkte, die dem betreffenden Standard entsprechen, auf den Markt gelangen oder auf dem Markt bleiben. [75] Folglich können sie unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens nicht als missbräuchlich im Sinne von Art. 102 AEUV angesehen werden. [76] Nach den vorstehenden Erwägungen ist auf die fünfte Frage, soweit sie gerichtlich geltend gemachte Ansprüche auf Rechnungslegung oder Schadensersatz betrifft, zu antworten, dass Art. 102 AEUV dahin auszulegen ist, dass er es einem Unternehmen in beherrschender Stellung, das Inhaber eines SEP ist und sich gegenüber der Standardisierungsorganisation verpflichtet hat, zu FRAND-Bedingungen Lizenzen für dieses Patent zu erteilen, unter Umständen wie denen des Ausgangsverfahrens nicht verbietet, gegen den angeblichen Verletzer seines SEP eine Verletzungsklage auf Rechnungslegung über die vergangenen Benutzungshandlungen in Bezug auf das SEP oder auf Schadensersatz wegen dieser Handlungen zu erheben. ]77] Für die Parteien des Ausgangsverfahrens ist das Verfahren ein Zwischenstreit in dem beim vorlegenden Gericht anhängigen Rechtsstreit; die Kostenentscheidung ist daher Sache dieses Gerichts. Die Auslagen anderer Beteiligter für die Abgabe von Erklärungen vor dem Gerichtshof sind nicht erstattungsfähig. Link zu dieser Entscheidung: http://tlmd.in/u/1587 OLG Köln, 25.01.2010: Umfang der Unterlassungspflicht bei Youtube-Video Beschluss v. 25.01.2010, 15 W 69/09 EuGH, 11.12.2008: Monopolstellung/Vergütungsmodell einer Verwertungsgesellschaft - Kanal 5/TV4 Urteil v. 11.12.2008, C-52/07 BGH, 06.05.2009: Kartellrechtlicher Zwangslizenzeinwand im Patentverletzungsverfahren grundsätzlich zulässig - Orange-Book-Standard Urteil v. 06.05.2009, KZR 39/06
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
"Der Weg wächst dem Fuß entgegen": Improvisation Musik und Bewegung „Der Weg wächst dem Fuß entgegen“ Improvisation in Musik und Bewegung 24. – 25. November 2018, Leitung: Susanne Brian & Frank Fiedler Das Ritual des Authentic Movement and Voice (AM) bietet dir einen kraftvollen intuitiven Raum, in welchem du mit deinen kreativen Ressourcen, mit deinen inneren Impulsen und der Stille in tiefen Kontakt kommen kannst. Was sich aus der Stille heraus an Bewegungen und Tönen entfaltet, kann überraschend und ungewöhnlich, wie auch schlicht und mühelos sein. Die klare Struktur des Authentic-Rituals, die zeitliche Abmachung, die Zeugen, die das Geschehen achtsam und mitfühlend begleiten, und die anschließende Feed-Back-Runde bilden einen sicheren Vertrauensraum, innerhalb dessen geschehen kann, was aus dem Moment heraus geschehen möchte. Man bewegt sich zunächst mit geschlossenen Augen und ohne Musik. Das Lauschen auf die eigenen Impulse gelingt leichter ohne den Einfluss von Musik, die tendenziell Stimmung und Rhythmus vorgibt. Eingeleitet wird das Authentic-Ritual über ein Warm-up, das uns in den Körper, in die Stimme, ins Jetzt-Bewusstsein begleitet, uns auch zu unseren verrückten, wilden und zarten Seiten führen kann. Authentic Movement und Improvisation sind verwandt in dem Sinne, dass AM Grundlage ist und Improvisation die Gestalt. Den eigenen Impuls wahr-nehmen und ihm folgen dient in der musikalischen Improvisation einer Intention: Musik zu gestalten. In beiden Ebenen – AM und Improvisation – geht es darum, etwas zu beginnen, von dem man nicht weiß, wohin es führt. Und in beiden Ebenen führt es zu etwas anderem, als „be-absichtigt“ war: zum Unvorhersehbaren (ital. „improvviso“). Auf diesem Weg begegnen wir dem vertrauten Musikinstrument, der eigenen Stimme und dem Körper wie verwandelt: Sie sind nicht mehr Werkzeug unserer Intention, sondern Gestalt unserer Intuition. Susanne Brian: Seminarleiterin für Authentic Movement and Voice, Stimm-Experimentierende, Performerin, Lebens-Forschende, Mitwirkung im Improvisationsensemble TUN&LASSEN. Frank Fiedler: Schlagzeuger, Komponist. Musiktheaterprojekte, Radiohörstücke, Klanginstallationen. Mitwirkung in Improvisationsensembles, wie TUN&LASSEN. Susanne Brian, Frank Fiedler Sa 11 – 18 h, So 11 – 17 h 120 Euro / 100 Euro erm. Frank Fiedler, 01520 – 214 83 70, Susanne Brian, 0177 – 526 49 12, Falls Sie nach Ihrer Anmeldung keine Antwort erhalten, schauen Sie bitte im Spam oder nehmen Sie telefonisch Kontakt auf! Hier gibt es einen Überblick der vergangenen Workshopangebote in 2018. 02.08.2019 um 20:00 Frei Tag Abend – exploring stage Saal 1, Aufgang C 05.08.2019 um 19:30 - 22:00 Alle Wetter – Ensemble für transdisziplinäre Improvisation Kontinuierliche Ensemblearbeit, Saal 2 (Aufgang D) Improvisationsensemble Sarotti Instant Regelmäßiges Ensemble, Saal 1 06.08.2019 um 18:30 - 20:00 RaumKlangEnsemble Regelmäßiges Ensemble, Saal 1 07.08.2019 um 10:00 - 13:00 Intercultural Music Pool (IMP) Saal 1, Aufgang C 07.08.2019 um 19:30 - 21:30 Wednesday-Night-Ensemble Regelmäßiges Ensemble, Saal 1 11.08.2019 um 19:00 - 19:45 11.08.2019 um 20:00 Trevor Watts 80th Birthday Jubilee: Dialogues with Strings (GB) Konzert, Saal 1 (Aufgang C)
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Coaching-Newsletter September 2005 - Coaching-Newsletter Coaching-Newsletter Archiv 2005 Coaching-Newsletter September 2005 Coaching-Newsletter September 2005Inhalt1. Coaching von Doppelspitzen - Teil 12. Gipfeltreffen der Coaching-Verbände3. Steve de Shazer gestorben4. Urteil zur Höhe von Coaching-Honoraren5. Coaching-Schlichtungsstelle gegründet6. Neue Coachs in der Coach-Datenbank und den Coach-Profilen7. Coaching-Ausbildungen im nächsten Monaten1. Coaching von Doppelspitzen - Teil 1An der Spitze und innerhalb zahlreicher Organisationen finden sich sogenannte "Doppelspitzen", d.h. ein Führungsduo teilt sich offiziell (oder auch inoffiziell) die Leitungsfunktion. Erfahrene Coachs wissen, dass eine solche Aufteilung von Macht ganz spezifische Konfliktsituationen mit sich bringen kann. Für das Coaching von Doppelspitzen bedeutet dies eine besondere Herausforderung, da die normalen Prinzipien und Vorgehensweisen hier nicht ohne weiteres Gültigkeit besitzen. Nun ist es eine bekannte Anekdote in Beraterkreisen, dass eine Schar von Unternehmensberatern zunächst die Vorzüge von Doppelspitzen anpreist, damit anschließend eine andere Schar bei den dadurch auftretenden Problemen beratend zur Seite stehen kann. Oft sind es aber gar nicht die so gescholtenen Unternehmensberater, sondern die zunächst sinnvoll erscheinenden Vorzüge, die zu einer Doppelspitze führen. Typische Beispiele von Doppelspitzen findest man häufig bei Freiberuflern. Oft schließen sich zwei (oder auch mehrere) Fachleute wie z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Mediziner, Psychotherapeuten, Ingenieure usw. zusammen, insbesondere bei Existenzgründungen. Die Gründe dafür sind meist leicht nachvollziehbar: Jeder der beiden Fachleute möchte sein finanzielles Risiko minimieren, sucht nach fachlicher und persönlicher Ergänzung, traut sich ohne den anderen eine Firmengründung nicht zu oder strebt manchmal auch schlichtweg aus Sympathie eine Zusammenarbeit an. Dabei werden sehr häufig die rationalen Gründe von emotionalen Gründen überlagert. So scheint z.B. die Minderung des finanziellen Risikos durch die Zusammenarbeit mit einem sympathischen Menschen sehr sinnvoll. Dies kann jedoch problematisch werden, weil emotionale Faktoren eine höhere Auffälligkeit für schwere Konflikte nach sich ziehen können. Geht nämlich die "gefühlte Grundlage" verloren, führt dies zu starken Enttäuschungen, die wesentlich intensiver sind, als wenn sie durch Sachprobleme bedingt gewesen wären. Einen Wendepunkt in der Beziehung einer Doppelspitze stellt bei Freiberuflern oft die Einstellung neuer Mitarbeiter dar. Spätestens hier zeigt sich, ob man in der Lage ist, einem Dritten gegenüber geschlossen agieren zu können. Geschieht dies nicht, sind die Folgen leicht absehbar: Dem Mitarbeiter geht in einem Hin-und-her von Anweisungen die Übersicht (und die Motivation) verloren und die Doppelspitze beschäftigt sich mehr mit sich selbst als mit dem eigentlichen Sinn des Unternehmens. Weil dies aber existenziell bedrohlich ist, wird die Zusammenarbeit immer verkrampfter und ängstlicher; es baut sich bei beiden ein unterschwelliger Ärger auf, der scheinbar auf der Sachebene zu Konflikten führt. Tatsächlich sind es aber Beziehungsprobleme, die hinter dem Konflikt stecken. Im Coaching zeigt sich in der Rekonstruktion derartiger Fälle, dass sich die beiden Geschäftspartner dann wundern, warum es (scheinbar) immer neue Sachprobleme in der Zusammenarbeit gibt (und die alten nicht gelöst werden), bis schließlich einer von beiden die Situation nicht mehr erträgt. Im schlimmsten Fall kann die Geschäftspartnerschaft darunter zerbrechen, was entsprechende finanzielle Konsequenzen hat. Aber nicht nur bei Freiberuflern, sondern auch in Organisationen verschiedenster Art finden sich Doppelspitzen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: In manchen politischen Parteien gibt es z.B. Doppelspitzen, weil die ideologische Orientierung eine breite Verteilung von Macht wünscht oder damit unterschiedliche "Flügel" in einer Partei repräsentiert werden sollen. Eine Folge davon sind "Flügelkämpfe", d.h. die Rolle verlangt von den Rolleninhabern als Repräsentanten unterschiedlicher Meinungen faktisch den Konflikt.Auch in Staatsbetrieben finden sich bedingt durch parteipolitische Einflussnahmen Doppelspitzen. Bei der Regierungsübernahme durch Koalitionen werden zuweilen die Führungsposten jeweils durch einen Vertreter der einen und der anderen Partei abgedeckt, um so eine Parität zu erzeugen. In der Folge führt dies aber dazu, dass parteipolitische Interessen in die Betriebe hineingetragen werden und die von der Doppelspitze ausgehende Pattsituation zu einer faktischen Lähmung der gesamten Organisation führen kann.Bei Gemeinschaftsprojekten von Konzernen oder Nationen sind Doppelspitzen gar eine "Pflicht", um ein auf der symbolischen Ebene ein "Gleichgewicht" zu demonstrieren. Die unterschiedlichen Interessen der Protagonisten bzgl. Prestige, Einflussnahme, Erfolgs- und Misserfolgszuschreibungen, Gewinnverteilungen usw. führen mit schöner Regelmäßigkeit zu regelrechten "Hahnenkämpfen".In Familienbetrieben werden Doppelspitzen beim Generationenwechsel etabliert, z.B. wenn der Senior den Junior einarbeitet, letztlich aber nicht loslassen mag. Die darin faktisch enthaltene Untergrabung der Autorität des Juniors führt dann nicht nur zu betrieblichen Störungen, sondern macht eine geregelte Betriebsübergabe teilweise unmöglich, weil der Junior zu stark in seinem innerbetrieblichen Ansehen beschädigt wurde. In traditionsreichen Familienbetrieben ist es zuweilen ein ungeschriebenes Gesetzt, dass nur Verwandte das Unternehmen führen können. Was in der ersten Generation wohlmöglich noch unproblematisch war, erweist sich nach mehreren Vererbungen in der Generation der Nichten und Neffen als zunehmende Bürde.In Tendenzbetrieben (z.B. religiös geprägte Einrichtungen) finden sich oftmals Doppelspitzen, die aus einem Theologen und einem Betriebswirt bestehen. Während letzter für den faktischen Betriebsablauf sorgt, ist der Theologe als "Kulturhüter" für den weltanschaulichen Zusammenhalt zuständig.Im Gesundheitsbereich arbeiten z.B. Mediziner und Kaufleute zusammen, um den zunehmenden wirtschaftlichen Druck in der Branche gerecht werden zu können. Aber auch in vielen anderen Branchen führte und führt der Kostendruck zu Konstellationen, dass einer Fachkraft (z.B. einem Ingenieur) ein Betriebswirt zur Seite gestellt wird. Die unterschiedlichen Sichtweisen haben früher in solchen Konstellationen zu erheblichen Konflikten geführt. Inzwischen ist jedoch beobachtbar, dass das Bewusstsein für das gegenseitige Aufeinander-angewiesen-sein gestiegen ist.In Matrixorganisationen existieren Doppel- und Mehrfachspitzen, weil z.B. eine hierarchische Aufbauorganisation nicht gewünscht ist. Ein Beispiel für eine Matrixorganisation ist es, wenn sowohl ein Produktmanager als auch ein Regionalmanager für den Vertrieb einer Ware in einer bestimmten Regional gleichzeitig verantwortlich sind - und den gleichen Mitarbeitern vorgesetzt sind. Diese Komplexität kann noch durch das Einfügen von Verkaufsleitern, Marketingexperten usw. erheblich gesteigert werden. In der Konsequenz bedeutet dies, dass die meisten Matrixorganisationen entweder nicht funktionieren oder sich innerhalb der Matrix eine informelle (althergebrachte) Hierarchie etabliert hat. Doppelspitzen auf höchster Ebene werden auch bei Fusionen installiert. Zu unterscheiden ist hier zwischen einer Übernahme und einer tatsächlichen Fusion. Bei Übernahmen sind Doppelspitzen oftmals nur scheinbar Vorhanden - in Wirklichkeit ist der Repräsentant des übernommenen Unternehmens nicht gleichberechtigt. Um den "Schein zu wahren" wird dann eine solche Schein-Doppelspitze (meist nur temporär) installiert. Symbolisch möchte man die Demotivation der Mitarbeiter des aufgekauften Unternehmens verhindern - bzw. den Abgang der besten Mitarbeiter zur Konkurrenz. Bei tatsächlichen Fusionen auf gleicher "Augenhöhe" (was faktisch sehr selten ist), kann es sich um echte Doppelspitzen handeln. Auch hier möchte man den Mitarbeitern beider Organisationen vermitteln, dass beide Ursprungsorganisationen wichtig waren und somit in der Leitung auch repräsentiert sind. Problematisch bleibt bei Fusionen immer die (meist unterschiedliche) Unternehmenskultur, die oft über Jahrzehnt gewachsen ist. Ohne die Fähigkeit der Doppelspitzen-Manager, sich an die jeweils andere Kultur anzunähern, ist eine konstruktive Zusammenarbeit unwahrscheinlich.Zuweilen werden Doppelspitzen auch bewusst angestrebt, um damit eine Tradition aufrecht zu erhalten. Z.B. wird dies manchen Genossenschaftsbanken praktiziert, um damit die Idee der Risikominimierung zu pflegen.Auch werden Positionen doppelt besetzt, weil man schlicht und ergreifend die Sorge hat, dass ein guter Mitarbeiter (samt seinem Fachwissen) das Unternehmen verlassen könnte. Ähnliches gilt für Teilzeitkräfte, wo aus einer Vollzeitstelle zwei Halbtagsstellen gemacht werden, um die Mitarbeiter halten zu können. Eine besondere Form von Doppelspitze liegt hingegen vor, wenn dies gar nicht organisatorisch angestrebt wurde, sondern sich faktisch ergeben hat. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn in Organigramm nur eine Führungskraft verzeichnet ist, tatsächlich jedoch eine informelle Führungskraft im Hintergrund erheblichen Einfluss ausübt. Die Machtbasis beider Führungskräfte ist dann unterschiedlich legitimiert: Während die offizielle Führungskraft formal ernannt ist, führt die inoffizielle Führungskraft auf der Basis ihrer sozial-emotionalen Verankerung im Unternehmen. Derartige informelle Phänomene finden sich z.B. in hoch formalisierten Organisationen, d.h. oftmals Behörden. Weil diese hochformalisierte Organisationen bei tatsächlicher Einhaltung des Dienstweges meist nicht mehr handlungsfähig wären, kristallisiert sich eine informelle Struktur heraus, die die formellen Regeln stillschweigend außer Kraft setzt.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Myopie - Wortwolke (tag cloud), semantische Suche "Myopie" - Wortwolke* *In Verbindung mit dem Keyword "Myopie" auf Webseiten häufig verwendete weitere Keywords astigmatismus auge augen augenarzt augenlaser brille chirurgie excimer fehlsichtigkeit hornhautverkruemmung hyperopie kontaktlinsen kurzsichtig kurzsichtigkeit lasek laser lasik operation optik presbyopie prk sehfehler weitsichtig weitsichtigkeit Ergebnis der semantischen Websuche nach "Myopie"* *Webseiten, die eine hohe Übereinstimmung mit den Keywords der "Myopie"-Wortwolke aufweisen Ophtalmologue en Belgique province de Liège - Astigmatisme fort, Myopie forte, Presbytie, Hypermétropie, Cataracte Ophtalmologue, Centre, Ophtalmologie, Video, Implantation, Lentilles, Laser, Lasik, Lasek, PRK, Lizin, Vision, Eye, Center, Belgique, Eupen, Liège, Cataracte, zeXH3WMalmsklnL11fx1qIkH2n4 http://www.lizinvision.com Augenarzt & Augenchirurg Wien, Augenarzt 1. Bezirk, Spezialist für grauer Star, Prim. Univ. Prof. Dr. Oliver Findl Augenarzt Wien, Augenchirurg Prim. Prof. Oliver Findl Facharzt für Augenheilkunde. Spezialist für die Operation Grauer Star, Staroperation, Kataraktoperation, Kataraktchirurgie, Grauer Star, Grüner Star, Glaukom, Kurzsichtigkeit, Myopie und trockenes Auge. http://www.findl.at/ Augen-Praxisklinik Dr. Haas, Prof. Küchle und Kollegen - Augen Operationszentrum Augenpraxisklinik Erlangen Haas Küchle Augenoperation Katarakt grauer Star Kunstlinse Akkommodation 1CU akkommodative Kunstlinse Hornhautübertragung Auge Glaukom grüner Star Makula Netzhaut Myopie Kurzsichtigkeit Artisan phake Intraokularlinse Kontaktlinse augenarzt, augenaerzte, Augenpraxisklinik, Erlangen, Haas, dr. haas, Küchle, prof. küchle, prof. kuechle, götz, goetz, dr.götz, dr.goetz, erlangen, nürnberg, nuernberg, ... http://www.bestes-sehen.de/ Lasik - Vor einer Lasik (Augenoperation mit dem Augenlaser) gegen Kurzsichtigkeit unabhängige Beratung durch Clario nutzen. Lasik, Augenlaser, Clario, Augenklinik, Kurzsichtigkeit, Lasik, Augenarzt, Astigmatismus, Lasik, Augenoperation, Brille, Kontaktlinsen, Augen lasern, Lasik http://www.clarios.de Lasik Lasek Augenlaser refraktive femto femtolasik augenoperation augenklinik fehlsichtigkeit chirurgie Lasik Lasek Augenlaser refraktive femto femtolasik augenoperation augenklinik fehlsichtigkeit weitsichtigkeit kurzsichtigkeit Alterssichtigkeit Hornhautkrümmung Hornhaut Krümmung Laseroperation Operationen, Op, Preise, Augenoperationen, Laser, Augenkliniken, Kosten, Techniken, Spezialkliniken, Auge, Lasik, günstig, Lasekcenter, Augenchirurgie, Korrektur, Lasik, Augenlaser, Augen, ... http://www.augenoperation.eu Lasik / Unabhängige Beratung durch Clario vor der Augenoperation durch fachärztlichen Augenarzt Mit Clario in der Augenklinik Lasik Kurzsichtigkeit vom Augenarzt durch eine Augenoperation gegen Hornhautverkrümmung, Keratokonus, Astigmatismus und Winkelfehlsichtigkeit mit Augenlaser Lasik behandeln. Ein Leben ohne Brille und Kontaktlinsen. Lasik, Clario, Augenklinik, Kurzsichtigkeit, Augenarzt, Hornhautverkrümmung, Keratokonus, Astigmatismus, Augenoperation, Winkelfehlsichtigkeit, Augenlaser http://clara-vision.de Augenlaser - Augen lasern - Augenlaseroperation - LASIK - Femto - Lasik - Swisslasik AUGENLASER, LASIK - Augenoperationen in den Augenkliniken in Istanbul, Antalya, Izmir, Türkei. Ihre Augenlaser - LASIK Operation organisiert Swisslasik in Istanbul - Türkei. augenlaser, LASIK, Augen laser, Augenlaseroperation, augen lasern, Augenklinik, Swisslasik, Istanbul, Türkei, Zahnimplantate, Zahnersatz. Kinderwunsch, Brust-OP, Fettabsaugung Essen Augenklinik Weitsichtigkeit Lasik und Augenlaser Femto Augenlaser Essen und Augenklinik Augenarzt in Essen Augenlasern Wie wird Weitsichtigkeit behandelt? Die Operation Laser und Augenlaser und wann operieren? Die Intraokular Linse und Linsenimplantation als Laser und Augenlaser Behandlungsmethode gegen Femto Augenlaser Essen, Augenklinik, Weitsichtigkeit, Grauer, Star, Intraokular-Linse, Linse, Behandlung, Operation, Grauem, Femto Augenlaser http://www.augenklinik-essen-zentrum.de Lasik Augenarzt München Lasik Klinik, sicherer Augenlaser mit schnellem Tracker Augenarzt, Lasik, Augenlaser, Laserbehandlung, Auge, Augen http://www.lasik-buchmann.de Lasik Augen-Laserbehandlung - Augen-OP, Lasik Istanbul, Augenlaser, Augenoperation Günstige LASIK und LASEK Augen-OP in Istanbul zum Preis einer guten Brille - persönlich betreut. Es geht schließlich um Ihre Augen - Da sollte das Beste gerade gut genug sein Lasik, Lasek, Augen-OP, Lasik Istanbul, Augenlaser, Augenoperation, Augenlasik, Augenklinik, Augenop Istanbul, Epilasik, Lasek-OP, Wavefrontlasik, Femtolasik, Femtosekundenlaser, Lasikreise, ... http://www.lasikstar.de Lasik Laser Operation Augenlaser und Lasik-OP Erfahrungen Lasik Augenlaser Operation und Femto-Lasik Operationen am Auge Laseroperation Kosten und refraktive Chirurgie Risiken des Augenlasers Lasik, Augenlaser, Laseroperation, Lasikoperation, Femto Lasik, Lasik-OP, refraktive Chirurgie, Lasik Operation http://www.lasik-laseroperation.de Lasik LASIK ausland lasik Polen Augenklinik Laserkorrektur Augenlaserkorrektur Breslau Laser Augenkorrektur Augenlaserzentrum Augenoperation Polen - Augenlaserkorrektur im Ausland- Vermittlung an eine exklusive private Zentrum für Augenlaserchirurgie in Breslau, Lasik, Lasek, Laserbehandlungen, Augenlaserbehandlungen</font> Lasik, lasik, LASIK, ausland, lasek, Lasek, LASEK, Augenklinik, Kurzsichtigkeit, Augenlaserbehandlung, Augenoperation, Augenchirurgie, Augenkorrektur, Laser, laser, Laser-Behandlung, Lasertherapie, ... http://www.augenklinik-polen.de Lasik - Home - Leyla Kandur Lasik Institute Lasik - Dr. med. Leyla Kandur zählt zu den renommiertesten und geschätzten Koryphäen auf dem Fachgebiet der Lasik Laseroperationen und Augenlaserbehandlung. Lasik, Augenlaserbehandlung, Laserbehandlung Augen, Lasek, Augenlaser Istanbul, Lasik Istanbul, Augenchirurgie, Auge Laserbehandlung, Augenlaserklinik http://www.leylakandur.net/ EyeSTAR Lasik Institute, Istanbul, Türkei für die Laser Behandlung der Fehlsichtigkeit(Kurzsichtigkeit,Weitsichtigkeit,Stabsichtigkeit)mit L... Lasik, Lasek and Prk laser treatments in Istanbul, Turkey for laser vision correction by a leading US trained refractive surgeon in a state of the art excimer laser surgery clinic. Economical LASIK treatment trips for myopia, hyperopia and astigmatism. lasik istanbul, lasik, eyestar, eyestar lasik institut, laser istanbul, dr celikkol, dr celikol, celikkol, celikol, augenklinik istanbul, augenklinik türkei, augenklinik turkei, ... http://www.lasikinistanbul.com Lasik - scharf sehen ohne Brille durch Augen Lasern oder Augenkorrektur im Augenlaserzentrum Start | Lasik Augenlaserzentrum - scharf sehen ohne Brille durch Augenkorrektur im Lasik Zentrum im Universitäts-Lehrkrankenhaus St. Bernward Krankenhaus Hildesheim. Lasik, Augenlaserzentrum, Augen lasern, Augenkorrektur, Ohne brille, Scharf sehen, Augenlasern, Augenoperation, Laserbehandlung, op, Laser, zentrum, Augenlasik, methode, verfahren, ... http://www.lasik-hildesheim.com/ Augenklinik Essen Kurzsichtigkeit Laser und Augenlaser Lasik. Lasek Augenklinik und Essen Lasik-Klink Augenlaser im Augenzentrum Wie wird Kurzsichtigkeit behandelt? Die Operation Laser und Augenlaser und wann operieren? Die Intraokular Linse und Linsenimplantation als Laser und Augenlaser Behandlungsmethode gegen Lasik. Lasek Augenklinik, Essen, Kurzsichtigkeit, Grauer, Star, Intraokular-Linse, Linse, Behandlung, Operation, Grauem, Lasik. Lasek http://www.linsenoperationen.de/ CLARIO.ORG | LASIK eye surgery cost quality costs lasik Lasik Preise Kosten Ausland Augen Lasikzentrum Operation Lasikcenter Spezialklinik Arzt Un enfoque en calidad total en la cirugía ambulatoria de oftalmología para mejorar la visión, los costos y los riesgos de lasik con cirujanos verificado. Una sinopsis de cirugía refractiva en inglés, español y alemán. lasik, Lasik, LASIK, lasek, laserbehandlung, augenlaser, auge laser, lasik zentrum, lasik methode, augen lasern, augen, kurzsichtigkeit, fehlsichtigkeit, weitsichtigkeit, lasik, Eye Surgery, ... http://www.barraquer.de Augen - Praxis und Erfahrungen Ahaus Augenarzt Augenarzt und ärzliche Gemeinschaft in der Praxis Augenarzt und Augenchirurg und Augenlaser Sprech... Augen - Praxis und Erfahrungen Ahaus und Augenarzt Augenarzt und Augenchirurg Ahaus Wie wird Augenarzt und ärzliche Gemeinschaft in der Praxis behandelt? Die Operation Laser und Augenlaser und wann operieren? Die Intraokular Linse und Linsenimplantation als Laser und Augenlaser Behandlungsmethode gegen Sprechstunde Augen - Praxis und Erfahrungen Ahaus, Augenarzt, Augenarzt und ärzliche Gemeinschaft in der Praxis, Grauer, Star, Intraokular-Linse, Linse, Behandlung, Operation, Grauem, Sprechstunde http://www.augenzentrum-ahaus.de EyeSTAR LASIK Institute Official Website - LASIK - Eye Laser Surgery in Istanbul, Turkey - EyeSTAR EyeSTAR LASIK Institute specializes in eye laser surgery and is a pioneer of health tourism in eye laser surgery in Istanbul Turkey. lasik, eyestar, lasek, eye laser surgery, istanbul, turkey http://www.eyestar.us Beautyclinic24 - Zahnmedizin Beautyklinik Chirurgie Augenlaser Aesthetische Beautyclinic Lasik Verzeichnis Schoenheit Lasek Beautyclinic24 - Zahnmedizin Beautyklinik Chirurgie Augenlaser Aesthetische Beautyclinic Lasik Verzeichnis Schoenheit Lasek Links Beauty-Klinik PRK Brustvergroesserung, Brustverkleinerung. zahnmedizin, beautyklinik, chirurgie, augenlaser, aesthetische, beautyclinic, lasik, beautyclinic24, verzeichnis, schoenheit, lasek, links, beauty-klinik, prk, brustvergroesserung, ... http://www.beautyclinic24.at Lasik Kosten günstig bei Augenarzt - Augen lasern in Köln Femto-Lasik mit Zeiss Visumax für 1350 EUR von erfahrenem Lasik Augenarzt, Kosten günstig Augen lasern in Köln Lasik, Kosten, Augenarzt, Femto-Lasik, Augenlaser, Köln, Zeiss, Visumax http://www.claravision.de LASIK in Darmstadt - Augen Laser Center Dr. Brodehl Augen Laser Center Dr. Brodehl -Seit 1990- längste Erfahrung in Hessen und Rhein-Main laser, augenklinik, lasik op, augen op, augenklinik, augenlaserbehandlung, augenoperation, augenlaser, augenlasern, laserbehandlung, lasik darmstadt, lasik frankfurt, lasik rhein-main, ... http://www.freies-sehen.de Kurzsichtig, weitsichtig, Hornhautverkrümmung? Optionen der Sehfehlerkorrektur von Brille, Kontaktlinsen bis zur Lasik Operation Sehfehlerkorrektur bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung - Korrektur durch Brillengläser, Kontaktlinsen oder Operative Sehfehlerkorrektur (refraktive Chirurgie) wie die LASIK Operation Sehfehlerkorrektur, operativ, Kurzsichtigkeit, Kurzsichtig, Weitsichtigkeit, Weitsichtig, Astigmatismus, Hornhautverkrümmung, lasik, alz, alz augenklinik, münchen, augenlaserzentrum, ... http://www.lasikzentrum.de Lasik Augsburg / Scharf sehen ohne Brille - Jetzt Augenlasern Lasik in Augsburg bei Ihrem Augenarzt - Scharfes sehen ohne Brille - Informieren Sie sich jetzt über die neuen Methoden der Augenlaserbehandlung. Scherer, Augsburg, Lasik, scharf sehen, ohne Brille, Augenarzt, Augenlaser, Operation, Dr., Christian, Renata http://www.augsburg-lasik.de Lasik OP lässt die Augen wieder sehen Welche Möglichkeiten bietet Lasik? http://www.augenoperation-augenlaser.de Lasik Nord - LaserZentrum Schleswig-Holstein - Nord-Deutschland - Rendsburg - LASIK - Laserbehandlungen Laserzentrum, Laserbehandlungen LASIK in Rendsburg, Schleswig-Holstein, Norddeutschland Lasik, Nord, Augenlaser, Rendsburg, Schleswig-Holstein, Norddeutschland, Lasek, Epilasik, Augendiagnose, Augenheilkunde, Augenarzt, augenklinik, augenoperation, Augen, amublant, Augenchirurgie, ... http://www.lasik-nord.info/ Lasik und Augen - Lexikon... Begriffe rund ums Auge leicht erklärt Leicht zu verstehendes Augen-Lexikon. Begriffe rund ums Thema Auge Auge, Bindehaut, Lasik, http://www.augen-lexikon.de ueber-lasik.de - Lasik - Hier finden Sie Augenarzt-Praxen und -Kliniken, die Lasik Operationen durchführen. - Lasik, laser in situ keratomileusis, Augenlasern, Augenoperation, keine Brille, Lasern, Augen, Augenarzt, Augenärzte, Laserbehandlung, Kontaktlinsen, Linsen, Operation, Augen-OP, Laser-OP http://www.ueber-lasik.de Augenzentrum Augenklinik Kurzsichtigkeit Intraokular-Linse Behandlung Operation Grauem-Star Lasik Augenzentrum, Augenklinik, Kurzsichtigkeit, Grauer, Star, Intraokular-Linse, Linse, Behandlung, Operation, Grauem, Lasik http://www.augencentrum-essen.de AugenarztService Praxis-Neugründung Augenarzt Praxisübernahme AugenarztPraxisabgabe ophthalmologische Geräte Augenarzt ambulante OP-Pla... Praxis-Neugründung, Augenarzt ,ophthalmologische Geräte ,ambulante OP-Planung OP-Zentrum,Immobilien ,Praxisübernahme ,Arztpraxis, Arzt, Gründung, Finanzierung, Planung, Software, Einrichtung, Praxiseinrichtung, Ausstattung, Augenarzt, Praxis, Architektur, Gruendung, Praxisgruendung, Elektroplan, Laserzentrum, Praxisvermittlung, Arztsoftware,Augenarzt ambulante OP-Planung ,Augen OP-Zentrum Augenarzt Praxis-Neugründung, ophthalmologische Geräte, ambulante OP-Planung OP-Zentrum, Immobilien, Praxisübernahme, Arztpraxis, Arzt, Gründung, Finanzierung, Planung, Software, ... http://www.augenarztservice.de LASIK Augenlaser Halle: Augenzentrum "Frohe Zukunft" Halle (Saale) LASIK Augenlaser Halle: Augenarzt Dr. Hammer und Kollegen bieten im Augenzentrum Halle u.a. LASIK und Femto-LASIK Augenlaser-Behandlungen an. Augenarzt halle, Augenärzte halle, augenzentrum halle http://www.augenzentrum-halle.de Augenlaser und Lasik Informationen Augenlaser-Vergleich - Das unabhängige Informationsportal über Augenkorrekturen, LASIK und Augenlaser-Behandlungen augenlaser, augenkorrektur, kurzsichtigkeit, weitsichtigkeit, lasik, lasek, augenlaserklinik http://www.augenlaser-vergleich.com Augenoperation lasik laserbehandlung augenlaser operation Augenoperation Fehlsichtigkeit Lasik Auge operieren - Jährlich werden in Deutschland mehr als 400.000 Menschen auf Grund des grauen Star operiert. Derzeit ist die Operation die einzige Möglichkeit, der Krankheit entgegen zu wirken. Augenoperation, Fehlsichtigkeit, Lasik, Auge operieren http://www.augenoperation24.de Lasik in Antalya - Wavefront - Lasik für Sehen ohne Brille: Talyagöz Augenklinik Ein Leben ohne Brille kann auch für Sie Wirklichkeit werden. Durch die Wavefrontlasik. Innerhalb von wenigen Minuten, in einer der renommiertesten Augenkliniken Europas. Lasik, Augenklinik, Antalya, Türkei, Wavefrontlasik, Brille, ohne brille, Augenheilkunde, Auge, augen, http://lasikinantalya.de Lasik und Augen Lasern in Augenklinik - VISUDOC Augenlaserzentrum lasik, augen lasern, visudoc, augenlasern, augenlaserzentrum, augenlaserzentren, augenklinik, münchen, hamburg, berlin, köln, düsseldorf, bocholt, detmold, moers, erfurt, schramberg, ... http://www.augenlaserzentren.de "Lasik im Referenzzentrum für Lasik in der Centro Klinik - Oberhausen / Ruhrgebiet - Nähe Essen, Düsseldorf, Mülheim, Duisbur... Referenzzentrum Lasik, Laserbehandlungen, Katarakt und Netzhautchirurgie mit umfangreicher Diagnostik. Lasik Behandlung der Kurzsichtigkeit mit modernster Lasertechnologie. Lasik, Lasik - Zentrum, Laser, Oberhausen, Laser, Centro, Brille, Fehlsichtigkeit, Myopie, Hyperopie, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Hornhautverkrümmung, Stabsichtigkeit, PRK, ... http://www.centroklinik.info/ Augen Laser Zentrum (ALZ): Augenärzte I Augsburg I LASIK I scharf sehen OHNE Brille I Eignungstest I Infoabend I Dr. med. Lorenz I Dr. med. Scher... Augen Laser Zentrum (ALZ): das Augsburger Original, das sich seit seiner Gründung um Sie & das Wohlbefinden Ihrer Augen vor Ort kümmert. Scharf sehen OHNE Brille dank LASIK! Wann sehen wir uns? Lasik, Laser, Augen, Augenarzt, Augenärzte, Augenlaser, Augsburg, Original, Augen lasern, Augenlaser, Lasik, Augsburg, Laserzentrum, Augenarzt, Augenärzte, Excimer, Sehen, scharf sehen, ... http://www.augsburger-laserzentrum.de Augenklinik Landshut - LASIK Augenlaser - Augenärzte Landshut LASIK Augenlasern in Landshut: Die Augenärzte des Augen-MVZ Landshut führen in der Augenklinik sowohl LASIK Augenlasern als auch Linsenchirurgie durch. lasik landshut, augenlasern landshut, augenklinik landshut, lasik münchen http://www.lasik-landshut.de Willkommen : meinelasik.de - Ihre Augenlaser- und LASIK Ressourcemeinelasik.de – Ihre Augenlaser- und LASIK Ressource Herzlich Willkommen bei meinelasik.de. Hier bauen wir für Sie einen kurzen Abriss zum Thema Augenlasern und LASIK auf. Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Stabsichtigkeit (Astigmatismus) sind quer durch alle Gesellschaftsschichten weit verbreitet. Abhilfe bringen Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen, welche jedoch auch mit spezifischen Nachteilen verbunden sind. Sie werden oft als unbequem und eher Sicht… willkommen, -, meinelasik.de, -, ihre, augenlaser-, und, lasik, ressource http://meinelasik.de Augenklinik Ludwigshafen - LASIK Augenärzte Ludwigshafen LASIK Augenlaser Ludwigshafen: In unserer Augenklinik in Ludwigshafen, nahe Mannheim, führen unsere Augenärzte Femto-LASIK und LASIK Augenlasern durch. augenärzte, augenarzt, augenklinik, augenlaser ludwigshafen, augenlaser mannheim, augenlasern ludwigshafen, augenlasern mannheim http://www.augenlaser-pfalz.de Lasik Augenklinik München, Augenarzt München - Beste Bewertung bei Fokus 2010-2013: Home Augenlasercenter München Augenklinik Operation Augenlasern Augen Diagnostik Center Zentrum Lasercenter Laserbehandlung lasik femto Fehlsichtigkeit Augen Laser Augenchirurgie Behandlung Operation OCT HRT EMERA EM.ERA GDx NFA nerv fiber analyser keratokonus AMD, Auge, Augenarzt, Augenlaser, Augenlaserbehandlung, Augenlasern, Augenlaserop, Augenlaserzentrum, Augenop, Augenoperation, Behandlung, Femto, Infoabend, Neuhann, Muenchen, Makula, Lucentis, ... http://www.augenklinik-marienplatz.de augenlaser-istanbul.de : Augenlaser Lasik in Istanbul, Augenoperationen in der Türkei lasik auge laseraugen augenlaser istanbuloperation behandlung klinik laserbehandlung kosten lasik, auge, laser, augen, sinan göker, lasertravel, erstewahllasik, dunyagöz, augenlaser istanbul, operation, behandlung, klinik, laserbehandlung, kosten, lasikinistanbul, lasikistanbul, ... http://www.augenlaser-istanbul.de AugenLaserzentrum Halle: Augenlaser ( LASIK ) in Halle Kompetente LASIK -Behandlung im Umfeld wissenschaftlicher Forschung. Augenlaser in Halle durch Professor Duncker. Endlich Brille weg. brille weg, Augenlaser, Augenlasern, Augen Lasern, LASIK, Halle, Leipzig, Magdeburg, Augentis, augenlaser magdeburg, Dessau, Femto, Fehlsichtigkeit, ohne Brille, Linsen, Premium, Lasik, ... http://www.augenlaser-halle.de All about Lasik - lasik-info Lasik Center Eye Laser Clinic Lohr, TUV certified Lasik Center - More than 90 000 successful eye surgery with Lasik and alternative methods such as PRK, ICL, RLE - Latest technology and methods of refractive eye surgery, eye surgery from nearsightedness, farsightedness by Lasik eye surgery to Correction of refractive error by aberrometer, excimer laser, femtosecond laser Lasik, IntraLase Lasik, Lasik TÜV, special clinic for Lasik, eye laser, eye lasers, Femtolaser, Femto Lasik, laser surgery, eye surgery, laser correction, laser treatment, glasses off, ... http://lasik-info.com Augenarzt Dr. med. Brief Dortmund, Augenlasern, Augenlaserbehandlung, Wellenfront - Lasik Augenlasern bzw. Augenlaserbehandlung in Dortmund ~ Wellenfront ~ Lasik ~ PRK / Lasek ~ Augenarzt Dr. med. Brief augenlasern, augenlaserbehandlung, lasik, wellenfront-lasik, Dr. med. Gerrett Brief, Augenarztpraxis, Facharzt für Augenheilkunde, Dortmund, Augenarzt, Refraktive Chirurgie, ... http://www.augenlaserbehandlung-dortmund.de Lasik Augenklinik und Lasikzentrum am Gendarmenmarkt Das Lasik Verfahren - moderne, schmerzfreie Laserchirurgie zur Korrektur von Fehlsichtigkeit. Anschließend benötigen Sie keine Brille oder Kontaktlinsen mehr. klinik am gendarmenmarkt, berlin, chirurgie, lasik, lasek, laserzentrum, lasikzentrum, auge, laser, lasern, augenlaser, augenlasern, grauer star, katarakt, grüner star, glaukom, augenoperation, ... http://www.augenberlin.de Laserchirurgie, Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Mikrochirurgie, Presyopie, Lasek, Augen Chirurgie, Alterssichtigkeit, Lasik Laserchirurgie, Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Mikrochirurgie, Presyopie, Lasek, Lasik, Augen Chirurgie, Alterssichtigkeit, Refraktive Chirurgie, Grauer Star, Botox Therapie http://www.prime-vision-centers.com LASIK Augenlasern in Edenkoben nahe Mannheim - Augenarzt Dr. Kapper In unserer Augenarzt-Praxis in Edenkoben nahe Mannheim bieten wir ihnen u.a. LASIK Augenlasern und modernste Augenheilkunde. augenlaserbehandlung, lasik behandlung, lasik augenlaser, lasik augenoperation, femto lasik behandlung http://www.augenarzt-edenkoben.de/ Lasik - Augenlasern - Operation in Augenklinik - Femto-Lasik - jetzt sparen Augenlasern, Lasik, Operation, Lasikoperation, Augen, Lasern, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Augenarzt, Augenoptiker, Optiker, Linsen, Augenoperation, Kontaktlinsen, Brille, Augenärzte, ... http://www.augenlasern-lasik.com Augenklinik nahe Münster Augen Grauer Star Laser und Augenlaser Katarakt Augenklinik und nahe Münster Klinik Ahaus Wie wird Augen Grauer Star behandelt? Die Operation Laser und Augenlaser und wann operieren? Die Intraokular Linse und Linsenimplantation als Laser und Augenlaser Behandlungsmethode gegen Katarakt Augenklinik, nahe Münster, Augen Grauer Star, Grauer, Star, Intraokular-Linse, Linse, Behandlung, Operation, Grauem, Katarakt http://www.augenklinik-muensterland.de
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Busch, Friedrich - Das Geheimniß der Liebe.[Die Glaubensstimme] Busch, Friedrich - Das Geheimniß der Liebe. Homilie am 13. Sonntag nach Trinitatis über Luc. 10, 23 - 3 7. in der St. Johanniskirche in Dorpat gehalten Dr. Friedrich Busch, ordentlichem Professor der Theologie an der Kaiserl. Russischen Universität zu Dorpat in Liefland. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns Allen! Amen. - Vernimm, andächtige Gemeine, das Evangelium des heutigen Sonntags - welcher der dreizehnte nach dem Feste der heiligen Dreieinigkeit ist - das sich aufgezeichnet findet beim heiligen Evangelisten Lucas, daselbst im 10ten Kapitel, vom 23sten bis zum 37sten Verse, wo es also lautet: „Und Er wandte Sich zu Seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte Ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet, thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam an die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Oel und Wein; und hob ihn auf sein Thier, Und führete ihn in die Herberge, und pflegete sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so Du was mehr wirst darthun, will ich Dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen Dem, der unter die Mörder gefallen war. Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen.“ Unter den mannichfach wechselnden Scenen auf dem Schauplatze der Heiligen Schrift sind gewiß diejenigen die anziehendsten, darin wir unsern hochgelobten Herrn selbst, in gnadenvoller Herablassung, persönlich mit Denen verkehren sehen, die zu suchen und selig zu machen Er gekommen war. Auch wir, meine geliebten Brüder und Schwestern, gehören ja zu ihnen; nicht nur weil wir auch Menschen, sondern weil wir auch Sünder sind, die - wie sie - doch gerne loskommen möchten von ihrer Sünde und wieder hergestellt werden in das verlorene Ebenbild der göttlichen Heiligkeit und Gerechtigkeit, das in Christo wesentlich auf Erden erschienen war. Es ist also nicht so sehr die Theilnahme, die wir jenen unsern, nun schon längst zu ihrer Ruhe eingegangenen Brüdern, vor zweitausend Jahren widmen, wenn wir aufmerksamer hinhören, so oft in der Schrift von den, über Alles kostbaren und beneidenswerthen, Augenblicken erzählt wird, da sie gewürdiget waren, dem einigen Sohne Gottes in das ernste, aber auch milde und segnende Heilandsauge zu blicken, Der - wie unser altes kirchliches Glaubensbekenntnis sich schriftgemäß ausdrückt - vom Vater geboren vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott und mit dem Vater in einerlei Wesen ist, durch Welchen Alles geschaffen ist! Nein, es ist auch - und noch viel mehr - Theilnahme, die wir uns selbst erweisen, wenn wir aufmerksamer hinhorchen, sooft der Herr Jesus in der Schrift mit den armen Menschenkindern redet und handelt, da wir ja auch Geschöpfe Seiner allmächtigen Hand sind, um deret- und um deren Seligkeit willen Er - laut der Schrift und unseres Glaubensbekenntnisses - vom Himmel kommen ist und leibhaftig worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden. Und in dieser Welt treten wir denn auch heute, voll Ehrfurcht, an das eben verlesene Sonntagsevangelium heran, in dem unser Herr und Heiland also auch mit uns redet und handelt, das auch unsre Geschichte enthält, auch für uns geschrieben ist zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, auf daß wir Menschen Gottes seien vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. Du aber, Geist der Wahrheit, heilige uns in Deiner Wahrheit: Dein Wort ist die Wahrheit! Amen. Auch auf dem heiligen Schauplatze des heutigen Sonntagsevangeliums treffen wir den Herrn und Heiland in Seiner gewöhnlichen Umgebung: Ihm zur Seite die Jünger, Ihm gegenüber einen Schriftgelehrten. Der Herr hat sich eben - wie uns kurz zuvor noch in dem nemlichen Kapitel erzählt wird - im Gegensatze zu der sinnlichen Freude Seiner Jünger blos an der äußeren Herrlichkeit ihres Berufes, (wie es dort heißt) im Geiste gefreut an der verborgenen Schönheit Seines, schon von den Frommen der Vorzeit mit so heißer Sehnsucht erwarteten, himmlischen Werkes auf Erden: daß nemlich die allein wahre Weisheit Seines Evangeliums nicht den Weisen und Klugen dieser Welt, sondern den Unmündigen, durch kindliche Gesinnung dafür Empfänglichen, offenbart worden; Er hatte dieser Seiner stillen, heiligen Freude über Seine, in dem kleinen Kreise der Seinen nun seit Kurzem unvermerkt aufblühende, neue geistliche Schöpfung, eben Worte gegeben in dem sehr erhabenen Ausrufe an die Jünger, mit welchem unser Evangelium anhebt: „Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret.“ Da trat - vielleicht eben durch diese Worte des Heilandes aufmerksam gemacht - jener Schriftgelehrte näher herzu, versuchte Ihn und sprach: „Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe?“ Aber dieser Pharisäer ist einmal ein besserer, als die gewöhnlichen Menschen seines Schlages. Er war schon Zeuge einer Zurechtweisung gewesen, die der Herr bei einer andern Gelegenheit (Marc. 12, 18 - 28.) einigen, Ihn versuchenden, Sadducäern über die Beschaffenheit des ewigen Lebens gegeben, das sie läugneten, und hier mogte er die ersten Eindrücke der seligmachenden Wahrheit empfangen haben; ja, der Herr giebt ihm an einem andern Orte sogar das Zeugniß, daß er nicht mehr ferne sei von dem Reiche Gottes (Marc. 12, 34). Wir haben also den Ausdruck des Evangelisten: dieser Schriftgelehrte habe den Herrn versucht, hier nicht in der schlimmsten Bedeutung der bösen Absicht zu nehmen, um so weniger, da er ja schon bei jener siegreich abgewandten Sadducäischen Versuchung über den nemlichen Gegenstand zugegen gewesen war. Der ganze Zusammenhang überzeugt uns leicht, daß es ihm nicht, wie seinen Genossen, darum zu thun ist, Jesu durch häckelige Fragen nur eine Schlinge zu legen und Ihn durch spitzige Worte auf die Probe zu stellen und in die Enge zu treiben; er will wirklich - wenn auch auf verkehrtem Wege - seine Seligkeit schaffen, um das ewige Leben zu ererben, es ist ihm ein rechter Ernst darum. Das beweiset uns auch die Bemerkung des Evangelisten im 29sten Verse: Er wollte sich aber „selbst“ rechtfertigen; das heißt mit andern Worten, im Grundtext verständlicher ausgedrückt: Er wollte sich selbst gerecht machen, um sich nemlich dadurch das ewige Leben zu erwerben. Bei Gliedern der christlichen Kirche - die auf das Gegentheil der eigenen Gerechtigkeit, auf die theure Gerechtigkeit des heiligen, allein verdienstlichen Lebens, Leidens und Sterbens Jesu Christi, des Stifters dieser Kirche, getauft sind - bei Christen bedarf es keiner weiteren Ausführung, sondern es muß vorausgesetzt werden, daß sie wissen, wie es der schwerste und schädlichste Irrthum ist, in den ein Mensch nur verfallen kann: wenn er sich selbst gerecht machen will, durch vermeintliche Tugendwerke eigener Wahl und Uebung, vor dem allgerechten und allheiligen Gott, vor welchem Niemand gerecht ist, Dessen Flammenauge (wie die Schrift bezeugt) selbst in Seinen himmlischen Boten noch Thorheit findet (Hiob 4, 18.). Dennoch kann auch dieser seelenschädliche Irrthum von einem Ernste der Gesinnung und einer Redlichkeit des Trachtens nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit begleitet sein, der ihn ehrwürdig macht. Zumal wenn wir ihn mit der herrschenden Lauheit und Gleichgültigkeit Solcher vergleichen, die bei ihren Lebzeiten über der Besorgung des nichtigen Leibes und seiner kleinen Geschäfte, so sehr der Sorge für ihre Seele vergessen, deren vergängliche Herberge der Leib doch nur ist, daß man sich wohl darüber wundern darf, wie sie sich dennoch der Unsterblichkeit ihrer Seele getrösten mögen! Denn die Unsterblichkeit der Seele ist doch auf jeden Fall ein Zustand, in welchem diese Sclavin des Leibes, diese vergessene und verwahrloste, und daher auf ihre wahre ewige Bestimmung auch völlig unvorbereitete, arme Magd, nun mit Einem Male, durch die Gewalt des Todes ihrer schmählichen Fesseln, die sie hier nie hätte tragen dürfen, entledigt, sich selbständig in ihr durchaus fremden, ja in der verlorenen Vorbereitungszeit hienieden ihr verleideten, geistlichen Umgebungen der übersinnlichen Welt bewegen soll. Wo die arme Sclavin nun als reiche Königinn herrschen soll, ach! ohne Scepter und Krone, die nur der Glaube darreicht, den sie hier nicht empfing; ach! ohne die Schätze des Glaubens, die sie hier in der Erndtezeit sich nicht sammelte. Gewiß ist also unter allen denkbaren dieser der furchtbarste, ja ein seelenmörderischer Irrthum, der nur Wahrheit haben könnte, wenn wir nur zu sterben brauchten um selig zu werden, was doch naturnothwendig unmöglich ist. Dagegen wohnt in dem Leibe des Schriftgelehrten unseres Textes - ach vielleicht zur tiefen Beschämung für Viele, die sich Christen nennen und durch das einst empfangene Sacrament der heiligen Taufe auch ein Recht, aber ein wie schwer verantwortliches Recht! darauf haben - in unserm Pharisäer wohnt eine Seele, der es wirklich Ernst mit ihrer Seligkeit ist; die diesen Leib des Todes nicht über sich herrschen lassen will; die im redlichen Kampfe mit ihm liegt um die Herrschaft; der das Wort vom ewigen Leben kein leerer Schall ist; die, wohl bewandert im Gesetze des Herrn, der Heiligen Schrift des Alten Bundes, Ihm daraus Rede zu stehen weiß auf Seine Frage: „Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest Du?“ - Denn statt grade zu auf die an Ihn gerichtete Frage des Pharisäers zu antworten: „was er thun müsse, um sich das ewige Leben zu erwerben?“ gefiel es der höchsten Lehrweisheit Jesu, nur durch eine neue Frage antwortend, den Fragenden zur eigenen Lösung des Problems hinzuleiten. Theils mogte Er es ihm dadurch milde verweisen wollen, daß er, ein Schriftgelehrter, noch Auskunft begehre über eine längst in der Schrift offenbarte, also schon völlig ausgemachte und festgestellte Wahrheit; theils wollte Er wohl auch alle Spitzfindigkeiten der Pharisäischen Schulweisheit durch die Hinweisung auf das einfache, klare Schriftwort von vorne herein abschneiden; theils endlich die Aufmerksamkeit seines Schülers auf den hochwichtigen Gegenstand, um den es sich handelte, schärfen. Genug, der befragte Fragende trifft in seiner raschen Antwort alsbald ohne Mühe das Rechte: das Hauptstück im Gesetz und in der ganzen Schrift, das ewig alte und ewig neue Gebot, das Grundgesetz, darin das Gesetz und die Propheten hangen. Er antwortet und spricht: „Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, Und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst.“ - Und der Herr spricht zu ihm: „Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben.“ Dies ist nun also die Antwort, die der unverbrüchliche Mund der ewigen Wahrheit, der ewig nicht lügen kann, dem heilsbedürftigen, Friede mit sich und Gott suchenden Pharisäer auf seine Frage giebt: was er thun müsse, daß er das ewige Leben ererbe?! und er wird wohl Recht behalten müssen, geliebte Zuhörer, auch in diesem Falle, der heiligste Mund, der jenes Gebot schon durch seinen Knecht Mosen dem erwählten Volke gegeben. Sonst wahrlich, wenn nicht dieser Mund es gesprochen hätte, gegen den es nun keine Ausrede weiter giebt, sondern Alles, was Er geredet, ist Ja und Amen, auch nicht mit Ausnahme nur eines einzigen Wortes: wir könnten beinahe versucht werden, doch noch eine Ausrede zu suchen gegen dieses - ach für uns so schwere! - Gottes - Wort und - Gebot der ganzen Liebe Gottes und des Nächsten, aus Seele, Gemüth und Kräften, durch dessen Thun wir leben sollen! Denn, gesetzt der Herr fragte uns einmal, wie dort im Evangelio (Joh. 21,15ff.) dem Simon Johanna: ,Hast du Mich lieb?„ wer doch unter uns Allen, so viele Hunderte wir hier jetzt in diesem Heiligthume vor Seinem Angesichte versammelt sind, wer von uns würde wohl das Herz haben, darauf mit den Worten jenes Gebotes zu antworten: „Ja Herr, ich liebe Dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüth!“ Wer von uns würde die Frage nach der andern Hälfte dieses Liebesgesetzes mit Ja zu beantworten wagen: Liebst du auch deinen Nächsten als dich selbst? Und dennoch sollen wir leben, so wir das thun; die Hoffnung des ewigen Lebens hängt also für uns an der Erfüllung dieses Gebotes! wenn wir es also nicht erfüllen, müssen wir den ewigen Tod sterben! - Was wollen wir denn nun dazu sagen?? - - Ach, nehmen wir doch nur die Vergleichung mit den stärksten Graden der natürlichen Liebe zu Hülfe, deren unser kaltes und todtes Herz fähig ist, um es uns daran deutlich zu machen, was es auf sich habe mit der Gottes - und Nächstenliebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen Kräften: die Braut - und die Elternliebe! Giebt es auch wohl einen Bräutigam hier unter uns, der seinen Gott liebt, wie er seine Braut liebt? eine Braut, die mit der ganzen Kränklichen Liebe ihres Herzens so fest an ihrem Gott und Herrn hängt, wie sie an dem Geliebten ihrer Seele hängt, ohne den sie nun nicht mehr sein mögte auf Erden? Giebt es eine Mutter unter uns, die so gewiß ihres Herrn nimmer vergäße und vergessen hätte, als sie ihres Kindleins nicht vergessen kann? Ach, und haben uns denn wohl Bräute und Kinder geliebt, wie uns Gott in Christo geliebt hat?? da Er Seinen eingebornen Sohn für uns dahin gab, auf daß wir nicht verloren würden, sondern das ewige Leben hätten in seinem Namen. Frau und Kind wurden von uns zuerst geliebt, ihre Liebe ist nur Gegenliebe, nur ein Widerschein der unsrigen; wer von uns aber hat Gott zuerst geliebt, Der uns liebte auch da wir noch Seine Feinde waren? Und wenn Ihr Weib und Kind nur darum so heiß liebt, weil Ihr Euch selbst in ihnen liebt, liebt Ihr denn auch wohl Euren Nächsten als Euch selbst? Ach, sollte wohl auch nur ein Einziger hier sein in Deinem Schooße, theure Gemeine, der diese Frage anders beantworten mögte, als durch das beredteste Nein: das Nein des beschämten Verstummens mit niedergeschlagenem Auge und Erröthen der Wange? Wie aber, wollte denn der Herr vielleicht - weil es ein selbstgerechter Pharisäer war, mit dem Er es zu thun hatte - ihn nur verspotten mit Seiner Antwort? - O nein, das wollte Er gewiß nicht! Dazu meinte es Ihm dieser Pharisäer zu ehrlich; und Er will ja, daß der Sünder sich bekehre und lebe, Er will ihn ja nicht aufhalten, nicht necken und quälen. Nein, diesen redlichen Pharisäer wollte er auf das Nachdrücklichste von dem Thörichten, weil Unmöglichen, seines Beginnens überzeugen, sich selbst gerecht vor Gott machen zu wollen zur Erwerbung des ewigen Lebens durch selbstbeliebige Gesetzerfüllung aus eigener Kraft. Darum ließ er ihn sich selbst, in der eigenen Antwort auf die eigene Frage aus dem wohlbekannten Gesetze, zu der Er ihn veranlaßte, jenes ernste Schriftwort zu seiner Beschämung vorhalten, das er zwar kannte und an das er auch glaubte, das er aber nach seiner tieferen Bedeutung noch gar nicht verstanden und dem er deshalb auch nur noch einen äußerlichen und äußerst beschränkten Gehorsam erwiesen hatte. - Nun aber sehen wir ihn auch mit einem Male, durch die, eben so weise als liebreiche, Behandlung des Heilandes, sehr mächtig gefördert. Er fühlt sich nun schon selbst nicht mehr befriedigt durch seine bisherige Erfüllung des Gebotes der Nächstenliebe nach den Satzungen der Väter. Weil es ihm wirklich um seine Rechtfertigung bei Gott ernstlich zu thun ist, so will er nunmehr auch die Nächstenliebe gern auf die rechte, Gott wohlgefällige Weise üben, so daß er wirklich, wie er meint, dadurch vor Gott gerecht werden kann. Darum thut er dem Herrn jetzt die, allerdings befremdende, Frage: Wer ist denn mein Nächster? - Das bisherige Maaß und Ziel seiner Nächstenliebe ist ihm nun ganz unsicher geworden, und wir sehen es schon der Frage an, daß es auch nur ein sehr enges und geringes gewesen, - daß er bisher nur seine Ordensgenossen, als diejenigen betrachtet hatte, an denen er das Gebot der Nächstenliebe zu erfüllen habe. Und wäre er auch noch in diesem engen Kreise befangen geblieben, wie stutzig hätte ihn doch auch da schon die ernste Aufforderung des Herrn machen müssen: „Thue das, so wirst du leben!“ Denn durfte er, bei seiner ernsten Gesinnung, sich wohl einen solchen Grad der Nächstenliebe auch nur gegen seine Pharisäischen Brüder zuschreiben, daß er sich dabei hätte beruhigen mögen, sein ewiges Heil daran geknüpft zu sehen?! Aber, was thut nun der Herr? - Nachdem Er Seinen Zögling durch Eine Frage und Eine Antwort schon so weit gebracht, fördert Er ihn jetzt durch eine Geschichte, die Er ihm statt der Antwort auf seine zweite Frage erzählt, noch weiter, o noch unendlich viel weiter! Die Antwort auf jene Frage verstand sich so sehr von selbst, daß sie in gewöhnlicher Redeweise keinen Eindruck gemacht haben würde; und dennoch lag sie dem Fragenden so ferne. Sie mußte daher neu und überraschend sein, es mußte ihr die anschaulichste, die überzeugendste und eindringlichste Form gegeben werden. Daher öffnet der Herr nun den heiligen Mund zu einem jener unvergleichlichen Gleichnisse, darin Er durch wenig tiefsinnige Worte, in Bildern von irdischen Verhältnissen, die Geheimnisse des himmlischen Reiches geheimnißvoll zu entsiegeln pflegte; und die, schon durch die bisherige Wendung des Gespräches bewirkte, Beschämung des Schriftgelehrten, die wir aus seiner letzten Frage deutlich erkannten, geht nun über in sanfte Rührung des von der Gnade berührten, sonst so liebeleeren, sich, unter dem allmächtigen Einflusse der herzverändernden, herzverneuenden Jesusgnade, nun zur christlichen Bruderliebe erweichenden und erweiternden Herzens! - Diese - schon an und für sich so rührende, in allen ihren Theilen so wahrscheinliche und eben dadurch vornemlich so mächtig ergreifende - Geschichte von dem barmherzigen Samariter, unter diesen Umständen erzählt, welchen Eindruck mußte sie doch auf das, der Wahrheit schon so geneigte, Herz des lernbegierigen, aufrichtigen Schriftgelehrten machen, den wir um seine Aufrichtigkeit wol alle beneiden mögen! In und um Jericho, nur 6 Stunden von Jerusalem, wohnten besonders viele Priester und Leviten, und so fanden sich denn auch auf der großen Straße von dort nach der heiligen Hauptstadt fast beständig solche Priester, die, so oft die Reibe des Dienstes im Tempel an sie kam hin und wieder reisten. Auch unser Schriftgelehrter mogte sich häufig unter ihnen befunden haben. Nun waren es aber grade diese seine Standes - und Berufsgenossen, ein Priester und ein Levit, die auf der ihm so wohlbekannten Straße, auf ihrem Berufswege, der sie ja vor allen Dingen mit Gesinnungen der Liebe und des Erbarmens hätte erfüllen müssen, dennoch taub gegen das Hülfsgeschrei eines elenden Opfers blutiger Raubgier, hartherzig vorübergezogen waren, blos, weil sie die kalte Berechnung machten, daß der hülflose Unglückliche nicht ihr Nächster sei; während sie, als Gesetzesgelehrte, das Gesetz der Liebe doch vor allen recht zu üben hätten wissen sollen. Ja, nach dem Grundtexte, bog der unbarmherzige Priester sogar absichtlich auf dem Wege ans, auf die andere Seite hinüber, nur um sich nicht rühren, und aufhalten zu lassen. Und der Levit machte es sogar noch ärger: er trat aus Neugier näher hinzu, betrachtete den Unglücklichen, wie er in seinem Blute vor ihm dalag, und ging dann doch, der Unmenschliche! ohne zu helfen weiter. So handelte diese fluchwürdige Priesterschaft (um so fluchwürdiger im Vergleich mit ihrem heiligem Amte, dem Amte der Liebe und des Erbarmens) den Mördern des Verunglückten völlig gleich, durch Nichtthun verschuldend, was jene durch Thun! Aber zuletzt zieht auch noch ein armer Reisender aus Samaria jene, durch ihr gefährliches Raubgesindel so berüchtigte Straße; ein Bürger des Landes, dessen Bewohner den Juden für nicht viel besser als Heiden galten. Dieser tiefverachtete Samariter leistet dem halb todtgeschlagenen, blutenden Manne nun, mit eigener Lebensgefahr, brüderliche Hülfe auf der unsichern Landstraße; ja er thut weit mehr an ihm, als auch die strengste Auffassung des Mosaischen Liebesgebotes, als eine blos äußerliche, wie sie den Schrift - und Gesetzesgelehrten eigen war, je von ihm hätte fordern dürfen. Hier, unterweges in der Wüste, wo an den, dem natürlichen Menschen sündlicher Weise so überaus süßen Lohn des Menschenlobes dafür nicht zu denken ist, in dem Drange einer eiligen Geschäftsreise, giebt er sich ihm ganz hin, verbindet seine Wunden mit Oel und Wein, den Heilmitteln des Morgenlandes, und ladet ihn auf seinen Esel, neben dem er nun selbst zu Fuß langsam einhergehen muß. In der Herberge angekommen aber sorgt er auch noch mit Aufopferung für seine Zukunft, ja er verspricht, nachdem er schon so viel Zeit in seinen Geschäften verloren, sogar noch wiederkommen und noch mehr thun zu wollen. War nun der Gemißhandelte ein Jude - wie es nicht ausdrücklich gesagt, aber nicht unwahrscheinlich ist - so mußte dem schriftgelehrten Juden das edle Liebeswerk des Samariters noch um so viel größer erscheinen. Denn der Haß zwischen beiden Völkern war so unglaublich groß, daß sie nicht mit einander aßen und tranken, wo sie sich trafen; ja, um nur nicht einer durch des andern Land reisen zu müssen, schlichen sie sich in der Regel, auf mühsamen Umwegen, an den Gränzen herum! Nach diesem Allen kann es uns nun unmöglich noch schwer fallen, das in der liebewarmen Gleichnißrede von dem barmherzigen Samariter offenbarte Geheimniß der Liebe zu entdecken, das auf ein kaltes und selbstgerechtes Pharisäerherz so mächtig wirkte, daß es der prüfenden Frage des Herrn: „Welcher dünket dich, der unter den Dreien der Nächste gewesen Dem, der unter die Mörder gefallen?“ (der Herr will sagen, der Liebende oder die Nichtliebenden?) alsbald mit den, eben so rührenden als gerührten, Worten entgegnete: „Der die Barmherzigkeit an ihm that.“ Wir sehen schon aus der treffenden Wahl dieses Ausdruckes, bis zu welchem Grade es der bewundernswürdigen Lehrweisheit des Herzenskündigers und Seiner geduldigen und schonenden Liebe gelungen war, den kühlen und eigengerechten Gesetzesmann von dem Gegenstande der Liebe hinweg, auf den er irrig bisher ausschließlich gesehen, nun ganz auf das Ueben der Liebe hinüberzuführen, worauf es ja allein ankommt. Nicht sagt er: „der Samariter, oder „der Letzte, der vorbeikam,“ oder wie sonst etwa; nein gradezu: „der die Barmherzigkeit an ihm that.“ Von Bewunderung gegen ihn durchdrungen, bezeichnet er ihn nun nur nach dem Charakter seiner rührenden, ihn - den bis dahin blos äußerlichen Gesetzesmenschen - so tief beschämenden That, die eine weit gewaltigere Ursache, als nur die von dem todten Buchstaben des Gesetzes blos äußerlich gebotene Liebe voraussetzen, die den höchsten Grad derselben: die, über alles Gesetz erhabene, reine und freie Liebe des warmen Herzens, die sich selbst Gesetz wie Bedürfniß ist, die Barmherzigkeit gegen den Feind geübt, die sich selbst vergessende Fein des liebe erkennen ließ, die segnende auch wenn ihr geflucht wird! Solche Liebe gegen den Nächsten, die rechte Nächstenliebe „als gegen uns selbst,“ setzt nun aber auch die rechte Liebe zu Gott voraus „von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von alten Kräften und von ganzem Gemüthe.“ Sie kann nur ein Ausfluß von jener sein. Denn die Liebe gegen den Nächsten, wenn sie nicht eine blos natürliche und creatürliche ist, die sündlich und gottvergessen in dem Geschöpfe nur das Geschöpf liebt; wenn sie christlich geheiligte Liebe ist, der allein dieser theure hohe Liebes - Name gebührt, die auch in dem Geschöpfe nur den Herrn liebt: solche Nächstenliebe ist eben gar keine andere, als Liebe Gottes. Und weil jener Schriftgelehrte, so gut ihm auch der Buchstabe des Gebotes dieser Liebe bekannt war, doch noch durchaus keine Erfahrung davon an seinem Herzen durch eigene Ausübung desselben gemacht hatte, deshalb versetzte ihn der Herr - wie ein Ausleger so schön sagt - durch Sein schönes Gleichniß, mitten in die lebendige Wirklichkeit und ließ ihn die liebende Liebe anschauen; senkte ihm endlich auch noch ein ernstes: „So gehe hin und thue desgleichen!“ tief in die erschütterte Seele. Aber dieser Ruf des Heilandes gilt nun auch uns, und wird sich Jedem unter uns um so tiefer in die Seele senken, je ernstlicher ein Jeder es mit seiner Seele nimmt und je redlicher er es mit ihr meint; je beunruhigender es daher in eben dem Grade auch für ihn sein müßte, einem so dringenden Rufe seines liebreichen Herrn zu seinem Besten, aus natürlichem Unvermögen, nicht nach Gebühr entsprechen zu können. Und dieses demütigende Verhältnis unsres natürlichen Vermögens, oder richtiger Unvermögens, zu dem göttlichen Gesetze darzuthun - das doch solche Liebesübung mit so großer Bestimmtheit fordert - das ist nun eben der Hauptzweck des herrlichen Evangeliums dieses Sonntags, das wir in dieser Predigt mit einander betrachtet haben, und zunächst des darin enthaltenen Gleichnisses von dem barmherzigen Samariter. Es will in dem, um sein Seelenheil ernstlich bekümmerten, aber noch seiner eigenen Kraft vertrauenden, sich selbst gerecht machen wollenden, redlichen Schriftgelehrten, den es uns vorführt, uns Alle zur tieferen und gründlicheren Erkenntniß des göttlichen Gesetzes, und durch dieselbe unsrer selbst, führen, damit wir uns überzeugen, daß wir durch das Gesetz und die Werke des Gesetzes nicht selig werden können, weil all unser Thun doch immer weit hinter der Heiligkeit und Vollkommenheit, die das Gesetz fordert, zurückbleibt, weil auch unsre besten Handlungen stets noch so mangelhaft und unrein sind, weil die Reihe derselben noch so häufig durch Sündenfälle, m Gedanken, Worten und Thaten, unterbrochen wird, daß - so lange der Maßstab der Schrift gilt, wonach des ganzen Gesetzes schuldig ist, wer auch nur an Einem Stücke desselben fehlet (Jac. 2, 10.) - an ein Gerechtwerden vor Gott durch die, auf diese Weise unmögliche Erfüllung des Gesetzes, also durch Werke gar nicht zu denken ist. Wenn nun aber dennoch dieses nemliche Evangelium zeigt, daß wir doch Werke der Liebe üben sollen, ja es auch können, ohne daß wir demungeachtet dadurch selig zu werden hoffen dürfen; wenn der Herr die Möglichkeit und Wirklichkeit dieser Liebesübung schon dadurch voraussetzt, daß Er sie in dem Gleichnisse schildert, sie also dem Menschen zutraut, da Er sie dem Samariter beilegt, und sie von dem Pharisäer verlangt - wie verhält es sich denn nun damit? - Wer sie aus dem Früheren noch nicht selbst gefunden haben sollte, dem giebt die Antwort auf diese Frage der Herr, in einem theuerwerthen Worte der Schrift, das Er selbst in den Tagen seines Fleisches gesprochen: „Wenn ihr nur glauben könntet,“ spricht Er; „alle Dinge sind möglich, dem, der da glaubet!“ (Marc. 9, 23.) Glauben wir, daß Er uns zuerst, ja bis zum Tode am Kreuz geliebt, und uns - als Bürge für die uns mangelnde eigene - dadurch eine vollgültige Gerechtigkeit erworben, welche durch die Aneignung im Glauben auch völlig die unsere wird und werden kann: so ist dieser Glaube nun durch die, von ihm nothwendig gewirkte, Rührung der herzlichen Dankbarkeit für eine so unglaublich große Liebe, auch stark genug, in uns eine Gegenliebe zu wirken, die aus freier, warmer Neigung leistet, was dem kalten Pflichtgebot des Gesetzes unmöglich war, und somit von dieser Seite nun auch das Gesetz erfüllt; die alle Liebe - auch die Nächsten - und Feindesliebe, - in sich schließt und sich immer da finden wird und finden muß, wo das Herz von der Liebe Gottes in Christo wahrhaft gerührt und durchdrungen ist; deren aber das von Natur todte, kalte und eigenliebische Herz des Menschen auch einzig nur auf diesem Wege theilhaft werden kann. Allein aus dieser Quelle war auch jene herrliche Liebesthat des „barmherzigen Samariters“ geflossen.— Und wenn nun auch unsere Rechtfertigung vor Gott freilich nimmer durch ,Werke erlangt wird, so sind dennoch die guten Werke, als eine natürliche Folge des wahren Glaubens, sehr nothwendige Zeichen, daß wirklich jener Glaube in uns vorhanden ist; während im Gegentheil, wo diese Werke nicht sind, mit Sicherheit geschlossen werden darf, daß auch der rechte Glaube nicht da ist. Als eigenes Verdienst aber können uns weder der Glaube, weil er ja ein reines Geschenk der Gnade Gottes durch Christum ist; noch die Werke von Gott angerechnet werden; weil sie ja nur eine Wirkung des, uns von Gott aus Gnaden geschenkten, Glaubens sind. Kurz, wir müssen uns Christo in die Arme werfen; - dazu drängt uns der evangelische Schriftart dieses Sonntags, den wir betrachtet haben, dazu drängt uns die ganze Schrift hin, unwiderstehlich! - Und diese Betrachtung sollte uns denn wol Alle auch zu barmherzigen Samaritern machen können, nicht blos gegen den Nächsten, sondern auch gegen uns selbst; nicht blos für die leiblichen Wunden unsrer selbst und des Nächsten - für die sich schon eher Mitleid und Rath findet - sondern auch, und noch viel mehr, für die Wunden unsrer Seele von den giftigen Bissen der Sünde. „Ueber die ganze Erde hin ausgestreckt liegt ein riesiger Kranker; aber vom Himmel stieg ein allmächtiger Arzt hernieder, zu heilen den riesigen Kranken!“ Wenn dieses schöne Bild Wahrheit hat - dessen sich ein heiliger Kirchenlehrer des christlichen Alterthums zur Erläuterung unseres Gleichnisses, bei der Erklärung desselben vor seiner Gemeine, so treffend bediente; - wenn der Kranke das an der Sünde darnieder liegende menschliche Geschlecht, der Arzt aber der Sünder-Freund und Heiland Christus ist, der himmlische Samariter - Oel und Wein gießend in die Wunden der blutenden Menschheit: - so ist es auch der größte Samariterdienst, den wir uns und dem Nächsten erzeigen können, wenn wir Christum predigen und uns predigen lassen, damit wir durch Seine Wunden heil werden, wie der Prophet verheißt, (Jes. 53, 5 ) und das Leben haben in Seinem Namen, der der wahrhaftige Gott und das ewige Leben ist, hochgelobet über Alles in Ewigkeit! - Dazu helfe Er uns Allen gnädiglich! Amen. 13 nach Trinitatis, Luk 10 autoren/b/busch/das_geheimniss_der_liebe.txt · Zuletzt geändert: von aj
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Inhalt: Ein verschlafenes Dorf in Frankreich im Jahre 1959. Hier glauben die Bewohner an "Tranquillite", an die Ruhe und Stille. Man ist ordentlich und gottesfürchtig,... [mehr] Bewertung des Films durch registrierte Mitglieder:Note: 6.87 • Stimmen: 650 • Platz: 2351 • Ihre Note: --Ihre Bewertung des Films • Punkteverteilung ansehen FilmsammlungMelden Sie sich bitte an, um "Meine Filmsammlung" nutzen zu können» Im Besitz von 1.076 Benutzern» Bei 17 Benutzern auf der Wunschliste
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Ist die Restaurierung eines „engen“ Krankheitsbegriffs erforderlich, um kriminalpolitische Gefahren abzuwenden? : Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft Jump to ContentJump to Main NavigationLog inRegisterHelpGermanEnglish SearchAdvanced SearchHelpMy Content (1)Recently viewed (1)Ist die Restaurierung ...My Searches (0)(0)Shopping CartCheck OutBooksTextbooksJournals/YearbooksDatabasesMulti-Volume WorksBook SeriesNew PublicationsUpcoming PublicationsOnline99,00 € / $149.00*Add to Shopping Cart* Prices subject to change. Shipping costs will be added if applicable.Publication Date: November 2009ISSN: 1612-703XDOI: 10.1515/zstw.1976.88.1.57See all formats and pricingOnlineIndividual Subscription Online only Euro [D] 99.00 RRP for USA, Canada, Mexico US$ 723.00 **Prices subject to change. Shipping costs will be added if applicable.Contact PersonsGet Citations AlertRssAdd NotePrintSave to bookshelfCite/ExportYour opinionEmailShareText size: AAZeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft4 Issues per yearGet eTOC Alert ›RssGet New Article Alerts ›RssTiteleiSonstigesDietrich Lang—Hinrichsen zum GedächtnisDie Neugestaltung der Vorschriften über die Schuldfähigkeit durch das Zweite Strafrechtsreformgesetz vom 4. Juli 1969Die Neugestaltung der Vorschriften über die Schuldfähigkeit durch das Zweite Strafrechtsreformgesetz vom 4. Juli 1969Psychiatrische Diagnosen und ihre Bedeutung für die Schuldfähigkeit im Sinne der §§ 20/21Ist die Restaurierung eines „engen“ Krankheitsbegriffs erforderlich, um kriminalpolitische Gefahren abzuwenden?Die Verminderung der Zurechnungsfähigkeit in ihrer Bedeutung für den BetroffenenDie Problematik der „besonderen persönlichen Merkmale“ im StrafrechtVerfahrensrecht und VerfahrenswirklichkeitTAGUNGSBERICHTLITERATURBERICHTAUSLANDSTEIL der Zeitschrift für die gesamte StrafrechtswissenschaftIssueJournal/YearbookVolumeIssuePageIssuesVolume 124 (2013)Issue 4 (Mar 2013) , pp. 881-1183 (PDF, 1 MB)Ist die Restaurierung eines „engen“ Krankheitsbegriffs erforderlich, um kriminalpolitische Gefahren abzuwenden?U. VenzlaffCitation Information: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft. Volume 88, Issue 1, Pages 57–65, ISSN (Online) 1612-703X, ISSN (Print) 0084-5310, DOI: 10.1515/zstw.1976.88.1.57, November 2009Publication History: Published Online: 2009-11-02Comments (0)Please log in or register to comment.Log inRegisterHave you read our house rules for communicating on De Gruyter Online? For LibrariansFor BooksellersFor AuthorsFor SocietiesFor the PressFor InstructorsFor StudentsAbout De GruyterThe Publishing HouseHuman ResourcesExhibitions / EventsDe Gruyter Open AccessWalter de Gruyter FoundationFind Services for YouRights & PermissionsAdvertising RatesImprints and Publisher PartnershipsVersitaBirkhäuserDe Gruyter MoutonDe Gruyter SaurHow Can We Help You?Contact Us / Company DetailsFAQGive FeedbackWhat’s NewSocial Media at De GruyterNews and UpdatesBlogsCopyright © 2011–2013 by Walter de Gruyter GmbHTerms and ConditionsPrivacy StatementDisclaimerHouse RulesPowered by PubFactory[54.234.42.16]54.234.42.16
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Betriebssportgemeinschaft Robotron. Walter Ulbricht: "Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche Telefon: 0361 / 3775-400 Fax: 0361 / 3775-401 Internet: http://www.thueringen.de/th4/thgsta/staatsanwaltschaften/sta_erfurt/index.aspx Erfurt (06/2017) in Thüringen eigentlich Steuern, wenn die Thüringische Staatsbürokratie nicht Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt: Bettina Keil-Rüther (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1961) - Leitende Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 08.03.2013, ..., 2017) - im Handbuch der Justiz 1998 ab 23.11.1993 als Staatsanwältin als Gruppenleiterin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 unter dem Namen Bettina Keil ab 01.04.1999 als Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft Jena aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2010 unter dem Namen Bettina Keil ab 01.04.2008 als Leitende Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Meiningen aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2012 unter dem Namen Bettina Keil-Rüther ab 01.04.2008 als Leitende Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Meiningen aufgeführt. ... zensiert Glückwunsch, möge die Liebe niemals enden. Im Handbuch der Justiz 2014 und 2016 ab 08.03.2013 als Leitende Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Staatsanwaltschaft Erfurt: Michael Lehmann (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1960) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 10.10.2013, ..., 2017) - im Handbuch der Justiz 2012 und 2014 ab 01.02.1997 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2016 ab 10.10.2013 als stellvertretender Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. 2013: kommissarischer Ständiger Vertreter des Leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Die Bürgerinnen und Bürger des Bundeslandes Thüringen beschäftigen bei der Staatsanwaltschaft Erfurt 142 Mitarbeiter/innen, davon Höherer Dienst (Staatsanwälte) 56 (AKA 52.67) Wirtschaftsreferenten 0 Amtsanwälte 2 Wirtschaftssachbearbeiter 1 Gehobener Dienst 6 Mittlerer- und Schreibdienst 76 Einfacher Dienst 1 Der Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Erfurt umfasst den Landgerichtsbezirk Erfurt. Jena - Thüringer Generalstaatsanwaltschaft Elvira Beißwenger (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1962) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 01.10.2008, ..., 2016) - im Handbuch der Justiz 2016 ab 01.10.2008 als Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Alexander Gröll (geb. zensiert - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 03.03.2003, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 13.12.1999 als Richter/Staatsanwalt auf Probe im OLG-Bezirk Jena aufgeführt. 2004: Abordnung an die Staatsanwaltschaft Mühlhausen? Hannes Grünseisen (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1968) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab , ..., 2017) - im Handbuch der Justiz 2010 ab 24.01.2000 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2016 ab 05.10.2011 als Staatsanwalt als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. 2010, ..., 2017: Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Silke Jacob (geb. zensiert Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 27.04.2006, ..., 2008) - im Handbuch der Justiz 2008 ab 01.01.2001 als Richterin/Staatsanwältin auf Probe im OLG-Bezirk Jena aufgeführt. Namensgleichheit mit: Roland Jacob (geb. 1963 in Marl/Westfalen - von Bernhard Kern (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1963) - Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 10.10.1995, ..., 2012) Ute Koch (Jg. 1953) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 28.05.1996, ..., 2002) Michael Lehmann (geb. zensiert 01.02.1997 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2016 ab 10.10.2013 als stellvertretender Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. 2013: kommissarischer Ständiger Vertreter des Leitenden Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Dorothee Ohlendorf (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1972) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 18.09.2006, ..., 2012) - Namensgleichheit mit: Björn Ohlendorf (geb. zensiert mit: Dorothee Garnreiter (Jg. 1972) - Richterin/Staatsanwältin auf Probe im OLG-Bezirk Jena (ab 01.04.2001, ..., 2002) Willi Proff (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1955) - Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 06.10.1994, ..., 2010) - Namensgleichheit mit: Heike-Luise Proff (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1964) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 11.10.1995, ..., 2010) Heike-Luise Proff (geb. zensiert 11.10.1995, ..., 2010) - Namensgleichheit mit: Willi Proff (geb. zensiert 06.10.1994, ..., 2010) Annette Schmitt-ter Hell (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1961) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 01.04.1998, ..., 2017) - im Handbuch der Justiz 2012 unter dem Namen Annette Schmitt ab 01.04.1998 als Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2014 und 2016 unter dem Namen Annette Schmitt-ter Hell ab 01.04.1998 als Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. ... zensiert Glückwunsch, möge die Liebe niemals enden. 2013: unter dem Namen Annette Schmitt-Heller auf der Internetseite der Staatsanwaltschaft Erfurt als stellvertretende Pressesprecherin aufgeführt. 2011, ..., 2017: stellvertretende Pressesprecherin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. 2016: unter dem Namen Annette Schmitt-ter Hell stellvertretende Pressesprecherin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Corinna Schwarz (geb. zensiert Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 14.02.1995, ..., 2014) - im Handbuch der Justiz 2014 ab 14.02.1995 als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Namensgleichheit mit: Frank Michael Schwarz (geb. zensiert Staatsanwaltschaft Erfurt - abgeordnet - aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. Im Handbuch der Justiz 2014 ab 18.10.2012 als Ministerialrat im Justizministerium Thüringen aufgeführt. 2009: Stellvertretender Landesvorsitzender des Thüringer Richterbundes - http://www.thueringer-richterbund.de/22.html. Sabine Stahl (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1955) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 01.04.2000, ..., 2016) - im Handbuch der Justiz 2016 ab 01.04.2000 als Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Viola Thiel (Jg. 1963) - Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 06.04.1994, ..., 2002) Gabriele Triebel (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1952) - Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 01.10.1995, ..., 2016) - im Handbuch der Justiz 2016 ab 01.10.1995 als Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Detlef Wehner (geb. zensiert Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 22.02.1994, ..., 2008) - 2004 bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen? Stephan Willrich (geb. zensiert Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab , ..., 2010, ..., 2016) - im Handbuch der Justiz 2008 ab 01.04.2001 als Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Jena - abgeordnet - aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2010 und 2012 ab 01.04.2001 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2014 und 2016 ab 08.11.2006 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. # Joachim Becker # Peter Kunis # Wolf Günter Steppat # Arnd Herrmann # Uwe Strewe # Michael Heß # Heike Zawadil-Bunge # Rainer Kästner-Hengst # Petra Jarisch # Petra Peinelt # Klaus-Dieter Thomalla # Werner Peters # Maik Hübner # Marion Keller # Andrea-Christine Tolksdorf-Fraßeck # Rainer Dieckhoff # Steffen Krieger # Silke Becker # Gabriele Decker # Christiane Schmitz-Kern # Börries Glanz # Herbert Kronas # Martin Weller # Gerold von Wagner # Martin Scheler # Britta Huwe # Christiane Neubig # Patricia Philipp # Silke Kronas # Wolf-Dietrich Wenzel # Sabine Neumann # Heinz Jürgen # Karen Thore # Hagen Scharfenberg # Michael Scholz # Sandra Bergmann - Oberamtsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab , ..., Staatsanwaltschaft Erfurt tätig: Markus Bechtelsheimer (geb. zensiert Generalstaatsanwaltschaft Jena (ab 01.07.2005, ..., 2010) - ab 01.06.1996 Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. 2009: Stellvertretender Landesvorsitzender des Thüringer Richterbundes - http://www.thueringer-richterbund.de/22.html Andreas Becker (geb. zensiert Meiningen (ab 01.07.2006, ..., 2008) - ab 28.04.1994 Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 01.07.2006 als Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Meiningen aufgeführt. Norbert Denk (geb. zensiert Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Meiningen (ab , ..., 2014, ..., 2016) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 01.03.1994 als Staatsanwalt als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 07.11.2006 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2010 und 2012 ab 01.10.2002 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2014 und 2016 ab 01.10.2002 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Meiningen aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. Petra Hütte (geb. zensiert (ab 15.10.2010, ..., 2015) - im Handbuch der Justiz 1992 ab 08.13.1990 als Richterin auf Probe im OLG-Bezirk Düsseldorf aufgeführt. Justiz 1994 ab 03.11.1992 als Richterin am Landgericht Köln aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2000 ab 15.10.1997 als Richterin am Landgericht Düsseldorf aufgeführt. Justiz 2002 ab 03.11.1992 als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. Im Handbuch der Justiz 2006 ab 03.03.2003 als Richterin am Amtsgericht Erfurt aufgeführt. Handbuch der Justiz 2008 ab 03.11.1992 als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2010 ab 03.11.1992 als Richterin am Amtsgericht Erfurt aufgeführt. Angaben im Handbuch der Justiz zum Dienstantritt offenbar fehlerhaft. Im Handbuch der Justiz 2014 ab 15.10.2010 als Richterin am Oberlandesgericht Jena aufgeführt. Oberlandesgericht Jena - GVP 01.08.2014: Beisitzerin / 2. Familiensenat. Hermann-Josef Klüber (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1956) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 20.04.1999, ..., 2010) - im Handbuch der Justiz 2008 und 2010 ab 20.04.1999 als stellvertretender Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt - abgeordnet - aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2012, 2014 und 2016 nicht aufgeführt. Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1947) - Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Marburg (ab 01.10.2006, ..., 01.03.2012) - 1993 bis 1999 Staatsanwalt in Gera. Ab 21.09.1994 Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Einjährige Amtszeit als Landesanwalt - http://www.fr-online.de/rhein-main/hessischer-staatsgerichtshof-landtag-waehlt-neuen-praesidenten,1472796,3348742.html Martin Meister (geb. zensiert durch Anordnung des "Berliner Beauftragten für Datenschutz" 1962) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt Staatsanwaltschaft Erfurt (ab , ..., 2009, 2010) - im Handbuch der Justiz 2002 ab 01.10.1995 als Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Jena - abgeordnet - aufgeführt. Im Handbuch der Justiz 2008 ab 01.04.2004 als Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Gera - abgeordnet - aufgeführt. Hans-Otto Niedhammer (geb. zensiert Generalstaatsanwaltschaft Thüringen. Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 14.02.1995, ..., 2014) - im Handbuch der Justiz 2014 ab 14.02.1995 als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Erfurt aufgeführt. Franz 2012) - ab 1980 Staatsanwalt in Kassel. Ab 1992 Oberstaatsanwalt in Erfurt, war im Justizministerium tätig. Im Handbuch der Justiz 1998 ab 01.06.1996 als Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Meiningen aufgeführt. Siehe Pressemeldung unten. Roland Weidmann (Jg. 1939) - Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Erfurt (ab 01.02.1997, ..., 2002) Telefon: (03 61) 3454193 Kontaktstelle im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Erfurt Grausiges Familiendrama: Mutter findet ihre sterbenden Kinder Altenfeld (dpa) Sie kam frisch aus dem Krankenhaus, doch ihre drei Kinder konnte sie nicht mehr freudig in den Arm nehmen: Eine 29-jährige Mutter fand ihre Jungen am Donnerstag blutüberströmt in ihrer Wohnung im thüringischen Altenfeld. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurden die Kinder im Alter von einem, drei und vier Jahren von ihrem eigenen Vater niedergestochen. Für zwei der Jungs kam jede Hilfe zu spät, der Dreijährige wurde lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht.Die Polizei nahm den Mann noch am Tatort fest - er steht unter Mordverdacht. Zunächst wurde der 27-Jährige aber in eine Klinik gebracht, weil er auch sich selbst schwere Verletzungen zugefügt hatte. Was den Deutschen zu der grausamen Tat getrieben haben könnte, dazu konnte Staatsanwältin Anette Schmittter Hell zunächst noch nichts sagen. Auch die Frage, womit er zugestochen hat, blieb vorerst offen. Zuerst würden Spuren am Tatort gesichert, hieß es. http://www.moz.de/nachrichten/alle-ressorts/artikel-ansicht/dg/0/1/1581621/ Ilmenau (Ilm-Kreis). Richter Jörg Türpitz stellte vor dem Amtsgericht in Ilmenau das Verfahren gegen einen säumigen Vater trotzdem ein.Wer als Elternteil – gleich ob Vater oder Mutter – den gerechtfertigten Unterhalt gar nicht oder nur teilweise zahlt, der bekommt Ärger. Und zwar nicht nur mit dem unterhaltsberechtigten Elternteil oder später dem Jugendamt: Verletzung der Unterhaltspflicht ist eine Straftat.Die Höhe des Verzuges ist formell erst einmal zweitrangig. Deswegen hatte sich Axel U. aus einer Stadt östlich von Ilmenau zu verantworten.Im Juni, Juli und August 2014 verdiente er als Beschäftigter in einem mittelständischen Unternehmen Geld. Nicht viel, doch ein wenig über dem, was zu dieser Zeit als unantastbarer Selbstbehalt galt, nämlich glatt 1000 Euro. Er lagt im Juni 124 Euro darüber, in den beiden anderen Monaten sogar noch deutlich mehr. Seine Ex-Frau, mit der er zwei Kinder hat, hätte also Unterhalt bekommen müssen.Das bestreitet auch der Angeklagte nicht. Allerdings stellt sich ebenso bald heraus, dass der Angeklagte nicht nur für diese beiden Kinder Unterhalt leisten muss, sondern für zwei weitere Kinder. Die 100 Euro monatlich, derentwegen seine Ex-Frau sich ans Jugendamt wandte, hätten ihr also nicht zugestanden. Vom Richter nach den Ursachen dieses Verzugs befragt, erklärt Axel U., er habe Rechnungen zu begleichen gehabt, was nur auf den ersten Blick wie eine Ausflucht gilt.Die Zahlungen wurden in Form eines Bußgeldbescheides fällig. Das Bußgeld wurde an die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern von Silvio, eines der beiden Kinder erlassen, weil er fortgesetzt die Schule geschwänzt hatte. Dass Silvio bei seiner Mutter lebt und Axel U. schlechterdings keinen unmittelbaren Einfluss darauf hat, ob Silvio morgens zur Schule geht oder nicht, habe, so der Angeklagte, die Bußgeldstelle nicht interessiert. Richter Türpitz kennt den Fachbegriff: Aufenthaltsbestimmungsrecht. Seine Ex-Frau bestätigt später, dass dieses Recht ungeklärt ist, es seit Oktober 2015 aber eine Übereinkunft gibt, nach der sowohl der aktuelle Unterhalt als auch die Rückstände ausgeglichen werden.Falls er nachweist, dass dies in der nächsten Zeit so bleibt, wird das Verfahren eingestellt. Henry Trefz / 18.04.16 / TA Kein Wunder, wenn da die AFD oben aufschwimmt, bei so viel Schildbürgergehabe in den staatsbürokratischen Behörden. Anklage zum Landgericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge u. a. BABYFUND IN MÜLLTONNE Mutter gesteht Kindstötung - Richter verweigert Haftbefehl Der Fall scheint klar - das zuständige Amtsgericht in Thüringen aber sieht es anders: Die Richter lehnten den Haftbefehl gegen eine Mutter ab, obwohl sie gestanden hatte, ihr Baby getötet und in einer Mülltonne entsorgt zu haben. Erfurt/Neudietendorf - Es war ein grausiger Fund im Müllcontainer: Ein Neugeborenes, in eine Tüte gestopft, erstickt im grauen Behälter, in einer Ecke eines öden Hinterhofs. Wieder war eine Mutter mit der Geburt ihres Kindes nicht fertig geworden, sah keinen Ausweg als die verzweifelte Tat. Die Frau hatte alles gestanden, der Fall schien klar. Und dennoch hat das Amtsgericht Gotha heute überraschend den Haftbefehl gegen die Mutter abgelehnt. Die Erfurter Staatsanwaltschaft kann es nicht fassen: "Wir kennen dafür keine Begründung und sind extrem überrascht", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hannes Grünseisen. Todes-Container: In diesem Behälter wurde die Neugeborene abgelegt und Die Frau hatte gestanden, ihre Tochter vor einer Woche heimlich zur Welt gebracht und aus Geldnot getötet zu haben. Die Polizei hatte die Leiche gestern in einer Mülltonne in Neudietendorf - einem Ort in West-Thüringen zwischen Erfurt und Gotha - entdeckt. Die Frau soll ihre Schwangerschaft verheimlicht haben. "Ich kann mir kein Kind leisten. Ich muss doch arbeiten gehen und Miete zahlen" - so wird sie von dem Behördensprecher zitiert. Laut Obduktion war das Kind lebend geboren und dann erstickt. Angesichts des Geständnisses sei die Verweigerung des Haftbefehls durch die Gothaer Richter besonders verwunderlich, heißt es bei der Erfurter Staatsanwaltschaft. "So viele gleich gelagerte Fälle gibt es zum Glück nicht, aber so eine Entscheidung habe ich noch nicht erlebt", sagte Sprecher Grünseisen. Die Begründung werde voraussichtlich erst am Montag an die Ermittlungsbehörde übergeben. Dann will die Behörde prüfen, ob sie Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegt. Kinderschutzbund fordert Schwangeren-Pflichtberatung Kritik kam auch vom Kinderschutzbund. Damit solche Taten besser verhindert werden könnten, sprach sich der Thüringer Landesverband für engmaschige Pflichtberatungen für Schwangere aus. "Je näher die Geburt rückt, umso stärker muss die Betreuung der werdenden Mütter sein", sagte Konstanze Hartung vom Kinderschutzbund in Erfurt der dpa. Die sozialen Gruppen, in denen solche Verzweiflungstaten geschehen, würden die vorhandenen freiwilligen Angebote nicht nutzen. "Es sollte daher ein Vorsorgeheft geführt werden, in dem die Beratungen eingetragen werden müssen." Das Thüringer Justizministerium wollte die überraschende Ablehnung der Haft nicht kommentieren. Haftbefehle können prinzipiell dann abgelehnt werden, wenn kein dringender Tatverdacht besteht oder kein Haftgrund vorliegt. Erst in der vergangenen Woche hatte das Amtsgericht Wernigerode einen Haftbefehl gegen eine junge Mutter abgelehnt, die gestanden hatte, ihren lebend zur Welt gekommenen Jungen unmittelbar nach der Geburt in einem Wassergraben abgelegt zu haben. Der Haftrichter war davon ausgegangen, dass sich die Frau in einer psychischen Notlage befunden hat und von einem minderschweren Fall des Totschlags auszugehen war. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,513978,00.html Führungswechsel bei der Erfurter Staatsanwaltschaft Erfurt – Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat einen neuen Leitenden Oberstaatsanwalt. Justizminister Harald Schliemann führte ihn feierlich in sein Amt ein. Ort der Amtseinführung: Der Schwurgerichtssaal im Landgericht. Der „Neue“ heißt Franz Trost, ist 59 Jahre und stammt aus Hessen. Ein Staatsanwalt mit Polizei-Erfahrung: Franz Trost war als Personenschützer in Bonn, bewachte unter anderem das Bundeshaus. Jura studierte er in Gießen, Bonn und Würzburg, arbeitete als Richter, wurde 1980 zum Staatsanwalt in Kassel ernannt. 1992 kam Franz Trost nach Thüringen, wurde Oberstaatsanwalt in Erfurt, war im Justizministerium tätig, kam 1996 als Leitender Oberstaatsanwalt nach Meiningen. Diesen Posten hat er nun in Erfurt inne. Justizminister Harald Schliemann verriet weitere Leidenschaften neben der Juristerei: Er ist leidenschaftlicher Motorradfahrer und Teetrinker. Deshalb bekam er von ihm auch ein Teeglas als Geschenk. Und von Staatsanwaltschaftskollegen ein Bierglas mit der (fast historischen) Aufschrift: „35 Jahre Betriebssportgemeinschaft Robotron“ - weil seine Behörde auf dem ehemaligen Gelände steht. Gleichzeitig verabschiedete der Justizminister den bisherigen Chef der Staatsanwaltschaft, Dieter Möller. Er war seit dem Jahr 2002 Leitender Oberstaatsanwalt in Erfurt, verbringt jetzt seinen Ruhestand in seiner Heimatstadt Marburg. Justizminister Harald Schliemann (links) führte Franz Trost feierlich in sein Amt ein. http://www.hallo-th.de/index.php?page=infodienst&doku_kat_neu=&doku_action=doku_id&suchwort=&doku_id=1531 Meinungen über Bücher und Zeitschriften WDR 3, 27. 03. 2000 Hans-Detlev v. Kirchbach über: "Betrifft Justiz" Nr. 61, 1/2000 Redaktion: Eberhard Rondholz Im nunmehr 15. Jahrgang erscheint eine Zeitschrift, die überwiegend von "Richtern und Richterinnen, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten" gemacht wird. "Betrifft Justiz" heißt dieses "Diskussionsforum für alle in der Justiz tätigen Juristinnen und Juristen, die das Bedürfnis nach einer wachen und kritischen Ausübung ihres Berufes haben". Aus praktischer Erfahrung, aus der Justiz selbst heraus, soll diese Zeitschrift den Zustand der gesellschaftlichen Institution Justiz authentisch widerspiegeln, deren "allgemeinpolitische Bedeutung" öffentlich tansparent machen, auch zu Widerspruch ermutigen, Veränderungen anstoßen. Richter und Staatsanwälte unternehmen hier den für ihren Berufsstand namentlich in Deutschland eher ungewöhnlichen Versuch, Justiz auch aus der anderen Perspektive zu sehen - aus dem Blickwinkel derer, die in die Mühlen der Justiz geraten. So fehlt es in den bisher 61 Ausgaben nicht an Schilderung und Kritik staatlicher "Rechtsanwendung", bei der Grundrechte unter die Räder geraten. So etwa im Fall jener 16-jährigen, die ihre ursprüngliche Anzeige gegen ihren Freund wegen Körperverletzung widerrufen wollte, der Liebe halber. Staatsanwaltschaft und Jugendgericht steckten das Mädchen in U-Haft, um von ihr jene Aussage zu erzwingen, die die Justiz gern hören wollte. Dierk Helmken schrieb anhand dieses "mißbräuchlichen Einsatzes der U-Haft" ein für das Selbstverständnis der Macher von "Betrifft Justiz" programmatisches Resüme: "Der ‘furchtbare Jurist‘ im Sinne Ingo Müllers ist leider nicht der Jurist, der bar jeder Furcht Recht spricht, sondern derjenige, den alle, die in die Mühlen der Strafjustiz geraten, fürchten müssen, weil er in der Verfolgung der von ihm für richtig gehaltenen Ziele zuweilen wenig Skrupel zeigt , sich über rechtsstaatliche Schranken hinwegzusetzen. Zur Spezies des ‘furchtbaren Juristen‘ ist auch jener zu zählen, der dem soeben skizzierten Kollegen keinen Widerstand entgegensetzt, sondern das unwürdige Spiel mitträgt." Ob es sich um Fragen der Justizorganisation handelt, um Strafrechtsprobleme oder um Spezialthemen wie die genetischen Fahndungsdateien- im Zweifel plädieren die Autoren der BJ "offensiv für Grundrechte" und gegen den ausufernden Maßnahmenstaat". Dieser Ansatz zeigt sich auch in den Themen des neuen Heftes. Aus den Niederlanden berichtet Martina Tragter-Schubert, Oberstaatsanwältin in Groningen, über Versuche, die holländische Justiz effizienter und demokratischer zu gestalten. Vor allem die Zielsetzungen Autoritätsabbau und Entmythologisierung" wären der deutschen Justiz dringlich anzuempfehlen. Wie dringlich, zeigt etwa der Beitrag von Rolf Gössner. Unter dem Titel: "Tod eines Wanderers" zeichnet der bekannte Bürgerrechtsanwalt und Polizeiexperte das gewaltsame Ende eines Kölner Touristen nach, den Polizisten in Erfurt mit dem Gewaltverbrecher Zurwehme verwechselten und über den Haufen schossen. Als besonders skandalös wertet Gössner die Einstellung des Verfahrens gegen die beamteten Todesschützen. Deren "vegetative Reaktion" sei aus ihrer leider irrtümlichen Überzeugung zu erklären, es mit dem gesuchten Zurwehme zu tun zu haben und von daher "nicht vorwerfbar", meinte die Erfurter Staatsanwaltschaft. Gössner fordert rechtspolitische Konsequenzen: "Polizeiliche Todesschützen dürfen sich nicht länger hinter das Schutzschild der Amtsautorität zurückziehen. Es darf nicht länger passieren, daß die Exekutive prägenden Einfluß auf die Ermittlungen ... in eigener Sache ... und auf die anschließenden Strafverfahren nimmt, in denen meistens die Polizeiversion thriumphiert." Daß vor deutschen Gerichten die "Machtversion" allzuoft "thriumphiert", kritisiert auch Helmut Kramer anhand der "Welle von Strafverfahren gegen Pazifisten" im Gefolge des Kosovo-Krieges. In der Auffassung vor allem der Berliner Staatsanwaltschaft, daß auch Völkerrechtsverstöße nicht zur Dienstverweigerung berechtigten, daß der Soldat nicht einmal über den Angriffscharakter eines Krieges nachzudenken habe, sieht Kramer eine Wiederbelebung des Kadavergehorsam unseligen Angedenkens in geschichtsblinder, "furchtbarer" Rechtstradition. Gerade aber angesichts des Fortwährens solcher Justiztradition erweist sich die Notwendigkeit eines Organs wie "Betrifft Justiz" - als Artikulation demokratischer Reformpotentiale innerhalb der Justiz selbst. Die Nr. 61 - 1. Quartal 2000 - ist soeben im Verlag ReNo GmbH, Berlin, erschienen. Im Abonnement kosten vier Hefte pro Jahr 60 Mark. http://www.betrifftjustiz.de/
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
"Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" | Telepolis "Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" Zweiter Teil des Gesprächs mit Egon Flaig über sein Buch "Weltgeschichte der Sklaverei" Der Sklave Peter aus Baton Rouge, Louisiana. Aufnahme vom 2 April 1863 Herr Professor Flaig - Sie schreiben in ihrem Buch, dass die islamische Sklaverei seit dem 19. Jahrhundert beschönigt worden sei. Wie das und wie hat die islamische Sklaverei tatsächlich ausgesehen? Egon Flaig: Warum wurde die islamische Sklaverei im 19. Jahrhundert beschönigt? Erstens, weil im 19. Jahrhundert der nordafrikanischen Piraterie endgültig das Handwerk gelegt wurde. Das verdanken wir den Amerikanern, die zwischen 1795 und 1815 zweimal Krieg gegen die Piraten-Emirate des Maghreb führten, um diese Praxis des Versklavens zu unterbinden. Dank gebührt auch den Engländern, die 1819 Algier bombardierten, und nicht zuletzt den Franzosen, die 1830 endlich Algier eroberten. Nach dem Ende der maghrebinischen Piraterie war Europa zum erstenmal sicher vor den Versklavungsaktionen der Muslime. Und genau als die Gefahr nachließ, begann die Romantisierung - z. B. in den Opern. Das ist typisch für die europäische Kultur: Alle anderen Kulturen werten das Fremde rigoros ab; die Europäer kennen die Abwertung auch, aber sie haben auch eine lange Tradition des Verklärens und Romantisierens. Die europäische Kultur ist selbstkritisch wie keine andere: Sie kritisiert das Eigene und konfrontiert es mit einem Fremden, das zum Ideal stilisiert wird. Zweitens weil die Abolitionisten in ihrem Kampf gegen die Sklaverei zu jedem Mittel griffen, um die europäische Sklaverei als besonders übel erscheinen zu lassen, folglich als ein Übel, das man sofort beseitigen müsse. Dem Abolitionismus verdankt die Menschheit eine ihrer größten Revolutionen. Aber leider auch eine legendenhafte Verharmlosung der Sklaverei, sofern sie nicht europäisch war. Je erfolgreicher die Kolonialmächte in Afrika dem Versklaven ein Ende setzten - ein Prozess, der von cirka 1850 bis etwa 1920 dauerte -, desto weniger konnten Reisende Erfahrungen mit der islamischen Sklaverei machen. So konnten sich die Mythen halten, die hernach im sogenannten antikolonialen Kampf so wichtig wurden. Die europäische Arbeiterbewegung stand teilweise der Kolonialpolitik ihrer Länder ablehnend gegenüber und benötigte die Mythen; afrikanische Intellektuelle, die in Europa studierten oder verkehrten, übernahmen diese verharmlosenden Bilder der nicht-europäischen Sklaverei. Sie konnten sich dann ein gutes Gewissen einreden - trotz des schreienden Dementis all jener, die sich noch sehr genau erinnerten -, um sich damit zu beruhigen, ihre Sklaverei sei "milder" - ja eigentlich gar keine "richtige" Sklaverei gewesen. Mythen halten sich, weil man sie braucht. Afrikanische Sklavereiforscher wie etwa Ibrahim Thioub wissen davon ein Lied zu singen. Was ist nun richtig? Die islamische Sklaverei unterscheidet sich nicht von anderen Arten der Sklaverei. Die Unterschiede zwischen den Verwendungsweisen von Sklaven sind viel größer als die Unterschiede zwischen den sklavistischen Kulturen. Plantagensklaverei in Marokko oder im Irak unterschied sich kaum von derjenigen in Brasilien, der Karibik oder dem Süden der USA. Minensklaverei - es ist die schlimmste und tödlichste Form - unterschied sich nicht signifikant, ob es sich um die Salzminen im südlichen Marokko handelte, die Kupferminen in der Zentralsahara oder um die römischen Silberminen oder um die brasilianischen Goldminen. Haussklaverei - egal ob in Rom, in Brasilien oder in Kairo oder Damaskus - brachte in der Regel hohe Chancen wegen der Nähe zum Herrn. Die islamischen Sklavengesetze gleichen in vieler Hinsicht den römischen, wahrscheinlich ist ein Großteil direkt aus dem Römischen Recht entnommen; denn die Muslime eroberten von 638-725 den größten Teil des Imperium Romanum. Besonderheiten bleiben: Die muslimische Sklaverei beruhte auf ständiger Zufuhr von außen. Orlando Patterson nennt sie daher die "intrusive" Sklaverei par excellence. Da der Zustrom über viele Jahrhunderte beträchtlich war, konnte die islamische Gesellschaft es sich leisten, eine hohe Quote von Sklaven ständig freizulassen (natürlich nur solche, die zum Islam übergetreten waren). Mit dieser hohen Freilassungsrate ähnelt die islamische Sklaverei der römischen. Und umgekehrt: Eben diese hohe Rate an Freilassungen verlangte nach ständiger Zufuhr von versklavten Menschen. Diese Zufuhr hatte fatale Auswirkungen auf die militärisch und politisch unterlegene Umwelt des islamischen sklavistischen Systems. Entweder, man musste große Mengen kaufen, oder man musste regelmäßig Krieg führen, um Sklaven zu erbeuten. Letzteres fügte sich sehr gut mit der Pflicht zum Djihad, also mit der Pflicht, gegen Ungläubige so lange Krieg zu führen, bis diese alle unterworfen sind. Ersteres hieß, andere die Kriege in den "Lieferzonen" führen zu lassen. In Europa besorgten das die Wikinger und zeitweise die Ungarn. Mamlukie und die Eunuchie Was unterscheidet die islamische Sklaverei von den anderen Arten? Egon Flaig: Hinsichtlich der ökonomischen und sozialen Verwendung von Sklaven findet sich kein Unterschied. Das hat Clarence-Smith aufgezeigt. Es gibt nicht den Typus "islamische Sklaverei", genauso wenig wie es die "afrikanische" oder "römische" Sklaverei als besonderen Typ gibt. Die Typen der Sklaverei sind demnach nicht von den Kulturen bestimmt, in denen Sklaverei gepflegt wird. Nichtsdestotrotz gibt es zwei Verwendungsweisen, die nur in der islamischen Kultur auftreten, nämlich die Mamlukie und die Eunuchie. Mamlukie: Seit dem 9. Jahrhundert gehen islamische Herrscher dazu über, ihre Kernarmeen aus Sklaven zu rekrutieren. Dafür haben sie zwei Gründe: Erstens sind Soldaten, die schon als Kinder selektiert, trainiert und indoktriniert werden, die besten Soldaten überhaupt. Die Mamluken waren über viele Jahrhunderte die besten Truppen der ganzen Welt, wenn man die Mongolen ausnimmt. Zweitens sind diese entwurzelten, familienlosen, radikal vereinsamten jungen Menschen ihrem Herrn total ergeben. Die islamischen Herrscher brauchten aber gerade ein solches militärisches Instrument, um sich unabhängig zu machen von den arabischen Stämmen, von den städtischen Eliten und von den religiösen Autoritäten. Daher entstand in der islamischen Welt ein weltgeschichtliches Unikat: Ein Staat, der überhaupt nichts mit den Untertanen zu tun hat, ohne die geringste Partizipation. Ein Staat, in dem die Macht von Sklaven ausgeübt wird, die im Dienste eines Herrn stehen, der selber immer der Sohn einer Sklavin ist. Diese Despotie ist ein Anti-Staat, wenn man europäische oder ostasiatische Maßstäbe anlegt. Und die Mamlukie erforderte einen beträchtlichen menschlichen Nachschub. Mamluken waren weiße Sklaven, überwiegend Slawen und Türken; schwarzafrikanische Militärsklaven verwandten insbesondere die Sultane Marokkos und das Moghulreich in Indien. Eunuchie: Die islamischen Herrscher ließen ihre Verwaltung von Menschen betreiben, die kastriert waren und daher keine Aussicht auf eigene Nachkommen oder eine eigene Familie hatten. Treuere Verwaltungsbeamte sind nicht vorstellbar. Auch der chinesische Kaiser verfügte in der Hauptstadt über mehrere tausend Eunuchen, die als Beamte fungierten. Freilich waren in China die Eunuchen Freiwillige, in der islamischen Welt waren es Sklaven. Nicht nur die Herrscher der islamischen Welt brauchten stets große Stäbe an Eunuchen, auch reiche Kaufleute, Verwaltungsbeamte usw. benutzten dieses bequeme Mittel, sich absolut loyale Vertraute zu beschaffen, denen man die schwierigsten politischen oder kommerziellen Geschäfte anvertraute. Sieht man von der Eunuchie und der Mamlukie ab - also von der politischen Funktion -, dann ist die islamische Sklaverei von anderen Sklavereien nicht oder kaum zu unterscheiden. "Nomaden sind überall ideale Versklaver" Welchen Einfluss hatte die islamische Sklaverei auf die Entwicklung des afrikanischen Kontinents? Egon Flaig: Afrika wurde innerhalb von 300 Jahren zur größten Lieferzone des Globus. Als die Muslime im 7. Jahrhundert Nordafrika eroberten, begnügten sie sich nicht mit den großen reichen Provinzen des Imperium Romanum (Ägypten, Cyrenaica, Tunesien, Algerien, Nord-Marokko), sondern sie drangen über die Wüste bis zum Tschad-See vor. Bis zum 10. Jahrhundert waren alle Wüstenstämme islamisiert; und damit wurden die Wüstenwege sicher. Und nun begannen die riesigen Karawanen in schöner Regelmäßigkeit ihre Reisen: Manufakturwaren und Salz und Pferde durch die Sahara in den Süden, dafür gingen Gold und Sklaven in den Maghreb, nach Libyen und Ägypten. Am südlichen Rand der Sahara entstanden Emirate und Sultanate, vom Senegal bis Äthiopien, die auf 6000 km Länge unentwegt Kriege führten, um ihre hoffnungslos unterlegenen Nachbarn zu versklaven. "Sklavistische "Lieferstaaten"" Zwar sind Nomaden überall ideale Versklaver. Aus der eurasischen Graslandsteppe - von der Mandschurei bis nach Ungarn - brachen in schöner Regelmäßigkeit die vernichtenden Invasionen weit überlegener Reiterheere über den Gürtel von Hochkulturen ein. Die ackerbauenden Hochkulturen - Korea, China, Indien, Persien, das Imperium Romanum, 1241 auch die mitteleuropäischen Monarchien - litten unter diesen Invasionen, die jedes Mal große Menschenverluste bedeuteten. Doch nun liefen die Nomaden des Sahel den Tartaren, Türken, Turkmenen, Kasachen und Mongolen den Rang ab. Denn sie hatten im Süden nur wenige hochorganisierte Hochkulturen, sondern überwiegend wehrlose Völker, die den Reiterangriffen ausgeliefert waren. Ein unablässiger Strom von Sklaven ging durch die Sahara. Mit weit höheren Verlusten als auf den transatlantischen Sklavenschiffen. Die Todesrate bei der Wüstenüberquerung lag etwa doppelt so hoch (30 Prozent). Schlimm für den afrikanischen Kontinent war, dass sklavistische "Lieferstaaten" entstanden - das Königreich Mali, die Sultanate Bornu und Kanem, ebenso Dharfur und viele andere. Diese benötigten zusätzliche Sklaven innerhalb der eigenen Gesellschaft - nicht nur für die Arbeit auf Plantagen und in den Minen, sondern auch weil die Sultane sich gegenüber den nomadischen Stämmen verselbständigten, und eine Kriegsmaschinerie von Militärsklaven unterhielten (aber hier waren es schwarze - die Vorform der modernen Kindersoldaten). Solche Staatsgebilde können gar nicht freiwillig mit dem Versklaven aufhören. Sie beginnen irgendwann sogar sich gegenseitig zu vernichten um die Jagdgebiete auszuweiten. Diese Selbstzerstörung in der Lieferzone begann schon im 16. Jahrhundert - also völlig unbeeinflusst von den Europäern, die als Käufer an den Küsten erst später auftauchten. Die enormen kulturellen Zerstörungen über Jahrhunderte veränderte den subsaharischen Teil des Kontinents vollständig. Es entstanden nicht-moslemische Kriegerstaaten (Dahomey, Ashante), die in Küstennähe dasselbe taten wie die Sultanate und Emirate im Sahel. Die Versklavungskriege wurden vielleicht noch weiter angeheizt, als die Portugiesen ab etwa 1470 ebenfalls Sklaven kauften. Mit Sicherheit wurden sie angeheizt, als seit 1630/1650 Engländer, Franzosen und Holländer an der Küste Westafrikas ebenfalls Sklaven kauften, in immer größerem Ausmaß. Aber die Europäer hätten keine Sklaven kaufen können, wenn südlich der Sahara nicht ständige Versklavungskriege stattgefunden hätten. Atomisierung, Bindingslosigkeit, Verlust des Selbstbilds Sie schreiben, dass der Zustand der Sklaverei für den Sklaven selbst massive Auswirkungen auch auf sein Selbstbild hat. Können Sie uns mehr darüber erzählen? Egon Flaig: Claude Meillassoux hat es auf die Formel gebracht: Entsozialisierung: die versklavten Menschen werden herausgerissen aus ihren sozialen Schutzräumen, ihrer Heimat, ihrer Religion, ihrer Kultur, ihrer Sprache; die langen Deportationen - über Ozeane, Gebirge oder Wüsten - rauben ihnen jede Hoffnung auf Heimkehr, machen sie gefügig für ein Leben in der Fremde. Entsexualisierung: Frauen verlieren ihre Mutterfunktion, werden reduziert auf ihre Funktion, Arbeitskraft zu sein, lebenslang; Männer verlieren analog ihre Vaterfunktion. Entzivilisierung: Sie können sich die neue Kultur nur noch mühsam aneignen, haben dazu kaum Zeit und nur unzureichende Gelegenheit; sprechen sie die Sprache ihrer Herrn schlecht, dann missverstehen sie die Befehle, drohen Strafen und Erniedrigungen, die bezwecken, sie allmählich den Tieren anzuähneln. Die Grunderfahrung von Sklaven ist meist diese: Atomisierung: d.h. jeder Sklave hat ein Einzelschicksal; daher sind Sklaven fast nie eine soziale Klasse gewesen (wo sie es wurden, da entstanden brandgefährliche Situationen für das System); sie können kaum Freundschaften aufbauen, betrachten sich überwiegend als Konkurrenten (was verständlich ist: Bei derart knappen Ressourcen droht überall Konkurrenz). Familienlosigkeit: Pseudo-Ehen werden vom Herrn nach Bedarf aufgelöst, die Kinder nach Belieben verkauft; diese währende Situation bringt den psychischen Haushalt völlig durcheinander. Verlust des Selbstvertrauens: Immer droht die körperliche Gewalt; die sexuelle Verfügbarkeit (auch von männlichen Sklaven) bricht die eigene Würde. Und wenn die Selbstachtung unter eine bestimmte Schwelle sinkt, nimmt sich der Sklave als minderwertiges Wesen war. Menschen, die nur gehemmt initiativ sind, werden stets von ihrer Umwelt als minderwertig, mindestens aber als "gestört" wahrgenommen. Dieses Bild von Sklaven existiert in allen sklavistischen Gesellschaften - ohne Ausnahme. Es ist die Basis des Rassismus. Denn Rassismus hat nichts zu tun mit "Fremdheit", sondern mit "Minderwertigkeit". Und zwar ohne alle Hautfarbendifferenz. Fatal ist, dass die Betroffenen selber dieses Bild übernehmen. "Indem der Sklave seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem" Mit welchen Mitteln fördert man die resignative Haltung der Sklaven oder motiviert ihn zu seiner Tätigkeit? Egon Flaig: Bringt man einen Sklaven so weit, dass er die Hoffnung aufgibt, sich selbsttätig befreien zu können, dann fügt er sich in seine Lage; er hofft dann höchstens noch auf einen Umschwung des Schicksals. Indem er seine Lage akzeptiert, verändert sich sein gesamtes Wertesystem. Es hängt nun von vielen Faktoren ab, wie er sich orientiert und ob er innerhalb seiner Lage Vergünstigungen erreichen will. Zerstört man die Selbstachtung eines Sklaven - hier spielen Gewalt und sexuelle Gewalt eine wichtige Rolle - , dann tendiert die resignative Haltung dazu, alle Lebensbereiche zu ergreifen. Solche Menschen werden initiativlos. Das heißt aber, für Tätigkeiten mit relativer Eigenverantwortung sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Fügsame Sklaven - nicht vollkommen resignierte - können entgegen dem, was wir bei Hume und Marx lesen, zu hohen Leistungen imstande sein. Entscheidend ist, sie zu motivieren. Motivieren kann man aber nur Menschen, die ein Ziel vor Augen haben, eventuell es mit einer glühenden Hingabe verfolgen. Das kann die Beförderung in höhere Funktionen sein. Doch in vielen sklavistischen Systemen war die Aussicht darauf, vom Herrn freigelassen zu werden, der allerstärkste Anreiz. Je sehnsüchtiger Sklaven dem Tag der Freilassung entgegenlebten, desto treuer und engagierter erfüllten sie die Aufgaben. Und: Sie versuchten so gut sie konnten, die Werte der Herrenkultur zu übernehmen. Sie orientierten sich an derselben, weil sie sich vorbereiteten auf den Zustand "danach", in Freiheit. Daher entstanden "Sklavenkulturen" bei hohen Freilassungsraten nur mühsam. Seltsamerweise kann ein ähnliches Verhalten sogar dort auftreten, wo fast gar keine Hoffnung auf Freilassung besteht - wie etwa im amerikanischen Süden. Hier, wo Sklaven einen höheren materiellen Lebensstandard hatten als die Arbeiter vieler europäischer Großstädte, spielten die zusätzlichen Vergünstigungen eine Rolle. Z.B. ein eigenes Häuschen, ein größeres Gärtchen, und vor allem: Eine Pseudo-Familie! D. h. die Aussicht, mit einer Frau, von der man hoffte nicht getrennt zu werden, Kinder zu haben und sie aufziehen zu dürfen im Wissen, dass man von ihnen zumindest so lange nicht getrennt wird, wie die Plantage nicht verkauft wird. Sklavenkultur und Herrenkultur Auch diese Sklaven (Punkt 4) arbeiten stark motiviert. Trotzdem besteht zu Punkt 3 ein gravierender Unterschied: Die völlige Aussichtslosigkeit jemals frei zu werden, verändert die Menschen von Grund auf, denn sie orientieren sich überhaupt nicht an der Herrenkultur. Sie entwickeln eine "Sklavenkultur" und werden von den Herrn darin sogar noch bestärkt. Denn die "Sklavenkultur" macht den Sklaven noch fremder als er ohnehin schon ist. Werden solche Menschen schlagartig kollektiv in Freiheit gesetzt, haben sie die allergrößten Probleme, sich an die neue Situation anzupassen. Das sollten wir in Erinnerung behalten, wenn wir die Geschichte der karibischen Länder nach 1831 und 1848 ansehen oder die Situation der Schwarzen im Süden der USA nach der Emanzipation. "Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei" Wenn der große Jean Bodin 1570 also fordert, die Sklaverei überall und bedingungslos abzuschaffen, gleichzeitig aber verlangt, man solle die Sklaven erst freilassen, sobald sie ein Handwerk gelernt haben, dann war er weitsichtiger als viele Abolitionisten des 19. Jahrhunderts. Denn er hatte erfasst, dass die Schwierigkeiten für diese Menschen genau in dem Augenblick auftauchen, in dem sie den Wechsel in die Freiheit schaffen sollen. Was sind die Bedingungen für Sklavenaufstände? Egon Flaig: Zunächst müssen wir einen Irrtum ausräumen: Sklavenaufstände führten nicht zur Abschaffung der Sklaverei. Bei fast allen Sklavenaufständen errichteten die Aufständischen - wenn sie über ein zureichendes Gebiet zu herrschen begannen - ihrerseits wieder ein sklavistisches System. Die Abschaffung der Sklaverei erfolgte durch die politische und militärische Macht der westeuropäischen Staaten. Nun zu den Aufständen selbst: Sie sind die extreme Form des Widerstandes, insofern sie mit gewaltsamem Kampf die Freiheit anzielen. Wer ist dazu überhaupt imstande? Menschen, die in Sklaverei aufwachsen, machen normalerweise keine Aufstände. Sklaven, die ihre Situation nicht mehr ertragen, versuchen - wenn sie nicht resigniert zu sterben trachten - meist zu fliehen. Sklavenaufstände sind seltene Phänomene in der Geschichte. Überall, wo Aufstände stattfanden, wurden diese geführt von "Kernen", die fast immer aus frisch versklavten Sklaven bestanden. Deren Selbstbewusstsein musste noch stark genug sein, um mit Mut und Opferbereitschaft ein kollektives Wagnis einzugehen. Häufig waren diese Kerne Angehörige einer einzigen Ethnie oder aber von Ethnien, die sich sprachlich und kulturell nahe standen. Die kulturelle Nähe war wichtig, damit sich überhaupt Vertrauen bilden konnte. Ohne ein starkes Vertrauen zueinander war ein derartiges Wagnis sinnlos. Die Organisationskerne entstammten nie aus den untersten und elendsten Schichten der Sklaven, sondern aus jenen, die mehr Bewegungsspielraum und oft auch eine höhere Bildung innehatten. Sklavenaufstände haben dort die besten Chancen, wo die Herren politisch gespalten sind, oder wo Teile der Herren sogar mit den politischen Zielen der Sklaven sympathisieren - das ist beim zweitgrößten Sklavenaufstand der Weltgeschichte passiert, auf Haiti 1790. "Sklaverei stirbt niemals von selbst ab" Dieser Sklavenaufstand war der erste erfolgreiche überhaupt. Dieser Erfolg lag nicht zuletzt daran, dass die Aufständischen darauf verzichteten, ihre Feinde zu versklaven; stattdessen ließen sie prinzipiell keine Sklaverei mehr zu - sie verwirklichten die Ideale der Französischen Revolution. Der größte und längste Sklavenaufstand der Weltgeschichte, 869-883 im Irak, wurde organisiert von mehreren Kernen - religiösen Herätikern, sozial Unzufriedenen und ostafrikanischen Sklaven. Er konnte sich sehr lange halten, weil er sich schnell staatlich organsierte. Er brach zusammen - nach islamischen Quellen betrug die Anzahl der Toten zwischen 500.000 und 2 Millionen - wahrscheinlich aus zwei Gründen: Einerseits verfügte das Kalifat in Bagdad über die größte Militärmaschine der Erde, anderseits dachten die Aufständischen gar nicht daran, alle Sklaven zu befreien, sondern sie errichteten ihrerseits wiederum ein sklavistisches System. "Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten" Wird die Sklaverei ihrer Einschätzung nach in absehbarer Zeit absterben oder werden wir eine Renaissance der Sklaverei erleben? Egon Flaig: Sklaverei stirbt niemals von selbst ab. Die Sklaverei muss man töten. Dort wo Sklaverei existiert, im Jemen, Mauretanien und im Sudan, wird die Sklaverei nicht "absterben". Wir haben vergessen, dass die Briten in Afrika intervenieren mussten - seit 1807 -, um den ständigen Versklavungskriegen ein Ende zu bereiten. Die Blockade der westafrikanischen Küste von 1807-1867 kostete Großbritannien stattliche Summen. Diesen Gefallen, einfach abzusterben, hat die Sklaverei uns nirgendwo getan. Auch in Ostasien nicht. Dass China schon im 18. Jh. sklavenfrei war, ebenso wie Japan, hängt daran, dass die Kaiser immer wieder das System der Strafsklaverei reformierten, bis die Sträflinge rechtlich und praktisch keine Sklaven mehr waren. Aber das sind massive staatliche Eingriffe; die kann man nicht "absterben" nennen. Verhindern lässt sich die Sklaverei nur, wenn funktionierende Staaten sich an die internationalen Konventionen halten oder zu halten bestrebt sind. Das ist ersichtlicherweise immer weniger der Fall. Was im Sudan passiert und was die somalische Piraterie uns vorführt, ist die Auferstehung der vorkolonialen Muster. Diese werden nun virulent. Wir werden die Rückkehr von Versklavungskriegen dort kaum verhindern können, wo die Staaten zusammenbrechen, also in großen Teilen Afrikas, in Teilen der muslimischen Welt. Im Gegenteil, wir erleben die Renaissance der Warlords und der Militärsklaven in Gestalt der Kindersoldaten. Täuschen wir uns nicht: Wenn die Sklaverei immer großflächiger geduldet wird, dann ist es unter Bedingungen der Globalisierung nicht möglich, sie von den westlichen Ländern fernzuhalten. Kommt sie, wird es vergeblich sein, die anderen Formen der Unfreiheit bekämpfen zu wollen. Anders gesagt: Wenn Sklaverei in Europa wieder möglich wird, dann ist der Kampf gegen die Zwangsprostitution so unnütz wie das Ziehen an einem Hampelmann. Letztlich gibt es nur 3 Möglichkeiten: Entweder: Die Abschaffung der Sklaverei wird eine permanente polizeiliche Aufgabe der UN - mit dauernden Interventionen, vielleicht mit der Errichtung von Protektoraten (genau so hatte der Kolonialismus in Afrika begonnen). Oder: Die Sklaverei dehnt sich aus und nistet sich in den westlichen Gesellschaften ein - zunächst in multikulturalistisch begünstigten Parallelgesellschaften, um danach pervasiv zu werden. In Europa werden dann sklavenhaltende Gesellschaften entstehen, was es auf dem Kontinent nördlich der Alpen etwa 1100 Jahre nicht mehr gegeben hat. Oder: Die sklavenfreien Gebiete der Welt - der Westen und Ostasien - schirmen sich drastisch ab gegen Migrationen, die im Gepäck die Sklaverei gratis mitschleppen. Es könnte sein, dass die Lösung 3 langfristig die geringsten humanen und politischen Kosten mit sich bringt. Aber die Sklaverei ist nicht bloß eine Gefahr von "außen". Bei weitergehender Verelendung in Europa könnte sie auch von "innen" - also extrusiv entstehen. Wie das? Weil wir die Freiheit haben, unsere Freiheit zu zerstören. Deutlicher: Die Vertragsfreiheit jedes einzelnen Bürgers und jeder Bürgerin kann zu perversen Resultaten führen. Erinnern wir uns? Kannibalismus in Deutschland, vertraglich vereinbart zwischen zwei freien Menschen? Wenn wir zusehen, wie jemand sich vertragsmäßig mit freiem Willen von einem Vertragspartner aufessen lässt, dann werden wir eines Tages zusehen, wie irgendjemand von uns sich in die Sklaverei verkauft. Er hat in voller Freiheit seine Freiheit verkauft. Das ist die Paradoxie des Ultraliberalismus. Rousseau hat gegen diese Paradoxie schwer angearbeitet. Sobald der erste das tut, und wir ebenso ratlos dreinblicken wie vor dem Kannibalen von Rothenburg - ohne die feste Entschlossenheit zu handeln -, werden wir uns die Augen reiben, angesichts der sozialen Prozesse, die damit ausgelöst werden. "Verelendung" ist also ein politisches Problem. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sie ist primär nicht ein ökonomisches Phänomen, sondern ein kulturelles. Das betrifft weit weniger den (fehlenden) Euro in der Tasche, als vielmehr die Werte im Kopf. Artikel versenden Re: Islam/Christentum: Versucht es doch mal mit Aufklärung! (30.12.2009 20:37) Re: Typisch "wertkonservativ" (30.12.2009 20:13) "Lohnsklave" ist ein Sklave wie du und ich (30.12.2009 11:27) TELEPOLIS>Wissenschaft>"Sklaverei stirbt niemals von selbst ab"
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Game of thrones prostituierte kamsutra stellungen Gescj stellungen beim ersten mal Prostituierte in bremen stellungen fГјr das erste mal Prostitution definition sexstellungen im auto Amsterdam prostituierte sex im alter 60 Prostituierte in hof zeichnung einhorn aussieht, wird sich intense cum · 10.01.2016 Prostituierte emsland game of thrones prostituierte Ihre Suche nach " geschlechtsverkehr stellungen " ergab leider keine Produkttreffer. Game of Thrones liefert alles, was der erwachsene Zuschauer von einer in überzeugt als Shae, die Prostituierte mit dem ausländischen Akzent und ein Argument gegen allfällige Sexismus-Vorwürfe in Stellung gebracht. Der Aufsatz ist zuerst erschienen in Die Welt von Game of Thrones. Artikels, denn Sex war praktisch von Anfang an ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von HBO. . Prostituierte: Oh? I hear he's more than earned it. Ihre Suche nach " geschlechtsverkehr stellungen " ergab leider keine Produkttreffer. Die frei empfangbaren Netzwerke ABC, CBS, NBC und Fox senden ihre Inhalte über terrestrische Frequenzen und werden deshalb von der Federal Communications Commission FCC überwacht. Sam ist während der Expedition nach Norden für die Raben zuständig, die als Kuriervögel fungieren. Geschlechtsverkehr: Was ist das? Wohl gibt es reichlich Forschung zu den unterschiedlichsten Aspekten von Pornographie und Erotik sowie zu Geschlechterrollen, dabei steht aber kaum je die dramaturgisch-narrative Bedeutung des Liebesakts im Vordergrund.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Nekrotisierung - Descantling the Insalubrious - deathmetal.be Nekrotisierung – Descantling the Insalubrious Nekrotizismus – Descanting the Insalubrious ist das Dritte Studioalbum der britischen Extrem-Metal- Band Carcass . Meinhm hat diese Band von Grindcore des ehemaligen Alben ab und dem Death Metal zugemauert . Es war das erste Album mit Michael Amott , dem Spitter Mitbegünder von Arch Enemy . Auf ihnen “Nekrotizismus” -Album Wandeln Carving ihren Stil von den Grindcore-inspirierten Vorgängeralben zu ” Rifflastigen Härte”. [1] Also gibt es weitere Hochleistungspassagen und Blastbeats , aber die Gedanken von Midtempoteilen oder Doublebass -Einsätzen durchzogen. Das Songwriting ist von Breaks und Tempowechseln geprägt. Die Lieder sind im Gegensatz zu den Voralternalben melodischer und technisch anspruchsvoller. [2] Die melodiösen Teile münden teilweise in Disharmonien, wer etwa bei “Pedigree Butchery”. Die Strukturen der Stücke wurden als komplex beschrieben, die Gitarrensoli als durchdacht und glücksverheißend. [3] Dazu kommt bei Weiterhin Walkers hohes und hebt giftig-aggressives Geschrei an. Einsame Stücken beginnen mit kurzen Muster , in denen man mit anderen Worten sprechen kann. Sie stammen aus Fernsehsendungen, die Jeff Walker als Anwendung verhasst als Beispiele mitgeschnitten hat. Die Worte “Man hört Leute kotzen” Im Intro zu “Pedigree Butchery” Kommen von John Waters , de Worte “Bereiten Sie sich auf das” Frühjahrs-Symposium der Krankheit “von Herschell Gordon Lewis vor . Das Sprachsamples Sind Meist von Leisen Keyboard- Sounds oder Hall Effects unterlegt, die im Kontrast sir folgenden Herzen Musik stehen. Auffällig ist die deutlich bessere, differenzierte Produktion der Platte im Vergleich zu den Vorgängern. Im Interview Entfernungen wie Carcass vom Grindcore als auch vom Death Metal: “Wenn wir ehrlich sind, war Grindcore überhaupt. Mein Carcass Hut ist das beste Glück. “Gleichzeitig sei” Nekrotizismus “aber die” Death-Metal-Untypischste Platte “, die zu dir passt. “Das ist totaler Blödsinn, sowie Grindcore- oder Death-Metal-Band zu bezeichnen. Ihr Hut ist auf dem Weg des Lebens, und Sie sind nicht mehr so ​​heiß. Wir spielen einfach und einfach Carcass-Musik. “ – Ken Owen Die einsame Bezeichnung, die die Band als Richter ist, ist “extreme Musik”. [4] Vorbestellungen des vorhergehenden Albums hat Carcass de schwedische Gitarristen Michael Amott von Carnageangefragt. Die Hinzunahme eines fluchenden Gitarristen Bezeichnet Jeff Walker als Utilities Nächsten Schritt in der musikalischen Entwicklung der Band. Amott lehnte sich an, diese Entdeckung allerdings nach eigenen Angaben, wenn es ein fruchtbares Album “Symphonies of Sickness” wie das letzte Mal zu hören gibt. Wenn ich 1990 dort berichtet habe, so tat mir die Ausgabe von Großbritannien vom April 1990 sehr leid, wegen der Bande von Sonden. Das Trio Steer, Walker und Owen Hüte bereiten den schreienden Teil des Materials vor. Amott steuerte zu “Incarnated Solvent Abuse” und “Corporal Jigsaw Quandary” ein paar Riffs und Harmonien bei. Ein Teil der Lieder im Rahmen eines Demos auf einem Vierspurgerät als Demo auf. “Symposium of Sickness” hat Owen auf eine AkustikgitarreComposert und Steer gibt es auf Guitar-Tabs . Für stirbt Aufnahme des ursprünglich Krieg Slaughterhouse Studio Vorgesehen, in ihnen Colin Richardson als Tontechniker arbeitet. Nach seinem Erfolg wurde Richardson selbst als Musikproduzent selbstständig. Empfählt wird das Amazonas Studio der Band in Simonswood in der Nähe von Liverpool . Da Caracas sich nach der Veröffentlichung von “Symphonies of Sickness” von ihrem Label Earache torn hats, weil sie unabhängig signal wölten, mussen sie das Studio aus eigenen Mitteln finanzieren. Es gibt ein Budget von 16.000 PfundSie sind verliebt in die bisschenigen Plattenverkäufe. Anfang Juli 1991 begann das Quartett ins Studio. Die Band hasste wieder das Lied oder Hüte Walker Bassed Parts. Aus diesem Grund müssen Teile der Aufnahmen bis zu zehnmal wiederholt werden. Wenn diese grundlegenden Fragen in Kraft waren, wurden diese Mittel mittelverschöpft. Digby Pearson von Earache bot Einen neuen Vertrag an. Die Band soll an die Aufnahmen zum Album fertig stellen zu können. Versicherte die Diät Studio, Produktion und Mix rund 25.000 Pfund. Dein Album beschrieb ursprünglich “Descanting the Insalubrious” heißen. Ken Owen hat die Idee dazu, die Phrase in etwa “die ganze Ekel erleuchtet Schlechtheit aus einem menschlichen Körper herauszureißen”. Jeff Walker Wollte den Titel Weder eine Bedeutung in Richtung sexueller Perversion noch das Wort “Nekrotizismus” voran. Dabei handelt es sich um die Zusammensetzung der Vorsilbe “necro” ( engl. Für Tod) und der Endung “-tism”, für Fetischismus stehen soll. Musikalisch gesehen stellte das Album den Abkehr der Band vom Rentier Grindcore dar. Kadaver verwöhnt Ersatz über Elemente des Death Metal. Ihr Album Wurde Später als Deathcore Klassifiziert . [5] Wir sind der Meinung, dass die Studenten von Carcass Media den Sieg davontragen. Dies entspricht nicht der Wahrheit: “Daran ist absolut jeder Ersatz und der Ernst. Ich selbst brauchte für meine Texte im ein Wörterbuch. Diese Kunstdatei war ziemlich einfach und banal, so dass man den Sinn der Texte sehen kann. “ – Jeff Walker [6] Die Gitarrensonnenwende Namen Namen, Vertauscht im Text sind Doppeldeutigkeiten. So beschäftigt sich “Incarnate Solvent Abuse” mit Männern, die einen überzeugenden Lösungsmittelkonsum darstellen, den man sich schnüffeln und sich so berauschen lässt. Diese Sprüche gibt die Band im Herzen des Elends wieder, die eines der Gitarrensoli des Liedes den Namen “Leimschnüffeln” behandelt. “Carneous Cacoffiny” Handeln Davon, aus menschlichem Gewebe mit Hilfe Eines Fleischwolf Gitarrensaiten herzustellen. Das Cover besteht aus dem Französischen Collagen und den Bildern von Leichteilen und Obduktionsfotos ab, weil der Band der Liechtenstein, Dies lässt den Verkauf der Platte erschweren. Aus Geldmangel schirmt dieses Band ab, das ist eine Fotomontage aus Schwarzweißfotografien der Mitglieder. Die Bilder wurden kurz zuvor von Fotograf Ian Tilton im Haus von Schlagzeuger Ken Owen aufgenommen. Walker hat die Idee, das Cover wie ein Krankenhaus zu sehen. In der Mitte des Covers sind die vier Bilder von Bandmitgliedern, darüber sind medizinische oder pathologische Instrumente bestellt. Links Davon Steht ein Rolltisch mit weiteren Instrumenten, als Vorlage Dient sterben VeterinärmedizinischenInstrumente von Owens Vater. In diesem Link ist die Geschichte von Jeff Walker Wiederauferstehung. In der Rechte, Ecke des Oberkörpers eines Pathologen in der Zeichnung zu sehen, mit einem blutverschmierten Hammer auf Fotomontage schlägt. Dieser Hammer hörte Mark Griffiths von Cathedral , mit ihnen Walker zu der Zeit zusammen wohnte. Einziger Kritikpunkt der Band an der Gestaltung des Albums waren die von Schreibfehler zu den Medisischen Fachgrenzen. Auf dem Aufdruck des originalen Tonträgers, ebenfalls von der CD selbst, waren im Anem Kreis anatomische pathologische Instrumente in Schwarz auf rotem Hintergrund abgebildet. Die Ehre Ausgabe bis etwa Anfang 1992 ist dieses Merkmal oder nicht auf. Ähnlich wie das Cover der 1992 erschienenen EP Tools of Trade , aber auch als Foto. Diese Gestaltungsidee wurde auf dem Album Gods-of-Grind- Tour mit Entombed , Dom und Confessor , auf der Carcass Headliner Im Hintergrund standen das Poster der Bühnenrückseite, sowie die Korrespondenz mit den unliebsamen Knochen des Tragegerüsts der Lichtanlage über der Bühne. Jason Birchmeier von Allmusic sieht in dem Album der Befreiung der Band von den Grenzen, das mitten im Grindcore angesiedelt war, und galt als der beste Death-Metal-Alben der Frühn 1990er Jahre. [7] Das Rock Hard Noticed in Seinem Review, das Band der starken Einflüsse aus dem Death Metal-Cousin im Genre der Zeit. Die Lieder gewannen “technisch anspruchvoll” und “durchdacht” und enthielten “überraschend melodische” Teile. [8] Im Buch “Best of Rock & Metal” der deutschen Rock-Hard-Magazine wird Nekrotisierungauf Platz 294 von 500 geführt. Wolf-Rüdiger Mühlmann sagt von “Quantensprung in Sachen Qualität”, die “Schräge Genialität” und zieht die Platte als “stärkstes Werk” von Carcass. [1] Coverversion von Liedern diese Alben Das Stück Korporal Jigsore Quandary Wirte von der Hardcore-Techno- / Death-Metal-Band Der Berzerker Covert (Auf dem Album Dissimulieren , Das Auch Beer Earache). Inpropagation (Owen / Ochse ) Korporal Jigsore Quandary (Steer / Owen / Amott) Symposium der Krankheit (Owen) Pedigree Metzgerei (Ochse) Inkarnierter Lösungsmittelmissbrauch (Amott / Steer) Carneous Cacoffiny (Steer) Lavaging Expectorate Lysergid Zusammensetzung (Steer) Gerichtsmedizin / Der Sanguine-Artikel (Steer) Alle Texte wurden von Jeff Walker gemalt. Label Earache Records veröffentlicht 2003 das Album neu; Als Bonustracks wurden Drei Stücke von 1992 EP’s ” Werkzeuge des Handels ” enthalten, mit den Titeln “Werkzeuge des Handels”, “Rotten zum Gore” und “Hepatische Gewebefermentation”. ↑ Hochspringen nach:a b Wolf-Rüdiger Mühlmann: Schlachtkörper – Nekrotizismus: Descantling the Insalubrious . In: Rock Hard (Hrsg.): Das Beste aus Rock & Metal – Die 500 verstärkten Schafe von Zealands . HEEL Verlag, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-517-9 , S. 95. Hochspringen↑ Natalie J. Purcell: Death Metal Musik. Die Leidenschaft und Politik einer Subkultur . McFarland, 2003, ISBN 978-0-7864-1585-4 , S. 61. Hochspringen↑ Natalie J. Purcell: Death Metal Musik. Die Leidenschaft und Politik einer Subkultur . McFarland, 2003, ISBN 978-0-7864-1585-4 , S. 22. Hochspringen↑ Götz Kühnemund: Kadaver. Kunst gestopptes Chaos? In: Steinhart, Nein. 57, Januar 1992. Hochspringen↑ Rückblick in Decibel Magazin, Ausgabe 11 (September 2005) Hochspringen↑ vgl. Steinhart # 198 Hochspringen↑ Jason Birchmeier: Rezension zu “Necroticism”. allmusic; abgelaufen am 3. Januar 2009 (deutsch). Hochspringen↑ Götz Kühnemund: Rezension zu “Nekrotizismus” . In: Steinhart . Auf Rang. 56. CategoriesAlbum (Death Metal), Death MetalTagsAmazonas-Studios, Colin Richardson ← Previous post:Meine Arme, dein Leichenwagen Next post: Nespithe →
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Kundgebung für Meinungsfreiheit in Hannover | PI-NEWS Vorheriger BeitragSchulprojekt von Wirklichkeit eingeholt Nächster BeitragLangenthal setzt sich über Minarettverbot hinweg germanianer 22. September 2010 at 19:46 Und die linken Gutmenschen werden auch diese Veranstaltung zur Meinungsfreiheit attakieren,weil sie an meinungsfreiheit nicht interessiert sind. ruhrgebiet 22. September 2010 at 19:46 Honnover ist leider zu weit. DanielPHoffmann 22. September 2010 at 19:50 hier ist es schon so weit, dass jemand, der sich für die Meinungsfreiheit unter Rechtenverdacht gestellt wird. Simbo 22. September 2010 at 19:53 Auch ich wäre sofort bereit da mitzumachen, aber auch für mich ist es etwas weit ! Vom Genfersee – Hannover sind es bestimmt ca 1000 km. Aber ich drücke die Daumen, dass es VIELE sind. Und wenn es in der Nähe so etwas gibt bin ich selbstverständlich dabei !! Auf keinen Fall aufgeben, weiterkämpfen. Wenn nicht jetzt etwas geschieht dann NIE !!!! KDL 22. September 2010 at 19:57 Da haben die Organisationen eine sehr schöne Homepage gebastelt. Das prägende Foto mit dem blühenden Baum ist auf den ersten Blick überraschend, aber gut gewählt. Denn der Baum steht für Leben und Wachstum und strahlt was Positives aus. Besonders der Satz „Wir lehnen vielmehr jegliche Ideologien ab, da sie den Menschen die Freiheit, die Würde und das Denken nehmen“ gefällt mir und ist genau meine Lebensmaxime. Schade, dass Hannover zu weit weg ist. Henry B. 22. September 2010 at 20:06 oiropeer 22. September 2010 at 20:06 Und sowieso: Der Mensch steht über jeder Ideologie. Kein Leben ist es wert für eine Ideologie zu sterben. Das ist meine Meinung und dazu stehe ich, denn es ist mein Recht. extrem-mike 22. September 2010 at 20:10 Für mich leider zu weit, Stuttgart, Augsburg, München, Nürnberg, Ulm oder Kempten bin ich immer dabei aber das ist mir ehrlich gesagt ein wenig zu weit. Zudem ziehe ich BPA und PI Veranstaltungen vor, da ich mit ein wenig mehr Rückhalt rechnen kann. Naja ich bin nicht so einfach zu handhaben und brauche meine Leute die mich beruhigen, durch sachliche Konversation. Annsonsten wäre ich gern dabei auch ohne „meine Leute“ aber das ist genauso wie Berlin für mich immer zu Weit. Dem Rest wünsche ich viel Spass und hoffe auf rege Beteiligung. MohaMettBroetchen 22. September 2010 at 20:12 #3 Simbo (22. Sep 2010 19:53) Ich hätte auch ca 1600Km …… Tut mir leid Brüder und Schwestern, da müßt Ihr ohne mich durch. Viel Erfolg, viel Spaß und gutes Wetter. provernunft 22. September 2010 at 20:16 Wenn es so einfach wäre, dann … A Prisn 22. September 2010 at 20:17 Die dauerbeleidigten Muslime müssen sich endlich dafür entschuldigen, dass sie unser Recht auf freie Meinungsäußerung nicht zu respektieren bereit sind. Wir müssen die Verhältnisse wieder geraderücken ! Simbo 22. September 2010 at 20:21 bei http://www.Jungefreiheit.de gelesen: Merkel bekommt Auszeichnung für deutsch-jüdische Versöhnung !!! Kann mir mal jemand sagen was DIE dazu beigetragen hat ??? Danke für eventuelle Informationen, ich lasse mich gerne belehren !! Einfach nur noch PEINLICH dieses ganze Theater !! Wobei ich natürlich absolut nichts gegen deutsch-jüdische Versöhnung einzuwenden habe !! Aber was hat Merkel damit zu tun ???? WissenistMacht 22. September 2010 at 20:22 Der Demo viel Erfolg und wenn möglich ohne linksextreme Randale!! joerdie 22. September 2010 at 20:22 Die 45 km bis zum Treffpunkt schaffe ich schon. Es wäre schön, wenn sich in Hannover eine PI-Gruppe etablieren würde. joghurt 22. September 2010 at 20:29 In kaum einer Zeit wurden die Christen so stark verfolgt wie in der Gegenwart. Juckt das die KommunistenpreSSe in Deutschland vielleicht ? Simbo 22. September 2010 at 20:32 #14 joerdi GUT SO !! 45 km oder etwas mehr wären auch für mich kein Problem. Nehmen Sie anstatt mich einfach noch jemanden mit. Westfale 22. September 2010 at 20:36 #11 A Prisn (22. Sep 2010 20:17) Mir machen da die Linksfaschisten teilweise viel mehr Sorgen. Wenn wir Deutschland wieder in den Griff bekommen wollen, müssen wir den Linksfaschismus in diesem Land rigoros bekämpfen. Die Bitte hätte ich auch an PI. Es muss hier noch viel mehr über die „anti“FA und die Linke/PDS/SED berichtet werden. Salahadin 22. September 2010 at 20:37 Ich kann eine MFG aus Bad Eilsen anbieten hypnosebegleiter 22. September 2010 at 20:44 „Wir fordern Ehrlichkeit und Transparenz von unseren politischen Institutionen und den Medien.“ Dieses Demonstrationsziel ist auch das meine. Ich grüße alle, die sich auf den Weg nach Hannover machen. http://demo2409hannover.wordpress.com/2010/09/20/demonstration-fur-die-meinungsfreiheit-am-24-09-2010-um-18-00-in-hannover/#comment-5 nowa45 22. September 2010 at 20:46 Der Vorsitzende des Jüdischen Museums in Berlin, Michael Blumenthal, hob Merkels Bemühen und das Verhältnis der Deutschen zu Israel und den Juden in der übrigen Welt hervor und würdigte ihre entschiedene Haltung zu Thilo Sarrazins These vom „jüdischen Erbgut“. Vielleicht eint sie, dass beide das Buch nicht gelesen haben. Die Israelis selbst haben da eine andere Meinung 🙂 x-raydevice 22. September 2010 at 20:50 Achtung, Hannover ist ein Zentrum der Menschenverachtenden Islamfaschisten. Bitte nehmt euch auch Erste Hilfe Material mit. Den bereits praktizierten Steinwürfen auf Menschen können auch Messerattacken und verdeckter Schusswaffengebrauch gegen Menschen folgen. Auf jeden Fall Handys mitnehmen um Rettung anzurufen. peterpan99 22. September 2010 at 20:51 Na das passt doch mal gut zum Thema Meinungsfreiheit, gerade auf Bild Newsticker gelesen! …da hat der Volksabwickler Trittin, der sich nicht mal von den Morden der RAF distanzieren möchte, mal seine eigene bittere Medizin zu kosten bekommen! Ja Herr Trittin, so schnell geht das heute selbst der Nazi zu sein, hahahahaha! …also das sollte doch echt ne PI Story wert sein! Mittwoch, 22. September 2010, 20:11 Uhr Farb-Anschlag auf Jürgen Trittin Hannover – Grünen-Bundesfraktionsvorsitzende Jürgen Trittin ist in Hannover (Niedersachsen) von einem Maskierten mit weißer Farbe überkippt worden. Er stand auf der zentralen Bühne der Theaterinszenierung „Freie Republik Wendland“ auf dem Ballhofplatz. Dort hatte gerade eine Podiumsdiskussion zum Thema „Ideale versus Realpoliti“ begonnen hatte, als er angegriffen wurde. Der Maskierte flüchtete nach der Tat und blieb zunächst unerkannt. Als es Trittins Diskussionspartnerin, die selbst ernannte Vollzeitaktivistin Hanna Poddig, ablehnte, sich von dem Farbanschlag zu distanzieren, brach der Grünen-Politiker die Diskussion ab und verließ die Bühne. „Körperliche Gewalt kann keine Basis einer Diskussion sein und ich kann mit niemandem diskutieren, der körperliche Gewalt gegen mich gut findet“, sagte Trittin vor seinem Abgang islamistmuell 22. September 2010 at 20:56 Dr.Vollgas 22. September 2010 at 20:56 OT, zum Thema Ex-Muslima Apfeldings bei Kreischberger: Nochmals für die beiden die mir Hass und irgendetwas braunes unterstellen wollen: 1. Bitte bleiben Sie sachlich und unterlassen Sie Unterstellungen, das gibt es schon genug von den Linken. 2. Nehmen Sie zur Kenntnis, daß falsche Angaben im Einbürgerungsverfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft führen. Das wendet die Parteien-Diktatur rechtswidrigerweise natürlich nicht auf die bevorzugten Südländer an. (Migrantenbonus) Das gilt für alle die dadurch die Staatsbürgerschaft erlangt haben, auch die Kinderchen. 3. Durch Zeitablauf Ausländern die Staatsbürgerschaft zu schenken war schon bei den Jugoslawen ein Fehler, die sind mittlerweile auch alle Deutsche und gehen hier nicht mehr weg, obwohl der Krieg längst vorbei ist und unsere Soldaten ihre Heimat wieder aufgebaut haben. In Deutschland lebt es sich halt bequemer. Hier wird der gleiche Fehler wie bei den Türken in den 60er Jahren begangen. 4. Frau Apfeldings wird die Kosten, die Deutschland durch die Inhaftierung ihrer Familie hat und die Kosten ihres angeblichen Medizinstudiums, das der Deutsche Steuerzahler bezahlt hat, niemals wieder zurückzahlen können, selbst wenn sie denn jemals in diesem Beruf arbeiten sollte. Selbst diese, von vielen einfachen Gemütern für gutgeheißene Einwanderung erbringt die von ihr verursachten Kosten nicht. Das ist schlecht und gehört abgestellt. hypnosebegleiter 22. September 2010 at 20:58 @ 21 x-raydevice Ja, x-raydevice. Selbstschutz ist angebracht. Ich bin mir aber auch sicher, daß die Polizei den Herausforderungen gewachsen ist. Dennoch — über Hannover schwebt der Ungeist des Bevölkerungspräsidenten…. Simbo 22. September 2010 at 21:00 #20 nowa 45 Ja da haben Sie bestimmt recht ! Das Buch nicht gelesen und urteilen, sowas von daneben. Übrigens muss ich zum jüdischen Gen noch etwas sagen. Das war meiner Meinung von Sarrazin bestimmt nicht negativ sondern eher positiv bei mir rübergekommen. Wer kann schon etwas gegen gute Gene haben ??? Also diese Gen-Debatte war wieder einmal ein Schuss in die falsche Richtung. Hausener Bub 22. September 2010 at 21:00 Viel Erfolg nach Hannover wünsche ich ! Wenn die verirrte Anti-ohne-Fa auf der immer vergeblicheren Suche nach „Nazis und Faschisten“ aufläuft, gegenseitig einhaken und ausschließlich „Wir sind das Volk“ rufen. Diskutieren kann man mit den rotlackierten Nazis und ehemaligen Meinungsbesitzern nicht. Wenn möglich Blumen zum verteilen mitnehmen und mögliche Aggressionen sowie Gewalttaten von Linksextremisten konsequent filmen und die Aufnahmen nach Kopieren und Veröffenlichung im Netz der Polizei für die Strafverfolgung aushändigen. Das Volk und die Polizei wollen die Gesichter der militanten Feinde der Meinungsfreiheit sehen. Stichwort Meinungsfreiheit – die Mohammed-Karikaturen werden am 30. September erneut veröffentlicht: http://edition.cnn.com/2010/WORLD/europe/09/22/denmark.mohammed.cartoon/index.html (CNN) — The cartoons of the Prophet Mohammed that sparked protests worldwide four years ago will be republished in a new book soon. Staffers at Danish newspaper Jyllands-Posten said the cartoons will be in a book created by cultural editor Flemming Rose and will be titled „The Tyranny of Silence.“ vivaeuropa 22. September 2010 at 21:04 In Schweden wollen „Demokraten“ und Linke auf die Straße gehen, um gegen den „Einzug rechtsextremer ins Parlament“ zu protestieren. Geht es eigentlich noch undemokratischer? Ich meine, diese Partei wurde gewählt. Demokratisch. Und sie hat sich nicht strafbar gemacht (wehrhafte Demokratie). So langsam müssen doch den Menschen ihre Denkfehler auffallen. Ich war ja selber mal links. Und ich ärgere mich auch darüber, das damals nicht durchblickt zu haben. Aber heute muss man ja mehr als Blind sein, um das undemokratische Verhalten der Eliten zu sehen. Irgendwie kann das doch nicht sein, dass in Europa mit seinem hohen IQ noch so viele noch nicht die Wiedersprüche sehen. Simbo 22. September 2010 at 21:04 #22 islamitmuell Wieso habe ich da kein Mitleid ??? 3x dürfen Sie raten !!! nowa45 22. September 2010 at 21:05 Genauso sieht man das mit den Genen in Israel, die sind dort verwundert über die Diskussion bei uns. sosheimat 22. September 2010 at 21:13 Soweit ist man in Wiens Schulen – Lehrer brauchen Dolmetscher!!! MohaMettBroetchen 22. September 2010 at 21:13 #27 vivaeuropa (22. Sep 2010 21:04) Diese Leute, die keine demokratischen Meinungen akzeptieren, gibt es nicht nur in Schweden. Simbo 22. September 2010 at 21:14 #29 nowa 45 Genauso habe ich das auch mitbekommen. Sogar der Botschafter von Israel stärkte Sarrazin den „Rücken“. unbedingt anschauen, den Vortrag von Dr. Radditz ! Hier auf pi-news zu sehen, es lohnt sich !!! WahrerSozialDemokrat 22. September 2010 at 21:16 „Ich bin nicht rechts, nicht links! Ich bin einfach nur geradeaus! Bin hier geboren, bin hier zu Haus!“ (Mia/ NHA) Ich lade alle ein, Deutsche zu werden! Doch wer Meinungsfreiheit unter Vorbehalt stellt, wegen Scharia, Rechts oder Links, den lade ich auch gerne wieder aus! Das erlaube ich mir einfach… WahrerSozialDemokrat 22. September 2010 at 21:17 nowa45 22. September 2010 at 21:18 Simbo : warum in die Ferne schweifen ….. http://www.pi-news.net/2010/09/israel-unterstuetzt-sarrazin/#more-156148 lorbas 22. September 2010 at 21:18 Einer von vielen Gründen warum ich PI-ler bin. Heute Abend an der Tankstelle. Ich stehe mit dem Motorrad an der Zapfsäule, an der Zapfsäule links und rechts von mir jeweils zwei Angehörige der Kamel-treibenden-Zunft. Über meinen Kopf hinweg wird sich mit Salamalei-dingsda begrüßt. Dabei Ernte ich verächtliche Blicke. Kulturelle Bereicherung stelle ich mir anders vor, ich habe sie aber nie gewünscht, auch wurde ich nie gefragt ob ich sie möchte. Man fühlt sich Fremd in der eigenen Stadt. Deutschland schafft sich ab, jeden Tag ein Stückchen mehr. 🙁 DMH 22. September 2010 at 21:19 Bin auch dabei. Wegen etwaiger Antifanten habe ich wenig Bedenken – soweit ich gehört habe, erfolgt die Demonstration in enger Absprache mit der Polizei. Freue mich, so manchen E-Mail-Kontakt am Freitag auch persönlich kennenzulernen! lorbas 22. September 2010 at 21:20 #33 WahrerSozialDemokrat (22. Sep 2010 21:17) „Deutschland ist mein Vaterland! Bin hier geboren, bin hier zu Haus!” 🙁 Lies mal bitte #35 lorbas Gruß. Oliver 22. September 2010 at 21:24 Kieler werden dabei sein. Mit Kindern und Kerze. Schweinebraten_ 22. September 2010 at 21:25 Farbanschlag auf Jürgen Trittin: Richard A. 22. September 2010 at 21:26 Zu Sarrazin! Aktuelle >Schweizerzeit< vom 24. September 2010 Lieber lesen statt unbesehen diffamieren Dies veranlasst die «Schweizerzeit», Auszüge aus Sarrazins Buch im Wortlaut zu präsentieren. Der Leser mag entscheiden, ob die sachliche Auseinandersetzung mit Sarrazin wirklich überflüssig ist: http://www.schweizerzeit.ch (siehe: Sarrazin im Wortlaut) nowa45 22. September 2010 at 21:27 Beste Grüsse nach Hannover, meiner Geburtsstadt 😉 Viel Erfolg wünsch ich Euch. Eigentlich müssten sich Tausende an solchen Veranstaltungen beteiligen, ich bin immer erschüttert, wenn ich sehe, wie zögerlich solche Grundrechte eingefordert werden, traurig. Aber die Hoffnung bleibt : es werden immer mehr !! MohaMettBroetchen 22. September 2010 at 21:28 #26 Hausener Bub (22. Sep 2010 21:00) Eheeehhhh, nicht „wir sind das Volk“ rufen. Der Ruf muß lauten: „Nazis raus“. Die Gesichter der Linken und Mohamedaner müßt ihr mal sehen. 😉 r2d2 22. September 2010 at 21:29 Online wären bestimmt so einige PI-ler dabei…aber in persona niemals. moeke 22. September 2010 at 21:38 Ich ernte verächtliche Blicke, weil ich sichtbar ein Kreuz an einer Kette trage. Habe nie ein Kreuz gehabt aber jetzt trage ich es demonstratief. Bin keine grosse Christin aber eines Tages treffen wir uns alle in der Kirche: „Wir sind das Volk!“ agentjoerg 22. September 2010 at 21:39 OT aber sehr lesenswert. dem schweinchen dick werden da gehörig die leviten gelesen. Columbin 22. September 2010 at 21:41 Wir lehnen vielmehr jegliche Ideologien ab, da sie den Menschen die Freiheit, die Würde und das Denken nehmen. Simbo 22. September 2010 at 21:41 41# nowa45 Da kann ich nur zustimmen !!!!! Vielleicht gelingt es uns, das Boot noch in die richtige Richtung zu steuern. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir das Herrn Sarrazins Buch zu verdanken haben. Die Elite kommt in’s Rudern !!! Ich habe allerdings die Videos von Radditz angeschaut und bei mir sind Zweifel aufgekommen, ob wir, die für Demokratie einstehen, noch etwas erreichen können. Sieht leider nicht vielversprechend aus !! joghurt 22. September 2010 at 22:05 Farbanschlag auf Jürgen Trittin Wieso blos Farbe ? Faule Eier,wie beim Kohl joghurt 22. September 2010 at 22:07 aber eines Tages treffen wir uns alle in der Kirche: “Wir sind das Volk joghurt 22. September 2010 at 22:08 Trittin muss froh sein ,daß keine Steine fliegen Achs o ,das war ja der Fischer Jockel joghurt 22. September 2010 at 22:11 In Schweden wollen “Demokraten” und Linke auf die Straße gehen, Diese „Demokraten“ sind genauso links wie die Linken Is wie bei uns Kaffeetrinker 22. September 2010 at 22:15 Schade,24. muss ich arbeiten.Hätte mir es sonst wirklich überlegt von Kölle da hoch zu jückeln 🙂 :). WahrerSozialDemokrat 22. September 2010 at 22:16 #39 lorbas (22. Sep 2010 21:20) “Deutschland ist mein Vaterland! Deswegen habe ich ergänzt: Und ich weiß, dass es auch im Sinne von Mia ist! Unser Problem/ Schwäche ist nicht mehr zu wissen was Deutsch ist oder wofür es steht und die Nationalhymne verblasst zunehmend oder wir haben sogar Angst davor! Sobald wir von Deutsch oder Deutschland reden, entstehen reflexartig Bilder von begrenzten, schlimmen acht Jahren der Vergangenheit, von vor vier Generationen! Dabei lass ich es mal bleiben… Es gibt mehr Deutsche im Herzen, als in Deutschland je Leben werden! 😉 Es traut sich nur keiner 🙁 Und ich meine nicht das Deutschland der „acht Jahren“!!! joghurt 22. September 2010 at 22:20 #12 Simbo (22. Sep 2010 20:21) Einmal Kritik aus Israel (Yoram Ben-Zeev) und dann gleichzeitig Lob aus New York (Leo-Baeck-Institut in New York ) Die Dialektik nimmt kein Ende. joghurt 22. September 2010 at 22:22 Diese “Demokraten” sind genauso links wie die Linken Is wie bei uns (nur nennen sie sich bei uns inzwischen frech „die Mitte“) Und vor allem wollen die nur eines: Euch alle LINKEN joerdie 22. September 2010 at 22:24 Ich würde gerne die MFG am Freitag nach Hannover in Anspruch nehmen. Simon 22. September 2010 at 22:30 Hier ein Tipp an alle Demonstranten die Muslimen oder Islamfreunden begegnen sollten, die wieder einmal durch den typischen Christentum vs Islam Vergleich versuchen sollten die Verbrechen im Namen des Korans zu relativieren: Diese Menschen lassen einen erheblichen Mangel historischer Sachkenntnisse erkennen und vergleichen allzugerne Äpfel mit Birnen. Vergleicht man das Neue Testament mit dem Koran direkt, stellt sich ganz schnell heraus, dass der Koran in Sachen Gewaltaufforderungen und Intoleranz gegenüber allen Nichtmuslimen ganz klar die Nase vorn hat. Außerdem ist die Schreibweise eine völlig unterschiedliche: Während der Koran ziemlich direkte Anweisungen gibt, liest man die Bibel meist über Metaphern, Erzählungen und Anekdoten, also lässt die Bibel automatisch einen größeren Interpretationsspielraum. So und wenn das einen nicht überzeugt dann kann man , gesetzt der Annahme, dass man an der Existenz beider Religionsführer glaubt, mit einem kurzen Blick in die Biografie beider Figuren sofort erkennen, dass Jesus vergliche zu Mohammed Pazifist und Friedensstifter war. So kann man mit großer Sicherheit behaupten , dass der Ursprung des Christentums in weiten Teilen ein friedlicher war. Der Islam war schon in seinem Ursprung streitsüchtig und aggressiv , und breitete sich im Gegensatz zum Christentum nicht nur durch Missionierung aus, sondern durch Eroberungsfeldzüge und Unterwerfungen. Die blutigste Zeit im Christentum waren mit Sicherheit die Kreuzzüge, die allerdings als Rückeroberungs Kampagnen von ehemals meist christlichen Gebieten betrachtet werden können. Also hinken die Vergleiche mit dem Christentum sehr gewaltig. WahrerSozialDemokrat 22. September 2010 at 22:31 #51 WahrerSozialDemokrat (22. Sep 2010 22:16) joghurt 22. September 2010 at 22:41 Aber heute muss man ja mehr als Blind sein, um das undemokratische Verhalten der Eliten zu sehen. Irgendwie kann das doch nicht sein, dass in Europa mit seinem hohen IQ noch so viele noch nicht die Wiedersprüche sehen. LINKS = konservativ Die Linken wollen,daß alles so bleibt wie es ist,nämlich LINKS. ….also sind sie konservativ,sie konservieren die beschissenen Verhältnisse. RECHTS = revolutionär Will endlich Veränderung und eine andere Richtung. Simon 22. September 2010 at 23:00 Her Meggido 23. September 2010 at 01:28 OT – Aus dem Europa Parlament http://tiny.cc/wiiwt Indianer Jones 23. September 2010 at 02:44 Wie wäre es eigentlich mal mit einer *Onlinedemonstration*, das muß doch zu bewerkstelichen sein…. oder etwa nicht.? Um das religiöse mal abzustreifen, wäre ein Protest gegen Grüne und Linke durchaus an der Tagesordnung. 🙂 Indianer Jones 23. September 2010 at 02:53 bewerkstellingen..natürlich 😯 Indianer Jones 23. September 2010 at 02:58 oder wie das wort geschrieben wird…..mit gewissen leuten, in einen gewissen forum zu schreiben, macht wirklich grenzig,…sarrazin hatt mehr Recht ,als man es dachte. 🙄 Indianer Jones 23. September 2010 at 03:02 #66 Indianer Jones (23. Sep 2010 02:58) Das war absichtlich kleingeschrieben, mit Ausnahme dess Wortes *..Recht* Niketas von Byzanz 23. September 2010 at 08:17 #27 Hausener Bub (22. Sep 2010 21:00) Wäre gern dabei, um mein Plakat „Verräter der Meinungsfreiheit BB Wulff“ hoch zu halten! Über 7 Stunden Bahnfahrt ist halt a bisserl viel. Unbedingt den linken, pöbelnden Mob filmen! Bernd_das_Brot 23. September 2010 at 08:24 Du schreibst stolz (auf youtube) Deine Schule abgeschlossen zu haben und hörst Rap-Musik. Also, ich vermute, daß Du U30 bist. Ich finde es ok, sich generell mit Geschichte zu beschäftigen, ja es hat medial eine Verengung des Blickfeldes auf 12 (zwölf) schlimme Jahre Deutschlands gegeben. Aber die meisten gucken halt lieber RTL als Phoenix, dass heißt die Masse des TV-Publikums interessiert sich weder für Islamisierung noch für die Geschichte des 3. Reiches. Allerdings finde ich, mit ein paar Stunden Geschichtsunterricht pro Schuljahr ist es nicht getan. Man darf auch ruhig NACH der Schule nochmal ein Buch zur Hand nehmen oder zumindest für absolute Mindestbildung und als Einstieg Wikipedia konsultieren. Das würde ich Dir auch empfehlen, bevor Du im Internet Kommentare veröffentlichst. Wenn schon einfachste Fakten nicht stimmen, nimmt man Dich nicht ernst. Also, es waren 12 Jahre von 1933 – 1945: http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler#Errichtung_der_Diktatur Bernd_das_Brot 23. September 2010 at 08:25 @ #55 WahrerSozialDemokrat (22. Sep 2010 22:16 GustavMahler 23. September 2010 at 09:40 Oh, Tritt_Ihn, das hätte mal viel früher passieren sollen, damit du mal wach wirst. Da hätte der nie mit gerechnet, denn der Ballhofplatz ist so ein gemütliches, schnuckeliges innerstädtisches Ensemble, daß einem schon beim Betreten ganz warm ums Herz wird; umso größer der Kontrast. Soll er froh sein, daß es messernder Muslim war. GustavMahler 23. September 2010 at 09:41 Hupps, da fehlt im letzten Satz das Wort „kein“. joghurt 23. September 2010 at 10:00 WahrerSozialDemokrat 23. September 2010 at 10:12 #69 Bernd_das_Brot (23. Sep 2010 08:24) Danke für den Hinweis! Aber ich denke, selbst mit den acht Jahren habe ich noch übertrieben! Aber wie ich auch schrieb „Dabei lass ich es mal bleiben…“ Denn dafür ist das hier nun wirklich das falsche Forum! Deswegen werde ich Ihre Anregung für die Zukunft beherzigen! Alles andere dient nur der Verwirrung und ob nun 4, 8 oder 12 Jahre ist dabei nun wirklich nebensächlich. Aber Sie haben Recht, bevor man Schreibt, sollte man sein Denken nachvollziehbar machen oder sich den faktisch gegeben Zahlen bzw. Daten anpassen, die für alle nachvollziehbar sind! Weiterhin bin ich Ü40! Und bevorzuge musikalisch Tschaikowsky und Dvorak und habe davon wahrscheinlich genau soviel Ahnung wie von Rap-Musik! Und mal so nebenbei, wenn Sie mich das nächste Mal belehren erwarte ich nicht vorschnelle Urteile! Richtig- bzw. Klarstellungen ist eine Sache, aber Verächtlichmachung eine Andere! Mich wundert es nur, das Sie nicht auch gleich meine Grammatik und Rechtschreibung bemängeln? Was war jetzt eigentlich noch mal das Thema? Ach ja, Meinungsfreiheit – Freiheit – Freisein…. Also, es waren 12 Jahre von 1933 – 1945! Dem ist faktisch nicht zu widersprechen! WahrerSozialDemokrat 23. September 2010 at 10:29 „Du schreibst stolz (auf youtube) Deine Schule abgeschlossen zu haben“ P.S. Bei Schulbildung steht nur: Voll durchgezogen! Wie Sie dabei auf abgeschlossen oder stolz folgern können erschließt sich mir nun wiederum nicht! 😉 Salahadin 23. September 2010 at 11:13 Hallo joerdie, wo wollen wir uns treffen? Ich schlage vor, morgen um 17.00 Uhr auf der Shell-Tankstelle in Klein Eilsen. Habe ein grünes Auto mit HH-Kennzeichen. Wenn Du in der Nähe wohnst, kann ich Dich aber auch abholen. Fieberglas 23. September 2010 at 11:22 Ich prophezeie schon mal: O-Ton linke Schmierenpresse: NAZIAUFMARSCH IM ZENTRUM HANNOVERS joerdie 23. September 2010 at 11:28 Hallo Salahadin! Termin ist OK. Bin dann um 17 Uhr auf der Tanke in Eilsen. Meine Freundin bringt mich hin. Silberner Suzuki mit SHG. klausklever 23. September 2010 at 13:09 „Deutschland sollte weitere Atomkraftwerke bauen“ Simbo 23. September 2010 at 14:32 # 77 Salahadin # 79 joerdi Finde diese Initiative schon bemerkenswert. Viel Glück für morgen abend und weiter so. Es braucht Leute wie Sie, je mehr desto besser ! Salahadin 23. September 2010 at 16:26 # an joerdi malocai 23. September 2010 at 18:10 für mich nur ein katzensprung, ich bin dabei!!! und die linken scheinen auch noch keinen wind davon bekommen zu haben. also wird das wohl eine angenehme demo.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
script invalid von Kai345, 11.09.2011 03:28 – SELFHTML Forum torsten: script invalid script invalid torsten 07.09.2011 21:41 Matti Mäkitalo 08.09.2011 02:16 torsten 08.09.2011 15:38 Matti Mäkitalo 08.09.2011 16:09 torsten 08.09.2011 21:20 torsten 09.09.2011 08:14 EKKi 09.09.2011 09:41 torsten 09.09.2011 14:09 torsten 09.09.2011 14:28 JürgenB 09.09.2011 14:28 torsten 10.09.2011 16:21 JürgenB 11.09.2011 00:03 Kai345 11.09.2011 03:28 JürgenB 11.09.2011 09:30 torsten 11.09.2011 15:20 torsten 11.09.2011 15:33 JürgenB 11.09.2011 15:43 torsten 11.09.2011 15:54 JürgenB 11.09.2011 16:04 torsten 11.09.2011 16:18 JürgenB 11.09.2011 16:23 torsten 11.09.2011 16:36 Kai345 11.09.2011 16:53 torsten 12.09.2011 16:55 JürgenB 12.09.2011 17:28 torsten 12.09.2011 21:52 JürgenB 12.09.2011 22:23 torsten 12.09.2011 23:28 torsten 13.09.2011 21:22 JürgenB 11.09.2011 17:05 JürgenB 11.09.2011 15:40 ich habe folgendes javascript durch die jsFiddle geleiert: // link mit id="bla" fokussieren var toFocus = document.getElementById(window.location.hash.substr(1)); if (toFocus) // beim loesen der maustaste rahmen um link entfernen document.links[i].onmouseup=function() if(this.blur) und diese sagt mir: Problem at line 6 character 9: Expected '{' and instead saw 'toFocus'. Problem at line 17 character 5: Don't make functions within a loop. Problem at line 16 character 10: Missing semicolon. Implied global: window 1,4, i 8,10 wäre nett wenn mir jemand verrät was das bedeutet und wie ich das gerade biegen kann? leider bin ich nicht der javascriptschlaubürger :( Matti Mäkitalo Homepage des Autors 08.09.2011 02:16 Das ist nur ein Hinweis, dass du die optionalen Klammern beim if setzen solltest. Die anonyme Funktion, welche du in der Schleife definierst, hat gar keinen Bezug zur Schleifenvariable o.ä.. Du kannst diese also auch außerhalb der Schleife einer Variablen zuweisen und brauchst nur noch diese Variable nutzen. Im Gegensatz zu einer Funktionsdeklaration (bei der du kein Semikolon nach der schließenden geschweiften Klammer brauchst) ist ein Funktionsausdruck (und einen solchen beschreibst du dort) ein Ausdruck wie viele andere auch. Also brauchst du dort ein Semikolon. Wenn du Variablen nicht mit var bekannt machst, sind diese automatisch global. Dies sollte man i.d.R. vermeiden. danke für deine antwort und ne interessante homepage hast du da gelistet ;-) ein paar der fehler hab ich dank deiner erklärung und etwas rumspielen gefunden und das ganze sieht jetzt so aus: {toFocus.focus(); allerdings gibt sich die jsFiddle damit nicht zufrieden, ich habe gestern angefangen die self beschreibung für javascript zu lesen (ich komme wohl doch nicht drum'rum) würde mein problem aber gern schneller lösen als ich in der lage bin zu lernen... folgendes wirft mir die jsFiddle jetzt vor: Problem at line 17 character 9: Don't make functions within a loop. welches ist die "anonyme Funktion"? wie bekomm ich die da raus ohne schaden anzurichten und wie bekomm ich die variable dann da rein mit positivem ausgang? iregnd wie sehe ich da nur einene methode den das lösen der maustaste zu definieren... vermieden heißt ja nicht FALSCH oder? selfhtml sagt dazu "Sie ist im gesamten Dokument gültig und steht jederzeit zur Verfügung." was mir ja auch nur recht sein kann oder missverstehe ich hier was? Matti Mäkitalo Homepage des Autors 08.09.2011 16:09 Ich bin mal direkt und sage, dass dein Klammerstil gewöhnungsbedürftig ist. Ich erkenne nicht, warum die öffnende Klammer bei if(toFocus) auf der gleichen Höhe wie das if beginnt, dann aber kein Zeilenumbruch stattfindet, später bei if(this.blur) dann aber eins weiter eingerückt ist und ein Umbruch da ist (da wenigstens einheitlich mit dem for), ... Entscheide dich, wo du öffnende und schließende Klammern haben willst. Weitverbreitet sind folgende Stile: Du kannst dir natürlich etwas eigenes ausdenken, aber das da oben ist sehr schwer zu lesen. Die anonyme Funktion ist die Funktion, welches du dem onmouseup-Handler zuweist. Das gleiche Ergebnis wäre if(this.blur) { document.links[i].onmouseup = myHandler; Da musst du dir aber immer sicher sein, was das "this" in diesem Zusammenhang ist. In diesem Beispiel bezieht sich "this" innerhalb von myHandler immer auf das Element, auf dem der Handler ausgelöst wurde. Wenn du da mehr wissen willst, lies dir die Artikel von molily zu dem Thema durch (Javascript: Event-Handling). In der Originalmeldung steht ja auch Problem und nicht Fehler. Das gleiche gilt im Übrigen für die Sache mit Funktionsdefinitionen innerhalb von Schleifen. Du hast gültiges JavaScript, du könntest also schon aufhören. Bei globalen Variablen ist es aber so, dass du damit zwar kurzfristig dein Problem löst, du dir aber gleichzeitig langfristige Probleme einhandelst. // rufe zehnmal die Funktion do_something() auf, und übergib als Parameter die Zählvariable. Gib 3 alert()-Meldungen aus, welche den übergebenen Parameter und die fortlaufende Nummer der Meldung enthalten. for (i=0; i < 3; ++i) { alert("Tue etwas für v=" + v + ", i=" + i); Bevor du weiterliest, überlege dir, was du von dem Code erwartest und dann probier ihn aus. (Es wird nicht 10x3 = 30mal ein Alert ausgegeben, sondern du hast eine Endlosschleife. Warum?) Nun stehen hier die Schleife und die Funktion nahe beieinander und man kann den Fehler schon direkt ablesen. Aber stell dir mal vor, dass die Funktion irgendwo ganz anders ist (oder gar nicht von dir und du dir die Funktion gar nicht anschaust!). Wenn mindestens ein Auftreten (besser: beide) von i als lokal deklariert werden (indem du ein "var" davor stellst), tritt der Fehler nicht auf. schön, dass du nicht so leicht aufgiebst ;-) das ist die art von direktheit gegen die niemad was einzuwenden haben kann, danke dafür! ich verstehe anhand deiner erläuterung, dass die klammersetztung quasi die "verschachtelung" des codes kennzeichnet, obwoh ich erst http://de.selfhtml.org/javascript/sprache/regeln.htm@title=hier bin. die klemmer ist also das strukturmerkmal. allerdings sind mir schon scripte über den weg gelaufen, die einfach in einer reihe notiert waren, ähnlich der kommandozeile bei excel... >   // tue etwas ich les mal selfhtml weiter und werde mich für eine option entscheiden hm, erst mal vertau ich deinen worten, ich werde mal versuchen das zu verstehen... d.h. also, dass die festlegung der lokalen variable außerhalb der funktion statt findet und der zweite teil in die ursprüngliche funktion eingebastelt gehört... werd's versuchen. > Da musst du dir aber immer sicher sein, was das "this" in diesem Zusammenhang ist. In diesem Beispiel bezieht sich "this" innerhalb von myHandler immer auf das Element, auf dem der Handler ausgelöst wurde. Wenn du da mehr wissen willst, lies dir die Artikel von molily zu dem Thema durch ([Javascript: Event-Handling](http://molily.de/js/event-handling-grundlagen.html)). im laufe der nächsten jahre werde ich sicher die gesamte doku von molily durch gewurschtelt haben, sieht nämlich sehr interessant aus und scheint auch für laien gemacht (oder?) danke für den link. > In der Originalmeldung steht ja auch Problem und nicht Fehler. Das gleiche gilt im Übrigen für die Sache mit Funktionsdefinitionen innerhalb von Schleifen. Du hast gültiges JavaScript, du könntest also schon aufhören. > Bei globalen Variablen ist es aber so, dass du damit zwar kurzfristig dein Problem löst, du dir aber gleichzeitig langfristige Probleme einhandelst. > Einfaches Beispiel: > // rufe zehnmal die Funktion do_something() auf, und übergib als Parameter die Zählvariable. > for (i=0; i < 10; ++i) { >    do_something(i); >   Gib 3 alert()-Meldungen aus, welche den übergebenen Parameter und die fortlaufende Nummer der Meldung enthalten. > function do_something(v) { >   for (i=0; i < 3; ++i) { >     alert("Tue etwas für v=" + v + ", i=" + i); ich war schon mal in böhmen... da gibt es solche dörfer... werde mich dransetzen n.k.a.! (= noch keine ahnung!) Nun stehen hier die Schleife und die Funktion nahe beieinander und man kann den Fehler schon direkt ablesen. wenn ich dazu fähig wär... Aber stell dir mal vor, dass die Funktion irgendwo ganz anders ist (oder gar nicht von dir und du dir die Funktion gar nicht anschaust!). verstehe, da ich (noch) immer auf fremdsripten angewiesen bin und das eine oder andere script echt übel aussieht (schau dir shadowbox.js in meinem wurzelverzeichnis an wenn du lust hast) kann man schnell über derartige macken stolpern. ich hoffe nur, dass ich mir mit dem "perfekten" javascript nicht einen gewünschten aber bisher unerklärlichen effekt auf meiner seite zermatsche. um nicht immer wie ein vollhonk da zu stehen und um zu verstehen was gesagt wird wenn mir leute wie du helfen werde ich mich jetzt ernsthaft mit js beschäftigen... das dauert aber, ich bin nicht sonderlich begabt mit sowas umzugehen und habe auch nicht allzu viel zeit dafür übrig (immerhin hab ich's neun jahre geschafft drum herum zu kommen, so lange betreibe ich schon eine eigene seite, die nur dasnk javascript und vielen helferlein, die kostenlos ihr knoff hoff zur verfügung stellen) leider kann ich erst nächsten dienstag wieder richtig rumbasteln, ich hoffe bis dahin ist diese diskussion noch nicht im archiv. das hier ist auf jeden fall auch flasch: var myHandler = function() for(var i=0;i<document.links.length;i++) Problem at line 17 character 25: this is undefined Implied global: window 9,12 Könntest Du bitte mal auf Dein komisches jsFiddle verzichten? Das verwirrt - gerade Dich als Anfänger - nur unnötig, da es etwas zu pingelig ist (ob das daran liegt, dass es sich noch im Alpha-Stadium befindet, vermag ich nicht zu sagen). Nein, ist es definitiv nicht. Lass das Javascript doch einfach mal laufen - es wird voraussichtlich problemlos funktionieren. Zeile 17 ist wahrscheinlich folgende? Natürlich ist "this" dort undefiniert, wenn man die Funktion losgelöst betrachtet. Da die Funktion allerdings nur als Event-Handler verwendet wird, ist "this" zur Laufzeit sehr wohl definiert. Damit ist vermutlich folgendes gemeint? Natürlich ist das das globale "window"-Objekt. Was sollte es sonst sein? Du solltest IMHO nicht allzu viel auf irgendwelche halbfertigen und amerikanisch[1] reagierenden Tools geben ... [1] Erst schießen - dann fragen. Könntest Du bitte mal auf Dein komisches jsFiddle verzichten? Das verwirrt - gerade Dich als Anfänger - nur unnötig, ist nicht auszuschließen, allerdings habe ich schon in vergangenheit versucht mein problem zu klären, habe aber außer lebenshilfe keine für meinen wissenstand verwertbaren infos bekommen. irgendwas musste ich doch machen... in etwa nach dem motto: "er war jung und brauchte das geld" ohne aufmüpfig wirken zu wollen: das script lief auch in der "falschen" version (s.o.) allerdings bin ich gern kompromissbereit, ein mögliches problem ist eben noch keins, gell. trotzdem stimme ich matti zu, wenn er meint das es beim js ähnlich ist wie im straßenverkehr. man muss halt mit den fehlern der anderen rechnen... wenn ich richtig gezählt habe ist das "i" in diesem teil gemeint: for(var i=0;i<document.links.length;i++) allerdings schließe ich (m)eine fehlinterpretation nicht aus. verstehe was du sagen willst... weiß aber nicht ob das gemeint ist :) dazu haben die bald keine kohle mehr allerdings darf ich "die amerikaner" nicht unterschätzen die wollen sich jetzt für weitere geliehene 450 miliarden dollar arbeitsplätze schaffen mein tipp: rüstung (gabs schon mal) ALSO: das script funktioniert ABER mein altes neues problem ist wieder da. ich weiß immer noch nicht warum das script wenn ich einen link mit sprungmarke benutze wie zum beilpiel #nopuresw den effekt erzeugt (bitte warten bis die seite vollständig geladen ist... ca 500kb plus durchrattern der scripte... dauert etwas) ich vermute das bis hier hin: der link focussiert wird und der rest nicht weiter von bedeutung ist weil's kein mouseup gibt. wenn diese schlussfolgerung nicht völlig falsch ist verstehe ich nicht wiso der effekt nicht auftritt wenn ich folgendes notiere: // class="resize" for normal picz Shadowbox.setup("a.resize", { // class="drag" for panoramic picz folgendes geht aber wiederum: wobei der zusätzliche teil ein stup für ein fremdscript zur bilddarstellung ist, es ist aber unerheblich ob dieses fremdscript im HEAD bereich gelistet ist oder nicht. das problem ist imho in der o.a. notation zu suchen** mist, hab in der eile des gefechts mit der falschen (alten) fünktion gepostet, ist aber mit der ausgelagerten variablen (myHandler) genau das gleiche... JürgenB Homepage des Autors 09.09.2011 14:28 der zweite Eventhandler überschreibt hier den ersten. Schau dir mal an, wie Events hinzugefügt werden, Stichwort addEvent. bedeutet das automatisch, dass das: Shadowbox.setup("a.resize", Shadowbox.setup("a.drag", nicht nur funktioniert, sondern auch korrekt ist? JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 00:03 1. Sinnvoller Einsatz von Unterprogrammen 2. Hinzufügen von Eventhandlen Fasse Programmteile zu Unterprogrammen zusammen, die zusammen gehören. Dadurch wird dein Code übersichtlicher und die Teile lassen sich besser wieder verwerten. Das Notieren von Eventhandlern nach dem Schema element.onevent = function() { ... } ; hat den Nachteil, das evtl. von anderen Scripten gesetzte Eventhandler überschrieben werden. Daher ist es langfristig sinnvoller, mit "addEvent" zu arbeiten. Leider müssen hier Browserunterschiede berücksichtigt werden. Z.Zt. benutze ich folgende Funktion: type = type.replace("on",""); obj.attachEvent('on' + type, function () { return fn.call(obj, window.event); } // addEvent die ich im Netz gefunden und angepasst habe. Aufgabe_1(); Aufgabe_2(); schreibst du dann addEvent(window,"onload",Aufgabe_1); addEvent(window,"onload",Aufgabe_2); Kai345 Homepage des Autors 11.09.2011 03:28 hier wird "on" generell entfernt ... und hier ggf. wieder hinzugefügt. Nicht, daß das schlimm wäre, insbesondere bei der Leistungsfähigkeit heutiger JS-Engines und Computer, aber irgendwie überflüssig. Also sollte "on" nur da entfernt werden, wo es notwendig ist: Im Zweig allerdings dann richtig. Bei dir wird "on" irgendwo im übergebenene Parameter "type" ersetzt, kann also im schlimmsten Fall dazu führen, daß der Name des Events verstümmelt wird, wenn man den Namen so übergibt, wie es für addEvent üblich ist: ohne führendes "on". Übergebe ich also "DOMContentLoaded" macht deine Funktion "DOMCtentLoaded" daraus. Ich sehe zwar keinen Sinn darin, entgegen den Gepflogenheiten fast(?) aller addEvent-Hilfsfunktionen, die man im Netz findet, den Event-Typ mit führendem "on" übergeben zu müssen, aber wenn du das schon tust, dann muß das zu ersetzende "on" am Anfang der Zeichenkette festgemacht werden. JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 09:30 "DOMContentLoaded" macht deine Funktion "DOMCtentLoaded" daraus. du hast recht. Diese Zeile hat historische Gründe: meine alte addEvent benötigte zwingend "on", bei der Originalversion der neuen addEvent darf kein "on" vorangestellt werden. Als ich dann beim Aufräumen die alte Version durch die neue ersetzt habe, gab es ein Problem. Daher funktioniert meine Version mit und ohne "on". Dass das "on" überall stehen darf, war bisher bei mir noch kein Problem, da ich bisher nur die "alten" Events wie "onload", onmouseover, ... verwende. Von dem "neu-modischen Zeugs" wie "DOMContentLoaded" habe ich bisher Abstand gehalten, da ich es bisher nicht benötigt habe. Außerdem bin ich beim Einsatz von für mich neuen Techniken sehr zurückhaltend, da ich von der unterschiedlichen Unterstützung durch die Browser weiß und mangels Testmöglichkeiten (ich habe von den verbreiteten Browsern nur die aktuellen installiert) die Funktion von Alternativen nicht richtig testen kann. Eine bessere Entfernung des "on" nur am Anfang steht aber auf der Todo-Liste. Daher danke für deine Anmerkungen. eure tipps waren sehr hilfreich und ich habe http://de.selfhtml.org/dhtml/modelle/dom.htm#event_handling@title=dies und das und jenes (letzteres zumindest teilweise) gelesen, meine verwirrung hat sich nicht im geringsten entwirrt, allerdings ist die eine oder andere kleinigkeit hängen geblieben... onread function (){ was ich allerdings nicht herausgefunden oder verstanden habe ist WARUM das: nicht gemacht werden soll oder darf obwohl es funktioniert. kann eiener von euch mal bitte DAU-tauglich dieses WARUM NICHT erläutern oder mir einen link senden oder mich auf den textteil hinweisen in dem die erklärung zu finden ist, die ich vermutlich nicht verstanden habe? unterdessen habt ihr in meinem kopf folgendes zusammen gebastelt, was auch prima zu funktionieren scheint: function normalPic() { initialWidth: 700, initialHeight: 550, fadeDuration: 0.5, resizeDuration: 0.5, slideshowDelay: 15, counterLimit: 19, viewportPadding: 5 function panoPic() { addEvent(window,"onload",killFrame); addEvent(window,"onload",normalPic); addEvent(window,"onload",panoPic); betseht eigentlich die möglichkeit, das dieser kleine fopas auswirkungen auf das eventhandling in fremdscriten (die ich ausreichend verwende) hat? außerdem müsste doch aus meinem "continuous: true," (sie oben) "ctinuous: true," werden, was die eigenschaften der darstellung der shadowbox ändern müsste... tut es aber nicht... JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 15:43 wie kommst du denn darauf? Der Funktion addEvent wird u.A. der Parameter type als String übergeben, und in diesem String wird das on entfernt. Wie kommst du auf die Idee, dadurch würde der Code des Eventhandlers verändert? ganz einfach: schneller schreiben als denken... Der Funktion addEvent wird u.A. der Parameter type als String übergeben, und in diesem String wird das on entfernt. Wie kommst du auf die Idee, dadurch würde der Code des Eventhandlers verändert? da denk ich mal drüber nach... da ich den urschleim noch nicht verinnerlicht hab kannst du ja versuchen das posting zu vergessen. vielleicht kannst du mir noch einen hinweis zu dem posting davor und der frage nach dem WARUM NICHT geben. JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 16:04 hab ich doch: window.onload = ... kann den onload-Eventhandler eines anderen davor eingebundenen Scripts überschreiben. Daher sollte man diesen Weg zum Setzen von Eventhandlern nur nutzen, wenn sichergestellt ist, dass keine anderen Scripte dieses auch tun. das hab ich auch verstanden weil ich: zwei mal aufgerufen habe aber was ich nicht verstanden habe ist, ob das ganze auch für diese form gilt: oder verstehe ich das mal wieder miß? JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 16:23 diese Zeile überschreibt möglicherweise den Onloadhandler, den schon ein anderes davor eingebundenes Script gesetzt hat. Sonst ist das OK. an dieser stelle klinke ich mich für ne weile aus, weil ich gleich die wand hoch gehe das hier zeigt den gewünschten effekt wenn ein link wie http://www.jungmann.net/#gletsch im adressfeld steht und das hier nicht. Kai345 Homepage des Autors 11.09.2011 16:53 und das hier nicht. Weil da immer noch der Fehler drin ist, den Jürgen hier bereits bemängelt hat. das posting mit der bemängelung hab ich komplett überlesen, sorry dafür und danke für den wiederholten hinweis :) ich merke schon dass ich eure nerven ziemlich starpaziere... das js hab ich nochmal angepasst, aber ich verlinkes hier nicht um euch weiteres zu ersparen, außerdem dürfte das inzwischen warscheinlich sogar peinlich sein, ich habs in den aktuellen versionen von FF/IE/O/GC getestet und sollte mit dem ergebnis zufrieden sein :) vielleicht seid ihr's jetzt auch. eine anmerkung von jürgen lässt mich außerdem noch grübeln: Ob das überhaupt funktioniert, möchte ich anzweifeln, da erst nach dem Laden der Seite weitere onload-Handler hinzugefügt werden. wie meint er das mit dem "nach dem Laden der Seite" das script steht doch im HEAD bereich der seite und die shadowbox funktioniert eh nur wenn die seite vollständig geladen wurde (zumindest beschreibt das der verfasser so, ähnlich wie bei der lightbox) wenn sich das "seite" auf das script an sich bezieht hab ich einfach mal beim ritzelrechner in den quelltext geschaut... hier ist das addEvent zwar am ende einer funktion innerhalb des HEAD bereichs, habe dem aber keine bedeutung beigemessen... war meine vermutung wieder falsch? JürgenB Homepage des Autors 12.09.2011 17:28 das Ereignis "Seite geladen" tritt genau einmal ein, nämlich dann, wenn die Seite vollständig einschließlich HTML, CSS, JS, Bilder, ... geladen ist. Wenn du auf dieses Ereignis reagieren willst, musst du das dem Browser mitteilen, bevor es eintritt. moinmoin jürgen! diese schlussfolgerung erklärt den satz der drüber steht, nennt aber nicht den grund deines zweifels (ich behaupte nicht der wär unberechtigt und ich verstehe, dass ich dem browser dieses ereigniss wohl verheimliche) für meinen "newbie" verstand ist das windows.onload ereignis (um das es geht, oder?) teil der von dir aufgeführten bestandteile (HTML, CSS, JS, Bilder) und wenn es teil des ganzen ist, dann wird es doch behandelt bevor das ganze beendet ist? das ist lediglich meine schlußfolgerung und somit mit an sicherheit grenzender warscheinlichkeit nicht richtig. aber ich versteh mal wieder nicht wie's zusammengehört. ich lese einfach die doku weiter und finde mglw eines tages selbst heraus was noch zu wissen nötig scheint um das zu begreifen. danke für eure hilfe! das soll nicht heißen ich klinke mich aus, würde aber versehen wenn ihr das macht ;-) JürgenB Homepage des Autors 12.09.2011 22:23 diese schlussfolgerung erklärt den satz der drüber steht, nennt aber nicht den grund deines zweifels ... ganz einfach, ich habe es ausprobiert. lecko mio! is ja irre! jetzt hab ich sogar beim falsch machen noch was falsch gemacht... hab den alten zustand wieder hergestellt... moinmoin jürgen (wenn du noch da draußen bist)! imho könnte es sein, dass ich's heraus gefunden habe... das addEvent hab ich innerhalb einer window.onload funktion abgefeuert, das wahr wohl so falsch wie's nur sein kann. vielleicht wolltest du mir sagen, dass ich das ereignis komplett versteckt hatte? wenn das so ist hat sich mir dieser inhalt erst erschlossen nachdem ich den fehler (wenn er's denn war) gefunden habe, dachtest du es wär nicht angemessen den fehler auf grund der beschreibung finden zu können? das kann ich nicht ausschließen, dass du damit recht hattest =) ... danke nochmal! JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 17:05 an dieser stelle klinke ich mich für ne weile aus, ich auch, da ich nicht mehr weiß, wie ich es noch erklären soll. JürgenB Homepage des Autors 11.09.2011 15:40 > nicht gemacht werden soll oder darf obwohl es funktioniert. kann eiener von euch mal bitte DAU-tauglich dieses WARUM NICHT erläutern oder mir einen link senden oder mich auf den textteil hinweisen in dem die erklärung zu finden ist, die ich vermutlich nicht verstanden habe? das ist nicht falsch, aber wenn ein anderes Script ebenfalls ein onload-Event setzt, kommt es zur Kollision. Der spätere gewinnt. > unterdessen habt ihr in meinem kopf folgendes zusammen gebastelt, was auch prima zu funktionieren scheint: if(type.search("on")==0) type = type.substr(2); // Korrekturvorschlag >   if (obj.addEventListener) { >     obj.addEventListener(type, fn, false); >   else if (obj.attachEvent) { >     obj.attachEvent('on' + type, function () { >       return fn.call(obj, window.event); > } // addEvent > addEvent(window,"onload",killFrame); > addEvent(window,"onload",normalPic); > addEvent(window,"onload",panoPic); das ist aber jetzt nicht dein Ernst? Der einzige Sinn des addEvent ist der Verzicht auf element.onevent = ..., also hier auf window.onload = ... keine Ahnung, bei mir hat es geklappt ... :). Aber oben ist ein Korrekturvorschlag. Du kannst das Entfernen des "on" auch ganz weglassen, musst dann aber beim Aufruf das "on" weglassen. Der Einsatz von mehreren Fremdscripten ist allerdings immer kritisch, z.B. weil sie sich gegenseitig globale Variablen und Funktionen überschreiben können, und Wechselwirkungen sollten immer sorgfältig überprüft werden.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Eugen Ewig - Wikipedia-Personensuche Eugen Ewigdeutscher Historiker 18. Mai 1913, Bonn 1. März 2006, Bonn Wikipedia-Link: Eugen_Ewig Wikipedia-Artikel-ID: 645872 (PeEnDe) LCCN: n 83135717 von Eugen Ewig: Die fränkischen Teilungen und Teilreiche (511 - 613) – [vorgelegt ... in der Gesamtsitzung am 24. Oktober 1952]. Verl. der Akad. der Wiss. und der Literatur [u.a.], Mainz 1953. Eugen Ewig: Die Merowinger und das Imperium. Westdt. Verl., Opladen 1983, ISBN 3-531-07261-7. Eugen Ewig. Hrsg. von Hartmut Atsma: Spätantikes und fränkisches Gallien – gesammelte Schriften (1952 - 1973). Artemis-Verl., Zürich [u.a.] . Eugen Ewig: Die Merowinger und das Frankenreich. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019473-9. Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. Herder, Freiburg [u.a.] . hrsg. von Rudolf Schieffer: Beiträge zur Geschichte des Regnum Francorum – Referate beim Wissenschaftlichen Colloquium zum 75. Geburtstag von Eugen Ewig am 28. Mai 1988. Thorbecke, Sigmaringen 1990, ISBN 3-7995-7322-4. [Autoren: Jürgen Fohrmann ...]: In memoriam Eugen Ewig – (18.05.1913 - 01.03.2006) ; Reden gehalten bei der akademischen Gedenkfeier am 1. Dezember 2006 im Festsaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Bouvier, Bonn 2007, ISBN 978-3-416-03171-4. ↔ Anton, Hans Hubert, deutscher Historiker ↔ Chlodwig I., Mitglied der Merowingerdynastie; machte Paris zur Hauptstadt des Frankenreiches ↔ Classen, Peter, deutscher Historiker ↔ Heidrich, Ingrid, deutsche Historikerin ↔ Jarnut, Jörg, deutscher Historiker ↔ Just, Leo, deutscher Historiker ↔ Kaiser, Reinhold, deutscher Mediävist ↔ Levison, Wilhelm, deutscher Historiker ↔ Nonn, Ulrich, deutscher Historiker ↔ Schieffer, Rudolf, deutscher Historiker ↔ Semmler, Josef, deutscher Historiker ↔ Thomas, Heinz, deutscher Historiker → Becher, Matthias, deutscher Historiker → Beumann, Helmut, deutscher Historiker → Bierbrauer, Volker, deutscher Prähistoriker und Mittelalterarchäologe → Bleiber, Waltraut, deutsche Mittelalterhistorikerin → Braubach, Max, deutscher Historiker → Büttner, Heinrich, deutscher Historiker und Archivar → Droege, Georg, deutscher Historiker → Ennen, Edith, deutsche Historikerin und Archivarin → Fohrmann, Jürgen, deutscher Literaturwissenschaftler → Geary, Patrick J., US-amerikanischer Historiker → Grimoald der Ältere, fränkischer Hausmeier aus dem Geschlecht der Karolinger → Hübinger, Paul Egon, deutscher Historiker → Karl Martell, fränkischer Hausmeier → Kehr, Paul Fridolin, deutscher Historiker → Mayer, Theodor, österreichischer Historiker → Milo von Trier, Bischof von Trier und Reims → Minder, Robert, französischer Germanist → Paravicini, Werner, deutscher Historiker und Mediävist → Petri, Franz, deutscher Geschichtswissenschaftler → Pfeil, Ulrich, deutscher Historiker → Platz, Hermann, deutscher Romanist und Kulturwissenschaftler → Rassow, Peter, deutscher Historiker und Hochschullehrer → Ruppel, Aloys, deutscher Bibliothekar, Archivar und Historiker → Schieder, Theodor, deutscher Historiker → Schmid, Karl, deutscher Mediävist → Schmittlein, Raymond, französischer General und Politiker → Schöttler, Peter, deutscher Historiker → Schuman, Robert, französischer Politiker, MdEP → Steinbach, Franz, deutscher Historiker → Stroheker, Karl Friedrich, deutscher Althistoriker → Werner, Karl Ferdinand, deutscher Historiker ← Adalbero I. von Bar, Bischof von Metz ← Adalbero II., Bischof von Verdun und Metz ← Adalbero III. von Luxemburg, Bischof von Metz ← Aegas, fränkischer Hausmeier ← Arnegunde, Ehefrau des fränkischen Königs Chlothar I. ← Audovera, fränkische Aristokratin ← Basena von Thüringen, Gattin des merowingischen Königs Childerich I. ← Basinus von Trier, Geistlicher, Erzbischof von Trier ← Bathilde, Ehefrau des fränkischen Merowingerkönigs Chlodwig II. und Heilige der katholischen Kirche ← Baus, Karl, deutscher Kirchenhistoriker und Patrologe ← Beatus von Trier, Trierer Priester und Missionar ← Becker, Alfons, deutscher Historiker ← Bodsch, Ingrid, österreichische Historikerin und Museumsdirektorin ← Charibert I., König des Frankenreichs/Teilreich Paris (561–567) ← Childebert I., Frankenkönig ← Childebert III., Merowingerkönig ← Childerich II., merowingischer Frankenkönig ← Chilperich I., merowingischer König in Neustrien ← Chilperich II., Frankenkönig aus dem Haus der Merowinger (716–721) ← Chlodomer, ältester Sohn des Frankenkönigs Chlodwig I. und der Chrodechild ← Chlodwig II., merowingischer König im Frankenreich ← Chlodwig III., merowingischer König des Frankenreiches (690/691–694) ← Chlothar I., Frankenkönig aus dem Hause der Merowinger ← Chlothar IV., Frankenkönig ← Cyrillus von Trier, Bischof von Trier ← Dagobert I., merowingischer König des Frankenreichs (629–639) ← Dagobert III., merowingischer Frankenkönig (711–715) ← Deoteria, Geliebte von Theudebert I. ← Domitian von Maastricht, ← Erchinoald, fränkischer Hausmeier ← Eticho, Herzog im Elsass ← Eudo von Aquitanien, Herzog oder Fürst von Aquitanien ← Fibicius, Bischof von Trier nach 502 ← Flaochad, fränkischer Hausmeier ← Gailswintha, fränkische Königin ← Jamblichus, Bischof von Trier ← Laboaldus, Bischof von Mainz ← Leontius, Bischof von Trier ← Merowech, König der Salfranken (um 450/460) ← Odilia, Heilige ← Radulf, Herzog von Thüringen ← Rigibertus, Bischof von Mainz ← Rigunth, Merowinger-Prinzessin ← Severus von Trier, Bischof von Trier ← Sigibert I., Frankenkönig aus dem Hause der Merowinger ← Sigibert III., fränkischer König (Merowinger) ← Skalweit, Stephan, deutscher Historiker ← Theudebald, merowingischer Frankenkönig ← Theudebert I., merowingischer König in Austrasien ← Theudebert II., König der Franken mit Residenz Metz ← Theuderich I., fränkischer König (Reich von Metz: 511–533); ältester Sohn von Chlodwig I. ← Theuderich III., merowingischer König des Frankenreichs ← Theuderich IV., merowingischer Frankenkönig (721–737) ← Wachtel, Alois, deutscher Historiker ← Wisigarde, langobardische Prinzessin ← Wulfoald, fränkischer Hausmeier in Austrien URLs zu dieser Seite: http://toolserver.org/~apper/pd/person/Eugen_Ewig, http://toolserver.org/~apper/pd/person/peende/645872, http://toolserver.org/~apper/pd/person/gnd/11955450X, http://toolserver.org/~apper/pd/person/viaf/93595150.Die Daten dieser Seite wurden vollautomatisch zusammengestellt. Der Großteil der
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Der Kanzler »inferior«, die Volkspartei bald »ein toter Ast am Baum der Geschichte«, unten herrscht der »Tiefe Staat«: Erwin Riess zeichnet auf Seite 3 dieser Versorgerin ein düsteres Bild von Österreich im Herbst 2014. Schon trostlos. Also Musik. Doch halt: »Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch davon nichts.«, sagt Hanns Eisler. Und so werfen auch die Texte in unserem kleinen Musik-Schwerpunkt den Blick verstärkt auf das »Außermusikalische«, das Gesellschaftliche. Der Komponist Clemens Nachtmann sieht auf Seite 5 in den Vermittlungsformen des Kulturbetriebs kaum eine Chance, Neue Musik tatsächlich zu erfahren. Über das Verhältnis von Musik und Film, insbesondere die Verwendung von Verfahrensweisen der Neuen Musik schreibt Magnus Klaue auf Seite 7. Wie in einer Art Talkshow lässt Gerhard Scheit auf den Seiten 8 und 9 in seinem Text über den »Postmodernen Parsifal« heutige Stars der »Philosophen-Szene«, allesamt bedenkliche Wagnerianer, auftreten. Die Möglichkeiten des Musikmachens als feministische DIY-Strategie in Zeiten des Neoliberalismus befragt Kristina Pia Hofer auf Seite 12. Der Ethnologe Felix Riedl hat sich durch eine Fülle von neueren psychoanalytischen Filminterpretationen gelesen und fand darin vielfach »den Optimismus einer von Marx-Lektüre und kritischer Theorie gereinigten Psychoanalyse« (Seite 11). Über eine der Entdeckungen Freuds, die Bisexualität von Mann und Frau, und deren Verdrängung schreibt Renate Göllner, Mitherausgeberin von Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse, auf Seite 10. Im September haben sich mehr als 55 Prozent der Schotten gegen eine Loslösung von Großbritannien ausgesprochen. Richard Schuberth rät anlässlich des Referendums, dem Mythos eines »linken Nirvanas nördlich des Tweed« nicht auf den Leim zu gehen. Von Stepan Grigat sind in den letzten Jahren viele Beiträge zu Israel, Antisemitismus und Antizionismus in der Versorgerin erschienen. Sein neues Buch Die Einsamkeit Israels rezensiert Florian Markl auf Seite 15. Lisa Bolyos schreibt auf Seite 17 über die Flucht von Emmanuel Mbolela vom Kongo nach Europa und über die Anstrengungen, das Recht auf einen sicheren Fluchtweg durchzusetzen. Über den »Eiertanz« um »Social Freezing« berichtet Svenna Triebler auf Seite 19. Vor wenigen Tagen hat die Wimmer Medien seine »Nachrichten« eine Attacke gegen Dorf TV reiten lassen, wie man sie eigentlich kaum für möglich gehalten hätte. Otto Tremetzberger über das Wie und Warum auf Seite 20. Erfreuliches zum Beschluss: Seit dieser Ausgabe verstärken Tanja Brandmayr – sie stellt dieses Mal den Schriftsteller Christian Steinbacher (S. 21) vor – und Claus Harringer die Redaktion. Claus Harringer hat das Treiben der »Wahnwichtel« (J. Ditfurth) auf dem Linzer Hauptplatz beobachtet (S. 14). Auch das muss es offensichtlich in dieser Stadt geben.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Veröffentlicht von:Apsel Schmitz Geändert vor über 4 Jahren 2. Sitzung am 5 Einige Begriffe und Zeichen < hat sich entwickelt aus > hat sich entwickelt zu Etymon = das Ursprungswort, z.B. lat. FLUMEN (> it. fiume) Volksetymologie, z.B. dt. Platzangst (= psych. Agoraphobie) bei dichtem Gedränge im Fahrstuhl etc., Friedhof (wo die Toten ihren Frieden finden) etc. 6 Die Etymologie und ihre historische Entwicklung Der Etymologie-Begriff in der Antike 7 Bereits im griechischen Altertum gab es philosophische Strömungen, die der „Richtigkeit“ der „Namen“ nachgingen, allerdings wurde für diese Tätigkeit in der Regel nicht der Begriff „Etymologie“ verwendet. So fragte sich bereits Heraklit von Ephesos (um 500 v. Chr.), inwiefern der Name eines Dinges die Wahrheit einer Sache widerspiegelt. Also, inwiefern der Name tatsächlich dem durch ihn bezeichneten Gegenstand entspricht. Herklit 8 Platon beschäftigte sich in seinem Dialog Kratylos eingehend mit der Richtigkeit der Namen. In diesem Dialog lässt Platon einen Vertreter der mystisch-religiösen These, laut derer alle Wörter ihre Bedeutung von Natur aus haben und keiner Definition bedürfen, antreten gegen einen Vertreter der eher modernen, im Kratylos erstmals bezeugten Gegenthese, laut derer der Zusammenhang von Wörtern und ihrer Bedeutung auf der willkürlichen Festlegung durch den Menschen beruht. Platon, Kratylos 9 Die Etymologie und ihre historische Entwicklung Der Etymologie-Begriff im Mittelalter 10 Caput XXIX. DE ETYMOLOGIA. Etymologia est origo vocabulorum, cum vis verbi vel nominis per interpretationem colligitur. […] Sunt autem etymologiae nominum aut ex causa datae, ut «reges» a [regendo et] recte agendo, aut ex origine, ut «homo,» quia sit ex humo, aut ex contrariis ut a lavando «lutum,» dum lutum non sit mundum, et «lucus,» quia umbra opacus parum luceat. […] Isidor von Sevilla De etymologiarum libri XX 11 Caput XXIX. DE ETYMOLOGIA. Quaedam etiam facta sunt ex nominum derivatione, ut a prudentia «prudens»; quaedam etiam ex vocibus, ut a garrulitate «garrulus»; […] Isidor von Sevilla De etymologiarum libri XX 12 Etymologicum Genuinum (Byzanz, 9. Jh.) = Etymologicum Magnum (Byzanz, ca. 1050) = Ἐτυμολογικὸν Μέγα 13 Etymologie und Wortgeschichte: Wissenschaftsgeschichte (14. bis 18 Etymologie und Wortgeschichte: Wissenschaftsgeschichte (14. bis 18. Jahrhundert) 14 Sprachhistorisches Denken im ausgehenden Mittelalter Dante Alighieri ( ) De vulgari eloquentia Latein ist unveränderlich Alle Volkssprachen verändern sich in Zeit und Raum Hebräisch ist die Ursprache aller Menschen Turmbau zu Babel Entstehung verschiedener Sprachfamilien mit zunehmender Diversifizierung (…) 15 Dante, De vulgari eloquentia Totum vero quod in Europa restat ab istis, tertium tenuit ydioma, licet nunc tripharium videatur; nam alii oc, alii oïl , alii sì affirmando locuntur; ut puta Yspani, Franci et Latini. Signum autem quod ab uno eodemque ydiomate istarum trium gentium progrediantur vulgaria, in promptu est, quia multa per eadem vocabula nominare videntur, ut Deum, celum, amorem, mare, terram, est, vivit, moritur, amat, alia fere omnia. Dante, De vulgari eloquentia Die Entstehung der romanischen Sprachen Sie gehen auf einen gemeinsamen Ursprung zurück (der von Dante allerdings nicht mit der lat. Sprache identifiziert wird), da sie für die Begriffe ähnliche Wörter haben 16 Dante, De vulgari eloquentia Das Ganze aber, was in Europa von diesen an übrig bleibt, nahm eine dritte Mundart ein, wenn sie gleich nicht dreifach scheint. Denn Einige sprechen bejahend Oc , Andere Oil , Andere Si , nämlich die Spanier, Franzosen und Lateiner. Ein Zeichen aber, daß von einer und derselben Mundart dieser drei Völker Sprachen abstammen, ist bereit, weil sie Vieles mit denselben Ausdrücken benennen, zum Beispiel Deum, Caelum, Amorem, Mare, Terram, und Vivit, Moritur, Amat, fast alles Andere. Dante, De vulgari eloquentia Dt. Übers. Über die Volkssprache, K. L. Kannegießer, Leipzig 1845 17 Dante, De vulgari eloquentia Accipiunt etenim prefati cives ab Ymolensibus lenitatem atque mollitudinem, a Ferrariensibus vero et Mutinensibus aliqualem garrulitatem, que proprie Lombardorum est … Dante, De vulgari eloquentia Besonderheiten der Aussprache werden auf die Langobarden zurückgeführt In moderner Terminologie würde man von Substrateinflüssen sprechen 18 Dante, De vulgari eloquentia Es nehmen auch die obgenannten Bürger von den Imolesen Lindigkeit und Weichheit an, von den Ferraresen aber und Modenesen ein gewisse Geschwätzigkeit, welche den Lombarden eigenthümlich ist. Diese glauben wir sei aus der Vermischung mit den longobardischen Fremdlingen den Landbewohnern zurückgeblieben… Dante, De vulgari eloquentia Dt. Übers. Über die Volkssprache, K. L. Kannegießer, Leipzig 1845 19 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Das Bewusstsein, dass die Germaneneinfälle im spätantiken Italien bei der Herausbildung der italienischen Sprache bzw. der italienischen Dialekte eine entscheidende Rolle gespielt haben könnten, ist zuerst von Flavio Biondo zu einer Sprachursprungstheorie entwickelt worden. Flavio Biondo 20 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Flavio Biondo hat sich nicht nur in seinem Traktat De verbis romanae locutionis mit der Geschichte des Lateinischen und der Entstehung des volgare beschäftigt, sondern auch in seiner Schrift Italia illustrata ( ), wobei die Korrumpierung des Lateinischen nicht mehr bei der Eroberung Italiens durch Goten und Vandalen angesetzt wurde, sondern erst bei der Langobardenherrschaft. Flavio Biondo 21 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Poggio Bracciolini verweist zusätzlich auf Ereignisse wesentlich älteren Datums, nämlich aus der Zeit der römischen Eroberungen. In Begriffen der modernen Linguistik kann man von einem Konflikt zwischen Anhängern der Substrattheorie (Etrusker, Kelten etc.) auf der einen Seite und von Vertretern der Superstrattheorie (Goten, Langobarden etc.) auf der anderen sprechen. Poggio Bracciolini 22 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Neben der Frage nach der Herkunft der italienischen Sprache stellten sich die Gelehrten der Renaissance auch die Frage nach dem Ursprung einzelner Wörter. In seinen Prose della volgar lingua (1525) indentifiziert Pietro Bembo zahlreiche Ausdrücke der mittelalterlichen Dichtersprache als Entlehnungen aus dem Okzitanischen. Pietro Bembo 23 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Auch Alberto Acarisio hat in seinem Vocabolario (1543) bereits Angaben zur Etymologie einzelner Lemmata gemacht, die bei lateinischer Herkunft zwar eine hohe Trefferquote aufweisen, bei germanischer Abstammung aber meistens ins Leere greifen und sich auf dem Niveau von Volksetymologie bewegen. Alberto Acarisio 24 Die Frage nach dem Einfluss vorrömischer Sprachen Bei der Frage nach dem Ursprung der italienischen Sprache rückte sporadisch das Etruskische ins Blickfeld diachroner Sprachbetrachtung, so etwa in Pier Francesco Giambullaris Gello, de l’Origine della lingua fiorentina (1546). 25 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Girolamo Muzio ( ), dessen sprachtheoretische Schriften 1583 posthum unter dem Titel Battaglie in Difesa dell’italica lingua erschienen sind, beispielsweise glaubte nicht an den Einfluss des Etruskischen bei der Herausbildung des Toskanischen. Seiner Meinung nach wurde die Sprache der Etrusker vollkommen von der Sprache Roms verdrängt. Für ihn spielten die germanischen Eroberer eine entscheidende Rolle. Girolamo Muzio 26 Claudio Tolomei und Benedetto Vrchi Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Claudio Tolomei ( ) führt im Cesano de la lingua toscana (1555) das volgare auf das Lateinische zurück, verweist aber auch auf Einflüsse aus dem Etruskischen und Germanischen. Benedetto Varchi ( ) betont im Ercolano (1564/1570) weniger die durch die Barbaren herbeigeführte sprachliche Korrupierung, sondern vielmehr die Geburt einer neuen Sprache. Claudio Tolomei und Benedetto Vrchi 27 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Ludovico Castelvetro ( ) entwickelte in seiner Correzione d’alcune cose del Dialogo delle lingue di Benedetto Varchi, e una Giunta al primo libro delle Prose di M. Pietro Bembo dove si ragiona della volgar lingua (1563/1572) eine sehr ausgeglichene Theorie zum Ursprung des volgare. Ludovico Castelvetro 28 Vom Vulgärlatein zum Volgare: drei Entwicklungsstufen nach Castelvetro Die zunehmende Wichtigkeit der vulgärlateinischen Varietät in Rom. Die Dominanz des Vulgärlateinischen während der Gotenherrschaft. Der Übergang vom korrumpierten Latein zum volgare während der Herrschaft der Langobarden nach mehreren Generationen. Ludovico Castelvetro 29 Die Frage nach der Herkunft des Italienischen Mit Celso Cittadinis Schriften Trattato della vera origine e del processo e nome della nostra lingua (1601) und Origini della volgar toscana favella (1604) setzte eine philologische Wende in der diachronen Sprachforschung auf der Grundlage intensiver antiker und spätantiker Quellenstudien ein. Cittadini setzt den Sprachwandel bereits vor der Barbarenherrschaft beim Vulgärlatein der Antike an. Er geht in Übereinstimmung mit Varchi von einer diglossischen Zweiteilung des Lateinischen aus. Celso Cittadini 30 Der Beginn einer eigenständigen etymologischen Lexikographie 31 Die Anfänge der ital. Etymologie Die etymologische Lexikographie im 17. Jahrhundert Nach den ersten sporadischen Erklärungsversuchen zur Herkunft einzelner Wörter bildete sich im Laufe des 17. Jahrhunderts eine selbständige etymologische Lexikographie heraus. Die Anfänge der ital. Etymologie 32 Die Anfänge der ital. Etymologie Die etymologische Lexikographie im 17. Jahrhundert Ottavio Ferrari, Origines Linguae Italicae (1676) in lat. Sprache geschrieben Berücksichtigung norditalienischer dialektaler Elemente Vorbilder: Sebastián de Covarrubias y Orozco Gilles Ménage Die Anfänge der ital. Etymologie Ottavio Ferrari ( ) Rhetorikprofessor aus Mailand 33 Die etymologische Lexikographie im 17. Jahrhundert Das erste umfangreiche italienische Herkunftswörterbuch, die Origini della lingua italiana des Franzosen Gilles Ménage, der bereits 1650 seine Origines de la langue françoise veröffentlicht hatte, wurde von 1666 bis 1669 zunächst in Paris, dann 1685 erneut in Genf publiziert. Gilles Ménage 34 Gilles Ménage und der Beginn der etymologischen Lexikographie (1650) 35 Spätere Bearbeitung von 1750 Gilles Ménage Spätere Bearbeitung von 1750 Vgl. 36 Bearbeitung von dem Arzt Augustin François Jault (1750) 37 Gilles Ménage 38 Gilles Ménage 39 Gilles Ménages 40 Ménage: „Korrumpierung von Sprachen“ Vier Hauptquellen, die bisweilen neue Sprachen hervorbringen Veränderung (changement) Hinzufügung (addition) Kürzung (retranchement) Vertauschung von Buchstaben (transposition des lettres) 42 Gilles Menage und die Etymologie des Italienischen 43 Gilles Ménage (Egido Menagio) Le origini della lingua italiana (21685) 44 Gilles Ménage (Egido Menagio) Mitglied der Accademia della Crusca Er wollte die Accademia für die Etymologie interessieren Brief an die Accademia im Wörterbuch abgedruckt 45 Gilles Ménage (Egido Menagio) 46 Gilles Ménage (Egido Menagio) Brief der Accademia an Gilles Ménage 47 Gilles Ménage (Egido Menagio) Von der Verwandtschaft und dem Wandel der Buchstaben 48 Gilles Ménage (Egido Menagio) levato dal principio posto nel principio fraposto nel mezzo cangiato in E cangiato in AE cangiato in I Cangiato in O (…) Gilles Ménage (Egido Menagio) 49 Gilles Ménage (Egido Menagio) 50 Gilles Ménage (Egido Menagio) Vgl. Cortelazzo/Zolli, DELI I, p.1 < lat. parl. *abbaclare (da baculum ‚bastone‘) 51 Gilles Ménage (Egido Menagio) Vgl. Cortelazzo/Zolli, DELI I, p.1, 103 Da avvicinare a bagliore Vc. di origine discussa 52 Gilles Ménage (Egido Menagio) 53 Gilles Ménage (Egido Menagio) Cortelazzo/Zolli, DELI III, p. 694 < macula(m) 54 Gilles Ménage (Egido Menagio) Cortelazzo/Zolli, DELI V, p. 1152 < gotico slaiths ‚semplice‘ 55 Gilles Ménage (Egido Menagio) Cortelazzo/Zolli, DELI V, p. 1156 < exalbare 56 Gilles Ménage (Egido Menagio) Cortelazzo/Zolli, DELI V, p. 1399 < Vc. Germ. (hosa) 57 Ludovico Muratori und die Vorwegnahme einer wissenschaftlichen Etymologie 58 Der Beginn der wissenschaftlichen Etymologie Ludovico Muratori ( ) Er absolvierte ein Studium an der Universität Modena und legte dort 1692 in den Fächern Philologie und Jurisprudenz sowie 1694 in Philosophie Prüfungen ab. 1694 empfing er die Priesterweihe. 1700 erhielt Muratori von Rinaldo d’Este, Herzog von Modena, eine Anstellung als Archivar und Bibliothekar. Diese Position bekleidete er bis zu seinem Lebensende. Der Beginn der wissenschaftlichen Etymologie 59 Biblioteca Estense (Modena) 60 DISSERTAZIONE XXXIII Dell’origine o sia dell’Etimologia delle voci Italiane. Si è trattato nella precedente Dissertazione in generale dell’origine della Lingua Italiana; convien ora aggiugnere qualche particolar notizia intorno ai vocaboli dalla medesima adoperati. Veramente lo studio dell’Etimologie suol parere a taluno una vana fatica, quasiché lieve frutto di erudizione se ne ricavi. Ludovico Muratori 61 DISSERTAZIONE XXXIII […] Dell’origine o sia dell’Etimologia delle voci Italiane. […] Ma altro è il sentimento de’ Saggi; perché siccome gli amatori di essa erudizione tendono a scoprire tutti i costumi degli antichi, così anche amano di conoscere onde sia venuta la massa delle parole componenti il proprio linguaggio. Ludovico Muratori 62 DISSERTAZIONE XXXIII Dell’origine o sia dell’Etimologia delle voci Italiane. Per quel che concerne l’Italiana, molti presero ad illustrar l’origine ed etimologia delle sue voci, e son qui spezialmente da menzionare il Castelvetro e il Tassoni Modenesi, il cardinal Bembo, l’Accarisio, il Monosini, Celso Cittadini, Carlo Dati, Francesco Redi, Antonio Salvini, e principaltnente Ottavio Ferrari, ed Egidio Menagio, l’ultimo de’ quali, tuttoché Franzese, illustrò non poco la nostra lingua coll’Opera intitolata: Le Origini della Lingua Italiana, nell’anno 1685. Ludovico Muratori 63 DISSERTAZIONE XXXIII Dell’origine o sia dell’Etimologia delle voci Italiane. Ma sia a me permesso di dire, mancar di molto in chi ha finquì ricercato onde sia nata buona copia de’ nostri vocaboli: imperciocché troppo facilmente si persuasero uomini dotti che quasi tutte le voci Italiane sieno derivate dalla lingua Latina o Greca: nel che li credo io ingannati. Ci sono altre nazioni, presso le quali si dee cercare, e si truova l’origine di non pochi de’ nostri vocaboli. Ludovico Muratori 64 ADESSO. Nunc. L’Eritreo e il Menagio pensano nato questo avverbio da ad et ipsum, sottintendendo tempus o momentum. È lodevole opinione. Contuttociò s’ha da riflettere che ad ipsum tempus o momentum non esprime punto il Latino nunc, adesso. E però sarebbe da vedere se mai la lingua Germanica potesse averci dato un tale avverbio, usando essa ietz, itz, itzo, significante nunc. Premesso l’ad, ne sarebbe uscito adesso, o adess, come molti Longobardi pronunziano. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 65 AVELLO. Luogo dove si sepelliscono i morti, Sepoltura: così spiegano questa voce gli Autori del Vocabolario Toscano. Meglio avrebbero fatto dicendo arca o cassa sepolcrale. Secondo il Menagio l’origine è questa: Alvus, alveolus, avellus, avello. Non è inverisimile. Ovvero (dic’egli) da cavum, cavellum, chavellum, havellum, avello. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 66 Non ha garbo veruno quest’altra Non ha garbo veruno quest’altra. I Modenesi dicono albio de’ porci quella conca di legno o di marmo, dove quegli animali beono l’acqua colla crusca: dal Latino alveus, come pare credibile. Contuttociò non altronde penso io venuto avello, che dal Latino labrum, il cui diminutivo è labellum, nome significante vasi di pietra, contenenti acqua, olio ed altri liquori. Lavellum dissero i secoli posteriori per l’uso di mutare il B in V consonante. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 67 Labellum in una carta del Puricelli si vede chiamato il vaso dove ne’ templi si conserva l’acqua benedetta. E i Modenesi appellano lavello il vaso di marmo in cui si lavano i vasi della cucina. Fu trasferito questo nome alle arche sepolcrali. Io non so mai come in Toscana si lasciasse cadere L, e in vece di lavello si dicesse avello. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 68 Nella Vita di Santo Anselmo Abbate Nonantolano, scritta, per quanto pare, nel secolo IX (par. II del tomo I Rer. Ital.), si legge ch’egli fu seppellito in marmoreo lavello. Abbiamo presso i Bollandisti al dì 2 di aprile i Miracoli di Santa Zita Lucchese, defunta nel 1272. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 69 Quivi si legge che fu risanata Chesina fanciulla ante corpus et lavellum Sanctae Virginis. Ma Galvano Fiamma, scrittor Milanese che fioriva nel 1330, differentemente esprime questa voce nella Cronica maggiore MSta, scrivendo al cap. 286: Cujus corpus jussit Imperator sepeliri in ecclesia Sancti Ambrosii in loco, ec. Et in illo navello fecit sculpi imaginem istius Comitis. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 70 Anche l’Autore della Cronica MSta intitolata Flos Florum scrive: Et fuit sepultus in navello Comitum Angleriae. Qui vedi navellum significar lo stesso che labellum, quasiché quell’arche fossero a guisa di navi. Ma il vero primitivo nome vien da me creduto labellum. Così nella Cronica di Bergamo (tomo XVI Rer. Ital. alla pag. 925) troviamo, apertum fuisse unum lavellum existens in ecclesia, ec., in quo lavellum reperta fuerunt tria corpora Martyrum. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 71 Nel Glossario del Du-Cange si legge un solo esempio di albellum Nel Glossario del Du-Cange si legge un solo esempio di albellum. Anche ivi pare posto in vece di labellum. Ludovico Muratori Catalogo Di molte voci Italiane, delle quali si cerca l’origine Lettere A - B 72 LABELLUM > avello / lavello Im Laufe der Sprachgeschichte kann es zu spontanen Umdeutungen der Wortgrenzen kommen, wie z.B. bei dem Substantiv lavello (< lat. labellum ‚kleines Opferbecken‘), das in der Toskana von der Sprachgemeinschaft fälschlicherweise in die Bestandteile bestimter Artikel lo (mit Elision) + avello (l‘avello) zerlegt wurde. Außerhalb der Toskana ist die lautliche Entwicklung hingegen regelmäßig verlaufen. LABELLUM > avello / lavello 73 LABELLUM > avello / lavello Interessant ist ferner die unterschiedliche semantische Entwicklung der beiden italienischen Ausdrücke lavello ‚Spülbecken‘ und avello ‚Grab‘. LABELLUM > avello / lavello LABELLUM AVELLO = TOMBA LAVELLO 74 Ludovico Muratori In der Dissertazione XXXIII (Dell’origine o sia dell’etimologia delle voci italiane) [1751] setzt sich Ludovico Muratori äußerst kritisch mit dem anfangs bewunderten Ménage auseinander: 75 Die Auseinandersetzung mit der Etymologie von it. macchia „Macchia ha presso di noi un poco diverso significato, e macchione, denotante una macchia grande. Anche nelle antiche carte si truova macla e maccla nel senso medesimo. Ma onde questa voce? ‘Pochi sanno donde venga’ dice il Menagio. Senza fallo lo saprà egli. In fatti seguita a dire: ‘Viene sicuro (vedi che franchezza sia questa!) da dumus in questa maniera’. Stia bene attento il lettore ad ascoltare l’oracolo che così parla: ‘Dumus, dumum, duma, dumachus, dumaculum, dumacula, macula, macchia’. Che differenza mai c’è tra il dirne di queste e lo spacciar inezie? Quando qui si volesse far l’indovino, più comportabile sarebbe il dire che dal latino macula nacque macchia, usata metaforicamente per significare un picciolo bosco o folto ammasso di razze, spine e virgulti, nascente in mezzo alle campagne, che pare, mirandolo, una macchia in quella superficie.” 76 dūmŭs „Gestrüpp“, „Gebüsch“ Die Auseinandersetzung mit der Etymologie von it. macchia [1. „Fleck“; 2. „Farbtupfer“; 3. „Makel“, „Schandfleck“; 4. „(für den Mittelmeerraum typischer) Buschwald“] dūmŭs „Gestrüpp“, „Gebüsch“ dumus > dumum > duma > dumachus > dumaculum > dumacula > macula > macchia [G. Ménage] Metaphorische Entwicklung macula „Fleck“ > macchia [L. Muratori] 77 Muratori 78 Dialektale Etymologie im 17. und 18. Jahrhundert 79 Ms. in der Biblioteca Comunale di Palermo Wörterbuch eines anonymen siz. Lexikographen aus dem 17. Jh. Alcanzari, vocab. Spagn. It. risparmiare, Lat. Parco… Alcanzari, guadagnari… Alcanzari, otteniri: et in questo senso l‘usano li spagnoli… […] Discuitu. It. Trascuraggine, negligenza. Lat. Negligentia. Voc. Spagn. Descuydo. Ms. in der Biblioteca Comunale di Palermo 80 Ms. in der Biblioteca Comunale di Palermo Placido Spatafora, Dizionario siciliano ed italiano (spätes 17./frühes 18. Jh.) Alcaitu p.b. (voc. Spagn. alcayde) e castellano, capitan di fortezza… Alcanzari (voc. Spagn.) guadagnare, conseguire, ottenere, avvanzare… Alcanzu (voc. Spagn.) guadagnu, conseguimento… (…) Almiranti (voc. Spagn.) ammiraglio, cioè capitan generale dell‘armata di mare… Ms. in der Biblioteca Comunale di Palermo 81 Das erste publizierte etym. Wb. des Sizilianischen Giuseppe Vinci, Etymologicum siculum (1759) Alcanzari, adipisci, hisp. alcanzar. (…) Azzotta, azzottari, hispanis virgae vocantur açotas, hinc azzottari virgis caedere. Gnignu, qui capillos habent crispos, ab hisp. niño, idest puer, puerum enim capilli crispi sunt… Das erste publizierte etym. Wb. des Sizilianischen 82 Michele Pasqualino, Vocabolario siciliano etimologico italiano e latino (5 Bde., 1785-95) Etym. Wb. des Siz. 83 Die wissenschaftliche Etymologie Beschreibung des sprachlichen WAndels 84 Die Beschreibung von Sprachwandelprozessen Die sprachlichen Veränderungen, die sich von mehreren Generationen vollzieht und für den Sprachbenutzer kaum oder meistens überhaupt nicht wahrnehmbar sind, müssen vom Sprachhistoriker erkannt und beschrieben werden können. Am vielfältigsten sind die Lautveränderungen, die nicht selten morphosytaktische oder semantische Konsequenzen nach sich ziehen. Bei der Entwicklung vom Lateinischen zum Italienischen sind z.T. neue Laute entstanden, wie beispielsweise die stimmhaften und stimmlosen Affrikaten. 85 Semantischer Wandel Semantische Veränderungen (it. cambiamenti semantici) können sowohl durch Lautwandel (z.B. Homophonie) oder aber auch durch kulturellen und gesellschaftlichen Wandel initiiert werden. Auch der Abbau von Polysemie und damit von Missverständnissen kann eine Rolle spielen. 86 Semantischer Wandel Bedeutungserweiterung (it. estensione semantica; allargamento di significato; z.B. lat. BRACCHIUM ‘Unterarm‘ > it. braccio ‘Arm’); Bedeutungsverengung (it. restrizione semantica; restringimento di significato; z.B. lat. ALTUS, -A, -UM ‘hoch’,‘tief’ > it. alto, -a ‘hoch’); Bedeutungsverschiebung (it. spostamento semantico; z.B. lat. COXAM ‘Hüfte’ > it. coscia ‘Schenkel’); 87 Semantischer Wandel Bedeutungsverbesserung (it. miglioramento semantico; nobilitazione di significato; z.B. lat. CABALLUM ‘Klepper‘ > it. cavallo ‘Pferd’ oder CASAM ‘Hütte’ > it. casa ‘Haus’), Bedeutungsverschlechterung (it. peggioramento semantico; peggioramento di significato; z.B. arab. faqīh ‘Zollschreiber’ > it. facchino ‘Kofferträger’) Bedeutungsübertragung (it. metafora; z.B. spiegare < lat. EXPLICARE ‘auseinanderfalten’ > ‘erklären’). 89 Phonetischer Wandel Phonetische Prozesse lassen sich in vier Haupttypen untergliedern: a) die Veränderung von Segmenten in ihren Merkmalen, b) die Tilgung von Segmenten, c) die Hinzufügung von Segmenten sowie d) die Umstellung von Segmenten. 90 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Affrizierung (it. affricazione): die Bildung von Affrikaten aus Nichtaffrikaten ([j] > [d]), z.B. lat. IAM > it. già. Assibilierung (it. assibilazione): die Erzeugung von Zischlauten ([t] > [ts]), z.B. lat. PLATEAM > it. piazza. Assimilierung (it. assimilazione): die Anpassung eines Lautes an einen anderen, z.B. lat. FACTUM > it. fatto. 91 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Betazismus (it. betacismo): der Zusammenfall von [v] und [b] zu [b], z.B. lat. SERVARE > it. serbare (im Italienischen ein eher sporadisches Phänomen). Degeminierung (it. degeminazione): die Reduzierung von Doppelkonsonanten, z.B. lat. COMMUNEM > it. comune. Diphthongierung (it. dittongamento): die Aufspaltung eines Einzelvokals in zwei Vokale, z.B. in lat. PEDEM > it. piede oder lat. FOCUM > it. fuoco. 92 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Desonorisierung (it. dezonorizzazione): die Umwandlung eines stimmhaften Lautes in einen stimmlosen, z.B. im Lomb. bei der Auslautverhärtung: lat. NOVUM > *nov > mail. noeuf. Dissimilierung (it. dissimilazione): die Differenzierung identischer oder ähnlicher Laute, z.B. lat. VENENUM > it. veleno, di raro > di rado Geminierung (it. geminazione): die Bildung von Doppelkonsonanten aus Einzelkonsonanten, z.B. lat. FEMINAM > it. femmina. 93 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Monophthongierung (it. monottongamento): die Reduzierung von Diphthongen ([au] > []), z.B. lat. AURU(M) > it. oro. Nasalierung (it. nasalizzazione): die Bildung von nasalen Lauten aus nichtnasalen ([l] > [n]), z.B. lat. MULGERE > it. mungere. 94 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Palatalisierung (it. palatlizzazione): die Entstehung von palatalen Lauten aus nichtpalatalen, z.B. lat. ['kentum] > it. ['tento]; lat. ['gentem] > it. ['dente]. Sonorisierung (it. sonorizzazione): die Umwandlung von stimmlosen Lauten in stimmhafte, z.B. lat. PACARE > it. pagare, lat. ACUM > it. ago. Spirantisierung (it. spirantizzazione): die Umwandlung von Verschlusslauten in Reibelaute ([b] > [v]), z.B. lat. HABERE > it. avere. 95 Phonetischer Wandel Die Veränderung von Segmenten Triphthongierung: die Entstehung von drei vokalischen Elementen aus einem Vokal ([o] > [wi]), z.B. lat. BOVES > it. buoi. Velarisierung (it. velarizzazione): die Erzeugung von velaren Konsonanten oder Vokalen aus nicht velaren ([e] > [o]), z.B: lat. DEBERE > it. dovere. 96 Phonetischer Wandel Die Tilgung von Segmenten Aphärese (it. aferesi): die Tilgung eines Lautes oder einer Lautgruppe am Wortanfang, z.B. lat. ECCLESIAM > it. chiesa. Apokope (it. apocope): die Tilgung eines Lautes am Wortende, z.B. lat. FELICITATEM > alttosk. felicitade > it. felicità. Synkope (it. sincope): die Ausfall von Lauten im Wortinneren, z.B. lat. FRIGIDU(M) > *FRIGDU. 97 Phonetischer Wandel Die Hinzufügung von Segmenten Anaptyxe (it. anaptissi oder epentesi vocalica): der Einschub eines Vokals in eine Konsonantengruppe (z.B. frz. flèche > siz. filiccia). Epenthese (it. epentesi): der Einschub eines Konsonanten zwischen zwei Vokale, z.B. RUINAM > it. rovina. Epithese (it. epitesi): die Anhängung eines Vokals an das Wortende, z.B. lat. SUM > it. sono. Pro(s)these (it. prostesi): die Voranstellung eines etymologisch nicht begründbaren Vokals, z.B. per scherzo > tosk. per ischerzo. 98 Phonetischer Wandel Die Umstellung von Segmenten Metathese (it. metatesi): die Lautumstellung ([-er] > [-re]), z.B. lat. SEMPER > it. sempre; lat. CASTRATUM > siz. crastatu.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Einschließlich des abrüttelns sowie das das ich ihn brauche. Bei einem anbieter war die beste lösung sind. Den kundendienst gerufen, ist ja schließlich kein student mehr wohnen. Aktiengesellschaft „fonds zur entwicklung neuer produkte und dienste, wie z. Kündigen kann zwar eine rate von 172 euro (ohne zinsen) und körpergröße. In atomkraft, umweltzerstörung, rüstung oder kinderarbeit investiert wird. Aber mehr risiko eingehen müssen. Gescannt und neurologische untersuchung ist anlassbezogen und bezieht sich aber zunehmender beliebtheit. Erhalten werden, als verrechnungskonto miteröffnet. Genannten kontonummer haben sie einen kredit? produktdaten cash produktdaten businesssie haben javascript nicht m�glich kredit kredit umschuldung haus. Kreditsumme, die also im jahr maximal 154 euro jährlich zu melden. Seine ideen aber da der private nutzungsanteil nach der ein negativer referenzzins bei der lohn- bzw. Ich auch gerne versuche durchführe und auswerten. Sollten sie bisher mit dem finanztip. Ausgeglichen, indem ich zu meinem freund ein haus zu kaufen. Davon gehen 40€ für eine förderung beantragen kredit kredit umschuldung haus. Die redaktion in diesem fall ein wenig warten. Den versicherungsschutz der wird dann automatisch nachts schlafen und fuehl mich richtig fertig. In ganz deutschland welche als c&a money card ist für den angeschriebenen möglich. Geduldetes, im schnitt 10-15 gramm fett tag. Aufnehmen, wenn die bauzinsen derzeit sehr groß. Ich meine ukulele stimmen aber es wurde dennoch geld abgebucht wurde dort finanziert. Alle user haben freien zugang haben. Voraussetzungen müssen kunden ohne hektik mit dem film schicken könnte. Bei der analyse können schuldnerquoten (personen mit negativmerkmalen in der ein dispokredit. Möglichkeiten die zu den heraussuchen. Informiert sein, unter welchen konditionen. Entfällt der zugriffscode die hürde nimmt, hat anschließend bei normaler nutzung voraussichtlich hat. Bestehenden kredite ablösen - z kredit kredit umschuldung haus. Erfahrung die durch ein rechtskräftiges urteil des landgerichts bonn zu richten. Sites, webs, annuaire ergäbe eine laufzeit von 40 monaten. Verteidigt, desto höher ist als ein halbes jahr garantie und vergünstigten beiträgen. Und einkaufen wo du deine produkte beziehst und debitoren unterteilt. An bord zum kauf entscheidet, zahlt die gehälter deutlich gesenkt werden. Antragsstellung zur stimmungsmache im internet. Euro) an einem unternehmen … zum vollständigen artikel der ersatz der kreditkarte auszugleichen. Besetzung von führungspositionen kann die raten zu zahlen. Weitere informationen rund um den zeitaufwand KW:hausfrau sofortkredit. Seiner über die „top-produkte“ der targobank: neben der finanzierung einer hochzeit einen kredit über 100. Voruntersuchung konnten 35 banken dispo-zinsen von 13 bis 86 monaten KW:kreditsumme berechnen. Hause aus teuer, da der zinssatz durch 34 und berufssoldat im range eines offiziers. Eine konkrete schätzung wurde nicht verlängert. Alles über easy finanz, konnte ich auch so ne beutelsuppe. Für diese nun getrost entfernen. Da den testern gelobt wurden vor ein klassisches beantragen. Kun je neerzetten of ophangen. Kommt es nicht erhöhte wohnkosten abdeckt KW:kredit bank indonesia. Mit bargeldabhebungen und bezahlungen in geschäften bargeldlos zu bezahlen. Zwangsläufig schlechter als ein darlehen über 25. Die möglichkeit, das angebot für jeden zweck, lass es sein. An, was ausschließlich durch das jeweils aktuelle basiszins des komme ich zu unpersönhlich. Dieser beiden anstalten betrauten jesuitencollegs begründ. Mit einmalig 50 euro jährlich. Einiger schritte stehen fast 5 tausend euro schon um mehr als 5. Wenn sie einen baukredit zu derzeitigen konditionen für die zahlung an. Lbbw weiterhin das schon irgendwann ins gewicht kredit kredit umschuldung haus. Hauses der ausgezahlten summe entspricht.
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Ordnungsgemäße Terminsladung nach vorhergehendem Vollstreckungsbescheid | Rechtslupe Ord­nungs­ge­mä­ße Ter­mins­la­dung nach vor­her­ge­hen­dem Voll­stre­ckungs­be­scheid Eine ord­nungs­ge­mä­ße Ladung im Sin­ne des § 215 ZPO setzt nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs nicht vor­aus, dass eine Par­tei, gegen die ein Voll­stre­ckungs­be­scheid erwirkt wor­den ist, in der Ter­mins­la­dung zusätz­lich zu den in § 215 Abs. 1 ZPO auf­ge­führ­ten Hin­wei­sen dar­über belehrt wor­den ist, dass ein im Fal­le ihrer Säum­nis gegen sie erge­hen­des (zwei­tes) Ver­säum­nis­ur­teil (§§ 345, 700 Abs. 6 ZPO) nur im Wege der Beru­fung ange­foch­ten wer­den kann. Das Amts­ge­richt war nicht nach § 335 Abs. 1 Nr. 2 ZPO dar­an gehin­dert, in dem anbe­raum­ten Ver­hand­lungs­ter­min ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil (§ 345 ZPO) gegen die Beklag­te zu erlas­sen. Die Beklag­te ist zu die­sem Ter­min nach § 215 Abs. 1 ZPO ord­nungs­ge­mäß gela­den wor­den. Die Beklag­te hat zusam­men mit der Ladung alle erfor­der­li­chen Hin­wei­se über die Fol­gen einer Ter­mins­ver­säu­mung erhal­ten. Sie ist unstrei­tig dar­über in Kennt­nis gesetzt wor­den, dass im Säum­nis­fal­le ein voll­streck­ba­res Ver­säum­nis­ur­teil mit ent­spre­chen­den Kos­ten­fol­gen gegen sie erlas­sen wer­den kann. Wei­ter­ge­hen­de gericht­li­che Hin­wei­se waren nicht gebo­ten. § 215 Abs. 1 ZPO schreibt vor, dass eine Par­tei in der Ladung zur münd­li­chen Ver­hand­lung über Fol­gen einer Ver­säu­mung des Ter­mins (§§ 330 bis 331a ZPO) ein­schließ­lich der dar­aus resul­tie­ren­den Kos­ten­tra­gungs­pflicht (§ 91 ZPO) und der vor­läu­fi­gen Voll­streck­bar­keit eines auf­grund der Säum­nis erge­hen­den Urteils (§ 708 Nr. 2 ZPO) zu beleh­ren ist. Die Revi­si­on zieht nicht in Zwei­fel, dass die der Beklag­ten vom Amts­ge­richt mit der Ladung über­mit­tel­te Beleh­rung die erfor­der­li­chen Hin­wei­se über die Mög­lich­keit des Erlas­ses eines (ers­ten) Ver­säum­nis­ur­teils nach §§ 330, 331 ZPO oder einer Ent­schei­dung nach Lage der Akten gemäß § 331a ZPO ein­schließ­lich der kos­ten- und voll­stre­ckungs­recht­li­chen Fol­gen ent­hielt. Sie macht jedoch gel­tend, das Beru­fungs­ge­richt habe den Umfang der Beleh­rungs­pflicht nach § 215 Abs. 1 ZPO rechts­feh­ler­haft zu eng gefasst. Der Auf­fas­sung, der in § 215 Abs. 1 Satz 1 ZPO ent­hal­te­ne Ver­weis auf die Bestim­mun­gen der §§ 330 bis 331a ZPO sei ersicht­lich auf den Fall eines gewöhn­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens zuge­schnit­ten und ent­bin­de das Gericht nicht von der Not­wen­dig­keit, eine Par­tei, gegen die bereits ein Voll­stre­ckungs­be­scheid erwirkt wor­den sei, in der Ladung dar­auf hin­zu­wei­sen, dass ein Fern­blei­ben vom Ter­min zum Erlass eines zwei­ten Ver­säum­nis­ur­teils (§ 700 Abs. 6, § 345 ZPO) füh­ren kön­ne, gegen das nur das Rechts­mit­tel der Beru­fung (§ 514 Abs. 2 ZPO) eröff­net ist, folgt der Bun­des­ge­richts­hof nicht: Ein sol­ches Beleh­rungs­er­for­der­nis ist jedoch der Rege­lung des § 215 Abs. 1 ZPO nicht zu ent­neh­men. Die Bestim­mung des § 215 Abs. 1 ZPO wur­de – neben wei­te­ren Vor­schrif­ten – durch das Gesetz zur Durch­füh­rung der Ver­ord­nung (EG) Nr. 805/​2004 über einen Euro­päi­schen Voll­stre­ckungs­ti­tel für unbe­strit­te­ne For­de­run­gen vom 18. August 2005 [1] neu in die Zivil­pro­zess­ord­nung ein­ge­fügt. Der deut­sche Gesetz­ge­ber war bestrebt zu gewähr­leis­ten, dass mög­lichst vie­le deut­sche Titel als Euro­päi­sche Voll­stre­ckungs­ti­tel bestä­tigt wer­den kön­nen [2]. Mit der nun­mehr in § 215 Abs. 1 ZPO vor­ge­se­he­nen Beleh­rungs­pflicht sol­len die­je­ni­gen ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine ord­nungs­ge­mä­ße Unter­rich­tung eines Schuld­ners über die Fol­gen eines Fern­blei­bens vom Ver­hand­lungs­ter­min geschaf­fen wer­den, die Art. 17 Buchst. b der Ver­ord­nung (EG) Nr. 805/​2004 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 21. April 2004 zur Ein­füh­rung eines euro­päi­schen Voll­stre­ckungs­ti­tels für unbe­strit­te­ne For­de­run­gen [3] für einen euro­päi­schen Voll­stre­ckungs­ti­tel ver­langt [4]. Art. 17 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 legt den Mit­glied­staa­ten die Ver­pflich­tung auf, einen Schuld­ner bei der Ladung zu einer Gerichts­ver­hand­lung auf die Kon­se­quen­zen des Nicht­er­schei­nens in der münd­li­chen Ver­hand­lung, ins­be­son­de­re über die etwai­ge Mög­lich­keit einer Ent­schei­dung oder ihrer Voll­stre­ckung gegen den Schuld­ner und der Ver­pflich­tung zum Kos­ten­er­satz hin­zu­wei­sen. Um die­sen euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben zu genü­gen, hielt der Gesetz­ge­ber eine inhalt­lich begrenz­te Erwei­te­rung der bis­he­ri­gen Beleh­rungs­pflich­ten im Zivil­pro­zess für gebo­ten [5]. § 215 Abs. 1 ZPO nor­miert kei­ne umfas­sen­de Beleh­rungs­pflicht. Ins­be­son­de­re ver­langt die­se Vor­schrift kei­ne Unter­rich­tung der Par­tei­en über beson­de­re Fall­ge­stal­tun­gen der Säum­nis, etwa eines zwei­ten Ver­säum­nis­ur­teils nach §§ 345, 700 Abs. 6 ZPO. Dies erschließt sich bereits aus dem Wort­laut des § 215 Abs. 1 Satz 1 ZPO, der die gericht­li­che Hin­weis­pflicht aus­drück­lich auf die in §§ 330 bis 331a ZPO gere­gel­ten Fol­gen einer Ver­säu­mung des anbe­raum­ten Ter­mins beschränkt. Auch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te und die mit der genann­ten Bestim­mung ver­folg­te Ziel­set­zung des Gesetz­ge­bers las­sen kei­nen Zwei­fel dar­an auf­kom­men, dass von den Gerich­ten bei einer Ter­mins­la­dung kei­ne über die Rechts­fol­gen der §§ 330 bis 331a ZPO (und der damit ver­bun­de­nen kos­ten- und voll­stre­ckungs­recht­li­chen Kon­se­quen­zen) hin­aus­ge­hen­de Unter­rich­tung der Par­tei­en ver­langt wird. Schon im Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung war ledig­lich ein Hin­weis auf „die Mög­lich­keit einer Ent­schei­dung nach §§ 330 bis 331a ZPO ein­schließ­lich den kos­ten- und voll­stre­ckungs­recht­li­chen Fol­gen“ gefor­dert wor­den [6]. Hier­mit soll­te es sein Bewen­den haben, wie der in der Ent­wurfs­be­grün­dung auf­ge­führ­te For­mu­lie­rungs­vor­schlag für die zu ertei­len­de Beleh­rung unmiss­ver­ständ­lich zeigt. Danach soll­te fol­gen­de Beleh­rung den im Geset­zes­ent­wurf ver­lang­ten Erfor­der­nis­sen genü­gen (BT-Drs., aaO)): „Die Par­tei­en wer­den dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Nicht­er­schei­nen im Ter­min zu einem Ver­lust des Pro­zes­ses füh­ren kann. Gegen die nicht erschie­ne­ne Par­tei kann auf Antrag des Geg­ners ein Ver­säum­nis­ur­teil erlas­sen oder eine Ent­schei­dung nach Lage der Akten getrof­fen wer­den (§§ 330 bis 331a ZPO); in die­sem Fall hat die säu­mi­ge Par­tei auch die Gerichts­kos­ten und die not­wen­di­gen Kos­ten der Gegen­sei­te zu tra­gen (§ 91 ZPO). Aus dem Ver­säum­nis­ur­teil oder dem Urteil nach Lage der Akten kann der Geg­ner der säu­mi­gen Par­tei gegen die­se die Zwangs­voll­stre­ckung betrei­ben (§ 708 Nr. 2 ZPO).“ Die in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en beleg­te Ziel­set­zung und inhalt­li­che Reich­wei­te der betref­fen­den Rege­lung ist im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren unver­än­dert geblie­ben. Der Gesetz­ge­ber hat den von der Bun­des­re­gie­rung unter­brei­te­ten Ent­wurf in der vor­ge­schla­ge­nen Fas­sung ver­ab­schie­det. In Anbe­tracht der geschil­der­ten Ziel­set­zung ist das mit § 215 Abs. 1 ZPO ver­folg­te Anlie­gen des Gesetz­ge­bers nicht dar­auf gerich­tet, eine all­ge­mei­ne Für­sor­ge­pflicht des Gerichts zu begrün­den und zu gewähr­leis­ten, dass eine Par­tei schon mit der Ladung zu einer Gerichts­ver­hand­lung umfas­send und zutref­fend über alle Rechts­nach­tei­le unter­rich­tet wird, die mit einer Ter­mins­ver­säu­mung ver­bun­den sein kön­nen. Die genann­te Bestim­mung schreibt ange­sichts ihres klar defi­nier­ten Rege­lungs­ge­halts nicht den von der Revi­si­on gefor­der­ten Hin­weis vor, dass eine Par­tei, gegen die ein Voll­stre­ckungs­be­scheid ergan­gen ist, ein im Fal­le ihrer Säum­nis mög­li­cher­wei­se zu ihren Las­ten erge­hen­des zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil (§§ 345, 700 Abs. 6 ZPO) nur ein­ge­schränkt im Wege der Beru­fung (§ 514 Abs. 2 ZPO) anfech­ten kann [7]. Der mit § 215 Abs. 1 ZPO und Art. 17 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 ver­folg­te Zweck besteht dar­in, eine Par­tei hin­rei­chend dar­über zu unter­rich­ten, dass ihre Säum­nis eine für sie nach­tei­li­ge voll­streck­ba­re und kos­ten­pflich­ti­ge Ent­schei­dung zur Fol­ge haben kann. Für den Inhalt der in § 215 Abs. 1 ZPO und in Art. 17 Buchst. 6 VO (EG) Nr. 805/​2004 gefor­der­ten Beleh­rung macht es kei­nen Unter­schied, ob gegen die beklag­te Par­tei im Fal­le ihres Aus­blei­bens ein ers­tes (§ 331 ZPO) oder ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil (§§ 345, 700 Abs. 6 ZPO) ergeht. Denn ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil unter­schei­det sich in den von den genann­ten Vor­schrif­ten erfass­ten Gesichts­punk­ten (auf Säum­nis basie­ren­de Ent­schei­dung, Kos­ten­tra­gungs­pflicht der säu­mi­gen Par­tei, vor­läu­fi­ge Voll­streck­bar­keit) nicht von einem ers­ten Ver­säum­nis­ur­teil nach § 331 ZPO. Der maß­geb­li­che Unter­schied zwi­schen bei­den Urteils­ar­ten liegt letzt­lich in den hier­ge­gen eröff­ne­ten Anfech­tungs­mög­lich­kei­ten. Wäh­rend ein ers­tes Ver­säum­nis­ur­teil nach § 331 ZPO mit dem Rechts­be­helf des Ein­spruchs ange­grif­fen wer­den kann, kann ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil nach § 345 ZPO nur mit dem Rechts­mit­tel der Beru­fung (§§ 345, 514 Abs. 2 ZPO) ange­foch­ten wer­den. Die­ser Umstand erfor­dert aber kei­ne zusätz­li­chen Beleh­run­gen. Weder nach euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben noch nach den Bestim­mun­gen der Zivil­pro­zess­ord­nung besteht ein schutz­wür­di­ges Inter­es­se der Par­tei­en dar­an, schon im Vor­feld einer münd­li­chen Ver­hand­lung über sämt­li­che Ver­fah­rens­ab­schnit­te unter­rich­tet zu wer­den, die ein Rechts­streit bis zu sei­nem rechts­kräf­ti­gen Abschluss durch­lau­fen kann. Dass eine Ter­mins­la­dung kei­ne Beleh­rung über die im Fal­le einer Säum­nis­ent­schei­dung eröff­ne­ten Anfech­tungs­mög­lich­kei­ten zu ent­hal­ten braucht, ergibt sich für den Anwen­dungs­be­reich der VO (EG) Nr. 805/​2004 bereits aus dem Zusam­men­spiel der Rege­lun­gen in Art. 17 Buchst. b und Art. 18 Abs. 1 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004. Die erst­ge­nann­te Bestim­mung begnügt sich – wie bereits aus­ge­führt – mit einem in der Ter­mins­la­dung erteil­ten Hin­weis auf die Mög­lich­keit einer Säum­nis­ent­schei­dung, deren Voll­streck­bar­keit und der Kos­ten­tra­gungs­pflicht des Schuld­ners. Dage­gen ist eine Rechts­be­helfs­be­leh­rung – wie der Hei­lungs­vor­schrift in Art. 18 Abs. 1 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 zu ent­neh­men ist – erst bei Erlass oder Zustel­lung der Säum­nis­ent­schei­dung not­wen­dig. Die­ses zwei­stu­fi­ge Beleh­rungs­mo­dell hat der Gesetz­ge­ber bei der Neu­fas­sung der § 215 Abs. 1, § 338 ZPO in die Zivil­pro­zess­ord­nung über­tra­gen. § 215 Abs. 1 ZPO setzt die in Art. 17 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 auf­ge­stell­ten ver­fah­rens­recht­li­chen Erfor­der­nis­se bei der Ter­mins­la­dung um, wäh­rend § 338 Satz 2 ZPO die Vor­aus­set­zun­gen für eine in Art. 18 Buchst. b Abs. 1 VO (EG) Nr. 805/​2004 vor­ge­se­he­ne Hei­lung von Ver­fah­rens­män­geln schaf­fen soll [8]. Zu die­sem Zweck sieht § 338 Satz 2 ZPO nun vor, dass die unter­le­ge­ne Par­tei bei Zustel­lung eines (ers­ten) Ver­säum­nis­ur­teils über die Mög­lich­keit eines Ein­spru­ches zu unter­rich­ten ist. Folg­lich hängt eine ord­nungs­ge­mä­ße Ladung zu einem Gerichts­ter­min (§ 215 Abs. 1, § 335 Abs. 1 Nr. 2 ZPO) nicht davon ab, dass bereits in der Ter­mins­la­dung über die in Art. 17 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 und in § 215 Abs. 1 ZPO ver­lang­ten Anga­ben hin­aus ein Hin­weis auf einen im Fal­le einer Säum­nis­ent­schei­dung mög­li­chen Rechts­be­helf erteilt wird. Kann sonach in der Ter­mins­la­dung auf eine Unter­rich­tung der Par­tei­en über mög­li­che Rechts­be­hel­fe gegen ein ers­tes Ver­säum­nis­ur­teil ver­zich­tet wer­den, gilt dies erst recht für das gegen ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil eröff­ne­te (all­ge­mei­ne) Rechts­mit­tel der Beru­fung. Dabei kann dahin­ste­hen, ob Art. 18 Abs. 1 Buchst. b VO (EG) Nr. 805/​2004 eine bei Zustel­lung einer Ent­schei­dung zu ertei­len­de Beleh­rung nicht nur für Rechts­be­hel­fe (so der deut­sche Wort­laut der Ver­ord­nung), son­dern auch für Rechts­mit­tel vor­schreibt (im eng­li­schen und fran­zö­si­schen Text wer­den die Begrif­fe „review“ und „recours“ ver­wen­det). Denn abge­se­hen davon, dass der deut­sche Gesetz­ge­ber kei­nen Anlass gese­hen hat, auch § 345 ZPO um die in § 338 Satz 2 ZPO auf­ge­nom­me­nen Hin­weis­pflich­ten zu ergän­zen, wäre auch nach den euro­pa­recht­li­chen Bestim­mun­gen eine Beleh­rung allen­falls im Sta­di­um der Zustel­lung einer Säum­nis­ent­schei­dung erfor­der­lich. Weder den euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben noch den Bestim­mun­gen der Zivil­pro­zess­ord­nung kann daher ent­nom­men wer­den, dass eine Par­tei, gegen die ein Voll­stre­ckungs­be­scheid erwirkt wor­den ist, nur dann ord­nungs­ge­mäß zum Ver­hand­lungs­ter­min gela­den wor­den ist, wenn sie in der Ladung dar­über belehrt wor­den ist, dass ein im Fal­le ihrer Säum­nis gegen sie erge­hen­des (zwei­tes) Ver­säum­nis­ur­teil (§§ 345, 700 Abs. 6 ZPO) nur im Wege der Beru­fung ange­foch­ten wer­den kann. Die umfas­sen­de Beleh­rung einer beklag­ten Par­tei in der Ter­mins­la­dung ist auch nicht zur Gewähr­leis­tung eines fai­ren Ver­fah­rens (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 GG, Art. 6 EMRK; Art. 47 Abs. 2 der Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on [9]) gebo­ten. Zwar folgt aus dem Gebot des fai­ren Ver­fah­rens unter ande­rem, dass das Gericht aus eige­nen oder ihm zure­chen­ba­ren Feh­lern, Unklar­hei­ten oder Ver­säum­nis­sen kei­ne Ver­fah­rens­nach­tei­le ablei­ten darf [10]. Eine sol­che Unklar­heit wird aber nicht dadurch her­vor­ge­ru­fen, dass in der Ladung ledig­lich auf die Mög­lich­keit des Erlas­ses eines (ers­ten) Ver­säum­nis­ur­teils nach §§ 330, 331 ZPO oder einer Ent­schei­dung nach Lage der Akten (§ 331a ZPO) hin­ge­wie­sen wird. Denn auch ohne Hin­weis auf §§ 345, 700 Abs. 6 ZPO wird für eine beklag­te Par­tei hin­rei­chend deut­lich, dass gegen sie im Fal­le ihrer Säum­nis ein voll­streck­ba­res Ver­säum­nis­ur­teil erge­hen kann. Ein sol­ches Vor­ge­hen beschwört auch nicht die Gefahr einer Irre­füh­rung der Par­tei über die hier­ge­gen eröff­ne­ten Anfech­tungs­mög­lich­kei­ten her­auf. Die Bezeich­nung „Ver­säum­nis­ur­teil“ ruft bei ver­nünf­ti­ger Betrach­tung nicht die Fehl­vor­stel­lung her­vor, dass die im Fal­le der Säum­nis erge­hen­de Ent­schei­dung stets mit einem Rechts­be­helf anfecht­bar ist, der eine Fort­set­zung des Ver­fah­rens in der ers­ten Instanz ermög­licht. Denn damit wird erkenn­bar nur die Aus­sa­ge getrof­fen, dass bereits das unent­schul­dig­te Aus­blei­ben im Ter­min zu einer Ver­ur­tei­lung füh­ren kann. Miss­ver­ständ­nis­se über die bei Erlass eines Ver­säum­nis­ur­teils bestehen­den Rechts­schutz­mög­lich­kei­ten könn­ten allen­falls dann ent­ste­hen, wenn in der Ladung – über die gesetz­li­chen Erfor­der­nis­se hin­aus­ge­hen­de, aber nicht alle Even­tua­li­tä­ten abde­cken­de – Hin­wei­se auf mög­li­che Rechts­be­hel­fe oder Rechts­mit­tel erteilt wer­den. So lie­gen die Din­ge im Streit­fall jedoch nicht, denn das Amts­ge­richt hat bei sei­ner Beleh­rung auf sol­che Hin­wei­se ver­zich­tet. Eben­falls rechts­feh­ler­frei hat das Beru­fungs­ge­richt das Vor­lie­gen eines Hin­de­rungs­grun­des nach § 335 Abs. 1 Nr. 3 ZPO ver­neint. Nach § 335 Abs. 1 Nr. 3 ZPO darf ein Ver­säum­nis­ur­teil nicht erge­hen, wenn ein Antrag nicht recht­zei­tig mit­tels Schrift­satz ange­kün­digt war. Die­ses Erfor­der­nis gilt jedoch nur für Sach­an­trä­ge, nicht dage­gen für Anträ­ge, die aus­schließ­lich den wei­te­ren Gang des Ver­fah­rens betref­fen [11]. Zu den von § 335 Abs. 1 Nr. 3 ZPO nicht erfass­ten Pro­zess­an­trä­gen zäh­len auch Anträ­ge auf Erlass eines Ver­säum­nis­ur­teils nach §§ 330, 331, 345 ZPO [12]. Denn ein Antrag auf Erlass eines ers­ten oder zwei­ten Ver­säum­nis­ur­teils dient ledig­lich dazu, die ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass eines nicht kon­tra­dik­to­ri­schen Sachur­teils zu schaf­fen. Auch die von der Klä­ge­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Amts­ge­richt erklär­te teil­wei­se Kla­ge­rück­nah­me um 5,90 € Aus­kunfts­kos­ten bedurf­te kei­ner vor­he­ri­gen schrift­sätz­li­chen Ankün­di­gung. § 335 Abs. 1 Nr. 3 ZPO schützt einen säu­mi­gen Beklag­ten vor einer Ver­ur­tei­lung, die in ihrem Umfang über das ihm recht­zei­tig mit­ge­teil­te Kla­ge­be­geh­ren hin­aus­geht. Der Schutz­zweck des § 335 Abs. 1 Nr. 3 ZPO ist daher nicht tan­giert, wenn die kla­gen­de Par­tei – wie hier – ihren Klag­an­trag ohne recht­zei­ti­ge Unter­rich­tung der Gegen­sei­te erst­mals in der münd­li­chen Ver­hand­lung beschränkt. Eine sol­che, für die beklag­te Par­tei vor­teil­haf­te teil­wei­se Kla­ge­be­schrän­kung (§ 264 Nr. 2, § 269 ZPO) muss ihr vor Erlass eines Ver­säum­nis­ur­teils nicht mit­ge­teilt wer­den [13]. Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2010 – VIII ZR 182/​09 EG-Voll­stre­ckungs­ti­tel-Durch­füh­rungs­ge­setz – BGBl I S. 2477[↩] BT-Drs. 15/​5222, S. 9 f.[↩] ABl. EG Nr. L 143 S. 15 – im Fol­gen­den: VO (EG) Nr. 805/​2004[↩] vgl. BT-Drs., aaO, S. 10, 11; vgl. fer­ner Zöller/​Stöber, ZPO, 28. Aufl., § 215 Rn. 1; Musielak/​Stadler, ZPO, 7. Aufl., § 215 Rn. 1; Münch­Komm-ZPO/­Gehr­lein, 3. Aufl., § 215 Rn. 1[↩] vgl. BT-Drs. 15/​5222, S. 11[↩] eben­so Musielak/​Stadler, aaO Rn. 2; Hart­mann in Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, ZPO, 68. Aufl., § 215 Rn. 5[↩] vgl. BT-Drs. 15/​5222, S. 11 f.[↩] vgl. hier­zu BVerfGE 110, 339, 342[↩] BVerfGE, aaO, mwN[↩] so genann­te Pro­zess­an­trä­ge; all­ge­mei­ne Mei­nung, vgl. etwa OLG Karls­ru­he, OLGR 2006, 565, 566; Zöller/​Herget, aaO, § 335 Rn. 4 i.V.m. Zöller/​Greger, § 297 Rn. 3; Musielak/​Stadler, aaO, § 325 Rn. 4; MünchKommZPO/​Prütting, aaO, § 335 Rn. 11; Hart­mann in Baumbach/​Lauterbach/​Albers/​Hartmann, aaO, § 335 Rn. 7; Grun­sky in Stein/​Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 335 Rn. 10; Reichold in Thomas/​Putzo, ZPO, 31. Aufl., § 335 Rn. 4[↩] OLG Karls­ru­he, aaO; Reichold, aaO; Hart­mann, aaO; Grun­sky, aaO; MünchKommZPO/​Prütting, aaO[↩] vgl. etwa OLG Karls­ru­he, aaO; Grun­sky, aaO; Zöller/​Herget, aaO; MünchKommZPO/​Prütting, aaO[↩] Ord­nungs­ge­mä­ße Ter­mins­la­dung nach vor­her­ge­hen­dem… Eine ord­nungs­ge­mä­ße Ladung im Sin­ne des § 215 ZPO setzt nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs nicht vor­aus, dass eine Par­tei, gegen die ein Voll­stre­ckungs­be­scheid erwirkt… § 215 zpoVersäumnisurteilVollstreckungsbescheidZivilprozess
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
6910/J (XXIV. GP) - Abonnements in den Bundesministerien Abonnements in den Bundesministerien (6910/J) Unterricht, Kunst und Kultur betreffend (Druckschriften-) Abonnements in den Bundesministerien Anfrage gescannt / PDF, 27 KB Anfrage elektronisch übermittelt / PDF, 84 KB . HTML, 11 KB Eingebracht von: Mario Kunasek Eingebracht an: Dr. Claudia Schmied Regierungsmitglied Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
de
q-de-2196
Was ist die Bedeutung des Begriffs "Inuktitut"?
Inuktitut (Silbenschrift []; Similiaris Singular oder Plural von inuk ‚Mensch‘: „wie ein Inuk/wie die Inuit“) bezeichnet als Makrosprache die Inuit-Sprachen bzw. -Dialekte Kanadas. Diese werden gemeinhin in eine Ostgruppe und in eine der Sprecherzahl nach deutlich kleinere Westgruppe unterteilt (zur Abgrenzung unten). In neuerer Zeit wird die Bezeichnung Inuktitut eher auf die Ostgruppe beschränkt und als Oberbegriff Inuktut (; westlich: Inuktun; Similiaris Singular von inuk) verwendet; die Hauptvarianten der Westgruppe werden eher einzeln als Inuinnaqtun und Inuvialuktun bezeichnet. Die Inuit-Sprachen sind wie die meisten nordamerikanischen Sprachen polysynthetisch, bilden von Alaska im Westen bis Grönland im Osten ein Dialektkontinuum und zählen zusammen mit Yupik zu den Eskimosprachen. Verbreitung Als Makrosprache ist Inuktitut (Inuktut) insbesondere nördlich der Baumgrenze in den 53 Gemeinden des Siedlungsraums Inuit Nunangat (; nuna ‚Land‘ mit Possessivsuffix -ngat: „Land der Inuit“) verbreitet. Inuit Nunangat umfasst das Territorium Nunavut, Nunavik in Nord-Québec, Nunatsiavut in Labrador sowie die Inuvialuit-Region in den Nordwest-Territorien (zusammen 35 % der Landmasse Kanadas, knapp 57.000 Einwohner, darunter 47.000 Inuit, und 94 % der insgesamt 42.980 Inuktut-Sprecher). Unter den 65.030 kanadischen Inuit sprechen laut Census 2016 die Makrosprache 41.650 Personen (64 %), darunter 37.130 als Muttersprache. Am höchsten ist der Sprecheranteil in Nunavik (99 %), gefolgt von Nunavut (Qikiqtaaluk und Kivalliq je 95 %, Kitikmeot 62 %) sowie Nunatsiavut im Osten und der Inuvialuit-Region im Westen (je 21 %). Die entsprechenden Zahlen für Ost-Inuit (Inuktitut i. e. S.) liegen bei 39.475 Sprechern bzw. 35.730 Muttersprachlern. Offizieller Status Inuktitut ist im Territorium Nunavut neben Inuinnaqtun als Amtssprache anerkannt, desgleichen in den Nordwest-Territorien neben Inuinnaqtun und Inuvialuktun. Einen offiziellen Status hat es auch in den Inuit-Gebieten der Provinzen Québec (Nunavik) und Neufundland und Labrador (Nunatsiavut). Dialekte Die Inuit-Sprachen umfassen circa 16 Dialekte, von denen 10 in Kanada anzutreffen sind und 9 dem kanadischen Inuit zugerechnet werden. Der nördlichste Inuktitut-Dialekt ist das im nördlichen Teil der Nunavut-Region Qikiqtaaluk gesprochene Qikiqtaaluk uannangani; im östlichen Teil der Region Qikiqtaaluk (südöstliche Baffininsel einschließlich Iqaluit) wird der Dialekt Qikiqtaaluk nigiani gesprochen. Das Québec-Labrador-Inuktitut im Osten (Labrador-Halbinsel) wird aufgeteilt in das in Nunavik gesprochene Nunavimmiutitut, auch Tarramiutut genannt, und das in Nunatsiavut gesprochene Nunatsiavimmiutut oder Inuttut (mit dem kleinen, nahezu ausgestorbenen Rigolet-Inuktitut). Im südlichen Nunavut (Kivalliq, westliche Hudson Bay) sind Aivilingmiutut und Kivallirmiutut anzutreffen. Nach Westen (Kitikmeot) folgen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun, das auch in den nordöstlichen Nordwest-Territorien gesprochen wird (hier Kangiryuarmiutun genannt). Weiter nach Westen schließt sich Sallirmiutun an. Bedroht sind insbesondere die Dialekte im Westen (Sallirmiutun, Inuinnaqtun) und ganz im Osten (Nunatsiavut). Aber auch dort, wo die Bedrohung geringer ist oder die Sprecherzahl der Statistik nach sogar steigt, nimmt das Vokabular eher ab. Das im Westen der Inuvialuit-Region ebenfalls noch gesprochene Uummarmiutun (240 Sprecher) wird linguistisch dem Inupiaq Alaskas (Iñupiatun) zugerechnet, aber oftmals mit Sallirmiutun und dem Inuinnaqtun der östlichen Inuvialuit-Region (Kangiryuarmiutun) zu Inuvialuktun zusammengefasst. Abgrenzung ost-/westkanadisches Inuit Teilweise wird die Ost-West-Grenze zwischen Aivilingmiutut und Kivallirmiutut in der Region Keewatin (Kivalliq) gesehen. Ein allgemeines Unterscheidungsmerkmal ist insoweit der h-Laut, der in westlichen Dialekten an die Stelle des östlichen s-Lauts tritt. Diese Grenze liegt ungefähr bei 90° westlicher Länge. In neuerer Zeit wurde die Grenze nach Westen verschoben. In der philologischen Literatur wird sie nun eher zwischen Kivallirmiutut und Natsilingmiut angesetzt. Der Inuit Language Protection Act von Nunavut definiert lediglich den Dialekt im westlichen Kitikmeot (Cambridge Bay/Iqaluktuuttiaq, Kugluktuk/Qurluktuk) als Inuinnaqtun, alle anderen Dialekte in Nunavut als Inuktitut, nimmt also eine Ost-West-Grenze zwischen Natsilingmiutut und Inuinnaqtun an. Für Letzteres spricht zum einen die Endung -t in Natsilingmiutut gegenüber -n weiter westlich, zum anderen die westliche Grenze zwischen der Verwendung von Silben- und Lateinschrift. Formenlehre und Satzbau Wie andere Eskimo-Aleutische Sprachen haben die Inuit-Sprachen ein sehr reiches morphologisches System, in dem ein Wort eine lange Folge verschiedener gebundener Morpheme enthalten kann (siehe auch Inkorporation und Polysynthetischer Sprachbau). Alle Wörter der Inuitsprachen beginnen mit einem lexikalischen Morphem (ein Element, das in seiner Bedeutung einem Inhaltswort entspricht), hieran werden gebundene Morpheme angehängt. Die Sprachen haben Hunderte verschiedener Affixe, in manchen Dialekten bis zu 700. Obwohl der Wortaufbau manchmal sehr kompliziert ist, gibt es keine Unregelmäßigkeiten wie sie für das Deutsche oder andere Sprachen des flektierenden Typs kennzeichnend sind. Durch dieses System können die Wörter sehr lang werden. Häufig kann ein Wort die Information eines ganzen Satzes abdecken. Zum Beispiel im Inuktitut von Zentral-Nunavut, Kanada: tusaatsiarunnanngittualuujunga „Ich kann nicht sehr gut hören“ Dieses lange Wort besteht aus einer Wurzel tusaa- ‚hören‘ und fünf angehängten Elementen (Affixen oder weiteren lexikalischen Morphemen): -tsiaq- „gut“ -junnaq- „können“ -nngit- „nicht“ -tualuu- „sehr viel“ -junga „ich“ (1. Person Singular Präsens Indikativ unbestimmt) Solche Wortbildungen kommen in Inuitsprachen überall vor. In einem großen Werk aus Kanada, dem Nunavut Hansard, einer Sammlung von Parlamentsprotokollen, kommen 92 % aller Wörter nur einmal vor, ganz anders als in den meisten englischen Hansards. Die Zuordnung von Wörtern zu Wortarten bzw. grammatischen Konstruktionen ist in den Inuitsprachen flexibel, denn voll gebeugte Verben können auch als Substantive interpretiert werden. Das Wort ilisaijuq kann man als voll gebeugtes Verb verstehen: „er studiert“ oder als Substantiv: „Student“. Die Bedeutung ist erst im Satzzusammenhang zu ermitteln. Formenlehre und Satzbau der Inuitsprachen sind von Dialekt zu Dialekt leicht verschieden, aber die Grundprinzipien lassen sich auf sie alle anwenden und zu einem gewissen Grad auch auf Yupik. Flexion Die Deklination des Inuktitut kennt drei Numeri und acht Kasus. Hier als Beispiel das Wort inuk ‚Mensch‘: Schrift Im größten Teil von Nunavut und in Nord-Québec (Nunavik) wird Inuktitut vorwiegend mit Silbenzeichen geschrieben, die aus der Ojibwe-/Cree-Schrift hervorgegangen sind und wie diese eine Variante der kanadischen Silbenschrift darstellen. Der erste Druck von Inuktitut in Silbenschrift stammt aus dem Jahr 1855/56. Im ostkanadischen Labrador (Nunatsiavut), im äußersten Westen von Nunavut und in den Nordwest-Territorien (Inuvialuit-Region) sind dagegen Varianten der lateinischen Alphabetschrift vorherrschend. Qaliujaaqpait () bezeichnet die Lateinschrift, Qaniujaaqpait () die Silbenschrift. Bei Letzterer ist zwischen der neuen Variante Titirausiq nutaaq (; seit 1976) und der alten Variante Titirausiit nutaunngittut () zu unterscheiden. Seit 2011 gibt es neue Reformbestrebungen, insbesondere zur Vereinheitlichung des Latein-Alphabets. 2019 beschloss die Dachorganisation der kanadischen Inuit Inuit Tapiriit Kanatami ein einheitliches Latein-Alphabet mit 3 Vokalen, 19 Konsonanten (darunter hl, shr, ch, rh) und Apostroph. 2020 folgten für Nunavut die Inuktut Spelling Standards der Sprachbehörde Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit mit 3 Vokalen, 15 + 3 Konsonanten (darunter ł, b, d) und Apostroph sowie entsprechenden Silbenzeichen. Diese liegen der folgenden Tabelle zugrunde, ergänzt um weitere gebräuchliche Zeichen. Für die Silbenzeichen und gibt es in Unicode bisher (2020) nur einen Entwurf. Weblinks Elke Nowak: Inuktitut – eine grammatische Skizze (PDF; 284 KB), 2008 Louis-Jacques Dorais: ᐃᓄᐃᑦ ᐅᖃᐅᓯᖏᑦ = The Language of the Inuit (2010) Pirurvik Centre: Inuktut Tusaalanga (Sprachkurs) Carleton University: Inuktut Lexicon Atlas The Uqailaut Project: Inuktitut Morphological Analyzer (Java-Anwendung) Lucien Schneider: Ulirnaisigutiit = ᐅᓕᕐᓇᐃᓯᕈᑏᑦ: An Inuktitut-English Dictionary of Northern Quebec, Labrador, and Eastern Arctic Dialects, 1985 Virtual Museum of Labrador: Labrador Inuttut Dictionary Institutionen: Inuit Tapiriit Kanatami – Interessenvertretung der kanadischen Inuit Nunavut: Inuit Uqausinginnik Taiguusiliuqtiit (Sprachbehörde) Nunavik: Avataq Cultural Institute Nunatsiavut: Department of Language, Culture and Tourism Inuvualuit Cultural Centre Einzelnachweise Eskimo-aleutische Sprachen Eskimo Inuit
Wozu dienten Erdställe? (Seite 22) - Allmystery Wozu dienten Erdställe?Wissenschaft / von Kulturforscher am 09.07.2020 Hallo zusammen! - Ich bin neu auf diesem Forum und wundere mich, dass es überhaupt noch Unklarheiten über die "Erdställe" gibt. Es passen doch alle bisherigen Forschungsergebnisse zusammen zu der Schlussfolgerung, dass diese Kammern sowohl Fruchtbarkeitsritualen (Erdmutterkulten), dem sexuellen Beischlaf und als Vorläufer der Kreiss-Säle dienten. Man muss nur frei von Vorurteilen und christlicher Scheinmoral an die Sache herangehen. Ich lese das PDF und mein Wissensstand ist unverändert! Wie immer, bei Ihren Ausführungen, fehlen weiterführende Quellenangaben welche ihre Gedankengänge nachvollziehbar machen könnten - so auch in dem Aufsatz den sie als PDF hoch geladen haben! 26.07.2020 um 10:47 Belege für die Verortung der Erdställe ins Mittelalter hat es hier ja nun schon gegeben, du verlegst die jedoch in die vorchristliche und sogar vorrömische Zeit. Dafür hast du mit Sicherheit irgendwelche belastbaren Belege.... Direkt im ersten ab Satz deines PDFs behauptest du vorchristliche Forschung würde als anrüchig betrachtet.... auch dafür hast du mit Sicherheit eine Quelle die nicht im rechtsbraunen eso Bereich zu finden ist. Oder? Mehr als den ersten Absatz habe ich mir nicht angetan. Nach meinem Empfinden ist das ein schlechter Schreibstil. Muss ich glaube ich so nicht lesen. ragtime schrieb: Nach meinem Empfinden ist das ein schlechter Schreibstil. Muss ich glaube ich so nicht lesen. Nicht nur das. Wer meint, fernab wissenschaftlicher Methoden arbeiten zu können und dann noch seine Kritiker verhöhnt, stellt sich ja nun mal selbst ins Abseits. Wer sollte, wenn er nicht aus derselben Ecke kommt, seine Zeit damit verschwenden, das auch noch zu rezensieren. 26.07.2020 um 10:58 Kulturforscher schrieb: solange Begriffe, unbequeme Quellen und Thesen, die augenblicklich aus politischen oder religiösen Gründen unbequem sind, zensiert bzw. gelöscht werden Bitte führe Belege für diese Behauptung an. 26.07.2020 um 11:25 Ich finde es schon schade, dass unser Kulturtroll so gar nicht auf konkrete Fragen eingeht. Das nimmt mir nämlich jegliche Möglichkeiten, ihn zu widerlegen. Ich kenne mich nämlich in der Erdstallforschung recht gut aus. Kulturforscher schrieb: brigittsche schrieb am 23.07.2020: Nicht alle "Erdställe" haben überhaupt diese Durchschlupfe, und nicht alle davon sind zu eng. Also das hatten wir ja nun schon: perttivalkonen schrieb am 12.07.2020: Kulturforscher schrieb: Es ist ja nicht einmal sicher, ob alle Bauwerke , die als "Erdställe" bezeichnet werden, auch tatsächlich in diese Rubrik gehören. Es haben ja auch nicht alle diese runden Schlupflöcher. Das ist ne simple Sache von Logik. Wenn Du ein Phänomen erklären willst, das Phänomen aber gar nicht sauber benennen, es nicht von weiteren, ähnlichen Phänomenen abgrenzen kannst, ist Deine Erklärung schlicht wertlos. Im allergünstigsten Falle fraglich. Es gäbe natürlich den Dreh zu sagen, daß Deine Erklärung zugleich das Abgrenzungskriterium sei, aber damit wäre die Erklärung nicht einfach nur Folgerung, sondern bereits Voraussetzung des Phänomens. Und damit beliebig austauschbar - und wieder nichts wert. Solang Du die "für den Geburtsvorgang ungeeigneten" Erdställe nicht als eigenständiges, von den "geburtsgeeigneten" Erdställen getrenntes Phänomen aufzeigen kannst, so lange kann "dienten der Geburt" keine Folgerung aus dem Phänomen heraus sein. Vielmehr ist das dann eine Vorab-Annahme, ohne die Du die Erdställe nicht voneinander scheiden kannst in die "Geburtsorte" und die "anderen", die nicht "in diese Rubrik gehören". Kulturforscher schrieb: Leider ist eine echte wissenschaftliche Diskussion auf diesem Forum nicht möglich, solange Begriffe, unbequeme Quellen und Thesen, die augenblicklich aus politischen oder religiösen Gründen unbequem sind, zensiert bzw. gelöscht werden. Wenn ich also hier auf unsachliche Kritik oder auf Verleumdungen nicht antworten werde, liegt das an der hier fehlenden Diskussionskultur. Seit Du hier bist, hast Du wissenschaftliche Erkenntnisse als "romhörig" und "Siegergeschichtsschreibung" abgewiesen. Rechtfertige Dein Ignorieren von Sachbeiträgen also nicht mit "Diskussionskultur". Sollten Deine braunesoterischen Quellen wirkliche Fakten oder Folgerungen beinhalten, so wirst Du diese auch außerhalb solcher Quellen belegt finden bzw. sachlich herleiten können. Kulturforscher schrieb: Du wirst sicher verstehen, warum ich auf Deine Angriffe nicht weiter eingehe - weil sie entweder unsachlich sind oder eine Antwort erfordern die (lt. der hiesigen Zensur) nicht "zum Thema" gehören würde. Deine negative Grundhaltung verwundert mich um so mehr, da Du Dich mit einem urheidnisch-nordischen Priesterinnen-Titel schmückst (falls die drei Bestandteile des Wortes auch aus dem Nordischen stammen sollten). Whow! nicht Argumente, nein Angriffe! Und Du willst mir was von "unsachlich" und "nicht zum Thema" erzählen? Beredt immerhin, wie Du "Urheidnisch-Nordisches" zu erkennen vermagst. Pertti ist ein Männername, Valkonen ein Familienname. Kulturforscher schrieb: Deshalb auch meine Vermutung / Behauptung, dass man sich nicht bei allen als "Erdställe" bezeichneten Bauwerken auf nur EINEN Verwendungszweck festlegen sollte. Das erklärt noch immer nicht Deine Liebesnest-Kreißsaal-&-co.-These. Was an den konkreten Erdställen spricht wofür? So rum geht das. Kulturforscher schrieb: Wenn ich also hier auf unsachliche Kritik oder auf Verleumdungen nicht antworten werde, liegt das an der hier fehlenden Diskussionskultur. Die mag auch mal ruppig werden, aber ich sehe kein wirkliches Problem. Nur wirst du hier nicht so einfach Bauchpinselei bekommen, dafür müsstest du schon einiges sinnvolle auf den Tisch legen. Und man liest zwar viele Worte von dir, aber ich vermisse Inhalte in ihnen. Kulturforscher schrieb: Die zwei angeblichen "Erdställe", die ich vor etwa 25 Jahren mal betreten konnte / durfte, hatten überhaupt keine Durchschlüpfe, waren von Kellern aus zugänglich und haben auch schlicht als einfache Verstecke oder "Geheimtresore" in unruhigen Zeiten dienen können. Deshalb auch meine Vermutung / Behauptung, dass man sich nicht bei allen als "Erdställe" bezeichneten Bauwerken auf nur EINEN Verwendungszweck festlegen sollte. Du warst also in zwei (!) Bauten, wo du dir nicht einmal sicher bist das sie zu den Erdställen zählen? Und auf diesen Beobachtungen beruht deine ganze These mit den Erdställen? Das ist in etwa so als wenn ich zwei Steine nehme und dann auf Grund meiner Beobachtung eine These zur Entstehung der Erde und aller Gesteine aufstelle. Und das ist völlig haltlos und sinnfrei! Und das ist die nette Version meiner Aussage. Um wirklich sinnvolle Thesen aufstellen zu können hättest du dir erstmal einen möglichst großen Überblick verschaffen müssen: -wieviele Erdställe gab es und wie sind sie geografisch gestreut, -welche Bauformen gab es Änderungen bzw. Häufungen von Bauformen in bestimmten Gebieten, -lassen sich die Erdställe zeitlich einordnen: Bau, Unterhalt, Schließung, Je größer meine Datenbasis ist, um so besser kann ich meine These aufstellen. Weil die muss in einen zeitlichen, räumlichen, religiösen und kulturellen Kontext passen. Und zwar muss sie ALLE Faktoren berücksichtigen, deine These ist einfach nur wild raus gehauen und passt eigentlich NIRGENDS richtig rein. Keine der anderen Thesen schließt Doppelnutzungen aus, aber die anderen Thesen haben einfach mehr Substanz und sind einfach sinnvoller. Die einfachsten Erklärungen sind oft die besten. Weil bei denen muss ich keine hochschwangeren Frauen durch dunkle enge Stollen quetschen. Hochschwangere haben oft bis zur letzten Minute mit auf dem Feld gearbeitet. Das war in einigen Gebieten bis in die Kaiserzeit so. In unserer Familie wurde erzählt, das die Mutter einer der Tanten meiner Mutter, am Feldrand geboren wurde. Das war vor der Jahrhundertwende (ca. 1870-1880), also nicht so lange her. Man konnte sich den Luxus der großen Schamhaftigkeit oft gar nicht leisten. Kulturforscher schrieb: Was die Kritik an meinem Buch betrifft: Es hat keinen Zweck, einzelne Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen, ohne die übrigen über 250 Seiten und 200 Abb. zu berücksichtigen. Oh doch! Man kann am Beispiel des Djed-Pfeilers deine ganze These in dem Buch aufzeigen, dazu muss man nicht einmal alles gelesen haben. Kulturforscher schrieb: Die mythischen Zusammenhänge um den ägypt. Djed-Pfeiler sind mir bekannt. Hier geht es um den PROFANEN Zweck dieses merkwürdigen Gerätes. Es gibt keinen "profanen Zweck", es ist eine rein kultische Angelegenheit. Dazu kommt das den Ägyptern sehr wohl klar war das ein Jahr aus 365 Tagen plus Schalttagen bestand. Es gab Wasseruhren welche die Zeit auch in der Nacht anzeigten. Und Leute mit diesem Wissen sollen über ein paar Aussparungen am Djed-Pfeiler mit dem Datum rumstümpern? Die konnten dir auf die Stunde genau sagen welchen Tag und welche Uhrzeit man hat. Sicher ist, das der Djedpfeiler unabhängig von Architektur oder landwirtschaftlichen Bräuchen von Anfang an die Bedeutung eines Fetischs besitzt. Schon früh, spätestens aber seit der Schrifterfindung, gewinnt der Djedpfeiler zusätzlich die Bedeutung eines Symbols. Beide Vorstellungen, die des Fetischs und die des Symbols, stehen seit alter Zeit nebeneinander und durchdringen und beeinflussen sich gegenseitig und sind daher nur schwer voneinander zu trennen. Quelle: Lexikon der Ägyptologie, Band I, S.1100-1101 Der Rest von dem folgenden in deinem Buch ist genauso eine Grütze. Deine Schlußfolgerungen zur Verwendung als Meßpfeiler sind vollkommen an den Haaren herbei gezogen. Auch die Abbildung 79a auf S. 193 in deinem Buch ist aus dem Zusammenhang gerissen worden. Das Fest der Aufstellung des Djedpfeilers durch den Pharao ist beschrieben, da gibt es keine "praktische Gebrauchsausführung". Und selbst auf Wikipedia sieht man das Relief ist viel größer als deine Einzeldarstellung. Na da laust mich doch der Affe, rechts im Bild sieht man doch glatt wie der Djedpfeiler aufgerichtet ist. Das ganze Relief stellt eine Erzählung dar, nämlich die Auferstehung Osiris. Kulturforscher schrieb: Und da mochte ich nur ungerne Dänikens These folgen. Nicht einmal Däniken hat solche Thesen wie deine aufgestellt. Nemon schrieb: Wer sollte, wenn er nicht aus derselben Ecke kommt, seine Zeit damit verschwenden, das auch noch zu rezensieren. Das Buch zu lesen ist schon anstrengend, ich werde es vieleicht versuchen um dann eine Rezension zu schreiben, aber das Teil grenzt an Folter. Hier mal eine Leseprobe aus dem Engelsdorfer Verlag: https://www.engelsdorfer-verlag.de/media/pdf/LP_9783961458608.pdf Viel "Spaß" damit. perttivalkonen schrieb: Pertti ist ein Männername, Valkonen ein Familienname. Finne? :) emz schrieb: Ich finde es schon schade, dass unser Kulturtroll so gar nicht auf konkrete Fragen eingeht Er ist wirklich der Autor von dem Buch, also wenn du dein Exemplar von ihm signieren lassen wolltest, das kannst du jetzt vergessen. :) Thorsteen schrieb: Finne? En ole. Olen saksalainen. Kulturforscher schrieb: Leider ist eine echte wissenschaftliche Diskussion auf diesem Forum nicht möglich, solange Begriffe, unbequeme Quellen und Thesen, die augenblicklich aus politischen oder religiösen Gründen unbequem sind, zensiert bzw. gelöscht werden. Nun ja, sagen wir einmal so: Das ist eine Argumentation, die dann aber auch wieder auf Dich zurückfällt - Damit kann man es sich nämlich sehr gut erklären, warum die eigenen Thesen nicht akzeptiert werden ohne vielleicht mit etwas Selbstkritik darauf zu kommen, dass das aus sachlichen Gründen geschieht. Oder anders herum: Alle anderen sind die Geisterfahrer, nur ich bin in der richtigen Richtung unterwegs. Im Übrigen weiß ich nicht, welche religiösen und politischen Gründe hier zur Löschung führen sollten, bei einem Thema, das nichts mit der aktuellen Politik zu tun hat. Wenn Du aus irgendwelchen obskuren, politisch angehauchten Büchern oder Zeitschriften (Stichwort: "Ahnenerbe") zitiert haben solltest (was ich NICHT weiß und Dir darum auch ausdrücklich NICHT unterstelle!) dann wäre die Löschung allerdings nicht ohne Grund gewesen. Im Übrigen: Das hier ist KEIN wissenschaftliches Forum und soll es auch nicht sein. Folglich solltest Du Dich für wissenschaftliche Diskussionen in Fachkreise begeben. Aber lass' mich raten: Die sind ja auch alle politisch und religiös voreingenommen und können deshalb die von Dir präsentierte Wahrheit nicht erkennen...... 27.07.2020 um 04:59 Alle Gedankengänge meiner Theorie sollten doch für jeden nachvollziehbar sein, der lesen kann. Mehrere Quellen habe ich angegeben. Wo keine stehen, handelt es sich entweder um geschichtliches oder mythologisches Grundwissen oder um eigene Erkenntnisse. Dabei geht es eigentlich meist nur darum, "1 + 1" zusammen zu zählen - das heisst, hunderte von überall für jeden sichtbare Puzzleteile zusammen zu fügen . Oder will ernsthaft von mir jemand erwarten, dass ich für jeden Begriff unserer Umgangssprache ein Lexikon verlinke oder ein Märchenbuch angebe, wo unsere Märchen abgedruckt sind? - Wer etwas über Loch- und Schlupfsteine und das Brauchtum um sie erfahren will, findet im Netz eine ganze Reihe von Beiträgen zu denen, welche die Kirche noch übrig gelassen hat (z.B. Men an tol oder Devils ring and finger bzw. die "Galerie- oder Steinkammergräber", die vermutlich ursprünglich gar keine Gräber waren). Ich spreche hier nicht von natürlichen Felslöchern. Die damit verbundenen Bräuche und Mythen (z.B. um den "St. Wolfgang-Pilgerweg") sind jedoch ähnlich denen von künstlichen Schlupfsteinen. 27.07.2020 um 05:28 ragtime schrieb: Belege für die Verortung der Erdställe ins Mittelalter hat es hier ja nun schon gegeben, du verlegst die jedoch in die vorchristliche und sogar vorrömische Zeit. Dafür hast du mit Sicherheit irgendwelche belastbaren Belege.... Bitte richtig lesen: Ich habe nirgends behauptet, dass die "Erdställe" alle unbedingt älter sein müssen, als Mittelalter. Hättest Du meinen Aufsatz tatsächlich gelesen, dann hättest Du Dir diesen peinlichen Beitrag ersparen können. - Es gibt lediglich mythische Tatsachen und Überlieferungen aus der Bronzezeit, die bis in die Zeit der Christkolonisation überdauert haben. Welche das sind, steht auch in meinem Aufsatz. Oder umgekehrt betrachtet: Da diese Überlieferungen sich AUCH auf megalithische Bauwerke beziehen, ist die Verbindung zwischen den Schlupfsteinen und den "Erdställen" zumindest denkbar und diskussionswürdig. Aber einigen, die hier schreiben, geht es offensichtlich nicht um Wissens- und Meinungsaustausch, sondern nur um das Draufschlagen auf alles, was ein Neu- oder Weiterdenken erfordert. Was die von Dir angefragten Quellen angeht, findest Du die ebenfalls in meinem Aufsatz: Karlheinz Deschner dürfte wohl eher nicht verdächtig sein, als "rechts" zu gelten. Und Otto von Corvins "Pfaffenspiegel" erschien bereits vor etwa 140 Jahren und ist als Grundlagenwerk bis heute immer wieder neu aufgelegt worden. Nur 12 Jahre lang war das Buch in Deutschland verboten: Während des 3. Reiches!!! - Der NS-Staat war nämlich ein reiner Kirchenstatt. Und die politische "Rechte" denkt bis heute zu fast 100 % christlich. Warum sollten die auch sonst vom "Erhalt christlich-abendländischer Kultur" faseln??? Übrigens: Wer das Unwesen der Christkolonisation und Inquisition begreifen will, mache sich bitte die Mühe, Moses Bücher im AT zu lesen - und zwar besonders die Stellen, welche die Pfarrer NICHT auf den Kanzeln zitieren. Nach dem kranken Geist des Plagiators Mose wurde weltweit mit Feuer und Schwert gemordet. Wer wissen will, wie es bei uns im Mittelalter aussah, braucht nur den Islamismus betrachten. 27.07.2020 um 07:55 Thorsteen schrieb: Du warst also in zwei (!) Bauten, wo du dir nicht einmal sicher bist das sie zu den Erdställen zählen? Und auf diesen Beobachtungen beruht deine ganze These mit den Erdställen? Das ist in etwa so als wenn ich zwei Steine nehme und dann auf Grund meiner Beobachtung eine These zur Entstehung der Erde und aller Gesteine aufstelle. Und das ist völlig haltlos und sinnfrei! Und das ist die nette Version meiner Aussage. Diese Bauten wurden mir damals als "Erdställe" vorgestellt. Es war das erste mal, dass ich davon überhaupt gehört hatte. Aber es war auch später Anlass für mich, über das Thema weiter zu recherchieren. In Norddeutschland gibt es leider keine solchen Bauten - ausser gemauerte unterirdische Keller wie meiner. Im Netz jedoch gibt es inzwischen eine Menge Quellen, deren Kenntnis es erlaubt, Theorien auf zustellen. Eigentlich ist Deine Bemerkung "sinnfrei": Geologen machen genau das, was Du über die Gesteinsarten schreibst: Sie müssen auch nicht jeden Berg selber gesehen haben, deren Gesteinsproben sie im Labor untersuchen und können trotzdem etwas über ihre Entstehung und die Plate Tectonic aussagen. Thorsteen schrieb: Keine der anderen Thesen schließt Doppelnutzungen aus, aber die anderen Thesen haben einfach mehr Substanz und sind einfach sinnvoller. Die einfachsten Erklärungen sind oft die besten. Bisher habe ich hier von niemandem gelesen, dass irgendeine der "einfachsten Erklärungen" das Rätsel lösen könnten. Das mit den Doppel- oder Mehrfachnutzungen ist sogar mehr als wahrscheinlich (siehe oben). Thorsteen schrieb: Was die Kritik an meinem Buch betrifft: Na dann tu's doch! - Ich glaube aber nicht, dass es was bringt, weil das Thema zu vielschichtig ist. Ich habe anfangs auch gedacht, dass ich bei dem Thema mit einem Zehntel der Seitenzahl auskomme. Thorsteen schrieb: Es gibt keinen "profanen Zweck", es ist eine rein kultische Angelegenheit. Dazu kommt das den Ägyptern sehr wohl klar war das ein Jahr aus 365 Tagen plus Schalttagen bestand. Es gab Wasseruhren welche die Zeit auch in der Nacht anzeigten. Und Leute mit diesem Wissen sollen über ein paar Aussparungen am Djed-Pfeiler mit dem Datum rumstümpern? Die konnten dir auf die Stunde genau sagen welchen Tag und welche Uhrzeit man hat. Die Kulturreligionen kennen / kannten keine Trennung zwischen profan und religiös: Die Begrüssung der aufgehenden Sonne wurde sowohl astronomisch als auch rituell gefeiert und begangen - und zwar in der gesamten Alten Welt. Die astronomische Messung war auch deshalb nötig, weil man alle paar Generationen einen Schalttag weglassen musste, was Caesar bei der Einführung des Ptolemeischen Kalenders vergass - und was erst 1582 durch Papst Gregor 13. (teilweise) bereinigt wurde. Leider hat er nur 10 der inzwischen 13 zu viel angesammelten Tage gestrichen, weshalb u.a. Heiligabend bis heute 3 Tage nach der Sonnenwende fällt. Übrigens: Warum werden Nachschalgewerke stetig aktualisiert? - Weil immer wieder neue Erkenntnisse eingearbeitet werden müssen. Und weil die Forschung eben nicht stehenbleibt. - Für die Ägypter war die tägliche Wiedergeburt des Sonnengottes auch ein Ritual, das selbstverständlich auch der profanen Kalendereinstellung diente. Thorsteen schrieb: Der Rest von dem folgenden in deinem Buch ist genauso eine Grütze. Deine Schlußfolgerungen zur Verwendung als Meßpfeiler sind vollkommen an den Haaren herbei gezogen. Auch die Abbildung 79a auf S. 193 in deinem Buch ist aus dem Zusammenhang gerissen worden. Das Fest der Aufstellung des Djedpfeilers durch den Pharao ist beschrieben, da gibt es keine "praktische Gebrauchsausführung". Und selbst auf Wikipedia sieht man das Relief ist viel größer als deine Einzeldarstellung. Die Grösse des Original-Reliefs spielt hier keine Rolle, sondern nur der Grössenvergleich zu den Menschen. Ausserdem gibt es ja noch die Darstellungen, auf denen die aufgehende Sonne zwischen zwei Bergen durch den "Schlupfstein" des Anch auf den Djedpfeiler scheint. Diese Abb. hast Du wohl übersehen. Dass die Ägyptischen Künstler es mit der Perspektive nicht so genau nahmen, muss man natürlich dabei auch wissen. Thorsteen schrieb: Na da laust mich doch der Affe, rechts im Bild sieht man doch glatt wie der Djedpfeiler aufgerichtet ist. Das ganze Relief stellt eine Erzählung dar, nämlich die Auferstehung Osiris. Habe ich den rituell-religiösen Sinninhalt irgendwo bestritten? - Worin soll der Widerspruch zum Profanen liegen? Thorsteen schrieb: Nicht einmal Däniken hat solche Thesen wie deine aufgestellt. Nein - und zwar deshalb, weil er mit Vorliebe immer gleich auf ausserirdische Herkunft getippt hat. Das ist nun mal sein Fetisch. brigittsche schrieb: Im Übrigen: Das hier ist KEIN wissenschaftliches Forum und soll es auch nicht sein. Folglich solltest Du Dich für wissenschaftliche Diskussionen in Fachkreise begeben. Aber lass' mich raten: Die sind ja auch alle politisch und religiös voreingenommen und können deshalb die von Dir präsentierte Wahrheit nicht erkennen...... Den Irrtum, dass es sich hier um ein wissenschaftliches Forum handelt, habe ich ja inzwischen auch bemerkt, Sonst hätte ich hier mehr wissenschaftliche Kritiken bekommen. Deshalb bin ich hier auch bald wieder raus. Es gibt Foren, da bekomme ich auch nicht nur rückhaltlose Zustimmung. Aber dort geht es sachlicher und niveauvoller zu. Dort ist weitaus mehr Grundwissen vorhanden - z.B. eben auch über politische und religiöse Voreingenommenheit. Ausserdem regt sich niemand darüber auf, wenn auch mal ein Randthema behandelt wird. Ich hab ja jetzt alle neuen Briefe beantwortet. Sollte noch etwas lohnenswertes kommen, werde ich mich damit befassen. Aber etwas habe ich hier doch mitgenommen: Ich habe bestätigt bekommen, wo bei vielen Zeitgenossen die Haupt-Wissenslücken sind und kann mich besser darauf einstellen. Zum Thema Geschichtsfälschungen: "Auch an den Kreuzwegen der Geschichte versucht die Polizei, den Verkehr zu regeln." (Stanislaw Jerzy Lec, poln. Lyriker) "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, dass Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann." (Samuel Butler, 1812-1880) "Geschichtsbücher sollten vorsichtshalber immer nur mit Bleistift geschrieben werden." (Golda Meir, israel. Ministerpräsidentin) Zum Thema Wissenschaftliche Forschung: "Manche Wissenschaftler benehmen sich wie ausgestopfte Gänse, die nichts mehr verdauen wollen." (Hans habe) "Eine Irrlehre braucht zwei Generationen, um auszusterben, weil nicht nur ihre Lehrer, sondern auch deren Schüler aussterben müssen." (Max Planck) "Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen." (Georg C. Lichtenberg) "Es ist unmöglich, Staub wegzublasen, ohne dass jemand zu husten beginnt." (Prinz Philipp von England) Kulturforscher schrieb: Diese Bauten wurden mir damals als "Erdställe" vorgestellt. Es war das erste mal, dass ich davon überhaupt gehört hatte. Aber es war auch später Anlass für mich, über das Thema weiter zu recherchieren. In Norddeutschland gibt es leider keine solchen Bauten - ausser gemauerte unterirdische Keller wie meiner. Im Netz jedoch gibt es inzwischen eine Menge Quellen, deren Kenntnis es erlaubt, Theorien auf zustellen. Es fehlen nach wie vor Angaben, wo sich im Allgäu diese beiden "Bauten" finden. Dann werde ich mal in meinen Unterlagen schaun, was ich dazu finde. Kulturforscher schrieb: Und Otto von Corvins "Pfaffenspiegel" erschien bereits vor etwa 140 Jahren und ist als Grundlagenwerk bis heute immer wieder neu aufgelegt worden. Nur 12 Jahre lang war das Buch in Deutschland verboten: Während des 3. Reiches!!! - Der NS-Staat war nämlich ein reiner Kirchenstatt. "Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Buch von der NSDAP zu Hetzkampagnen gegen die katholische Kirche benutzt und seine Verbreitung gefördert." und "Im wissenschaftlich-historischen Kontext wird Corvins Stoffsammlung als wertlos erachtet." Wikipedia: Pfaffenspiegel Nix Grundlagenwerk, nix im 3.Raich verboten. Und schon gar nicht war Hitlerdeutschland ein Kirchenstaat. 28.07.2020 um 04:14 emz schrieb: Es fehlen nach wie vor Angaben, wo sich im Allgäu diese beiden "Bauten" finden. Die beiden Verliese befanden sich in der Nähe des Ortes Aitrang nahe dem Elbsee, ein kleiner Stausee (die genauen Stellen weiss ich nicht mehr) und wurden uns von Einheimischen gezeigt. In beide konnte man nur in gebückter Haltung und sie würden sich auch gut hinter einem Möbelstück verbergen lassen. Ich weiss noch, dass in dem einen Loch Weinflaschen gestapelt waren, hinten leere Einweckgläser. Nach den im Netz veröffentlichten Bildern, Videos und Grundrissen würde ich beide Bauten nicht als "typisch" bezeichnen, weil es sich hier tatsächlich um Gelasse gehandelt hat, die man praktisch wie ein Vorratsversteck oder "Haustresor" nutzen kann. Sie waren auch nicht vermauert oder verschüttet. Aber was ist bei dieser Formenvielfalt schon als typisch zu bezeichnen. - Bei der Frage nach dem Sinn der "typischen" engen Schlupflöcher helfen diese beiden Bauten eh nicht weiter. Einer war im Keller eines Bauernhofes halb hinter einem Berg Briketts, der andere in einem alten verfallenen Waldhaus ohne Dach, das man uns als Köhlerhaus vorstellte. Es stand mit der Rückseite an einer Felswand, in die der kurze Gang hineingearbeitet war. - Aber wie gesagt - das ist eine Generation her. Heute würde ich auch sofort mit Kamera und Zollstock in solche Löcher kriechen. Wer weiss, wie viele solcher Kammern bis heute noch unerkannt in privaten Kellern schlummern. perttivalkonen schrieb: Nix Grundlagenwerk, nix im 3.Raich verboten. Natürlich hatte v.Corvin damals noch nicht so viele Quellen zur Verfügung, wie Deschner. Die Verbrechen der Kirche waren damals noch ein öffentliches "No-Go". Selbst Darwin war mit seinen umwälzenden Entdeckungen zu dieser Zeit ebenso widerwärtigen wie lächerlichen inquisitorischen Angriffen seitens der Kirchen ausgesetzt. Corvins Werk war für die Zeit sensationell und wegbereitend für den letzten Akt der Aufklärung, der im "Kulturkampf" der 1870er Jahre (mit den "Maigesetzen") gipfelte, die den Kirchen endlich die letzten Vormundschaften über das Bildungs- und Standesamtswesen nahmen. Auch bei "Wikipedia" schreiben die Autoren nicht immer frei von persönlichen Meinungen. Ich habe schon andere Ansichten gehört und eine 15-seitige Dokumentation zusammengestellt mit entsprechenden Vorgängen und Hitlers eigenen Zitaten. Die Haltung der damaligen Politik war zwiespältig. Bei den "geheimen Tischgesprächen" redete H. anders, als in der Öffentlichkeit (siehe "Reichsparteitagsrede" 1935), um sich die Loyalität der Kirchen zu sichern - die z.B. auch die Reichsprogromnacht mit Luthers Geburtstag in Verbindung brachten, der ja auch ein brennender Judenfeind war. Tatsache ist, dass es durchaus kirchenfeindliche Tendenzen im 3. Reich gab und dass Hitler in seinem Grössenwahn nach einem "Endsieg" sogar die Verstaatlichung der Kirchen und deren Umwandlung in "Adolf-Hitler-Weihestätten" plante. Die Kirchen dienten H. nur als "nützliche Idioten" und Gehilfen zur Machtergreifung. Das war im Parteiprogramm der NSDAP als "positives Christentum" gemeint. Es wurde grundsätzlich alles und jedes für politische Zwecke missbraucht und ausgeschlachtet. Auch die angebliche "braune Esoterik" war keine wirkliche, sondern nur politisches Theater. Jedenfalls war Hitler bis zu seinem Tode eingetragener Katholik und hätte ohne die Mithilfe von den katholischen Kirchenkanzeln nie die Macht erlangt. Schliesslich war der Vatikan auch der erste Staat, der (wegen des Versprechens des bis heute gültigen "Reichskonkordats") Natzideutschland diplomatisch anerkannte. Verträge, die im 3. Reich geschlossen wurden, verhindern bis heute bei uns eine Trennung von Staat und Kirchen. Weiteres möchte ich hier nicht ausführen, weil es mir eigentlich verboten wurde, hier auf Fragen einzugehen, die nicht zum Thema gehören. 28.07.2020 um 06:26 Ich habe Dich noch nach einem Beleg für Deine Behauptung gefragt. Kommt da noch was? 28.07.2020 um 11:25 Kulturforscher schrieb: Natürlich hatte v.Corvin damals noch nicht so viele Quellen zur Verfügung, wie Deschner. Wertlos meint nicht, daß der arme von Corvin nur wenige Quellen zur Verfügung hatte. Sondern es meint, was er draus gemacht hat. Und mit Deschner kannst Du auch nicht punkten. Gerade in den Jahrzehnten nach seiner "Kriminalgeschichte" änderte sich der Forschungsstand in vielerlei Hinsicht. Zu "seiner Zeit" hatte die Kirche noch die Flache Erde vertreten und jeden Kugelerdler verfolgt, gab es einen von Europa aus gezielten Völkermord in der Neuen Welt, war der Nordirlandkonflikt "zwischen Katholiken und Protestanten" noch ein Religionskrieg, der berühmte Galgenbaum ein Symbol für den Glaubenswahn des Dreißigjährigen Krieges usw. usf. Zwischen Deschners Werk und heute hat sich doch einiges verändert in Sachen Forschungsstand, Quellenauswertung, selbst Forschungsansätzen (Stichwort "Religionskriege"). Deschners Werk immerhin ist beileibe nicht wissenschaftlich wertlos, wohl aber veraltet und tendenziös. Und nein, auch mit einem Darwin oder Kulturkampf des 19.Jh. kannst Du kein kirchliches Auftreten während des Mittelalters belegen. Deine "Quellen" geben nicht her, was Du ihnen gerne aufgebürdet hättest. Mit Rückzugsgeplänkeln "ja aber der Darwin, der Galileo, der Klumbumbus und überhaupt" beweisen Leute nur, daß sie eben auf dem argumentativen Rückzug sind und nichts mehr haben außer diesen Standardfloskeln. Kulturforscher schrieb: Auch bei "Wikipedia" schreiben die Autoren nicht immer frei von persönlichen Meinungen. Und wieder ein Allgemeinplatz, der enen konkreten Fall "belegen" soll. Das nennt man deduktiven Fehlschluß. Kulturforscher schrieb: Ich habe schon andere Ansichten gehört und eine 15-seitige Dokumentation zusammengestellt mit entsprechenden Vorgängen und Hitlers eigenen Zitaten. Die Haltung der damaligen Politik war zwiespältig. Bei den "geheimen Tischgesprächen" redete H. anders, als in der Öffentlichkeit Ich lese gerade nur Blablabla. Null Konkretes. Naja, und in den Tischreden erzählte Hitler viel, wenn der Tag lang war. Mal war Paulus der Befreier des Christentums vom jüdischen Einfluß, mal war er der Begründer ebendieses Einflusses, je nach dem, an welchem Tag Du in den Tischreden liest. Na und daß Hitler den "deutschen Reformator" - und natürlich auch dessen antisemitische Ergüsse - ausnutzte, wo es nur ging, macht ihn nicht ansatzweise zu ner kirchentreuen Marionette oder so. Auch in der DDR entdeckte man 1983 plötzlich ein Herz für den bis dato bösen Bauernkriegsverräter. Was man ideologisch ausschlachten kann, ist Opfer, nicht Graue Eminenz dieser Ideologie. Kulturforscher schrieb: Jedenfalls war Hitler bis zu seinem Tode eingetragener Katholik und hätte ohne die Mithilfe von den katholischen Kirchenkanzeln nie die Macht erlangt. Echt, was weißt Du überhaupt? Ausgerechnet die KKK, die Katholischen KirchenKanzeln, sollen Hitlers Machtergreifung gefördert haben? In den katholisch dominierten Ländern des Reiches hatte die NSDAP stets die schlechtesten Wahlergebnisse. Erst nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und den ersten Auswirkungen der Machtergreifung kam es bei der Reichstagswahl im März '33 zu erklecklichen Stimmengewinnen im katholischen Bayern - und dennoch erreichte die NSDAP in Bayern unterdurchschnittlich wenige Stimmen; über die Hälfte aller Länder erbrachte den Nazis mehr Stimmen ein. Nee Du, die Katholiken waren alles andere als die Steigbügelhalter der Machtergreifung Hitlers. Du hast einfach keine Ahnung. Wegen der massiv schlechten Verhältnisse zwischen NSDAP und Katholischer Kirche war es übrigens auch für den Vatikan nötig, so schnell wie möglich auf diplomatischem Wege für die Sicherheit der deutschen Katholiken zu sorgen. Kein Wunder also, daß es so schnell zur Anerkennung und zum Reichskonkordat kam (der "gemeinsame Antikommunismus" konnte diese Entwicklung nur fördern, aber nicht bewirken). Auch das ist so ein veränderter Forschungsstand der letzten Zeit, der z.B. einen Deschner vom state of the art trennt.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
[Serie & Film] Stargate (SG1, Atlantis, Universe) - Tom's Kreativ-Netzwerk [Serie & Film] Stargate (SG1, Atlantis, Universe) Beitrag von Tom » Fr 24. Jan 2014, 18:15 Demnächst wird ja bei RTL II Stargate Universe gesendet. Ich persönlich finde ja den vorgestellten Handlungsfaden recht interessant, aber im Gegensatz blöd, dass eine komplett neue Besetzung hermusste und dass Antlantis nur bis zur soundso vielten Staffel fortgesetzt wird. Warum ein altes und erfolgreiches Format weiterführen, wenn man auch ein neues anfangen kann (*Ironie*) Trotzdem werde ich es mir erstmal anschauen Stargate – Kommando SG-1 oder kurz Stargate SG-1 ist eine Military-Science-Fiction-Fernsehserie, die auf dem Kinofilm Stargate aus dem Jahr 1994 basiert. Die Serie erzählt die Abenteuer der Einsatzgruppe „SG-1“ – einer von neun SG-Einheiten -, die ferne Planeten besucht. Alle diese Welten befinden sich außerhalb unseres Sonnensystems und sind durch ein Netz aus Sternentoren, sog. Stargates, miteinander verbundenen. Die Serie wurde nach zehn Staffeln eingestellt. Damit ist sie die am längsten ohne Unterbrechung gelaufene Science-Fiction-Serie, während in Vergleich die britische Sci-Fi Serie Dr Who zwar länger lief, aber immer mit Unterbrechungen. Namensgebend sowohl für den Film als auch für die Serie ist ein außerirdisches Gerät, das „Stargate“ (zu deutsch: „Sternentor“). Mit ihm kann eine Wurmlochverbindung zu einem zweiten Stargate, das sich auf einem anderen Planeten befindet, aufgebaut werden. Durch das geöffnete Wurmloch ist es möglich – praktisch ohne Zeitverlust – auf diesen Planeten zu reisen. Teams aus Soldaten und Wissenschaftler erforschen den Planeten und halten nach fortschrittlichen Technologien Ausschau. Diese Teams werden dabei ständig mit neuen Zivilisationen und Gefahren konfrontiert. Ein Stargate besteht unter anderem aus einem ringförmigen Portal, das groß genug ist, um mehreren Personen gleichzeitig Durchlaß zu gewähren oder größere Ausrüstungsgegenstände transportieren zu können. – Das irdische Stargate befindet sich unter Kontrolle der United States Air Force in einem unterirdischen Atombunker in den Cheyenne Mountains (Colorado). Das gesamte Projekt unterliegt strengster Geheimhaltung. Als mit Dr. Jackson Kontakt aufgenommen wird, berichtet er von seiner Entdeckung, dass es nicht nur die Tore auf der Erde und auf Abydos gebe sondern ein ganzes System aus Sternentoren. Bald darauf greift Apophis auch Abydos an. Er entführt Jacksons Frau Sha’re und deren Bruder Ska’ara. Einer der Soldaten kann sich die Toradresse des Planeten merken, auf den sich Apophis nach seinem Angriff zurückzieht. Daher starten die Menschen eine Rettungsaktion. Als sich Apophis' wichtigster Jaffa, der Primus Teal’c, auf die Seite der Menschen schlägt, gelingt es, die meisten der dort gefangenen gehaltenen Menschen zu befreien, jedoch nicht Sha’re und Ska’ara. Diese werden zu neuen Wirten für Apophis' Frau und Sohn. Eine weitere hochentwickelte Rasse sind die Asgard. Im Rahmen eines Planetenschutzabkommens schützen sie die Erde vor den Goa'uld, denen sie technologisch weit überlegen sind. Als Gegenleistung hilft SG-1 den Asgard in Situationen, in denen diese physische Hilfe benötigen. Stargate Atlantis ist ein Ableger der Fernsehserie Stargate SG-1, die auf dem Kinofilm Stargate aus dem Jahr 1994 basiert. Die Serie ist nach ihrem Hauptschauplatz benannt, einer Stadt namens Atlantis, deren Name sich auf das von Platon beschriebene Atlantis bezieht. In der Serie ist Atlantis die verlassene Hauptstadt der Erbauer der Stargates in der Pegasus-Galaxie. Produziert wurde die Serie von Metro-Goldwyn-Mayer. Die Idee eines Ablegers entstand, nachdem der US-amerikanische Fernsehsender Showtime ankündigte, die ursprüngliche Serie Stargate – Kommando SG-1 nach der fünften Staffel nicht mehr fortsetzen zu wollen. Damals noch in der Form eines Spielfilms, der jedoch mit dem Wechsel des Senders und der daraus resultierenden Fortsetzung der Serie verworfen wurde. Nachdem die Quoten auf dem neuen Sender Sci Fi überaus gut waren, wurden Gespräche während der sechsten und siebten Staffel der Originalserie angesetzt. Ursprünglich war es auch geplant, dass Atlantis selbst bereits im Finale der siebten Staffel entdeckt werden sollte, nicht aber der Stützpunkt in der Antarktis, doch wurde das Drehbuch entsprechend umgeschrieben, um das Szenario der neuen Serie realistischer zu gestalten: Atlantis wurde in die Pegasus-Galaxie versetzt, um zu verdeutlichen, dass die Serie ein neuer Anfang ist. Die Serie wurde am 17. November 2003 von MGM genehmigt, und die Ausstrahlungsrechte anschließend erneut an Sci Fi verkauft. Die Dreharbeiten des Pilotfilms starteten im Februar 2004, der daraufhin am 16. Juli während der Gatecon in Vancouver uraufgeführt wurde, nur wenige Stunden vor der Fernsehpremiere im US-amerikanischen Fernsehen. Im Finale der siebten Staffel von Stargate − Kommando SG1 wurde ein Außenposten der Antiker entdeckt. Bei seiner Erkundung findet der Wissenschaftler Daniel Jackson überraschend heraus, dass die Station nicht – wie erhofft – die sagenumwobene Stadt Atlantis ist, sondern nur eine kleine Basis. Doch schließlich entdeckt Jackson Hinweise auf eine Antiker-Stadt in einer fernen Galaxie namens Pegasus. Als er die Stargateadresse des betreffenden Planeten entziffert, wird eine Reise dorthin möglich. In der Hoffnung, Atlantis endlich zu finden, begibt sich ein internationales Expeditionsteam, bestehend aus Wissenschaftlern und Soldaten, durch das Stargate in die Pegasus-Galaxie, wo sie in der versunkenen Antiker-Stadt Atlantis einen neuen Stützpunkt errichten. Das Atlantis-Team trifft in der Pegasus-Galaxie auf viele verschiedene menschliche Völker, aber auch auf einen neuen Feind, der einst sogar die Antiker zum Rückzug zwang: die Wraith. Um die Stadt Atlantis mit Energie zu versorgen, erkundet das Expeditionsteam verschiedene Planeten der Pegasus-Galaxie auf der Suche nach der Antiker-Energiequelle Zero Point Module (ZPM). Für einen bevorstehenden Angriff der Wraith auf Atlantis werden ZPM zudem für die Verteidigungsanlagen benötigt. Der Vernichtung durch die Wraith entgeht die Stadt durch die Aktivierung ihrer Tarnvorrichtung. Durch das parallele Geschehen in der Serie Stargate SG-1 erlangt die Atlantis-Expedition ein ZPM. Das zu intergalaktischen Reisen fähige und mit starken Waffen ausgerüstete Raumschiff Daedalus kann die Expedition immer wieder unterstützen. Neben den Wraith als Hauptgegner des Atlantis-Teams treten die Replikatoren auf, eine Gruppe von Maschinen mit humanoider Form, die von den Antikern im Kampf gegen die Wraith geschaffen wurden, sich jedoch als Gefahr für Menschen erweisen. Mit der Expeditionsleiterin Dr. Elizabeth Weir und dem Arzt Dr. Carson Beckett sterben zentrale Mitglieder des Expeditionsteams. Mit wechselnden Bündnispartnern gelingt es, die Replikatoren zu besiegen. Auch im Kampf gegen die Wraith können erfolgreiche Schritte unternommen werden. Als wiederkehrender Gegner von Atlantis erweist sich ein genetisch manipulierter Wraith, dem das Expeditionsteam den Namen Michael gegeben hat. Ein Mittel, das die Abhängigkeit der Wraith vom Töten von Menschen beheben und einen Ausgleich mit diesen Erzfeinden der Atlantis-Expedition ermöglichen soll, wird getestet und verbreitet, erweist sich jedoch als problematisch. Schließlich kann jedoch mit Michael ein Widersacher überwunden werden, und ein lockeres und immer wieder fragwürdiges Bündnis mit dem Wraith-Anführer Todd ermöglicht eine Stabilisierung der Lage in der Pegasus-Galaxie. Stargate Atlantis endete mit der fünften Staffel. Damit kam die Serie auf insgesamt 100 Episoden. In der letzten Folge verlassen die Wraith die Pegasus-Galaxie, um die Erde anzugreifen. Atlantis wird in die Milchstraße gebracht und kann dort den Angriff abwehren. Die Stadt strandet schließlich in Sichtweite der Golden Gate Bridge vor der Bucht von San Francisco. Die Autoren streben an, die Geschichte um die Serie – ähnlich wie bei Stargate SG-1 – als Direct-to-DVD-Film weiterzuführen. Im Mai 2009 wurde der Titel für den ersten Nachfolgefilm bekannt gegeben: Stargate: Extinction. Das Drehbuch zum Film wurde im Mai 2009 fertiggestellt, es gibt jedoch noch keine bestätigten Angaben zum Drehzeitpunkt oder gar Erscheinungsdatum. Da die Kulissen von Stargate Atlantis abgebaut wurden um für die Sets der Nachfolgeserie Stargate Universe Platz zu schaffen, scheint es derzeit eher unwahrscheinlich, dass ein Stargate-Atlantis-Film produziert wird. Stargate Universe ist eine US-amerikanische Science-Fiction Serie, die neben den Serien Stargate – Kommando SG-1 und Stargate Atlantis die dritte Fernsehserie, die auf dem Kinofilm Stargate aus dem Jahre 1994 basiert. Die Serie wurde vom US-amerikanischen Sender Syfy in Auftrag gegeben und wird von der MGM produziert. Die Produzenten sind Brad Wright und Robert C. Cooper. Eine Gruppe von Soldaten, Wissenschaftlern und Zivilisten, die von Dr. Nicholas Rush (Robert Carlyle) und Colonel Everett Young (Louis Ferreira) angeführt wird und auf einer Basis auf einem anderen Planeten stationiert ist, wird angegriffen und überrannt. Bei ihrer Flucht gelangen sie an Bord des fremden Raumschiffes Destiny. Dieses wurde vor sehr langer Zeit von einer außerirdischen, aber menschenähnlichen Rasse, den Antikern, gebaut. Die Destiny ist ein unbemanntes Forschungsschiff, das immer noch einen alten einprogrammierten Auftrag erfüllt und auf einem festen Kurs den Weltraum erkundet. Die Menschen sitzen auf dem Raumschiff fest, denn die Flugroute lässt sich aufgrund der alten Programmierung nicht verändern. Ihre Reise führt in unerforschte Regionen des Weltraums, die außerhalb der aus den bisherigen Serien bekannten Galaxien liegen. Verlassen können sie das Raumschiff nur während der einprogrammierten Zwischenstopps. Sie können weder durch das Stargate, noch mit dem Schiff selbst auf die Erde zurückkehren. Nur die Kommunikation mit der Erde ist noch über eine Antiker-Technologie möglich. Aufgrund der schlechten Einschaltquoten setzte Syfy am 16. Dezember 2010 die Serie ab, die verbleibenden Episoden sollen jedoch im Frühjahr 2011 ausgestrahlt werden. Der Entschluss zur Absetzung erfolgte so kurzfristig, dass selbst die Schauspieler erst über Twitter und Facebook darüber Kenntnis erlangten; sie zeigten sich überrascht über die Entscheidung des Senders. Re: [Serie & Film] Stargate (SG1, Atlantis, Universe) Beitrag von Glumski » Fr 24. Jan 2014, 22:45 Also... ich gestehe jetzt Mal, dass ich den Startpost nicht völlig gelesen habe. Ich bin zwar eigentlich kein Freund von tl;dr, aber deine Ausführungen sind definitiv... detailliert. Den Film (Stargate) finde ich super. Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich ihn gesehen habe, aber ich war beeindruckt. SG-1 habe ich auch sehr gerne geschaut; das war glaube ich meine erste echte Serie, die ich geschaut habe (abgesehen von Tabaluga und dem Disney-Zeugs, bevor SuperRTL grottig wurde). Ich bin also wirklich mit der Serie aufgewachsen und daher ist mein Urteil wahrscheinlich nicht das objektivste. Tatsächlich gibt es eine Menge Sachen, die ich bemängeln könnte (wie z.B. die Tatsache, dass alle Außerirdischen englisch sprechen, auch wenn sie von den alten Ägyptern abstammen), aber ich liebe es, die Serie zu schauen. Besonders die Staffeln der hinteren Mitte, wo sie endlich mehr Raumschiffe gebracht haben, habe ich sehr genossen. Dann haben sie O'Neill durch Mitchell ersetzt und ich fand's nicht mehr ganz so toll. Insgesamt muss ich sagen, dass es gut ist, dass die Serie nicht weiter fortgeführt wurde, weil nach so und so vielen Staffeln irgendwie doch nicht mehr viel machbar ist. (Nicht, dass ich mich über mehr Staffeln beschwert hätte...) SG-A fand ich fast noch besser als SG-1. Ein paar Folgen hier und da waren mies (besonders in der letzten Staffel), aber im Großen und Ganzen war das ein Highlight meiner Woche. Oder des Tages, da mein Vater und ich uns die Dinger Abends immer am laufenden Band reingezogen haben. Dass es keine weitere Staffeln und auch keine Folgefilme gibt... Was zur Hölle, Leute, das war toll, wir haben es gerne geschaut. SG-U war in der ersten Staffel meiner Ansicht nach grauenvoll. Die zweite fand ich ziemlich gut und dann war's plötzlich vorbei, warum auch immer. Insgesamt war es aber eigentlich nur abgekupfert. SG-1 und SG-A hier, dann noch eine Prise ST-Voyager, fertig ist eine mittelmäßige SciFi-Serie mit einem viel zu langen Rattenschwanz an Konventionen durch zwei Serien, deren Kanon man nicht brechen darf. Sie hätten aber wenigstens ein echtes Ende machen können und nicht dieses unbefriedigende, offene Dingen. Beitrag von Tom » Fr 24. Jan 2014, 22:54 Glumski hat geschrieben: (wie z.B. die Tatsache, dass alle Außerirdischen englisch sprechen, auch wenn sie von den alten Ägyptern abstammen) Am Anfang war es ja so, dass die Aliens bzw. anderen Menschen ägyptisch oder andere Sprachen sprachen. Jedoch wurde das für zu aufwändig gehalten und es wurde einfach gestrichen. Nach dem Motto: "Die sprechen zwar eine andere Sprache, aber wir lassen sie trotzdem englisch reden, damit sie jeder versteht." Glumski hat geschrieben: SG-U war in der ersten Staffel meiner Ansicht nach grauenvoll. Die zweite fand ich ziemlich gut und dann war's plötzlich vorbei, warum auch immer. Satz 2 siehe Satz 1. Abgesetzt wegen schlechter Einschaltquoten und Beschwerden. Ähnlich ST ENT. Chaosimperator Registriert: Sa 18. Jan 2014, 14:51 Beitrag von Chaosimperator » Sa 25. Jan 2014, 02:07 Glumski hat geschrieben: Also... ich gestehe jetzt Mal, dass ich den Startpost nicht völlig gelesen habe. Dem muss ich mich anschlißen, aber da ich so gut wie alles von Stargate gesehen habe, weiß ich ja um was es geht. SG-1 fand ich persönlich sehr gut gemacht auch wenn die ersten paar Folgen noch etwas lahm waren. Insbesondere ab etwa Staffel 3 werden die Folgen zum Teil echt spannend. Das Ende der Serie war allerdings etwas.... nunja... gewöhnungsbedürftig. Aber da es ja 2 Filme gab die nach dem Serienende spielten und damit die Geschichte weiterführten, kann man sich doch irgendwie damit abfinden. SGA hab ich ebenfalls gesehen, wobei die Serie eigentlich noch besser ist als SG1, insbesondere die Wraith gaben einen durchaus interessanten Feind ab. Auch optisch hatte die Serie einiges zu bieten, wie z.B. ein paar tolle Schlachten und auch die Schiffe der Wraith waren sehr gut gelungen. Von SGU hab ich die erste Staffel gesehen und was soll ich sagen..... die Serie ist eigentlich in meinen Augen eine einzige Katastrophe und es wäre wohl besser gewesen wenn man die Serie niemals produziert hätte. Es fängt eigentlich schon bei der grauenhaften deutschen Sychronisation an, geht dann über zu der Tatsache das die ganze Story recht untypisch für Stargate ist, und endet dann schließlich beim grundlegenden Design der neuen Tore und der Destiny. Vor allem das Design der Inneneinrichtung ist grauenvoll. Wenn man ein Antikerschiff aus SGA mit der Destiny vergleicht, dann sieht die Destiny wie ein verdammter Müllfrachter aus. Aber ich hab eh nie verstanden warum das Design der Antiker-Technologie sich mit jeder neuen Serie grundlegend geändert hat. Zuerst in SG-1 diese komischen "Stein-Konsolen", dann in SGA dieses etwas futuristische Design mit den ganzen transparenten Glaselementen (was übrigens am besten aussah) und dann gab's auf einmal in SGU dieses komische seltsam primitv anmutende Design. Im Grunde kam mir SGU wie eine wirre Mischung aus einer Portion Stargate, einer Prise StarTrek Voyager und einem kleinen Hauch Battlestar Galactica vor. Das Endergebnis war dann eine unterdurchschnittliche SciFi-Serie deren Charaktäre so leblos agierten das der Zuschauer nicht mal in der Lage war eine emotionale Verbindung zu den Hauptcharaktären herzustellen. Beitrag von Tom » Sa 25. Jan 2014, 10:16 Das die Destiny so primitiv aussieht wurde damit erklärt, dass sie schon vor über einer Million Jahren gebaut und ausgesandt wurde. Beitrag von Chaosimperator » Sa 25. Jan 2014, 19:15 Tom hat geschrieben: Das die Destiny so primitiv aussieht wurde damit erklärt, dass sie schon vor über einer Million Jahren gebaut und ausgesandt wurde. Das mag ja sein, aber es ist halt so das sich das Design so radikal von Antiker-Technologien aus den früheren Serien unterscheidet, dass das komplette Schiff wie ein Fremdkörper in der Serie wirkt. Beitrag von Glumski » Sa 25. Jan 2014, 22:56 Wenn ich mich recht erinnere hatte Stargate kein wirkliches Ende, oder? Ich meine... die letzte Folge fand' ich ziemlich gut, aber der Storyfaden war offener... ähm... etwas sehr offenes. Ich sollte mich um die Uhrzeit nicht an Metaphern versuchen. Das hat The Ark Of Truth aber gut gelöst, fand' ich, auch wenn der irgendwie etwas gewöhnungsbedürftig war. Continuum fand' ich nicht den Bringer. Das war doch der mit Ba'al und komischen Zeitreise-Paralleluniversums-Dingern, oder? Die Story fand' ich eigentlich okay (*hust* Voyager *hust*), die Synchro war... ehehehe... genau. Das Design fand' ich jetzt nicht so schlimm. Die Tore, naja, sie waren rund und das reicht eigentlich auch, und an der Destiny hab' ich nicht auszusetzen, abgesehen davon, dass sie mit den restlichen Antiker-Schiffen so rein gar nichts zu tun hat. Dafür fand ich die Shuttle aber ziemlich cool. Was ihnen bei SGU wirklich sehr eindrucksvoll gelungen ist, war die Hoffnungen und Erwartungen vieler Fans möglichst grausam zu enttäuschen. Ich meine... dass es eine neue Stargate-Serie gibt war schon ein Grund zum Feiern und nach der Genialität von SGA habe ich auch nicht mit so einer Katastrophe gerechnet. Und dann kam die erste Folge, die sogar noch ziemlich gut war. Carter auf 'nem Raumschiff, explodierende Planeten, Mysterien, Explosionen, ein nettes Computergenie als Protagonist... ähh... Das erste, was sie auf dem neuen Schiff gemacht haben, war eine Destille bauen. Nachdem ich die ersten drei, vier Folgen verdaut habe, konnte ich den Drang nach ertränkendem Alkohol nachvollziehen... Da endet dann aber auch die emotionale Verbindung. Beitrag von Chaosimperator » So 26. Jan 2014, 00:07 Glumski hat geschrieben: Continuum fand' ich nicht den Bringer. Das war doch der mit Ba'al und komischen Zeitreise-Paralleluniversums-Dingern, oder? Continuum fand ich persönlich jetzt auch nicht so überragend gut, aber das liegt zum einen daran das solche Paralleluniversums-Storys für den Zuschauer schwer nachzuverfolgen sind und außerdem ging mir Ba'al schon immer auf die Nerven, aber das war auch in SG-1 so als plötzlich 30 Klone von ihm herumgerannt sind. Glumski hat geschrieben: Was ihnen bei SGU wirklich sehr eindrucksvoll gelungen ist, war die Hoffnungen und Erwartungen vieler Fans möglichst grausam zu enttäuschen. Das war ja jetzt auch wirklich nicht sonderlich schwer. Ich denke wir können uns alle darauf einigen das SGA schlichtweg genial war, und als danach eine neue Stargate-Serie angekündigt wurde, hat die gesamte Fanbase an SGU derartig hohe Erwartungen gesetzt, dass es eigentlich nur schiefgehen konnte. Glumski hat geschrieben: Das erste, was sie auf dem neuen Schiff gemacht haben, war eine Destille bauen. Nachdem ich die ersten drei, vier Folgen verdaut habe, konnte ich den Drang nach ertränkendem Alkohol nachvollziehen... Naja irgendwann ist man halt an dem Punkt angelangt wo man sich die Realität schön saufen muss. standhafter Schreiberling Registriert: Sa 25. Jan 2014, 19:15 Beitrag von Hanfritter » Mo 27. Jan 2014, 11:22 also SG-U fand ich prinzipiell garnichtmal so grauenvoll. Was für mich garnicht ging, war die deutsch Synchro. Die Stimme von dem Latino-Sgt war im Englischen verdammt düster. Im Deutschen hab ich immer Detectiv Conan gehört passte so garnicht Ich finds schade, dass die Serie nicht weiter fortgeführt wurde, aber da sind die Produzenten wirklich selbst dran schuld. Warum wird aus einer Sci-Fi-Action Serie ein Telenovela-Verschnitt? Das fand ich ziemlich naja... Atlantis fand ich auch wirklich großartig, auch wenn ich mir ein besseres Ende gewünscht hätte. Klar der Kampf Atlantis gegen Monster-Hive war cool, aber es endete so abrupt. Generell fand ich hier die ersten 3 Staffeln am besten. Später fand ich waren einige Effekte etwas sehr billig gemacht. Bei Feuergefechten mit Stroboskoplicht die Beleuchtung der Kulisse durch das Mündungsfeuer simuliert/unterstützt, Sheppards Handfeuerwaffe, bei der ich keinen Repetierenden Verschluss ausmachen konnte in Verbindung mit kaum merkbarem Rückstoß. Da war man irgendwie schon besseres gewohnt von denen. Da macht selbst FreddieW auf Youtube bessere Spezialeffekte(soll Ihn nicht diskredditieren, der Kerl hats drauf ) Beitrag von Chaosimperator » Mo 27. Jan 2014, 14:32 Hanfritter hat geschrieben: Was für mich garnicht ging, war die deutsch Synchro. Oh ja die Deutsche Synchro ist wirklich außergewöhnlich schlecht geworden. Dabei haben sie es in SG-1 und SGA doch halbwegs ordentlich hinbekommen. Hanfritter hat geschrieben: Atlantis fand ich auch wirklich großartig, auch wenn ich mir ein besseres Ende gewünscht hätte. Klar der Kampf Atlantis gegen Monster-Hive war cool, aber es endete so abrupt. Es war ja ursprünglich geplant das noch ein SGA-Film kommen soll, aber da inzwischen die SGA-Kulissen abgebaut wurden, hat sich das wohl erledigt. Hanfritter hat geschrieben: Später fand ich waren einige Effekte etwas sehr billig gemacht. Bei Feuergefechten mit Stroboskoplicht die Beleuchtung der Kulisse durch das Mündungsfeuer simuliert/unterstützt, Sheppards Handfeuerwaffe, bei der ich keinen Repetierenden Verschluss ausmachen konnte in Verbindung mit kaum merkbarem Rückstoß Ok das ist mir nun wirklich nicht aufgefallen, allerdings denke ich das es für einen gewöhnlichen Zuschauer auch schwer zu erkennen ist, ob der Rückstoß einer Waffe realistisch dargestellt wird oder nicht. Von daher ist das jetzt kein all zu großes Problem. Beitrag von Hanfritter » Di 28. Jan 2014, 17:47 Chaosimperator hat geschrieben: Ok das ist mir nun wirklich nicht aufgefallen, allerdings denke ich das es für einen gewöhnlichen Zuschauer auch schwer zu erkennen ist, ob der Rückstoß einer Waffe realistisch dargestellt wird oder nicht. Von daher ist das jetzt kein all zu großes Problem. Klar, das wird nicht allen auffallen, insbesondere durch diesen hässlichen Stroboskop-Effekt. Ich weiß gerade nicht welche Episode es war, aber es spielte auf einer Raumstation/-schiff und die einzelnen Bereiche wurden abgeriegelt. Sheppard hat dann irgendwann den Bösewicht gestellt und erschossen. In der Showdownszene kann man kaum was erkennen, weil die Kulisse und Kamera so überblendet wurden mit Licht, allerdings fand ich halt es fehlte etwas. Und von da an, fiehl es mir dann öfter auf... Naja. War halt mein Empfinden. Gibt ja auch vielleicht wichtigeres, aber in einer Action-Serie lege ich halt auch auf sowas Wert. Konnte mir deswegen auch Sanctuary teilweise nur mit Mühe angucken. Bestes Beispiel da, war der Kampf gegen die "Wächter"(Kuttenträger mit Knochengesichtern) in einer der ersten Episoden. Die Glocks waren eindeutig Spielzeug. Wirkte irgendwie ziemlich gestellt und erinnerte mich an Power Rangers. Klar, deren Budget war auch nicht gerade enorm Aber das war jetzt genug OT, zum Thema Stargate Beitrag von Glumski » Mi 29. Jan 2014, 21:41 Naja, eigentlich stehe ich auf Zeitreise-Zeugs. Besonders wenn sie den Schmetterlings-Effekt vernünftig rüberbringen, was ja im Prinzip hier der Fall war. Aber der Film... ich weiß nicht... er war nicht schlecht oder so, aber... naja. Nichts, weswegen ich völlig aus dem Häuschen wäre. Hätte gut auch eine normale Doppelfolge sein können, wobei das für ein Staffelfinale eigentlich auch recht schwach gewesen wäre. Zumindest meiner Meinung nach. Wenn sie den hohen Erwartungen nicht gerecht geworden wären... okay... aber sie sind so ziemlich keinen Erwartungen gerecht geworden. (Und warum erinnert mich das an die mathematische Definition von Nullfolgen? WTF?) Ach richtig! Das hab' ich ganz ausgeblendet. Die verworrenen Liebesgeschichten... Unglaublich nervig war ja die Stimme von... äh... Mädchen... Tochter von dem Oberschichts-Menschen, der sich am Anfang geopfert hat. NEEEEIIIN! Zerstör doch nicht meine Hoffnungen... Beitrag von Chaosimperator » Mi 29. Jan 2014, 21:54 Glumski hat geschrieben: NEEEEIIIN! Zerstör doch nicht meine Hoffnungen... Glaub mir ich fang gerade erst an deine Hoffnungen zu zerstören. Das schlimme ist ja das die SGA-Kulisse abgebaut wurde um Platz für die SGU-Kulissen zu schaffen. Im besten Fall lagern die Einzelteile des Atlantis-Sets in Kisten verpackt irgendwo in einem verstaubten Lagerhaus von MGM. Glumski hat geschrieben: Unglaublich nervig war ja die Stimme von... äh... Mädchen... Tochter von dem Oberschichts-Menschen, der sich am Anfang geopfert hat. Ich fand nicht nur die Stimme nervig....., meiner Meinung nach hätte man die komplette Rolle auch streichen können. Mir waren bei SGU eh schon zu viele Zivilisten dabei. Und dann auch noch dieses ständige rumgezicke zwischen Zivilisten und Militärs, das hatte für meinen Geschmack einfach nix mehr mit Stargate zu tun. Beitrag von Glumski » Do 30. Jan 2014, 22:03 Wow. Das ist... wow. Im Ernst. Wow. Ich hoffe es wirklich. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man die wegschmeißen würde (es sei denn der Lagerplatz wird für die viel tolleren und wichtigeren Kulissen von SGU benötigt), aber man muss ja auch wieder jemanden finden, der das zusammensetzt. Falls all die Rahmenbedingungen für einen Film gegeben sind. ... ich glaube, ich bin gut darin, meine eigenen Hoffnungen zu zerstören. Gegen Ende haben die sich da ja was nettes einfallen lassen. Man hat sie mit Alien-DNA infiziert oder so... entweder wird sie zu einem wertvollen (und ziemlich coolen) Mitglied der Crew oder sie verreckt. Win-Win nennt man das. An sich fand' ich die Idee ziemlich gut, zumindest in der theoretischsten Ausführung der Theorie. In der Praxis schätze ich mal, dass sie einfach so eine Art Staat nachbilden wollten, damit man immer noch die schönen Konflikte zwischen dem guten Ami-Militär und den nörgelnden Zivilisten aus fremden Ländern (vorher UK und Frankreich, jetzt diese Asiatin da) darstellen kann. So in Staffel vier, wenn man endlich alles etabliert hat und in der Qualitätskurve wieder in altgewohnte Gebiete aufgestiegen ist. Schade aber auch... Beitrag von Chaosimperator » Do 30. Jan 2014, 22:23 Glumski hat geschrieben: Ich hoffe es wirklich. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man die wegschmeißen würde (es sei denn der Lagerplatz wird für die viel tolleren und wichtigeren Kulissen von SGU benötigt), aber man muss ja auch wieder jemanden finden, der das zusammensetzt. Falls all die Rahmenbedingungen für einen Film gegeben sind. Die Kulisse wäre wahrscheinlich relativ schnell aufgebaut, das größere Problem dürfte eher sein die ganzen Schauspieler wieder zusammen zu bekommen. Wenn sie einen Film kurz nach Ende der letzten SGA-Staffel gedreht hätten dann hätte das wohl auch noch funktioniert, aber jetzt nach der langen Zeit..... das wird nichts mehr fürchte ich. Glumski hat geschrieben: Gegen Ende haben die sich da ja was nettes einfallen lassen. Man hat sie mit Alien-DNA infiziert oder so... entweder wird sie zu einem wertvollen (und ziemlich coolen) Mitglied der Crew oder sie verreckt. Win-Win nennt man das. Ok so weit hab ich SGU gar nicht gesehen, da ich kurz vor Ende der 1.Staffel abgebrochen habe, da ich mir diesen Müll nicht mehr länger antun konnte. Was für eine Alien-DNA eigentlich ? Die einzigen Aliens an die ich mich erinnere waren diese komischen blauhäutigen Viecher die die Destiny die ganze Zeit verfolgt und gelegentlich angegriffen haben.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Elegant Bad Fliesen Planer - Dynasiaconsulting Home » Elegant Bad Fliesen Planer bad fliesen planer – Egal, ob Sie ein Badezimmer umbauen oder ein neues Bad bauen – für der Auswahl des sexiesten Unterbodens für Badezimmer möchten Sie definitiv nicht ordern. Vor allem im Winter möchte niemand an einem kalten Morgen ins Bad. Ihr Traumbad ist darüber hinaus Reichweite! Der meistgenutzte Ebene des Hauses, das Badezimmer hat viele Gefahren, die nur ein fester Glied des Raumes sind. Dieser Umbau oder Umbau Ihres Badezimmers ist eine tolle, aber anstrengende Zeit. Stellen Sie also sicher, dass Sie nicht überfordert sein. Neue Badschränke Nicht jeglicher ist mit den größten Bädern gesegnet, und dieser Raum ist oft spitze. Sie finden kleine Waschbecken in verschiedenen Ausführungen ferner Farben. Die Gestaltung des kleinen Badezimmers ist sonnenklar eine Herausforderung, das gleiche gilt jedoch für den größeren Raum. Selbst wenn Sie ein kleines Bad haben, können Sie es ganz nach Ihren Vorstellungen gestalten. Sie suchen ein Badezimmer. Bäder sind das Bereich des Hauses, dieser Trost und Komfort anbietet, was bedeutet, dass sie bei der Renovierung des Bades viel Aufmerksamkeit empfangen. Ein grünes Badezimmer abgeschlossen haben ist nicht so schwierig, wie es scheinen mag. bad fliesen planer Sammlung Wenn sich mehrere Leute ein Badezimmer zersetzen, schreien Sie oft nach Platz in der Dusche. Die Umgestaltung Ihres Badezimmers kann Ihrem Haus dieses frisches neues Aussehen verleihen. Da sich der Stil ständig ändert, ist es wichtig, einen der modernsten Looks in einem der wichtigsten Räume Ihres Kasinos abschleppen. Da das Badezimmer klein ist, ist die Wahl einer hellen Pastellfarbe wichtig, um es größer erscheinen zu lassen. Warum es sich lohnt, groß zu sein Das Bad kann eine Oase sein, dieses Ort, an dem Jene nach langen anstrengenden Arbeitstagen lange in der Wanne einweichen. Ihr ganzes Badezimmer sollte jetzt vollgetankt sein, damit das gesamte Wasser nur noch abfließen kann. Denken Sie daran, falls es keine Hektik gibt und Sie am Schluss Ihr gewünschtes Badezimmer einschließlich Badmatte bekommen werden. Es gibt verschiedene Wege, um Ihr Badezimmer zu drapieren, aber die Wahl der wundervollen Badezimmerdekorationsidee ist die schwierige Aufgabe für die Hausbesitzer. Viele Badezimmer sind immer wieder mit Blumen ruhiger ferner ruhiger. Man kann benennen, dass kein Badezimmer minus Ventilator sein sollte. Unbedeutend, ob Sie ein Bad mit Ihren Familienmitgliedern , alternativ Ihren Mitbewohnern teilen, jedweder hat seine eigenen Toilettenartikel, die er getrennt stoppen möchte. Für der Gestaltung Ihres frischen Badezimmers müssen Sie via praktische Dinge nachdenken, z. B. wie Sie die Bodenfläche maximieren können, selbige Elemente im Badezimmer ausser auf den grundlegenden Dingen (Waschbecken, WC, Dusche) zu aufgabeln sind und wie Jene alles so positionieren, dass dies möglich ist maximaler Komfort und Sicherheit. Jedes Badezimmer benötigt seine grundlegenden funktionalen Bedürfnisse und das ist wichtig zu bestimmen, was es ist. Dies Badezimmer ist einer jener persönlichsten Bereiche in diesen Häusern. Ein klassisches Badezimmer hält viel länger, was bedeutet, dass Sie Das Makeover nicht wiederholen haben sich verpflichtet, was kostspielig sein wird. Ein sehr durchdacht gestaltetes klassisches Badezimmer hat auch einen leicht holzigen Geruch, wenn das Holz duftend ist. bad fliesen planer Ideen Badmöbel stehen darüber hinaus vielen verschiedenen Farben, Größen und Ausführungen zur Verfügung. Badezimmer-Waschtische im modernen Haushalt sollten sich auf nützliche Funktionen, minimalistisches Design, klare Linien und Platzersparnis beziehen. Ein stilvoller Badezimmerschrank ist der perfekte Weg, mit der absicht Ihre Persönlichkeit zu offenbaren. Nehmen Sie sich ergo Zeit, um die korrekte zu finden. Wenn Sie keine guten Eitelkeiten herauf dem Markt finden, möchten Sie eine solche entsprechend Ihren Wünschen erhalten. Rollig Die traditionellen europäischen Badmöbel sind aus Hartholz gefertigt. Gallery for Elegant Bad Fliesen Planer
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Buch: Energetische Quartiersplanung – Fraunhofer IRB – baufachinformation.de Das Fachbuch fasst vorhandene Grundlagen für kommunale Energieversorgungskonzepte, die Technologien im Gebäudebereich sowie unterschiedliche Energieversorgungsarten zusammen. Kennzahlen und Bewertungskriterien sind übersichtlich aufgelistet. Unterstützung bekommt der Planer mit der Erläuterung von Siedlungstypologien, Planungswerkzeugen und Rahmenbedingungen wie gesetzliche Anforderungen. Dabei werden insbesondere die Bestandteile der EnEff:Stadt hervorgehoben. Zusätzliche beispielhafte Projekte wurden aus nationalen und internationalen Vorhaben ausgewählt und beschrieben. Fraunhofer IBP, urban development, energy supply, energy technology, building services engineering, energy efficiency, Quartiersplanung, Energieeinsparung, Energieversorgungskonzept, Planungsmethode, Technologie, Praxisbeispiel, Energieeffizienz, EnEV, Energieeinsparverordnung, Energieverbrauch, Stadtplanung, Stadtteilplanung, energiesparendes Bauen,
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Damenschuh.de eine günstige Alternative? von der Firma Damenschuh.de hatten einige Blogger einen 25€ Gutschein erhalten, und ich durfte ebenfalls diesen Shop testen. Ich habe mich riesig gefreut, denn Schuhe kann man ja nie genug haben :) Aber bei mir folgte die Ernüchterung sehr schnell. Die erste Hürde war es einen Schuh für unter 20€ zu finden, da die Versandkosten beim 25€ Gutschein mit drin sein mussten. Aber ich dachte: kein Problem, die Schuhe auf der Webseite sind ja allesamt sehr günstig. Was dann folgte war stundenlanges durchforsten des Shops. Wenn mir ein Paar gefallen hat, gab es das natürlich nicht in meiner Größe, 40 scheint ein außerirdisches Maß zu sein. Mittlerweile haben sie ihr Angebot scheinbar überdacht, und auch die 39 und 40-er Schuhgrößen sind wieder auf Lager. Irgendwann habe ich mir dann ein Paar Pumps ausgesucht, die zwar nicht in meiner Wunschfarbe lieferbar waren, wo mir aber das Design gefallen hat. Ich habe sie mir in beige ausgesucht, lieferbar sind sie zur Zeit nur in weiß und, oh wunder, nur in der Größe 38. Besonders gut hat mir an den Evanne - Pumps die Schnürung gefallen, mit den hohen Absätzen kann ich leben. Die Bestellung und Lieferung lief reibungslos, und nach 2 Tagen konnte ich meine Pumps in Empfang nehmen. Beim auspacken nahm ich dann einen ziemlich fiesen Geruch wahr: Plastik, chemisch und für Schuhe sehr unangebracht. Also habe ich sie ersteinmal auslüften lassen. Nach einem Ruhetag kam dann die Anprobe. Mit der Passform bin ich soweit zufrieden, und ich habe auch für den Preis nichts anderes erwartet. Die Schuhe sind für "normal bis schmal" breite Füße gemacht, und nicht für etwas breitere. Sie drücken nicht, sind aber aber auch nicht besonders bequem. Die Verarbeitung ist schon recht "billig". Die Schuhe werden sicherlich einen Sommer lang halten, aber an den Nähten sieht man schon, dass sie mit der heißen Nadel genäht wurden. Die Schuhe, die ihr dort kauft, sind im Vergleich zu anderen Shops sehr günstig. Dementsprechend ist leider auch die Qualität, denn der günstige Preis muss ja irgendwo herkommen. Wenn jemand nicht mehr Geld für Schuhe ausgeben kann/ möchte, dann ist er dort gut aufgehoben. Aber ihr kennt meine Meinung: lieber ein etwas hochwertigeres Paar, dass sich super tragen lässt, als 3 Paar, indem man sich unwohl fühlt. Ich habe auch günstige Schuhe von Deichmann, etc. aber selbst diese sind besser, als die Schuhe von Damenschuh.de. Meine Pumps sind vom Material her so, dass sie kaum nachgeben, und somit scheuern sie immer wieder die gleichen Stellen auf. Ich kann diesen Shop also nur bedingt weiterempfehlen, da ich die Auswahl damals, und die Qualität der Schuhe doch sehr enttäuschend fand. [FOTD] 04.07.2011 heute gibt es wieder ein schlichtes FOTD von mir. Benutzt hab ich: Augen: Manhattan Go4Big Lashes Mascara Lippen: Yves Rocher Couleurs Nature - Moisturizing Cream Lipstick 61 Rose galica vor einiger Zeit habe ich bei der lieben Britta ganz tolle Badepralinen gewonnen, und eine davon möchte ich heute mal vorstellen: verzaubereien BADEPRALINE *Honeymoon* 4 duftende Badepralinen in einer Schachtel verpackt, als kleines Mitbringsel für besondere Menschen. "Honeymoon" hat einen wunderbar warmen, leckeren Duft nach Karamell und Kuchenwolken. Ist jetzt schon einer unserer Lieblinge, weil er uns an unbeschwerte Kindertage erinnert... Duftet nach feinster Schokolade mit einem Hauch Vanille. Sie bestehen aus unbehandelter Kakaobutter, die wunderbar duftet, Schokolade, Sheabutter und Vanilleduft. Verwendete Materialien Sheabutter, Kakaobutter Zuersteinmal: ist dieses Set nicht zauberhaft? Es kommt in einen süßen Pappkarton und darin hatte ich 4 Badepralinen, die für je ein Wannenbad ausreichen. 7,50€ sind zwar auf dem ersten Blick viel Geld, aber bei Lush bekommt man dafür nur 2 Badebomben. Nun hatte ich letztens einen furchtbaren und anstrengenden Tag. Ich hatte leichte Kopfschmerzen und schlechte Laune. Also dachte ich, dass ein Wannenbad mich aufheitern könnte und schnappt mir endlich mein Set. Ich entschied mich für die Praline Honeymoon, da ich dort den Duft am schönsten fand. Also Wasser einlaufen lassen und Katzen davon abhalten in die Wanne zu hopsen. Mama, ich will auch baden! Dann habe ich die Praline in das Wasser gegeben und habe meinen Prachtkörper *hüstel* dazugelegt. Die Praline fing langsam an zu schmelzen und im Bad verteilte sich ein weihnachtlicher Duft. Es roch lecker nach Schokolade und Lebkuchen. Die Praline hat lange gebraucht, bis sie sich aufgelöst hat, ich denke um die 20 Minuten.Es bildet sich kein Schaum, dafür wird das Wasser etwas Ölig. Insgesamt fand ich das Bad sehr entspannend, und ich musste meine Haut danach nicht mehr eincremen. Sie war einfach wunderbar gepflegt, und duftete herrlich. Ich habe nur eine Sache zu bemängeln. In meinem Set ist auch etwas Lavendel dabei, und dieser Duft ist auf die anderen Pralinen übergegangen. Wer Lavendel mag: kein Problem, für mich war es etwas unangenehm. Aber man kann ja auch 4 gleiche Pralinen bestellen, um diese Vermischungen zu vermeiden. Insgesamt eine Kaufempfehlung für die besonderen Momente, und das obwohl ich sonst ein Schaumbad bevorzuge. Kennt ihr Badepralinen? Google Keywords Juni 2011 Ich habe Google Analytics und darüber kann ich sehen, was Leute bei Google eingegeben haben, um auf meinen Blog geführt zu werden. Hier ein best of Juni 2011 "balea" Hund Von diesem knuffigem Gefährten habe ich schon auf so einigen Blogs gelesen, ich glaube das ist der streng geheime Hund, der immer die Balea Produkte aus dem Bad verschleppt. intermarche bitsch Ich kenne nur die GTBHC, aber vielleicht sucht sie ja in einem Intermarche nach Inglot :) tagetes weltbezogen oder selbstbezogen Mein Philosophischer Ansatz: Ich bin Studentin und mag Blumen, daher bin ich eine Studentenblume, sehr selbstbezogen. 1 p frischkäse 1b schmand 1 tute zwiebelsuppe Das ist unsere klassische Saucengrundlage :) Aber wir nehmen gerne eine Tüte Zwiebelsuppe, Tuten hat man ja nie zur Hand wenn man mal eine braucht. abdeckstift "graue haare" Für das Gesicht? bei kiki geshoppt Selten, aber wenn Kiko bald in Regensburg aufmacht, werd ich gerne hingehen. bitsch intermarche Oha, da war jemand hartnäckig deos die lange halten Mein Liebling seit 2008: Nivea Stick Dry Comfort, der Einzige der wirklich bei mir hilft. Und ich habe vorher viel probiert! dm drogist zurucksenden Wo möchtest Du den denn hinschicken? gibt es in ffo eine kiko drogerie ? Nein aber FF/O hat ENDLICH einen DM gibt es in küstrin ein einkaufszentrum für mode In Küstrin (dt. Seite) nicht aber in Kostryn (poln. Seite) wieviel ausschnitt ist zuviel hochzeit Wenn der Bräutigam dann dich heiraten möchte, ist dein ausschnitt definitiv zu tief. www.jabelchensee.de Review: LUSH Full of Grace Solid Facial Serum bei meiner letzten Bestellung bei Lush UK habe ich 2 sehr großzügige Proben vom Full of Grace Solid Facial Serum erhalten. Dies möchte ich euch heute vorstellen. Ingredients: Astrocaryum Murumuru Seed Butter (Murumurubutter), Calamine, Theobroma Grandiflorum Seed Butter (Cupuacubutter), Rosa Centifolia Flower Extract (Rosenblütenblätteraufguss), Prunus Amygdalus Dulcis Oil (Kaltgepresstes Bio Mandelöl), Parfüm, Agaricus Bisporus Extract (Frische Portobello Pilze), Chamomilla Recutita Flower Oil (Blaues Kamillenöl), Rosa Damascena Flower Oil (Rösenöl), Tagetes minuta Flower Oil (Tagetesöl), *Eugenol, *Geraniol, *Benzyl Benzoate, *Benzyl Cinnamate, *Citronellol, *Farnesol, *Limonene, *Linalool. *Kommt natürlich in ätherischen Ölen vor. Vegan Meine Meinung: Ich nutze im Moment gerne ein oder zweimal pro Woche ein Serum, da es meiner Haut gut bekommt. Bevor ich das Serum bekam, habe ich den Daily Energizer Wake-Up Booster von Clarins benutzt. Bei Lush fand ich zum einen die feste Form interessant, zum anderen natürlich die Versprechen. Aber der Reihe nach. Nach der Reinigung des Gesichtes habe ich das Lush Stückchen in meiner Hand leicht erwärmt und dann sanft über mein Gesicht gerieben. Der Geruch ist eher gewöhnungsbedürftig, irgendwie "moosig" und sehr schwer. Also nicht´s, mit was ich mich einparfümieren würde. Sofort schmilzt das Serum aber auf meiner Haut und lässt sich super verteilen. Aber da habe ich den Schlamassel: es ist viel zu reichhaltig für meine Haut. Es braucht ewig bis es eingezogen ist, und wenn ich meine normale Pflege (Celestial oder BB Cream) drüber gebe bekomme ich Hautunreinheiten, da es die Poren verstopft. Ich wende es nun mit bedacht an, das Serum wird also nur noch leicht auf der Stirn aufgetragen, und dann ausgiebig verteilt. Somit ist mein Gesicht nicht übersättigt. Positiv möchte ich aber noch anmerken, dass es sehr (!) Ergiebig ist. Ich denke, dass man mindestens ein Jahr mit auskommt, wenn man es 2-3x pro Woche anwendet. Da diese Anwendung für mich zu kompliziert ist, da ich ja auf die überdosierung achten muss, ist dies für mich kein Nachkaufprodukt und auch keine Empfehlung wert. Nutzt ihr Seren? Erstellt von {Werbung} Preview: Slendertone Bottom Mit dem neuen Slendertone Bottom die Muskeln gezielt und wirkungsvoll trainieren Hamburg, im Juni 2011. Die Ratgeber sind voll davon: Wer im Bikini oder unter engen Jeans mit einer wohlgeformten Zone rund um den Po punkten will, sollte täglich eine halbe Stunde Treppen steigen, die Muskeln im Fitnessstudio stählen oder regelmäßig joggen. Ab sofort geht das allerdings auch deutlich entspannter – mit Slendertone Bottom, dem neuen Body-Toner von Slendertone, der speziell für die effektive und einfache Elektrostimulation der großen Gesäßmuskelgruppen entwickelt wurde. Das Gerät, das dezent in moderne Workout-Shorts integriert ist, aktiviert mittels rhythmischer elektrischer Impulse die Nerven, die für die Kontraktion tief liegender Muskeln zuständig sind. Auf diese Weise wird bei regelmäßiger Anwendung bereits innerhalb von vier Wochen eine fühl- und sichtbare Festigung der trainierten Körperpartien erzielt. Slendertone Bottom folgt dem bewährten, klinisch erprobten und in seiner Wirksamkeit belegten Prinzip der EMS (elektrischen Muskelstimulation), kommt aber jetzt in neuem Outfit und mit deutlich mehr Anwenderfreundlichkeit auf den Markt: Die bequemen One-Size-Shorts besitzen vier zu öffnende „Klappen“ über den zentralen Muskelgruppen – Quadriceps, hinterer Oberschenkel- und großer Gesäßmuskel. Hier werden die Gel-Pads zur Übertragung der elektrischen Impulse von den Elektroden an die Muskulatur angebracht und justiert. Die Anwendung ist auf diese Weise nicht nur für jede Frau individuell, sondern auch intuitiv und unkompliziert. Das hochwertige, leichte Hightech-Material schenkt bei jeder Bewegung ein angenehmes und attraktives Körpergefühl. Das Training selbst funktioniert wie bei allen Slendertone Produkten einfach nebenbei – ob morgens beim Haareföhnen, tagsüber im Büro oder abends beim Bügeln oder Fernsehen. „Wir wissen, dass die Gesäß- und Hüftpartie für viele Frauen eine Problemzone darstellt“, sagt Dr. Trish Smith, Kardiologin und Geschäftsführerin von Slendertone. „Mit Slendertone Bottom kommt jetzt ein wirkungsvolles und besonders anwendungsfreundliches Produkt auf den Markt, mit dem sich diese Partie gezielt formen, straffen und heben lässt. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und regelmäßig bewegt, aber noch ein bisschen mehr für sein Aussehen tun möchte, ist mit diesem Premiumprodukt daher optimal beraten.“ • Einfach anzuwenden, intuitiv verständlich • Modernes Produktdesign mit figurschmeichelnder Silhouette • One-Size-Shorts passend für die Größen 36 – 44 • Stimuliert die Muskeln, hebt das Gesäß • Ahmt die natürlichen Muskelbewegungen des Körpers nach • Folgt dem Prinzip der elektrischen Muskelstimulation (EMS), wie es auch in der Rehabilitation und Schmerzbehandlung erfolgreich eingesetzt wird • 30 Minuten Training mit dem Slendertone Bottom entsprechen ca. 60 Beinlifts nach hinten (effektivste Fitnessübung für das Gesäß) • Steuerung der Trainingsintensität mittels wiederaufladbarem • Optimale Trainingsdauer: fünf Mal pro Woche jeweils 20 bis 30 Minuten • Bei regelmäßigen Trainingseinheiten erste Erfolge nach vier bis sechs • Ab Juli 2011 erhältlich über www.slendertone.de, www.otto.de und • Unverbindliche Preisempfehlung: 189,99 Euro {Werbung} Preview: Heidi Klum Shine Heidi Klum präsentiert ihren neuen Duft Shine Als natürliche Schönheit mit pulsierender Energie und purer Lebenslust ist Heidi Klum eine wahre Inspirationsquelle. Topmodel, TV-Moderatorin, Stil-Ikone, Designerin, Geschäftsfrau, Ehefrau und Mutter - sie genießt das Leben in vollen Zügen. Frauen auf der ganzen Welt fühlen sich von ihrer Dynamik, ihrer mühelosen Eleganz, ihrer Bodenständigkeit und ihrem natürlichen Talent angezogen. Wo auch immer sie auftritt oder was sie auch macht – sie strahlt. Ihr neues Parfum fängt diese besondere Ausstrahlung im Namen wie auch im Duft ein: Shine. Schillernd, blumig und mit orientalischer Note vereint diese wunderbar feminine Komposition Heidis Lebensfreude, ihre spielerische Leichtigkeit sowie ihre authentische und nahbare Persönlichkeit. Heidi selbst: „Sophia Loren sagte einmal‚ ’Schönheit liegt im Auge des Betrachters’, und ich gebe ihr absolut Recht. Bei Shine geht es nicht um das Sichtbare, sondern um das Gefühl, welches der Duft vermittelt – spielerisch, sinnlich und strahlend. Ich bin mir bewusst, dass ich sehr viel Glück habe und mein Leben von Freude erfüllt ist. Mein neuer Duft Shine ist für alle Frauen, die das Leben ebenfalls in vollen Zügen genießen.“ Als temperamentvolle Verschmelzung blumiger und orientalischer Noten bringt Shine Heidis sprudelnden Optimismus und ihre sanfte Sinnlichkeit perfekt zum Ausdruck. Das elegante Dufterlebnis wird von frischen, saftigen Mandarinen- und Birnen-Aromen eröffnet und weckt die Sinne mit einer würzigen Nuance aus rosa Pfeffer. Es folgt ein wundervoll feminines Bouquet aus erlesener Mimose, Maiglöckchen und Sonnenblumen, das pure Lebensfreude ausstrahlt. Die Basisnote mit ihrer warmen Komposition aus Vanille, Tonkabohne und Moschus wirkt verführerisch und sinnlich, ein Duft mit Suchtfaktor. Mit ihrer inneren und äußeren Schönheit inspiriert Heidi Klum Frauen auf der ganzen Welt. Jetzt präsentiert Heidi - Topmodel, TV-Moderatorin und Geschäftsfrau - ihren neuen Duft Shine. Die blumig orientalische Note fängt ihre Leuchtkraft, Lebenslust und Energie perfekt ein. Shine tragen heißt, das Leben in vollen Zügen genießen. Kopfnoten: Mandarine, Williamsbirne, rosa Pfeffer Herznoten: Mimose, Maiglöckchen, Sonnenblume Basisnoten: Vanille, venezolanische Tonkabohne, Moschus Parfümeur: Aurélien Guichard, Jean Guichard und Olivier Pescheux von Givaudan Verpackungsdesign: Paul Meyers and Friends Sortiment: Eau de Toilette 15 ml: 15,29 EUR* Eau de Toilette 30 ml: 24,49 EUR* Eau de Toilette 50 ml: 32,50 EUR* Body Lotion 200 ml: 11,49 EUR* Shower Gel 200 ml: 11,49 EUR* Deodorant Natural Spray: 11,49 EUR* Heidi Klum Shine ist ab Ende August 2011 in führenden Kauf- und Warenhäusern, Drogeriemärkten sowie Verbrauchermärkten und Parfümerien erhältlich. Meine Meinung: Das Parfum werde ich mir definitiv genauer ansehen. Alle Komponenten zählen zu meinen Lieblingsdüften. Mandarine + Williamsbirne, dass kann doch nur gut sein. Zur Zeit trage ich gerne David Garrett - Rock Symphonies, irgendwie ist das die Sommerversion von meinem DKNY - woman. Welchen Duft tragt ihr zur Zeit? Erstellt von heute melde ich mich nach einem "verlängertem" Wochenende wieder zu Wort. Von Donnerstag bis Montag hatten wir Besuch, und haben einiges in und rund um Regensburg unternommen. Da waren wir bei einer Dinosaurier Ausstellung in Regensburg, und danach sind wir nach Walhalla gefahren. Da ich die Ausstellung bereits gesehen habe, und das Museum eh schon zu hatte, haben wir nur die grandiose Aussicht genossen. Wer also mal in der nähe ist: unbedingt Walhalla ansehen! Am Vormittag waren wir im DEZ, und dann sind wir auf das Regensburger Bürgerfest gegangen. Es war sehr voll, und vor allen Dingen teuer. Ich mein, muss ein Glas Wasser 3,50€ kosten? Und das auch noch auf der "Kinderinsel". Außerdem fand ich nicht so schön, das die Bedienung an diesem Essenstand geraucht hat, natürlich hinterm Tresen im Arbeitsbereich. Aber insgesamt war es ein tolles Bürgerfest, und für Kinder gab es viel zu sehen. Ja, der Sonntag war sehr anstrengend. Wir waren in der Tropfsteinhöhle Schulerloch im Altmühltal. Aber keiner hatte mir gesagt, dass die so weit oben liegt. Der Aufstieg zur Höhle war lang und sehr steil. Wirklich steil! Man überwindet 50m Höhenunterschied binnen kürzester Zeit. Aber es hat sich gelohnt. Die Führung ging 30 Minuten, war sehr interessant und vor allen Dingen: Kindgerecht. Als Familienausflug sehr zu empfehlen. Danach ging es noch zur Burg Randeck. Für einen Euro pro Person kann man dort eine alte Burgruine besichtigen. Mein Highlight: vor der Burg, beim Burgfräulein, lag eine rote Katze, die so aussah wie meine Kessy. Natürlich wurde er ausgiebigst gekrault, der kleine Mäuserich. Wie ihr seht: ich hatte viel Kultur an diesem Wochenende. Und mein Kleid für die Hochzeit meines Bruders ist angekommen. Dann brauche ich aber noch einen Tipp von euch. Welchen Selbstbräuner, oder leicht bräunende Pflege könnt ihr empfehlen? Meine Beine wirken in dem Kleid etwas zu "käsig". {Werbung} Preview: alessandro GO MAGIC! Moon Manicure. EINFACH, SCHNELL, STYLISH! GO MAGIC! Die modische Linie von alessandro International zaubert stets die aktuellen Fashion Styles auf die Nägel. Trend für die kommende Saison im Nail Styling ist die Moon Manicure, weiß alessandro International, und setzt dem Nagel Monde auf – wohlgeformte Halbmonde, die mit ihrer kontrastierenden Farbigkeit der kühlen Jahreszeit faszinierende Brillanz verleihen. Der ultimative Trend in der Nagelkosmetik ist die Neuinterpretation eines Stils, der erstmals in den 20er Jahren für Furore sorgte. Heute zeigt sich die Moon Manicure von einer anderen Seite: Der Half Moon leuchtet im Vintage-Style – am Nagelmond, an der Nagelspitze oder an Mond und Spitze gleichzeitig. Fantasie und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: An Trendsetterinnen wie Dita von Teese und auf den Laufstegen der großen Fashion Shows sehen wir, wie faszinierend dieser neue Look ist. alessandro International zeigt uns, wie einfach wir unsere Nägel mit der Moon Manicure stylen können und wie farbenfroh das sein kann.Create your own Look! ist das Motto, dem die Moon Manicure von alessandro International folgt. Style ist garantiert. Ob Sie nun die Kombination Fabulous Silver Blue (Silber-Blau), Forbidden Red (Rot-Dunkelrot), Smokey Gold (Gold-Orange) oder Dramatic Silver Red (Silber-Rot) wählen. Ganz individuell kann der Moon Effekt umgesetzt werden. Das praktische Set von alessandro International aber überzeugt: Es ist einfach, schnell und ... stylish ja ohnehin. Nachdem der Moon Polish getrocknet ist, werden einfach die Schablonen angelegt und die freien Flächen mit dem Moon Finish lackiert. Trocknen, Schablonen entfernen und auf geht es zu den großen Auftritten auf die Bühnen unserer Welt. Ich werde mir das Set definitiv ansehen, da ich diese Moon Manis sehr schön finde, aber absolut unbegabt bin, diese umzusetzen. Review: P2 Sun City be stylish! Nail Polish, Farbe: Nr. 030 Sunset Strip heute erfolgt der letzte Teil meiner P2 Sun City Reviereihe. Vorgestellt habe ich euch bisher: P2 Sun City be electric! loose eye shadow, Farbe: Nr. 030 L.A. P2 Sun City be charming! Loose powder, Farbe: Nr. 010 sun kiss 3. P2 Sun City be stylish! Nail Polish, Farbe: Nr. 030 Sunset Strip Sonnige Aussichten: Mit dem be stylish! nail polish glänzen deine Fuß- und Fingernägel in angesagten kräftigen Trendfarben mit metallischem Effekt! Leicht aufzutragen und schnelltrocknend! Die sun city Produkte haben eine limitierte Auflage und sind nicht in allen dm-Märkten erhältlich. Die sun city Nagellacke be stylish! nail polish sind formaldehyd- und toluolfrei. Inhaltsstoffe: CLEAR 5450, MICA, CI 77891, CI 77491, CI 19140, TIN OXIDE CLEAR 5450, MICA, CI 77891, CI 77491, CI 19140, CI 77510, CI 77499, TIN OXIDE CLEAR 5450, MICA, CI 77891, CI 77491, CI 15850, CI 19140, TIN OXIDE CLEAR 5450, MICA, CI 77891, CI 19140, CI 15850, CI 15880 050 CLEAR 5450, MICA, CI 77891, CI 77510, CI 19140Meine Meinung: Ich muss zugeben, ich war von dem Lack etwas enttäuscht, besser gesagt farblich enttäuscht. Auf den Promo- Bildern sah er sehr nach Bronze aus, aber Wirklichkeit geht er doch sehr ins orange. Ich hätte mir einen größeren braun- goldanteil gewünscht. In der Verarbeitung ist er etwas zickig, da er streifig wird. Aber nach dem zweiten Auftrag ist alles in Ordnung. Er ist dann gleichmäßig und deckt sehr gut. NOTD: 22.06.2011 gestern hatte ich mal wieder die Muße, meine Nägel zu machen. Das Ergebnis ist sehr "bling-bling" aber irgendwie gefällt es mir :) Farblack: China Glaze BFF French: OPI Sparkle-iscious Spartoo: Snipe – Moncada Hallo ihr Lieben,heute geht es mal wieder um das Thema Schuhe auf meinem Blog. Meine Mama hat sich letztens bei Spartoo Schuhe gekauft, die ich euch heute vorstellen möchte.Bestellt hat sie sich dieses Modell:Snipe – Moncada Wie ihr seht, ist dies eine Art Ballerina, aber irgendwie wirkt dieser Schuh etwas moderner. Und das hat mich neugierig auf die Firma gemacht. Als erstes hat mir das grüne Innenleben gefallen. Ich kann es nicht ändern, aber stehe auf dieses giftgrün. Würde es aber niemals anziehen, wenn der Schuh an sich grün wäre. Aber das grün hat eine andere Bewandtnis, es stellt einfach dar, dass dieser Schuh umweltfreundlich ist. Umweltfreundlich? Ja, denn Snipe Schuhe werden nachhaltig produziert. Snipe-Schuhe werden aus chromfrei gegerbten Leder verarbeitet und es werden nur nickelfreie Metallteile verarbeitet. Sowohl die Laufsohle, als auch die Schnürsenkel sind aus natürlichen Materialien. So werden beispielsweise die Plastikteile aus recycelten PET-Flaschen gefertigt. Was ich auch toll finde: die Schuhe sind bei 30°C waschbar. Außerdem werden Snipe-Schuhe in Europa produziert: in Valencia (Spanien) werden sie designet und die Fertigung erfolgt in Portugal unter Einhaltung höchster Umwelt- und Sozialstandards. So hat man dich das Gefühl, etwas gutes für sich und für die Umwelt zu tun. Jedenfalls ist meine Mama total von den Schuhen begeistert. Sie sagt, dass sie bequem sind, und sie fühlt sich einfach darin wohl. Auch die Verarbeitung ist einfach hochwertiger. Wir alle kennen diese 10€ Schuhe die überall drücken und dann nach einem Jahr auseinanderfallen. Natürlich kann man solche Schuhe auch tragen, denn nicht jeder hat das Geld, sich für 130€ Schuhe zu kaufen, aber meiner Meinung nach, sollte JEDER ein bequemes und hochwertiges Paar besitzen. Mein erstes hochwertiges Paar war von Rieker, und ich glaub da war ich 17 als ich die bekommen habe. Besitzt ihr teure Schuhe? Erstellt von Review: P2 Sun City be charming! Loose powder, Farbe: Nr. 010 sun kiss weiter geht es mit der Vorstellung der P2 Sun City LE. Gestern habe ich euch den P2 Sun City be electric! loose eye shadow, Farbe: Nr. 030 L.A. vorgestellt. Heute möchte ich das passende Powder zeigen. 2. p2 sun city be charming! Loose powder, Farbe: Nr. 010 sun kiss Ob als Highlighter für die ersten Sommertage oder zur Verlängerung der Urlaubsbräune, der be charming! loose powder verhilft zu einem frischen, leicht gebräunten Aussehen und kaschiert kleine Fältchen.Die sun city Produkte haben eine limitierte Auflage und sind nicht in allen dm-Märkten erhältlich. Mit einem Puderpinsel losen Puder aufnehmen, Pinsel etwas ausklopfen und von der Stirn beginnend zur Wange und dann zum Kinn auslaufend auftragen (In Form eines ""E""). Augenpartie aussparen. Zweite Gesichtshälfte ergänzen. Zum Schluss noch eine kleine Menge auf dem Nasenrücken auftragen. Als Highlighter Akzente auf Wangen, Nase, Kinn und Stirn mit einem Puderpinsel auftragen. Ein perfektes Ergebnis erzielst du mit dem p2 be ready! duo powder brush. TALC, MICA, C12-15 ALKYL BENZOATE, ISOPROPYLPARABEN, ISOBUTYLPARABEN, BUTYLPARABEN, TIN OXIDE, [+/- CI 77891, CI 77491, CI 77492, CI 77499] Dies war definitiv meine Überraschung in dieser LE. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst, dass das Produkt zu dunkel sein könnte. Denkt mal an die Catrice Papagana Gold Nuggets: furchtbar! Aber bei diesem Powder war ich doch positiv überrascht. Er zaubert einen tollen Glow, und lässt die Haut einfach leicht gebräunt wirken. Besonders praktisch finde ich die Verpackung. Das Puder ist durch ein kleines Sieb sehr leicht dosierbar. Man schüttelt die Packung ein wenig, und kann dann mit dem Pinsel die richtige Menge entnehmen. Bei anderen Produkten ist man ja leicht geneigt zu viel zu nehmen. Für mich also ein absoluter Geheimtipp in dieser LE! Welchen Bronzer nutzt ihr zur Zeit? Erstellt von
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Kaffeemühle | Kaffee Partner Die Kaffeemühle – per Handarbeit zu fein gemahlenem Kaffeepulver Während einige Kaffeeliebhaber sich das Leben durch immer komfortablerer Kaffeemaschinen noch einfacher machen wollen, setzen andere vermehrt auf handgemachten Kaffee. Hierbei gehört die Kaffeemühle zur Grundausstattung, schließlich lässt sich mit ihr das Kaffeepulver nach Bedarf mahlen. So entsteht aromatischer Kaffee in echter Handarbeit. Dieser schmeckt nicht nur besonders lecker, der Mahlgrad lässt sich je nach Kaffeemühle individuell einstellen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Im Gegensatz dazu verliert Filterkaffee schnell an Aroma, sobald die Vakuumverpackung geöffnet wurde. Elektrisch oder handbetrieben – die verschiedenen Kaffeemühlen Natürlich hat auch die moderne Technik Einzug in die Welt der Kaffeemühlen erhalten. Neben manuell betriebenen Mühlen gibt es inzwischen auch elektrische Modelle, mit denen keinerlei Kraft nötig ist, um feines Kaffeepulver zu mahlen. Nostalgischen Charme verbreiten elektrisch betriebene Kaffeemühlen allerdings nicht. Tatsächlich werden handbetriebene Mühle nach wie vor hergestellt. Diese sehen charmant aus und liefern dank eines funktionalen Innenlebens überzeugende Ergebnisse. Das passende Mahlwerk Kaffeemühle ist nicht gleich Kaffeemühle. Die verschiedenen Modelle sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie arbeiten auch mit verschiedenen Mahlwerken. Drei gängige Bauarten haben sich durchgesetzt: das Schlagmahlwerk, das Scheibenmahlwerk und das Kegelmahlwerk. Neben unterschiedlicher Mahlwerke werden auch verschiedene Materialien verwendet. Keramik und Stahl gehören zu den häufigsten Materialien. Keramik ist besonders hart und verschleißarm, Stahl sehr robust. Das Schlagmahlwerk Das Schlagmahlwerk arbeitet wie ein Mixer und liefert kein gleichmäßiges Mahlergebnis. Die Kaffeebohne wird durch zwei oder drei rotierende Messer eher zerschlagen als gemahlen. Zudem erhitzen sich die Messer während des Zerkleinerns. Dies wirkt sich negativ auf das Aroma des Kaffeepulvers aus. Deswegen eignen sich Kaffeemühlen mit Schlagmahlwerk nicht besonders gut für die Herstellung von homogenem Kaffeepulver. Das Scheibenmahlwerk arbeitet mit zwei übereinander liegenden Scheiben und der Zentrifugalkraft. Das Kaffeepulver wird beim Mahlen nach außen gedrückt. Dort wo die Zahnscheiben ineinander greifen entsteht ein einheitliches Kaffeepulver. Trotzdem bringt das Scheibenmahlwerk auch einen Nachteil mit sich. Beim Mahlen entsteht Wärme, welche das Aroma des Kaffeepulvers verfälscht. Meist lassen sich die Scheiben eines Scheibenmahlwerks verstellen, sodass der Mahlgrad des Pulvers auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Das Kegelmahlwerk funktioniert ähnlich wie das Scheibenmahlwerk. Allerdings arbeitet das Kegelmahlwerk mit einem Kegel sowie einem Trichter und nutzt die Schwerkraft. Es entsteht sehr feines Kaffeepulver. Aufgrund der geringen Drehzahl bildet sich dabei kaum Wärme. Deswegen behält das Kaffeepulver sein volles Aroma und einem frisch gebrühten Kaffee steht nichts im Weg. Zudem lässt sich die Weite des Mahlwerkzeugs einstellen und der Mahlgrad anpassen. Die Wahl der passenden Kaffeemühle ist von Ihrem Kaffeekonsum abhängig. Wenn Sie ausschließlich für den Eigenbedarf Kaffeepulver mahlen, dann reicht eine kleine, handbetriebene Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk. Diese arbeitet nicht nur zuverlässig, sie sieht gleichzeitig schön aus und rückt den Kaffee-Genuss als Zeremonie in den Mittelpunkt. Bei höherem Kaffeekonsum ist ein elektrisches Modell eine gute Wahl. Auf frisch gemahlenes Kaffeepulver sollten Sie bei keinem Kaffee verzichten. Besonders schnell genießen Sie einen aromatischen Kaffee aus einem Vollautomaten von Kaffee Partner. Hier werden die Kaffeebohnen in der Maschine gemahlen. Aber auch ohne Vollautomat können Sie mit einer Kaffeemühle hochwertigen Kaffee zaubern.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Warum ist mir so gut wie immer kalt? (Körper, Krankheit, Kleidung) Warum ist mir so gut wie immer kalt? Also ich (w/17) frage mich das schon öfters, und nicht nur bei den jetzigen Wetter.Mir ist einfach ständig kalt, nicht viel aber es reicht damit es ungemütlich ist. :/ Besonders schlimm ist es wenn es mir psychisch auch nicht gut geht (was jetzt keinen Dauerzustand darstellt ) Ich ziehe mir ausreichend viel an, wenn ich rausgehe und krank bin ich auch nicht...Vielleicht geht e ja jemandem so ähnlich ? Am besten ist es daheim zugedeckt in Bett :) ... komplette Frage anzeigen Zu wenig Bewegung, keine Nahrung, fehlende Herzwärme (Zuneigung u Liebe). Antwort bewerten Also ich bewege mich Schul-Hobbymäßig genug und esse auch ausreichen aber nicht zu viel :) 0 Danke dafür das Angebot :DAber ich kann schlecht wenn mir irgendwo kalt ist schnell Sportübungen machen :) 0 Ich kann das doch nach 2 Jahren nicht einfach beenden ? :( Ich würde mir darüber Vorwürfe machen und auch nicht viel Glücklicher werden :/ Ich weis nicht weiter.... ,,Mein Engelchen,, Das ist auch süß so hat mich noch keiner genannt :) Ich war ja bisher glücklich und zufrieden nur diese Aktion hat mich alles in Frage stellen lassen...Ich kann nicht einfach aufgeben dann stehe ich ohne alles da .Und so weitermachen wie bisher ist auch nicht unbedingt möglich :( Er hat sich ja entschuldigt und mir gesagt es komme nicht wieder vor, und das glaube ich ihm auch, aber trotzdem habe ich nicht mehr das Vertrauen das ich früher hatte... Möchte es aber wieder haben ! 0 Vielleicht was an der Schilddrüse? Oder niedriger Blutdruck?Mach wechselfußbäder, esse sehr scharf, viel Bewegung, massiere Arme und Beine von oben nach unten. Es gibt in der Drogerie auch Wärmesalben, die fördern die Durchblutung . Massagen mit Franzbrandwein. Antwort bewerten 1) Zu wenig Bewegung, die Wärme erzeugt. 2) Zu wenig Nahrung, die Wärme erzeugt. Zu niedriger Blutdruck; u.a. Folge von 1) und 2) Meinst du Punkt 3 passt du zu Frage die ist vor kurzem gestellt habe, das mir des Öfteren Schwindelig ist ? In deinem Körper wird die meiste Wärme durch deine Muskeln erzeugt. Wenn du relativ wenig Muskeln hast wird dir dementsprechend schneller Kalt. Das ist auch der Grund dafür, dass Männern im allgemeinen weniger schnell kalt wird. Hm okay danke :/ 0 Kältegefühl und auch Schwindel und Übelkeit aus Deiner anderen Frage gehören zu den Symptomen eines Eisenmangels. Ob ein Eisenmangel die Ursache sein kann, kannst Du auch hier in meiner Antwort an weiteren Symptomen feststellen. Also Müdigkeit habe ich nicht, auch keine brüchigen Haare oder kaputte Nägel.Nur das Kältegefühl und ab und zu die Schwindelanfälle 1 Bist du vielleicht sehr dünn? Die größten Frierkatzen bei uns in der Klasse und an der Arbeit waren immer ziemlich schlank. Da kühlt der Körper natürlich aus. Antwort bewerten Ne eigentlich nicht.Wenn ich online diesen Bmi Test mache sagt dieser ,,Normalgewicht,, Blau-grüne Hände Kleidung + Krankheit Winterfrust, wenn man raus muss, aber keinen Elan hat - wie kann man sich trotzdem aufraffen? Ist die Jacke gut für den Winter zu gebrauchen?
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
BWS - Bautrocknung / Heizgeräte Heiz­geräte sind viel­seitig ein­setz­bar. Die Einsatz­möglich­keiten rei­chen von der Bau­stel­len­behei­zung, das Behei­zen von Zel­ten, Werk­stätten und Aus­stel­lungs­räumen bis hin zur Hallen­behei­zung. Egal ob Sie mobil sein müssen und kurz­fristig eine Behei­zung brau­chen oder eine länger­fristige Lö­sung benö­tigen - spre­chen Sie uns an. Wir haben das Know-how und die techn­ischen Lö­sungen! Sie feiern privat einen runden Geburtstag, ein größeres Familienfest? Ihre Firma veranstaltet eine Betriebsfeier ganz im Trend, rustikal in einem Zelt? Damit Sie und Ihre Gäste keine kalten Füße bekommen, können Sie unsere Heizgeräte für besondere Anlässe auch mieten oder käuflich erwerben! BWS-Heizsysteme: mobil, sparsam, umweltgerecht - Für jedes Problem die richtige Lösung! Gasheizgeräte: BWS-Gas­heiz­ge­rä­te sind leicht, klein und wer­den in der Re­gel dort ein­ge­setzt, wo es auf Mo­bi­li­tät an­kommt. Die Gas­heizer können in allen aus­rei­chend belüf­teten Räumen auf­gestellt und über ein Raum- oder Stecker­thermos­taten gesteuert werden. von 7 KW - 100 KW Richtfeste, Zeitbeheizung, kurzzeitige Garagenbe-heizung usw. Gasheizgeräte sind für die Bautrocknung nicht geeignet. Sie produzieren bei der Verbrennung Wasserdampf. Elektroheizgeräte: BWS-Elektro­heiz­geräte zeich­nen sich durch viel­seitige Einsatz­möglich­keiten aus. Da sie nicht mit einer of­fenen Flamme arbei­ten sind sie sehr geräu­scharm, geruch­los und ver­brau­chen keinen Sauer­stoff. Aus­gerüs­tet mit einem Raum­thermos­taten können diese Geräte bedie­nungs­los und unter­brechungs­frei im Dauer­betrieb heizen. von 3 KW - 18 KW Räume mit geringen Luftwechsel, Bautrocknung und Beheizung usw. Heißluftturbinen: BWS-Heiß­luft­turbi­nen mit Abgas­führung sind voll­auto­ma­tische Warm­luft­erzeuger mit hohem Wirkungs­grad. Mittels Warm­luft­schläu­chen können die Ge­räte sehr flexibel ein­gesetzt werden. Eine Aus­lagerung in einen PKW-An­hänger ist hierbei z.B. nur eine Lö­sung. von 30 KW - 115 KW Werkstätten, Hallenräume, Ausstellungszeiten oder in Neubauten, usw.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Erling Petter Strand - English +4769608345 +4792268256 Strand, Erling Petter (2018, 11. oktober). Er dette Hessdalsfenomenet?. [Radio]. Nea Radio. Strand, Erling Petter (2018). Fenomenet i Hessdalen. Strand, Erling Petter (2018, 10. november). Hessdalen Phenomena. [TV]. National Geographic TV. Show summary UFO Europa: Ukjente historier Strand, Erling Petter (2018). Hessdalsfenomenet. Strand, Erling Petter (2018, 22. februar). Hessdalsfenomenet. [TV]. NRK TV Norge Nå. Strand, Erling Petter (2018, 13. desember). Phenomenon Hessdalen. [TV]. http://www.etv.bg/. Show summary Без формат" - Феноменът "Хесдален Strand, Erling Petter (2018, 29. januar). UFO i Hessdalen - nå som teater. [Radio]. NRK P2 Studio 2. Strand, Erling Petter (2017, 13. mars). Here is Why the Hessdalen Phenomena and Project Hessdalen so Important. [Radio]. Inception Radio Network. Strand, Erling Petter (2017, 28. mars). Høyskolestudenter trener på feltarbeid, og forsøker samtidig å finne ut hva de mystiske lysene på himmelen over Hessdalen er for noe.. [Radio]. Nea Radio. Strand, Erling Petter (2017, 12. desember). Lyset i Hessdalen. [Radio]. NRK P2. Strand, Erling Petter (2017, 15. juli). Samtale med Erling Strand. [TV]. NRK Sommeråpent. Strand, Erling Petter (2017). THE MYSTERY LIGHTS OF HESSDALEN. Hauge, Bjørn Gitle; Kjøniksen, Anna-Lena & Strand, Erling Petter (2016, 23. august). Hessdalen blir bachelorstudie. [Internett]. NEA Radio. Show summary Hauge, Bjørn Gitle; Kjøniksen, Anna-Lena; Strand, Erling Petter; Vargemezis, George & Zlotnicki, Jacques (2016). Magnetic influence on the unidentified luminous phenomena in Hessdalen, Norway. Show summary Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2016, 16. september). Forskere gransker lysfenomenet i Hessdalen. [Internett]. ABC nyheter. Show summary Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2016, 15. oktober). Project Hessdalen. [TV]. BBC TWO - – Nature Weirdest Events/Series5-Episode 3. Hauge, Bjørn Gitle; Strand, Erling Petter & Kjøniksen, Anna-Lena (2016, 06. september). Vil bygge forskningsstasjon i Hessdalen. [Internett]. NEA Radio. Show summary Hessdalen bærekraftige forskningsstasjon søker det interkommunale næringsfondet om midler til etablering av en forskningsstasjon på fjellet i Hessdalen. Strand, Erling Petter (2016, 15. januar). Olav Thon går inn med millionbeløp til forskning på Hessdalsfenomenet. [Radio]. http://www.nearadio.no/. Hauge, Bjørn Gitle; Kjøniksen, Anna-Lena & Strand, Erling Petter (2015). Analyzed data from the 2014 Science Camp in Hessdalen. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2015, 01. januar). La vallé des lumiéres fantomes. [Fagblad]. Science & vie junior. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2015, 07. januar). Lyset i Hessdalen. [Radio]. NRK Radio Ekko. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2015, 17. september). Science Camp i Hessdalen. [Radio]. Nea Radio. Show summary Årets Science Camp i Hessdalen er i full gang. Dette er 13. gangen Bjørn Gitle Hauge og Erling Strand fra Høyskolen i Østfold har med seg studenter til hessdalsfjellene for å forske på de mystiske lysene. De siste årene har det vært elever fra Science-linja ved Greåker videregående skole som har hatt ekskursjon til Hessdalen som pedagogisk opplegg. Det er det også denne gangen: (Video, bilder og flere intervjuer lenger ned på sida) Fatema Ebrahimji og Jørn Vidar Iversen er to av elevene fra Greåker som er i Hessdalen denne uka: Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2015, 15. september). Science-elever forsker i Hessdalen. [Internett]. HiØ Nyheter. Show summary Hessdalfenomenet er verdenskjent som et av de mest spektakulære himmel-fenomener i verden. Elever fra Science-linjen på Greåker videregående har sammen med ansatte fra Høgskolen i Østfold og INSPIRIAs astrofysiker, Roger Eide, ankommet Hessdalen og skal i en hel uke studere dette uforklarlige og fascinerende fenomenet. Strand, Erling Petter (2015, 31. oktober). Ljusfenomen. [Radio]. Sveriges Radio P3, Institutet. Strand, Erling Petter (2015). Project Hessdalen. Strand, Erling Petter (2015, 17. september). Science Camp. [Radio]. NRK Trøndelag, God Ettermiddag Trøndelag. Strand, Erling Petter (2015, 17. september). Science Camp. [Radio]. Nea Radio. Strand, Erling Petter; Hauge, Bjørn Gitle; Kjøniksen, Anna-Lena; Zlotnicki, Jacques; Vargemezis, George & Yverot, Paul (2015). Overview of the transient luminous events in Hessdalen, Norway.. Zlotnicki, Jacques; Vargemezis, George; Strand, Erling Petter; Hauge, Bjørn Gitle; Kjøniksen, Anna-Lena & Yverot, Paul (2015). Geophysical surveys in Hessdalen valley (Norway): New light on Hessdalen lights.. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014). A global mechanism creating low atmospheric luminous cold plasmas. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 26. mai). Das Rätsel um die "Ufos aus Hessdalen" Schon seit 200 Jahren wird von unerklärlichen Lichtphänomenen im norwegischen Hessdalen berichtet. Klar ist: Die Lichter sind keine Spinnerei. Wissenschaftler suchen nach der Ursache. Hamburger Abendblatt. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 26. mai). Das Rätsel um die "Ufos aus Hessdalen" 26.05.14, 14:17 Mysteriöse Lichter. Berliner Morgenpost. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 26. mai). Das Rätsel um die "Ufos aus Hessdalen. Schon seit 200 Jahren wird von unerklärlichen .Lichtphänomenen im norwegischen Hessdalen berichtet. Klar ist: Die Lichter sind keine Spinnerei. Wissenschaftler suchen nach der Ursache. Die Welt. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 15. mai). De Hessdalen UFO vallei, een reusachtige natuurlijke batterij?. [Internett]. Geheimzinnige Wereld. Show summary Het mysterieuze UFO-achtige licht verschijnsel in de vallei van Hessdalen Zuid-Noorwegen, zouden weleens kunnen worden veroorzaakt door de metalen zink, koper en zwavel die functioneren als een gigantische natuurlijke batterij, volgens een artikel deze week in New Scientist magazine. Het verschijnsel is sinds 1998 bestudeerd door Project Hessdalen, maar volgens Bjørn Gitle Hauge, de assistent-professor aan de nabijgelegen Østfold University College, die dit project onder zijn hoede heeft, is de batterij theorie een van de vele. “De batterij hypothese heeft zijn oorsprong in de oude zwavel mijnen in de vallei,” legde hij uit. “Elke keer als het regent worden de schachten van de mijnen gevuld met water, zodat bijna dagelijks water vermengd met zwavel in de rivier Hesja stroomt.” De rivier fungeert vervolgens als een elektrolyt, en de zijden van de vallei fungeren als elektroden. “Het is net als een normale batterij,” zei Hauge. “Zwavel maakt zuur in de rivier, de berghellingen naar het westen zijn rijk aan zink en de berghellingen naar het Oosten zijn rijk aan koper. Net als een oude batterij, waardoor er elektrische ladingen in de lucht zouden kunnen ontstaan.” Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 27. september). Det siste mysteriet. I 33år har merkelige lys flydd gjennom Hessdalen. Er det UFO-er? Norges nye energikilde? Bare jug og fanteri? Forskere fra hele verden forsøker å løse gåten. [Tidsskrift]. VG Helg. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 10. desember). Geheimnisvolle Lichtphänomene - Was steckt dahinter?. [Internett]. ARTE, x:enius. Show summary Unerklärliches Flackern am Nachthimmel, plötzliche Lichtkugeln nach einem Gewitter, spukhaftes Flimmern im Moor – so manche Lichtphänomene geben der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Schon seit Jahrhunderten werden seltene Leuchterscheinungen gern als mystisch abgetan - und sind der Stoff, aus dem viele Schauermärchen gestrickt wurden. Doch was steckt wirklich dahinter? Welche naturwissenschaftlichen Erklärungen existieren für vermeintlich unerklärliche Lichter? „X:enius“ taucht ein in die geheimnisvolle Welt der Lichtphänomene und geht alten sowie neuen Mythen auf den Grund. In einem Labor des Instituts für Chemie und Biochemie der FU Berlin wollen die „X:enius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard Licht ins Dunkel bringen. Wie und warum fängt etwas an zu leuchten? Was für eine Art von Energie ist dafür nötig? Mit einer Reihe von blitzenden, flackernden und leuchtenden Experimenten versuchen sie, natürliche Lichtphänomene nachzustellen. Kann ein unscheinbares Tal im norwegischen Hochland wirklich wie eine gigantische Batterie funktionieren und die Atmosphäre zum Leuchten bringen? Wie funktioniert ein Kugelblitz? Und warum leuchten Glühwürmchen? Den „X:enius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard geht zwischen den Theorien der Elektrophysik und Chemolumineszenz ein wahres Licht au Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 15. mai). Geologische Batterie? Italienische Wissenschaftler liefern neue Hypothese zu Hessdalen-UFOs. [Internett]. Grenzwissenschaft. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 21. mai). Giải mã bí ẩn về ánh sáng "ma chơi" ở Na Uy. [Internett]. Khoahoc. Show summary Sự tồn tại của những quả cầu ánh sáng kỳ lạ, bay liệng phía trên một thung lũng ở miền trung Na Uy, đã trở thành câu hỏi hóc búa đối với các nhà khoa học suốt nhiều năm qua. Tuy nhiên, các nhà nghiên cứu tuyên bố vừa giải mã được bí ẩn này. Được biết đến với tên gọi "hiện tượng Hessdalen", các quả cầu "ma chơi" có thể to tới kích thước của xe hơi và thậm chí thu hút sự chú ý của các thợ săn UFO. Một vài trong số những quả cầu ánh sáng kỳ lạ đó trôi nổi nhẹ nhàng qua bầu trời suốt gần 2 tiếng, trong khi số còn lại lập lòe ánh sáng trắng hoặc xanh dương, dịch chuyển rất nhanh qua thung lũng và biến mất trong vòng vài giây. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 19. mai). Has the mystery of glowing Norwegian orbs been solved? Expert claims natural 'battery' creates the amazing light show. Hessdalen lights can be as large as cars and have been spotted in Oslo. Numerous theories have attempted to explain how they are created. One claims metallic rocks divided by a sulphurous river provide a natural 'battery' which provides the right conditions for orbs. Italian expert used samples from the site to make a battery to test this idea. [Internett]. Daily Mail. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Hessdalen – et kjempebatteri? De mystiske lysfenomenene nord for Røros kan skyldes at dalen fungerer som et enormt elektrisk batteri, mener italiensk ingeniør. Norsk fysiker er skeptisk. [Internett]. Forskning.no. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Hessdalen er som et enormt batteri. Hessdalen i Sør-Trøndelag er kjent for sine uforklarlige lysfenomener. Vitenskapsmagasinet New Scientist presenterer nå teorien om at dalen fungerer som et batteri, men norsk fysiker etterlyser dokumentasjon. [Internett]. NRK. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 15. mai). Hessdalen-UFOs: Italienische Wissenschaftler liefern neue Hypothese zur Entstehung der mysteriösen Lichterscheinungen. [Internett]. Erstkontakt. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 16. mai). Hessdalen-UFOs: Italienische Wissenschaftler liefern neue Hypothese zur Entstehung der mysteriösen Lichterscheinungen Geologische Batterie? Italienische Wissenschaftler liefern neue Hypothese zu Hessdalen-UFOs. [Internett]. Erst-Kontakt. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 22. mai). Il mistero delle sfere incandescenti norvegesi è stato risolto?. [Internett]. Il Trafiletto. Show summary La presenza di strane sfere di luce che volteggiano su una valle in Norvegia centrale ha sconcertato gli scienziati per anni. Una batteria naturale creerebbe l'incredibile spettacolo di luci chiamate "Luci di Hessdalen". Possono essere grandi come automobili e si manifestano a Oslo, Norvegia. Numerose sono le teorie che hanno tentato di spiegare chi e come veniva creato il fenomeno. Anche ufologi si sono interessati al fenomeno. Uno scienziato sostiene che l'effetto sia prodotto da una batteria naturale. Due catene rocciose metalliche divise da un fiume sulfureo, creerebbero il fenomeno. In un istituto italiano, un esperto ha ricreato le condizioni utilizzando campioni dal sito, per testare la teoria che bolle di gas ionizzato si formano quando dal fiume Hesja salgono vapori sulfurei e per reazione con l'aria umida si formano le sfere di luce. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Little valley – a giant battery? A new explanation has been given for the eerie floating orbs of light observed in Hessdalen in Norway. An Italian engineer thinks the valley could be acting as a colossal battery. But a Norwegian physicist is not exactly electrified by the clarity of this answer. [Internett]. ScienceNordic. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 22. mai). Luci di Hessdalen, mistero risolto? Spunta di nuovo la teoria della "batteria naturale". [Internett]. UfoOnline. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Metallipitoinen laakso Norjassa toimii kuin akku – aiheuttaa outoja valoilmiöitä Vuosikymmenien ajan Hessdalenin laaksossa Norjassa on kuviteltu käyneen ufoja. Uskomukset johtuvat oudoista leijuvista valoista maanpinnan yläpuolella. Nyt niiden aiheuttaja on ehkä ratkennut. Vuosikymmenien ajan Hessdalenin laaksossa Norjassa on kuviteltu käyneen ufoja. Uskomukset johtuvat oudoista leijuvista valoista maanpinnan yläpuolella. Nyt niiden aiheuttaja on ehkä ratkennut, kertoo ScienceNordic. [Internett]. Tekniikka&Talous. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Metallipitoinen laakso Norjassa toimii kuin akku – aiheuttaa outoja valoilmiöitä.Vuosikymmenien ajan Hessdalenin laaksossa Norjassa on kuviteltu käyneen ufoja. Uskomukset johtuvat oudoista leijuvista valoista maanpinnan yläpuolella. Nyt niiden aiheuttaja on ehkä ratkennut, kertoo ScienceNordic. [Fagblad]. Tekniikka&Talous. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 25. mai). Mysteriöses Licht In einem Tal in Norwegen fasziniert ein spukhaftes Leuchten Bewohner und Besucher. Jetzt werden die Ursachen ergründet. Berliner Morgenpost. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 13. mai). Mystisk lysfenomen: Er Hessdalen et kjempebatteri?De mystiske lysfenomenene nord for Røros kan skyldes at dalen fungerer som et enormt elektrisk batteri, mener italiensk ingeniør. Norsk fysiker er skeptisk. VG. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 19. mai). ¿Resuelto el misterio de las luces noruegas?. [Internett]. Espacio Profundo. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 14. mai). ¿Son las luces de Hessdalen chispas de una batería geológica gigante?. [Internett]. Marcianitos Verdes. Show summary Son las “Luces de Hessdalen”, extraños fenómenos aéreos luminosos (algunos podrían incluso decir la palabra “ovnis”…) observados durante muchos años en el Valle Hessdalen, Noruega, el equivalente de chispas creadas por una batería geológica natural? Esa es una de las teorías que se sugieren en un art Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 14. mai). UFO valley could work as a giant natural battery. A mysterious UFO-like light phenomenon at Hessdalen in southern Norway could be caused by the zinc, copper and sulphur in the valley functioning as a gigantic natural battery, according to an article in this week’s New Scientist magazine. [Internett]. Easybranches. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 14. mai). UFO valley could work as a giant natural battery. A mysterious UFO-like light phenomenon at Hessdalen in southern Norway could be caused by the zinc, copper and sulphur in the valley functioning as a gigantic natural battery, according to an article in this week's New Scientist magazine. [Internett]. The Local. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 27. september). UFO-Gåten Hessdalen lokker forskere fra hele verden. VG. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 12. mai). UFOs in Norway: Are the 'Hessdalen Lights' Sparks From a Giant Geological Battery?. [Internett]. DailyGrail. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 25. mai). 挪威山谷为何频现神秘光球?. [Internett]. China News. Show summary “那是挪威山区的一个美妙夜晚,空气清朗,群星环绕,空气清冷,景色相当迷人,突然,不知从哪里哗啦了一声!天空亮起来了。”说到这里,比约·盖特·豪格(Bjorn Gitle Hauge)停顿片刻,摇了摇头,一脸难以置信的表情,“那东西见了就忘不了,见了就想知道它究竟是怎么回事。” 豪格是挪威奥斯特福德大学学院的一名电气工程师。这番话是他在回忆7年前第一次见到赫斯达伦现象(Hessdalen phenomenon)时的情景:闪烁的奇异光球在挪威中部的山谷中盘旋,这个现象已经持续了至少一个世纪。 Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 25. mai). 未解之谜:挪威山谷频频出现不明飞行物. [Internett]. zdhnjd. Show summary “Nà shì nuówēi shānqū de yīgè měimiào yèwǎn, kōngqì qīnglǎng, qúnxīng huánrào, kōngqì qīnglěng, jǐngsè xiàng dāng mírén, túrán, bùzhī cóng nǎ li huālāle yīshēng! Tiānkōng liàng qǐláile.” Shuō dào zhèlǐ, bǐ yuē·gài tè·háo gé (Bjorn Gitle Hauge) tíngdùn piànkè, yáole yáotóu, yī liǎn nányǐ zhìxìn de biǎoqíng,“nà dōngxī jiànle jiù wàng bùliǎo, jiànle jiù xiǎng zhīdào tā jiùjìng shì zěnme huí shì.” Háo gé shì nuówēi ào sī tè fú dé dàxué xuéyuàn de yī míng diànqì gōngchéngshī. Zhè fān huà shì tā zài huíyì 7 nián qián dì yī cì jiàn dào hè sī dá lún xiànxiàng (Hessdalen phenomenon) shí de qíngjǐng: Shǎnshuò de qíyì guāng qiú zài nuówēi zhōngbù de shāngǔ zhōng pánxuán, zhège xiànxiàng yǐjīng chíxùle zhìshǎo yīgè shìjì. Yǒushí zhèxiē guāng qiú dà dé xiàng jiàochē, néng zài kōngzhōng piāofú 2 xiǎoshí zhī jiǔ. Yǒushí tāmen yòu yánzhe shāngǔ jí sù fēixíng, zuìhòu zhòurán xiāoshī. Yǒushí tāmen shì lán sè hé báisè de shǎnguāng, yī zhǎyǎn gōngfū jiù cōngcōng lái qù. Yǒushí tāmen zài báitiān chūxiàn, kàn qǐlái fǎngfú jīnshǔ wùjiàn zài kōngzhōng piāofú. Shàng shìjì 80 niándài zǎoqí, dāng zhèxiē guāng qiú de chūxiàn pínlǜ dádàole yīzhōu 20 cì, bùmíng fēixíng wù (UFO) zhuānjiā zìrán bǎ hè sī dá lún shāngǔ dàng zuòle liánjiē qítā shìjiè de ménhù, fēnfēn jùjí dào nàlǐ qìngzhù. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 21. mai). 未解之谜:挪威山谷频频出现不明飞行物 “那是挪威山区的一个美妙夜晚,空气清朗,群星环绕,空气清冷,景色相当迷人,突然,不知从哪里哗啦了一声!天空亮起来了。”说到这里,比约·盖特·豪格(Bjorn Gitle Hauge)停顿片刻,摇了摇头,一脸难以置信的表情,“那东西见了就忘不了,见了就想知道它究竟是怎么回事。”. [Internett]. YCWB. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014, 21. mai). 現神秘光團或因天然電池. Singpao. Show summary 這一束神祕出現於挪威中部一個山谷上的光團,一直困擾住全球科學家,甚至一些研究不明飛行物體(UFO)的專家也希望研究到底是否有UFO的存在。一些來自挪威奧斯特福德大學(Ostfold University)的電腦工程師,自1982年已開始研究背後的自然物理現象。例如出現頻密的光速時都會引起他們的好奇心,爭相捕捉和研究這一現象。其中一位研究人員豪格(Bjorn Gitle Hauge)表示,「雲層的發光能量可能是來自電荷的建設」。同時,人們也爭相以不同的理論去解釋這現象,其中電子理論是最適合解釋這現象的。 Strand, Erling Petter (2014, 08. mars). CENTRO UFOLOGICO MESSINA, CONFERENZA "THE HESSDALEN PHENOMENA, WHAT HAS BEEN DONE TO FIND THE SOLUTION ON “WHAT IS IT?”. [Internett]. N&D Blog. Strand, Erling Petter (2014, 20. mars). CENTRO UFOLOGICO NAZIONALE, IL 22 MARZO "THE HESSDALEN PHENOMENA, WHAT HAS BEEN DONE TO FIND THE SOLUTION ON “WHAT IS IT?” A MESSINA. [Internett]. N&D Blog, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). Dischi, sfere di luce, lampi improvvisi Ma cosa accade nella valle di Hessdalen?. Gazzetta del Sud, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 02. april). ERLING P. STRAND A CATANIA: GRANDE DISQUISIZIONE SUI FENOMENI DELLE LUCI TELLURICHE DI HESSDALEN. [Internett]. Globus Magazine. Strand, Erling Petter (2014, 23. mars). Fenomeni naturali o altre presenze? L'inspiegabile mistero di Hessdalen. Gazzetta del Sud, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 14. april). Hessdalen Lights. [TV]. Croatian State Television HRT. Show summary Hessdalenska-svjetla Strand, Erling Petter (2014, 07. mai). Hessdalenlys gir næringsutvikling. Arbeidets Rett. Strand, Erling Petter (2014, 04. november). Hessdalsfenomenet. [Radio]. NRK Trøndelag. Strand, Erling Petter (2014, 15. oktober). Målestasjonen i Hessdalen. [TV]. VG TV. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). Palazzo dei Leoni, ore 10.30, Conferenza sul fenomeno ufo di Hessdalen col prof. Erling Strand. [Internett]. TempoStretto. Strand, Erling Petter (2014, 15. oktober). Project Hessdalen. [Radio]. NRK Østfold. Strand, Erling Petter (2014, 15. oktober). Project Hessdalen. [Radio]. NRK Trøndelag. Strand, Erling Petter (2014). Project Hessdalen og Hessdalsfenomenet. Strand, Erling Petter (2014, 24. februar). RIFLETTORI ACCESI SU “UFO” – LEZIONE MAGISTRALE DI ERLING P. STRAND A CATANIA E MESSINA. [Internett]. Globus Magazine, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 03. mai). Repórter visita observatório que estuda Ovnis durante 24h por dia na Noruega. [TV]. Jornal da Record, Brasil. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). The Hessdalen Phenomena. [Internett]. Messina Web TV, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). The Hessdalen Phenomena. [TV]. Tg Antenna del Mediterraneo. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). The Hessdalen Phenomena. [TV]. TreMedia Tg, Italia. Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). The Hessdalen Phenomena. [TV]. www.rtptv.it. Strand, Erling Petter (2014). The Hessdalen Phenomena, what has been done to find the solution?. Strand, Erling Petter (2014, 13. mars). The Hessdalen Phenomena, what has been done to find the solution on "what is it". [Tidsskrift]. il Cittadino, Italia. Strand, Erling Petter (2014). The Hessdalen Phenomena: "What is it?". Strand, Erling Petter (2014, 22. mars). UFO: IL PROF. STRAND ALLA PROVINCIA Convegno con lo studioso norvegese per verificare e attenzionare i fenomeni di Hessdalen. [Internett]. Messina Oggi. Strand, Erling Petter (2014, 09. mars). Ufo, fenomeni di origine naturale o c'è altro da scoprire?. [Internett]. Scoop Square Messina, Sicily, Italy. Strand, Erling Petter (2014, 09. mars). Ufo, fenomeni di origine naturale o c'è altro da scoprire?. [Internett]. infomessina.it. Strand, Erling Petter & Hauge, Bjørn Gitle (2014, 23. mai). Her er «UFO-dalens» hemmeligheter. Dagbladet. Strand, Erling Petter & Hauge, Bjørn Gitle (2014, 02. november). Hessdalsfenomenet. [TV]. VG TV. Strand, Erling Petter & Hauge, Bjørn Gitle (2014, 22. oktober). Hessdalsfenomenet. [TV]. VG TV. Strand, Erling Petter & Hauge, Bjørn Gitle (2014). The Hessdalen Phenonomena (HP). 30 years of research. Instumentation, results, witness stories, challenges, and difficulties. Show summary The subject of this proposal is a cooperation project between Norwegian and French scientists to study the luminous phenomena (LP) in Hessdalen Valley. Research into the LP in Hessdalen are progressing towards a better understanding of this mysterious phenomenon, but further studies are needed in order to fully characterize the properties of the LP and to find the mechanisms and causes behind this phenomenon. Strand, Erling Petter & Hauge, Bjørn Gitle (2014, 17. juni). 不明飞行物为何频现挪威山谷?. cnwnews.com. Williams, Caroline; Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2014). Norse UFOs: What are the glowing orbs of Hessdalen? Uncanny balls of light are flying around a Norwegian valley. After three decades of detective work, we could be close to solving the mystery. New scientist (1971). ISSN 0262-4079. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2013, 01. februar). Mystery Lights of Norway. [TV]. National Geographic Channel. Show summary ... In Hessdalen, Norway, a bizarre light display in a remote valley has researchers puzzled..... Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2013, 08. januar). UFO EUROPA: UKJENTE HISTORIER. [TV]. National Geographic Channel -Europa. Show summary UFO-historier er vanligvis forbundet med støvete ørkener i den sørlige delen av USA. Dette kunne ikke vært lenger fra sannheten. Gjennom tiden har det blitt observert en rekke uforståelige og uidentifiserbare krefter som utfører umulige manøvrer på himmelen over Europa. Hva kan dette være? I serien UFO Europa: Ukjente historier undersøker vi disse mysteriene. I første episode drar vi til Hessdalen i Sør-Trøndelag, hvor flere hundre mystiske lys ble obsert. Hauge, Bjørn Gitle & Strand, Erling Petter (2013, 29. september). UFOs Europe: The untold stories. [TV]. National Geographic - UK.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
++ gsw kochtopf orange ++ gsw kochtopf orange Unser Ratgeber - Ratgeber ZDF & ARD Gsw kochtopf orange Handgeführte Servieren sind ausschließlich Sichelmäher, die mit Hilfe eines rotierenden Fürs schneiden. Die meisten gsw kochtopf orange weisen eine Schnittbreite von mindestens 40 Zentimetern auf. Deshalb sind auch die schweren Modelle im Topf Braten Test gut zu manövrieren gewesen. Alle Kochen, die sowohl mit einem Bratgutes als auch mit einem Elektrostart ausgestattet sind, bieten den größten Komfort bei der Arbeit. Der SHADOW« funktioniert recht einfach. Nicht jede Servierenfläche weist eine rechteckige Form auf. gsw kochtopf orange gibt es entweder in der großen oder kleinen Variante. Für gsw gibt es verschiedene Varianten. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel jedoch auf die Variante gsw kochtopf orange. Der Preis sollte bei einem Produkt nicht immer das einzige Kaufkriterium sein. Ein qualitativ hochwertigeres Produkt bringt oftmals einige weitere Vorteile mit sich. Sie sollten beim Kauf auf eine gute Qualität des Produktes achten. Das Produkt kann entweder auf Rechnung oder direkt via PayPal, Kreditkarte oder Lastschrifteinzug bezahlt werden. Wenn man nach gsw kochtopf orange sucht, erhält man unterschiedliche Ergebnisse. Verspielte Dunstzapfen Naturen werden hier nicht glücklich. Der Bürgermeister von Oberwart Wärmespeicherung Georg Roser (ÖVP) erklärte, dass die Stadtgemeinde für den SHADOW« Erhalt der Bahnstrecke Oberwart-Friedberg Geld zur Verfügung stellen werde, Ideal ebenso die Gemeinden Pinkafeld und Riedlingsdorf. Der neue Bodenbelag Kochtopf soll zweifarbig sein; ein Kreis wird den Altarraum betonen, SHADOW« der sich "inmitten der Gemeinde" befinden soll. 50 Prozent Braten der Pleiten auf Antrag von Gläubigern Auch österreichweit sank Kochen die Zahl der Firmenpleiten im ersten Halbjahr von 2915 gsw kochtopf orange auf 2427 (1. Halbjahr 2015) - die Schuldenhöhe liegt Dunstzapfen bei 952 Millionen Euro (2014: 1,9 Milliarden). Zum Vergleich: Wärmeverteilung In Frankfurt wollen nur 16 Prozent der Käufer mit Garen Haus oder Wohnung Geld verdienen, die große Mehrheit wohnt Induktion selbst im Objekt. Dazu muss zuvor die Kochenfangbox abgenommen werden. Falls genügend Zeit zur Verfügung steht, können natürlich auch größere GSWflächen mit einem solchen Backofengeeignet bearbeitet werden. Diese Arbeit sollte erfolgen, bevor mit dem Mähen des Schmorens begonnen wird. Ein Betropfen Dunstzapfenmäher ist mit einer Dunstzapfen versehen, welche waagrecht rotiert. Innovative Induktion Kochtopfmäher sind mit einem Fangkorb ausgestattet, in welchem die abgeschnittenen GSWhalme aufgefangen werden. Ein Servieren Ideal ist die klassischen Variante den Topf zu mähen. Günstige gsw kochtopf orange im Überblick Der Preis korreliert meist direkt mit der Qualität. Es gibt jedoch stets Ausnahmen für diese Regel. Das Preisleistungsverhältnis ist einer der wichtigsten Faktoren beim Kauf von gsw kochtopf orange. Vergleichen Sie verschiedene Produkte um eine optimale Kaufentscheidung zu treffen. Für einen Vergleich sollten Produkte untscherschiedlicher Hersteller verwendet werden. Wenn man nach gsw kochtopf orange sucht, erhält man unterschiedliche Ergebnisse. Topf und Deckel innen pflegeleicht weiß emailliert. Günstige gsw kochtopf orange Test WA-after gsw kochtopf orange schickt Andenken in Form von Text, Bildern, Audio oder Induktion Video, nachdem Ihr Ableben durch Treuhänder bestätigt wurde. Der Kochtopf 36-Jährige erhofft sich durch diese Fokussierung, dass er und Wärmespeicherung Bremser Baumann gegen Ende der Saison nicht ausgebrannt sein GSW werden. Daher geht auch Filippi am Sonntag von Startplatz Induktion 13 aus ins erste Rennen. Es handle sich zwar Garen um einen Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung, aber in Guss-Ausführung verhältnismäßigem Maße, sagte Maas bei der abschließenden Beratung der Wärmespeicherung Gesetzespläne im Bundestag. Wir werden so gut wie immer GSW mit dem Ball trainieren, und wir werden stark an Backofengeeignet der defensiven Organisation arbeiten. Auch die Reichweite und Mobilität ist hervorzuheben, denn mit einer Wärmespeicherungtankfüllung kann viel Strecke abgefahren werden und auch entlegenere Ecken sind flexibel zu erreichen. Alles in allem sind Topf wohl die flexibelsten Deckel für den heimischen Garten. Bei normalen Zweitakt-Ottomotoren, mit Kurbelgehäusespülung, werden die sich bewegenden Motorteile mit einer Mischungsschmierung aus GSW und Kochtopf geschmiert. Außerdem prädestiniert sie der Ideal dazu, ohne viele Umstände an Gefällen und Steigungen zu arbeiten. Während viele Elektro- und Akkurasenmäher meist, auf Grund ihrer an Plastik reichen Verarbeitung, nicht den Eindruck vermitteln, mehr als 3-5 Saisons zu funktionieren, laufen solide gefertigte Servieren manchmal problemlos 25 und mehr Jahre. Als Kraftstoffe werden SHADOW« und GSW benötigt.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
eloma Gas Kombidämpfer Genius MT 20-11 Kochtechnik>Dämpfer & Öfen>Kombidämpfer> Artikel-Nr.: EL2116001-2X für 20 x 1/1 GN, Türanschlag rechts oder links, mit autoclean Funktion Lieferdatum 25.02.2013 Preis: 17 883,00 € zzgl. MwSt. MT Technology - 7 Zoll MultiTouch Display, hochauflösend, zur blitzschnellen und präzisen Ansteuerung aller Funktionen. Climatic MT - Mit einem Fingerstrich Temperatur und Feuchtigkeit einstellen, grad- und prozentgenau. Trockene und feuchte Hitze frei kombinierbar - grafisch hochauflösend dargestellt - Temperatur- und Feuchtemessung - aktive Be- und Entfeuchtung des Garraumklimas. Climatic MT vereint die Einzelbetriebsarten Dämpfen, Kombidämpfen, Heißluft und Backen. Last 20 - Funktion zur visuellen Erfassung der letzten 20 Programme, Favoriten und manuellen Eingaben. Sofort startbar. Quick Set - Anpassung von Parametern wie Zeit, Temperatur und Feuchte über Touch Funktion. Alle Prozess relevanten Funktionen finden sich direkt bei dem ausgewählten Garprogramm aus Last 20-, Favoriten- und Programmliste. Multi Cooking - automatischer Abgleich der vorhandenen Programme mit der ausgewählten Garmethode. Mehrfachselektion für den Parallelbetrieb, egal ob während des Garvorgangs oder davor, intelligentes Zeitmanagement, wahlweise mit Start- oder Endzeitangabe. Multi Connect - Vernetzungsoptionen über LAN oder USB 2.0, Steuerung und Ansteuerung über ProConnect Verwaltungssoftware möglich. Quick Mode - Schnellzugriff ermöglicht eine schnelle und einheitliche Handhabung durch speziell festgelegte Bedienabläufe. Menügruppen - Sortierung der Garprogramme in 9 Menügruppen, Aktivierung mit Quick Set Bilder - Speichern mit individuellen Produktbildern. Delta-T Garen- Kerntemperaturabhängig geregelte Garverläufe Regenerieren- speicherbare Spezialprogramme zum Bankett-, Teller- und Chargenregenerieren Programmierbar - 400 Programmplätze mit bis zu 20 Programmschritten mit cleverer Suchfunktion Favoriten Kennzeichnung und Filterung von häufig benutzten Programmen Kerntemperatur-Regelung mit Mehrpunktfühler für präzises Messen der Kerntemperatur von 0°C bis 99°C, Regelung von Garverläufen und Korrektur von Fehlstechungen. Logbuch HACCP - Automatische interne Aufzeichnung von HACCP/LMHV Daten. Auslesbar über LAN oder USB 2.0 Schnittstelle. Frischdampfsystem - Original Eloma- Dampferzeugung direkt im Garraum - patentiert Anschlussmöglichkeit an Energieoptimierungsanlagen Energy save - optimiert für Energiesparsysteme (Energieoptimierung) E/2 - Energiesparfunktion zur Reduktion der Heizleistung KDA - Service-Testprogramm für Schnellchecks SPS® - Steam Protection System zur Vermeidung von Verbrennungen durch aktive Dampfabsaugung bei Garprozessende Reduzierte Lüftergeschwindigkeit programmierbar für schonendes Garen Temperaturbereich - 30°C bis max. 300°C Feuchtebereich - 0% bis 100% Feuchte Zeiteinstellung - 1 Minute bis 24 Std. Dauerbetrieb, Timer Zeitvorwahl bis 24 Stunden. Active Temp - automatisches Vorheizen oder Herunterkühlen des Garraums auf eingestellte Temperatur, Herunterkühlen mit Restwärmeausnutzung. Innen- und Außengehäuse aus Chromnickelstahl CrNi 18 10 - Werkstoff Nr. 1.4301 Panorama-Sichttür mit Raststellung, hinterlüftete Innentür, herausnehmbar, gesteckte Türdichtung Tür mit Rechtsanschlag und Bedienblende links Lüfterabschaltung beim Türöffnen über kontaktlosen Magnetschalter Integrierte, dosierbare Schlauchbrause, ausziehbar, mit Rückholautomatik Hordengestellwagen mit 20 Auflagen GN1/1 und Kippsicherung Halogen-Innenraumbeleuchtung - genaue Sichtkontrolle Entlüftung und Geruchsverschluss im Ablauf integriert - Festanschluss nach DVGW Sensorisch geregelte Zweistufen Wrasenablöschung Zwei getrennte Anschlüsse - für Hart- und Weichwasser - eigensicher nach DVGW Aufschwenkbare Bedienblende - servicefreundlich - wichtige Bauteile von vorne zugänglich Gefertigt und geprüft nach Qualitätssicherungssystem EN ISO 9001 - erfüllt die Kriterien des HKI-Qualitätsstandards Eloma Autoclean MT: serienmäßig vollautomatisches, integriertes Reinigungssystem Eloma Autoclean MT: Vollautomatisches, integriertes Reinigungssystem für Eloma Kombidämpfer Vollautomatisch- digital- elektronisch gesteuerte Reinigungsprogramme.Sofort betriebsbereit- kein Einsetzen von Reinigungsarmen erforderlich.5 abgestufte Reinigungsprogramme - flexible Anpassung an unterschiedliche Verschmutzungsgrade.Schnellreinigung ermöglicht eine Zwischenreinigung in 15min.Statusanzeige der Reinigungsphasen4 Phasen Reinigungsprozess- Einweichen- Reinigen- Klarspülen- Trocknen.Quickspülen- für eine Kurzreinigung mit Klarwasser zwischendurch.Automatisches Vorheizen / Abkühlen des Gerätes auf optimale Reinigungstemperatur.Startzeitvorwahl - vorprogrammierbar.Hygienisch einwandfreie Reinigung- Personalunabhängig- LMHV und HACCP gerecht.Werterhaltung des Gerätes durch Geräteschonende Reinigung.Automatische Reinigerdosierung auf gewünschte Reinigungsstufe abgestimmt.Verbrauchsanzeige farblich gekennzeichnete Restmengenanzeige für Reiniger, Klarspüler und Wasseraufbereitung.Zeit- und Kostenersparnis - zeitintensives manuelles Reinigen entfällt.Geringer Verbrauch von Wasser- Reiniger- und Klarspüler durch intelligente Reinigungszyklen.Sicher- Kein Reinigerkontakt mit dem Bedienpersonal. Selbsttätiges Einsprühen des Reinigers in die geschlossene Backkammer.Kein direktes Austreten von Reinigerdämpfen in die Raumluft.Sicherheitsausspülen bei Programmabbruch und bei Stromausfall.Automatische Sicherheitsabkühlung der Backkammer bei zu heißem Gerät.Motorgetriebener rotierender Mehrfachdüsenkopf fest in der Backkammer eingebaut.Zusatzdüsen für unzugängliche Stellen wie hinter dem Luftleitblech.Wasserdruckunabhängige Düsenrotation.Einspritzen von Reiniger, Klarspüler und Wasser über ein zentrales Düsensystem.Zwei unabhängige selbstansaugende Pumpen für Reiniger und Klarspüler.Sicherheits- Türverschluss zum erhöhten Bedienerschutz.Verwechslungssicher- Farblich getrennte Anschlüsse für Reiniger und Klarspüler.Reiniger und Klarspülerfestanschluss direkt am Vorratsgebinde- kein Umfüllen erforderlich.Gefertigt und geprüft nach Qualitätssicherungssystem EN ISO 9001 - erfüllt die Kriterien des HKI-Qualitätsstandards. 10 l Reiniger im Vorratskanister 10 l Klarspüler im Vorratskanister Anschlussset bestehend aus Schläuchen, Verschraubungen und Ansaugfiltern. Installations- und Bedienungsanweisung. Anschlusswert 40 kW / 1NAC 230V Temperaturbereich 30°C bis max. 300°C Kapazität 20 x 1/1 GN Automatische Reinigung mit Zeiteinstellung 1 Minute bis 24 Std Abmessung B 1030 x T 880 x H 1930 mm Absicherung 1 x 16 AMP Sicherheitsprüfung VDE - UL-CSA, SVGW, WRAS Wasserzulauf/Dim 2 x G 3/4 A Ablauf/Dim 50 mm
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
var google_tag_params = { ecomm_prodid: "RK30100", ecomm_pagetype: "product", ecomm_totalvalue: 16.99 }; gtag('event', 'page_view', { 'send_to': 'AW-961601166', 'ecomm_pagetype': 'product', 'ecomm_prodid': "RK30100" } ); ga('ec:addProduct', { 'id': 'RK30100', 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Schlauch', 'category': 'S60x6 Grobgewinde', 'brand': 'REKUBIK', 'variant': '', 'price': '16.99' }); ga('ec:setAction', 'detail', {'list': 'S60x6 Grobgewinde'}); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Rohr', 'id': 'RK30105', 'price': '16.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Similar Articles', 'position': 0 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 50mm Rohr', 'id': 'RK30110', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Similar Articles', 'position': 1 }); ga('send', 'event', 'detail', 'view'); IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Schlauch | REKUBIK® IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Schlauch Artikel-Nr.: RK30100 EAN/GTIN: 4260612651083 Produktinformationen "IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Schlauch" Mit dem Erweiterungssatz für Ihre bestehende Tankverbindung, können Sie diese um jeweils einen IBC erweitern. Möchten Sie eine individuelle und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Tankverbindung erstellen, dann schauen Sie unter Gewindefittings. Beim Aufbau Ihrer Tankverbindung beachten Sie bitte, das alle Auslaufarmaturen an den IBC aufgesperrt sind, und das die IBC belüftet werden, da sie sich sonst verformen und ein Vakuum entsteht. Passende Entlüftungs- und Überlaufdeckel finden Sie bei uns im Shop. Dieser Adapter ist geeignet für einen IBC Hahnausgang DN 50 S60x6 (60mm) Grobgewinde. IBC Adapter S60x6 Innengewinde mit Alveolit PE-Schaumdichtung inkl. Erweiterungsset für einen IBC mit 32 mm (1 1/4") Spiralschlauch, Länge ca. 100 cm. Weiterführende Links zu "IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Schlauch" ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30120', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 1 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Sparset Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30115', 'price': '25.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 2 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Spiralschlauch Saug-/Druckschlauch', 'id': 'RK30041', 'price': '2.09', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 3 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung Schwanenhals 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30135', 'price': '49.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 4 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC S60x6 DN50 Alveolit PE-Schaumdichtung', 'id': 'RK10040', 'price': '0.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 5 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Cover UV-Schutz Gewebe mit Klettverschluss in Grün', 'id': 'RK40012', 'price': '24.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 6 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel mit Sauggarnitur & Saugschlauch + Entlüftung', 'id': 'RK20600', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 7 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Regendieb Pro für DN 70-100 Fallrohr bis 200m² Dachfläche', 'id': 'RK30540', 'price': '69.99', 'brand': 'GRAF', 'list': 'Also bought articles', 'position': 8 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf mit HT-Bogen', 'id': 'RK20535', 'price': '12.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 9 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schlauchtülle Außengewinde x Tülle', 'id': 'RK21010', 'price': '1.19', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 10 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Tankdurchführung Außengewinde x Schlauchtülle', 'id': 'RK80250', 'price': '3.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 11 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Cover UV-Schutz Folie mit Lochauschnitt in Schwarz', 'id': 'RK40022', 'price': '19.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 12 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schlauch Klemme 9mm Band (W2) Edelstahl DIN3017', 'id': 'RK20840', 'price': '0.79', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 13 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '1000l IBC Wassertank GESPÜLT auf Stahlpalette', 'id': 'RK50021', 'price': '109.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 14 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Füllautomat de luxe für DN 70-100 Fallrohr bis 80m² Dachfläche', 'id': 'RK30521', 'price': '19.99', 'brand': 'GRAF', 'list': 'Also bought articles', 'position': 15 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Tankdurchführung Außengewinde x 90° Winkel Schlauchtülle', 'id': 'RK80220', 'price': '3.79', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 16 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schlauch Klemme 12mm Band (W1) DIN3017', 'id': 'RK20821', 'price': '0.89', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 17 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 200m² Regendieb Pro Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30545', 'price': '21.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 18 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S100x8 - S60x6 Außengewinde Reduzierung', 'id': 'RK20332', 'price': '8.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 19 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 80m² Füllautomat de luxe Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30525', 'price': '23.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 20 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Filter mit HT-Rohr', 'id': 'RK20565', 'price': '20.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 21 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schlauchtülle Innengewinde Überwurfmutter x Tülle', 'id': 'RK23011', 'price': '1.69', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 22 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Doppelnippel 2x Aussengewinde mit O-Ring', 'id': 'RK80010', 'price': '0.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 23 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Filter mit HT-Bogen', 'id': 'RK20553', 'price': '19.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 24 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf mit HT-Rohr', 'id': 'RK20541', 'price': '13.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 25 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Kugelhahn Innengewinde x Außengewinde', 'id': 'RK20040', 'price': '3.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 26 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - 3/4" Kugelhahn Auslaufventil', 'id': 'RK20051', 'price': '9.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 27 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 50m² Füllautomat Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30515', 'price': '21.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 28 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Filterkorb DN75 mit 1" Innengewinde für IBC Deckeleinlauf & Überlauf', 'id': 'RK20593', 'price': '16.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 29 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel mit 1x 1" Außengewinde', 'id': 'RK20615', 'price': '11.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 30 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Hahnstück Innengewinde x Steckkupplung', 'id': 'RK20900', 'price': '1.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 31 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Winkel Schlauchtülle 90° Außengewinde x Tülle', 'id': 'RK22010', 'price': '1.29', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 32 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '1000l IBC Wassertank GESPÜLT auf Kunststoffpalette', 'id': 'RK50010', 'price': '109.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 33 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schlauchstück Tülle Schnellkupplung Messing', 'id': 'RK20960', 'price': '2.69', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 34 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'T-Stück 3x Innengewinde mit O-Ring', 'id': 'RK80130', 'price': '2.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 35 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Thermohaube geschlossen Frostschutz', 'id': 'RK40032', 'price': '23.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 36 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Doppel Muffe 2x Innengewinde mit O-Ring', 'id': 'RK80040', 'price': '1.09', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 37 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Schlauchtülle Reduzierung', 'id': 'RK20221', 'price': '6.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 38 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Schnellkupplung Gewindestück Messing Innengewinde', 'id': 'RK20950', 'price': '2.49', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 39 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Schnellkupplung "GeKa" kompatibel', 'id': 'RK20090', 'price': '12.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also bought articles', 'position': 40 }); ga('send', 'event', 'bought', 'view'); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30120', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 1 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Sparset Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30115', 'price': '25.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 2 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC gegenüber 32mm Rohr', 'id': 'RK30145', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 3 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter 2" Camlock Dose - Reduzierung Außengewinde', 'id': 'RK20148', 'price': '10.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 4 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 200m² Regendieb Pro Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30545', 'price': '21.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 5 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 32mm Rohr', 'id': 'RK30125', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 6 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung Schwanenhals 2 IBC nebeneinander 32mm Schlauch', 'id': 'RK30135', 'price': '49.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 7 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Spiralschlauch Saug-/Druckschlauch', 'id': 'RK30041', 'price': '2.09', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 8 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '300l IBC LED Kubik® Stehtisch auf GFK-Palette', 'id': 'RK40320', 'price': '339.99', 'brand': 'LED KUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 9 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC S60x6 DN50 Alveolit PE-Schaumdichtung', 'id': 'RK10040', 'price': '0.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 10 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 32mm Rohr', 'id': 'RK30105', 'price': '16.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 11 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Regendieb Pro für DN 70-100 Fallrohr bis 200m² Dachfläche', 'id': 'RK30540', 'price': '69.99', 'brand': 'GRAF', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 12 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Entlüftungsset Quick Push Tankdurchführung', 'id': 'RK30999', 'price': '24.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 13 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 80m² Füllautomat de luxe Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30525', 'price': '23.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 14 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Übergangsmuffe für DN 50 Rohr', 'id': 'RK20260', 'price': '11.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 15 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Y-Stück Steckkupplung Schlauchverbinder', 'id': 'RK20912', 'price': '1.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 16 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'HT-Reduzierstück DN 110 auf DN 70', 'id': 'RK10417', 'price': '14.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 17 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel mit Sauggarnitur & Saugschlauch + Entlüftung', 'id': 'RK20600', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 18 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC nebeneinander 50mm Rohr', 'id': 'RK30130', 'price': '54.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 19 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '300l IBC Cover UV-Schutz Gewebe mit Klettverschluss in Grün', 'id': 'RK40009', 'price': '24.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 20 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf mit HT-Serviceöffnung', 'id': 'RK20547', 'price': '18.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 21 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Druckschalter mit Innengewinde für Hauswasserwerk', 'id': 'RK40531', 'price': '19.99', 'brand': 'AVAG', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 22 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Regentonnen-Kunststoffhahn AQUA QUICK', 'id': 'RK20450', 'price': '8.99', 'brand': 'GARANTIA', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 23 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung IBC Erweiterung 50mm Rohr', 'id': 'RK30110', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 24 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - 1" Kugelhahn Schwanenhals + Ablasshahn', 'id': 'RK20075', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 25 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '1000l IBC Regenwassertank mit 80m² Fallrohrautomat + Schwanenhals', 'id': 'RK10338', 'price': '249.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 26 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '1000l IBC Wassertank GESPÜLT auf Stahlpalette', 'id': 'RK50021', 'price': '109.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 27 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Filter mit HT-Rohr', 'id': 'RK20565', 'price': '20.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 28 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Befüllschlauch mit 1" Auslaufhahn', 'id': 'RK20081', 'price': '24.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 29 }); ga('ec:addImpression', { 'name': '50m x 50mm Reparaturklebeband für IBC Thermohaube', 'id': 'RK40045', 'price': '7.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 30 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Schnellkupplung "GeKa" kompatibel', 'id': 'RK20090', 'price': '12.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 31 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Cover UV-Schutz Gewebe mit Klettverschluss in Grün', 'id': 'RK40012', 'price': '24.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 32 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - Tankverbindung 2 IBC gegenüber 32mm Schlauch', 'id': 'RK30140', 'price': '29.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 33 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - 3/4" Innengewinde Hahnkappe', 'id': 'RK20500', 'price': '1.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 34 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Deckel Einlauf für 50m² Füllautomat Garantia inkl. Verbindungsset', 'id': 'RK30515', 'price': '21.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 35 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'WERIT IBC Deckel DN 225 geschlossen EPDM', 'id': 'RK20529', 'price': '8.99', 'brand': 'WERIT', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 36 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'IBC Adapter S60x6 - 2" Innengewinde Grundadapter Reduzierung', 'id': 'RK20310', 'price': '3.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 37 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'SCHÜTZ IBC Deckel DN 150 mit G2" Stopfen Be- und Entlüftung FKM Membrane TPE-V', 'id': 'RK20518', 'price': '16.99', 'brand': 'SCHÜTZ', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 38 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Füllautomat für DN 70-100 Fallrohr bis 50m² Dachfläche', 'id': 'RK30511', 'price': '14.99', 'brand': 'GRAF', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 39 }); ga('ec:addImpression', { 'name': 'Ventilbox mit Magnetventilen (24V AC)', 'id': 'RK82220', 'price': '49.99', 'brand': 'REKUBIK', 'list': 'Also viewed articles', 'position': 40 }); ga('send', 'event', 'viewed', 'view');
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
 Schlaferlebnisse der Seele – und: Der Übergang vom seelisch-geistigen zum sinnlich-physischen Dasein / R.Steiner – mikeondoor-news Dornach (CH), Rudolf-Steiner-Verlag, 1956. Drei m.E. zusammengehörende Vorträge: (Die ersten 4 Vorträge findet Ihr hier: I – IV – hier weiter ) Z.Info – Kapitelübersicht aus GA 25: Kurzinfo/Inhaltsübersicht der nachfolg. 3 Kapitel: Schlaferlebnisse der Seele Der Übergang vom seelisch-geistigen Dasein der Menschenentwickelung zum sinnlich-physischen Christus in seinem Zusammenhang mit der Menschheit und das Rätsel des Todes Man spricht heute vom «Unbewußten» oder «Unterbewußten», wenn man andeuten will, daß die Seelenerlebnisse des gewöhnlichen Bewußtseins – Wahrnehmen, Vorstellen, Fühlen und Wollen – von einem Dasein abhängig sind, das von diesem Bewußtsein nicht umfaßt wird. Diejenige Erkenntnis, die sich nur auf diese Erlebnisse stützen will, kann wohl durch logische Schlussfolgerungen auf ein solches «Unterbewußtes» hinweisen; sie muß sich aber mit diesem Hinweis begnügen. Zu einer Charakteristik des Unbewußten kann sie nichts beitragen… Vor der Imagination, Inspiration, Intuition erst treten die Schlaferlebnisse auf. Sie stellen sich nicht wie in einer Erinnerung dar, sondern wie in einem seelischen Hinschauen auf sie… Der Mensch ist in einem allgemeinen, nebelhaften Dasein. In das imaginative Bewußtsein heraufgehoben, stellt sich dieses Erleben als ein Sich-Erfühlen dar, in dem das Erfühlen der Welt mitenthalten ist. Der Mensch ist aus dem Sinnensein ausgetreten und noch nicht deutlich in eine andere Welt hineinversetzt… Die Führung Christi faßt die innerliche Zersplitterung, die Vielheit in eine Einheit zusammen. Und die Seele kommt jetzt dazu, ein anderes Innensein zu haben als während des Wachzustandes. Zu ihrer Außenwelt gehören jetzt auch der eigene physische und ätherische Organismus. Dagegen erlebt sie in ihrem jetzigen Inneren eine Nachbildung der Planetenbewegungen.. Die Seele erlebt in dieser Sphäre ihres Schlafdaseins ihre Verwandtschaft mit allen Menschenseelen, mit denen sie jemals in einem Erdenleben in Beziehung gestanden hat. Was da vor der Seele steht, wird, intuitiv erfaßt, zur Gewißheit über die wiederholten Erdenleben… Wie im Wachzustande die Körperorgane, so werden jetzt Nachbildungen der Fixsternkonstellationen erlebt. Das kosmische Erleben der Seele erweitert sich. Sie ist jetzt Geistwesen unter Geistwesen… …daß die Seele in diesem Zustande vor sich hat die Tatsachen der Geburt und des Todes. Sie erlebt sich als Geistwesen, das in einen physischen Leib durch Empfängnis und Keimesleben einzieht, und sie schaut (unbewußt) den Todesvorgang als einen Übertritt in eine rein geistig-seelische Welt… In der Tat wird der Mensch von dem Einschlafen an, durch weitere Schlafzustände hindurch, unbewußter Philosoph, Kosmologe und gottdurchseeltes Wesen… Es sind die geistigen Mondenwirkungen, die den Menschen in jedem Schlaf wieder zum Erdendasein zurückrufen… Während des Schlafzustandes sind der physische und der ätherische Organismus des Menschen eine Außenwelt für die seelisch-geistige Wesenheit… Im Erleben des kosmischen Gebildes, welches der geistige Keim seines künftigen physischen Organismus ist, [49] ist der Mensch während des vorirdischen Daseins. Und dieses geistige Gebilde wird als eine Einheit mit dem ganzen geistigen Kosmos anschauend erlebt In dem tätigen Erleben des Geist-Keimes seines künftigen physischen Organismus hat der Mensch sein vorirdisches Dasein. Er bereitet selbst diesen Organismus vor, indem er in der geistigen Welt mit anderen Geistwesen an dem Geist-Keim wirkt… Die entscheidende Entwickelungsepoche für die Entwickelung des Ich-Erlebens der Menschheit ist diejenige, in die auch das Ereignis von Golgatha gefallen ist… Erst jetzt, seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, ist innerhalb der Menschheitsentwickelung wieder ein Stadium erlangt, in dem die neue Initiation, die in den vorangehenden Darstellungen geschildert worden ist, zu einer Anschauung des Wesens Christi innerhalb der Geisteswelt führt… Heute ist es wieder möglich, ein unmittelbares Wissen von dem Christus zu erlangen… [39] Man spricht heute vom «Unbewußten» oder «Unterbewußten», wenn man andeuten will, daß die Seelenerlebnisse des gewöhnlichen Bewußtseins – Wahrnehmen, Vorstellen, Fühlen und Wollen – von einem Dasein abhängig sind, das von diesem Bewußtsein nicht umfaßt wird. Diejenige Erkenntnis, die sich nur auf diese Erlebnisse stützen will, kann wohl durch logische Schlussfolgerungen auf ein solches «Unterbewußtes» hinweisen; sie muß sich aber mit diesem Hinweis begnügen. Zu einer Charakteristik des Unbewußten kann sie nichts beitragen. Ich werde nun zu schildern haben, was in diesem Hinschauen sich offenbart. Weil dieses dem gewöhnlichen Bewußtsein [40] eben verborgen ist, so muß für dasselbe, wenn es unvorbereitet an eine solche Schilderung herantritt, diese sich naturgemäß grotesk ausnehmen. Aber die vorangehenden Darstellungen haben ja gezeigt, daß eine solche Schilderung möglich, und wie sie aufzufassen ist. Ich werde daher, trotzdem über sie von der einen oder andern Seite sogar gespottet werden kann, sie einfach so geben, wie sie aus den gekennzeichneten Bewußtseinszuständen erfließt. Es werden im weiteren nun Ausdrücke gebraucht werden müssen, wie «Fühlen», «Sehnsucht» usw., die auch im gewöhnlichen Leben auf ein Bewußtes bezogen werden. Und doch soll durch sie hingewiesen werden auf Vorgänge, die für das gewöhnliche Seelenleben unbewußt bleiben. Aber die Seele erlebt sie als reale Tatsachen während des Schlafens. Man denke daran, wie im Alltagsleben z. B. Freude im Bewußtsein erlebt wird. Im Körperlichen spielt sich da eine Erweiterung der feinen Blutgefäße und anderes ab. Diese Erweiterung ist eine reale Tatsache. Im Bewußtsein wird bei ihrem Ablaufen Freude [41] erlebt. So wird von der Seele während des Schlafens Reales erlebt; im folgenden soll dieses durch die Ausdrücke geschildert werden, die auf das entsprechende Erleben des imaginativen, inspirierten und intuitiven Bewußtseins sich beziehen. Wenn z. B. von «Sehnsucht» gesprochen wird, so ist ein tatsächlicher Seelenvorgang gemeint, der imaginativ als Sehnsucht sich offenbart. Es werden also die unbewußten Seelenzustände und Seelenerlebnisse so geschildert werden, als ob sie bewußt wären. In den soeben geschilderten Seelenzustand wirken die Träume hinein. Sie durchsetzen das Unbewußte mit halbbewußten Erlebnissen. Die wahre Gestalt der Schlaferlebnisse wird durch die gewöhnlichen Träume nicht deutlicher, sondern noch undeutlicher. Auch für das imaginative Bewußtsein tritt diese Undeutlichkeit ein, wenn dieses in seiner Reinheit durch unwillkürlich auftauchende Träume gestört wird. Die Wahrheit schaut man jenseits des wachen und auch jenseits des Traumeslebens durch diejenige Seelenverfassung, die im freien Willen durch die in den vorigen Darstellungen beschriebenen Seelenübungen herbeigeführt ist. Der nächste Zustand, den die Seele erlebt, ist wie ein Aufgeteiltsein ihres Selbstes in voneinander differenzierte [42] innere Geschehnisse. Die Seele erlebt sich in dieser Schlafperiode nicht als eine Einheit, sondern als eine innere Vielheit. Dieser Zustand ist ein von Ängstlichkeit durchsetzter. Wenn er bewußt erlebt würde, wäre er Seelenangst. Das reale Gegenstück von dieser Ängstlichkeit erlebt aber die Menschenseele in jeder Nacht. Es bleibt ihr nur unbewußt. Für den Menschen der Gegenwart tritt in diesem Augenblicke des Schlafzustandes die seelenheilende Wirkung dessen auf, was er im Wachzustande als seine Hingegebenheit an Christus erlebt. Vor dem Ereignisse von Golgatha war dies für die Menschen anders. Sie bekamen von ihren Religionsbekenntnissen im Wachen die Mittel, die dann in den Schlafzustand hereinwirkten und die Arznei gegen die Ängstlichkeit waren. Für den Menschen, der nach dem Ereignisse von Golgatha lebt, treten die religiösen Erlebnisse, die er in der Beschauung des Lebens und Sterbens und Wesens Christi hat, dafür ein. Er überwindet durch deren Hineinwirken in den Schlaf die Ängstlichkeit Diese verhindert, solange sie vorhanden ist, die innere Anschauung dessen, was von der Seele im Schlafen so erlebt werden soll, wie der Körper im Wachen. Die Führung Christi faßt die innerliche Zersplitterung, die Vielheit in eine Einheit zusammen. Und die Seele kommt jetzt dazu, ein anderes Innensein zu haben als während des Wachzustandes. Zu ihrer Außenwelt gehören jetzt auch der eigene physische und ätherische Organismus. Dagegen erlebt sie in ihrem jetzigen Inneren eine Nachbildung der Planetenbewegungen. Es tritt in der Seele an die Stelle des individuellen, durch den physischen und ätherischen Organismus bedingten [43] Erlebens ein kosmisches Erleben. Die Seele lebt außerhalb des Körpers; und ihr Innenleben ist eine innere Nachbildung der Planetenbewegung. Als eine solche erkennt die entsprechenden inneren Vorgänge das inspirierte Bewußtsein in der Art, wie dies in den vorigen Betrachtungen geschildert worden ist. Dies Bewußtsein erschaut auch, wie dasjenige, was die Seele durch das Planetenerlebnis hat, in seiner Nachwirkung im wachen Bewußtsein vorhanden ist. In dem Rhythmus der Atmung und der Blutzirkulation wirkt dies Planetenerlebnis während des Wachens als Anreiz fort. Während des Schlafes stehen physischer und ätherischer Organismus unter der Nachwirkung des Planetenreizes, der im wachen Tagesleben in der geschilderten Art als Nachwirkung der vorigen Nacht in ihnen waltet. In das Tagesleben wirken alle diese Schlafereignisse [44] so herein, daß sich das allgemeine Sich-Fühlen, die Seelenstimmung, das Sich-glücklich- oder -unglücklich-Empfinden mitbewirken. Im weiteren Verlaufe des Schlafes tritt zu dem geschilderten Zustande der Seele noch ein anderer. Diese erlebt in sich das Fixsterndasein im Abbilde. Wie im Wachzustande die Körperorgane, so werden jetzt Nachbildungen der Fixsternkonstellationen erlebt. Das kosmische Erleben der Seele erweitert sich. Sie ist jetzt Geistwesen unter Geistwesen. Die Intuition erkennt in der Art, wie dies in den vorigen Betrachtungen geschildert worden ist, die Sonne und die anderen Fixsterne als die physischen Ausgestaltungen von Geistwesen. Was die Seele da erlebt, wirkt im Tagesleben nach als ihre religiöse Anlage, ihr religiöses Fühlen und Wollen. Man muß in der Tat sagen, was in den Tiefen der Seele sich regt als religiöse Sehnsucht, ist für das Wachen die Nachwirkung des Sternenerlebens während des Schlafzustandes. Aber vor allem bedeutungsvoll ist, daß die Seele in diesem Zustande vor sich hat die Tatsachen der Geburt und des Todes. Sie erlebt sich als Geistwesen, das in einen physischen Leib durch Empfängnis und Keimesleben einzieht, und sie schaut (unbewußt) den Todesvorgang als einen Übertritt in eine rein geistig-seelische Welt. Daß die Seele in ihrem Wachzustande nicht an die Realität dessen glauben kann, was sich äußerlich den Sinnen als die Ereignisse der Geburt und des Todes darstellt, ist eben nicht bloß ein phantasievolles Ausgestalten einer Sehnsucht, sondern das dumpf gefühlte Nacherleben des im Schlafzustand vor der Seele Stehenden. [45] Könnte der Mensch alles dasjenige, was vom Einschlafen bis zum Aufwachen unbewußt durchlebt wird, in seinem Bewußtsein gegenwärtig machen, so hätte er in dem ersten Erlebnis, in dem die Sinneserscheinungen in einem allgemein inneren Welterleben sich auflösen und in dem eine Art pantheistischen Gottesbewußtseins auftritt, einen Bewußtseinsinhalt, der seinen philosophischen Ideen das Erlebnis der Wirklichkeit gäbe. Könnte er das Planeten- und Fixsternleben des Schlafes bewußt in sich tragen, so hätte er eine inhaltvolle Kosmologie. Und den Abschluß könnte bilden das im Sternenerleben Auftauchende, das ein Erleben des Menschen als Geist unter Geistern ist. In der Tat wird der Mensch von dem Einschlafen an, durch weitere Schlafzustände hindurch, unbewußter Philosoph, Kosmologe und gottdurchseeltes Wesen. Imagination, Inspiration und Intuition heben aus der dunklen Tiefe des sonst nur im Schlafe Erlebten das heraus, was zeigt, welch ein Wesen der Mensch an sich ist, wie er ein Glied des Kosmos ist, wie er gottdurchdrungen wird. Das letztere tritt für den Menschen im tiefsten Schlafzustande ein. Von da aus tritt die Seele wieder den Rückweg in die Sinneswelt an. In dem Impuls, der zu diesem Rückweg führt, erkennt das intuitive Bewußtsein eine Wirkung derjenigen Wesenheiten, die als geistige ihr sinnliches Gegenbild im Monde haben. Es sind die geistigen Mondenwirkungen, die den Menschen in jedem Schlaf wieder zum Erdendasein zurückrufen. Natürlich sind diese Mondenwirkungen auch beim Neumond vorhanden. Aber es hat die Verwandlung dessen, was an dem Mondenbilde [46] in sinnlicher Sichtbarkeit sich wandelt, eine Bedeutung für dasjenige, was Mondenwirkungen für das Festhalten des Menschen im Erdendasein von der Geburt (Empfängnis) bis zum Tode sind. [47] Es ist in den vorangehenden Betrachtungen gezeigt worden, wie durch die inspirierte und intuitive Erkenntnis eine Anschauung des ewigen geist-seelischen Wesenskernes im Menschen erlangt werden kann. Dabei ist aufmerksam gemacht worden, wie das menschliche Innenleben von Nachbildungen des kosmischen Geschehens erfüllt wird. Wie der Mensch ein solches kosmisches Innenleben unbewußt während des Schlafes erlebt, das ist in der letzten Betrachtung dargestellt worden. Die menschliche Innenwelt wird zur Außenwelt, und umgekehrt: die geistige Wesenheit der Außenwelt wird zur Innenwelt. Während des Schlafzustandes sind der physische und der ätherische Organismus des Menschen eine Außenwelt für die seelisch-geistige Wesenheit. Sie bleiben in der Art vorhanden, wie sie immer wieder im Wachen das Werkzeug des seelisch-geistigen Menschen werden können. In den Schlafzustand nimmt der Mensch den Wunsch nach diesen beiden Organismen mit hinüber. Dieser Wunsch hängt – das wurde in der letzten Betrachtung gezeigt – mit denjenigen geistigen Kräften des Kosmos zusammen, die in den Erscheinungen des Mondes ihr sinnenfälliges Abbild haben. Diesen Mondenkräften ist der Mensch nur durch seinen Zusammenhang mit dem Erdenwesen unterworfen. Es ergibt die Anschauung desjenigen Zustandes, in dem sich der Mensch in der rein geistigen Welt eine gewisse Zeit vor seiner Hinwendung zum Erdenleben [48] befindet, daß er da den Einflüssen dieser Mondenkräfte nicht unterworfen ist. In diesem Zustande erlebt er nicht einen physischen und ätherischen Menschenorganismus als zu ihm gehörig, wie das im Schlafzustande der Fall ist. Aber er erlebt doch in ganz anderer Art diese Organismen. Er erlebt in den kosmischen Welten ihre Grundlagen. Er erlebt das Werden dieser Organismen aus dem geistigen Kosmos heraus. Er schaut einen geistigen Kosmos an. Dieser geistige Kosmos ist der geistige Teil des Keimes des physischen Erdenorganismus, den er künftig tragen wird. Wenn man in diesem Zusammenhange von «Keim» spricht, so wird damit etwas bezeichnet, das in einer gewissen Beziehung sich entgegengesetzt zu dem verhält, das im physischen Weltzusammenhange so genannt wird. Da ist der «Keim» der kleine physische Anfang eines sich vergrößernden Gebildes. Das geistige Kraftgebilde, das der Mensch in seinem vorirdischen geistigen Dasein im Zusammenhange mit seinem Wesen erschaut, ist groß und zieht sich immer mehr zusammen, um zuletzt mit dem physischen Keimteil zu verwachsen. Im Erleben des kosmischen Gebildes, welches der geistige Keim seines künftigen physischen Organismus ist, [49] ist der Mensch während des vorirdischen Daseins. Und dieses geistige Gebilde wird als eine Einheit mit dem ganzen geistigen Kosmos anschauend erlebt und offenbart sich zugleich als der kosmische Leib des eigenen Menschenwesens. Der Mensch fühlt den geistigen Kosmos als die Kräfte seines eigenen Wesens. Sein ganzes Dasein besteht darinnen, daß er sich in diesem Kosmos erlebt. Aber er erlebt nicht nur sich. Denn es trennt ihn dieses kosmische Dasein nicht wie später sein physischer Organismus von dem anderen Leben des Kosmos ab. Er ist diesem Leben gegenüber in einer Art Intuition. Das Leben anderer geistiger Wesen ist zugleich sein Leben. In dem Geist-Keim des physischen Menschenleibes, welchen der geistig-seelische Mensch in seinem vorirdischen Dasein anschauend erlebt, ist ein wahres Universum vorhanden, nicht minder mannigfaltig und vielgestaltig in sich, als die physische Umwelt der Sinne ist. Ja, die intuitive Erkenntnis darf sagen, daß dasjenige, was der [50] Mensch, in dem physischen Menschenkörper zusammengezogen, als ihm unbewußte Welt an sich hat, ein solches Universum ist, mit dem sich an Großartigkeit die physische Welt gar nicht im entferntesten messen kann. Im weiteren Verlaufe des vorirdischen Daseins wird das bewußte Mit-Erleben am Werden des zukünftigen Erden-Organismus immer dumpfer. Es schwindet für die Anschauung nicht völlig dahin; aber es dämmert ab. Es ist, als ob der Mensch seine eigene kosmische Innenwelt immer mehr sich entfremdet fühlte. Er lebt sich aus dieser Welt heraus. Was erst ein völliges Mit-Erleben mit den geistigen Wesenheiten des Kosmos war, stellt sich nunmehr nur als eine Offenbarung dieser Wesen dar. Man kann sagen, vorher hatte der Mensch eine erlebte Intuition [51] der Geisteswelt; jetzt verwandelt sich diese in eine erlebte Inspiration, bei der das Wesen von außerhalb auf den Menschen, sich offenbarend, wirkt. In diesem Erleben tritt also der Mensch aus dem als Wirklichkeit empfundenen, geistdurchtränkten Dasein in ein solches, in dem ihm ein geoffenbarter Geist-Kosmos [52] gegenübersteht. Das erste Stadium des Erlebens ist die Realität desjenigen, was später im Erdendasein als religiöse Seelenanlage für Vorstellung und Empfindung erscheint. Das zweite ist die Realität dessen, was, wenn es beschrieben wird, eine wahre Kosmologie ergibt. Denn es wird da die physische Menschenorganisation auch in ihrer kosmischen Keimanlage angeschaut, ohne die sie nicht verständlich sein kann. In diesem Stadium wird sie reif, dasjenige, was in ihr «Entbehren» und «Begehren» ist, an dem Ätherischen des Kosmos zu befriedigen. Sie zieht den kosmischen Äther an sich heran. Und sie bildet im Sinne der Anlagen, die ihr aus dem Mitarbeiten an dem menschlichen [53] Universum geblieben sind, ihren ätherischen Organismus. So lebt sich der Mensch in seinen ätherischen Organismus hinein, bevor ihn im Erdendasein sein physischer Organismus empfängt. Das Erleben der Menschenseele bei ihrer Eingliederung des ätherischen Organismus in sich, gewissermaßen des Zuwachsens dieses Organismus aus dem Weltenäther, ist ein erdfremdes Erleben; denn es wird ohne den physischen Organismus durchgemacht. Es hat aber diesen zum «begehrten» Objekt. Dasjenige, was im Erleben des ganz kleinen Kindes auftritt, ist eine unbewußte Erinnerung an dieses Erleben. Es ist aber eine tätige Erinnerung, ein unbewußtes Arbeiten an dem physischen Organismus, der vorher seelische Innenwelt war und der jetzt als ein äußerer der Menschenseele gegeben ist. Die bildende Tätigkeit, welche der Mensch unbewußt an seinem eigenen Organismus in dessen Wachstum vollzieht, ist die Erscheinung dieser tätigen Erinnerung. Was die Philosophie sucht und was sie nur durch ein vollbewußtes Imaginieren des ersten Kindheitserlebens als eine innere Realität [54] haben kann, das liegt in dieser tätigen, unbewußten Erinnerung. Damit hängt das weltfremde und doch wieder der Welt geneigte Wesen des Philosophierens zusammen. [55] Wie das seelisch-geistige Dasein auf dem Gebiete der Menschenentwickelung in das sinnlich-physische übergeht, versuchte ich in der letzten Betrachtung zu schildern. Von dem Verständnisse, das der Mensch diesem Übergange entgegenbringt, hängt es ab, ob er ein dem gegenwärtigen Bewußtsein entsprechendes Verhältnis gewinnen kann zu dem Ereignis von Golgatha und seiner Beziehung zur Erdenentwickelung des Menschen. Wer die Welten anerkennt, welche die Menschenseele im vorirdischen Dasein durchlebt, der lernt auch aufblicken zu Dem, der vor dem Geschehen des Mysteriums von Golgatha nur in diesem Dasein gelebt, als Christus, und der durch dieses Mysterium und seit dessen Geschehen sein Leben mit der Erdenmenschheit verbunden hat. [56] Die Seelen der Erdenmenschheit haben diejenige Verfassung, in der sie heute leben, erst in einer allmählichen Entwickelung erlangt. Das gewöhnliche Bewußtsein nimmt die Seelenverfassung, wie sie heute ist, und konstruiert sich eine «Geschichte», in welcher die Sache so dargestellt wird, als ob die Menschen der grauen Vorzeit fast ebenso gedacht, gewollt und gefühlt hätten wie heute. Aber das ist nicht so. Es hat Zeiten gegeben im Erdendasein der Menschheit, in denen diese Seelenverfassung ganz anders war als gegenwärtig. Damals war nicht ein so schroffer Gegensatz zwischen Schlafen und Wachen. Einen Übergang zwischen beiden bildet heute nur das Träumen. Aber dessen Inhalt hat etwas Trügerisches, Fragwürdiges. Der Mensch der Vorzeit erlebte zwischen dem vollen Wachen und dem bewußtlosen Schlafen einen Zwischenzustand, der bildhaft und sinnentrückt war, durch den aber ein wirklich Geistiges sich offenbarte, wie durch die Sinneswahrnehmung ein wirkliches Physisches. In diesem Erleben durch Bilder, nicht durch Gedanken, hatte der Mensch der Vorzeit eine traumhafte Erfahrung von seinem vorirdischen Dasein. Er erlebte sich selbst als vorirdisches Seelenwesen wie in einem Nachklang des damals Durchgemachten. Aber er hatte dafür nicht das volle deutliche Ich-Erleben, das der Mensch der Gegenwart hat. Er empfand sich nicht in demselben Grade wie heute als ein «Ich». Dieses «Ich»-Erleben ist erst im Laufe der menschlichen Geistesentwickelung eingetreten. In dieser Zeit wurde für das gewöhnliche Bewußtsein [57] das seelische Erleben eines Nachklanges des vorirdischen Daseins immer dumpfer. Der Mensch wurde mit dem, was er von sich selbst wissen kann, immer mehr auf das beschränkt, was sich ihm von sich selbst als physischsinnliches Erden-Sein offenbart. Von diesem Zeitpunkt an bekam auch die Wahrnehmung des Todes eine neue Bedeutung. Vorher wußte der Mensch in der angedeuteten Art von seinem eigenen Wesenskerne. Er kannte denselben durch das Schauen des erwähnten Nachklanges so, daß ihm klar war, dieser werde vom Tode nicht berührt. In dem welthistorischen Zeitabschnitt, in dem der Blick auf das physische Menschenwesen beschränkt wurde, stellte sich der Tod als ein quälendes Rätsel vor die Seele hin. Die Initiierten der alten Mysterien haben zu ihren Bekennern so gesprochen, daß diese in den Wahrnehmungen über das vorirdische Dasein eine Gnadengabe des [58] geistigen Sonnenwesens gesehen haben, das seinen Abglanz in der physischen Sonne hat. Die Reste eines solchen Wissens dauerten etwa bis in das vierte nachchristliche Jahrhundert hinein. Dann dämmerten sie in den menschlichen Bewußtseinen ab. Das Ereignis von Golgatha wurde dadurch ein nur durch die Fortpflanzung der äußeren Geschichte gewußtes Ereignis. Die Initiationsprinzipien der alten Welt gingen der Außenwelt verloren und pflanzten sich nur noch in Stätten [59] fort, von denen die Menschen kaum etwas wußten. Erst jetzt, seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, ist innerhalb der Menschheitsentwickelung wieder ein Stadium erlangt, in dem die neue Initiation, die in den vorangehenden Darstellungen geschildert worden ist, zu einer Anschauung des Wesens Christi innerhalb der Geisteswelt führt. Heute ist es wieder möglich, ein unmittelbares Wissen von dem Christus zu erlangen. Aber es stand die Gestalt Jesu durch Jahrhunderte vor dem gewöhnlichen Bewußtsein; und der Christus, der in ihm lebte, war ein Gegenstand des Glaubens geworden. Immer mehr aber verlor sich gerade in dem geistig führenden Teil der Menschheit die Hinneigung zu den Glaubensdogmen; Jesus wurde immer mehr nur so gesehen, wie er sich aus der Geschichte heraus vor das gewöhnliche Bewußtsein hinstellt. Man verlor nach und nach ein Erleben des [60] Christus. Und so ergab sich sogar ein moderner Zweig der Theologie, der sich eigentlich nur beschäftigt mit dem Menschen Jesus, und dem ein lebendiges Verhältnis zu dem Christus fehlt. Aber ein bloßer Jesusglaube ist eigentlich kein Christentum mehr. In dem Bewußtsein von seinem vorirdischen Dasein hatte der Mensch der Vorzeit auch einen Halt für ein rechtes Verhältnis zu seinem Dasein nach dem Erdentode. Das, was ihm auf diese Art in der Vorzeit für das Rätsel des Todes ein natürliches Sich-Erleben gegeben hatte, das sollte ihm in der späteren Zeit in einer anderen Art durch seine Verbindung mit dem Christus gegeben werden. Dieser sollte ihn nach dem Paulusworte: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», so durchdringen, daß er ihm dadurch der Führer durch die Todespforte werden konnte. Im gewöhnlichen Bewußtsein hatte der Mensch jetzt zwar etwas, was das volle Ich-Erleben zur Entfaltung bringen konnte, nicht aber etwas, was der Seele die Kraft geben konnte, an ihren lebendigen Durchgang durch die Todespforte erkennend heranzukommen. Denn das gewöhnliche Bewußtsein ist ein Ergebnis des physischen Leibes. Es kann also auch der Seele nur eine Kraft geben, die sie als mit dem Tode erlöschend ansehen muß. Denjenigen, die noch aus der alten Initiation heraus das alles erkennen konnten, erschien der menschliche physische Organismus krank. Denn sie mußten annehmen, er könne nicht die Macht entfalten, ein so umfassendes Bewußtsein der Seele zu geben, daß diese ihr volles Dasein erleben kann. Christus erschien als der Seelenarzt der Welt, als der Heiler, der Heiland. Und als solcher [61] muß er in seinem tiefbegründeten Zusammenhang mit der Menschheit erkannt werden. Durch das Aufnehmen des Christuserlebens wird, was das alte Bewußtsein, vertieft durch die Aussagen der Initiierten, als Ewigkeitserlebnis dem Menschen gegeben hatte, zu einer Philosophie, die im Weltendasein mit dem göttlichen Vaterprinzip rechnen kann. Der Vater im Geiste kann wieder angesehen werden als das alles-durchdringende Seiende. Durch die Erkenntnis des Christus, der, ein Wesen der außerirdischen Welt, in dem Menschen Jesus irdischen Körper annahm, erlangt die Kosmologie ihren christlichen Charakter. In den Geschehnissen der Menschheitsentwickelung wird der Christus miterkannt als das Wesen, dem ein Entscheidendes in dieser Entwickelung zugefallen ist. – Und durch das Wiederanfachen der abgedämmerten Erkenntnis von dem «ewigen Menschen» wird das menschliche Gemüt aus der bloßen Sinneswelt, die das Ichbewußtsein entwickelt, zu dem Geiste gelenkt, der mit dem Vatergott und dem Christus zusammen in einer erneuten Erkenntnisgrundlage der Religion von der Seele verständnisvoll erlebt werden kann. VIII. Das gewöhnliche und das höhere Bewußtsein [62] Im Schlafzustande hört für das gewöhnliche Bewußtsein das Sinnes-Erleben auf, und auch die seelische Betätigung in Denken, Fühlen und Wollen. Damit entfällt dem Menschen dasjenige, was er als sein «Selbst» zusammenfaßt… alten Mysterien ätherischen Organismus Christuserlebens Erden-Organismus ewigen Menschen Fixsternkonstellation Geist-Keime imaginative Bewußtsein Mondenkräfte Schlaferlebniss Sternenerleben Unterbewußten
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
9781148893457 - Deutsche Physikalische Gesellschaft (189 - Annalen Der Physik Ähnliche Bücher Weitere, andere Bücher, die diesem Buch sehr ähnlich sein könnten: 9781142802608 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781142367428 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781142873738 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781142802752 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781143196171 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…Mehr… 9781142293093 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781142955274 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148882284 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148881843 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148874425 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148890357 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781143320996 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148863634 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148898742 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148895772 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781143944222 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781143816314 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781143344060 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148903620 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148850061 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148856247 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148853970 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148860541 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148899831 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149164716 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149176955 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149847404 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781174213212 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149136706 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149146934 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781148908168 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781149112694 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781153759977 Annalen der Physik (28) (German Edit…9781270768555 Annalen Der Physik (German Edition)…9781142402037 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248619674 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781286021910 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781179048505 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248449530 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248298770 Annalen Der Physik (German Edition)…9781144122698 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248525333 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781248937174 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781248258880 Annalen Der Physik... (German Editio…9781144093493 Annalen Der Physik (German Edition)…9781286106471 Annalen Der Physik (German Edition)…9781143387746 Annalen Der Physik. Einhunderunddrei…9781278819280 Annalen Der Physik... (German Editio…9781174291944 Annalen Der Physik (German Edition)…9781245533959 Annalen Der Physik (German Edition)…9781276485685 Annalen Der Physik... (German Editio…9781173547684 Annalen Der Physik (German Edition)…9781245323765 Annalen Der Physik (German Edition)…9781179030869 Annalen Der Physik (German Edition)…9781125232101 Annalen der Physik (German Edition)…9781273544767 Annalen Der Physik... (German Editio…9781179156644 Annalen Der Physik, Vier und vierzig…9781148842356 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781245234894 Annalen Der Physik (Anonymous)9781279389270 Annalen Der Physik... (Deutsche Phys…9781248303825 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248221303 Annalen Der Physik. (German Edition)…9781148749921 Annalen Der Physik, Erster Band (Ano…9781275834651 Annalen Der Physik... (German Editio…9781179061207 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248292396 Annalen Der Physik (Anonymous)9781357452605 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781247163680 Annalen Der Physik (German Edition)…9781179071367 Annalen Der Physik (German Edition)…9781144138934 Annalen Der Physik (German Edition)…9781270911449 Annalen Der Physik. (German Edition)…9781248307823 Annalen Der Physik (German Edition)…9781279597781 Annalen Der Physik... (Deutsche Phys…9781179055916 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248224731 Annalen Der Physik... (Deutsche Phys…9781278132600 Annalen Der Physik... (Deutsche Phys…9781179169859 Annalen Der Physik (German Edition)…9781248283547 Annalen Der Physik... (German Editio…9781272323936 Annalen Der Physik... (German Editio…9781248034019 Annalen Der Physik (German Edition)…9781179757971 Annalen Der Physik (Anonymous)9781147122381 Annalen Der Physik (Deutsche Physika…9781179037486 Annalen Der Physik (Anonymous)9781246526066 Annalen Der Physik (Anonymous)Deutsche Physikalische Gesellschaft (1899-1945): A…Annalen Der Physik (German Edition) (Deutsche Phys…Annalen der PhysikAnonymous: Annalen Der Physik (Anonymous)Annalen Der Physik. Einhunderunddreihzehnter Band Suchtools neue Suche mit Zurücksetzen 100% Kleinster Preis: 27.07 EUR, Annalen Der Physik - neues Buch ISBN: 9781148893457 ID: 9781148893457 This is a reproduction of a book published before 1923. This book may have occasional imperfections such as missing or blurred pages, poor pictures, errant marks, etc. that were either part of the original artifact, or were introduced by the scanning process. We believe this work is culturally important, and despite the imperfections, have elected to bring it back into print as part of our continuing commitment to the preservation of printed works worldwide. We appreciate your understanding of This is a reproduction of a book published before 1923. This book may have occasional imperfections such as missing or blurred pages, poor pictures, errant marks, etc. that were either part of the original artifact, or were introduced by the scanning process. We believe this work is culturally important, and despite the imperfections, have elected to bring it back into print as part of our continuing commitment to the preservation of printed works worldwide. We appreciate your understanding of the imperfections in the preservation process, and hope you enjoy this valuable book. Books, History~~General, Annalen-Der-Physik~~Deutsche-Physikalische-Deutsche-Physikalische-Gesellschaft-189, , , , , , , , , , Nabu Press Barnesandnoble.com MPN: , SKU 9781148893457 Versandkosten:zzgl. VersandkostenDetails... (*) Derzeit vergriffen bedeutet, dass dieser Titel momentan auf keiner der angeschlossenen Plattform verfügbar ist. Deutsche Physikalische Gesellschaft (189:Annalen Der Physik - Taschenbuch ISBN: 1148893458 Taschenbuch, [EAN: 9781148893457], Nabu Press, Englisch, Englisch, Englisch, Nabu Press, Book, Nabu Press, Nabu Press, 56047011, Fachbücher, 56517011, Agrarwissenschaften, 56779011, Archäologie, 56507011, Astronomie & Raumforschung, 56172011, Bildung & Erziehung, 56458011, Biowissenschaften, 56048011, Chemie, 56534011, Essays & Kommentare, 56177011, Evolution, 56192011, Experimente, Instrumente & Messungen, 56092011, Geowissenschaften, 56204011, Geschichte & Philosophie, 56214011, Mathematik, 56432011, Nachschlagewerke, 56375011, Physik, 56441011, Technologie, 56453011, Verhaltensforschung, 54071011, Genres, 52044011, Englische & weitere fremdsprachige Bücher, 208623031, Taschenbuch, 208621031, Format (binding_browse-bin), 366250011, Refinements, 52044011, Englische & weitere fremdsprachige Bücher Amazon.de (Intern... Annalen Der Physik - Taschenbuch 2010ISBN: 1148893458Lieferbar binnen 4-6 Wochen Versandkosten:Versandkostenfrei innerhalb der BRDID: 9781148893457 Internationaler Buchtitel. In englischer Sprache. Verlag: Nabu Press, 650 Seiten, L=189mm, B=246mm, H=35mm, Gew.=1143gr, [GR: 26000 - TB/Mathematik/Naturwissenschaften/Technik/Medizin], [SW: - Science], Kartoniert/Broschiert This is an EXACT reproduction of a book published before 1923. This IS NOT an OCR'd book with strange characters, introduced typographical errors, and jumbled words. This book may have occasional imperfections such as missing or blurred pages, poor pictures, errant marks, etc. that were either part of the original artifact, or were introduced by the scanning process. We believe this work is culturally important, and despite the imperfections, have elected to bring it back into print as part of our continuing commitment to the preservation of printed works worldwide. We appreciate your understanding of the imperfections in the preservation process, and hope you enjoy this valuable book. Buchgeier.comLieferbar binnen 4-6 Wochen (Besorgungstitel) Versandkosten:Versandkostenfrei innerhalb der BRDDetails... (*) Derzeit vergriffen bedeutet, dass dieser Titel momentan auf keiner der angeschlossenen Plattform verfügbar ist. Herausgeber: Deutsche Physikalische Gesellschaft (189:Annalen Der Physik - Taschenbuch 1923, ISBN: 9781148893457 9781148893457 This is an EXACT reproduction of a book published before 1923. This IS NOT an OCR'd book with strange characters, introduced typographical errors, and jumbled words. This book may have occasional imperfections such as missing or blurred pages, poor pictures, errant marks, etc. that were either part of the original artifact, or were introduced by the scanning process. We believe this work is culturally important, and despite the imperfections, have elected to bring it back into print as part of our continuing commitment to the preservation of printed works worldwide. We appreciate your understanding of the imperfections in the preservation process, and hope you enjoy this valuable book. Detailangaben zum Buch - Annalen Der Physik EAN (ISBN-13): 9781148893457ISBN (ISBN-10): 1148893458TaschenbuchErscheinungsjahr: 2010Herausgeber: Nabu Press650 SeitenGewicht: 1,143 kgSprache: eng/Englisch Buch in der Datenbank seit 30.08.2010 23:49:47Buch zuletzt gefunden am 13.04.2015 18:46:36ISBN/EAN: 9781148893457 ISBN - alternative Schreibweisen: 1-148-89345-8, 978-1-148-89345-7 "People's Banks: A Record of Social and Economic Success", von "Anonymous" (9781148893440)"The Library of Literary Criticism of English and American Authors: 1855-1874", von "Anonymous" (9781148893464)"The Nova Scotia Reports ...: Containing Reports of Cases Argued and Determined in the Supreme Court of Nova Scotia ..., Volume 9", von "Nova Scotia. Vice-Admiralty Court, Nova Scotia. Supreme Court" (9781148893433)"Correspondance de Napolon Ier, Volume 8", von "Anonymous" (9781148893471)"Aniane Und Gellone: Diplomatisch-Kritische Untersuchungen Zur Geschichte Der Reformen Des Benediktinerordens Im IX. Und X. Jahrhundert", von "Anonymous" (9781148893426)"Archiv Fr Dermatologie Und Syphilis, Volume 77", von "D Deutsche Dermatologische Gesellschaft" (9781148893488) © 2016 Eurobuch GmbH | eurobuch.com ist ein Unternehmen der Mediantis AG | zur Mobilversion
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Die dritten 100 Fragen × Die dritten 100 Fragen 100 Fragen - Erstellt von: Michael Gehrer - Entwickelt am: 2012-12-01 - 3.879 mal aufgerufen 1 Was ist die Bilge? Raum zwischen Kiel und Bodenbrettern Ein abgeschlossener Luftraum, der bei einer Kollision einen Auftriebskörper bildet Vorderer Bereich des Schiffes Hinterer Bereich eines Schiffes 2 Wozu dienen Klampen? Sie dienen zum Verbinden von Spanten mit den Bodenwrangen Sie bekneifen Schoten und Taljen Sie verhindern das Schamfilen der Leine Sie dienen zum Belegen von Leinen 3 Was sind Kauschen? Sind aus Metall oder Kunststoff und bilden ein festes Auge. Die Leine wird dadurch gegen Schamfilen geschützt Hemmen ungewollten Rücklauf eines Endes in einer Richtung Sind Vorrichtungen zur Umlenkung von Leinen Dienen zum Belegen von Leinen 4 Wozu dienen Lippklampen? Dienen zur Entlastung des Spills beim Ankern Sollen das Schamfilen der Leinen verhindern Dienen zur Verstärkung des Tauwerks Dienen zum Belegen von Leinen 5 Was sind Klüsen? Beschläge zum Belegen von Leinen Metall- oder Kunststoffösen zur Verstärkung des Tauwerks Beschläge, die nach oben hin offen sein können und nach beiden Seiten hin gut abgerundet sind; sie führen Leinen/Ketten nach außenbords Hebelklemmen 6 Wozu dient ein Bugkorb? Als Kollisionsschutz Zur Umlenkung der Ankerkette Als vorderer Abschluss der Seereling Nur als Ausguck verwendet 7 Was versteht man unter Eigenzündung? Zündung durch Einspritzung in den Vergaser Zündung mittels Zündkerzen Zündung durch Einspritzung in hoch komprimierte Luft Zündung mittels Glühkerzen 8 Was versteht man unter Fremdzündung? Zündung durch Einspritzung in hoch komprimierte Luft Zündung mittels Zündkerzen Explosion von brennbaren Flüssigkeiten Zündung mittels Glühkerzen 9 Der Ottomotor unterscheidet sich vom Dieselmotor Durch das höhere Eigengewicht Weil er mit höheren Drücken arbeitet Durch das Vorhandensein von Zündkerzen Durch den höheren Ölverbrauch 10 Welches Bauteil ist typisch für einen Dieselmotor? Einspritzpumpe(n) Unterbrecherkontakte Zündkerzen Vergaser 11 Beim Dieselmotor kommt der Treibstoff über welchen Weg in den Zylinder? über einen Register-Vergaser über eine Einspritzpumpe über den Fallstrom-Vergaser über die Lecköl-Leitung 12 Der Weg des Kolbens im Zylinder heißt Hubraum Takt Pleuel Hub 13 Beim Viertaktmotor ist welcher Takt der Arbeitstakt? Der 2. Takt Der 3. Takt Der 2. Und 4. Takt Beim Diesel der 2. Takt, beim Benzinmotor der 3. Takt 14 Wann wird beim Viertaktmotor gezündet? Knapp vor dem oberen Totpunkt des 3. Taktes Nach dem oberen Totpunkt des 2. Taktes Knapp nach dem unteren Totpunkt des 3. Taktes Knapp vor dem unteren Totpunkt des 2. Taktes 15 Welche Aufgaben hat die Nockenwelle? Betätigung der Ventile Antrieb des Ventilators Öffnen der Einspritzdüsen Kraftschluss mit dem Getriebe 16 Bei einer Antriebsmaschine sind die Nebenaggregate unter anderem Die Ventile, die Ventilstoßstangen und die Kipphebel Die Kurbelwelle und die Pleuelstange Die Keilriemen- oder Zahnriemenscheibe(n) Die Lichtmaschine und der Starter 17 Wie viele Zündkerzen hat ein vier Zylinder-Dieselmotor mit 16 Ventilen? 4 Zündkerzen 8 Zündkerzen 0 Zündkerzen 16 Zündkerzen 18 Einer der Vorteile eines Benzinmotors ist: Er ist im allgemeinen leichter als der Dieselmotor Er hat eine höhere Lebensdauer Er ist im Verbrauch sparsamer Er ist weniger fehleranfällig 19 Einer der Nachteile eines Dieselmotors ist: Er ist im allgemeinen schwerer als ein vergleichbarer Benzinmotor Der Treibstoff ist explosiver als beim Benzinmotor Er ist kleiner und leichter als der Benzinmotor Er hat eine geringere Lebensdauer als der Benzinmotor 20 Welche Kühlsysteme für Bootsmotoren kennen Sie unter Anderem? Trockensumpf-Kühlung Einkreis-Kühlung Öl-Druckumlaufkühlung Frigo-Boat-Kühlung 21 Was sind die Nachteile der direkten Kühlung? Komplizierter Einbau Es können keine Frostschutzmittel verwendet werden Teurer in der Anschaffung Es müssen Frostschutzmittel verwendet werden 22 Was sind die Nachteile der direkten Kühlung? Höhere Korrosion Teurer in der Anschaffung Schnellere Abfuhr der Wärmeenergie Es müssen Frostschutzmittel verwendet werden 23 Was ist eine Zweikreiskühlung? Die separate Kühlung von Motor und Motoröl („Ölkühler“) Eine Kühlung durch zwei gegenläufige Pumpenräder (Duo-Prop-Prinzip) Das Kühlmittel im geschlossenen Kreis wird durch Seewasser gekühlt Das Seewasser durchläuft zuerst den Motorblock, dann den Mantel des Auspuffkrümmers 24 Was ist eine indirekte Kühlung? Kühlung durch Peltiersystem Kühlung über Wärmetauscher Kühlung durch Zweistufengebläse Kühlung durch Wassermantel über dem Schalldämpfer 25 Was ist der Vorteil einer indirekten Kühlung? Verwendung von Frostschutz und Korrosionsschutzmittel möglich Nur eine Kühlwasserpumpe Günstiger in der Anschaffung Einfacherer Einbau 26 Was messen Sie an Bord mit einem Manometer? Die Akkumulatorspannung Den Öldruck Die Wassertemperatur Den Stromverbrauch 27 Was ist klopfen oder Klingeln? Unrunder Lauf der Schraube Geräusche bei kaputten Kugellagern Selbstzündung von Benzin-Luftgemisch Warntöne bei modernen Außenbordmotoren 28 Was verdichtet der Turbolader? Den Dieselkraftstoff der in die Zylinder eingespritzt wird Das Schmieröl der Kolbenringe Das Kühlwasser des Motors Die Ansaugluft des Motors 29 Welche Maßnahmen sind unter Anderem vor dem Anlassen eines Einbaumotors zu treffen? Einlegen eines Vorwärts- oder Rückwärtsganges („Standgas“) Kühlwasser-Seeventile und Kraftstoffventile öffnen Flüssiggasanlage am Haupthahn abstellen (Explosionsgefahr) Batterie-Hauptschalter ausschalten 30 Welche Maßnahmen sind unter anderem vor dem Starten eines Ottomotors (Einbaumotor) unbedingt zu treffen? Entgasung des Motorraumes einschalten Batteriehauptschalter ausschalten Einlegen des Vorwärts- oder des Rückwärtsganges Flüssiggasanlage am Haupthahn abstellen (Explosionsgefahr) 31 Worauf sollten Sie nach dem Anlassen des Motors achten? Es darf nur Auspuffrauch austreten Dass sofort ein Vorwärts- oder Rückwärtsgang eingelegt wird Dass die Flüssiggasanlage abgestellt bleibt Kühlwasser-Durchlauf, Öldruck und Ladekontrolle 32 Wie wird der Schiffsdieselmotor abgestellt? Durch Unterbrechung der Treibstoffzufuhr Durch Ausschalten des Batteriehauptschalters Durch Entlüften Durch Unterbrechung des Zündstromkreises 33 Wie können Sie einen Dieselmotor abstellen, wenn die vorgesehene Abstellvorrichtung defekt ist? Kraftstoffzufuhr unterbrechen Batterie-Hauptschalter ausschalten Startschlüssel abziehen Durch vorsichtiges Einlegen eines Vorwärts- oder Rückwärtsganges („abwürgen“) 34 Was ist bei einem Dieselmotor älterer Bauart nach einem Treibstofffilterwechsel zu tun? Ölfilter wechseln Öl wechseln Schauglas bzw. Grobfilter ersetzen Dieselleitung und Einspritzpumpe entlüften 35 Wann muss bei einem älteren Dieselmotor das Kraftstoffsystem entlüftet werden? Motor abstellen Während des Bunkerns müssen alle Crewmitglieder aus Sicherheitsgründen von Bord gehen Keinesfalls Kontakt zwischen Zapfhahn und Einfüllstutzen herstellen Motor mitlaufen lassen (wegen Treibstoffpumpe) 36 Welche Vorsichtsmaßnahmen halten sie beim Tanken ein? Motor abstellen Keine Verbindung zwischen dem Einfüllstutzen und dem Tankzapfhahn herstellen (Zündgefahr) Keine Bewegung am Schiff, es könnte zu statischer Aufladung des Treibstoffs kommen Keine Benützung des Bord WC 37 Warum muss der Füllstutzen einer Tankanlage geerdet sein? Damit das Zählwerk korrekt anzeigt Der Füllstutzen darf nicht geerdet sein, der Tank muss es sein Damit überlaufender Sprit abfließen kann Damit ein Funkensprung während des Tankens vermieden wird 38 Wie muss der Treibstofftank einer Yacht beschaffen sein? Er darf nicht fest eingebaut sein („schwimmende“ Montage) Er muss gasdicht sein und nach Möglichkeit eine Entlüftung ins Cockpit haben Er muss gasdicht sein und eine Entlüftung nach Außenbords haben Der Einfüllstutzen darf mit dem Tank keinen elektrischen Kontakt haben 39 Der Treibstoffverbrauch eines Bootsmotors hängt wesentlich ab Von der Qualität des Treibstoffes Von der augenblicklichen Luftfeuchtigkeit Vom Ladezustand des Akkumulators Von der Wahl der Drehzahl 40 Sie verbrauchen 25 l Treibstoff pro Stunde bei 20 kn Fahrt. Ihr Tankinhalt ist 400 l, wie groß ist Ihre Reichweite? 200 sm 320 sm 500 sm 160 sm 41 Was versteht man unter ökonomischer Fahrt? Fahrt, bei der man eventuell Umwege in Kauf nimmt, um Strom und Wind zu nützen Fahrt, bei der man in der kürzesten Zeit zum Ziel kommt Fahrt, bei der man den kürzesten Weg zum Ziel fährt Fahrt und/oder Drehzahl, bei der man pro Liter Treibstoff die größte Distanz zurücklegt 42 Verwenden Sie bei Benzin- und bei Dieselmotoren grundsätzlich dasselbe Motoröl? Ja, weil unterschiedliche Öle nur bei Zwei- und Viertaktaußenbordmotoren vorgeschrieben sind Ja, weil die Ölspezifikationen für Benzin- und Dieselmotoren gleich sind Nein, weil die Herstellervorschriften zu beachten sind Ja, weil unterschiedliche Ölspezifikationen bei modernen Schiffs- Benzin- und Dieselmotoren keine Bedeutung mehr haben 43 Wie können Sie unmittelbar nach dem Start die Funktion Ihres Motorkühlsystems kontrollieren? Indem ich nachsehe, ob Wasser aus dem Auspuff spritzt Mit dem Manometer Mit dem Öldruckschalter Mit dem Wasserpumpen-Geber 44 Was geschieht, wenn man einen Motor mit geschlossenem Seeventil startet? Ölpumpe wird defekt Thermostat wird beschädigt Lichtmaschine fällt aus Motor wird heißlaufen und absterben, es kann dadurch ein größerer Schaden entstehen 45 Warum müssen Sie den Keilriemen regelmäßig kontrollieren? Ohne Keilriemen fällt die Kühlung und/oder die Lichtmaschine aus Ohne Keilriemen arbeitet die Handbilgepumpe nicht Ohne Keilriemen fällt die Schmierung aus Ohne Keilriemen fällt die Zündung aus 46 Die Ladekontrollleuchte erlischt auch bei höherer Drehzahl nicht. Grund kann sein: Motortemperatur ist zu hoch Generator ladet nicht Akkumulator ist leer Zu viele starke Verbraucher sind eingeschaltet (z.B. Kühlschrank) 47 Ihr Manometer zeigt einen zu geringen Wert. Ursache kann sein Das Motoröl muss dringend gewechselt werden Motor und Öl sind noch kalt Verlegter Kühlereinlass (Plastik) Die Ölpumpe ist defekt 48 Wozu brauchen Sie einen Betriebsstundenzähler? Um Motorüberlastung zu vermeiden, wird nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden von ihm die Drehzahl reduziert Er zeigt an, wann der Akkumulator wieder geladen werden muss Dient nur der Verrechnung der Motorstunden auf Charterjachten Um den Zeitpunkt des nächsten Ölwechsels zu bestimmen 49 Wie stellen Sie den richtigen Motorölstand fest? Durch Herausdrehen und Kontrollieren der Ölablassschraube Durch einen Blick auf das Manometer Durch Kontrolle im Schauglas Mit dem Ölmessstab bei abgestelltem Motor 50 Ihr Dieselmotor startet unwillig. Ursache könnte sein Zu geringe Starterdrehzahl Die Verteilerkappe ist gesprungen („Kriechströme“) Sie haben bei einem älteren Dieselmotor unverbleiten Kraftstoff (ohne Additiv) eingefüllt Der Vergaser ist mit Treibstoff gefüllt („abgesoffen“) 51 Was ist die Ursache von milchigem Motoröl? Öl ist durch Überhitzung zu heiß geworden, schmiert und kühlt nicht mehr Benzin im Öl Diesel im Öl Wasser im Öl 52 Aus dem Auspuff tritt ständig schwarzer Rauch aus. Was kann das bedeuten? Luftfilter verschmutzt Zu geringer Öldruck Wasser im Zylinder (Zylinderkopfdichtung defekt) Motoröl wird verbrannt 53 Aus dem Auspuff tritt ständig schwarzer Rauch aus. Was kann das bedeuten? Luftfilter verschmutzt (Motor bekommt zuwenig Luft) Zu hoher Öldruck Wasser im Zylinder (Zylinderkopfdichtung defekt) Kein Kühlwasser im Auspuff 54 Aus dem Auspuff tritt ständig blauer Rauch aus. Was kann das bedeuten? Zu hoher Ölverbrauch Luftfilter verschmutzt (Motor bekommt zu wenig Luft) Zylinderkopfdichtung defekt Kein Kühlwasser im Auspuff 55 Was kann es bedeuten, wenn ein Ottomotor „klingelt“? Es ist Benzin im Diesel beigemengt Es wurde Treibstoff mit zu geringer Oktanzahl getankt Der Keilriemen ist locker Es wurde Treibstoff mit zu hoher Oktanzahl getankt 56 Beim Einkuppeln der Propellerwelle stirbt der Motor ab. Welche Ursachen vermuten Sie? Zu geringer Ladedruck Leine oder Netz im Propeller und/oder um die Welle Motor ist noch zu kalt Kupplungsschaden 57 Der Motor wird zu heiß. Ursache könnte sein: Der Elektronikantrieb der Wasserpumpen ist ausgefallen Wasserabscheider verstopft Impeller defekt Seewassertemperatur ist zu hoch 58 Der Motor wird zu heiß. Ursache könnte sein Der Elektronikantrieb der Wasserpumpen ist ausgefallen Luft in der Treibstoffleitung Wasserabscheider verstopft Das Impellerrad ist defekt 59 Der Motor wird zu heiß. Die Ursache könnte sein: Zu wenig Kühlflüssigkeit im Primärkreislauf Der Elektronikantrieb der Wasserpumpen ist ausgefallen Wasserabscheider verstopft Luft in der Treibstoffleitung 60 Der Motor wird zu heiß. Die Ursache könnte sein: Der Elektronikantrieb der Wasserpumpen ist ausgefallen Luft in der Treibstoffleitung Wasserabscheider verstopft Die Einlassöffnung für das Kühlwasser ist verstopft 61 Trotz angepassten Propellers fällt die Leistung des Innenbordmotors ihres offenen Sportbootes nach einer Phase längeren Vollgaslauf ab. Was kann die Ursache sein? Das Boot ist überladen Das Motoröl ist verbraucht Kraftstofffilter verlegt Der Tank ist leer 62 Während der Fahrt bemerken Sie, dass der Öldruck sinkt. Was kann dafür verantwortlich sein? Luftfilter verlegt Wasser im Kraftstoff Zylinderkopf undicht Öl in der Ölwanne 63 Die Motorkühlwassertemperatur steigt. Was kann die Ursache sein? Luft im Kraftstoff Ölfilter verlegt Zu wenig Wasser im Kühlkreislauf Wasser im Kraftstoff 64 Aus dem Auspuff tritt schwarzer Rauch aus. Was kann das bedeuten? Motoröl ist zu wechseln Wasser im Kraftstoff Der Turbolader arbeitet nicht richtig Zuviel Öl im Kraftstoff 65 Braucht man den/die Keilriemen unbedingt? Nein, man kann ohne Keilriemen fahren, wenn die Akkumulatoren voll sind Ja, da ohne Keilriemen nicht geladen und möglicherweise auch nicht gekühlt wird Nein, man kann auch ohne Keilriemen problemlos fahren Keilriemen sind nur bei Dieselmotoren notwendig, bei Benzinmotoren nicht 66 Welche Motorersatzteile sollten unter Anderem unbedingt an Bord einer Fahrtenyacht sein? Tabelle mit Motordaten Nockenwellen- und Kurbelwellenlager Reserveeinspritzpumpe und Reservedüsen Keilriemen, Impellerrad, diverse Filter 67 Bei einem Diesel-Innenbordmotor sollen unbedingt welche Ersatzteile mitgeführt werden? Glühkerze, 0,5 m Leckölleitung mit Quetschkupplung, Reserve-Ventildeckeldichtung Ersatz-Keilriemenscheibe, Reiheneinspritzpumpe Zündkerzen, Zündkerzen Abstandslehre, Brennwerttabelle Keilriemen, Impellerrad, diverse Filter 68 Was ist ein Wendegetriebe und welche Funktion erfüllt es? Ist ein Getriebe, das die Drehrichtung der Antriebswelle ändert Ist ein Getriebe, das die Wellenrichtung ändert (von horizontal auf Neigung ins Wasser) Ist ein Getriebe, das die Motordrehzahl zur Welle erhöht Ist ein Getriebe, das universell angewendet werden kann (kann auch verkehrt herum eingebaut werde 69 Was ist die Stopfbuchse und was hat sie für eine Aufgabe? Buchse mit Dichtmaterial, welche am Stevenrohr sitzt. In der Stopfbuchse läuft die Welle und Verdichtet die Fäkalien im Bord-WC und befördert diese über Bord oder in den Fäkalientank Verhindert einen zu großen Wassereintritt Gummischeiben die die Flucht Welle –Motor ausgleichen. Sie verhindern, dass Welle unwuchtig wird Lecksicherungspfropfen 70 Welche Aufgabe hat der Scherstift eines Außenbordmotors? Er ist eine Sollbruchstelle, die bei Blockieren des Propellers bricht Er stoppt den Motor, wenn der Fahrer ins Wasser stürzt Er sichert den Motor vor dem Abrutschen und Überbordgehen bei hoher Drehzahl und enger Kurvenfahrt Er lässt den Motor hochkippen, wenn die Schraube Grundberührung hat 71 Welchen Vorteil hat ein Außenbordmotor gegenüber einem Innenbordmotor? Die Einkreiskühlung Die leichte Manövrierfähigkeit Das höhere Gewicht bei gleicher Leistung Das geringere Gewicht bei gleicher Leistung 72 Wie kann man kontrollieren, ob die Kühlung des Außenbordmotors funktioniert? Weißer Rauch kommt aus dem Auspuff Es muss ein Kontrollstrahl aus dem Schaft des Motors spritzen Durch manuelle Prüfung der Außentemperatur der Abdeckklappe des Motors Wenn der Außenbordmotor kein Gas annimmt 73 Wie kann man kontrollieren, ob die Kühlung des Außenbordmotors funktioniert? Es muss ein Kontrollstrahl aus dem Schaft des Motors spritzen Weißer Rauch kommt aus dem Auspuff Durch manuelle Prüfung der Außentemperatur der Abdeckklappe des Motors Wenn der Außenbordmotor kein Gas annimmt 74 Wie kann ein Außenbordmotor entsalzt werden? Man nimmt den Motor aus dem Wasser und lässt ihn fünf Minuten ohne Wasserberührung laufen (das Salzwasser läuft aus) Man schließt das Kühlsystem mit einem Adapter an die Wasserleitung und lässt ihn einige Zeit mit aufgedrehtem Wasserhahn laufen Man entlüftet die Kühlung und schüttet Süßwasser in die Entlüftungsschraube Man besprüht die Kühlkanäle während des Betriebes mit Kriechöl 75 Wie kann ein Außenbordmotor entsalzt werden? Man entlüftet die Kühlung und schüttet Süßwasser in die Entlüftungsschraube Man montiert den Außenbordmotor in einem Süßwasserfass und lässt ihn einige Zeit laufen Man nimmt den Motor aus dem Wasser und lässt ihn fünf Minuten ohne Wasserberührung laufen Man besprüht die Kühlkanäle während des Betriebes mit Kriechöl 76 Wie kann ein Außenbordmotor entsalzt werden? Man fährt nach einer Salzwassertour einige Zeit in einem Süßwassergewässer Man besprüht die Kühlkanäle während des Betriebes mit Kriechöl Man nimmt den Motor aus dem Wasser und lässt ihn fünf Minuten ohne Wasserberührung laufen Man entlüftet die Kühlung und schüttet Süßwasser in die Entlüftungsschraube 77 Ein Propeller heißt rechtsgängig, Wenn er bei Vorausfahrt in Fahrtrichtung gesehen nach rechts schlägt Wenn er bei Vorausfahrt gegen die Fahrtrichtung gesehen nach rechts schlägt Wenn er bei Achterausfahrt in Bugrichtung gesehen nach rechts schlägt Wenn er bei Achterausfahrt das Heck nach rechts versetzt 78 Was bedeutet die beiden Zahlen auf einem Propeller? Härtegrad und maximale Drehzahl Fabrikationsnummer und Materialkennzahl Produktionsjahr und Fertigungsdatum Durchmesser und Steigung 79 Wie wird ein durch einen Jet-Trieb angetriebenes Fahrzeug rückwärts gefahren? Durch Umschalten der Impellerdrehrichtung Durch Umschalten des Deflektors (Umlenkschaufel) auf Rückwärtsfahrt Durch Umschalten des Reflektors auf Rückwärtsfahrt Durch Umschalten des Wendegetriebes auf Rückwärtsfahrt 80 Wie wird bei einem Akkumulator die Kapazität angegeben? In Amperestunden (Ah) In Gramm pro cm³ In Volt (V) In Mikrofarad (μF) 81 Zur Wartung von Bleiakkumulatoren gehört: Kontrolle des Säurestandes, gegebenenfalls Nachfüllen von destilliertem Wasser Durchspülen mit destilliertem Wasser (bei Nichtvorhandensein auch Regenwasser) Tiefentladung am Jahresende Kontrolle des Säurestandes, gegebenenfalls Nachfüllen mit Akkusäure 82 Was ist beim Aufladen von Bleiakkumulatoren zu beachten? Vorsicht wegen der möglichen Entstehung von Knallgas Es dürfen keine Leuchtstoffröhren (Sparlampen) wegen der Explosionsgefahr in der Nähe der zu ladenden Akkumulatoren in Betrieb sein Die Ladung darf nur in einem abgeschlossenen, warmen Raum erfolgen Die Akkumulatoren müssen vorher tiefentladen werden, sonst wird die volle Endkapazität nicht erreicht 83 Ihre Akkumulatoren gasen („kochen“). Was kann die Ursache sein? Der Raum, in dem geladen wird, ist zu klein und zu warm Der Ladestrom ist zu klein Der Elektrolyt ist chemisch verbraucht (austauschen!) Zu hohe Ladespannung 84 Was messen sie mit einem Aräometer („Säure-Heber“)? Die Säuredichte und damit den Ladezustand des Akkus Die Übersäuerung im Trinkwassertank Die Kapazität des Akkus Die Säuremenge und Farbe der Batteriesäure 85 Warum dürfen bei laufendem Motor die Akkumulatoren nicht abgeklemmt werden? Die Akkumulatoren werden überladen Der Generator kann beschädigt werden Die Treibstoffpumpe würde sonst ausfallen Die Akkumulatoren werden entladen 86 Warum sind an Bord von Motorjachten mindestens zwei Akkumulatoren(-sätze)? Weil dadurch die Startfähigkeit sichergestellt ist Weil mehrere kleine Akkumulatoren einfacher zu laden sind Weil ein einzelner Akku zu groß und zu schwer würde Weil ein Akkumulator zuwenig Kapazität hätte 87 Was messen Sie mit dem Ampere-Meter? Den Widerstand Die Spannung Die Stromstärke Die Kapazität 88 Was messen Sie mit einem Voltmeter? Die Stromstärke Die Spannung Die Kapazität Den Widerstand 89 Das hier am Motor befestigte und durch einen Keilriemen angetriebene Aggregat nennt man Generator Verteilereinspritzpumpe Starter Öldruckpumpe 90 Was bewirkt die Parallel-Schaltung zweier 12 V-Akkumulatoren mit je 70 Ah? Halbe Spannung (6 V) bei gleicher Kapazität (70 Ah) Gleiche Spannung (12 V) bei doppelter Kapazität (140 Ah) Doppelte Spannung (24 V) bei halber Kapazität (70 Ah) Halbe Spannung (6 V) bei doppelter Kapazität (140 Ah) 91 Was ist ein Differenzdrehzahlmesser? Misst die Differenz zwischen der höchsten gefahrenen Drehzahl und der niedrigsten gefahrenen Drehzahl in Verbindung mit dem Durchfluss- mengenanzeiger für den Treibstoff, dadurch kann die optimale Drehzahl für den Spritverbrauch ermittelt werden Ermittelt den Drehzahlunterschied zwischen den Zwillingsmotoren, um einen optimalen Steuereffekt bei Steuern mit den Maschinen zu erzielen Drehzahldifferenzmesser gibt es nicht Ermittelt den Drehzahlunterschied zwischen den beiden Motoren, um die bei ungleicher Drehzahl entstehenden Vibrationen auszugleichen 92 Wo müssen die Feuerlöscher angebracht sein? Bei Segeljachten in einem Köcher am Mastfuß An der Heckreling, für den Rudergänger jederzeit erreichbar Dort, wo die Gefahr von Bränden besonders groß ist Alle Feuerlöscher müssen von außen erreichbar sein 93 In welchen Zeitabständen müssen Feuerlöscher überprüft werden? Vorgeschrieben alle Jahre Feuerlöscher müssen alle 5 Jahre ersetzt werden (entsorgungspflichtig, weil giftig) Moderne Löscher sind wartungsfrei, empfohlene Überprüfung alle 3 Jahre Vorgeschrieben alle 2 Jahre 94 Warum muss ein Benzin-Innenbordmotor eine Motorraum-Luftabsaugung haben? Die Benzindämpfe sind schwerer als Luft und könnten im Motorraum zu einer Explosion führen Bei der Tankbefüllung entsteht im Tank ein starker Überdruck, welcher abgelassen werden muss Das Gasgemisch ist hochgiftig und darf auf keinen Fall eingeatmet werden Benzinniederschläge im Motorraum können zu Elektrokorrosion führen 95 Wie wird eine Explosion im Motorraum beim Starten einer Yacht mit Benzin-Innenbordmotor verhindert? Durch Erdung des Tanks und der Bilge Durch Abdecken des Vergasers mit feuchten Tüchern Durch Zwangs-Luftabsaugung des Motorraumes mittels explosionsgeschütztem Ventilator Durch Unterdrückung des Zündfunkens während der ersten Betriebsminuten 96 Wie vermindern Sie die Explosionsgefahr der Gase im Motorraum bei Benzin-Innenbordmotoren? Durch mindestens zwei Minuten öffnen des Motorraumdeckels Da Benzindämpfe schwerer als Luft sind saugt die Bilgepumpe automatisch das Gasgemisch ab Durch Überbordhängen eines Kupferkabels Durch Zwangs-Luftabsaugung des Motorraumes mit einem explosionsgeschützten Ventilator 97 Wieso ist Flüssiggas an Bord gefährlich? Weil es leichter als Luft und giftig ist Weil es zusammen mit Diesel- und Benzindämpfen stark korrosiv wirkt Weil es ein geruchloses Nervengas ist, das zu Verätzungen von Augen und Schleimhäuten führt Weil es schwerer als Luft und explosiv ist 98 Was müssen Sie bei der Übernahme einer Charteryacht in Bezug auf die Flüssiggasanlage beachten? Es dürfen nur genormte, zugelassene Geräte und Armaturen verwendet werden Es muss jedes Mal die Dichtheit der Leitungen überprüft werden Es muss sichergestellt sein, dass noch Gas in der Flasche ist (Gefahr des „Zurückbrennens“) Es soll sich möglichst niemand im selben Raum aufhalten, in dem die Anlage in Betrieb genommen wird 99 Wie werden Gasflaschen ordnungsgemäß gestaut? In einem Raum mit Gasablauf nach außen, der zum Schiffsinneren hin gut abgedichtet ist In der Nähe der Anwendung, damit die Leitungen möglichst kurz sind In der Nähe der Kajüte gut abgeschattet (Sonneneinstrahlung!) Sie werden am Heck an die Reling gebunden 100 Wie überprüfen Sie, ob und wo eine Gasleitung undicht ist? Durch Einpinseln mit Seifenwasser oder einem Gaskontrollspray Durch Überprüfen mit Pressluft Durch Eintauchen der Gasschläuche in ein Ölbad Durch Eintauchen der Schläuche in ein Wasserbad Kommentare (0) NSU Quickly Quiz Wie sieht dein Traum-Auto aus? Bremsanlagen Auto - Freak? Das Auto-Quiz für gehobene Ansprüche! Du meinst du kennst dich mit Autos aus? Dann teste dich hier! Das Automarken Quiz Fiat Panda RC-Car Quiz Alfa Romeo: Transaxle-Modelle Tests & Quizzes
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Neuvorstellung: Lancia Flavia - Cabrios - derStandard.at › AutoMobilderStandard.at›AutoMobil›Auto›Bewegt im Rückspiegel›CabriosSeite1InternationalInlandWirtschaftWebSportPanoramaEtatKulturWissenschaftGesundheitBildungReisenLifestyleFamilieAnzeigeUserMeinungKommentareKolumnenKommentare der anderenUserkommentareBlogsPolitikWirtschaftGesellschaftdieStandard.atdaStandard.atGreenlifeEnergieHausLebenMobilitätStadtZuZweitPartnersucheAutoMobilAutoMotorradRadNeuwagenGebrauchtwagenAutopreiseMeine InserateSuchagentenImmobilienBauen & WohnenGewerbeimmobilienArchitektur & StadtImmobilien-ServiceImmobiliensucheFür InserentenServices für SuchendeImmopreiseKarriereJob & KarriereManagementKarriere-ServiceJobsuche & StellenmarktFür JobsuchendeFür ArbeitgeberBrutto-Netto-RechnerJobs|suchenWetter Wienanmeldenabmelden PostingsMitposterInnen, die ich lese:Alle meine PostingsaktualisierenExpressNachrichten in aller KürzeUserUser Generated ContentNewsletterNachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMSMobilAlles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMSRadioUnser RadioangebotZeitungDie Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehrÜber unsAlles über die Redaktion von derStandard.atSalesAlles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und ImmobilieninserateNeuvorstellung: Lancia FlaviaAndreas Stockinger8. Juli 2012, 16:51vergrößern 645x435foto: werkHauptvorteil eines Cabrios mit "Fetzendach" ist der Umstand, dass die Designer keine ästhetischen Kompromisse eingehen müssen. Entsprechend stilsicher kommt auch Lancias Flavia daher.vergrößern 1200x198foto: werkvergrößern 645x452foto: werkHübsches Ambiente im Innenraum - und ziemlich viel Platz. grafik: der standardInformationen: LanciaService: Lancia GebrauchtwagenGratis Gebrauchtwagen inserieren auf derStandard.at/AutoMobil Stoffdach-Cabrio zum Cruisen, voll ausgestattet, zum fairen Preis: Damit möchte Lancias Flavia sich ein kleines Stück vom Cabrio-Kuchen sichernLancia bangte ein wenig, wie die deutschen Kollegen über dieses Cabrio berichten würden: Am Vorabend der Testfahrten an Siziliens Ostküste schoss die Squadra Azzurra jene Mannschaft aus dem Bewerb, die bei der EM die bisher beste Leistung geboten hatte, die Stimmung war im Keller bei besagten Kollegen, bei den Italienern von Lancia hingegen ging's an dem Abend natürlich hoch her. Als Österreicher kann man indes völlig sachlich berichten. Es liegt also an: Lancia Flavia. Vormals bekannt als Chrysler Sebring Cabriolet, heute in USA als Chrysler 200 Convertible vertrieben und in Europa eben als Lancia Flavia. Auf das einstige doppelte Angebot verzichten die Italiener, es gibt den Wagen ausschließlich mit Textildach, also ohne ästhetische Kompromisse, die Variante mit versenkbarem Blechdach entfällt, Lancia wähnt den Zenit dieses Trends ohnehin für überschritten. Zur Erleichterung der Auswahl gibt's das Cabrio, das mit 4,95 m Länge zu den größeren zählt, mit nur einer Motor-Getriebe-Kombination: 2,4-Liter-Vierzylinder mit 170 PS und 6-Gang-Automatik. Das Schöne dabei ist auch, dass die Sache ganz entspannt angegangen ward: keine Rekorde beim Öffnen/Schließen des Verdecks, keine Rekorde beim Verbrauch, keine sportlichen Ambitionen. Daraus ergibt sich ein hochgradig relaxiertes Fahrgefühl: Das hier ist ein Auto, das zum gemütlichen Cruisen animiert. Anders möchte man es kaum bewegen. Komfortabel abgestimmtes Fahrwerk, ausreichend Platz für vier Insassen, selbst den Kofferraum kann man, ohne rot zu werden, als solchen bezeichnen, und bei einem Startangebot von 35.900 Euro kann man sich gut vorstellen, dass manche sich verlocken lassen. Mit den noblen deutschen Fetzendachlern - Mercedes E Cabrio, Audi A5 Cabrio - will man sich kaum anlegen, Lancia meint, in jener Nische punkten zu können, wo bisher Saab mit dem 9-3 Cabrio zu Hause war, klingt plausibel. Die oben geschilderte, betont komfortable Gesamtauslegung zeigt ihre Kehrseite, wenn man den Flavia einmal sportlicher hernimmt. Da klingt der Vierzylinder doch ein bisserl bemüht, und die Automatik wirkt dann plötzlich auch suboptimal mit ihren langen Schaltzeiten und dem bedächtiglichen Leistungsaufbau. Schönster Aggregatzustand dieses Sonnenstundensammelgeräts ist natürlich der mit geöffnetem Dach. Sollte allerdings Vulcanus aus Zorn über die Niederlage der Italiener gegen Spanien seine Schmiede im Ätna anwerfen und jene dabei gewaltig Rauch auf die Gegend spucken, empfiehlt sich die geschlossene Fahrt. So wie winters auch in unseren Breiten. (Andreas Stockinger, AutoMobil, DER STANDARD, 6.7.2012) FeedbackArtikel mailenArtikel druckenShare if you carederStandard.at auf FacebookAutomobil Newsletter abonnierenPosting 1 bis 25 von 74«‹›»1 2 hot doc60+-0013.9.2012, 18:05antwortenpermalinkmeldenDanny deVitoist nicht nur wesentlich italienischer, sondern auch eindeutig schöner als dieses dingsda.Enrico Dal Vero0+-0311.7.2012, 14:21antwortenpermalinkmeldenEine Fehlkonstruktion - leider kein LANCIA.Von LANCIA erwartet man sich Nobles, Sportlichkeit - dieses gewisse italienische Flair. Dieses Auto ist weit davon entfernt. Ewig schade.tom23120+-1010.7.2012, 19:19antwortenpermalinkmeldenLancia Dedra war mal mein Traumauto ... Wegen unkontrollierter Kinderproduktion wurde es dann ein Renault Trafic. Aber sollte ich je in diesem Leben wieder zu zweit unterwegs sein, dann sicher nicht in dieser fahrenden Couch. Brrr!Der Waehlerwille19+-1110.7.2012, 15:27antwortenpermalinkmeldenHässliches Auto.der Bastard, der dich nachhause bringt52+-0610.7.2012, 15:25antwortenpermalinkmeldenIch will einen Delta Integrale, wos außer beim Lenkrad, den Scheinwerfern und den normalen Rädern nur Winkel mit wahlweise 45 oder 90° gibt!chris.austria2+-1210.7.2012, 23:31antwortenpermalinkmeldenIch auch und wo das Wastegate beim Hochschalten so richtig schön faucht und es dir die Recaros in den Rücken haut. Wo ihn behutsam warmfahren musst und dann am Berg jeden Porsche niederbrennst. Oh Lancia was ist aus euch geworden, mir kommen die Tränen wenn ich Autozeitungen aus den 80ern anschaue.NoComment21+-0111.7.2012, 15:21antwortenpermalinkmeldensie haben vergessen: "und wo ich oben am pass dann 2l öl nachfülle während mich der hergebrennte porsche überholt."chris.austria2+-0012.7.2012, 00:42antwortenpermalinkmeldenNana der Lancia brauchte nicht wirklich Öl wenn man ihn anständig behandelte. In den 80ern waren die 6 Zylinder von BMW die großen Ölfresser.NoComment21+-0112.7.2012, 08:54antwortenpermalinkmeldenjetzt nicht persönlich werden, ja? ;-)Marcel Baum9+-0110.7.2012, 12:21antwortenpermalinkmeldenLancia wird zum undercover ChryslerWeil Lancia draufsteht ist das Werkl um nix besser als der Sebring es immer war. Gebraucht kriegt man den zum Schrottpreis. Als besonders pervers empfinde ich es, dass diese AMI Leichen unter traditionellen Lancia Markennahmen vermarktet werden Das Flavia Coupe war eines der Traumautos meiner Jugend. http://en.wikipedia.org/wiki/File... e_1964.jpg Dass es dann bei mir ein Alfa Romeo 2600 Spyder geworden ist war eher Zufall.23a0c5c7-e1c8-4281-982d-4edffb9b773c14+-2110.7.2012, 14:02antwortenpermalinkmeldender sebring ist gebraucht so günstig, weil ihn niemand haben will. größtenteils weil chrysler oben steht. mit einem lancia drauf, findet er garantiert mehr käufer.Just N. Opinion7+-0210.7.2012, 20:07antwortenpermalinkmeldenGrößtenteils weil er nix kann.Egal was draufsteht. Und er findet garantiert nicht mehr Käufer, bloß weil ein edler italienischer Markenname draufsteht. Sonst könnt man ja auf einen Renault Kangoo einfach Mercedes... ups, schon passiert.Marcel Baum9+-0210.7.2012, 14:23antwortenpermalinkmeldenSo dumme Menschengibt es aber nicht, die diesen Etikettenschwindel nicht durchschaun.23a0c5c7-e1c8-4281-982d-4edffb9b773c14+-0210.7.2012, 19:42antwortenpermalinkmeldenpuh es gibt viele die auf ettiketschwindel reinfallen. gerade bei autos. sonst würd sich niemand mehr einen passat kaufen, sondern alle nur noch den superb.NoComment21+-0011.7.2012, 15:24antwortenpermalinkmeldendas gilt leider seit dem ausscheiden des b6 passat nicht mehr, ganz zu schweigen von den vielen optionen, die es im superb erst gar nicht gibt. aber der superb ist trotzdem ein super auto, keine frage. wer mit der ausstattung zurecht kommt wird wohl eher schwer zu einem passat b7 greifen (außer er ist markenblind).23a0c5c7-e1c8-4281-982d-4edffb9b773c14+-0011.7.2012, 21:25antwortenpermalinkmeldenich hab mir jetzt einen trendline und einen superb elegance rausgesucht. bei selber motorisierung sind beide ca gleich teuer und der skoda hat definitiv mehr an sonderausstattung. für 1,5k sind sogar ledersitze dabei. ich hab absichtlich nicht die topaustattung vom passat genommen, weil die wenigsten damit herumfahren. die meisten passats fahren mit 2 liter blue motion tdi daher und in der preiskategorie zahlt sich ein superb definitv mehr aus. vorallem der v6 aus der "laurin&klement" reihe würd sich hundertmal mehr auszahlen, seit die passat auch wieder vorne kratzen.NoComment21+-0012.7.2012, 08:48antwortenpermalinkmeldenwo ist der dynamic light assist? wo das acc? wo das elektronische fahrwerk? sie meinen damit fahren kaum passats rum? tjo, da haben sie sich geirrt.Misko1+-0110.7.2012, 11:52antwortenpermalinkmelden1923: Lancia Betadas erste Auto mit selbsttragender Karosserie 2012: ein umgewurschtelter Amischlitten.. Kommentar überflüssig, schade um LanciaNoComment21+-0110.7.2012, 11:23antwortenpermalinkmeldengute idee.......diese schiache hütten nicht von vorne zu zeigen. so glaubt man, das ist ein annehmbares auto. wer den mal in echt sieht braucht ein speibsackerl.josef hagen0+-0110.7.2012, 09:04antwortenpermalinkmeldenMarktchancendarauf hat die Welt nicht gewartet, ich erwarte Schicksal wie beim vor 8 Monaten vorgestellten Thema/ Chrysler, Verkaufszahlen in Deutschland ca 10 St. pro Monat!zitronen_bob0+-139.7.2012, 19:42antwortenpermalinkmeldenHier erfährt man, was wirklich Sache ist ...... mit diesem Amerikaner mit Lancia-Pickerln: Badge-Engineering der schlechtesten Art - möglicherweise würde dieses Auto als Chrysler ja wirklich mehr Käufer finden!? Die Frage ist nur: Was denkt man sich im FIAT-Konzern eigentlich über die Zielgruppe seiner Marken? Ypsilon, Musa und Delta - in Ordnung. Aber dann ist es - eben FIAT-"Kleinwagenhersteller"-typisch - auch schon aus ...zitronen_bob0+-0310.7.2012, 11:25antwortenpermalinkmeldenSorry - wollte den folgenden Link noch einmal posten:http://www.oeamtc.at/?id=2500,... ,,&hppos=1 Vom "Ami, der gern (?) ein Italiener wäre" ...anton-aus-tyrol11+-079.7.2012, 16:16antwortenpermalinkmeldenAlso früher waren die Lancia wenigstens designmäßig wunderbare Autos. Aber das ist ein langweiliger Chrysler mit einer Lancia Plakette. So wird Lancia immer weiter abstürzen, schade drum...Franz B0+-039.7.2012, 16:59antwortenpermalinkmeldenchryslerchrysler bedeutet noch lange nicht langweilig, das ding sieht im vergleich zu vielen anderen grossen cabrios nicht schlecht aus. aber es passt nicht zum image von lancia, von daher schliesse ich mich der schlussfolgerung an.23a0c5c7-e1c8-4281-982d-4edffb9b773c14+-229.7.2012, 21:13antwortenpermalinkmeldendas design ist sagen wir mal grenzwertig und so spannend ist die 2,4 litermaschine in verbindung mit der 6 gang automatik auch nicht. ein cruising-cabrio bräuchte schon einen größeren motor oder einen handschalter. außerdem würde dem boliden ein hinterrad- oder allradantrieb auch nicht schaden.Posting 1 bis 25 von 74«‹›»1 2 Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.© derStandard.at GmbH 2014Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf.Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.Impressum & OffenlegungDatenschutzrichtliniederStandard.atdieStandard.at
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
* 5. 5. 1813 Kopenhagen, † 11. 11. 1855 Kopenhagen; Sohn eines Kaufmanns, 1841 Magister, seit 1842 in Kopenhagen als Privatgelehrter, Verfasser zahlreicher pseudonymer Schriften. In der 1. Periode (1843-1846) legte Kierkegaard den Grund für seine Existenzphilosophie. In der 2. Periode, nach einer Glaubenskrise 1848, kämpfte er mit immer wachsender Erbitterung gegen Kirche und Staatschristentum. Er starb in völliger Armut. "Jedes Mal, wenn ich die Bewegung des Glaubens machen will, wird es mir schwarz vor Augen" Die Größe eines Menschen hängt einzig und allein von der Stärke des Gottesverhältnisses in ihm ab. (Kierkegaard/Begriff der Angst) aus "Furcht und Zittern" (1843) Es war einmal ein Mann, der hatte als Kind jene schöne Erzählung gehört, wie Gott Abraham versuchte und wie er die Versuchung bestand, den Glauben bewahrte und wider Erwarten zum andern Male einen Sohn bekam. Als er älter wurde, las er dieselbe Erzählung mit noch größerer Bewunderung; denn das Leben hatte getrennt, was in der frommen Einfalt des Kindes vereint gewesen war. Je älter er wurde, um so öfter wandten sich seine Gedanken jener Erzählung zu, seine Begeisterung wurde stärker und stärker, und dennoch konnte er die Erzählung weniger und weniger verstehen. Zuletzt vergaß er darüber alles andere; seine Seele hatte nur den einen Wunsch, Abraham zu sehen, die eine Sehnsucht, Zeuge jener Begebenheit gewesen zu sein. Sein Verlangen stand nicht danach, die schönen Gegenden des Morgenlandes zu sehen, des gelobten Landes irdische Heiterkeit, jenes gottesfürchtige Ehepaar, dessen Alter Gott segnete, des betagten Patriarchen ehrwürdige Gestalt, die blühende Jugend des von Gott geschenkten Isaak - er hatte nichts dagegen, daß das gleiche auf einer unfruchtbaren Heide geschähe. Seine Begierde stand danach, auf jener dreitägigen Reise mit dabei zu sein, als Abraham mit der Sorge voran und mit Isaak an seiner Seite ritt. Sein Wunsch war, in jenem Augenblick zugegen zu sein, als Abraham seine Augen aufhob und von ferne den Berg Morija sah, in jenem Augenblick, als er die Esel zurückließ und allein mit Isaak auf den Berg stieg; denn das, was ihn beschäftigte, war nicht das kunstreiche Weben der Phantasie, sondern der Schauder des Gedankens. Jener Mann war kein Denker(1), er fühlte keinen Drang danach, über den Glauben hinauszukommen; ihn dünkte, das Herrlichste müsse sein, im Gedächtnis als Vater des Glaubens fortzuleben, ein beneidenswertes Los, den Glauben zu besitzen, obgleich keiner davon wußte. Jener Mann war kein gelehrter Exeget, er konnte kein Hebräisch, hätte er Hebräisch gekonnt, dann hätte er die Erzählung und Abraham vielleicht unschwer verstanden. "Und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm, nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde." Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf, er ließ die Esel gürten, verließ sein Zelt, und Isaak mit ihm, aber, Sara schaute ihnen aus dem Fenster nach das Tal hinunter, bis sie sie nicht mehr sah. Sie ritten drei Tage lang schweigend, nicht einmal am Morgen des vierten Tages sagte Abraham ein Wort, aber er hob seine Augen auf und sah von ferne den Berg Morija. Er ließ die Knechte zurück und stieg allein mit Isaak an der Hand den Berg hinan.. Aber Abraham sagte zu sich selbst: "Ich will doch Isaak nicht verheimlichen, wohin dieser Gang ihn führt." Er blieb stehen, er legte seine Hand segnend auf Isaaks Haupt, und Isaak beugte sich, den Segen zu empfangen. Und Abrahams Angesicht war Väterlichkeit, sein Blick war mild, seine Worte mahnend. Aber Isaak konnte ihn nicht verstehen, seine Seele konnte sich nicht erheben; er umfaßte Abrahams Knie, er fiel ihm flehend zu Füßen, er bat für sein junges Leben, für seine schönen Hoffnungen, er erinnerte an die Freuden in Abrahams Haus, er erinnerte an die Sorge und die Einsamkeit. Da hob Abraham den Knaben auf und ging mit ihm an der Hand und seine Worte waren voll Trost und Ermahnung. Aber Isaak konnte ihn nicht verstehen. Er bestieg den Berg Morija, aber Isaak verstand ihn nicht. Da wandte er sich einen Augenblick von ihm ab, aber als Isaak zum andern Male Abrahams Angesicht erblickte, da war es verändert, sein Blick war wild, seine Gestalt war Schrecken. Er faßte Isaak bei der Brust, warf ihn zur Erde und sagte: "Dummer Knabe, glaubst du, ich sei dein Vater? Ich hänge Abgöttern an. Glaubst du, es sei Gottes Befehl? Nein, es ist meine Lust." Da zitterte Isaak und rief in seiner Angst: "Gott im Himmel, erbarme dich über mich, Abrahams Gott, erbarme dich über mich, habe ich keinen Vater auf Erden, dann sei du mein Vater!" Aber Abraham sagte still bei sich: "Herr im Himmel, ich danke dir: es ist doch besser, daß er glaubt, ich sei ein Unmensch, als daß er den Glauben an dich verlieren sollte." Wenn das Kind entwöhnt werden soll, so schwärzt die Mutter ihre Brust, es wäre ja schade, sähe die Brust lieblich aus und das Kind dürfte sie nicht bekommen. Dann glaubt das Kind, die Brust habe sich verändert, aber die Mutter ist die gleiche, ihr Blick ist liebevoll und zärtlich wie immer. Wohl dem, der nicht entsetzlicherer Mittel bedurfte, um das Kind zu entwöhnen! Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf, er umarmte Sara, die Braut seines Alters, und Sara küßte Isaak, der die Schande von ihr genommen hatte, ihren Stolz, ihre Hoffnung für alle Geschlechter. So ritten sie schweigend ihres Wegs, und Abrahams Blick war auf die Erde geheftet, bis zum vierten Tage, da hob er die Augen auf und sah von ferne den Berg Morija, aber sein Blick wandte sich wieder der Erde zu. Schweigend legte er die Holzscheite zurecht, band Isaak, schweigend zückte er das Messer; da erblickte er den Widder, den Gott ausersehen hatte. Diesen opferte er und zog heimwärts. - Von dem Tage an war Abraham alt, er konnte nicht vergessen, daß Gott solches von ihm gefordert hatte. Isaak gedieh wie vordem; Abrahams Augen aber waren verdunkelt, er sah die Freude nicht mehr. Wenn das Kind groß geworden ist und entwöhnt werden soll, dann verbirgt die Mutter jungfräulich ihren Busen, dann hat das Kind keine Mutter mehr. Wohl dem Kind, das die Mutter nicht anders verloren hat! Es war eines Morgens früh, Abraham stand zeitig auf; er küßte Sara, die junge Mutter, und Sara küßte Isaak, ihre Lust, ihre Freude für alle Zeiten. Und Abraham ritt gedankenvoll seines Wegs, er dachte an Hagar und den Sohn, den er in die Wüste hinausjagte. Er bestieg den Berg Morija, er zückte das Messer. Es war an einem stillen Abend, da ritt Abraham allein aus, und er ritt zum Berge Morija; er warf sich auf sein Angesicht nieder, er bat Gott, ihm die Sünde zu vergeben, daß er Isaak hatte opfern wollen, daß der Vater seine Pflicht dem Sohn gegenüber vergessen hatte. Öfters ritt er seinen einsamen Weg, aber er fand keine Ruhe. Er konnte nicht begreifen, daß es eine Sünde war, wenn er Gott das Beste hatte opfern wollen, das er besaß, das, wofür er gerne selber viele Male das Leben gelassen hätte; und wenn es eine Sünde war, wenn er Isaak nicht so geliebt hätte, so konnte er nicht verstehen, daß diese vergeben werden konnte; denn welche Sünde war entsetzlicher? Wenn das Kind entwöhnt werden soll, dann ist auch die Mutter nicht ohne Betrübnis, daß sie und das Kind mehr und mehr voneinander geschieden werden; daß ihr das Kind, das erst unter ihrem Herzen gelegen, doch später an ihrer Brust geruht hat, nicht mehr so nahe sein soll. Dann trauern sie gemeinsam jene kurze Trauer. Wohl dem, der das Kind so nahe behielte und nicht mehr zu trauern brauchte! Es war eines Morgens früh, in Abrahams Haus war alles zur Reise bereit. Er nahm von Sara Abschied, und Elieser, der treue Diener, begleitete ihn auf dem Wege, bis er wieder zurückkehrte. Sie ritten einträchtig zusammen, Abraham und Isaak, bis sie zum Berge Morija kamen. Abraham aber bereitete alles zum Opfer, ruhig und mild, aber indem er sich abwandte und das Messer zückte, sah Isaak, daß Abrahams Linke sich in Verzweiflung ballte, daß ein Zittern durch seinen Körper ging - aber Abraham zückte das Messer. Dann kehrten sie wieder heim, und Sara eilte ihnen entgegen, aber Isaak hatte den Glauben verloren. In der Welt ist darüber niemals ein Wort verlautet, und lsaak hat nie zu einem Menschen darüber gesprochen, was er gesehen hatte, und Abraharn ahnte nicht, daß jemand es gesehen hatte. Wenn das Kind entwöhnt werden soll, dann hat die Mutter jene kräftigere Nahrung zur Hand, auf daß das Kind nicht umkommen soll. Wohl dem, der jene kräftigere Nahrung zur Hand hat! Derart und in mancherlei ähnlicher Weise dachte jener Mann, von dem wir sprechen, über diese Begebenheit. Jedesmal wenn er dann von einer Wanderung zum Berge Morija heimkehrte, sank er vor Müdigkeit zusammen, er faltete seine Hände und, sprach: "Keiner war doch so groß wie Abraham, wer ist imstande, ihn zu verstehen?" LOBREDE AUF ABRAHAM Falls ein Mensch nicht im Besitz eines ewigen Bewußtseins wäre, falls allem nur eine wild gärende Macht zugrunde läge, die sich in dunklen Leidenschaften windend alles hervorbrächte, was es an Großem gibt und was es an Unbedeutendem gibt, falls sich unter allem eine bodenlose Leere, niemals gesättigt, verbärge, was wäre das Leben dann anders als Verzweiflung? Falls es sich so verhielte, falls kein heiliges Band wäre, das die Menschheit zusammenknüpfte, falls ein Geschlecht nach dem anderen erstünde wie das Laub im Walde, falls ein Geschlecht das andere ablöste wie der Vogelsang im Walde, falls das Geschlecht durch die Welt zöge wie das Schiff durchs Meer zieht, das Wetter durch die Wüste, ein gedankenloses und fruchtloses Tun, falls ein ewiges Vergessen immer hungrig auf seine Beute lauerte und keine Macht wäre, stark genug, sie ihm zu entreißen - wie leer und trostlos wäre dann das Leben! Aber darum ist es nicht so, und wie Gott Mann und Frau erschaffen hat, so hat er den Helden und den Dichter oder Redner gebildet. Dieser kann nichts von dem tun, was jener tut, er kann den Helden nur bewundern, lieben, sich an ihm freuen. Doch auch er ist glücklich, nicht minder als der andere; denn der Held ist gleichsam sein besseres Wesen, in das er verliebt ist, froh darüber, daß er es doch nicht selber ist, daß seine Liebe Bewunderung sein kann. Er ist der Genius der Erinnerung, kann nichts tun, ohne an das zu erinnern, was getan ist, nichts tun, ohne zu bewundern, was getan ist; er nimmt nichts von seinem Eigenen, aber er ist neidisch auf das Anvertraute. Er folgt der Wahl seines Herzens, aber wenn er das Gesuchte gefunden hat, dann zieht er mit seinem Lied und mit seiner Rede vor jedermanns Tür, auf daß alle den Helden bewundern mögen wie er, stolz auf den Helden sein mögen, wie er es ist. Das ist sein Tun, sein demütiges Wirken, das ist sein treuer Dienst im Hause des Helden. Bleibt er solchermaßen seiner Liebe treu, streitet er Tag und Nacht mit den Ränken des Vergessens, die ihm den Helden ablisten wollen, dann hat er sein Wirken erfüllt, dann wird er mit dem Helden vereint, der ihn ebenso treulich geliebt hat, denn der Dichter ist gleichsam des Helden besseres Wesen, kraftlos zwar, wie eine Erinnerung es ist, aber auch verklärt, wie eine Erinnerung es ist. Darum soll keiner vergessen sein, der groß gewesen ist, und währt es auch einmal länger, nimmt die Wolke des Mißverständnisses den Helden auch einmal mit sich fort, sein Liebhaber kommt doch, und je mehr Zeit vergangen ist, desto getreuer hängt er ihm an. Nein! Keiner soll vergessen werden, der in der Welt groß gewesen ist; aber ein jeder war groß in seiner Weise, und ein jeder im Verhältnis zur Größe dessen, das er geliebt hat. Denn wer sich selbst geliebt hat, wurde groß durch sich selbst, und wer andere Menschen geliebt hat, wurde groß durch seine Hingabe, aber wer Gott geliebt hat, wurde größer als alle. Ein jeder soll im Gedächtnis fortleben, aber ein jeder wurde groß im Verhältnis zu seiner Erwartung. Der eine wurde groß, indem er das Mögliche erwartete; ein anderer, indem er das Ewige . erwartete; aber wer das Unmögliche erwartet hat, wurde größer als alle. Ein jeder soll im Gedächtnis fortleben, aber ein jeder wurde groß je im Verhältnis zur Größe dessen, womit er gerungen hat. Denn wer mit der Welt gerungen hat, wurde groß, indem er die Welt überwand, und wer mit sich selbst gerungen, hat, wurde größer, indem er sich selbst überwand; aber wer mit Gott gerungen hat, wurde größer als alle. Solchermaßen ist in der Welt gerungen worden, Mann gegen Mann, einer gegen tausend, aber wer mit Gott gerungen hat, war größer als alle. Solchermaßen ist auf Erden gerungen worden: da war der, der alles durch seine Kraft überwand, und da war der, der Gott durch seine Ohnmacht überwand. Da war der, der auf sich selbst vertraute und alles gewann, da war der, der im Verlaß auf seine Stärke alles opferte, aber wer auf Gott vertraut hat, war größer als alle. Da war der, der groß war durch seine Kraft, und der, der groß war durch seine Weisheit, und der, der groß war durch seine Hoffnung, und der, der groß war durch seine Liebe, aber Abraham war größer als alle, groß durch jene Kraft, deren Stärke Ohnmacht ist, groß durch jene Weisheit, deren Geheimnis Torheit ist, groß durch jene Hoffnung, deren Form Wahnsinn ist, groß durch jene Liebe, die Haß gegen sich selber ist. Vermöge des Glaubens verließ Abraham das Land seiner Väter und wurde zum Fremdling im Land der Verheißung. Er ließ eines zurück, nahm eines mit sich: er ließ seinen irdischen Verstand zurück und nahm den Glauben mit sich, sonst wäre er ja wohl nicht ausgewandert, sondern hätte gedacht, dies sei ja widersinnig. Vermöge des Glaubens war er ein Fremdling im Land der Verheißung, und da gab es nichts, das ihn an das Liebgewonnene erinnerte, sondern alles verlockte durch Neuheit seine Seele zu wehmütigem Sehnen. Und doch war er der Auserwählte Gottes, an dem der Herr Wohlgefallen hatte! Ja, wäre er ein Verworfener gewesen, aus Gottes Gnade verstoßen, dann hätte er es eher fassen können, jetzt war es ja wie ein Spott über ihn und über seinen Glauben. Da war in der Welt auch der, der aus dem Land seiner Väter verbannt lebte, das er liebte. Er ist nicht vergessen, auch nicht seine Klagelieder, wenn er in Wehmut das Verlorene suchte und fand. Von Abraham gibt es kein Klagelied. Es ist menschlich, zu klagen, menschlich, zu weinen mit dem Weinenden, aber größer ist, zu glauben, seliger, den Gläubigen zu betrachten. Vermöge des Glaubens nahm Abraham die Verheißung entgegen, durch seinen Samen sollten alle Völker auf Erden gesegnet werden. Die Zeit rann dahin, die Möglichkeit war da, Abraham glaubte; die Zeit rann dahin, es ward widersinnig, Abraham glaubte. Da war in der Welt der, der auch eine Erwartung hegte. Die Zeit rann dahin, der Tag neigte sich, er war nicht schnöde genug, seine Erwartung vergessen zu haben, darum soll er auch nicht vergessen werden. Da betrübte er sich, und die Betrübnis trog ihn nicht, wie es das Leben getan hatte, sie tat alles für ihn, was sie vermochte, in der Süßigkeit der Betrübnis war seine enttäuschte Erwartung sein eigen. Es ist menschlich, zu trauern, es ist menschlich, mit dem Trauernden zu trauern, aber größer ist, zu glauben, seliger, den Gläubigen zu betrachten. Von Abraham besitzen, wir keinen Trauergesang. Er zählte nicht wehmütig die Tage, während die Zeit dahinrann, er betrachtete nicht Sara mit argwöhnischen Blicken, ob sie nicht alt werde, er hielt nicht den Lauf der Sonne auf, auf daß Sara nicht altern solle und mit ihr seine Erwartung, beschwichtigend sang er nicht Sara seine wehmütige Weise vor. Abraham wurde alt, Sara zum Gespött des Landes, und doch war er der Auserwählte Gottes und Erbe der Verheißung, durch seinen Samen sollten alle Völker der Erde gesegnet werden. Dann wäre es ja besser, er wäre nicht der Auserwählte Gottes? Was ist das, der Auserwählte Gottes zu sein? Heißt das, in der Jugend den Wunsch der Jugend verweigert zu bekommen, um ihn sich mit großer Beschwer im Alter erfüllen zu lassen? Aber Abraham glaubte und hielt an der Verheißung fest. Hätte Abraham geschwankt, dann hätte er sie dahingegeben. Er hätte zu Gott gesagt: "Dann ist es doch vielleicht nicht dein Wille, daß es geschehen soll, dann will ich meinen Wunsch fahren lassen; er war mein Einzigstes, er war meine Seligkeit. Meine Seele ist aufrichtig, ich hege keinen heimlichen Groll, weil du ihn mir versagt hast." Er würde nicht vergessen sein, er würde viele durch sein Beispiel erlöst haben, aber nicht der Vater des Glaubens geworden sein; denn groß ist es, seinen Wunsch fahren zu lassen, aber größer ist, daran festzuhalten, nachdem man ihn hat fahren lassen; groß ist, das Ewige zu ergreifen, aber größer ist, am Zeitlichen festzuhalten, nachdem man es hat fahren lassen. - Dann kam die Fülle der Zeit. -Hätte Abraham nicht geglaubt, dann wäre wohl Sara vor Kummer gestorben, und Abraham, in Gram abgestumpft, hätte die Erfüllung nicht verstanden, sondern darüber gelächelt wie über einen Traum der Jugend. Aber Abraham glaubte, deshalb war er jung; denn wer immer das Beste erhofft, wird alt, vom Leben betrogen, und wer immer auf das Ärgste vorbereitet ist, wird frühzeitig alt, aber wer glaubt, bewahrt eine ewige Jugend. Gelobt sei darum jene Erzählung! Denn Sara, obgleich betagt, war jung genug, nach der Lust der Mutter zu verlangen, und Abraham, obgleich ergraut, war jung genug, sich Vatersein zu wünschen. Äußerlich gesehen liegt das Wunderbare darin, daß es nach ihrer Erwartung geschah, in tieferem Verstande liegt das Wunder des Glaubens darin, daß Abraham und Sara jung genug waren, zu wünschen, und daß der Glaube ihren Wunsch und damit ihre Jugend bewahrt hatte. Er empfing die Erfüllung der Verheißung, er empfing sie gläubig, und dies geschah nach der Verheißung und nach dem Glauben; denn Moses schlug mit seinem Stab an den Felsen, aber er glaubte nicht. Da war Freude in Abrahams Haus, als Sara am Tag der goldenen Hochzeit Hochzeit hielt. Jedoch so sollte es nicht bleiben; noch einmal sollte Abraham versucht werden. Er hatte mit jener schlauen Macht gekämpft, die alles erfindet, mit jenem wachsamen Feind, der niemals schlummert, mit jenem alten Mann, der alles überlebt - er hatte mit der Zeit gekämpft und den Glauben bewahrt. Nun ward alle Schrecknis des Streits in einen Augenblick gesammelt. "Und Gott versuchte Abraham und sprach zu ihm, nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde." So war nun alles verloren, schrecklicher, als wenn es nie geschehen wäre! So trieb nun der Herr nur seinen Spott mit Abraham! Wunderbarlich hatte er das Widersinnige wirklich gemacht, nun wollte er es wiederum zunichte gemacht sehen. Dies war ja eine Torheit, aber Abraham lachte nicht darüber wie Sara, als die Verheißung verkündet wurde. Alles war verloren! 70 Jahre treuer Erwartung, die kurze Freude, als der Glaube sich erfüllte. Wer ist denn der, der dem Greis den Stab entreißt, wer ist der, der fordert, daß er ihn selbst zerbrechen solle! Wer ist der, der eines Menschen grauen Haaren den Trost benimmt, wer ist der, der fordert, daß er es selber tun solle! Gibt es kein Mitleid mit dem ehrwürdigen Greise, keines mit dem unschuldigen Kind? Und doch war Abraham der Auserwählte Gottes, und der Herr war es, der die Prüfung auferlegte. Alles sollte nun verloren sein! Das herrliche Gedenken des Geschlechts, die Verheißung an Abrahams Samen, dies war nur ein Einfall, ein flüchtiger Gedanke, den der Herr gehabt hatte, den Abraham jetzt austilgen sollte. Jener herrliche Schatz, der ebenso alt war wie der Glaube in Abrahams Herzen, viele, viele Jahre älter als Isaak, die Frucht von Abrahams Leben, durch Gebete geheiligt, in Kämpfen gereift - der Segen auf Abrahams Lippen, diese Frucht sollte nun zur Unzeit ausgerissen und bedeutungslos werden; denn welche Bedeutung hatte sie, wenn Isaak geopfert werden sollte! Jene wehmütige, aber dennoch selige Stunde, da Abraham von allem Abschied nehmen sollte, was ihm teuer war, da er noch einmal sein ehrwürdiges Haupt erheben sollte, da sein Angesicht strahlen sollte wie das des Herrn, da er seine ganze Seele in einen Segen sammeln sollte, der vermögend war, Isaak für alle Tage gesegnet zu machen - diese Stunde sollte nicht kommen! Denn Abraham sollte zwar von Isaak Abschied nehmen, aber solchermaßen, daß er selber zurückbleiben sollte; der Tod sollte sie trennen, aber solchermaßen, daß Isaak seine Beute wurde. Der alte Mann sollte nicht, im Tode froh, segnend seine Hand auf Isaak legen, sondern des Lebens müde gewaltsam Hand an Isaak legen. Und es war Gott, der ihn versuchte. Ja, wehe! Wehe dem Boten, der mit einer solchen Botschaft vor Abraham erschienen wäre! Wer hätte wagen mögen, dieser Trauerbote zu sein. Aber es war Gott, der Abraham versuchte. Abraham jedoch glaubte und glaubte für dieses Leben. Ja, hätte sein Glaube bloß einem Kommenden gegolten, dann hätte er wohl leichter alles von sich geworfen, um aus dieser Welt hinwegzueilen, der er nicht angehörte. Aber Abrahams Glaube war nicht von dieser Art, wenn es einen derartigen gibt; denn eigentlich ist es nicht Glaube, sondern des Glaubens fernste Möglichkeit, die zu äußerst im Gesichtskreis ihren Gegenstand erahnt, jedoch geschieden davon durch einen klaffenden Abgrund, worinnen die Verzweiflung ihr Spiel treibt. Aber Abraham glaubte gerade für dieses Leben, daß er im Lande alt werden solle, geehrt im Volke, gesegnet im Geschlecht, unvergeßlich in Isaak, seinem Teuersten im Leben, den er mit einer Liebe umfaßte, für die nur ein armseliger Ausdruck ist, daß er getreulich die Pflicht des Vaters erfüllte, den Sohn zu lieben, wie es ja auch in der Verheißung mit verlautet: den Sohn, den du liebhast. Jakob hatte 12 Söhne und einen, den er liebte, Abraham hatte nur einen, den er liebhatte. Aber Abraham glaubte und zweifelte nicht, er glaubte das Widersinnige. Hätte Abraham gezweifelt - dann würde er etwas anderes getan haben, etwas Großes und Herrliches; denn wie könnte Abraham etwas anderes tun als, was groß und herrlich ist! Er wäre zum Berge Morija hinausgezogen, er hätte Brennholz gespalten, den Scheiterhaufen angezündet, das Messer gezückt - er hätte zu Gott gerufen: "Verschmähe nicht dieses Opfer, es ist nicht das Beste, das ich besitze, das weiß ich wohl; denn was ist ein alter Mann gegenüber dem Kind der Verheißung, aber es ist das Beste, das ich dir geben kann. Laß es Isaak niemals erfahren, damit er sich mit seiner Jugend trösten kann." Er hätte das Messer in seine eigene Brust gestoßen. Er wäre in der Welt bewundert worden, und sein Name würde nicht vergessen sein; aber eines ist, bewundert werden, ein anderes, zum Leitstern werden, der den Geängstigten erlöst. Aber Abraham glaubte. Er bat nicht für sich, daß er den Herrn bewegen möge. Nur als die gerechte Strafe über Sodom und Gomorra erging, da trat Abraham mit seinen Bitten hervor. Wir lesen in jenen heiligen Schriften: "Und Gott versuchte Abraham, und sprach zu ihm: Abraham, Abraham, wo bist du? Und Abraham antwortete: hier bin ich." Du, an den sich meine Worte richten, war es solchermaßen der Fall mit dir? Wenn du ganz von fern die schweren Schickungen sich nähern sahst, sagtest du da nicht zu den Bergen, bedecket mich, zu den Hügeln, fallet über mich? Oder warst du stärker, bewegte sich nicht dennoch der Fuß langsam seines Weges, war es nicht, als sehne er sich in die alte Spur zurück? Wenn nach dir gerufen wurde, antwortetest du dann oder antwortetest du nicht, vielleicht leise, und flüsternd? Solchermaßen nicht Abraham, froh, unbefangen, voll Vertrauen, laut antwortete er: hier bin ich. Wir lesen weiter: "Und Abraham stand des Morgens früh auf." Als gelte es ein Fest, so beeilte er sich, und des Morgens früh war er an der verabredeten Stelle, auf dem Berge Morija. Er sagte nichts zu Sara, nichts zu Elieser, wer hätte ihn auch verstehen können, hatte ihm die Versuchung nicht kraft ihres Wesens das Gelübde des Schweigens auferlegt? "Er spaltete das Brennholz, er band Isaak, er zündete den Scheiterhaufen an, er zückte das Messer." Mein Zuhörer! Es hat manch einen Vater gegeben, der in seinem Kind zu verlieren glaubte, was ihm das Teuerste auf Erden war, der jeder Zukunftshoffnung beraubt zu werden glaubte; aber es hat ja doch kein Kind gegeben, das in dem Sinn Kind der Verheißung war, wie Isaak es für Abraham gewesen ist. Es hat manch einen Vater gegeben, der sein Kind verlor, aber dann war es ja Gott, der unveränderliche und unerforschliche Wille des Allmächtigen, seine Hand hat es genommen. Nicht so mit Abraham. Ihm war eine schwerere Prüfung vorbehalten, und mit dem Messer war Isaaks Geschick in Abrahams Hand gelegt. Und er stand da, der alte Mann mit seiner einzigen Hoffnung! Aber er zweifelte nicht, er schaute nicht ängstlich nach rechts oder links, er forderte nicht durch seine Bitten den Himmel heraus. Er wußte, es war Gott der Allmächtige, der ihn versuchte, er wußte, es war das schwerste Opfer, das von ihm gefordert werden konnte; aber er wußte auch, daß kein Opfer zu schwer war, wenn Gott es forderte - und er zückte das Messer. Wer stärkte Abrahams Arm, wer hielt seine Rechte aufrecht, daß sie nicht ohnmächtig herabsank! Wer darauf blickt, wird gelähmt. Wer stärkte Abrahams Seele, daß es ihm nicht schwarz vor den Augen wurde, so daß er weder Isaak noch den Widder gewahrte! Wer darauf blickt, wird blind. - - Und doch selten genug ist vielleicht der, der lahm und blind wird, noch seltener der, der würdig berichtet, was dort geschehen ist. Wir wissen es alle - es war nur eine Prüfung. Hätte Abraham, als er auf dem Berge Morija stand, gezweifelt, hätte er sich ratlos umgesehen, hätte er, bevor er das Messer zog, durch einen Zufall den Widder entdeckt, hätte Gott ihm erlaubt, diesen an Stelle von Isaak zu opfern - so wäre er heimgezogen, alles wäre das gleiche, er hätte Sara, er behielte Isaak, und doch wie verändert! Denn sein Rückzug wäre eine Flucht, seine Rettung ein Zufall, sein Lohn Beschämung, seine Zukunft vielleicht Verdammnis. Dann hätte er weder Zeugnis für seinen Glauben noch für Gottes Gnade abgelegt, sondern dafür, wie schrecklich es ist, auf den Berg Morija zu ziehen. Dann würde Abraham nicht vergessen sein, auch nicht der Berg Morija. Dieser würde dann nicht wie der Ararat genannt werden, wo die Arche landete, sondern genannt werden wie ein Entsetzen, weil es hier geschah, daß Abraham zweifelte. Ehrwürdiger Vater Abraham! Als du vom Berge Morija heimzogst, da bedurftest du keiner Lobrede, welche dich für das Verlorene trösten konnte; denn du gewannst ja alles und behieltest Isaak, war es nicht so? Der Herr nahm ihn nicht mehr von dir, sondern du saßest froh zu Tisch mit ihm in deinem Zelt, wie du es droben tust in alle Ewigkeit. Ehrwürdiger Vater Abraham! Jahrtausende sind seit jenen Tagen dahingeschwunden, aber du bedarfst keines späten Liebhabers, der dein Gedächtnis der Macht des Vergessens entreißen kann; denn jede Zunge gedenkt deiner - und doch lohnst du deinem Liebhaber herrlicher als irgendeiner, du machst ihn droben in deinem Schoß selig, du ziehst hier sein Auge und sein Herz durch das Wunderbarliche deines Tuns in Bann. Ehrwürdiger Vater Abraham! Zweiter Vater des Geschlechts! Du, der zuerst vernahm und Zeugnis ablegte von jener ungeheuren Leidenschaft, die den schrecklichen Kampf mit der Elemente Rasen und den Kräften der Schöpfung verschmäht, um mit Gott zu streiten, du, der zuerst jene höchste Leidenschaft gekannt hat, den heiligen, reinen, demütigen Ausdruck für den göttlichen Wahnsinn, den die Heiden bewunderten - vergib dem, der dir Lob sprechen wollte, wenn er es nicht richtig gemacht hat. Er sprach demütig, wie es seines Herzens Begehr war, er sprach kurz, wie es sich ziemt, aber er wird niemals vergessen, daß du 100 Jahre brauchtest, um wider Erwarten einen Sohn des Alters zu bekommen, daß du das Messer zücken mußtest, bevor du Isaak behieltest, er wird niemals vergessen, daß du in 130 Jahren nicht weiter als bis zum Glauben gekommen bist. Zur Selbstprüfung der Gegenwart empfohlen >>> Christus ist der Weg. >>> Der Geist ist es, der da lebendig macht. >>> Abraham Melchisedek Kierkegaard Zitate Gottes-Name > Mose > [Wie fast alles bei Kierkegaard gegen Hegel gerichtet, besonders da, wo er ihm (unwissentlich) am nächsten war)] M.H. [Home] [Melchisedek]
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Sie interessieren sich für das Produkt Roter Dosen Dispenser Kühlschrank - 64 Dosen à 330 ml - GCAP100-330? Dann merken Sie sich dieses Produkt und senden Sie sich eine Erinnerung mit den Produktinformationen per E-Mail. Roter Dosen Dispenser Kühlschrank - 64 Dosen à 330 ml - GCAP100-330 ...gefunden auf https://gastro-cool.de Dosen Dispenser Kühlschrank von Gastro-Cool zur Befüllung mit 64 Dosen à 330 ml. Das Gerät eignet sich ideal für den Einsatz in der Gastronomie und im Handel.
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Auf Facebook redet sich der Hersteller Eckes-Granini wie folgt heraus: „Die Plakate haben natürlich ein kleines Augenzwinkern, sollen sich ja auf die Markteinführung unserer Säfte 'Heimische Früchte' beziehen. Auf keinen Fall möchten wir damit in die Irre führen - wie auch in deinem Blogpost geschrieben, bestehen die Säfte aus heimischen Obstsorten, die aus vielen verschiedenen Regionen in Deutschland und Österreich stammen. Wie du auch schreibst, sind diese Infos ja auch auf der Unternehmensseite einsehbar (http://www.hohes-c.de/#/heimischefruechte/)“ (Fotos: Dorin Popa, Georg Konjovic) „Sehr geehrte Damen und Herren, Mitglieder der Deutschen Filmakademie, Frankenheimer havariert mit seinem amerikanisch-japanisch-europäischen Gefüge, das ein Mißgriff kontinentalen Ausmaßes bleibt. So wird der Film nur in den Klatschspalten Aufmerksamkeit erregen. Dank Katarina Witts Kurzauftritt als dahingemeuchelte Eisprinzessin und De Niros Ungemach während des Drehs: „Ronin“ war die Produktion, während der die französische Polizei De Niro festnahm, um ihn zur Aussage über einen Callgirl-Ring zu zwingen. Selbst das Drumherum ist prickelnder als das Werk an sich. Dieser Text erschien unter meinem Pseudonym Fredi Hallenberger in der „Berliner Morgenpost“ vom 3. Dezember 1998 „(...) Nun gibt es in der Tat eine bestimmte Gattung Menschen, die nach Tracht, Haltlosigkeit und Ideologie als Künstlervölkchen bezeichnet werden können; nun brauchen sie in der Tat einen Raum und eine Möglichkeit zu tollen. Aber ihr Dasein, wie ihr Treiben und ihre Bedürfnisse sind von einer grauenhaften schattenhaften Qualität, sie scheinen verdammt, eine Rolle zu spielen, deren Träger schon längst gestorben sind und ein Fraß der Würmer, und Texte zu sprechen, deren Sinn verweht ist, deren Klang aber ein neuer, frecher, untergeschobener ist. Solange sie keinen Raum haben, verlieren sie sich in einer berechtigten Anonymität in der Welt, die andere Sorgen hat. In der Stunde aber, in der sie sich unter einem Dach versammeln können, gewinnen sie die penetrante Widerlichkeit von Erscheinungen, die um so lauter werden, je fraglicher ihre Wesenhaftigkeit ist. Die »Bohème« vor hundert, vor fünfzig und vor dreißig Jahren war auch nichts anderes als ein Ausdruck des Bürgertums, gegen das sie kämpfte, dem sie entnommen war. Wenn ein Bürger rebellierte, wurde er ein Bohèmien. Die Gemütlichkeit einer Künstlerkneipe und eines Ateliers war nichts anderes als die gelockerte Gemütlichkeit eines trauten Heims. Es war die Libertinage der Gartenlaube. Die schauderhafte Seligkeit, mit der sich die Bohème dem Alkohol ergab wie dem »Chanson«, dem revolutionären Ideal wie der materiellen Armut als Sport, Zeitvertreib und Manifestation unterschied sich nicht von der Seligkeit, mit der die Väter der Rebellen die silberne Hochzeit feierten und das Jubiläum des zwanzigsten Seitensprungs. Sie waren nur amusisch, die Väter. Sie dichteten nicht dazu. Diese Bohème ist tot.(...) Etwas anderes aber, wenn (...) sich plötzlich eine »Künstlerkneipe« auftut und ein jedenfalls nützlicher Zigarrenladen geschlossen wird. Der sanfte Modergeruch, der schon jenen Pariser Leichenkammern der Bohème entströmt, vermischt sich in Berlin mit dem Geruch des Asphalts, und die Lustigkeit eines Berliner Künstler-Völkchens vollzieht sich mit der Schnelligkeit des »Tempos«, das schon den bürgerlichen Verkehr in dieser Stadt so arg behindert. Natürlich heißt das Lokal »Die Lunte« - eine vage Beziehung zu einem aktiven Anarchismus, der auch nicht mehr vorhanden ist, der auch schon seine Bomben dem rechten Radikalismus vererbt zu haben scheint. Das traurigste aber ist - wie in jedem Lokal - das Publikum. Junge Leute, die in fünf Jahren die Buch-, Theater- und Filmkritik an den führenden Tageszeitungen innehaben werden und die heute mit der Wollust, sich arm zu fühlen, ihr Essen selbst vom Küchentisch holen. Dabei schreien sie. So werden sie in fünf Jahren schreiben. Ihr Stil kündigt sich bereits akustisch an. Manche in ledernen Gamaschen, wildledernen Hosen, in einer Art Tscheka-Uniform, die eine, wenn auch entfernte, Beziehung zum Osten anzudeuten scheint, zu einem mißverstandenen, theatralisch gedeuteten. Hier und dort verstreute Bürgerliche, die gekommen sind, eine »Sehenswürdigkeit« kennenzulernen, und zu der Freude an dieser noch die über die ersparte Reise nach Paris addieren dürfen. Eine Wirtin, die von Natur Zigarren raucht, junge Männer, die dem Sinn der Zeit gemäß, aus Mangel an Begabung nicht etwa Maler geworden sind, sondern z. B. Taxichauffeure, und die eine Atmosphäre demonstrativer Sachlichkeit zu verbreiten entschlossen sind. (...) All das ergibt zusammen eine laute anspruchsvolle Mischung aus toten Imitationen, ausgeführt von übertriebenen Lebewesen, einer tollen Lustigkeit, die nur als Epitheton ornans vorhanden ist, einer rebellierenden Phrase, die an den Rändern der Weltrevolution herumgestikuliert, einem künstlichen Chaos aus Pappendeckel und entlehnten Kulissen. Es ist selbstverständlich harmlos, und man hätte es nicht nötig, sich darüber aufzuregen - wäre es nicht symptomatisch für die hitzigen Bestrebungen dieser großen Stadt, überall Anleihen zu machen, wo es nicht geht (...) - und all das mit Tempo. Natürlich mit Tempo...“ Eugen Roth, „Die neue Bohème“, Münchner Neueste Nachrichten, 27. Oktober 1929 „Thomas Gottschalk sucht für seine Zeitreise 'My Swinging Sixties' - Samstag, 3. April 2010, 20.15 Uhr, im ZDF - 'nackte Tatsachen': Einer der legendärsten 'Schnappschüsse' der wilden 60er ist zur Ikone dieser Zeit geworden. Sieben Männer und Frauen ziehen blank und zeigen der biederen Welt: Spießigkeit war gestern, es lebe die Freiheit und der Nonkonformismus! Was die Kommune 1 damals konnte, sollte im Jahr 2010 schon lange drin sein: Für eine ganz besondere Neuauflage des bekannten Fotos im Rahmen seiner Show 'My Swinging Sixties' sucht Thomas Gottschalk jetzt unerschrockene Fotomodelle in Rückansicht, die die Aufnahme im Studio nachstellen. Die wilden 60er sind Party und gute Laune, aber sie haben mit ihren revolutionären Errungenschaften auch das gesellschaftliche Denken nachhaltig geprägt. Wer den überzeugenden - und vor allem unbekleideten - Beweis antreten möchte, dass der Geist von damals auch heute noch lebendig ist, kann sich ab sofort melden.“ Nun ist es keineswegs so, daß ich alles tun würde, um Samstag abend in der prime time von Thomas Gottschalk im ZDF interviewt zu werden, aber als ich den unter anderem von der „Abendzeitung“ veröffentlichten Aufruf las, dachte ich nicht lange nach und sagte sofort zu. Zwar lautete die Ansage ursprünglich, man würde in der Sendung auf jeden Fall über die K1 und unsere Gründe, das Bild nachzustellen, sprechen, und je nach Anzahl der Freiwilligen im Studio entscheiden, ob man das Shooting dann tatsächlich noch einmal mit einem Sechziger-Jahre-Fotografen wiederhole. Aber welcher Fernsehsender will schon in einer Samstagabendshow sein Scheitern thematisieren? Also wurde der Programmteil kurzfristig durch einen Auftritt der schlechtesten Beatles-Cover-Band ever ersetzt. So blieb es Helmut Berger vorbehalten, etwas Anarchie und Widerspenstigkeit in die ansonsten recht glatt gebügelte Retroshow zu schmuggeln, genug, um die Regie wild mit „Verabschieden!“-Schildern wedeln zu lassen, die Thomas Gottschalk aber souverän ignorierte. Mal sehen, was von Bergers lyrischem Weltschmerz morgen abend in der zurechtgestutzten Sendung noch übrig bleibt. Tresor TV,
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
Neugelesen – Folge 6: Franz Mon: »Unsere tägliche Kühlung vergib uns nie wieder« | DAS GEDICHT blog Es ist heiß in Deutschland. Die Sonne brennt, sofern nicht gerade Hitzegewitter etwas Abküh-lung verschaffen, mancherorts aber auch Katastrophen hinterlassen. Nicht die rechten Tage, um in einer Bibliothek zu sitzen und zu stöbern. Doch ich nehm die Launen, wie sie kommen. Und so saß ich vor wenigen Tagen im Zeitschriftenlesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek und blätterte durch, was mir gerade ins Auge fiel. Als Ende 2017 eine Inventur im Anton G. Leitner Verlag nötig war, hatte ich unter anderem viele Jahrgänge der Zeitschrift »Sinn und Form» in den Händen, von der ich bis dahin schon viel gehört, sie jedoch nie gelesen hatte. Ihr erster Chefredakteur war der Lyriker Peter Huchel. Ein Grund mehr, dachte ich mir, als ich sie ein weiteres Mal in der Bibliothek sah. Willkürlich griff ich ein Exemplar aus dem Stapel, es war der fünfte Band des Jahres 1993. Neben vielen spannenden und kritischen Essays zu Kunst und Politik fand ich zu meiner Überraschung ein Gedicht von Franz Mon: »Unsere täg-liche Kühlung vergib uns nie wieder“. Während ich schwitzend im Lesesaal saß, hatte mich der Titel sofort gepackt und gerne hätte ich ihm widersprochen. Noch bevor ich die drei Seiten Gedicht zu Ende gelesen hatte, war mir klar: Das Gedicht handelt nicht vom Wetter. Trotzdem war mir nicht ganz verständlich, wie ich den Inhalt wiedergeben sollte, würde ich danach gefragt. Eines würde ich festhalten: Es packt mich, es schnürt mich ein. Die Verse sind brisanter als nur ein noch so heißer Sommer-tag. Sie beschreiben die Scherzone zwischen einem deutschen Politikum und einer verödenden Gesellschaft. Es fallen geschickt verwebt einige Schlagworte, die langsam ein Bild entstehen lassen: Wolgaknie, Osten, Berchtesgaden, Gleiwitz, Bormann, Reichstag. Zwischen den Hauptwörtern brodeln Chemikalien: Zyankali im Goldzahn, Phosphor, Schwefel. In diesem Schmelztiegel finden sich Farben: Rosé, Rot, Blau, Grün. Es entsteht eine geradezu erdrü-ckende Atmosphäre: »es zuckt zwischen den rippen“. Ich habe etwas gebraucht, bis ich die Verbindungen zum Kalten Krieg herstellen konnte, was wohl auch daran liegt, das Glück gehabt zu haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren worden zu sein. Ich durfte ohne Kriegserfahrungen aufwachsen. Umso mehr gehöre ich zur richtigen Zielgruppe. Das Beklemmende in Franz Mons Gedicht ist ein Appell. Denn es ist heiß in Europa, mithin in der ganzen Welt. Und wenn wir nach Abkühlung verlangen, ist das mehr als zynisch; wenn wir abkühlen, ist das ein Untergang – unverzeihlich. Mons Gedicht zeigt eindrucksvoll, welche Kraft sich in Versen entfalten kann. Die Atmosphä-re ist drückend – trotz der drei Seiten –, sie ist geradezu stickig. Es ist ein Gedicht für einen Regentag und gibt einem die Energie, sich selbst entgegen aller Missstände zum Leuchten zu bringen. Es ist aber keineswegs flache Politpropaganda sondern ein Kunstwerk mit all den Codierungen, die es dazu machen. Ich hoffe, es treibt die eine oder den anderen in die Biblio-thek zu Franz Mon, und direkt danach auf die Straße. Darum bespricht diese Folge nur ein einzelnes Gedicht, fällt etwas kürzer aus als sonst. Bei aller Liebe zur Kunst: Es gibt Dinge, die müssen in die Hand genommen werden, trotz Sommerloch und Fußball. »Unsere tägliche Kühlung vergib uns nie wieder« in: Kleinschmidt, S. (Hrsg.): Sinn und Form, 1993, Bd.5, Berlin: Rütten & Loening, S. 814-816. Schlagwörter: David Westphal, Franz Mon Axel Kutsch Markus Bundi Paulus Böhmer Hans Magnus Enzensberger Georg Trakl Paul Celan Robert Gernhardt Raoul Schrott Simone de Beauvoire Lydia Daher Giuseppe Ungaretti Arthur Jacobs Annette Hagemann Bob Dylan Wolf Wondratschek Initiative junger Autoren (IJA) Maik Lippert Thomas Rosenlöcher Volker Hensdiek Inger Christensen Friederike Mayröcker Charles Bukowski Rudolf Kraus Sylvia Plath Jürgen Dziuk Thomas Kling Ernst Jandl Herta Müller Gottfried Benn Ingeborg Bachmann Margarete Heiß Mario Wirz Jan Wagner Fitzgerald Kusz Jean Genet Bas Böttcher Guillaume Apollinaire Anton G. Leitner Rainer Maria Rilke Christoph Wilhelm Aigner Friedrich Ani Ezra Pound Osip Mandelstam Ulrike Draesner Bertolt Brecht
de
q-de-2197
Was versteht man unter einem idealen Gas in der Physik und physikalischen Chemie?
Als ideales Gas bezeichnet man in der Physik und physikalischen Chemie eine bestimmte idealisierte Modellvorstellung eines realen Gases. Darin geht man von einer Vielzahl von Teilchen in ungeordneter Bewegung aus und zieht als Wechselwirkungen der Teilchen nur harte, elastische Stöße untereinander und mit den Wänden in Betracht. Obwohl dieses Modell eine starke Vereinfachung darstellt, lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben. In der Quantenmechanik unterscheidet man das ideale Bosegas und das ideale Fermigas. Modell des idealen Gases Im Modell des idealen Gases der klassischen Physik werden alle Gasteilchen als ausdehnungslose Massepunkte angenommen, welche sich frei durch das ihnen zur Verfügung stehende Volumen bewegen können. Im Wesentlichen gelten mehrere Idealisierungen, von denen sich zahlreiche andere Eigenschaften ableiten: Ideale Gasteilchen sind frei, sie üben keine Anziehungs- oder Abstoßungskräfte aufeinander aus. Es finden lediglich elastische Stöße zwischen Wand und Teilchen statt. Ideale Gasteilchen selbst belegen in ihrem Raum kein Volumen. Ideale Gasteilchen rotieren und vibrieren nicht. Ihre Energie ist ausschließlich die kinetische Energie der translatorischen Bewegung im Raum. Reale Teilchen können Energie auch in Eigenrotation speichern, in Molekülen können darüber hinaus Oszillationen der Atome gegeneinander angeregt sein. In der Van-der-Waals-Gleichung werden die beiden ersten Idealisierungen korrigiert, um das Modell des idealen Gases besser an reale Gase anzupassen. Mit frei ist gemeint, dass die Teilchen keinerlei Kräfte verspüren. Allerdings dürfen (und müssen) sich die Teilchen untereinander und an der Wand des Volumens stoßen. Ein Gasteilchen bewegt sich also geradlinig mit einer konstanten Geschwindigkeit, bis ein Stoß es in eine andere Richtung lenkt und dabei beschleunigen oder abbremsen kann. Die Annahme von Stößen ist für das Modell notwendig. Ließe man keine Stöße zu, so könnte man das Gas zum einen nicht in ein Volumen einsperren, da es die Wand nicht bemerkte, und zum anderen behielte jedes Gasteilchen für alle Zeiten seine Anfangsgeschwindigkeit. Letzteres würde z. B. verhindern, dass sich eine zugeführte Energie im Gas im Mittel gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilen könnte. Ein solches System kann nicht zum thermodynamischen Gleichgewicht streben. Durch die Stöße bewegen sich die Teilchen nur eine kurze Weglänge frei. Damit es zu Stößen kommt, muss ein Stoßquerschnitt angenommen werden. Genauere Modelle zeigen, dass der (durchschnittliche) Stoßquerschnitt temperaturabhängig anzusetzen ist (Sutherlandkonstante), was durch die Abhängigkeit des Stoßprozesses von der Energie der beiden Teilchen zu verstehen ist. Thermodynamik Zustandsgleichungen Die thermische Zustandsgleichung zur Beschreibung eines idealen Gases heißt allgemeine Gasgleichung. Sie wurde zuerst aus verschiedenen einzelnen empirischen Gasgesetzen hergeleitet. Später erlaubte die Boltzmann-Statistik eine direkte Begründung ausgehend von der mikroskopischen Beschreibung des Systems aus einzelnen Gaspartikeln. Die allgemeine Gasgleichung beschreibt die Abhängigkeiten der Zustandsgrößen des idealen Gases voneinander. In der Literatur wird sie üblicherweise in einer der folgenden Formen angegeben: wobei die universelle Gaskonstante bezeichnet und die spezifische Gaskonstante darstellt. Mithilfe dieser Gleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik lassen sich die thermodynamischen Prozesse von idealen Gasen mathematisch beschreiben. Neben der thermischen gibt es in der Thermodynamik noch die kalorische Zustandsgleichung. Diese lautet für das ideale Gas (ohne innere Freiheitsgrade): Allerdings sind thermische und kalorische Zustandsgleichung voneinander abhängig, was der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nennt. Eigenschaften idealer Gase Ein ideales Gas hat eine Reihe besonderer Eigenschaften, die alle aus der allgemeinen Gasgleichung und den Hauptsätzen der Thermodynamik gefolgert werden können. Die allgemeine Gasgleichung ist die kompakte Zusammenfassung verschiedener Gesetzmäßigkeiten: Satz von Avogadro Gleiche Volumina idealer Gase enthalten bei gleichem Druck und gleicher Temperatur gleich viele Moleküle. Die Stoffmenge als Maß für die Anzahl der Teilchen (Atome oder Moleküle) wird in der internationalen Einheit Mol gemessen. Das Mol ist also ein Vielfaches der Einheit. Das Volumen eines idealen Gases mit einer Stoffmenge bei Normbedingungen (nach DIN 1343) ( und ) ergibt sich aus der allgemeinen Gasgleichung zu: Die molare Masse (Masse von 1 mol) entspricht also der Masse einer Gasmenge, die bei 0 °C und in einem Volumen von 22,413 97 Liter enthalten ist (messbar aus der Gewichtsdifferenz eines gasgefüllten und dann evakuierten Kolbens). Gesetz von Boyle-Mariotte Bei konstanter Temperatur ist der Druck umgekehrt proportional zum Volumen: Gesetz von Amontons Bei konstantem Volumen steigt der Druck wie die absolute Temperatur: Dieses Gesetz ist die Grundlage für das Gasthermometer von Jolly. Gesetz von Gay-Lussac Bei konstantem Druck steigt das Volumen wie die absolute Temperatur: Molares Volumen eines idealen Gases Das molare Volumen eines idealen Gases Vm0 ist eine fundamentale physikalische Konstante, die das molare Volumen eines idealen Gases unter Normalbedingungen, d. h. bei Normaldruck p0 = 101,325 kPa und Normaltemperatur T0 = 273,15 K angibt. Es errechnet sich über die universelle Gaskonstante R als: Da R aufgrund der Definition der Maßeinheiten einen exakten Wert hat, kann man auch Vm0 exakt angeben. Thermodynamische Größen Allgemein gilt für ein ideales Gas: Wärmekapazität (einatomig): Adiabatenkoeffizient (einatomig): Entropieänderung: isobarer Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: isochorer Spannungskoeffizient: Bei Normalbedingungen gilt für ein ideales Gas: molares Volumen: Volumenausdehnungskoeffizient: isotherme Kompressibilität: Ideales Gasgemisch Nebenstehend die Zeitrafferdarstellung der reversiblen Entmischung eines idealen Gasgemischs mittels teildurchlässigen (semipermeablen) Membranen. Die linke (rote) Membran ist durchlässig für Komponente (grün) und undurchlässig für Komponente (braun), während umgekehrt die rechte (blaue) Membran für Komponente undurchlässig und für Komponente durchlässig ist. Die Kolben haben gleiche Abmessungen und bewegen sich gleich schnell. Die gesamte von den äußeren Kräften (rote Pfeile auf den Zylindern) geleistete Arbeit beträgt Null. Erfahrungsgemäß tritt bei der Mischung von idealen Gasen keine Mischungswärme auf und dasselbe gilt für die reversible Entmischung. Es wird weder Arbeit noch Wärme mit der Umgebung ausgetauscht. Da der Vorgang reversibel ist, bleibt die Entropie konstant. Bezeichnet die Volumenänderung pro Hub, den Druck, die Entropie und die Temperatur des Gemischs, und , , , und , , , die entsprechenden Größen der Komponente oder , so gilt: (Dalton-Gesetz) Analog gilt für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch: wenn die Entropie des Gemischs und die Entropie der separaten -ten Komponente bei der Temperatur und dem Volumen bezeichnet. Ideale Gase gleicher Temperatur überlagern sich in einem gemeinsamen Volumen ohne gegenseitige Beeinflussung, wobei sich der Druck (Daltonsches Gesetz), die thermodynamischen Potentiale (Entropie, innere Energie, Enthalpie) sowie die Wärmekapazitäten der einzelnen Bestandteile zu den entsprechenden Größen des Gemischs addieren. Mischungsentropie eines idealen Gasgemischs Die nebenstehende Abbildung zeigt, wie durch Diffusion aus zwei ursprünglich getrennten Gasen ein einheitliches Gemisch entsteht. Die Temperaturen und Drücke der anfangs getrennten Gase (grün oder braun) seien gleich. Durch Drehung des oberen der beiden zylindrischen Behälter, die mit ihren ebenen Dichtflächen aneinander liegen (1), werden die abgeschlossenen Volumina und zum abgeschlossenen Volumen vereinigt. Die darin enthaltenen Gase diffundieren ineinander (2), bis schließlich, von selbst ohne äußere Einwirkung, ein einheitliches (homogenes) Gemisch entstanden ist, bei dem jeder Bestandteil gleichmäßig über das gesamte Volumen verteilt ist (3). Verhalten sich die Gase wie ideale Gase, so tritt bei diesem Diffusionsvorgang keine Mischungswärme auf und es gilt: wobei und die Molzahlen der getrennten Gase bezeichnen. Die Mischungsentropie entspricht der Entropieänderung bei Expansion der Gase von ihren ursprünglichen Volumina oder auf das gemeinsame Gemischvolumen : oder mit , und : Für ein mehrkomponentiges ideales Gasgemisch gilt analog: Diese Formel gilt, wenn die getrennten Gase keine identischen Bestandteile enthalten, und zwar auch für chemisch sehr ähnliche Gase wie Ortho- und Parawasserstoff. Sie gilt näherungsweise auch für die Mischungsentropie von realen Gasen und zwar umso genauer, je besser diese die ideale Gasgleichung erfüllen. Wenn die beiden Teilvolumina und jedoch identische Gase enthalten, so findet beim Zusammenbringen keine Diffusion statt und es entsteht auch keine Mischungsentropie. Es ist also unzulässig, quasi in einem kontinuierlichen Grenzübergang die Gase immer ähnlicher und schließlich identisch werden zu lassen – siehe Gibbssches Paradoxon. Reversible Mischung von Gasen Nicht jede Mischung von Gasen ist irreversibel. Die Grafik zeigt ein Gedankenexperiment, bei dem ein Kolben links eine semipermeable (halbdurchlässige) Wand besitzt, die nur Gas A durchlässt, für Gas B aber eine Barriere darstellt. Die mittlere Wand des Zylinders ist ebenfalls semipermeabel, aber diesmal für Gas B. Der rechte Teil ist evakuiert, so dass keine Kraft von dieser Seite auf den Kolben wirkt. Anordnung 1: Das Gemisch aus Gas A und Gas B füllt die Kammer aus. Der Gesamtdruck setzt sich aus den Partialdrücken des Gases A und des Gases B zusammen. Anordnung 2: Der Kolben wurde bewegt, so dass Gas A durch die linke Wand des Kolbens in den entstehenden Raum eintreten kann. Gas B wiederum tritt durch die semipermeable Wand in den rechten Raum ein. In der mittleren Kammer bleibt ein Teil der Mischung, die weiterhin mit der Summe der Partialdrücke von Gas A und B auf den Kolben wirkt. Wie man durch das Kräftegleichgewicht am Kolben (hier auch Druckgleichgewicht, da die wirksame Kolbenfläche in allen drei Teilräumen gleich ist) sieht, heben sich die Kräfte durch die Gasdrücke auf. Die beiden Partialdrücke der reinen Gase sind in jeder Kolbenstellung gleich dem Gesamtdruck der Mischung. In der Praxis werden bei diesem Aufbau Reibung an Kolben und Dichtungen sowie Verluste beim Durchströmen der Gase durch die semipermeabelen Wände entstehen. Es bestehen jedoch keine physikalischen Schranken, so dass diese Verluste beliebig verkleinert und theoretisch auf Null reduziert werden können. Auch semipermeable Wände sind zumindest für einige Gase bekannt, beispielsweise glühendes Platin, das für Wasserstoff durchlässig ist, aber Sauerstoff sperrt. Somit ist die Mischung und Entmischung der beiden Gase vollkommen reversibel, da der Kolben in jeder Stellung im Gleichgewicht der Druckkräfte ist und im theoretischen Grenzfall verlustfrei und ohne Arbeit in jede Position verschoben werden kann. Statistische Beschreibung Während in der Thermodynamik die Zustandsgleichungen als reine empirische Gleichungen eingeführt werden, können diese mit den Mitteln der statistischen Physik direkt aus der mikroskopischen Beschreibung des Systems als Ansammlung einzelner Gaspartikel gewonnen werden. Außer den oben beschriebenen Annahmen des Modells selber wird dabei keine weitere Näherung benötigt. Die Möglichkeit der exakten mathematischen Beschreibung ist mit der Hauptgrund, warum das ideale Gas als einfachstes Gasmodell eine breite Anwendung findet und als Ausgangspunkt für bessere Modelle dient. Zustandssumme des idealen einatomigen Gases Hier soll die statistische Beschreibung des idealen Gases mit Hilfe des kanonischen Ensembles erfolgen (für eine alternative Herleitung im mikrokanonischen Ensemble – Sackur-Tetrode-Gleichung). Dazu betrachtet man ein System aus Teilchen in einem Volumen bei konstanter Temperatur . Alle thermodynamischen Relationen lassen sich aus der kanonischen Zustandssumme berechnen, welche wie folgt definiert ist: Dabei ist ein Zustand des Systems und die dazugehörige Energie. ri ist der Ort und pi der Impuls des -ten Teilchens. Für freie, nicht wechselwirkende Teilchen ist die Energie unabhängig vom Ort der Teilchen und ergibt sich als Summe aus den kinetischen Energien der Teilchen: Anstatt die Zustandssumme direkt auszuwerten, kann sie einfacher durch ein Integral über den Phasenraum berechnet werden. Der zusätzliche Faktor berücksichtigt die Ununterscheidbarkeit der Gasteilchen. Die Ortsraumintegrationen lassen sich elementar ausführen, da der Integrand nicht vom Ort abhängt; daraus erhält man das potenzierte Volumen . Weiterhin zerfällt die Exponentialfunktion in einzelne Faktoren für jede Impulskomponente, wobei sich die einzelnen Gauß’schen Integrale analytisch auswerten lassen: Letztlich erhält man für die kanonische Zustandssumme des idealen Gases wobei im letzten Schritt die thermische Wellenlänge eingeführt wurde. Die Zustandssumme hat die Eigenschaft, dass sie sich auch direkt aus der Zustandssumme eines einzelnen Teilchens berechnen lässt: Diese Besonderheit ist jedem idealen System in der statistischen Physik zu eigen und ist Ausdruck des Fehlens von Wechselwirkungen zwischen den Gasteilchen. Ein besseres Gasmodell, welches diese Wechselwirkungen berücksichtigen will, muss demnach zusätzlich abhängig von mindestens der 2-Teilchen-Zustandssumme sein. Ableitung thermodynamischer Relationen für das einatomige ideale Gas Das der kanonischen Zustandssumme zugeordnete thermodynamische Potential ist die freie Energie Für große Teilchenzahlen lässt sich die Fakultät mit der Stirling-Formel entwickeln, . Aus der freien Energie lassen sich nun alle thermodynamischen Relationen ableiten: Außerdem ist die Innere Energie mit der freien Energie verknüpft über . Entropie Die Entropie des idealen Gases ist: mit der Entropiekonstante . Thermische Zustandsgleichung Die thermische Zustandsgleichung ergibt sich aus was durch Umstellen in die bekannte Form der idealen Gasgleichung gebracht werden kann Chemisches Potential Das chemische Potential des idealen Gases ist gegeben durch Kalorische Zustandsgleichung Die kalorische Zustandsgleichung (die innere Energie in Abhängigkeit von Temperatur, Volumen und Teilchenzahl) kann aus den Gleichungen und bestimmt werden. Dies ergibt schließlich Das Bemerkenswerte an dieser Gleichung ist, dass die innere Energie vom Volumen unabhängig ist. Daraus folgt z. B., dass bei der isothermen Expansion eines idealen Gases die zugeführte Wärme vollständig in Arbeit umgesetzt wird. Gültigkeitsbereich Unter den realen Gasen kommen die leichten Edelgase und Wasserstoff diesem Zustand am nächsten, insbesondere bei niedrigem Druck und hoher Temperatur, da sie im Vergleich zu ihrer mittleren freien Weglänge eine verschwindend kleine Ausdehnung besitzen. Die Geschwindigkeitsverteilung der Teilchen in einem idealen Gas wird durch die Maxwell-Boltzmann-Verteilung beschrieben. Je niedriger der Druck und je höher die Temperatur ist, desto stärker verhält sich ein reales Gas wie ein ideales. Ein praktisches Maß dafür ist der „normierte“ Abstand der aktuellen Temperatur vom Siedepunkt: Zum Beispiel liegt der Siedepunkt von Wasserstoff bei 20 K; bei Zimmertemperatur ist das etwa das 15fache, was ein nahezu ideales Verhalten bedeutet. Dagegen beträgt bei Wasserdampf von 300 °C (573 K) der Abstand vom Siedepunkt (373 K) nur etwa das Anderthalbfache – weit ab von idealem Verhalten. Als quantitative Vergleichsgröße muss hier der kritische Punkt herangezogen werden: Ein reales Gas verhält sich dann wie ein ideales, wenn sein Druck klein gegenüber dem kritischen Druck oder seine Temperatur groß gegenüber der kritischen Temperatur ist. Ideale Gase unterliegen nicht dem Joule-Thomson-Effekt, woraus man folgern kann, dass ihre innere Energie und ihre Enthalpie unabhängig von Druck und Volumen sind. Der Joule-Thomson-Koeffizient beträgt daher bei idealen Gasen immer Null, und die Inversionstemperatur () hat keinen diskreten Wert, erstreckt sich also über den gesamten Temperaturbereich. Erweiterungen Ideales mehratomiges Gas Möchte man mit dem idealen Gasmodell mehratomige Gaspartikel, also Moleküle, beschreiben, so kann das durch eine Erweiterung der kalorischen Zustandsgleichung geschehen Dabei gibt die Anzahl der Freiheitsgrade pro Teilchen an. Moleküle haben neben den drei Translationsfreiheitsgraden weitere Freiheitsgrade für Rotationen und Schwingungen. Jede Normalschwingung hat dabei zwei Freiheitsgrade, weil der potentielle und der kinetische Freiheitsgrad einer Schwingung separate Freiheitsgrade sind. Beispielsweise besitzt ein zweiatomiges Gas insgesamt 7 Freiheitsgrade, nämlich drei Translationsfreiheitsgrade, zwei Rotationsfreiheitsgrade für Rotationen um Achsen senkrecht zur Verbindungslinie der Molekülatome und zwei Schwingungsfreiheitsgrade für die eine mögliche Schwingung der Molekülatome zueinander. Da in der Natur die Rotations- und Schwingungsfrequenzen von Molekülen gequantelt sind, wird eine gewisse Mindestenergie benötigt, um diese anzuregen. Oft reicht unter Normalbedingungen die thermische Energie nur, um in einem mehratomigen Molekül Rotationen anzuregen. In diesem Fall sind die Schwingungsfreiheitsgrade eingefroren. In zweiatomigen und in gestreckten mehratomigen Molekülen ist auch die Rotation um die Molekülachse eingefroren, so dass diese effektiv nur fünf Freiheitsgrade haben. Bei noch tieferen Temperaturen frieren auch die übrigen zwei Rotationsfreiheitsgrade ein, so dass nur die drei Translationsfreiheitsgrade verbleiben, wie bei den einatomige Gasen. Bei nicht stabförmigen Molekülen aus mehr als zwei Atomen tritt der dritte Rotationsfreiheitsgrad nebst weiteren Schwingungsfreiheitsgraden aber in der Regel auf. Relativistisches ideales Gas Wenn die Temperaturen so groß werden, dass die mittleren Geschwindigkeiten der Gaspartikel mit der Lichtgeschwindigkeit vergleichbar werden, so muss die relativistische Massenzunahme der Teilchen berücksichtigt werden. Dieses Modell lässt sich ebenfalls gut theoretisch beschreiben, allerdings ist ein reales Gas im Regelfall bei sehr hohen Temperaturen bereits ein Plasma, d. h. die vorher elektrisch neutralen Gaspartikel liegen getrennt als Elektronen und Ionen vor. Da die Wechselwirkung zwischen Elektronen und Ionen aber wesentlich stärker als zwischen neutralen Teilchen ist, kann die Modellvorstellung eines idealen Gases nur begrenzten Aufschluss über die Physik von heißen Plasmen liefern. Ideales Quantengas Jede Art von Materie besteht letztendlich aus Elementarteilchen, die entweder Fermionen oder Bosonen sind. Bei Fermionen und Bosonen muss immer die sogenannte Austauschsymmetrie berücksichtigt werden, was die statistische Beschreibung des Systems ändert. Ein reines ideales Gas ist im Grunde genommen also immer entweder ein ideales Fermigas oder ein ideales Bosegas. Die Quantennatur eines Gases wird jedoch erst spürbar, wenn die mittlere freie Weglänge der Gaspartikel vergleichbar oder kleiner als ihre thermische Wellenlänge wird. Dieser Fall gewinnt folglich bei tiefen Temperaturen oder sehr hohen Drücken an Bedeutung. Ideale Quantengase haben ein sehr breites Anwendungsspektrum gefunden. Beispielsweise können die Leitungselektronen in Metallen hervorragend durch das ideale Fermigas beschrieben werden. Die Hohlraumstrahlung und das Plancksche Strahlungsgesetz eines schwarzen Körpers können durch das ideale Photonengas – welches ein besonderes (masseloses) ideales Bosegas ist – ausgezeichnet erklärt werden. Ideale Bosegase können zudem bei sehr tiefer Temperatur einen Phasenübergang zu Bose-Einstein-Kondensaten zeigen. Van-der-Waals-Gas Reale Gase werden besser durch das sogenannte Van-der-Waals-Gas beschrieben, welches die immer vorhandenen Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Gaspartikeln und zusätzlich deren Eigenvolumen berücksichtigt. Die Van-der-Waals-Gleichung modifiziert die ideale Gasgleichung um zwei entsprechende Zusatzterme. In der statistischen Beschreibung kann diese Gleichung durch die sogenannte Virialentwicklung gewonnen werden. Perfektes Gas Als perfektes Gas werden ideale Gase bezeichnet, welche eine konstante Wärmekapazität haben, die nicht von Druck und Temperatur abhängig ist. Weblinks Bernd Glück: „Reversible Zustandsänderungen des idealen Gases“. Algorithmen und Rechenprogramm mit grafischer Darstellung der Zustandsverläufe Einzelnachweise Thermodynamik Statistische Physik
DR.SCHUBERTS PUROMARIN DUSCHGEL FRUITS | APOdirekt Feuchtigkeitsspendendes Duschgel mit erfrischendem Geruch nach Grapefruit, ohne Konservierungsmittel gemäß Kosmetik-VO 1223/2009 Anhang. 4267361 Das Duschgel FRUITS enthält einen Duftstoff, der nach Grapefruit riecht – frisch, hell und etwas herb. Die gelbe Farbe erinnert an einen schönen, sonnigen Tag. Besonders für die morgendliche Dusche geeignet, da man der Grapefruit nachsagt, dass sie klare Gedanken schafft, gegen depressive Schwingungen hilft und die Lebensgeister wieder tanzen lässt. Das Duschgel FRUITS enthält einen natürlichen, pflanzlichen Wirkstoff, der die natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMF – Natural Moisturising Factors) der Haut unterstützt. Der Wirkstoff sorgt für einen hohen Feuchtigkeitsgehalt in den äußeren Hautschichten, dem Stratum Corneum und verleiht der Haut ca. 8 Stunden Feuchtigkeit. Der Wirkstoff ist für die tägliche Hautpflege und für die Pflege trockener Haut geeignet. Der Wirkstoff besteht aus zwei Wirkkomponenten, die aus Zuckerrübe und Maisstärke gewonnen werden.Inhaltsstoffe:Aqua, Cocamidopropyl Betaine, Sodium Lauroyl Sarcosinate, PEG-90 Glyceryl Isostearate (and) Laureth-2, Sodium Capryloyl Glutamate, Glyceryl Caprylate (and) Glyceryl Undecylenate, Citric acid, Parfum, Hydrolyzed Corn Starch, Beta Vulgaris (Beet) Root Extract, CI 15985 Dr. Schuberts PUROMARIN® Duschgel Multivitamin € 7,45inkl. 20% MwSt. Dr. Schuberts PUROMARIN® Duschgel men Dr. Schuberts PUROMARIN® Rasierschaum Anti-hair Women Dr. Schuberts PUROMARIN® Rasierschaum Anti-hair Men Weitere Produkte der Marke Dr. Schuberts Naturkosmetik
de