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2024-12-01 21:20:30 | https://de.wikipedia.org/wiki/Lord_Fairfax_of_Cameron | Lord Fairfax of Cameron ist ein erblicher britischer Adelstitel in der Peerage of Scotland. Historischer Familiensitz der Lords war bis ca. 1710 Denton Hall bei Denton in North Yorkshire. Der Titel wurde am 18. Oktober 1627 an den englischen Diplomaten und Militär Sir Thomas Fairfax verliehen. Er hatte Königin Elisabeth I. auf mehreren diplomatischen Missionen bei Jakob VI. von Schottland vertreten und saß auch als Abgeordneter für mehrere Wahlkreise im englischen Parlament. Sowohl sein Sohn Ferdinando, der zweite Lord, als auch sein Enkel Thomas, der dritte Lord, dienten während des Bürgerkriegs als bedeutende Militärkommandanten im Dienste des Parlaments. Nach dem Tod des Letzteren im Jahr 1671 ging der Titel an seinen Cousin, den vierten Lord, über. Er war der Sohn von Reverend Henry Fairfax, dem zweiten Sohn des ersten Lords, und vertrat insbesondere Yorkshire im Unterhaus. Sein Sohn, der fünfte Lord, saß als Abgeordneter für Malton und Yorkshire. Sein Nachfolger wurde sein Sohn, der sechste Lord. Von seiner Mutter, der Tochter von Thomas Colepeper, 2. Baron Colepeper, dem Gouverneur von Virginia, erbte er beträchtliche Ländereien in Virginia. Nach seinem Tod gingen der Titel und die amerikanischen Ländereien an seinen jüngeren Bruder, den siebten Lord, über. Er vertrat Maidstone und Kent im Parlament. Die riesigen amerikanischen Ländereien wurden während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges konfisziert. Im Jahr 1792 erhielt er per Parlamentsbeschluss 13.758 £ zur Unterstützung amerikanischer Loyalisten. Sein Nachfolger wurde sein Cousin ersten Grades, der achte Lord, der Reverend Bryan Fairfax, der ebenfalls in Virginia lebte. Er war der Enkel von Reverend Henry Fairfax, dem zweiten Sohn des vierten Lords. Allerdings wurde er erst im Jahr 1800 vom House of Lords im Titel bestätigt. Sein Ururenkel war Albert Kirby Fairfax, der zwölfte Lord, der in Maryland in den Vereinigten Staaten lebte. Sein Familienzweig hatte mehrere Generationen in Amerika gelebt und den Titel im Wesentlichen vergessen. Dann wurde jedoch entdeckt, dass Albert der rechtmäßige Erbe der Lordschaft war, und 1908 wurde er vom Komitee für Privilegien des House of Lords in diesem Titel bestätigt. 1917 wurde er zum schottischen Repräsentanten-Peer gewählt, was er bis zu seinem Tod im Jahr 1939 blieb. Sein ältester Sohn, der dreizehnte Lord, folgte ihm nach. Er war von 1945 bis 1963 schottischer Repräsentant und diente zwischen 1954 und 1957 als Lord-in-Waiting in den konservativen Regierungen von Winston Churchill und Anthony Eden. Seit 1964 wird der Titel von seinem Sohn Nicolas, dem vierzehnten Lord, getragen. Voraussichtlicher Titelerbe ist ein Sohn des aktuellen Titelinhabers Hon. Edward Nicholas Thomas Fairfax . |
2024-12-03 16:27:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Monogenetische_Erbkrankheit | Eine monogenetische Erkrankung, auch als monogene Erkrankung bezeichnet, ist eine Krankheit, die durch einen Defekt in einem einzelnen Gen hervorgerufen wird, weshalb sie zuweilen auch als „Ein-Gen-Krankheit“ bezeichnet wird. Meistens handelt es sich dabei um vererbte Erkrankungen. Charakteristisch für monogenetische Krankheiten ist, dass sie in ihrem Vererbungsmuster den mendelschen Regeln folgen. Sie treten häufig schon in der frühen Kindheit auf und zeigen in vielen Fällen einen schwerwiegenden chronischen oder sogar tödlichen Verlauf. Da prinzipiell alle Gene anfällig dafür sind von Zeit zu Zeit zu mutieren, ist die Anzahl unterschiedlicher monogenetischer Erkrankungen sehr groß. Die Online-Datenbank OMIM verzeichnete bis Juni 2008 2310 monogenetische Krankheiten, deren genetische Ursachen vollständig aufgeklärt sind. Bei weiteren 1621 Erkrankungen konnte zwar ein Vererbungsmuster nach den Mendelschen Regeln nachgewiesen werden, über die molekulare Basis lagen jedoch noch keine Erkenntnisse vor. Darüber hinaus wurde für weitere 2084 phänotypische Krankheitsmanifestationen ein mendelsches Vererbungsmuster vermutet, so dass sich die Gesamtzahl gesicherter oder potentiell monogenetischer Erkrankungen und Phänotypen zu diesem Zeitpunkt auf 6015 belief. Demgegenüber steht eine Schätzung der Weltgesundheitsorganisation , nach der gegenwärtig über 10.000 monogenetische Erbkrankheiten mit differenzierbarem Phänotyp bekannt sind. Obwohl die meisten dieser Krankheiten außerordentlich selten vorkommen, sind sie in ihrer Gesamtheit jedoch recht verbreitet. Etwa ein Prozent der Neugeborenen sind betroffen. Hierbei stellen allerdings gerade einmal eine Handvoll der am häufigsten vorkommenden Ein-Gen-Krankheiten den Löwenanteil: sie repräsentieren fast die Hälfte aller weltweit vorkommenden monogenetischen Krankheiten. Da ein und dasselbe Gen von verschiedenen Mutationen betroffen sein kann, können auch monogenetische Erkrankungen in unterschiedlichen Ausprägungen bzw. Erscheinungsformen auftreten. So sind heute über 500 Mutationen in und nahe dem für die Phenylketonurie verantwortlichen PAH-Gen bekannt, das für das Enzym Phenylalaninhydroxylase codiert. Auch im Falle der Mukoviszidose gilt, dass ‚monogenetisch‘ nicht bedeutet, dass nur ein einziges „Krankheits-Allel“ vorhanden ist: hier finden sich sogar mehr als 1000 Allelvarianten im Gen, welches für CFTR codiert. Bei diesen Mutationen handelt es sich nahezu ausschließlich um Punktmutationen oder Deletionen von zwischen 1 und 84 Basenpaaren. Auch bei der lysosomalen Speicherkrankheit Morbus Gaucher wurden bis heute mehr als 200 Mutationen in und nahe dem GBA-Gen beschrieben. Diese Beispiele sind keine Sonderfälle, vielmehr scheint es, dass die meisten, wenn nicht sogar alle monogenetischen Erkrankungen unzählige Allel-Varianten aufweisen, man spricht mithin von ‚allelischer Heterogenität‘ . Obwohl als monogenetisch bezeichnet, ist heute bekannt, dass manche dieser Krankheiten, zumindest in geringerem Umfang, von weiteren Genen beeinflusst werden. Weitere Beispiele für Krankheiten, die auf ein einziges ererbtes Gen zurückgehen sind Chorea Huntington, Severe Combined Immunodeficiency, Muskeldystrophie oder Amyotrophe Lateralsklerose. Im Juli des Jahres 2011 betrug die ständig wachsende Zahl der mittels DNA-Analyse diagnostizierbaren monogenetischen Krankheiten schon weit über 1000, im Vergleich dazu sind weltweit heute etwas mehr als 3000 monogene Erbkrankheiten molekular charakterisiert, wären somit theoretisch ebenfalls mittels molekularbiologischer Verfahren untersuchbar. Krankheiten, die durch Defekte in mehreren Genen verursacht werden, heißen polygenetische Erkrankungen. Allel-Varianten, die zu unterschiedlichen Krankheiten führen, werden als Allelische Erkrankung bezeichnet. |
2024-12-04 07:22:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/Akzisemauer | Die Berliner Zoll- und Akzisemauer war die Stadtmauer Berlins ab dem 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie ersetzte die mittelalterliche Berliner Stadtmauer und die spätere Festung Berlin. Die Zoll- und Akzisemauer umfasste etwa das Siebenfache der durch Festungsanlagen umschlossenen Fläche der alten Residenzstadt. Im Unterschied zu ihren Vorgängern hatte die Akzisemauer keine militärische Bedeutung, sondern diente hauptsächlich der Überwachung des Handels: An den 18 Zolltoren wurden die Akzisen, die damaligen direkten Verbrauchssteuern auf eingeführte Waren, erhoben. Die Benennung der Tore erfolgte meist nach der von hier erreichbaren nächsten bedeutenden Stadt. Die Mauer hatte sowohl den Warenschmuggel als auch die Desertion von Soldaten der Berliner Garnison zu verhindern. Der gesamte Verkehr aus und in die Stadt wurde kontrolliert. So durften Juden die Stadt im Norden nur durch das Rosenthaler Tor und im Süden nur durch das Hallesche Tor betreten und mussten sich dort registrieren lassen. Die Akzisemauer wurde im Wesentlichen von 1734 bis 1737 unter Friedrich Wilhelm I. erbaut. Sie bezog die bereits 1705 errichtete sogenannte Linie, eine Umwehrung aus Palisaden nördlich der Stadt, deren Verlauf noch heute an der Linienstraße in Berlin-Mitte zu erkennen ist, ein. Ebenso erinnert die Friedrichshainer Palisadenstraße mit ihrem Namen an den damaligen Verlauf der Akzisemauer. Die Zollmauer bestand überwiegend aus Holzpalisaden und war nur zum Teil gemauert. Sie wurde mit 14 Stadttoren versehen, die meist nach einer Stadt benannt waren, die in der Richtung des Tores lag. Wie an den Stadttoren fanden auch an den Stellen, an denen die Spree den Verlauf der Akzisemauer kreuzte, Zollkontrollen statt. Dies wurde mit Hilfe von im Wasser schwimmenden Holzbalken, dem Unter- beziehungsweise Oberbaum, bewerkstelligt, mit denen die Ein- und Ausfahrt für Schiffe gesperrt werden konnte. Die Akzisemauer umfasste zum Zeitpunkt ihrer Erbauung nicht nur Berlin inklusive seiner Vorstädte, sondern vor allem im Osten und Süden auch noch große Flächen unbebauten oder landwirtschaftlich genutzten Landes. Da Berlin weiter wuchs, wurden Teile der Akzisemauer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrfach nach außen verschoben, und mit ihr wurden die Zolltore weitergerückt. Zwischen 1786 und 1802 wurden die hölzernen Teile durch eine steinerne Mauer ersetzt und die Akzisemauer insgesamt verstärkt und auf etwa vier Meter erhöht. Einige Stadttore wie das Brandenburger Tor erhielten dabei einen repräsentativen Neubau. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden vier weitere Stadttore, das Neue Tor , das Anhalter Tor , das Köpenicker Tor am Lausitzer Platz und das Wassertor . Eben außerhalb der Stadtmauer entstanden mehrere noch heute existierende Friedhöfe, wie beispielsweise der Dorotheenstädtische Friedhof an der Chausseestraße, der Friedhof der St.-Georg-Gemeinde an der Straße Prenzlauer Berg, mehrere Friedhöfe an der Friedenstraße sowie die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor. Auch die ersten Bahnhöfe der im 19. Jahrhundert entstehenden Eisenbahn wurden rings um die Stadt meist außerhalb der Stadtmauer errichtet. Es handelte sich um Kopfbahnhöfe, die den Endbahnhof einer neu erbauten Eisenbahnlinie bildeten. So entstanden 1838 der Potsdamer Bahnhof direkt vor dem Potsdamer Tor, 1841 der Anhalter Bahnhof direkt vor dem zu diesem Zweck neu errichteten Anhalter Tor, 1842 der Stettiner Bahnhof in der Nähe des Hamburger Tores und 1846 der Hamburger Bahnhof in der Nähe des Neuen Tores. Einzige Ausnahme war der Frankfurter Bahnhof , der 1842 als Endpunkt der Berlin-Frankfurter Eisenbahn innerhalb der Akzisemauer gebaut wurde. Um diese Kopfbahnhöfe miteinander zu vernetzen, wurde 1851 die Verbindungsbahn gebaut, die allerdings nur dem Güter- und Militärverkehr diente und deren Strecke meist entlang der Akzisemauer führte. Auch die erste Berliner U-Bahn-Linie wurde zwischen 1896 und 1902 als Hochbahn entlang der später abgerissenen Akzisemauer in Kreuzberg gebaut. Vor allem ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden außerhalb der Akzisemauer neue Vorstädte, das Berliner Stadtgebiet umfasste 1840 mehr als das Doppelte des von der Mauer umgebenen Gebietes. Als Folge davon wurden an den Zufahrtsstraßen zu Berlin teilweise weit vor den Toren der Stadt sogenannte Akzise- oder Steuerhäuser errichtet, in denen nun der Zoll bezahlt werden musste. Das einzige heute noch erhaltene Akzisehaus befindet sich etwa einen halben Kilometer vom Schlesischen Tor entfernt auf der Lohmühleninsel im Landwehrkanal. Ihrer hauptsächlichen Funktion enthoben, wurde die Akzisemauer 1860 per Dekret aufgehoben. Am 1. Januar 1861 wurde das Stadtgebiet durch Eingemeindungen noch einmal nahezu verdoppelt, es wurde erstmals in 16 Stadtbezirke gegliedert. Zwischen 1867 und 1870 wurde die Akzisemauer und mit ihr fast alle Tore abgerissen. Nach dem Abriss blieben nur das Brandenburger Tor, das Potsdamer Tor und das Neue Tor stehen. Nur das Brandenburger Tor existiert noch in seiner alten Form einschließlich der Nebengebäude zur Zollerhebung. Das zerstörte Neue Tor wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen. Das Schinkelsche Neue Potsdamer Tor wurde ebenfalls im Krieg zerstört. Die Reste wurden beim Bau der Berliner Mauer 1961 abgetragen. James Hobrecht lieferte im Auftrag des Berliner Polizeipräsidenten nach dem Abriss der Akzisemauer und einiger Tore eine Bauleitplanung für das gesamte Berliner Stadtgebiet, die in den folgenden Jahrzehnten schrittweise umgesetzt wurde . Nach Erschließungsarbeiten setzte eine rege Bautätigkeit ein, große Wohnblöcke mit Vorderhaus, Seitenflügeln und Quergebäuden entstanden. Sie gelten als die ersten Mietskasernen. Heute sind neben dem Brandenburger Tor noch Reste der Akzisemauer zu sehen. In der Hannoverschen Straße befindet sich ein unter Denkmalschutz stehendes Teilstück der Mauer, das in das Haus Nr. 9 eingebunden ist. In der Stresemannstraße wurde ein Teil der Fundamente der Akzisemauer ausgegraben und 1987 ein Teil der Mauer zu Anschauungszwecken wieder errichtet. Der Verlauf der Akzisemauer und insbesondere die Lage der Stadttore zum Zeitpunkt des Abrisses der Mauer sind noch heute an Benennungen vor allem von Plätzen erkennbar. Im Uhrzeigersinn hatte die Akzisemauer die folgenden 18 Stadttore und zwei flussseitige Zufahrten: Neben den oft festungsähnlichen Stadtmauern der Städte dienten vor dem Bau von Akzisemauern die vorgelagerten Landwehren der allgemeinen Transportkontrolle und Zollerhebung. Meist wurden diese nur mit einem Gebück verstärkt, teilweise sind jedoch auch Zäune oder Palisaden in Gebrauch gewesen wie etwa bei der Frankfurter Landwehr. Der Bau von Mauern an Zollgrenzen kam vor allem im preußischen Staat mit seinen umfassenden Landrekrutierungen auf, da diese Form der Verstärkung die Desertion von Soldaten erschwerte. Ähnliche Maueranlagen fanden sich daher mehrfach im Preußen des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Zollmauer von Potsdam, einer Residenz der preußischen Könige, wurde ab 1733 errichtet und bestand bis 1869. Deren Reste sind in den noch erhaltenen Stadttoren wie Jägertor , Nauener Tor und Brandenburger Tor zu erkennen. Das Brandenburger Tor von Potsdam ist dabei nicht mit dem gleichnamigen Tor von Berlin zu verwechseln. |
2024-12-02 10:48:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Stark | Philipp Stark ist ein deutscher Kommunalpolitiker . Seit 2021 ist er Bürgermeister der Stadt Burg in Sachsen-Anhalt. Stark ist in Reesen geboren und aufgewachsen. 2021 wurde er von seinem Stiefvater adoptiert und übernahm seinen Nachnamen. Vor der Wahl zum Bürgermeister war Stark jahrelang in der Burger Stadtverwaltung als Kultur- und Tourismusmanager angestellt. Stark ist parteilos, wurde aber von der SPD als Bürgermeisterkandidat aufgestellt. Unterstützt wurde die Kandidatur von den Grünen und den Linken. Bei einer Stichwahl um das Amt setzte er sich mit rund 66 % der Stimmen durch. |
2024-12-04 03:22:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nutzenversprechen | Der Begriff Nutzenversprechen , auch Wertversprechen, stammt aus der Wirtschaft und ist während der New Economy populär geworden. Er beschreibt, welchen Nutzen ein Unternehmen seinen Kunden mit einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Dienstleistung verspricht. Das Nutzenversprechen eines Geschäftsmodells beschreibt den Nutzen und damit den Wert, den Kunden oder Wertschöpfungspartner durch ein Geschäftsmodell erhalten. Das Nutzenversprechen richtet sich an zwei unterschiedliche Anspruchsgruppen: Value Proposition: Bei der Festlegung der Partner, die an der Wertschöpfung beteiligt sind, und der Kunden, für die die Leistung erbracht werden soll, ist zu berücksichtigen, welcher Nutzen ihnen aus der Einbindung in das Geschäftsmodell bzw. aus der erbrachten Leistung entstehen soll. Value Proposition ist ein spezieller Mix von Produkt, Preis, Dienstleistung, sowie besondere Beziehung und Imagefaktoren gegenüber den Kunden. |
2024-11-24 03:25:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Schatzki | Walter Schatzki, eigentlich Walther Schatzki war ein deutsch-amerikanischer Buchhändler und Antiquar. Schatzki stammte aus einer jüdischen Familie. Er war einer von fünf Söhnen des Diplom-Ingenieurs Ferdinand Schatzki , der als Oberingenieur bei der Siegener Verzinkerei AG in Klafeld-Geisweid tätig war, und seiner Frau Beate geb. Stern aus Schmallenberg. Seine Brüder waren der Textilfabrikant Herbert Schatzki, der Flugzeugkonstrukteur Erich Schatzki, der Röntgenologe Richard Schatzki und der Arzt Paul Schatzki. Alle Brüder überlebten durch Emigration den Holocaust. Nach einer kaufmännischen Lehre und Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg begann Schatzki als reisender Verkäufer Kinder- und Jugendliteratur zu verkaufen. Mit Hilfe der Erbschaft einer Tante eröffnete er 1920 in Frankfurt am Main eine eigene Buchhandlung, die Jugendbücherstube am Theaterplatz 12. Zugleich begann er mit dem Aufbau einer umfassenden Sammlung alter Kinderbücher, aus der er 692 Titel 1931 an die New York Public Library verkaufte. Er war einer der ersten, die den antiquarischen Wert von Kinderbüchern erkannten und damit handelten. So beruhte auf seinem Sammlerexemplar die Ausgabe von Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter 1933 in der Insel-Bücherei. Zunehmend der nationalsozialistischen Judenverfolgung ausgesetzt, emigrierte er nach dem frühen Tod seiner ersten Frau Hilde 1936 im Jahr 1937 über London in die USA. Sein Schwager Richard Schumann und Heinrich Cobet führten das Geschäft unter dem Namen Frankfurter Bücherstube Schumann & Cobet fort. Von 1988 bis zur Schließung 1995 gehörte es dem Suhrkamp Verlag. Im Dezember eröffnete Schatzki ein neues Geschäft in New York, zunächst in gemeinsamen Räumen mit Hellmuth Wallach. 1941 veröffentlichte er seinen ersten Katalog Old and rare children's books, den viele als bibliographisches Nachschlagewerk nutzten und der 1974 nachgedruckt wurde. Kinder- und Jugendbücher blieben seine Spezialität; daneben handelte Schatzki auch mit Zeichnungen und Musikalien, insbesondere Autographen. Walter Hinrichsen verkaufte über ihn Autographen der Musikbibliothek Peters, die er 1945 aus Leipzig mitgenommen hatte, an die amerikanische Sammlerin Mary Flagler Cary; mit ihrer Sammlung kamen sie 1968 in die Morgan Library. Dazu gehörten Franz Schuberts Schwanengesang; Chopins Mazurka op. 59, no. 3 und Polonaises op. 26; sowie Teile von Glucks Iphigenie auf Tauris und Georg Friedrich Händels Kantate Qual ti riveggio, oh Dio . Das Cary ebenfalls angebotene Oktett von Felix Mendelssohn Bartholdy kaufte hingegen die Library of Congress. Schatzki war 1949 einer der Gründer und von 1962 bis 1964 Präsident der American Antiquarian Booksellers Association . |
2024-12-04 05:38:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Friesch_Dagblad | Das Friesch Dagblad ist eine niederländische Regionalzeitung mit Redaktionssitz in Leeuwarden. Herausgeber der Zeitung ist die Friesch Dagblad Holding, die ebenfalls in Leeuwarden beheimatet ist. Die Zeitung erscheint sechs Tage die Woche im Broadsheet-Format, davon montags bis freitags als Abendausgabe und samstags als Morgenausgabe. Die bezahlte Auflage betrug im ersten Quartal 2008 14.577 Exemplare. Das Friesch Dagblad ist die einzige Regionalzeitung der Niederlande mit christlich-protestantischer Ausrichtung. Historisch bestand eine Nähe zur Partei ARP, später unterstützte man die Bildung des überkonfessionellen CDA, in dem die ARP aufging. Heute bezeichnet sich die Zeitung als überparteilich und nicht an eine besondere Kirche gebunden. Chefredakteur ist derzeit Lútzen Kooistra. Vorläufer des Friesch Dagblad war die Provinciale Friesche Courant, ein Organ der ARP, das von deren „Provinciale Persvereniging voor Friesland“ herausgegeben wurde und an zwei Tagen die Woche erschien. Nachdem mit De Standaard bereits seit 1872 ein überregionales Organ der ARP bestand, wollte der Parteiführer Abraham Kuyper auch regionale Zeitungen als Ergänzung. So kamen De Graafschapper 1877, De Zeeuw 1886 und im gleichen Jahr de Nieuwe Provinciale Groninger Courant hinzu. Die „Provinciale Persvereniging voor Friesland“ folgte deutlich später im Jahr 1899, die dann im Januar 1900 die Erstausgabe der Provinciale Friesche Courant herausbrachte. Das Blatt konnte zunächst 2.000 Abonnenten für sich gewinnen, diese Zahl fiel jedoch anschließend um mehr als die Hälfte. Anstatt die Zeitung ersatzlos einzustellen, wurde der umgekehrte Weg gegangen und mit finanzieller Hilfe von außerhalb der Nachfolger Friesch Dagblad gegründet, der von 1903 an täglich erschien. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg stellte die Zeitung ihr Erscheinen ein, da sie sich nicht der eingeführten Zensur unterwerfen wollte. Nach dem Krieg erschien sie von neuem und hat die in den 60er Jahren beginnende Loslösung anderer christlicher Zeitungen von ihrem Hintergrund nicht mitvollzogen. Während überregionale Zeitungen wie de Volkskrant und Trouw diesem Hintergrund gänzlich abschworen oder schließlich Chefredakteure einsetzten, die gar keiner Kirche mehr angehörten und sich dies auch bei regionalen Zeitungen so durchsetzte, blieb das Friesch Dagblad eine christliche Zeitung. 2002 wurde mit Het goede leven eine überregionale Wochenzeitung ins Leben gerufen, die von der gleichen Redaktion wie ihre Mutterzeitung betreut wird. Der langsame, aber seit dem Jahrtausendwechsel kontinuierliche Auflagenverlust führte jedoch zu finanziellen Verlusten und schließlich auch zu Entlassungen. |
2024-12-03 21:36:50 | https://de.wikipedia.org/wiki/Barret_Jackman | Barret D. Jackman ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler, der während seiner aktiven Karriere zwischen 1997 und 2016 unter anderem 960 Spiele für die St. Louis Blues und Nashville Predators in der National Hockey League auf der Position des Verteidigers bestritten hat. Seine größten Erfolge feierte Jackman mit dem Gewinn des Weltmeistertitels bei der Weltmeisterschaft 2007 und der Auszeichnung mit der Calder Memorial Trophy als bester Rookie der National Hockey League im Jahr 2003. Jackman spielte während seiner Juniorenzeit zwischen 1997 und 2001 für die Regina Pats in der Western Hockey League. Dort wurde er als jüngster Spieler in der Geschichte des Teams zum Kapitän ernannt. Im NHL Entry Draft 1999 holten sich die St. Louis Blues den Verteidiger mit Führungsqualitäten in der ersten Runde als 17. Er blieb noch zwei Jahre in Regina. In dieser Zeit spielte er auch zweimal mit Kanada bei der Junioren-WM und die Blues holten ihn für zwei AHL-Playoff Spiele zu den Worcester IceCats. Die Blues überstürzten nichts und ließen ihn in der Saison 2001/02 beim Farmteam in Worcester spielen. Nur für ein Spiel holten sie ihn in die NHL. Zur Saison 2002/03 stellten sie ihn in ihrer Verteidigung neben Routinier Al MacInnis. Während MacInnis die offensiven Aufgaben übernahm, spielte Jackman den defensiven Part und verschaffte sich auch mit seinen 190 Strafminuten Respekt bei seinen Gegenspielern. Trotz namhafter Konkurrenz von Henrik Zetterberg und Rick Nash entschied man sich bei der Wahl zur Calder Memorial Trophy für Jackman, der nur 19 Scorerpunkte erzielt hatte. Eine Schulterverletzung warf ihn in der Saison 2003/04 zurück und er konnte nur 15 Spiele bestreiten. Die Streiksaison 2004/05 verbrachte er bei den Missouri River Otters in der United Hockey League. Danach kehrte er wieder nach St. Louis zurück und ist seitdem beinahe durchgehend Stammspieler bei den Blues. Nach der Saison 2014/15 gaben die St. Louis Blues bekannt, seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Somit verließ Jackman die Blues mit 803 absolvierten Spielen, den zweitmeisten in der Geschichte des Franchise , und war auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Diesen fand er wenige Tage später in den Nashville Predators, bei denen er einen Zweijahresvertrag unterzeichnete. Nach nur einem Jahr wurde ihm jedoch sein verbleibendes Vertragsjahr von den Predators ausbezahlt . Im Oktober 2016 gab Jackman schließlich das Ende seiner aktiven Karriere bekannt. Im Juni 2017 gaben die St. Louis Blues bekannt, dass Jackman in ihre Organisation zurückkehrt und fortan als Trainer im Bereich der Spielerentwicklung tätig ist. Jackman vertrat sein Heimatland im Juniorenbereich bei den U20-Junioren-Weltmeisterschaften 2000 und 2001, wo er jeweils die Bronzemedaille gewann. Für die Herren-Auswahl nahm der Verteidiger an der Weltmeisterschaft 2007 in Russland teil. Dort gewann er nach einem 4:2-Finalsieg über Finnland die Goldmedaille. Vertrat Kanada bei: Bester Neuprofi: 1933 Voss | 1934 Blinco | 1935 Schriner | 1936 Karakas Calder Trophy: 1937 Apps | 1938 Dahlstrom | 1939 Brimsek | 1940 MacDonald | 1941 Quilty | 1942 Warwick Calder Memorial Trophy: 1943 Stewart | 1944 Bodnar | 1945 McCool | 1946 Laprade | 1947 Meeker | 1948 McFadden | 1949 Lund | 1950 Gelineau | 1951 Sawchuk | 1952 Geoffrion | 1953 Worsley | 1954 Henry | 1955 Litzenberger | 1956 Hall | 1957 Regan | 1958 Mahovlich | 1959 Backstrom | 1960 Hay | 1961 Keon | 1962 Rousseau | 1963 Douglas | 1964 Laperrière | 1965 Crozier | 1966 Selby | 1967 Orr | 1968 Sanderson | 1969 Grant | 1970 Esposito | 1971 Perreault | 1972 Dryden | 1973 Vickers | 1974 Potvin | 1975 Vail | 1976 Trottier | 1977 Plett | 1978 Bossy | 1979 Smith | 1980 Bourque | 1981 Šťastný | 1982 Hawerchuk | 1983 Larmer | 1984 Barrasso | 1985 Lemieux | 1986 Suter | 1987 Robitaille | 1988 Nieuwendyk | 1989 Leetch | 1990 Makarow | 1991 Belfour | 1992 Bure | 1993 Selänne | 1994 Brodeur | 1995 Forsberg | 1996 Alfredsson | 1997 Berard | 1998 Samsonow | 1999 Drury | 2000 Gomez | 2001 Nabokow | 2002 Heatley | 2003 Jackman | 2004 Raycroft | 2005 – | 2006 Owetschkin | 2007 Malkin | 2008 Kane | 2009 Mason | 2010 Myers | 2011 Skinner | 2012 Landeskog | 2013 Huberdeau | 2014 MacKinnon | 2015 Ekblad | 2016 Panarin | 2017 Matthews | 2018 Barzal | 2019 Pettersson | 2020 Makar | 2021 Kaprisow | 2022 Seider | 2023 Beniers | 2024 Bedard |
2024-12-02 09:06:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ichthyosaurier | Lebensbild von Shastasaurus, einem Vertreter riesiger Ichthyosaurier aus der Trias Die Ichthyosaurier sind eine Gruppe ausgestorbener Reptilien aus dem Mesozoikum . Sie waren vollständig an das Leben im Wasser angepasst und lebten ausschließlich im Meer. Insgesamt sind etwa achtzig Arten beschrieben. Sie lebten über einen Zeitraum von über 150 Millionen Jahren und starben vor 93 Millionen Jahren zu Beginn der Oberen Kreide aus, etwa 30 Millionen Jahre vor dem Aussterben der Nicht-Vogel-Dinosaurier. Die Ichthyosaurier unterliefen in der späten Trias sowie zwei Mal während des Juras größere Radiationen, aus denen die Neoichthyosauria mit unter anderem den Ophthalmosauridae und den Platypterygiinae hervorgingen. Das erste komplette Skelett eines Ichthyosauriers wurde 1811 durch die zwölfjährige Mary Anning im englischen Lyme Regis gefunden, als Dinosaurier noch unbekannt waren. Die Fossilien verwirrten die Menschen, denn der Körperbau erinnerte in einigen Punkten an den von Landwirbeltieren. Trotzdem wurden sie von einigen Forschern zunächst für Fische gehalten. Andere sahen in ihnen Amphibien oder sogar Meeressäugetiere. Ichthyosauria kommt aus dem Griechischen und bedeutet Fischechse . Das Taxon wurde 1835 von de Blainville aufgestellt. Um die basalen Formen zu integrieren, stellte Owen 1840 das Taxon Ichthyopterygia auf . Beide werden im Deutschen Ichthyosaurier genannt und hier auch zusammen beschrieben. Die Ichthyosauria werden als Untergruppe der Ichthyopterygia definiert und umfassen alle Formen, die näher mit Ichthyosaurus als mit Grippia verwandt sind. Ichthyosaurier erschienen in der Untertrias. Ein früher Vertreter der Ichthyosaurierstammgruppe war Cartorhynchus. Die ersten Formen wie Grippia, Utatsusaurus und Chaohusaurus hatten noch einen echsenartig langgestreckten Körper und bewegten sich wahrscheinlich küstennah im flachen Wasser durch ein anguilliformes Schlängeln des ganzen Körpers fort. Sie hatten eine hohe Anzahl von langgestreckten Wirbeln. Mixosaurus, Parvinatator und Cymbospondylus lebten in der Mitteltrias. Am Ende dieser Zeit verschwanden alle langgestreckten Ichthyosaurier und wurden in der Obertrias von den Shastasauriden, Formen mit einem eher spindelartigen Körperbau, abgelöst. Sie sind die Schwestergruppe aller nach der Trias lebenden Ichthyosaurier. Shonisaurus, Toretocnemus und Californosaurus lebten in der frühen, Macgowania und Hudsonelpidia in der späten und Shastasaurus in der gesamten Obertrias. Am Ende starben auch die drei letztgenannten Gattungen aus. Die größte Formenvielfalt zeigen die Ichthyosaurier der Mitteltrias, als es sowohl rein fischfressende Formen als auch solche mit heterodontem oder mit Knackgebiss gab. Im jurassischen Fossilbericht ist der Artenreichtum im Aalenium und Kimmeridgium am höchsten, in der Kreide reduziert er sich auf die Gruppe der Platypterygiinae und die Gattung Malawania. Im Unteren Jura erreichten die Ichthyosaurier ihren größten Artenreichtum. Alle jurassischen und späteren Ichthyosaurier bilden ein monophyletisches Taxon, die Neoichthyosauria. Eine bedeutende Fundstätte aus dieser Zeit ist der Posidonienschiefer bei der Gemeinde Holzmaden in Süddeutschland. Bisher wurden die fossilen Überreste von etwa 3000 Exemplaren aus den Gattungen Eurhinosaurus, Stenopterygius und Temnodontosaurus ausgegraben. In Großbritannien wurden viele Exemplare der Typusgattung Ichthyosaurus gefunden. Weitere Ichthyosaurier aus dieser Zeit sind Suevoleviatan sowie die langschnäuzigen Eurhinosaurier Leptonectes und Excalibosaurus. Während aus dem Mitteljura Chacaicosaurus, Mollesaurus und Ophthalmosaurus bekannt sind, lassen sich im Oberjura Brachypterygius und Caypullisaurus sowie weiterhin Ophthalmosaurus nachweisen. Alle drei Gattungen starben am Übergang vom Jura zur Kreidezeit aus. In der Kreide lassen sich sowohl die nahe mit Ichthyosaurus verwandte Gattung Malawania als auch verschiedene Vertreter der Baracromia nachweisen. Von ihnen überdauerte der weltweit vorkommende Platypterygius bis ans Ende des Cenomanium, als mit ihm der letzte Vertreter der Ichthyosaurier ausstarb. Ichthyosaurier waren Reptilien und gehörten damit zu den Landwirbeltieren. Sie sind sekundär wieder zum Leben im Wasser übergegangen. Ihr Schultergürtel ist nicht fest mit dem Schädel verwachsen wie bei Fischen, und in ihren Flossen lassen sich Ober- und Unterarmknochen, Handwurzelknochen und Fingerknochen unterscheiden. Wie andere diapside Reptilien haben sie Schädelfenster, die oberen Temporalfenster. Die bei anderen Diapsiden vorhandenen unteren Temporalfenster wurden sekundär wieder geschlossen. Wie die Plesiosaurier und Mosasaurier sollen die Ichthyosaurier in der Lage gewesen sein, ihre Körpertemperatur auf einem konstant hohen, gleichwarmen Niveau von 35 bis 39 °C zu halten . Die Taphonomie von Ichthyosauriern legt nahe, dass diese Tiergruppe – wie die meisten rezenten Walarten auch – ein höheres spezifisches Gewicht als Meerwasser aufgewiesen haben. Dunkle Spuren im fossil erhaltenen Weichgewebe von Ichthyosaurierfossilien zeigen, dass sie dunkel gefärbt und dass manche Ichthyosaurier – ähnlich wie die tief tauchenden Pottwale – einfarbig dunkel waren und keine Konterschattierung mit einer hellen Bauchseite zeigten. Ichthyosaurier konnten ein Meter , aber auch bis über zwanzig Meter lang werden. Ein 2016 in der obersten Trias von Lilstock in England gefundenes Knochenfragment wurde als Teil des Unterkiefers eines großen Ichthyosauriers erkannt. Die Gesamtlänge des Tieres, zu dem dieser Knochen gehörte, wurde in einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2018 mittels verschiedener Vergleichsverfahren vorsichtig auf ungefähr 20 bis 25 Meter geschätzt, womit die größten Fischsaurier die Länge von Blauwalen erreichten. Alle Ichthyosaurier, auch die frühesten, hatten flossenartige Gliedmaßen. Diese sind homolog zu denen der übrigen Wirbeltiere, jedoch haben sie sich im Laufe der Zeit in Anpassung an den Lebensraum Wasser drastisch verändert. Die Knochen der Vordergliedmaßen verkürzten und verbreiterten sich infolge der evolutionären Veränderungen. Gleichzeitig vermehrten sich die Fingerknochen . Dann verschwand der erste der fünf Finger . Danach kam es an beiden Seiten der verbleibenden Finger zu einer Vermehrung der Finger selbst. Die Vordergliedmaßen wurden wahrscheinlich nur zur Steuerung und zur Richtungsänderung benutzt, während der Vortrieb bei primitiven Formen durch das aalartige Schlängeln des Körpers, bei fortgeschrittenen Formen durch Schläge mit der Schwanzflosse erzeugt wurde. Einige Paläontologen vermuten auch einen Vortrieb durch die Vordergliedmaßen, aber der Schultergürtel der Ichthyosaurier ist nicht sehr stark, sondern schwächer als bei Wirbeltieren, die sich auf diese Weise fortbewegen. Die Augen der Ichthyosaurier waren im Verhältnis zu ihrer Körperlänge sehr groß und von einer ringförmigen, knöchernen Verstärkung umgeben, dem Skleralring, der bei vielen Wirbeltieren auftritt. Der Skleralring diente wahrscheinlich dazu, die flachen, nicht runden Augäpfel der Ichthyosaurier in Form zu halten, da ihre großen Augen während des Schwimmens einem unterschiedlichen Wasserdruck ausgesetzt waren. Derjenige Teil der Augen, der näher zur Schnauze liegt, war einem stärkeren Wasserdruck ausgesetzt als der weiter hinten liegende. Das größte bei einem Ichthyosaurier gefundene Auge ist gleichzeitig das größte Auge aller Wirbeltiere. Es hatte einen Durchmesser von 26,4 cm und gehörte zu Temnodontosaurus platyodon. In Relation zur Körperlänge hatte Ophthalmosaurus allerdings noch größere Augen. Die Augen waren sehr lichtstark. Verglichen mit der Blendeneinstellungen eines Foto-Objektivs hatte das Auge von Ichthyosaurus eine Blendenzahl von 1/1,1 bis 1/1,3, das von Ophthalmosaurus erreichte 1/0,8 bis 1/1,1. Es ist bekannt, dass die Augen nachtaktiver Tiere niedrige Blendenzahlen haben. Bei einer Eule liegt sie bei 1/1,1, bei einer Katze bei 1/0,9. Das Auge des Menschen hat eine Blendenzahl von 1/2,1. Die Ichthyosaurier konnten bei geringer Lichtmenge sehen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nachtaktiv waren. Vielmehr haben sie ihre Nahrung in der Tiefe des Ozeans gesucht. Die Ernährung einiger fortgeschrittener Ichthyosaurier ist durch Überreste der Beute in der Magenregion bekannt. Dabei haben sich vor allem die Fanghäkchen an den Fangarmen der Belemniten und Fischschuppen erhalten. Die Rostren der Belemniten wurden eventuell ausgespien. Wahrscheinlich fraßen sehr große Formen wie der zehn Meter Länge erreichende Temnodontosaurus auch andere Wirbeltiere. Bei einem Fossil aus der Oberkreide von Australien sind in der Magengegend zahlreiche junge Meeresschildkröten der Familie Protostegidae und ein Vogel aus der Gruppe der Enantiornithes gefunden worden. Spätere Formen, wie Ophthalmosaurus, hatten kurze starke Kiefer, abgestumpfte Zähne und fraßen wahrscheinlich hartschalige Tiere, wie Muscheln oder Ammoniten. Die Ammoniten wurden vor dem Verschlucken zerbissen und die Gehäuse weggeschleudert. Ichthyosaurier konnten nicht mehr an Land kriechen und dort Eier ablegen. Sie waren lebendgebärend und stammten wahrscheinlich schon von lebendgebärenden Vorfahren ab. Es wurden über 50 Fossilien gefunden, bei denen sich einige, maximal zehn bis elf Jungtiere derselben Art im Körper des Muttertieres innerhalb des Rippenkorbes befinden. Wie bei Delfinen wurden die Jungen mit dem Schwanz zuerst geboren , so konnten sie rasch zur Wasseroberfläche, um den ersten Atemzug zu nehmen. Bei einigen der Fossilien sollen die Tiere im Augenblick der Geburt gestorben sein, das Junge steckt noch mit Kopf oder Schnauze im Mutterleib. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass in diesen Fällen ein Embryo nach dem Tod des Muttertieres durch Fäulnisgase ausgetrieben wurde. Die Ichthyosaurier haben sich vollständig an ein Leben im Wasser angepasst, dabei haben sich ihre ursprünglichen Merkmale stark verändert. Basale Formen, die diese Merkmale noch zeigen, sind fossil nur selten überliefert. Darum war es lange Zeit umstritten, wie die Ichthyosaurier mit anderen Amnioten verwandt sind. Schließlich wurde in der Unteren Trias Japans der primitive Ichthyopterygier Utatsusaurus hataii gefunden. Durch ihn wurde die Verwandtschaft der Ichthyosaurier deutlicher. Phylogenetische Analysen zeigen, dass die Ichthyosaurier zu den diapsiden Reptilien gehören, aber nicht wie die zweite Großgruppe mariner Reptilien im Mesozoikum, die Sauropterygia zu deren Kronengruppe, die die heutigen Schuppenkriechtiere, die Brückenechsen, die Krokodile und die Vögel einschließt. Wahrscheinlich spaltete sich die Linie der Ichthyosaurier vor der Teilung der Diapsida in Archosauromorpha und Lepidosauromorpha ab. Sie sind also nicht näher mit den anderen marinen Großreptilien des Erdmittelalters, den Plesiosauriern und den Mosasauriern, verwandt, die beide zu den Lepidosauromorpha gehören. Die Stellung der Ichthyosaurier innerhalb der Reptilien verdeutlicht das nachfolgende Kladogramm: Die innere Systematik der Ichthyosaurier wird in folgendem Kladogramm dargestellt: Bis September 2013 wurden über 50 valide Gattungen beschrieben. Die Ichthyosaurier starben vor 93 Millionen Jahren aus, am Ende des Cenomaniums. Die letzte Gattung, die sich eindeutig identifizieren lässt, ist die weltweit verbreitete Platypterygius. Die Gründe für das Aussterben sind unbekannt. Vermutet wurde bisher, dass das Aufkommen der Mosasaurier, gigantischer Meeresreptilien aus der Gruppe der Schuppenkriechtiere, damit zu tun hat. Sie entwickelten aber erst große Formen, als die Ichthyosaurier schon ausgestorben waren. Ein weiterer möglicher Grund ist das ozeanische anoxische Ereignis am Ende des Cenomanium. Es führte dazu, dass die Weltmeere unterhalb der Oberflächenschicht an Sauerstoff verarmten, was ein Aussterben mariner Wirbelloser und auch von Cephalopoden bewirkte. Nach dieser Theorie gingen die Ichthyosaurier zugrunde, weil ihre Nahrungsgrundlage versiegte. Einige Wissenschaftler verweisen auf die Vermehrungsstrategie der Ichthyosaurier. Ein Ichthyosaurier bekam nur wenige relativ große, weit entwickelte Jungtiere. Für sie waren die neuen, großen Raubfische in der Oberkreide gefährlich, wie Xiphactinus aus der Ordnung der Ichthyodectiformes. |
2024-12-03 23:39:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Regionalliga_1967/68#West | Berlin West Südwest Süd: Die Fußball-Regionalliga-Saison 1967/68 war die fünfte Spielzeit der seinerzeit zweithöchsten Spielklasse im deutschen Fußball. Erstmals durfte ein Spieler pro Mannschaft und pro Spiel im Spielverlauf ausgewechselt werden, sofern dieser verletzungsbedingt spielunfähig wurde. Kickers Offenbach schafften, nachdem sie bereits mehrmals erst in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, erstmals den Sprung in die Bundesliga. Begleitet wurden sie ins Oberhaus von Hertha BSC, die nach dem Zwangsabstieg 1965 die Rückkehr schafften. Die Saison war keine gute Spielzeit für die Aufsteiger aus der 1. Amateurliga. Von elf Mannschaften schafften mit dem 1. FC Phönix Lübeck, dem BFC Alemannia 90, dem Lüner SV, dem SC Fortuna Köln und SSV Jahn Regensburg nicht einmal die Hälfte den Klassenerhalt. Neuling SC Friedrichsthal musste Bundesliga-Absteiger Borussia Neunkirchen Platz machen, ebenso stieg das Gründungsmitglied Karlsruher SC aus der deutschen Eliteklasse ab. 85 Mannschaften spielten in fünf Regionalligen. Die zwei besten Mannschaften einer jeden Regionalliga am Ende der regulären Saison spielten in jeweils zwei fünf Mannschaften umfassenden Runden die beiden Erstligaaufsteiger aus. Mit Ausnahme der Regionalligen Südwest und Süd, in denen die drei letzten Mannschaften betroffen waren, mussten in allen Ligen die beiden Letztplatzierten in die 1. Amateurliga absteigen. Titelverteidiger Arminia Hannover, Vorjahresvize Göttingen 05 und der VfL Wolfsburg mit seinen Torschützen Wilfried Kemmer und Wolf-Rüdiger Krause lieferten sich bis zum letzten Spieltag am 12. Mai 1968 einen spannenden Kampf um die Meisterschaft. Am vorletzten Spieltag, den 5. Mai, verloren die führenden Wolfsburger das Heimspiel gegen Göttingen mit 1:2 Toren und mussten am Schlusstag als spielfreie Mannschaft zusehen, wie die Rivalen aus Hannover und Göttingen in ihren Spielen gegen den VfB Oldenburg beziehungsweise Sperber Hamburg noch an ihnen vorbeizogen. Arminia gelang mit Trainer Hans Hipp die Titelverteidigung mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Oldenburg und Göttingen holte sich mit Trainer Fritz Rebell erneut mit einem 7:0-Sieg gegen Sperber die Vizemeisterschaft. Neuling Phönix Lübeck überraschte mit dem sechsten Rang und das Talent Peter Nogly machte erstmals auf sich aufmerksam. In das Amateurlager stiegen Altona 93 und der zweite Aufsteiger TuS Haste 01 ab. Die Torschützenliste wurde von Kemmer , Heino Bachmann und Krause angeführt. Zur Runde 1968/69 kam Helmut Heeren mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund in die Fußball-Bundesliga. Die Amateurmannschaft von SV Arminia Hannover als Dritter aus Niedersachsen durfte nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Es rückte der Tabellenvierte TuS Celle nach. Die Amateurmannschaften von Werder Bremen und Bremerhaven 93 durften als Bremer Meister bzw. Vizemeister ebenfalls nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Es rückte der Dritte SV Woltmershausen nach. Hertha BSC holte sich 1968 die dritte Meisterschaft in Folge in Berlin, Tennis Borussia ebenso die dritte Vizemeisterschaft in Serie. Hertha gab in den 15 Heimspielen nur einen Punkt ab und kassierte in 30 Punktspielen lediglich elf Gegentore. Die Defensive um Torhüter Volkmar Groß, die Verteidiger Lothar Groß, Uwe Witt, Peter Enders, Ivan Šangulin und Tasso Wild war der Garant für den erneuten Titelgewinn. Gastspiele von Hertha BSC sorgten bei den Vereinen aus den Stadtteilen für gute Einnahmen. Rapide Wedding bescherte der Auftritt von Hertha BSC eine Zuschauerzahl von 5092 am 4. Spieltag. Der Spandauer SV konnte am 1. Oktober 1967 bei seiner 2:3-Niederlage gegen die Herthaner 4911 Zuschauer verzeichnen, Hertha Zehlendorf am 12. November 1967 sogar 15.127 Zuschauer und der spätere Absteiger VfB Hermsdorf begrüßte bei seinem bemerkenswerten 0:0 gegen Hertha BSC am 24. März 1968 immerhin 2122 zahlende Zuschauer. Das von Herbert Siegert trainierte Team von Tennis Borussia stand am Ende der Vorrunde punktgleich mit 24:6 Zählern auf dem zweiten Rang, punktgleich mit Hertha Zehlendorf – Helmut Faeder, Uwe Kliemann, Wolfgang Sühnholz. Beide Mannschaften lagen vier Punkte hinter Hertha BSC. Die Mannschaft von Trainer Helmut Kronsbein hatte lediglich am 15. Oktober 1967 durch eine 1:2-Niederlage bei den „Veilchen“ zwei Minuspunkte kassiert. Tennis Borussia – Lutz Steinert, Bernd Gersdorff, Georg Damjanoff, Michael Krampitz – erzielte als Vizemeister mit 108 Treffern die meisten Tore in der Runde und stellte auch mit Horst Lunenburg den Torschützenkönig der Berliner Regionalliga. In der Torschützenliste folgten Klaus Hinz von Wacker 04 mit 24 Treffern vor Manfred Eichholz , Manfred Kipp und Dieter Krafczyk von Hertha BSC mit jeweils 23 Toren. Die Neuköllner Sportfreunde und der VfB Hermsdorf traten den Weg in das Amateurlager an. Der Tabellenletzte aus Hermsdorf kam in den 15 Auswärtsbegegnungen auf 9:50 Tore und holte damit drei Punkte. Der überlegene Meister Hertha BSC spielte am 24. März 1968 in der Rückrunde beim VfB 0:0 unentschieden. Zur Runde 1968/69 wurde Karl-Heinz Hausmann von Wacker 04 vom Bundesligaaufsteiger Hertha BSC für die Fußball-Bundesliga verpflichtet. Der Kampf um die zwei ersten Plätze zur Teilnahme an der Bundesligaaufstiegsrunde entwickelte sich zu einem Dreikampf zwischen Bayer Leverkusen , Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen . Trainer Theo Kirchberg führte die Rot-Schwarzen aus dem Ulrich-Haberland-Stadion, dem Zehnten des Vorjahres, Bayer Leverkusen, überraschend zur Meisterschaft. Am letzten Spieltag konnte auch das 3:3-Remis bei Schwarz-Weiß Essen die Meisterschaft der Bayer-Elf nicht verhindern. Essen und Oberhausen gewannen zwar ihre Abschlussspiele gegen Hamborn 07 beziehungsweise Fortuna Köln, konnten damit aber nur den Punktgleichstand beziehungsweise einen Punkt Rückstand zu Leverkusen bewerkstelligen. RWO war der erste Verein aller Regionalligisten, der sich 1967/68 mit dem früheren ungarischen Nationalspieler Nandor Lengyel einen technischen Direktor leistete. Trainer Hermann Eppenhoff führte den VfL Bochum überraschend in das DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Köln. In der Punkterunde musste sich Bochum mit dem fünften Rang begnügen, aber mit deutlichem Vorsprung vor dem Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf, wo mit dem neuen Torhüter Wolfgang Fahrian und dem neuen Wiener Trainer Ernst Melchior die sofortige BL-Rückkehr nicht umgesetzt werden konnte. Der zweite Bundesligaabsteiger, RWE, konnte dagegen mit Trainerneuling Erich Ribbeck und dem überragenden Angreifer Willi Lippens als Vizemeister in die Aufstiegsrunde einziehen. In der Torschützenliste rangierte Ernst Kuster von Arminia Bielefeld mit 28 Treffern an der Spitze. Willi Lippens folgte mit 26 Toren auf dem zweiten Rang. Mit jeweils 17 Torerfolgen teilten sich Rolf Kucharski vom TSV Marl-Hüls und Jürgen Papies von Fortuna Düsseldorf den dritten Rang in der Torschützenliste. Es folgten Heinz Poll mit 16 Saisontoren, danach Gustav Eversberg sowie der spätere Bundesliga-Torjäger Hans Walitza mit je 15 Toren. Von den RL-Aufsteigern erreichte der Lüner SV den beachtlichen achten Rang, Fortuna Köln hielt die Klasse und der VfB Bottrop ging aber postwendend wieder in das Amateurlager zurück. Begleitet wurde der VfB von Westfalia Herne. Im Südwesten setzte sich der Dorfverein SV Alsenborn souverän als neuer Meister durch. Nach dem achten Rang des Vorjahres überraschte das Team des sportlichen Führungsduos Fritz Walter und Otto Render gewaltig und verwies die alten Oberligaspitzenmannschaften des 1. FC Saarbrücken und FK Pirmasens auf die Plätze. In einem Entscheidungsspiel holte sich TuS Neuendorf durch einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen Pirmasens die Vizemeisterschaft und zog mit Alsenborn in die Bundesligaaufstiegsrunde ein. In der Startphase verlor Alsenborn zwei Spiele – am 12. August mit 0:2 gegen Saar 05 und am 17. September mit 1:2 gegen den späteren Absteiger SC Friedrichsthal –, im weiteren Verlauf kam aber nur noch eine Niederlage am 24. März 1968 beim VfR Frankenthal mit 1:2 Toren hinzu. Am Ende hatte der SVA mit 24 Siegen und jeweils drei Remis und Niederlagen die deutlich beste Bilanz vorzuweisen. Das Gleiche gilt auch für das mit 87:21 Treffern geführte Torverhältnis. Die Meistermannschaft war besetzt mit: Manfred Krei; Roland Kirsch, Fritz Fuchs; Erwin Rödler, Klaus Schmidt, Wolfgang Röhring; Manfred Feldmüller, Lorenz Horr, Jürgen Schieck, Franz Schmitt, Josef Sattmann, Alfons Wachter. Der Vizemeister aus Koblenz wurde von Herbert Rappsilber trainiert und baute auf die Leistungsträger Rudolf Krätschmer, Rudolf Stracke, Willi Kostrewa, Otto Jaworski, Hans Sondermann, Helmut Horsch, Werner Hölzenbein und Hans-Günter Funke. Spektakulär in die Saison gestartet war Neuling SC Friedrichsthal. Am 1. Spieltag gelang ein 4:0-Auswärtssieg beim FC Homburg, am 2. Spieltag gar ein 5:0 Erfolg über den Ludwigshafener SC, nach einem Unentschieden im Heimspiel gegen den VfR Frankenthal und einer anschließenden Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken, erzielte das Team einen 5:0-Auswärtssieg beim SSV Mülheim. Die Torjäger Flick und Wobido waren mehrfach erfolgreich. Danach gelang am 6. Spieltag gar ein 2:1-Heimsieg gegen den späteren Meister SV Alsenborn, ehe die Erfolgsserie riss. Am Ende musste der SC Friedrichsthal zusammen mit den anderen beiden Neulingen Ludwigshafener SC und der SSV Mülheim wieder in das Amateurlager absteigen. Die zwei Spitzenreiter des Vorjahres – 1966/67 wurde Offenbach vor Hof Meister –, machten auch 1967/68 das Rennen an der Süd-Spitze unter sich aus. Mit einem Punkt Vorsprung holte sich Bayern Hof mit Trainer Heinz Elzner und den Offensivsäulen Wolfgang Breuer und Siegfried Stark vor Kickers Offenbach die Meisterschaft in der Regionalliga Süd. Die Mannschaft vom Bieberer Berg ersetzte noch auf der Zielgeraden Trainer Kurt Baluses durch Kurt Schreiner. Am ersten Spieltag, dem 13. August 1967, war Hof mit einem 4:1-Heimsieg und der OFC mit einem 0:0-Remis gegen den SSV Reutlingen in die Runde gestartet. Bei den Hessen hatte man sich insbesondere auf den Torhüter Rudolf Wimmer, die Verteidiger Ferdinand Heidkamp, Josef Weilbächer, Alfred Resenberg und den Defensiv-Chef Hermann Nuber verlassen können. Die Trainer-Altmeister Richard Schneider, Georg Wurzer und Jenő Vincze kamen mit ihren Vereinen SSV Reutlingen , Stuttgarter Kickers und dem FC Schweinfurt 05 hinter den zwei Spitzenreitern auf die Plätze drei, vier und fünf. Beim VfR Mannheim ragte der Torjäger Franz Schäffner mit 27 Toren heraus und Robert Gebhardt kam mit der Kleeblattelf aus Fürth auf den siebten Rang. Der spätere Meistertrainer in Österreich, Otto Barić, musste sich mit Rüsselsheim damit zufriedengeben, nicht in den Abstiegssog hereingezogen worden zu sein. Torjäger Kurt Haseneder kam mit Schwaben Augsburg nicht aus den hinteren Mittelfeldrängen heraus und die Mannschaft vom Böllenfalltor, Darmstadt 98, konnte mit den ehemaligen Eintracht Frankfurt-Größen Erwin Stein und Dieter Stinka gerade noch den Abstieg abwenden. Am letzten Spieltag, den 12. Mai 1968, stieg der FSV Frankfurt durch die 0:1-Heimniederlage am Bornheimer Hang gegen den SV Waldhof Mannheim aus der Liga ab, da gleichzeitig Jahn Regensburg ihr Auswärtsspiel mit 2:0 Toren in Rüsselsheim für sich entscheiden konnten. Neben den Hessen traf der Abstieg auch noch die zwei Aufsteiger TSG Backnang und den SV Wiesbaden. Rot-Weiss Frankfurt als Meister der 1. Amateurliga Hessen und der ESV Ingolstadt als Meister der Bayernliga stiegen direkt in die Regionalliga Süd auf. Die Meister der 1. Amateurligen: Südbaden, Nordbaden, Nordwürttemberg und Schwarzwald-Bodensee spielten in einer Aufstiegsrunde den dritten Aufsteiger aus. Den Aufstieg schaffte der Meister aus Nordbaden: VfL Neckarau. Am ersten Spieltag, den 18. Mai 1968, konnte der Süd-Vizemeister Kickers Offenbach beobachten, wie die Rivalen Neuendorf, Hannover, Tennis Borussia und Leverkusen in die Runde starteten. Beachtlich war der 4:2-Erfolg des Westmeisters Leverkusen in Berlin, als die Bayer-Elf nach einer 2:1-Halbzeitführung von Tennis Borussia in der zweiten Halbzeit noch den Sieg vor 25.000 Zuschauern herstellen konnte. Am zweiten Spieltag startete die Nuber-Elf mit einem 1:1-Remis beim vermeintlichen Hauptrivalen Leverkusen in die Aufstiegsrunde. Mit 6:2 Punkten führte die Mannschaft vom Bieberer Berg nach der Hinserie die Tabelle vor Leverkusen mit 5:3 Zählern an. Mit dem vorentscheidenden 2:1-Heimsieg am 9. Juni gegen die Mannen um Leo Wilden legte der OFC den Grundstein für den Aufstieg. Die 2:3-Abschlussniederlage am letzten Spieltag in Hannover gegen die abgeschlagene Arminia am 23. Juni war ohne Bedeutung. Die eingesetzten Spieler vom Aufsteiger Kickers Offenbach: Rudolf Wimmer, Wolfgang Mühlschwein; Ferdinand Heidkamp, Josef Weilbächer, Egon Schmitt, Hermann Nuber, Alfred Resenberg, Roland Weida, Willi Rodekurth, Dieter Fern, Lothar Weschke, Gerd Becker, Hans-Jürgen Oehlenschläger, Dieter Stangel Hertha BSC, 1965 wegen Verstoßes gegen das Lizenzspielerstatut zwangsversetzt in die Regionalliga Berlin, schaffte im dritten Anlauf in der Aufstiegsrunde 1968 auf sportlichem Weg die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga. Der Start brachte am 18. Mai 1968 ein 2:2-Remis beim vermeintlich härtesten Rivalen Rot-Weiss Essen vor 33.000 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße. RWE führte nach 50. Minuten mit 2:0 Toren, der Mannschaft von Trainer Helmut Kronsbein glückte aber durch Treffer von Ivan Šangulin und Werner Ipta noch der Ausgleich. Nach dem dritten Spieltag, dem 26. Mai, Lorenz Horr sorgte mit zwei Treffern für eine 1:2-Niederlage im Ludwigshafener Südweststadion gegen den pfälzischen Dorfverein SV Alsenborn, sah es für Hertha dagegen nicht gut aus. Mit dem 2:0-Heimerfolg am 12. Juni – Tore durch Tasso Wild und Lothar Groß – gegen Essen brachte sich Hertha wieder auf die Aufstiegsspur zurück. In den letzten zwei Spielen folgte ein 3:2-Erfolg in Hof und abschließend am 23. Juni vor 78.000 Zuschauern im Olympiastadion ein 1:1-Remis gegen Alsenborn und damit war die Bundesligarückkehr mit 11:5 Punkten vor RWE mit 9:7 Zählern vollzogen. Die eingesetzten Spieler von Hertha BSC: Volkmar Groß; Lothar Groß, Uwe Witt, Tasso Wild, Peter Enders, Ivan Šangulin, Hans-Joachim Altendorff, Werner Ipta, Rudolf Kröner, Dieter Krafczyk, Reinhold Adelmann, Reinhardt Lindner, Hans Eder, Hans-Dieter Kluge. Die besten Torschützen der Aufstiegsrunde 1968 waren: Wolfgang Breuer ; auf je 5 Tore brachten es: Willi Lippens, Karl-Heinz Brücken und Fredi Hennecken. Als zweithöchste Spielklasse: 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 Als dritthöchste Spielklasse: 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/2000 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 | 2004/05 | 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 Als vierthöchste Spielklasse: 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
2024-11-23 15:56:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Delain | Delain ist eine niederländische Symphonic-Metal-Band, die 2002 von dem ehemaligen Within-Temptation-Keyboarder Martijn Westerholt gegründet wurde. Delain wurde 2002 von Martijn Westerholt gegründet, nachdem er Within Temptation im Jahre 2001 aufgrund einer Erkrankung am Pfeiffer-Drüsenfieber verließ. Deren Gründer Robert Westerholt ist Martijns Bruder. Nachdem Martijn Westerholt 2002 zusammen mit der Sängerin Anne Invernizzi, den Gitarristen Roy van Enkhuyzen und Frank van der Meijden, dem Bassisten Martijn Willemsen und dem Schlagzeuger Jimmy Revson sowie dem Gast George Oosthoek von der Band Orphanage ein aus vier Songs bestehendes Demo mit dem Namen Amenity aufgenommen hatte, ruhte das Projekt zunächst bis zum Jahr 2005. Das Demo ist heute kaum mehr zu finden und nur noch in digitaler Form erhalten. Selbst Martijn Westerholt besitzt laut eigenen Angaben keine physische Kopie mehr. Nachdem die Sängerin Charlotte Wessels 2005 zur Band gestoßen war, konnte Delain im selben Jahr einen Plattenvertrag mit dem Label Roadrunner Records abschließen. Im Anschluss nahm die Band ihr Debütalbum Lucidity auf, das letztlich am 4. September 2006 erschien. Für das Album engagierten sie diverse bekannte Gastmusiker: Ariën van Weesenbeek von Epica , sowie deren ehemaliges Mitglied Ad Sluijter , George Oosterhoek und Guus Eikens , beide ehemalige Mitglieder von Orphanage, Sharon den Adel von Within Temptation , Marco Hietala von Nightwish sowie Liv Kristine von Leaves’ Eyes und Jan Yrlund . Die am 10. März 2007 veröffentlichte Singleauskopplung Frozen erreichte Platz 36 der niederländischen Verkaufscharts. Das Bandprojekt besteht eigentlich nur aus Martijn Westerholt und Charlotte Wessels. Für Live-Auftritte werden sie aber von weiteren Musikern, ab 2006 zunächst von Ronald Landa , Ray van Lente , Robert van der Loo und Sander Zoer , unterstützt. Ray van Lente verließ die Formation schon im Sommer 2007. Am 20. März 2009 erschien April Rain, das zweite Album der Band. Im selben Jahr verließ auch Ronald Landa die Band. Nachfolger an der Gitarre wurde Ewout Pieters, der aber nur bis 2010 blieb. Im selben Jahr trennte sich Rob von der Loo aus Zeitgründen von der Band und wurde durch Otto Schimmelpenninck van der Oije ersetzt. Der vakante Posten des Gitarristen wurde 2011 mit Timo Somers besetzt. In dieser Besetzung wurden die Alben We Are the Others und Interlude unter der Beteiligung von Gastmusikern eingespielt. We Are the Others wurde am 1. Juni 2012 veröffentlicht. Am 3. Mai 2013 erschien das vierte Album Interlude; es enthält neben neuen Songs auch Reinterpretationen eigener und fremder Songs sowie sechs Live-Versionen und in der Limited First Edition zusätzlich eine Bonus-DVD. Am 4. April 2014 erschien das Album The Human Contradiction, das unter anderem einen Gastbeitrag von Marco Hietala und Alissa White-Gluz enthält. Am 26. August 2016 wurde das neue Album Moonbathers veröffentlicht. Auch hier gibt es wieder einen Gastbeitrag von Alissa White-Gluz. Anlässlich ihres 10-jährigen Bandjubiläums ist zusätzlich ein Remastered Album von ihrem Debütalbum Lucidity erschienen. Auf diesem Album sind neben der remasterten Fassung zusätzlich weitere Live-Aufnahmen enthalten. Am 15. Februar 2021 gab Bandgründer Martijn Westerholt bekannt, dass sich die aktuelle Besetzung von Delain aufgelöst habe und die Mitglieder getrennte Wege gehen würden. Er kündigte aber an, Delain als Projekt weiter zu führen. Am 28. Juni 2021 kehrte der frühere Schlagzeuger Sander Zoer offiziell zur Band zurück, am 12. Juli 2021 folgte der frühere Gitarrist Ronald Landa. Am 19. Mai 2022 wurde Ludovico Cioffi als neuer Bassist vorgestellt, am 9. August 2022 – zeitgleich mit der Veröffentlichung der neuen Single The Quest and the Curse – Diana Leah als neue Sängerin. Das erste Konzert der neuen Besetzung fand beim Riverside-Festival in Aarburg am 27. August 2022 statt. Weitere Singles Sängerin Charlotte Wessels und weitere Bandmitglieder haben im Spielbuch Metal Heroes – and the Fate of Rock einen Cameo-Auftritt. |
2024-12-02 01:58:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Readville_(Boston) | Readville ist seit 1867 ein Stadtteil von Boston im Bundesstaat Massachusetts der Vereinigten Staaten. Readville gehört zum Stadtteil Hyde Park und wurde nach James Read benannt, einem frühen Einwohner und Inhaber einer Baumwollspinnerei. Der Stadtteil wird im Süden durch Milton und im Westen von Dedham begrenzt. Um von Milton nach Readville zu gelangen, führt eine von mehreren Möglichkeiten über die Paul’s Bridge, eine der ältesten Brücken im Commonwealth of Massachusetts. Die Station Readville der MBTA bindet den Stadtteil an die Nahverkehrszüge der MBTA Commuter Rail an. Vom Stadtteil aus hat man eine gute Sicht auf den Great Blue Hill und die Blue Hills Reservation. In der Nähe fließt ebenfalls der Neponset River. In Readville befand sich während des Sezessionskriegs das Camp Meigs, das als Trainingsstützpunkt für Soldaten der Unionsarmee diente, darunter auch das 54. Regiment der Massachusetts Volunteer Infantry, das im Spielfilm Glory porträtiert wurde. Ebenfalls im Camp Meigs wurde das 2. Regiment der Massachusetts Volunteer Cavalry ausgebildet, das zu einer Hälfte aus in Kalifornien rekrutierten Soldaten bestand, die mittels Seetransport nach Readville zur Ausbildung und anschließend weiter nach Virginia in den Krieg geschickt wurden. Am heutigen Meigs Field gibt es kleine Denkmäler und Gedenktafeln, die daran erinnern. Jedes Jahr findet dort am 4. Juli das Field Day Picnic statt. Für den größten Teil des 20. Jahrhunderts wurde der Stadtteil von Immigranten aus Irland und Italien dominiert, heute jedoch wohnen dort überwiegend Afroamerikaner sowie Hispanics und Latinos. Der Bostoner Bürgermeister Thomas Menino wohnte ebenfalls lange in Readville. Die Blue Hill Community Church ist eine nicht konfessionsgebundene Kirche, die 1888 gegründet wurde. Phillips Brooks predigte dort seine letzte Rede, und das Weihnachtslied O Little Town of Bethlehem wurde an dieser Stelle das erste Mal gesungen. In der Kirche las Samuel Francis Smith zum ersten Mal sein Gedicht America, das später mit Musik unterlegt und als My Country, ’Tis of Thee bekannt wurde. Die St. Anne's Roman Catholic Church ist die größte örtliche Kirchengemeinde. Im frühen 20. Jahrhundert gab es in Readville mit dem Readville Trotting Park eine beliebte Trabrennbahn, die jedoch später zu einem Lagerhaus und Distributionszentrum für die Supermarktkette Stop & Shop umgebaut wurde. Heute befinden sich dort von mehreren Unternehmen genutzte Lagerhäuser. In Readville befanden sich außerdem weitläufige Wartungshallen für Lokomotiven und Waggons der New York, New Haven & Hartford Railroad, die in den frühen 1960er Jahren jedoch geschlossen wurden. Heute unterhält noch die CSX Corporation ein Frachtterminal an der Prescott Street und am Wolcott Square befindet sich ein Wartungsgebäude der MBTA für Passagierwaggons. 42.240277777778-71.136944444444Koordinaten: 42° 14′ N, 71° 8′ W Allston/Brighton | Back Bay | Bay Village | Beacon Hill | Charlestown | Chestnut Hill | Chinatown | Columbia Point | Dorchester | Downtown Crossing | East Boston | Fenway–Kenmore | Financial District | Forest Hills | Fort Point | Government Center | Hyde Park | Jamaica Plain | Leather District | Longwood | Mattapan | Mission Hill | North End | Readville | Roslindale | Roxbury | South Bay | South Boston | South End | West End | West Roxbury |
2024-12-03 20:11:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/HC_%C5%A0koda_Plze%C5%88 | Der HC Plzeň 1929 ist ein tschechischer Eishockeyclub aus Pilsen, der seit der Gründung der Tipsport Extraliga 1993 an dieser teilnimmt. Die Heimspiele des Vereins werden in der Logspeed CZ Aréna ausgetragen, die 8.211 Zuschauern Platz bietet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Pilsen nicht Eishockey, sondern Bandy gespielt. 1909 wurde der Klub Union gegründet, der unter anderem gegen Mannschaften aus Strakonice und Písek spielte. Ab 1917 wurde der Sport populärer und weitere Vereine wie SK Smichov Pilsen, Český lev und 1. ČLTK Plzeň entstanden. Zehn Jahre später, 1929, gründete sich innerhalb des Studentenclubs SK Viktoria Plzeň eine Abteilung für Eishockey, die als Ursprung des heutigen HC Plzeň gilt. Spieler dieser Zeit waren Průcha, Šalda, Binder, Diviš und Čechura. 1948 wurde der Verein in Sokol Plzeň IV umbenannt und trat mit Spielern wie Plochý, Volráb, Liškové, Švajner und Nekola an. Ab 1949 nahm die erste Mannschaft an der regionalen Eishockeymeisterschaft teil, wobei die Heimspiele auf dem ehemaligen Viehmarkt stattfanden, wo ein offenes Eisstadion mit künstlicher Eisfläche errichtet wurde. 1951 gelang der Mannschaft, zu der Spieler wie Vybíral, Trhlík, Šmat, Havlíček, Petr, Krauz, Radič, Brand und Šašek gehörten, der Aufstieg in die höchste Spielklasse der Tschechoslowakei, die 1. Liga. In den folgenden Jahren etablierte sich die Mannschaft aus Pilsen in der Spielklasse und schloss die Saison 1956/57 auf dem dritten Platz ab. Zudem wurden einige Spieler von Spartak, wie der Verein seit 1952 hieß, in die Tschechoslowakische Nationalmannschaft berufen, um an der Weltmeisterschaft in Moskau 1957 teilzunehmen. Dort gewann die Auswahlmannschaft die Bronzemedaille. In den folgenden zwei Spielzeiten belegte Spartak Plzeň jeweils den zweiten Platz der Meisterschaft und damit den Vizemeistertitel. In den frühen 1960er Jahren konnte die Mannschaft aus Pilsen nicht an diese Erfolge anknüpfen und stieg 1966 sogar in die 2. Liga ab. 1968 wurde die offene Eisbahn überdacht und bot seitdem eine Zuschauerkapazität von ca. 8000. Ein Jahr später gelang der Wiederaufstieg in die 1. Liga, als man in der Relegation VŽKG Ostrava, AŠ Mladá Boleslav und IS Banská Bystrica hinter sich ließ. Zur Aufstiegsmannschaft gehörten Spieler wie Bednář, Neubauer, Huml und Jonák, während Bohuslav Ebermann und Milan Kajkl, die ebenfalls aus dem Verein stammten, mit HC Dukla Jihlava Meister der ČSSR wurden. Am Ende der Spielzeit 1970/71 belegte Škoda Plzeň nur den letzten Platz der Tabelle und stieg erneut in die 2. Liga ab. Aber schon ein Jahr später folgte der Wiederaufstieg, als man in der Relegation unter anderem Slavia Prag hinter sich ließ. In den 1970er Jahren platzierte sich Škoda Plzeň meist im hinteren Teil der Tabelle, bevor 1978 sogar erneut der Abstieg in die zweite Spielklasse folgte. Doch schon ein Jahr später stieg die Mannschaft wieder in die höchste Spielklasse auf, als diese in der Relegation Spartak ZŤS Dubnica, den Sieger den slowakischen Nationalliga, mit 3:1 in vier Spielen besiegte . Seitdem spielt die Mannschaft aus Pilsen ununterbrochen in der höchsten Spielklasse der ČSSR, ČSFR und Tschechiens. Dabei erreichte der Verein in der Saison 1991/92 erneut den Vizemeistertitel. Nach der Auflösung der Tschechoslowakei wechselte der Name des Vereins häufig, da der Hauptsponsor des Vereins in den Namen aufgenommen wurde. So hieß der Verein zwischen 1994 und 1995 HC Interconex Plzeň, dann HC ZKZ Plzeň, ab 1997 HC Keramika Plzeň und seit 2004 HC Lasselsberger Plzeň. Die beste Platzierung des Vereins seit Gründung der tschechischen Extraliga war der dritte Platz in der Spielzeit 1999/2000. Zwischen 2004 und 2008 erreichte Pilsen jedoch nie die Playoffs, erst in der Saison 2008/09 gelangte das Team um Martin Straka bis ins Halbfinale der Playoffs. Im Jahr 2013 wurde man erstmals tschechischer Meister. Der Meistertitel wurde im 7. Spiel in der zweiten Verlängerung entschieden. Das spielentscheidende Tor erzielte Martin Straka in der 96:15 Minute. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Platzierungen des Vereins in der höchsten Spielklasse der Tschechoslowakei zwischen 1952 und 1993, ausgenommen die Jahre der Zweitklassigkeit. Legende: Sp: Spiele; S: Siege; U: Unentschieden; N: Niederlage; Torv: Torverhältnis; Pkt: Punkte 1950 wurde auf einem ehemaligen Viehmarkt in Pilsen ein offenes Eisstadion eröffnet, dass über eine künstliche Eisfläche verfügte und bis zu 14000 Zuschauern Platz bot. Diese Maximalanzahl an Zuschauern wurde nur einmal erreicht, als 1950 der AIK Stockholm in Pilsen als Gastmannschaft auflief. 1959 war das Eisstadion in Pilsen Austragungsort der B-Weltmeisterschaft, die von der B-Nationalauswahl der Tschechoslowakei gewonnen wurde. 1968 wurde das offene Stadion überdacht und bietet heute 8.211 Zuschauern Platz. Den besten Zuschauerschnitt in seiner Geschichte erreichte der HC Plzeň in der Spielzeit 1969/70, als durchschnittlich 9930 Zuschauer die Heimspiele des Vereins verfolgten. Seit Gründung der Extraliga liegt der Zuschauerschnitt zwischen 4000 und 7000. Ende der 1990er Jahre, als der HC Keramika Plzeň am erfolgreichsten spielte, war das Stadion insgesamt fünfmal ausverkauft. 2006 wurde das Stadion in ČEZ Aréna umbenannt. Neben der ČEZ Aréna steht dem Verein noch eine weitere Eishalle für Trainingszwecke zur Verfügung, die 170 Zuschauern Platz bietet. Bílí Tygři Liberec | BK Mladá Boleslav | HC Banes Motor České Budějovice | HC Dynamo Pardubice | HC Energie Karlovy Vary | HC Kometa Brno | HC Oceláři Třinec | HC Olomouc | HC Škoda Plzeň | HC Sparta Prag | HC Verva Litvínov | HC Vítkovice Ridera | Mountfield HK | Rytíři Kladno |
2024-12-04 01:29:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturg%C3%BCter_in_Rheineck | Die Liste der Kulturgüter in Rheineck enthält alle Objekte in der Gemeinde Rheineck im Kanton St. Gallen, die gemäss der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten, dem Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten sowie der Verordnung vom 29. Oktober 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten unter Schutz stehen. Objekte der Kategorien A und B sind vollständig in der Liste enthalten, Objekte der Kategorie C fehlen zurzeit . Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen: Der Inhalt der Tabelle ist absteigend nach der Kulturgüterkategorie und innerhalb dieser numerisch aufsteigend sortiert. Altstätten | Au | Balgach | Berneck | Diepoldsau * | Eichberg | Marbach | Oberriet | Rebstein | Rheineck | Rüthi | St. Margrethen | Widnau * Diese Gemeinde besitzt keine Objekte der Kategorien A oder B, kann aber C-Objekte besitzen Liste der Kulturgüter im Kanton St. Gallen |
2024-12-02 05:35:46 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_Savary | Gilles Savary ist ein französischer Politiker. Er war von 1999 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und von 2012 bis 2017 Abgeordneter der Nationalversammlung. Savary schloss sein Studium mit einem Master in Wirtschaftswissenschaften, einem DESS in Raumordnung und einem DEA in Stadt- und Landanalyse. Seine politische Karriere begann er 1982 als Berater von Philippe Madrelle, dem Präsidenten des Regionalrat der Region Aquitanien. 1994 kandidierte er selbst um einen Sitz im Generalrat des Départements Gironde, scheiterte aber. Im folgenden Jahr gelang ihm hingegen der Einzug in den Stadtrat von Bordeaux. 1997 wurde er in den nationalen Rat der Parti socialiste gewählt. Dem folgte 1998 die Wahl in den Regionalrat von Aquitanien, dessen Vizepräsident er bis 1999 war. In diesem Jahr zog er für Frankreich ins Europäische Parlament ein. Dort saß er in der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas und war von 2002 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Regionalpolitik, Verkehr und Fremdenverkehr. Im März 2004 konnte zudem in den Generalrat des Départements Gironde einziehen, zu dessen Vizepräsident er im selben Jahr gewählt wurde. Im Juni 2004 wurde er als Europaparlamentarier wiedergewählt, in der Legislaturperiode bis 2009 war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2007 war Savary ein Sprecher der Kampagne von Ségolène Royal. Nachdem er 2009 aus dem Europaparlament ausgeschieden war, trat er bei den Parlamentswahlen 2012 im neunten Wahlkreis des Départements Gironde an und wurde in die Nationalversammlung gewählt. Vor der Präsidentschaftswahl 2017 kündigte Savary an, nicht den PS-Kandidaten Benoît Hamon, sondern für den Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron zu stimmen, der die Wahl auch gewann. Bei der Parlamentswahl im Juni 2017 verlor Savary mit 46,5 Prozent in der Stichwahl gegen die LREM-Kandidatin und schied aus der Nationalversammlung aus. Im Februar 2020 gründete er mit Jean-Yves Le Drian und Olivier Dussopt die mit dem Macron-Lager verbündete Mitte-links-Partei Territoires de progrès . Von der Gründung bis Oktober 2021 fungierte Savary als Délégué général der TdP, dann wurde Olivier Dussopt zum Parteivorsitzenden gewählt. Als TdP im September 2022 mit Macrons Partei, die sich nun Renaissance nennt fusionierte, ging Savary diesen Schritt nicht mit. Stattdessen gründete er mit Yves Durand das Collectif des sociaux-démocrates réformateurs. |
2024-12-01 21:05:24 | https://de.wikipedia.org/wiki/Shirley_Babashoff | Shirley Frances Babashoff ist eine ehemalige US-amerikanische Schwimmerin. Sie wurde bei den Olympischen Spielen 1972 in München und 1976 in Montreal mit der 4 × 100-m-Freistilstaffel Olympiasiegerin. Auf den Einzelstrecken war ihr bei Olympia der Sieg jedoch nicht vergönnt, sie gewann vier Mal die Silbermedaille. Mit acht Medaillen gehört sie aber zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen in der Geschichte Olympias. An ihren Zeiten kann man auch den Fortschritt im Schwimmsport feststellen. Mit ihrer Zeit, die sie im olympischen Finale über 400 m Freistil erreichte, hätte sie zwölf Jahre zuvor die Goldmedaille bei den Männern gewonnen. Bei Weltmeisterschaften konnte sie auch im Einzel triumphieren. Sie wurde bei den Weltmeisterschaften 1975 über 200 und 400 m jeweils Weltmeisterin. Während ihrer Laufbahn stellte sie insgesamt 11 Weltrekorde auf. Im Jahr 1982 wurde sie in die Ruhmeshalle des internationalen Schwimmsports aufgenommen. Ihr älterer Bruder Jack Babashoff war ebenfalls als Schwimmer aktiv und gewann bei den Olympischen Spielen 1976 die Silbermedaille über 100 m Freistil. 1912: Vereinigtes Konigreich 1801 Moore, Fletcher, Speirs, Steer | 1920: Vereinigte Staaten 48 Woodbridge, Schroth, Guest, Bleibtrey | 1924: Vereinigte Staaten 48 Donnelly, Ederle, Lackie, Wehselau | 1928: Vereinigte Staaten 48 Lambert, Osipowich, Saville, Norelius | 1932: Vereinigte Staaten 48 Johns, Saville, McKim, Madison | 1936: Niederlande Selbach, Wagner, den Ouden, Mastenbroek | 1948: Vereinigte Staaten 48 Corridon, Kalama, Helser, Curtis | 1952: Ungarn 1949 Novák, Temes, Novák, Szőke | 1956: Australien Fraser, Leech, Morgan, Crapp | 1960: Vereinigte Staaten Spillane, Stobs, Wood, von Saltza | 1964: Vereinigte Staaten Stouder, de Varona, Watson, Ellis | 1968: Vereinigte Staaten Barkman, Gustavson, Pedersen, Henne | 1972: Vereinigte Staaten Neilson, Kemp, Barkman, Babashoff | 1976: Vereinigte Staaten Peyton, Boglioli, Sterkel, Babashoff | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949 Krause, Metschuck, Diers, Hülsenbeck | 1984: Vereinigte Staaten Johnson, Steinseifer, Torres, Hogshead | 1988: Deutschland Demokratische Republik 1949 Otto, Meißner, Hunger, Stellmach | 1992: Vereinigte Staaten Haislett, Martino, Thompson, Torres, Tappin, Ahmann-Leighton | 1996: Vereinigte Staaten Martino, Van Dyken, Fox, Thompson, Jacob, Valerio | 2000: Vereinigte Staaten Van Dyken, Torres, Shealy, Thompson, Phenix, Tappin | 2004: Australien Mills, Lenton, Thomas, Henry, Ryan | 2008: Niederlande Dekker, Kromowidjojo, Heemskerk, Veldhuis, Schreuder, van Rooijen | 2012: Australien Coutts, Campbell, Elmslie, Schlanger, Seebohm, Kukla, Trickett | 2016: Australien McKeon, Elmslie, Campbell, Campbell, Wilson | 2020: Australien Campbell, Harris, McKeon, Campbell, O’Callaghan, Wilson | 2024: Australien O’Callaghan, Jack, McKeon, Harris, Wunsch, Campbell Liste der Olympiasieger im Schwimmen 1973: Keena Rothhammer | 1975: Shirley Babashoff | 1978: Cynthia Woodhead | 1982: Annemarie Verstappen | 1986: Heike Friedrich | 1991: Hayley Lewis | 1994: Franziska van Almsick | 1998: Claudia Poll | 2001: Giaan Rooney | 2003: Alena Popchanka | 2005: Solenne Figuès | 2007: Laure Manaudou | 2009: Federica Pellegrini | 2011: Federica Pellegrini | 2013: Missy Franklin | 2015: Katie Ledecky | 2017: Federica Pellegrini | 2019: Federica Pellegrini | 2022: Yang Junxuan | 2023: Mollie O’Callaghan | 2024: Siobhan Bernadette Haughey 1973: Heather Greenwood | 1975: Shirley Babashoff | 1978: Tracey Wickham | 1982: Carmela Schmidt | 1986: Heike Friedrich | 1991: Janet Evans | 1994: Yang Aihua | 1998: Chen Yan | 2001: Jana Klotschkowa | 2003: Hannah Stockbauer | 2005: Laure Manaudou | 2007: Laure Manaudou | 2009: Federica Pellegrini | 2011: Federica Pellegrini | 2013: Katie Ledecky | 2015: Katie Ledecky | 2017: Katie Ledecky | 2019: Ariarne Titmus | 2022: Katie Ledecky | 2023: Ariarne Titmus | 2024: Erika Fairweather |
2024-11-23 22:05:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sesam | Sesam Sesam ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sesamgewächse . Er ist eine weit verbreitete Kulturpflanze und vermutlich eine der ersten gezielt angebauten Ölpflanzen. Das Wort „Sesam“ wurde spätestens im 16. Jahrhundert ins Deutsche entlehnt aus lateinisch sēsamum und ähnlichen Formen, die aus griechisch σήσαμον sēsamon und ähnlichen Formen übernommen worden waren, wohin sie wahrscheinlich aus einer semitischen Sprache gelangten. Sesam ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 120, selten bis 180 Zentimeter erreicht, und verzweigt oder unverzweigt vorkommt. Die Stängel sind stumpf viereckig, gefurcht und kahl bis fein behaart und häufig besetzt mit Drüsen. Die sehr variablen, drüsenbesetzten und fein behaarten, gestielten Laubblätter sind gegen- oder wechselständig angeordnet. Die unteren Blätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, die oberen dreiteilig gefiedert oder gelappt, 4 bis 20 Zentimeter lang, 2 bis 10 Zentimeter breit, am Ansatz gerundet bis stumpf, spitz zulaufend und am Rand gezähnt bis ganz. Die Blattstiele sind 3 bis 11 Zentimeter lang. Die oberen Blätter sind kurzgestielt mit 0,5 bis 3 Zentimeter Länge. Die oberen Blätter sind mit 0,5 bis 2,5 Zentimeter Breite schlanker, ganzrandig und länglich-lanzettlich bis linealisch-lanzettlich. Die Nebenblätter fehlen. Die Blüten erscheinen achselständig in kleinen Büscheln. Die gestielten, eher unangenehm duftenden, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und weiß oder rosa bis purpur. Es sind jeweils zwei Tragblätter vorhanden. Der behaarte Kelch ist bleibend, die ungleichen Kelchzipfel sind länglich und 2 bis 5 Millimeter lang. Die außen drüsig behaarte, trichterförmige Krone mit kurzen Lappen ist 1,5 bis 3,3 Zentimeter lang, der untere Mittellappen ist vergrößert. Im Schlund sind oft Saftmale vorhanden. Die 4 didynamischen Staubfäden sind unbehaart. Die Staubbeutel sind 2 bis 3 Millimeter lang. Es ist ein Staminodium vorhanden oder es fehlt. Der oberständige, behaarte und zweikammerige, gelappte Fruchtknoten ist 1 bis 1,5 Millimeter lang, die Narbe ist zweilappig. Es ist ein Diskus vorhanden. Am Blüten- bzw. Fruchtstiel sind extraflorale Nektarien vorhanden. Die Frucht ist eine länglich-quadratische, fein behaarte und mit Drüsen besetzte, gelappte, spitze, 1,5 bis 3,5 Zentimeter lange und 6 bis 7 Millimeter breite, vielsamige, lokulizidale Kapsel. Die abgeflachten Samen sind 2,5 bis 3 Millimeter lang und 1,5 Millimeter breit und variieren farblich von schwarz, braun, gelblich bis weiß. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26. Sesam ist ursprünglich in Teilen Indiens heimisch. Angebaut wird er heute in tropischen und subtropischen Gebieten weltweit. Der kultivierte Sesam stammt von Sesamum malabaricum oder S. mulayanum aus Südasien ab, besonders von der Malabarküste, dem nordwestlichen Indien und dem pakistanischen Punjab. Sesam wurde ab der Mitte oder dem Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. in Südindien domestiziert. Von hier gelangte er in der Bronzezeit über den Seeweg nach Arabien und Mesopotamien. Aus der Indus-Kultur ist Sesam nur aus Harappa bekannt, mit einer ungefähren Datierung von 3050–3500 v. Chr. . Im Laufe des 2. Jahrtausends hatte sich Sesam in weiten Teilen Indiens ausgebreitet. In seinem Leben des Apollonius von Tyana beschreibt Philostratus indisches Getreide, Bohnen und Sesamkörner, die alle besonders groß waren . Funde in Mesopotamien erbrachten den Nachweis von Sesam vor 2000 v. Chr. Die Identifikation von Sesam in Schriftquellen ist problematisch. Bei dem sumerischen še-giš-ì, akkadischen šamaššammū, hurritischen šumišumi, ugaritischen ssmn, hethitischen sapsama kann es sich um Sesam, aber auch um Flachs handeln. Das verwandte arabische Wort سمسم simsim bedeutet „Sesam“, aber Bedigian und Harlan halten es für möglich, dass sich die Bedeutung „Ölfrucht“ allmählich auf Sesam eingeengt hat. Sumerische Texte erwähnen še-giš-ì seit der Mitte des 3. Jahrtausends. In Hajar al-Rayhani wurde Sesam über Abdrücke in Keramik nachgewiesen. Vermutungen, dass es Sesam bereits früh in Afrika gab, haben sich nicht bestätigt. Altägyptische Funde sind zweifelhaft, Sesam in Ägypten während der griechischen Zeit gilt jedoch als wahrscheinlich. Die frühesten Spuren von Sesam weiter südlich fanden sich im nubischen Ort Qasr Ibrim zwischen 300 und 500 n. Chr., die Pflanze könnte also von den Römern eingeführt worden sein. Ansonsten scheint die Pflanze erst seit der jüngsten Zeit in Afrika vorzukommen. Mineralisierte Sesamkörner aus samnitischer Zeit stammen aus Pompeii, zusammen mit Feigen, Hirse und Weintrauben. In Amerika wurde Sesam durch die Europäer eingeführt, vermutlich im Zuge des Sklavenhandels. Früheste Belege aus Surinam stammen von ca. 1687 aus dem Herbar Hendrik Meyers. Der schwedische Botaniker Daniel Rolander berichtet 1755, dass die Maroons Sesam in ihren Gärten anbauten. Die Samen, das Öl und die Wurzel des Sesams werden für therapeutische und kulinarische Zwecke verwendet. Die ölreichen Samen des Sesams werden zu Sesamöl verarbeitet, das vor allem zum Kochen verwendet wird – aus gerösteten Samen gepresst auch als würzende Zutat . Die ganzen Samen dienen – oft geröstet – zur Verfeinerung von Backwaren und zum Würzen von Speisen. Sesam gehört zu den selenreichsten Lebensmitteln . Darüber hinaus enthält Sesam mit über 700 mg pro 100 g eine beachtliche Menge Calcium. Sesam ist ein starkes Allergen und muss als deklarationspflichtiges Allergen bei verarbeiteten Lebensmitteln auch bei geringsten Mengen in der Zutatenliste angegeben werden. Weitere Verwendungen: Als Heilmittel dient das aus den reifen Samen durch Kaltpressung oder Extraktion und nachfolgende Raffination gewonnene fette Öl. Die Wirkstoffe sind Ölsäure und Linolsäure, daneben Palmitinsäure, Stearinsäure, Lignane, Sesamin, Sesamolin, Sterole. Pharmazeutisch nutzt man Sesamöl in Salben. Es erleichtert das Ablösen von Hautschorf und Krusten und hat allgemein pflegende Eigenschaften bei trockener Haut. In Injektionslösungen ist es als Lösungsmittel für fettlösliche Arzneimittel in Gebrauch. Das in Spuren enthaltene Sesamol besitzt zusammen mit Pyrethrum eine synergetische Wirkung in Insektenbekämpfungsmitteln. Die Maroons in Surinam bauen Sesam an, um die Körner in religiösen Zeremonien zu verwenden, und um den vampirischen Azeman fernzuhalten. Die in der koreanischen Küche zum Einwickeln von Bulgogi, Galbi oder Samgyeopsal verwendeten „Sesamblätter“ sind nicht Blätter der Sesampflanze, sondern der Pflanze Perilla, die wegen der ähnlichen Blattform auch als „wilder Sesam“ bezeichnet wird. Je 100 g essbarem Anteil: Im Sudan wird die Pflanze im März gesät, wenn zwei Ernten angestrebt werden, oder in April/Juni für eine Ernte. Sesam hat lange Wurzeln und ist damit sehr trockenheitsresistent. 2022 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO weltweit 6.741.479 t Sesamsamen geerntet. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die zehn größten Produzenten von Sesamsamen weltweit, die insgesamt 76,4 % der Erntemenge produzierten. In ihrer Märzausgabe der Zeitschrift test von 2021 berichtet die Stiftung Warentest von Sesam-Produkten, die mit giftigem Ethylenoxid-Gas belastet sind. Dieses Gas wird verwendet, um Keime abzutöten. Das Gas Ethylenoxid ist krebserregend und erbgutverändernd. Für sein Abbauprodukt 2-Chlorethanol gibt es Hinweise darauf. Es ist in der EU verboten, kommt aber in Produkten aus Indien durchaus noch vor. In Deutschland hat das Portal Lebensmittelwarnung.de seit September 2020 mehr als 40 Rückrufe veröffentlicht. Auch die Seite Produktwarnung.eu veröffentlichte zahlreiche Rückrufe für Produkte, die belastete Sesamsamen enthielten, z. B. Burger-Buns, Knäckebrot, Brotaufstrich und so weiter. Sollte als Herkunftsland Indien auf der Packung stehen, rät Stiftung Warentest vom Verzehr ab. Infolge wurden durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auch in der Schweiz zahlreiche Rückrufe veröffentlicht und neue Lieferungen erst freigegeben, wenn die Analyse gezeigt hat, dass sie unbelastet sind. Bisher wurden Lebensmittel in der EU und der Schweiz nicht auf Ethylenoxid getestet. |
2024-11-30 18:01:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/Seattle-Tacoma_International_Airport | i7 i11 i13 Der Seattle-Tacoma International Airport ist der internationale Flughafen der Städte Seattle und Tacoma im US-Bundesstaat Washington. Er dient als Drehkreuz von Alaska Airlines und Delta Air Lines. Im Jahr 2023 wurden rund 50,9 Millionen Passagiere befördert, damit war er der elftgrößte Flughafen in den Vereinigten Staaten, weltweit lag er auf Platz 28. Der Seattle-Tacoma International Airport befindet 18 Kilometer südlich von Seattle und 23 Kilometer nordöstlich von Tacoma. Er liegt vollständig auf dem Gebiet der Stadt SeaTac. Die Washington State Route 99 verläuft östlich des Flughafens, die Washington State Route 509 westlich des Flughafens und die Washington State Route 518 nördlich des Flughafens. Außerdem verläuft die Interstate 5 zwei Kilometer östlich des Flughafens. Der Seattle-Tacoma International Airport ist durch Busse und eine Stadtbahn in den Öffentlichen Personennahverkehr eingebunden. Die Busse auf der Rapid Ride A line und den Routen 156 und 180 des Betreibers King County Metro und die Busse auf den Routen 560 und 574 des Betreibers Sound Transit verbinden ihn mit umliegenden Städten. Eine Fahrt mit der Linie 1 der Stadtbahn Seattle nach Downtown Seattle dauert knapp 40 Minuten. Der Flughafen Seattle-Tacoma wurde 1944 vom Port of Seattle als Flughafen für den zivilen Flugverkehr gegründet, nachdem das US-Militär während des Zweiten Weltkriegs die Kontrolle über den Flughafen des Boeing-Werks übernommen hatte. Die Gesellschaft erhielt für den Bau eine Million US-Dollar von der Civil Aeronautics Administration sowie 100.000 US-Dollar von der Stadt Tacoma. Der kommerzielle Flugverkehr begann 1947. Nachdem die Fluggesellschaft Northwest Airlines im Jahr 1949 den Dienst nach Tokio aufgenommen hatte, wurde das Wort International zum Namen des Flughafens hinzugefügt. Am 9. Juli des gleichen Jahres wurde ein neues Passagierterminal eröffnet. Die Start- bzw. Landebahn wurde zweimal verlängert, zunächst 1959, um Strahlflugzeuge starten und landen zu lassen, sowie 1961, um den ansteigenden Verkehr im Rahmen der Weltausstellung zu gewährleisten. In den Jahren von 1967 bis 1973 wurden unter anderem eine zweite Start- und Landebahn, eine Parkgarage sowie zwei Terminals gebaut. In den 1970er Jahren klagten mehrere Anwohner unter anderem wegen Fluglärms, Vibrationen und Abgasen, die vom Flughafen ausgingen. Daraufhin wurden 100 Millionen US-Dollar investiert, um diese Probleme zu beseitigen. Der Seattle-Tacoma International Airport ist das wichtigste Drehkreuz der Fluggesellschaft Alaska Airlines und deren Tochterunternehmen Horizon Air. Außerdem dient er auch Delta Air Lines als Drehkreuz. Er wird von 34 Fluggesellschaften genutzt. Insgesamt werden 93 nationale und 30 internationale Ziele angeflogen. Das internationale Streckennetz umfasst Linienflüge nach Kanada und Mexiko sowie Interkontinentalflüge nach Asien und Europa. Im deutschsprachigen Raum werden aktuell Frankfurt und München angeflogen, ab Juni 2025 auch Zürich. Daneben wird von 27 Fluggesellschaften Luftfracht befördert. Der Flugverkehr wird auf drei Start- und Landebahnen abgewickelt. Die östliche Start- und Landebahn trägt die Bezeichnung 16L/34R und ist 3627 Meter lang. Die mittlere Start – und Landebahn trägt die Bezeichnung 16C/34C, ist 2873 Meter lang und wurde ursprünglich im Jahr 1969 in Betrieb genommen. Die letzte Start- und Landebahn wurde – als kürzeste – im Jahr 2008 in Betrieb genommen. Diese trägt die Bezeichnung 16R/34L und ist 2591 Meter lang. Sie liegt am westlichen Rand des Flughafengeländes zwischen der Taxiway und der Schnellstraße parallel zu den beiden anderen Bahnen. Alle Start- und Landebahnen sind 46 Meter breit und verfügen über einen Belag aus gerilltem Beton. Der Seattle-Tacoma International Airport verfügt über ein Hauptterminal mit vier Concourses und zwei Satellitenterminals auf dem Vorfeld. Außerdem sind unter der Bezeichnung Satellite Transit System drei getrennte Peoplemover-Linien in Betrieb, zwei davon verbinden die Satellitenterminals mit den Concourses des Hauptterminals. Insgesamt verfügt der Flughafen über 80 Flugsteige. Bellingham | Everett | King County | Pasco | Pullman/Moscow | Renton | Seattle-Tacoma | Spokane | Spokane | Wenatchee Militärisch: Fairchild | Whidbey Island Anchorage | Atlanta | Austin | Baltimore | Boston | Charlotte | Chicago | Chicago | Cincinnati | Dallas/Fort Worth | Denver | Detroit | Fort Lauderdale | Honolulu | Houston | Indianapolis | Las Vegas | Los Angeles | Louisville | Memphis | Miami | Minneapolis/Saint Paul | Nashville | New York | New York | Newark | Orlando | Philadelphia | Phoenix | Portland | Salt Lake City | San Diego | San Francisco | Seattle/Tacoma | Tampa | Washington | Washington |
2024-11-23 11:13:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/25._November | Der 25. November ist der 329. Tag des gregorianischen Kalenders , somit bleiben noch 36 Tage bis zum Jahresende. Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe und in der Liste von Katastrophen aufgeführt. Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden befinden sich unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik. Weitere Einträge enthält die Liste von Gedenk- und Aktionstagen. |
2024-11-30 21:47:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Open_6%C3%A8me_Sens_M%C3%A9tropole_de_Lyon_2021 | Das Open 6ème Sens Métropole de Lyon 2021 war ein Damen-Tennisturnier der WTA Tour 2021. Das Hartplatzturnier der Kategorie WTA 250 fand vom 1. bis 7. März 2021 in Lyon statt. Titelverteidigerinnen waren Sofia Kenin im Einzel und die Paarung Laura-Ioana Paar/Julia Wachaczyk im Doppel. Die Qualifikation für das Open 6ème Sens Métropole de Lyon 2021 fand vom 27. bis 28. Februar 2021 statt. Ausgespielt wurden sechs Plätze für das Hauptfeld im Einzel. Zeichenerklärung Zeichenerklärung Abu Dhabi | Melbourne 1 | Melbourne 2 | Melbourne 3 | Australian Open | Melbourne | Adelaide | Doha | Lyon | Dubai | Guadalajara | St. Petersburg | Monterrey | Miami | Charleston | Bogotá | Charleston | Stuttgart | Istanbul | Madrid | Rom | Belgrad | Parma | Straßburg | French Open | Nottingham | Berlin | Birmingham | Eastbourne | Bad Homburg | Wimbledon Championships | Hamburg | Budapest | Lausanne | Prag | Gdynia | Palermo | Olympische Sommerspiele | San José | Cluj-Napoca | Montreal | Cincinnati | Cleveland | Chicago | US Open | Luxemburg | Portorož | Ostrava | Chicago | Nur-Sultan | Indian Wells | Moskau | Teneriffa | Courmayeur | Cluj-Napoca | WTA Finals | Linz Klassifikation: Grand Slam | Jahresendveranstaltung | WTA 1000 | WTA 1000 | WTA 500 | WTA 250 Sonstige: Olympische Spiele 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
2024-12-03 20:58:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/1._Division_(Luxemburg)_1928/29 | Die 1. Division 1928/29 war die 19. Spielzeit der höchsten luxemburgischen Fußballliga. Spora Luxemburg gewann den dritten Titel in der Vereinsgeschichte. Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet. 1909/10 | 1910/11 | 1911/12 | 1912/13 | 1913/14 | 1914/15 | 1915/16 | 1916/17 | 1917/18 | 1918/19 | 1919/20 | 1920/21 | 1921/22 | 1922/23 | 1923/24 | 1924/25 | 1925/26 | 1926/27 | 1927/28 | 1928/29 | 1929/30 | 1930/31 | 1931/32 | 1932/33 | 1933/34 | 1934/35 | 1935/36 | 1936/37 | 1937/38 | 1938/39 | 1939/40 | 1940–1944 | 1944/45 | 1945/46 | 1946/47 | 1947/48 | 1948/49 | 1949/50 | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | 1953/54 | 1954/55 | 1955/56 | 1956/57 | 1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960/61 | 1961/62 | 1962/63 | 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 | 1974/75 | 1975/76 | 1976/77 | 1977/78 | 1978/79 | 1979/80 | 1980/81 | 1981/82 | 1982/83 | 1983/84 | 1984/85 | 1985/86 | 1986/87 | 1987/88 | 1988/89 | 1989/90 | 1990/91 | 1991/92 | 1992/93 | 1993/94 | 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/2000 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 | 2004/05 | 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
2024-12-01 19:59:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Steen_Secher | Segeln Steen Klaaborg Secher ist ein ehemaliger dänischer Segler. Steen Secher, der im Fredericia Sejlklub segelte, nahm an zwei Olympischen Spielen in der Bootsklasse Soling teil. Bei seinem Olympiadebüt 1988 in Seoul belegte er als Crewmitglied von Jesper Bank, dessen Crew von Jan Mathiasen komplettiert wurde, den dritten Platz. Mit 52,7 Punkten blieben sie zwar weit hinter dem DDR-Boot um Jochen Schümann mit 11,7 Punkten und den US-Amerikanern um John Kostecki mit 14 Punkten zurück, sicherten sich aber noch vor dem britischen Boot mit 67,1 Punkten die Bronzemedaille. Vier Jahre darauf war Secher in Barcelona erneut Crewmitglied des dänischen Bootes von Skipper Jesper Bank, diesmal neben Jesper Seier. Nach sechs Wettfahrten im Fleet Race qualifizierten sie sich mit 34 Punkten als Zweite für die Endrunde, die im Match Race ausgetragen wurde. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen zogen sie ins Halbfinale ein. Nach einem 2:0-Erfolg gegen das deutsche Boot folgte im Finale ebenfalls ein 2:0-Sieg gegen die US-Amerikaner, womit die Dänen Olympiasieger wurden. Für diesen Erfolg wurden Secher, Seier und Bank zu Dänemarks Sportler des Jahres gewählt. Im selben Jahr gewann Secher in Cádiz bei den Weltmeisterschaften die Silbermedaille. Die Olympischen Spiele 1992 waren seine letzte internationale Regatta. 1972: Vereinigte Staaten Allen / Bentsen / Melges | 1976: Danemark Bandolowski / Hansen / Høj Jensen | 1980: Dänemark Bandolowski / Hansen / Høj Jensen | 1984: Vereinigte Staaten Davis / Haines / Trevelyan | 1988: Deutschland Demokratische Republik 1949 Flach / Jäkel / Schümann | 1992: Danemark Bank / Secher / Seier | 1996: Deutschland Flach / Jäkel / Schümann | 2000: Danemark Bank / Blakskjær / Jacobsen Liste der Olympiasieger im Segeln |
2024-11-23 12:51:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kalligraphie | Kalligrafie, auch Kalligraphie , ist die „Kunst des schönen Schreibens“ von Hand mit Federkiel, Pinsel, Filzstift oder anderen Schreibwerkzeugen. Die Kalligrafie unterscheidet sich von Typografie und Lettering . Im Schulfach Schönschreiben wird nicht Kalligrafie unterrichtet, sondern leserliches Schreiben. Das Ansehen der Kalligrafie ist in der Kulturgeschichte überall dort gegeben, wo das Abschreiben heiliger Texte selbst als sakraler Vorgang eingestuft wird: So etwa traditionell im Christentum bei der Kopie der Bibel oder im Islam, wo die Basmala die häufigste kalligrafische Form ist. Noch heute ist auch für die chinesische und japanische Schriftkultur die Kalligrafie wichtig und inspirierend. Wichtiger als die Leserlichkeit ist dabei die Erzielung perfekter ästhetischer Ausgewogenheit und das Sichtbarmachen von Emotionen. Viele Kalligrafen verweisen auf den fast meditativen Charakter ihrer Arbeit: „Die Ruhe dieser Arbeit erfüllt das ganze Wesen mit einer umfassenden Zufriedenheit, wo Zeit und Raum, für kurze Zeit wie weggewischt, uns nicht mehr kümmern noch belasten.“ In der abendländischen mittelalterlichen Kultur spielte die Kalligraphie eine kaum zu überschätzende Rolle als einzig bekannte Form der Übermittlung von Literatur. Um allerdings die Texte immer klar lesbar zu halten, wurde die Schrift nur in gewissen Maßen kalligraphisch verändert, so in Form von Abbreviaturen und Ligaturen . Der eigentliche Buchschmuck erstreckte sich in Europa immer auch auf die Bilder und Illustrationen, da im Christentum kein Bilderverbot gilt, anders als in Islam und Judentum. In Deutschland waren besonders Augsburg und Nürnberg Zentren der Buch- und Schriftkunst. Der Augsburger Ulrich Taler und die Nürnberger Familien Glockendon und Neudörffer waren bekannte Schriftkünstler. Die eigentliche Kalligraphie wurde als eigene Kunstform eher im Bereich der Überschriften verwendet. In der Renaissance und im Barock entstand als Antwort auf die als nicht allzu schön empfundene gedruckte Schrift dann die eigentliche, bewusst auf die Schönheit der Schrift ausgerichtete europäische Kalligraphie, besonders in Italien, Frankreich und England. Spezielle Schreibmeisterbücher zeigen ein hohes Niveau. Auch wenn die Kalligrafie in Europa seit Beginn der Neuzeit stark an Prestige verloren hat, ist sie als Kunstform und Hobby doch noch lebendig, erlebt sogar seit der Einführung der Heimcomputer eine gewisse Renaissance. Praktische Anwendung findet sie bei der Gestaltung von Urkunden, Plakaten oder Eintragungen z. B. in ein Goldenes Buch. In ganz Europa finden sich historische Werke antiker und mittelalterlicher Kalligrafen, die vielfach in Klöstern entstanden sind und durch ihre teure Ausstattung und reichhaltigen Details bestechen. In neuerer Zeit ist als bekannter Kalligraf z. B. Edward Johnston zu nennen, der mit seiner Foundational Hand und der serifenlosen Johnston Sans, die in der Londoner U-Bahn bis heute verwendet wird, berühmt wurde. Seit talmudischer Zeit bezeichnet Sofer einen Schreiber hebräischer Texte. Der Beruf des Sofers erfordert eine jahrelange Ausbildung und ist innerhalb des Judentums sehr angesehen. Die biblischen Texte werden mit einer Vogelfeder und einer Tinte ohne Metallzusätze, die der Sofer meist selber herstellt, geschrieben. Die Unterlage ist stets ein nur für diesen Zweck handproduziertes Pergament. Die hebräischen Texte sind unvokalisiert, haben aber besondere Verzierungen, die auch als Krönchen bezeichnet werden. Die Texte müssen absolut fehlerfrei und präzise geschrieben werden. Der Sofer darf nicht aus dem Gedächtnis schreiben, sondern muss jeden Buchstaben einzeln aus der Vorlage kopieren. In Asien, hauptsächlich im chinesischen Raum, Korea und Japan hat die Kalligrafie immer noch einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben. Die am meisten verwendeten Werkzeuge sind Pinsel, Tuschestange und Tuschestein, sowie das Papier als wesentlicher Bestandteil des Schreibprozesses. Vor dem eigentlichen Schreiben wird Tusche von der Tuschestange im Reibstein mit Wasser oder Wein angerieben. Der Schreibakt ist heutzutage oftmals impulsiv, was die Schriftzeichen schwer leserlich, aber umso ausdrucksstärker macht. Schriftstile wie die Grasschrift stellen den eigentlichen Text und seine Lesbarkeit sogar bewusst hinter die kalligraphische Gestaltung zurück, selbst gebildete Chinesen können Grasschriften oft nicht lesen. Sie gelten als Bild, nicht als Text. Kalligrafische Kunstwerke zieren als paarige senkrechte Schrifttafeln und als waagerechte Namensschilder den chinesischen Garten. Sie sind von den Gartenbauten fast nicht zu trennen und bilden wichtige Schmuckelemente im chinesischen Landschaftsgarten. Der Inhalt der Tafeln und Schilder ist im Allgemeinen auf die Umgebung der Gebäude bezogen. Häufig handelt es sich um Zeilen aus berühmten Gedichten, in denen Besonderheiten der Szenerie angedeutet sind. Aufgrund des Bilderverbots im Islam wurde die kursive arabische Schrift in kalligrafischen Kunstwerken wie Linien verwendet, wodurch Bilder aus Buchstaben, sogenannte Kalligramme, entstanden. Da in den meisten Ländern der islamischen Welt die Kalligraphie als einzige erlaubte Kunstform galt, bildet sie im islamischen Raum das Haupt-Schmuckelement in der Architektur. Eine der kunstvollsten Arten der arabischen Kalligrafie, die Osmanische Kalligrafie, entwickelte sich bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Osmanischen Reich. Während Ägyptische Hieroglyphen vorrangig für Inschriften und Objektaufschriften verwendet wurden, fanden auf mobilen Schriftträgern wie Papyri oder Ostraka hauptsächlich die Kursivschriften Hieratisch und Demotisch Verwendung. Hieratisch wurde mit weich gekauter Binse auf Papyrus geschrieben, ab der Römerzeit fand auch der Kalamos Verwendung. Vor allem literarische und religiöse Texte wurden sehr sorgfältig geschrieben, wobei die Hieratogramme überaus ausladend und schwungvoll ausfallen konnten. Vor allem das Buchhieratisch der Ramessidenzeit gilt als manieriert. |
2024-12-01 21:17:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Huang_Dongping | Huang Dongping ist eine chinesische Badmintonspielerin. Huang Dongping gewann bei der Junioren-Badmintonasienmeisterschaft 2012 Silber im Mixed und Silber mit dem chinesischen Team, wodurch sie sich für die Juniorenweltmeisterschaft desselben Jahres qualifizieren konnte. Dort war jedoch schon im Viertelfinale Endstation. Beim Indonesia Open Grand Prix Gold 2012 erkämpfte sie sich ihren ersten großen Erfolg bei den Erwachsenen. Dort wurde sie Dritte im Damendoppel mit Chen Qingchen. 1996: Korea Sud 1949 Kim Dong-moon & Gil Young-ah | 2000: China Volksrepublik Zhang Jun & Gao Ling | 2004: China Volksrepublik Zhang Jun & Gao Ling | 2008: Korea Sud 1949 Lee Yong-dae & Lee Hyo-jung | 2012: China Volksrepublik Zhang Nan & Zhao Yunlei | 2016: Indonesien Tontowi Ahmad & Liliyana Natsir | 2020: China Volksrepublik Wang Yilu & Huang Dongping | 2024: China Volksrepublik Zheng Siwei & Huang Yaqiong |
2024-12-03 23:26:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Erlenmeyer-Regel | Die Erlenmeyer-Regel wurde von Emil Erlenmeyer formuliert und besagt, dass organisch-chemische Verbindungen, die an einem Kohlenstoffatom mehr als eine Hydroxygruppe tragen, nicht stabil sind, sondern zur Abspaltung von Wasser neigen. Stoffe mit zwei , mit drei oder mit vier Hydroxygruppen am selben C-Atom sind im Allgemeinen instabil. Ursache ist die höhere Bindungsenergie einer Kohlenstoff-Sauerstoff-Doppelbindung gegenüber zwei C-O-Einfachbindungen und die gegenseitige Abstoßung der räumlich beieinander liegenden Sauerstoffatome. Beispiele für die Erlenmeyer-Regel sind die Hydrate von Carbonylverbindungen, wie von Aldehyden , von Ketonen oder von Carbonsäuren , die normalerweise nicht als Substanz isolierbar sind. Das Gleichgewicht ihrer Bildung aus der Carbonylverbindung und Wasser liegt üblicherweise weit auf Seite der Edukte. Zum Teil trifft dies auf die Kohlensäure zu, die als Hydrat von Kohlenstoffdioxid sehr leicht wieder zerfällt. Derivate geminaler Diole oder Triole sind aber immer dann stabil, wenn alle Wasserstoffatome der Hydroxygruppen substituiert sind, da sie sich nicht mehr durch einfache Protolyse in die stabileren Carbonylverbindungen umwandeln können. Zu diesen Verbindungen zählen die Acetale R2C2, die Kohlensäureester, Carbaminsäureester und die Orthocarbonsäureester . Ebenso sind Orthokohlensäureester bekannt und stabil. Die Erlenmeyer-Regel lässt sich außer auf Hydroxygruppen auch auf andere Substituenten anwenden. Bei Aminogruppen sind Aminale häufig instabil, während geminal halogenierte Alkohole leicht zu Carbonylverbindungen und den entsprechenden Halogenwasserstoffen zerfallen. Ausnahmen bilden lediglich Verbindungen, die in alpha-Stellung stark elektronenziehende Gruppen besitzen, wie Chloralhydrat, Glyoxylsäure oder Ninhydrin. Formaldehyd liegt in wässriger Lösung praktisch vollständig als Hydrat vor, ist aber nur in Lösung beständig und lässt sich – im Gegensatz zu Chloralhydrat und Ninhydrin – nicht als Substanz isolieren. Auch Halbacetale sind nur ausnahmsweise stabil. Dazu zählen solche, die sich von Aldehyden oder Ketonen mit stark elektronenanziehenden Gruppen ableiten, aber auch cyclische Halbacetale, wie Glucose sind stabil. Tetrodotoxin folgt als Orthocarbonsäure-diester nicht der Erlenmeyer-Regel, sondern ist durch die Bildung zweier Ringe stabilisiert. Acidiumionen sind wegen der mesomeriestabilisierten positiven Ladung keine geminalen Diole und stellen nur formal eine Verletzung der Erlenmeyer-Regel dar. |
2024-11-24 08:59:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dahurische_L%C3%A4rche | Dahurische Lärchen in der Kolyma-Region Die Dahurische Lärche ist eine Pflanzenart in der Gattung der Lärchen innerhalb der Familie der Kieferngewächse . Die Dahurische Lärche ist ein laubabwerfender Baum von kegeligem bis schmal-säulenförmigem Wuchs, der Wuchshöhen von bis zu etwa 35 Meter und Stammdurchmesser von 1,5 Meter erreicht. Die Borke an jungen Bäumen ist glatt und rotbraun; sie wird später dunkler, grauer und schuppig. Die Rinde junger etwa 1 mm dicker Zweige ist gelbbraun und wird später graubraun. Die hellgrünen nadelförmigen Blätter verfärben sich im Herbst gelb. Sie sind an Langtrieben spiralig angeordnet und an Kurztrieben stehen bündelig 20 bis 30 Nadeln zusammen. Die Nadeln weisen eine Länge von 15 bis 30 mm und eine Breite von 0,5 bis 1 mm auf. Die Dahurische Lärche ist einhäusig getrenntgeschlechtig . Die männlichen Zapfen stehen an Kurztrieben, sind 5 bis 7 mm lang und gelb. Die weiblichen Zapfen stehen an Kurztrieben durch einen gebogenen Stiel aufrecht. Die Zapfen weisen eine Länge von 0,8 bis 4 cm und einen Durchmesser von 0,8 bis 3 cm auf. Sie sind anfangs purpurrot, bei Reife werden sie braun; alte Zapfen verbleiben am Baum, bis die Zweige abfallen. Jeder Zapfen besitzt 14 bis 45 fünfkantige bis eiförmige, im mittleren Bereich des Zapfens 0,5 bis 1,5 × 0,4 bis 1,2 cm große Samenschuppen. Die Deckschuppen weisen ein Drittel bis die Hälfte der Länge der Samenschuppen auf. Die Samen sind grau mit hellbraunen Punkten, 2 bis 3 × 1 bis 2 mm groß – mit dem leuchtend orange-braunen Flügel 10 mm. Die Bestäubung erfolgt im Mai bis Juni und die Samenreife im September. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24. Die Heimat der Dahurischen Lärche ist Ostasien. Selten wird sie auch als Parkbaum gepflanzt. Die Dahurische Lärche ist der am weitesten im Norden überlebensfähige Baum. Unter diesen extremen klimatischen Bedingungen wächst sie jedoch nur zu einem hingekauerten Strauch. Zudem zählt sie neben der Ostasiatischen Zwerg-Kiefer zu den winterhärtesten Bäumen, da sie Temperaturen von −70 °C schadlos widerstehen kann. Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1854 durch Franz Josef Ruprecht. Ihren wissenschaftlichen Namen trägt die Dahurische Lärche nach dem Sibirienforscher und Verfasser der Flora Sibirica Johann Georg Gmelin. Die Dahurische Lärche Kuzen.) hat folgende Synonyme: Abies gmelinii Rupr., Abies kamtschatica Rupr., Larix dahurica Trautv., Larix kamtschatica Carrière. Man unterscheidet vier Varietäten: |
2024-12-04 11:07:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/Yves_Giraud | Yves Giraud war ein französischer Romanist und Literaturwissenschaftler, der in der Schweiz als Hochschullehrer wirkte. Giraud habilitierte sich 1968 bei Claude Pichois an der Universität Basel mit der Arbeit La Fable de Daphné. Essai sur un type de métamorphose végétale dans la littérature et dans les arts jusqu'à la fin du XVIIe siècle und war von 1967 bis 2004 Professor für französische Literatur an der Universität Freiburg . |
2024-12-04 00:20:24 | https://de.wikipedia.org/wiki/Walfriede_Schmitt | Walfriede „Wally“ Schmitt ist eine deutsche Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Autorin. Seit Anfang der 1960er Jahre spielte sie in über 110 Film- und Fernsehproduktionen. Dem gesamtdeutschen Fernsehpublikum wurde sie ab 1995 in der Sat.1-Krankenhausserie Für alle Fälle Stefanie als Oberschwester Klara Junge bekannt. Ab 1966 wirkte Schmitt in etlichen Theaterinszenierungen, so von 1972 bis 1994 an der Volksbühne Berlin. Walfriede Schmitt stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des Dramaturgen Walter Schmitt und der Schauspielerin Elfriede Florin . Der Name „Walfriede“ setzt sich aus den Vornamen der Eltern zusammen. Ihre Enkelin ist die Schauspielerin Ella Zirzow . Sie wuchs in Berlin-Neukölln auf und schloss sich den „Jungen Pionieren“ an. Nach Schulabschluss begann sie ein Studium der Sinologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, brach dies aber nach drei Semestern vorzeitig ab, um von 1963 bis 1966 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch zu studieren. Bereits vor ihrer Schauspielausbildung übernahm Schmitt 1962 an der Seite ihrer Mutter Elfriede Florin in Heinz Thiels Kriminalfilm Tanz am Sonnabend – Mord? ihre erste Rolle in einem DEFA-Kinospielfilm, wo sie in einer Nebenrolle eine Zahnarztpatientin spielte. Seit 1971 wirkt sie regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen, wobei sie zunächst erst in kleineren Rollen zu sehen war. Joachim Kunert besetzte sie 1974 in der Anna-Seghers-Verfilmung Das Schilfrohr in ihrer ersten Hauptrolle als Vollwaise Marta Emrich, die im Herbst 1944 eine Gärtnerei in einem kleinen Dorf in der Nähe Berlins bewirtschaftet. Unter der Regie von Wolfgang Hübner spielte sie in Geschwister, basierend auf einem Buch von Gisela Richter-Rostalski, die Zugbegleiterin und Mutter Hella Wille der von Marijam Agischewa verkörperten Protagonistin. Zwischen 1977 und 1991 übernahm sie mehrfach Gastrollen in Der Staatsanwalt hat das Wort. 1979 war sie an der Seite von Dieter Mann als dessen Filmverlobte Beth Heewater in Christa Mühls Die Rache des Kapitäns Mitchell zu sehen. Von 1980 bis 1995 gastierte sie in Filmen der Krimireihe Polizeiruf 110. 1989 spielte sie in einer Nebenrolle als Mutter des von Matthias Freihof dargestellten Protagonisten in Heiner Carows Coming Out, dem letzten DEFA-Kinofilm vor dem Mauerfall. Nach der Wende konnte Schmitt an ihre Karriere in der DDR nahtlos anknüpfen. Bodo Fürneisen besetzte sie 1992 als ehemalige Sängerin Constanze an der Seite von Jutta Wachowiak, Christine Schorn und Ursula Werner in dem Filmdrama Scheusal, das das Drama von vier Schwestern, die in den 1950er Jahren als Schlagersängerinnen zusammen auftraten, zeigt. Ihre Darstellung in dem Drama brachte ihr und ihren Kolleginnen den Goldenen Gong ein. Bekannt wurde sie dem gesamtdeutschen Publikum vor allem in der Sat.1-Krankenhausserie Für alle Fälle Stefanie, wo sie von 1995 bis 2003 die Rolle der Oberschwester Klara Junge verkörperte. Unter der Regie von Rolf Losansky spielte sie 1999 an der Seite von Günter Naumann das Elternpaar im Kino-Märchenfilm Hans im Glück. In der ZDF-Arztserie Der Landarzt war sie als Ellen Petri, der Lebensgefährtin des Fischers Kalle Opdehn , von 2006 bis zu ihrem Serientod 2011 in mehreren Folgen zu sehen. Größere späte Aufmerksamkeit erhielt sie 2020 durch ihre Rolle der Ingrid Brettschneider in dem Improvisations-Roadmovie Für immer Sommer 90 an der Seite von Charly Hübner als dessen Filmmutter, die ihr den Deutschen Schauspielpreis 2021 in der Kategorie Starker Auftritt einbrachte. Schmitt übernahm neben ihren Aufgaben in Kino- und Fernsehfilmen wiederholt Gastauftritte in Fernsehserien- und reihen, u. a. in Ein Fall für zwei, Kanzlei Bürger, Praxis Bülowbogen, Tatort, Der letzte Zeuge, In aller Freundschaft, Notruf Hafenkante und den verschiedenen SOKO-Sendeformaten des ZDF. 1966 debütierte Schmitt am Landestheater in Parchim. Ab 1972 gehörte sie zum festen Ensemble an der Volksbühne Berlin, die sie 1994 nach 22 Jahren verließ. Sie arbeitete dort mit Regisseuren wie Brigitte Soubeyran, Horst Bonnet, Benno Besson, Fritz Marquardt, Heiner Müller, Matthias Langhoff, Frank Castorf, Christoph Schlingensief und Johann Kresnik zusammen. Für ihre Rolle „Meine Person“ in Die Legende vom Glück ohne Ende im Theater Schwedt sowie für ihre Darstellung der Blacaman in Der Falschspieler wurde sie jeweils mit einem Darstellerpreis ausgezeichnet. Schmitt arbeitete zudem in den USA und in Kanada als Dozentin für Schauspiel. In der am 8. März 2013 an der Comödie Dresden uraufgeführten Komödie Kalendergirls von Tim Firth, die auf Nigel Coles Kalender Girls basiert, spielte Schmitt die Rolle der Ruth an der Seite von Renate Blume, Uta Schorn, Angelika Mann, Ursula Karusseit und Heidi Weigelt. 2009 gab Schmitt ihren Debütroman Gott ist zu langsam: Also denn um sechse bei Werner! heraus. Von Dezember 1989 bis März 1990 war Schmitt als erste Frau als Vorsitzende des Zentralvorstandes der Gewerkschaft Kunst bzw. der Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien im Freien Deutschen Gewerkschaftsbund . Überdies war sie zwei Jahre Mitglied des im Dezember 1989 gegründeten Unabhängigen Frauenverbandes. Während der Wende 1989 wurde sie zur Vorsitzenden der Gewerkschaft Kunst im FDGB gewählt. Außerdem arbeitete sie 1989 maßgeblich in der entstehenden Ostberliner Frauenbewegung mit und sorgte als Mitglied des Ensembles der Volksbühne dafür, dass dort am 3. Dezember 1989 die Gründungsveranstaltung des Unabhängigen Frauenverbandes der DDR mit über 1000 Frauen stattfinden konnte. Auf dieser Veranstaltung verlas sie das von der Kulturwissenschaftlerin Ina Merkel verfasste „Manifest für eine autonome Frauenbewegung“. Schmitt engagiert sich auch sozial als ehrenamtliche Botschafterin der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e. V. in Tambach-Dietharz. Kurt Pfannschmidt | Heinrich Allmeroth | Konrad Wolf | Hans-Peter Minetti | Herbert Bischoff | Horst Singer | Walfriede Schmitt |
2024-11-30 18:44:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Burning_Cane | Burning Cane ist ein Filmdrama von Phillip Youmans, das am 25. April 2019 beim Tribeca Film Festival seine Premiere feierte und ab 25. Oktober 2019 in ausgewählten US-Kinos gezeigt wurde. Auf den Zuckerrohrfeldern in Louisiana ist eine Mutter zwischen ihren religiösen Überzeugungen und der Liebe zu ihrem Sohn hin- und hergerissen. Regie führte Phillip Youmans, der auch das Drehbuch schrieb, als Kameramann fungierte und neben Ruby Kline als einer der Filmeditoren agierte. Es handelt sich um das Spielfilmdebüt von Youmans. Er war erst 17 Jahre alt, als er nach dem Verlassen der High School die Arbeit an Burning Cane mit dem ebenfalls aus New Orleans stammenden Schauspieler Wendell Pierce in der Hauptrolle beendete. Er spielt Reverend Tillman, während Karen Kaia Livers in der Rolle der alleinerziehenden Mutter Helen Wayne zu sehen ist. Dominique McClellan spielt ihren Sohn Daniel. Hauptinspiration für den Film waren nach Aussage des Regisseur die Geschichten und persönlichen Erfahrungen, die er in seiner Kindheit in der Southern Baptist Church in ihrer gemeinsamen Heimatstadt gesammelt hatte. Er wollte über die Rolle der Kirche in ihrer Gemeinschaft sprechen, die einerseits als ein Leuchtfeuer der Hoffnung betrachtet werden kann, gleichzeitig aber auch eine spaltende Einrichtung ist, die verhindert, auf lähmende Untugenden der Gemeinschaft einzugehen. Trotz seiner ideologischen Unterschiede zu den gottesfürchtigen Menschen, mit denen er aufgewachsen ist, wollte er sie oder ihren Glauben niemals dämonisieren: „Ich bemühte mich, ihre Erfahrungen zu humanisieren, und im Ergebnis habe ich ein differenziertes Verständnis für die Heuchelei und die irrigen Ansichten entwickelt, mit denen ich seit Jahren zu kämpfen habe.“ Seine Mutter und der Großteil seiner Familie seien im ländlichen South Carolina unter einer äußerst fundamentalistischen Interpretation des Protestantismus aufgewachsen, und hiernach seien auch er und seine Schwester erzogen worden. Zwar habe es kulturelle Aspekte der Kirche gegeben, die er schätzte, aber auch eine Heuchelei, die er nicht hinnehmen konnte. Youmans erklärt, er habe schon immer eine Wertschätzung für den gemeinschaftlichen Charakter der Kirche empfunden und wisse, warum es eine wichtige Einrichtung für Menschen in ihrer Gemeinschaft ist, deren Leben oft schwierig sind und für die eine emotionale Flucht jeglicher Art ein wichtiger Teil des Überlebens ist. Auch habe er Gospel-Musik immer geliebt. Seine Identität als Künstler wurde nach Youmans’ Aussage von den beiden aufregendsten Erfahrungen seines Lebens geprägt. Einerseits war dies die Loslösung von der Baptistenkirche und andererseits die Zeit, die er mit den Mitgliedern der Repräsentanz der Black Panther Party in New Orleans verbrachte, wo er unter anderem Malik Rahim kennenlernte, der sich über Jahre hinweg ehrenamtlich in Wohnprojekten und Programmen für straffällig gewordene Afroamerikaner engagierte. Youmans erklärte, er wolle bodenständige, multidimensionale schwarze Geschichten erzählen, obwohl seine kreative Identität nicht immer von seiner Hautfarbe bestimmt worden sei. Die Dreharbeiten fanden ab Juli 2017 in New Orleans und in Thibodaux in Louisiana statt, während Youmans das Drehbuch noch überarbeitete. Das Szenenbild stammt von Ojo Akinlana, mit der Youmans bereits für seinen Kurzfilm Nairobi zusammengearbeitet hatte. Der Film wurde am 25. April 2019 beim Tribeca Film Festival erstmals gezeigt. Dort wurde der zu diesem Zeitpunkt erst 19-jährige Regisseur mit dem Founders Award ausgezeichnet, dem Hauptpreis des Festivals. Damit ist Youmans der erste afroamerikanische Regisseur, der mit dieser Auszeichnung bedacht wurde und zudem der jüngste, der einen Film beim Tribeca Film Festival vorstellte. Bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig Ende August und Anfang September 2019 wurde er im Rahmen der Venice Days außer Konkurrenz gezeigt. Ein erster Trailer wurde Ende September 2019 vorgestellt. Anfang Oktober 2019 wurde er beim London Film Festival vorgestellt. Der Kinostart in den USA erfolgte am 25. Oktober 2019 in ausgewählten Theatern. Als Produzenten fungierten neben dem Hauptdarsteller Pierce und der Szenenbildnerin Akinlana auch Phillip Youmans selbst, seine Mutter Cassandra, Karen Kaia Livers, die im Film in der Rolle von Helen Wayne zu sehen ist, Mose Mayer, Mitproduzent von Youmans’ erstem Kurzfilm Ivory, und Isaac Webb, ein Lehrer für Medienkunst an dem von ihm besuchten Center for Creative Arts in New Orleans. Die Finanzierung der eigentlichen Dreharbeiten erfolgte durch eine Crowdfunding-Kampagne über die Website Indiegogo sowie durch die von den Produzenten gesammelten Gelder. Zudem opferte Youmans seine gesamten Ersparnisse und die seiner Familie. Der Film konnte bislang 92 Prozent aller Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 7,4 der möglichen 10 Punkte. Stephen Whitty von Screen International stellt sich die Frage, wenn ein junger Regisseur dies mit einem kleinen Budget tun kann, was wird er dann mit einem größeren tun? Black Reel Awards 2020 Gotham Awards 2019 Independent Spirit Awards 2020 Satellite Awards 2019 Seattle International Film Festival 2019 Tribeca Film Festival 2019 |
2024-12-04 07:19:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Martin-Luther-King-Kirche_(Berlin) | Gotteshaus und Campanile Die evangelische Martin-Luther-King-Kirche gehört zur Kirchengemeinde im Berliner Ortsteil Gropiusstadt. Sie ist Teil eines Bauensembles, zu dem das Gotteshaus mit freistehendem Glockenturm , ein Gemeindehaus mit zahlreichen Einzelräumen und eine Kindertagesstätte gehören. Der gesamte kirchliche Baukomplex wurde nach Plänen des Architekten Karl Otto im Ortsteil Berlin-Gropiusstadt errichtet und im Frühjahr 1968 eingeweiht. Der Gemeindehausüberbau und die Aufstockung der Kindertagesstätte erfolgten später. Der von der Gemeinde gewählte Name ehrt den im Jahr 1968 umgebrachten US-amerikanischen Friedensnobelpreisträger und Bürgerrechtler Martin Luther King. Die MLK bildete zunächst mit der evangelischen Kirchengemeinde Gropiusstadt-Süd eine Kirchenregion mit einem gemeinsamen Gemeindekirchenrat und vernetzten Arbeitsbereichen. Beide Einzelgemeinden sind im Jahr 2017 zur Kirchengemeinde in der Gropiusstadt fusioniert. Als Kirchengemeinde im Berliner Kirchenkreis Neukölln ist sie Teil des Pfarrsprengels Gropiusstadt-Dreienigkeit und gehört landeskirchlich zur Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz . Die Gebäude stehen auf einer etwa 10.000 m² großen gemeindeeigenen Fläche, die im Norden begrenzt wird von den Gropius Passagen, östlich von einigen Wohnbauten , südlich und westlich von einer öffentlichen Parkanlage und vom Martin-Luther-King-Weg. Vor dem Erweiterungsbau des Einkaufszentrums trug die MLK die Adresse Johannisthaler Chaussee 329 und war auch von dort aus über einen eigenen Zufahrtsweg erreichbar. Der Bauplan der Gropiuspassagen in den 1990er Jahren sah jedoch einen Anschluss an den U-Bahnhof vor, was durch einen Grundstückstausch mit der Gemeinde auch erreicht wurde. Der Martin-Luther-King-Weg ist als Zufahrtsstraße nun über den Kirschnerweg erreichbar. Die Gemeinde befindet sich im Bezirk Neukölln, Ortsteil Buckow, in der nach dem Architekten Walter Gropius benannten Gropiusstadt und kann mit der U-Bahn-Linie U7, Station Johannisthaler Chaussee, mit dem Metrobus M11 oder mit den Linienbussen 172 und 736 erreicht werden. Die Zuwege und Gemeindeeingänge sind barrierefrei gestaltet. Als die Berliner Wohngroßsiedlung Gropiusstadt ab Anfang der 1960er Jahre errichtet wurde, kamen mehr als 40.000 Bewohner in dieses Gebiet. Die Pläne des Chefarchitekten Walter Gropius und seines Chicagoer Büros TAC sahen in dem neuen Wohnviertel zunächst kein Gotteshaus vor. Die zahlreichen Christen unter den neuen Einwohnern gründeten bald eine eigene evangelische Kirchengemeinde, um sich und den zugezogenen Mietern eine kirchliche Heimat zu schaffen. Sie errichteten sich als Ort für Gottesdienste im Jahr 1964 eine Baracke an der Stelle der späteren Kirche; ein eigenes Kirchengebäude sollte jedoch bald errichtet werden. Die Gemeinde erhielt von der Kirchengemeinde Alt-Buckow ein großes Baugrundstück geschenkt und gewann mit dem Direktor der Berliner Kunsthochschule Karl Otto einen renommierten Architekten für ihre Wünsche und Pläne. 1966 konnte der Grundstein für die „Evangelische Kirchengemeinde der Großraumsiedlung Berlin Britz–Buckow–Rudow“ gelegt werden. Die Ermordung des amerikanischen Friedensnobelpreisträgers, des Baptistenpfarrers und Bürgerrechtlers Martin Luther King war der Anlass, den Ehrennamen dieses Mannes für die neue Kirchengemeinde zu beantragen. Der Gemeindekirchenrat genehmigte in Verbindung mit der Kirchweihe am 25. April 1968 den neuen Namen, obwohl ein anderer Gemeindename längst in der engeren Wahl war. Die Ergriffenheit und der starke Eindruck, den Martin Luther King bei seinem Besuch in Berlin unmittelbar zuvor hinterlassen hatten, waren so stark, dass diese Wahl getroffen wurde. Die Einweihung des Komplexes erfolgte durch den damaligen Bischof von West-Berlin, Kurt Scharf, in Anwesenheit von Kirchenoberen, Politikern, des Architekten und zahlreichen Gemeindemitgliedern. Die Architektin Esther Braun lieferte später die Baupläne für einen zweigeschossigen Kirchenpavillon-Anbau und ein Ersatzgebäude für die ehemalige Garagenanlage am neuen Zugang zur Gemeinde. Der Pavillon, bestehend aus Glas und Holz, schuf eine bessere Öffnung des Areals zum Eingangsbereich, dem neu errichteten Stadtplatz. Die Nutzung dieses Neubaus als weiterer Gemeinderaum wurde ergänzt durch die Aufnahme der Familien- und Kinder-Bücherei Lesezeichen in diesen Komplex, die durch die Schließung des kirchlichen Begegnungszentrums Haus der Mitte unweit der Gemeinde heimatlos geworden war. Seit einer Gemeindefusion mit der ehemaligen Nachbargemeinde Gropiusstadt-Süd gehört die Martin-Luther-King-Kirche zur Kirchengemeinde in der Gropiusstadt und gibt einem der beiden Gemeindestandorte seinen Namen. Alle im ursprünglichen Komplex geplanten Gemeindebauten bestehen aus den drei Grundelementen Stahlskelett, Stahlbetonwandfelder und Fensterbänder, die der Architekt nach amerikanischen Erfahrungen entwickeln ließ und für seine Bauten bevorzugte. Karl Otto entwarf einen äußerlich schlichten Beton-Glas-Baukörper in Quaderform aus den oben genannten standardisierten Bauelementen. Das Kirchengebäude besitzt einen quadratischen Grundriss mit den Seitenlängen von 23 Metern erweitert durch ein Eingangsfoyer, das zusätzlich die Sakristei beherbergt. Der benachbarte freistehende Glockenturm hat ebenfalls eine quadratische Grundfläche von 3,5 m × 3,5 m. Gotteshaus und Turm sind in gleichmäßige Längen- und Höhenraster aufgeteilt, die durch die außen sichtbaren blau lackierten Stahlträger der Baukörper noch betont werden. Am Kirchengebäude lassen senkrecht hinter den Stützsäulen und waagerecht unter der Dachtraufe gereihte kleine helle nicht farbige Glasfenster das Tageslicht in das Innere des Kirchenraumes. Materialien für die Baukörper sind helle Betonplatten und Stahl. Die Gebäudeecken sind ebenfalls mit Fensterbändern ausgeführt. Die Wandflächen im Inneren sind mit naturfarbenen gebeizten Holztafeln verkleidet, die eine angenehme warme Ausstrahlung auf die Besucher ausüben, außerdem dienen sie der Wandisolierung. Auch der hölzerne Altar ist im gleichen Farbton gehalten und fügt sich so optimal in den Kircheninnenraum ein. Das von Christa Franke gewebte bogenförmige Altarbild stellt die biblische Geschichte der Fischer am See Genezareth dar. Es wurde direkt im Kirchenraum manuell gefertigt, durch Spendengelder finanziert und war im Jahr 1978 vollendet. Es symbolisiert die Gleichheit aller Menschen vor Gott, egal welcher Hautfarbe und Herkunft und ermutigt zum friedlichen Zusammenleben. Vergleichsweise bescheiden wirkt das hinter dem Altartisch platzierte schlichte Kruzifix vor dem etwa 2,50 Meter hohen Altarbild. Es stammt aus der Werkstatt des Künstlers Waldemar Otto. Der gesamte Raum ist stützenfrei und kann mit variabler Bestuhlung der jeweiligen Nutzung angepasst werden; insgesamt bietet er bis zu 400 Sitzplätze. An der westlichen Seitenwand neben dem Altar befindet sich eine zweimanualige Orgel der Firma Friedrich Weißenborn aus Braunschweig von 1970, die für gottesdienstliche und konzertante Nutzung gleichermaßen gut geeignet ist. Sie wurde im Jahr 1982 von der Warschauer Orgelbaufirma Gebrüder Kaminski umgebaut, auf 22 Register erweitert und besser bespielbar gemacht. 2008 wurde die letzte Generalüberholung vorgenommen. Weiteren Wandschmuck bilden ein Relief Evangelium nach Johannes sowie fünf quadratische Wandteppiche mit den Symbolen und Farben des Kirchenjahres: Weinstock und Reben oder Gemeindesymbol, Heiliger Geist als weiße Taube, Kreuz, Kelch und Oblate. Die Gestaltung der Glasfassade des Kirchenraums stammt von der Künstlerin Anna Pauli, Köln, in Kooperation mit Mauritius Pauli, Berlin. Die abschließende Montage erfolgte 2013. Mit dieser konstruktiven Änderung wurde das extrem starke Gegenlicht zurückgedämmt bei gleichzeitiger Erhaltung der für den Kirchenraum typischen Transparenz. Die Gestaltung verbindet die strenge Linienstruktur der Holzreliefs der Wandverkleidung im Innenraum mit der organischen Charakteristik der Parklandschaft im Außenraum. Der Glockenturm ist circa 15 Meter hoch, auf dem Flachdach erhebt sich ein vier Meter hohes Kreuz aus Edelstahl. In seinem Inneren befinden sich drei Bronzeglocken, die die Namen „Ruf“, „Sammlung“ und „Sendung“ tragen. Die Fassade des obersten Turmsegments wird von senkrecht angeordneten Hölzern gebildet, die dem Geläut eine gute Resonanz verleihen. Für das Läuten der Glocken über die Tageszeiten hinaus hat die Gemeinde eine Läuteordnung entwickelt. Das von Karl Otto ebenfalls im schnörkellosen Stil errichtete eingeschossige Haus besitzt verschiedene Räume unterschiedlicher Größe, die durch die Grundrissgliederung zu erkennen sind. Die Räume bilden die Grundlage für die weiter unten dargestellten vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde. In den 1980er Jahren erfolgten einige Renovierungsarbeiten in diesem Gebäude, unter anderem wurde neues Parkett verlegt und mit einem Spezialbelag dauerhaft versiegelt. Im Jahr 2009 erhielt das Gemeindehaus neue Fenster und eine energiesanierte Fassade. Die Außengrundmaße des Hauses betragen 75 Meter in der Länge und 21 Meter in der Breite. Im Eingangsbereich befinden sich ein bemaltes textiles Wandbild , mehrere Spruchbänder mit Bildern und Zitaten von Martin Luther King und die Skizze eines von der Gemeinde allerdings nicht umgesetzten Wandbildes der biblischen Szene des barmherzigen Samariters. Im nordwestlichen Teil des Gebäudes befanden sich eine großzügige Hausmeisterwohnung mit Garagen, zwei Pfarrdienstwohnungen und das als Schwesternstation errichtete Gebäude, das früher mit roten Fassadenelementen abgesetzt war, heute aber lediglich mit einem Windfang ausgestattet ist. Die Schwestern – zuerst eine, ab 1970 eine zweite und ab 1983 eine dritte – pflegten Kranke und Bedürftige zu Hause oder in den Behandlungsräumen im Gebäude. Ab 1985 wurden staatliche Sozialstationen eingerichtet, zu denen die Schwestern nun organisatorisch gehörten. Bald schlossen sich alle kirchlichen Sozialstationen der Gropiusstadt zu einer Diakoniestation zusammen, die von einem Pfarrer geleitet wurde. Inzwischen trägt diese diakonische Arbeit das gegründete Diakoniewerk Simeon mit mehr als 1300 Mitarbeitenden. Die Diakoniestation Britz-Buckow-Rudow bezog nach einem Umbau die Rüme von Kirchenpavillon, Hausmeisterwohnung und Schwesternstation. Dieser Komplex ist ein bauliches Bindeglied zwischen dem Dienstgebäude und der an der Südseite angebauten Kindertagesstätte Martin Luther King . Außerdem gehört die fußläufig erreichbare Kita „Coretta King“ zur Gemeinde. Die Kitas stehen Kindern aller Bewohner der Gropiusstadt egal welcher Herkunft oder Religion offen. Die miteinander verbundenen Gebäude besitzen folgende Seitenlängen: Sozialgebäude 19,5 m × 28 m, Kita 29,5 m × 33 m. Der Leitgedanke „Kirche für andere – Kirche mit anderen“ ist lebendig. Er drückt den Versuch aus, niemanden auszuschließen, der sich beteiligen möchte. Die Grundidee der Gemeinden heißt: „Miteinander Kirche bauen und gestalten“. Dies gestaltet sich im christlichen Miteinander des Gemeindelebens in zahlreichen Gesprächskreisen, in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren, bei Angeboten für Frauen sowie bei gemeinsamen Ausflügen an Orte der Umgebung oder in größerer Ferne. Kontakte mit ausländischen Kircheneinrichtungen spielten frühzeitig eine Rolle. Ab den späten 1970er Jahren erfolgte eine intensive Zusammenarbeit mit polnischen Kirchengemeinden. Berliner Jugendliche beteiligten sich in der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste beispielsweise an Arbeiten zum Bau und Erhalt der Gedenkstätte des KZ Stutthof bei Danzig. Die durch die Solidarność-Bewegung initiierten Demokratiebestrebungen in Polen wurden mit Hilfslieferungen unterstützt. In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk, der Evangelischen Akademie und der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft wurden sowohl Kontakte zu Einrichtungen in der damaligen Sowjetunion als auch zu Vertretern der Russisch-Orthodoxen Kirche in Berlin geknüpft. Die Explosion des Atomreaktors von Tschernobyl und deren verheerende Wirkungen auf die Menschen der Region waren wiederum Anlass zum Aufbau von Beziehungen mit der Ukraine. Zusammen mit den weiteren Gemeinden des Ortsgebietes beteiligte sich die MLKG an dem von der Konferenz Europäischer Kirchen und der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa ausgerufenen „Jahr der Europäischen Kirchen zu Migration 2010“. Im Rahmen einer Partnerschaft zu afrikanischen Kirchengemeinden werden in der MLKK auch regelmäßig ausländische Gottesdienste beispielsweise der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche abgehalten. |
2024-12-02 10:44:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Schneider_(Antiquar) | Hans Schneider war ein deutscher Antiquar und Musikverleger. Hans Schneider studierte Klavier in München und Innsbruck sowie als Privatschüler von Elly Ney. 1949 gründete er in Tutzing das seither bestehende Musikantiquariat, seit 1958 war er auch als Musikschriftsteller und Musikverleger aktiv und wirkte in dieser Funktion zuweilen als Mäzen. In seinem Verlag sind über 1200 Publikationen erschienen, darunter wichtige Studien zum Musikverlagswesen und Faksimiles und Reprints wesentlicher Quellen zur Verlags- und Musikgeschichte. Der Verlag wurde allerdings 2015 aufgelöst, da durch die zunehmend geringere Förderung des Faches Musikwissenschaft an den deutschen Universitäten die Nachfrage nach wissenschaftlichen Publikationen auf hohem Niveau gesunken war. Schneider war Ehrendoktor der Universitäten Eichstätt und Mainz, zu seinem 60., 65. und 70. Geburtstag erschienen Festschriften. 1980 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. |
2024-12-04 03:29:02 | https://de.wikipedia.org/wiki/Laptew-Stra%C3%9Fe | Die -Laptew-Straße ist eine Wasserstraße, die die Ljachow-Inseln vom nordsibirischen Festland trennt. Die Laptew-Straße ist 155 km lang, zwischen 50 und 61 km breit und zwischen 11 und 16 m tief. Sie verbindet die Laptew- und die Ostsibirische See und ist die meiste Zeit des Jahres zugefroren. Benannt ist sie nach dem russischen Polarforscher Dmitri Jakowlewitsch Laptew. Die Gebiete zu beiden Seiten der Laptew-Straße gehören zur russischen Republik Sacha . |
2024-11-24 04:39:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Pickel | Susanne Pickel ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Susanne Pickel begann ihr Studium der Politikwissenschaft im Wintersemester 1987/88 an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg, wechselte dann an die Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, wo sie ihren Studiengang Ende 1992 mit Diplom abschloss. Ausgestattet mit einem Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung promovierte sie dann von September 1993 bis Juli 1996 über die Europäischen Integration Ungarns zum Dr. rer. pol. Nach Forschungsprojekten, die die Kommunikation und wechselseitige Wahrnehmung junger Deutscher und Polen behandelten, wechselte sie im Oktober 2000 als wissenschaftliche Assistentin an das Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Greifswald. Zwischen 2005 und 2006 unterrichtete und forschte sie an der Universität Ljubljana in Slowenien zum Themenbereich „Politische Konfliktlinien in Osteuropa“. Daneben verbrachte sie längere Forschungsaufenthalte in Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Ihre Habilitationsschrift zum Thema Neue Konflikte – neue Koalitionen? Die europäischen Bevölkerungen und ihre Parteien. stellte sie im Frühjahr 2009 fertig. Zwischen April 2007 und Februar 2008 war sie Vertretungsprofessorin an der Universität Greifswald. Zum Wintersemester 2009/2010 wurde sie auf die Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen berufen. Von 2012 bis 2015 war Susanne Pickel im Vorstand der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft. Seit 2016 ist sie Vorstandsmitglied in der Südosteuropa-Gesellschaft. Seit 2013 ist sie zudem Gleichstellungsbeauftragte der gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Sie lehrt zu Themen aus dem Bereich Vergleichende Politikwissenschaft, u. a. zu Fragen der politischen Kulturforschung, politische Kultur, der Demokratieforschung, der Wahlforschung und der Demokratiemessung. Sie ist verheiratet mit dem Leipziger Religionssoziologen Gert Pickel. |
2024-12-03 16:16:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Himmerstall | Himmerstall ist ein Gemeindeteil der Stadt Wassertrüdingen im Landkreis Ansbach . Himmerstall liegt in der Gemarkung Fürnheim. Südlich des Weilers entspringt der Forstgraben, ein rechter Zufluss der Wörnitz. Im Südwesten grenzt das Auchtfeld an, 1 km nordwestlich erhebt sich der Königsberg . Die Kreisstraße AN 47 führt nach Frankenhofen bzw. nach Fürnheim . Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Goschenhof . Die Fraisch über Himmerstall war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Aufkirchen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Gütern geltend machen. Einen Gemeindeherrn hatte der Ort nicht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus sechs Anwesen und einem Gemeindehirten- und schäferhaus. Grundherren waren das ansbachische Verwalteramt Röckingen , das Fürstentum Oettingen-Spielberg und das Spital der Reichsstadt Dinkelsbühl . Infolge des Gemeindeedikts wurde Himmerstall 1809 dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Fürnheim zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Himmerstall am 1. Mai 1978 nach Wassertrüdingen eingemeindet. Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Nikolaus gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Rufus gepfarrt. Altentrüdingen | Eisler | Fallhaus | Fürnheim | Geilsheim | Goschenhof | Hertleinsmühle | Himmerstall | Laufenbürg | Oberaumühle | Obermögersheim | Reichenbach | Schobdach | Stahlhöfe | Stockaumühle | Wassertrüdingen | Zollhaus Wüstungen: Buchhof | Forsthöfe | Schafhof |
2024-12-04 05:27:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bambey | Bambey ist eine Stadt im zentralen Westen des Senegal. Sie ist Präfektur des Départements Bambey in der Region Diourbel. Bambey liegt im Westen der Region Diourbel, 23 Kilometer von der Regionalpräfektur Diourbel entfernt. Die letzten Volkszählungen ergaben für die Stadt jeweils folgende Einwohnerzahlen: Durch Bambey führt die Nationalstraße N 3. Sie verbindet Thiès und Khombole im Westen mit Diourbel, Mbacké, Touba, Dahra, Linguère, Ourossogui und Matam an der Grenze zu Mauretanien im Osten. Die N3 verläuft Seite an Seite mit der Bahnstrecke Dakar–Niger, die für den Güterverkehr im Erdnussbecken und mit dem Nachbarland Mali von Bedeutung ist, durch das Stadtgebiet. Über den bei Thiès 66 km entfernt gelegenen Flughafen Dakar-Blaise Diagne ist Bambey an das internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Die Stadt verfügt am westlichen Stadtrand mit der Université Alioune DIOP de Bambey über eine Hochschule. |
2024-12-02 10:09:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_B%C3%B6hm | Walther Böhm war ein deutscher Pfarrer und Politiker. Böhm studierte in Berlin und Königsberg Theologie und Philologie und wurde im Oktober 1906 in Danzig ordiniert. Er wurde Hilfsprediger in Pröbernau und im September 1909 Pfarrer in Schöneberg a.W. Im April 1916 erhielt er die Pfarrerstelle in Bohnsack. Bereits in Schöneberg hatte er sich sozial engagiert. Ab August 1917 begann er in allen Küstenorten, in denen noch keine Vereine bestanden, Fischervereine zu gründen. Diese schlossen sich im April 1919 zum Westpreußischen Fischerverband zusammen, dem Böhm vorstand. Der Verband gehörte dem Deutschen Seefischer-Verein an, in dessen Auftrag Böhm die Interessen der West- und Ostpreußischen Fischer vertrat. Durch die Abtrennung der Freien Stadt Danzig gegen den Willen der Bevölkerung musste auch die Organisation der Berufsfischer getrennt werden. Für Danzig entstand der Berufsfischerverband der Freien Stadt Danzig mit Böhm an der Spitze. Zur Volkstagswahl in Danzig 1923 trat Böhm mit einer eigenen Liste, der „Vereinigung der Fischer, Räucherer, des Kleingewerbes und der Handwerker“, an. Die Liste erhielt 1810 Stimmen oder 1,1 % und gewann einen Sitz im Volkstag. Als Spitzenkandidat war Böhm 1923 bis 1927 Abgeordneter im Volkstag. Er konnte auch in der Volkstagswahl in Danzig 1927 das Mandat verteidigen und schied 1930 aus dem Parlament aus, als seine Liste nur noch 0,45 % der Stimmen erhalten hatte. |
2024-12-03 21:11:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Oberherwigsdorf | Oberherwigsdorf ist ein Gemeindeteil von Mittelherwigsdorf im Landkreis Görlitz. Oberherwigsdorf liegt im südlichen Teil des Landkreises im Zittauer Becken in der Östlichen Oberlausitz. Das Dorf erstreckt sich auf anderthalb Kilometer Länge von Nord nach Süd im oberen Rietschebachbachtal. Im Norden erhebt sich der Pferdeberg , südöstlich der Hasenberg, im Süden der Kummersberg und südwestlich der Landberg . Sämtliche Häuser des Ortsteils mit Ausnahme der Feldschenke bilden die Oberdorfstraße. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Bertilsdorf im Jahre 1312 als Besitz des Heinrich von Leipa. Benannt wurde das Dorf wahrscheinlich nach einem Lokator namens Bertold. Mit der Erstarkung der Stadt Zittau wurden sukzessive mehrere Bauerngüter von wohlhabenden Zittauer Bürgern erworben. Im Jahre 1412 erwarben die Oybiner Cölestiner elf Güter in dem Dorf aus Zittauer Besitz. Im Zuge dieser Käufe wurde der Ort erstmals mit Ober Herwigsdorff bzw. Herwigsdorf genannt Bertellsdorf bezeichnet. 1501 kaufte das Oybiner Kloster den Zittauern noch die restlichen Oberherwigsdorfer Güter ab. 1523 legte das Kloster ein Schöppenbuch für Oberherwigsdorf an. 1574 erwarb die Stadt Zittau im Zuge der Aufhebung des Klosters Oybin dessen Ländereien. Oberherwigsdorf blieb danach immer ein Zittauer Ratsdorf. Der Zittauer Rat siedelte zu Beginn des 18. Jahrhunderts in dem Ort zugunsten seines Leinwandhandels Leineweber und Flachsspinner an. Dadurch verdichtete sich die Besiedlung in dem Tal stark, neben den alten Bauerngütern entstand eine Vielzahl von Häuslerstellen, die mit Umgebindehäusern bebaut wurden. 1735 bestand Oberherwigsdorf aus 111 Häusern, darunter 21 Bauern, sieben Gärtnern und 80 Häuslern. Haupterwerbsquellen bildeten der Ackerbau und Viehzucht sowie die Leineweberei. Außerdem lebten im Ort mehrere Leinwandsammler. Pfarrort war Mittelherwigsdorf. Dort wurden lange Zeit auch die Kinder unterrichtet, seit 1736 lässt sich eine eigene Schule in Oberherwigsdorf nachweisen. 1814 arbeitete knapp die Hälfte der Einwohner als Weber und Spinner. 1893 wurde ein neues Schulhaus fertiggestellt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts verlegten die Bauern wegen der Vernässungsgefahr der stark tonhaltigen Lößlehmböden Dränagen in die Felder. 1908 errichtete die Wasserleitungsgenossenschaft Herwigsdorf am Oberen Viehbig Hochbehälter für die Wasserversorgung von Mittel- und Oberherwigsdorf. Östlich des Dorfes legte die Stadt Zittau auf der Bornwiese in der Riestenaue sieben Trinkwasserbrunnen, Hochbehälter und Wassersammler für die städtische Wasserversorgung an. 1958 beschloss die Gemeinde Oberherwigsdorf den Ausbau des Sandbüschels als Naherholungszentrum und pachtete das anderthalb Hektar große Gelände westlich des Dorfes. Am 7. Oktober 1959 erfolgte die feierliche Einweihung im Rahmen des ersten offiziellen Sandbüschelfestes. Seitdem stellten die Sandbüschelfeste die kulturellen Höhepunkte im Ort dar. Im Januar 1973 wurde Oberherwigsdorf nach Mittelherwigsdorf eingemeindet. Nach dem Zusammenschluss von Mittelherwigsdorf mit Oberseifersdorf und Eckartsberg zu einer Großgemeinde wurde Oberherwigsdorf am 1. März 1994 als Ortsteil gestrichen. Urkundlich überliefert sind die Namensformen Bertilsdorf , Herwigsdorf genannt Bertellsdorf, Ober Herwigsdorff , Oberherbisdorff , Ober Herwigsdorff , Ober-Herbigsdorf und Oberherwigsdorf b. Zittau . 1777: Görlitzer Kreis, 1849: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Zittau, 1875: Amtshauptmannschaft Zittau, 1952: Kreis Zittau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz Oberherwigsdorf wurde als Waldhufendorf angelegt. Die Acker- und Wiesenstreifen des Reihendorfes, dessen Siedlungsstruktur nach Süden hin lückenlos nach Mittelherwigsdorf übergeht, ziehen sich bis zu zwei Kilometer nach Norden und Osten. Die Gemarkung besteht fast gänzlich das Acker- und Wiesenflächen. Die Waldfläche nimmt lediglich einen Anteil von unter 10 % ein; davon entfällt der größte Teil auf die Kohlige im äußersten Norden der Ortsflur, die wegen ihrer quellnassen Böden nicht landwirtschaftlich nutzbar ist. Weitere kleine Waldstücke befinden sich auf dem Pferdeberg und im Sandbüschel. Wegen fehlender Industrieansiedlungen ist die ländliche Struktur mit Bauernhöfen und einer Vielzahl von Umgebindehäusern sehr gut erhalten. Besonders benannte Ortslagen sind: |
2024-12-01 20:36:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rapha_Condor-Recycling.co.uk | JLT Condor war ein britisches Radsportteam mit Sitz in Middlewich. Die Mannschaft wurde 2005 unter dem Namen Recycling.co.uk gegründet und besaß bis zur Auflösung auch eine Lizenz als Continental Team, mit der sie hauptsächlich an Rennen der UCI Europe Tour teilnahm. Manager des Teams war John Herety. Im September 2018 gab das Team bekannt sich zum Ende der Saison aufzulösen, da für das kommende Jahr 2019 kein neuer Sponsor gefunden werden konnte. UCI Africa Tour UCI America Tour UCI Asia Tour UCI Europe Tour UCI Oceania Tour |
2024-12-02 11:06:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Fehdehandschuh | Fehdehandschuh wird in der deutschen Sprache in den Redensarten „Den Fehdehandschuh hinwerfen“ und „Den Fehdehandschuh aufnehmen/aufheben“ benutzt. „Jemandem den Fehdehandschuh hinwerfen“ bedeutet, ihn herauszufordern oder mit ihm Streit beginnen zu wollen. Von „Den Fehdehandschuh aufnehmen/aufheben“ spricht man, wenn jemand eine Herausforderung annimmt. Entgegen landläufiger Meinung stammt die Bezeichnung Fehdehandschuh nicht aus dem Mittelalter. Für jene Zeit ist zwar der Brauch des Hinwerfens und Aufnehmens eines Handschuhs zur Ansage und Annahme einer Fehde in Kreisen der Ritterschaft bekannt, doch war für die Rechtmäßigkeit einer solchen Fehde auch eine formelle Erklärung der Fehde nötig. Der Ausdruck als Zusammensetzung der Wörter Fehde und Handschuh entstand erst im 18. Jahrhundert, als es üblich war, seinem Gegner einen Handschuh aus Stoff ins Gesicht zu schlagen, um ihn zu einem Ehrenduell herauszufordern. |
2024-12-04 06:06:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hringen_(R%C3%B6merstein) | Römerstein ist eine Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Römerstein ist mit seiner gesamten Gemarkung ein Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb. Die Gemeinde liegt etwa 22 Kilometer östlich von Reutlingen auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb auf einer Höhe von 756 m ü. NHN bis 803 m ü. NHN . Sie ist nach der höchsten Erhebung des Gemeindegebiets, dem Römerstein , benannt. Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Römerstein, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Lenningen , Wiesensteig , Westerheim, Laichingen , Gutsbezirk Münsingen, Bad Urach und Grabenstetten . Die Gemeinde besteht aus den früher selbstständigen Gemeinden Böhringen, Donnstetten und Zainingen. Die früheren Gemeinden Donnstetten und Zainingen bilden heute Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Zur Ortschaft Böhringen gehören das Dorf Böhringen, der Weiler Strohweiler und das Gehöft Aglishardt. Zur Ortschaft Donnstetten gehören das Dorf Donnstetten und das Haus Römersteinhäuser, ein 1912 errichteter Aussichtsturm auf dem Römerstein. Zur Ortschaft Zainingen gehört nur das gleichnamige Dorf. In der Gemeinde Römerstein liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte; im Gebiet der Ortschaft Böhringen das 1487 als zu Fischenhusen und wahrscheinlich in Aglishardt aufgegangene Fischenhausen, das 1454 als zu dem Gaiswyler erwähnte Geisweiler, Gölenbrunnen, Hofen, die beiden 1275 erwähnten Orte Ichenhusen und Horgenloch, der um 1192 als Cazcensteige genannte Ort Katzensteig, das 1454 als zu Oberwiler erwähnte Oberweiler, das 1345 als uf Vohenhusen genannte Vohenhausen sowie das 1204 als Zimberbuch und 1299 als Zymberbuch erwähnte Zimmerbuch, im Gebiet der Ortschaft Donnstetten liegen die beiden Wüstungen Beuren, auf das ein Flurname hindeutet, und Roter Hof. Römerstein hat sechs kleine Landschaftsschutzgebiete: die Sommerschafweiden auf dem Lau, auf der Halden, im Bental, hinter dem Hockenden Stein, Auchtweide, am Hochbucher Weg und auf Ohl. Drei FFH-Gebiete haben Teilflächen auf dem Gemeindegebiet: die Kuppenalb bei Laichingen und Lonetal, die Alb zwischen Jusi und Teck und die Münsinger Alb. Auch das Vogelschutzgebiet Mittlere Schwäbische Alb reicht randlich auf das Gemeindegebiet. Römerstein gehört überdies zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb, die „Lange Steige“ ist als Kernzone des Biosphärengebiets ausgewiesen. Die Zaininger Hüle ist als Naturdenkmal und als Geotop ausgewiesen. Die Gemeinde Römerstein entstand im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform am 1. Januar 1975 als Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Böhringen , Donnstetten und Zainingen. Vermutlich geht die Besiedlung der Gemarkung auf die römische Siedlung Clarenna zurück. Die Identifikation des römischen Ortes Clarenna, der durch die Peutingertafel überliefert ist, ist mit den archäologischen Funden in Donnstetten sehr wahrscheinlich, aber nicht absolut gesichert. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag das Gebiet im Herzogtum Schwaben. Böhringen wurde zusammen mit dem Hofgut Aglishardt erstmals 1090 urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich zur Kirchheimer Hundertschaft. Über die Herren von Sperbereck kam Böhringen im 15. Jahrhundert an Württemberg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast vollständig zerstört. Auch im Zweiten Weltkrieg gab es in den letzten Kriegstagen schwere Zerstörungen. Schon 776 wurde Donnstetten in einer Urkunde des Klosters Lorsch als Tunnesstate bezeichnet. Im Laufe des Spätmittelalters fiel der Ort an Württemberg. Zainingen wurde erstmals 788 als Zeininger marca im Lorscher Codex erwähnt. 1383 fiel der Ort an Württemberg. Das gesamte heutige Gemeindegebiet gehörte schon vor der 1806 erfolgten Gründung des Königreichs Württemberg zum Amt bzw. seit dem späten 18. Jahrhundert Oberamt Urach. Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum Landkreis Münsingen. 1945 wurde das Gebiet Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Mit der Auflösung des Landkreises Münsingen im Zuge der Kreisreform von 1973 kam das Gemeindegebiet an den Landkreis Reutlingen. Bereits 1192 wurde die St.-Gallus-Kirche in Böhringen erwähnt. Die Kirche in Zainingen wurde erstmals 1275 erwähnt. Donnstetten, das kirchlich zuvor zu Zainingen gehörte, hat seit 1447 den Status einer eigenen Pfarrei. Seit der Einführung der Reformation sind die Orte evangelisch-lutherisch geprägt. In Römerstein gibt es heute drei evangelische Kirchengemeinden, die evangelische Kirchengemeinde Böhringen mit der St.-Gallus-Kirche, die evangelische Kirchengemeinde Zainingen mit der Martinskirche sowie die evangelische Kirchengemeinde Donnstetten-Westerheim mit der St.-Georgs-Kirche, die zum Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gehören. Die Mitglieder der evangelisch-methodistischen Kirche versammeln sich in Laichingen, während die Katholiken der Kirchengemeinde St. Josef in Bad Urach zugeordnet sind. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Böhringen, örtliche Verwaltungsstellen befinden sich in Donnstetten und Zainingen. Der Gemeinderat in Römerstein besteht aus den 14 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde in Römerstein nach dem System der Mehrheitswahl gewählt. Das bedeutet, dass nur eine Liste aufgestellt war und die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen gewählt sind. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,82 Prozent. Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Im Juli 2021 kündigte Winter an, bei der Bürgermeisterwahl im Januar 2022 nicht mehr anzutreten. Am 9. Januar 2022 wurde Anja Sauer im ersten Wahlgang mit 90,38 Prozent der Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt. Sie trat ihr Amt am 31. März 2022 an. Das Wappen wurde – gemeinsam mit der Flagge – der Gemeinde am 24. August 1977 durch das Landratsamt Reutlingen verliehen. Wappen der ehemaligen Gemeinden Römerstein liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. In Donnstetten besteht ein Heimatmuseum in der Pfarrscheuer. Römerstein liegt verkehrsgünstig an den Bundesstraßen 28 und 465 , die das Gemeindegebiet durchqueren. Der öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 222. Drei Skilifte und sechs miteinander verknüpfte Langlaufloipen von insgesamt über 50 Kilometern Länge machen Römerstein zu einem beliebten Wintersportort auf der Schwäbischen Alb. Römerstein verfügt über eine Bobbahn, und von Zainingen aus gelangt man zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb im ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen. In der Ortsmitte von Zainingen befindet sich eine der letzten original erhaltenen Hülen auf der Schwäbischen Alb. Von der überdachten Aussichtsplattform des Römersteinturms ist eine Sicht in alle vier Himmelsrichtungen über die mittlere Alb möglich. Mit der Hauptschule Römerstein in Böhringen und den Grundschulen in Zainingen und Donnstetten gibt es in Römerstein drei Schulen. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen kommunalen und zwei evangelische Kindergärten. Bad Urach | Hayingen | Metzingen | Münsingen | Pfullingen | Reutlingen | Trochtelfingen Dettingen an der Erms | Engstingen | Eningen unter Achalm | Gomadingen | Grabenstetten | Grafenberg | Hohenstein | Hülben | Lichtenstein | Mehrstetten | Pfronstetten | Pliezhausen | Riederich | Römerstein | St. Johann | Sonnenbühl | Walddorfhäslach | Wannweil | Zwiefalten Gutsbezirk Münsingen |
2024-12-02 08:29:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Joseph_Guarini | Frank Joseph Guarini ist ein ehemaliger US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1979 und 1993 vertrat er den Bundesstaat New Jersey im US-Repräsentantenhaus. Frank Guarini besuchte bis 1942 die Lincoln High School. Danach wurde er an der Columbia University zum Marine-Offizier ausgebildet. In den Endphase des Zweiten Weltkrieges diente er in der United States Navy an Bord der USS Mount McKinley. Danach setzte er seine Ausbildung bis 1947 mit einem Studium am Dartmouth College in Hanover fort. Nach einem anschließenden Jurastudium an verschiedenen Universitäten und seiner 1951 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in Jersey City in diesem Beruf zu arbeiten. Gleichzeitig schlug er als Mitglied der Demokratischen Partei eine politische Laufbahn ein. Zwischen 1965 und 1972 gehörte er dem Senat von New Jersey an. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1978 wurde Guarini im 14. Wahlbezirk von New Jersey in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 1979 die Nachfolge von Joseph A. LeFante antrat. Nach sechs Wiederwahlen konnte er bis zum 3. Januar 1993 sieben Legislaturperioden im Kongress absolvieren. Im Jahr 1992 wurde sein Distrikt aufgelöst. Er verzichtete auf eine Kandidatur in einem anderen Bezirk und schied am 3. Januar 1993 aus dem Kongress aus. Nach dem Ende seiner Zeit im US-Repräsentantenhaus zog sich Guarini aus der Politik zurück. 1. Distrikt: Boudinot | Dayton | J. Condit | Boyd | Darby | Boyd | Condict | Kinsey | J. Condit | Kinsey | Cassedy | H. Thompson | T. Sinnickson II | R. Cooper | Dickerson | Chetwood | Randolph II | L. Elmer | Hampton | Hay | N. Stratton | Clawson | Nixon | Starr | W. Moore | Hazelton | C. Sinnickson | Robeson | Ferrell | Hires | Bergen | Loudenslager | Browning | Patterson | Wolverton | Cahill | Hunt | Florio | Andrews | Norcross • 2. Distrikt: Cadwalader | A. Clark I | Kitchell | Imlay | Kitchell | E. Elmer | Newbold | T. Ward | Linn II | Condict | S. Fowler I | Aycrigg | W. Cooper | Aycrigg | Sykes | S. Wright | Sykes | Newell | Skelton | Robbins | J. Stratton | Middleton | Newell | Haight | Forker | Dobbins | Pugh | H. Smith | Brewer | Buchanan | Gardner | J. Baker | Bacharach | Wene | Jeffries | Wene | Hand | Glenn | McGrath | Sandman | W.J. Hughes | LoBiondo | Van Drew • 3. Distrikt: Schureman | Dayton | Thomson | Linn I | Helms | Condict | Schureman | Bennet | B. Smith | Holcombe | Randolph I | Lee | Halstead | Dickerson | Halstead | Farlee | Runk | Edsall | Wildrick | Lilly | Bishop | Adrain | Steele | Sitgreaves | Bird | A. Clark II | Ross | J. Kean | Green | J. Kean | Geissenhainer | B. Howell | Scully | T. Appleby | Geran | S. Appleby | Hoffman | Sutphin | Auchincloss | Howard | Pallone | Saxton | Adler | Runyan | MacArthur | Kim 4. Distrikt: T. Sinnickson I | Kitchell | Beatty | Henderson | Schureman | Imlay | Mott | Lambert | Cox | J. Scudder | G. Maxwell | Stockton | H. Southard | Matlack | Tucker | T. Hughes | J. Parker | J. Maxwell | Kille | J. Maxwell | Kirkpatrick | Edsall | Van Dyke | Brown | Vail | Huyler | Riggs | Cobb | Rogers | Hill | Hamilton | A.A. Clark | Harris | Howey | Pidcock | S. Fowler II | Cornish | Pitney | Salmon | Flanagan | Lanning | Wood | Walsh | Hutchinson | Browne | Eaton | Powers | Mathews | C. Howell | F. Thompson | C. Smith • 5. Distrikt: Cadwalader | I. Smith | T. Sinnickson I | Davenport | H. Southard | Morgan | Coxe Jr. | E. Baker | Bloomfield | Swan | I. Southard | Schenck | C. Stratton | Ryall | C. Stratton | W. Wright | Gregory | King | Price | A. Pennington | Wortendyke | W. Pennington | Perry | E. Wright | Halsey | Cleveland | Halsey | Phelps | Cutler | Voorhis | Hill | Phelps | Beckwith | Cadmus | J. Stewart | C. Fowler | Tuttle | Capstick | Birch | Ackerman | P. Stewart | Eaton | P. Frelinghuysen | Fenwick | Roukema | Garrett | Gottheimer • 6. Distrikt: Sloan | Hufty | Bines | Bateman | Garrison | Pierson | S. Condit | Shinn | Yorke | Vroom | Yorke | M. Ward | Teese | Peddie | Blake | Jones | Fiedler | H. Lehlbach | English | R. Parker | W. Hughes | Allen | W. Hughes | A. Hart | Martin | A. Hart | Ramsey | Perkins | McLean | Case | Williams | F. Dwyer | Cahill | Forsythe | B. Dwyer | Pallone 7. Distrikt: I. Scudder | Hardenbergh | Brigham | Hardenbergh | McAdoo | McDonald | Fielder | McEwan | Daly | McDermott | R. Parker | Townsend | Bremner | Drukker | Radcliffe | Seger | Perkins | Thomas | Widnall | Maguire | Roukema | Rinaldo | Franks | Ferguson | Lance | Malinowski | T. Kean • 8. Distrikt: Dunn | C. Fowler | Wiley | Pratt | Wiley | McCoy | Kinkead | Gray | McGlennon | Taylor | McNulty | Taylor | P. Moore | Hartley | Seger | Canfield | Joelson | Roe | Klein | Martini | Pascrell | Sires | R. Menendez • 9. Distrikt: Benny | Van Winkle | Leake | Kinkead | McCoy | R. Parker | Minahan | R. Parker | Minahan | Fort | Cavicchia | Kenney | Osmers | Towe | Osmers | Helstoski | Hollenbeck | Torricelli | Rothman | Pascrell 10. Distrikt: McDermott | Hamill | Townsend | F. Lehlbach | Hartley | Rodino | Payne | Payne Jr. | McIver • 11. Distrikt: Eagan | Olpp | Eagan | Auf der Heide | Cavicchia | O’Neill | Vreeland | Sundstrom | Addonizio | Minish | Gallo | R. Frelinghuysen | Sherrill • 12. Distrikt: Hamill | O’Brien | Norton | F. Lehlbach | Towey | R. Kean | Wallhauser | Krebs | F. Dwyer | Rinaldo | Courter | Zimmer | Pappas | Holt | Watson Coleman • 13. Distrikt: Norton | Sieminski | Gallagher | Maraziti | Meyner | Courter | Forsythe | Saxton | B. Menendez | Sires • 14. Distrikt: Auf der Heide | E. Hart | Tumulty | Dellay | Daniels | LeFante | Guarini • 15. Distrikt: Patten | B. Dwyer |
2024-12-04 05:08:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sirenidae | Kleiner Armmolch Die Armmolche sind eine urtümliche Familie der Schwanzlurche innerhalb der Klasse der Amphibien, die als Dauerlarven in Gewässern vom Südosten der USA bis in den Nordosten von Mexiko vorkommen. Ihren Namen tragen sie, weil sie vordere Extremitäten, aber keine Hinterbeine aufweisen. Das Taxon ist bereits für die Zeit vor 130 Millionen Jahren fossil belegt. Armmolche haben einen aalförmig gestreckten, unscheinbar gefärbten, schleimig-glatten Körper mit einem kurzen seitlich abgeflachten Schwanz und reduziertem Knochenbau. So fehlen die hinteren Gliedmaßen und die Beckenknochen. Von den Oberkieferknochen ist die Maxillare reduziert und fehlt, ebenso die Septomaxillare. Zähne auf dem Zwischenkieferbein fehlen und werden durch eine Hornscheide ersetzt. Dafür findet sich ein großes Zahnfeld auf dem Gaumenbein . Drei Paar äußere Kiemen mit kammartigen Filamenten sind bei den erwachsenen Tieren ebenso vorhanden wie Lungen. Die Augen sind lidlos. Bei der Gattung Siren, deren Vertreter vier Finger an jeder Hand aufweisen, ist in der Jugend eine Larvenhaut vorhanden. Später wandelt sich die Hülle in die robustere Haut von erwachsenen Schwanzlurchen um. Bei den dreifingrigen Zwergarmmolchen fehlt diese physiologische Umwandlung; daher sind sie nicht zum Verlassen des Gewässers fähig. Die äußeren Kiemenbüschel bleiben lebenslang erhalten, doch wird auch regelmäßig mit Lungen geatmet und auftauchend atmosphärische Luft aufgenommen. Der Große Armmolch , der fast einen Meter lang werden kann, lebt in den Küstenebenen von Virginia bis Florida und im Süden Alabamas. Er bevorzugt schlammiges Süßwasser mit viel Vegetation. Die Art hat einen abgeflachten Schwanz und hält sich tagsüber unter Felsen auf oder gräbt sich in den Schlamm ein. Nachts gehen die Tiere auf Nahrungssuche. Sie können auch gelegentlich an Land kriechen. In Trockenperioden halten sie eine Sommerruhe. Dazu spinnt sich der Armmolch in einen trocken aushärtenden Schleimkokon ein, der aus der Absonderung seiner Hautdrüsen besteht. Der Kleine Armmolch wird maximal 60 Zentimeter lang und ist von South Carolina bis Florida verbreitet. Der Zwergarmmolch wird 10 bis 25 Zentimeter lang. Er lebt in den Küstenebenen von South Carolina, Georgia und Florida. Die Art bevorzugt Tümpel, Sümpfe und Wassergräben, wo sie sich in der dichten Wasservegetation, hauptsächlich von Wasserhyazinthen, aufhalten. Da Zwergarmmolche ihre Larvenhaut nicht umwandeln, können sie nicht terrestrisch überleben. Alle Arten fressen Würmer und aquatile Insektenlarven, Krebstiere und Schnecken. |
2024-12-04 06:52:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Verwalteramt_Forndorf | Das Oberamt Feuchtwangen war eines von den 15 Verwaltungsgebieten des Fürstentums Ansbach. Ab 1791/92 wurde das Fürstentum Ansbach vom preußischen Staat als Ansbach-Bayreuth verwaltet. Damit ging das Oberamt Feuchtwangen in dem Crailsheimer Kreis auf. Das Oberamt Feuchtwangen grenzte im Westen an das Oberamt Crailsheim, im Osten an das eichstättische Amt Herrieden und das Oberamt Ansbach, im Süden an das Oberamt Wassertrüdingen und die Reichsstadt Dinkelsbühl und im Norden an das Oberamt Colmberg und an das hohenlohische Fürstentum Schillingsfürst. Das Oberamt Feuchtwangen setzte sich zusammen aus dem Kasten- und Stadtvogteiamt Feuchtwangen, dem Stiftsverwalteramt Feuchtwangen, dem Klosterverwalteramt Sulz, dem Verwalteramt Forndorf und Bechhofen und das Vogtamt Schopfloch und Ampfrach. Im Fraischbezirk des Oberamtes Feuchtwangen lagen 219 Orte, darunter 1 Stadt, 2 Marktflecken, 16 Pfarrdörfer, 6 Kirchdörfer, 127 Weiler und 67 einzelne Höfe oder Mühlen. Insgesamt gab es 2276 Untertansfamilien, 1381 waren ansbachisch, 895 fremdherrisch. Im Einzelnen sind dies : Aichau , Aichamühle , Aichenzell, , Altersberg , Althinterhof , Ammonschönbronn , Angerhof, Dentlein , Angerhof, Elbersroth , Archshofen , Baimhofen , Banzenweiler , Bechhofen , Beeghof , Bergertshofen , Bergnerzell , Bernau , Bieberbach , Binsenweiler , Birkach , Bittelhof , Bonlanden , Bortenberg , Bottenweiler , Breitenau , Böckau , Bruck , Buchhof , Buchmühle , Bühl , Burgstall , Charhof , Charmühle , Deffersdorf , Dentlein am Forst , Deuenbach , Dickersbronn , Dombühl , Dorfgütingen , Dornberg , Dürrwangen , Elbleinsmühle , Elbersroth , Erlmühle , Esbach , Eschenlach , Eulenhof , Fallhaus , Felden , Fetschendorf , Feuchtwangen , Flinsberg , Forndorf , Fröschau , Froschmühle , Gastenfelden , Gersbronn , Gehrenberg , Georgenhof , Gimpertshausen , Gindelbach , Glashofen , Gräbenwinden , Grimmschwinden , Großmühlen , Großohrenbronn , Gumpenweiler , Gutenmühle , Hainmühle , Haundorf , Häuslingen , Häuslingermühle , Heckelmühle , Heilbronn , Heiligenkreuz , Hellenbach , Herbstmühle , Herrnschallbach , Hilpertsweiler , Hinterbreitenthann , Hirschbach , Höfstetten bei Feuchtwangen , Höfstetten bei Wieseth , Holdermühle , Hopfengarten , Jägerhaus bei Feuchtwangen , Jaken , Jungenhof , Kaierberg , Kaltenbronn , Kemmleinsmühle , Kleinohrenbronn , Köhlen , Koppenschallbach , Krapfenau , Krebshof , Krobshausen , Kühnhardt a.Schlegel , Larrieden , Lattenbuch , Lehenbuch , Lehengütingen , Leichsenhof , Leiperzell , Leuckersdorf , Lichtenau , Liebersdorf , Limbach , Lohe , Lohmühle bei Feuchtwangen , Lölldorf , Mörlach , Lottermühle , Lustenau , Meidling , Metzlesberg , Mittelschönbronn , Mögersbronn , Mörlach , Mosbach , Neuhinterhof , Neumühle bei Kaierberg , Neumühle bei Schopfloch , Neu- oder Walkmühle , Neuses , Oberahorn , Oberampfrach , Oberdallersbach , Obermosbach , Obermühle , Ober- und Unterradach , Oberransbach , Oberrothmühle , Oberschönbronn , Oberstelzhausen , Pfaffenhof , Pfladermühle , Poppenweiler , Pulvermühle , Rammerzell , Ransbach a.d.Holzecke , Rappenhof , Ratzendorf , Reichenbach , Riegelbach , Rißmannschallbach , Rödenweiler , Rohrmühle , Röschenhof , Rothhof , Rotmühle , Sachsbach , Sandhof , Sankt Ulrich , Schafhausen , Scheidelmühle , Schleifmühle bei Feuchtwangen , Schleifmühle bei Sinbronn , Schlötzenmühle , Schnelldorf , Schnepfenmühle , Schönmühle , Schopfloch , Schwaighausen , Seiderzell , Sickersdorf , Sommerau , Sperbersbach , Stadtmühle bei Feuchtwangen , Steigmühle , Steinbach , Steinbach an der Holzecke , Steineweiler , Stollenhof , Sulz , Sulzach , Tauberschallbach , Trendelmühle , Tribur , Thürnhofen , Überschlagmühle , Ungetsheim , Unsinnige Mühle , Unterahorn , Unterampfrach , Unterdallersbach , Untermosbach , Unterransbach , Unterrothmühle , Unterstelzhausen , Vehlberg , Voggendorf , Volkertsweiler , Vorderbreitenthann , Waizendorf , Waldeck , Waldhausen , Waldhäuslein , Walkmühle bei Dinkelsbühl , Walkmühle bei Feuchtwangen , Wehlmäusel , Weidelbach , Weikersdorf , Weiler am See , Weinberg , Westheim , Wieseth , Wiesethbruck , Wildenholz , Windshofen , Winterhalten , Witzmannsmühle , Wolfershof , Wolfsmühle , Wüstenweiler , Zehdorf , Ziegelhütte bei Bruck , Ziegelhütte bei Dinkelsbühl , Ziegelhütte bei Feuchtwangen , Zimmersdorf , Zinselhof , Zirndorf , Zischendorf , Zumberg , Zumhaus , Zum Höfen , Zumloch , Zwernberg . Das Kastenamt hatte die Grundherrschaft im Untersuchungsbereich Oberamt Feuchtwangen über 107 Anwesen: Das Stiftsverwalteramt hatte die Grundherrschaft im Untersuchungsbereich Oberamt Feuchtwangen über 3351⁄2 Anwesen: Das Stadtvogteiamt Feuchtwangen hatte die Grundherrschaft über insgesamt 249 Anwesen: Das Klosterverwalteramt Sulz hatte die Grundherrschaft über insgesamt 249 Anwesen: Das Ämtlein Rauenbuch hatte die Grundherrschaft über 28 Anwesen: Büchelberg , Leutershausen , Neunkirchen , Oberdombach , Rauenbuch , Röttenbach , Sachsen , Weißenmühle . Das Verwalteramt Bechhofen hatte die Grundherrschaft über insgesamt 88 Anwesen: Das Verwalteramt Forndorf hatte die Grundherrschaft über insgesamt 199 Anwesen: Das Verwalteramt Waizendorf hatte die Grundherrschaft über insgesamt 214 Anwesen: Das Vogtamt Schopfloch wurde durch den Kastner des Kasten- und Vogtamts Feuchtwangen mitversehen. Es hatte im Oberamt Feuchtwangen die Grundherrschaft über 47 Anwesen: Burgstall , Pulvermühle , Schopfloch , Zumberg . Das Vogtamt Ampfrach wurde durch den Kastner des Kasten- und Vogtamts Feuchtwangen mitversehen. Es hatte die Grundherrschaft über 105 Anwesen im Untersuchungsbereich Oberamt Feuchtwangen: Altersberg , Haundorf , Hilpertsweiler , Holdermühle , Jakobsmühle , Oberampfrach , Ransbach an der Holzecke , Seiderzell , Stollenhof , Unterampfrach , Vorderbreitenthann , Weinberg . Dem Vogtamt Ampfrach unterstanden außerdem noch zwei Anwesen in Westgartshausen, das im Fraischbezirk des Oberamtes Crailsheim liegt. Oberamt Ansbach | Oberamt Burgthann | Oberamt Cadolzburg | Oberamt Colmberg | Oberamt Crailsheim | Oberamt Creglingen | Oberamt Feuchtwangen | Oberamt Gunzenhausen | Oberamt Hohentrüdingen | Oberamt Roth | Oberamt Schwabach | Oberamt Stauf | Oberamt Uffenheim | Oberamt Wassertrüdingen | Oberamt Windsbach |
2024-12-02 10:23:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BChlampe#Europäische_Union | Eine Glühlampe, auch Glühfadenlampe oder allgemeinsprachlich Glühbirne genannt, ist eine künstliche Lichtquelle. In der Glühlampe wird ein elektrischer Leiter durch elektrischen Strom aufgeheizt und dadurch zum Leuchten angeregt und erzeugt damit das elektrische Glühlicht. Die weit verbreitete Bauform der Glühlampe mit Schraubsockel wird fachsprachlich als Allgebrauchslampe bezeichnet . Glühlampen wurden oft zur Wohnraumbeleuchtung eingesetzt. Da sie jedoch sehr ineffizient sind , wurde unter anderem in der Europäischen Union, der Schweiz, der Volksrepublik China und Australien die Herstellung und der Vertrieb von Glühlampen mit geringer Energieeffizienz verboten, um so Energie einzusparen. Bereits vor der Erfindung des elektrischen Lichts wurde der Begriff Glühlampe verwendet, und zwar für einen Spiritusapparat zur Erzeugung ätherischer Dämpfe, über dessen Docht eine Spirale aus Platindraht angebracht ist. Das Platin oxidierte nach dem Auslöschen der Flamme den aufsteigenden Brennstoffdampf katalytisch weiter und erzeugte bei dunkler Glut Wärme, die den Prozess in Gang hielt. Louis Jacques Thénard zeigte 1801, dass man Metalldrähte durch den elektrischen Strom aus galvanischen Elementen zur hellen Glut bringen kann. Es existieren Belege für eine frühe Glühlampe mit Platinfaden unter einer evakuierten Glasglocke aus der Zeit um 1820. Herkunft und Datierung der als „De-la-Rue-Lampe“ oder auch „De-la-Rive-Lampe“ bezeichneten Lampe sind unklar. Am 25. Juli 1835 führte der Schotte James Bowman Lindsay bei einem öffentlichen Meeting in Dundee ein konstantes elektrisches Licht vor. Er gab an, dass er „ein Buch in einem Abstand von eineinhalb Fuß lesen“ könne. Lindsay vervollständigte die Vorrichtung zu seiner eigenen Zufriedenheit, wandte sich danach jedoch von seiner Erfindung ab und dem Problem drahtloser Telegraphie zu. Frederick de Moleyns erhielt 1841 das erste bekannte Patent auf eine Glühlampe. Er verwendete Kohlepulver zwischen Platindrähten unter einem luftleeren Glaskolben. Der Amerikaner John Wellington Starr erhielt 1845 durch Edward Augustin King in London ebenfalls ein Patent auf eine Glühlampe. In diesem Patent werden Karbonstifte als geeignetes Glühmaterial für helles Licht genannt. Ebenfalls 1845 veröffentlichte der Engländer William Robert Grove die Konstruktion einer von ihm 1840 entwickelten Glühlampe mit Platinglühfaden in Spiralform. Zahlreiche Patente für Glühlampen wurden ab den 1850er Jahren angemeldet. Die Entwickler scheiterten mit der Herstellung länger haltender Glühlampen zunächst an der Vakuumtechnik. Nach Erfindung und Verbreitung der Vakuumpumpe intensivierten sich in den 1870er Jahren die Konstruktionsanstrengungen in verschiedenen Ländern mit der Folge zahlreicher Patentanmeldungen. Die Brenndauer der Konstruktionen lag jedoch bei unter zehn Stunden. Neben der Haltbarkeit der Lampen wurde das Problem des Energieverbrauchs ein Schwerpunkt der Bemühungen. 1874 erhielt Alexander Nikolajewitsch Lodygin in Russland ein Patent auf eine Glühlampe mit einem Kohlefaden oder einem dünnen Kohlestift in einem mit Stickstoff gefüllten Glaskolben. Der britische Physiker und Chemiker Joseph Wilson Swan entwickelte 1860 ebenfalls eine Glühlampe, bei der er als Glühfaden verkohltes Papier in einem luftleeren Glaskolben benutzte. Erst 1878 gelang ihm die Herstellung einer praktisch brauchbaren elektrischen Glühlampe. Er erwarb sein Patent in England 1878 somit zwei Jahre früher als Edison sein vergleichbares Patent in den USA. Er stattete seine Glühlampen mit einer speziellen Fassung, der Swanfassung, aus, die sich im Gegensatz zu den Schraubgewinden der Edisonglühlampen bei Erschütterung, zum Beispiel in Fahrzeugen, nicht lösten. Nach anfänglichen Patentrechtsstreitigkeiten einigten sich Edison und Swan und gründeten schließlich 1883 in London eine gemeinsam betriebene Firma. Thomas Alva Edison, der fälschlicherweise als Erfinder der Glühbirne bezeichnet wird, verbesserte die Glühlampe und erhielt am 27. Januar 1880 das Basispatent Nummer 223898 für seine am 4. November 1879 angemeldete Entwicklung. Das in tradierten Darstellungen verbreitete Erfindungsdatum 21. Oktober 1879 gilt nach Ergebnissen der neueren Quellenforschung indes als Legende. Seine Glühlampe bestand aus einem evakuierten Glaskolben mit einem Kohleglühfaden aus verkohlten Bambusfasern. Zahlreiche Verbesserungen, insbesondere bei der Präzisionsherstellung des Glühfadens, führten zu Glühlampen, mit denen Edison den Wettbewerb gegen die damals üblichen Gaslampen erfolgreich aufnahm. Haltbarkeit, Lichtausbeute und Energiekosten spielten dabei eine Rolle. Edisons Glühlampen waren im Unterschied zu Swans Lampen mit hochohmigen Glühfäden ausgestattet, die zwar schwierig herzustellen waren, den Einsatz in elektrischen Netzen jedoch wesentlich vereinfachten und verbilligten. Bei hoher Spannung für hochohmige Verbraucher konnte elektrische Energie einfacher transportiert werden, und die möglichen geringeren Kabelquerschnitte sparten erhebliche Kupfermengen. Dadurch wurde ein Energieversorgungsnetz für Elektrizität technisch machbar und mit Netzen für Gaslampen wettbewerbsfähig. Insbesondere konnte Edison mit seinen hochohmigen Lampen auch das Problem der Teilbarkeit des Lichts lösen; alle vorherigen Lösungen erforderten für wenige Lampen jeweils eine eigene Stromquelle. Deswegen wird die Erfindung der praktisch nutzbaren Glühlampe gemeinhin Thomas Alva Edison zugeschrieben. Edisons Konstruktion war die erste Glühlampe, die nicht nur in geringer Stückzahl in Werkstätten hergestellt wurde, sondern in einer eigens errichteten Fabrik in Serienfertigung ging. Die Benutzung von Kohlefadenglühlampen in privaten Haushalten in den 1880er Jahren ging einher mit dem Aufbau von Versorgungsnetzen für elektrische Energie. Diese Produkte markieren mithin in der kulturellen Entwicklung den Beginn der durchdringenden Elektrifizierung. In Deutschland gilt das Café Bauer als erstes mit Glühlampen beleuchtetes Gebäude im Jahr 1884, die von Emil Rathenau nach Edison-Patenten gefertigt wurden. Um die Verteilung des neu entstehenden Elektromarktes wurde in den 1880er Jahren hart gekämpft, wobei insbesondere zahlreiche Patentprozesse um das Schlüsselprodukt der Elektrifizierung, die Glühlampe mit hochohmigem Kohlefaden, geführt wurden. Heinrich Göbel gab 1893 in Patentprozessen zwischen der Edison Electric Light Co. und anderen amerikanischen Glühlampenherstellern an, bereits ab den frühen 1850er Jahren mit Kohlefadenglühlampen experimentiert zu haben, konnte seine Behauptung der Antizipation der Edison-Erfindung aber vor Gericht nicht beweisen. Er galt dennoch im 20. Jahrhundert in Deutschland als Erfinder der Kohlefadenglühlampe. Die erste deutsche Glühlampe soll 1883 in Stützerbach hergestellt worden sein. Diesbezügliche Quellen stehen allerdings im Widerspruch zur älteren, oben abgebildeten Glühlampe von C. H. F. Müller. Die Eignung von Osmium, Tantal oder Wolfram für Glühfäden war wegen des hohen Schmelzpunktes dieser Metalle bekannt. Aber erst technische Entwicklungen in der Pulvermetallurgie wie die Sintertechnik ermöglichten die wirtschaftliche Verarbeitbarkeit. Wolfram, Osmium und Tantal sind seltene und mithin teure Rohstoffe. Bei dem sehr harten und spröden Wolfram waren die zu lösenden Verarbeitungsprobleme am größten. Der österreichische Chemiker und Gründer von Osram, Carl Auer von Welsbach, leistete einen wichtigen Beitrag zu der Erfindung der Glühlampe, indem er ein Verfahren zur Herstellung von Drähten aus Osmium und Wolfram entwickelte, die damals als Metalle mit den höchsten Schmelzpunkten galten. 1897 erfand der Physikochemiker Walther Nernst in Göttingen die nach ihm benannte Nernstlampe, die von der AEG und von Westinghouse produziert wurde. Bei dieser Glühlampe dient ein dünnes Stäbchen aus einem Festkörper-Elektrolyt statt eines Kohle- oder Metallfadens als Glühkörper. Der Nernststift benötigt kein Schutzgas, sondern kann in normaler Umgebungsluft betrieben werden. Im Jahre 1903 erfand Willis R. Whitney einen Glühfaden, der die Innenseite einer Glühlampe nicht schwärzte. Es war ein metallummantelter Kohlefaden. Bereits ein Jahr zuvor erkannte der deutsche Chemiker Werner von Bolton mit dem Schweizer Physiker Otto Feuerlein das chemische Element Tantal als geeignetes Material zur Herstellung von metallischen Glühfäden. 1905 wurden die ersten Glühlampen mit Tantalfäden ausgeliefert und ersetzten allmählich die bisherigen Kohlefadenlampen. Die Tantallampe war zwar eine kurze Episode in der Geschichte der Glühlampe im Vorfeld der Entwicklungen zur heute verwendeten Wolframlampe, aber bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden weltweit über 50 Millionen Tantallampen nach Bolton und Feuerleins Verfahren hergestellt und verkauft. Im Jahre 1906 wurden von der General Electric Company Patente für Wolframglühfäden als Basis für eigene Forschungs- und Weiterentwicklungsarbeiten gekauft. Diverse Quellen nennen Alexander Nikolajewitsch Lodygin als Patentinhaber, der schon in den 1890er Jahren mit Wolfram experimentiert hatte und auf der Weltausstellung 1900 eine solche Lampe vorführte. In jener Zeit experimentierten viele Entwickler, an der Entwicklung einer praktisch einsetzbaren Wolframglühfadenlampe. Glühfäden aus mittels Sintern gewonnenem Metall waren extrem spröde, die Verarbeitung zu Spiralen oder Schlaufen war für eine Massenproduktion unmöglich. Am 13. September 1904 erhielten Franjo Hanaman und Alexander Just ein Patent auf eine Glühlampe mit einem von Wolfram ummantelten Kohlefaden, die nach dieser Methode hergestellten Glühlampen erhielten den Markennamen Tungsram . Im Jahr 1910 erfand der für General Electric arbeitende William David Coolidge eine Methode zur Herstellung mechanisch stabiler Wolframglühfäden. General Electric begann 1911 mit der kommerziellen Herstellung der heute noch üblichen Glühlampen mit Wolframglühfaden. Dieser Lampentyp verbesserte das Verhältnis von Lichtausbeute zu Energieverbrauch erheblich. General Electric gewann die nach Auslauf der Edison-Patente verlorene Dominanz auf dem Glühlampensektor zurück. Im Jahre 1911 entdeckte Irving Langmuir, dass durch die Verwendung eines Argon-Stickstoff-Gemisches in einer Glühlampe die Lebensdauer des Wolfram-Glühfadens verlängert wird. Seit 1936 wird Krypton als Füllgas benutzt, seit 1958 erstmals auch Xenon für Hochleistungslampen. 1931 beantragte die Chemikerin Mary B. Andrews in den USA ein Patent für eine elektrische Glühlampe, welches mit der Nummer 2019331 im Jahr 1935 erteilt wurde. Eine frühere Patenterteilung an eine Frau in der Glühlampentechnologie ist zurzeit nicht bekannt. Der Berliner Erfinder Dieter Binninger entwickelte für seine Berlin-Uhr eine langlebige „Ewigkeitsglühbirne“, die besonders für Anwendungen gedacht war, bei denen ständig hohe Auswechselkosten entstehen, wie etwa bei Verkehrsampeln oder seiner Mengenlehreuhr. Seine zwischen 1980 und 1982 eingereichten Patente zur „Verlängerung der Lebensdauer von Allgebrauchsglühlampen“ beruhen jedoch im Wesentlichen auf einer veränderten Wendelgeometrie und dem Betrieb mit Unterspannung mittels einer vorgeschalteten Diode. In einer Glühlampe lässt man einen elektrischen Strom durch einen dünnen, aus einem leitenden Material bestehenden Faden fließen. Dank geeignet gewähltem Material, z. B. Wolfram, schmilzt dieses nicht. Der Metallfaden hat die Form einer Glühwendel . Fließt ein ausreichend starker elektrischer Strom durch den Faden, wird dieser so stark erhitzt , dass er glüht. Die Temperatur der Glühwendel beträgt je nach Bauform ca. 1500–3000 °C, sodass sie gemäß dem Planckschen Strahlungsgesetz elektromagnetische Strahlung emittiert, die vor allem im Bereich der Infrarotstrahlung und des sichtbaren Lichts liegt. Das Aussenden von Photonen wird dabei durch Relaxation der thermisch angeregten Elektronen im Glühfaden hervorgerufen. Die aufgenommene elektrische Leistung wird jedoch nur zu einem sehr geringen Teil in Form von sichtbarem Licht abgestrahlt, da bei gewöhnlichen Glühlampen nur ca. 2,2 % der elektrischen Energie in Licht gewandelt wird. Der bei weitem größte Teil der Energie wird hingegen im infraroten Bereich als Wärmestrahlung abgestrahlt. Ein Rest wird mittels Wärmeleitung und -konvektion an das Füllgas und den Glaskolben sowie an die Zuleitungs- und Haltedrähte der Glühwendel abgegeben. Die Glühlampe besteht aus einem Sockel einschließlich der elektrischen Stromzuführungen im Quetschfuß und einem Glaskolben, der den Glühfaden und dessen Halterung vor der Außenumgebung abschirmt. Die unterschiedlichen Bauformen und Leistungsformen werden meist durch das Lampenbezeichnungssystem ILCOS charakterisiert und sind dort näher beschrieben. Der Sockel einer Glühlampe dient dazu, sie in einer Lampenfassung zu fixieren und elektrisch zu kontaktieren. Die Ausführung der Fassung beschränkt die zulässige Leistung und Stromaufnahme der darin betreibbaren Glühlampe. Leuchtenfassungen für E27-Allgebrauchslampen sind oft auf 60 W begrenzt. Sockellose Lampen besitzen nur Anschlussdrähte oder einen Quetschfuß ohne Stutzen zum Einstecken. Stecksockellampen tragen lediglich verstärkte Stifte am Quetschfuß. Traditionelle Glühlampen besitzen aus Blech gefertigte Edisonsockel, in die der Lampenkolben eingekittet ist. Bei Projektionslampen , Signallampen und solchen für Fahrzeugscheinwerfer ist der Sockel gegenüber dem Glühdraht exakt justiert. Die exakte Lage des Glühdrahtes erfordert die Verwendung von Bajonettsockeln. Im Sockel von Allgebrauchslampen höherer Leistung befindet sich eine Schmelzsicherung oder ein dafür geeignetes dünnes Drahtstück, um zu vermeiden, dass der beim Durchbrennen möglicherweise im Inneren der Lampe zündende Lichtbogen zum Auslösen der vorgeordneten Sicherung oder zum Bersten des Glaskolbens führt. In normaler Umgebungsluft würde der Glühfaden aufgrund des Sauerstoffs und der hohen Betriebstemperaturen sofort zu Wolframoxid verbrennen, deshalb wird er durch den Glaskolben von der Umgebungsluft abgeschirmt. Da während des Betriebs ständig Metall vom Glühfaden abdampft, richtet sich die Größe des Kolbens im Wesentlichen nach der Sublimationsrate des Drahtmaterials. Konventionelle Glühlampen bzw. Glühlampen mit hoher Leistung benötigen einen großen Glaskolben, damit sich der Niederschlag auf einer größeren Fläche verteilen kann und die Transparenz des Glaskolbens während der Lebensdauer der Lampe nicht allzu sehr eingeschränkt wird. Der Glaskolben kann innen partiell verspiegelt, mattiert oder aus opakem Glas gefertigt sein. Farbige Glühlampen werden selten durch gefärbtes Glas, öfter durch lackierte Kolben realisiert. Glühlampen-Glaskolben besitzen fertigungsbedingt einen Pumpstutzen , der abgeschmolzen ist. Bei älteren Glühlampen und bei Halogen-Glühlampen sitzt er an der Spitze des Kolbens, unter anderem bei Allgebrauchslampen geschützt im Sockel. An die Glasart werden nur bei kompakteren Bauformen besondere Anforderungen gestellt; sie ist teilweise aus hitzebeständigem Glas oder – bei Halogenglühlampen – aus Quarzglas. Früher wurde der Glaskolben evakuiert. Heute sind die Glühlampen mit einem Schutzgas gefüllt. Das vereinfacht die Herstellung und reduziert die Sublimationsrate. Die bei einer Gasfüllung auftretenden Wärmeverluste durch Wärmeleitung und Konvektion begrenzt man durch die Wahl von möglichst schweren Inertgasmolekülen oder -atomen. Stickstoff-Argon-Gemische sind ein Zugeständnis an die Herstellungskosten. Teure Glühlampen enthalten Krypton oder Xenon, was eine stärkere Erwärmung ermöglicht. Die ersten patentierten Glühlampen in den 1840er Jahren hatten Glühfäden aus Platin. Aus diesen Entwicklungen wurde allerdings kein Produkt. Erst bei Temperaturen knapp unter dem Schmelzpunkt von Platin von 1772 °C wurde eine akzeptable Lichtausbeute erzielt. Die exakte Temperatursteuerung für haltbare Glühfäden erwies sich als zu schwierig. Thomas Alva Edison gab diesen Technikansatz auf. Die ersten kommerziell hergestellten Glühlampen enthielten einen Faden aus Kohle mit einem Sublimationspunkt von 3550 °C. Die Verkohlung von natürlichen dünnen Fasern schnellwachsender tropischer Pflanzen wie Bambus war geeignet. Der Herstellungsprozess ist wesentlich komplexer als die Herstellung dünner Fäden aus Platin. Ferner erfordert der Betrieb von Kohlefäden ein stärkeres Vakuum im Glaskolben. Kohlenfadenlampen sind heute noch erhältlich. Das leicht rötliche Licht und das sanfte Ansteigen der Helligkeit beim Einschalten werden oft als angenehm empfunden. Vor allem um die Helligkeit zu erhöhen, wurde weiterhin an Metallglühfäden geforscht. Gemäß dem schon damals bekannten Wienschen Strahlungsgesetz ist dazu eine höhere Temperatur des Glühfadens erforderlich, als mit einem Kohlefaden erreichbar ist. Ein wichtiger Zwischenschritt waren Glühfäden aus Osmium. Durch den hohen Schmelzpunkt war eine große Helligkeit bei relativ niedriger Wärmeentwicklung möglich. Nachteilig ist, dass Osmium so spröde ist, dass es sich überhaupt nicht zu Drähten formen lässt, sondern mit einem Bindemittel zu einer metallpulverhaltigen Paste verarbeitet und dann zu Fäden gespritzt werden muss. Die so erhaltenen Glühfäden sind noch empfindlicher gegen Erschütterung als Kohlefäden. Außerdem sind sie relativ dick und leiten sehr gut, bedingen also bei kleinen Leistungen sehr geringe Spannungen, wie sie in den damals üblichen Gleichstromnetzen nur schwer bereitzustellen waren. Wegen dieser Nachteile wurden die Osmiumglühfäden sehr schnell von solchen aus Tantal verdrängt. Ab dem Jahr 1903 war es möglich, das ebenfalls hochschmelzende Tantal sehr rein und damit zu feinen Drähten verformbar herzustellen. Die Tantalglühfäden lösten in der darauffolgenden Zeit die Kohlefäden in den meisten Anwendungen ab. Ab 1910 wurden Glühfäden aus Wolfram üblich, nachdem man Methoden gefunden hatte, um dieses noch höher als Osmium schmelzende Metall zu dünnen Metalldrähten zu formen. Neben der möglichen Erhöhung der Temperatur und damit der Lichtausbeute bezogen zur Leistung besitzen die Metallfäden auch noch einen weiteren Vorteil: Sie können zu kleinen Wendeln geformt werden, wodurch sich die Leistungsdichte erhöht – die Glühlampe wird bei gleicher Lichtabgabe kleiner. Neben dem verringerten Platzbedarf lässt sich das Licht dadurch auch besser bündeln. Zudem kann bei gleicher elektrischer Leistung nochmals eine höhere Temperatur erreicht werden, weil die Wärmequelle eine geringere Ausdehnung hat und somit nicht so viel Wärme an die Umgebung verliert. Bei Lampen großer Leistung ist der Draht oft doppelt gewendelt, um durch eine kleine Langmuir-Schicht diese Wärmekonvektion zu begrenzen und/oder bei hohen Betriebsspannungen viel Draht auf kleinem Volumen unterzubringen. Wendeln und Doppelwendeln werden hergestellt, indem Wolframdraht auf Molybdändraht größeren Durchmessers gewickelt wird, dieser – bei Doppelwendeln – wiederum auf einen weiteren dickeren Draht. Die Hilfsdrähte werden weggeätzt. Lange Wendeln müssen durch Stützdrähte gehalten werden. An Fahrzeuglampen werden besondere Anforderungen hinsichtlich Erschütterungsempfindlichkeit gestellt. Aufgrund des positiven Temperaturkoeffizienten fließt beim Einschalten einer Metalldraht-Glühlampe ein sehr hoher Einschaltstrom , der die Glühwendel schnell auf die Betriebstemperatur aufheizt. Mit der Zunahme des elektrischen Widerstands bei steigender Temperatur sinkt der Strom auf den Nennwert. Die früher gebräuchlichen Kohlenfadenlampen zeigten dagegen eine sanfte Zunahme des Stromes beim Einschalten, da erst mit steigender Temperatur genügend Ladungsträger für den Stromtransport freigesetzt werden . Der hohe Einschaltstrom ist die Ursache für Ausfälle von Glühlampen unmittelbar beim Einschalten . Dabei kann ein Lichtbogen zünden, was zum Auslösen der Sicherung und/oder zum Bersten des Glaskolbens führen kann. Glühlampen für Netzspannung sind daher im Sockel mit einer Schmelzsicherung in Form eines dünnen Anschlussdrahtes versehen. Der hohe Einschaltstrom von Metalldrahtglühlampen belastet das Energieversorgungssystem des Leuchtmittels. Die Bauformen von Glühlampen sind standardisiert. Als Bezeichnung werden in der Regel ein bis drei Buchstaben für die Bauform genutzt, gefolgt von zwei Ziffern für den Durchmesser. So entspricht die „klassische Glühlampe“ in Form einer „Birne“ mit 60 mm Durchmesser der Bauform A60. Bei Spots wird der Durchmesser in Achtel Zoll angegeben. Die Bauform MR16 entspricht daher einem Multi-facettierten Reflektor mit 16/8 Zoll Durchmesser. Wichtige Standards für die Bauform einer Glühlampe sind ANSI C79.1-2002, JIS C 7710:1988 und IS 14897:2000. Fast die gesamte der Lampe zugeführte Energie wird in Strahlung umgesetzt, die Verluste durch Wärmeleitung und -konvektion sind gering. Aber nur ein kleiner Wellenlängenbereich der Strahlung ist für das menschliche Auge sichtbar, der Hauptanteil liegt im unsichtbaren Infrarotbereich und kann für Beleuchtungszwecke nicht genutzt werden. Die Wellenlängenverteilung des erzeugten Lichtes entspricht dem planckschen Strahlungsgesetz, sein Spektrum ist wie bei der Sonne kontinuierlich. Da aber die Temperatur des Glühfadens wesentlich geringer ist, überwiegt der Rotanteil bei weitem, Blau ist nur sehr schwach vertreten. Das Strahlungsmaximum der Strahlung verschiebt sich mit steigender Temperatur gemäß dem Wienschen Verschiebungsgesetz zu kleineren Wellenlängen und damit zu sichtbarem Licht hin, bleibt aber immer im IR-Bereich. Zugleich erhöht sich die spektrale Strahlungsflussdichte und damit das Strahlungsmaximum mit der vierten Potenz der Temperatur. Die Helligkeit einer Glühlampe hängt daher stark überproportional von der Temperatur des Glühfadens ab, wobei die Höhe der Betriebsspannung ausschlaggebend ist. Um eine möglichst hohe Lichtausbeute zu erhalten, muss also das Strahlungsmaximum durch Temperaturerhöhung aus dem Bereich der langwelligen Infrarotstrahlung möglichst weit in den Bereich des sichtbaren Lichtes verschoben werden, ohne der Schmelztemperatur von Wolfram zu nahe zu kommen. Denn bereits vorher sublimiert Wolfram, wodurch die Nutzungsdauer der Glühlampe vermindert wird: Teilweise wird versucht, den infraroten Strahlungsanteil mittels einer Beschichtung des Glaskolbens teilweise zurück auf den Glühfaden zu reflektieren, wodurch die Stromaufnahme bei gleicher Fadentemperatur sinkt . Die Lichtausbeute beträgt bei einer Glühfadentemperatur von etwa 2700 K etwa 12 lm/W. Erhöht man die Temperatur auf 3400 K, so steigt die Lichtausbeute auf etwa 34 lm/W. Die höhere Temperatur führt jedoch zu einer stark verkürzten Lebensdauer. Die Lichtausbeute typischer Allgebrauchsglühlampen wird mit 10–20 lm/W angegeben. Die Höchsttemperatur wird durch die Eigenschaften des Glühfadenmaterials begrenzt. Um möglichst hohe Temperaturen zu ermöglichen, verwendet man heute für Glühfäden das hochschmelzende Metall Wolfram , früher auch Osmium oder Kohle. Allerdings lässt sich mit keinem dieser Stoffe die für tageslichtähnliches Licht wünschenswerte Farbtemperatur von etwa 6200 K erreichen, da Wolfram bei dieser Temperatur sogar bereits gasförmig ist. Selbst wenn es gelänge, betrüge die Lichtausbeute aufgrund des breiten emittierten Wellenlängenbandes maximal 95 lm/W . Glühlampen geben mit Farbtemperaturen von etwa 2300–2900 K ein Licht ab, das deutlich gelb-rötlicher als das natürliche Tageslicht ist. Je nach Sonnenschein liegt Tageslicht bei 5000–7000 K. Andere Lichtquellen mit dieser typischen Farbtemperatur von Glühlampen werden als „Warmton“ angeboten. Leuchtstofflampen erzeugen aber im Gegensatz zu Glühlampen kein kontinuierliches Lichtspektrum, weshalb der Farbwiedergabeindex häufig schlechter ist. Die Glühfadentemperatur entspricht nicht der Farbtemperatur des abgestrahlten Lichts, da Wolfram kein idealer Schwarzer Körper ist; Die Farbtemperatur ist um etwa 60 bis 80 K höher als die Glühfadentemperatur . Der Grund ist der wellenlängenabhängige Emissionsgrad des metallischen Wolframs, welcher mit geringerer Wellenlänge etwas ansteigt. Um beispielsweise für Projektions- und Bühnenbeleuchtungszwecke sowie für Fotoarbeiten eine höhere Farbtemperatur zu erreichen, werden entsprechende Glühlampen mit sehr hohen Glühfadentemperaturen betrieben, die Farbtemperaturen von 3400 K erlauben. Die Lebensdauer sinkt dementsprechend auf teilweise wenige Stunden ab. Oft werden zusätzlich auch Wärmeschutzfilter eingesetzt, die die Farbtemperatur weiter erhöhen. Vergleiche auch Kaltlichtspiegellampe. Auf der anderen Seite werden Glühlampen oft mit Unterspannung betrieben , um stimmungsvolles Licht zu erzeugen, ähnlich demjenigen von Kerzen oder Feuer. Die Leuchtdichte des Glühdrahtes einer Glühlampe beträgt 5–36 Mcd/m². Auch wenn dieser Wert von anderen künstlichen Lichtquellen noch übertroffen wird, eignen sich Glühlampen daher gut für Anwendungen, bei denen das Licht gebündelt werden muss, etwa für Projektoren und Scheinwerfer. Die wirksame Leuchtdichte lässt sich durch die Gestaltung des Glühfadens weiter erhöhen. Generell besitzen dicke Glühdrähte höhere wirksame Leuchtdichten als dünne Glühdrähte. Aufgrund der thermischen Trägheit des Glühfadens weisen auch an netz- bzw. niederfrequenter Wechselspannung betriebene Glühlampen nur geringe Schwankungen der Helligkeit auf. Die Helligkeitsmodulation mit der doppelten Betriebsfrequenz ist umso stärker, je dünner der Glühfaden ist. Sie ist also besonders bei Lampen geringer Leistung für Netzspannung ausgeprägt und beträgt bei einer Glühlampe 15 W und 230 V etwa 30 %. Insbesondere Kleinspannungsglühlampen gelten aufgrund ihrer dicken, thermisch trägen Glühdrähte als flimmerfrei – ein Vorteil bei der Beleuchtung von rotierenden Maschinen. Glühlampen mit sehr dünnem Glühfaden für Betriebsströme von weniger als 0,1 A können mit Frequenzen bis zu einigen 100 Hz moduliert werden und wurden früher in Bastelprojekten zur optischen Sprachübertragung verwendet. Ein Vorteil der Glühlampe ist, dass sie stufenlos gedimmt werden kann. Viele Energiesparlampen sind nicht dimmbar; einige sind stufenweise dimmbar; stufenlos dimmbare Energiesparlampen sind jedoch deutlich teurer. Nachteilig ist der starke Rückgang der Lichtausbeute beim Dimmen einer Glühlampe. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige volle Helligkeit, sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Temperaturen. Demgegenüber ist die Helligkeit der meisten Energiesparlampen temperaturabhängig, die volle Helligkeit stellt sich bei Kompaktleuchtstofflampen erst verzögert ein. Insbesondere LED-Lampen vertragen keine hohen Umgebungstemperaturen. Glühlampen funktionieren mit jeder Frequenz und auch mit Gleichstrom . Glühlampen werden außer zur Beleuchtung weiterhin verwendet: Die Lebensdauer einer Glühlampe sinkt mit steigender Lichtausbeute, bedingt durch die höhere Glühfadentemperatur drastisch ab. Bei 2700 K erreichen konventionelle Glühlampen eine Standzeit von etwa 1000 Stunden, bei 3400 K nur wenige Stunden. Wie das Diagramm zeigt, verdoppelt sich die Helligkeit, wenn man die Betriebsspannung um 20 % erhöht. Gleichzeitig reduziert sich die Lebensdauer um 95 %. Eine Halbierung der Betriebsspannung verringert demnach zwar die Lichtausbeute, verlängert aber die Lebensdauer um mehr als das Tausendfache. Sind die Kosten für das Auswechseln einer Lampe hoch , kann zu Gunsten einer höheren Lebensdauer auf eine hohe Lichtausbeute verzichtet und die Betriebsspannung abgesenkt werden. Signallampen sind meist umständlich zu wechseln oder sollen möglichst selten ausfallen. Hier werden Glühlampen oft bei geringer Lichtausbeute betrieben. Die Lebensdauer einer Glühlampe endet nicht durch gleichmäßiges Abdampfen von Wendelmaterial, sondern durch das Durchbrennen an einer Stelle. Grund ist eine Instabilität, die mit der Zunahme des elektrischen Widerstandes mit der Temperatur zusammenhängt: Stellen des Glühfadens, die nur wenig dünner sind und sich beim Einschalten zunächst nur aufgrund der höheren Stromdichte schneller aufheizen, haben dann auch noch aufgrund ihrer Übertemperatur einen höheren Widerstand, heizen sich kurzzeitig extrem auf und verlieren dabei etwas Material durch Verdampfen. Beim nächsten Einschalten verschärft sich das Problem. Beim letzten Einschalten kann von der Unterbrechungsstelle sogar eine Bogenentladung im Füllgas ausgehen, die sich hin zu den Anschlussdrähten ausbreitet und einen hohen Leistungsumsatz hat. Um das Zerplatzen des Glaskolbens durch derartige oder anderweitig zündende Bogenentladungen zu verhindern, haben manche 230-Volt-Glühlampen eine Schmelzsicherung im Sockel. Sie hat die Gestalt eines dünnen Glasröhrchens. Hochvolt-Halogenlampen haben einen zusätzlichen Schutzglaskolben oder dürfen nur mit Abdeckung betrieben werden. Eine Möglichkeit, die Lebensdauer zu verlängern, ist daher die Begrenzung des Einschaltstroms oder die in der Veranstaltungstechnik häufig angewandte Vorheizung durch einen permanenten Stromfluss knapp unterhalb der Leuchtschwelle. Die Ausfallwahrscheinlichkeit von Glühlampen lässt sich durch eine Exponentialverteilung oder, mit Berücksichtigung der Historie, durch eine Weibullverteilung beschreiben. Die Dimensionierung von Glühlampen bei gegebener Betriebsspannung ist ein Kompromiss zwischen Lebensdauer und Lichtausbeute und ergibt sich laut der Hersteller neben den technologischen Fähigkeiten der verschiedenen Hersteller wesentlich aus der vorgesehenen Anwendung. Durch eine Füllung mit dem teuren Edelgas Krypton wird die Abdampfrate verringert und bei den herstellungstechnisch anspruchsvolleren Halogen-Glühlampen wird sogar ein gewisser Rücktransport des abgedampften Wolframs erreicht. Entscheidenden Einfluss hat jedoch die Temperatur und die Dicke des Glühfadens. Eine übliche 60-W-Allgebrauchsglühlampe für 230 V mit 1000 h Lebensdauer erzeugt z. B. einen Lichtstrom von 710 lm, also 11,8 lm/W. Eine 60-W-Glühlampe für Signalanwendungen mit 8000 Stunden Lebensdauer erzeugt 420 lm ; eine mit 14 000 Stunden Lebensdauer 380 lm Niedervolt-Glühlampen schneiden hinsichtlich Lebensdauer und Effizienz günstiger ab. Signallampen beispielsweise für Lichtsignale mit dem Bajonettsockel BA 20d und Betriebsspannungen zwischen 12 und 50 V erzielen z. B. eine Lichtausbeute um 13 lm/W und haben eine mittlere Lebensdauer von 8000 bis 12 000 Stunden. Der Vorteil einer geringeren Speisespannung ist in diesem Fall eine durch dickeren Draht mechanisch stabilere Wendel, die ihre Form im Betrieb nicht verändert. Die Wendel für Spannungen zwischen 30 und 50 Volt neigen nach längerer Betriebszeit zum Durchhängen, was aufgrund der engen Fokussierung des Lichtaustritts zu einer verschlechterten Sichtweite führt. Deshalb wird die Spannung der Lampenstromkreise etwa seit den 1960ern direkt am Signal heruntertransformiert. Die übliche Lebensdauer von Glühlampen unterscheidet sich erheblich. So haben in der EU übliche Lampen für 230 V eine Lebensdauererwartung von 1000 Stunden. In den USA werden auch Lampen mit bis zu 20 000 Stunden Lebensdauererwartung angeboten. Die Lichtausbeute einer solchen 60-Watt-Glühlampe beträgt allerdings nur 9,6 lm/W. Halogenglühlampen werden mit ca. 50 bis 6000 h Lebenserwartung angeboten, für Verkehrsampeln mit bis zu 15 000 Stunden. Entsprechend breit streut die Lichtausbeute. Bei gleicher Leistung haben Glühlampen für geringere Nennspannung einen dickeren Glühfaden und damit eine höhere Lebensdauer. Umgekehrt lässt sich mit Niedervolt-Glühlampen bei gleicher Lebensdauer eine höhere Lichtausbeute erzielen. Die tatsächlich erreichte Lebensdauer hängt jedoch deutlich von den Einsatzparametern ab: Für Anwendungen, bei denen das Auswechseln aufwendig oder eine hohe Zuverlässigkeit erforderlich ist, gibt es Glühlampen, die eine lange Lebensdauer, verbunden mit einer ähnlich geringen Lichtausbeute wie frühe Glühlampen, erreichen: Sogenannte Sig-Lampen erreichen 14 000 h mittlere Lebensdauer . Die Lebensdauer von Projektor-Glühlampen beträgt hingegen aufgrund der hohen Glühfadentemperaturen oft nur 50 bis zu wenigen 100 Stunden. Projektor-Halogen-Lampen für 24 V/250 W erreichen bei einer Lebensdauer von 50 Stunden einen Lichtstrom von 10 000 lm . Für Fotoaufnahmen und Belichtung von Fotomaterial gab es bereits früher konventionelle, mattierte Spezialglühlampen mit großem Kolben , die eine für Glühlampen sehr hohe Farbtemperatur von 3400 K erreichen. Diese Lampen haben einen Lichtstrom von etwa 4200 lm bei 200 W, also die bis zu vierfache Lichtausbeute einer hinsichtlich Leistung und Nennspannung vergleichbaren Allgebrauchs-Glühlampe, sowie die doppelte einer Halogenglühlampe mit einer Lebensdauer von 2000 Stunden. Kraftfahrzeug-Glühlampen wiederum sind statt für ihre Nennspannung von 12 oder 24 V für die 14 oder 28 V des Bordnetzes ausgelegt. Die Betriebsspannung von Niedervolt-Halogen-Anlagen für Halogenglühlampen einer Nennspannung von 12 V beträgt demgegenüber oft nur 11,5 V. Die auf durchschnittlich 1000 h begrenzte Lebensdauer bei Allgebrauchsglühlampen wird im Dokumentarfilm Kaufen für die Müllhalde von Cosima Dannoritzer auf Absprachen des weltumspannenden Phoebuskartells aus den 1920er Jahren zurückgeführt, unter damaliger Federführung von General Electric. Die Begrenzung wird regelmäßig als Beispiel für geplante Obsoleszenz genannt. Das Kartell wurde 1941 offiziell aufgelöst; 1953 wurden die Betreiber rechtmäßig verurteilt und ihnen unter anderem die Reduzierung der Lebensdauer von Glühlampen verboten. Die übliche Lebensdauer von Allgebrauchslampen ist jedoch weiterhin 1000 h. Das Centennial Light leuchtet seit 1901 fast ununterbrochen in der Feuerwache von Livermore im US-Bundesstaat Kalifornien. Von dieser 60-Watt-Kohlefadenlampe heißt es jedoch, sie „scheine zurzeit mit 4 Watt“. 1928 fanden Bauarbeiter in einem Theater in Glasgow hinter einer vermauerten Tür einen vergessenen Raum, in dem sich eine brennende Glühlampe und ein Kalender aus dem Jahr 1906 befanden; die Lampe leuchtete also wahrscheinlich 22 Jahre lang ununterbrochen. Unter dem Pseudonym Michael Gesell schrieb Otto Ernst Hesse am 7. Juni 1928 in der Vossischen Zeitung darüber: „Der Verbrauchsanspruch dieser Wunderlampe scheint in diesen Jahren nicht besonders gestiegen zu sein. Sonst hätte – nach den Theorien der Elektrotechniker – das Theater gewiß mittlerweile wegen zu hoher Elektrizitätsrechnungen pleite gemacht.“ 1981 begann die ungarische Firma Tungsram mit der Produktion einer „Resista“ genannten Glühbirne, die eine Lebensdauer von 2500 Stunden aufwies und in den Folgejahren unter der Bezeichnung „Langlebensdauer-Glühlampe“ auch vom DDR-Leuchtmittelhersteller Narva hergestellt wurde. Chinesische Glühlampen besitzen sogar eine Regellebensdauer von 5000 Stunden. Durch Verwendung eines kompakten Quarzglaskolbens und Zugabe des Halogens Iod lassen sich Glühlampen konstruieren, die auch bei erhöhten Betriebstemperaturen von 2800 bis 3100 K eine Lebensdauer von 2000 bis 5000 Stunden haben. Diese sogenannten Halogenglühlampen haben ein weißeres Licht und Lichtausbeuten von beispielsweise bis 22 lm/W . Höhere Werte weisen Halogenlampen für Foto-, Film- und Studiozwecke mit bis zu 35 lm/W auf – allerdings mit wenigen Stunden Betriebsdauer. Das Iod reagiert mit den vom Glühdraht verdampften Wolframatomen und stabilisiert eine wolframhaltige Atmosphäre. Der Prozess ist reversibel: Bei hohen Temperaturen zerfällt die Verbindung wieder in ihre Elemente – Wolframatome schlagen sich auf der Glühwendel nieder. Kleine Temperaturdifferenzen entlang der Wendel spielen für die Zersetzung nur eine untergeordnete Rolle. Die Vorstellung, dass sich Wolfram ausschließlich an den dünnen überhitzten Bereichen der Wendel niederschlage, ist falsch. In Wirklichkeit findet die Kondensation von Wolframatomen jedoch an den kältesten Stellen der Wendel statt – es entstehen Kristalle und unter Umständen Whisker. Das Prinzip ist der chemische Transport, welcher sich in ähnlicher Weise auch beim Van-Arkel-de-Boer-Verfahren findet. Der Halogenzusatz verhindert bei einer Glastemperatur von mehr als 250 °C auch den Niederschlag von Wolfram auf dem Glaskolben; aufgrund der deshalb nicht vorhandenen Kolbenschwärzung kann der Glaskolben einer Halogenlampe sehr kompakt gefertigt werden. Das kleine Volumen ermöglicht zudem einen höheren Betriebsdruck, der wiederum die Abdampfrate des Glühdrahtes vermindert. Aus all dem ergibt sich in der Summe der lebensverlängernde Effekt bei Halogenlampen. Bei Dimmung der Halogenleuchte wird der Halogenprozess jedoch vermindert, da die dafür notwendige Temperatur nicht mehr erreicht wird, was dann doch zu einer Schwärzung des Glaskolbens führen kann. Die Schwärzung kann jedoch durch kurzzeitigen Betrieb mit voller Leistung wieder rückgängig gemacht werden. Das geringe Volumen ermöglicht zur Reduktion der Wärmeleitung die Befüllung mit schweren Edelgasen zu vertretbaren Kosten. Verunreinigungen auf dem Kolben können zu einer Eintrübung des Quarzglases führen, indem zurückbleibende Salze als Kristallisationskeime zur Entglasung beitragen und so Schäden verursachen. Daher sollte eine Halogenlampe nie mit bloßen Fingern angefasst werden oder muss anschließend gereinigt werden. Die weit verbreitete Annahme, dass sich Fette von der Haut in das Glas einbrennen, trifft hingegen nicht zu. Die für den Halogenprozess nötige hohe Innenwandtemperatur des Glaskolbens wird durch geringen Abstand des Kolbens zum Glühfaden – also eine viel kleinere Bauform im Vergleich zu Normalglühlampen gleicher Wärmeleistung – erzielt und macht die Verwendung von Kieselglas nötig. Typisch sind höhere Wandstärken von etwa 1 mm, um Druckfestigkeit gegen die Gasausdehnung bei hoher Temperatur zu bieten. Stabförmige Halogenglühlampen müssen hinter einem Schutzglas betrieben werden, das die Splitter eines zerspringenden Kolbens abfangen kann. Reflektorlampen besitzen um den Innenkolben herum den Reflektor aus Pressglas mit einer Glasplatte vorn. Diese sowie auch nichtreflektierende Überkolben senken die Oberflächentemperatur des Leuchtmittels und dienen dem Schutz vor Brand und Verbrennung. Die gasdichten Stromdurchführungen werden bei den Quarzglaskolben von Halogenglühlampen und auch bei Quarzglasbrennern von Gasentladungslampen mittels Molybdän-Folienbändern realisiert. IRC-Halogenglühlampen haben eine spezielle Beschichtung des Glaskolbens, die Licht passieren lässt, aber die Wärmestrahlung auf die Glühwendel reflektiert, ein sogenannter Wärmespiegel. Dadurch wird der Wärmeverlust vermindert und folglich die Lichtausbeute erhöht. Nach Herstellerangaben kann so der Energieverbrauch zusammen mit Verwendung von Xenon als Füllgasbestandteil gegenüber Standard-Halogenlampen um bis zu 30 % vermindert werden, allerdings bezieht sich das auf ineffiziente Normvergleichslampen, real sind es etwa 20 %. Die Lichtausbeute liegt beispielsweise bei der 12 V/65 W Osram 64445 bei 26 lm/W. Halogenlampen für 230 V in der Standardbauform mit E27-Sockel sparen durch diese IRC-Technik ca. 20 % Energie gegenüber normalen Glühlampen und können diese überall ersetzen. Diese Lampen erreichen damit zwar nicht die Effizienz von Kompaktleuchtstofflampen und noch weniger die von LED-Lampen, sie konnten jedoch durch das Erreichen der Energieeffizienzklasse C die klassische Glühlampe nach Inkrafttreten der ersten Stufe der Verordnung Nr. 244/2009 der Europäischen Kommission vom 18. März 2009 auf Grundlage der Richtlinie 2005/32/EG des Europäischen Parlaments ersetzen. Halogenlampen können wie klassische Glühlampen nach Gebrauch über den Restmüll entsorgt werden und erreichen einen ebenso guten Farbwiedergabeindex. Für besondere Anwendungsfälle werden Speziallampen in der Bauform wie die Allgebrauchsglühlampe mit Edison- oder mit Bajonett-Sockel hergestellt. Stoßfeste Lampen haben eine speziell verstärkte Wendelkonstruktion und sind für beliebige Brennstellung sowie für eine höhere Lebensdauer ausgelegt. Die Überprüfung der Stoßfestigkeit erfolgt bei Produkten namhafter Hersteller durch unabhängige Prüfinstitute. Die typischen Anwendungsbereiche solcher Speziallampen sind Anwendungen mit rauen Betriebsverhältnissen, wie bei Industrie, Schifffahrt, Bergbau oder Arbeitsbeleuchtung in Wartungsbereichen und Automobilwerkstätten. Stoßfeste Lampen sind durch das Kürzel „sp“ in der Leuchtmittelbezeichnung gekennzeichnet. Ein weiterer Spezialeinsatzfall ist die Innenbeleuchtung von Backöfen. Hier treten erhöhte Umgebungstemperaturen auf, die von anderen Leuchtmitteln nicht vertragen werden. Entsprechende Glühlampen sind für eine Einsatztemperatur von bis zu 300 °C spezifiziert. Weiterhin werden sogenannte Sig-Lampen gefertigt . Sie haben für Netzspannung zum Beispiel eine Lebensdauer von 14 000 Stunden und eine Lichtausbeute von lediglich 7,8 lm/W. Die Gasfüllung besteht aus Krypton. Für Niederspannung für Anwendungen im Schienen- und Straßenverkehr werden konventionelle und auch Halogen-Glühlampen gefertigt, die teilweise Lichtausbeuten von unter 5 lm/W haben. Solche Speziallampen haben typischerweise einen geringen Wirkungsgrad und sind teurer. Spezial-Glühlampen sind nicht von der EU-Lampenverordnung betroffen. Neben besonderen Kolbenformen, dem verwendeten Material und der gewählten Einfärbungen gibt es folgende Sonderformen: Bei blinkenden Glühlampen ist manchmal in Serie mit dem Glühfaden ein Bimetallschalter angeordnet. Diese Ausführung ist zum Beispiel in älteren Warnlampen oder Leuchtstäben zum Martinstag anzutreffen. Im kalten Zustand ist dieser Schalter geschlossen. Durch die Wärmeeinwirkung des Glühfadens und der Wärmekapazität des Bimetalls verbiegt sich das Schaltelement und öffnet eine Kontaktstelle. Der Stromfluss wird unterbrochen und die Glühlampe erlischt. Nach ausreichender Abkühlung schließt der Kontakt wieder, der Glühfaden leuchtet wieder und erwärmt dadurch erneut das Schaltelement, der Vorgang beginnt von vorne, die Lampe blinkt. Haushaltslampen werden in der Europäischen Union in Energieeffizienzklassen eingestuft, wobei die Skala von A bis G reicht. Unter „Effizienz“ wird dabei lediglich die Lichtausbeute verstanden, nicht berücksichtigt wird ein möglicher Heiznutzen. Herkömmliche Glühlampen erreichen die Effizienzklassen D, E, F und G. Niedervolt-Halogenlampen, die mit typisch 12 V betrieben werden, liegen oft in den Effizienzklassen C, D und E, müssen aber offiziell nicht in Effizienzklassen eingeteilt werden. Hochvolt-Halogenlampen, die direkt mit 230 V betrieben werden, erreichen heute ebenfalls die Effizienzklasse C und eignen sich daher neben Energiesparlampen nach 2012 als Ersatz für herkömmliche Glühlampen. Messungen der Stiftung Warentest ergaben jedoch, dass Halogenlampen die deklarierten Energieeffizienzklassen oft nicht erreichen. Seit etwa 2005 werden Herstellung und Vertrieb von Glühlampen mit geringer Lichtausbeute in einigen Ländern verboten oder es werden solche Verbote geplant, um Energie zu sparen. Glühlampen müssen durch Energiesparlampen mit besserer Lichtausbeute ersetzt werden. Energieverbrauch und Lichtausbeute der Leuchtmittel weichen in der Praxis zwangsläufig von den Nennwerten ab. Die EU-Verordnung 244/2009 duldet bei Stichprobenkontrollen der Marktaufsichtsbehörden durchschnittliche Fertigungstoleranzen von bis zu 10 %. Es gab Berichte, dass einige Hersteller diese zulässigen Toleranzen bewusst ausschöpfen würden. Australien kündigte als erster Staat im Februar 2007 an, ab 2010 herkömmliche Glühlampen zu verbieten. Die Regierung geht davon aus, dass durch diese Maßnahme jährlich vier Millionen Tonnen Treibhausgase weniger in die Luft ausgestoßen werden. Die EU-Kommission gab im Dezember 2008 bekannt, dass auf der Basis der Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG stufenweise Herstellungs- und Vertriebsverbote von Lampen geringer Energieeffizienz in den Mitgliedsländern umgesetzt werden. Der Verkauf bereits in Verkehr gebrachter Glühlampen bleibt aber weiterhin erlaubt. Mitte April 2009 ist die entsprechende Verordnung Nr. 244/2009 in Kraft getreten. 2010 und noch einmal 2014 verkauften der Maschinenbauingenieur Siegfried Rotthäuser und sein Schwager Rudolf Hannot über das Internet Glühlampen im Rahmen eines satirischen Projektes, Heatballs genannt. Mit den Kleinheizelementen versuchten sie erfolgreich, dem Glühlampenverbot zu entgehen. Zuvor wurden die Anforderungen wegen umfangreicher Kritik erneut beraten; der Umweltausschuss des EU-Parlaments beschloss am 17. Februar 2009 mit 44:14 Stimmen, daran festzuhalten. Irland plante als erster Staat der EU, bereits den Vertrieb von Glühlampen geringer Energieeffizienz ab Januar 2009 zu verbieten. Bereits auf dem Markt befindliche betroffene Produkte dürfen auch nach den genannten Terminen noch verkauft und gehandelt werden, es dürfen jedoch keine verbotenen Produkte mehr innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden und an Handel oder Endverbraucher geliefert werden. Die Herstellung von Glühlampen ohne Erfüllung der Norm für den Export in Länder außerhalb der EU ist weiter erlaubt. Der Zoll soll seit September 2009 Paketsendungen auf verbotene Leuchtmittel kontrollieren. Lampen mit mattiertem Glas müssen bereits seit der ersten Stufe der Anforderungen die Energieeffizienzklasse A haben; das bedeutete ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für mattierte Glühlampen. Da mattierte Lampen keine Punktlichtquelle wie die klaren Lampen darstellen, lassen sie sich in ihrer Funktion nach Auffassung der EU-Kommission durch verfügbare Energiesparlampen direkt ersetzen. Für Lampen mit klarem Glas, also Punktlichtquellen, gelten in Abhängigkeit von ihrer Leistungsaufnahme folgende Mindestanforderungen: Derzeit sind herkömmliche Glühlampen in den Effizienzklassen D, E und F verfügbar; Halogenlampen erreichen teilweise die Effizienzklasse C. Niedervolt-Halogenlampen werden nicht in Energieeffizienzklassen eingeteilt. Neben den Anforderungen an die Energieeffizienz gelten bereits ab der ersten Stufe auch strengere Qualitätsanforderungen an die weiteren Betriebseigenschaften, wie die Lebensdauer, den Lichtstromrückgang, die Schaltfestigkeit, die Anlaufzeit sowie Anforderungen an die Produktinformationen auf Verpackungen und Katalogen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat zum „Glühlampenausstieg“ Fragen und Antworten zusammengestellt. Die Europäische Kommission hat ebenfalls eine Hilfestellung und Zusammenfassung veröffentlicht. Speziallampen, beispielsweise zur Verwendung in Kraftfahrzeugen, in der Fahrradbeleuchtung, in Kühlschränken, Backöfen oder der Medizin, sind von den Verboten nicht betroffen; ebenso Lampen besonders kleiner und großer Leistung . Für Reflektorlampen, die einen gebündelten Lichtstrahl abgeben, gilt die Verordnung Nr. 2012/1194. Für Glühlampen mit gebündeltem Licht und LED-Lampen gelten folgende Mindestanforderungen: Für Leuchtstofflampen und Hochdruckentladungslampen gilt die Verordnung Nr. 245/2009. In Neuseeland sollten Glühlampen geringer Energieeffizienz ab Oktober 2009 verboten werden. Diese Pläne wurden inzwischen wieder aufgegeben und sollen durch effizientere Einsparmöglichkeiten ersetzt werden. Am 17. November 2005 forderte Fidel Castro die Kubaner auf, herkömmliche Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Hintergrund ist die Energieknappheit in Kuba. In der Schweiz ist seit 2009 der Verkauf von Glühlampen verboten, die nicht mindestens der Energieeffizienzklasse E entsprechen. In den USA wurde in dem im Jahre 2007 verabschiedeten Energy Independence and Security Act eine schrittweise Verschärfung der Vorschriften zur Energieeffizienz von Glühlampen zwischen 2012 und 2014 beschlossen. Abgesehen von den beschlossenen Ausnahmen, beispielsweise für farbige Glühlampen, werden durch dieses Gesetz herkömmliche Glühlampen verboten. Die letzte große Fabrik für herkömmliche Glühlampen in den USA wurde im September 2010 geschlossen. Im November 2011 wurde bekannt, dass auch in China Glühlampen mittelfristig verboten werden. Demnach sei ab Oktober 2012 der Verkauf von Glühlampen mit über 100 W verboten, bis 2016 werde die Leistung der erlaubten Glühlampen stufenweise abgesenkt, so dass ab Oktober 2016 nur noch Lampen mit unter 15 W Leistung erlaubt seien. Ersetzt werden sollen die Glühlampen durch LED-Technik. Damit sollen 48 TWh Energie pro Jahr eingespart werden. Die Glühlampenverbote stießen teilweise auf Kritik in Bevölkerung und Industrie. Unter anderem wurde bemängelt, dass Ersatz für Glühlampen wie LEDs oder Energiesparlampen teurer in der Anschaffung seien; die Lebenszykluskosten über den gesamten Nutzungszeitraum sind jedoch geringer. Bei Leuchtstofflampen kann es bei unsachgemäßer Entsorgung bzw. Bruch zudem zu Quecksilberemissionen kommen, während hingegen LEDs frei von Quecksilber sind. Zudem eignen sich Glühlampenverbote nach Meinung mancher Kritiker nicht zur CO2-Einsparung, da nur der Emissionshandel letztlich den Kohlendioxidausstoß mit Kosten belege. Die durch das Glühlampenverbot eingesparten Energiemengen können daher anderweitig verkauft werden, ohne dass zusätzliche Emissionszertifikate erworben werden müssten. Alternativ können auch die nicht benötigten Zertifikate von den Energieerzeugern an andere Industrien verkauft werden. Die Wirkung eines Glühlampenverbotes auf den CO2-Ausstoß sei daher allenfalls mittelbar wirksam. Ein sinnvolleres Steuerinstrument zur Erreichung der umstrittenen Klimaziele sei daher die direkte Begrenzung der Emissionsmenge von Kohlendioxid. Aktuell angewandte oder untersuchte Verfahren der Steigerung der Lichtausbeute der Glühlampe sind neben dem Halogenverfahren u. a. folgende: Praxistauglich sind bisher nur die Infrarot reflektierende Beschichtung des Glaskolbens und die Füllung mit Krypton oder Xenon. Lichtquellen mit besseren Wirkungsgraden oder einer höheren Lichtausbeute sind zum Beispiel Gasentladungslampen . Diese haben zwar ebenfalls häufig Edisonsockel, benötigen jedoch Vorschaltgeräte zum Betrieb und sind daher nicht direkt im Austausch gegen Glühlampen verwendbar. Als direkter Ersatz für Glühlampen bieten sich Kompaktleuchtstofflampen mit im Sockel integriertem Vorschaltgerät an. Sie werden im Handel als Energiesparlampen bezeichnet. Für die meisten Anwendungsbereiche sind bereits Lichtquellen mit hoher Lichtausbeute auf Basis von Leuchtdioden verfügbar. Sie bieten hohe Wartungsfreiheit, lange Lebensdauer und geringen Energieverbrauch. Weiße LED-Leuchtmittel weisen mit 61–140 lm/W eine um ein Vielfaches höhere Effizienz auf als Glühlampen mit ca. 10–22 lm/W. Fahrradbeleuchtung hat bei Einsatz von LED statt Glühlampen den Vorteil höheren Lichtstromes bei gleicher elektrischer Leistung. Die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit sind höher. Der Lichtstrom fällt bei geringerer Fahrgeschwindigkeit bei Stromversorgung aus einem Dynamo nicht so steil ab wie bei Glühlampen. Ähnliches gilt für batteriegespeiste Leuchten, auch für solche, die in Mobiltelefone integriert sind. Nichtelektrische Lichtquellen sind nur dann eine Alternative zu Glühlampen, wenn kein Stromanschluss zur Verfügung steht. Lichtquellen von geringer Lebensdauer und Helligkeit, jedoch ohne externe Energiequelle sind die sogenannten Knicklichter, die auf Chemolumineszenz beruhen. Tritiumgaslichtquellen haben eine Lebensdauer von einigen Jahren und benötigen wie die Knicklichter ebenfalls keine externe Energiequelle. Sie werden hauptsächlich als Notfallbeleuchtung eingesetzt und beruhen wie Leuchtstofflampen auf Fluoreszenz, angeregt jedoch durch die Betastrahlung des radioaktiven Tritiums. Durch ihre geringe Lichtleistung eignen sie sich nur als Orientierungshilfen bei Dunkelheit; so z. B. in Uhrzeigern oder Pistolenvisieren. Gaslaternen haben hauptsächlich historische Bedeutung, obzwar ihre Energieeffizienz mit Langlebensdauerglühlampen vergleichbar ist. Wie auch bei Camping-Gasleuchten wird das Verbrennen von Gas als Energiequelle genutzt, ein anderes Beispiel sind die mit Petroleum oder Petroleumdampf betriebenen Starklichtlampen. Diese erreichen durch einen Glühstrumpf gegenüber Petroleumlampen eine wesentlich höhere Leuchtkraft. |
2024-12-04 02:59:33 | https://de.wikipedia.org/wiki/Journal_of_Cluster_Science | Das Journal of Cluster Science, abgekürzt J. Clust. Sci., ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, die vom Springer-Verlag veröffentlicht wird. Die erste Ausgabe erschien im Jahr 1990. Derzeit erscheint sie mit vier Ausgaben im Jahr. Es werden Artikel veröffentlicht, die sich mit verschiedenen Aspekten von Metallclustern beschäftigen. Der Impact Factor lag im Jahr 2020 bei 3,061. Nach der Statistik des ISI Web of Knowledge wird die Zeitschrift mit diesem Impact Factor in der Kategorie anorganische Chemie an 28. Stelle von 44 Zeitschriften geführt. |
2024-12-04 01:23:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_Ramota | Maximilian „Max“ Ramota ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler, der in der Bundesliga spielte. Ramota begann das Handballspielen beim TuS Königsdorf und schloss sich im Jahr 1993 dem VfL Gummersbach an. Die nächste Station des Rückraumspielers war ab dem Jahr 1998 die SG Solingen. Im Sommer 2000 wechselte er zum Zweitligisten HSG Düsseldorf. Nach zwei Spielzeiten in Düsseldorf nahm ihn der Bundesligist TBV Lemgo unter Vertrag, für den auch sein Bruder Christian spielte. Mit Lemgo gewann er 2003 die deutsche Meisterschaft und den DHB-Supercup sowie 2006 den EHF-Pokal. Ramota kehrte im Sommer 2006 zur HSG Düsseldorf zurück, die zwischenzeitlich in die Bundesliga aufgestiegen war. Mit der HSG stieg Ramota 2007 in die 2. Bundesliga ab und kehrte 2009 wieder ins Oberhaus zurück. 2010 beendete er dort seine Karriere. Ab 2011 spielte er wieder Handball und lief für die zweite Mannschaft vom Ohligser TV auf. Ein Jahr später schloss er sich dem HSV Solingen-Gräfrath an. Ramota trainierte beim HSV Gräfrath eine Jugendmannschaft. Im Sommer 2014 übernahm er den Herren-Verbandsligisten TSV Aufderhöhe. Unter seiner Leitung stieg der TSV Aufderhöhe 2015 in die Oberliga auf. Im März 2017 beendete er seine Trainertätigkeit beim TSV Aufderhöhe. Zwischen 2018 und 2022 war er als Sportlicher Leiter der Damenabteilung des Bergischen HC tätig. Nach dem zweiten Saisonspiel der Saison 2021/22 übernahm er das Traineramt der zweiten Damenmannschaft des BHC, die er bis zum Saisonende betreute. |
2024-11-24 16:10:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Castello_d%E2%80%99Argile | Castello d’Argile ist eine italienische Gemeinde in der Metropolitanstadt Bologna in der Emilia-Romagna. Die Gemeinde liegt etwa 19,5 Kilometer nordnordwestlich von Bologna am Reno und grenzt unmittelbar an die Provinz Ferrara. Castello d’Argile ist Teil der Unione Reno Galliera. Alto Reno Terme | Anzola dell’Emilia | Argelato | Baricella | Bentivoglio | Bologna | Borgo Tossignano | Budrio | Calderara di Reno | Camugnano | Casalecchio di Reno | Casalfiumanese | Castel d’Aiano | Castel del Rio | Castel di Casio | Castel Guelfo di Bologna | Castel Maggiore | Castel San Pietro Terme | Castello d’Argile | Castenaso | Castiglione dei Pepoli | Crevalcore | Dozza | Fontanelice | Gaggio Montano | Galliera | Granarolo dell’Emilia | Grizzana Morandi | Imola | Lizzano in Belvedere | Loiano | Malalbergo | Marzabotto | Medicina | Minerbio | Molinella | Monghidoro | Monte San Pietro | Monterenzio | Monzuno | Mordano | Ozzano dell’Emilia | Pianoro | Pieve di Cento | Sala Bolognese | San Benedetto Val di Sambro | San Giorgio di Piano | San Giovanni in Persiceto | San Lazzaro di Savena | San Pietro in Casale | Sant’Agata Bolognese | Sasso Marconi | Valsamoggia | Vergato | Zola Predosa |
2024-12-02 09:35:30 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pelourinho | Pelourinho ist ein Teil der Cidade Alta von Salvador da Bahia, der ersten Hauptstadt Brasiliens. Sie gehört seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Pelourinho liegt oberhalb der Altstadt um den Largo do Pelourinho, auch bekannt unter dem Namen Praça José de Alencar. Einst Durchgangsstraße vom Jesuitenkloster zum Karmel , wurde dort wie in vielen anderen Stadtteilen ein Pranger aufgestellt, an dem in erster Linie Sklaven ausgepeitscht und zur Schau gestellt wurden. Der portugiesische Name pelourinho zeugt von diesem ehemaligen Ort der Rechtsprechung und des Strafvollzugs. So heißt in Vila do Conde eine steinerne Säule auf dem Platz vor der Pfarrkirche ebenfalls Pelourinho und galt als Schandpfahl in historischer Zeit. Allerdings konnten auch andere Stadteinwohner, etwa wegen homosexueller Vergehen oder Diebstahls, für eine gewisse Zeit dort angebunden werden. Am Pelourinho kann man die Kirche Igreja do Rosário dos Pretos besichtigen. In Salvador war der Pelourinho bis 1835 auch Sklavenmarkt. Lange Zeit aber verfiel der Pelourinho und verkam zu einer innerstädtischen Favela. Menschen hausten dort unter den unwürdigsten Bedingungen. Seit 1990 wurde mit Unterstützung der UNESCO eine Revitalisierung des Viertels mittels systematischer Restaurierung durchgeführt. Die Favelabewohner wurden 1991 in Neubausiedlungen außerhalb Salvadors umgesiedelt und der Pelourinho mit seinen umgebenden Straßen von Grund auf saniert. Seine Rekonstruktion konnte nicht detailgetreu durchgeführt werden, weil viele Häuser zu Ruinen verfallen waren, von denen lediglich die Fassade gerettet werden konnte. Es hielten Pensionen, Restaurants und Tanz- und Capoeiraschulen Einzug. Heute ist der restaurierte Pelourinho mit seinen vielen engen und gepflasterten Gassen, gesäumt von bunten, pastellfarbenen Häuserreihen, Kirchen, Klöstern, Cafés, Bars, Restaurants und Kleinkunstmärkten eine der touristischen Hauptattraktionen Salvadors. Hier leben viele Künstler wie Filmemacher, Musiker, Maler und Schriftsteller. Seitdem zieht es viele in- und ausländische Touristen nach Salvador. Eines der bekanntesten Gebäude des Pelourinho, welche stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist die Medizinische Fakultät von Bahia . Das Gründungsdatum dieses Gebäudes geht bis in die Kolonialzeit Brasiliens zurück. Hier lebten die Jesuiten, bis sie im 18. Jahrhundert Brasilien verlassen mussten. Nachdem dort ein Militärkrankenhaus stand, wurde 1808 die Chirurgische Schule eingerichtet. Die Fakultät wurde gleich zweimal durch ein Großfeuer größtenteils zerstört. Das erste Mal 1905, als die Bibliothek mit ihren 22.000 Bänden vollständig ausbrannte, und das zweite Mal, als 1951 der Pavillon niederbrannte. Lange Jahre war Letzterer dem Verfall preisgegeben, bis auch er im Zuge der Gesamtrekonstruktion des Pelourinho wieder aufgebaut wurde. Der Pelourinho beherbergt seit einigen Jahren das Straßenkinderprojekt Projeto Axé. Dort werden bis zu 1500 Kinder vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung betreut. Viele Kinder erhalten dort neben Ausbildung und Schule eine warme Mahlzeit. Besondere Freude bereitet den für Musik engagierten Kindern und Jugendlichen das Spielen in einer der zum Projekt zählenden Percussionbands oder Capoeiragruppen. Aber auch viele Gruppen des Sambareggae wie Olodum oder Ilê Aiyê sind hier mit ihren Projekten vertreten. Wie schon 2012 kam es vom 15. bis 17. April 2014 zum Streik der Militärpolizei. Zahlreiche Plünderungen, 70 geraubte Autos und 48 Morde wurden in diesem Zeitraum offiziell verzeichnet. Am Nachmittag des 17. Aprils erklärten sich die Streikenden mit dem Lohnangebot der Regierung einverstanden. -12.971944444444-38.508055555556Koordinaten: 12° 58′ 19″ S, 38° 30′ 29″ W |
2024-12-03 20:20:46 | https://de.wikipedia.org/wiki/GKV-Versorgungsst%C3%A4rkungsgesetz | Das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung wurde am 11. Juni 2015 vom Deutschen Bundestag verabschiedet und trat in seinen wesentlichen Teilen zum 23. Juli 2015 in Kraft. Zentrale Ziele des Gesetzes sind die Sicherung der flächendeckenden ambulanten medizinischen Versorgung, die Verbesserung des Zugangs von Patienten zu ärztlichen Leistungen sowie die Förderung innovativer Versorgungsformen, die mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz vorbereitet worden waren. Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz setzt im Wesentlichen die Entscheidungen zur ambulanten Gesundheitsversorgung des Koalitionsvertrags der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages um. Der Gesetzentwurf wurde am 25. Februar 2015 vom Bundesministerium für Gesundheit eingebracht und am 11. Juni 2015 vom Deutschen Bundestag bei Zustimmung der Regierungsfraktionen, Enthaltung der Linksfraktion und Ablehnung der Fraktion der Grünen angenommen. Das Gesetz bedurfte nicht der Zustimmung des Bundesrates. Zahlreiche Maßnahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes zielten auf die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum. Hintergrund dieser Maßnahmen ist die in Teilen bereits bestehende und in noch viel stärkerem Ausmaße drohende Unterversorgung in der hausärztlichen Versorgung. Während in vielen Ballungsgebieten eine Überversorgung mit Hausärzten herrscht, weist rund ein Drittel aller Planungsbereiche einen Versorgungsgrad von unter 100 Prozent auf. In einigen Gebieten wurde bereits offiziell eine bestehende oder zumindest eine drohende Unterversorgung festgestellt. Insbesondere der ländliche Raum ist von dieser Entwicklung betroffen. Auch bei einzelnen Fachgruppen der fachärztlichen Versorgung besteht in einigen Regionen eine Unterversorgung. Für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ambulanten Bereich sind die Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig. Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz aus dem Jahr 2012 haben sie die Möglichkeit erhalten, die Nachbesetzung eines freiwerdenden Arztsitzes in Gebieten mit einer Überversorgung abzulehnen und stattdessen die Arztpraxis aufzukaufen. Dabei stand es im Ermessen der Zulassungsausschüsse, von dieser Maßnahme Gebrauch zu machen. Insgesamt ist es bundesweit nur zum Aufkauf eines einzigen Arztsitzes gekommen. Den fehlenden Einsatz dieses Instruments bezeichnete der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen angesichts der massiven Fehlverteilung in der ambulanten Versorgung als „nicht nachvollziehbar“. Die Regierungskoalition sah in dieser fehlenden Aktivität ein Versagen der ärztlichen Selbstverwaltung. Im Koalitionsvertrag vereinbarten die Parteien daher, die Aufkaufregelung verbindlicher zu gestalten und somit den Handlungsspielraum der Zulassungsausschüsse zu beschränken. Entsprechend wurde mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz beschlossen, die bisherige Kann-Vorschrift in eine Soll-Vorschrift umzuwandeln. Freiwerdende Arztsitze in Gebieten mit einer rechnerischen Überversorgung müssen fortan von der Kassenärztlichen Vereinigung aufgekauft werden, sofern im Einzelfall nicht Versorgungsgründe dagegen sprechen. Somit haben die Zulassungsausschüsse auch mit der neuen Regelung die Möglichkeit, notwendige Arztsitze in Gebieten mit einer rechnerischen Überversorgung nachzubesetzen. Der Gesetzentwurf sah ursprünglich vor, dass die Aufkaufpflicht ab einem Versorgungsgrad von 110 Prozent greifen sollte. Im Gesetzgebungsverfahren wurde diese Grenze auf 140 Prozent erhöht. Die verschärfte Aufkaufregelung stieß auf starken Widerstand der Ärzteschaft. Sie sieht in der Reform eine Gefahr für die Freiberuflichkeit der Ärzte. Zudem bezweifelt sie, dass die Maßnahme geeignet ist, für eine Umverteilung von Arztsitzen von Ballungsräumen in ländliche Gebiete zu sorgen. Es sei illusorisch zu glauben, dass Ärzte, die in der Stadt nicht praktizieren dürfen, auf das Land ziehen würden. Zudem sei die Bedarfsplanung zu ungenau und ignoriere die Mitversorgung von städtischen Gebieten für die angrenzenden Regionen. Sie gebe keinen wirklichen Versorgungsbedarf der Bevölkerung wieder, sondern sei „willkürlich und zufällig“. Mit einer deutschlandweiten Plakatkampagne machte die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf ihre Position aufmerksam. Dieses Vorgehen wurde von der Regierungskoalition scharf kritisiert. Die Proteste der Ärzteschaft haben die Änderung der Aufkaufregelung nicht verhindern können. Jedoch wurden einzelne Kritikpunkte aufgegriffen. So wurde zum einen die Grenze zum Aufkauf von Arztsitzen von einem Versorgungsgrad von 110 Prozent auf 140 Prozent erhöht. Zum anderen soll die Bedarfsplanung reformiert werden. Durch kleinere Planungsbereiche und die Berücksichtigung weiterer Kriterien wie soziale Faktoren, die Morbidität und die Erreichbarkeit der Arztpraxen soll die Bedarfsplanung zielgenauer werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss wurde damit beauftragt, die Bedarfsplanungsrichtlinie bis zum 31. Dezember 2016 zu überarbeiten. Zur Finanzierung der Fördermaßnahmen zur Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung wurde den Kassenärztlichen Vereinigungen mit dem Versorgungsstrukturgesetz die Möglichkeit eröffnet, einen Strukturfonds einzurichten. Die Mittel des Strukturfonds sollen insbesondere für Zuschüsse zu den Investitionskosten bei der Neuniederlassung oder der Gründung von Zweigpraxen, für Zuschläge zur Vergütung und zur Ausbildung sowie für die Vergabe von Stipendien verwendet werden. Zur Finanzierung entrichten die Kassenärztlichen Vereinigung 0,1 Prozent der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen, die durch Beiträge der Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen ergänzt werden. Bisher war die Finanzierung von Fördermaßnahmen aus Mitteln des Strukturfonds an die Feststellung des Landesausschusses über das Vorliegen oder Drohen von Unterversorgung oder einen lokalen Versorgungsbedarf gebunden. Diese Bedingung wurde mit dem Versorgungsstärkungsgesetz gestrichen, sodass die Förderung zukünftig auch präventiv erfolgen kann. Für eine Niederlassung in unterversorgten Gebieten entfallen künftig die Zulassungsgebühren. Der Zulassungsausschuss kann zudem beschließen, in nicht unterversorgten Gebieten auf die Erhebung von Gebühren zu verzichten oder diese zu reduzieren, wenn dies aus Versorgungsgründen geboten erscheint. Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz haben die Kassenärztlichen Vereinigungen mehr Flexibilität bei der Verteilung der Gesamtvergütungen durch den Honorarverteilungsmaßstab erhalten, um den besonderen regionalen Versorgungsbedarfen und Versorgungsstrukturen besser gerecht zu werden. Durch eine erhöhte Transparenz beabsichtigt das Versorgungsstärkungsgesetz, die Honorarverteilung in seiner Funktion als honorarpolitisches Instrument zu stärken. Künftig sollen die Grundsätze und Versorgungsziele der Honorarverteilungsmaßstäbe transparent dargelegt werden. Mögliche Versorgungsziele könnten insbesondere die stärkere Ausrichtung am Bedarf der Patienten, bei denen schwerwiegende chronische Erkrankungen, Multimorbidität und altersbedingte Krankheiten sowie die Behebung von Versorgungsengpässen in strukturschwachen Gebieten sein. Die Zulassung von medizinischen Versorgungszentren wird erleichtert. So entfällt künftig die Bedingung, dass MVZ fachübergreifend sein müssen. Damit sind auch reine Hausarzt- oder spezialisierte facharztgruppengleiche MVZ möglich. Auch wurde Kommunen die Möglichkeit eröffnet, eigene MVZ als öffentlich-rechtliche Einrichtung zu gründen und somit aktiv die Versorgung in der Region zu beeinflussen und zu verbessern. Die Gründung eines kommunalen MVZ ist dabei jedoch weiterhin an die jeweilige Bedarfsplanung gebunden. Auch die Förderung von Praxisnetzen soll mit dem Gesetz verbessert werden. Künftig müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen Praxisnetze fördern, sofern sie dieses anerkannt haben. Die Kriterien und Qualitätsanforderungen für die Anerkennung legen die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Einvernehmen mit dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen fest. Bereits vor dem Versorgungsstärkungsgesetz hatten die Zulassungsausschüsse, die Möglichkeit, Krankenhäuser auf deren Antrag für die Teilnahme an der ambulanten ärztlichen Versorgung zuzulassen. Von dieser Möglichkeit wurde jedoch „in der Praxis allerdings eher zurückhaltend Gebrauch gemacht.“ Die Regelung wird daher verbindlicher. In Fällen, in denen eine Unterversorgung eingetreten ist, ist der Zulassungsausschuss künftig verpflichtet, den Antrag der Krankenhäuser auf Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung zu genehmigen. Hochschulambulanzen müssen von den Zulassungsausschüssen zukünftig nicht nur die Ermächtigung für die ärztliche Behandlung für die Zwecke der Forschung und Lehre erteilt werden, sondern auch zur Versorgung „für solche Personen, die wegen Art, Schwere oder Komplexität ihrer Erkrankung einer Untersuchung oder Behandlung durch die Hochschulambulanz bedürfen“. Welche Patienten dies betrifft wird vom GKV-Spitzenverband, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bzw. der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft in einem gemeinsamen Vertrag festgelegt. Sie können auch Ausnahmen von dem grundsätzlich geltenden Überweisungsvorbehalt durch einen Facharzt vereinbaren. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz verpflichtet der Bundesgesetzgeber die Kassenärztlichen Vereinigungen, in ihren Honorarverteilungsmaßstäben für eine klare und dauerhafte Trennung der hausärztlichen und der fachärztlichen Vergütung zu sorgen. Dadurch wird verhindert, dass erbrachte Leistungen aus einem Leistungsbereich den anderen Teil der Gesamtvergütung reduzieren. Zur Stärkung des Hausarztberufs wird die Zahl der mindestens zu fördernden Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin von 5.000 auf 7.500 erhöht. Der Förderbeitrag ist auf das Niveau der tarifvertraglichen Vergütung im Krankenhaus anzuheben. Zudem sollen bei Abstimmungen in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Belangen der hausärztlichen Versorgung künftig nur noch Hausärzte stimmberechtigt sein. Das Gleiche gilt umgekehrt auch für die Gruppe der Fachärzte. Die ursprünglich geplante Anwendung dieses Verfahrens auf die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen wurde nicht realisiert. Bei Abstimmungen zu gemeinsamen Themen werden die Stimmen so gewichtet, dass eine Parität der Stimmen von Vertretern der Hausärzte und der Fachärzte besteht. Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz reagierte der Bundesgesetzgeber auch auf die Klage von gesetzlich versicherten Patienten über teilweise sehr lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin. Zur Verkürzung der Wartezeiten müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen bis zum 23. Januar 2016 Terminservicestellen einrichten. Diese Stellen haben die Aufgabe, Versicherten bei Vorliegen einer Überweisung innerhalb einer Woche einen Behandlungstermin bei einem Facharzt anzubieten. Die Termine können auch bei einem Facharzt in einer Entfernung von rund 30 bis 60 Minuten Fahrzeit vermittelt werden. Wunschtermine werden nicht berücksichtigt sowie keine Terminvermittlung beim Psychotherapeuten, bei Zahnärzten oder bei Kieferorthopäden. Bei Augenärzten und Gynäkologen entfällt der Überweisungsvorbehalt. Der vermittelte Termin darf nicht länger als vier Wochen in der Zukunft liegen. Sollte es der Terminservicestelle nicht gelingen, einen Termin in diesem Zeitraum anzubieten, so muss sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus gewähren. Die Terminservicestellen sollen zum 30. Juni 2017 einer Evaluation unterzogen werden. Befürworter der Terminservicestellen verweisen auf die guten Erfahrungen der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsens, die zuvor als einzige KV ein vergleichbares Servicetelefon betrieben hatte. Kritiker, die sich vor allem bei den Kassenärztlichen Vereinigungen finden, sind hingegen der Ansicht, dass dieses Verfahren die freie Arztwahl einschränke und unnötige Kosten und Bürokratie verursache. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bezeichnete die Terminservicestellen als ein „rein populistisches Instrument der Politik , um Wählerstimmen abzugreifen“. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird beauftragt, die Psychotherapie-Richtlinie bis zum 30. Juni 2016 zu überarbeiten. Durch die Einführung von psychotherapeutischen Sprechstunden und die verstärkte Förderung von Gruppentherapien sollen Wartezeiten verringert und eine zeitnahe Versorgung gewährleistet werden. In den Sprechstunden soll kurzfristig der Behandlungsbedarf abgeklärt und eine individuelle Beratung über verschiedene Versorgungsangebote geleistet werden. Um eine engere Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor zu erreichen, wird das Entlassmanagement nach einer Krankenhausbehandlung verbessert. Krankenhäuser müssen fortan in einem Entlassplan die unmittelbar erforderlichen Anschlussleistungen festlegen. Dabei erhalten sie das Recht, Arzneimittel in kleinen Mengen und Leistungen wie häusliche Krankenpflege und Heilmittelverordnung für eine Dauer von bis zu sieben Tagen zu verordnen. Auch können sie künftig Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für eine Dauer von maximal sieben Tagen ausstellen. Bei der Umsetzung des Entlassplans haben die Krankenkassen mitzuwirken. Gemeinsam mit dem Krankenhaus müssen die Kassen rechtzeitig vor der Entlassung die notwendigen Leistungserbringer kontaktieren. Auf diese ergänzende Unterstützung des Entlassmanagements haben die Versicherten einen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen die Krankenkasse. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz erhalten Versicherte einen Rechtsanspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung bei bestimmten mengenanfälligen, planbaren Eingriffen. Um welche Eingriffe es sich hierbei handelt, wird durch den Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegt. Ziel ist es, unnötige Operationen zu verhindern. Die Patienten können für die Einholung der Zweitmeinung im Rahmen ihres Wahlrechts frei zwischen allen an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten und Einrichtungen sowie unter den zugelassenen Krankenhäusern wählen, welche die eingriffsbezogenen Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses erfüllen. Lediglich der Arzt oder die Einrichtung, die den Eingriff durchführen sollen, können nicht für eine Zweitmeinung herangezogen werden. Bislang galt der Anspruch auf Krankengeld ab dem Folgetag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Versicherte, deren Anspruch auf Entgeltfortzahlung ausgeschöpft ist und die regelmäßig aufgrund derselben Krankheit für jeweils lediglich einen Tag arbeitsunfähig sind , erhielten somit bisher kein Krankengeld. Demgegenüber wurde die Leistung bei einer Krankenhausbehandlung oder Behandlung in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung von Beginn an gezahlt. Diese Ungleichbehandlung wird mit dem Versorgungsstärkungsgesetz aufgehoben. Fortan besteht der Anspruch auf Krankengeld ab dem Tag der Feststellung. Zur Finanzierung von Vorhaben, die eine Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung zum Ziel haben, wird beim Gemeinsamen Bundesausschuss ein Innovationsfonds eingerichtet. Diese Innovationen müssen über hinreichendes Potential verfügen, um dauerhaft in die Regelversorgung aufgenommen zu werden. Als mögliche Förderschwerpunkte nennt das Bundesgesundheitsministerium: Telemedizin, Versorgungsmodelle in strukturschwachen Gebieten, Modelle mit Delegation ärztlicher Leistungen, Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung sowie Modellprojekte zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei multimorbiden Patienten. In den Jahren 2016 bis 2019 werden jährlich 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon 225 Millionen Euro für die Förderung von innovativen sektorenübergreifenden Versorgungsprojekten und 75 Millionen für die Versorgungsforschung eingesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung, jeweils zur Hälfte aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds und von den Krankenkassen. Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet ein zehnköpfiger Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Ihm gehören drei Mitglieder der Krankenkassen, je ein Mitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der Vorsitzende des G-BA sowie zwei Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums und ein Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an. Auch die Flexibilisierung der Regelungen zu Selektivverträgen soll zur Förderung neuer Versorgungsformen beitragen. Die Möglichkeiten der Krankenkassen, im Wettbewerb gute Verträge abzuschließen, werden erweitert. Fortan entfällt die Pflicht, Selektivverträge vor ihrem Wirksamwerden den zuständigen Aufsichtsbehörden zur Prüfung vorzulegen, da dieses verwaltungsaufwendige Verfahren selektivvertragliche Versorgungsformen verzögerte. Stattdessen kann die Aufsichtsbehörde nun die Verträge bei Bedarf anfordern und prüfen. Auch können innovative Leistungen, die nicht zur Regelversorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung gehören, in die Verträge aufgenommen werden. Das Versorgungstärkungsgesetz stieß insbesondere bei den niedergelassenen Ärzten und ihren Vertretungen auf starke Ablehnung. Die beiden größten Streitpunkte waren die Verschärfung der Aufkaufregelung von Arztsitzen sowie die Einrichtung von Terminservicestellen. Hinter diesen Debatten steht ein grundsätzlicher Konflikt über die Organisation des deutschen Gesundheitswesens. Dieses zeichnet sich traditionell durch ein hohes Maß an Selbstverwaltung aus. Entscheidungen werden zwar im Rahmen der Gesetze und unter staatlicher Aufsicht, aber ohne direkte Beteiligung des Staates von den Verbänden getroffen. Mit dem Versorgungsstärkungsgesetz werden die gesetzlichen Vorgaben verbindlicher gefasst und somit der Handlungsspielraum der Selbstverwaltungspartner, insbesondere der Kassenärztlichen Vereinigungen, eingeschränkt. Letztere beklagen das Selbstverständnis der Großen Koalition, „alles selbst besser regeln zu können“. Auch der Hartmannbund kritisiert, die „fortgesetzte Politik staatlicher Eingriffe in die freiheitliche Ausübung des Arztberufes“ und das „politische Hineinregieren in den Bereich der ärztlichen Selbstverwaltung.“ Die niedergelassenen Ärzte und ihre Vertretungen sehen in dem Versorgungsstärkungsgesetz einen weiteren Schritt in Richtung eines staatlich gelenkten Gesundheitssystems. Die Befürworter des Gesetzes halten dagegen ein stärkeres staatliches Eingreifen für unvermeidbar, da die Selbstverwaltung sich nicht in der Lage gezeigt hätte, die bestehenden Probleme wie die ärztliche Unterversorgung und die Wartezeiten auf Facharzttermine eigenständig zu regeln. Das Versorgungsstärkungsgesetz ist in ihren Augen eine „politische Notwehrreaktion“ auf das Versagen der Selbstverwaltung. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Ferdinand Gerlach, ist mit dem Gesetz zufrieden: „Abwarten ist keine Option mehr. Einiges geht schon in die richtige Richtung.“ |
2024-12-02 01:00:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Stavanger | i7 i11 i13 Der Flughafen Stavanger ist der viertgrößte Flughafen Norwegens mit 4.178.241 Passagieren im Jahr 2017. Der Flughafen hat internationale Anbindung und wird von den Königlich-Norwegischen Luftstreitkräften als Militärflugplatz mitgenutzt. Sie bezeichnen ihn als Sola flystasjon insbesondere als Stützpunkt der norwegischen Seerettung . Der Flughafen hat zwei Terminals, eines für Flugzeuge und eines für Hubschrauber. Der Flughafen hat zwei sich kreuzende Start- und Landebahnen. Die Hauptbahn für Flugzeuge Nord-Süd und die Hauptbahn für Helikopter liegt in nordwestlich-südöstlicher Richtung . Hier befindet sich auch das Flyhistorisk Museum, ein Luftfahrt-Museum mit dem Schwerpunkt Militärluftfahrt. Der Flughafen liegt in der Kommune Sola, 15 km südwestlich von Stavanger und 10 km nordwestlich von Sandnes in der Provinz Rogaland. Der Flughafen Stavanger wurde 1937 erbaut. Er war einer der ersten Flughäfen Europas mit fest gedeckter Landebahn. Am 9. April 1940, dem Tag der deutschen Invasion Dänemarks und Norwegens , sprangen Fallschirmjäger über dem Flughafen ab und eroberten ihn schnell. Während der Besatzungszeit bauten die Deutschen den Flughafen für die Luftwaffe zu einem Fliegerhorst aus. Die Luftwaffe nutzte ihn sowohl für Land- als auch für Seeflugzeuge, in der ersten Zeit der Besetzung waren hier für kürzere Zeiten verschiedene Jäger- und Bombereinheiten stationiert. Später kam es dann zu längeren Stationierungsphasen. Im Oktober 1940 verlegten die Bf 110 der III. Gruppe des Zerstörergeschwaders 76 nach Sola, sie blieb hier bis in den Mai des folgenden Jahres, nachdem sie kurz zuvor zur II. Gruppe des Schnellkampfgeschwaders 210 wurde. Die Bf 109E der I. Gruppe des Jagdgeschwader 77 lagen hier zwischen Februar 1941 und Januar 1942. Ein langjähriger Nutzer war die Seenotstaffel 5, die zwischen August 1941 und Oktober 1944 von Sola operierte. Stavanger wurde ab Februar 1945 eine der wenigen Einsatzbasen der vierstrahligen Ar 234, Hauptnutzer war ein Kommando der Fernaufklärungsgruppe 5. Nach der deutschen Kapitulation befanden sich die meisten der noch flugfähigen neuartigen Arado-Turbinen-Bomber in Sola. Ein Teil der Exemplare wurde dort noch bis in den September 1945 zu Erprobungsflügen von Amerikanern und Briten genutzt, die übrigen wurden in die Vereinigten Staaten und ins Vereinigte Königreich überführt. Sola blieb nach Ende des Krieges noch für einige Jahrzehnte ein wichtiger Militärflugplatz Norwegens. Die norwegischen Luftwaffe stationierte hier im Laufe der ersten Nachkriegsjahre und insbesondere nach Beginn des Kalten Krieges einer Reihe verschiedener Staffeln. Bereits zwei Wochen nach Kriegsende traf die aus Norwegern gebildete 331. Squadron der britischen Royal Air Force mit ihren Spitfire Mk. IXE in Stavanger ein, die allerdings noch im gleichen Jahr weiter verlegt wurde. Bereits im Januar 1945 wurde Sola Heimat einer Flugboot-Staffel, deren Aufgabe auch der SAR-Dienst war. Die 333. Skvadron flog bis 1961 die Catalina und in den folgenden zwei Jahren vor ihrer Verlegung nach Nord-Norwegen die HU-16. Ab 1949 wurde Sola erneut eine Basis von Kampfflugzeugen, zunächst noch für zwei Jahre von den Mosquito Mk.VI der 334. Skvadron. Das Jetzeitalter begann 1951 erneut mit der Umrüstung der Staffel auf die F-84G, die, zusammen mit der 1953 eingetroffenen 331. Staffel, inzwischen ebenfalls mit F-84 ausgerüstet, 1955 in den Norden verlegt wurden; im Jahr 1954 lag hier mit der 338. Skavdron mehrere Monate noch eine dritte F-84 Einheit. Am längsten sollte hier die 718. Skvadron liegen. Ihre Aufgabe was ab 1952 das Fortgeschrittenentraining neuer Luftfahrzeugführer. In den ersten zwei Jahren noch mit Vampire ausgerüstet, lief die Umrüstung auf die T-33A bereits 1953. Nach fünfzehnjähriger Dienstzeit rüstete die Staffel auf die F-5A/B um, die ebenfalls fünfzehn Jahre geflogen wurde. Im Jahr 1983 wurde die 718. Staffel außer Dienst gestellt. Seitdem beschränkt sich die militärische Nutzung auf den Betrieb von Hubschraubern. Die SAR-Hubschrauber vom Typ Westland „Sea King“ Mk.43B standen von 1973 bis 2023 im Dienst der 330. Staffel, wobei das erste Exemplar des Nachfolgemodells vom Typ AW101 Mk612 „SAR Queen“ bereits 2017 in Norwegen eintraf. Dessen Zulauf zog sich auf Grund eines Flugunfalls zu Beginn der Umrüstphase über mehrere Jahre hin. Als Folge der Ausweitung des Russisch-Ukrainischen Kriegs im Jahr 2022 soll der militärische Bereich modernisiert werden um zukünftig im Krisen- oder Kriegsfall eine größere Anzahl alliierter Flugzeuge aufnehmen zu können. Die Sola flystasjon wird zurzeit von folgenden fliegenden Staffeln des Rettungshubschrauberdienstes/Redningshelikoptertjenesten genutzt: Der Flughafen wird von diversen europäischen Fluggesellschaften angeflogen, unter anderem KLM aus Amsterdam und British Airways aus London Heathrow. Inlandsflüge finden unter anderem mit Norwegian Air Shuttle und SAS Scandinavian Airlines statt. In den Sommermonaten fliegt Norwegian Air Shuttle zweimal wöchentlich von Berlin-Schönefeld aus nach Stavanger. Die große zivile Helikopterbasis wird insbesondere für den Nordsee-Offshore-Verkehr genutzt. Bis zum Beginn des Winterflugplans 2015/16 flog auch die Lufthansa den Flughafen dreimal täglich von Frankfurt am Main aus an. Die Route wurde mit dem Winterflugplan 2023 wieder aufgenommen. Ålesund | Alta | Andøya, Andenes | Bardufoss | Båtsfjord | Bergen | Berlevåg | Bodø | Brønnøysund | Fagernes | Florø | Førde | Hammerfest | Harstad/Narvik | Hasvik | Haugesund | Hønefoss | Honningsvåg | Kirkenes | Kristiansand | Kristiansund | Lakselv | Leknes | Longyearbyen | Mehamn | Mo i Rana | Molde-Arø | Mosjøen | Moss, Rygge | Namsos | Narvik | Ørland | Ørsta-Volda | Oslo-Fornebu | Oslo-Gardermoen | Rakkestad, Åstorp | Røros | Rørvik | Røst | Sandane | Sandnessjøen | Skien | Sogndal | Sørkjosen | Stavanger | Stokmarknes | Stord, Sørstokken | Svolvær | Torp | Tromsø | Trondheim | Vadsø | Vardø | Værøy Bodø | Ørland | Andøya | Bardufoss | Oslo-Gardermoen | Rygge | Stavanger Nicht dauerhaft genutzt Banak | Evenes | Kristiansand | Trondheim |
2024-12-02 03:42:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Teilnehmernetzbetreiber | Ein Teilnehmernetzbetreiber ist ein Betreiber von Ortsnetzen für die Telefonie, der Teilnehmer an sein Netz anschließt und damit Netzanschlüsse bereitstellt. Üblicherweise vermarktet ein solcher Netzbetreiber Telefonanschlüsse direkt an die Teilnehmer und tritt als Telefongesellschaft auf; es handelt sich dann um einen Festnetzanbieter, Vollanschlussanbieter oder Direktanschlussanbieter. In Deutschland ist die Deutsche Telekom als etablierter Ortsnetzbetreiber des ehemals als staatlicher Monopolbetrieb geführten Telefonnetzes der mit Abstand gewichtigste und einzige marktbeherrschende TNB. Nach der Marktliberalisierung in den letzten Jahren neu auf den Markt getretene TNB wie Arcor oder HanseNet mieten in der Regel die entbündelte letzte Meile des etablierten Ortsnetzbetreibers als Vorleistung zum Anschluss ihrer Kunden an die eigenen Ortsvermittlungen, wobei die Übergabe der Leitungen üblicherweise am Hauptverteiler-Standort erfolgt. Anbieter, die im Central Office keine herkömmliche Vermittlungstechnik, sondern ausschließlich DSLAMs unterhalten , werden mit dem englischen Begriff Data LEC oder Data CLEC bezeichnet. Im Gegensatz zu im Ortsnetz aktiven Netzbetreibern nennt man Unternehmen, die Ortsnetz-übergreifende Fernverbindungen vermitteln, Verbindungsnetzbetreiber . In den USA setzen sich die LECs in erster Linie aus den regionalen Monopolanbietern von Sprachdiensten zusammen, den so genannten "Baby Bells", die nach der Neuordnung und Liberalisierung des amerikanischen Telefonmarktes in den 70er Jahren aus der ehemaligen "Mama" Bell Telephone Company und AT&T entstanden. Diese werden als Incumbent LECs oder ILECs bezeichnet. In den europäischen Telefonnetzen wurde die im Zuge der damaligen Neuordnung des Marktes in den USA erfolgte Aufspaltung in ILECs und IXCs nicht umgesetzt – und dementsprechend sind die europäischen TNB meist auch als VNB auf dem Markt präsent; die Unterscheidung ihrer jeweiligen Rolle als TNB und VNB erfolgt in Europa zwecks Marktregulierung. |
2024-12-03 21:43:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Zamioculcas | Zamioculcas zamiifolia Zamioculcas zamiifolia, Trivialnamen sind Glücksfeder, Kartonpapier-Palme, „die Zz-Pflanze“ oder irreführend „Zamie“, ist die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Zamioculcas, die zur Familie der Aronstabgewächse gehört. Sie gilt als pflegeleichte Zimmerpflanze. Zamioculcas zamiifolia ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Aus einem horizontal wachsenden knollenartigen Rhizom entspringen Triebe, die nur ein einziges unpaarig gefiedertes Blatt mit fünf bis acht Fiederpaaren bilden. Die Stiele dieser Fiederblätter sind am Grund stark verdickt. Wenn ein Blatt abstirbt, werden zuerst einzelne Fiederpaare braun, und aus dem Stiel wird der Saft so weit entzogen, dass sich 10 bis 15 Zentimeter über dem Rhizom eine Sollbruchstelle bildet, an der das Blatt dann abbricht bzw. sich löst, ohne die Pflanze zu beschädigen. Der dicke Stielstumpf bleibt noch mehrere Jahre erhalten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in Afrika und reicht von Kenia bis KwaZulu-Natal. Zamioculcas zamiifolia ist sehr pflegeleicht, da sie mit wenig Licht auskommt, aber auch gerne in hellen Räumen steht. Entsprechend ihrem Naturstandort ist sie auch längere Trockenzeiten gewohnt und muss daher nur mäßig gegossen werden. Die Pflanze beeindruckt besonders durch die dicken, dunkelgrünen, glänzenden Blätter. Durch ihr kräftiges Grün ist sie vor allem für offene, helle Räume geeignet. Je heller der Standort, desto schneller der Wuchs und desto heller werden die Blätter. Wird sie schattig gestellt, wächst sie zwar etwas langsamer, dafür entwickeln die Blätter ein sehr kräftiges, dunkles Grün. Gelegentlich entwickeln sich helle, kolbenartige Blütenstände, wie sie für Araceae typisch sind. Vermehren lässt sie sich unter anderem über Blatt-Stecklinge, wozu man einzelne Fiederblätter direkt in die Erde steckt oder in ein Glas mit Wasser stellt. Nach einiger Zeit bilden sich Knollen, aus denen wiederum Wurzeln sprießen. Werden alle Fiederblätter von einem Blattstiel entfernt, so kann auch dieser abgeschnitten und auf die gleiche Weise zur Vermehrung genutzt werden. Dies dauert zwar sehr lange , jedoch ist der erste Austrieb bereits vergleichsweise groß. Mittlerweile gibt es eine panaschierte Varietät, die Zamioculcas zamiifolia ‚Variegata‘. Diese ist jedoch aufgrund des geringeren Anteils an Chlorophyll schwachwüchsiger und vergleichsweise selten. Im Vergleich zur normalen Form ist die seltenere panaschierte Glücksfeder wesentlich teurer und eher für Sammler von Interesse. Zamioculcas zamiifolia ist giftig für Menschen und Haustiere. Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen Caladium zamiaefolium durch Conrad Loddiges. Die Neukombination zu Zamioculcas zamiifolia Engl. wurde 1905 durch Heinrich Gustav Adolf Engler veröffentlicht. Weitere Synonyme für Zamioculcas zamiifolia Engl. sind: Zamioculcas loddigesii Schott, Zamioculcas lanceolata Peter. |
2024-12-01 22:51:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mille_Petrozza | Miland „Mille“ Petrozza ist ein deutscher Gitarrist und Sänger. Der Vater von Mille Petrozza kam als Gastarbeiter aus Italien nach Essen im Ruhrgebiet und seine Mutter stammt als Flüchtling aus Zittau in der ehemaligen DDR. Da sein Vater mit Vorliebe popmusikalische Fernsehsendungen wie Disco mit Moderator Ilja Richter und die ZDF-Hitparade schaute, kam Mille Petrozza als Kind früh mit Musik von Glam-Rock-Bands wie Slade und T. Rex in Berührung. Außerdem war sein Vater großer Fan italienischer Musik von Domenico Modugno und Adriano Celentano. Als Kind hörte Mille Petrozza von Produzent Frank Farian produzierte Acts wie Boney M. sowie Baccara und Village People. An Kinofilmen wie The Rocky Horror Picture Show, Hair und Saturday Night Fever entzündete sich Petrozzas Interesse für Disco-Musik. Durch den Song I Was Made for Lovin’ You von Kiss entwickelte er sich zum Hard'n'Heavy-Fan, weshalb er sich die Schallplatten Peter Criss und Dynasty kaufte. Alben von Bands wie Saxon, Judas Priest und Iron Maiden ließen ihn tiefer in das Genre New Wave of British Heavy Metal eintauchen. Darüber hinaus schätzt Petrozza die Punk-Rock-Bands des Labels Epitaph Records wie Bad Religion, deren tiefgründige Songtexte ihn inspirieren, sowie Kate Bush. Über solche Songtexte und englischsprachige Comics wie Spider-Man erweiterte Petrozza seinen schulischen Wortschatz und stärkte sein Sprachvermögen, um auf dieser Grundlage eigene englischsprachige Liedtexte schreiben zu können. Mille Petrozzas erste Band war eine Schülerband namens Tyrant, die sich später zunächst in Tormentor und dann in Kreator umbenannte. Mit dieser Thrash-Metal-Band ist er bis heute aktiv. Sie zählt neben Sodom und Destruction zu den bekanntesten Vertretern dieses Stils in Deutschland. 1994 spielte er Gitarre in der Metal-Allstar-Band Voodoocult, einem Projekt von Phillip Boa, an dem sich auch Dave Lombardo und Chuck Schuldiner beteiligten. Bei diesem Projekt, für das Mille Petrozza E-Gitarre spielte, nahmen die einzelnen beteiligten Musiker jeweils getrennt ihre Parts der zuvor von Initiator Phillip Boa komponierten Songs im Tonstudio auf. In Bezug auf Voodoocult erklärte Petrozza in einem Interview mit der Visions-Podcast-Reihe Der Soundtrack meines Lebens im Juni 2022: „Ich glaube, es wäre etwas Interessanteres dabei herausgekommen, hättest du Dave, mich, Waldemar und Chuck in einen Raum gestellt. Ein bisschen eine vertane Chance.“ Petrozza steuerte 2002 gemeinsam mit Tomas Lindberg den Lead-Gesang für den Titel Dirty Coloured Knife der israelischen Metal-Band Nail Within und zum Titel Nighthawk auf dem Album Divine Blasphemies der deutschen Band Desaster bei. Auf dem 2004er Album Hellfire Club der Band Edguy ist er auf einer Alternativversion des Openers Mysteria als Leadsänger zu hören, welche als Bonuslied zu finden ist. Auch steuerte er Gesangspassagen zum Lied Zieh die Jacke falschrum an auf dem 2004er Album Hardcore aus der Ersten Welt der Grindcore-Band Japanische Kampfhörspiele bei, wenngleich diese auch nicht damit warben, so wird im Beiheft schlicht auf Miland als Gastsänger verwiesen. Auf dem 2006er Album The Undying Darkness der Metalcore-Band Caliban wirkte er beim Titel Moment of Clarity mit. Weiterhin spielt er im Video IchGott der Band Honigdieb sich selbst. Im Jahre 2010 steuerte Petrozza auf dem Volbeat-Album Beyond Hell / Above Heaven für das Lied 7 Shots seinen Gesang bei. Ebenso sang er 2011 auf dem In-Extremo-Album Sterneneisen beim Lied Unsichtbar mit. 2012 steuerte er die Gitarre bei Revolution von Lacrimosa bei. Petrozza besitzt eine Vielzahl von Gitarren, seine Hauptgitarre war viele Jahre eine Jackson RR1, ein Randy-Rhoads-Modell, welche er live fast ausschließlich spielte. Mittlerweile spielt er seine Signature Modelle von ESP Guitars. Er lebt vegan und engagiert sich für PETA. Im Februar 2019 trat Petrozza mit dem russischen Maler Andrej Golder in einer Kurzdokumentation der TV-Reihe Art Work des Fernsehsenders ZDF auf, worin Golder und Petrozza gemeinsam ein großformatiges Gemälde über das Thema „Weltkrieg und Untergang“ malen. Auf die Frage von Gesprächspartner Andrej Golder, ob er Versagens- oder Existenzängste kenne, antwortet Mille Petrozza darin: „Ach, ich hatte das noch nie, ich habe das noch nie wegen der Kohle gemacht. Ich bin super flexibel, was meinen Lebensstil betrifft.“ Mille Petrozza hat zwei Wohnsitze. Er lebt in seiner Heimatstadt Essen und in Berlin. |
2024-12-03 17:48:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hagen_(brandenburgisches_Adelsgeschlecht) | Die von der Hagen sind ein markbrandenburgisches Uradelsgeschlecht. Die erste urkundliche Erwähnung mit Petrus de Hage in Wusterhausen/Dosse datiert auf das Jahr 1307. Die direkte Stammreihe beginnt mit Hans von dem Hage. Er erschien zwischen 1370 und 1378 im Gefolge des Grafen Albrecht von Lindow und wird 1381 als Vasall des Erzbischofs von Magdeburg genannt. Aufgrund der Namens- und Wappensgleichheit liegt es nahe, dass die von der Hagen sich auf die im hessischen Wetteraukreis beheimatete Familie von Hagen-Münzenberg zurückführen lassen. Mit der Ostkolonisation gelangten Mitglieder der Familie in die Gegend des heutigen Havellandes. Bis 1376 gehörten die Stadt und das Ländchen Rhinow den Grafen von Lindow-Ruppin, die sie 1377 an Kaiser Karl IV. herausgeben mussten. 1386 gelangte Rhinow als Pfand in den Besitz des Bischofs von Brandenburg, der es weiter verpfändete. 1441 kam fast das gesamte Ländchen Rhinow für die nächsten 500 Jahre in den Besitz der Familie von der Hagen als markgräflich brandenburgische Lehensnehmer. Zur Verteidigung ihrer Besitzungen erbauten sie mehrere feste Häuser und Burgen entlang der Havel. Das Geschlecht teilte sich in zwei Linien auf, die Hohennauensche und die Mühlenburgische, mit verschiedenen Besitzungen. Im 17. Jahrhundert wurde das Rittergut Hohennauen in vier Teile gegliedert. Einen Teil besaß ab 1692 Johann Gottfried von Rauchhaupt. Die Burg war bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg völlig verfallen, an ihrer Stelle erbaute Rauchhaupt um 1700 ein Herrenhaus als Fachwerkgebäude. Die anderen Teile blieben unter der Familie von der Hagen vereinigt. Ab 1692 bzw. 1731 bestanden zwei Herrensitze. Zwischen 1781 bzw. 1802 wurden das Rauchhaupt'sche Gut mit Wassersuppe, Witzke, Schönholz und Elslake majorisiert; das Majorat kam an die von Bornstedt, später an die von Kleist, die es bis 1945 besaßen. Die Familie von der Hagen, die bis dahin in einem einfachen Fachwerkgebäude gewohnt hatte, errichtete im Jahre 1792 am nördlichen Ende des Gutsparkes ein kleines Schloss. Die ursprünglich slawische Mühlenburg bei Rhinow wurde im Zuge der Deutschen Ostsiedlung übernommen und um 1200 zur Sicherung des Übergangs über den Rhin weiter ausgebaut. 1441 kam mit fast dem gesamten Ländchen Rhinow auch die Mühlenburg in den Besitz der Familie von der Hagen. Sie wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgegeben, jedoch übernahm die Familie in der Nähe einige wüst gewordene Höfe um Rhinow . Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich zwei Eintragungen von Töchtern der Familien von Hagen aus dem Hause Gülzow, Zibühl und Stieten aus den Jahren 1733–1789 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Charlotta Sophia von Hagen war von 1800 bis 1818 als Domina die Vorsteherin des Konvents. Ihr Wappenschild mit zwei anhängenden Ordenskreuzen befindet sich auf der Nonnenempore in der Klosterkirche. Teil der bestehenden Familien-Stiftung derer von, vom und von der Hagen war eine auf 1781 zurückgehende Stipendium-Stiftung der verwitweten Hyppolita von der Hagen. Preußische Adelslegitimation am 5. April 1803 in Berlin unter Beilegung des väterlichen Namens und Wappens für Friedrich Heinrich von der Hagen , natürlicher Sohn des Leopold von der Hagen , Gutsherr auf Schmiedeberg . Die Mitglieder der uradeligen von der Hagen waren frühzeitig schon im 18. Jahrhundert aktiv im Johanniterorden. Die Söhne gingen zumeist auf bekannte Adelsalumnate, besonders häufig an der Ritterakademie zu Brandenburg. Die brandenburgischen Begüterungen Hohennauen, Rhinow, Schmiedeberg und Stölln waren bis zur sogenannten Bodenreform 1945–1948 in der Sowjetisch Besetzten Zone im Familienbesitz. Die Bodenreform bedeutete den Kreisverweis und die entschädigungslose vollständige Enteignung der meisten Familienmitglieder. In Rhinow stellte die Witwe Eva von der Hagen, Tochter des Widerstandskämpfers Paul von Hase, einen Antrag auf Siedlerland des enteigneten Gutes und lebte noch 1953 als Siedlerin in Rhinow. Den alten Fideikommiss Hohennauen erbte die Witwe des Dr. phil. Thomas Philipp von der Hagen Margret, geborene Köster aus Bremen, wieder verheiratete von Graefe. Seine berühmte Bibliothek befand sich im Herrenhaus Hohennauen. In Rot zwei spitz gegeneinander gestellte silberne Zelthaken, in zwei goldenen Ringen stehend, überhöht von einer goldenen Blätterkrone. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken eine wachsende rot gekrönte Jungfrau mit herabfallendem blondem Haar, in der Rechten einen Zweig mit drei roten Rosen emporhaltend, die Linke eingestemmt. I. Linie: II. Linie: ferner: Zu beachten ist, dass es verschiedene andere Adelsfamilien des Namens Hagen gibt, die nicht bewiesenermaßen miteinander verwandt sind, wie die thüringischen Freiherren und Grafen vom Hagen, das neumärkisch-pommersche Uradelsgeschlecht von Hagen, das westfälische Geschlecht von Hagen; die von dem Hagen oder die briefadeligen von Hagen . Einige der noch bestehenden Adelsgeschlechter des Namens Hagen haben einen gemeinsamen Familienverband gegründet. Ferner gibt es bürgerliche Familien gleichen Namens, siehe Hagen . |
2024-12-04 05:32:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovarisches_Parlament | Das Parlament der Republik Kosovo ist die Legislative des Kosovo. Es hat 120 Abgeordnete, die alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Der Parlamentssitz befindet sich in der Hauptstadt Pristina. Die Befugnisse des Parlaments sind in der Verfassung des Kosovo, die am 15. Juni 2008 in Kraft trat, festgelegt. Die Versammlung ist das staatliche Legislativorgan. Sie umfasst 120 Sitze, davon sind der serbischen Volksgruppe mindestens zehn Sitze garantiert. Den anderen Minderheiten im Kosovo – Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter , Bosniaken , Türken und Goranen – sind insgesamt zehn weitere Sitze reserviert. Das Parlament wählt den Staatspräsidenten und bestimmt außerdem den Premierminister. Verfassungsänderungen können nur mit einer Zweidrittelmehrheit aller Stimmen inklusive zweier Drittel der Stimmen der Minderheitenvertreter erfolgen. Das Präsidium besteht aus einem Präsidenten und zwei Stellvertretern. Letztere müssen einer Minderheit angehören. Das Mindestwahlalter liegt bei 18 Jahren. Parlamentspräsident ist seit dem 22. März 2021 Glauk Konjufca . Staatenverbund: Europäische Union: Europäisches Parlament Souveräne Staaten: Albanien: Versammlung Albaniens | Andorra: Generalrat der Täler | Belarus: Repräsentantenhaus, Rat der Republik | Belgien: Parlament | Bosnien und Herzegowina: Parlamentarische Versammlung | Bulgarien: Nationalversammlung | Dänemark: Volksversammlung | Deutschland: Bundestag, Bundesrat | Estland: Riigikogu | Finnland: Reichstag | Frankreich: Parlament | Griechenland: Parlament | Irland: Oireachtas | Island: Althing | Italien: Parlament | Kroatien: Versammlung | Lettland: Saeima | Liechtenstein: Landtag | Litauen: Seimas | Luxemburg: Abgeordnetenkammer | Malta: Repräsentantenhaus | Moldau: Parlament | Monaco: Nationalrat | Montenegro: Parlament | Niederlande: Generalstaaten | Nordmazedonien: Parlament | Norwegen: Großversammlung | Österreich: Parlament | Polen: Sejm, Senat | Portugal: Versammlung der Republik | Rumänien: Parlament | Russland: Föderationsversammlung | San Marino: Großer und Allgemeiner Rat | Schweden: Reichstag | Schweiz: Bundesversammlung | Serbien: Nationalversammlung | Slowakei: Nationalrat | Slowenien: Nationalversammlung, Nationalrat | Spanien: Cortes Generales | Tschechien: Abgeordnetenhaus, Senat | Ukraine: Oberster Rat | Ungarn: Parlament | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich: Parlament | Zypern: Repräsentantenhaus Sonstige Gebiete: Åland: Lagting | Färöer: Løgting | Gibraltar: Parlament | Guernsey: States of Guernsey | Isle of Man: Tynwald | Jersey: States of Jersey Umstrittene Gebiete: Kosovo: Parlament | Transnistrien: Oberster Sowjet | Türkische Republik Nordzypern: Versammlung der Republik |
2024-12-02 07:52:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Senior-Whitehead-Preis | Der Senior-Whitehead-Preis der London Mathematical Society , benannt zu Ehren von J. H. C. Whitehead, wird an ungeradzahligen Jahren an herausragende Mathematiker vergeben. Im Gegensatz zum Whitehead-Preis wird er an bereits etablierte Mathematiker vergeben. Die Preisträger müssen in Großbritannien wohnhaft sein und dürfen keine anderen LMS Preise erhalten haben. |
2024-12-02 03:58:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Linha_de_Cintura | Die Linha de Cintura, zu deutsch in etwa Gürtelbahn oder Ringbahn, ist eine Eisenbahnstrecke in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Geschichtlich ist die Strecke eng mit der Vorortstrecke Linha de Sintra verbunden. Die Eisenbahnstrecke ist wichtigster Bestandteil des Eisenbahnknotens der Hauptstadt, nahezu alle Züge benutzen die Strecke oder tangieren sie zumindest, gut 300 Züge befahren die Strecke pro Tag. Sie wurde abschnittsweise zwischen 1887 und 1891 eröffnet. Historisch sind die Linha de Cintura und die Linha de Sintra eng miteinander verknüpft, bestimmte Streckenabschnitten eröffnete die königliche Eisenbahngesellschaft parallel und nutzte die beiden Strecken in Kombination miteinander. Zuerst wurde die Linha de Sintra 1887 zwischen dem Lissabonner Vorort und der königlichen Sommerresidenz Sintra bis Campolide eröffnet, zeitgleich auch der Abschnitt zwischen Campolide und Alcântara, heute Teil der Linha de Cintura. So konnte erstmals der Vorort von Lissabon aus direkt mit dem Zug erreicht werden, zunächst mussten die Fahrgäste aber noch mit der Straßenbahn bis Alcântara fahren, um dort den Zug zu besteigen. 1888 folgte der wichtigste Teil der Linha de Cintura zwischen Campolide und Chelas und Santa Apolónia. Dort stieß die Eisenbahnstrecke auf die bereits bestehende Linha do Norte in Richtung Santarém, Coimbra und Porto. Damit hatten die Züge der Linha de Sintra quasi einen weiteren Endbahnhof erhalten, sie endeten entweder weiterhin in Alcântara oder nun in Santa Apolónia. Weiterhin fehlte jedoch immer noch eine wirklich innerstädtische Verbindung für die Linha de Sintra, lagen und liegen die beiden Bahnhöfe Alcântara und Santa Apolónia auch heute noch abseits des Zentrums . 1891 folgte die Vollendung der Gürteleisenbahn mit der Eröffnung des 2,6 Kilometer langen Rossio-Tunnels zwischen Campolide und dem neuen Hauptbahnhof Rossio. Des Weiteren vervollständigten zwei Gleisverbindungen sowie das stromlose Gleis zwischen der Linha de Cintura und der Linha de Cascais die Strecke. Seitdem ist es möglich Züge von jedem Bahnhof in Lissabon in jede erdenkliche Richtung fahren zu lassen. Am 28. April 1957 wurde der Großteil des Lissabonner Vorortnetzes elektrifiziert, darunter der Großteil der Linha de Cintura. Ausgenommen war davon zunächst jedoch der bis heute eingleisige Abschnitt zwischen Campolide und Alcântara-Terra, der damals nur für gelegentlichen Güterverkehr genutzt wurde. Dieser Abschnitt ist erst seit 1987 elektrisch befahrbar, seit 1992 auch wieder im Fahrgastverkehr. Seit einer kleinen Renaissance der portugiesischen Eisenbahnen in den neunziger Jahren findet derzeit auch ein verstärkter Ausbau der Linha de Cintura statt. Schrittweise wurde die Linha de Cintura auf 3,7 Kilometer zwischen Campolide und Roma-Areeiro viergleisig ausgebaut, dies ist auch für den 3,3 Kilometer langen Abschnitt Roma-Areeiro–Braço de Prata geplant. Außerdem fand eine Grundsanierung der vier Bahnhöfe Campolide, Sete Rios, Entrecampos und Roma-Areeiro statt. Sie wurden alle erweitert, erhielten barrierefreie Zugänge sowie Verknüpfungen mit den nächsten Metrostationen. Die Linha de Cintura ist heute wichtiger Bestandteil des Eisenbahnnetzes der portugiesischen Hauptstadt und insbesondere des Vorortverkehrs, der mehr als 80 Prozent des Verkehrs auf der Linha de Cintura ausmacht. Im verktakten, S-Bahnähnlichem Vorortverkehr nutzen zwei sogenannte Linienfamilien der CP Urbanos de Lisboa die Linha de Cintura. Zunächst die Linha de Sintra mit – auf der einen Seite – dem klassischen Zuglauf zwischen Sintra und Rossio, – auf der anderen Seite – einem Zuglauf, der am Bahnhof Mira Sintra-Meleças der Linha do Oeste beginnt und über die Linha de Sintra und die Linha de Cintura bis zum Bahnhof Roma-Areeiro führt; in der Hauptverkehrszeit weiter bis Oriente oder Alverca. Die zweite Linienfamilie, die unter anderem die Linha de Cintura benutzt, ist die der Linha da Azambuja, ein Teil der Linha do Norte. Auch hier gibt es einerseits den klassischen Zuglauf zwischen Azambuja und dem Kopfbahnhof Santa Apolónia, andererseits einen Zuglauf, der in Castanheira do Ribatejo beginnt und über die Linha de Cintura bis zum Bahnhof Alcântara-Terra führt. Neben diesen beiden Linienfamilien der staatlichen CP Urbanos de Lisboa nutzen auch die Züge der privaten Eisenbahnverkehrsgesellschaft Fertagus die wichtige Eisenbahnstrecke. Deren Vorortzüge beginnen am Bahnhof Roma-Areeiro und fahren über die Ponte 25 de Abril nach Coina beziehungsweise nach Setúbal. Neben dem Vorortverkehr gibt es auch einzelne Fernverkehrsverbindungen, die die Linha de Cintura benutzen. Unter anderem mehrere Intercidades- und ein Alfa-Pendular-Paar in Richtung Alentejo beziehungsweise Algarve. Außerdem tangieren alle Züge in Richtung Nordportugal die Linha de Cintura am Bahnhof Braço de Prata. Des Weiteren gibt es noch ein paar wenige Regionalzüge und Interregionais zwischen Santa Apolónia und Caldas da Rainha bzw. Figueira da Foz. Diese Züge verkehren über die Linha do Oeste und über die Linha de Sintra, ehe sie zwischen Sete Rios und Chelas die Cintura nutzen, und danach auf die Verbindungskurve Chelas–Santa Apolónia abzweigen. Die Strecke beginnt am Tejoufer bei den Alcântara-Docks, um dann in eine Spitzkehre hinter dem Doca de Santo Amaro zu münden. Danach wird die Linha de Cascais unmittelbar vor Alcântara-Mar gekreuzt und die Strecke verläuft parallel zur Rua Cascais und zur Rua João de Oliveira Miguéns, um dann den Bahnhof Alcântara-Terra zu erreichen. Zwischen den Docks und Alcântara-Terra ist die Strecke, sie führt über fünf Niveauübergänge, nicht elektrifiziert, der Verkehr wird mit einer Diesellok abgewickelt. Nach Alcântara-Terra führt die Strecke durch den Alcântara-Tunnel, um dann bei der gleichnamigen Verzweigung kreuzungsfrei in die Linha do Sul einzufädeln. Mit dieser wird wenig später Campolide erreicht, den Kreuzungspunkt mit der heutigen Linha de Sintra. Anschließend führt die Strecke in einer Rechtskurve als Teil eines Gleisdreiecks zum Bahnhof Sete Rios. Die Innenstadt Lissabons wird leicht erhöht umrundet, um niveaugleiche Übergänge zu vermeiden. Über die Bahnhöfe Entrecampos und Roma-Areeiro wird die Station Chelas erreicht, wo der Ast nach Santa Apolónia abzweigt. Über Marvila erreicht die Linie den Knotenpunkt Braço de Prata, wo sie in die Linha do Norte in Richtung Norden einmündet. Unmittelbar vor dem Bahnhof Chelas zweigt die einspurige Verbindungskurve ab. Der Bahnsteig in Chelas ist abgebaut. Die Strecke führt in einer lang gezogenen Rechtskurve Richtung Süden. Die Querung des Calçada da Picheleira ist nebst den Übergängen des Alcântara-Verbindungsgleises der einzige Niveauübergang der Linha de Cintura. Durch den kurzen Madre de Deus-Tunnel wird das gleichnamige, auf einem Hügel liegende Quartier an dessen Fuß durchquert. Unmittelbar nach dem Tunnelausgang, auf der Höhe des Museu Nacional do Azulejo, mündet die Strecke in die Linha do Norte. |
2024-12-02 05:45:44 | https://de.wikipedia.org/wiki/David_Martin_(Theologe) | David Martin war ein französischer protestantischer Theologe, der insbesondere durch seine Revision der französischen Bible de Genève bekannt wurde. Er studierte in Montauban, Nîmes und in Puylaurens. Im Jahr 1663 übernahm er das Pastorenamt der Kirche in Espérausses. Von 1670 an war er Pastor der Kirchengemeinde von Lacaune. Aufgrund des Widerrufs des Ediktes von Nantes im Jahr 1685 flüchtete er in die Niederlande. Durch die Zuwanderung der Hugenotten in dieser Zeit entwickelten sich die Niederlande, insbesondere Amsterdam, neben Genf in der Schweiz, zu einem zweiten Zentrum des reformierten Geisteslebens. Dort in Utrecht konnte Martin seine Pastorentätigkeit wieder aufnehmen. Mehrere Berufungen als Theologieprofessor an verschiedene Universitäten lehnte er ab. Ende des 17. Jahrhunderts übertrug die Synode der wallonischen Kirche David Martin die Aufgabe, die Bible de Genève sprachlich zu modernisieren, sie also der zeitgenössisch gesprochenen französischen Sprache anzugleichen. 1696 veröffentlichte David Martin seine Überarbeitung des Neuen Testaments. Martin arbeitete über zehn Jahre an der vollständigen Bibelrevision. 1707 erschien schließlich die „Bible Martin“ beim führenden Buchhändler Desbordes, Mortier und Brunel in Amsterdam. 1712 veröffentlichte David Martin offenbar noch eine Überarbeitung seiner Bibel. Bis zu seinem Tod veröffentlichte David Martin eine ganze Anzahl von theologischen Werken sowie eine Grammatik der französischen Sprache. Martin starb an einer Fiebererkrankung im Jahr 1721. Seine Bibel-Revision der Bible de Genève war auch nach seinem Tod noch weiter erfolgreich und wurde mehrfach neu aufgelegt. 1727 ließ so auch der Buchhändler Jonas Korte die Bibel von David Martin in Leipzig nachdrucken. Korte verkaufte seine Auflage in Flensburg und Altona offenbar hauptsächlich an nach Dänemark geflüchtete Hugenotten. 1736 erschien außerdem eine Revision der „Bible Martin“ von Pierre de Roques , einem Pfarrer aus Basel. 1746 erschien zudem eine Revision der „Bible Martin“ von Samuel Scholl, einem Pfarrer aus Bienne. |
2024-12-04 04:20:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Autoren/O#Ow | |
2024-12-03 17:25:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Zimbabwe_Football_Association | Die Zimbabwe Football Association ist das höchste Fußball-Organ in Simbabwe. Der Verband wurde 1965 gegründet und trat im selben Jahr als Mitglied der FIFA bei. Mitglied des afrikanischen Fußballverbandes wurde der Verband 1980. Die ZIFA organisiert die nationalen Ligen: Zudem findet alljährlich der Simbabwische Fußballpokal Cup of Zimbabwe vom Verband organisiert statt. Aktuelle Verbände der CAF: Ägypten | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Réunion† | Ruanda | Sambia | Sansibar†† | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik Sonstige Verbände in Afrika: Ascension | Mayotte | St. Helena | Tristan da Cunha | Westsahara † Assoziiertes Mitglied, †† CAF-Mitglied, jedoch kein FIFA-Mitglied. |
2024-12-03 14:27:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Skanderbeg-Gedenkst%C3%A4tte | Die Skanderbeg-Gedenkstätte , ehemals St. Nikolaus-Kirche oder Selimiye-Moschee ist eine von den Osmanen in eine Moschee umgewandelte Kirche in der nordalbanischen Stadt Lezha. Ihre Ruinen wurden überbaut und zur Gedenkstätte des albanischen Fürsten und Türkenkämpfers Skanderbeg umfunktioniert. An der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert wurde 1459 als Kathedrale von Lezha die St. Nikolaus-Kirche errichtet. Sie liegt unterhalb des Burghügels unweit des Drin. Der Bau misst etwa 18 auf 8 Meter. Der einschiffige gotische Bau hatte im Osten eine Apsis, im Norden und Süden je drei kleine Fenster und über der Tür an der Westfassade ein weiteres, rundes Fenster. Skanderbeg wurde 1468 in der St. Nikolaus-Kirche, der Hauptkirche Lezhas, begraben. 1478 wurde das Grab, nach der Eroberung Lezhas durch den Sultan Mehmed II., von osmanischen Soldaten geschändet und Skanderbegs Gebeine von ihnen als Talismane verwendet. Unter Sultan Selim I. wurde die Kirche in eine Moschee umgebaut. Sie wurde nach dem Sultan Selimiye-Moschee benannt. Im 17. Jahrhundert zur Ruine zerfallen, pilgerten Albaner hierher, um Gedenkfeiern für Skanderbeg abzuhalten. Der Kunsthistoriker Machiel Kiel schreibt die Moschee hingegen dem Sultan Selim III. zu. Das Gebäude sei bis ins späte 16. Jahrhundert von Christen genutzt worden und erst in den 1580er Jahren zur Moschee umgebaut worden, als in der Unterstadt ein muslimisches Viertel entstand. Um 1630 war die Moschee bereits zerfallen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie unter Selim III. restauriert oder sogar neu errichtet. Die Moschee verfügte über ein Mihrāb und im Südwesten über ein hohes Minarett, das im 18. Jahrhundert errichtet worden war. 1966 wurde die Moschee archäologisch untersucht, was den Rückschluss erlaubte, dass sie früher die St. Niklaus-Kirche gewesen sein muss. Die Moschee diente bis 1968 als moslemische Gebetsstätte. Als die Sozialistische Volksrepublik Albanien vom kommunistischen Diktator Enver Hoxha 1967 zum „ersten atheistischen Staat der Welt“ ausgerufen wurde, wurde sie geschlossen. 1978 wurden in der Moschee Skanderbegs Grab entdeckt. 1979 erschütterte ein Erdbeben die Region. Dabei stürzte das Minarett ein und die Moschee wurde schwer beschädigt. Daraufhin wurden alle osmanischen Ergänzungen an der ehemaligen Kirche entfernt, um das Aussehen möglichst an die Zeiten Skanderbegs anzugleichen, und die Ruine in eine Gedenkstätte des Nationalhelden umgewandelt. Die Ruinen der Niklauskirche wurden zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. 1981 wurde die neue Skanderbeg-Gedenkstätte eröffnet. Eine große Dachkonstruktion schützt die alten Mauern, in denen eine Büste von Odhise Paskali und eine Gedenkplatte mit Replika von Schwert und Helm Skanderbegs – die Originale befinden sich in Wien – platziert wurden. An der Wand hängen Schilder, die an die Schlachten Skanderbegs erinnern, und Wappen der Fürstentümer der Liga von Lezha. 2018 wurde die Dachkonstruktion restauriert. Dabei wurde auch erstmals seit Jahrzehnten eine in Vergessenheit geratene Krypta oder Grabgruft unter dem Bau geöffnet. Rund um die Moscheeruine finden sich noch einige Ruinen aus antiker Zeit. Die weite, von weiteren Gebäuden befreite Anlage am Ostufer des Drin liegt nördlich der Innenstadt von Lezha. Sie soll zu einem Archäologiepark ausgebaut werden. Bei weiteren Ausgrabungen wurden das Hafentor am Drinufer, ein zur christlichen Kirche umgewandelter Tempel und ein Baptisterium gefunden. 41.782519.643055555556Koordinaten: 41° 46′ 57″ N, 19° 38′ 35″ O |
2024-12-01 20:01:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Selpin | Selpin ist eine Gemeinde im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern . Sie wird vom Amt Tessin mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet. Die Gemeinde Selpin liegt in flachwelligem Gelände südöstlich der oberen Recknitz im Quellgebiet der Warbel, eines kleinen Flüsschens, das in östlicher Richtung zur Trebel fließt. Das gesamte Gemeindegebiet von Selpin ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Wesselstorf. Selpin liegt in einem Dreieck zwischen den Kleinstädten Tessin, Laage und Gnoien. Umgeben wird Selpin von den Nachbargemeinden Tessin im Norden, Walkendorf im Osten, Wardow im Süden sowie Cammin im Westen. Zu Selpin gehören die Ortsteile Drüsewitz, Reddershof, Vogelsang, Wesselstorf und Woltow. Nahe bei Drüsewitz befand sich der NVA-Hauptgefechtsstand Tessin. Außerdem gibt es die Gemarkung Wilhelmshof, in der früher auch ein gleichnamiger Ortsteil lag. Davon zeugen heute nur noch einige wenige Mauerreste. Selpin wurde erstmals 1399 urkundlich erwähnt. Im Dorf existierte bis 1929 ein 500 Hektar großes Gut. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde 1929 das Gut aufgesiedelt, es entstanden 14 Bauernhöfe. Reddershof hieß vor 1860 Neuhof und war eine Meierei des Gutes Selpin, die zum Hauptgut Reddershof wurde. Letzter Besitzer war bis 1945 die Familie von Henke. Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Reddershof und Woltow in die Gemeinde Selpin eingegliedert. Wesselstorf war eines der letzten Güter, welches die uradelige Familie von Bassewitz für ihr Besitztum erwarb. Einer ihrer ersten Vertreter vor Ort war Graf Henning von Bassewitz , Hofmarschall. Das Rittergut hatte 1928 einen Umfang von 550 ha, und das dazugehörige Rittergut Drüsewitz mit Christianenhof 262 ha. Letzter Gutsherr war Henning-Friedrich Graf von Bassewitz aus der Familienlinie Prebberede. → Siehe auch Liste der Baudenkmale in Selpin Selpin liegt in einem landwirtschaftlich geprägten Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit gibt es in der Gemeinde neben Landwirtschaftsbetrieben auch mehrere mittelständische Unternehmen des handwerklichen Gewerbes. Die Gemeinde verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur. Selpin wird von der Bundesautobahn 20 durchquert, der nächste Anschluss ist Tessin. Die Anschlussstelle Laage der Bundesautobahn 19 ist 23 Kilometer entfernt. Der nächste Bahnhof befindet sich in etwa 10 km Entfernung in Tessin. Das Straßennetz der Gemeinde ist Anfang der 2000er Jahre nahezu komplett erneuert worden. Seit dem Jahr 2021 verfügt die Gemeinde über ein leistungsfähiges Glasfasernetz zur Anbindung an das Internet. Außerdem wurde ein zusätzlicher Funkturm errichtet, der die Versorgung mit mobilen Diensten deutlich verbessert hat. In der Gemeinde befindet sich eine moderne Kindertagesstätte. Die Freiwillige Feuerwehr hat zahlreiche aktive Mitglieder. Admannshagen-Bargeshagen | Alt Bukow | Alt Sührkow | Altkalen | Am Salzhaff | Bad Doberan | Bartenshagen-Parkentin | Bastorf | Baumgarten | Behren-Lübchin | Benitz | Bentwisch | Bernitt | Biendorf | Blankenhagen | Börgerende-Rethwisch | Bröbberow | Broderstorf | Bützow | Cammin | Carinerland | Dahmen | Dalkendorf | Dobbin-Linstow | Dolgen am See | Dreetz | Dummerstorf | Elmenhorst/Lichtenhagen | Finkenthal | Gelbensande | Glasewitz | Gnewitz | Gnoien | Graal-Müritz | Grammow | Groß Roge | Groß Schwiesow | Groß Wokern | Groß Wüstenfelde | Gülzow-Prüzen | Güstrow | Gutow | Hohen Demzin | Hohen Sprenz | Hohenfelde | Hoppenrade | Jördenstorf | Jürgenshagen | Kassow | Klein Belitz | Klein Upahl | Krakow am See | Kritzmow | Kröpelin | Kuchelmiß | Kühlungsborn | Kuhs | Laage | Lalendorf | Lambrechtshagen | Lelkendorf | Lohmen | Lüssow | Mistorf | Mönchhagen | Mühl Rosin | Neubukow | Nienhagen | Nustrow | Papendorf | Penzin | Plaaz | Pölchow | Poppendorf | Prebberede | Reddelich | Reimershagen | Rerik | Retschow | Roggentin | Rövershagen | Rühn | Rukieten | Sanitz | Sarmstorf | Satow | Schorssow | Schwaan | Schwasdorf | Selpin | Stäbelow | Steffenshagen | Steinhagen | Stubbendorf | Sukow-Levitzow | Tarnow | Tessin | Teterow | Thelkow | Thulendorf | Thürkow | Vorbeck | Walkendorf | Wardow | Warnkenhagen | Warnow | Wiendorf | Wittenbeck | Zarnewanz | Zehna | Zepelin | Ziesendorf |
2024-12-03 15:38:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fmutschen | Frankenau-Unterpullendorf ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf, Burgenland, Österreich mit 1108 Einwohnern , von denen ca. 80 % der Volksgruppe der Burgenland-Kroaten angehören. Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland am Stooberbach. Im Ortsgebiet von Unterpullendorf befindet sich auch der geografische Mittelpunkt des Burgenlands. Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften : Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Frankenau, Großmutschen, Kleinmutschen und Unterpullendorf. Seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1971 gibt es vier Ortsteile, Frankenau/Frakanava, Großmutschen/Mučindrof, Kleinmutschen/Pervane und Unterpullendorf/Dolnja Pulja. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lagen die heutigen Orte Frankenau und Unterpullendorf dann in der Provinz Pannonia. Das Landesmuseum Burgenland hat in den Jahren 2000 und 2001 gemeinsam mit dem Vienna Institute for Archaeological Science in der Ried „Zerrwald“ von Unterpullendorf Grabungen vorgenommen und dort ein Bergbaugebiet der Latènezeit erforscht. In zwei kleineren Pingen wurde der dort aufgefundene Abraum zwecks Datierung untersucht, eine große Pinge wurde bis in eine Tiefe von 6,5 m ergraben, um die Schachtsohle und damit den Abbauort zu erreichen. Die ehemals selbstständigen Orte gehörten wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn . Seit 1898 mussten aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest die ungarischen Ortsnamen Frankó bzw. Alsópulya verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Die Orte gehören seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland . Von 1999 bis 2010 halbierte sich die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Während sich die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe von 14 auf 16 leicht erhöhte, ging die Anzahl der Nebenerwerbsbetriebe um zwei Drittel zurück. 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, 2) Erwerbstätige am Arbeitsort Von den 512 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in Frankenau-Unterpullendorf wohnten, arbeiteten 78 in der eigenen Gemeinde, 434 pendelten aus. Von anderen Gemeinden pendelten 59 Arbeitnehmer ein. In der Gemeinde befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule. Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder. Blasonierung: „In Gold über blauem, mit vier goldenen Wellenfäden belegtem Wellenschildfuß wachsend ein durchgehender roter Baum mit vier blattlosen Ästen, deren Enden vorne mit einem rückgewandten offenen Buch und einem Herz, hinten mit einer fünfblättrigen Rose und einer Pflugschar besteckt sind.“ Gemäß § 4 Abs. 4 Bgld. GemO 2003 werden die vom Gemeinderat der Gemeinde Frankenau-Unterpullendorf festgesetzten Gemeindefarben „Rot-Gold“ genehmigt. Deutschkreutz | Draßmarkt | Frankenau-Unterpullendorf | Großwarasdorf | Horitschon | Kaisersdorf | Kobersdorf | Lackenbach | Lackendorf | Lockenhaus | Lutzmannsburg | Mannersdorf an der Rabnitz | Markt Sankt Martin | Neckenmarkt | Neutal | Nikitsch | Oberloisdorf | Oberpullendorf | Pilgersdorf | Piringsdorf | Raiding | Ritzing | Steinberg-Dörfl | Stoob | Unterfrauenhaid | Unterrabnitz-Schwendgraben | Weingraben | Weppersdorf Katastralgemeinden: Frankenau | Großmutschen | Kleinmutschen | Unterpullendorf Ortschaften: Frankenau | Großmutschen | Kleinmutschen | Unterpullendorf Dörfer: Frankenau • Großmutschen • Kleinmutschen • Unterpullendorf Siedlung: Neue Siedlung • Miloradic-Siedlung Zählsprengel: Frankenau | Großmutschen | Kleinmutschen | Unterpullendorf Antau | Baumgarten | Draßburg | Frankenau-Unterpullendorf | Großwarasdorf | Güttenbach | Hornstein | Kaisersdorf | Klingenbach | Markt Neuhodis | Neuberg im Burgenland | Neudorf | Nikitsch | Oslip | Pama | Parndorf | Rotenturm an der Pinka | Schachendorf | Schandorf | Siegendorf | Steinbrunn | Stinatz | Trausdorf an der Wulka | Weiden bei Rechnitz | Weingraben | Wulkaprodersdorf | Zagersdorf | Zillingtal Bezenye | Felsőcsatár | Fertőhomok | Hidegség | Horvátlövő | Horvátzsidány | Kimle | Kópháza | Narda | Ólmod | Peresznye | Szentpéterfa | Und Chorvátsky Grob | Čunovo | Devínska Nová Ves | Jarovce | Rusovce Dobré Pole | Jevišovka | Nový Přerov |
2024-12-04 03:27:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sietas_Typ_10 | Orange Sun Der Typ 10 ist ein Passagierschiffstyp der Sietas-Werft in Hamburg-Neuenfelde, von dem im Jahr 1959 mit der Orange Sun und der Orange Moon zwei Einheiten gebaut wurden. Es waren die ersten Fahrgastschiffe, die das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte, und die größten Passagierschiffe, die bis dahin auf der Werft entstanden sind. Die Sietas-Werft baute die beiden Typ-10-Schiffe auf eigene Rechnung, um sie für fünf Jahre an die dänische Orange-Linjen I/S zu verchartern, einem Tochterunternehmen der dänischen Reederei A. H. Basse. Eigner der Schiffe war die parallel dazu von der J. J. Sietas KG gegründete Neuenfelder Schiffahrts GmbH. Das Typschiff Orange Sun absolvierte am 3. Juni 1959 seine Probefahrt und wurde am selben Tag mit Heimathafen Hamburg von der Werft abgeliefert. Ab dem 5. Juni 1959 kam es für Orange-Linjen zwischen Kopenhagen und Malmö zum Einsatz. Das am 19. August 1959 abgelieferte Schwesterschiff Orange Moon nahm den Liniendienst auf dieser Route am 22. August 1959 auf. Im Sommer 1961 traten neue Zollvorschriften in Kraft, wodurch ein zollfreier Verkauf von Spirituosen an Bord nicht mehr möglich war. Orange-Linjen kündigte daraufhin den Chartervertrag für die Orange Moon zum 8. Juni 1961 vorzeitig auf. Am 24. September 1961 trennte sich Orange-Linjen auch von der Orange Sun und stellte daraufhin den Betrieb komplett ein. Die Orange Sun überführte man 1962 nach Florida, wo sie von der am 8. Juli 1962 in Miami gegründeten Reederei Orange Sun Lines Inc. als schwimmendes Spielkasino zunächst auf Ausflugsfahrten eingesetzt wurde. Eigner des nun in Panama registrierten Schiffs und Inhaber der Reederei war der US-amerikanische Unternehmer Myron Berns, sein Geschäftspartner Guy Gully sowie dessen Ehefrau Mary Ann Gully besaßen ebenfalls Beteiligungen am Schiff. Ab Frühjahr 1963 fuhr die mit zahlreichen Spielautomaten ausgerüstete Orange Sun im Liniendienst zwischen Miami und Bimini . Die Reederei Orange Sun Lines beantragte am 27. August 1964 Gläubigerschutz nach dem US-Insolvenzrecht, woraufhin die Liniendienste im September 1964 kurzzeitig unterbrochen und die von Guy Gully geführte Guy Store Corporation zum Eigner der Orange Sun wurde. Im Jahr 1967 kaufte die griechische Reederei Costas Spyrou Latsis Coast Lines of Greece das Schiff und benannte es in Portokalis Ilios um, was der Übersetzung des bisherigen Schiffsnamens ins Griechische entspricht. Die Portokalis Ilios wurde im selben Jahr nach Griechenland überführt, wo sie im Liniendienst von Piräus zu den Inseln Ägina, Poros und Hydra fuhr. Im Jahr 1972 wurde sie an die Reederei Aktoploikai Grammai Ellados veräußert, die sie weiterhin auf dieser Route nutzte. Durch einen Verkauf an die Reederei Mestos bekam das Schiff im Jahr 1980 den Namen Cavo Azuro. Im Jahr 1984 erfolgte ein Weiterverkauf an die Reederei Aegean Shipping & Tourist Enterprises, die es wieder in Portokalis Ilios umbenannte und im Liniendienst zwischen Heraklion und Santorini betrieb. Am 27. März 1997 übernahm die Reederei Idraiki Naftiki Eteria das Schiffs, das daraufhin den Namen Giorgis erhielt und erneut im Saronischen Golf zum Einsatz kam. Am 13. März 2008 lief die Giorgis rund drei Seemeilen nördlich der Insel Poros auf Grund und schlug leck. Alle 278 Passagiere und 35 Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Das Schiff wurde am 19. März 2008 zur Reparatur nach Kalamaria geschleppt, später aber aufgrund der Schadenshöhe zum Totalverlust erklärt. Nachdem die Giorgis vier Jahre in Kalamaria verblieben war, wurde sie dort im März 2012 verschrottet. Das Schwesterschiff Orange Moon wurde am 11. Juni 1961 von der Neuenfelder Schiffahrts GmbH an die Kieler Verkehrs AG verkauft und in Tom Kyle umbenannt. Das Kieler Reisebüro Fahrenkrog charterte das Schiff ab dem 15. Juni 1961 von der KVAG und setzte es bis 1963 auf Butterfahrten von Kiel nach Bagenkop, Ærøskøbing, Nakskov, Faaborg, Svendborg und Sønderborg ein. Anschließend führte die KVAG mit der Tom Kyle Ausflugs- und Sonderfahrten ab Kiel durch. Das Schiff wurde im April 1970 durch ein Feuer an Bord beschädigt und am 16. Mai 1970 erneut in Fahrt gebracht. Die Reparaturkosten beliefen sich auf rund 600.000 DM. Am 1. Oktober 1976 wurde die Tom Kyle von der Reederei Warrings in Wittmund erworben, die sie in Harkelin umbenannte und mit ihr Butterfahrten von Emden, Wilhelmshaven und Eemshaven durchführte. Reederei Warrings vercharterte die Harkelin von März 1982 bis Anfang 1984 an die KG Seetouristik GmbH & Co. in Flensburg und danach vom 21. Mai 1984 bis zum 14. Mai 1985 an Reederei Böttcher in Neustadt, wobei letztere sie mit dem Namen Sealord auf Butterfahrten von Neustadt nach Dänemark einsetzte. Anschließend ging das Schiff zurück an Reederei Warrings und bekam den Namen Harkelin I. Ab Juli 1997 war die Harkelin I in Emden aufgelegt, bis man sie Anfang 2004 an die Abbruchwerft Smedegaarden in Esbjerg verkaufte, wo sie am 27. April 2004 eintraf. Statt des Abbruchs erfolgte im Mai 2004 ein Weiterverkauf an die Reederei First Heritage in Beirut, die das Schiff in Blue Dawn umbenannte und von 2004 bis 2005 zur Yacht umbauen ließ. Die Yacht konnte anschließend für exklusive Reisen im Mittelmeer gechartert werden. Von Mitte 2012 bis Herbst 2016 wurde die Blue Dawn im Beiruter Hafen als Eventschiff für Veranstaltungen mit bis zu 350 Gästen sowie für Tagesfahrten mit bis zu 100 Passagieren genutzt. Seit 2017 ist sie in Beirut aufgelegt und wird zum Verkauf angeboten. Der Typ 10 wurde als Fahrgastschiff für 600 Passagiere konzipiert und entstand in Sektionsbauweise. Die Schiffe haben eine Gesamtlänge von 61,80 m , eine Breite von 9,52 m und eine Seitenhöhe von 5,25 m. Der maximale Tiefgang beträgt 3,35 m. Bei Ablieferung wurde die Orange Sun mit 910 BRT vermessen, die Orange Moon mit 917 BRT. Werftseitig waren die Schiffe mit je zwei Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotoren des Herstellers Motorenwerke Mannheim ausgerüstet, die auf zwei Festpropeller wirkten. Die Motoren leisteten zusammen 1440 PS und ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 14,5 Knoten. Die Motorabgase wurden über einen kleinen Schornstein am Heck abgeführt; der markante Schornstein hinter der Brücke ist eine Attrappe. Die Harlekin I erhielt im Februar 1993 zwei neuen Hauptmaschinen des Typs Cummins KTA-38-M mit jeweils 950 PS Leistung, wodurch ihre Höchstgeschwindigkeit auf 16 Knoten gesteigert werden konnte. Im Jahr 1994 wurde das Schiff mit 896 BRZ neu vermessen und die maximal zulässige Passagierzahl auf 636 Personen erhöht. Beim Umbau zur Yacht rüstete man die Blue Dawn im Jahr 2004 mit fünf Doppelkabinen aus. Zur Nutzung als Veranstaltungsschiff erhielt sie im Frühjahr 2012 ein zusätzliches Deck, das auf einer Ständerkonstruktion über den Oberdeck errichtet wurde. |
2024-11-24 04:22:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburgisches_Kolonialinstitut | Das Hamburgische Kolonialinstitut war die erste staatliche Hochschule in der Hansestadt Hamburg. Es wurde am 20. Oktober 1908 eröffnet. Das Institut hatte von Anfang an mehr Aufgaben, als sein historischer Name erkennen lässt. Bereits bei seiner Gründung 1908 stand dahinter die Vision einer öffentlichen Universität. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand aus wissenschaftlichen Instituten des Kolonialinstitutes und in dessen 1911 fertiggestellten Vorlesungsgebäude ein Teil der Universität Hamburg. Schon seit den 1820er-Jahren gab es in Hamburg Überlegungen, eine eigene Universität zu gründen. Diese Idee war während des 19. Jahrhunderts zwar politisch nicht umsetzbar, wirkte aber fort. Zu den Fürsprechern einer Universitätsgründung zählte um 1900 auch der damalige Leiter der Hamburgischen Oberschulbehörde Werner von Melle, später Erster Bürgermeister. Seiner Absicht standen jedoch Vorbehalte hinsichtlich des Bedarfs und der Kosten einer Universität in der kaufmännisch geprägten Hafenstadt Hamburg entgegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs in Hamburg das Interesse an einem Allgemeinen Vorlesungswesen, das auf Wissensvermittlung für die gebildete erwachsene Bevölkerung Hamburgs zielte. Zur Förderung dessen wurde 1907 die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung gegründet. Aus den Zinserträgen des gespendeten Stiftungskapitals – vier Millionen Mark – sollten zusätzliche Professoren- und Dozentenstellen für das Allgemeine Vorlesungswesen, ferner auch Ausstellungen, Forschungsreisen und wissenschaftliche Veröffentlichungen finanziert werden. Zu jener Zeit erfuhr Senator von Melle von Plänen des Berliner Reichskolonialamtes, einen neuen Lehrstuhl zur Verbesserung der Ausbildung von Personal für die damaligen deutschen Kolonien zu etablieren. Um diese Professorenstelle für Kolonialwissenschaften, verbunden mit finanziellen Mitteln aus der Reichskasse, in Hamburg ansiedeln zu können, entwickelte von Melle zusammen mit Hamburger Gelehrten ein Konzept. Das Berliner Projekt sollte mit den Hamburger Plänen gebündelt werden. Durch die Schaffung eines akademischen Institutes sollten neue Professorenstellen zugleich auch die Basis für das allgemeine Vorlesungswesen in Hamburg verbreitern. Das Hamburger Konzept, in der Stadt bestehende Einrichtungen zu einem Kolonialinstitut auszubauen, überzeugte den Leiter des Reichskolonialamtes Bernhard Dernburg. Dieser erwartete, dass am Überseehandelsplatz Hamburg auch Kaufleute an den Kursen teilnehmen würden. Dernburg setzte sich im Berliner Reichstag für Hamburg ein. Nach weiteren Verhandlungen, auch unter Einbezug des Reichsmarineamtes, wurde am 21. Januar 1908 eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen. Der Senat und die Hamburgische Bürgerschaft gründeten dann das Institut per Gesetz vom 6. April 1908. Eine Spende des Kaufmanns Edmund Siemers ermöglichte den Bau eines Gebäudes für das Allgemeine Vorlesungswesen auf einem Grundstück an der Moorweide zwischen dem damaligen Wilhelm-Gymnasium und dem Bahnhof Dammtor. 1908 entworfen, wurden die Pläne für den Bau, die Erweiterungen, das Vorlesungswesen und die Aufnahme des Kolonialinstituts überarbeitet. Es wurde 1911 bezugsfertig und am 13. Mai 1911 übergeben. Nur zu Anfang war der Unterricht eingeschränkt, ausgerichtet auf die Bedürfnisse einer Tätigkeit in den deutschen Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien. Schon bald nach seiner Gründung entwickelte sich das Kolonialinstitut inhaltlich weiter, zunächst zu einem allgemeinen Institut für Auslandskunde. Diese Ausweitung setzte sich fort, sie ging mit einem Anwachsen der Anzahl ordentlicher Professoren und Institute einher. Waren es anfangs nur zwölf Professoren, so bestand der Lehrkörper im Jahre 1914 bereits aus 23 Professoren und 63 Dozenten: für Völkerkunde, Geschichte, deutsche Sprachwissenschaft, englische Sprache und Kultur, romanische Sprachen und Kultur, Sprachen und Geschichte Ostasiens, Sprachen und Geschichte des Orients, afrikanische Sprachen, Physik, Sprache und Kultur Japans, Geschichte und Kultur Indiens, Geschichte und Kultur Russlands, Geographie, Geologie, Mineralogie, Astronomie, Zoologie, allgemeine Botanik, angewandte Botanik, Tropenmedizin, Nationalökonomie, Öffentliches Recht, Philosophie. Der Unterricht erfolgte in hochschulmäßiger Form, gegliedert in Vorlesungen, praktische Kurse und Übungsseminare. Nicht sehr zahlreich war und blieb allerdings die Hörerschaft. Bei der Gründung im Wintersemester 1908/09 gab es 56 eingeschriebene Hörer, bei Kriegsbeginn 1914 waren es 109 Hörer, die einem zweisemestrigen Lehrplan zur Vorbereitung auf koloniale Aufgaben folgten. Die aus Berlin entsendeten Kolonialbeamten und die erwarteten Hamburger Kaufleute kamen nur in geringer Zahl . Auch auswärtige Studenten folgten kaum, da Gastsemester am Kolonialinstitut nur von wenigen Universitäten anerkannt wurden. Damit blieben die Hörerzahlen hinter den Erwartungen der Planer zurück. Bis zu dreimal größer war hingegen in allen Jahren die Anzahl von Hospitanten, die einzelne Vorlesungen zum Zwecke der persönlichen Weiterbildung besuchten. Zur Unterstützung der Lehre im Kolonialinstitut wurde ab 1908 eine zentrale Sammelstelle für Dokumente und Informationen aus den deutschen Kolonien und deren wissenschaftliche Aufarbeitung eingerichtet. Diese Zentralstelle des Instituts erweiterte die Sammel- und Auskunftstätigkeit ihres Pressearchivs schon bald auf die gesamte Weltwirtschaft. Das Kolonialinstitut gab die Schriftenreihe Abhandlungen des Hamburgischen Kolonialinstituts heraus. Mit dem Ersten Weltkrieg endete Deutschlands kurze Zeit als Kolonialmacht, die 1884 begonnen hatte. Damit verlor das Hamburgische Kolonialinstitut eine seiner Aufgaben, vor allem aber entfiel die Zweckangabe in seinem Namen. Fortbestehen blieben die wissenschaftlichen Institute und ihre akademischen Aufgaben. Aus ihnen entstanden ab 1919 verschiedene Teile der Universität Hamburg, unter anderem das heutige Asien-Afrika-Institut. Die vormalige Zentralstelle wurde zu einem Archiv und Bibliothek zur Weltwirtschaft, die ab 1945 außerhalb der Universität als Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv fortgeführt wurde, bevor es zum 1. Januar 2007 in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften aufging. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November 1968 stürzten Studenten der Universität Hamburg zwei Denkmäler vor dem Hauptgebäude der Universität, handelt sich um die der beiden Kolonialoffiziere Hermann von Wissmann und Hans Dominik . |
2024-12-04 07:17:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Quernheim_(Kirchlengern) | Quernheim ist ein Ortsteil der im Nordosten Nordrhein-Westfalens gelegenen Gemeinde Kirchlengern und gehört zum Kreis Herford. Vor 1969 bildete Quernheim eine eigenständige Gemeinde. Mit rund 1500 Einwohnern ist Quernheim der zweitkleinste Ortsteil der Gemeinde. Quernheim liegt im Norden der ostwestfälischen Gemeinde Kirchlengern im Ravensberger Land und ist weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Es grenzt im Uhrzeigersinn an Klosterbauerschaft, Stift Quernheim, Rehmerloh, Häver, Kirchlengern und Spradow . Der Name „Quernheim“ weist Querneheim als zum Frauenstift Quernheim gehörend aus, das seit 1147 belegt ist. Die adlige Familie von Quernheim, die einst Rittergüter in der Umgebung besaß , trägt den Ortsnamen im Familiennamen. Quernheim wurde um 1150 in der Heberolle des Stifts Herford erstmals schriftlich erwähnt. Zunächst gehörte es zum Hochstift Minden, nach dessen Säkularisation zum Fürstentum Minden. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 fiel das Gebiet an Brandenburg-Preußen und wurde in der Reformation lutherisch, was es bis heute geblieben ist. Bis 1807 war Quernheim Sitz einer Vogtei im mindischen Amt Reineberg. Von 1807 bis 1810 gehörte Quernheim zum napoleonischen Königreich Westphalen, ab 1811 zu Frankreich. 1813 fiel es wieder an Preußen. 1816 kam der Ort zum Kreis Bünde und seit 1832 gehörte er zum Kreis Herford. Dort bildete Quernheim bis 1919 eine Gemeinde im Amt Mennighüffen und anschließend bis 1969 im Amt Kirchlengern. Bei der kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1969 wurde die Gemeinde Quernheim durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Herford und der kreisfreien Stadt Herford mit weiteren ehemals selbständigen Ortsteilen zur neuen Gemeinde Kirchlengern zusammengeschlossen. Das Wappen der Altgemeinde Quernheim zeigt eine silberne Linde mit Wurzeln im roten Feld. Quernheim gehört einst zur Mark des Frauenstifts in Stift Quernheim. Die Linde weist dabei auf den Holzeinschlag in der gemeinen Mark hin. Diese Mark wurde entsprechend als Wirtschaftsverband Quernheimer Mark bezeichnet. Auch das Wappen der Gemeinde Kirchlengern bezieht sich auf diese Symbolik. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist der Holzgerichtsplatz wohl nach Lengern abgewandert, zuvor wird das Holzgericht wohl aber regelmäßig, später unregelmäßig in Quernheim abgehalten worden sein. Das rote Feld weist auf das Hochstift Minden bzw. auf das Fürstentum Minden hin, zu dem Quernheim einst gehörte. Eine 1000-jährige Kirchlinde vor der Kirche in Hagedorn, die der eventuell für die Wappendarstellung Vorlage war, wurde zu Ende des letzten Weltkriegs zerstört. Quernheim gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Hagedorn. Die dortige Kirche wurde im Jahr 1911 aus Naturstein über einem kreuzförmigen Grundriss erbaut. Neuromanische Stilelemente gepaart mit Jugendstilelementen schmücken den Innenraum. Die Kirche ersetzte die nicht mehr existierende alte Klus in Quernheim. Das Feuerwehrmuseum ist nach Häver ausgelagert. Ein erfolgreicher Fechtverein ist der Quernheimer Fechtclub . Häver | Kirchlengern | Klosterbauerschaft | Quernheim | Rehmerloh | Stift Quernheim | Südlengern |
2024-12-02 10:43:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Paolisi | Paolisi ist eine Gemeinde in Italien in der Region Kampanien in der Provinz Benevento mit 2007 Einwohnern . Sie ist Bestandteil der Bergkommune Comunità Montana del Taburno. Die Gemeinde liegt etwa 25 km westlich der Provinzhauptstadt Benevento am Rande des Valle Caudina. Die Nachbargemeinden sind Airola, Arpaia, Roccarainola , und Rotondi . Die Gemeinde lebt hauptsächlich von Landwirtschaft . Airola | Amorosi | Apice | Apollosa | Arpaia | Arpaise | Baselice | Benevent | Bonea | Bucciano | Buonalbergo | Calvi | Campolattaro | Campoli del Monte Taburno | Casalduni | Castelfranco in Miscano | Castelpagano | Castelpoto | Castelvenere | Castelvetere in Val Fortore | Cautano | Ceppaloni | Cerreto Sannita | Circello | Colle Sannita | Cusano Mutri | Dugenta | Durazzano | Faicchio | Foglianise | Foiano di Val Fortore | Forchia | Fragneto Monforte | Fragneto l’Abate | Frasso Telesino | Ginestra degli Schiavoni | Guardia Sanframondi | Limatola | Melizzano | Moiano | Molinara | Montefalcone di Val Fortore | Montesarchio | Morcone | Paduli | Pago Veiano | Pannarano | Paolisi | Paupisi | Pesco Sannita | Pietraroja | Pietrelcina | Ponte | Pontelandolfo | Puglianello | Reino | San Bartolomeo in Galdo | San Giorgio La Molara | San Giorgio del Sannio | San Leucio del Sannio | San Lorenzello | San Lorenzo Maggiore | San Lupo | San Marco dei Cavoti | San Martino Sannita | San Nazzaro | San Nicola Manfredi | San Salvatore Telesino | Sant’Agata de’ Goti | Sant’Angelo a Cupolo | Sant’Arcangelo Trimonte | Santa Croce del Sannio | Sassinoro | Solopaca | Telese Terme | Tocco Caudio | Torrecuso | Vitulano |
2024-12-01 21:10:30 | https://de.wikipedia.org/wiki/David_Bamford | David Phillip Bamford ist ein australischer Badmintonspieler. David Bamford nahm 2000 im Herrendoppel mit Peter Blackburn und im Mixed mit Amanda Hardy an Olympia teil. In beiden Disziplinen unterlag er im Auftaktmatch und wurde somit zweimal 17. in der Endabrechnung. Erfolgreicher war er 1997 und 1998 bei den Australian International und 1997 und 1999 bei der Ozeanienmeisterschaft, wo er jeweils siegreich war. |
2024-12-03 16:20:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dietersburg | Dietersburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Die Streusiedlungs-Gemeinde liegt in der Region Landshut etwa sieben Kilometer nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 28 Kilometer südwestlich von Vilshofen, 32 Kilometer südöstlich von Landau und 21 Kilometer von Eggenfelden entfernt. Es gibt 135 Gemeindeteile: Gemarkungen sind Baumgarten, Dietersburg und Nöham. Dietrichspurch wurde um 1130 erstmals erwähnt und hieß später Jedersburg, ab 1886 endgültig Dietersburg. Es gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Pfarrkirchen des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die Pfarrei Dietersburg wurde 1829 errichtet. Am 4. April 1886 wurde der damalige Gemeindename Jedersburg amtlich in Dietersburg geändert. Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Nöham eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Baumgarten hinzu. Im Jahr 1975 verfügte die bayerische Regierung entsprechend ihren Plänen zur Gebietsreform die Auflösung der Gemeinde Dietersburg und die Eingliederung der Gebietsteile in drei verschiedene Nachbargemeinden. Mit einem Normenkontrollantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof konnte die Gemeinde dieses Vorhaben stoppen. Es wurde lediglich zum 1. Mai 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Johanniskirchen und Egglham gebildet, die aber bereits zum 1. Januar 1980 wieder aufgelöst wurde. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2769 auf 3173 Einwohner bzw. um 14,6 %. Der Hauptort hatte im Jahr 1970 lediglich 242 Einwohner. Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister ist Stefan Hanner . Er ist seit 1. Mai 2014 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde er im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % mit einem Stimmenanteil von 92,9 % wieder gewählt. Für den Gemeinderat verteilen sich die Sitze und Stimmenanteile folgendermaßen: Dieses Wappen wird seit 1975 geführt. Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik 455 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1073. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2540 ha, davon waren 1660 ha Ackerfläche und 863 ha Dauergrünfläche. 2021 gab es folgende Einrichtungen: Arnstorf | Bad Birnbach | Bayerbach | Dietersburg | Eggenfelden | Egglham | Ering | Falkenberg | Gangkofen | Geratskirchen | Hebertsfelden | Johanniskirchen | Julbach | Kirchdorf am Inn | Malgersdorf | Massing | Mitterskirchen | Pfarrkirchen | Postmünster | Reut | Rimbach | Roßbach | Schönau | Simbach am Inn | Stubenberg | Tann | Triftern | Unterdietfurt | Wittibreut | Wurmannsquick | Zeilarn |
2024-12-03 19:20:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Wimbledon_Championships_1910/Herreneinzel | Das Herreneinzel der Wimbledon Championships 1910 war ein Tenniswettbewerb in London. Mit einem Sieg über den Titelverteidiger Arthur Gore errang Anthony Wilding seinen ersten Titel. Zeichenerklärung 1877 | 1878 | 1879 | 1880 | 1881 | 1882 | 1883 | 1884 | 1885 | 1886 | 1887 | 1888 | 1889 | 1890 | 1891 | 1892 | 1893 | 1894 | 1895 | 1896 | 1897 | 1898 | 1899 | 1900 | 1901 | 1902 | 1903 | 1904 | 1905 | 1906 | 1907 | 1908 | 1909 | 1910 | 1911 | 1912 | 1913 | 1914 | 1915–1918 | 1919 | 1920 | 1921 | 1922 | 1923 | 1924 | 1925 | 1926 | 1927 | 1928 | 1929 | 1930 | 1931 | 1932 | 1933 | 1934 | 1935 | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | 1940–1945 | 1946 | 1947 | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
2024-12-01 22:32:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_des_K%C3%B6nigs_%E2%80%93_Dungeon_Siege | Schwerter des Königs – Dungeon Siege ist ein Fantasy-Abenteuerfilm aus dem Jahr 2007 von Regisseur Uwe Boll mit Jason Statham in der Hauptrolle. Der Film basiert auf dem Computerspiel Dungeon Siege. König Konreid herrscht über das Königreich Ehb. Er wird von dem Zauberer Gallian bekämpft, der eine Armee von Krugs kontrolliert. Die Krugs gelten als wilde Kreaturen, die nicht fähig sind, eine Waffe zu führen – somit muss hinter den bewaffneten und das Königreich angreifenden Krugs Magie stecken. Ein Bauer aus dem Dorf Stonebridge, den alle nur Farmer nennen und dessen Herkunft niemand kennt, wird von den Krugs überfallen, seine Frau Solana entführt und ihr gemeinsamer Sohn getötet. Farmer zieht los, um seine Frau zu befreien und den Tod ihres Sohnes zu rächen. Sein Freund Norick und Solanas Bruder Bastian begleiten ihn. Gallian gelingt es, dem König Gift zu verabreichen, sein Leben kann aber von dessen Magier Merik gerettet werden. Beim Versuch, Solana von den Krugs zu befreien, werden Farmer, Norick und Bastian ertappt und ebenfalls gefangen genommen. Gallian will Farmer durch einen direkt von ihm kontrollierten Kämpfer töten, durch dessen Augen er sehen kann. Farmer gelingt es jedoch, diesen zu vernichten. Der Magier Merik findet den verwundeten und geschwächten Farmer, wohlwissend, welche Rolle auf diesen wartet, und bringt ihn zum König. Merik offenbart dem König, dass Farmer dessen lange verschollener Sohn Camden Konreid ist, der vor 30 Jahren als Kind auf einem Schlachtfeld von den Bewohnern des Dorfes Stonebridge gefunden und von diesen adoptiert wurde. König Konreids Neffe Herzog Fallow, der einen verräterischen Pakt mit Gallian geschlossen hat, flüchtet von der Burg des Königs mitsamt seinen Wachen und zwei Legionen. In der darauffolgenden Schlacht tötet er den König und wähnt sich, im Glauben, der Nächste in der Thronfolge zu sein, als neuer Herrscher. Als nun Farmer als Sohn des Königs dessen Erbe antritt, ist Fallows Plan gescheitert. Einer der direkt von Gallian kontrollierten Krugs wird Zeuge, als Fallow festgenommen und Farmer als neuer König ausgerufen wird. Gallian entsendet daraufhin eine gewaltige Armee von Krugs, um das Königreich zu erobern. Zudem findet er heraus, dass sich Farmers Frau in seiner Gewalt befindet und diese von ihm schwanger ist. Farmer will Gallian aufsuchen und töten, um der Sache ein Ende zu bereiten. Er zieht mit Merik, dessen Tochter Muriella, die von Gallian ausgenutzt worden war, und der Waldbewohnerin Elora nach Crystwind, einer Festung, die früher eine Zufluchtsstätte der Magier war. Merik trifft als Erster auf Gallian, um ihn abzulenken. Zeitgleich zettelt Bastian im Inneren der Festung zusammen mit anderen Gefangenen einen Aufstand an. In dem Duell der beiden Magier wird Merik schwer verletzt. Auch Farmer gelingt es, in die Festung einzudringen, kurz darauf folgt auch Muriella, die inzwischen auch zur Magierin herangereift ist. Als Merik im Sterben liegt, überträgt er seine magischen Kräfte auf seine Tochter. Diese ist jetzt eine mächtige Magierin. Währenddessen kämpft Farmer gegen Gallian. Als Farmer zu verlieren droht, greift Muriella ein. Da Gallian mit den beiden beschäftigt ist, nutzt Solana die Chance, Gallian von hinten mit einem Schwert anzugreifen. Farmer gelingt es, sich zu befreien und Gallian zu töten, worauf sich die von Gallian kontrollierten Krugs wieder in gewöhnliche Tiere verwandeln und die Kampfhandlungen sofort einstellen. Im November 2010 wurde bekannt, dass Regisseur Uwe Boll mit Schauspieler Dolph Lundgren in der Hauptrolle an der Seite von Natassia Malthe an einer Fortsetzung von Schwerter des Königs arbeitet, deren Drehbeginn für Dezember 2010 geplant war. Der Film erschien im Dezember 2011 in den USA unter dem Titel In the Name of the King 2: Two Worlds direkt auf DVD. Der deutsche Titel lautet Schwerter des Königs – Zwei Welten. Mit Schwerter des Königs – Die letzte Mission entstand eine zweite Fortsetzung, die direkt für den DVD-Markt produziert wurde und 2014 veröffentlicht wurde. Hier ist Dominic Purcell in der Hauptrolle zu sehen. German Fried Movie | Barschel – Mord in Genf? | Amoklauf | Das erste Semester | Sanctimony | Blackwoods | Heart of America | House of the Dead | Alone in the Dark | BloodRayne | Postal | Seed | Schwerter des Königs – Dungeon Siege | BloodRayne II: Deliverance | Far Cry | 1968 Tunnel Rats | Siegburg | Darfur | Rampage | The Final Storm | Max Schmeling | Bloodrayne: The Third Reich | Blubberella | Auschwitz | Schwerter des Königs – Zwei Welten | Operation Olympus – White House Taken | Assault on Wall Street | Schwerter des Königs – Die letzte Mission | Rampage: Capital Punishment | Rampage: President Down |
2024-12-03 17:43:45 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Pfarren_im_Dekanat_Perg | Das Dekanat Perg ist ein Dekanat der römisch-katholischen Diözese Linz. Zum Dekanat Perg gehört die ursprünglich zum Bistum Passau zählende Pfarre Naarn, die eine von vier bereits 823 urkundlich erwähnten Ur-Pfarren des Mühlviertels ist. Bei der Synode von Mistelbach in Mistelbach bei Wels im Jahr 980 wurde Naarn als einziger Passauer Taufbezirk nördlich der Donau angeführt und gilt als unmittelbare oder mittelbare Mutterpfarre für 20 Pfarren im Gebiet zwischen Aist und Naarn. Das Dekanat umfasst 14 Pfarren, die sich alle im Bezirk Perg befinden, deren Grenzen jedoch nicht immer mit den politischen Gemeinden übereinstimmen: Allerheiligen, Arbing, Baumgartenberg, Mauthausen, Mitterkirchen, Münzbach, Naarn, Perg, Pergkirchen, Rechberg, Ried in der Riedmark, St. Georgen an der Gusen, Schwertberg, Windhaag bei Perg. Wegen des vorherrschenden Priestermangels wurden in der Diözese Linz Seelsorgsräume gebildet, das sind Zuständigkeitsbereiche, die einem Priester zugeordnet sind. Seelsorgsräume im Dekanat Perg sind Bestrebungen, ein eigenständiges Dekanat einzurichten, begannen schon mit Errichtung der Bezirkshauptmannschaft Perg 1868; sie scheiterten aber 1878, und dann auch 1925, an den Einsprüchen von Grein und Pabneukirchen. Installiert wurde das Dekanat Perg dann mit Wirkung von 1. Jänner 1974. Aus dem Dekanat Grein erfolgte die Zuordnung der Pfarren: Aus dem Dekanat Pabneukirchen erfolgte die Zuordnung der Pfarre: Aus dem Dekanat Wartberg erfolgte die Zuordnung der Pfarren: Die einzige Ordensniederlassung im Dekanat befindet sich im Kloster der Schwestern vom Guten Hirten Baumgartenberg. Die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz waren von Anfang 1891 bis September 2014 mit einem Stützpunkt in Perg vertreten und hatten in dem der Stadt Perg gehörenden Kindergartengebäude in der Friedhofstraße eine Kapelle eingerichtet. Die einzige zuletzt noch in Perg verbliebene Ordensschwester leitete bis Mitte 2010 den Kindergarten des Kindergartenvereins Perg in der Friedhofstraße. Nach deren Abschied aus Perg am 28. September 2014 wurde der Stützpunkt nach fast 124 Jahren aufgegeben und die Kapelle profaniert. Wichtige Bildungseinrichtung ist das Europagymnasium vom Guten Hirten Baumgartenberg, das in den Räumen des Klosters untergebracht ist und von einem privaten Erhalterverein geführt wird. Die Katholische Jungschar des Dekanats, ist im Kirchlichen Jugendnetzwerk Strudengau zusammen mit der Jungschar des Dekanats Grein aktiv. Altenfelden | Altheim-Aspach | Andorf | Bad Ischl | Braunau | Eferding | Enns-Lorch | Frankenmarkt | Freistadt | Gallneukirchen | Gaspoltshofen | Gmunden | Grein | Kallham | Kremsmünster | Linz-Mitte | Linz-Nord | Linz-Süd | Mattighofen | Ostermiething | Ottensheim | Perg | Pettenbach | Peuerbach | Ried im Innkreis | Rohrbach | St. Johann am Wimberg | Sarleinsbach | Schärding | Schörfling | Schwanenstadt | Steyr | Steyrtal | Traun | Unterweißenbach | Wels | Weyer | Windischgarsten Pfarrkirchen: Hl. Andreas | Hl. Jakobus d.Ä. | Hl. Johannes d.T. | Hll. Laurentius u. Leonhard | Hl. Maria Magdalena | Hl. Martin | Hl. Michael | Hl. Nikolaus | Hl. Nikolaus | Hll. Philippus u. Jakobus •|• Mariä Himmelfahrt | U.l.F. Königin aller Heiligen Filialkirchen: Hl. Kreuz •|• Hl. Ap. Bartholomäus •|• Mariä Krönung Messkapellen, Kapellen: Hl. Kreuz | Hl. Kreuz •|• Alle Heiligen | Hl. Franziskus | Hl. Nikolaus •|• Maria, Sl. Jungfrau •|• Schlosskapelle | Heiligensteinkapelle | Heinrichskapelle Ordensniederlassungen: Kloster vom Guten Hirten RGS |
2024-12-02 05:22:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Allium_sativum | Geschlossene und angebrochene Knoblauchzwiebel Knoblauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch . Er ist heute fast weltweit verbreitet. Er wird als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Für viele Tiere ist er dagegen giftig . Der Knoblauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimetern. Die flachen, bläulich grünen, spitzen und linealischen, kahlen Laubblätter mit Blattscheide sind bis zu 15–30 Millimeter breit und bis 50–80 Zentimeter lang. Als Überdauerungsorgan wird eine 5–7 Zentimeter große Zwiebel gebildet, die von einer dünnen, weißen oder rötlichen, papierigen, trockenen Hülle umgeben ist. Sie besteht aus den etwa fünf bis zwanzig Beiknospen der Blätter . Eine solche Zehe setzt sich aus dem von einem fleischigen, verdickten Niederblatt umgebenen Vegetationskegel und dem schützenden, zähen Hüllblatt zusammen. Jeweils drei bis fünf dieser Zehen sind dann von einem trockenen Zwiebelblatt umgeben, welche alle zusammen die Tunika bilden. Die Pflanze besitzt ausdauernde Zwiebeln, die sich vegetativ vermehren; zum einen bilden sich um die Zwiebel Tochterzwiebeln, die sogenannten Zehen, zum anderen bildet sich bei einem Teil der Population im Sommer ein Stängel, der ein Paket der deutlich kleineren Brutkörper ausbildet. Die Zehen schmecken sehr scharf-aromatisch, ihr Saft ist klebrig. Aus der Mitte der Zwiebel treibt ein stielrunder Stängel aus. Die Blattscheiden der Blätter formen einen langen Pseudostängel, der kurze echte Stängel ist nur an der Zwiebelbasis. Der stielrunde, sehr lange und aufrechte Blütenstandsschaft trägt einen fast kugeligen scheindoldigen Blütenstand mit einigen Blüten. Neben den meist unfruchtbaren Blüten entwickeln sich in einem spitzen, papierigen Blatthütchen etwa zehn bis zwanzig runde Brutzwiebeln . Die lang gestielten, grünlich, weißen oder rosa, rötlichen, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit einfacher Blütenhülle. Die sechs Tepalen und die Staubblätter, mit länglichen Anhängseln am Grund, stehen in zwei Kreisen. Der Fruchtknoten ist oberständig. Es werden selten dreiklappige Kapselfrüchte mit schwärzlichen, skulptierten Samen gebildet. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16. Die Wildform des Knoblauchs ist von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran verbreitet. A. sativum wird in vielen Ländern angepflanzt oder kommt verwildert vor. Die Zusammensetzung von Knoblauch schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von der Sorte, den Umweltbedingungen wie Boden und Klima, als auch von der Anbautechnik je nach Düngung und Pflanzenschutz. Angaben je 100 Gramm essbarem Anteil: Der physiologische Brennwert beträgt 590 kJ je 100 Gramm essbarem Anteil. Die Knoblauchzwiebel enthält neben Speicherkohlenhydraten auch schwefelhaltige Verbindungen wie das geruchlose Alliin sowie deren Vorstufen, Gammaglutamylalkylcysteine, ein Addukt mit Thiamin , Adenosin und Alliin-Lyasen. Diese Enzyme gelangen erst durch Verletzung der Zellen in Kontakt mit Alliin, wobei die Verbindung abgebaut und die eigentlichen Wirkstoffe Allicin und weitere Folgeprodukte erst gebildet und durch den roten Blutfarbstoff zu Schwefelwasserstoff umgewandelt werden. Allicin ist Ausgangsstoff für mehrere andere schwefelhaltige Verbindungen, die insbesondere beim Erhitzen von Knoblauch entstehen. Dazu gehören Diallyldisulfid, Diallylthiosulfonat und vor allem auch Ajoen, das die Eigenschaft hat, die Aggregation von Thrombozyten zu verhindern, und somit antithrombotisch wirkt. Ähnlich wie bei Zwiebeln kann es auch nach dem Schneiden von Knoblauch zu einer Verfärbung kommen. Diese ist grün. Der Farbstoff entsteht durch Reaktionen der Aminosäuren mit den Schwefelverbindungen. Gesundheitlich sind die Farbstoffe völlig unbedenklich. Der Geruch der körperlichen Ausdünstungen von Menschen, die Knoblauch gegessen haben, rührt von den Abbauprodukten schwefelhaltiger Inhaltsstoffe wie dem Alliin, das zu Allicin umgewandelt wird, her. Allicin wirkt selbst in einer Verdünnung von 1:85.000 noch bakterizid. In frischem Knoblauch liegt der Alliingehalt bei 0,5 bis 1 % . Die schwefelhaltigen Abbauprodukte werden über die Lungenbläschen an die Atemluft abgegeben. Die Erstveröffentlichung von Allium sativum erfolgte 1753 in Species Plantarum, 1, S. 296–297. Synonyme für Allium sativum L. sind beispielsweise Allium pekinense Prokh., Allium controversum Schrad. ex Willd., Allium longicuspis Regel. Allium sativum gehört zur Sektion Allium in der Untergattung Allium innerhalb der Gattung Allium. Beim Knoblauch werden zwei Varietäten angegeben: Schmeil-Fitschen stufte 2003 die beiden Varietäten noch als Unterarten ein und bezeichnete Allium sativum var. ophioscorodon als „Perlzwiebel“. Die beiden Varietäten von Allium sativum unterscheiden sich in folgenden Merkmalen: Beide Varietäten sind mit zahlreichen Sorten für Herbst- und Frühjahrspflanzung im Anbau. Sie sind bei günstigem Klima in Mitteleuropa gelegentlich auch verwildert anzutreffen. Knoblauch ist in weiten Teilen der Welt als Gewürz und Gemüse bekannt und verbreitet. Knoblauchzehen sind in vielen Ländern frisch oder eingelegt in eine Salzlake oder in Öl erhältlich. Einen besonderen Stellenwert genießt er in der Küche des gesamten Mittelmeerraums und weiten Teilen Asiens. Er kommt in Gerichten mit ausgeprägtem Knoblauchgeschmack, wie etwa dem italienischen Spaghetti aglio e olio, den spanischen Gambas al ajillo, Knoblauchbrot, verschiedenen Würzsaucen oder Dips wie Aioli und Tsatsiki vor, wirkt jedoch auch allgemein geschmacksverstärkend und wird deshalb zu verschiedensten Braten-, Schmor-, Fisch- oder Eintopfgerichten hinzugefügt. In manchen Gegenden Österreichs wird Knoblauch auch als „Vanille des armen Mannes“ bezeichnet. Der dort bekannte Vanillerostbraten wird daher nicht mit Vanille, sondern mit Knoblauch gewürzt. Zur Aufbewahrung kleinerer Mengen werden Knoblauchtöpfe angeboten. Schwarzer Knoblauch wurde fermentiert, dieser sogenannte Black Garlic ist in Japan, China und Korea eine Delikatesse. Knoblauch wird unter Verschluss bei definierter Hitze und Luftfeuchtigkeit gegart. Zucker und Aminosäuren werden dabei in dunkle, stickstoffhaltige organische Verbindungen umgewandelt, die den Knoblauch schwarz färben. Durch die Gärung bekommt der Knoblauch eine weiche Konsistenz, der Geschmack wird süßlich und erinnert an Pflaumenkompott, Lakritz und Aceto balsamico, gemischt mit Knoblauchgeschmack. In Spanien werden in einigen Gerichten statt der Knoblauchzehen auch Knoblauchsprossen bzw. Knoblauchkeime verwendet, beispielsweise in der Tortilla Española. Grüne Knoblauchsprossen schmecken mild und sehen wie feine Grünen Bohnen aus. In Spanien sind eingelegte Knoblauchsprossen im Glas im Handel erhältlich. Als Knoblauchgrün bezeichnet man die oberirdischen Pflanzenteile von jungem, ausgetriebenem Knoblauch, bei dem die Zwiebel noch nicht ganz ausgebildet ist. Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes stellt 1988 als Anwendungsgebiet der Knoblauchzwiebel fest: „Zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung von altersbedingter Gefäßveränderungen.“ Knoblauch wirkt antibakteriell, zur Prävention oder Behandlung bei Erkältungskrankheiten liegen aber keine Evidenzen vor. Eine Vielzahl von Untersuchungen ergab, dass die Inhaltsstoffe die Blutfettwerte senken und daher vorbeugend gegen atherosklerotische Veränderungen der Blutgefäße wirken könnten. In den 1950er Jahren etwa, wurden Knoblauch-Präparate als Saft, Tabletten oder Kapseln von dem 1898 gegründeten West-Lübecker Unternehmen Zinsser bei Hypertonie, Arteriosklerose, akuten und chronischen Magen- und Darmkrankheiten, Oxyuriasis und Nikotinvergiftungen empfohlen. Eine Senkung des LDL-Cholesterins konnte nicht nachgewiesen werden, jedoch zeigten Metaanalysen, dass Knoblauch die Cholesterinwerte insgesamt signifikant senkt. Ob der Konsum von Knoblauch eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs hat, ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen und nicht geklärt. Metaanalysen von statistischen Erhebungen der vorbeugenden Ernährung legen eine vorbeugende bzw. lindernde Wirkung gegen Darmkrebs nahe, andere Untersuchungen widersprechen dem. Von einer Einnahme hochdosierter Knoblauchextrakte während der Krebstherapie wird wegen möglichen Interaktionen abgeraten. Knoblauch wurde in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres 1989 gewählt. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Knoblauch im Herbst oder im Frühling in die Erde zu stecken, da er ausdauernd und winterhart ist. Eine frühere Ernte ist beim Stecken im Herbst möglich, auch der Ertrag ist dann höher. Die Raupen der Lauchmotte fressen bis zu 25 mm starke Gänge in die Knoblauchblätter, was zum Absterben der Pflanze führt. Die Weißfäule wird durch einen Schimmelpilz hervorgerufen. Die meisten anderen Schädlinge werden durch den Knoblauchgeruch vertrieben; dies kann man auch gezielt ausnutzen, indem man Knoblauch als natürliches Abwehrmittel neben andere Nutzpflanzen setzt. Knoblauch kommt heute nur noch als Kulturpflanze vor und hat dabei in der menschlichen Obhut die Fähigkeit zur sexuellen Fortpflanzung verloren. Die Kultivierung erfolgt stattdessen, wie oben beschrieben, asexuell über das Stecken von Zehen. Dies schränkt jedoch die genetische Variabilität und Zuchtmöglichkeiten stark ein. Lange ging man davon aus, dass Knoblauch nicht mehr zur Samenbildung in der Lage ist. Hobbygärtner haben jedoch zeigen können, dass es mit aufwändiger Pflege bei bestimmten Linien durchaus möglich ist, Samen zu gewinnen und die Fähigkeit zur sexuellen Fortpflanzung sich im Laufe der Folgegenerationen wiederherstellen lässt. Zur Arterhaltung des Knoblauchs rufen Biodiversitätsschützer Hobbygärtner inzwischen dazu auf, ebenfalls Knoblauchsaat zu gewinnen. 2022 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO weltweit 29.149.438 t Knoblauch geerntet. Die Volksrepublik China erzeugte allein 73,2 % der weltweiten Produktion. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die 10 größten Produzenten von Knoblauch weltweit, die insgesamt 92,1 % der Erntemenge produzierten. 2022 lag die Knoblauchanbaufläche bei 240 Hektar. Die Erntemenge betrug in diesem Jahr 1.470 Tonnen. Der Knoblauchanbau in der Schweiz hat nur einen marginalen Anteil am Bodenverbrauch, in den 2010er-Jahren aber zugenommen. Wurden 2010 noch 2 Hektar angebaut, lag die bebaute Fläche 2022 bei 82 Hektar und einer Erntemenge von 396 Tonnen. Obwohl selbst beim Knoblauch inzwischen auf Regionalität geachtet wird, werden deutlich über 95 % – 3224 Tonnen – nach wie vor importiert. Der Wachstumstrend in der Schweiz hält aber weiter an . Knoblauch war im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Er wird im Papyrus Ebers erwähnt. Herodot behauptet, dass die Arbeiter an den Pyramiden eine tägliche Ration von Zwiebeln, Knoblauch und Rettich erhalten hatten. Dies gehe aus einer Hieroglypheninschrift hervor, die ihm sein Reiseführer „übersetzt“ hatte. Im 4. Buch Mose erinnern sich auswandernde Israeliten in der Wüste wehmütig an Fische, Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, die sie in Ägypten gegessen hatten. Eine Paste aus Knoblauch, Öl und Salz wurde gegen Aussatz eingesetzt. Knoblauch am Vorabend des Sabbat zu essen machte unrein , entweder weil der Knoblauch als Aphrodisiakum galt oder weil er bei der Ernte mit potentiell unreinem Wasser begossen sein konnte. Aus den Fragmenten des Eupolis ist bekannt, dass Knoblauch in Griechenland auf dem Markt verkauft wurde. Plinius beschreibt den Anbau. Römer und Griechen wussten auch um die Heilkraft der Pflanze. Die Schrift De materia medica des antiken Arztes Pedanios Dioskurides aus dem ersten Jahrhundert empfiehlt den Knoblauch ausführlich für vielfältige Einsätze in der Medikation. In der späten Antike und im Mittelalter wurde Knobloch aus humoralpathologischer Perspektive unter anderem für Phlegmatiker und Menschen mit „kalten Magen“ empfohlen. Knoblauch wurde seit dem Mittelalter durch den Anbau in Klöstern verbreitet. In dem vermutlich Ende des achten Jahrhunderts von Karl dem Großen erlassenen Capitulare de villis wird der Knoblauch unter den zu kultivierenden Nutzpflanzen genannt. Die Empfehlungen von Dioskurides blieben für das gesamte Mittelalter maßgeblich, wo etwa Bisswunden durch Hunde oder Schlangen, Haarausfall, Zahnschmerzen, Hautausschläge, Lungenleiden oder Menstruationsstörungen damit behandelt wurden. Ein eher magisch anmutendes Verfahren zur Zahnschmerzlinderung wird im Circa instans Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt, das auf die Pulsader gelegte gestampfte Knoblauchknollen empfiehlt. Auch in der angelsächsischen Medizin fand Knoblauch Verwendung. Knoblauch wurde in der Türkei, in Jerusalem, „bei den Arabern“, in Griechenland und in Ägypten als Abwehr gegen den „bösen Blick“ verwendet, genaue zeitliche Angaben darüber fehlen in der zitierten Quelle jedoch. Im persischen Volksglauben wird Knoblauch in zahlreichen Formen verwendet, Knoblauch wird in verschiedenen Erzählungen als Kette um den Hals getragen, um Vampire abzuwehren. Die deutsche Bezeichnung „Knoblauch“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „klioban“ ab; im Mittelalter nannte man den Knoblauch nach diesem Wort chlobilou oder chlofalauh und klobelouch, bezogen auf das „gespaltene“ Aussehen seiner Zehen . Weitere, zum Teil nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für den Knoblauch, der lateinisch meist allium genannt wurde, sind oder waren: Chlobaloch , Chlobeloch , Chlobelouch , Chlofolouch , Chloviloich , Chlovolouch , Chnobeloch , Chnobleich , Clovalouch, Clovelouch, Gruserich , Klobelouch , Kloblauch , Kloblouch , Kloflok , Kluflock , Knabelach , Kniuwleng , Knobel , Knobelouch , Knoblech , Knoblecht , Knobleig , Knoflak , Knoufl , Knofi , Knuewelek , Knuflak , Knufflóek , Knuflock , Knuftlók , Kruftlók und Look . Wilder Knoblauch ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Bärlauch. Echte Kamille | Zitronenmelisse | Knoblauch | Echter Buchweizen | Echte Arnika | Stechender Mäusedorn | Artischocke | Pfefferminze | Gartenkürbis | Echter Thymian | Echter Hopfen | Gewöhnliche Rosskastanie | Fenchel | Gemeiner Efeu | Passionsblume | Süßhölzer | Große Kapuzinerkresse | Spitzwegerich | Echtes Johanniskraut | Echter Kümmel | Saat-Hafer | Gewöhnlicher Andorn | Weißdorn | Echter Lavendel | Myrrhenbaum | Mönchspfeffer | Echter Salbei | Blutwurz |
2024-11-29 11:42:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Influxus_physicus | Als Influxus physicus wurde im 17. Jahrhundert der Einfluss bezeichnet, der zwischen zwei verschiedenen Substanzbereichen kausal wirksam wird. Die Annahme, dass es einen solchen physikalischen Einfluss gibt, ist eine zentrale These des philosophischen Leib-Seele-Problems. Theorien, die diese These vertreten, werden Influxionismus genannt. Sie gelten als die traditionelle Variante des psychophysischen Interaktionismus. Der Ursprung des Begriffs liegt in der Hochscholastik. Von einem Einfluss der aktiv verstandenen Seele auf den passiv verstandenen Körper ist etwa bei Thomas von Aquin die Rede: „Das, was in der Aktivität ist, wirkt in das, was in der Potentialität ist; und zu einer solchen Bewegung sagt man Einfluss .“ Der umgekehrte Einfluss, also eine Einwirkung des Körpers auf die Seele, wurde von ihm noch nicht diskutiert. Die spätere Präzisierung durch den Zusatz „physicus“ bringt zum Ausdruck, dass der Einfluss kausal zu verstehen sei. Einflussreich war in dieser Hinsicht besonders das Verständnis des Spätscholastikers Francisco Suárez: „influxus physicus wird das bezeichnet, was mittels einer wirklichen und realen Kausalität geschieht .“ Da die Scholastik allerdings noch keinen substantiellen Unterschied zwischen Seele und Körper annahm, war der Influxus physicus für sie noch kein diskutabler Begriff. Seele und Körper wurden als substantielle Einheit verstanden, die hinsichtlich einer Einwirkung der Seele auf den Körper unproblematisch war. Zu einem diskutablen Begriff wurde der Influxus physicus im 17. Jahrhundert. Die Annahme, dass es einen physikalischen Einfluss gibt, wird im Ausgang von René Descartes zu einem zentralen Problem der frühen Philosophie des Geistes. Nach einer klassischen Darstellung ergibt sich die Problematik aus drei nicht miteinander kompatiblen Annahmen: Die erste Annahme der substantiellen Unterscheidung des Psychischen und Physischen ist eine der zentralen Thesen des cartesischen Substanztrialismus aus Gott , Geist und Materie . Descartes folgert sie aus der Unbezweifelbarkeit der Existenz des Denkens. Das denkende Subjekt sei bei regelgeleitetem Philosophieren die erste einsehbare Substanz überhaupt. Der ausgedehnte Körper als Ursache der Ideen in der substantia cogitans, sofern sie nicht von Gott eingegeben wurden, sei die von ihr ontologisch zu unterscheidende Substanz . Die zweite Annahme übernimmt Descartes von der Scholastik und entwickelt sie in seiner Psychologie weiter zu einer expliziten Theorie der kausale Wechselwirkung zwischen den zwei Substanzbereichen. Als vornehmliche Schnittstelle macht er dazu eine zentrale Drüse des Gehirns aus, über die durch minimale Bewegungen feinster und sehr beweglicher Teile des Blutes sowohl die Seele durch die Eindrücke des Körpers wie auch der Körper durch die Seele bewegt werden könne: „Fügen wir hier hinzu, dass die kleine Drüse, die der Hauptsitz der Seele ist, solcherart zwischen den Hohlräumen aufgehängt ist, die diese Spiritus enthalten, dass sie durch sie auf ebensoviel verschiedene Weisen bewegt werden kann, wie es wahrnehmbare Verschiedenheiten an den Objekten gibt, aber die Drüse auch durch die Seele verschieden bewegt werden kann.“ Problematisch werden die ersten beiden Annahmen durch die dritte Annahme, die in engem Zusammenhang mit dem von Descartes aufgestellten Energieerhaltungssatz steht, wonach sich die Energiemenge im ausgedehnten Substanzbereich nicht vermehrt. Sie sei einmalig von Gott mit der Welt erschaffen worden und bleibe seitdem stets gleich groß. Diese Annahme steht jedoch im Widerspruch zur zweiten, wonach eine Vermehrung qua Influxus physicus stattfindet. Descartes’ eigene Position hinsichtlich dieser Inkonsistenz blieb letztlich indifferent, da er das Problem nicht direkt diskutierte. Nach Rainer Specht sollte deshalb Descartes selbst noch nicht als Vertreter des Influxionismus bzw. des psychophysischen Interaktionismus gelten. Die üblicherweise Descartes zugeschriebene Theorie des Influxionismus treffe historisch erst auf Autoren wie etwa Andreas Rüdiger oder auch noch den frühen Immanuel Kant zu, die als Reaktion auf die Kritik an Descartes den Influxionismus dezidiert verteidigten. Gleichwohl hat Descartes in der Sache implizit noch folgenden Vorschlag zur Auflösung der Inkonsistenz der drei Annahmen gemacht: Zwar könne die Seele dem Körper keine neue Bewegung vermitteln, aber sie könne die Richtung seiner Bewegung verändern. Die Richtungsänderung der Bewegung reiche bereits aus, um von einer freien Willensentscheidung der Seele zu sprechen, von der nur dann die Rede sein könne, wenn die Seele in irgendeiner Weise Einfluss auf den Körper nehme. Descartes’ Lösungsansatz weist zwei berühmte Fehler auf: Wie Gottfried Wilhelm Leibniz gezeigt hat, missachtet er zum einen den begrifflichen Unterschied zwischen Bewegung und Kraft und zum anderen das galileische Trägheitsgesetz, wonach keine Bewegung ihre Richtung ohne einen Impuls verändert. Descartes gelingt es daher nicht, die Inkonsistenz der zweiten und dritten Annahme aufzuheben. Lösungsansätze, die aufgrund dieser Inkonsistenz den Influxus physicus leugneten, aber dem cartesischen Substanzdualismus verpflichtet blieben, wurden später als die Lehren des sogenannten Okkasionalismus bekannt. Die Hauptthese des Okkasionalismus ist, dass der Influxus physicus lediglich als solcher erscheine. Tatsächlich vermittle Gott qua okkasioneller Ursachen zwischen Körper und Geist. Der Okkasionalismus wiederum wurde von Leibniz zum einen dafür kritisiert, dass eine Vermittlung Gottes seiner vollkommenen Schöpfung der Welt entgegenstehe. Ein zweites Problem sieht er darin, dass die Okkasionalisten am Substanzdualismus festhielten, der die Annahme eines Influxus physicus überhaupt erst nötig mache. Leibniz plädiert daher dafür, nicht nur die zweite , sondern auch die erste Annahme des Leib-Seele-Problems aufzugeben. Mit dem von ihm postulierten System der präetablierten Harmonie schlägt er vor, die Bereiche des Psychischen und Physischen als verschiedene Perspektiven aufzufassen, die aufgrund einer von Gott eingerichteten, vollkommenen Parallelität vollständig übereinstimmten. In der aktuellen Diskussion der Philosophie des Geistes wird noch immer häufig auf den Influxus physicus als historischen Ausgangspunkt des Leib-Seele-Problems und als die traditionelle Position des psychophysischen Interaktionismus rekurriert. Der substanzdualistische Influxionismus als Erklärung mentaler Verursachung gilt jedoch als überholt und hat heute so gut wie keine Vertreter mehr. |
2024-11-23 11:33:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrsorge | Fürsorge bezeichnet die freiwillig oder gesetzlich verpflichtend übernommene Sorge für andere Personen oder Personenvereinigungen. Daraus abgeleitet bezeichnet Fürsorge die Sorge, auf die Menschen unter bestimmten Umständen ein Recht haben, und bezeichnet ebenfalls das aus der Ethik der Barmherzigkeit bzw. der Almosenpraxis erwachsene System der öffentlichen Fürsorge. Das Wort Fürsorge stammt von mhd. vür-sorge, entlehnt aus lateinisch prōcūrātĭo . Sprachlich wird damit die sich auf die Zukunft erstreckende Besorgnis ausgedrückt. Wird aus der Freiwilligkeit der Fürsorge eine Rechtspflicht, spricht man von der Fürsorgepflicht. Artikel II-24 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union legt Rechte des Kindes fest, insbesondere: Kinder haben Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für ihr Wohlergehen notwendig sind. Personen, die Zeit für die Kinderbetreuung und -erziehung aufwenden oder die für pflegebedürftige Familienmitglieder sorgen, werden als „Personen mit Fürsorgepflichten“ bezeichnet. Das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland sieht im zwölften Abschnitt die Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ein Delikt vor, das mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug geahndet wird. „Fürsorge“ ist In der Schweiz werden Sozialhilfeleistungen sowie die sie austeilenden Ämter auch heute noch offiziell als „Fürsorge“ bezeichnet – siehe Sozialhilfe . „Sozialfürsorge“ war die Bezeichnung der letzten existenzsichernden Leistung in der DDR. Sie hatte in den 1950er bis 1960er Jahren noch starke Bedeutung, bis zum Ende sank diese jedoch kontinuierlich besonders wegen der Bindung an die Arbeitsverwaltung . 1989 bezogen nur noch ca. 5500 Bürger diese Leistung. Die Psychologin Carol Gilligan entwickelte in Auseinandersetzung mit Lawrence Kohlberg die Theorie, dass es eine genuin weibliche Moral gebe, die Fürsorge besonders betone. Dies wurde unter dem Begriff Care-Ethik breit diskutiert. |
2024-12-02 11:04:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Collenbach%E2%80%99sches_Gut | Das Collenbach’sche Gut, auch Gut Kamp genannt, war ein zweigeschossiges Gutshaus an der Nordstraße in Düsseldorf-Pempelfort. In den 1830er Jahren traf sich dort der Künstler- und Gelehrtenkreis des Dichters Karl Immermann und seiner Gefährtin Elisa von Ahlefeldt. Das Collenbach’sche Gut war ein Landsitz, der an der Stelle eines Leprosenhauses des 17. Jahrhunderts entstanden war. Bis 1830 befand sich das Haus im Besitz des Freiherrn Franz Gabriel Cornelius von Collenbach , eines Regierungsrates, später Hofkammerdirektors der kurpfälzischen Regierung in Düsseldorf, der 1764 Maria Theresia von Clotz zu Streithagen geheiratet hatte. Neben dem Düsseldorfer Stadthaus Ritterstraße 36 bewohnte das Paar das Landhaus am 27. Juli 1783, als ein Unwetter niederging. Dabei traf ein Blitz die am Fenster stehende Gattin des Freiherrn. Ein Bericht des Elektrizitätsforschers Johann Conrad Gütle fasste diesen Vorfall wie folgt zusammen: „Im Jahr 1783 den 23. July, traf der Bliz das nahe bei Düsseldorf gelegene Landhaus des Herrn von Collenbach, als seine Frau Gemahlin eben am Fenster stand, und auf die Erde hinunter sahe. Der Bliz fuhr nach vielen Verwüstungen des obern Theils des Hauses auf dieses Fenster hinunter, und stürzte sich von dessen eisernen Stangen auf die Haube der gedachten Freifrau, welche mit Draht ausgesteift, und mit vielen Nadeln besteckt war. Er fuhr von einem dieser Metallstücke zum andern, gleitete endlich von der Haarnadel, womit die Haube fest gesteckt war, auf den Kopf selbst, verbrannte da Haut und Haar, fuhr über den Hals, auf dem es das Brandmahl eines Dornastes mit 5 Zweigen auf jeder Seite hinterließ, und durch den Busen nach der Sakuhr herunter, welche auf der seidenen Schürze frei herab hieng. Um von der Haut auf diese Uhr zu kommen, schlug er da, wo sie hieng, Hemd, Unterkleid, Rok und Schürze durch. Die Freifrau wurde durch diesen Schlag vor den Augen ihres Gemahls, der nicht weit von ihr stand, aber nichts empfand, 4 Schuhe weit ins Zimmer geschleudert und lag für todt da, bis sie nach geraumer Zeit wieder zu sich kam.“ Das Ereignis diente dem kurpfälzischen Meteorologen und Erfinder Johann Jakob Hemmer 1789 dazu, Verhaltensregeln für Personen in Gebäuden ohne Blitzableiter zu entwickeln. Nach dem Tod des Freiherrn von Collenbach, im November 1830, wurde das Anwesen von dessen Erben verkauft. Als Mieter zogen im Mai 1831 dort der Landgerichtsrat und Dramatiker Karl Immermann und dessen Gefährtin Elisa von Ahlefeldt ein, die „hinter dem Napoleonsberge“ zuvor eine kleine Wohnung gemeinsam bewohnt hatten. Nach und nach entwickelte sich das Landhaus, das über einen gepflegten, von der Schriftstellerin Ludmilla Assing romantisch beschriebenen englischen Garten verfügte, zu einem Künstler- und Gelehrtentreffpunkt. Als Gäste im Salon von Immermann und seiner Muse sind unter anderem die Maler Wilhelm von Schadow, Carl Friedrich Lessing, Theodor Hildebrandt, Karl Ferdinand Sohn, Heinrich Mücke, Eduard Steinbrück, Adolph Schroedter und Johann Wilhelm Schirmer, der Bildhauer Christian Friedrich Tieck, die Komponisten Julius Rietz, Norbert Burgmüller und Felix Mendelssohn Bartholdy, der Dramatiker Michael Beer, der Theologe Hermann Altgelt, die Juristen Christian Dietrich Grabbe, Karl Schnaase, Friedrich von Uechtritz und Heinrich Ferdinand Philipp von Sybel sowie die Schriftstellerin Elisabeth Grube überliefert. Im kreativen Milieu des Collenbach’schen Guts entstanden Impulse für die Errichtung der Immermann’schen Musterbühne und für bedeutende literarische Werke des 19. Jahrhunderts, etwa Merlin , Die Epigonen und Münchhausen . Als sich herausstellte, dass Immermann eine andere Frau, Marianne Niemeyer , heiraten werde, verließ Elisa von Ahlefeldt in Begleitung ihrer Freundin Johanna Dieffenbach das Collenbach’sche Gut am 14. August 1839. Im September desselben Jahren verließ auch Immermann das Haus. Mit seiner Gemahlin Marianne bezog er im Oktober 1839 eine Stadtwohnung in Düsseldorf, wo er am 25. August 1840 starb. 1863 war der Gartenarchitekt Heinrich Grube, ein Schüler von Peter Joseph Lenné, Bewohner des Hauses. Bald danach diente das Collenbach’sche Gut unter der Bezeichnung „Marthastift“ der Inneren Mission als „Mägde-Bildungsschule und Mägdeherberge“. Als solches erhielt das Gebäude 1865 einen Anbau. 1899 errichtete die evangelische Kirchengemeinde dort einen Predigtsaal. 1903 wurde das Landhaus abgerissen. Durch Fluchtlinienpläne erfolgte seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eine städtebauliche Überplanung des Standorts und die Anlage der Collenbachstraße, der Pfalzstraße und der Klever Straße. Auf dem benachbarten Eckgrundstück zur Klever Straße entstand auf einem Grundstück, das der Kirchmeister August Hülstrung 1901 der evangelischen Kirchengemeinde geschenkt hatte, die Kreuzkirche. An der Stelle des Collenbach’schen Gutes ließ die Kirchengemeinde in den Jahren 1929/1930 das Gemeindehaus der Kreuzkirche errichten. 51.2412596.781526Koordinaten: 51° 14′ 28,5″ N, 6° 46′ 53,5″ O |
2024-12-04 08:03:04 | https://de.wikipedia.org/wiki/Express_103 | Express 103 ist ein russischer Kommunikationssatellit der Russian Satellite Communications Company mit Sitz in Moskau. Er ist der 26. Satellit der Express-Serie. Der Satellit wurde im Mai 2016 bei ISS Reschetnjow und Thales Alenia Space bestellt. Er ist Teil der neuen Generation von Express-Satelliten. Der Start des Vorgängers Express AMU1 fand im Jahr 2015 statt. Express 103 versorgt Russland mit Internet-, Fernseh- und Telefonübertragungen. Er wurde am 30. Juli 2020 auf einer Proton-M-Trägerrakete mit Bris-Oberstufe vom Kosmodrom Baikonur zusammen mit Express 80 in einen geostationären Transferorbit gebracht. Von dort aus erreichte er seine geosynchrone Umlaufbahn durch Zünden seines Bordmotors. Express 103 wurde bei 96° Ost stationiert, wo er am 25. März 2021 in Betrieb genommen wurde und Express AM33 ersetzte. ISS Reschetnjow baute den Satellitenbus auf Basis ihrer Express-1000-Serie. Thales Alenia Space lieferte die Transpondernutzlast, welche im C-Band, Ku-Band und L-Band arbeitet. Das Raumfahrzeug ist dreiachsenstabilisiert und wird durch zwei große Solarmodule und Batterien mit Strom versorgt. Es besitzt eine geplante Lebensdauer von 15 Jahren und wiegt etwa 2 Tonnen. Express-Serie: Express 1 · Express 2 · Express 80 · Express 103 Express-A-Serie: Express A1 · Express A2 · Express A3 · Express A4 Express-AM-Serie: Express AM1 · Express AM11 · Express AM2 · Express AM22 · Express AM3 · Express AM33 · Express AM4 · Express AM4R · Express AM44 · Express AM5 · Express AM6 · Express AM7 · Express AM8 Express-AMU-Serie: Express AMU1 · Express AMU3 · Express AMU7 Express-AT-Serie: Express AT1 · Express AT2 Express-MD-Serie: Express MD1 · Express MD2 |
2024-12-01 12:24:05 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinuferbahn | Die Rheinuferbahn ist eine zweigleisige Hauptbahn zwischen Köln und Bonn, die zum Stammnetz der Köln-Bonner Eisenbahnen gehörte und eine der ersten elektrischen Schnellbahnen in Deutschland war. Seit 1978 fährt auf der Strecke die Stadtbahnlinie 16, die gemeinsam von den Kölner Verkehrs-Betrieben und den Stadtwerken Bonn betrieben wird. Der planmäßige Güterverkehr wurde außerhalb des Bereichs Wesseling zum Jahresende 2006 eingestellt. Von den drei linksrheinischen Eisenbahnstrecken zwischen Köln und Bonn ist sie die kürzeste und folgt am engsten dem Rhein, woher auch ihr Name rührt. Die Trasse der Rheinuferbahn ist die kürzeste Verbindung zwischen Köln und Bonn, weswegen sie bereits in den ersten Überlegungen zum Bau einer Eisenbahn zwischen beiden Städten Anfang der 1840er Jahre eine Rolle spielte. Die Bonn-Cölner Eisenbahn, die später in der Preußischen Staatseisenbahn aufging, entschied sich jedoch für den Umweg über Brühl, da man sich davon mehr Fahrgäste an den Unterwegshalten versprach. Bei der Gründung der Cöln-Bonner Kreisbahnen wurde die Idee einer Rheinuferbahn wieder aufgegriffen. Da die Staatsbahn zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls den Bau einer Rheinuferbahn prüfte, wurden die Planungen der CBK zurückgestellt, die daraufhin zunächst die Vorgebirgsbahn baute. Nachdem die Pläne der Staatsbahn aufgegeben waren, wurde der CBK 1898 eine Konzession für den Bau der Rheinuferbahn als eingleisige Schmalspurbahn auf und neben öffentlichen Straßen erteilt. Die Erfahrungen aus den ersten Betriebsjahren der Vorgebirgsbahn führten zu zahlreichen Planungsänderungen. Die Strecke wurde nun als großzügig trassierte Schnellbahn auf Normalspur geplant. Die Trasse verlief an den Ortsrändern und sollte mit 990 V Gleichstrom elektrifiziert werden, wozu in Wesseling ein eigenes Kraftwerk errichtet wurde. Nachdem im Mai 1904 eine entsprechend geänderte Konzession erreicht wurde, begann der Bau noch im gleichen Jahr. Der Betrieb wurde im September 1905 aufgenommen, zunächst noch als teilweise eingleisige Güterverkehrsstrecke. Im Januar 1906 begann der Personenverkehr mit Schnell- und Nahverkehrszügen jeweils im Stundentakt mit damals beachtlichen 70 km/h. Der Fahrgastansturm war so groß, dass weitere Fahrzeuge bestellt und der zweigleisige Ausbau der Strecke begonnen wurde. Der Ausbau war 1908 fertiggestellt, gleichzeitig wurde die Strecke zur Hauptbahn umkonzessioniert und die Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h angehoben. Schnellzüge, die nun im 30-Minuten-Takt angeboten wurden, bewältigten die Strecke nun in einer Fahrzeit von 44 Minuten. In den 1930er Jahren wurde die Oberleitungsspannung auf 1200 V erhöht, ab 1957 erlaubten durchgehend verschweißte Gleise Geschwindigkeiten über 110 km/h. Insbesondere die Schnellzüge stellten nach wie vor eine ernsthafte Konkurrenz zum Verkehr auf der linken Rheinstrecke dar. Zwischen Godorf und Wesseling wurde die Rheinuferbahn 1927 verlegt, um eine höhenfreie Verzweigung mit der Querbahn herzustellen und Platz für zusätzliche Hafenbecken des Godorfer Hafens zu schaffen. Gleichzeitig wurden auch zwei Bahnübergänge beseitigt. In Köln wurde mit der Eröffnung der Mülheimer Brücke 1929 die Strecke bis zu deren linksrheinischer Rampe verlängert, wobei größtenteils die Gleise der Straßenbahn mitgenutzt wurden. Da die Verlängerung sich nicht rentierte, wurde sie 1933 wieder aufgegeben. 1940 wurde der neue Endbahnhof Trankgasse auf der Trankgassenwerft eröffnet und der alte und erste Endbahnhof auf der südlichen Seite der Hohenzollernbrücke – die „Wellblechbaracke“ – geschlossen. In mehreren Abschnitten wurde zwischen 1953 und 1964 die Strecke zwischen Tacitusstraße und dem Endbahnhof auf einen eigenen Bahnkörper verlegt. Der erste Teilabschnitt zwischen Marienburg und Tacitusstraße wurde bereits in den 1930er Jahren verlegt. In Bonn änderte sich der Streckenverlauf mehrfach: Zunächst führte er von Hersel kommend hinter dem Nordfriedhof über Ellerbahnhof zum Rheinuferbahnhof , ab 1954 fuhren die Personenzüge den Ellerbahnhof nicht mehr an und erhielten eine vereinfachte Streckenführung. 1960/61 wurde die gemeinsame Strecke von Rheinufer- und Vorgebirgsbahn zwischen Bonn West und Endbahnhof entlang der heutigen Thoma- und Rabinstraße auf einen eigenen Bahnkörper verlegt. 1968 wurde die Trassenführung zwischen dem Bahnhof Bonn West und Hersel wegen der Verlängerung der A 565 und zur Anbindung der Trabantenstadt Tannenbusch nochmals deutlich verändert. Die neue Streckenführung verläuft zu großen Teilen in einem Geländeeinschnitt und wurde für 120 km/h trassiert. Die alte Trasse ist von Hersel bis kurz vor die Autobahn zu einem Anschlussgleis für die ansässigen Industriebetriebe zurückgestuft worden. Das Anschlussgleis wurde mittlerweile stillgelegt. Als die KBE Ende der 1960er Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde 1973 beschlossen, die Rheinuferbahn auf Stadtbahn-Betrieb umzustellen. Der Betrieb einer Stadtbahn nach EBO stellte damals technisch wie rechtlich Neuland dar, wurde inzwischen aber unter dem Titel Karlsruher Modell noch wesentlich weiter getrieben. Beim 1975 begonnenen Umbau wurde die Fahrdrahtspannung von 1200 V auf 750 V gesenkt. Alle Weichen, die zukünftig sowohl mit Vollbahn- als auch mit Stadtbahnfahrzeugen befahren werden sollten, mussten auf bewegliche Herzstücke umgebaut werden. Außerdem wurden an allen Signalen zusätzlich zur bisher verwendeten Indusi Fahrsperren eingebaut. Noch von der KBE wurde 1971 der neue Haltepunkt Michaelshoven eröffnet, 1979 kam der Haltepunkt Siegstraße hinzu, 1998 wurde schließlich der Haltepunkt Propsthof Nord in Betrieb genommen. Am 12. August 1978 wurde der Verkehr mit Stadtbahnwagen B aufgenommen, der Streckenabschnitt zwischen Hohenzollernbrücke und Ubierring am gleichen Tag stillgelegt. Die Strecke zwischen Bonn West und der Bonner Stadtgrenze wurde am 10. April 1979 zur Straßenbahn umkonzessioniert. In den folgenden Jahren wurden im nördlichen Teil bis Wesseling und im südlichen Teil bis Buschdorf immer mehr KBE-Bahnhöfe zu Stadtbahn-Bahnhöfen mit Hochbahnsteigen umgebaut und Güterverkehrsanlagen abgebaut. Auf dem Abschnitt von Urfeld bis Hersel wurden die Bahnsteige lediglich auf 35 Zentimeter erhöht, da auf diesem Abschnitt noch bis 2006 Güterverkehr abgewickelt wurde und die Strecke auch danach von der HGK zum Abstellen von Güterwagen in Bonn Nord und Bonn-Bendenfeld genutzt wurde. Die Hochbahnsteige würden daher in das EBO-Lichtraumprofil der Güterwagen ragen. Im Jahre 2018 gab die HGK ihre Bedenken gegen den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige endgültig auf. Der Personenverkehr auf der Rheinuferbahn war von Anfang an als Taktverkehr organisiert. Bei Inbetriebnahme 1906 fuhren stündliche Schnellzüge, die zwischen den Stadtgrenzen von Köln und Bonn nur in Wesseling hielten, und Personenzüge, die an den Endbahnhöfen 30 Minuten nach den Schnellzügen starteten und alle Stationen bedienten. Nach Inbetriebnahme des zweiten Streckengleises 1908 konnte der Schnellzugverkehr auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet werden, während die Personenzüge weiterhin im Stundentakt fuhren. In den 1930er Jahren benötigten einige Schnellzüge zwischen den Vororten von Köln und Bonn nur 19 Minuten . Mit Ausnahme der Jahre 1942 bis 1949 wurde der Schnellzug-Halbstundentakt bis 1975 beibehalten. Bei Modernisierungen des Fahrzeugparks setzte die KBE die Neufahrzeuge meist zuerst auf der prestigeträchtigeren Rheinuferbahn ein. So waren die Schnellzüge auf der Rheinuferbahn auch das Haupteinsatzgebiet der „Silberpfeil“-Leichttriebwagen. Durch mehrere Brände 1975/76 wurde ein Fahrzeugmangel verursacht, da wegen der bald geplanten Umstellung auf Stadtbahnbetrieb die Ersatzbeschaffungen in Form von Stadtbahnwagen bestellt wurden. Deshalb führte der Fahrzeugmangel für einige Zeit zur Ausdünnung des Verkehrs auf der Rheinuferbahn: Von 1975 bis zur Umstellung auf den Stadtbahnbetrieb 1978 verkehrten nur noch ein Personen- und ein Eilzugpaar, jeweils im Stundentakt. Seit 1978 wird die Rheinuferbahn von der Stadtbahnlinie 16 bedient. Auf Kölner Seite wird sie bis Sürth, teilweise bis Wesseling verdichtet. Diese Verstärker fuhren bis 1994 als Linie 15, seither sind sie Teil der Linie 16, die damit tagsüber bis Sürth im 10-Minuten-Takt und die Gesamtstrecke im 20-Minuten-Takt fährt. Auf Bonner Seite wurde die Rheinuferstrecke zunächst ausschließlich von der Linie 16 befahren, nach der Fertigstellung des U-Bahnhofs „Hauptbahnhof“ wurde sie bis Tannenbusch Mitte durch die Linie 3 verstärkt. Die Linie 3 verstärkte den Halbstundentakt der Linie 16 auf einen 7/8-Minuten-Takt. Ab 1994 bildeten die Linien 16 und 63 in Bonn einen 6/7/7-Takt, der 2006 zugunsten einer ungleichmäßigeren Zugfolge aufgegeben wurde. Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 verkehrt auf Kölner Seite zwischen Schönhauser Straße und Sürth die Übergangslinie 17, die den südlichen Teil der Nord-Süd-Stadtbahn bedient. Als Fahrzeuge kommen bis heute vorwiegend B-Wagen verschiedener Generationen zum Einsatz, seit 2003 setzen die Bonner Stadtwerke auch Fahrzeuge vom Typ Bombardier Flexity Swift ein, die seit 2005 teilweise auch auf der Linie 16 unterwegs sind. In Köln sollte die Linie 16 ursprünglich ab 2010 in den Tunnel der in Bau befindlichen Nord-Süd-Stadtbahn eingeführt werden. Dadurch hätte sich die Reisezeit von der Rheinuferbahn ins Kölner Zentrum deutlich verkürzt. Vor allem durch den Einsturz des Stadtarchives in Köln konnte die Planung nicht eingehalten werden, frühester Fertigstellungstermin ist nun 2027. In Bonn ist vorgesehen, die Linie 63 bis Hersel zu verlängern. Die Planungen für den Bau einer erforderlichen Wendeanlage stocken bereits seit mehr als einem Jahrzehnt, wobei auch die Stadt Bonn keinen direkten Einfluss hat. Als Notlösung wurde inzwischen ein Gleiswechsel in Buschdorf eingerichtet. Langfristig soll ferner die Straßenbahnlinie 61 von Bonn-Auerberg über die frühere Trasse der Rheinuferbahn am Bonner Nordfriedhof bis Hersel verlängert werden. Zeitweise stand eine Wiederaufnahme des Güterverkehrs nach Bonn Nord zur Debatte, da dort ein Container-Terminal entstehen sollte. Unter dem Druck der Lokalpolitik wurde im Juli 2012 bekannt, dass der Vorstand der Häfen und Güterverkehr Köln nicht weiter auf den möglichen Güterverkehr nach Bonn Nord/Bonn-Bendenfeld besteht, um den Bau von Hochbahnsteigen mit Stadtbahn-Profil zwischen Urfeld und Hersel zu ermöglichen. Die heutige Rheinuferbahn beginnt am an der Kölner Stadtbahnhaltestelle Ubierring. Hier endet die niederflurige Linie 15, während die Linie 16 als hochflurige Linie weiter über die Rheinuferbahn fährt. Aufgrund dieses Mischbetriebs ist die Haltestelle nur auf der Linie 15 barrierefrei. Die Strecke führt am Rheinufer entlang zur Haltestelle Schönhauser Straße. Kurz hinter der Unterquerung der Südbrücke befindet sich auch der neue Abzweig zur Nord-Süd-Stadtbahn, der momentan die Übergangslinie 17 auf die Rheinuferbahn bringt. Vorgesehen ist, bei Fertigstellung der Nord-Süd-Stadtbahn die Linie 16 über diesen Abzweig ins Kölner Zentrum zu führen. Dadurch wären auch die Niederflurigen Haltestellen auf der Strecke beseitigt. Die Strecke fährt weiter dicht am Rhein entlang zur Haltestelle Bayenthalgürtel, die über zwei voneinander versetzte Außenbahnsteige verfügt. Hier zweigte bis 1978 die Straßenbahnstrecke ins Ortszentrum Rodenkirchens ab. Für die Rheinuferbahn beginnt hinter dieser Haltestelle der nach EBO konzessionierte und betriebene Abschnitt. Ab hier gehört die Infrastruktur der HGK. Kurz vor dem Haltepunkt Heinrich-Lübke-Ufer zweigt die Strecke vom Rhein ab. Die über zwei Außenbahnsteige verfügende Haltestelle hieß ursprünglich Marienburg. Die Strecke fährt durch eine Kleingartenkolonie und unterquert die A4. Die Bahnstrecke läuft vier Kilometer in gerader Trasse am westlichen Ortsrand von Rodenkirchen entlang, wobei sie den Weißer Rheinbogen abschneidet. Der Bahnhof Rodenkirchen liegt im Zentrum des Kölner Stadtteils. Hier befinden sich 2 Außenbahnsteige, ein Parkplatz und eine Wendeanlage für hier endende Stadtbahnen. Weitere Haltepunkte in Rodenkirchen sind Siegstraße, der 1979 in Betrieb genommen wurde, und Michaelshoven, der 1971 von der KBE als Rodenkirchen Süd eröffnet wurde. In Sürth nähert sich die Strecke wieder dem Rhein. Der Bahnhof Sürth verfügt über zwei leicht versetzte Bahnsteige und eine weitere Wendeanlage. Außerdem soll in Sürth ein neuer Haltepunkt Sürth Süd entstehen, dessen genauer Standpunkt allerdings noch nicht feststeht. Hier trifft sie auch auf die Landesstraße 300 , der sie im weiteren Verlauf eng folgt. Im Kölner Stadtteil Godorf befindet sich ein Rheinhafen, der unmittelbar mit der Wesselinger und Godorfer Industrie verbunden ist. Außerdem endet hier die Querbahn, die allerdings nicht mit dem Personenbahnhof verbunden ist. Die Bahnsteige des Bahnhofs Godorf können über eine Fußgängerbrücke erreicht werden, die über die Landesstraße 300 und die Bahngleise führt. Hinter dem Bahnhof Godorf verlässt die Strecke das Kölner Stadtgebiet und fährt direkt durch das Wesselinger Industriegebiet der Evonik und LyondellBasell. Am Rand des Wesselinger Industriegebietes befindet sich der Haltepunkt Wesseling Nord auf einer Brücke, die auf beiden Seiten die Querbahn und in der Mitte die Brühler Straße überquert. Im Mai 1989 wurde die Haltestelle mit Hochbahnsteigen ausgestattet. Die Querbahn hatte in der Kurve kurz vor der Unterquerung der Rheinuferbahn hier einen gleichnamigen Haltepunkt, von dem direkt umgestiegen werden konnte. Der Bahnhof Wesseling war stets der wichtigste Zwischenhalt der Rheinuferbahn. Neben dem Betriebswerk der KBE befand sich in Wesseling auch das KBE-eigene Kraftwerk, das die Strecke bis in die 1930er Jahre mit Strom versorgte. In Wesseling zweigt die Querbahn nach Brühl und zum Godorfer Hafen ab. Außerdem befanden sich im Bahnhofsbereich mehrere Industrieanschlüsse, von denen heute noch derjenige zum Werk Wesseling der Deutschen Shell besteht. Das Betriebswerk der KBE wurde von den Kölner Verkehrs-Betrieben übernommen, die dort einen Stadtbahn-Betriebshof einrichteten, der den Großteil der Fahrzeuge für die Linien 16 und 18 stellt. Während des Berufsverkehrs wird die Linie 16 von Wesseling bis Köln auf einen 10-Minuten-Takt verstärkt. Die durchgehenden Züge in Richtung Bonn haben in Wesseling planmäßig zwei Minuten Aufenthalt als Pufferzeit, um im Kölner Netz entstandene Verspätungen nicht voll nach Bonn zu übertragen. Der Bahnhof Wesseling besitzt neben einem Mittelbahnsteig, der barrierefrei ausgebaut ist, einen noch im Ursprungszustand befindlichen Bahnsteig, den sogenannten Brühler Bahnsteig, an der Querbahn neben dem Empfangsgebäude. Hier halten auch weiterhin die Stadtbahnen, die diese Strecke in Tagesrandlagen befahren, sodass Fahrgäste ein- und aussteigen können. Der am 6. März 1939 als Haltepunkt eröffnete Bahnhof Wesseling Süd befindet sich wieder inmitten von Industrie, hier befindet sich neben einem Tankfeld und einem Gewerbegebiet mit kleineren Betrieben auch das Werk der Shell. Hinter dem Wesselinger Stadtkern liegen östlich der Strecke mehrere kleine, teilweise zusammengewachsene Ortschaften, während sich auf der Westseite fast ausschließlich freies Feld der Kölner Bucht befindet. Der Haltepunkt Urfeld ist der letzte auf Wesselinger Stadtgebiet. Er besitzt zwei versetzte Außenbahnsteige, die nur über einen Bahnübergang erreicht werden können, und einen Parkplatz. Seit Ende 2022 wird die Haltestelle barrierefrei umgebaut und erhält dabei Hochbahnsteige. Der erste Bornheimer Bahnhof ist im „Rheindorf“ Widdig. Hier gibt es zwei Bahnsteige, die versetzt voneinander zwischen einen Bahnübergang liegen. Zum Erreichen des jeweils anderen Bahnsteigs muss also die Straße Am Heidental überquert werden. Seit April 2023 wird die Haltestelle barrierefrei umgebaut und erhält dabei Hochbahnsteige. Der erst 1950/51 eingerichtete Haltepunkt Uedorf befindet sich am Rand des Bornheimer Stadtteils. Hier ist die Strecke dem Rhein wieder sehr nah, das Rheinufer ist ca. 450 m entfernt. Seit August 2023 wird die Haltestelle barrierefrei umgebaut und erhält dabei Hochbahnsteige. Der Stadtteil Uedorf geht nahtlos über in Hersel, welches auch einen Bahnhof an der Rheinuferbahn hat. Derzeit wird die Haltestelle barrierefrei umgebaut und erhält dabei Hochbahnsteige . Nach Hersel biegt die Rheinuferbahn ab und führt in einem Einschnitt genau nach Süden. Die alte Strecke zum Bonner Nordfriedhof diente zuletzt als Industrieanschluss und ist mittlerweile stillgelegt. Außerdem zweigt hier ein Gleis von der Hauptstrecke ab, das zunächst rund zwei Kilometer parallel zu ihr im Einschnitt verläuft, sich in Bonn-Tannenbusch von ihr entfernt, die linke Rheinstrecke der DB unterquert und im Übergabebahnhof Bonn-Bendenfeld endet. Von hier aus gab es direkte Verbindungen zum Bonner Güterbahnhof und zur Vorgebirgsbahn in Höhe des heutigen SWB-Betriebshof in Bonn-Dransdorf. Auch diese Gleisverbindung, zuletzt nur noch zum Abstellen von Waggons genutzt, wurde im August 2013 endgültig stillgelegt. Ab der Bonner Stadtgrenze wird die Strecke nun wieder nach BOStrab betrieben und gehört ab hier den Stadtwerken Bonn. Die Haltestelle Buschdorf liegt im Einschnitt unterhalb der Straßenüberführung Schickgasse. Die beiden Seitenbahnsteige waren von der Brücke aus ursprünglich nur über Treppen erreichbar. Die KBE eröffnete den Haltepunkt bei der Streckenumlegung am 14. Dezember 1968 als Ersatz für den Haltepunkt an der nicht mehr bedienten alten Trasse. In Buschdorf hielten auch Eilzüge, lediglich Schnellzüge fuhren durch. Nach der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb wurden 1979 zwei Hochbahnsteige angelegt. Von Anfang 2019 bis Mai 2021 erfolgte eine umfassende Modernisierung und ein barrierefreier Ausbau der Haltestelle, im Zuge dessen als neue Zugänge in Fahrtrichtung Bonn ein Aufzug installiert sowie in Fahrtrichtung Köln eine 120 m lange Rampe und eine auf diese mündende Treppe mit Rampe von der Anna-Schubring-Straße geschaffen wurden. Der ehemalige Bahnhof „Buschdorf “ lag im Ortszentrum an der dort dreigleisigen Strecke der Rheinuferbahn. In Buschdorf zweigte die Kleinbahn zum Hafen in Graurheindorf ab. Der Betrieb der „Hafenbahn der Stadt Bonn“ wurde von ihrer Inbetriebnahme im Oktober 1924 bis zu ihrer Stilllegung im September 1974 von der KBE in Auftrag der Stadt Bonn durchgeführt. Die Haltestelle Tannenbusch Mitte liegt an der 1968 eröffneten neuen Streckenführung. Der erste Zug bediente den von der KBE in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn erbauten Haltepunkt jedoch erst am 7. Oktober 1972, nachdem der Baufortschritt der Großsiedlung Neu-Tannenbusch einen Halt rechtfertigte. Nach der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb wurde der Bahnsteig entsprechend dem Fahrzeugboden der Wagen angehoben. Hinter der Haltestelle befindet sich die Wendeanlage für die Bahnen der Linie 63, welche ihren regulären Endpunkt in Tannenbusch-Mitte haben. Die Haltestelle ist als Mittelbahnsteig an der im Einschnitt verlaufenden Strecke ausgeführt. Mit der Straßenebene war die Haltestelle durch zwei Fahrsteige verbunden. Nachdem diese wegen Ersatzteilmangels stillgelegt werden mussten, wurden sie 2005 durch eine Rolltreppe und einen Aufzug ersetzt. Gleichzeitig wurde die Haltestelle renoviert und die kräftigen Farben der 1970er Jahre durch schlichte Grautöne ersetzt. Die Umbaumaßnahmen kosteten 1,3 Millionen Euro. 2017 wurde die bisherige Überdachung der Haltestelle durch Stahl-Glas-Konstruktionen ersetzt. Die Strecke führt nun zur Linken Rheinstrecke, der sie im weiteren Streckenverlauf folgt. Hier wechselt die Strecke von der Troglage auf einen Damm. Die Haltestelle Tannenbusch Süd wurde mit Inbetriebnahme der neuen Streckenführung am 14. Dezember 1968 eingerichtet und war bis zum Ende der KBE Schnellzughalt. Nach der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb wurde der Bahnsteig entsprechend dem Fahrzeugboden angehoben. Die Haltestelle besteht aus zwei in einem ca. vier Meter tiefen Einschnitt gelegenen Seitenbahnsteigen, die über eine voll verkleidete Brücke erreicht werden. Ende der 1990er Jahre wurden die Zugangsbrücke und die Bahnsteigausstattung in Weiß und Hellgrau gestrichen, die Außenseiten der Brücke behielten ihre ursprüngliche Farbgebung. Ein barrierefreier Ausbau der Haltestelle sollte 2002 beginnen, die Bezirksregierung hatte anderen Projekten im Innenstadtbereich jedoch höhere Priorität eingeräumt. Am 12. Juli 2006 wurde schließlich der Spatenstich für den 2,3 Millionen Euro teuren Umbau der Haltestelle vorgenommen. Während der bis Mai 2007 andauernden Bauarbeiten wurden zwei Aufzüge installiert und eine neue Fußgängerbrücke errichtet, die die alte – abgerissene – Brücke ersetzen sollte. 2017 wurde die bisherige Überdachung der Haltestelle durch Stahl-Glas-Konstruktionen ersetzt. Die Haltestelle Propsthof Nord wurde erst im Mai 1998 nach 15-monatiger Bauzeit in Betrieb genommen und eingerichtet, um das Gewerbegebiet Bonn-Nord besser zu erschließen. Auf Höhe der Straße „Am Propsthof“ wurden zwei Bahnsteige an der Innenseite der Strecke errichtet, deren Gleise dort wegen der nahen Verzweigung zur Vorgebirgsbahn räumlich getrennt und etliche Meter über dem Straßenniveau verlaufen. Die Haltestelle trug den Arbeitstitel Am Propsthof. Um Verwechslungen mit der gleichnamigen Bushaltestelle auszuschließen, die über einen Kilometer von der Stadtbahnhaltestelle entfernt ist, wurde der Name kurzfristig geändert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zielfilme für die Stadtbahnwagen bereits produziert, weswegen in den Fahrzeugen mehrere Jahre der falsche Haltestellenname angezeigt wurde. An der hier schon parallel verlaufenden Vorgebirgsbahn befindet sich in 300 m Entfernung der Haltepunkt Brühler Straße. In einem aufwändigen Verzweigungsbauwerk vereinigt sich die Strecke kurz vor Bonn West mit der Vorgebirgsbahn. Die Haltestelle Bonn West liegt in der Verlängerung der Ellerstraße zwischen der Thomastraße und dem ehemaligen Bonner Güterbahnhof. Der ursprüngliche Bahnhof Bonn West mit Empfangsgebäude wurde von den Köln-Bonner Eisenbahnen am 19. Dezember 1954 eröffnet, als ihre Strecke in Bonn eine neue Trasse erhielt, die die Führung durch die Ellerstraße ersetzte. Nach der vollständigen Umstellung der KBE-Strecken im Bonner Stadtgebiet auf Stadtbahnbetrieb und dem bereits im Januar 1981 erfolgten Abbruch des Empfangsgebäudes wurde die Haltestelle 1986/87 mit Hochbahnsteigen und Aufzügen barrierefrei umgebaut. Im Dezember 2019 wurde mit einer umfassenden Sanierung der Haltestelle begonnen, die größtenteils im Dezember 2020 abgeschlossen war; Restarbeiten zogen sich noch bis zum Herbst 2021 hin. Die Maßnahme beinhaltete unter anderem die Erneuerung der Überdachung, des Bodenpflasters und einer auch als Lärmschutz dienenden Haltestellenwand sowie die Sanierung und technische Modernisierung der Unterführung. Hinter Bonn West führen Vorgebirgsbahn und Rheinuferbahn in einen Tunnel zur Haltestelle unter dem Bonner Hauptbahnhof. Die Haltestelle Hauptbahnhof liegt unter dem Vorplatz des Bonner Hauptbahnhofs und etwa hundert Meter westlich des ZOB am Rande der Bonner Innenstadt und ist somit Teil des größten Bonner Nahverkehrsknotens. Die Linie 18 der Vorgebirgsbahn endet hier, während die Rheinuferbahnlinie 16 unterirdisch noch bis Bonn-Bad Godesberg weiterfährt. |
2024-12-02 11:51:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_G_Helms | Hans G Helms war ein deutscher Schriftsteller und Komponist, Ideologiekritiker, Sozial- und Wirtschaftshistoriker. Helms wurde 1932 in der mecklenburg-schwerinschen Kleinstadt Teterow geboren. Er stammte aus einer deutsch-jüdischen Familie, die den Holocaust dank gefälschter Papiere in Deutschland überlebte. Kindheit und Jugend verbrachte er in Teterow mit häufigen Aufenthalten in Rostock und Berlin. Er wuchs dreisprachig auf: Deutsch, Jiddisch und Englisch. Im Alter von fünf Jahren erhielt er von einer weißrussischen Lehrerin Musikunterricht in den Fächern Klavier, Theorie, Geschichte. Während des Nationalsozialismus lernte er durch heimliches Hören von „Feindsendern“ Swing und modernem Jazz , welche er als Befreiungsmusik empfand. Ab 1946 mit einem Nansen-Pass im Exil lebend, lernte Helms in Wien bei Hans Koller Tenorsaxophon. 1950 bis 1953 spielte er in Schweden unter anderem mit Charlie Parker, Buddy DeFranco, Gene Krupa. Außer mit Jazz beschäftigte er sich mit Neuer Musik . 1954/55 arbeitete Helms in Wien für die Rundfunkanstalten „Ravag“ und Sender Rot-Weiß-Rot und in Salzburg für den US-Militärsender „Blue Danube Network“. Für diesen erfand er das Sendeformat Jazz & Lyrik mit Lesungen von Lyrik und Prosa von Edgar Allan Poe bis Edward Estlin Cummings und Langston Hughes zu modernem Jazz. Auf USA-Reisen führte Roman Jakobson an der Harvard University Helms in die vergleichende Sprachwissenschaft ein, während er in Boston und New York die jüngsten Entwicklungen des Jazz unter anderem mit Lennie Tristano studierte. 1954 gab er das Saxophonspiel auf, um sich der schriftstellerisch-kompositorischen Arbeit zuzuwenden. Daneben betrieb er Privatstudien der Philosophie und Soziologie bei Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Siegfried Kracauer, denen er freundschaftlich verbunden war. Infolgedessen waren seine frühen kultur- und gesellschaftskritischen Arbeiten von der Kritischen Theorie beeinflusst, während seine späteren ideologiekritischen, sozialen und politökonomischen Analysen sich auf private Studien mit dem Marx-Engels-Biographen Auguste Cornu und dem marxistischen Sozial- und Wirtschaftshistoriker Jürgen Kuczynski stützten. Helms nennt Kracauer und Kuczynski seine wichtigsten Lehrer. Seine 1955 begonnene schriftstellerisch-kompositorische Arbeit setzte Helms ab 1957 in Köln fort, um mit dem Komponisten Gottfried Michael Koenig im Studio für Elektronische Musik am WDR zusammenzuarbeiten. Beraten von Werner Meyer-Eppler, dem Bonner Phonetiker und Begründer der Informationstheorie, der bereits Herbert Eimert und Karlheinz Stockhausen zur Seite gestanden hatte, führte er mit Koenig Klanganalysen und phonetische Experimente durch, die linguistische Studien ergänzten. Während Helms mit Stockhausen im Studio für Elektronische Musik intensiv diskutierte, ergaben sich – zuerst bei den Donaueschinger Musiktagen und den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik – enge Verbindungen zu Pierre Boulez, Bruno Maderna und John Cage. 1959 gehörte er zu den Künstlern, die Nam June Paik halfen, dessen Hommage à John Cage in Düsseldorf uraufzuführen. Helms übersetzte Cages lectures und versuchte, durch Radiofeatures und Schriften Verständnis für dessen Konzeptionen zu wecken; ebenso für die von Charles Ives. In Helms’ Wohnung bildete sich ein Zirkel, dem neben Koenig und dem Musikwissenschaftler Heinz-Klaus Metzger unter anderem die Komponisten György Ligeti, Franco Evangelisti, Wolf Rosenberg und Mauricio Kagel angehörten. Dieser polylinguale Kreis bemühte sich um eine analytische Lektüre von James Joyce’ Roman Finnegans Wake. Auch wenn Adorno Joyce neben Proust als entscheidenden Bezug für Helms’ Kompositionen im Grenzbereich zwischen Sprache und Musik hielt, sieht Helms in Gottlieb Wilhelm Rabener, Jean Paul, Laurence Sterne, Edgar Allan Poe, E. T. A. Hoffmann und Robert Walser seine wichtigsten Lehrer im literarischen Bereich und in Hector Berlioz, Gustav Mahler, Charles Ives, John Cage und den seriellen Komponisten im musikalischen. Vor diesem Hintergrund komponierte er sein Fa:m’ Ahniesgwow, die Geschichten von Yahud und den Daidalos, letzteren als Gemeinschaftsarbeit mit Hans Otte. Es folgten GOLEM und KONSTRUKTIONEN, schließlich gemeinsam mit John Cage die filmische Komposition BIRDCAGE. Helms’ musikalische Experimente erregten die Aufmerksamkeit von Theodor W. Adorno. Nachdem beide Anfang der 1960er Jahre Bekanntschaft geschlossen hatten, wurde Helms „Privatschüler“ Adornos und befasste sich intensiv mit der Kritischen Theorie, insbesondere mit deren marxistischen Grundlagen. Dabei entdeckte er Max Stirner, dessen Werk Der Einzige und sein Eigentum 1845/46 Marx zu heftiger Kritik provoziert und zur Konzeption des Historischen Materialismus veranlasst hatte. Stirners Einzigem und seiner Rezeption widmete Helms nun sehr detaillierte Studien, aus denen 1966 sein literarisches opus magnum, das Buch Die Ideologie der anonymen Gesellschaft, hervorging. Dieses Werk und eine von ihm herausgegebene gekürzte Ausgabe von Stirners Schrift trugen zur Wiederentdeckung dieses seit einem halben Jahrhundert weitgehend vergessenen Autors bei. Helms sah sich mit seiner Stirner-Kritik in der Tradition sowohl von Marx als auch von einigen zeitgenössischen Marxisten, die bereits „den Eiterherd wahrgenommen“ und Stirners „aktuelle Gefährlichkeit“ erkannt hätten: „Die ideologische Lage in der Bundesrepublik Deutschland war der Anlass, ihre gefährliche Entwicklung der Motor dieser Arbeit.“ Helms vertritt in seiner Schrift die Auffassung, dass Stirner die „erste konsequente Formulierung … der Ideologie der Mittelklasse“ geschaffen habe; weiterhin, „dass Hitler eine spezifisch mittelständische Ideologie artikuliert hat und dass Stirnerianismus und Nationalsozialismus Variationsformen desselben faschistischen Ungeists sind.“ Weil dieser Ungeist in der von der Mittelklasse beherrschten BRD fortlebe, habe er zu dessen Bekämpfung sein Buch geschrieben. Nach diesen ideologiekritischen Arbeiten wandte sich Helms ab Mitte der 1960er Jahre zunehmend politökonomischen Analysen der internationalen Kapitalkonzentration zu. Ab 1967 experimentierte er auch mit der filmischen Umsetzung von Analysen der zeitgenössischen Musik, vor allem aber der Stadt- und Transportentwicklung seit Beginn der Industrialisierung. Er betrachtete Funk und Fernsehen als wirkungsvolle Medien zur Vermittlung gesellschaftskritischer Inhalte. Auf Wunsch der Universität Bremen promovierte Helms dort 1974 kumulativ auf der Grundlage seiner Publikationen Die Ideologie der anonymen Gesellschaft und Fetisch Revolution zum Dr. rer. pol. Auf eine Berufung verzichtete er, weil sie seinen field research beeinträchtigt hätte. Neben Referaten und Lehrveranstaltungen in west- wie osteuropäischen Ländern, Jamaica, Venezuela, Kanada und den USA hatte er 1976–1978 Gastprofessuren an der University of Illinois inne. Ab 1978 lebte er in New York. In den USA und Kanada untersuchte er die rapide fortschreitenden Computer- und Telekommunikationstechnologien sowie die Automation in Industrie, Handel und Verwaltung und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Er analysierte auch die Effekte der Technologien auf die Kapitalkonzentration, auf das Transportwesen und den Städtebau. Dabei setzte er vorwiegend auf Labor- und Betriebsbesichtigungen und auf Interviews mit Wissenschaftlern, Planern, Unternehmern und Arbeitenden. Die jeweiligen Forschungsergebnisse verarbeitete er zu Funk- und Fernsehproduktionen für die ARD-Anstalten und den Deutschlandfunk oder veröffentlichte sie in Büchern, wissenschaftlichen Zeitschriften, Gewerkschaftsorganen, Wochen- und Tageszeitungen. 1989 kehrte Helms nach Deutschland zurück und ließ sich wieder in Köln nieder; 2003 zog er nach Berlin. 1993 nahm er mit dem literarisch-musikalischen Münchhausen-Projekt als „work in progress“ seine künstlerische Arbeit wieder auf. Im Zusammenhang damit betrieb er Faschismus-Forschung und Studien zur Entwicklungsgeschichte der Juden in Osteuropa. Er schrieb über Kapitalkonzentration, Städtebau und die Konsequenzen der Elektronisierung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Helms wurde am 17. März 2012 in Berlin-Friedrichshain beigesetzt. Bei seiner Beerdigung sprach Thomas Kuczynski, zudem spielte der Musiker Tristan Honsinger Cello. Herausgeber und Mitautor: Sammelband |
2024-12-01 23:44:22 | https://de.wikipedia.org/wiki/Parnitha_Olympic_Mountain_Bike_Venue | Das Parnitha Olympic Mountain Bike Venue ist ein bewaldetes Gelände im Gebirge Parnitha 35 km von Athen und 7,5 km vom olympischen Dorf entfernt, wo während der Olympischen Sommerspiele 2004 die Mountainbike-Wettkämpfe stattfanden. Das Gelände ist 100 Hektar groß und befindet sich im westlich gelegenen Vorort Acharnes. Olympiastadion • OAKA Olympic Indoor Hall • Olympic Aquatic Centre • Olympisches Velodrom • Olympic Tennis Centre Elliniko Indoor Arena • Fencing Hall • Olympic Baseball Centre • Olympic Canoe/Kayak Slalom Centre • Olympic Hockey Centre • Olympic Softball Centre Faliro Olympic Beach Volleyball Centre • Faliro Sports Pavilion • Stadion des Friedens und der Freundschaft Goudi Olympic Hall • Olympic Modern Pentathlon Centre Markopoulo Olympic Equestrian Centre • Markopoulo Olympic Shooting Centre Ano Liossia Olympic Hall • Galatsi Olympic Hall • Kotzia-Platz • Nikaia Olympic Weightlifting Hall • Olympisches Segelzentrum Agios Kosmas • Panathinaiko-Stadion • Peristeri Olympic Hall • Vouliagmeni Olympic Centre Antikes Stadion von Olympia • Kaftanzoglio-Stadion • Karaiskakis-Stadion • Marathon • Pampeloponnisiako Stadio • Pankritio Stadio • Panthessaliko Stadio • Militärflugplatz Dekelia • Parnitha Olympic Mountain Bike Venue • Schinias Olympic Rowing and Canoeing Centre 38.13333323.683333Koordinaten: 38° 8′ 0″ N, 23° 41′ 0″ O |
2024-12-01 21:59:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_der_Zivilisationen_Europas_und_des_Mittelmeers | Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers befindet sich im Alten Hafen von Marseille. Es wurde 2013 anlässlich der Ernennung Marseilles als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2013 eröffnet. Das Museum wurde für 190 Millionen Euro vom französischen Architekten Rudy Ricciotti errichtet. Das Museum wurde am 4. Juni 2013 durch Staatspräsident François Hollande eröffnet und am 7. Juni der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. MuCEM ist an der Esplanade du J4 gelegen, einer künstlichen Halbinsel am Ausläufer des Alten Hafens. Das historische Fort Saint-Jean lässt sich über einen Fußgängersteg erreichen, der vom Dach des Gebäudes ausgeht. Neben dem MuCEM steht die Villa Méditerranée. Der Museumsbau ist kubisch angelegt und verglast. Zwei zum Hafenwasser ausgerichtete Seiten sind mit einer netzartigen Betonkonstruktion versehen. Die Besucher können auf einem Außenrundgang zwischen dem Gebäude und dem Betonnetz gehen. Die Dauerausstellung, Galerie de la Méditerranée, zeigt den Übergang zum Ackerbau, die Erfindung der Religionen sowie die Geburt des aufgeklärten Bürgers. Daneben fanden sich die beiden Sonderausstellungen Le Noir et Le Bleu und Au Bazar du Genre . Sie stellten die Geschichte des Mittelmeerraums in Hinblick auf den Kontrast zwischen europäischem und afrikanischem Leben sowie die Rolle von Frauen und Sexualität in der Region dar. 43.2969375.361139Koordinaten: 43° 17′ 49″ N, 5° 21′ 40,1″ O |
2024-12-03 17:11:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Brockhaus_Bilder-Conversations-Lexikon | Die Brockhaus Enzyklopädie war ein mehrbändiges Nachschlagewerk in deutscher Sprache, das zuletzt von dem zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Wissen Media Verlag herausgegeben wurde. Bis Anfang 2009 wurde die Enzyklopädie von F. A. Brockhaus bzw. vom Mannheimer Verlag Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG herausgegeben. Seine ersten Vorläufer erschienen im 18. Jahrhundert bei Löbel und Franke als Conversations-Lexikon. Später wurde das Lexikon unter dem Namen Der Große Brockhaus bekannt . Der Name Brockhaus Enzyklopädie wurde ab der 17. Auflage verwendet. Am 11. Juni 2013 wurde bekannt, Bertelsmann wolle den Verlag schließen und die Brockhaus Enzyklopädie solle zunächst nur noch als Onlinedienst erscheinen. Der zuletzt als Herausgeber tätige Wissen Media Verlag stellte sein Buchgeschäft mit der Handelsmarke Brockhaus zum 1. Februar 2014 ein. Am 30. Juni 2014 wurde der Vertrieb der gedruckten Enzyklopädie eingestellt. Im Jahr 2015 übernahm der Verlag der Schwedischen Nationalenzyklopädie die Rechte an der Marke. Dessen deutsche Tochter NE GmbH entwickelt und vermarktet seitdem die für 6 Euro pro Monat oder 60 Euro pro Jahr nutzbare Onlineausgabe der Brockhaus Enzyklopädie. In der Vorrede der Redaktion und Verlagshandlung zum 15. Band der 11. Auflage des Brockhaus von 1868 wurde die Zielsetzung des Werkes beschrieben: „Das Conversations-Lexikon die Flüssigmachung und Popularisierung der wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht für die geschäftliche Praxis, sondern für die Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit erlangt, die für ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und, wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß. Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich für den einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen, nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der Dinge, sowie die Uebersicht über das Ganze, wenn nicht erschlossen, so doch erleichtert wird.“ Das Conversationslexikon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten war von dem Gelehrten Renatus Gotthelf Löbel und dem Juristen Christian Wilhelm Franke begründet worden. Zwischen 1796 und 1806 erschienen 5 Bände und 1808 wurden Teile des sechsten Bandes fertiggestellt. Friedrich Arnold Brockhaus , der 1805 mit seiner Verlagstätigkeit in Amsterdam begonnen hatte, erwarb am 25. Oktober 1808 auf der Leipziger Buchmesse das Verlagsrecht und die Vorräte des Löbel-Frankes Lexikons, indem er von dem Buchdrucker Friedrich Richter die Verlagsbuchhandlung der Begründer des Lexikons, die sie eigens für seinen Vertrieb gegründet hatten, für 1.800 Taler kaufte. Sie war nach dem Tod Löbels 1799 von Franke an den Leipziger Verleger Friedrich August Leupold, von diesem 1806 an Johann Karl Werther, 1808 dann weiter an Johann Gottfried Herzog und schließlich im selben Jahr an Richter veräußert worden. Ab 1809 nahm Brockhaus noch unter seiner damaligen Firma Kunst- und Industrie-Comptoir von Amsterdam die weitere Auslieferung des mit der Erarbeitung des abschließenden Bandes nun vollständig vorliegenden Lexikons vor, ließ jedoch vom Mitbegründer Franke zwei Ergänzungsbände erarbeiten, die zur Aktualisierung des Stoffs vor allem aufgrund der Französischen Revolution mit ihren Folgeereignissen dringend geboten waren. Das Conversations-Lexikon erschien 1809 in 6 Bänden. Im Jahr 1811 wurden die zwei Ergänzungsbände veröffentlicht. Es stellte das Käufervertrauen in die Zuverlässigkeit des Lexikons wieder her, das durch die laufenden Verlegerwechsel bei dem Projekt bereits deutlich geschwunden war. Dadurch gelang es Brockhaus die 2.000 Exemplare der ersten Auflage des Konversationslexikons bis Anfang 1811 fast vollständig zu verkaufen. Der erste Band der 2. Auflage, die vollständig von Friedrich Arnold Brockhaus erarbeitet und ausweislich des Titelblatts des 1. Bands zunächst nur achtbändig konzipiert worden war, erschien zur Ostermesse 1812 unter dem Titel Conversations-Lexicon oder enzyklopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände … noch mit der Impressumsangabe Zweite, ganz umgearbeitete Auflage. Leipzig 1812. Im Verlage des Kunst- und Industrie-Comptoirs von Amsterdam. Sie sollte den Grundstock für den großen Erfolg des Brockhaus legen. Dem ersten Band folgten im gleichen Jahr der zweite und im Folgejahr der dritte und vierte Band. Da die vier Bände bereits im Herbst 1813 vergriffen waren, wurden sie ab 1814 in umgearbeiteter, aktualisierter Fassung nachgedruckt – die 3. Auflage war damit auf dem Buchmarkt. Ihr Titel lautete nur noch Conversations-Lexicon oder enzyklopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände, als Verlag und Verlagsorte waren nun F. A. Brockhaus bzw. Leipzig und Altenburg angegeben. Brockhaus hatte dieses Werk dem österreichischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Fürst Metternich, gewidmet, wie aus einem Dedikationstext zu entnehmen ist, der dem Vorwort des ersten Bandes vorangestellt wurde. Bis 1816 folgten dann der fünfte bis siebte Band, sie reichten bis zum Buchstaben „O“. Mit ihnen wurden sowohl die 2. als auch die 3. Auflage fortgeführt. Erst in den Jahren 1817 bis 1819 folgten die letzten drei Bände für beide Auflagen, die nunmehr zehnbändig ausgelegt waren. Gleichzeitig waren diese aber auch schon die abschließenden Bände der 4. Auflage, die 1817 begonnen werden musste, um den Nachdruck der Stuttgarter Firma A. F. Macklot abzuwehren . Somit hatten die 2. bis 4. Auflage drei gemeinsame abschließende Bände. Erst sechs Jahre nach dem Beginn der zweiten Brockhaus-Lexikonausgabe lag also das vollständige Werk für die Benutzer vor. Durch die Lieferung von verschiedenen Titelblättern konnten die, wie damals üblich, erst von den Lexikonkäufern mit der Einbindung beauftragten Buchbinder die Bände mit jeweils auflagenidentischen Titelblättern ausstatten. 1818 folgte auch noch ein Supplementband, der die Bände eins bis sieben der 1. bis 3. Auflage auf den Stand der 4. Auflage brachte. Nachdem Brockhaus die notwendigen Umarbeitungen und Aktualisierungen von Artikeln zunächst noch eigenhändig vorgenommen hatte, konnte er dafür schließlich Wissenschaftler der beiden Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg gewinnen, wobei die Redaktion der Bände unter Mitarbeit von Ludwig Hain und Georg Ludwig Peter Sievers erfolgte. Um die an einem möglichst aktuellen Lexikon interessierten Nutzer, die seit Beginn der 2. Auflage so lange auf den Abschluss des Nachschlagewerks warten mussten, nicht sofort wieder mit den Kosten für die wiederum überarbeitete 5. Auflage zu belasten – auch sie erschien in zehn Bänden in den Jahren 1819 und 1820 –, wurden parallel zu ihrer Auslieferung für die vier vorangegangenen Auflagen zwei Supplementbände erarbeitet, die in vier Abteilungen die wesentlichen Verbesserungen und die neuen Artikel der 5. Auflage enthielten. Die Bände der 2. Auflage kosteten bei Gesamtabnahme insgesamt 12 Taler 12 Groschen sächsisch . Für die Qualität bereits der frühen Ausgabe der Enzyklopädie sprechen wohl auch zwei sogenannte Raubdrucke, die von dem Stuttgarter Verleger Carl Erhard mit dem von seinem Stiefvater August Friedrich Macklot übernommenen Verlag unternommen wurden. Er druckte zunächst die 1814 begonnene 3. Auflage des Conversationslexikons ohne Genehmigung des Hauses Brockhaus nach. Möglich war diese Praxis durch die damals in Deutschland herrschende Zersplitterung des Rechts, dem es an einem einheitlichen, für die deutschen Bundesländer übergreifenden Urheberrecht mangelte. In Württemberg waren Nachdrucke für „ausländische“ Druckerzeugnisse nicht verboten. Ohne irgendwelche Honorare an wissenschaftliche Mitarbeiter des Lexikons zahlen zu müssen, konnte der Verlag A. F. Macklot „mit Königl. württembergischer allergnädigster Genehmigung“ ab 1816 eine preiswertere Ausgabe des Brockhaus’schen Lexikons insbesondere für den süddeutschen Raum anbieten. So kostete jeder der sogar separat angebotenen Nachdruck-Bände 2 Gulden, wohingegen ein Band des Originalwerks bei Abnahme des Gesamtwerkes 1 Taler 6 Groschen sächsisch, was etwa 2½ Gulden entsprach, und im „ordinären Ladenpreise“ sogar 2 Taler 12 Groschen kostete. Ein Einzelband war damit bei Brockhaus mehr als doppelt so teuer. Interessanterweise kündigte der Verlag A. F. Macklot in der Vorrede zum ersten Band an, dass seine Ausgabe sogar aktueller als die Brockhaus’sche Ausgabe von 1814 sei, da er die im Ergebnis der Befreiungskriege eingetretenen gesellschaftlichen Veränderungen schon berücksichtigt habe, und macht dies zum Beispiel an den Artikeln „Alexander I.“, „August Friedrich “ oder „la belle Alliance“ fest. Tatsächlich weisen diese Einträge Ergänzungen auf. Allerdings wurden auch Kürzungen bei einzelnen Artikeln vorgenommen, auf die die Käufer jedoch nicht hingewiesen wurden: Berichtet der Brockhaus im Band 4 beim Stichwort „Humboldt “ noch auf über 5½ Seiten ausführlich über seine Südamerikareise von 1799–1804 , meint die Macklotsche Ausgabe dazu , dass „eine ausführliche Beschreibung dieser Reise schwerlich jemand hier erwarten“ kann und handelt sie unter Angabe der Jahreszahlen ihres Beginns und Endes sowie des Namens von Humboldts Begleiter Bonpland auf drei Zeilen ab. Im sechsten Band der Macklotschen Ausgabe äußert sich der Verlag mit einer den Stichworten vorangestellten „Nothgedrungene Erklärung zur Sicherung Rechts und Gerechtigkeit“ zur Frage seiner Nachdruck-Politik. Dabei kritisierte er die von Brockhaus im Ergebnis des Nachdrucks aufgelegte überarbeitete 4. Auflage als ein Werk ohne tatsächliche „sogenannte Vermehrungen und Verbesserungen“, die Brockhaus für die neue Ausgabe angegeben hatte. Carl Erhard glaubte ernstlich, für die im Vergleichswege an Brockhaus gezahlte „Geldaufopferung“ von 1 500 Gulden seine Verlagspolitik der Nachahmung fortsetzen zu können, ohne dass Brockhaus sich zumindest für die Zukunft wappnete, nachdem er durch die ungünstige Rechtssituation mit Unterlassungsansprüchen bei der laufenden Ausgabe gerichtlich nicht durchdringen konnte. Der Verlag A. F. Macklot hatte auch die 4., wiederum in zehn Bänden ab 1817 erschienene Auflage von Brockhaus kopiert, wobei seine Ausgabe aber nur siebenbändig erschien. Die von Brockhaus für seine vier vorangegangenen Auflagen vorgelegten zwei Supplementbände von 1819/20 hatte Macklot weitestgehend inhaltsgleich als Aktualisierungen für seine beiden Nachdruckausgaben übernommen, nachdem er Brockhaus’ Supplementband von 1818 für die Bände eins bis sieben der 1. bis 3. Brockhaus-Auflage nur unter merklicher Überarbeitung oder Weglassung von Artikeln nachgedruckt hatte; darauf wies er im Vorwort unter Angabe seiner Gründe ausdrücklich hin. Da sich inzwischen die öffentliche Meinung in dem Rechtsstreit hinter Brockhaus gestellt hatte und der Absatz seines Lexikons beachtlich angestiegen war, musste Carl Erhard die 2. Auflage seines Nachdrucks zum größten Teil makulieren. Damit war diese, die geschäftliche Entwicklung des Lexikonprojekts auf Dauer ernstlich gefährdende Nachdruck-Episode ausgestanden. Zu weiteren Nachdrucken durch den Verlag A. F. Macklot kam es nicht mehr. Diese Ausgabe war die erste, die nach dem Ableben des Firmengründers von seinen beiden Söhnen Friedrich und Heinrich Brockhaus selbstständig veranstaltet worden war. Ihr genauer Titel lautete: Allgemeine deutsche Real=Encyklopädie für die gebildeten Stände. , und ihre Redaktion lag erneut bei dem Historiker Friedrich Christian August Hasse, der nach einer Tätigkeit an der Kadettenanstalt in Dresden ab 1828 als Professor für die Historischen Hilfswissenschaften an der Universität Leipzig lehrte und bereits die 6. Auflage sowie die „Neue Folge“ redigiert hatte. Die Enzyklopädie war vom Verlag erstmals zwölfbändig mit einem Umfang von etwa 10.700 Seiten konzipiert und wurde in drei verschiedenen Papierqualitäten angeboten: der preiswertesten Variante auf „weißem Druckpapier“ , einer besseren Ausgabe auf „gutem Schreibpapier“ und schließlich auf „extrafeinem Velinpapier“ . Erstmals erfolgte der Druck im Hause Brockhaus auf einer Schnellpresse, die der Verlag 1826 als erstes Druckhaus in ganz Sachsen in Betrieb genommen hatte. Nachdem 1828 die 1. Auflage von 12.000 Exemplaren vergriffen war, erschien von Oktober 1829 bis September 1830 ein zweiter, korrigierter Abdruck in 14.000 Exemplaren, der einen um 4 Seiten im 12. Band geringfügig angewachsenen Umfang hatte. Mit dem ebenfalls 1829 erschienenen Supplementband für die Besitzer insbesondere der sechsten Auflage und der „Neuen Folge“ wurde deren Lexikon auf den aktuellen Stand dieser Auflage gebracht. Bei späteren Auflagen der Enzyklopädie wurde auf derartige Bände verzichtet. Es erfolgte mit Supplementbänden lediglich eine Aktualisierung der jeweils laufenden Auflage. Auch bei dieser Auflage gab es nochmals einen fremden Nachdruck. Die Neue, wörtlich nach dem zweiten durchgesehenen Abdruck der Leipziger siebenten Original=Ausgabe abgedruckte Auflage bei Fleischhauer und Spohn, Reutlingen 1830–1831, machte sich zwar noch einmal die besondere Rechtslage im Königreich Württemberg zunutze und führte zu einer seltenen bibliophilen Kostbarkeit; Rechtsstreitigkeiten wurden jedoch vermieden und der Nachdruck blieb weitgehend unbekannt. Somit konnte die Enzyklopädie ihren Siegeszug auf dem deutschen Buchmarkt nun antreten ; zu weiteren Nachdrucken kam es nicht mehr. Die 8. Auflage erschien in zwölf Einzelbänden als Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. Die 9. Auflage erschien von 1843 an in fünfzehn Einzelbänden unter dem Titel Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon, ab 1849 erstmals mit dem Tafelwerk Systematischer Bilder-Atlas. Die 10. Auflage erschien ab 1851 in fünfzehn Bänden, wobei Band 15 in zwei Bücher gebunden war. Die 11. Auflage beschäftigt sich in ausführlichen Darstellungen mit den aktuellen politischen Ereignissen in Deutschland . Ab 1869 wurde die zweite Auflage des Bilder-Atlas herausgegeben. Nach der Reichsgründung erschienen die beiden Supplement-Bände von 1872 und 1873, diese stellen den Deutsch-Französischen Krieg in aller Genauigkeit dar und fokussieren sich insbesondere auf die territorialen Zugewinne . Die 12. Auflage erschien ab 1875 in fünfzehn Bänden und enthielt in ihrem letzten Band unter dem Titel Zur Charakteristik und Geschichte des Conversations-Lexikon auf 21 Seiten ein Vorwort über Aufgabe, Inhalt, Form und Geschichte des Werks. Mit der in den Jahren 1882 bis 1887 erschienenen 13. Auflage des Conversations-Lexikons wurde der erstmals zweispaltig gesetzte Text auch mit 411 Tafeln und 102 Karten sowie 12 Situationsplänen versehen, nachdem die früheren Auflagen nur reine Textbände umfasst hatten. Vor allem bei den Tafeln, die zumeist in dem damals aus Kostengründen sehr verbreiteten Holzstich, teilweise aber auch als Chromolithographie, ausgeführt waren, konnte auf den seit 1849 als Ergänzung zu den Lexika-Ausgaben separat erschienenen, mehrbändigen Bilder-Atlas zum Conversations-Lexikon zurückgegriffen werden, dessen 2. Auflage seit 1874 vorlag. Aber es bestanden beim Verlag auch schon anderweitig Erfahrungen mit illustrierten Nachschlagewerken. So waren bereits 1837 bis 1841 ein vierbändiges Bilder-Conversations-Lexikon und von 1860 bis 1865 ein Illustriertes Haus- und Familien-Lexikon in sieben Bänden erschienen. Die Redaktion des Textes des auf 16 Bände mit circa 15.000 Seiten angewachsenen Textes lag in den Händen von Gustav Stockmann, die des Illustrationsteils bei Bernhard Siegfried. Dem auf dem Buchmarkt mit 91.000 verkauften Exemplaren sehr erfolgreichen Hauptwerk folgte ein Supplementband mit Text- und Abbildungsergänzungen sowie mehreren Registern. Der Einband war in Halbleder gehalten, wobei der Buchrücken zeittypisch überreichlich mit Goldverzierungen versehen war. Die Bände kosteten etwa 15 Mark. Die wiederum in 16 Bänden vorgelegte 14. Auflage folgte bereits vier Jahre nach Abschluss der vorangegangenen. Wiederum gab es einen Supplementband, der im Sommer 1897 erschien. Neu war bei dieser Auflage die Einbindung von 4.000 Abbildungen direkt in den Text. Von den über 1.000 Tafeln waren nun 134 als Chromolithographien ausgeführt, und zum letzten Mal bei einem Brockhaus-Konversationslexikon waren die Karten im aufwendigen Steindruckverfahren angefertigt worden. Bereits 1898 wurde diese Auflage überarbeitet als Revidierte Jubiläums-Ausgabe ausgeliefert, gefolgt von der zwischen 1901 und 1904 erschienenen Neuen revidierten Jubiläumsausgabe und der vierten Ausgabe von 1908 bis 1910. In Inseraten wurde den Kaufinteressenten angeboten, die Bücher jeweils im Abonnement zu beziehen . Schließlich wurde 1920 noch ein Neudruck der Ausgabe von 1908 vorgenommen. Die Ausgaben ab 1901 waren in der damals neuen deutschen Rechtschreibung gesetzt worden. Aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen Kosten für Buchbinder und Illustrator wurde bei im Vergleich zur 13. Auflage konstant gehaltenen Verkaufspreisen von 10 Mark für einen Ganzleinen- und 15 Mark für einen Halblederband mit Goldschnitt nur ein geringer Gewinn erzielt. Der Verkauf des Lexikons wurde zu mehr als 80 % über den Reisebuchhandel und nur zu 1/5 über den Sortimentsbuchhandel abgewickelt. Bis 1913 waren 300.000 Exemplare des Lexikons verkauft. Im Deutschen Kaiserreich hatte ein Konversationslexikon einen hohen gesellschaftlichen Status, so dass weite Kreise der Bevölkerung den Besitz anstrebten. Nachdem seit der zuvor erschienenen 14. Auflage mehr als 30 Jahre vergangen waren – ursprünglich war die Ausgabe bereits für 1912 geplant –, erschien von 1928 bis 1935 zunächst das Grundwerk der 15. Auflage des Brockhaus unter dem Titel Der Große Brockhaus in 20 Bänden; es folgten 1935 ein Ergänzungsband und 1937 ein Atlasband. Es wurden verlagsseitig eine Halbleder-, eine Ganzleinen- und eine Werkstoff-Ausgabe geliefert. Aufgrund seiner Entstehungszeit wird er mitunter auch als „Weimarer Brockhaus“ bezeichnet. Eine zweite Ausgabe, die ab 1939 erscheinen und in der die nationalsozialistische Ideologie umfassend Berücksichtigung finden sollte, kam aufgrund der Kriegsereignisse über den ersten Band von „A–AST“ nicht hinaus. Die Enzyklopädie beschreibt geopolitisch den Zustand der Erde, wie er sich nach den Veränderungen im Ergebnis des Ersten Weltkriegs ergeben hat. Berücksichtigung fand insbesondere auch der bis Mitte der 1930er Jahre erreichte beachtliche Stand von Wissenschaft und Technik, der sich insbesondere in einer rasanten Entwicklung der Verkehrsmittel widerspiegelte. Aber auch die vielfältigen sonstigen technischen Neuerungen, wie z. B. der Beginn der Rundfunk- und Fernsehtechnik oder das Elektronenmikroskop, fanden Berücksichtigung. An den letzten, nach 1932 erschienenen Bänden und dem Ergänzungsband ist auch schon die gesellschaftliche Entwicklung im nationalsozialistischen Deutschland deutlich ablesbar, indem ausführlich die neugeschaffenen Machtstrukturen des NS-Staates und seine handelnden Organe dargestellt werden sowie die Auswirkungen der NS-Unterdrückungspolitik Eingang gefunden haben. Das Grundlexikon der 20. Auflage des Brockhaus umfasste rund 260.000 Stichwörter auf 17.000 Seiten, die durch circa 35.000 Abbildungen, Karten und Tabellen ergänzt wurden. Zudem wurden bis 1999 sechs Ergänzungsbände herausgegeben. Die ersten sechs Bände der 21. Auflage erschienen im Oktober 2005 auf der Frankfurter Buchmesse. Die komplette 30-bändige Ausgabe lag im Folgejahr 2006 vor. Zudem war eine digitale Version der Enzyklopädie erhältlich. Diese Auflage hatte einen Gesamtumfang von 24.500 Seiten mit rund 300.000 Stichwörtern und 40.000 Bildern. Die Standardausgabe in rot-schwarzem Halbledereinband wurde bei Komplettabnahme zu einem Gesamtpreis von 2.820 Euro verkauft. Dem Verlag zufolge wiegen die Bände zusammen 70 Kilogramm und nehmen 1,70 Regalmeter ein. Daran gearbeitet hatten „70 Fach-, Bild- und Schlussredakteure“ der Redaktion in Leipzig sowie tausend weitere Autoren, im Wesentlichen freie Mitarbeiter. Ergänzt wurde das Ganze noch durch eine „Audiothek“, bestehend aus 2 DVDs, mit über 3.000 Hörbeispielen verschiedenster Art. Die Hörbeispiele umfassten politische Reden, Musikstücke, Naturgeräusche usw. mit einer Gesamtspielzeit von ca. 70 Stunden. Ab Ende 2010 wurde eine aus 32 Teilen bestehende neue Auslieferungsvariante angeboten. Neben dem 30-bändigen Grundlexikon bestand diese Auslieferungsvariante noch aus der Audiothek und dem Band „Multimedial“. Dieser zusätzliche Band enthielt vier DVDs mit einem umfangreichen Bonusmaterial und ein schwarz eingebundenes Handbuch. Wie bei früheren Auflagen gab es auch bei der 21. Auflage eine Sonderausgabe, die sich durch eine geringe Auflagenhöhe, eine abweichende Einbandgestaltung und einen höheren Preis von der Standardausgabe unterschied. Die Einbände dieser Sonderausgabe wurden von Armin Mueller-Stahl gestaltet. Diese Ausgabe wurde auf 999 Exemplare limitiert und zu einem Neupreis von 6.000 Euro verkauft. Vom Brockhaus-Verlag werden seit 1993 Jahrbücher veröffentlicht, die einerseits als laufende Ergänzung zu den verschiedenen Ausgaben der großen Brockhaus-Enzyklopädie wie auch für kleinere Brockhaus-Lexikaausgaben fungieren und die andererseits als einzeln nutzbare Nachschlagewerke im Sinne einer Jahrgangschronik verwendbar sind. Diese Jahrbücher sind etwas schmaler als die eigentlichen Lexikonbände und umfassen in der Regel ungefähr 400 Seiten. Ansonsten weisen sie die gleichen Abmaße und die gleiche Ausstattung wie die Bände der Enzyklopädie oder deren Einbandvarianten auf . Die Jahrbücher erscheinen immer zu Beginn des Folgejahres. Sie gliedern sich inhaltlich immer in folgende Teile. Einleitungsessay, Chronologischer Jahresrückblick, Lexikon A–Z mit Ergänzungen und Ereignissen, Auflistung der Verstorbenen des Jahres und einem Personenregister. Mit der Einstellung des Buchhandelsgeschäftes durch den Brockhausverlag 2014 und dem im Frühjahr 2014 veröffentlichten Jahrbuch 2013 schien auch das Schicksal der Jahrbuchreihe besiegelt. Doch sowohl in der Halblederausgabe als auch der Exklusivausgabe werden diese Bände weiterhin wie bisher an Abonnenten ausgeliefert. Ein derartiges Abonnement kann aktuell zum Preis von 68 Euro je Jahrbuch noch bis Ende August 2023 über die Verlagswebseite online abgeschlossen werden. Über ein Ende dieser Reihe ist derzeit nichts bekannt. Das Jahrbuch 2023 kam planmäßig im April 2024 bei den Kunden in der jeweils bestellten Einbandvariante an, das Jahrbuch 2024 ist in Arbeit. Im Frühjahr 2000 erschien in der Halbleder- und Exklusivausführung ein zusammenfassendes Register der Jahrgänge 1993 bis 1999. Die ab 2015 herausgegebenen Jahresbände werden von der Firma Palmedia Publishing Services hergestellt. Von 1997 bis 2014 veröffentlichte der Brockhaus-Verlag in der Reihe Brockhaus – Die Bibliothek folgende neun jeweils in sich abgeschlossene Themenreihen und zwei Sonderbände. Die Inhalte der in der Regel 6-bändigen Reihen wurden eher erzählend als enzyklopädisch angelegt. Die Werke zeichnen sich gegenüber den Lexikonbänden durch einen deutlich erhöhten Bild- und Abbildungsanteil aus. Jeder Band umfasst circa 700 Seiten. Alle Reihen und Sonderbände erschienen in der von dem Lexikon her bekannten bibliophilen Exklusivausführung. Die ersten sechs genannten Reihen erschienen auch in der Halblederausführung. In Abmessung und Optik wurden beide Ausführungsvarianten bis auf die Farbe des Rückenschildes identisch zu den Ausführungsvarianten des Lexikons und der Jahrbücher gestaltet. Im Unterschied zu den Lexikonausgaben bzw. der Jahrbücher wurde für das Rückenschild der Reihen- und Sonderbände der Brockhaus-Bibliothek die Farbe Blau verwendet. Zu den historischen Vorgängern der kleineren Ausgaben zählen: In der Folgezeit wurden im Festeinband oder als broschiertes Taschenbuch mehrere „kleinere“ Ausgaben verschiedenen Umfangs verlegt, die meistens auf dem Daten- und Wissensbestand der Hauptausgabe basieren. Dabei reichte das Spektrum von 24 Bänden bis zur Zusammenfassung in nur noch einem Band: Auch die Digitale Enzyklopädie wurde durch kleinere Ausgaben auf DVD ergänzt: Als Alternative zum Großen Brockhaus erschien Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. Im Krisenjahr 1923 erschien dessen sechste, gänzlich umgearbeitete und wesentlich vermehrte Auflage als Brockhaus Handbuch des Wissens in vier Bänden. Einband und Material dieser Auflage waren aus weniger beständigem Material. Zwischen Oktober 1936 und März 1938 veröffentlichte die inzwischen „arisierte“ Brockhaus-Redaktion eine im Geiste des Nationalsozialismus geprägte Neuausgabe. Dem neuen Zeitgeist entsprechend wurde diese vierbändige Ausgabe, die durch einen Atlasband ergänzt wurde, „Der Neue Brockhaus“ genannt und nicht mehr als Enzyklopädie oder Konversationslexikon, sondern als Allbuch bezeichnet, um die fremden Lehnwörter durch eine deutschsprachige Wortschöpfung zu ersetzen. Eine „zweite, verbesserte Auflage“ löste in den Jahren 1941/1942 die erste Auflage ab. In dieser wurden dann u. a. die weltpolitischen sowie wissenschaftlich-technischen Entwicklungen seit der ersten Auflage berücksichtigt. Die erste Auflage erschien inhaltsgleich in einer hellbraunen Ganzleinenausgabe sowie einer Ausgabe in schwarzem Halbleder mit grünem Leineneinband und Lederecken . Die zweite Auflage wurde ausschließlich als Ganzleinenausgabe aufgelegt. Der Titel „Der Neue Brockhaus“ wurde auch bei späteren Ausgaben nach 1945 verwendet, um eine Unterscheidung zur großen Gesamtausgabe zu ermöglichen. 1958–1960 erschien die dritte „völlig neubearbeitete Auflage“ in 5 Bänden + Ergänzungsband und Atlas. Zumindest eine Grafik wurde als Mehrschicht-Transparent-Bild auf Folien gestaltet – Der menschliche Körper. 1968–1971 erschien die vierte Auflage in 5 Bänden, jetzt als „Lexikon und Wörterbuch“ bezeichnet. Am 4. November 2002 erschien die Enzyklopädie unter dem Titel Brockhaus multimedial 2002 erstmals digital auf CD und DVD. Sie umfasste zwei CDs und eine DVD als Multimedia-Ergänzung und war entweder als reguläre oder Premium-Edition verfügbar. Sie enthielt 260.000 Artikel mit 330.000 Stichwörtern, etwa 26 Millionen Wörtern und 14.500 Abbildungen. Die Ausgabe kostete weit über 1.000 Euro. Seit 2004 war der digitale Brockhaus für verschiedene mobile Plattformen lieferbar, Windows Mobile, Symbian, Palm OS und seit März 2010 auch als App für das iPhone. Teile der digitalen Enzyklopädie stehen im Brockhaus Lehrerportal online zur Verfügung. Die Brockhaus-Enzyklopädie Digital auf Basis der 21. Auflage mit 30 Bänden erschien am 15. November 2005 auf zwei DVD-ROMs und einem USB-Stick. Sie enthält den vollständigen Text, dazu umfangreiche Zusatz- und Quellentexte, außerdem 25.000 Bilder, 280 Videos, 140 Animationen und 3000 Audiodateien. Sie wurde online aktualisiert. Zusätzliche digitale Angebote waren ein Atlas der 3-D-Anatomie, Schülerlexika und ein 3-D-Atlas. Viele Recherchemöglichkeiten einschließlich natürlichsprachlicher Suchhilfe und mehrerer Millionen Querverweise. Durch den USB-Stick ist das Lexikon standortunabhängig und kann auf mehreren Rechnern sofort eingesetzt werden. Gleichzeitig dient er als Kopierschutz. Der Preis im Buchhandel betrug etwa 1.500 Euro . Mehrere historische Auflagen des Brockhaus liegen in digitaler Umsetzung vor. Die 1. Auflage in der Version von 1809–1811 des Verlages Directmedia ist im Handel erhältlich, aber auch in einer nichtkommerziellen Variante. Weiter sind digital erhältlich die vierbändige illustrierte Ausgabe von 1837–1843, der Brockhaus von 1906 und ein zweibändiger Brockhaus von 1911. Einige Ausgaben sind über das Internet zugänglich . Für die Nutzung über das Internet wird seit 2007 auch die 14. Auflage des Brockhaus Konversations-Lexikons von 1892–1897 in einem freien Projekt digitalisiert und aufbereitet. Über 17.000 Seiten sind bereits als Bildscan einsehbar und stehen als digitaler Volltext zur Verfügung, allerdings sind die Texte bisher nur zu einem geringen Teil korrigiert. Im Jahr 2015 lizenzierte Bertelsmann die Inhalte des Brockhaus an den Verlag der Schwedischen Nationalenzyklopädie SE, die seitdem die Vermarktung des Brockhaus Wissensservice mit einer eigenen GmbH mit Sitz in München übernommen hat. Die Zusammenarbeit mit dem Munzinger-Archiv, das nur den Text der Enzyklopädie, aber keine multimedialen Inhalte angeboten hatte, wurde Ende 2015 beendet. Der Inhalt wurde durch eine eigene Redaktion, die weiterhin bei Bertelsmann angesiedelt ist, sowie durch freie Mitarbeiter weiter entwickelt. Das Angebot wird durch den Harenberg Kulturführer und ein Wörterbuch ergänzt. Es richtete sich zunächst ausschließlich an den B2B-Bereich, also vornehmlich an Bibliotheken, an Schulen und an Firmenkunden. Der Zugriff ist für die bei den entsprechenden Bibliotheken und Schulen registrierten und angemeldeten Benutzern auch außerhalb dieser Einrichtungen möglich. Bei der Frankfurter Buchmesse 2016 stellte Brockhaus Erweiterungen für dieses Angebot in Form der Module Grundwissen, Kinder- und Jugendlexikon vor. Neben dem Portal der Brockhaus Enzyklopädie tritt seitdem auch ein Angebot für Schulen mit Lehrmaterial für Grundschulen und Gymnasien in der Sekundarstufe I hinzu, das sich an den Lehrplänen ausrichtet und schrittweise als Unterrichtsmaterial an staatlichen Schulen zugelassen werden soll. Seit April 2017 ist die Brockhaus Enzyklopädie auch über den EBSCO Discovery Service recherchierbar. Seit Juni 2018 können Einzelpersonen für 6 Euro pro Monat bzw. für 60 Euro pro Jahr unabhängig von einer Bibliothek oder sonstigen Bildungseinrichtung einen eigenen privaten Zugang zum Brockhaus Wissensservice erhalten. Seit 2019 ist die Brockhaus Enzyklopädie – ebenso wie die Encyclopaedia Britannica – für Bürger mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz mittels Nationallizenz zu nutzen. Laut einer Ankündigung des Unternehmens vom 11. Februar 2008 sollte die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie von 2006 die letzte gedruckte Ausgabe sein. „Die Zeit, in der man sich eine hervorragende Enzyklopädie von anderthalb Meter Umfang ins Regal stellt, um sich dort herauszusuchen, was man wissen will, scheint vorbei zu sein“, sagte hierzu der Verlagssprecher Klaus Holoch. Der Verkauf dieser Auflage sei so schlecht verlaufen, dass Brockhaus mit einem Verlust „in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro“ habe abschließen müssen. Marktanalysen hätten gezeigt, dass die Kunden künftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen würden. Der Brockhaus-Inhalt sollte deshalb im Internet in einem werbefinanzierten Onlineportal kostenlos angeboten werden; die klassischen Buchkunden wollte der Verlag außerdem mit Lexika und der Enzyklopädie bedienen. Die für den 15. April 2008 angekündigte Lancierung des kostenlosen Onlineportals wurde dann aber auf unbestimmte Zeit verschoben und später ganz abgesagt. Die Brockhaus-Enzyklopädie wurde schließlich rückwirkend zum 1. Februar 2009 durch die Bertelsmann-Tochter Arvato/wissenmedia GmbH übernommen. Nach Aussagen des Verlags sollte es nun auch eine neue Auflage in Buchform geben. Allerdings hieß es schon damals, der wachsende Erfolg der Wikipedia stelle eine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Als letzter gedruckter Brockhaus erschien 2011 das von wissenmedia herausgegebene Einbandlexikon Der Brockhaus in einem Band. 2008 hatte derselbe Verlag auch schon eine Wikipedia in einem Band herausgegeben. Die Pläne für eine größere Neuausgabe wurden 2013 wegen der Marktdominanz der Online-Enzyklopädie Wikipedia aufgegeben. Der Direktvertrieb aller Verlagsprodukte – vor allem der 21. Auflage der „Brockhaus Enzyklopädie“ – wurde, genau wie der Vertrieb der Lexika, Mitte 2014 eingestellt. Am Rande der Frankfurter Buchmesse wurde im Oktober 2015 bekanntgegeben, dass der Verlag der Schwedischen Nationalenzyklopädie die Vermarktung der Marke Brockhaus übernommen hat. Das deutsche Tochterunternehmen NE GmbH in München entwickelt und vertreibt seitdem die Onlineausgabe der Brockhaus Enzyklopädie. Brockhaus hat sich seitdem vom Wissens- zum Bildungsanbieter gewandelt und bietet neben den Online-Nachschlagewerken bestehend aus Enzyklopädie, Jugendlexikon und Kinderlexikon noch digitale Lehrwerke, E-Learning-Material sowie englischsprachige Lehrvideos inklusive Unterrichtsmaterial für den bilingualen Sachfachunterricht an. Diese Online-Angebote richten sich vor allem an Bibliotheken, Schulen, Medienhäuser und Institutionen. Seit Juni 2018 sind die Online-Nachschlagewerke von Brockhaus auch für Privatpersonen als Abo erhältlich. Für ein auf häufige Nutzung über lange Zeit angelegtes Druckerzeugnis spielt die innere und äußere Gestaltung als Qualitätsmerkmal eine wesentliche Rolle. Benutzerfreundlichkeit oder übersichtliche Gestaltung sind wichtige Verkaufsargumente. Bereits 1824 wurde der noch heute genutzte Zweispaltensatz eingeführt, der die Zeilen leichter überblickbar macht. Neu ist die Nutzung des Randes für Grafiken und Abbildungen. Da das Hauptwerk oft über mehr als 10 Jahre unverändert blieb, führte der Verlag ab 1824 jeweils aktualisierende Supplementbände ein. Separate Atlanten und Wörterbücher ergänzen diese einfach zu aktualisierenden Lexikonteile inzwischen. Die Buchbindung ist überwiegend in der strapazierfähigen Fadenheftung ausgeführt, jedoch gibt es auch Ausgaben mit Drahtheftung. Die Gestaltung der Buchrücken hat zwei Funktionen: Als Logo oder Design-Objekt soll sie die Wiedererkennung des Produkts und als Kurzindex die Benutzung erleichtern. Bei der Vorzugsausgabe der 20. Auflage wurde deshalb mit André Hellers Gestaltung ein Experiment gewagt: in die Buchdeckel wurden kleine Acrylschaukästen mit von außen sichtbaren Objekten eingelassen, die jeweils ein Stichwort des Bandes verkörpern. Die Objekte wechseln, andere sind in ihrer Anzahl begrenzt, so dass auf diese Weise jedes Buch gestalterisch ein Unikat darstellt. Die Enzyklopädien von Brockhaus wurden sowohl vom Sortimentsbuchhandel als auch vom Reisebuchhandel per Haustürgeschäft vertrieben. Der direkte Kontakt zum Endabnehmer lag von 2002 bis 2014 bei der inmediaONE GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bertelsmann SE & Co. KGaA Mit der Alldirekt Telemarketing GmbH, im Jahr 2002 von inmediaONE gekauft, werden die Enzyklopädien von Brockhaus zusätzlich per Telefonverkauf von Salzburg aus vertrieben. Am 17. Dezember 2008 wurde die Brockhaus Enzyklopädie an die Bertelsmann Dienstleistungstochter Arvato AG verkauft. Der Vertrieb des digitalen Portals des Brockhaus Wissensservice liegt seit 2015 bei der Brockhaus NE GmbH in München, einem Unternehmen der NE Nationalencyklopedin AB in Malmö, Schweden. Der kostenpflichtige Zugang zur Brockhaus Enzyklopädie und zu diversen weiteren Angeboten, wie Jugendlexikon, Kinderlexikon, Wörterbücher, Meisterwerke der Kunst, Klima der Welt, und zu Kursen wie Fit im Internet für Erwachsene, Richtig recherchieren und ein Schülertraining in unterschiedlichen Paketen kombiniert, wird getrennt für Schulen, Bibliotheken, Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen zu unterschiedlichen Konditionen angeboten. Der Brockhaus war als Universalenzyklopädie Vorbild für viele ausländische Lexikonprojekte, wie z. B. Die bereits ab 1768 von Adam und Charles Black im schottischen Edinburgh verlegte „Encyclopædia Britannica“ war dagegen ein Produkt der schottischen Aufklärung. digitalisierte Ausgaben |
2024-12-03 18:14:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Andy_Mill | Andy Mill ist ein ehemaliger US-amerikanischer Skirennläufer. Er nahm in den Jahren 1976 und 1980 an den Olympischen Spielen in der Abfahrt teil. Seine beste Platzierung bei Olympia war der sechste Platz 1976 in Innsbruck. Außerdem startete er bei den Weltmeisterschaften 1974 in St. Moritz und 1978 in Garmisch-Partenkirchen. Von 1974 bis 1981 war er der beste amerikanische Abfahrtsläufer im Weltcupzirkus, wobei er 1980 mit einem 4. Rang in der Abfahrt in Gröden seine beste Platzierung erreichte. Nach seinem Rücktritt arbeitete er für die amerikanischen Sender ESPN, NBC, ABC und CBS als Co-Kommentator. Ab 1988 war Andy Mill mit der Tennisspielerin Chris Evert verheiratet. Das Paar hat zusammen drei Kinder. In beidseitigem Einvernehmen reichten sie am 20. Oktober 2006 nach 18 Jahren Ehe die Scheidung ein. |
2024-12-02 02:15:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/Neustadt-Nord_(K%C3%B6ln) | Der Stadtteil Neustadt-Nord liegt in der Mitte der Stadt Köln nordwestlich der Altstadt. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Innenstadt an. Das einstige Gründerzeitviertel wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und ist heute geprägt durch einen Mix an Baustilen. Die Trennung zwischen den Stadtteilen Neustadt-Nord und Neustadt-Süd ist rein pragmatischer Natur. Ihre innere Grenze wird von der Aachener Straße gebildet. Zu den beiden weiteren linksrheinischen Stadtteilen des Stadtbezirks Innenstadt, Altstadt-Nord und -Süd werden sie durch die Kölner Ringe begrenzt. Zu den äußeren Stadtteilen Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Nippes und Riehl wird die Neustadt durch die Innere Kanalstraße, eine vier- bis sechsspurige Ringstraße, abgegrenzt. Zur Neustadt-Nord gehören die Veedel Agnesviertel, Mediapark, Grüngürtel, Belgisches Viertel und Stadtgartenviertel. Einziger Bahnhof der DB im Gebiet Neustadt-Nord ist der Bahnhof Köln-West. Zur Geschichte des Stadtteils siehe den Artikel über die Neustadt-Süd. Struktur der Bevölkerung von Köln-Neustadt-Nord : Im Stadtteil befindet sich der MediaPark – ein auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Gereon gebautes Ensemble, in dem sich ca. 250 Firmen etablierten und dort etwa 5.000 Arbeitsplätzen ansiedelten. Darüber hinaus beherbergt das Gelände ein Multiplex-Kino, ein Hotel und zwei langgestreckte Wohnhäuser. Zum Komplex gehört der Kölnturm, mit 43 Etagen und 148 m Höhe das höchste Hochhaus der Stadt. Das Gebäude wurde vom Architekten Jean Nouvel entworfen. Das höchste Gebäude der Stadt, der 266 m hohe Fernsehturm Colonius, befindet sich ebenfalls in der Neustadt Nord, ebenso das Hansahochhaus, zum Zeitpunkt seiner Erbauung 1925 das höchste Hochhaus Europas. Im Norden des Stadtteils befindet sich am Ebertplatz der Anfang der Neusser Straße, die ehemals Teil der nördlichen Ausfallstraße der römischen Stadt war. An dieser wurde Kölns zweitgrößte Kirche, St. Agnes erbaut. Ganz in der Nähe steht am Reichenspergerplatz das Gebäude des Oberlandesgerichts, ein von 1907 bis 1911 errichteter neubarocker Bau. Ihm gegenüber liegt das von 1908 bis 1911 im Stil der Neurenaissance errichtete Gebäude der Oberfinanzdirektion mit dem daran anschließenden modernen Verwaltungsbau. Im Stadtbezirk liegen zwei größere Parkanlagen: der im Jahre 1828 angelegte Stadtgarten, sowie das zur Gartenanlage umgestaltete Fort X, ein Teil des ehemaligen inneren Festungsringes. Ein Teil dieser Gartenanlage trägt den Namen Hilde-Domin-Park. Die Verbindung zum Rhein stellt 1997 vom Sammlerehepaar Michael und Eleonore Stoffel gegründete ca. 25.000 m² große Skulpturenpark Köln her. Die am östlichen Ende des Theodor-Heuß-Rings befindliche Bastei, in Teilen im expressionistischen Baustil 1924 von Wilhelm Riphahn entworfen, wurde auf einem zerstörten preußischen Befestigungsturm errichtet und fällt durch ihre weit überkragende Stahlkonstruktion auf, die über das darunter liegende Rheinufer ragt. In den 300 m² großen Räumlichkeiten war lange Zeit ein exklusives Restaurant mit herrlichem Ausblick untergebracht, die Fläche wird heute für besondere Anlässe vermietet. Zwei moderne Kirchenbauten der Nachkriegszeit sind Neu St. Alban im Stadtgarten, aus Trümmerziegeln 1958 nach Plänen von Hans Schilling errichtet, und die von Gottfried Böhm 1965 entworfene Pfarrkirche St. Gertrud an der Krefelder Straße. Seit 2010 besteht das Kölner Weinmuseum. Die Veranstaltungshalle EXPO XXI am Gladbacher Wall diente dem Schauspiel Köln von Juni 2012 bis 2013 als Interimsquartier während der Umbauarbeiten des Haupthauses. Altstadt-Nord | Altstadt-Süd | Deutz | Neustadt-Nord | Neustadt-Süd |
2024-12-04 04:02:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Badmintonmeisterschaft_2001 | Die Französische Badmintonmeisterschaft 2001 fand am 3. und 4. Februar 2001 in Lomme statt. Es war die 52. Austragung der nationalen Titelkämpfe im Badminton in Frankreich. 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 Junioren – Mannschaften – Senioren – Studenten |
2024-12-02 03:39:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahn_Zhengzhou | Die U-Bahn Zhengzhou ist die U-Bahn der Stadt Zhengzhou in der chinesischen Provinz Henan. Die erste Linie wurde im Jahre 2013 eröffnet. Langfristig werden 21 Linien mit 970,9 Kilometern Gesamtlänge angestrebt, wovon 13 Linien in der Stadt und 8 Linien im Umland verlaufen sollen. Am 31. August 2009 wurde der Bau des ersten Abschnitts der Linie 1 zwischen dem Xiliuhu-Park und Liaozhuang von der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform genehmigt. Am 28. Dezember 2013 wurde der 25,4 Kilometer lange Abschnitt mit 20 Stationen zwischen Xiliuhu und dem Stadion Zhengzhou dem Verkehr übergeben. Am 20. April 2014 genehmigte die Kommission, den zweiten Bauabschnitt in Angriff zu nehmen. Am 12. Januar 2017 wurden beiden Verlängerungen eingeweiht, nämlich vom Stadion zum neuen Campus der Henan-Universität und von Xiliuhu zur Universität für Ingenieurwesen von Henan. Beide Verlängerungen sind zusammen 5,2 Kilometer lang, haben 10 Stationen und kosteten rund 8,4 Milliarden Yuan. Die Linie 1 wird mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs B betrieben und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt. Am 31. August 2009 wurde auch der Bau des Bauabschnitts 1 der Linie 2 zwischen dem Rundfunk-Zentrum und der Xiangyang-Straße genehmigt. Am 20. April 2014 genehmigte die Kommission, den zweiten Bauabschnitt vom Rundfunkzentrum zur Tianshan-Straße in Angriff zu nehmen, er sollte 9,4 Kilometer lang sein, 6 Stationen umfassen und 5,8 Milliarden Yuan Investition mit sich bringen. Am 19. August 2016 wurde diese Linie mit 20,6 Kilometern Länge und 16 Stationen zwischen den Stationen Liuzhuang und Nansihuan in Betrieb genommen. Sie wird mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs B betrieben und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt. Der erste Bauabschnitt von Linie 3 führt vom Nordwesten von Zhengzhou nach Südosten. Für die 25,2 Kilometer lange Strecke mit 21 Stationen wurden 18,5 Milliarden Yuan budgetiert. Bauzeit soll von 2015 bis 2019 sein. Am 29. März 2019 genehmigte die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform eine 6,1 Kilometer lange Erweiterung mit 4 zusätzlichen Stationen. Dafür wurden 3,7 Milliarden Yuan an Investitionen budgetiert und eine Bauzeit von drei Jahren abgeschätzt. Sie soll mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs A betrieben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt werden. Die Linie 4 verbindet die nördlichen und östlichen Stadtteile miteinander. Für die 30,1 Kilometer lange Strecke mit 24 Stationen wurden 19 Milliarden Yuan budgetiert. Als Bauzeit wurden die Jahre 2016 bis 2020 veranschlagt. Am 20. April 2014 wurde der Bau von Linie 5 von der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform genehmigt. Die Strecke soll das Zentrum von Zhengzhou über eine 40,5 Kilometer lange Ringlinie mit 30 Stationen umrunden. Es wurden Investitionen von 28,1 Milliarden Yuan budgetiert und ein Bauzeitraum zwischen 2014 und 2018 veranschlagt. Diese Linie ging am 20. Mai 2019 mit 32 Stationen in Betrieb. Die Linie 6 führt von Südwesten nach Nordosten durch die Stadt, ist 36,5 Kilometer lang und hat 24 Stationen. Für den Bau dieser Linie wurden 29,3 Milliarden Yuan budgetiert und eine Bauzeit von 6 Jahren geplant. Sie wird mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs A betrieben und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt worden. Der erste Bauabschnitt der Linie 12 wurde am 20. Dezember 2023 eröffnet. Die Strecke ist 16,5 Kilometer lang, hat 11 Stationen und führt Lianghu zum Longzi-See. Für den Bau dieser Strecke wurden 4 Jahre und Investitionen von 12 Milliarden Yuan geplant. Die Linie wird mit 15 sechsteiligen fahrerlosen Fahrzeugen des Typs B betrieben und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt. Die Chengjiao-Linie beginnt am südlichen Ende der Linie 2 und führt von Nansihuan zum Flughafen Zhengzhou. Sie ging am 12. Januar 2017 in Betrieb. Der erste Bauabschnitt von Linie 14 sollte 8,3 Kilometer lang sein, sechs Stationen haben und von der Yuantong-Allee zur Xingkong-Straße führen. Er sollte innerhalb von drei Jahren erbaut werden, es wurden Investitionen von 6,7 Milliarden Yuan veranschlagt. Linie 14 wird mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs B betrieben und ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt. Ein 3,2 Kilometer langer Abschnitt zwischen den Stationen Olympiastadion und Tielu wurde am 19. September 2019 eingeweiht. Es besteht eine Umsteigemöglichkeit zur Linie 1 an der Station Tielu. Die 67 Kilometer lange Zhengxu-Linie führt als Überlandmetro von Chang’an Lu Bei über den Flughafen, wo zur Chengjiao-Linie umgestiegen werden kann, zur Stadt Xuchang, rund 100 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Zhengzhou. Die Strecke sollte ursprünglich als Eisenbahn gebaut werden, wurde aber schließlich als Metro realisiert. Sie ist für 120 km/h ausgelegt und wird mit 20 vollautomatischen Vierwagenzügen des Typs B alle 10 bis 15 Minuten betrieben. Die Linie 7 soll von Norden nach Süden durch die Stadt führen. Für die 26,9 Kilometer lange Strecke mit 20 Stationen wurden 21,2 Milliarden Yuan budgetiert. Es wurde eine Bauzeit von 5 Jahren veranschlagt. Linie 7 soll mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs A betrieben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt werden. Linie 8 soll den Norden Zhengzhous in west-östlicher Richtung durchlaufen. Für die 43,3 Kilometer lange Strecke mit 23 Stationen wurden 27,2 Milliarden Yuan an Investitionen und eine Bauzeit von 5 Jahren geplant. Die Strecke soll mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs A betrieben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt werden. Der erste Bauabschnitt der Linie 10 soll den Bahnhof Zhengzhou West mit dem Bahnhof Zhengzhou verbinden. Die Linie soll 21,3 Kilometer lang sein und 12 Stationen haben. Es wurden Investitionen von 13,8 Milliarden Yuan und 4 Jahre Bauzeit veranschlagt. Linie 10 soll mit sechsteiligen Fahrzeugen des Typs A betrieben und für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt werden. Während des Hochwassers in Henan 2021 wurden Teile des Netzes überflutet. Am 20. Juli 2021 starben mindestens 12 Fahrgäste, als Wassermassen gegen 18 Uhr in den Tunnel und in einen Zug der Ringlinie 5 eindrangen. Die Abschnitte zwischen den Stationen Shakoulu, wo vermutlich mindestens 5 Menschen starben, und Haitansi waren betroffen. Einige der Eingeschlossenen, die bis zur Brust im Wasser standen, sendeten über ihre Smartphones Videoaufnahmen. Beijing Subway | Changchun Subway | Changsha Metro | U-Bahn Changzhou | Chengdu Metro | Chongqing Metro | Dalian Metro | Dongguan Rail Transit | Foshan Metro | Fuzhou Metro | Guangzhou Metro | U-Bahn Guiyang | Harbin Metro | Hangzhou Metro | Hefei Metro | U-Bahn Hohhot | U-Bahn Jinan | U-Bahn Jinhua | Kunming Metro | U-Bahn Lanzhou | U-Bahn Luoyang | Metro Ligeiro de Macau | U-Bahn Nanchang | Nanjing Metro | Nanning Metro | Nantong Rail Transit | Ningbo Rail Transit | Qingdao Metro | Shanghai Metro | Shaoxing Metro | Shenyang Metro | Shenzhen Metro | Shijiazhuang Metro | Suzhou Subway | Taiyuan Metro | Taizhou Rail Transit | Tianjin Metro | Ürümqi Metro | Wenzhou Rail Transit | Wuhan Metro | Wuxi Metro | U-Bahn Xiamen | U-Bahn Xi’an | Xuzhou Metro | U-Bahn Zhengzhou Hong Kong MTR MRT Kaohsiung | MRT Taichung | MRT Taipeh | Taoyuan Metro |
2024-12-03 20:18:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gil%C4%83u | Gilău ist eine Gemeinde im Kreis Cluj in der Region Siebenbürgen in Rumänien. Die Gemeinde Gilău liegt im Westen des Siebenbürgischen Beckens im Somesch-Hochland östlich der Gilăuer Berge. An der Mündung des Baches Căpuș in den Someșul Mic und dem Drum național 1 – hier Teil der Europastraße 68 – befindet sich der Ort Gilău 14 Kilometer westlich von der Kreishauptstadt Cluj-Napoca entfernt. Der Ort Gilău hat einen Anschluss an die Autobahn A3. Der Ort Gilău wurde erstmals 1246 urkundlich erwähnt. Beim Einfall der Tataren wurde der Ort, wo der siebenbürgische Bischof einen Herrenhof hatte, vollständig zerstört. Später siedelte der ungarische König Béla IV. vor allem Siebenbürger Sachsen an. Der römisch-katholische Bischof László Geréb erbaute hier im 15. Jahrhundert ein Schloss, welches nach mehreren Umbauten heute eine Sonderschule inmitten einer Parkanlage ist. Nach Angaben des Rumänischen Ministeriums für Kultur und nationales Erbe geht eine Besiedlung des Ortes Gilău jedoch bis in die Jungsteinzeit zurück. Archäologische Grabungen auf dem Areal von den Einheimischen genannt Groapa lui Puri und Dâmbul Țiganilor deuten auf eine Besiedlung in die Bronzezeit, bei Dealul Cetății und im Schlosspark in die Frühgeschichte, da sich dort das römische Kastell Gilău befand. Im Königreich Ungarn gehörte der Ort dem Stuhlbezirk Gyalu in der Gespannschaft Klausenburg anschließend dem historischen Kreis Cluj und ab 1950 dem heutigen Kreis Cluj an. Die Bevölkerung der Gemeinde Gilău entwickelte sich wie folgt: Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und die der Rumänen 1977 registriert. Die höchste Anzahl der Magyaren wurde 1941, die der Roma 2021 und die der Rumäniendeutschen 1850 ermittelt. Aghireșu | Aiton | Aluniș | Apahida | Așchileu | Baciu | Băișoara | Beliș | Bobâlna | Bonțida | Borșa | Buza | Căianu | Călărași | Călățele | Cămărașu | Căpușu Mare | Cășeiu | Câțcău | Cătina | Ceanu Mare | Chinteni | Chiuiești | Ciucea | Ciurila | Cojocna | Cornești | Cuzdrioara | Dăbâca | Feleacu | Fizeșu Gherlii | Florești | Frata | Gârbău | Geaca | Gilău | Iara | Iclod | Izvoru Crișului | Jichișu de Jos | Jucu | Luna | Măguri-Răcătău | Mănăstireni | Mărgău | Mărișel | Mica | Mihai Viteazu | Mintiu Gherlii | Mociu | Moldovenești | Negreni | Pălatca | Panticeu | Petreștii de Jos | Ploscoș | Poieni | Râșca | Recea-Cristur | Săcuieu | Sâncraiu | Săndulești | Sânmărtin | Sânpaul | Săvădisla | Sic | Suatu | Țaga | Tritenii de Jos | Tureni | Unguraș | Vad | Valea Ierii | Viișoara | Vultureni |
2024-11-22 19:32:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Inklination_(Architektur) | Als Inklination neigen, sich neigen“) bezeichnet man in der Architektur eine leichte Einwärtsneigung von Säulen und Wänden. Zum einen wird hierdurch der Eindruck einer formalen Erstarrung vermieden und eine gewisse Illusion von Bewegung erzeugt. Da diese Technik in der griechischen Architektur, und hier insbesondere bei Tempeln dorischer Ordnung weit verbreitet ist, kann man in der Inklination auch ein subtiles Mittel sehen, um den dorischen Eckkonflikt zu mildern. Zur Erzielung feiner optischer Wirkungen ergänzt die Inklination am griechischen Tempel die Gestaltungsmittel sowohl der Entasis an Säulen als auch der Kurvatur an Stylobat und Architrav. |
2024-12-01 21:41:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Windscale | Stillgelegte Reaktoren Sellafield ist ein britischer Nuklearkomplex an der Irischen See in der Grafschaft Cumbria in Nordwestengland. Der River Ehen mündet am Rande der Anlage ins Meer und der River Calder fließt durch das Gebiet der Anlage, bevor er dort ebenfalls ins Meer mündet. Die Anlage liegt beim Dorf Seascale in der Unitary Authority Cumberland. Der Betreiber am Standort ist die Sellafield Ltd, ein Unternehmen der Nuclear Decommissioning Authority . Sellafield, wie auch andere nukleare Anlagen in Großbritannien, werden von der Atomaufsichtsbehörde Office for Nuclear Regulation reguliert. Der Komplex wurde durch einen katastrophalen Brand 1957 und durch häufige nukleare Störfälle bekannt und unter anderem deshalb auch 1981 in Sellafield umbenannt. Auf dem Gelände des Komplexes befindet sich außerdem das Kernkraftwerk Calder Hall, das als erstes westliches Kernkraftwerk Strom in ein kommerzielles Netz einspeiste. Die erste Anlage entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gelände einer Munitionsfabrik. Die Zuständigkeit für die Kernforschung hatte seit 1952 die United Kingdom Atomic Energy Authority . Großbritannien wollte mit der US-amerikanischen Atomwaffenentwicklung technologisch und militärisch gleichziehen. Dabei musste ein eigenes, britisches Nuklearprogramm gestartet werden, da Großbritannien überraschend von dem amerikanischen McMahon Act aus dem Jahr 1946 vom Wissen und der Forschung zu Kernwaffen ausgeschlossen wurde. Die auch unter dem Begriff Pile 1 bzw. Pile 2 bekannt gewordenen, luftgekühlten graphitmoderierten Windscale-Reaktoren waren die erste britische Produktionsanlage zur Herstellung des benötigten waffenfähigem Plutonium-239. Sie wurde für das britische Kernwaffenprogramm in den späten 1940er-Jahren errichtet. Zwischen den beiden Reaktoren befand sich das Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente sowie eine erste ältere Wiederaufarbeitungsanlage. Bei den hastigen Bemühungen, eine britische Atombombe zu bauen, wurde anfänglich wenig auf Umwelt und Gesundheit geachtet und radioaktiver Abfall bis etwa in die 1970er Jahre in die Irische See geleitet. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Abflüsse durch die Maßnahmen und Aktivitäten der Firma British Nuclear Fuels stark reduziert, mit Anpassungen an strengere Grenzwerte. Nach Angaben von BNFL wurden bspw. die Dosen für Mitglieder der marine critical group von etwa 2 Millisievert pro Jahr in den frühen 1980er Jahren auf etwa 0,1 Millisievert pro Jahr gesenkt . Die Empfehlungen der Grenzwerte stammen z. B. von der Internationalen Strahlenschutzkommission . Auf ähnliche Weise wie bei Windscale bzw. Sellafield verklappten damals auch die USA und die Sowjetunion einen Teil ihrer radioaktiven Abfälle. 1957 kam es in einem der Reaktoren zu einem Brand des Reaktorkerns, der retrospektiv als INES 5 eingestuft wurde. Der Windscale Vitrification Plant soll bis 2030 operativ bleiben. Als erste Anlage wurde der WAGR-Reaktor nach einer Rückbaukampagne von über 20 Jahren im Mai 2011 außer Betrieb genommen. Bis in das Jahr 2018 wurde mit dem Thermal Oxide Reprocessing Plant die Wiederaufbereitung von ausländischen Brennelementen bedient und schließlich beendet. Zu den Kunden zählten Italien, Japan, Schweiz, Deutschland und die Niederlande. Für den Transport und Rücktransport ist die Nuclear Transport Solutions zuständig. Sie gehört zur NDA. Bis 2070 soll THORP für das Lagern von Brennelemente genutzt werden. Im Februar 2019 hat man begonnen, die 125 m hohen Schornsteine von Pile One abzubauen. Drei Jahre später war der viereckige Luftverteiler abgebaut und zerlegt worden. Kurz vor Mitternacht am 17. Juli 2022 wurde die letzte Ladung abgebrannter Brennelemente in die Chargenmaschine der Magnox-Wiederaufbereitungsanlage 205 eingespeist und in Salpetersäure aufgelöst, um das Plutonium und Uran von den radioaktiven Abfälle abzutrennen. Mit der Anlage 205 wurden seit 1964 fast 55.000 Tonnen Magnox-Brennelemente wiederaufbereitet. Die Kosten der Stilllegung der Anlage bis 2020 wurde von der Rechnungsprüfungskommission im britischen Unterhaus auf 67,5 Mrd. Pfund Sterling geschätzt. Laut Schätzungen aus dem Jahr 2018 soll der Rückbau der Wiederaufbereitungsanlage bis zum Jahr 2120 dauern und etwa 121 Mrd. Pfund kosten. Im Jahre 2024 hat das NOA eine neue Kostenschätzung vorgelegt: 136 Mrd. Pfund und Rückbau bis frühestens 2125. Die Gesamtkosten für die Stilllegung der Anlage schätzt die NDA auf bis zu 300 Milliarden Euro. Alle Angaben Stand 2023. Der Vorstand von Sellafield Ltd ist Tony Meggs. Interim Chief Executive Officer ist Euan Hutton. Es arbeiten rund 11.000 Menschen aktiv an der Anlage und weitere 40.000 in der Zulieferindustrie. Der Anlagenkomplex wird von der Civil Nuclear Constabulary, einer Polizeieinheit für Nuklearanlagen in Großbritannien, überwacht und kontrolliert. Auf dem Gelände befinden sich nebst den Kernreaktoren , die kerntechnische Anlagen: Am Standort existieren, unabhängig von Calder Hall, die Kraftwerksblöcke: Die Sellafield Ltd berichtet ab 1. August 2017 laufend über verschiedene Vorfälle und Probleme auf der Regierungswebseite. Ältere Berichte sind über das Internet Archive verfügbar. Im Folgenden sind einige Fälle genauer beschrieben. Als besonders problematisch gilt das First Generation Magnox Storage Pond . Das in den 1950er Jahren errichtete Abklingbecken, das bis heute unter freiem Himmel liegt, wurde ursprünglich zur Kühlung und Lagerung abgebrannter Magnox-Brennelemente aus den ersten gasgekühlten Reaktoren Großbritanniens genutzt. Die Brennelemente sind in einer Magnesiumlegierung eingeschlossen, die im Wasser korrodiert. Seit der Einstellung des Betriebs 1986 lagern die Brennelemente ungeschützt im Becken, was über die Jahrzehnte zu einer komplexen, chemisch und radioaktiv belasteten Schlammschicht geführt hat. Diese enthält neben radioaktivem Material auch biologische Ablagerungen wie Algen, die das Becken regelmäßig bewuchern. Die ungeschützte Lage des Beckens führt zusätzlich zu einem weiteren Problem: Möwen, die das Wasser als Badegelegenheit nutzen, werden dabei radioaktiv kontaminiert. Wiederholt mussten die Vögel zur Vermeidung einer Verbreitung der Radioaktivität getötet werden. Um die Korrosion zu verlangsamen, wird dem Becken alkalisches Wasser zugeführt, das den pH-Wert stabil bei etwa 11,5 hält. Die Dekontaminierung erfolgt zudem schrittweise durch das Abpumpen und Filtern des Wassers über die Sellafield-Ionenaustauscheranlage , die das Wasser von radioaktiven Partikeln reinigt, bevor es in die Irische See abgeleitet wird. Der radioaktive Schlamm wird durch ferngesteuerte Maschinen aus dem Becken gesaugt und in große Edelstahltanks überführt, die als Zwischenlager dienen. Obwohl Fortschritte gemacht werden, bleibt die endgültige Entsorgung dieses Abfalls ungelöst. Die Überführung in ein künftiges unterirdisches Endlager steht zur Diskussion. Es befinden sich große Mengen Plutonium am Standort. Sellafield lieferte nach Beschluss des ehemaligen Premierministers Clement Atlee das kernwaffenfähige Plutonium für die 1950 begonnenen Entwicklungsarbeiten am Atomic Weapons Establishment . Im Dezember 2023 berichtete der Guardian, es seien wichtige IT-Systeme gehackt und mit Schadsoftware infiltriert worden. Die Vorfälle reichten bis ins Jahr 2015 zurück, seien vom Betreiber aber verheimlicht worden. Es sei unbekannt, ob die Schadsoftware vollständig entfernt wurde, und Quellen deuteten darauf, dass ausländische Hacker auch Zugang zu Daten der höchsten Vertraulichkeitsstufe gehabt hätten. Wegen wiederholter Versäumnisse im Bereich der Cybersicherheit habe die Atomaufsichtsbehörde Sondermaßnahmen eingeleitet. Die Aufsichtsbehörde bestätigte, dass die Anlage unter erheblich erhöhter Aufmerksamkeit stehe, auf Grund der laufenden Untersuchung aber keine weiteren Aussagen gemacht werden könnten. Die britische Regierung widersprach den Ausführungen des Guardian. 2024 gab der Betreiber der Nuklearanlage Sellafield zu, dass die IT-Systeme unsicher waren und entschuldigte sich für Cybersicherheitsmängel. „Die nationale Sicherheit hätte gefährdet werden können.“ Die Sellafield-Anlage leitet seit 1952 radioaktive Abwässer in die östliche Irische See ein. Diese Abwässer stammen hauptsächlich aus der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen und aus Abwässern der Brennstofflagerung und enthalten verschiedene Aktinide und Spaltprodukte, darunter Caesium, Uran, Neptunium, Plutonium und Americium. Die Menge der abgeleiteten radioaktiven Abfälle stieg in den 1960er-Jahren an und erreichte in den 1970er-Jahren einen Höhepunkt. Seit den 1980er-Jahren hat die Einführung neuer Abwasserbehandlungstechnologien jedoch zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen geführt, die mittlerweile drei Größenordnungen unter den historischen Spitzenwerten liegen. Mit der Umstellung auf Stilllegung und Dekontaminierung am Standort Sellafield sollen die Einleitungen künftig weiter abnehmen. Seit 1994 darf die Anlage in Sellafield bestimmte Radionuklide in größeren Mengen ins Meer ableiten, darunter Tritium , Kohlenstoff-14 , Cobalt-60 , Technetium-99 und Iod-129 . Dagegen wurden die Ableitungen von Alpha-Strahlern, wie Plutonium- und Americium-Isotopen, reduziert. Die für deutsche Verbraucher berechnete Strahlenexposition durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten ist gering. Die jährliche Dosis lag 1998 für Verbraucher in der zentralen Nordsee bei etwa 0,08 Mikrosievert , was weniger als 0,004 % der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung entspricht und daher als unbedenklich gilt. Die Irische See ist besonders belastet, da dort hohe Konzentrationen verschiedener Radionuklide festgestellt wurden, die durch die regelmäßigen Einleitungen in Sellafield verursacht werden. Prognosen und Messungen britischer Behörden zeigen, dass nahe Sellafield gelegene Verbrauchergruppen, die größere Mengen Meerestiere konsumieren, einer deutlich höheren Strahlenexposition ausgesetzt sind – etwa 200 µSv im Jahr 1998. Seit den 1970er Jahren wurden Filter- und Reinigungsanlagen durch die BNFL errichtet und betrieben. Eine der Anlagen ist bspw. Enhanced Actinide Removal Plant . Eine weitere Anlagen, die seit 1985 aktiv arbeitet, ist die Site Ion Exchange Effluent Plant . Großbritannien ist, wie auch viele weitere Anrainerstaaten, ein Signatarstaat des Abkommens OSPAR, zum Schutz der Nordsee und Umgebung. In den Messzeiträumen 1995–2001 und 2012–2018 wurden jeweils radioaktive Entladungen von Kernanlagen gemessen und bewertet. Der Ausschuss Radioactive Substances Committee Thematic Assessment attestiert zusammenfassend in seinem Bericht für das Jahr 2023, dass „die Umweltkonzentrationen von Indikatorradionukliden im OSPAR-Meeresgebiet keine signifikanten radiologischen Auswirkungen auf den Menschen oder die Meeresumwelt haben.“ Sellafield berichtet laufend über die Einhaltung von Grenzwerten, festgelegt z. B. von der Internationale Strahlenschutzkommission . Es erfolgt eine laufende Strahlungsüberwachung der Umgebung durch die irische Environmental Protection Agency. Weitere aktuelle Kennzahlen zu den verschiedenen Abfallprodukten, den Grenzwerten und Zählungen sind öffentlich einsehbar . In den Jahren 1955 bis 1983 wurde im britischen Dorf Seascale, nahe der Nuklearanlage Sellafield in Nordwestengland, eine auffällige Häufung von Leukämiefällen bei Kindern festgestellt. Eine ITV-Dokumentation im Jahr 1983 brachte die erhöhte Anzahl an Krankheitsfällen in die Öffentlichkeit und löste landesweite Besorgnis aus. Die Zahl der betroffenen Kinder lag mit sieben Fällen signifikant über dem statistisch erwarteten Wert von weniger als einem Fall, was Spekulationen über mögliche Ursachen, insbesondere den Einfluss radioaktiver Emissionen aus Sellafield, nach sich zog. Daraufhin wurde das Committee on Medical Aspects of Radiation in the Environment gegründet, das über mehrere Jahrzehnte hinweg eine Reihe von Studien durchführte. Die Untersuchungen bestätigten, dass die Rate an Leukämie und Non-Hodgkin-Lymphomen bei Kindern in Seascale zwischen den 1950er Jahren und 1990 tatsächlich erhöht war. Ähnliche Krebscluster wurden auch in der Nähe der Nuklearanlage Dounreay in Schottland dokumentiert. Viele Studien haben mögliche Ursachen für Cluster bei Sellafield und anderen Nuklearanlagen untersucht. Im Fokus stand zunächst die Strahlung, die mit den Aktivitäten der Anlagen in Verbindung gebracht wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Strahlendosen aus geplanten Freisetzungen zu gering waren, um die beobachteten Fälle von Leukämie bei Kindern zu erklären. Auch die unabsichtlichen Freisetzungen aus der Sellafield-Anlage werden als unwahrscheinliche Ursache angesehen. Verschiedene Mechanismen im Zusammenhang mit Strahlung wurden analysiert und ausgeschlossen. Obwohl keine eindeutige Erklärung für das Leukämie-Cluster in Sellafield gefunden wurde, wird als eine plausible Hypothese angesehen, dass in neu zusammengesetzten Gemeinschaften Infektionen auf anfällige Personen übertragen werden und in seltenen Fällen Leukämie auslösen können. Zwischen 1960 und 1991 wurden in Sellafield sowie an weiteren Standorten nuklearer Anlagen Organe verstorbener Arbeiter ohne Einwilligung entnommen und für Strahlenforschungen genutzt. Eine Untersuchung unter Leitung des Kronanwalts Michael Redfern deckte auf, dass in 64 Fällen bei Sellafield-Mitarbeitern und in 12 weiteren Fällen an anderen Standorten wie Springfields und Aldermaston Organe entnommen wurden, ohne die Angehörigen zu informieren. Die Betroffenen wurden beerdigt oder kremiert, ohne dass ihre Familien von den umfassenden Organentnahmen wussten. Die Praxis umfasste eine breite Palette von Organen. Häufig entnommen wurden Leber, Lungen, Wirbel, Rippen, Lymphknoten, Milz und Nieren, seltener auch Gehirne, Herzen und Hoden. Die meisten Obduktionen wurden von Pathologen des West Cumberland Hospitals durchgeführt, wobei eine „informelle Vereinbarung“ bestand, wonach der Betriebsarzt von Sellafield benachrichtigt wurde. Viele der Entnahmen hatten keinerlei Bezug zur Todesursache. Redfern kritisierte insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen Pathologen, Coronern und Sellafield-Medizinern, die häufig zu Gesetzesverstößen führte. Die Untersuchung zeigte, dass Pathologen Organe entnahmen, ohne die gesetzlich vorgeschriebene Zustimmung einzuholen. Einige Coroner ignorierten Post-mortem-Berichte, andere duldeten bewusst die unrechtmäßigen Praktiken. Die Vorgänge verstießen gegen den Human Tissue Act von 1961, der Entnahmen nur mit Zustimmung des Verstorbenen oder der Angehörigen erlaubt. Knochen wurden sogar durch Besenstiele ersetzt, damit bei den Beerdigungen niemand Verdacht schöpfte. Redfern betonte, dass die Würde der Verstorbenen massiv verletzt worden sei. Viele Angehörige fühlten sich betrogen und verstört. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen wie die GMB verurteilten die Vorgänge, betonten jedoch den Nutzen medizinischer Forschung zur Bewertung von Gesundheitsrisiken. Im Jahr 2010 entschuldigte sich die britische Regierung für die Vorfälle. Eine vollständige Aufarbeitung wurde unter dem Titel The Redfern Inquiry veröffentlicht. Fachartikel und Fachbücher Sachbücher Tschernobyl | Fukushima Daiichi Kyschtym Chalk River | Sellafield | Santa Susana | Belojarsk | Harrisburg | Tschernobyl | Wladiwostok | Goiânia Hinkley Point C • Sizewell C Hartlepool • Heysham • Sizewell B • Torness Berkeley • Bradwell • Calder Hall • Chapelcross • Dounreay • Dungeness A, B • Hinkley Point A, B • Hunterston A, B • Oldbury • Sizewell A • Trawsfynydd • Windscale • Winfrith • Wylfa |
2024-12-03 19:30:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Vetle_Eck_Aga | Vetle Eck Aga ist ein norwegischer Handballspieler. Vetle Eck Aga lernte das Handballspielen beim Bodø HK, mit dem er in der Saison 2016/17 am EHF-Pokal teilnahm. 2017 wechselte der 1,93 m große Rückraumspieler, der vor allem in der Defensive seine Stärke hat, in die erste schwedische Liga zu IK Sävehof. Mit Sävehof gewann er 2021 die Handbollsligan und 2022 den schwedischen Pokal. Seit Sommer 2022 steht er beim ambitionierten norwegischen Verein Kolstad IL unter Vertrag. Mit Kolstad gewann er 2023 die norwegische Meisterschaft und den norwegischen Pokal. In der norwegischen Nationalmannschaft debütierte Eck Aga am 5. Januar 2021 bei der 25:33-Niederlage gegen Belarus in Minsk. Er stand im Aufgebot für die Europameisterschaft 2022. Mit Norwegen nahm er an den Olympischen Spielen in Paris teil. |
2024-12-01 22:53:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Eselsohr_(Lesezeichen) | Als Eselsohr wird eine umgeknickte Ecke eines Papierblattes bezeichnet – meist eines Buches; auch einer Zeitschrift oder Zeitung. Die Bezeichnung rührt einerseits von der Form des Knickes her, die einem Ohr ähnelt, andererseits von der Bedeutung von Esel als Schimpfwort. Die obere Ecke von Dokumenten und Urkunden, deren einzelne Blätter als zusammengehörig gekennzeichnet werden sollen, wird umgeklappt, um einen Stempelabdruck daraufsetzen zu können, der dann auf allen Blättern des Dokuments sichtbar ist. Siehe Schuppen von Dokumenten Das Umknicken einer oder mehrerer Seitenecken entsteht entweder aus einer beabsichtigten, als Lesezeichen gedachten Markierung zum Zwecke der schnelleren Wiederauffindbarkeit einer Seite oder aus Unachtsamkeit, beispielsweise durch unsachgemäßen Transport in Taschen oder unachtsames Schreiben auf einem Blatt Papier. Visitenkarten wurden zum Beispiel absichtlich geknickt, um sie vom Silbertablett, auf dem sie lagen, leicht aufnehmen zu können. Bereits im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm ist der Begriff beschrieben als „folium libri complicatum, ein merkzeichen im gelesenen Buch durch einbiegen einer blattecke.“ Sie beziehen sich dabei auf den Dichter Andreas Gryphius , der in einem seiner Verse schrieb „drein setzt er manche hand und stern und eselsohr und durchgeflochten band.“ Die ebenfalls bei den Brüdern Grimm ohne Hinweis auf den Urheber angemerkte Redewendung „Es ist selten ein Buch ohne Eselsohr“ geht auf den Augustinermönch Abraham a Sancta Clara zurück, der sie in einem Vergleich mit dem Berufsstand der Advokaten aussprach. Es soll bedeuten, dass alle Dinge und Menschen auch Fehler haben können oder wie er meinte: „also ist auch selten ein Stand und Profession ohne böse Leute: dahero auch unter den Advokaten ebenfalls gewissenlose und tadelhafte Gesellen anzutreffen seynd.“ Das beabsichtigte oder unbeabsichtigte Einfügen eines Seitenknickes gilt im Bestand öffentlicher Bibliotheken als Sachbeschädigung und kann den Nutzer zur Beschaffung eines Ersatzexemplares oder zur Erstattung des Sachwertes verpflichten. |
2024-12-03 21:46:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Galmei-Schwingel | Der Galmei-Schaf-Schwingel gehört zur Artengruppe Schaf-Schwingel . Er ist ein Metallophyt und eine Charakterart der Galmeiflora im Dreiländereck um Aachen und bei Paderborn. Er wird in der botanischen Literatur auch als Westfälischer oder Aachener Schwingel beschrieben. Der Galmei-Schaf-Schwingel ist dem Harten Schaf-Schwingel sehr ähnlich. Der Artstatus und die Abgrenzung zu anderen Festuca guestifalica-Sippen wie beispielsweise Festuca pseudaquisgranensis auf Schwermetallstandorten ist noch unklar. Der Galmei-Schaf-Schwingel wurde 1977 von Auquier in Bulletin du Jardin Botanique National de Belgique Band 47, Seite 108 als Festuca ophioliticola subsp. calaminaria Auquier beschrieben. Diese Unterart wurde 1990 als Festuca aquisgranensis .Patzke & G.Br. von Erwin Alfred Patzke und Gary Brown in Decheniana Band 143, Seite 194 zur Art erhoben. |
2024-12-03 23:29:41 | https://de.wikipedia.org/wiki/Lintong | Lintong ist ein Stadtbezirk der Unterprovinzstadt Xi’an in der chinesischen Provinz Shaanxi. Er hat eine Fläche von 916,1 km² und zählt 675.961 Einwohner . In Litong befindet sich das Mausoleum Qin Shihuangdis, eines der größten Grabbauten weltweit und bekannt für seine Soldatenfiguren, die Terrakotta-Armee. Außerdem liegen der Schauplatz des Zwischenfalls von Xi’an, die Ruinen des Huaqing-Palastes, und die neolithische Siedlungen Jiangzhai und Kangjia im Stadtbezirk, die alle auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China stehen. 34.37109.2Koordinaten: 34° 22′ N, 109° 12′ O Baqiao – Beilin – Chang’an - Gaoling - Huyi – Lantian – Lianhu – Lintong – Weiyang – Xincheng – Yanliang – Yanta – Zhouzhi |
2024-12-02 00:37:41 | https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Soukup | Uwe Soukup ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Soukups Vater war der Universitätsprofessor für Sozialpädagogik und Sozialisationsforscher Gunther Soukup . Nach seinem Studium der Pädagogik arbeitete Uwe Soukup zunächst in Kinderheimen. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und war von 1997 bis 2000 Redakteur bei der Tageszeitung Junge Welt, zuletzt als Ressortleiter für Innenpolitik. Im von ihm gegründeten Verlag Berlin 1900 verlegte er Bücher von Sebastian Haffner neu: 2001 veröffentlichte er eine Haffnerbiografie. Haffner, der im Stern den Artikel Die Nacht der langen Knüppel über den Tod von Benno Ohnesorg geschrieben hatte, regte ihn nach eigener Aussage zu der Frage Wie starb Benno Ohnesorg? an. 2018 wurde der Dokumentarfilm Wie starb Benno Ohnesorg?, an dem Soukup als Coautor mitgewirkt hatte, für den Grimme-Preis nominiert. Silke Rotzoll urteilte im Deutschlandfunk über Soukups Haffner-Biografie Ich bin nun mal Deutscher, sie sei durchweg spannend geschrieben. Mitreißend und bemerkenswert gut dokumentiert sei die Zeit Haffners beim Observer. Für Soukup werde Haffner auch durch die „charmanten Unwägbarkeiten“ so spannend, wie sie in der Freundschaft zu Ulrike Meinhof zum Ausdruck kamen. Uwe Soukup habe „die Biographie des Journalisten und Autors Sebastian Haffner und nicht die des Privatmannes Raimund Pretzel geschrieben“. |
2024-12-04 01:04:22 | https://de.wikipedia.org/wiki/Matthieu_Lo_Ying_Ping | Matthieu Lo Ying Ping ist ein französischer Badmintonspieler. Matthieu Lo Ying Ping gewann nach mehreren französischen Nachwuchstiteln 2006 mit Bronze seine erste Medaille bei den nationalen Titelkämpfen der Erwachsenen. 2007 gewann er Silber und wurde französischer Hochschulmeister im Herrendoppel. 2008 belegte er Platz drei bei den Italian International. 2010 und 2011 nahm er an den Badminton-Weltmeisterschaften teil. |
2024-11-24 15:43:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/The_Road_Goes_Ever_On | The Road Goes Ever On ist ein Liederzyklus des britischen Schriftstellers und Philologen J. R. R. Tolkien, der von Donald Swann musikalisch umgesetzt und im Jahre 1967 erstmals veröffentlicht wurde. Im Vorwort erzählt Donald Swann, wie es dazu kam, dass er sich für einige der Gedichte aus dem Herrn der Ringe Melodien ausdachte. Bei einem Zusammentreffen mit Professor Tolkien im Hause von dessen Tochter Priscilla stellte sich heraus, dass Tolkien mit der Umsetzung weitgehend zufrieden war. Für die Melodie, mit der Swann Galadriëls Lied Namárië unterlegt hatte, schwebte ihm jedoch etwas anderes vor. Tolkien summte ihm einen gregorianischen Gesang vor und Swann passte diesen für eine Begleitung am Klavier an. Auf YouTube ist eine Interpretation des Liedes durch den Bassbariton William Elvin zu hören. Elvin hat Lied 1–8 auf der CD, die zur dritten, englischen Ausgabe des Buches herausgegeben wurde, gesungen. Das Vorwort endet mit den Worten „Lands there are to West of West, Where night is quiet and sleep is rest“. Zu den einzelnen Liedern sind Noten für die Instrumentalisierung mit Gitarre und Piano abgedruckt. Die Seiten sind von Tolkien mit elbischen Schriftzeichen verziert. Einige Texte sind sowohl in der Elbenschrift und Sprache publiziert, als auch in der zugehörigen Übersetzung mit Anmerkungen und Hintergrundinformationen. Dieses Buch ist nicht nur für Musikinteressierte gedacht, denn es trägt durch die Zusatzinformationen zum besseren Verständnis der Kulturen der verschiedenen mythologischen Wesen in Mittelerde bei. Es gibt einen Einblick in die linguistischen Hintergründe in Tolkiens Poesie mit grammatikalischen Erklärungen. Vor der Veröffentlichung des Silmarillion, war dieses Buch, neben den Anhängen im Herrn der Ringe die einzige öffentlich zugängliche Quelle über die Ersten Zeitalter von Mittelerde. In einigen späteren Ausgaben wurden noch folgende Lieder hinzugefügt: Songs for the Philologists • Der Hobbit • Blatt von Tüftler • The Lay of Aotrou and Itroun • Bauer Giles von Ham • The Homecoming of Beorhtnoth Beorhthelm’s Son • Der Herr der Ringe • Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Gedichte aus dem Roten Buch • Tree and Leaf • The Tolkien Reader • The Road Goes Ever On • Smith of Wootton Major Die Briefe vom Weihnachtsmann • Das Silmarillion • Nachrichten aus Mittelerde • Mr. Bliss • Bilbos Abschiedslied • The History of Middle-earth • The Lost Road and Other Writings • Roverandom • Die Kinder Húrins • The History of The Hobbit • Die Legende von Sigurd und Gudrún • König Arthurs Untergang • Die Geschichte von Kullervo • Beren und Lúthien • Der Fall von Gondolin • Natur und Wesen von Mittelerde • Der Untergang von Númenor A Middle English Vocabulary • Sir Gawain and the Green Knight • Some Contributions to Middle-English Lexicography • The Devil’s Coach-Horses • Ancrene Wisse and Hali Meiðhad • The Name Nodens • Sigelwara Land Teile I und II, in Medium Aevum • Chaucer as a Philologist: The Reeve’s Tale • Beowulf: Die Ungeheuer und ihre Kritiker • The Reeve’s Tale: version prepared for recitation at the „summer diversions“ • On Fairy-Stories • Sir Orfeo • Ofermod and Beorhtnoth’s Death • Middle English „Losenger“: Sketch of an etymological and semantic enquiry • Ancrene Wisse: The English Text of the Ancrene Riwle • English and Welsh • Einleitung zu Tree and Leaf • Beiträge zur Jerusalemer Bibel • Tolkien on Tolkien Sir Gawain and the Green Knight, Pearl und Sir Orfeo • Finn and Hengest • The Monsters and the Critics • Beowulf and the Critics • Beowulf: A Translation and Commentary • A Secret Vice |
2024-12-03 15:41:46 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kerntheorie_(Chemie) | Die Kerntheorie ist eine von Auguste Laurent 1836 veröffentlichte Anschauung über die Natur der organischen Verbindungen in der Chemie. Schon Jean Baptiste Dumas konnte beim Kerzenwachs nachweisen, dass Wasserstoffatome durch Chloratome ersetzt werden können . Dieser Ersatz von elektropositiven Wasserstoffatomen durch elektronegative Chloratome entsprach nicht der herkömmlichen Theorie von chemischen Umsetzungen nach Jöns Jakob Berzelius, da nach seiner aus der Elektrochemie und von Salzen abgeleiteten Theorie nur elektropositive und elektronegative Teilchen im Molekül zusammenkommen können. Es war nach seiner Theorie nicht möglich, dass das elektropositive Wasserstoffatom durch das elektronegative Chlor bei einer chemischen Reaktion ausgetauscht wird, da so eine Verbindung aus elektronegativem Chlor und elektronegativem Kohlenstoff entstünde. Dumas und Justus von Liebig gebrauchten den Begriff radikalische Substitution, um den atomaren Austausch eines Wasserstoffatoms durch ein Chloratom in der organischen Chemie zu bezeichnen. Auguste Laurent hatte die Oxidation von Anthracen in Anthrachinon und die Substitution von Wasserstoffatomen durch Chloratome im Naphthalin entdeckt. Laurent gebrauchte den Begriff Radikal für Atomkerne. Später verwendet er den Begriff Radikal auch für größere Atomgruppen. Der Stamm-Kern, die Kohlenstoffatome, bleiben bei vielen Umsetzungen erhalten. Neben-Kerne wie das Wasserstoff können durch andere Kerne wie Halogene, Sauerstoff, Stickstoff substituiert werden. Der Austausch der Neben-Kerne erfolgt entsprechend der stöchiometrischen Gesetze. Nach dieser Theorie spielt die Elektronegativität keine gewichtige Rolle, sondern nur die räumliche Geometrie des Moleküls. Laurent betrachtete Moleküle als geometrische Figuren wie Pyramiden. Die Kanten können durch andere Atome ersetzt werden, den Mittelpunkt bildet das Kohlenstoffatom. Die Kerntheorie war die spätere Grundlage für die Theorie des Benzolringes nach Friedrich August Kekulé von Stradonitz. Die Kerntheorie wurde von Leopold Gmelin der Bearbeitung des organischen Teils seines großen Handbuchs zugrunde gelegt. |
2024-12-03 16:17:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/St._%C3%84gidius_(Oberdrees) | Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Ägidius im Rheinbacher Stadtteil Oberdrees geht auf einen romanischen Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert zurück. Das an der Oberdreeser Straße 21 gelegene Gebäude gehört seit 2010 zur Pfarrgemeinde St. Martin in Rheinbach und ist seit 1994 denkmalgeschützt. Sehenswert sind das barocke Taufbecken und die großzügige Fensterausstattung aus dem 20. Jahrhundert. Der Kirchort Oberdrees wird erstmals 1274 und erneut vier Jahre später in einem Kirchensteuerverzeichnis genannt. Von der damals bestehenden, zum Anfang des 12. Jahrhunderts errichteten romanischen Kirche ist der heutige Ostteil des Chors erhalten. Die Ortschaft selbst ist älter, sie wird bereits in einem Dokument im Jahr 856 erwähnt. Vermutlich stand in Oberdrees vor der Errichtung der romanischen Kirche bereits eine kleine, in Fachwerkbauweise ausgeführte Kapelle. Unter dem Pfarrer Johann Stein kam es im Jahr 1688 zu einem weitgehenden Neubau, dessen Struktur im Wesentlichen erhalten ist. Das einschiffige Kirchgebäude übernahm den Chor des Vorgängerbaus und erhielt einen vorgesetzten Westturm. Das Schiff umfasste fünf Joche, die Fenster lagen in bodentiefen Nischen. Der Innenraum war barock eingerichtet. Kollator war ein auf der Burg Adendorf ansässiges Mitglied der freiherrlichen Familie von der Leyen. Pfarrer Heinrich Dieregsweiler setzte im 20. Jahrhundert eine Erweiterung der Kirche durch. Nach Planungen von Jakob Stumpf wurde im Mai 1921 mit dem Umbau begonnen. Der Anbau von zwei Seitenschiffen an der Nord- und Südseite führte zu einer Vergrößerung des Innenraumes auf das Doppelte. Ein neues, massives Schwemmsteingewölbe trug nun das erweiterte Dach. Der Fußbodenbelag stammte von den Sinziger Mosaikwerken. Auch eine Kriegergedächtniskapelle wurde auf der Männerseite im rechten Seitenschiff am Josefsaltar errichtet; nachdem 1926 ein Ehrenmal außerhalb der Kirche entstanden war, entfernte man die Gedenkstätte in der Kirche wieder. Die Einweihung der Kirche und Konsekration des Hochaltars erfolgte am 27. August 1922 durch Weihbischof Hermann Joseph Sträter. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu jahrelangen Diskussionen über eine notwendige Sanierung des Kirchengebäudes; immer wieder wurden kleinere Instandsetzungsaufträge vor allem im Außenbereich vergeben. Eine größere Investition für die Innenrenovierung der Kirche wurde 1989 beschlossen, erst ab September 1992 wurde der Beschluss umgesetzt. Der feuchte Boden und die Wände wurden unter anderem durch die Anlage einer Drainage trockengelegt. Ein neuer Fußbodenbelag entstand aus diagonal angelegten Basaltlavaplatten und Syenitstreifen. Die aus dem Jahr 1921 stammende Kanzel und der Beichtstuhl wurden restauriert und wieder aufgestellt. Der neu gestaltete Altar wurde 1994 von Weihbischof Norbert Trelle geweiht. Während der rund einjährigen Renovierungsarbeiten wurde der Gottesdienst in einem ehemaligen Stallgebäude, wenige Meter von der Kirche entfernt gelegen, durchgeführt. Im Jahr 2007 wurde die Kirchengemeinde Sankt Antonius Niederdrees aufgelöst und mit der Pfarrei Sankt Ägidius in Oberdrees zusammengelegt. Diese zusammengelegte Kirchengemeinde bestand bis Ende 2009. Seit dem Jahr 2010 bilden die Katholiken beider Ortschaften mit den meisten bisherigen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet von Rheinbach die Pfarrgemeinde St. Martin Rheinbach. Zum Jahreswechsel 2015/2016 kam es zu einer zeitweisen Schließung der Kirche wegen Schimmelbefalls an der Heizungsanlage und in der Orgel. Schimmelpilze hatten das Heizungssystem befallen, von dort waren sie in die Orgel gelangt. Während der Reinigungsmaßnahmen mussten die Gläubigen in die Kirche nach Niederdrees ausweichen. Das Kirchengebäude besteht aus einem dreischiffigen Langhaus mit Chor und angefügter Sakristei und einem Glockenturm. Die Kirche ist ein verputzter Bruchsteinbau. Das Langhaus und der achtseitige Turmhelm in Julius-Echter-Architektur sind mit einer Schiefereindeckung versehen. Auf Höhe der Glockenstube verfügt der Turm auf allen Seiten über rundbogige Klangarkaden. Der aus dem 12. Jahrhundert stammende Chor ist ein mittelgroßer Raum, den ein Tonnengewölbe überwölbt, in Form einer Apsis gestaltet. An der Nordseite des Chors ist eine helle, geräumige Sakristei angebaut, in deren ausgebauten Dachgeschoss die Paramenten gelagert werden; im Untergeschoss liegt der Heizungskeller. Von der ursprünglichen Inneneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert existieren nur noch das barocke Taufbecken aus Granit mit einem Messinghelm sowie die Figur des Kirchenpatrons Ägidius und Darstellungen der Heiligen Anna, Ursula und Agatha. Die Kanzel und der Beichtstuhl aus dem Jahr 1921 stammen vom Rheinbacher Schreinermeister Müllenbruck. Der 1994 entstandene Altar ist aus dem Naturstein Selterser-Trachyt gefertigt. Die Friedhofsmauer stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Erweiterung der Kirche in den Jahren 1921/22 machte den Einbau neuer Fenster erforderlich. Pfarrer Dieregsweiler ließ sie nach Rücksprache mit dem Bonner Hochschullehrer Wilhelm Neuß von dem jungen Bonner Glaskünstler Gerhard Jörres gestalten. Sie sind im Stil der Nazarener ausgeführt. Insgesamt entstanden unter Jörres vier Fenster im Hauptschiff, fünf Fenster im Querschiff, eines von zwei Fenstern im Chor, vier rechteckige Fenster in der angrenzenden Sakristei sowie je zwei Fenster unter der Empore und auf der Empore . Die Fenster wurden 1923 von Jörres fertiggestellt. Der Künstler Paul Weigmann ergänzte 1970 das zweite Fenster im Chor. Die Orgel der Oberdreeser Kirche wurde 1934 vom Bonner Orgelbauunternehmen Johannes Klais Orgelbau auf der am Westende des Kirchenschiffs liegenden Orgelempore eingebaut. Das Instrument verfügt über zwei Manuale und 13 Register. 2018 wegen Holzwurm und Schimmelbefall durch Elektronisches Instrument ersetzt. Das Geläut der Kirche besteht aus drei Bronzeglocken. Sie sind in der Form Mittelschwere Rippe ausgeführt und stammen aus dem 20. Jahrhundert. Die Geschichte des Geläuts lässt sich bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Nach Heusgen wurden 1740 zwei Glocken von dem Glockengießer Johann Heinrich Dinckelmeyer gefertigt, die auf der Glockenschweifung eine Pietà sowie den Schriftzug J. H. Dinckelmeyer 1740 aufwiesen. Eine weitere entstand 1800 in der westfälischen Glockengießerei von Peter Boitel . 1928 wurden dann neue Glocken angeschafft. Die Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock fertigte die 1050 kg, 577 kg und 387 kg schweren Glocken. Die beiden größeren Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg im Rahmen der staatlichen Glockenbeschlagnahmung requiriert. Zum Verbleib dieser Glocken ist nichts bekannt, sie gelten als kriegsbedingt nicht mehr existent. Als Ersatz wurden 1956 dann zwei neue Glocken erworben. Aegidien-Glocke: 1928, Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher, Durchmesser 855 mm, Gewicht 387 kg; im Krieg nicht eingezogen, noch heute im Läutedienst; Inschrift: „SCTE AEGIDI ABBAS ET ECCLESIAE PATRONE NOSTRAE OBERDREESIENSES REGE ET DEFENDE“ Toten-Glocke: 1956, Josef Feldmann und Georg Marschel, Feldmann & Marschel, Münster, Durchmesser 1152 mm, Gewicht 950 kg; Inschrift neben Hinweis auf Glockengießerei und Gießdatum: „VOX MEA COMMENDAT DEO MILITES ET CIVES OCCISOS VEL QUAESITOS 1 9 1 8 ET 1 9 4 5“ Josephs-Glocke: 1956, Josef Feldmann und Georg Marschel, Feldmann & Marschel, Münster, Durchmesser 957 mm, Gewicht 520 kg; Inschrift neben Hinweis auf Glockengießerei und Gießdatum: „IN HONOREM S. JOSEPHI ET S. CATHARINAE DONAVERUNT ME CONIUGES CASTENHOLZ 1 9 5 6“ Vor der Kirche steht eine Winterlinde. Im Jahr 1991 wurde sie auf ein Alter 150 Jahren geschätzt; bei einer Höhe von 14 Metern wurde ein Stammumfang von 310 Zentimetern und ein Kronendurchmesser von 11 Metern ermittelt. Der Baum steht drei Meter vom Kirchturm entfernt, dieser beschränkt den Entfaltungsraum für die Baumkrone. Gemäß § 22 des Gesetzes zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Entwicklung der Landschaft ist die Linde als Naturdenkmal im Rhein-Sieg-Kreis eingetragen. Der Wert der Linde wurde auf einen Betrag um 65.000 Euro taxiert. Im Jahr 2014 kam es zu einer Sanierung des Erdreiches um den Baum, um die Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln zu erleichtern. Umgebendes Basaltpflaster und Beton wurden aufgebrochen, Kiessand und Boden wurde durch viereinhalb Kubikmeter Baumsubstrat ersetzt. Die Kosten der Sanierung betrugen ca. 3300 Euro. Die Oberdreeser Pfarrgemeinde pflegt mehrere Traditionen; dazu gehören: Am Wochenende nach Mariä Himmelfahrt formieren Gläubige aus Dank für die Rettung vor einem Feuer eine Brandprozession, genannt „Jassekirmes“. Die Prozession gedenkt dem wundersamen Verlöschen eines Großfeuers in der Ortschaft, das etwa Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts am Fest Mariä Himmelfahrt ausgebrochen war. Die nächtliche Brandstiftung am Haus im Burggraben 36 war in der schmalen Gasse schnell auf viele andere Häuser übergegriffen. Als der damalige Pfarrer mit der dem Tabernakel entnommenen Monstranz in feierlicher Prozession zum Zentrum des Feuers gezogen und dort gebetet sowie die Heilige Dreifaltigkeit angerufen hatte, verlosch das Feuer kurz darauf. Am Karfreitag und Karsamstag werden seit jeher in Oberdrees die Kirchenglocken nicht geläutet; erst in der Osternacht kommt es zum Fest-Geläut zur Erinnerung an die Auferstehung von Jesus. Früher klapperten Messdiener mit Holzklappern und Rasseln anstelle der sonst die Zeiten angebenden Glocken. Diese Tradition wird während der Ostertage noch immer gepflegt, auch wenn das Geklappere mittlerweile von Eltern und Kindern übernommen wird. Auf selbst gebastelten Instrumenten, die aus einem Brett mit Griff und beweglichen Holzhämmerchen bestehen, wird gruppenweise morgens um 6 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr klappernd durch alle Oberdreeser Straßen gezogen. St. Martin | St. Martin | St. Margareta | St. Antonius | St. Ägidius | St. Martin | Waldkapelle | St. Martin 50.6407196.920176Koordinaten: 50° 38′ 26,6″ N, 6° 55′ 12,6″ O |
2024-11-23 11:48:43 | https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Friedrich_von_Tempelhoff | Georg Friedrich Ludwig Tempelhoff, ab 1784 von Tempelhoff war ein Mathematiker, Militär-Wissenschaftler und Musik-Schriftsteller, königlich preußischer Generalleutnant, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Preußischen Akademie der Künste. Ab 1805 General-Inspektor aller militärischen Erziehungsanstalten des preußischen Staates. Seine preußische Beamtenfamilie stammte ursprünglich aus Mühlenbeck bei Bernau und er war der Sohn des königlich preußischen Amtsrats Georg Samuel Tempelhoff , Pächter der Staatsdomänen Trampe bei Eberswalde und Kossenblatt bei Beeskow , später von Gut Rampitz im Bezirk Frankfurt , und dessen erster Ehefrau, der Pastorentochter Marie Margarethe Thieme . Tempelhoff heiratete am 10. Juni 1780 in Berlin Louisa Friederike Charlotte Grunow , die Tochter des Bürgermeisters und Kreiseinnehmers zu Königsberg Christian Gottlieb Grunow und der Charlotte Louisa Ringmuth. Tempelhoff wurde am 20. März 1784 in den preußischen Adelsstand als von Tempelhoff erhoben. Tempelhoff trat als Absolvent der Brandenburgischen Universität Frankfurt und der Friedrichs-Universität Halle im Jahre 1756 in die preußische Armee des König Friedrichs II. ein, nahm als einfacher Artillerist an den bedeutenden Schlachten des Siebenjährigen Krieges teil, wurde 1759 Offizier und begann unmittelbar nach dem Krieg mit militärhistorischen, mathematischen und astronomischen Studien. Im Jahre 1775 vollendete er sein erstes Buch über die Taktik der Artillerie, das zur Zufriedenheit König Friedrichs II. ausfiel, aber sogleich aus Gründen der militärischen Geheimhaltung nicht publiziert werden durfte. Georg Friedrich konnte aber Mathematik und Ballistik für die Offiziere der Berliner Garnison lehren, erreichte durch seine Teilnahme am Feldzug von 1778/1779 den Rang eines Kapitäns. Nach der Rückkehr in die Hauptstadt Berlin hielt von Tempelhoff vor den Offizieren der Residenz Vorlesungen über Festungslehre. Auch sein zweites Buch aus dem Jahre 1781 Le Bombardier Prussien blieb militärische Verschlusssache. 1783 wurde er als Major Lehrer an der Berliner Inspektionsschule und galt als Preußens bester Artillerist. König Friedrich II. erhob 1784 Tempelhoff in den erblichen Adelsstand, verweigerte ihm aber die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften. Wegen seiner mathematischen und astronomischen Studien galt er als einer der Gelehrten des Heeres. Unter Friedrich Wilhelm II. erhielt Tempelhoff ein Artillerieregiment, den Generalsrang und nun auch endlich die ersehnte Aufnahme in beide preußische Akademien zu Berlin, die der Wissenschaften und die der Künste. Zugleich beauftragte ihn der König 1787 mit der Ausbildung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seines Bruders Ludwig in den mathematischen und militärischen Wissenschaften. Am 20. Juni 1789 verlieh ihm Friedrich Wilhelm II. durch Allerhöchste Kabinettsorder den Orden Pour le Mérite. Im Jahre 1791 wurde von Tempelhoff zum Direktor der neuerrichteten Artillerieakademie in Berlin ernannt, widmete den Großteil seiner Zeit der militärwissenschaftlichen Forschung und veröffentlichte zwischen 1783 und 1801 sein Hauptwerk, die Geschichte des Siebenjährigen Krieges in sechs Bänden. Am Feldzug gegen Frankreich 1792 bis 1794 nahm er als Chef eines Artillerieregiments teil, musste wegen offener Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten auf Weisung des Königs Friedrich Wilhelm II. das Kommando abgeben, wurde aber später durch König Friedrich Wilhelm III. rehabilitiert, 1802 zum Generalleutnant befördert und mit dem Roten und Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet. Der König vertraute ihm auch die Ausbildung seiner Brüder, der Prinzen Heinrich und Wilhelm , in Fortifikation und Artilleriewesen an. Eines der historischen Verdienste von Tempelhoffs war die Bemühung um die Aufnahme Gerhard von Scharnhorsts in die Reihen der preußischen Armee und dessen Unterstützung als sein Regimentschef in den Jahren ab 1801. Als Musiker besaß er zahlreiche Manuskripte von Johann Gottlieb Janitsch, die 1999 vom Kiewer Konservatorium an die Staatsbibliothek zu Berlin zurückgegeben wurden. Sein Grab auf dem Alten Garnisonsfriedhof in Berlin-Mitte existiert nicht mehr. |
2024-12-02 11:06:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Arm%C3%A9e_du_Rhin#Kriegseinsatz | Armée du Rhin war die Bezeichnung einer französischen Armee im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. „Rheinarmee“ war der Titel für eine französische Armee im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Zu Beginn des Krieges wurde der Begriff „Rheinarmee“ für die gesamte französische Armee im Kriegseinsatz verwendet. Spätestens nach der Belagerung von Metz wurden als „Rheinarmee“ nur noch die in Metz eingeschlossenen Truppen bezeichnet. Strategisches Ziel der französischen Armee war der Angriff nach Deutschland hinein, etwa ein Übergang über den Rhein zwischen Germersheim und Mainz mit anschließendem Vormarsch in Richtung auf Frankfurt und Würzburg. Damit wollte Napoléon III. nicht nur den Krieg nach Deutschland tragen, sondern auch eine Trennung der Truppen des Norddeutschen Bundes mit den süddeutschen Verbänden herbeiführen und diese aus dem Krieg mit Preußen heraushalten. Mit schnellen Anfangserfolgen hoffte er außerdem auf einen Kriegseintritt Österreichs und Dänemarks sowie evtl. Russlands, auch wenn hierfür keine entsprechenden Verträge vorlagen. Die Französische Armee bestand beim Kriegsausbruch aus dem I. bis VI. Korps und der Garde. Insgesamt hatte die Rheinarmee eine Sollstärke von ca. 300 Bataillonen, mit einer Nennstärke von jeweils ca. 1.000 Mann. Aufgrund von Problemen mit der Mobilmachung und dem Aufmarsch standen jedoch einige Einheiten nicht oder nicht vollständig zur Verfügung. Das I. und V. Korps unter Marschall Mac-Mahon bildete dabei die sogenannte Elsassarmee. Allerdings stand unmittelbar bei Ausbruch der Kämpfe nur das I. Korps im Elsass, das V. Korps war erst in Richtung Saarbrücken in Marsch gesetzt worden und dann zur Festung von Bitche zurückgezogen worden. Dieses Korps kam daher in den ersten Schlachten nicht zum Einsatz. Die erste offensive Aufstellung Anfang August 1870 war wie folgt: das I. Korps im nördlichen Elsass , II. Korps in Spichern, III. Korps bei Saint-Avold, IV. Korps bei Thionville, und V. Korps in Bitche und als Reserve die Garde auf dem Weg von Nancy nach Saint-Avold und das VI. Korps bei Châlons, ab 3. August auf dem Weg nach Nancy. Am 28. Juli 1870 übernahm Napoléon III. in Metz persönlich das Kommando über die Rheinarmee, das er jedoch krankheitsbedingt am 13. August wieder an Marschall François-Achille Bazaine übergeben musste. Der Abmarsch zur Grenze erfolgte jedoch nur sehr zögerlich. Nach den Berichten von Friedrich Engels war die Ausrüstung unvollständig und die Truppen somit teilweise nicht einsatzbereit, so dass große Teile der Armee überhaupt nicht aus dem Aufstellungsraum um Metz herausgehen konnten. Nach den ersten Niederlagen bei Weißenburg am 4. August, Spichern und Wörth am 6. August war die Armee auf dem Rückzug. Dabei gingen drei Korps unter Mac-Mahon in Richtung Nancy, während die übrigen Einheiten entweder noch bei Metz standen oder sich hierhin zurückzogen. Die Truppen von Mac-Mahon gingen über Châlons zurück und wurden ab dort als Armée de Châlons bezeichnet. Ein für Mitte August geplanter Rückzug von Metz über Verdun in Richtung auf Châlons erfolgte nicht mehr, die Rheinarmee wurde mit insgesamt 180.000 Mann in den Schlachten bei Colombey, Mars-la-Tour/Vionville und Gravelotte besiegt und zuletzt bei der Belagerung von Metz eingekesselt. Größere Ausbruchsversuche erfolgen nicht, schon nach kurzer Belagerung hatten Ausfälle nur noch das Ziel, zusätzlichen Proviant zu erbeuten. Die Truppen kapitulierten schließlich am 27. Oktober 1870. Dieses Datum bezeichnet gleichzeitig das Ende der Rheinarmee. |
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