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2024-12-04 04:18:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nito | Nito ist eine Ruinenstätte der Maya im Mündungsbereich des Río Dulce an Golf von Honduras in Guatemala. Bereits in der Epoche der Späten Klassik wurde etwas westlich des heutigen Livingston das Handelszentrum Nito errichtet. Über die Flüsse bis weit ins Binnenland und entlang der Karibikküste um Yucatán herum bestand ein reges Handelsnetz der Maya. Das nächstgelegene Handelszentrum war Naco. Zur Zeit der Konquista dominierten die Acalán Maya, eine Untergruppe der Chontal Maya bzw. der Putún Maya, den Handel in dieser Region. Der Bruder des Fürsten Paxbolonacha aus Itzamkanac beherrschte deren Niederlassung in Nito. Als Hernán Cortés 1524 die nahe gelegene Stadt La Natividad gründete, besiedelte er den Ort mit 20 Spaniern, die sich zuvor in Nito und Naco aufgehalten hatten. Heute befindet sich im Einzugsgebiet Nitos der Ort San Gil de Buena Vista. |
2024-12-03 19:27:03 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nothaltauftrag#ETCS | Ein Nothaltauftrag ist eine Meldung im Eisenbahnverkehr, durch die ein Zug zum Anhalten aufgefordert wird. Er wird meist über Zugfunk gegeben. Per Nothaltauftrag angehaltene Züge dürfen nur mit Zustimmung des Fahrdienstleiters weiterfahren. Neben dem mündlichen Nothaltauftrag existieren noch die Notsignale Sh 3 und Sh 5. Früher kamen hierbei auch Knallkapseln zum Einsatz . Nothaltaufträge über Zugfunk oder die Streckenfernsprechverbindung sind über die Notruf-Funktion abzugeben. Auch unvollständig aufgenommene Nothaltaufträge müssen sofort ausgeführt werden. Seit Dezember 2009 muss bereits bei einem eingehenden Notruf auf Sicht gefahren werden, bis die Ursache des Notrufs geklärt ist. Wenn ein Zug den Nothaltauftrag abgibt, muss der Empfang vom Fahrdienstleiter bestätigt werden. Bei analogem Zugfunk muss der Nothaltauftrag durch den Fahrdienstleiter oder einen anderen Bediensteten wiederholt werden, damit die anderen Züge im Umkreis auch Kenntnis davon erlangen. Ein Nothaltauftrag erstreckt sich entweder auf eine Betriebsstelle oder auf die Strecke zwischen zwei Betriebsstellen. Er hat einen definierten Wortlaut: „Betriebsgefahr, alle Fahrten in/zwischen sofort anhalten!Ich wiederhole:Betriebsgefahr, alle Fahrten in/zwischen sofort anhalten!Hier .“ Im Gültigkeitsbereich der Fahrdienstvorschrift der DB Netz AG soll bei Abgabe des Nothaltauftrags über eine Fernsprechverbindung außer Streckenfernsprechverbindungen „alle Fahrten“ durch die Angabe eines Streckenabschnitts oder eines Bahnhofs ergänzt oder durch Nennung eines bestimmten Zuges ersetzt werden. Im europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS gibt es einen bedingten und einen unbedingten Nothaltauftrag. Während bei einem unbedingten Nothaltauftrag ein Zug umgehend zum Halt gebracht werden soll, bezieht sich ein bedingter Nothaltauftrag auf einen Ort, an dem ein Zug zum Halt gebracht werden soll. Das ETCS-Fahrzeuggerät bewertet in diesen Fällen anhand seiner Odometriedaten die Position des Zuges. Ist die minimale sichere Zugspitze bereits an dem genannten Ort vorbeigefahren, wird der bedingte Nothaltauftrag verworfen und das RBC darüber informiert. Hat die minimale sichere Zugspitze hingegen noch nicht den im CES definierten Ort passiert, wird der bedingte Nothaltauftrag angenommen und ausgeführt. Empfängt das Fahrzeug während eines Nothalts weitere Fahrterlaubnisse, werden diese verworfen. Nothaltaufträge können auch zurückgenommen werden. Bedingte Nothaltaufträge spielen bei der Haltfallbewertung eine wesentliche Rolle. Da im Netz der Deutschen Bahn Flanken- und Gegenfahrschutzverletzungen nur so lange behandelt werden, wie das Startsignal einer Zugstraße noch nicht in Halt gefallen ist, bleibt die mit ETCS Level 2 bestehende Möglichkeit, Züge „hinter“ dem Startsignal mittels UES anzuhalten, ungenutzt. Eine in der Linienförmigen Zugbeeinflussung zur Verfügung stehende Nothaltfunktion steht aufgrund einer inzwischen erfolgen Hochrüstung auf deutschen LZB-Strecken nicht mehr zur Verfügung. Wenn durch einen Zug ein LZB-Nothalt in einer bestimmten Schleifennummer gegeben wurde, war aufgrund der planerischen Einschränkungen der Schleifentopologie in der LZB L72 ein eindeutiger Rückschluss für die LZB-Zentrale möglich, welche Schleifennummer dem entsprechenden Fahrort im Nachbargleis zugeordnet war. Somit konnten LZB-geführte Züge im Nachbargleis gestoppt werden. In der weiterentwickelten LZB CIR-ELKE wurde die eindeutige Beziehung zu den Schleifennummern im Nachbargleis aufgegeben, um die beschränkte Anzahl von Schleifen pro Zentrale besser ausnutzen zu können. Dadurch konnten mehr Gleise der Bahnhöfe mit LZB ausgerüstet werden, aber die Möglichkeit zum Geben eines Nothaltauftrags ging verloren. |
2024-12-03 17:49:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Herbstgem%C3%BCse | Als Herbstgemüse bezeichnet man Gemüsesorten, die im Herbst geerntet werden können und auch niedrigere Temperaturen und eventuelle Trockenheit überleben. Dazu gehören Herbstsalat, Rübstiel, Feldsalat und die meisten Kohlsorten. Die Kohlarten sind kälteverträglich und halten teilweise zehn Minusgrade aus. |
2024-12-03 21:45:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dachberg-Warte | Die Dachberg-Warte ist eine 1975 errichtete, 22,7 Meter hohe Aussichtswarte am Dachberg bei Emmersdorf an der Donau. Am 18. September 1892 wurde von der Sektion Melk des Österreichischen Touristenklubs ein 17 m hoher hölzerner Aussichtsturm eröffnet, der nach dem Ersten Weltkrieg abgetragen werden musste. 1975 errichtet der Baumeister Franz Leitner auf seinem Grund eine neue Warte, die zuerst nicht öffentlich zugänglich war. Die Warte war ab Ostern 1991 in der Verwaltung des ÖTK und öffentlich zugänglich. Seit 2018 ist die Warte aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die extrem leichte Konstruktion der Warte besteht aus einer achteckigen Stahlrohrkonstruktion aus vertikalen je 18 m langen Eisenrohrstangen mit nur 4,8 cm Durchmesser, die durch horizontale Eisenbalken miteinander verbunden sind. Das Gerüst ist mittels Wellblechplatten verkleidet. Über 10 Betonstufen kommt man zur Eingangstüre in 1,5 m Höhe. Im Inneren der Warte führen 98 Stufen zur quadratischen Aussichtskanzel in 19,5 m Höhe. Die Warte bietet einen eindrucksvollen Ausblick in die Wachau bis Schönbühel an der Donau im Osten und Pöchlarn im Westen. Am beeindruckendsten ist der Blick auf das Stift Melk am gegenüberliegenden Donauufer. |
2024-12-02 03:06:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Automotor_Company | Automotor Company war ein US-amerikanischer Hersteller von Automobilen. Hinsdale Smith gründete 1901 das Unternehmen in Springfield in Massachusetts. Als Vorgänger gilt Springfield Cornice Works mit der Marke Meteor. Die Produktion von Automobilen begann. Der Markenname lautete Automotor. 1904 endete die Produktion. Das erste Modell hatte einen Vierzylindermotor, der mit 16/20 PS angegeben war. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 72 km/h angegeben. Solche Fahrzeuge wurden erfolgreich bei einer 800-Kilometer-Fahrt von New York City nach Boston und zurück sowie bei einer 160-Kilometer-Fahrt ohne Stopp eingesetzt. Die Springfield Metal Body Company fertigte die viersitzige Tonneau-Karosserie aus Aluminium. Daneben gab es zwei kleinere Modelle. Einzylindermotoren von De Dion-Bouton mit wahlweise 3,5 PS oder 5 PS trieben die Fahrzeuge an. Karosseriert waren sie als Runabout. Abenaque | Abresch | Acadia | Acme | Ajax | Alden Sampson | Allegheny | Allen | Altham | American | American | American | American CGV | American De Dion | American Electric | American Napier | American Populaire | American Power | American Voiturette | American Waltham | Anderson Steam Carriage | Annesley | Anthony | Apex | Apperson | Armstrong | Armstrong | Arrow Locomotor | Artzberger Steam | Auburn | Aultman | Austin | Auto-Dynamic | Autocar | Autocrat | Automobile | Automobile Construction | Automobile Fore Carriage | Automotor | Avery & Jennis | Ayres | B & H | Bachelle | Backus | Bacon | Badeker | Badger | Baker | Baker & Elberg Electric | Baldner | Baldwin | Baldwin | Ball | Ballard | Balzer | Banker | Bar Harbor | Barrows | Barthel | Bartholomew | Barton | Bates | Benson | Bentel | Benz Spirit | Berg | Berkeley | Berkshire | Berwick | Betz | Beverly | Binney & Burnham | Birch | Black | Black | Black Diamond | Blackhawk | Blomstrom | Blood | Bluff Climber | Bohnet | Boisselot | Booth-Crouch | Borbein | Boss | Boss | Boston | Boston-Amesbury | Bouton | Bowman | Bowman | Bradford | Bramwell | Bramwell-Robinson | Brazier | Brecht | Brennan | Brew-Hatcher | Bridges | Bristol | Buckboard | Buckeye | Buckeye | Buckeye | Buckmobile | Buel | Buffalo | Buffalo | Buffalo | Buffum | Buick | Burrington | Burrowes | Cadillac | Caffrey Steam | California | California | Calimobile | Callihan | Caloric | Cameron | Canda | Cannon | Cantono Electric | Caps | Carley | Carlisle | Carlson | Carter | Casler | Cataract | Centaur | Century | Century | Century Tourist | Chadwick | Champion | Chapman | Chicago | Chicago | Chicago Electric | Christie | Christman | Church | Cincinnati | Clark | Clark | Clark | Clarkmobile | Clawsen | Cleveland | Cleveland | Cleveland | Cleveland Three-Wheeler | Clinton E. Woods | Clipper | Close | Cloughley | Coey | Colonial Electric | Columbia | Columbia | Columbus | Commercial Electric | Compound | Concord | Conrad | Cotta | Country Club | Courier | Covert | Crane & Breed | Crawford | Crestmobile | Crompton | Crouch | Crowdus | Cunningham | Cushman | D & V | Daley | Darling | Dawson | Dawson | De La Vergne | De Motte | Decker | Denison | Des Moines | Desberon | Detroit | Detroit | Dey-Griswold | Diamond | Diebel | Dingfelder | Dolson | Dormandy | Dunbar | Duquesne | Duryea | Dyke | Dyke-Britton | Eastman | Eaton | Eclipse | Eclipse | Eclipse | Eddy | Edmond | Eichstaedt | Einig | Eisenhuth | Eldredge | Electric Carriage | Electric Vehicle | Elgin | Elite | Elliott | Elmer | Elmore | Emendorfer | Empire | Empire | Empire State | Erie | Essex | Euclid | Eureka | Everett | Fanning | Federal | Fey | Flinn | Flint | Foos | Ford | Foster | Four Wheel Drive | Francke | Franco-American | Franklin | Frantz | Frayer-Miller | Fredonia | Friedman | Frisbie | Fulton & Walker | Gaeth | Gaethmobile | Garfield | Gasmobile | General | General Electric | General Electric | Genessee | Geneva | Genevieve | German-American | Giddings & Stevens | Glide | Glover | Goddeu | Golden Gate | Golden State | Golden State | Goodrich | Graham | Graham Electric | Graham Motorette | Graham-Fox | Gramm | Greenleaf | Groff & Runkle | Grout | Grube | Gurley | Haase | Hagmann & Hammerly | Hall | Halsey | Hammer-Sommer | Hampden | Hanauer | Hancock | Hansen | Hart | Hasbrouck | Haynes | Haynes-Apperson | Hendrickson | Herkimer | Herschell-Spillman | Herschmann | Hertel | Hewitt-Lindstrom | Heymann | Hiawatha | Hicks | Hidley | Hill | Hill Climber | Hill Locomotor | Hoffman | Holcomb | Holland | Holland | Holley | Holmes | Holmes | Holsman | Holt | Holtzer-Cabot | Holyoke | Hood | Hopkins | Houghton | Howard | Howard | Howell | Hoyt | Hub | Huber | Hudson | Hughes & Atkin | Hunt & Osen | Huntingburg | Hussey | Hydro-Car | Ideal | Ideal | Ideal | Ideal | Illinois Electric | Imperial | Imperial | Imperial | Indiana | Indianapolis | International | International | Iroquois | Iverson | Jack Frost | Jackson | Jamieson | Jarvis | Jaxon | Jenkins | Jennis | JHN | Johnston | Jones-Corbin | Kane-Pennington | Kansas City Hummer | Keene Steamobile | Kennedy | Kensington | Kent’s Pacemaker | Kepler-Beery | Keromobile | Keystone | Keystone | Kidder | Kimball | King | Klock | Knickerbocker | Knight | Knowles | Knox | Kohl | Konollman | Korn & Breiding | Krajewski-Pesant | Krastin | Krotz | Kunz | Kuqua | La France | La Petite | Lackawanna | Lancamobile | Lane | Lane & Daley | Langan | Le Jeal | Leach | Lenawee | Lende | Lewis | Lewis | Lincoln | Lindsay | Little Four | Locomobile | Locomotor | Logan | Long Distance | Long Island | Loomis | Lozier | Luverne | Lyman | Lyman & Burnham | Lynn | Macker | Mackle-Thompson | Madsen | Mahoning | Mahs | Malcolm | Malden | Maltby | Manhattan | Manhattan | Manheim | Manistee | Marble-Swift | Marion | Marlboro | Marmon | Marr | Marsh | Martin | Martin | Maryland | Matheson | Maxwell | McCullough | McKay | Mechaley | Mecky | Media | Meiselbach | Memphis | Menominee | Mercury | Meserve | Messerer | Meteor | Meteor | Meteor | Meteor | Michigan | Michigan | Michigan | Miller | Milne Steamer | Milwaukee | Milwaukee | Milwaukee | Milwaukee Star | Mitchell | Mobile | Model | Model | Mohawk | Moline | Monarch | Moody | Morgan | Morlock | Morris & Salom | Morrison | Morse | Morse | Morton | Mossberg | Moyea | Mueller | Munson | Murray | Nadig | National | National | National | Neftel | Neustadt | Neustadt-Perry | New Bedford | New England | New England | New Era | New Monarch | New Rochelle | Newport | Niagara | Niagara | Niagara | Noble | Northern | Norton | Nyberg | O’Brien | Ofeldt | Okey | Oldsmobile | Olsson | Ophir | Orient | Orlo | Ormond | Ottokar | Overland | Overman | Owatonna | Owen | Oxford | Oxford | Pacific | Pacific | Packard | Packard | Palmer | Panam | Pawtucket | Pawtucket Electric | Peerless | Peerless | Pendleton | Pennington | People’s | Petromobile | Phelps | Phoenix | Pickard | Pierce | Pierce | Pierce-Racine | Piggins | Pilgrim | Pioneer | Piper & Tinker | Pittsburgh | Pneumatic | Pomeroy | Pope-Hartford | Pope-Robinson | Pope-Toledo | Pope-Tribune | Pope-Waverley | Porter | Premier | Prescott | Princess | Prospect | PT | Pugh | Pullman | Pungs-Finch | Puritan | Quakertown | Queen | Quick | Quinby | Quinsler | Radford | Rambler | Rand & Harvey | Randall | Randall | Rapid | Rea | Reading | Reber | Rech | Red Jacket | Red Rover | Reese | Reeves | Regas | Relay | Reliance | Remington | Reo | Rex Buckboard | Reynolds | Richards | Richmond | Richmond | Riker | Ripper | Ritter | Roach & Albanus | Roadrunner | Robinson | Rochester | Rochester | Rockaway | Rockaway | Roger-American | Rogers & Hanford | Roper | Rosenbauer | Rotary | Rounds | Royal | Royal Princess | Royal Tourist | Russell | Russell-Springfield | Rutenber | S & M Simplex | Safety | Sandusky | Santos 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Tincher | Tinkham | Tivy | Toledo | Torbensen | Tourist | Towanda | Tractobile | Tricolet | Trimoto | Triumph | Trojan | Trumbull | Tucker | Turner | Turner | Twyford | Union | Union | United Power | United States | United States | United States | Upton | VE | Veracity | Victor | Victormobile | Volomobile | Wagner | Walkins | Wall | Walshe | Walter | Walterscheid | Waltham | Waltomobile | Walworth | Ward Leonard | Warner | Warwick | Washington | Watch City | Waterloo | Waterman & Chamberlain | Waverley | Wayman & Murphy | Wayne | Webster | Weeber | Welch | Werts | Westfield | Westinghouse | Weston | Wheeler | Whiffler | Whipple | White | Whitney | Whitney | Whitney | Wiemeyer | Willard | Willoughby | Winner | Winona | Winton | Wolverine | Wood | Wood Electric | Wood-Loco | Woodruff | Woods | Worth | Xander | Yale | Yale | Zent | Zent | Zentmobile |
2024-11-29 10:55:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Aktivgesch%C3%A4ft | Unter Aktivgeschäft versteht man im Bankwesen sämtliche Bankgeschäfte, die sich auf der Aktivseite der Bankbilanz und „unter dem Bilanzstrich“ niederschlagen. Zu den Aktivgeschäften gehören insbesondere Kredite an Nichtbanken und Kreditinstitute im Rahmen der Geldleihe und Kreditleihe , der Erwerb von Beteiligungen und Anleihen oder der Kauf von Kreditderivaten als Sicherungsgeber. Bankrechtlich verbergen sich hinter diesen Geschäften die Bankgeschäfte des § 1 Abs. 1 Nr. 2, 3, 8 und 10, Abs. 11 Nr. 8 KWG. Außerdem gehört zum Aktivgeschäft das so genannte Gegenparteiausfallrisiko, das in der Gefahr des Ausfalls der Gegenpartei eines Geschäfts vor der abschließenden Abwicklung der mit diesem Geschäft verbundenen Zahlungen besteht . Zur Refinanzierung dieser Aktivgeschäfte dienen die Passivgeschäfte. Zwecks Kontingentierung sieht die Kapitaladäquanzverordnung mehrere Begrenzungen des Aktivgeschäfts vor, weil durch dessen vielfältige Kreditrisiken die Existenz von Kreditinstituten bedroht werden kann. Die aus dem Aktivgeschäft resultierenden risikogewichteten Risikopositionen dürfen das 12,5-Fache der Eigenmittel nicht überschreiten . Zudem dürfen die Großkredite nach Art. 392 CRR 10 % der anrechenbaren Eigenmittel nicht übersteigen. Durch das Aktivgeschäft verwirklichen die Banken im Rahmen der Bankbetriebslehre die Aufgabe des Finanzintermediärs mit der Fristen-, Losgrößen- und Risikotransformation. Die Maximalbelastungstheorie befasst sich unter anderem mit der Illiquidität vieler Bankkredite im Falle eines Bankansturms. Für die Zwecke von Millionenkrediten definiert § 19 Abs. 1 KWG Kredite als „Bilanzaktiva, Derivate und andere außerbilanzielle Geschäfte“. In § 19 Abs. 1 Satz 3 KWG werden dann 15 außerbilanzielle Geschäfte aufgezählt, die ebenfalls als Kredite gelten. Neben den klassischen Eventualhaftungen gehören hierzu insbesondere Ankaufs- und Refinanzierungszusagen , noch nicht in Anspruch genommene Kreditzusagen , Kreditderivate und sonstige nicht erfasste außerbilanzielle Geschäfte . Auch im Rahmen des Verschuldungsbegriffs erfasst die Kapitaladäquanzverordnung die an den Eigenmitteln eines Instituts gemessene relative Höhe der Aktiva, außerbilanziellen Verpflichtungen und Eventualverpflichtungen . Auch die Risikoposition umfasst neben den Aktivposten die außerbilanziellen Posten . Damit ist der Begriff Aktivgeschäft aufsichtsrechtlich sehr viel weiter gefasst, als dies umgangssprachlich der Fall ist. Mit der weiten Auslegung wird erreicht, dass alle mit einem Adressenausfallrisiko behafteten Geschäfte mit Eigenmitteln zu unterlegen sind. Unter Bilanzaktiva werden mithin alle mit einem Adressenausfallrisiko versehenen Aktiva verstanden. Das Aktivgeschäft lässt sich wie folgt untergliedern: Die Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung gliedert im Unterabschnitt 1 die „Posten der Aktivseite“ nach „Forderungen an Kreditinstitute“ , „Forderungen an Nichtbanken“ , Schuldverschreibungen im Bestand , Aktien im Bestand und Beteiligungen . Dabei müssen die Institute im Anhang des Jahresabschlusses Fristenuntergliederungen nach § 9 Abs. 2 RechKredV vornehmen, und zwar für Restlaufzeiten dieser Bilanzpositionen von < 3 Monaten, > 3 Monaten bis 1 Jahr, > 1 Jahr bis 5 Jahre und > 5 Jahre. Die Bilanzierung der Eventualhaftungen ist geregelt in § 26 Abs. 1 RechKredV , § 26 Abs. 2 RechKredV , § 26 Abs. 3 RechKredV , § 27 Abs. 2 RechKredV . Sonstige Derivate unterliegen als schwebende Geschäfte nach herrschender Meinung einem Bilanzierungsverbot durch den so genannten „Nichtbilanzierungsgrundsatz schwebender Geschäfte“. Dieser Grundsatz ist nicht gesetzlich kodifiziert, sondern wird aus den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung abgeleitet. Deshalb ist nach § 36 Satz 1 RechKredV in den Anhang eine Aufstellung über noch nicht abgewickelte, fremdwährungs-, zinsabhängige und sonstige Termingeschäfte mit Erfüllungsrisiko aufzunehmen. Unterschieden wird nach währungsbezogenen, zinsbezogenen und Derivaten mit sonstigen Preisrisiken, die lediglich namentlich aufzuzählen sind. Der Sicherungsgeber eines Credit Default Swaps weist in Höhe des übernommenen Kreditrisikos eine Eventualverbindlichkeit gemäß § 251 HGB oder nach § 340a HGB in Verbindung mit § 35 RechKredV und den entsprechenden Formblättern aus, solange mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist. |
2024-12-02 11:02:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_R%C3%A9musat | Charles François Marie de Rémusat war ein französischer Politiker und Philosoph. Sein Vater Auguste-Laurent de Rémusat war Kammerherr von Napoleon Bonaparte und später Präfekt der Départements Haute-Garonne und Nord. Seine Mutter Claire Élisabeth Jeanne Gravier de Vergennes, comtesse de Rémusat war Hofdame der Kaiserin Joséphine. Charles de Rémusat studierte Rechtswissenschaften und wurde 1819 Anwalt. Diesen Beruf übte er aber wenig aus, sondern publizierte in den folgenden zehn Jahren verschiedene philosophische und politische Schriften. Er schrieb in den Zeitschriften Tablettes, Courrier français, Revue des Deux-Mondes und Globe. Nach der Julirevolution wurde am 28. Oktober 1830 in die Nationalversammlung für den Wahlkreis Muret, Département Haute-Garonne gewählt. Diese Funktion hatte er bis 1851 inne. Er schloss sich anfangs den Doktrinären unter Guizot an, trat aber später zum linken Zentrum über. 1836 bekleidet er für einige Zeit die Stelle des Unterstaatssekretärs des Innern. Im Kabinett von Adolphe Thiers war er Innenminister von März bis Oktober 1840. Nach dem Rücktritt dieser Regierung schloss er sich der dynastischen Opposition an. Am 8. Januar 1846 wurde er Mitglied der Académie française. Wegen seines Protestes gegen den Staatsstreich von 2. Dezember 1851 wurde er aus Frankreich verwiesen. Er begab sich nach Brüssel, erhielt jedoch schon im September 1852 die Erlaubnis zur Rückkehr. Während der Zeit des Zweiten Kaiserreiches blieb er dennoch der Politik fern und widmete er sich der Geschichte der Philosophie. 1867 wurde er zum Ehrenmitglied der Royal Society of Edinburgh gewählt. In der Dritten Republik lehnte er den Botschafterposten in Wien ab. Im August 1871 wurde er dann von seinem alten Freund Adolphe Thiers zum Außenminister berufen, ohne jedoch Abgeordneter zu sein. 1873 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Bei einer Nachwahl 1873 kandidierte er erfolglos in Paris. Seine Niederlage führte zum Sturz der Regierung Thiers am 23. Mai 1873. Aber im Oktober 1873 wurde er bei einer Nachwahl im Département Haute-Garonne erneut in die Abgeordnetenkammer gewählt und behielt seinen Sitz dort bis zu seinem Tod am 6. Juni 1875. In der Philosophie war Charles de Rémusat ein Spiritualist von der Schule von Victor Cousin. Politisch war er zuerst ein Doctrinaire und dann ein Liberaler, Freund von Pierre-Paul Royer-Collard, Adolphe Thiers und Guizot. Aus seinem Nachlass wurden zwei Dramen: Abélard und La Saint-Barthélemy , sowie die Correspondance pendant les premières années de la Restauration veröffentlicht. |
2024-12-04 01:25:36 | https://de.wikipedia.org/wiki/Immer_mit_einem_anderen | Immer mit einem anderen ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1964. Die junge reiche Witwe Louisa May möchte ihr Vermögen loswerden und deshalb dem Staat 210 Millionen Dollar schenken. Dies führt dazu, dass sie in psychiatrische Behandlung überführt wird. Hier wird von Dr. Stephanson behandelt und sie erzählt ihm ihr Leben. Louisa May ist in armen Verhältnissen in einem kleinen Ort in Ohio aufgewachsen. Ihre Mutter möchte, dass sie reich heiratet, und ist hocherfreut, als sich der reichste Junggeselle der Stadt um sie bemüht. Louisa May will jedoch ein einfaches Leben führen und ist nicht an Leonard Crawley interessiert. Stattdessen verliebt sie sich in den trotteligsten Mann der Stadt. Edgar Hopper versucht nach den Prinzipien Henry Thoreaus zu leben. Dies passt der jungen Dame sehr ins Konzept. Edgar verspricht ihr, nie zu versuchen es zu etwas zu bringen. Sie heiraten und als der eifersüchtige Leonard Crawley sich über das in Einfachheit lebende Paar lustig macht, wächst in Edgar der Ehrgeiz. Er entwickelt aus seinem Trödelladen einen Kaufhausgiganten. Als er es geschafft hat, Crawley mit seinem Kaufhaus zu vernichten, stirbt er an Überarbeitung. Die junge Witwe ist plötzlich Millionärin ohne es gewollt zu haben. Louisa May geht daraufhin nach Paris, wo sie sich in den Maler Larry Flint verliebt. Flint findet nichts widerwärtiger als den amerikanischen Kapitalismus. Louisa meint endlich einen Partner gefunden zu haben, der nicht nach Geld strebt. Anfangs möchte auch niemand seine Bilder kaufen. Als jedoch durch die Mithilfe Louisas seine von mechanischen Apparaturen gefertigten Gemälde plötzlich Erfolg haben, entfernt auch Larry sich von ihr und kommt darin um. Louisa erbt weitere Millionen. Sich schuldig fühlend verlässt Louisa Paris und trifft am Flughafen auf den Ahornsirupmillionär Rod Anderson Jr., der seinen Reichtum nicht erarbeitet, sondern geerbt hat. Dies macht ihr Hoffnung, da sie glaubt, dass dieser es nicht mehr nötig hat, dem Geld hinterherzujagen. Nach der Hochzeit verbringen sie ihre Zeit auch nur auf Partys und sind glücklich. Als Anderson jedoch feststellt, dass ohne seine Entscheidungen sein Reichtum sich verdreifacht hat, macht er sich auf, den Schuldigen in seinem Firmenimperium zu suchen. Louisa erkennt jedoch früh genug, dass auch Rod sich eher nach einem einfachen Leben sehnt und kann ihn dazu überreden, all seine Firmen zu verkaufen und sich als Farmer niederzulassen. Doch auch als Farmer entkommt Rod nicht seinem Schicksal. Er wird getötet, als er eine Kuh melken will, dabei jedoch auf einen Stier trifft. Louise erbt weitere 150 Millionen. Louisa möchte nun nie wieder heiraten, da sie glaubt, ihren Ehemännern Unglück zu bringen. In einer Bar trifft sie auf den Sänger und Tänzer Pinky Benson. Der tritt in einem billigen Lokal im Clownskostüm auf. Er hat keinen Ehrgeiz und wird auch vom Publikum kaum beachtet. Sie verliebt sich in ihn und heiratet erneut. Sie leben glücklich auf einem heruntergekommenen Hausboot. Als Pinky Geburtstag veranstaltet Louisa eine Party für ihn. Aus Zeitgründen überredet sie den Besitzer des Lokals, dass Pinky einmal ohne Clownskostüm auftreten darf und siehe da, plötzlich hat er Erfolg und die Menschen hören ihm zu. Er startet daraufhin eine Traumkarriere am Broadway und wird schließlich zum erfolgreichen Hollywoodstar. Bei einer Filmpremiere wird er von der Horde wartender Fans zu Tode getrampelt und Louisa ist erneut Witwe und erneut um einige Millionen reicher. Um diesem unglücklichen Leben ein Ende zu machen, will sie die Millionen dem Staat schenken. Ihr Psychiater versucht sie zu überreden dies nicht zu tun und stattdessen ihn zu heiraten. Er würde sich gern opfern. Sie lehnt jedoch ab, da sie nicht in ihn verliebt sei. Stattdessen trifft sie erneut auf den mittlerweile heruntergekommenen Leonard Crawley, der durch Edgar Hopper auf die Theorien von Henry Thoreau gestoßen ist und glücklich mit seinem Leben als Putzhilfe ist. Sie heiraten und werden eine glückliche Familie mit vier Kindern. Der Film ist die erste Produktion von Arthur P. Jacobs, der bis dahin eine erfolgreiche PR-Agentur in Los Angeles geführt hat. Gene Kelly hatte ihn dazu überredet diesen Film zu produzieren. Der Film wurde dann zu einer One-Woman-Show von Shirley MacLaine, die in fast jeder Szene des Films zu sehen ist und die gesamte Bandbreite ihres Talent zeigen konnte. Die glückliche Zeit ihrer jeweiligen Ehe wurde durch Persiflagen auf unterschiedliche Filmstile dargestellt. Ihre erste Ehe mit Edgar Hopper im Stile alter Stummfilme, die zweite Ehe mit Larry Flint im Stile des intellektuellen französischen Films, ihre dritte Ehe mit dem Millionär Rod Anderson im Stile der 1930er Jahre Ausstattungsfilme und ihre Ehe mit dem Tänzer Pinky im Stile der großen Hollywood Musical Revuen. Shirley MacLaine erhielt dazu eine Großzahl an Kostüme, die von Edith Head entworfen wurden. Außerdem erhielt sie 72 verschiedene Frisuren. Der Film wurde 1965 in den Kategorien Bestes Szenenbild und Beste Kostüme für einen Oscar nominiert. Mord ohne Mörder | Der gelbe Ballon | The Weak and the Wicked | Glück auf Raten | Hahn im Korb | Ein Alligator namens Daisy | Umfange mich, Nacht | The Good Companions | Die Frau im Morgenrock | Eiskalt in Alexandrien – Feuersturm über Afrika | Straße ohne Zukunft | Tiger Bay | Brennendes Indien | Wernher von Braun – Ich greife nach den Sternen | Die Kanonen von Navarone | Ein Köder für die Bestie | Taras Bulba | Könige der Sonne | Immer mit einem anderen | Eine zuviel im Harem | Eine Tür fällt zu | Die schwarze 13 | Mackenna’s Gold | Bevor der Winter kommt | Der gefährlichste Mann der Welt | Country Dance | Eroberung vom Planet der Affen | A Great American Tragedy | Die Schlacht um den Planet der Affen | Huckleberry Finn | Die Re-Inkarnation des Peter Proud | Widow | Der Tag der Abrechnung | Der weiße Büffel | Der große Grieche | Die Passage | Cabo Blanco | Ab in die Ewigkeit | Ein Mann wie Dynamit | Der Liquidator | Der Ambassador | Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige | Murphys Gesetz | Feuerwalze | Das Weiße im Auge | Das Gesetz ist der Tod | Kinjite – Tödliches Tabu |
2024-11-24 16:00:02 | https://de.wikipedia.org/wiki/Ecdicius | Ecdicius war ein weströmischer Offizier im 5. Jahrhundert. Ecdicius stammte aus der Auvergne und war ein Sohn des weströmischen Generals und Kaisers Avitus. Damit entstammte er der gallorömischen Senatsaristokratie. Sein Schwager war Sidonius Apollinaris, dessen Briefe eine wichtige Quelle für diese Phase des spätantiken Galliens darstellen, der Ecdicius’ Schwester Papianilla geheiratet hatte. Beide waren auch offenbar gut miteinander befreundet. Im Jahr 471 soll er mit nur wenigen Männern Clermont-Ferrand erreicht haben, das damals von den Westgoten belagert wurde. Ecdicius hob auf eigene Kosten Truppen aus und organisierte den Widerstand. Wohl für diese Tat versprach ihm der damalige Kaiser Anthemius den hohen Titel eines Patricius, doch starb Anthemius kurz darauf. Den Krieg gegen die Goten führte Ecdicius auf eigene Faust weiter, ohne dass er ein militärisches Amt bekleidete. 473 versorgte er mehrere Tausend hungrige Menschen mit Nahrung von seinen eigenen Gütern. Kurz darauf stießen die Westgoten Richtung Arles und Marseille vor, beide Städte fielen. Ecdicius wich in das Territorium der Burgunden aus, wo er auch Güter besaß. Ende 474 wurde ihm vom neuen Kaiser Julius Nepos der Patriciustitel verliehen, er wurde außerdem zum magister militum für Gallien ernannt. 475 schloss Nepos einen Vertrag mit den Westgoten und gab die Auvergne preis. Ecdicius musste sich zurückziehen und wurde durch Orestes ersetzt, der sich nun gegen den Kaiser erhob und Nepos zur Flucht zwang. |
2024-12-03 23:45:42 | https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_G%C3%B6rts | Werner Görts ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er brachte es von 1965 bis 1978 bei den Vereinen Borussia Neunkirchen und Werder Bremen auf 391 Spiele und 74 Tore in der Fußball-Bundesliga. Zudem gelangen ihm 14 Tore im DFB-Pokal. Mit 20 Jahren debütierte der talentierte Flügelstürmer Werner Görts bei Bayer 04 Leverkusen in der Fußball-Oberliga West. In der Runde 1962/63 kam der aus dem Cronenberger SC hervorgegangene Stürmer auf 25 Einsätze und schoss dabei fünf Tore. Bundestrainer Sepp Herberger berief ihn im Rahmen eines Kurzlehrganges vor dem Länderspiel am 23. Dezember 1962 in Karlsruhe gegen die Schweiz bereits zu einem Testspiel am 12. Dezember in Dortmund in die Reihen der Nationalmannschaft gegen die Juniorenauswahl. Er gehörte auch dem Kader der Nationalmannschaft für das Länderspiel am 5. Mai 1963 in Hamburg gegen Brasilien an. Zum Einsatz wurde er aber nicht gebracht. Da Bayer 04 Leverkusen nicht für die neu installierte Fußball-Bundesliga nominiert worden war, absolvierte er ab 1963 zwei Runden in der Regionalliga West. In 44 Spielen vertrat er die Farben von Bayer und erzielte dabei 10 Tore. Am 25. September 1963 trug er das Trikot des DFB in der U23-Auswahl im Spiel gegen Bulgarien in Karlsruhe. Der saarländische Bundesligist Borussia Neunkirchen verpflichtete nach den zwei Runden Regionalliga den Flügelstürmer für die Spielzeit 1965/66. Im Ellenfeldstadion wurde er mit dem Abstiegskampf und den Qualitäten der Bundesliga-Verteidiger konfrontiert. Trainer Horst Buhtz, der auch in Italien als Spieler Erfahrung gesammelt hatte, setzte seinen Neuzugang in 28 Begegnungen ein. Zu den Torerfolgen konnte der Bundesliga-Neuling aber nur einen Treffer beisteuern. Mit 32:82 Toren stiegen die Borussen nach Schluss der Runde ab. Görts hatte aber das Interesse des Meisters aus dem Jahre 1965 geweckt, Werder Bremen gab ihm einen Vertrag für die Runde 1966/67. Wieder spielte der Stürmer aber nur gegen den Abstieg. Als 16. hielt Bremen nur knapp die Klasse. Görts hatte dabei in 30 Spielen mitgewirkt und sechs Tore erzielt. Als nach verunglücktem Start in die Runde 1967/68 der Trainer Günter Brocker durch Fritz Langner am 9. September 1967 abgelöst wurde, profitierte davon nicht nur Werner Görts, auch die gesamte Mannschaft steigerte sich deutlich und spielte sich im Laufe der weiteren Runde bis ganz nach vorne. Görts trug mit seinen 16 Toren in 30 Spielen wesentlich zu dem am Rundenende herausgekommenen Vizemeistertitel bei. An der Seite von Bernd Rupp und Ole Bjørnmose war er die treibende Kraft in der Offensive. Seine Leistung blieb auch beim DFB nicht ohne Wirkung. Er wurde durch Bundestrainer Helmut Schön in das Aufgebot für das Länderspiel gegen Frankreich am 27. September 1967 in Berlin berufen, zum Einsatz wurde er aber wiederum nicht gebracht. Als Rechtsaußen spielte er dagegen am 24. Januar 1968 in Essen beim Spiel einer DFB-Auswahl gegen Rot-Weiss Essen in einem Testspiel für die Nationalmannschaft. Görts klopfte wiederholt ans Tor zur Nationalelf, die herausragende Klasse der Konkurrenten Reinhard Libuda, Jürgen Grabowski, Johannes Löhr und Sigfried Held versperrten aber in seinen guten Jahren den Weg hinein. Auch die sportliche Schmalkost bei Werder Bremen war nicht förderlich für die internationale Karriere des gefährlichen Flügelstürmers. Das Hoch von 1967/68 konnte in den nächsten Jahren nicht mehr gehalten werden, die häufigen Trainerwechsel trugen auch nicht zu einer Steigerung der Mannschaftsqualität bei. In der Runde 1971/72 verbrauchte Werder vier Übungsleiter. Die Vorbereitung führte Robert Gebhardt durch, er wurde für einen Monat vom Meistertrainer des Jahres 1965, Willi Multhaup, ersetzt. Dann übernahm vom 25. Oktober 1971 bis 7. Mai 1972 Josef Piontek das Training, bevor die Schlusswochen von Fritz Langner begleitet wurden. Diese Maßnahmen trugen allerdings nicht zu einer Leistungssteigerung der Mannschaft bei und auch bei Görts konnten die ständigen Wechsel der sportlichen Führung und die damit einhergehende neue Ausrichtung in Taktik und Trainingsablauf keine Leistungsverbesserung bewirken. Mit 21 Einsätzen und einem Treffer in der Runde 1977/78 beendete Werner Görts seine Bundesliga-Laufbahn. Aber auch als 36-jähriger Routinier wurde er nochmals mit einem Trainer-Wechsel bei Werder konfrontiert. Am 2. Januar 1978 löste Fred Schulz den glücklosen Hans Tilkowski ab. Mit dem Erreichen des 15. Platzes wurde die Klasse erhalten und Werner Görts konnte beruhigt als Spieler abtreten. In seiner langen Karriere hatte sich der Mann aus Wuppertal lediglich mit einer langwierigen Knieverletzung und zwei Armbrüchen auseinanderzusetzen. Seine Beweglichkeit und Schnelligkeit ermöglichten es ihm zumeist, den härtesten körperlichen Attacken der Gegenspieler zu entgehen. Seit 1973 arbeitete Werner Görts wieder halbtags in seinem erlernten Beruf als Bankkaufmann. |
2024-12-02 00:59:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mirandela | Vorlage:Infobox Município/Wartung/Verwaltungname ist leer Vorlage:Infobox Município/Wartung/Verwaltungadresse ist leer Mirandela ist eine Gemeinde und Stadt im Distrikt Bragança in Portugal. Die Gemeinde umfasst 32,4 km² mit 11.397 Einwohnern . Die Stadt Mirandela zählt etwa 5700 Einwohner. Mirandela liegt am Fluss Tua am Rande des Hochlands von Trás-os-Montes, etwa 60 km südwestlich der Distrikthauptstadt Bragança, im Nordosten Portugals. Zumindest seit der Bronzezeit existierte hier eine Siedlung, in deren Umgebung Metallerze gefördert wurden . Keltiberer und Römer hinterließen im damals Caladunum genannten Mirandela Spuren. Insbesondere für die Römer war der Ort eine stark bevölkerte Siedlung und wichtiger Produzent landwirtschaftlicher Güter. Nach dem Einfall der Westgoten wurde das heutige Kreisgebiet im 6. Jahrhundert Teil des Laetera-Verwaltungsbezirks der Sueben. König D.Afonso III. gab Mirandela 1250 Stadtrechte und erhob den Ort zur Vila . König D.Dinis bestätigte 1291 die Stadtrechte, die König Manuel I. im Jahr 1512 erneuerte. 1984 wurde Mirandela zur Cidade erhoben. Zu den Baudenkmälern des Ortes zählen eine Reihe historischer öffentlicher Gebäude, zwei mittelalterliche Brücken, und verschiedene Sakralbauten. Zu nennen sind dabei insbesondere der manieristische Palast der Távoras aus dem 17. Jahrhundert, in dem heute die Stadtverwaltung residiert, und die Burg aus dem 13. Jahrhundert, von der das letzte der drei Stadttore den augenfälligsten Überrest darstellt. Das städtische Museum Museu Municipal Armindo Teixeira Lopes ist dem bekanntesten Künstler der Stadt gewidmet und gilt als ein bedeutendes Kunstmuseum in Portugal. Zu sehen sind 460 Gemälde und Plastiken von 286 Künstlern aus dem In- und Ausland, darunter Almada Negreiros, Artur Bual, Abel Manta, Domingos de Sequeira, João Hogan, und Maria Helena Vieira da Silva. Neben der Stadtbibliothek und dem Auditório Municipal existieren mit dem ethnografischen Museum Museu Etnográfico de Suçães in der Gemeinde Suçães, und dem Kuriositätenmuseum Museu de Curiosidades do Romeu in der Gemeinde Romeu weitere kulturelle Einrichtungen. Verschiedene Wanderwege führen in das Umland und in einige umliegende Dörfer. U.a. können Wassermühlen und Olivenölpressen besichtigt werden. Karten gibt das Fremdenverkehrsamt neben dem Bahnhof von Mirandela aus. Mirandela ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind : Vinhais, Macedo de Cavaleiros, Alfândega da Fé, Vila Flor, Carrazeda de Ansiães, Murça sowie Valpaços. Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 37 auf 30 verringerte. Die folgenden Gemeinden liegen im Kreis Mirandela: Die Überlandstraße IP4 quert den Ort, und die etwa 50 km lange Nationalstraße N213 führt von Mirandela nach Chaves. Seit der teilweisen Einstellung der Eisenbahnstrecke Linha do Tua 2008 ist Mirandela nicht mehr an das landesweite Bahnnetz angeschlossen. Mirandela ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden. Mit dem Flugplatz Mirandela verfügt die Stadt über einen Flugplatz für Sport- und Privatmaschinen. Der Metropolitano Ligeiro de Mirandela ist eine nur sechs Haltestellen zählende kommunale Schmalspurbahn, auf Basis der teilweise eingestellten Eisenbahnstrecke Linha do Tua. Die Stadt Mirandela unterhält zudem zwei farblich unterschiedene städtische Buslinien , die werktags von etwa 7:00 bis 19:00 zirkulieren. Weitere, private Buslinien bieten regionale Verbindungen an. Alfândega da Fé | Bragança | Carrazeda de Ansiães | Freixo de Espada à Cinta | Macedo de Cavaleiros | Miranda do Douro | Mirandela | Mogadouro | Torre de Moncorvo | Vila Flor | Vimioso | Vinhais |
2024-12-01 23:46:45 | https://de.wikipedia.org/wiki/M6_(Fernsehsender) | M6, auch unter dem Namen Métropole Télévision bekannt, ist ein französischer Privatsender, der zur Groupe M6 gehört. Die Firmengruppe wiederum gehört zu 48,56 % der RTL Group und ist zu 45,98 % an der Börse notiert. Der Sender wird seit der analogen Abschaltung am 29. November 2011 in ganz Frankreich nicht mehr in SECAM, sondern nur noch digital im Paket Fransat über AB 3, 5° West Atlantic Bird 3 und digital im Paket CanalSat auf Astra 19,2 Ost, als auch digital terrestrisch, verbreitet. Ebenso wird ein digitales Sendersignal für die französischsprachige Schweiz über den Satelliten Eurobird 9A gesendet. M6 ist nach TF1 der zweitgrößte Privatsender Frankreichs. Die RTL Group betreibt in Frankreich neben M6 auch noch weitere Fernsehsender wie W9, Paris Première, Téva, Série Club, Fun TV, M6 Music Hits, M6 Music Rock, M6 Music Black und M6 Boutique. M6 startete am 1. März 1987 und nahm die freien Kapazitäten des gerade erst eingestellten TV6 ein. 2001 war M6 mit Loft Story der erste französische Fernsehsender, der eine Reality-Show ausstrahlte. Später erwarb zwar TF1 durch eine Kooperation mit Endemol die Rechte an der Serie, jedoch wurde die sehr erfolgreiche Produktion nie ins Programm von TF1 aufgenommen. Aéroports de Paris | ALD Automotive | ALTEN | Amundi | Aperam | Argan | Atos | Bénéteau | BIC Group | Bolloré | Carmila | CGG | Clariane | Coface | Covivio | Dassault Aviation | Derichebourg | Elior Group | Elis | Eramet | Eurazeo | Euroapi | Eutelsat | Fnac Darty | Française des Jeux | Gaztransport & Technigaz | Groupe SEB | Icade | ID Logistics | Imerys | Interparfums | Ipsen Group | Ipsos | JCDecaux | Lectra | Mercialys | Mersen | Métropole Télévision | Neoen | Nexans | Nexity | Orpea | Plastic Omnium | Rubis | Scor | SES | SES-imagotag | Solutions 30 | Sopra Steria | SPIE | Technip Energies | TF1 | Trigano | Vallourec | Valneva | Verallia | Virbac | Voltalia | Wendel | X-FAB RTL Television • RTL Regional • RTL Zwei • VOX • VOXup • RTLup • n-tv • Super RTL • Toggo plus • Nitro • RTL Crime • RTL Living • RTL Passion • Geo Television RTL Télé Lëtzebuerg • RTL Zwee RTL TVI • RTL Club • RTL Plug M6 • M6 Boutique • M6 Music • RTL9 • W9 • Fun TV • Paris Première • Téva • Série Club RTL Televizija • RTL 2 • RTL Kockica • RTL Living • RTL Crime • RTL Passion RTL 4 • RTL 5 • RTL 7 • RTL 8 • RTL Z • RTL Lounge • RTL Crime • RTL Telekids Klub 100 Antena 3 • Neox • Nova • Nitro • laSexta • laSexta3 • Xplora RTL • RTL Kettő • RTL Három • Cool • Film+ • Sorozat+ • Muzsika TV RTL International • RTL/ProSieben Schweiz • CLT • TF6 RTL – Deutschlands Hit-Radio • 89.0 RTL • 104.6 RTL • 105’5 Spreeradio • 80s80s MV • Antenne Bayern • Antenne Niedersachsen • Antenne NRW • Antenne Sylt • Antenne Thüringen • BigFM • Hitradio RTL Sachsen • Sachsen Funkpaket • Hamburg Zwei • NRW1 • Oldie Antenne • Radio 21 • Radio Brocken • Radio Hamburg • Radio NRW • Radio Regenbogen • Radio Ton • Rock Antenne • Rock Antenne Hamburg • The Wave • Toggo Radio RTL Radio Lëtzebuerg • RTL – Deutschlands Hit-Radio • Eldoradio Bel RTL • Mint • Radio Contact Fun Radio • RTL • RTL 2 Best Rock FM • Cidade FM • Rádio Clube • Rádio Comercial Antenne MV • Antenne Bremen • CLT RTL Studios • CBC • Fremantle • 99pro media GmbH • UFA Fiction • UFA Show & Factual • UFA Serial Drama • UFA • El Cartel Media • Ad Alliance • RTL interactive • RTL Technology • RTL News • We Are Era ENEX Plus Productions Alomo Productions • EVA Entertainment • Fremantle UK Grundy Productions UFA Factual • UFA Fernsehproduktion/UFA Filmproduktion • UFA Show • Phoenix Film • TeamWorx • IP Deutschland • infoNetwork Langwellensender Beidweiler • UKW- und Fernsehsender Düdelingen • Langwellensender Felsberg-Berus • UKW- und Fernsehsender Hosingen • Erdfunkstelle Junglinster • Langwellensender Junglinster RTL+ Clipfish • RTL II You • Watchbox |
2024-12-01 19:15:13 | https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Brooke_(Rechtswissenschaftler) | Henry Brooke war ein englischer Jurist und Hochschullehrer an der University of Oxford. Brooke war in der Nachfolge von James Bouchier 1736 Regius Professor of Civil Law und von 1737 bis 1752 Fellow am All Souls College. Brooke wurde der Legum-Doctor verliehen . 1738 heiratete Brooke Esther, Tochter des Arztes William Ives aus Oxford. Brooke verstarb am 24. November 1752 und wurde in der St. Mary Kirche in Oxford beigesetzt. Nach Brookes Tod wurde William Blackstone als dessen Nachfolger vorgeschlagen. Doch da Blackstone als politisch unzuverlässig galt und den Bedingungen nicht zustimmen wollte, wurde statt seiner Herbert Jenner ernannt. John Story | Robert Weston | William Aubrey | John Griffith | Robert Lougher | Griffith Lloyd | William Mowse | Albericus Gentilis | John Budden | Richard Zouch | Giles Sweit | Thomas Bouchier | James Bouchier | Henry Brooke | Herbert Jenner | Robert Vansittart | Thomas Francis Wenman | French Laurence | Joseph Phillimore | Sir Travers Twiss | James Bryce, 1. Viscount Bryce | Henry Goudy | Francis de Zulueta | David Daube | Tony Honoré | Peter Birks | Boudewijn Sirks | Wolfgang Ernst |
2024-12-03 15:07:59 | https://de.wikipedia.org/wiki/952 | Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender | Tagesartikel ◄ | 9. Jahrhundert | 10. Jahrhundert | 11. Jahrhundert | ► ◄ | 920er | 930er | 940er | 950er | 960er | 970er | 980er | ► ◄◄ | ◄ | 948 | 949 | 950 | 951 | 952 | 953 | 954 | 955 | 956 | ► | ►► Staatsoberhäupter · Nekrolog Jahr der Wasser-Ratte 壬子 Ära Diokletians: 668/669 Syrien: 1263/64 |
2024-12-01 22:00:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Shane_O%E2%80%99Brien_(Ruderer) | Shane Joseph O’Brien ist ein ehemaliger neuseeländischer Ruderer, der 1984 Olympiasieger im Vierer ohne Steuermann wurde. Der 2,03 m große O’Brien bildete 1984 zusammen mit Conrad Robertson, Keith Trask und Les O’Connell den neuseeländischen Vierer; die anderen drei hatten im Vorjahr zusammen mit Gregory Johnston und Steuermann Brett Hollister den Weltmeistertitel im Vierer mit Steuermann gewonnen. Von den Medaillengewinnern bei den Weltmeisterschaften 1983 waren 1984 im Vierer ohne Steuermann die Westdeutschen Weltmeister und die schwedischen Dritten am Start, nur die russischen Vizeweltmeister fehlten wegen des Olympiaboykotts der Ostblockstaaten. Im ersten Vorlauf siegten die Neuseeländer mit einer Sekunde Vorsprung vor den Deutschen, die drittplatzierten Dänen lagen im Ziel sechs Sekunden hinter den Deutschen. Im Finale steigerten sich die Neuseeländer um fast fünf Sekunden, sie gewannen mit über zwei Sekunden vor dem US-Boot und den Dänen, während die deutschen Weltmeister nur den vierten Platz erreichten. Mit Tong Ross für Conrad Robertson belegte der neuseeländische Vierer bei den Weltmeisterschaften 1985 den vierten Platz. Bei den Weltmeisterschaften 1986 ruderte O’Brien im Achter, der als Sieger des B-Finales insgesamt den siebten Platz erreichte. 1904: Stockhoff, Erker, Dietz, Nasse | 1908: Cudmore, Gillan, Mackinnon, Somers-Smith | 1924: Eley, MacNabb, Morrison, Sanders | 1928: Lander, Warriner, Beesly, Bevan | 1932: Badcock, Edwards, Beresford, George | 1936: Eckstein, Rom, Karl, Menne | 1948: Moioli, Morille, Invernizzi, Faggi | 1952: Bonačić, Valenta, Trojanović, Šegvić | 1956: MacKinnon, Loomer, D’Hondt, Arnold | 1960: Ayrault, Nash, Sayre, Wailes | 1964: Hansen, Hasløv, Petersen, Helmudt | 1968, 1972: Forberger, Rühle, Grahn, Schubert | 1976: Brietzke, Decker, Semmler, Mager | 1980: Thiele, Decker, Semmler, Brietzke | 1984: O’Connell, O’Brien, Robertson, Trask | 1988: Schröder, Greiner, Brudel, Förster | 1992: Cooper, Green, McKay, Tomkins | 1996: Green, Ginn, Tomkins, McKay | 2000: Cracknell, Redgrave, Foster, Pinsent | 2004: Williams, Cracknell, Coode, Pinsent | 2008: James, Reed, Triggs Hodge, Williams | 2012: Gregory, Reed, James, Triggs Hodge | 2016: Gregory, Louloudis, Nash, Sbihi | 2020: Purnell, Turrin, Hargreaves, Hill | 2024: Mead, Best, Grady, Corrigan |
2024-12-03 17:15:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Optimum_der_R%C3%B6merzeit#Begriff_und_Abgrenzung | Als Optimum der Römerzeit werden in verschiedenen Periodisierungen der Klimageschichte klimatische Verhältnisse in Zeiträumen bezeichnet, die einige Jahrzehnte oder Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung beginnen und irgendwann zwischen dem zweiten und fünften Jahrhundert unserer Zeitrechnung enden. Räumlich sind damit in der Regel die Klimaverhältnisse des Mittelmeerraums und Europas, gelegentlich auch des Nordatlantikraums oder anderer Teile der Welt gemeint. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf das Römische Reich, dessen Kaiserzeit größtenteils in diese Zeiträume fällt. Häufig wird ein Zusammenhang zwischen den klimatischen Verhältnissen und den als prosperierend angesehenen Verhältnissen im Römischen Reich jener Zeit hergestellt. Beginnend in den 1960er Jahren, in der Frühzeit der Historischen Klimatologie, schlugen Pioniere dieses Zweiges, wie Hubert Lamb oder Emmanuel Le Roy Ladurie, Periodisierungen der Klimageschichte vor, die sie mit Epochen der traditionellen europäischen Geschichtsschreibung in Verbindung brachten. Die Geologen George H. Denton und Vibjörn Karlén machten 1973 für den Zeitraum 450 v. Chr. – 1200 n. Chr. Gletscherrückgänge in der Eliaskette und in Lappland aus. Sie nannten diese Phase Roman Empire-Middle Ages warm interval . Der Klimatologe Christian-Dietrich Schönwiese entwarf 1979, unter Rückgriff auf Arbeiten von Hubert Lamb und Hermann Flohn, eine Periodisierung der Klimageschichte des Holozän. Darin kennzeichnete er mit dem Begriff „Optimum der Römerzeit“ – unter Verweis auf die Klimaverhältnisse im Alpenraum und in Nordafrika – eine Epoche von 300 v. Chr. bis 400 n. Chr. als niederschlagsreich und ähnlich warm oder wärmer als die Mittelalterliche Warmzeit. Er zog Parallelen zur römischen Kaiserzeit von Augustus bis zur größten Ausdehnung des Römischen Reiches . Schönwiese wies ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „Optimum“ nicht im Sinn „global besserer Klimabedingungen“ bzw. als in einem normativen Sinn „gut“ fehlinterpretiert werden dürfe. In der Periodisierung, wie sie bei Schönwiese zu finden ist, folgt auf das Optimum der Römerzeit das Pessimum der Völkerwanderungszeit. Daran schließt eine mittelalterliche Warmzeit mit, auf der Nordhalbkugel, wieder etwas höheren Durchschnittstemperaturen. Reid Bryson betrachtete in einer Arbeit 1988 den Zeitraum 350 v. Chr. – 500 n. Chr. als römisches Optimum. Auch in der Forschung des 21. Jahrhunderts wird der Begriff noch gebraucht. Der Historiker Peregrine Horden bezeichnet in einer klimahistorischen Zusammenfassung der mediterranen Antike die Zeit 200 v. Chr. – 135 n. Chr. auch als Roman warm period . Der Schweizer Klimatologe Heinz Wanner identifiziert anhand für einen zentralen Standort auf Grönland rekonstruierten Schneeoberflächentemperaturen ein „eisen-/römerzeitliches Optimum“, das von 400 v. Chr. bis etwa 50 n. Chr. reicht. Der US-amerikanische Historiker Kyle Harper gliederte 2017 den Zeitraum von römischer Kaiserzeit bis Spätantike in die Epochen: Anhand dieser Gliederung skizziert er Entwicklung und Krisen des Römischen Reiches und stellt Zusammenhänge zwischen Seuchen , Klimaschwankungen und den geschichtlichen Entwicklungen her. Der Historiker John Haldon und andere merkten 2018 an, dass eine derartige Einteilung der Klimageschichte und ihrer Folgen zwar rhetorischen Wert habe, aber der Komplexität des vorliegenden Materials nicht gerecht werde. Eine solche Epochenbildung werde in der Forschung allmählich aufgegeben. Vor etwa 5000 Jahren begann, besonders in den mittleren und hohen Breiten der nördlichen Hemisphäre, ein langfristiger Abkühlungstrend von etwas mehr als 0,1 °C pro Jahrtausend, der bis in das 19. Jahrhundert anhielt und durch die gegenwärtige anthropogene globale Erwärmung beendet wurde. Ursache des Abkühlungstrends sind Änderungen der Erdbewegung relativ zur Sonne , die zu verminderter Sonneneinstrahlung im Norden geführt haben. Wachsende Schnee- und Eisbedeckung sowie Änderungen der Vegetation lassen durch Rückkopplungen, wie etwa eine Eis-Albedo-Rückkopplung, den langfristigen Abkühlungstrend besonders im Norden sichtbar werden. Schwankungen der Sonnenaktivität und Vulkaneruptionen, die das Klima vorübergehend kühlen, sowie interne Variabilität des Klimasystems überlagern diesen langfristigen Trend und führen zu regional unterschiedlichen Klimaschwankungen im Zeitraum von Jahren und Jahrzehnten. Einige der spärlich vorhandenen globalen Rekonstruktionen ließen auf eher warme Verhältnisse bis in das 5. Jahrhundert n. Chr. hinein schließen, als mögliche Ursachen wurden geringe vulkanische Aktivität und eine vergleichsweise hohe solare Intensität genannt. Jüngere, Ende der 2010er Jahre veröffentlichte Rekonstruktionen, die die letzten 2000 Jahre umfassen, beziehen eine größere Zahl Klimaproxys ein und erlangen eine bessere globale Abdeckung. Eine globale römische Warmzeit ist in ihnen nicht erkennbar. Eine Rekonstruktion der Temperaturen der letzten 2000 Jahre nördlich 30°N zeigt deutlich eine wärmere Periode von 0–300 n. Chr., die etwa 0,1 °C höher als das Mittel der Jahre 1961–1990 war, aber wahrscheinlich niedriger als 1990–2010. Die Eruption des Okmok, Alaska, zu Anfang des Jahres 43 v. Chr., einer der stärksten Vulkanausbrüche der letzten 2500 Jahre, hat wahrscheinlich eine einige Jahre anhaltende deutliche Abkühlung bewirkt; im Mittelmeerraum könnte sie, einer 2020 veröffentlichten Modellrechnung zufolge, durchschnittliche 3 °C betragen haben. In Europa war es wahrscheinlich eher warm, aber nicht zu trocken. Die Temperaturen waren danach ähnlich wie die des 20. Jahrhunderts, nördlich der Alpen vielleicht etwas wärmer, jedoch nicht so warm wie gegenwärtig . Rekonstruktionen aus Baumringen zeigen in Europa in den Jahren 21–80 n. Chr. Sommertemperaturen, die deutlich über denen der Jahre 1971–2000 lagen. Hierbei gilt es zu beachten: Daten aus Baumringen eignen sich zwar für die Rekonstruktion absoluter Temperaturen, sind aber lediglich Schätzungen, je nach Modellierung und Kalibrierung. Die Rekonstruktion der hydrologischen Verhältnisse im Mittelmeerraum zeigt ein komplexes, regional und zeitlich differenziertes Bild des ersten und zweiten Jahrhunderts. Anatolien und der Nordwesten der Levante, der Nordosten der Iberischen Halbinsel und Norditalien könnten durchgehend trockener gewesen sein als der Durchschnitt des ersten Millenniums, Palästina feuchter, im Westen der Iberischen Halbinsel und auf Sizilien könnte es feuchter, im westlichen Zāgros-Gebirge trockener geworden sein. Für den Balkan ergibt sich kein klares Bild. Als mögliche Ursache für regionale Klimaänderungen kommen, neben vulkanischer und solarer Aktivität, auch Änderungen von Zirkulationsmustern und anthropogene Einflüsse in Frage. Landnutzungsänderungen könnten eine Erwärmung in Teilen Nordafrikas und des Mittleren Ostens erklären, Aerosolemissionen eine Abkühlung in Zentral- und Osteuropa. Für den Nachweis eines Klimaeinflusses auf geschichtliche Ereignisse und Prozesse sind zumeist Rekonstruktionen erforderlich, die Temperatur, Niederschlag und andere Klimadaten auf einzelne Jahre genau angeben. Diese sind jedoch, besonders für die Region des Römischen Reiches, bislang nur spärlich vorhanden. Viele Forscher sehen die Bedeutung von Klima und anderen Umweltfaktoren für die Geschichte der römischen Zeit als in Archäologie und Geschichtswissenschaft unterbewertet an, warnen zugleich aber vor einer Überbewertung . Edward Gibbon sah in seinem 1776–1789 veröffentlichten The History of the Decline and Fall of the Roman Empire den römischen Geschichtsabschnitt vom Tod Domitians bis zur Alleinherrschaft von Commodus als „glücklichste und blühendste“ Zeit der Menschheit an. Immer wieder wurden die damaligen Klimaverhältnisse der Region in Verbindung mit der römischen Kaiserzeit und besonders diesen Geschichtsabschnitt gebracht. Die Landwirtschaft war der wichtigste römische Wirtschaftssektor. Es gab einen schwunghaften Handel mit Agrargütern im Mittelmeerraum. Maßgeblich für die Produktivität war u. a. in Nordafrika und der Levante die Verfügbarkeit von Wasser, in Zentral- und Nordwesteuropa und anderen Regionen waren es die Sommertemperaturen. Die überwiegend warmen und feuchten Bedingungen waren in großen Teilen des Imperiums günstig. Die Versorgung der wachsenden Bevölkerung gelang weitgehend. Der Rückgang der Alpengletscher verbesserte die Passierbarkeit der Alpenpässe und erleichterte die Eroberung und Eingliederung von Gallien, Germania inferior, Germania superior, Raetia und Noricum in das Römische Reich. Ab 280 n. Chr. wurde Wein in Germanien und Britannien angebaut. Auch in Nordeuropa stieg die Bevölkerungszahl. Zunehmend wechselhafte Klimaverhältnisse ab Ende des zweiten, Mitte des dritten Jahrhunderts werden in Verbindung mit Kriegszügen und Migrationsbewegungen der Zeit gebracht. Als Goten, Gepiden und Vandalen bezeichnete Krieger- und Volksgruppen begannen im 2. und 3. Jahrhundert, in den Süden vorzustoßen, erschlossen sich neue Herrschafts- und Siedlungsgebiete, zunächst im Raum der Karpaten und des heutigen Südrusslands. |
2024-12-02 04:36:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Nicole_Maisch | Nicole Maisch ist eine deutsche Politikerin . Sie war vom 20. Februar 2007 bis zum 23. Oktober 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Nach dem Abitur 2000 am Franziskaner-Gymnasium Kreuzburg in Großkrotzenburg absolvierte sie ein Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Anglistik und Medienwissenschaft an der Universität Trier und der Universität Kassel, welches sie 2006 als Magister artium beendete. Von 2004 bis 2005 war sie Wahlkreisreferentin der Bundestagsabgeordneten Antje Vollmer und von 2005 bis 2007 der hessischen Landtagsabgeordneten Sigrid Erfurth. Nicole Maisch trat 2003 in die Grüne Jugend und die Partei Bündnis 90/Die Grünen ein und war von April 2004 bis Juni 2007 Vorsitzende der Grünen Jugend Hessen. Von September 2007 bis Dezember 2011 war Maisch Mitglied im Landesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Hessen sowie dessen frauenpolitische Sprecherin. Von April 2006 bis Juni 2007 gehörte sie der Stadtverordnetenversammlung von Kassel an. Zusätzlich ist Nicole Maisch seit April 2007 Mitglied der Regionalen Planungsversammlung in Nordhessen. Seit dem 1. Juni 2022 ist Maisch Stadträtin für das Dezernat V der Stadt Kassel. Am 20. Februar 2007 rückte sie über die Landesliste Hessen für den ausgeschiedenen Abgeordneten Matthias Berninger in den Bundestag nach und war bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. 2016 kündigte sie an, in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr bei der Bundestagswahl anzutreten. Im Bundestag war Nicole Maisch Sprecherin für Verbraucherpolitik und Tierschutz der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie war Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft und dessen Obfrau ihrer Fraktion, sowie des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz. |
2024-12-02 11:07:44 | https://de.wikipedia.org/wiki/Steinbrunn-le-Bas | Steinbrunn-le-Bas ist eine französische Gemeinde mit 851 Einwohnern im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est . Die Gemeinde Steinbrunn-le-Bas liegt im Sundgau, etwa zehn Kilometer südlich von Mülhausen. Nachbargemeinden von Steinbrunn-le-Bas sind Bruebach im Norden, Landser und Schlierbach im Osten, Kœtzingue im Südosten, Rantzwiller im Süden, Steinbrunn-le-Haut im Südwesten sowie Flaxlanden im Nordwesten. Siedlungsspuren lassen sich im Gemeindegebiet bis in die Jungsteinzeit verfolgen. Auf dem 336 Meter über dem Meer liegenden Grossbock fand man Reste einer römischen Villa aus dem Zeitraum zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert. Niedersteinbrunn wurde erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt. Wie auch die umliegenden Orte gehörte das Dorf zur Herrschaft von Landser, die vom 12. bis zum 14. Jahrhundert dem Adelsgeschlecht von Steinbrunn unterstellt war. Nach dem Aussterben der Familie fiel Niedersteinbrunn zunächst an die Herren von Häsingen, später an die Truchsesse von Wolhausen und schließlich nach 1694 an die Familie Reinach von Obersteinbrunn. Im Gemeindegebiet wurden bis in das 19. Jahrhundert zwei Mühlen betrieben: südlich des Ortskerns die Schleiffmühle, östlich die Kaegymühle. Die Kirche St. Leodegar war ursprünglich eine von zwei Kirchen im Dorf. Die beiden Pfarreien wurden nach 1545 vereinigt, die Kirchengebäude bestanden aber weiter. Die Laurentiuskirche wurde 1756 wegen Baufälligkeit gesperrt und später abgerissen, die Kirche St. Leodegar wurde 1773 erneuert und vergrößert. Sie beherbergt eine Pietà in einer Wandnische aus dem Jahr 1520 sowie die Statuen der Heiligen Blasius und Nikolaus. Der gekreuzigte Christus über der Tür zur Sakristei stammt aus dem Jahr 1630. Das heutige Bürgermeisteramt ist das ehemalige Pfarrhaus der heute nicht mehr existierenden Laurentiuskirche. Es stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Später aufgesetztes hohes barockes Walmdach, Eckquader, Fenster später verändert. Kapelle Ste.- Apolline : Nahe der Taufsteinbrunnen-Quelle und dem abgegangenen, 1534 erwähnten Ort Klein-Kolmar. Fundort römischer Münzen. Die Kapelle wird 1753 erstmals urkundlich erwähnt und soll im Gedenken an die am Apolloniatag 1633 massakrierten Bauern errichtet worden sein. Wohnbauten: Haus Nr. 11, Rue des Orphélins mit verzierten Eckständern und Inschrift auf der giebelseitigen Schwelle, datiert 1706. Einst das Haus eines Ratsschreibers.- Haus Nr. 11 an der Rue des Orphélins von 1687, ein Fachwerkbau mit gemauertem Erdgeschoss. An der giebelseitigen Schwelle eine Inschrift. Ehemals das Haus eines Weinhändlers, das steinerne Erdgeschoss diente als Weinkeller. Mehrere Fachwerkhäuser mit gemauerten Erdgeschossen. Haus Nr. 2 in der rue Principale ein steinernes spätgotisches Haus mit Eckquadern, alle Fenster außer die im Giebelfeld später verändert. An der rue du Manoir ein stattliches barockes Herrenhaus, 1695 erbaut an der Stelle eines Wasserschlosses Schulhaus von 1843, ein schlichter spätklassizistischer Walmdachbau der Louis-Philippe-Zeit mit einfachem Bauschmuck an der Eingangsfassade: konsolengestützte Gesimse über den Eingängen und zwei Rundbogennischen. Die Brüstungszone über dem Erdgeschoss durch zwei Gesimsbänder begrenzt. Attenschwiller | Baldersheim | Bantzenheim | Bartenheim | Battenheim | Berrwiller | Blotzheim | Bollwiller | Brinckheim | Bruebach | Brunstatt-Didenheim | Buschwiller | Chalampé | Dietwiller | Eschentzwiller | Feldkirch | Flaxlanden | Folgensbourg | Galfingue | Geispitzen | Habsheim | Hagenthal-le-Bas | Hagenthal-le-Haut | Hégenheim | Heimsbrunn | Helfrantzkirch | Hésingue | Hombourg | Huningue | Illzach | Kappelen | Kembs | Kingersheim | Knœringue | Kœtzingue | Landser | Leymen | Liebenswiller | Lutterbach | Magstatt-le-Bas | Magstatt-le-Haut | Michelbach-le-Bas | Michelbach-le-Haut | Morschwiller-le-Bas | Mülhausen | Neuwiller | Niffer | Ottmarsheim | Petit-Landau | Pfastatt | Pulversheim | Ranspach-le-Bas | Ranspach-le-Haut | Rantzwiller | Reiningue | Richwiller | Riedisheim | Rixheim | Rosenau | Ruelisheim | Saint-Louis | Sausheim | Schlierbach | Sierentz | Staffelfelden | Steinbrunn-le-Bas | Steinbrunn-le-Haut | Stetten | Uffheim | Ungersheim | Village-Neuf | Wahlbach | Waltenheim | Wentzwiller | Wittelsheim | Wittenheim | Zaessingue | Zillisheim | Zimmersheim |
2024-12-03 21:13:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Dresden-Pieschen%E2%80%93Dresden-Neustadt | Die Bahnstrecke Dresden-Pieschen–Dresden-Neustadt ist eine hauptsächlich dem Güterverkehr dienende eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Sachsen. Sie verläuft innerhalb Dresdens von Pieschen nach Dresden-Neustadt und ist Teil der ursprünglichen Streckenführung der Leipzig-Dresdner Eisenbahn. Eröffnet wurde die heutige Verbindungsbahn Dresden-Pieschen–Dresden-Neustadt am 19. Juli 1838 als Teil der Bahnstrecke Leipzig–Dresden durch die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie. In Zusammenhang mit dem Bau des Bahnhofes Dresden-Neustadt 1902 erhielt die Strecke ab Dresden-Pieschen eine neue Trassierung. Die alte Linienführung wurde fortan nur noch für den Güterverkehr genutzt. Der alte Leipziger Bahnhof wurde nun als Bahnhofsteil Dresden-Neustadt Güterbahnhof bezeichnet. Am 1. Juni 1968 wurde der elektrische Betrieb eröffnet . Während des Gleisumbaues im Bahnhof Dresden-Neustadt wurde die Strecke ab 2007 vorübergehend auch im Reisezugverkehr befahren. Dazu entstand gegenüber dem Bahnhof Dresden-Neustadt ein provisorischer Bahnsteig, an dem unter anderem die Regionalexpresszüge der Relation Leipzig–Dresden hielten. In dieser Zeit wurde auch die Verbindungskurve am Bahnhof Dresden-Neustadt in Richtung Görlitz abgebrochen. Im Februar 2013 bezifferte das Eisenbahn-Bundesamt das jährliche Verkehrsaufkommen der Strecke zwischen Bft Dresden-Neustadt Pbf und Bft Dresden-Neustadt Gbf auf 1022 Züge und zwischen Bft Dresden-Neustadt Gbf und dem Abzweig Dresden-Pieschen auf 949 Züge. |
2024-12-01 20:33:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schenk_(Radsportler) | Otto Schenk ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer und nationaler Meister im Radsport. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war Otto Schenk als Radrennfahrer aktiv, er fand 1934 den Weg zum Radsport und wurde Mitglied im Verein RV 1889 Schweinfurt. 1936 nahm er teil an der Qualifikation für die Olympischen Spiele und belegte mit seinem Verein im Meisterschaftsrennen im Mannschaftszeitfahren den zweiten Platz. 1937 gewann er Rund um Frankfurt. 1939 wurde er Zweiter im Rennen Rund um die Hainleite hinter Werner Schiffner . Im Jahr 1942 wechselte er ins Lager der Berufsfahrer. Im Zweiten Weltkrieg verlor er ein Auge, fuhr nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft aber weiter Radrennen. 1947 belegte Otto Schenk beim Grünen Band vom Rhein, einer Vorgängerin der Deutschland Tour, zweimal einen zweiten Etappenplatz und wurde Vierter der Gesamtwertung. 1948 wurde er deutscher Meister im Straßenrennen. 1948 und 1949 belegte erneut jeweils einen zweiten Etappenplatz bei der Deutschland-Rundfahrt. 1950 belegte er in der Gesamtwertung der Deutschland-Rundfahrt den dritten Platz. 1896, 1898 Alfred Köcher | 1910 Karl Wittig | 1913 Ernst Franz | 1919, 1923 Richard Golle | 1920 Paul Koch | 1921 Adolf Huschke | 1922, 1925 Richard Huschke | 1924 Paul Kohl | 1928 Felix Manthey | 1934 Kurt Stöpel | 1935 Bruno Roth | 1936 Georg Umbenhauer | 1937, 1941, 1950 Erich Bautz | 1938 Jupp Arents | 1939 Walter Löber | 1940 Georg Stach | 1946 Karl Kittsteiner | 1947 Georg Voggenreiter | 1948 Otto Schenk | 1949 Otto Ziege | 1951, 1952 Ludwig Hörmann | 1953 Heinz Müller | 1954 Hermann Schild | 1955 Hans Preiskeit | 1956 Valentin Petry | 1957 Franz Reitz | 1958 Klaus Bugdahl | 1959–1961 Hennes Junkermann | 1962 Dieter Puschel | 1963 Sigi Renz | 1964, 1970 Rudi Altig | 1965–1967 Winfried Bölke | 1968 Rolf Wolfshohl | 1969 Peter Glemser | 1971 Jürgen Tschan | 1972 Wilfried Peffgen | 1974 Günter Haritz | 1975, 1976 Dietrich Thurau | 1977 Jürgen Kraft | 1978, 1980, 1983 Gregor Braun | 1979 Hans-Peter Jakst | 1981, 1982 Hans Neumayer | 1984, 1986 Reimund Dietzen | 1985 Rolf Gölz | 1987 Peter Hilse | 1988 Hartmut Bölts | 1989 Darius Kaiser | 1990, 1995, 1999 Udo Bölts | 1991 Falk Boden | 1992 Heinrich Trumheller | 1993 Bernd Gröne | 1994 Jens Heppner | 1996 Christian Henn | 1997, 2001 Jan Ullrich | 1998, 2003 Erik Zabel | 2000 Rolf Aldag | 2002 Danilo Hondo | 2004 Andreas Klöden | 2005 Gerald Ciolek | 2006 Dirk Müller | 2007, 2008, 2012 Fabian Wegmann | 2009 Martin Reimer | 2010 Christian Knees | 2011 Robert Wagner | 2013, 2014, 2016 André Greipel | 2015, 2023 Emanuel Buchmann | 2017 Marcus Burghardt | 2018 Pascal Ackermann | 2019, 2021 Maximilian Schachmann | 2020 Marcel Meisen | 2022 Nils Politt | 2024 Marco Brenner Bis 1994 wurden die Meisterschaften getrennt nach Amateuren und Profis veranstaltet. Diese Liste führt bis 1994 die Profimeister auf, zu den Amateurresultaten → Deutsche Meister im Straßenrennen |
2024-12-03 15:56:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Osmund_Hansen | Osmund Hansen ; † 22. Juli 1995 in Skovshoved) war ein dänischer Maler und Grafiker. Osmund Hansen begann mit 15 Jahren eine Ausbildung im Büro der Nordseeländischen Elektrizitäts- und Eisenbahngesellschaft und studierte von 1926 bis 1930 Malerei an der Technischen Schule Hellerup, an der Folmer Bonnéns Malerschule und an der Statens Croquis Schule in Kopenhagen. Ab dem Jahr 1933 gestaltete und entwarf er Werbeplakate und Inneneinrichtungen für seinen Arbeitgeber NESA. 1944 gründete er mit Unterstützung der Firmenleitung die erste Betriebskunstgesellschaft Dänemarks. Seine erste eigene Ausstellung war im Jahr 1946 im Schloss Charlottenborg/Kopenhagen. 1977 wurde er nach Rom als Vorsitzender der Skandinavischen Künstlergesellschaft berufen. 1978 folgte eine Ausstellung mit eigenen Bildern in der Dänischen Akademie in Rom. Nach 1980 war Osmund Hansen an zahlreichen internationalen Ausstellungen und Messen beteiligt. 1991 wurden seine Werke erstmals in Deutschland präsentiert. Osmund Hansen zählt zu den bedeutendsten Konstruktivisten des skandinavischen Raumes und findet internationale Anerkennung. Er gilt als Meister der weichen Vierecke. Obwohl die Bilder abstrakte Malerei sind, beziehen sie sich doch auf die Natur. Der Maler sucht seine Inspiration in der Natur und in dem nahen Umfeld. |
2024-11-24 07:11:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnst%C3%B6rung | Eine Bahnstörung ist eine Abweichung der tatsächlichen Flugbahn eines Himmelskörpers von der anhand eines Modells berechneten Flugbahn. Neben der Änderung der Bahn wird auch der verursachende Mechanismus bzw. die Störgröße selbst als Bahnstörung bezeichnet. Grundsätzlich unterscheidet man, neben unregelmäßigen Bahnveränderungen, periodische Bahnstörungen, die Schwankungen um einen Mittelwert beschreiben, und säkulare Bahnstörungen, die langfristige monotone Veränderungen der Bahnelemente darstellen. Welche Einflüsse als Bahnstörungen zu betrachten sind, hängt somit vom zu Grunde liegenden Modell ab. Im einfachsten Fall wird die Bahn mit Hilfe des newtonschen Gravitationsgesetzes in der Näherung als Zweikörperproblem berechnet und die Bahn durch die sechs Bahnelemente der Keplerbahn beschrieben. Für eine genauere Bahnanalyse beispielsweise von Asteroiden werden dagegen routinemäßig die Gravitationskräfte der Sonne, aller Planeten, des Mondes und weiterer größerer Himmelskörper berücksichtigt, ebenso relativistische Effekte. Durch eine Bahnstörung ändern sich die Zahlenwerte der jeweils sechs Bahnelemente . Dabei werden sie im Allgemeinen auch zeitabhängig. Die Präzession der Knotenlinien, die Drehung der Apsiden und die Drift in den Bahnachsen und Umlaufzeiten sind dann typische säkulare Bahnstörungen. Bei Missionen der Satellitengeodäsie sind im Modell Störgrößen durch das unregelmäßige Erdschwerefeld, durch die Hochatmosphäre, die direkte und indirekte Sonnenstrahlung, sowie der Einfluss von Mond und Sonne berücksichtigt. Diese Bahnstörungen sind periodisch. Die Beobachtung des Sternenhimmels mit der Messung und Berechnung der Positionen astronomischer Objekte und die Sammlung in Positionstabellen gehört zu den ältesten Teilgebieten der Astronomie. Auch heute noch werden Bahnen zahlreicher astronomischer Objekte periodisch in den Ephemeriden von renommierten Observatorien veröffentlicht. Damals wie heute sollen Bahnstörungen möglichst integriert sein. Um für den Beobachter auf der Erde möglichst direkt verwendbar zu sein werden auch Effekte wie die Aberration berücksichtigt. Genauere Erkenntnisse über die mathematische Darstellung der Bahn eines Himmelskörpers veröffentlichte Johannes Kepler im frühen 17. Jahrhundert in Form der später nach ihm benannten keplerschen Gesetze. Diese Gesetze konnten später von Isaac Newton mit Hilfe seines Gravitationsgesetzes theoretisch hergeleitet und damit begründet werden. Damit traten elliptische Bahnen an die Stelle der bis dahin angenommenen kreisförmigen Planetenbahnen. Für Himmelskörper höherer Energien gibt es noch andere Keplerbahnen als Lösungen des Problems, wie sich ein Himmelskörper um einen anderen bewegt: Parabeln oder Hyperbeln. Keplers Modell beschrieb die Bahnen deutlich besser als die Theorien zuvor. Aber auch sein Versuch, die Bahnen der Himmelskörper vorhersagbar zu machen, basierte auf bestimmten Vereinfachungen: Das eigentlich vorhandene Mehrkörperproblem wird auf ein Zweikörperproblem reduziert. Gravitations- oder andere Kräfte durch die Anwesenheit anderer Himmelskörper kommen also nicht vor. Die betrachteten Himmelskörper werden als Punktmassen mit Zentralfeld angesehen. Weitere Kraftwirkungen durch elektrische oder Magnetfelder, durch Materieströme, Strahlungsdruck, Luftwiderstand, u. ä. werden nicht betrachtet. Weit später entdeckte relativistische Effekte sind ebenfalls nicht berücksichtigt. Es gibt verschiedene Arten von Störungen durch Gravitationseinflüsse, die schon auf Grundlage des newtonschen Gravitationsgesetzes verständlich sind. Ursache sind die inhomogene Masseverteilung der Erde oder der gravitative Einfluss anderer Himmelskörper. Die Beschreibung der Erde als Punktmasse ist stark vereinfachend. In besserer Näherung kann die Erde als ein abgeplatteter Ellipsoid gesehen werden. Somit gilt die Annahme der kugelsymmetrischen Massenverteilung nicht, die bei der Berechnung der Keplerbahn zugrunde gelegt wurde. Bis in eine Höhe von mehreren Erdradien werden selbst offene Bahnen durch die Erdabplattung messbar gestört. Auch die Abplattung der Sonne, die im Vergleich zur Erde deutlich geringer ausgeprägt ist, trägt zu einem sehr kleinen Teil zu den Periheldrehungen der Planetenbahnen bei. Niedrig fliegende Satelliten spüren Schwereanomalien durch Meere, Gebirge und Unregelmäßigkeiten der Massenverteilung im Erdinnern. Dies nutzt die Satellitengeodäsie aus. Dabei werden selbst die Gezeiten berücksichtigt. Auf die Bahnebene der Umlaufbahn eines erdnahen Satelliten übt das unregelmäßige Gravitationsfeld der Erde ein Kippmoment aus, dem die Bahnebene durch eine Präzessionsbewegung ausweicht. Diese Ausweichbewegung führt dazu, dass der aufsteigende Knoten bzw. die Knotenlinie nicht feststeht, sondern langsam in der Äquatorebene rotiert und sich damit die Rektaszension des aufsteigenden Knotens Ω {\displaystyle \Omega } ständig ändert. Die Bahnebene dreht sich um die z-Achse des astronomischen Koordinatensystems. Gleichzeitig dreht sich die Apsidenlinie in der Bahnebene – ebenfalls durch Schwerkrafteinflüsse – um den Erdmittelpunkt. Damit treten Perigäumsdrehungen auf. Nur auf vier Positionen hält ein geostationärer Satellit seinen Standort, und nur zwei von ihnen sind stabil: 105°W und 75°O. Kleine Bahnstörungen bewirken einen Drift zu den stabilen Lagen, solche Störungen müssen also ständig korrigiert werden. Die Auswirkung dieser Bahnstörung kann auch positiv genutzt werden. Es kann durch entsprechende Auswahl der Inklination ein sonnensynchroner Orbit generiert oder das Perigäum über einen festen Erdpunkt gehalten werden. Eine weitere Auswirkung aufgrund der Schwerefeld-Inhomogenitäten der Erde ist die Ost-West-Drift. Wenn ein Himmelskörper einer Anziehungskraft ausgesetzt ist, welche streng umgekehrt quadratisch mit der Entfernung vom Zentralkörper abnimmt, so würde er sich in klassischer Näherung auf einer Keplerellipse bewegen, deren Form, Lage und Orientierung im Raum unverändert bliebe. Unter der Apsidendrehung versteht man eine fortschreitende Drehung der ganzen Bahn in der Bahnebene. Im Falle der Planetenbahnen ist der Einfluss der jeweils anderen Planeten die Hauptursache für die Periheldrehungen: Aus der Summe der gravitativen Einflüsse der anderen Planeten und der Auswirkung der allgemeinen Relativitätstheorie resultiert – in eine bezüglich des Fixsternhintergrunds ruhenden Koordinatensystem – eine rosettenartige Bewegung der Planeten: Die anomalistische Periode entspricht nicht genau der siderischen. Mit steigender Beobachtungsgenauigkeit konnten Anfang des 19. Jahrhunderts Abweichungen der Umlaufbahn des Planeten Uranus von der Keplerbahn präzise bestimmt werden. Als Ursache wurde ein damals noch unbekannter achter Planet des Sonnensystems angesehen, dessen Position aufgrund der Uranus-Bahnstörungen vorhergesagt werden konnte. 1846 führte das schließlich zur Entdeckung des Neptun. Später wurde aufgrund von vermeintlichen Bahnstörungen des Neptun ein weiterer Planet im Sonnensystem vermutet und schließlich 1930 durch systematische, fotografische Suche der Zwergplanet Pluto entdeckt. Auf lange Sicht bewirkt die Gezeitenreibung nicht nur eine Abbremsung der Erdrotation, sondern eine Vergrößerung der Mondbahn. Die mittlere Entfernung zwischen dem Mond und der Erde wächst jährlich um etwa 3,8 cm. Der Einfluss der direkten Kraftwirkung durch andere Himmelskörper auf ein Objekt in der Erdumlaufbahn hängt von den Orbitparametern ab. Die wesentliche Rolle spielen Mond und Sonne. Dieser Einfluss ist im Bereich geosynchroner Bahnen größer als für stärker gebundene Satelliten. Die Gravitationskraft kann zerlegt werden in eine Komponente parallel und eine senkrecht zur Bahnebene. Die senkrechte Komponente bewirkt eine säkulare, die parallele eine periodische Störung. Die säkulare Störung beeinflusst analog der Erdabplattung die Bahnelemente i {\displaystyle i} , Ω {\displaystyle \Omega } und ω {\displaystyle \omega } . Für geostationäre Satelliten, also e = i = 0 {\displaystyle e=i=0} , verbleibt lediglich eine Auswirkung auf die Inklination. Ohne ausgleichende Korrekturen entsteht mit einer Nord-Süd-Drift von ein Inclined geosynchronous orbit. In der allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein wird die Gravitation als Trägheitskraft gedeutet, sie ist demnach eine geometrische Eigenschaft der gekrümmten vierdimensionalen Raumzeit. Zur Bestimmung der an einem Punkt herrschenden Krümmung der Raumzeit dienen die einsteinschen Feldgleichungen. Sie wurden so formuliert, dass sie im Grenzfall schwacher Gravitation mit dem newtonschen Gravitationsgesetz übereinstimmen. Innerhalb des Sonnensystems, wo es sich um schwache Felder bzw. geringe Krümmung der Raumzeit handelt, ergeben sich nur geringe Abweichungen von den Vorhersagen des newtonschen Gravitationsgesetzes und damit von den Keplerbahnen. Bei starker Krümmung, wie sie durch starke Konzentration großer Masse auf kleinem Raum hervorgerufen wird, kommen neuartige Phänomene vor, wie sie sich beispielsweise bei Pulsaren im Orbit um andere Sterne zeigen: Der Hulse-Taylor-Doppelpulsar verändert seine Bahn auch dadurch, weil er Energie in Form von Gravitationswellen abstrahlt. Bei der Zeitdilatation handelt es sich nicht um eine Bahnstörung im eigentlichen Sinn, sie hat jedoch Auswirkungen auf die technische Anwendung von Satelliten, so dass dieser Effekt für die Analyse von Bahnstörungen wichtig ist. Die Zeitdilatation hängt von zwei Größen ab, zum einen vom Ort im Gravitationsfeld und zum anderen von der Geschwindigkeit des beobachteten Objektes. Das Zeitsignal der GPS-Satelliten muss entsprechend korrigiert werden: In dieser Flughöhe hat der gravitative relativistische Effekt eine größere Auswirkung als der geschwindigkeitsbezogene relativistische Effekt , daher laufen die Uhren des Satelliten relativ zu Uhren auf der Erde schneller. Wegen der allgemeinen Relativitätstheorie weicht das Kraftgesetz für Himmelskörper grundsätzlich vom idealisierten invers-quadratischen Verhalten des newtonschen Gravitationsgesetzes ab , so dass ein weiterer Beitrag zu den Periheldrehungen der Planeten entsteht. Bekanntestes Beispiel für solche relativistischen Effekte ist die Periheldrehung des Merkur. In der Mitte des 19. Jahrhunderts benutzte Urbain Le Verrier Beobachtungen von Merkurdurchgängen für eine besonders genaue Vermessung der Merkurbahn und stellte anhand der verbesserten Daten fest, dass Merkurs Periheldrehung etwas stärker ausfiel als erwartet. Nach den Berechnungen auf Basis des newtonschen Gravitationsgesetzes sollte sie etwa 530 Bogensekunden pro Jahrhundert betragen, wobei circa 280" auf den Einfluss der Venus entfielen, circa 150" auf Störungen durch Jupiter und circa 100" auf die restlichen Planeten. Die beobachtete Periheldrehung war jedoch deutlich größer, die Diskrepanz beträgt 43,11". Erst der relativistisch berechnete Anteil von 42,98" zur Periheldrehung stimmt recht gut mit dem beobachteten Überschuss überein. Ein weiterer relativistischer Effekt ist der Lense-Thirring-Effekt. Anschaulich gesprochen bewirkt eine rotierende Masse durch eine Mitführung der Raumzeit eine Verdrillung der Raumzeit. Wenn ein Himmelskörper auf seiner Bahn rotiert, führt das also zu einer zusätzlichen Präzession. Die Satellitenmission Gravity Probe B bestätigte 2004/05 diesen Effekt. Eine andere Konsequenz des Effekts wäre, dass die Orbitalebene der Sterne, die nahe einem supermassiven Schwarzen Loch kreisen, zur Präzession um die Drehachse des Schwarzen Lochs gebracht würde. Dieser Effekt konnte noch nicht nachgewiesen werden, ein Nachweis wird jedoch in den nächsten Jahren erwartet. Durch einen Vergleich der Präzession von zwei Sternen auf verschiedenen Orbits sollte es prinzipiell möglich sein, das „no-hair-theorem“ der allgemeinen Relativitätstheorie zu bestätigen. Bei künstlichen Satelliten in niedrigen Orbits ist die Erdatmosphäre nicht zu vernachlässigen. Bei der Wechselwirkung handelt es sich nicht um eine Strömung; die Teilchen treffen einzeln auf. Da sie abprallen und auch Oberflächenatome herausschlagen, tritt je nach Neigung der getroffenen Fläche auch eine Kraft quer zur Flugrichtung auf. Die weit überwiegende parallele Kraftkomponente führt zu einem stetigen Verlust an Bahnenergie, der bei längeren Missionen ausgeglichen werden muss, um einen Absturz zu vermeiden, siehe das Diagramm zur Raumstation Mir in 300 bis 400 km Höhe. Das Hubble-Weltraumteleskop in etwa 600 km Höhe sank dagegen in 19 Jahren um nur rund 80 km. Das Ausmaß des Effekts ist nur grob vorauszuberechnen, da die Ausdehnung der Hochatmosphäre stark von der Sonnenaktivität abhängt. Eine überschlägige Berechnung erfolgt mit Hilfe der bremsenden Kraft F D {\displaystyle F_{D}} : wobei: Die Störgröße kann auch zu Gunsten einer Raumfahrtmission als Aerobraking-Manöver eingesetzt werden. Auch der Strahlungsdruck kann zu Bahnstörungen führen. Wenn ein Körper elektromagnetische Strahlung absorbiert, reflektiert oder emittiert, dann wirkt sich der entsprechende Impulsübertrag auf seine Bahn aus. Bei Absorption und Emission ist der Strahlungsdruck gleich der Bestrahlungsstärke dividiert durch die Lichtgeschwindigkeit. Bei vollständiger Reflexion ist der Strahlungsdruck doppelt so groß. Im Bereich der Erdbahn ist S = 1372 W / m 2 {\displaystyle S=1372\;{\text{W}}/{\text{m}}^{2}} die Intensität der Sonnenstrahlung. Mit der Lichtgeschwindigkeit c {\displaystyle c} berechnet sich der Strahlungsdruck p {\displaystyle p} wie folgt: Er ist abhängig von der Größe der bestrahlten Fläche und von deren Reflexionsfaktor r {\displaystyle r} und wirkt als Kraft, die kontinuierlich von der Strahlungsquelle weg gerichtet ist. Bei einem typischen GPS-Satelliten führt der Strahlungsdruck der Sonne zu einer Beschleunigung in der Größenordnung 10−7 m/s² und damit einem Positionsfehler von einigen hundert Metern pro Tag. Neben der direkten Sonnenstrahlung wirkt gegebenenfalls auch das von einem anderen Himmelskörper wie der Erde reflektierte Sonnenlicht. Beim Poynting-Robertson-Effekt wirkt sich der Strahlungsdruck der Sonne auf die Umlaufbahnen kleiner Teilchen der interplanetaren Materie so aus, dass sich diese immer mehr der Sonne annähern. Neben Licht aus der Umgebung kann auch die von Satelliten zur Kommunikation ausgesendete elektromagnetische Strahlung zu deutlichen Bahnstörungen führen. Besonders bei Kommunikationssatelliten mit hoher Sendeleistung und Richtantennen macht sich diese Störung mit einer Beschleunigung in der Größenordnung 10−9 m/s² bemerkbar. Neben dem direkten Strahlungsdruck macht sich die Strahlungsabsorption auch indirekt bemerkbar. Die daraus resultierende Erwärmung des Objekts führt zu einer zusätzlichen, meist ungleichmäßigen Emission von Wärmestrahlung. Solche Störungen sind insbesondere bei kleineren Körpern mit ihrem hohen Verhältnis von Oberfläche zu Masse relevant. Die anisotrope Emission von Wärmestrahlung gilt auch als Ursache der Pioneer-Anomalie, der Bahnabweichung der Anfang der 1970er Jahre gestarteten Sonden Pioneer 10 bzw. Pioneer 11. Beim Jarkowski-Effekt wirkt sich die unterschiedlich starke Erwärmung der sonnenzu- bzw. -abgewandten Seiten eines Asteroiden so aus, dass die verschieden starke Wärmestrahlung in die verschiedenen Raumrichtungen eine je unterschiedliche Kraft auf den Himmelskörper bewirkt. Die Stärke des Effektes hängt dabei auch von der Rotation, der Oberflächenbeschaffenheit und der Wärmeleitfähigkeit des Asteroiden ab. Als Folge werden beispielsweise die Bahnen von Asteroiden, die sich in Richtung ihrer Flugbahn um die eigene Achse drehen , nach außen gedrückt und die jener, deren Eigendrehung entgegen der Flugbahn verläuft, nach innen verändert. Ein entsprechender Effekt hinsichtlich des Rotationszustandes eines Himmelskörpers ist der YORP-Effekt. Für elektrisch geladene oder magnetische Objekte spielt die elektromagnetische Wechselwirkung eine besondere Rolle. Auch außerhalb der Magnetosphäre derjeniger Himmelskörper, die selbst ein planetares Magnetfeld besitzen, existiert durch die Sonne ein interplanetares Magnetfeld, welches durch den Sonnenwind verstärkt wird. Aufgrund der Wechselwirkung zwischen den Magnetfeldern bzw. mit den dazu relativ bewegten elektrischen Ladungen der Objekte wirken weitere Kräfte, die eine Bahnstörung hervorrufen können. Sofern die störenden Kräfte quantitativ bekannt sind, lässt sich eine gestörte Bahn berechnen. Umgekehrt lässt sich durch die genaue Beobachtung einer Bahn auf störende Kräfte schließen. In beiden Fällen wird eine der folgenden Rechenmethoden verwendet. Falls die Situation näherungsweise ein Zweikörperproblem darstellt, also der betrachtete Körper im Wesentlichen an einen dominierenden Massepunkt gebunden ist und Störeinflüsse sich zu wenigen einfachen Termen zusammenfassen lassen, ist eine sogenannte Störungsrechnung möglich. Diese geht von der Kepler-Bahn aus und integriert die Störeinflüsse bzw. die relativistischen Korrekturen über einen Umlauf. Es ergeben sich Änderungsraten der Bahnelemente, etwa eine Periheldrehung. Für mehrere Körper, die sich gegenseitig stören, ist das Verfahren ebenfalls geeignet. Besonders einfach sind Situationen ohne Bahnresonanzen, wenn also die Umlaufperioden zueinander nicht im Verhältnis kleiner ganzer Zahlen stehen. Die bloße Nähe zu einer Resonanzbedingung ist umso unkritischer, je geringer das Niveau der Störung ist, denn dann ändert sich die Phase der Störung, bevor eine wesentliche Wirkung eingetreten ist. Ohne Resonanzen lassen sich die störenden Körper als über ihre jeweilige Bahn verschmierte Masseringe ansetzen. Das oben für nur einen Umlauf erhaltene Ergebnis gilt dann für viele Umläufe. Falls obige Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werden die Bahnen nach der Methode der kleinen Schritte berechnet, z. B. mit einem Runge-Kutta-Verfahren. Falls sehr viele Massepunkte zu berücksichtigen sind, etwa bei der Begegnung zweier Galaxien, kann unter Umständen eine Finite-Elemente-Methode mit geringerem Rechenaufwand sinnvolle Ergebnisse liefern. |
2024-12-02 03:33:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_von_Eppstein | Werner von Eppstein war Kurfürst, Erzbischof von Mainz und damit ex officio Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches. Der Sohn von Gerhard II. von Eppstein und Isalda von Wied, einer Tochter von Graf Dietrich I. von Wied und Schwester des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Theoderich II. von Wied, wurde früh auf eine geistliche Karriere vorbereitet. Er wurde an der Mainzer Domschule ausgebildet und begann in der Stadt auch seine Laufbahn als Geistlicher. Bei seinem Aufstieg half ihm die Macht seiner Familie, die mit Siegfried II. und Siegfried III. – dessen Neffe Werner war – bereits zweimal den Mainzer Bischofsthron besetzt hatte. So wurde Werner schon 1248 Propst von Mariagreden, 1249 von St. Peter und 1257 von St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Vor allem die letzten beiden Stellen waren von Bedeutung, da mit ihnen jeweils ein Archidiakonat, damals eine obere Verwaltungseinheit eines Bistums, verbunden war. Im Oktober 1259 wurde Werner von Eppstein vom Mainzer Domkapitel zum Nachfolger Gerhards I. von Dhaun gewählt. Da sich damals schon erste Tendenzen abzeichneten, nach denen der Papst bei der Einsetzung des Mainzer Erzbischofs mehr Einfluss verlangte reklamierte er die Investiturgewalt für sich), musste Werner nach Rom reisen, wo er von Papst Alexander IV. persönlich konsekriert wurde. Begleitet wurde Werner auf seinem Italienzug vom Grafen Rudolf von Habsburg, den Werner später bei der Königswahl am 29. September 1273 als neuen König durchsetzen konnte. Schon zur Zeit des Italienzuges mussten sich die beiden den Angriffen ihres ärgsten Widersachers, des Königs Ottokar II. von Böhmen, Herr über Österreich, erwehren. Dieser hatte bereits die Königswahl von 1257 scheitern lassen, um seine territorialen Ansprüche im Reich besser durchsetzen zu können. Ottokars Ziel war dabei auch, die Bistümer Olmütz und Prag aus der Mainzer Kirchenprovinz zu lösen. Als Metropolit dieser Bistümer hatte der Mainzer Erzbischof eine bedeutende Machtposition in Böhmen: Ihm stand nämlich das Krönungsrecht zu. Um den Bestrebungen Ottokars keine zusätzliche Intensität zu geben, krönte Werner ihn und seine Frau an Weihnachten 1261. Außerdem führte Werner die Fehde um Territorialansprüche seines Vorgängers gegen Heinrich I. von Hessen fort und verhängte über ihn das Interdikt. Doch wohl schon bald kam er zu der Einsicht, dass sich weiterreichende politische Ziele nur mit Ruhe und Sicherheit im Kurstaat bzw. im Erzbistum erreichen ließen. Daher einigte er sich 1263 im Langsdorfer Frieden mit Heinrich und auch mit anderen Lehensträgern, denn noch bewirkte die ungelöste Königsfrage Unsicherheit im Reich. Als Kurfürst zielte Werner von Eppstein auf eine Klärung der Frage und eine Neuwahl. Als Kandidaten favorisierte er zunächst den letzten Spross der Staufer, den noch minderjährigen Konradin. Doch diese Bemühungen scheiterten am antistaufisch eingestellten Papst. Als Konradin 1268 in Neapel hingerichtet wurde, legte sich Werner auf Richard von Cornwall fest. Doch Richard starb bereits 1272, bevor die Verhältnisse wieder endgültig geordnet waren. Bei der folgenden Königswahl am 1. Oktober 1273 schlug die Stunde des Mainzer Erzbischofs: Durch geschickte Verhandlungen erreichte er die Wahl Rudolfs von Habsburg zum neuen König. Dies brachte den Erzbischof von Mainz, zugleich auch Reichserzkanzler, wieder an die erste Stelle der Reichspolitiker, nachdem der Einfluss unter seinem glücklosen Vorgänger stark zurückgegangen war. Am 6. Juni 1274 bestätigte der neue Papst Gregor X. die Wahl. Rudolf bemühte sich sofort um eine Stärkung der Zentralgewalt, was von den Kurfürsten kritisch beäugt wurde. Anders als andere vermied Werner jedoch den offenen Konflikt mit dem König. Er ging zunächst daran, die Territorialgewalt in seinem Kurstaat zu festigen. Ab 1275 betrieb er hierzu eine zielstrebige Politik, bei der auch kriegerische Auseinandersetzungen nicht ausblieben. Dies führte zu Spannungen zwischen dem Kurfürsten und den Bewohnern von Mainz und Erfurt. Auch der Streit mit Heinrich I. von Hessen flammte wieder auf, und Werner belegte Heinrich 1274 erneut mit dem Kirchenbann. Im Frühjahr 1280 wurde sein Heer jedoch bei Fritzlar von Heinrichs Landsturmheer entscheidend besiegt, und er musste in landgräflichen Städten auf erzbischöfliche Sendgerichte verzichten. 1281 schloss Werner sich dann dem von Rudolf von Habsburg initiierten „Reichslandfrieden“ an und beendete die Fehdehandlungen. Werner von Eppstein starb am 2. April 1284 in Aschaffenburg und wurde im Mainzer Dom begraben. Er hinterließ geordnete Verhältnisse im Kurstaat und eine in ihrer Bedeutung wieder gestärkte Mainzer Kirche. |
2024-12-04 05:25:50 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_brasilianischen_Botschafter_in_Singapur | Bis 1980 war der Botschafter in Bangkok regelmäßig auch in Singapur akkreditiert. Ägypten | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Elfenbeinküste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Kongo | Kongo | Liberia | Libyen | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mosambik | Namibia | Nigeria | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Tansania | Togo | Tunesien Afghanistan | Armenien | Aserbaidschan | Australien | Bangladesch | China | Indien | Indonesien | Iran | Irak | Israel | Japan | Jordanien | Kasachstan | Katar | Korea | Korea | Kuwait | Libanon | Malaysia | Myanmar | Nepal | Neuseeland | Oman | Osttimor | Pakistan | Palästina | Philippinen | Salomonen | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Syrien | Thailand | Türkei | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam Albanien | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Italien | Kroatien | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ukraine | Ungarn | Vereinigtes Königreich | Zypern Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Honduras | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Kuba | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten Heiliger Stuhl CPLP | Europäische Union | Mercosur | OECD | OAS | UN Vollversammlungen | Vereinte Nationen | Vereinte Nationen | IAEO | UNESCO | WTO |
2024-12-01 18:12:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/I_Don%E2%80%99t_Believe_You | I Don’t Believe You ist ein Lied der US-amerikanischen Sängerin Pink aus dem Jahr 2008. Das Lied wurde von der Interpretin selbst , zusammen mit Max Martin, geschrieben. Martin zeichnete darüber hinaus auch für die Produktion verantwortlich. Die Erstveröffentlichung von I Don’t Believe You erfolgte als Teil von Funhouse am 24. Oktober 2008 bei den Musiklabels LaFace Records und Zomba , dem fünften Studioalbum von Pink. Am 5. Oktober 2009 erschien es zunächst als Airplay-Single sowie schließlich am 19. Oktober 2009 als sechste Singleauskopplung aus dem Album. Diese erschien als 2-Track-Single auf CD und als Download mit einer Liveversion des Liedes als B-Seite . Das schwarz-weiße Musikvideo wurde unter der Regie von Sophie Muller gedreht. Im November 2009 veröffentlicht, zählte es bis September 2024 über 24 Millionen Aufrufe auf der Videoplattform YouTube. Hauptartikel: Pink /Auszeichnungen für Musikverkäufe |
2024-11-22 19:54:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Epirus_(historische_Region) | Epirus ; altgriechisch Ἤπειρος Ḗpeiros, deutsch ‚Festland, Kontinent‘; albanisch Epir; lateinisch Ēpīrus) ist eine historisch-geographische Region im Südwesten der Balkanhalbinsel. Sie erstreckt sich entlang der Küste des Ionischen Meeres vom Ambrakischen Golf im Süden bis zum Ceraunischen Gebirge bei Himara und Oricum im Norden. Das Gebiet gehört heute teils zu Griechenland, teils zu Albanien. Im Allgemeinen wird heute nur mehr der Südteil als Epirus bezeichnet. Er bildet dort die gleichnamige griechische Region. In Epirus liegt Dodona, das in der Antike nach Delphi die bedeutendste Orakelstätte Griechenlands war. Während die Südgrenze von Epirus durch den Golf von Ambrakia klar markiert ist und das Pindosgebirge im Osten eine natürliche Barriere zu Thessalien und Makedonien bildet, ist die Nordgrenze in der Antike vor allem im Landesinneren nicht klar auszumachen. Epirus ist von zahlreichen Gebirgszügen und tief eingeschnittenen Tälern geprägt. Nur am Ambrakischen Golf, um den Pamvotida-See und am Butrintsee gibt es größere Ebenen. Die epirotischen Flüsse entspringen alle im Pindosgebirge; der Arachthos, der Acheron, der Louros und der Thyamis münden ins Ionische Meer. Der Aoos fließt nach Nordwesten in die Adria. Von Norden nach Süden gliederte sich Epirus in die küstennahen Teilregionen Chaonia, Cestrine und Thesprotia. Im Inneren schlossen sich die Molossis und im Nordosten das Gebiet der Antintaner an. In der Antike und im Mittelalter war die Region noch waldreicher als heute, wiewohl besonders der griechische Teil auch gegenwärtig noch viel Wald besitzt. Im späten Mittelalter wurde die Ausdehnung der Landschaft Epirus mit der des 1204 entstandenen Despotats gleichgesetzt. Dieses Fürstentum umfasste im 13. Jahrhundert auch weite Teile Mittelalbaniens und reichte im Süden über Arkananien bis an den Golf von Korinth. Im äußersten Nordosten von Epirus liegen am Oberlauf des Devoll die Ebenen von Bilisht und Korça. Diese werden erst seit dem 19. Jahrhundert zu Epirus gerechnet, und dies auch nur aus der griechischen Sicht. In der Antike war diese Region illyrisches Siedlungsgebiet und am ehesten öffnet sich das von Bergen umschlossene Gebiet noch in Richtung Ohrid- und Prespasee, also zu den makedonischen Landschaften Lynkestis und Orestis. In der mittelalterlichen Kirchenorganisation unterstand die Region dem Erzbistum Ohrid. Die Osmanen ließen die Ebene von Korça ebenfalls von Makedonien aus verwalten; das Gebiet gehörte zum Vilayet von Monastir. Als es im 19. Jahrhundert um die Aufteilung der europäischen Türkei ging, beanspruchte Griechenland Korça als Teil von Epirus für sich. Nur durch Ähnlichkeiten mit datierten Industrien anderer Großräume lassen sich wenige Artefakte dem Mittelpaläolithikum zuweisen, wie etwa Kokkinopilos das Eigenschaften des Moustérien aufweist, dazu einen Faustkeil, der auf 150.000 bis 200.000 Jahre datiert wurde. Lager von Jägergruppen lassen sich ab etwa 16.000 v. Chr., als das Klima milder und trockener wurde, auch in höheren Regionen von Epirus belegen. Im Sommer zogen diese ins Pindos-Gebirge, das für die Tierherden attraktiver wurde, da die Ebenen zunehmend verwaldeten. Die Klithi-Höhle in Nord-Epirus bei Konitsa wurde von diesen späteiszeitlichen Jägern in der warmen Jahreszeit für mehrere Monate aufgesucht. Dies geschah zwischen 16.500 und 13.000 BP. 99 % der Knochen, die sich in der Höhle fanden, stammen von Ziegen und Gämsen. Während in den Ebenen und Tälern die pflanzliche Nahrung erhebliche Bedeutung hatte, spielte sie im Gebirge kaum eine Rolle. Im Gegensatz zu Klithi kam es an der Fundstätte bei Kastritsa wohl zum Zusammentreffen zahlreicher Jägergruppen. Die dritte wichtige Fundstätte in Epirus, Asprochaliko, stellt die älteste Fundstätte dieser Jagdgruppen dar . Aus der späten Bronzezeit sind verstreut in ganz Epirus recht zahlreiche Funde bekannt geworden, die auf eine dichtere Besiedlung des Landes zeitgleich mit dem Beginn der Mykenischen Kultur im zentralen Griechenland schließen lassen. Mykenische Keramik und einzelne Metallfunde dieser Kultur zeigen, dass die Bewohner von Epirus in jener frühen Epoche Beziehungen zu den mykenischen Griechen hatten. Wer aber diese Epiroten der späten Bronzezeit waren, liegt im Dunkeln. Ebenso wenig weiß man, was in Epirus nach dem Ende der mykenischen Palastzeit im südlichen und zentralen Griechenland geschah. Zunächst noch spärliche Informationen über Epirus sind seit der Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. überliefert. In dieser Zeit ist Dodona als Kultstätte im Gebiet der Thesproter belegt, ob neu- oder wiedereingerichtet vermochte die archäologische Forschung noch nicht zu klären. Etwa zur selben Zeit, jedenfalls vor 700 v. Chr., gründeten die Elier einige Kolonien im Mündungsgebiet des Acheron: Pandosia, Elaia, Bouchetion und Elatreia. Damit kamen der südliche Epirus und besonders die Thesproter in engeren Kontakt mit den Griechen. Nach 650 v. Chr. kam an der Mündung des Arachthos die korinthische Kolonie Ambrakia hinzu. Sie war der wichtigste Platz für den Handel der Griechen mit Epirus. Die Epiroten siedelten in kleinen offenen Dörfern; Städte gab es abgesehen von den wenigen griechischen Kolonien nicht. Insgesamt teilten sich drei große Stammesverbände Epirus: die Chaonier im Norden, die Thesproter im Süden und die Molosser im Landesinneren. Jeder von ihnen gliederte sich wiederum in mehrere Teilstämme. Chaonier, Thesproter und Molosser bildeten in jener Zeit autonome Verbände, zwischen denen es keine engeren politischen Beziehungen gab. Während bei den ersten beiden das Königtum schon abgeschafft war und die Macht bei den Stammesversammlungen lag, hatten die Molosser noch Könige, die im Krieg den Oberbefehl über das Heer hatten. Die Chaonier dagegen wählten dafür zwei Vorsteher aus dem Adel. Die tribale Organisation des Landes blieb bis in die hellenistische Zeit bestehen. Die ethnische Zugehörigkeit der epirotischen Stämme ist unsicher. Einerseits weisen ihre gesellschaftliche Organisation und ihre materielle Kultur Übereinstimmungen mit denen der nördlich benachbarten Illyrer auf, andererseits ist Epirus von den Griechen in ihren Mythen- und Sagenkreis integriert worden. So soll das Königreich Epirus vom trojanischen Prinzen Helenos gegründet worden sein, der wie der Vorvater Roms, Aeneas, den Fall Trojas überlebt hatte. Das molossische Königshaus der Aiakiden führte seine Abstammung auf den homerischen Helden Achilles bzw. dessen Sohn Pyrrhos zurück. Mindestens seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurde in Epirus griechisch geschrieben, wie in Dodona aufgefundene Inschriftentäfelchen ausweisen. Gleichwohl galten die Epiroten den Griechen noch im 5. Jahrhundert nicht als ihresgleichen. Sie durften nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen und als Perikles 448 v. Chr. alle Griechen zu einem panhellenischen Kongress nach Athen einlud, galt Ambrakia als äußerster griechischer Außenposten im Nordwesten. Im Laufe des 4. Jahrhunderts v. Chr. dürfte Epirus dann sprachlich wie kulturell weitgehend hellenisiert worden sein. 429 v. Chr. waren Chaonier, Thesproter und Molosser mit den Spartanern verbündet und beteiligten sich auf dem westlichen Kriegsschauplatz des Peloponnesischen Krieges am Angriff auf Amphilochia und Akarnanien. Zu dieser Zeit waren die Chaonier die führende Macht unter den Epiroten. Im späten 5. Jahrhundert v. Chr. drangen die Molosser in die Ebene von Hellopia vor; sie übernahmen auch die Herrschaft über die Orakelstätte von Dodona, die bis dahin den Thesprotern gehört hatte. Damit begann der Aufstieg der Molosser zum mächtigsten Stamm in Epirus. Dies ging mit einer außenpolitischen Neuorientierung einher. Die Molosser verbündeten sich mit Athen. Ihr König Tharyps hatte seine Jugend in der Stadt verbracht und war schließlich mit dem athenischen Bürgerrecht geehrt worden. 385 v. Chr. folgte Alketas seinem Vater als König nach. Unter seiner Führung traten die Molosser dem zweiten attischen Seebund bei, wodurch sich die Beziehungen Epirus zur griechischen Staatenwelt deutlich intensivierten. Die engere Bindung an das griechische Kerngebiet scheint sich auch kulturell und wirtschaftlich ausgewirkt zu haben: Im 4. Jahrhundert v. Chr. ist die Urbanisierung der epirotischen Landschaften zu beobachten. Durch den Ausbau bestehender Siedlungen oder die Zusammenlegung von mehreren Dörfern wurden eine Reihe von Städten begründet . Diese Poleis wurden aber nicht autonom, sondern blieben Teil der Stammesbünde, in deren Gebiet sie lagen. Mit den Molossern als Kern bildete sich im 4. Jahrhundert v. Chr. ein Koinon epirotischer Stämme heraus. Es gab eine Bundesversammlung, in der jährlich einer der Stämme den Vorsitz führte. Sie war das maßgebliche Organ in allen innenpolitischen Fragen und sie wählte auch einige gemeinsame Bundesbeamte. Daneben standen die molossischen Könige aus der Aiakidendynastie, die das Heer der Epiroten führten und auch die Außenpolitik maßgeblich bestimmten. Jährlich musste der König am Zeusaltar von Passaron einen Eid leisten, die Gesetze und Vereinbarungen des Bundes zu achten. Mitte des 4. Jahrhunderts kam es in Epirus zu zahlreichen Machtkämpfen, die das Land schwächten, Einfälle der Illyrer begünstigten und die Epiroten in Abhängigkeit von Makedonien geraten ließen. Schon 357 v. Chr. hatte Philipp II. die molossische Königstochter Olympias geheiratet. Der makedonische König marschierte 352/50 v. Chr. in Epirus ein, um in innere Auseinandersetzungen der Aiakiden einzugreifen. Philipp protegierte Olympias’ jüngeren Bruder Alexander. Dieser lebte seit 353 v. Chr. am makedonischen Hof in Pella. 343/42 v. Chr. hat Philipp den molossischen König Arybbas vertrieben und seinen Schwager an dessen Stelle gesetzt. Obwohl Alexander weiterhin eng mit dem makedonischen Herrscherhaus verbunden blieb, wozu seine Heirat mit Philipps Tochter Kleopatra im Jahre 336 v. Chr. beitrug, betrieb er eine eigenständige und recht erfolgreiche Politik. Bald erkannten ihn die Stämme als Hegemon des Bundes an und mit seinem Heer stellte Alexander einen gewichtigen regionalen Machtfaktor dar. Als er 332 auf einem Feldzug in Lukanien starb, hinterließ er aber ein Machtvakuum, das Epirus erneut in innenpolitische Wirren stürzte, die erst Jahrzehnte später endeten, als sich Pyrrhos I. 297 v. Chr. dauerhaft als König etablieren konnte. In dieser Zeit entstand die Symmachie der Epiroten, die nun auch die Chaonier im Norden mit einschloss. Die Molosser blieben zwar die Vormacht und ihre Könige waren Hegemon des Bundes, aber die anderen Stämme konnten ihr politisches Gewicht nun wieder vergrößern. Pyrrhos’ Regierungsjahre waren durch weitreichende Eroberungspläne geprägt. Der König wollte seinem Verwandten Alexander von Makedonien nacheifern und er beteiligte sich intensiv am Kampf um die Neuaufteilung des griechisch-ägäischen Raums. 291 v. Chr. geriet Pyrrhos in Konflikt mit dem Makedonenkönig Demetrios Poliorketes. Dieser nahm ihm die kurz zuvor als Mitgift gewonnene Insel Korfu ab. 288 aber siegte Pyrrhos auf der ganzen Linie. Er erreichte, dass die Makedonen den als grausam verschrienen Demetrios absetzten und ihn selbst zum König ausriefen. Er konnte sich aber nur bis 284 v. Chr. halten; dann gab er insbesondere Lysimachos nach, ließ sich seine Thronansprüche abkaufen und stellte eine starke Armee zusammen. Von 280 bis 275 v. Chr. versuchte Pyrrhos sich bei den Westgriechen in Unteritalien und auf Sizilien ein Reich zu erobern, scheiterte jedoch. Nach seiner Rückkehr beteiligte sich Pyrrhos bis zu seinem Tod wieder an den innergriechischen Kriegen. Auch Pyrrhos’ Sohn Alexander setzte die riskante kriegerische Politik fort; er eroberte fast ganz Makedonien, verlor dieses und auch sein eigenes Königreich bald darauf, konnte Epirus aber mit Hilfe der Aitoler zurückerobern. Nach Alexanders Tod gab es unter den Aiakiden keinen tatkräftigen Nachfolger, außerdem war die Dynastie durch die selbstherrlich und letztlich erfolglos geführten Kriege diskreditiert. Nach einem Jahrzehnt innerer Unruhen schafften die Epiroten die Monarchie im Jahr 232 v. Chr. ab und wandelten die Symmachie in ein Koinon um. Die Führungsrolle im Koinon ging von den Molossern an die Chaonier über. Tagungsort der Bundesversammlung war neben dem kultisch bedeutsamen Dodona die Hauptstadt der Chaonier, Phoinike. Nach dem Sturz der Aiakiden löste sich eine Reihe von Städten aus dem Bund der Epiroten und gewann die politische Autonomie. Die südlichen Regionen Athamania, Ambrakia und Amphilochia schlossen sich dem Aitolischen Bund an. Im Ersten Makedonischen Krieg blieben die Epiroten neutral. Kriegsschauplätze der Auseinandersetzung zwischen Römern, Illyrern, Makedonen und Aitolern waren Südillyrien und Akarnanien, die unmittelbar nördlich bzw. südlich an Epirus grenzen. Weil Rom durch den Angriff der Punier in Italien geschwächt war, konnten die Epiroten im Jahr 205 v. Chr. Verhandlungen anbahnen, die dann in Phoinike stattfanden und auf Basis des status quo ante zum Frieden führten. Auch während des Zweiten Makedonischen Krieges wahrten die Epiroten ihre Neutralität. Perseus, der seit 179 v. Chr. König von Makedonien war, sammelte in den folgenden Jahren Bündnispartner, da ein Krieg mit Rom absehbar war. Viele griechischen Städte traten auf seine Seite; Athen, der Achäische Bund und die Epiroten verbündeten sich hingegen mit den Römern. 171 v. Chr. begann der dritte Makedonische Krieg, und zunächst konnte Perseus einige Erfolge erzielen. Als er im Jahr 170 v. Chr. einige Städte in Illyrien eroberte, fiel ein Teil der Oberschicht von den Römern ab und ging zu den Makedonen über. Dieser Treuebruch bot – neben der Unzufriedenheit des Heeres wegen zu geringer Beute – den Vorwand, unter dem Lucius Aemilius Paullus nach Kriegsende in Epirus einmarschierte und die römischen Soldaten ausgiebig plündern ließ. Dass dabei 70 Orte zerstört und 150.000 Menschen in die Sklaverei geführt worden seien, dürfte eine Übertreibung des Livius sein, denn im Lande gab es nicht einmal drei Dutzend Städte. Epirus wurde Teil der im Jahr 146 v. Chr. eingerichteten römischen Provinz Macedonia. Das Koinon der Epiroten löste sich mehr und mehr auf; kleinere regionale Städtebündnisse, so zum Beispiel das Koinon der Praesebes um Butrint, bestanden fort und bildeten die Basis der politischen Organisation in Epirus bis weit in die Kaiserzeit hinein. Nach dem Ende des römischen Bürgerkriegs erlebte die Region eine mehrhundertjährige Periode des Friedens und der Prosperität. Im Süden legte Kaiser Augustus zum Andenken an den Sieg von Actium die Kolonie Nikopolis an, die nicht zuletzt wegen der kaiserlichen Steuerbefreiung schnell zur mit Abstand größten und wirtschaftlich stärksten Stadt des Landes heranwuchs. Sie war als Hafen eine wichtige Station auf dem Weg von Italien in den Osten des Reiches. 27 v. Chr. war Epirus der neuen senatorischen Provinz Achaea zugeordnet worden; von Kaiser Vespasian wurde das Land aber als eigene kaiserliche Provinz konstituiert. Der 50 Kilometer lange Aquädukt von Nikopolis versorgte die Stadt mit frischem Wasser. Bei der Neugliederung des Reiches unter Kaiser Diokletian wurden die Provinzen Epirus nova und Epirus vetus gebildet, wobei letztere die historische Landschaft Epirus umfasste. Das Christentum verbreitete sich früh in Epirus und womöglich geht die erste christliche Gemeinde in Nikopolis auf den Apostel Paulus zurück, der in der epirotischen Stadt einige Monate zubringen wollte. Nicopolis wurde später Metropolitansitz für ganz Epirus. 787 n. Chr. ist zum letzten Mal ein Bischof aus dieser Stadt als Teilnehmer eines Konzils belegt; bald darauf wurde Nikopolis endgültig aufgegeben. In Erinnerung an den wichtigen Erzbischofssitz führt noch heute das epirotische Bistum von Preveza den Doppelnamen Nikopolis-Preveza. Bei der Teilung des Römischen Reiches wurde Epirus Teil des Ostens. Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. verwüsteten die Goten unter Alarich auch Epirus, ehe sie vom Balkan nach Italien abzogen. Danach stabilisierte sich die oströmische Herrschaft in Epirus und Südillyrien wieder. Unter den Kaisern der thrakischen und der justinianischen Dynastie erlebte die Region erneut eine längere Blütezeit, währenddessen die weiter nördlich gelegenen Balkanprovinzen immer wieder unter den Einfällen der Barbaren zu leiden hatten. Seit dem 7. Jahrhundert siedelten sich auch im Epirus Slawen an. Sie ließen sich vor allem im gebirgigen Binnenland nieder. Dort machten sie für lange Zeit einen Großteil der ansässigen Bevölkerung aus. Zahlreiche slawische Ortsnamen legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Das ausgedehnte Bergland nördlich von Ioannina – die antike Molossis – trägt noch heute den slawischen Namen Zagoria. Die küstennahen Gebiete in Epirus blieben aber griechisch. Hier überdauerte in Teilen die spätantike Stadtkultur. Auch wenn viele antike Städte irgendwann aufgegeben wurden, traten doch oft Neugründungen an ihre Stelle . Zur Verteidigung des Balkans übertrugen die Byzantiner im 8. Jahrhundert die Themen-Organisation aus Kleinasien nach Europa. Epirus bildete fortan das Thema Nikopolis. Trotzdem kam die Region am Ende des 9. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte unter bulgarische Herrschaft. Der Sieg Zar Simeons I. in der Schlacht von Bulgarophygon ermöglichte den Bulgaren auch die Besetzung von Epirus. Teile des Landes blieben sogar bis Anfang des 11. Jahrhunderts bulgarisch, ehe Kaiser Basileios II. 1018 das erste Bulgarenreich endgültig zerschlug. Die vorübergehende bulgarische Herrschaft stärkte das slawische Element in der epirotischen Bevölkerung. Die Hellenisierung bzw. Albanisierung der epirotischen Slawen dauerte sehr lange und ist erst im 17. Jahrhundert unter den Osmanen zum Abschluss gekommen. Von 1081 und 1108 hatte Epirus mehrfach unter Angriffen der süditalienischen Normannen unter Robert Guiskard bzw. dessen Sohn Bohemund von Tarent zu leiden. 1085 gelang den Angreifern sogar die Einnahme von Ioannina. Nachdem Bohemund vor Durazzo gegen das byzantinische Heer gescheitert war, konnte ihn Kaiser Alexios I. im Vertrag von Devol binden. Vorläufig erfolgten keine neuen Angriffe aus dem Westen. Als das Byzantinische Reich nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 zerfiel, entstand unter Michael I. Angelos das Despotat Epirus als einer der griechisch dominierten Nachfolgestaaten. In den ersten Jahrzehnten seiner Existenz war das epirotische Fürstentum ein ernsthafter Konkurrent des nicäischen Kaisertums bei der Wiederherstellung des griechischen Reiches. Die Despoten Michael I. und Theodoros I. konnten ihren Staat durch Eroberungen im Osten und im Norden auf Kosten der Lateiner und Bulgaren bedeutend erweitern. Zeitweise herrschten sie auch über Makedonien, Thessalien und Mittelalbanien. Nach dem Verlust Thessalonikis 1230 wurden die epirotischen Despoten aber rasch von Nicäa überflügelt. An der ionischen Küste konnten sie sich jedoch behaupten, und während des gesamten 13. Jahrhunderts stand Epirus in zahlreichen Kriegen auf Seiten der Feinde des byzantinischen Kaisers. Vom Westen her versuchten die neapolitanischen Angevinen erfolgreich an der epirotischen Küste Fuß zu fassen. Despot Nikephoros I. musste 1294 seine Tochter Thamar mit Philipp von Tarent verheiraten und in diesem Zusammenhang die Oberlehensherrlichkeit von dessen Vater König Karls II. von Neapel anerkennen. Neben den Griechen und den bereits erwähnten Slawen traten im Mittelalter noch zwei weitere Ethnien auf den Plan der epirotischen Geschichte. Dies waren die Aromunen und die Albaner. Erstere sind entweder Nachfahren lateinisch sprechender römischer Provinzialen oder irgendwann im Mittelalter aus dem Norden nach Epirus gekommen. Für die Albaner gilt letzteres in jedem Falle. Sie kamen seit dem 13. Jahrhundert ins Land. Die von beiden Völkern betriebene transhumante Weidewirtschaft begünstigte ihre Ausbreitung. Viele Walachen und Albaner traten auch als Söldner in die Dienste lokaler Fürsten. Manchen gelang durch Kriegsdienst und Belehnung auch der Aufstieg in den Adelsstand. 1318 wurde die Eparchie von Ioannina zum zweiten Metropolitansitz der griechischen Kirche in Epirus erhoben, weil die Stadt als Residenz der epirotischen Despoten von politischer Bedeutung war. Begünstigt durch die Entvölkerung des Landes durch die Pest, eroberte der serbische Zar Stefan Dušan 1348 Epirus. Nach seinem Tod zerfiel das serbische Reich, und das Despotat wurde erneut ein eigenständiges Fürstentum. Dušans Bruder Simeon wurde 1356 aus Epirus vertrieben, und der vormalige Despot Nikephorus II. übernahm erneut die Herrschaft. Die Macht des Despoten sank aber beständig, und die direkte Herrschaft lag in vielen Teilen des Landes bei den Lehnsleuten . Die folgenden Jahrzehnte waren von ständigen Auseinandersetzungen einer Vielzahl lokaler Herrscher geprägt. Dies sollte den Türken die Eroberung des Landes später sehr erleichtern. Als Nikephorus 1359 starb, verfiel die fürstliche Gewalt vollends, in den meisten Städten des Binnenlands setzten sich albanische Clanchefs als lokale Herrscher durch, während einige Küstenorte von neapolitanischen Vasallen gehalten wurden. Ende des 14. Jahrhunderts wurden große Teile von Epirus erstmals von den Türken erobert. 1430 fiel Ioannina an die Osmanen. 1443 konnte der albanische Fürst Skanderbeg seinen Machtbereich für kurze Zeit bis nach Epirus ausdehnen. Gjin Muzaka und Pjetër Shpata, zwei albanische Dynasten aus dem Norden des Landes, beteiligten sich auch an der von Skanderbeg gegen die Türken gebildeten Liga von Lezha. 1449 eroberten die Türken Arta. Die Venezianer verloren bis 1479 fast alle ihre Besitzungen im Land. Nur die Orte Butrint und Parga blieben bis zum Ende der Markusrepublik unter ihrer Kontrolle. Die Errichtung der osmanischen Herrschaft hatte weitreichende – und dabei nicht nur negative – Folgen für Epirus. Während das Land im 14. und 15. Jahrhundert unter den nicht enden wollenden Kriegen der lokalen Fürsten und auswärtigen Mächte litt, herrschte seit 1480 Frieden im Land, der abgesehen von kleineren Aufständen rund 300 Jahre anhielt. Im ersten Jahrhundert der osmanischen Herrschaft waren die Verwaltung effizient und die Steuern niedrig, was sich auch in Epirus positiv auswirkte, obwohl das Land nicht zu den wirtschaftlich bedeutenden Provinzen des Reiches gehörte. Ein Teil des bebauten Landes wurde in Timare zur Unterhaltung der Sipahi umgewandelt, was im Vergleich zur vorangegangenen Feudalherrschaft zunächst eine Besserstellung der abhängigen Bauern bedeutete. Mit dem Niedergang der Sipahi-Truppe im 17. Jahrhundert kamen die meisten Timare in die Hände von Großgrundbesitzern, die dann die bäuerlichen Abgaben stark erhöhten. Die religiöse Fremdherrschaft der Muslime wurde in Epirus durch eine Reihe von Privilegien für einzelne Orte oder Gruppen der unterworfenen christlichen Bevölkerung gemildert. So erhielt Ioannina von Ghazi Sinan Pascha, dem Eroberer des Epirus, Steuererleichterungen und die Freiheit des Handels zugesagt, weil die Einwohner die Stadt kampflos übergeben hatten. Die Dörfer der Walachen im Pindosgebirge erhielten teils als Derbendschi , teils als Orte zum Unterhalt der Valide Sultan , lokale Selbstverwaltung, steuerliche Privilegien, die sie mit der muslimischen Bevölkerung gleichstellte, ohne dass sie ihren Glauben wechseln mussten. Die Himarioten erhielten 1492 durch ein Abkommen mit Sultan Bayezid II. Autonomierechte. In vielen abgelegenen und gebirgigen Gegenden blieb die türkische Herrschaft immer begrenzt. Andernorts freilich war die osmanische Herrschaft auch mit religiöser Unterdrückung verbunden, Kirchen wurden enteignet und in Moscheen umgewandelt, so auch die Metropolitankirche in Ioannina. Vom Ende des 15. Jahrhunderts an verließen zehntausende orthodoxe Epiroten ihre Heimat und siedelten sich in Italien an, wo sie ihre religiösen Traditionen in eigenen Kirchen zum Teil bis heute bewahren konnten. Die Osmanen wurden Anfang des 17. Jahrhunderts in der Gegend von Ioannina durch einen Aufstand christlicher Bauern unter Führung des Bischofs Dionysios herausgefordert. Die Ereignisse lösten eine neue Welle der Islamisierung aus, denn nach der Niederschlagung gingen die Machthaber auch gegen Unbeteiligte vor. So wurden alle Christen aus dem Burgbezirk vertrieben und ihre Kirchen in Moscheen umgewandelt. Wie auf dem gesamten Balkan so hatten auch in Epirus die Derwisch-Sekten und unter diesen vor allem die Bektaschi großen Anteil an der Islamisierung. Schon im 15. Jahrhundert waren mit den osmanischen Truppen Derwische ins Land gekommen. Für 1431 ist ein gewisser Haydar Baba belegt und während der Herrschaft Sultan Bayezids II. gründete Hüseyin Baba in Konitsa die erste Tekke auf epirotischen Boden. Nach einer erfolglosen Belagerung Korfus im Jahr 1537 schlug die osmanische Flotte im Jahr darauf eine christliche Armada in der Seeschlacht von Preveza. Dadurch erlangten die Türken für Jahrzehnte die absolute Kontrolle über das Seegebiet vor der epirotischen Küste. Darüber hinaus waren sie nun die stärkste Seemacht im gesamten Mittelmeer. Im 18. Jahrhundert verfiel die osmanische Macht auch im Epirus und der albanische Pascha Ali Tepelena, der 1788 in Ioannina Provinzgouverneur geworden war, konnte an der ionischen Küste eine quasi unabhängige Herrschaft begründen. Viele Albaner traten in dieser Zeit zu den Bektaschi über, weil Ali Pascha diese Sekte förderte. Bedeutende Tekken im südalbanisch-epirotischen Raum gab es damals in Melçan, Melan, Konitsa, Korça, Koshtan Frashër und Gjirokastra . Ali paktierte mit den aufständischen Griechen und versuchte einen unabhängigen Staat zu errichten, wurde aber von osmanischen Agenten im Februar 1822 ermordet. Im Juli desselben Jahres unterlagen osmanische Truppen unter Reşid Mehmed Pascha einem Heer griechischer Aufständischer bei Arta. Als Griechenland 1829 unabhängig wurde, verblieb Epirus beim Osmanischen Reich. Schon frühzeitig aber beanspruchte die hellenische Nationalbewegung das gesamte Gebiet für den griechischen Staat. Im Zuge einer osmanischen Verwaltungsreform wurde 1864 auch das Vilayet Ioannina eingerichtet, das ganz Epirus und Teile Mittelalbaniens umfasste. 1828 hatten die Gebrüder Zosimas in Ioannina ein privates griechisches Gymnasium gegründet. Diese Zosimea genannte Schule war etwa ein Jahrhundert lang die bedeutendste Bildungsstätte des Landes. Sie wurde nicht nur von orthodoxen Griechen, sondern auch von vielen Albanern aller Konfessionen besucht. Spätestens nach der Eingliederung der Ionischen Inseln in den griechischen Staat richtete sich das Augenmerk der griechischen Außenpolitik verstärkt auf Epirus. Schon 1844 hatte der aus der Gegend von Ioannina stammende Ministerpräsident, Ioannis Kolettis, die mit der so genannten Megali Idea verbundenen territorialen Ansprüche Griechenlands präzisiert und auch Epirus ausdrücklich erwähnt. Während des Berliner Kongresses 1878 forderte der griechische Vertreter Theodoros Deligiannis u. a. die Annexion von Epirus, erhielt aber von den Großmächten nur unbestimmte Aussagen zu griechischen Gebietserweiterungen. Aufgeschreckt durch die Pläne zur Aufteilung der europäischen Türkei konnte die neu gebildete albanisch-nationale Liga von Prizren auf die Schnelle nur ein negatives Programm formulieren, sprich die Beibehaltung der alten Grenzen und den Verbleib aller Vilayets mit albanischer Bevölkerung beim Osmanischen Reich. Dazu zählten die Albaner auch das epirotische Vilayet Janina. Im Winter 1878/79 beteiligten sich albanische Freiwillige in Preveza und Ioannina erfolgreich an der Abwehr griechischer Truppen, die die von den Großmächten in Berlin vage versprochenen Gebietsgewinne durchsetzen sollten. 1881 kam unter Vermittlung Großbritanniens und Frankreichs ein türkisch-griechischer Vertrag zustande und Griechenland konnte die Region um Arta in Besitz nehmen, während der größte Teil von Epirus beim Osmanischen Reich blieb. Gefördert aus dem Mutterland gewann die griechische Nationalbewegung im osmanischen Epirus in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts rasch an Fahrt. Die nationalen Aktivisten konnten sich dabei vor allem auf die kirchliche Infrastruktur und das dichte griechischsprachige Schulnetz stützen. Die traditionelle Kultusautonomie des orthodoxen Rum-Millets, das von den Griechen dominiert wurde, bot hierfür günstige Voraussetzungen. Die Albaner hatten dem nur wenig entgegenzusetzen. Anders als die Griechen waren sie konfessionell gespalten , sie hatten keine Schulen in ihrer Sprache und auch keinen Nationalstaat zur Unterstützung im Hintergrund; ihre Interessenvertretung, die Liga von Prizren, wurde von den osmanischen Behörden bald nach der Ratifizierung des Berliner Friedens mit Waffengewalt unterdrückt. Danach wurde die nationale Sache der Albaner in Epirus vor allem von den Bektaschi vertreten. Die großen Tekken in Melçan, Frashër, Melan, Konitsa und Gjirokastra wurden zu Kristallisationspunkten der albanischen Nationalbewegung in Epirus. Die Derwischklöster dienten als albanischsprachige Bildungszentren und sie waren für die Verbreitung von albanischen Schriften verantwortlich. Beides war damals seitens der osmanischen Behörden und auch von der griechisch-orthodoxen Kirche verboten. Gleichwohl gab es vor allem in der Region Korça auch orthodoxe Albaner, die sich an der Nationalbewegung beteiligten und deshalb in Konflikt mit dem griechischen Klerus gerieten. So unterschiedlich die Voraussetzungen auch waren, nach 1900 konkurrierten zwei nationale Bewegungen um Epirus, und beide beanspruchten das gesamte Land von Himara im Norden bis Preveza im Süden, vom Ionischen Meer im Westen bis hin zum Prespasee im Osten für sich. In den meisten Gegenden aber lebten Griechen und Albaner, Christen und Muslime nebeneinander. Außerdem gab es eine Reihe von ethnischen Minderheiten: die im ganzen Land verbreiteten Walachen , die Türken in Ioannina, die große jüdische Gemeinde ebenda und schließlich die mazedonischen Slawen rings um Korça und den Prespasee. 1908 übernahmen die Jungtürken die Macht in Konstantinopel. Diese reformorientierte Bewegung hatte anfangs auch unter den Albanern in Epirus Anhänger, nicht zuletzt weil man sich Schutz vor dem anwachsenden bewaffneten Widerstand der Griechen versprach. Freischärler versuchten zu dieser Zeit einen Aufstand in Epirus anzuzetteln, um den Anschluss der Provinz an das griechische Mutterland zu beschleunigen. Als aber die Jungtürken im folgenden Jahr einen aggressiv nationalistischen Kurs einschlugen, gingen die Albaner zu ihnen auf Distanz. Geschwächt durch Aufstände in den meisten europäischen Provinzen und durch den Krieg in Libyen verloren das osmanische Militär und die Gendarmerie im Laufe des Jahres 1911 auch in Epirus zusehends die Kontrolle. In verschiedenen Regionen operierten griechische und albanische Freiheitskämpfer. Unter diesen Umständen benötigte die griechische Armee im Ersten Balkankrieg nur wenige Truppen für die Eroberung des Epirus. Nur weil der griechische Hauptstoß auf Thessaloniki gerichtet war, dauerte es längere Zeit, bis die Türken auch im Nordwesten endgültig besiegt wurden. Am 18. Oktober 1912 überschritten griechische Truppen bei Arta die Grenze und stießen nach Nordwesten vor. Am 14. November 1912 überquerte eine andere Abteilung den Zygos- bzw. Katarra-Pass im Pindosgebirge und nahm Metsovo ein. Knapp zwei Wochen später waren die Türken in Ioannina eingeschlossen. Im Norden hatten die Griechen Konitsa, Përmet, Erseka, Saranda, Himara und Gjirokastra bis Ende November bereits eingenommen. Im Dezember besetzten sie schließlich auch Korça. Im Gegensatz zu den Bündnispartnern ging die griechische Regierung im Herbst 1912 nicht auf die türkische Bitte um Waffenstillstand ein, sondern führte die Kämpfe in Epirus fort, zum einen um Ioannina zu erobern, zum anderen um gegen die albanischen Rebellen vorzugehen. Gegen die Albaner wurde ein erbitterter Kleinkrieg geführt, an dem auch viele Freiwillige aus der Region teilnahmen. Griechen und Albaner brannten sich gegenseitig die Dörfer ab, zerstörten Kirchen und Moscheen und vertrieben die Bevölkerung. Die griechischen Freischärler waren dabei, dank der Rückendeckung durch die Armee, deutlich erfolgreicher. So wurden während des Balkankrieges und der mit kurzer Unterbrechung bis 1916 währenden Besatzungszeit die meisten Bektaschi-Tekkes von griechischen Extremisten geplündert und zerstört. Die Kämpfe gegen die osmanische Armee fanden im Frühling 1913 ihr Ende. Nach einem erneuten Angriff kapitulierten die Türken in Ioannina am 6. März und 30.000 Soldaten gingen in Gefangenschaft. Die Londoner Botschafterkonferenz der sechs europäischen Großmächte konnte im Frühjahr 1913 keine Lösung für die staatliche Zugehörigkeit der epirotischen Gebiete finden und vertagte die Angelegenheit. Die gesamte Region blieb unter griechischer Besatzung. Im Herbst 1913 bereiste eine gemischte Kommission der Großmächte das Land, um die Grenze zwischen dem im Jahr zuvor unabhängig gewordenen Albanien und Griechenland festzulegen. Neben der ethnischen Zugehörigkeit der lokalen Bevölkerung spielten dabei auch strategische Überlegungen eine Rolle. Auf den Verlauf der wenigen Straßen musste Rücksicht genommen werden. Albanien sollte nicht zu klein werden und Italien wollte nicht, dass Griechenland die Meerenge von Korfu allein beherrschen konnte. Im Dezember unterzeichneten die Vertreter der sechs Mächte in Florenz ein Protokoll, in dem der Grenzverlauf definiert wurde. Die nach dem Tagungsort Florence-Line genannte albanisch-griechische Grenze blieb seitdem im Großen und Ganzen unverändert. Sie beginnt nahe dem Kap Stilos und verläuft zunächst in südöstlicher Richtung, erreicht bei Konispol den südlichsten Punkt und wendet sich dann Richtung Nordosten. Delviniki und Konitsa kamen zu Griechenland, Përmet zu Albanien, dann quert die Grenze den Berg Gramos, lässt Erseka auf der albanischen Seite und wendet sich beim Dorf Trestenik nach Norden. Nordöstlich von Bilisht quert sie den kleinen Prespasee und trifft schließlich bei Psarades auf den großen Prespasee. 6500 km² waren Albanien zugeschlagen worden und 7500 km² hatte Griechenland bekommen. Im Ergebnis einer Reise des griechischen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos nach Wien und Rom, wurde die Grenze Anfang Januar 1914 noch ein wenig zu Gunsten Griechenlands korrigiert. Am 21. Februar schließlich gab die griechische Regierung ihre offizielle Zustimmung zum Protokoll von Florenz, und im März räumte die griechische Armee Nord-Epirus. Die griechische Öffentlichkeit, die Politiker und insbesondere die Griechen in den an Albanien gefallenen Gebieten waren aber weit davon entfernt, die neue Grenze zu akzeptieren und arbeiteten auf eine Revision hin. Noch ehe der Rückzug der griechischen Armee begonnen hatte, hielten die Griechen in Arjirókastro eine Versammlung ab und erklärten Nord-Epirus zu einem unabhängigen Staat. Regierungschef wurde der ehemalige griechische Außenminister Georgios Christakis-Zografos. Er war wie der zum Außenminister ernannte Alexandros Karapanos ein enger Parteigänger von Eleftherios Venizelos. Die griechischen Bischöfe der Region unterstützten die nationale Widerstandsbewegung, drei von ihnen Vassileios von Dryinoupolis, Spyridon von Vellas und Konitsa sowie Germanos von Korytsa traten in die Regierung der Aufständischen ein. Die ihnen zu Gebote stehenden Bewaffneten rekrutierten sich nicht nur aus Einheimischen, vielmehr kamen auch viele Freiwillige aus anderen griechischen Regionen. Nach dem Rückzug der griechischen Armee herrschte permanenter Kleinkrieg zwischen den Griechen und Albanern, mit zahlreichen Überfällen und Massakern von beiden Seiten. Die machtlose albanische Regierung war nicht in der Lage, die Kontrolle über das Gebiet zu übernehmen. Die muslimische Opposition lastete das ungelöste Epirus-Problem dem deutschen Fürsten Albaniens, Wilhelm zu Wied, an und trug so dazu bei, dass dessen Herrschaft schnell unpopulär bei den Albanern wurde. Unter großem innenpolitischen Druck musste seine Regierung Ende April Verhandlungen mit Griechenland aufnehmen. Das im Mai 1914 unterzeichnete Protokoll von Korfu beließ Nord-Epirus zwar bei Albanien, gewährte den Griechen aber weitreichende Autonomie. Ihnen wurden sogar eigene Streitkräfte zugestanden. Damit wurde der status quo bestätigt: Die Souveränität Albaniens existierte nur auf dem Papier, die tatsächliche Macht hatten die Griechen. Die albanische Bevölkerung leistete dagegen weiter Widerstand. Der südliche Epirus wurde unmittelbar nach der Eroberung 1913 in den griechischen Staat integriert, so wurde unter anderem eine geordnete Verwaltung errichtet. Da sich Griechenland als unitarischer Nationalstaat begriff, begann man Druck auf die muslimisch-albanische Minderheit auszuüben, damit diese das Land verließe. In den ersten Jahren überfielen Gruppen von irregulären Bewaffneten Dörfer und terrorisierten die Einwohner. Wohlhabende muslimische Grundbesitzer wurden vollständig und entschädigungslos enteignet. Ohne Lebensgrundlage waren sie und ihre Familien dann gezwungen zu emigrieren. Hunderte junge Männer wurden auf die ägäischen Inseln deportiert. Die Behörden warfen ihnen vor, dass sie sich an Aufständen gegen die neue Staatsmacht beteiligt hatten. Bei den Verhandlungen um den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch im Jahr 1923, erreichte die griechische Regierung, dass die Türken sich auch zur Aufnahme von 5000 epirotischen Albanern bereit erklärten. Im Gegenzug wurden aus Kleinasien vertriebene Griechen in Epirus angesiedelt. 1926 erklärte Griechenland die Umsiedlungsprozesse für abgeschlossen. Erst jetzt erhielten die in Epirus verbliebenen Albaner die griechische Staatsbürgerschaft. Als der Erste Weltkrieg begann, zerfiel der ohnehin nur in Ansätzen ausgebildete albanische Staat. In dieser Situation ermunterte Großbritannien die griechische Regierung, Nord-Epirus erneut zu besetzen, um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Die Krieg führenden Mächte beider Seiten versprachen Nord-Epirus den noch neutralen Staaten als Gewinn, wenn sie in den Krieg eintreten würden. Außer Griechenland hatte auch Italien, das im östlichen Mittelmeerraum auf Expansionen aus war, Interesse an der Region. Zunächst aber marschierten im Oktober 1914 griechische Truppen wieder in Nord-Epirus ein. Im folgenden Jahr errang jedoch Italien diplomatische Vorteile in der albanisch-epirotischen Angelegenheit. Nach Abschluss des Londoner Vertrags, der den Italienern u. a. das Protektorat über Albanien zusicherte, trat Italien auf Seiten der Entente in den Krieg ein. Griechenland folgte erst im Sommer 1917. Im August 1916 marschierten italienische Einheiten von ihrer Basis Vlora aus nach Nordepirus und verdrängten dort die griechischen Truppen. Offizieller Grund dafür waren strategische Notwendigkeiten: Die Flanke der Salonikifront in Makedonien müsse gedeckt werden. Im Januar 1917 besetzten die Italiener noch Konitsa, Delvinaki und Sayada südlich der Florence Line, um die Straße ins französisch besetzte Korça zu kontrollieren. Tatsächlich sollten so Fakten für die Nachkriegsordnung geschaffen werden. Vor allem wollte man die griechische Kontrolle über die Meerenge von Korfu verhindern. Die Italiener ersetzten die griechische Zivilverwaltung durch Albaner und erlaubten diesen bewaffnete Polizeikräfte. Nach den Jahren der Unterdrückung durch die Griechen wurden jetzt die Bewohner griechischer Dörfer Opfer von Plünderung und Vertreibung durch die Albaner. Kurz vor Kriegsende im Herbst 1918 hatte die griechische Regierung den Verbündeten ihren Anspruch auf ganz Epirus bis zur Vjosa mitgeteilt und war auf starken Widerstand Italiens gestoßen, während Frankreich und Großbritannien geneigt waren, den griechischen Wünschen zu entsprechen. Auf der im Februar 1919 eröffneten Pariser Friedenskonferenz war Nord-Epirus nur ein Problem unter mehreren für die Griechen und gewiss nicht das wichtigste. Während der Verhandlungen zeigte sich, dass neben Italien auch die USA die griechischen Maximalforderungen ablehnten. Die Albaner waren offiziell nicht vertreten, weil sie zu der Zeit keine anerkannte Regierung hatten. Die Alliierten hörten aber eine albanische Delegation unter Turhan Pascha an. Die Epirusfrage blieb bis zum Rückzug der amerikanischen Delegation aus Paris im Herbst 1919 ungelöst. Durch innere Krisen geschwächt und vom militärischen Widerstand der Albaner zermürbt, gab Italien im folgenden Jahr seine Gebietsansprüche in Südalbanien auf. Griechenland fand sich zwei Jahre später nach der Niederlage in Kleinasien bereit, die Florence Line zu akzeptieren. Zu beiden Seiten der Grenze lebten auch nach dem Ersten Weltkrieg nationale Minderheiten, deren Behandlung durch die jeweilige Regierung wiederholt Anlass zu Spannungen zwischen Albanien und Griechenland gaben. Während Griechenland die Existenz einer albanischen Bevölkerungsgruppe offiziell nicht anerkannte und die Assimilation bzw. die Vertreibung forcierte, führte in Albanien die Gründung der eigenständigen albanischen orthodoxen Kirche zu neuen Schwierigkeiten für die griechische Bevölkerung. 1921 wurden die vier griechischstämmigen Bischöfe und viele Priester des Landes verwiesen. Unter der Diktatur Ahmet Zogus wurden dann ab 1928 die kirchlichen Schulen der Griechen geschlossen. 1939 wurde Nord-Epirus mit ganz Albanien vom faschistischen Italien besetzt. In der Region formierten sich im Oktober 1940 die italienischen Truppen zum Überfall auf Griechenland. Die Griechen konnten den Angriff zurückschlagen und es gelang ihnen, im Dezember 1940 bis nach Himara, Gjirokastra und Korça vorzustoßen. Nachdem Griechenland mit Hilfe der deutschen Wehrmacht im Mai 1941 besiegt worden war, kam Süd-Epirus unter italienisches Besatzungsregime. In den Siedlungsgebieten der Çamen wurde eine albanische Zivilverwaltung etabliert. Der Zweite Weltkrieg bedeutete für alle Bevölkerungsgruppen des Landes großes Leid und war mit wechselseitigen Verfolgungen und Grausamkeiten verbunden. Die italienischen und deutschen Besatzer nutzten die vorhandenen Nationalitätenkonflikte aus, um ihre Herrschaft zu stabilisieren. So begünstigten die Italiener Albaner und Aroumunen und gründeten Polizeieinheiten, die aus Angehörigen dieser Völker bestanden, um die Griechen niederzuhalten. Ein Teil der albanisch-muslimischen Bevölkerung kollaborierte aktiv mit den italienischen und deutschen Truppen und terrorisierte ab Juli 1942 die Zivilbevölkerung in Thesprotien. Die Deutschen waren für die Auslöschung der großen jüdischen Gemeinde von Ioannina verantwortlich, deren Angehörige sie im März 1944 in die Vernichtungslager deportierten. Die Gebirge von Epirus wurden bald ein Zentrum des antifaschistischen Widerstands. Der griechische Epirus war dabei die Hochburg der Widerstandsorganisation EDES und ELAS. Als die ehemals linksliberale und sozialistische Widerstandsbewegung EDES von Komninos Pyromaglou und General Nikolaos Plastiras unter der Führung von Napoleon Zervas mehr und mehr zu einem Sammelbecken royalistischer Kräfte wurde, kam es im Winter des Jahres 1943 zum Konflikt mit der ELAS. Im albanischen Teil gelang den kommunistischen Partisanen schon im Sommer 1943 die Befreiung der Region um Përmet. Nach der Befreiung im Herbst 1944 wurden die noch im südlichen Epirus lebenden ca. 20.000 muslimischen Albaner von griechischen Truppen nach Albanien vertrieben, weil man ihnen kollektiv Kollaboration mit den italienischen bzw. deutschen Besatzungstruppen vorwarf. Die vertriebenen Çamen versuchten sich in Albanien politisch zu organisieren, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen und die albanische Regierung forderte 1946 auf der Pariser Friedenskonferenz auch, ihnen die Rückkehr nach Griechenland zu gestatten. Da aber die albanischen Kommunisten ihre Genossen im Griechischen Bürgerkrieg unterstützten, war von Anfang an klar, dass sie kein Gehör bei den westlichen Alliierten und der griechischen Regierung finden würden. Die Flüchtlingsfrage wurde später wegen der eskalierenden Ost-West-Konfrontation einfach ignoriert. Seit 1946 war der griechische Epirus eines der wichtigsten Operationsgebiete der kommunistischen DSE im griechischen Bürgerkrieg. Hier konnte sie größere Landstriche unter ihre Kontrolle bringen. Im Rahmen der Komintern erhielt die DSE logistische Unterstützung aus Albanien. Der Bürgerkrieg endete im August 1949 mit einer Schlacht am Berg Gramos, in der die DSE die entscheidende Niederlage erlitt. Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1990 war die durch den Epirus verlaufende albanisch-griechische Grenze hermetisch geschlossen. Zwischen beiden Ländern herrschte wegen der Ereignisse im Griechischen Bürgerkrieg faktisch noch Kriegszustand. Auf der albanischen Seite war die Grenze scharf bewacht und auf Menschen, die der stalinistischen Gewaltherrschaft zu entfliehen suchten, wurde geschossen. Die Zahl der Opfer ist bis heute unbekannt. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes verließen zehntausende Menschen wegen der desolaten Wirtschaftslage Albanien und ließen sich in Griechenland nieder. |
2024-12-03 14:30:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schmidt_Verlag | Der Verlag Dr. Otto Schmidt KG ist ein juristischer Fachverlag mit Sitz in Köln, der heute vor allem auf das Gesellschafts- und Steuerrecht spezialisiert ist. Otto Schmidt gründete – zunächst als Einzelunternehmen – am 15. Oktober 1905 die Interessengemeinschaft „Centrale für Gesellschaften mit beschränkter Haftung Dr. Otto Schmidt“. 1919 wird die Firmenbezeichnung um den Zusatz Verlag Dr. Otto Schmidt erweitert. Seit 1940 ist der Verlag eine Kommanditgesellschaft. Otto Schmidt der Ältere gründete den Verlag 1905 und leitete ihn bis 1945. Danach war Otto Schmidt der Jüngere von 1929 bis 1944 Syndicus und Generalbevollmächtigter. Nach dem Tod von Otto Schmidt dem Älteren übernahm Helmut Simons bis 1973 die Verlagsleitung. Das Amt des Prokuristen und persönlich haftenden Gesellschafters wurde von 1958 bis 1994 an Hans-Martin Schmidt übergeben. Diese Position hatte Karl-Peter Winters von 1991 bis 2010 inne. Seit dem 1. Juli 2010 ist Felix Hey persönlich haftender Gesellschafter. Die Anwalt-Suchservice Verlag Dr. Otto Schmidt GmbH wurde 1989 von Anwälten in Frankfurt am Main gegründet und vier Jahre später vom Verlag Dr. Otto Schmidt übernommen. Der Suchdienst ist der älteste Anwaltsuchdienst in Deutschland. Bis zur Einführung der Anwaltsuchemaschine 1999 wurden die Kunden telefonisch beraten. Seit der Einführung der Online-Suchmaschine betreibt der Suchdienst auch die Portale Anwaltsuche.de und Fachanwaltsuche.de . |
2024-12-04 11:06:37 | https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_N._Holcombe | Arthur Norman Holcombe war ein US-amerikanischer Historiker und Politikwissenschaftler, der 1935/36 als Präsident der American Political Science Association amtierte. Zu diesem Zeitpunkt war er Professor an der Harvard University. Holcombe machte seinen Bachelor-Abschluss 1906 an der Harvard University, wo er 1909 zum Ph.D. promoviert wurde und danach für Jahrzehnte als Professor lehrte. 1955 ging er in den Ruhestand. Zu seinen Schülern zählten Henry A. Kissinger und Henry Cabot Lodge junior. 1949 hatte er Chiang Kai-shek bei der Formulierung einer Verfassung für die Republik China beraten. 1927 wurde Holcombe in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1951 wurde er für sein Buch Our More Perfect Union mit dem Bancroft-Preis ausgezeichnet. |
2024-12-04 00:18:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kabinett_Cals | Das Kabinett Cals bildete vom 14. April 1965 bis 22. November 1966 die Regierung der Niederlande. Es handelte sich um eine Koalition aus den christdemokratischen Parteien KVP und ARP und der sozialdemokratischen PvdA. Von 1848 bis 1940: Schimmelpenninck | De Kempenaer/Donker Curtius | Thorbecke I | Van Hall/Donker Curtius | Van der Brugghen | Rochussen | Van Hall/Van Heemstra | Van Zuylen van Nijevelt/Van Heemstra | Thorbecke II | Fransen van de Putte | Van Zuylen van Nijevelt | Van Bosse/Fock | Thorbecke III | De Vries/Fransen van de Putte | Heemskerk/Van Lynden van Sandenburg | Kappeyne van de Coppello | Van Lynden van Sandenburg | Heemskerk Azn. | Mackay | Van Tienhoven | Röell | Pierson | Kuyper | De Meester | Heemskerk | Cort van der Linden | Ruijs de Beerenbrouck I | Ruijs de Beerenbrouck II | Colijn I | De Geer I | Ruijs de Beerenbrouck III | Colijn II | Colijn III | Colijn IV | Colijn V | De Geer II Londoner Kabinette 1940–1945: De Geer II | Gerbrandy I | Gerbrandy II | Gerbrandy III Seit 1945: Schermerhorn/Drees | Beel I | Drees/Van Schaik | Drees I | Drees II | Drees III | Beel II | De Quay | Marijnen | Cals | Zijlstra | De Jong | Biesheuvel | Den Uyl | Van Agt I | Van Agt II | Van Agt III | Lubbers I | Lubbers II | Lubbers III | Kok I | Kok II | Balkenende I | Balkenende II | Balkenende III | Balkenende IV | Rutte I | Rutte II | Rutte III | Rutte IV | Schoof |
2024-11-30 18:49:38 | https://de.wikipedia.org/wiki/Pluggable_Authentication_Modules | Pluggable Authentication Modules ist eine Programmierschnittstelle , die es Programmen ermöglicht, Benutzer über konfigurierbare Module zu authentifizieren. PAM wurde 1995 von Vipin Samar und Charlie Lai bei Sun Microsystems entwickelt und seitdem nicht wesentlich verändert. 1997 veröffentlichte die Open Group eine vorläufige Spezifikation namens X/Open Single Sign-on Service . PAM steht inzwischen auf AIX, HP-UX, Solaris, Linux, FreeBSD, NetBSD, macOS und DragonFly BSD zur Verfügung. Statt die Einzelheiten der Authentisierung in jeder Applikation neu zu formulieren, bietet die PAM-API einen standardisierten Dienst in Form von Modulen an. In einer Konfigurationsdatei kann der Systemadministrator die Authentisierungsmodule einzelnen Diensten zuordnen, ohne dafür die Software, die diese Dienste realisiert, neu kompilieren zu müssen. PAM wird in der Praxis häufig dafür eingesetzt, verschiedenste Serverdienste wie SSH und FTP mit nur einem Authentisierungsdienst zu verbinden. Dies ermöglicht die zentrale Speicherung der Anmeldedaten dieser Dienste. Wird das Passwort an der zentralen Stelle geändert, kann man sich bei allen Diensten direkt mit dem neuen, zentral gespeicherten, Passwort anmelden. Getrennte Passwortdatenbanken für einzelne Dienste sind nicht notwendig. |
2024-11-23 13:22:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Clyde_Emrich | Clyde Bryan Emrich war ein US-amerikanischer Gewichtheber. Emrich wuchs in Pittsburgh als Sohn eines deutschstämmigen Vaters und einer frankokanadischen Mutter auf. Als Kind spielte er zusammen mit den Jungen aus der Nachbarschaft Baseball, Football, rang im Schulteam und begann mit selbstgebauten Hanteln Bodybuilding und Gewichtheben zu üben. Mit 15 Jahren widmete er sich ernsthaft dem Training des Gewichthebens. Seine ersten Anleitungen dazu entnahm er der Kraftsportzeitschrift Strength & Health. Später arbeitete er nach Plänen von Norbert Schemansky und trainierte in einem YMCA-Club in Chicago. 1952 qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele in Helsinki. Dort wurde er mit 397,5 kg im olympischen Dreikampf Achter. 1953 verbrachte er zusammen mit Thomas Kono seine Militärzeit in Deutschland und zeigte dabei bei mehreren Starts u. a. in Mannheim und Ludwigshafen am Rhein sein Können. Allerdings konnte er im Gegensatz zu dem prominenten Olympiasieger Kono nicht an den US-Meisterschaften und Weltmeisterschaften des Jahres 1953 teilnehmen. 1954 und 1955 gewann er bei den Weltmeisterschaften jeweils Medaillen. 1957 gelang ihm ein Weltrekord im beidarmigen Stoßen. Mit 409 lbs. übertraf er dabei die für amerikanische Gewichtheber magische Grenze von 400 lbs. In den folgenden Jahren war er häufig verletzt oder er bekam keinen Urlaub, so dass er zu keinen weiteren Starts bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften kam, obwohl er bis 1966 Jahr für Jahr noch gute Leistungen erzielte. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn widmete er sich in YMCA-Clubs als Trainer 24 Jahre lang der Jugend, trainierte aber u. a. auch die Spieler des Footballteams Chicago Bears. im beidarmigen Stoßen: |
2024-12-02 01:36:00 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bobtail_(Begriffskl%C3%A4rung) | Bobtail beschrieb folgende Hunde- und Katzenrassen: |
2024-12-03 16:48:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Salima_aus_Kaschmir | Salima aus Kaschmir ist der Titel eines Fotobuches der schwedischen Schriftstellerin Vera Forsberg mit Fotos von Anna Riwkin-Brick. 1970 erschien das Buch bei Rabén & Sjögren als fünfzehntes und letztes Buch in der Reihe Kinder unserer Erde, für die auch Autorinnen wie Astrid Lindgren, Leah Goldberg, Elly Jannes, Eugénie Söderberg und Cordelia Edvardson die Texte beisteuerten. Ein Jahr später brachte der Oetinger Verlag das Buch auch in Deutschland heraus. Salima lebt in Srinagar, der größten Stadt in Kaschmir auf einem Hausboot. Nazir ist Salmias jüngerer Bruder und geht zur Schule, während Salima als Mädchen zu Hause bleiben und sich um die jüngere Schwester kümmern soll. Eines Tages kommt ein Mädchen in Nazirs Klasse. Nazir möchte, dass auch Salima zur Schule gehen kann. Allerdings sagt ihm sein Lehrer, dass zunächst sein Vater und Großvater einwilligen müssen, damit Salima zur Schule kommen darf. Nazir will sich bei seinem Großvater dafür einsetzen, doch dieser lacht nur und meint das sei eine seltsame Idee. Salima müsse zu Hause noch genug lernen. Salima will nun ihrem Großvater beweisen, dass sie sehr schlau ist und deshalb auch zur Schule gehen kann. Sie hilft ihrer Mutter, wo sie nur kann. Als Salimas Großvater Nazirs Lehrer trifft und der ihm rät Salima zur Schule gehen zu lassen, willigt der Großvater ein. Salima ist überglücklich. Nach einiger Zeit kann sie bereits lesen, rechnen und schreiben und liest ihrem Großvater eine Zeitung vor. Salima aus Kaschmir ist das letzte Buch der Buchreihe Kinder unserer Erde. 1969 reiste die Fotografin Anna Riwkin-Brick nach Kaschmir, um Fotos für das Buch zu machen. Vera Forsberg schrieb später den Text zu den Fotos. Das Buch wurde in viele Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Hebräisch, Norwegisch und Deutsch. In Israel war die Serie Kinder unserer Erde, zu der auch Salima aus Kaschmir gehört, ein großer Erfolg. Letzterer basierte auch auf den Übersetzungen der Dichterin Leah Goldberg. Im Jahr 2017 drehte die israelische Regisseurin Dvorit Shargal einen 50-minütigen Dokumentarfilm mit dem Titel Where is Elle Kari and what happened to Noriko-san?, der sich mit einigen Büchern der Reihe beschäftigt. Der Film führte dazu, dass neun Geschichten der Kinder unserer Erde Reihe in Israel neu aufgelegt wurden, darunter auch Salima aus Kaschmir. Vinayak Razdan lobt die Fotos von Anna Riwkin-Brick. Er meint, dass das freundliche Lächeln der Kinder in dem Buch, den Betrachter in seinen Bann ziehe. Es zeige eine unglaubliche Schönheit und Unschuld. Meena Khorana meint, dass der Leser sich gut in das Leben von Salima hineinversetzen könne. Besonders interessant sei es für den Betrachter von Salimas Wunsch zu lesen mit der Tradition zu brechen und auch als Mädchen zur Schule gehen zu können. Die Schönheit des Srinagartals und seiner Bewohner werde durch die vielen Fotos festgehalten. Elisabeth Wesseling lobte die hohe künstlerische Qualität des Buches. |
2024-11-23 20:06:47 | https://de.wikipedia.org/wiki/Orgasmustheorie | Orgon ist der Name einer von Wilhelm Reich behaupteten universalen Energie. Reich glaubte, sie Ende der 1930er Jahre an einer von ihm so genannten Bionkultur entdeckt zu haben. Für die Existenz einer solchen Energie gibt es keine wissenschaftlich anerkannten Nachweise. Reich entwickelte auf der Grundlage seiner Orgon-Hypothese eine „Orgontherapie“ und die als Pseudowissenschaft geltende „Orgonomie“, mit der er die Wirkung der Orgonenergie auch in Bereichen wie Mikrobiologie, Physik und Meteorologie nachzuweisen suchte. Vor seiner behaupteten „Entdeckung des Orgons“ war Reich, der nach seiner Promotion zum Dr. med. in Wien unter Wagner-Jauregg zum Psychiater ausgebildet worden war, zwei Jahrzehnte als Psychoanalytiker tätig. In Weiterführung von Freuds Libidotheorie hatte Reich als Kriterium für eine erfolgreich abgeschlossene Psychoanalyse das Erreichen der orgastischen Potenz vorgeschlagen. Aus therapeutischen Techniken, die geeignet waren, die Widerstände des Patienten gegen das Erreichen dieses Therapieziels zu überwinden , hatte er die Charakteranalyse entwickelt und – nach seinem durch Freud veranlassten Ausschluss aus allen psychoanalytischen Vereinigungen 1934 – durch Einbeziehung körperlicher Prozesse zur so genannten Vegetotherapie weiterentwickelt. Dabei hatte er u. a. an das von dem damals berühmten Mediziner Friedrich Kraus entwickelte Konzept der „vegetativen Strömung“ angeschlossen. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung stellt die „Orgontherapie“ dar. Freuds Annahme zur Libido war, dass die primäre Funktion des „Neuronensystems“ sei, Energie unverzüglich und vollständig zur Abfuhr zu bringen und die sekundäre Funktion, Energie in bestimmten Neuronen und Neuronensystemen zu speichern. Freud ging davon aus, dass Störungen der Psyche durch Verhinderung der freien Entladung dieser libidinösen Energie in der Kindheit entstünden, z. B. durch moralische Verbote bestimmter lustvoll besetzter Handlungen, überbehütendes oder übermäßig strenges Verhalten der Eltern etc. Auf diesem Konzept baute Reich seine Theorie der orgastischen Potenz auf. Reich war in seiner klinischen Arbeit mit seinen Patienten zu dem Schluss gekommen, dass Neurotiker generell eine sexuelle Störung im Erleben des Orgasmus hätten. Er definierte solch eine Orgasmusstörung nicht wie die medizinische Forschung als Beeinträchtigung der Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, sondern eher anhand der Empfindungsfähigkeit beim gesamten Geschlechtsakt. In einer Rede vor dem Psychoanalytischen Kongress in Salzburg beschrieb er die orgastische Potenz als die Fähigkeit, sich „den Strömen der biologischen Energie ohne Hemmung hinzugeben“, die Fähigkeit „zur vollständigen Entladung aller aufgestauten Sexualerregung durch unwillkürliche, lustvolle Kontraktionen des Körpers.“ So ging er zum Beispiel davon aus, dass ein Mann, der zwar eine Erektion haben kann, aber während des Geschlechtsakts keine „tiefen“ Empfindungen hat, durch Gedanken übermäßig abgelenkt wird bzw. sich selbst ablenkt oder allzu sehr bemüht ist, „gut“ zu sein, und dann beim Orgasmus nur ein mehr oder minder kurzes „Aufflammen“ der Befriedigung erlebt, keine volle orgastische Potenz erreiche. Die „orgastische Impotenz“ – die Unfähigkeit zur vollständigen Energieabfuhr – bewirkt laut Reich eine Stauung der Libido, die je nach Ausmaß zu neurotischen Störungen führen kann. Auf der Grundlage seiner Arbeit im „Wiener Seminar für Psychoanalytische Therapie“ kam Reich zu einer von der Freudschen Analyse abweichenden Erklärung der Phänomene Widerstand und Übertragung. Nach Reich ist der Widerstand eines Patienten durch dessen „Körperpanzerung“ verursacht. So reagiere jeder Patient gemäß seiner Körperpanzerung auf die Therapie mit einer spezifischen Abwehr, die unterschiedliche Formen annehmen kann. Diese individuelle Organisation der Abwehrmuster nannte Reich den „Charakterpanzer“. Er ging davon aus, dass der Charakterpanzer das Resultat der erstarrten Lebensgeschichte eines Menschen ist, also „die funktionelle Summe aller vergangenen Ereignisse“. Hierbei wies Reich, ebenso wie Freud, den Erlebnissen der frühen Kindheit eine entscheidende Rolle zu. Nach Reich sind dabei Zeitpunkt und Intensität der Konflikte, ihre Art , das Verhältnis zwischen Triebbefriedigung und Frustration, das Ausmaß der Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil und die Widersprüche im versagenden Verhalten des Elternteils wichtige Einflussgrößen für die Ausbildung der Charakterpanzerung. Durch die Wechselwirkung dieser Faktoren kann es zu einem breiten Spektrum unterschiedlicher neurotischer Charakterstrukturen kommen. Reich unterscheidet folgende Haupttypen: In den Arbeiten Alexander Lowens, die stark auf Reich aufbauen, sind diese Haupttypen noch um den schizoiden und oralen Charaktertypus erweitert worden . In seinen weiteren klinischen Arbeiten beobachtete Reich, dass sich eine bestimmte Charakterpanzerung auch physisch in ebenso typischen muskulären Spannungen manifestiert. Aus dieser Erkenntnis entwickelte er die Vegetotherapie: Schon ab 1934 fasste Reich die Charakterpanzerung nicht mehr nur als rein psychische Panzerung auf, sondern ging davon aus, dass diese sich zugleich in einer „muskulären Panzerung“ äußert. Die Neurose äußert sich damit auch als chronische Störung der Beweglichkeit und des vegetativen Gleichgewichts. Psychische und somatische Erscheinungen werden als Aspekte einer Ganzheit gesehen. Reich übernahm das zugrunde liegende Konzept der „vegetativen Strömung“ von einem der damals führenden, gleichwohl umstrittenen Physiologen Friedrich Kraus. Für Reich bilden physische Spannung und Entspannung die Grundlage für das Verständnis aller Lebensprozesse. Die „Lebensformel“ besteht sozusagen aus einem Viertakt: Mechanische Spannung – bioelektrische Ladung – bioelektrische Entladung – mechanische Entspannung. Obwohl Reich die Wichtigkeit dieses Viertaktes immer wieder betont, bleiben in seinen Werken „Expansion und Kontraktion “ als „Urgegensätze vegetativen Lebens“ ebenfalls relevant. Lust und Angst sind demnach als gegensätzliche Manifestationen desselben Mechanismus zu verstehen. Reich brachte diese Vorstellung mit der Reaktion des Organismus auf Acetylcholin oder Adrenalin in Verbindung. Angst führe demnach zu einer Kontraktion der Muskeln, Lust zu einer Weitung/Entspannung. Die Verkrampfung der Muskulatur sei körperliche Folge des Verdrängungsprozesses sowie die Grundlage seiner Aufrechterhaltung. Reich betont, dass nie einzelne Muskeln, sondern immer Muskelgruppen, die einer bestimmten Funktionseinheit angehören, in Spannung geraten und die Struktur des Muskelpanzers und den Körperausdruck bestimmen. Er nennt beispielsweise den „hart-näckigen“ Widerstand als Veranschaulichung. Reich unterteilt die Muskelpanzerung funktionell in sieben Segmente: das okuläre , orale , zervikale , thorakale , diaphragmatische , abdominale und pelvikale Segment. Diese Einteilung ist nicht strukturell zu verstehen, sondern wurde nach den Gründen der Verspannung und ihrer Auswirkungen in diesen Bereichen vorgenommen. Diese Annahmen waren ein Bruch mit dem klassischen, auf sprachliche Kommunikation beschränkten psychoanalytischen Behandlungsverfahren und führten zur Ausbildung körpertherapeutischer Methoden. Reich begann direkt am Körper des Patienten zu arbeiten. Dabei entwickelte er verschiedene Formen der physischen Intervention zur Beeinflussung der Muskelverspannung und der Atmung. Diese von Reich als Vegetotherapie bezeichnete Therapiemethode kann also als eine Kombination aus Charakteranalyse und Körperarbeit verstanden werden. Reich beobachtete an seinen Patienten, dass es häufig bei der Bearbeitung der Muskulatur zu plötzlichen affektiven Ausbrüchen kommt, die Erinnerungen hervorbringen können. Dies wurde später auch von anderen körpertherapeutisch Arbeitenden bestätigt . Diese körpertherapeutischen Ansätze Reichs haben sich heute in vielen Therapieformen etabliert. Parallel zur Weiterentwicklung seiner Therapiemethode begann Reich ab 1934 im Osloer Exil mit experimenteller Laborarbeit. Seit seiner Studienzeit war Reich an den akademischen Naturwissenschaften interessiert und hatte die Entwicklung vor allem der Biologie verfolgt, speziell in Hinblick auf Erkenntnisse zur Sexualität, die in der Psychoanalyse eine zentrale Rolle spielt. Im Jahre 1934 sah er sich aufgrund seiner theoretischen Studien der Arbeiten des Zoologen und Naturphilosophen Max Hartmann, der Mediziner Ludwig Robert Müller und Friedrich Kraus und anderer herausgefordert, eine Synthese ihrer Arbeiten mit seinen Ideen zu versuchen. Dazu sah er eigene experimentelle Arbeit für erforderlich an. Nachdem Versuche, diese zusammen mit Universitätsinstituten durchzuführen, gescheitert waren, richtete er sich ein eigenes Labor ein. Dies war mit Lichtmikroskopen, einer Mikrofilmapparatur und einer Reihe von elektrischen Geräten und Instrumenten ausgestattet. Reichs Experimente waren zum einen elektrophysiologische, deren Ergebnisse er in zwei Abhandlungen mitteilte; zum anderen mikrobiologische, die er 1938 in dem Buch Die Bione veröffentlichte. Als Bione bezeichnete er von ihm beobachtete mikroskopische Gebilde, die er als „Energiebläschen, die Übergangsstufen zwischen der leblosen und lebenden Substanz darstellen“, interpretierte. Sie entstünden „ständig in der Natur durch einen Auflösungsprozess anorganischer und organischer Materie, der sich experimentell nachvollziehen“ lasse. Zunächst versuchte Reich, die von ihm beobachteten mikroskopischen Gebilde mittels der ihm bekannten physikalischen Theorien, speziell des Elektromagnetismus, zu interpretieren. Nachdem ihm dies für wesentliche Teile seiner Versuchsreihen nicht gelang, postulierte er die Existenz einer spezifisch biologischen Energie, der er den Namen „Orgon“ gab. Die akademische Wissenschaft hat sich mit Reichs Orgon-Arbeiten nur ganz am Rande befasst . Im Sommer 1939 war Reich davon überzeugt, dass eine aus Meeressand gewonnene „Bion-Kultur“ sich derart „energetisch“ aufgeladen habe, dass sie an einem statischen Elektroskop einen Ausschlag produziere. Reich setzte seine Beobachtung am Meeressand in Beziehung zu eigenen Beobachtungen am Menschen. Vegetativ nicht gestörte Menschen erwirkten, so Reich, am stärksten vom Bauch und den Genitalien her, dass Gummi und Watte sich in derselben Weise energetisch aufluden, dass nach etwa 15 bis 20 Minuten Beeinflussung am statischen Elektroskop ein Ausschlag erfolge. Anfangs war er davon überzeugt, dass der Sand, aus dem diese „Bione“ durch Glühen und Quellung entstünden, erstarrte Sonnenenergie sei. Es war für Reich daher naheliegend, Gummi und Watte der grellen Sonnenstrahlung auszusetzen, wobei sie vorher am Elektroskop keinen Ausschlag erzeugten, wohl aber nach dem Lagern in der Sonne. Verschiedene weitere Versuche hatten ihn aber zu der Annahme veranlasst, dass es sich bei der Energie, mit der er es zu tun habe, nicht um eine der bekannten physikalischen Arten von Energie handele. Reich nannte diese Energie ‚Orgon‘. Er behauptete, dass sie außer am pflanzlichen und tierischen Organismus auch im Erdboden, in der Atmosphäre und visuell, thermisch sowie elektroskopisch nachweisbar sei. Reich postulierte, dass Orgonenergie prinzipiell alle Arten von Materie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durchdringe und es demnach nicht möglich sei, einen völlig orgonfreien Raum zu schaffen, wohl aber Orte mit verschiedener Orgonkonzentration. Ein Versuch Reichs, Strahlung der „Sandbione“ in einem Kasten aus Stahlblech , der mit anorganischem Material umkleidet war, zu isolieren, überzeugte ihn davon, dass sich Orgonenergie aus der Atmosphäre darin akkumuliert habe, d. h. in höherer Konzentration als außerhalb vorhanden sei. Dieser Kasten war der Prototyp des sogenannten „Orgonakkumulators“, der später in verschiedenen Abmessungen gebaut wurde. Reich war der Meinung, dass organische Materie auf Kohlenstoffbasis Orgonenergie anziehe und langsam wieder abstrahle, Metall sie dagegen rasch weitergebe bzw. reflektiere. Reich meinte, eine höhere Konzentration von Orgon zu erreichen, wenn er einen Akkumulator mit mehreren Doppelschichten benutzte. Laut Reich hängt die Orgonakkumulation von verschiedenen Faktoren ab: Als Folge von Orgonakkumulation behauptete Reich folgende Phänomene: Reich war davon überzeugt, in seinem „ORANUR-Experiment“ die Wirkung von physikalischer Radioaktivität auf die Orgonenergie und umgekehrt untersucht zu haben. Dazu wurde ein Radiumpräparat in einen Orgonakkumulator eingebracht. Reich war der Meinung, hierbei eine „Erhöhung der Hintergrundstrahlung“ festgestellt zu haben. Das „Radium im Orgonakkumulator“ erziele „durch eine Bleiabschirmung hindurch eine höhere Impulsfrequenz, als sie in einiger Entfernung vom Akkumulator ohne Bleiabschirmung gemessen“ worden sei, und die „Atmosphäre im Orgonraum, im Akkumulator und im gesamten Umkreis des Laboratoriums“ habe sich aufgeladen. In der Folge postulierte Reich zusätzlich die Existenz einer „Tödlichen Orgonenergie“ zur Erklärung negativer Wirkungen auf die Atmosphäre und lebende Organismen. Reich erweiterte nach der „Entdeckung des Orgons“ die Vegetotherapie zur Orgontherapie, bei der zusätzlich zu den psychoanalytischen und vegetotherapeutischen Elementen der Therapiemethode auch Geräte wie der Orgonakkumulator und der „DOR-Buster“ zur Anwendung kamen. Am Therapieziel der Erreichung der „orgastischen Potenz“ hielt Reich fest. Der erste Kritiker des Orgon-Konzepts, Albert Einstein, war nicht von sich aus interessiert. Reich bat ihn am 30. Dezember 1940 brieflich um eine Unterredung „in einer wissenschaftlich schwierigen und drängenden Angelegenheit.“ Das daraufhin vereinbarte Treffen am 13. Januar 1941 führte dazu, dass Einstein sich von Reich einen Orgonakkumulator zustellen ließ, um selbst an ihm Reichs Behauptungen zu überprüfen. Die subjektiven Lichterscheinungen ließ Einstein außer Acht, um sich „ganz auf das Temperaturphänomen“, eine gemessene höhere Temperatur im Innern des Orgonakkumulators bei Fehlen einer Wärmequelle, zu konzentrieren. Einstein bestätigte zwar die Temperaturdifferenz, konnte sie aber auf naturwissenschaftlicher Basis mittels der thermischen Konvektion erklären. Die Reich’sche „Orgonhypothese“ nannte Einstein eine Illusion. Er teilte dies Reich brieflich am 7. Februar 1941 mit, indem er mit den Worten schloss: „Ich hoffe, dass dies ihre Skepsis entwickeln wird, dass Sie sich nicht durch eine an sich verständliche Illusion trügen lassen.“ Da Einstein seine Interpretation nicht direkt im ersten, mehrstündigen Gespräch gegeben und sich die Mühe eigener Experimente gemacht hatte, fühlte Reich sich zu einer „fachlichen“ Fortsetzung der Diskussion ermutigt. Er schrieb am 20. Februar 1941 einen langen Brief an Einstein, in dem er Argumente gegen Einsteins Interpretation vorbrachte und variierte Experimentalanordnungen sowie zahlreiche technische Details erörterte. Auf diesen Brief antwortete Einstein nicht mehr. Von wissenschaftlicher Seite wird die Orgontheorie den Pseudowissenschaften zugerechnet. Kritik an Reichs Theorie kam nicht nur aus der akademischen Naturwissenschaft, sondern auch von Protagonisten des New Age. Autoren wie Ken Wilber, Theodore Roszak und Morris Berman warfen Reich „rigiden Szientismus“ vor, andere hingegen, etwa Fritjof Capra, begrüßten ihn als einen „Vorkämpfer des Paradigmenwechsels“. Forschungen zum Orgonakkumulator wurden danach meist von Personen durchgeführt, die zwar eine akademische Ausbildung hatten, aber nicht im Rahmen akademischer Institutionen tätig waren . Die 1982 gegründete Vereinigung Institute for Orgonomic Science in New York widmet sich der Fortsetzung von Reichs Arbeit, gibt eine digitale Zeitschrift dazu heraus und sammelt entsprechende Arbeiten. In den Jahren 1990 bis 1994 lief ein Projekt zum Thema Lebensenergieforschung an der Abteilung für Naturheilkunde, Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin. Schwerpunkt war die Evaluation der Orgon-Theorie. Dazu wurden die biophysikalischen Theorien und Experimente von Reich durch messtechnischen Nachvollzug und Analyse der gesamten Literatur untersucht. Im baugleichen Nachvollzug der Experimente konnten tatsächlich dieselben Phänomene beobachtet werden, wie sie von Reich beschrieben wurden. Die Analyse der Versuchsdesigns und der Einsatz moderner Messtechnik zeigten jedoch, dass alle auftretenden Phänomene durch klassische physikalische Effekte erklärbar sind. Ein Hinweis auf eine spezifische Lebensenergie konnte nicht gefunden werden. |
2024-11-22 17:53:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/Jared_Leto | Jared Joseph Leto ist ein US-amerikanischer Schauspieler sowie Sänger, Gitarrist und Songwriter der Musikgruppe Thirty Seconds to Mars. Für die Rolle der transgeschlechtlichen Rayon im Drama Dallas Buyers Club erhielt er 2014 den Oscar als bester Nebendarsteller. Leto wuchs unter anderem auf Haiti und in Colorado auf. An der Emerson Preparatory School in Washington, D.C. machte er 1989 seinen Abschluss. Anschließend studierte er an der University of the Arts in Philadelphia und ging danach an die School of Visual Arts in New York. Von 1999 bis 2003 war er mit der Schauspielerin Cameron Diaz liiert. 2011 stand Leto als Model für Hugo Boss vor der Kamera, 2016 für Gucci. 1992 zog er nach Los Angeles. Er schaffte seinen Durchbruch als Schauspieler mit der Fernsehserie Willkommen im Leben , bei der er von 1994 bis 1995 in 19 Folgen mitspielte. Danach spielte er Rollen in größeren Filmproduktionen, darunter auch Nebenrollen in Filmen wie Der schmale Grat, Fight Club oder American Psycho. Größere Beachtung fand er erst im Jahr 2000 durch seine Darstellung eines Heroinsüchtigen im Film Requiem for a Dream. Rollen in Produktionen wie Alexander von Oliver Stone und Panic Room von David Fincher folgten. In dem Film Lord of War – Händler des Todes spielte er 2005 Vitaly Orlov, den Bruder des Waffenhändlers Yuri Orlov . Für seine Rolle als Mark David Chapman, den Mörder John Lennons, in dem Film Chapter 27 – Die Ermordung des John Lennon nahm Leto ca. 28 Kilogramm an Körpergewicht zu. Nach dem Ende der Dreharbeiten hungerte er sich dieses Übergewicht binnen kürzester Zeit wieder herunter. Nach der zweijährigen Tour mit seiner Band begann Leto Ende 2012 die Dreharbeiten zu dem Film Dallas Buyers Club. Jared Leto spielte – an der Seite von Matthew McConaughey als Ron Woodroof – die transgeschlechtliche Rayon. Für diese Rolle nahm er ca. 18 Kilogramm ab. Die Darstellung von Rayon brachte Leto den New York Film Critics Circle Award, den Golden Globe Award, den Screen Actors Guild Award sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen als Bester Nebendarsteller ein. Außerdem erhielt er in dieser Kategorie einen Oscar. Seine Darstellungen in den Filmen House of Gucci und Morbius brachten ihm jeweils Auszeichnungen des Negativpreises Goldene Himbeere ein. Leto übernahm in der im August 2016 erschienenen Comic-Verfilmung Suicide Squad die Rolle des Jokers. Diese Rolle nahm er 2021 in Zack Snyder’s Justice League wieder auf. Im Science-Fiction-Film Blade Runner 2049 und dem dazugehörigen Kurzfilm 2036: Nexus Dawn stellte er den Unternehmer Niander Wallace dar. 1998 gründete Jared Leto zusammen mit seinem Bruder Shannon Leto die Alternative-Rock-Band Thirty Seconds to Mars. In dieser Musikgruppe wirkt Jared Leto von Beginn an als Sänger und Rhythmus-Gitarrist mit und ist für einen Großteil der Texte und Musik verantwortlich. Das zweite Album A Beautiful Lie erwies sich als Verkaufsschlager, zahlreiche Festivalauftritte und Auszeichnungen folgten. Leto übernahm auch für einige Musikvideos seiner Band die Rolle des Regisseurs, für die er die Pseudonyme Angakok Panipaq oder Bartholomew Cubbins verwendete. Er legt großen Wert darauf, dass seine Musikgruppe nicht mit seiner Popularität als Schauspieler in Verbindung gebracht oder beworben wird, sondern nur aufgrund ihrer eigenen Qualität. 2013 kam das vierte Album Love, Lust, Faith + Dreams heraus. Das fünfte Album America folgte im April 2018, mit dem Hit Walk on Water. Weitere fünf Jahre später erschien im September 2023 das Album It’s the End of the World but It’s a Beautiful Day. Oscar Golden Globe Award New York Film Critics Circle Award Screen Actors Guild Award Critics’ Choice Movie Awards Independent Spirit Award Chicago Film Critics Association Goldene Himbeere Dieser Artikel ist als Audiodatei verfügbar: Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia |
2024-12-03 17:18:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Daniela_Demko | Daniela Demko ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin an der Universität Leipzig. Demko studierte von 1990 bis 1995 Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam. Anschließend nahm sie im Land Brandenburg die Referendarausbildung auf, unterbrach diese 1996 jedoch wieder, um an der Universität Saarbrücken einen LL.M.-Studiengang zu absolvieren. Diesen schloss sie 1997 mit dem Erwerb des Titels Master of European Laws ab. Anschließend arbeitete Demko als wissenschaftliche Hilfskraft am Potsdamer Lehrstuhl von Georg Küpper, wo sie 2000 ihre Promotion zur Dr. iur. abschloss. Bereits 1999 hatte sie im Land Rheinland-Pfalz ihre Referendarausbildung fortgesetzt und schloss diese 2001 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg im Breisgau, bevor sie als Oberassistentin an die Universität Zürich wechselte. Von 2006 bis 2011 war Demko Assistenzprofessorin an der Universität Luzern und vertrat im Sommersemester 2010 einen Lehrstuhl an der Universität Göttingen. 2012 schloss sie an der Universität Zürich ihr Habilitationsverfahren ab und erhielt die Venia legendi für die Fächer Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Rechtsphilosophie. Anschließend nahm sie verschiedene Lehraufträge an den Universitäten Luzern, Basel, Bern und Zürich wahr. Ab 2013 vertrat sie zudem Lehrstühle an den Universitäten Frankfurt am Main und Regensburg. Seit März 2016 hat sie den ordentlichen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie an der Universität Leipzig inne. Demko forscht und publiziert entsprechend ihrer Venia vor allem zum internationalen Strafrecht und der Strafrechtsvergleichung. Darüber hinaus erstreckt sich ihr Forschungsgebiet auch auf die Rechtsphilosophie und die Rechtsethik. |
2024-12-03 15:53:32 | https://de.wikipedia.org/wiki/Martin-Marietta_X-24 | Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Wurde nie in Serie produziert Die X-24 war ein US-amerikanisches Experimentalflugzeug. Sie war Bestandteil eines gemeinsamen Forschungsprogrammes von USAF und NASA mit dem Titel PILOT. Mit der X-24 sollte das Konzept des Lifting Bodys getestet werden, bei dem der nötige Auftrieb nur durch die Form des Rumpfes erzielt wird. Außerdem wurden Experimente für den antriebslosen Wiedereintritt sowie die gesteuerte antriebslose Landung durchgeführt, deren Ergebnisse später beim Space Shuttle Verwendung fanden. Die X-24A war das vierte aus einer Reihe von tragflächenlosen Experimentalflugzeugen, die zwischen 1963 und 1975 getestet wurden. Weitere Maschinen waren: Die Testflüge fanden im NASA Flight Research Center und auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien statt. Mit diesen Versuchen konnte gezeigt werden, dass flügel- und antriebslose Flugzeuge sicher gesteuert und gezielt gelandet werden können. Das Flugzeug trug das Kennzeichen 66-13551. Die X-24A wurde von Martin Marietta gebaut und flog von der Edwards AFB in Kalifornien aus. Sie hatte eine gedrungene Tropfenform mit abgerundeter Spitze, flacher Unterseite und einem kurzen, dreifachen Seitenleitwerk. Angetrieben wurde sie von einem einzelnen Raketentriebwerk XLR-11 mit vier Brennkammern und einem Maximalschub von 37,7 kN. Das Triebwerk wurde nur zur Steigerung von Höhe und Geschwindigkeit eingesetzt, nachdem das Fluggerät vom Trägerflugzeug abgeworfen worden war. Der erste Flug fand am 17. April 1969 statt; Pilot war Major Jerauld Gentry. Am 19. März 1970 erfolgte der erste angetriebene Flug, ebenfalls mit Gentry im Cockpit. Sowohl bei den angetriebenen als auch bei den nicht-angetriebenen Flügen wurde die X-24A von einem umgebauten Boeing B-52-Bomber auf etwa 13.700 m Höhe getragen und dort ausgeklinkt. Durch Zuschalten des Raketentriebwerkes konnte das Flugzeug dann noch höher steigen, bevor der eigentliche Gleitflug begann. Die X-24A flog insgesamt 28-mal und erreichte dabei Geschwindigkeiten von bis zu 1667 km/h sowie Höhen bis 21,8 km. Die Testpiloten der X-24A waren: Nach Abschluss der Tests wurde die Maschine zu Martin Marietta gebracht und dort zur X-24B umgebaut. Obwohl sie auf dem gleichen aerodynamischen Konzept beruhte, unterschied sich die X-24B äußerlich stark von ihrer Vorgängerin. Die auffälligsten Unterschiede waren ein spitzerer Bug sowie das zurückgesetzte Cockpit; auch das Leitwerk wurde modifiziert. Diese Grundform wurde später auch für die Martin SV-5J sowie das X-38 Crew Return Vehicle benutzt. Das Triebwerk wurde dagegen beibehalten. John A. Manke steuerte die X-24B sowohl beim antriebslosen Erstflug am 1. August 1973 als auch beim ersten Flug mit Raketentriebwerk am 15. November desselben Jahres. Bei den insgesamt 36 Flügen erreichte die X-24B Geschwindigkeiten bis zu 1873 km/h und Höhen bis zu 22.600 m. Die Testpiloten der X-24B waren: Gegen Ende des Versuchsprogramms landete die X-24B auch zweimal auf einer betonierten Landebahn, um zu beweisen, dass mit Lifting-Body-Flugzeugen auch gezielt Landepunkte angesteuert werden können. Das Flugzeug ist heute im Museum der US Air Force auf der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio ausgestellt. Die Designprinzipien der X-24B fanden zwar im späteren Space Shuttle noch keine Beachtung, flossen jedoch u. a. in die Projekte X-33 und X-38 ein. M-130 Clipper • M-156 Russian Clipper • 2-0-2 • 3-0-3 • 4-0-4 A-15 • A-22 • A-23 • A-30 • AM • B-10 • B-12 • B-26 • B-57 • BM • C-3 • MB • MS • MO • M2O • JRM • PBM • P4M • P5M • P6M • T3M • T4M • T5M • XT6M Model 146 • X-23 • X-24 • XB-13 • XB-14 • XB-16 • XB-27 • XB-33 • XB-48 • XB-51 • XB-68 X-1 • X-2 • X-3 • X-4 • X-5 • X-6 • X-7 • X-8 • X-9 • X-10 • X-11 • X-12 • X-13 • X-14 • X-15 • X-16 • X-17 • X-18 • X-19 • X-20 • X-21 • X-22 • X-23 • X-24 • X-25 • X-26 • X-27 • X-28 • X-29 • X-30 • X-31 • X-32 • X-33 • X-34 • X-35 • X-36 • X-37 • X-38 • X-40 • X-41 • X-42 • X-43 • X-44 • X-45 • X-46 • X-47 • X-48 • X-49 • X-50 • X-51 • X-53 • X-54 • X-55 • X-56 • X-57 • XQ-58 • X-59 • X-60 • X-61 • X-62 • X-65 • X-66A |
2024-11-22 20:11:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Bogen_von_Orange | Der Bogen von Orange ist ein dreitoriger Ehrenbogen wohl spätaugusteisch-frühtiberischer Zeit, der dem nördlichen Stadteingang in das antike Arausio, das heutige Orange im südfranzösischen Département Vaucluse, vorgelagert war und etwa 110 Meter außerhalb der Stadt lag. Nahezu alle Flächen des Bogens sind mit Reliefs überzogen, unter denen die Darstellungen von Waffen und Tropaia überwiegen. Hinzu kommen Schlachtenreliefs siegreicher Römer im Kampf gegen unterlegene Gallier, zudem untergeordnete Reliefs aus dem Bereich der römischen Religion. Befestigungslöcher für die Anbringung metallener Buchstaben, die Anlass und Zeitpunkt der Errichtung des Bauwerks ungefähr bestimmen, lassen die Inschrift rekonstruieren, auch wenn ihre Deutung diskutiert wird. Der Bogen wurde im 13. Jahrhundert zu einer Festung umgebaut und mit einem acht Meter hohen Turm versehen. Er war damals im Besitz von Raymond I. des Baux, dem prince d’Orange, und gehörte bis 1725 dem Fürstentum Orange. Eine im 19. Jahrhundert behutsam vorgenommene Restaurierung wurde in den 1950er Jahren dem Zeitgeist folgend überarbeitet, so dass für den Laien eine optische Trennung zwischen antikem Befund und Restaurierung kaum mehr möglich ist. Im Jahr 1840 wurde der Bogen zum monument historique erklärt und damit als bemerkenswertes Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt. Seit 1981 ist das Monument zudem Weltkulturerbe der UNESCO. Der Bogen erhob sich über der Straße, die von Norden kommend die bald nach 36 v. Chr. gegründete colonia Firma Iulia Secundanorum Arausio, kurz Arausio genannt, erreichte und als Teil der Via Agrippa Arausio mit Lugdunum, dem heutigen Lyon, verband. Die Verlängerung der Straße bildete als Cardo maximus eine der städtischen Hauptachsen. Reste der etwa 10 v. Chr. errichteten und in Teilen nachvollziehbaren Stadtmauer sind im Bereich des Bogens nicht nachweisbar. Man geht deshalb davon aus, dass sich der Bogen außerhalb der Stadt befand und dem eigentlichen Zugang deutlich vorgelagert war. Hierfür sprechen auch die nördlich des Bogens gefundenen Fragmente von Gräbern, die sicher zu einer außerhalb der Befestigung angelegten Nekropole gehörten. Ilse Paar und Hans G. Frenz schlugen daher vor, in dem Monument einen in augusteischer Zeit entstandenen „Stadtgründungsbogen“ zu sehen. Dieser durch Almut von Gladiß geprägte Begriff soll Bögen bezeichnen, die auf dem durch die Auguren festgelegten Pomerium, der rituell gepflügten Stadtgrenze, errichtet wurden. Schon Arthur Lincoln Frothingham sah 1905 in den einer Stadtmauer vorgelagerten Bögen Markierungen des Pomeriums. Für den Bogen von Orange hat diese Interpretation nur bedingt Aufnahme gefunden. Unter der griffigen Bezeichnung „Stadtgründungsbogen“ wird das Monument seither gleichwohl verbreitet in Reiseführern vermarktet. Das Wesen dieser nicht als Triumphmonument dienenden Bögen ging deutlich über das Markieren eines Pomeriums – eine Aufgabe, die viel offensichtlicher durch eine Stadtmauer erfüllt werden konnte – hinaus. Ähnlich wie der Bogen von Glanum war der Bogen in Orange schon von weitem in der Ebene sichtbar. Er kennzeichnete als Landmarke den Eingang zur römischen Stadt und zeugte in deren Vorfeld von der Großartigkeit und Überlegenheit römischer Zivilisation und Kultur, die sich innerhalb der Stadtmauer durch Theater, Tempelbauten und öffentliche Plätze Ausdruck verschaffte. Der dreitorige, aus lokalem Kalkstein der Brüche bei Sérignan errichtete Bogen hat eine erhaltene Höhe von 18,60 Metern, eine Breite von 19,56 Metern und eine Tiefe von 8,40 Metern. Der für Fuhrwerke und Wagen taugliche mittlere Durchgang erreicht bei einer Breite von 5,02 Metern eine lichte Höhe von 8,87 Metern, die 2,92 Meter breiten seitlichen Durchgänge für die Fußgänger waren 6,48 Meter hoch. Die Bogenpfeiler sind an den Fronten mit je zwei kannelierten Halbsäulen zwischen den Durchgängen versehen, Dreiviertelsäulen als Ecksäulen greifen auf die äußeren Schmalseiten des Bogens um. Die Halbsäulen stehen auf Postamenten, besitzen attische Basen mit Plinthen und werden von Kapitellen korinthischer Ordnung bekrönt. Es folgt ein über den Seitendurchgängen verkröpftes Gebälk, dessen Architrav durch drei horizontale, mittels Astragalen voneinander abgesetzte Bänder gegliedert ist. Während der Architrav über den Seitendurchgängen als Wandarchitrav Teil der Bogenpfeiler ist und entsprechend zurückspringt, überspannt er im Bereich des Mitteldurchgangs frei die mittleren Halbsäulen. Ein Eierstab schließt als bekrönendes Profil den Architrav ab. Es folgt ein figurenreicher, nur noch an Süd- und Ostseite in Teilen erhaltener Fries mit hin und her wogenden Kampfszenen. Auf der Nordseite wurde der Fries hingegen glatt belassen und nicht plastisch ausgearbeitet. Dem Fries folgt nach einem Zahnschnitt und einer Abfolge weiterer Profile ein an seiner Unterseite mit Konsolen verziertes Geison. Eine reiche Profilabfolge vermittelt zur abschließenden blattverzierten Sima. Der zentrale Durchgang wird an beiden Fassaden durch Dreiecksgiebel betont, die den vorspringenden Gebälkbereich überspannen. Diese Dreiecksgiebel sind der oberhalb des Gebälks folgenden, doppelten Attika vorgeblendet. Während die untere Attika die Vor- und Rücksprünge der Blendarchitekur im Bereich der Durchgänge aufnimmt, wurde die obere durch weitere vorspringende Elemente in Form von Postamenten oberhalb der Seitendurchgänge bereichert. Die Pilaster, auf denen die Archivolten der Durchgänge ruhen, sind mit zarten Rankenornamenten überzogen und weisen filigran gearbeitetes Blattwerk und Stängel auf. Im Gegensatz zum sonst oft flächenfüllenden Ornament des Bogens haben die Pilasterreliefs großzügige Freiflächen, wodurch die detailreiche, feine Qualität der Rankenbestandteile besonders gut zur Geltung kommt. Die Archivolten selbst sind mit üppig gefüllten Girlanden aus Früchten und Blättern geschmückt, ihre Unterseiten tragen ein Netz aus quadratischen und rhombenförmigen flachen Feldern. Wabenförmige, reich mit wechselnden Profilen dekorierte und mit zentralen Blüten versehene Kassettenfelder zieren die Bogenunterseite im Bereich der Durchgänge. Die Schmalseiten des Bogens wurden mittels zweier Halbsäulen zwischen den Dreiviertelsäulen der Ecken in drei Felder gegliedert. Der Aufbau der Blendarchitektur folgt jener der Fassaden, weist aber ein anderes Schema der Verkröpfungen auf. Das Gebälk tritt nun lediglich oberhalb des mittleren Feldes zurück, kehrt also die Abfolge der Fassaden um und wird in ganzer Breite von einem Dreiecksgiebel bekrönt. Den mittleren Bereich des Giebelfeldes nimmt oberhalb der Verkröpfung eine Konche ein. Neben der reichen Ornamentierung ist der Bogen über und über mit Reliefs unterschiedlicher Inhalte verziert. So weisen die Wandflächen über den seitlichen Durchgängen Waffenreliefs auf, auf denen unter anderem Schilde, Helme, Vexilla, Schwerter und Lanzen dargestellt sind. Die je drei Bildfelder zwischen den Blendsäulen der Außenseiten sind gefüllt mit Tropaia, ursprünglich auf dem Schlachtfeld aufgestellten Zeichen des Sieges, vor denen gefesselte, kriegsgefangene Barbaren stehen. Der im Verhältnis zu diesen großformatigen Reliefs kleine Fries zeigt eine Aneinanderreihung von Zweikampfszenen zwischen nackten, langhaarigen Galliern und in Tuniken gekleideten Römern. Da sich unter den zu Boden gestürzten Kämpfern nur nackte Gestalten befinden, wird die Sieghaftigkeit der Römer deutlich. Sind die Relieffelder oberhalb der Durchgänge mit Waffen des Landkrieges gefüllt, so zeigen die entsprechenden Reliefs der ersten Attika Waffen des Seekriegs: Rammsporne, Maste, Anker, Dreizacke, Taue. Maritim sind auch die Darstellungen im Bereich der Attikaschmalseiten, deren Zwickel oberhalb der Giebeldreiecke mit an Tritone erinnernden Meerwesen gefüllt sind. Demgegenüber werden die Zwickel der seitlichen Giebeldreiecke selbst von Füllhörnern eingenommen, eine Büste des Sol erscheint in der Giebelnische. Die Mittelpostamente der oberen Attika sind mit Schlachtenreliefs dekoriert. Berittene und mit Kettenhemden gepanzerte Römer sowie einfache Legionäre kämpfen gegen die unterlegenen, nackten oder in Hosen kämpfenden Gallier. Zahlreiche Bohrlöcher umgeben die Szene der Südseite und dienten wohl der Anbringung weiterer, in Bronze ausgeführter Darstellungselemente. Auch auf den Seitenwänden der Mittelpostamente sind Kampfszenen angebracht. Ob sie ursprünglich die gesamten Seiten einnahmen oder nur bis zu den Stoßkanten der die Seitenpostamente anbindenden Bauglieder ausgeführt wurden, ist ungeklärt. Gegenüber diesen zumeist kriegerischen Reliefinhalten sind die Darstellungen des östlichen Postaments auf der oberen Attika einem ganz anderen Themenkreis verpflichtet. So zeigt dessen Nordseite eine Reihe von Kultgeräten, nämlich von links nach rechts Aspergillum, Guttus, Patera, Simpulum und Lituus. Die Darstellung solcher Kultgeräte weist insgesamt in die Sphäre der römischen Pietas. Während Guttus, Patera und Simpulum ganz allgemein Pietas ausdrückende Kultgeräte sind, stehen Aspergillum und Lituus mit ganz bestimmten Priesterschaften und deren Funktion in Verbindung. So ist der Lituus das Kultgerät der bei Stadtgründungen wichtigen Auguren, die für die Abgrenzung des Gebietes, das durch die anzulegende Stadt oder Kolonie der Natur entrissen wurde, zuständig waren. Das südliche Relief des östlichen Postaments entzieht sich ganz einer Deutung. Dargestellt ist ein weibliches Brustbild, von einem aufgebauschten Mantel umgeben. Diese velificatio genannte Drapierung des Gewandes kennzeichnet in der römischen Kunst das Erscheinen von Gottheiten, unter den weiblichen insbesondere von Luna, Venus und Aura. Als Aura wird die Göttin am Bogen zumeist angesprochen, ohne sich auf eine Interpretation festzulegen. Erst 1811 entdeckte man, dass Löcher am Architrav der Nordseite zu einer Inschrift gehörten und der Befestigung metallener Buchstaben dienten. Nach den Restaurierungen des Bauwerks und der Befreiung von neuzeitlichen Bauteilen in den Jahren von 1950 bis 1955 fand man am südlichen Architrav ebenfalls zu einer Inschrift gehörende Befestigungslöcher. Damit wurden ältere Lesungen der Inschrift zwar hinfällig, Unsicherheiten bestehen aber weiterhin nicht nur bezüglich der Schlussformel: „TI • CAESAR • DIVI • AVGVSTI • F • DIVI • IVLI • NEPOTI • AVGVSTO • PONTIFICI • MAXI POTESTATE • XXVIII • IMPERATORI • IIX • COS • IIII • RESTITVIT • R • P • COLONIAE “ „Dem Tiberius Caesar, Sohn des Divus Augustus, Enkel des Divus Iulius, dem Pontifex Maximus, zum 28. Mal Inhaber der tribunizischen Gewalt, zum 8. Mal Imperator, zum 4. Mal Konsul, stellte das Gemeinwesen der Kolonie wieder her “ Die an Tiberius gerichtete Inschrift ließe sich in dieser Lesung aufgrund der genannten Titulatur in das Jahr 26/27 n. Chr. datieren. Doch passen insbesondere die Schreibweisen der Zahlen und die Abkürzungen der Titel nicht unbedingt zu den in der frühen Kaiserzeit zu erwartenden Formeln. Zudem müssen für die rekonstruierte Lesung oft ganz verschiedene Lochmuster für denselben Buchstaben vorausgesetzt werden. Allein für die Buchstaben A und E gab es demnach je sechs unterschiedliche Fixierungsmuster, für R und V je fünf, für das O allein sieben. Deswegen wurde die Richtigkeit der zumeist akzeptierten Lesung nicht nur in Zweifel gezogen, sondern ganz verworfen. Für die Rekonstruktion der Schlussformel zu restitutori coloniae, „dem Wiederhersteller der Kolonie“, ist ein Anlass nur sehr gewollt zu rekonstruieren; eine besondere Zuwendung seitens des Tiberius gegenüber der Kolonie ist nicht überliefert. Man glaubte, in der Niederschlagung der von Iulius Sacrovir 21 n. Chr. in Nordfrankreich geführten Unruhen und in einer anschließend einsetzenden Stärkung der Veteranenkolonien ein passendes Ereignis gefunden zu haben. Nimmt man hingegen eine Wiederherstellung des Bogens durch die Kolonie an, könnte sich das restituit sowohl auf Restaurierungsarbeiten als auch auf eine Umwidmung des Bogens an Tiberius beziehen. Der bei einer baulichen Restaurierung zu fordernden und auch vertretenen Trennung verschiedener Bauphasen an dem Bogen wurde die mit nur einer frühen Bauphase auskommende Annahme entgegengesetzt, die Inschrift künde von einer Umwidmung des ursprünglich postum dem 19 n. Chr. verstorbenen Germanicus bestimmten Bauwerks an Tiberius. Doch wird die Inschrift auch als für die Datierung des Bogens gänzlich unerheblich eingeschätzt. Unabhängig von ihrer Datierung gilt es als sicher, dass sie erst nachträglich auf dem durchdekorierten Architrav angebracht wurde. Verteilt über den Bogen sind auf den Schilden der Waffenreliefs und der Tropaia zahlreiche Namen eingraviert, unter anderem MARIO, DACVRDVS, SACROVIR, BODVACVS. Bereits die älteste erhaltene Beschreibung des Bogens aus dem Jahr 1535 von Aymar du Rivail erwähnt die Aufschriften: „Et extra ipsam civitatem a borea est triumphalis arcus prælii navalis undequaque perfectus et integer, et in quinque scutis ibi insculptis adhuc leguntur totidem nomina sequentia: MARIO. DACVDO. VDILLVS. CATVLVS. RODVACVS reliqua ventus et vetustas corroserunt.“ Der Name Boduacus ist von zwei weiteren Inschriften aus Nîmes und Verona bekannt, Iulius Sacrovir aus dem von Tacitus überlieferten Aufstand in Ostgallien aus dem Jahr 21. Ob die Schildaufschriften auf historische Persönlichkeiten Bezug nehmen, einfach nur Künstlerinschriften oder gar Waffenproduzenten darstellen, ist nicht zu entscheiden. Ein Mitglied aus der Familie eines Sacrovirus ist aus einer in Orange gefundenen Grabinschrift der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts bekannt, ohne dass ein Bezug zur Inschrift auf dem Bogen hergestellt werden kann. Die Datierung des Bogens ist Gegenstand anhaltender Diskussion. Grundlage dieser Diskussion sind: Das Spektrum der heute noch vertretenen Datierungsansätze reicht vom 2. Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts bis zum Beginn des 3. Jahrhunderts, wobei ein Großteil der Forscher von einer Datierung des Bogens in das 3. Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts ausgeht. Doch bleibt die Datierung unsicher und erheblich davon abweichende Ansätze sind als Teil der Diskussion ernstzunehmen. Hatte der erste Bearbeiter der Inschrift, Pierre Herbert, 1862 den Anfang der ersten Zeile noch als IMP CAIO I CÆ AVGVSTO DIVI I FIL gelesen und hierin eine Widmung an Augustus, den Sohn des vergöttlichten Gaius Iulius Caesar, gesehen, so erbrachte eine neuerliche Bearbeitung durch Félicien de Saulcy im Jahr 1866 TI CAESARI DIVI AUGUSTI FIL DIVI IULI NEP als Widmung. Diese Lesung datierte das Monument in die Zeit des Tiberius. Sie schien die bereits zuvor von Charles Lenormant anhand der Sacrovir-Beischrift der Reliefs vorgetragene Datierung zu bestätigen. Im Jahr 1880 fertigte Alexandre Bertrand einen Abdruck der Fixierungslöcher an und kam im Ergebnis zur Lesung TI CAESARI DIVI AUGUSTI F DIVI IULI NEPOTI AUGUSTO, was die Lesung von Félicien de Saulcy verfeinerte und ergänzte, zudem grundsätzlich bestätigte. In dieser Form, ergänzt um weitere Elemente der Titulatur, welche die Inschrift konkret in das Jahr 24/25 datierten, fand die Inschrift Eingang in Band 12 des Corpus Inscriptionum Latinarum unter der Nummer 1230 und kam der aktuellen Lesung sehr nahe. Nach weiteren Modifikationen durch André Piganiol und Robert Amy, die zur Datierung in das Jahr 26/27 führten, galt der Bogen als festdatiertes Monument, errichtet in tiberischer Zeit. Zweifel ergaben sich aus der unsicheren Lesung der Schlussformel und dem Umstand, dass die Inschrift auf dem für eine Anbringung nicht vorbereiteten Architrav befestigt worden war. Damit bot die Inschrift nur noch einen terminus ante quem für die Datierung. So schlugen Ilse Paar und Hans G. Frenz ihrer Deutung als „Stadtgründungsbogen“ folgend vor, in dem Monument einen augusteischen Bau zu sehen. Gegen eine Datierung auch nur in der Nähe der um 35 v. Chr. erfolgten Koloniegründung in früh- oder mittelaugusteische Zeit sprachen hingegen alle Bauformen und Dekorationselemente des Bogens. Daher schlug Pierre Gros vor, der Bogen sei für den verstorbenen Germanicus bestimmt gewesen und im Jahr 26/27 umgewidmet worden, der Bau mithin in den Jahren 20–26/27 ausgeführt worden. Eine differenziertere Betrachtungsweise stellte Annette Küpper-Böhm zur Diskussion. Nach einem Vergleich mit anderen Monumenten der Region, etwa den Bögen von Cavaillon und Glanum, dem Theater von Arles, kommt sie zu dem Ergebnis, dass der Bau in Orange im zweiten Jahrzehnt errichtet wurde. Ein Umbau in tiberischer Zeit, bei dem eine erste obere Attika aufgesetzt wurde, führte zur Umwidmung und Anbringung der Inschrift auf dem Architrav. Im 2. Jahrhundert schließlich sei die obere Attika erneut umgestaltet und in ihre heute bekannte Form gebracht worden. Wichtigstes Indiz hierfür seien die Reliefs der oberen Attika. Bereits im 19. Jahrhundert erkannte man – allerdings ohne Konsequenzen für die Datierung des Bauwerks –, dass die Kampfreliefs der oberen Attika nicht recht zu einer frühkaiserzeitlichen Zeitstellung passen mochten. Kompositionsschema und Ausführung erinnern vielmehr an Schlachtensarkophage, wie man sie seit trajanischer Zeit kennt. James C. Anderson jr. schließlich, der der Rekonstruktion der Inschrift keinerlei Wert beimisst, den Ansatz von Küpper-Böhm aber für ingenious hält, bricht gänzlich mit der gängigen Datierung des Bogens in das frühe 1. Jahrhundert. Ausgehend von den Schlachtenreliefs der oberen Attika kommt er zu einer Datierung in die Zeit des Septimius Severus am Ende des 2. Jahrhunderts, sieht allerdings keine Notwendigkeit für die Trennung verschiedener Bauphasen und verwirft eine hypothetische erste Phase der oberen Attika. Eine Datierung ins spätere 2. Jahrhundert wurde bereits von Paolino Mingazzini vertreten. Für Anderson sind die Rankenmotive der Archivoltenpilaster mit julisch-claudischer Bauornamentik nicht vereinbar, vielmehr wären solche Elemente frühestens in flavischer Zeit, also etwa ab dem Jahr 70 in Mode gekommen. Die Betonung der Halbsäulen durch auf den Boden durchgezogene Einzelpostamente sei vor dem Septimius-Severus-Bogen nicht nachweisbar. Als Grund für die Anbringung der Inschrift auf dem Architrav stellt er die damnatio memoriae Getas im Jahr 211 zur Diskussion, denn Geta wäre auf der ursprünglichen und unter Caracalla eradierten Inschrift des glatten, abgearbeiteten Nordfries genannt worden. Da dieser Zeitansatz sich mit dem, was man über die Entwicklung römischer Dekorformen, insbesondere des korinthischen Kapitells, aber auch anderer Elemente wie der Ranken und Girlanden bislang herausgearbeitet hat, nicht in Einklang bringen lässt, ist Anderson gezwungen, die bisherigen Datierungen der meisten römischen Bauten nicht nur in der Gallia Narbonensis, sondern auch in den westlichen Provinzen in Frage zu stellen. Dies konnte sich bislang nicht durchsetzen. Der prince d’Orange, Raymond I. des Baux baute den Bogen von Orange im 13. Jahrhundert zu einer Festung um. Auffälligste Neuerung war hierbei ein rund acht Meter hoher, zinnenbewehrter Turm, der auf der oberen Attika platziert wurde. Um den durch diesen massiven Aufbau entstandenen Druck, dem der Bogen nun ausgesetzt war, abzuleiten, wurden Nord-, West- und Ostseiten bis zur Höhe der Kämpferkapitelle mit schräg ansteigenden Stützmauern versehen. Diese Maßnahmen konnten dennoch nicht verhindern, dass sich im Laufe der Jahrhunderte den Bogen durchziehende Risse bildeten. Die Südseite wurde „geglättet“, indem die Profile der Gesimse abgearbeitet wurden, die Blendarchitektur der Westseite wurde weitgehend zerstört. Die Durchgänge wurden in ihrer Höhe geteilt, im östlichen Bereich wurden Wohnräume eingerichtet. Ein Durchgang wurde zwischen mittlerem und östlichem Durchgang geschaffen. Mittels einer Öffnung, die von der südlichen Außenseite in die untere Attika durch den vorgeblendeten Giebel geschlagen wurde, gelangte man in den oberen Bereich des Bogens und auf den Turm. Die im Bereich der Attika durchgeführten Arbeiten, zum Beispiel das Einziehen von später wieder entfernten Gewölben, verunklärten den antiken Befund nachhaltig. Von Thomas Platter dem Jüngeren stammt die älteste ausführlichere Beschreibung des Bogens. In seinem Tagebuch vermerkt er unter dem Datum vom 23. Februar 1597: „Außerthalb der statt, wann man nach Saint Esprit unndt Leon reißen will, ettwan ein bügsen schutz von der statt, sihet man auch einen sigbogen oder thriumph thurn C. Marii. Es sinndt der thürn oder bogen drey, der mittler aber herlicher, zierlicher unndt höher als die anderen zwen. Sonst ist daß gantz werck vierecket unndt von fern anzusehen wie ein thurn, wirdt auch zu frantzösisch genennet der Bogen Thurn. Es seindt zu allen seiten schlachten unndt allerhandt kriegs waaffen, auch streit zu pferdt daran schön gehauwen wie auch daß schiff neben der wahrsagerin deß C. Marii, die ihm glück zum streitt vorgesagt hatt, deßen Plutarchus im leben der vättern gedenket. Es ist sonst daß gebeüw mitt einer mauren vor wenig jahren umbgeben, damitt es vom wetter, winndt unndt regen desto beßer beschirmbt werde.“ In diesem bald darauf von Joseph de La Pise im Jahr 1640 beschriebenen und gezeichneten Zustand blieb der Bogen bis zu seiner Restaurierung im frühen 18. Jahrhundert. Der scheinbar gute Erhaltungszustand des Bogens von Orange, der sich in weiten Teilen für den Laien als intaktes Zeugnis antiker Architektur darstellt, ist das Ergebnis von über 200 Jahren der Restaurierung und Erneuerung. Bereits 1721 veranlasste ein prince de Conti, wohl Louis Armand II. de Bourbon, den Abbruch des im 13. Jahrhundert auf dem Bogen errichteten Turms. Weitere Sicherungsmaßnahmen zu treffen, war dem Fürstentum Orange zu kostspielig. Nachdem daher der Bogen 1725 in den Besitz der arbalétiers, der Gesellschaft der Armbrustschützen von Orange, übergegangen war, wurden die Pilaster im westlichen und mittleren Durchgang sowie die westliche Archivolte der Südseite erneuert, ebenso die linke Halbsäule der Südseite. Um das Bauwerk zu sichern, wurde 1772 der obere Teil der Westseite aufgemauert. In den Jahren 1808/09 führte Alexandre Reux, Départementsarchitekt von Vaucluse, Sicherungs- und Erhaltungsarbeiten am Bogen durch. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die Pilaster sowie Kämpferkapitelle und die Archivolte des westlichen Durchgangs der Südseite ergänzt, die Südostecke in Gänze wiederhergestellt. Zudem wurden die Pilaster der Nordseite ergänzt und die Anbauten, die sich an die westliche Fassade lehnten, abgebrochen. Als 1809 die Route nationale 7 ausgebaut wurde, schuf man eine Platzanlage mit dem Bogen in der Mitte, um die die Straße beidseitig herumgeführt wurde. Beauftragt mit den weiteren Arbeiten am Bogen wurde Auguste Caristie, unter dessen Leitung 1810/11 die letzten Anbauten entfernt und der Sockelbereich des Bogens freigelegt wurden. Ab 1825 begann Auguste Caristie mit der umfangreichen Restaurierung und der Bauaufnahme des Bogens. Unter Verwendung lediglich zweier antiker Bauteile wurde die gesamte, stark zerstörte Westseite des Bogens völlig neu gestaltet. Die Ergänzungen der Nordseite umfassten die Ecksäulen, Teile des über dem westlichen Durchgang befindlichen Waffenreliefs, die Eckpilaster der unteren und das westliche Postament der oberen Attika. An der stark in Mitleidenschaft gezogenen Südseite ließ er die westlichen Halbsäulen und sämtliche Profile erneuern. Mit Ausnahme der noch am besten erhaltenen Ostseite wurde am Bogen das komplette Gebälk oberhalb der Blendsäulen erneuert. Caristie achtete darauf, die Ergänzungen und Erneuerungen als solche kenntlich zu lassen, und verzichtete auf die Ausarbeitung der Ornamentik. Dieser geradezu moderne denkmalpflegerische Ansatz wurde bei den Restaurierungen in den Jahren von 1950 bis 1957 verworfen. Nun wurden die als modern zu erkennenden Ergänzungen nachträglich ornamentiert und mittels Sandstrahlen künstlich verwittert. Seither ist eine Unterscheidung des antiken Bestandes von den modernen Ergänzungen kaum mehr möglich. 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2024-12-03 14:35:28 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rafa%C5%82_Penar | Möglichst ganze Wörter eingeben, die im Artikeltext, insbesondere aber im Lemma vorkommen sollen. Suche nach Rafał Penar in anderssprachigen Wikipedias Verfasse einen Artikel zum Thema. . Artikel verschwunden? |
2024-11-23 13:03:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_Kaiser | Niklaus Joseph Kaiser war ein Schweizer Förster und Politiker. Niklaus Kaiser war der Sohn des Landwirts Urs Kaiser und dessen Ehefrau Maria aus Seewen. Er war verheiratet und hatte mehrere Töchter und zwei Söhne. Nach dem Besuch der Primarschule kam er nach Aarau an eine Lehranstalt, in der die Schüler in Forstwirtschaft, Geometrie und Mathematik, unter anderem von dem Schriftsteller Heinrich Zschokke, ausgebildet wurden. 1831 kehrte er nach Solothurn zurück und wurde als Geometer Fachkraft im Vermessungswesen in der Forstwirtschaft. 1839 erfolgte, nach der Revision der Forstverordnung, seine Wahl zum Oberförster. Kaiser wurde auf dem Friedhof in Biberist beigesetzt. Nach seiner Wahl zum Oberförster war Kaiser wesentlich an der Neuorganisation der Forstverwaltung im Kanton Solothurn beteiligt, die infolge der Abtretung der Wälder an die Gemeinden und der fortschrittlicheren Waldbewirtschaftung notwendig geworden war. Von 1837 bis 1839 war er Mitglied des Kleinen Rats im Kanton Solothurn und von 1841 bis 1856 Regierungsrat und Forstdirektor; mit ihm wurde sein Freund Josef Munzinger in den Regierungsrat gewählt. 1852 schuf er die Gesetzesgrundlage für die Bezirksförsterbesoldung und 1857 das Forstgesetz. Niklaus Kaiser blieb während seiner Tätigkeit als Regierungsrat gleichzeitig im Amt des Oberförsters. Er wurde in den Jahren 1849, 1851, 1852 und 1854 zum Landammann gewählt. Nach 1856 blieb er nur noch im Amt des Oberförsters, bis er wegen Amtspflichtverletzungen und aus gesundheitlichen Gründen 1868 zurücktrat; ihm folgte Peter Vogt. |
2024-12-02 11:15:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Matschke_Engel | Maria Matschke Engel ist eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin. Maria Matschke Engel kam im Jahr 2001 in Berlin als Tochter eines Schauspielpaars auf die Welt. Sie besuchte eine Waldorfschule und ist schon in jungen Jahren dem Schauspiel nachgegangen. Bereits 2010 stand sie für Rosa Roth – Bin ich tot? erstmals vor der Kamera, woraufhin weitere Angebote für Film- und Fernsehproduktionen folgten, unter anderem im Spreewaldkrimi, bestefreunde oder dem Zweiteiler Neu in unserer Familie. Auch auf der Theaterbühne spielte sie 2013 an der Schaubühne 2014 in Romeo und Julia unter der Regie von Lars Eidinger. Die letzten beiden Jahre ihrer Schulzeit ging sie nach England und machte dort 2019 das Abitur. Dadurch spricht sie fließend und akzentfrei Englisch. Sie studierte im Anschluss ein Jahr Fotografie im belgischen Antwerpen. In den 2020er Jahren widmete sie sich wieder intensiver dem Schauspiel und übernahm unter anderem Rollen in Westwall, Die Mittagsfrau von Barbara Albert oder Everyone is Fucking Crazy. Seit Juli 2023 ist sie in der Fernsehserie Legend of Wacken zu sehen. Die Schauspieler Matthias Matschke und Judith Engel sind ihre Eltern. Mit ihrem Vater stand sie 2023 für die Serie Wir sind die Meiers das erste Mal gemeinsam vor der Kamera. Bereits im Jahr 2010 waren Vater und Tochter gemeinsam in dem preisgekrönten Hörspiel TACET von Paul Plamper zu hören gewesen. Quelle: ARD-Hörspieldatenbank |
2024-12-03 16:28:54 | https://de.wikipedia.org/wiki/Knall | Ein Knall ist eine plötzliche, stoßartige Dichteänderung der Luft, die z. B. durch den Schlag einer Peitsche oder durch eine Explosion hervorgerufen werden kann. Die sich in den Raum ausbreitende Druckwelle wird als Schall wahrgenommen. Charakteristisch für einen Knall ist das zeitlich schnelle Abklingen der Amplitude. Das Ohr wird dabei nur für kurze Zeit einer Druckschwankung der Luft ausgesetzt, wobei meistens dem schnellen Anstieg des Drucks eine langsamere Abnahme folgt. Knallwellen können sich mit Überschallgeschwindigkeiten von mehr als 1000 m/s ausbreiten. Ein Knall ist ein Geräusch. Das bedeutet, er besteht aus sehr vielen zufällig auftretenden Obertönen. |
2024-12-03 14:28:09 | https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Wismar_(1715) | Schweden 1650 Schweden Danemark DänemarkPreussen Konigreich PreußenKurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover Schweden 1650 Freiherr Martin Simon Schoultz von Ascheraden Danemark Franz von DewitzPreussen Konigreich George von der Albe 3.000 Mann 10.000 Dänen, 4.000 Preußen4.000 Hannoveraner 1. Phase: Schwedische Dominanz Dänischer Kriegsschauplatz Humlebæk • Tönning I Livländ./ Estnischer Kriegsschauplatz Riga I • Jungfernhof • Varja • Pühhajoggi • Narva • Petschora • Düna • Rauge • Erastfer • Hummelshof • Embach • Tartu • Narva II • Wesenberg I • Wesenberg II Ingermanländ./ Finnischer Kriegsschauplatz Archangelsk • Ladogasee • Nöteborg • Nyenschanz • Newa • Systerbäck • Petersburg • Wyborg I • Porvoo • Newa II • Koporje II • Kolkanpää Litauisch-weißrussischer Kriegsschauplatz Vilnius • Saladen • Jakobstadt • Gemauerthof • Mitau • Grodno I • Olkieniki • Njaswisch • Klezk • Ljachawitschy Polnischer Kriegsschauplatz Klissow • Pułtusk • Thorn • Lemberg • Warschau • Posen • Punitz • Tillendorf • Rakowitz • Praga • Fraustadt • Kalisch Russischer Kriegsschauplatz Grodno II • Golowtschin • Moljatitschi • Rajowka • Lesnaja • Desna • Baturyn • Koniecpol • Weprik • Opischnja • Krasnokutsk • Sokolki • Poltawa I • Poltawa II 2. Phase: Schweden in der Defensive Baltischer und Finnischer Kriegsschauplatz Riga II • Wyborg II • Pernau • Kexholm • Reval • Hogland • Pälkäne • Storkyro • Nyslott • Hanko Schwed./Norwegischer Kriegsschauplatz Helsingborg • Køge-Bucht • Bottnischer Meerbusen • Frederikshald I • Dynekilen-Fjord • Göteborg I • Strömstad • Trondheim • Frederikshald II • Marstrand • Ösel • Göteborg II • Södra Stäket • Grönham • Sundsvall Norddeutscher Kriegsschauplatz Elbing • Wismar I • Lübow • Stralsund I • Greifswalder Bodden I • Stade • Rügen • Gadebusch • Altona • Tönning II • Stettin • Fehmarn • Wismar II • Stralsund II • Jasmund • Peenemünde • Greifswalder Bodden II • Stresow Die Belagerung von Wismar fand im Zuge des Pommernfeldzug 1715/1716 vom 11. Juni 1715 bis April 1716 während des Großen Nordischen Kriegs statt. Eine preußisch-dänische Armeeabteilung, bestehend aus 10.000 Dänen, 4000 Preußen und 4000 Hannoveranern unter Oberbefehl des dänischen Generals Franz Joachim von Dewitz belagerte die schwedische Stadt und nahm sie ein. Die Festung Wismar war zu dieser Zeit die größte Festung Europas mit 700 Kanonen, 18 Bastionen, 9 Revelins und 2 Zitadellen und war bereits im Vorfeld mehrfach erfolglos von den Alliierten belagert worden. Hatte sein Vater, Friedrich I. die Möglichkeit einer preußischen Kriegsbeteiligung noch im Dreikönigstreffen von 1709 nicht mit letzter Konsequenz verfolgt, so änderte sich diese passive Haltung unter seinem Sohn Friedrich Wilhelm I. vollständig. Dies lag vor allem an den, durch die Beendigung des Spanischen Erbfolgekriegs, freiwerdenden Kräften und der Entschlossenheit, mit der Friedrich Wilhelm I. die Beteiligung Preußens am Krieg vorantrieb. Die Kriegserklärung Preußens erfolgt offiziell am 1. Mai 1715. Für Wismar war von Anfang an nur eine Belagerung vorgesehen. Am 11. Juni 1715 gab Friedrich Wilhelm I. die Marschbefehle an seine Truppe aus. Am 14. Juni brach ein preußisches Heer von zwei Bataillonen und zwölf Schwadronen unter Generalmajor Georg Friedrich von der Albe von Stettin auf und marschierte über Wredenhagen und Lenzen nach Wismar, wo es am 27. Juni eintraf und durch dänische Einheiten verstärkt wurde, die in der zweiten Junihälfte den Vormarsch durch Mecklenburg angetreten hatten. Die dänische Abteilung machte vier Bataillone und zwölf Schwadrone aus. Von der Albe übergab das Kommando an den dänischen Generalleutnant Friedrich von Legardt und zog weiter nach Rostock. Auf See blockierten zudem dänische Schiffe den Zugang zu Wismar. Die preußisch-dänische Belagerungstruppe umfasste jetzt 8.150 Mann Infanterie und Kavallerie . Die Stadt Wismar liegt mit einer Seite am Meer, und auf der Seeseite ist ihr die Insel Poel vorgelagert. Den westlichen Zugang zwischen Poel und dem Festland sperrte eine kleine Insel, der Walfisch, auf der ein Außenwerk der Festung angelegt war. Nach dem Land zu erschwerte die Annäherung sumpfiges Gelände, die nur durch fünf Tore auf Dämmen zugänglich war. Nach Nordosten zum Dorf Nedentin führte das Poeler Tor, der Weg nach Osten nach Hornstorf führte durch das Wismar-Tor, im Süden lag das Mecklenburger, im Nordwesten das Lübecker Tor. Vor dem Mecklenburger Tore erhebt sich der sogenannte Galgenberg, auf dem die Schweden eine Batterie errichtet hatten. In Wismar befanden sich 3000–5000 Mann, die Überreste von einst 30 Regimenter mit Verpflegung für drei bis vier Monate. Ein Versuch der Schweden, noch eine Herde Vieh in die Festung zu treiben, konnte vereitelt werden. Die Festung war nicht gut gerüstet; noch Mitte Juni waren acht Feldgeschütze zur Verstärkung der Festung Stralsund aus Wismar fortgeschafft worden. Die Stärke der Artillerie betrug 166 Mann. Auch während der zweiten Belagerung der Stadt stand die Bürgerschaft in Waffen und zählte im Juli 1715 in zehn Kompanien 33 Offiziere, 37 Unteroffiziere und 671 Korporale und Mannschaften. Durch den Abmarsch des Wismarschen Kavalleriekorps nach Stralsund im Oktober 1714 blieb nur ein kleines Kavalleriekommando in Wismar zurück. Von den schwedischen Truppen waren nur etwa 1000 Nationalschweden. Im Gegensatz zur ersten Belagerung fehlte es also während der zweiten stark an Reiterei. Stadtgouverneur war Generalmajor Freiherr Martin Simon Schoultz von Ascheraden, Kommandant war Oberst von Fürstenberg. Dem preußischen Detachement wurde erst am 29. Oktober seine Stellung angewiesen, es erhielt den rechten Flügel im Osten und Südosten der Stadt. Die Aufstellung begann an der Seeküste bei dem Dorf Redentin. Das Kavallerie-Lager reichte bis zum Dorf Lübow, an das sich die beiden Schwadronen des Dragoner-Regiments „von der Albe“ anlehnten. In Lübow selbst hatten Generalleutnant von Legardt und Generalmajor von der Albe ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Im Südosten, östlich vom Blumenhofe, stand das Bataillon des Infanterie-Regiments von Prinz Christian Ludwig, zwischen diesem und dem Dorf Lübow stand ein Bataillon des Infanterie-Regiments von Arnims. Im Südwesten stand die dänische Infanterie, an die sich die Kavallerie bis zur Küste gegenüber dem Außenwerk Walfisch anschloss. Am 2. November 1715 schloss sich noch ein Kontingent der Kurhannoverschen Armee der Belagerung an. Die Belagerung verlief ereignislos, aber auf Grund der strengen Witterung beschwerlich. Am 13. November musste Generalmajor Schoultz auch die bisher noch besetzte Insel Poel räumen lassen. Noch einmal gelang es den Schweden am 29. Dezember, ein Regiment Infanterie , das ursprünglich für Stralsund bestimmt war, auf dem Seeweg in die Festung zu bringen und größere Mengen Verpflegung zu landen. Dann aber wurde die Versorgungslage kritisch. Den Oberbefehl über das Einschließungskorps hatte nach dem Fall von Stralsund Ende Dezember 1715 der dänische General Dewitz übernommen. Als am 10. April 1716 die Wismarer Bucht durch eine von Ufer zu Ufer reichende Palisadenreihe mit dazwischen verankerten Flößen gesperrt und auch die Verbindung zu der kleinen Festung Walfisch unterbrochen war, war das Schicksal Wismars besiegelt. Am 19. April kapitulierte die Wismarer Garnison. Für 89 Offiziere und 1000 Nationalschweden der Besatzung wurde freier Abzug nach Schweden bewilligt, der Rest der Besatzung wurde gefangen. Mit Wismar fiel die letzte schwedische Stellung auf deutschem Boden. Damit endete auch der Pommernfeldzug. Gegen Ende der Belagerung kam es fast zu kriegerischen Kämpfen zwischen den Alliierten und einem auf Befehl Peters herangenahten russischen Kontingent, das ebenso bei der Übergabe der Stadt Einlass in die Festung begehrte. Hintergrund waren die anhaltenden Streitigkeiten um die zu erwartende Siegesanteile, so wurde Wismar von Dänemark und gleichermaßen von Russland beansprucht, das sich eine mächtige Position in Norddeutschland schuf und nun misstrauisch von seinen Alliierten beäugt wurde. 1717 bis 1718 wurde die Festungsanlage inklusive der auf der vorgelagerten Walfischinsel geschleift. Durch die Friedensschlüsse von Stockholm vom 20. November 1719 und vom 1. Februar 1720 wurde der Frieden zwischen Schweden und England und Preußen, durch den Frieden von Frederiksborg vom 3. Juli 1720 auch der zwischen Schweden und Dänemark wiederhergestellt. Gegen eine Zahlung von 600.000 Talern an Dänemark erhielt Schweden seine Besitztümer in Pommern nördlich der Peene, Norwegen sowie Wismar unter der Bedingung, dass es nicht wieder befestigt werde. |
2024-12-02 10:47:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/Salvia_officinalis | Heilsalbei , Illustration Der oder die Echte Salbei , auch Garten-Salbei, Küchensalbei oder Heilsalbei genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Salbei . Diese immergrüne Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile in Kultur in ganz Europa verbreitet. Der Echte Salbei wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 Zentimetern. Alle seine Pflanzenteile besitzen einen starken aromatischen Geruch. Die in Bodennähe verholzten Stängel des Echten Salbei sind schwach vierkantig bis rundlich und in der Regel von unten an stark verzweigt. Sie steigen gerade oder bogig gekrümmt auf und sind besonders im oberen Teil dicht kraus behaart. Aus dem verholzten Stängelteil, aber auch aus den Achseln der unteren Blätter am Stängel, treiben häufig dicht beblätterte, sterile Zweige. Sie bilden also keinen Blütenstand. Die Laubblätter stehen paarweise gegenständig am Stängel. Die unteren Laubblätter haben einen Stiel, der so lang wie die Blattspreite sein kann . Die Länge der Blattstiele nimmt am Stängel nach oben hin ab; die oberen Blätter sind ungestielt . Die einfachen Blattspreiten sind bei einer Länge von etwa 2 bis 9 Zentimetern und einer Breite von 0,5 bis zu 5 Zentimeter länglich-eiförmig bis schmal elliptisch. Die runzelige Blattoberfläche ist weißfilzig behaart und daher von graugrüner Farbe. Ältere Laubblätter verkahlen, besonders auf der Oberseite. Der Blattrand ist ringsum fein gekerbt bis fast ganzrandig. Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis Juli. Die Blüten stehen an kurzen Blütenstielen im oberen Stängelteil zu je vier bis zehn in fünf bis acht lockeren Scheinquirlen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der etwa 1 Zentimeter lange, meist rotbraune röhrig-glockige Blütenkelch ist deutlich in einen oberen Teil mit drei und einen unteren mit zwei Zipfeln gegliedert und auf den Nerven und am Rand flaumig behaart. Die Kelchröhre ist etwa 8 Millimeter lang. Die violetten, selten rosafarbenen oder weißen Blütenkronen haben die typische Form der Lippenblütengewächse und sind 2 bis 3 Zentimeter lang. Die Oberlippe ist fast gerade und vergleichsweise wenig gewölbt und in 2 kurze abgerundete Lappen geteilt. Die Unterlippe ist dreiteilig und hat einen ausgerandete rundlichen Mittellappen. Von den 4 Staubblättern sind die hinteren 2 nur als Staminodien entwickelt. Der obere Griffelast ist kürzer als der untere. Die Klausenfrüchte zerfallen in vier schwarze etwa 2 bis 3 Millimeter große Klausen. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14. Der Echte Salbei ist eine traditionelle Pflanzenart der Bauerngärten. Als wärmeliebende Pflanze mediterraner Herkunft ist er in Mitteleuropa nur bedingt winterhart und benötigt in klimatisch rauen Lagen Winterschutz. Er ist daher wenig konkurrenzfähig zu Wildpflanzen und in Mitteleuropa nur selten verwildert anzutreffen. Der Echte Salbei gedeiht am besten auf kalkreichen, steinigen und trockenen Böden . Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ , Lichtzahl L = 4 , Reaktionszahl R = 4 , Temperaturzahl T = 4+ , Nährstoffzahl N = 3 , Kontinentalitätszahl K = 4 . Die Erstveröffentlichung von Salvia officinalis erfolgte 1753 durch Carl von Linné. Viele Synonyme sind nur Kulturformen. Je nach Autor gibt es von Salvia officinalis mehrere Unterarten: Die Hauptwirkstoffe sind die ätherischen Öle mit den Inhaltsstoffen Thujon, Linalool und 1,8-Cineol, Gerbstoffe sowie Bitterstoffe. Salbei enthält darüber hinaus eine Vielzahl an Flavonoiden, wobei Rosmarinsäure gefolgt von Kaffeesäuren am häufigsten vorkommen. Bei Überdosierung ist das ätherische Öl durch seinen Gehalt an Thujonen giftig. Die Verwendung von Salbei für den Dauergebrauch als Kräutertee wird daher als bedenklich angesehen. Die Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition. Als Gewürz hielt er erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche. Salbei wird die Fähigkeit zugesprochen, das Ranzigwerden von Fetten zu verlangsamen. Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig, bitter und ist adstringierend . Das Gewürz wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost. Roh und fein gehackt sind Salbeiblätter geeignet für Fischgerichte und Geflügelfüllungen, zum Aromatisieren von Gemüse und Suppen wird Salbei ebenfalls verwendet. Im 19. Jahrhundert waren Salbeiküchlein ein klassisches Gebäck für die Kirchweih oder Kirmes, was auf ihren angeblichen Schutz vor Rausch zurückgeht. In vielen Ländern, so z. B. in der Türkei, ist Salbeitee ein traditionelles Getränk . Die im Salbei enthaltenden Gerbstoffe lassen sich auch für kosmetische Zwecke im Bereich der Haare einsetzen. Angewendet wird Salbei dabei als Sud, der die Haare insgesamt dunkler macht. Salbei lässt sich ferner bei unreiner Haut anwenden. Die Blüten des Salbeis sind eine hervorragende Bienenweide, der mögliche Honigertrag pro Hektar Anbaufläche kann 600 kg im Jahr überschreiten und übertrifft damit noch deutlich als gute Bienenweide geltende Pflanzen wie den Raps. Traditionell ist die antivirale, bakterien-, entzündungshemmende sowie adstringierende, d. h. zusammenziehende Wirkung des Echten Salbeis bekannt. Bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes werden handelsübliche wässrige oder alkoholische Auszüge zum Gurgeln eingesetzt. Salbeitee kann ebenfalls zum Gurgeln benutzt oder getrunken werden. Ihm wird eine schweißhemmende Wirkung zugesprochen. Die Inhaltsstoffe des Heilsalbeis sollen außerdem sekretionsfördernd wirken und die Funktion des Nervensystems unterstützen. Der Echte Salbei wirkt etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. Neben der schweißhemmenden besitzt der Salbeitee auch eine verdauungsfördernde Wirkung. Beispielhaft erwähnt sei die Linderung von Magen- und Darmschmerzen nach einer Antibiotika-Therapie. Enthaltene trizyklische Diterpene wie Carnosol und Carnosolsäure besitzen eine antioxidative, antimikrobielle sowie chemoprotektive Wirkung gegen Karzinogene. Salbeiöl ist ein grünlich-gelbes ätherisches Öl, das mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern des Gartensalbeis gewonnen wird. Es besteht vor allem aus Eucalyptol, Kampfer und Thujonen und kommt besonders bei desinfizierend wirkenden pharmazeutischen Zubereitungen zum Einsatz. Der Echte Salbei ist seit spätestens dem 9. Jahrhundert in Kultur. Er wird zerstreut in Bauerngärten und Staudenbeeten gepflanzt. Es wurden einige Sorten gezüchtet, die sich zum Beispiel durch rosa oder weiße Blüten auszeichnen. Die Vermehrung kann über Aussaat und Stecklingen erfolgen. In strengen Wintern empfiehlt sich im Freiland Winterschutz in Form von Koniferenzweigen oder einer Laubpackung. Die Anwendung als Heilpflanze, deren Name Salbei auf Lateinisch salvus beruht, geht bis in die Antike zurück. Die Ärzte und Heilkundigen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit schätzten den Salbei. Kaiser Karl der Große ordnete den Anbau im Capitulare de villis an. In dem um 840 n. Chr. von Abt Walahfrid Strabo verfassten Lehrgedicht Hortulus über die in Gärten kultivierten Heilpflanzen werden verschiedene Pflanzen aufgeführt, wobei der Salbei an erster Stelle genannt wird. Strabo bewertet das Kraut als hilfreich für die meisten Krankheiten. Als Anwendungsgebiete nennt er unter anderem Husten, schlecht heilende Geschwüre und Verdauungsbeschwerden.Paracelsus, Hildegard von Bingen, Lonicerus und Matthiolus verwendeten ihn bei akutem Fieber, Harnwegsleiden, Koliken, Erkältungen und Zahnschmerzen. Eine besondere Verwendung wurde der Pflanze bei der Behandlung der roten Blutruhr zuteil. Dem Salbei sagte man eine desinfizierende und konservierende Wirkung nach. So wurden die Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, dadurch gereinigt, dass man Salbeiblätter auf Kohle verbrannte. Ein im 14. Jahrhundert verfasster bairisch-alemannischer Salbeitraktat, der vor allem an medizinische Laien gerichtet war, aber auch von Ärzten benutzt wurde, beruht auf dem vor 1325 entstandenen Branntweintraktat des Taddeo Alderotti und empfiehlt ein auf Branntwein und Salbei basierendes aqua vitae zur Erhaltung von Jugendfrische und für ein langes Leben. Im Kreuterbuch der Fassung von 1551 beschrieb Hieronymus Bock den Salbei nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als Küchenkraut. Während der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 begannen Diebe ohne Furcht vor Ansteckung die Leichname auszuplündern. Sie wurden gefasst und die Ratsherren schenkten ihnen für die Preisgabe ihres Geheimnisses das Leben. Sie verwendeten in Essig eingelegten Salbei und ein wenig andere Zutaten wie Thymian, Lavendel und Rosmarin. Zum Schutz vor der Pest rieben sie sich damit den ganzen Körper ein. Ein Jahrhundert später in Marseille folgten andere Gauner diesem Beispiel. Salbei gehörte früher auch zu den Mitteln, die Schwangeren helfen sollten. So empfahl die berühmte Londoner Hebamme Mrs. Jane Sharp in ihrem 1671 erschienenen Geburtshandbuch The Midwives Book, Or the Whole Art of Midwifery Discovered, dass eine Schwangere jeden Morgen ihren Körper mit einem mit Salbei gewürzten Ale stärken solle. Auch Hippokrates hatte Salbei als Uterus-Heilmittel verwendet. Weißdorn | Spitzwegerich | Huflattich | Echtes Johanniskraut | Große Brennnessel | Acker-Schachtelhalm | Salbei | Königskerze | Rosmarin | Thymian | Echte Kamille | Mistel / Salbei | Gemeine Schafgarbe / Tausendgüldenkraut | Lein | Zitronenmelisse | Duftveilchen | Echter Lavendel | Ringelblume | Gewürznelkenbaum | Rosmarin | Koloquinte | Damaszener-Rose | Anis | Zwiebel | Kubeben-Pfeffer | Gänseblümchen | Ingwer | Echtes Johanniskraut | Gemeine Wegwarte | Meerrettich | Große Brennnessel | Weinrebe | Schwarzer Holunder | Sommerlinde, Winterlinde Echte Kamille | Zitronenmelisse | Knoblauch | Echter Buchweizen | Echte Arnika | Stechender Mäusedorn | Artischocke | Pfefferminze | Gartenkürbis | Echter Thymian | Echter Hopfen | Gewöhnliche Rosskastanie | Fenchel | Gemeiner Efeu | Passionsblume | Süßhölzer | Große Kapuzinerkresse | Spitzwegerich | Echtes Johanniskraut | Echter Kümmel | Saat-Hafer | Gewöhnlicher Andorn | Weißdorn | Echter Lavendel | Myrrhenbaum | Mönchspfeffer | Echter Salbei | Blutwurz |
2024-12-04 04:40:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/Diego_Yanez | Diego José Yanez Gimenez ist ein Schweizer Journalist. Yanez lebt seit 1961 in der Schweiz. Sein Bürgerort ist Ufhusen, wo er im Jahr 1999 eingebürgert wurde. Er wuchs im Kanton Solothurn auf. Er besuchte 1965 bis 1971 die Primarschule und 1971 bis 1974 die Bezirksschule in Dornach SO. 1974 bis 1977 absolvierte er die Handelsmittelschule an der Kantonsschule Kollegium Schwyz, die er mit dem Handelsdiplom abschloss. 1977 bis 1981 durchlief er eine interne Fachausbildung bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in Zürich. 1981 bis 1984 studierte er Betriebsökonomie am HWV Luzern. Er leitete 1986/1987 die Redaktion Luzern des Neuen Sonntagsblatts. Danach arbeitete er über 20 Jahre für das Schweizer Fernsehen. Ab Januar 2011 war er Chefredaktor TV und Mitglied der Geschäftsleitung von Schweizer Radio und Fernsehen. Ab März 2014 war er Direktor der Journalistenschule MAZ. 2020 ging er in Pension. |
2024-11-23 22:13:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Hennessy | Hennessy ist eine Cognac-Brennerei mit Sitz in Cognac . Sie ist ein Tochterunternehmen des Luxusgüterkonzerns LVMH. Das Unternehmen wird in achter Generation von der Familie Hennessy geführt. Gründer des Unternehmens im Jahr 1765 war der Offizier Richard Hennessy, der im 18. Jahrhundert aus Irland nach Cognac immigrierte und zunächst nur Handel betrieb. Erst sein Sohn James Hennessy begann mit der Destillation. Bereits 1794 wurden die ersten Produkte nach Übersee exportiert. Der Name der Firma lautet seit 1813 Jas Hennessy & Co. Unter der Führung von Kilian Hennessy schloss sich Hennessy 1971 mit dem Champagnerhersteller Moët et Chandon zusammen. 1987 fusionierte diese Koalition Moët Hennessy mit dem Handtaschenhersteller Louis Vuitton zum weltweiten Branchenführer in der Luxusgüterindustrie Moët Hennessy Louis Vuitton . |
2024-12-04 06:25:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Goethestra%C3%9Fe_28_(Magdeburg) | Das Gebäude Goethestraße 28 ist ein denkmalgeschütztes Pfarrhaus in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Es befindet sich auf der Nordseite der Goethestraße im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld Ost an der Adresse Goethestraße 28 in einer Ecklage zur Wilhelm-Klees-Straße. Östlich grenzt das gleichfalls denkmalgeschützte Haus Goethestraße 27 an. Das Gebäude gehört als Einzeldenkmal zum Denkmalbereich Goethestraße 22–28. Das dreigeschossige verputzte Gebäude wurde im Jahr 1902 als Pfarrhaus der auf der anderen Straßenseite befindlichen evangelischen Pauluskirche errichtet. Zur Goethestraße hin verfügt die im Stil der Neogotik gestaltete Fassade über zehn Achsen. Das Erdgeschoss ist mittels zweier Gesimse von der oberen Geschossen getrennt. Am West- und Ostende besteht jeweils ein Seitenrisalit. Die zweiachsigen Risalite werden durch Treppengiebel bekrönt. Am westlichen Seitenrisalit ist eine einachsige, von einem Pyramidendach bekrönte Loggia angefügt. Die Fensteröffnungen des Hauses sind mit Segmentbögen versehen bzw. in Kleeblattform gestaltet und zurückhaltend verziert. Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist das Pfarrhaus unter der Erfassungsnummer 094 81758 als Baudenkmal verzeichnet. Das Gebäude gilt als Teil der Bebauung an der Goetheanlage als städtebaulich bedeutsam. 52.13338611.606919Koordinaten: 52° 8′ 0,2″ N, 11° 36′ 24,9″ O |
2024-12-03 15:00:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Eskimo_(Begriffskl%C3%A4rung) | Eskimo steht für: Eskimo ist der Spitzname folgender Personen: Siehe auch: |
2024-12-02 09:48:48 | https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Wagner_(Mediziner) | Erich Wagner war ein deutsch-österreichischer SS-Sturmbannführer und Lagerarzt im KZ Buchenwald. Wagner studierte nach seiner abgeschlossenen Schullaufbahn unter anderem an der Universität Graz und Innsbruck Medizin und schloss sein Studium im Dezember 1938 mit dem Staatsexamen ab. Noch vor dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 engagierte er sich bei der in Österreich verbotenen NSDAP und SS . Danach besuchte er eine SS-Junkerschule und erhielt die Approbation. Im November 1939 wurde Wagner im KZ Buchenwald als Lagerarzt eingesetzt, wo er bis Januar 1941 tätig war. Im Juni 1940 wurde sein Dissertationsvorhaben Ein Beitrag zur Tätowierungsfrage durch Friedrich Timm, seit 1938 Vorstand der Anstalt für gerichtliche Medizin und naturwissenschaftliche Kriminalistik an der Universität Jena, angenommen. Bereits Ende November 1940 reichte Wagner die später mit „sehr gut“ bewertete Dissertation ein. Wagner wurde im September 1941 zum Dr. med. promoviert. Für diese Studie wurden 800 tätowierte Buchenwaldhäftlinge nach Inhaftierungsgründen, Herkunft, Motivation zur Tätowierung und Art der Tätowierung untersucht. Insbesondere sollten Zusammenhänge zwischen „Tätowierung und Verbrechertum“ erforscht werden. Die Arbeit wurde wohl hauptsächlich von dem Buchenwaldhäftling Paul Grünewald verfasst und durch Wagner lediglich begleitet. Dies war der Universität Jena jedoch nicht bekannt. „Vom Herbst 1940 an war SS-Hauptsturmführer Müller in der Pathologie tätig, Müller hat mit dem Lagerarzt Dr. Wagner zusammengearbeitet, der eine Doktorarbeit über Tätowierungen schrieb. Beide durchforschten das ganze Lager nach Tätowierten und ließen sie fotografieren. Die Häftlinge wurden dann vom Kommandanten Koch ans Tor gerufen, nach der Pracht ihrer tätowierten Haut ausgesucht und ins Revier geschickt. Bald darauf erschienen die besten Hautexemplare in der ‚Abteilung für Pathologie’, wo sie präpariert und jahrelang SS-Besuchern als besondere Kostbarkeiten gezeigt wurden.“ Der Häftling Gustav Wegerer, Wiener Chemieingenieur und Kapo in der Pathologischen Abteilung des KZ Buchenwald, sagte später folgendes aus: „Der SS-Arzt Dr. Wagner machte eine Dissertationsarbeit über Tätowierungen, wobei auffällig war, dass die von ihm bestellten Häftlinge starben und ihre Tätowierungen abgelöst wurden. Es ist anzunehmen, dass sie von ihm im Krankenhaus liquidiert wurden.“ Wahrscheinlich wurde Ilse Koch, Ehefrau des Lagerkommandanten Karl Otto Koch, durch diese Arbeit zur Sammlung von Gegenständen aus präparierter Haut inspiriert. Nach seinem Einsatz in Buchenwald war Wagner wahrscheinlich als Truppenarzt bei Formationen der Waffen-SS eingesetzt. Zum Kriegsende kam Wagner in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entweichen konnte. Unter einem Pseudonym lebte er unentdeckt sechs Jahre lang in Bayern. Ab 1957 praktizierte er in der Arztpraxis seiner Frau in Lahr/Schwarzwald, bis er 1958 festgenommen wurde. Wagner wurde schließlich wegen seiner in Buchenwald begangenen Verbrechen vor dem Landgericht Offenburg angeklagt und beging im März 1959 in der Untersuchungshaft im Gefängnis Oberkirch Suizid. |
2024-12-04 07:53:40 | https://de.wikipedia.org/wiki/Manantali-Talsperre | Die Manantali-Talsperre ist ein Staudamm in Mali . Der Bau war ein Projekt der Organisation pour la mise en valeur du fleuve Sénégal. Zweck der Talsperre sind neben der Stromgewinnung die landwirtschaftliche Bewässerung und Niedrigwasseraufhöhung. Der Damm wurde zwischen 1981 und 1988 durch die ECBM , ein Konsortium der europäischen Unternehmen Züblin, Dyckerhoff & Widmann und die Losinger AG bei Manantali gebaut. Planung und Bauleitung erfolgte durch die Rhein-Ruhr Ingenieur GmbH, heute RRI GmbH Rhein Ruhr International. Durch den Staudamm wird der Fluss Bafing aufgestaut. Das Kraftwerk wurde zwischen 1999 und 2002 errichtet. Am 1. Januar 2002 wurde zum ersten Mal Strom erzeugt. Zu diesem Zeitpunkt war aber nur eine der insgesamt fünf geplanten 40-MW-Turbinen installiert. Wenn das Kraftwerk einmal fertig ausgebaut ist, soll es eine Leistung von 200 MW erzeugen. Der hier erzeugte Strom wird über ein über 1300 km langes Stromnetz in Mali, Mauretanien und Senegal verteilt. Das Bauwerk hat eine Gesamtlänge von 1494 m und eine Maximalhöhe von 65 m . Es unterteilt sich in drei Abschnitte. Die beiden äußeren Abschnitte von 668 m bzw. 355 m sind Schüttdämme bestehend aus einem Lehmkern, einer Filterschicht und Felsschüttung als Stützkörper. Die restlichen 471 m bestehen aus einer Pfeilerstaumauer aus Beton, in der die sieben Grundablässe sowie die acht Überläufe der Hochwasserentlastung untergebracht sind. Zusätzlich wurden schon Einlässe für das später gebaute Wasserkraftwerk Centrale hydroélectrique de Manantali eingeplant. Der resultierende Stausee, der Manantali-See, hat ein Stauvolumen von ungefähr 11.270 Mio. m³ und eine Fläche von ca. 477 km². Er ist rund 94 km² kleiner als der Bodensee. Der Bau war seit seiner Projektierung in Mali und in den Ländern der Geldgeber umstritten. „Manantali ist ein Beispiel, wie Millionen westlicher Hilfe und arabische Petrodollars versickern; wie deutsche, französische, amerikanische Bau- und Elektrokonzerne an Drittweltprojekten verdienen.“ schrieb Der Spiegel 1992 zu dem Projekt. Die lokale Bevölkerung wurde für die Umsetzung aus den fruchtbaren Flussniederungen in die ausgelaugten Höhenlagen umgesiedelt. Sie mussten dabei ihre heiligen Stätten zurücklassen und von ihren traditionellen Anbaumethoden abweichen. Es wurden viele junge Arbeiter ausgebildet und für den Bau beschäftigt. Eine kleine Ortschaft am Rand der Baustelle wuchs binnen weniger Wochen von 200 auf 15.000 Menschen an. Es wurden ein Kino und ein Nachtclub gebaut, und Märkte mit europäischen Produkten. Dies hatte weitreichende Folgen für die lokale Bevölkerung. Die jungen Männer verließen nach dem Bau die Gegend und zogen in die Städte, da sich vor Ort keine Industrie ansiedelte. Der rasche Bevölkerungsanstieg hatte vor allem für die jungen Frauen weitreichende Konsequenzen. Inzwischen sind fast nur noch Alte und Frauen vor Ort. Den Einheimischen wurden die nötigen Techniken für die veränderte Landwirtschaft nicht vermittelt. Die Bevölkerung muss inzwischen für Wasser zahlen, was nicht mit ihrem Weltverständnis vereinbar ist. Trotz der enormen Energiegewinnung gibt es bislang vor Ort keinen Strom. |
2024-11-24 08:09:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Steve_Miller_(Musiker) | Steven Haworth Miller ist ein US-amerikanischer Sänger und Rock- und Bluesgitarrist. Er wurde mit der Steve Miller Band bekannt, zu deren erfolgreichsten Stücken The Joker, Rock’n Me, Abracadabra und Fly Like an Eagle zählen. Miller wurde 1943 in Milwaukee als Sohn des Arztes George „Sonny“ Miller, eines Jazz-Enthusiasten und Amateurproduzenten, und seiner Frau Bertha, einer vom Jazz beeinflussten Sängerin, geboren. 1950 zog die Familie nach Texas um. Seine ersten Gitarrenakkorde lernte Miller im Alter von fünf Jahren von Les Paul, der zusammen mit seiner Frau Mary Ford regelmäßig im Haus der Millers zu Besuch war; George Miller war ihr Trauzeuge. An der St. Mark’s School in Texas gründete Miller seine erste Band namens Marksmen. Er zeigte seinem Klassenkameraden Royce Scaggs einige Gitarrengriffe, damit dieser in die Band einsteigen konnte. In den 1960er Jahren besuchte er die University of Wisconsin–Madison, wo er die Band Ardells gründete. Im Jahr darauf schloss sich Scaggs dieser Formation an. Ein weiteres Jahr später stieß Ben Sidran als Keyboarder zur Band. Bevor er die Steve Miller Band gründete, war Miller zusammen mit Barry Goldberg in einer Band namens Goldberg-Miller Blues Band, die 1965 gegründet wurde und eine Single veröffentlichte, bevor Miller die Band verließ. Von dieser Formation sind danach noch weitere Lieder erschienen, von denen allerdings nur drei von Miller gesungen wurden. 1967 gründete er die Steve Miller Band, trat mit ihr beim Monterey Pop Festival auf und steuerte drei Lieder zum Soundtrack für den Hippiefilm Revolution bei. Bei diesen Liedern übernahm er selbst den Gesang. 1968 erschien das Album Children of the Future, das erste einer Reihe von Alben, die tief im psychedelischen Bluesstil verwurzelt waren, der damals San Franciscos Szene beherrschte. Sailor, Brave New World, Your Saving Grace und Number Five folgten. Diese erste Periode von Millers Musikgeschichte fasst zum Großteil die Doppel-Album-Kompilation Anthology aus dem Jahr 1972 zusammen. Boz Scaggs war in der Anfangsphase ein wichtiges Mitglied der Band, allerdings nur für die ersten beiden Alben, bevor er seine eigene Solokarriere startete. 1970 nahm Miller mit Musikern wie Dave Mason einige Stücke für Neil Merryweathers „All-Star-Album“ Word of Mouth auf. Außerdem kam es zu einem kurzfristigen Zusammenspiel mit John Lee Hooker: Steve Miller nahm im November 1970 mit ihm das Album Endless Boogie auf. Produzenten waren Bill Szymczyk und Ed Michel. Steve Miller spielt bei einigen Titeln Electric Piano und Gitarre. Das Album The Joker markierte im Jahr 1973 den Beginn einer zweiten Phase von Millers Karriere: obwohl noch immer von Vorläufern inspiriert, bescherte es der Band in Form des Titelsongs einen Nummer-eins-Hit in den USA, und einige weitere beliebte Stücke wie Sugar Babe, Shu Ba Da Du Ma Ma Ma, Something to Believe In. The Joker wurde 1990 neu aufgenommen und blieb auch in dieser Version länger an der Spitze der englischen Single-Charts, nachdem es als TV-Werbe-Jingle für die Jeans-Firma Levis eingesetzt worden war. Miller ließ 1976 Fly Like an Eagle folgen und 1977 Book of Dreams. Diese beiden Alben waren der Höhepunkt seiner Karriere. Beide erreichten Spitzenpositionen in den Albumcharts und sorgten für größere Hit-Singles, darunter Rock’n Me, Take the Money and Run, Jet Airliner und Jungle Love. Die Steve Miller Band wurde im selben Jahr Vorgruppe einer größeren Stadiontournee mit den Eagles. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs zog sich Miller aus dem Aufnahme- und Tourleben zurück, tauchte jedoch 1981 mit dem Album Circle of Love wieder auf. Die gesamte zweite Seite des Albums bestand aus einem über 18-minütigen Stück, einer Art experimentellem Rapsong, mit dem sich Miller textlich gegen die damalige US-Politik richtete. Die Verkaufszahlen waren allerdings eher enttäuschend. 1982 kehrte er mit einem weiteren Hit-Album zu seiner Pop-Formel zurück: Abracadabra. Die gleichnamige Single belegte in den USA, Japan und vielen europäischen Ländern Platz eins der Hitparaden. Auch Goodbye Love, Keeps Me Wondering Why und Give It Up, sowie die B-Seite von Abracadabra, Never Say No, wurden kleinere Hits in manchen Ländern Europas. Es war allerdings Millers letzter großer kommerzieller Erfolg; sporadisch folgten eine Reihe von Best-of-Alben, Live-Kompilationen und Versuche, einen „neuen“, dem digitalen Zeitalter angepassten Bandstil zu etablieren. 1988 erschien ein erstes Soloalbum: Born to Be Blue. Steve Miller wollte beweisen – so stellte er es seinerzeit z. B. in einem Fernsehinterview mit Annette Hopfenmüller dar –, dass sich eine Bluesgitarre ohne weiteres über Standard-Jazz-Songs spielen lässt. Die Singleauskopplung Ya Ya, eine Coverversion von Lee Dorsey, floppte jedoch. Ein weiterer Comeback-Versuch im Jahre 1993 mit dem Album Wide River scheiterte trotz passabler Verkaufszahlen vermutlich an der Wahl der Singleauskopplungen und der abermals, im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen, glatten Produktion. Außerdem spielte er im selben Jahr für das Muddy-Waters-Tributealbum von Ex-Free-Sänger Paul Rodgers, auf dem sich auch weitere Gitarristen wie Jeff Beck, Neil Schon, Richie Sambora, Trevor Rabin, Gary Moore, Slash, Brian Setzer, David Gilmour, Brian May und Buddy Guy austoben durften, die Gitarre für den Bluesklassiker I’m Your Hoochie Coochie Man ein. Steve Miller hatte danach zunächst – nach eigenen Aussagen wegen seines getrübten Verhältnisses zur Musikindustrie – kein Studioalbum mehr aufgenommen. Allerdings arbeitete er in der Zwischenzeit mit Paul McCartney für dessen 1997 für den Grammy nominiertes Album Flaming Pie zusammen. Dort ist er auf einem Song im Leadgesang und an der Gitarre zu hören, eine späte musikalische Danksagung McCartneys in Erinnerung an seine Jam-Session mit Miller zur Zeit von My Dark Hour . Während Miller sich in der Zwischenzeit aus dem Bereich der Plattenproduktion fast gänzlich zurückgezogen hatte, hat er seit 1993 immer wieder Touren absolviert, die sich allerdings fast nur auf Konzerte in den USA und Kanada beschränkten. 2006 erschien bei Capitol Records, dem ursprünglichen Stamm-Label Millers, zum 30-jährigen Jubiläum der Platte eine CD-DVD-Kopplung des Albums Fly Like an Eagle. Unter dem enthaltenen Bonusmaterial findet sich eine Konzertfilmaufnahme aus dem Jahr 2005 mit Gaststars wie George Thorogood und Joe Satriani. Auch auf dem Les-Paul-Tributealbum von 2005, Les Paul & Friends, ist Miller neben Künstlern wie Eric Clapton, Sting, Sam Cooke, Buddy Guy, Keith Richards, Peter Frampton, Billy Gibbons, Edgar Winter, Rick Derringer, Neil Schon, Richie Sambora, Joe Perry und Jeff Beck mit einer Neuaufnahme seines Rockklassikers Fly Like an Eagle vertreten. Nach langjähriger Studiopause wurde im Juni 2010 mit Bingo! ein neues Album veröffentlicht, das sofort Platz eins der amerikanischen Billboard-Blues-Albumcharts eroberte. Im August 2010 begann zudem eine Tournee durch Kanada, die USA und Europa. 2016 wurde Miller in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar Weitere Livealben grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar Weitere Kompilationen Weitere Singles Goldene Schallplatte Platin-Schallplatte 2× Platin-Schallplatte Diamantene Schallplatte Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden. |
2024-12-03 15:46:29 | https://de.wikipedia.org/wiki/Akinetische_Krise | N04BB01 fest 180 °C wenig löslich in Wasser Achtung 900 mg·kg−1 Amantadin ist ein Derivat des Adamantan. Es wird als Arzneimittel zur Behandlung der durch Influenza-A-Viren verursachten Grippe und zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Amantadin ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der vom Influenza-A-Virus ausgelösten Influenza geeignet ist. Amantadin kann in therapeutischer Dosis die Fieberdauer einer Grippeerkrankung des Typ-A-Virus um etwa einen Tag verkürzen. Auf Grund häufig auftretender Nebenwirkungen, wie z. B. Durchfall, Depression, epileptischer Anfälle, Tachykardie und peripherer Ödeme, wird dieses Medikament nur noch selten angewendet. Amantadin wird auch in der Parkinson-Therapie eingesetzt. Es schwächt die beim Morbus Parkinson auftretende Überaktivität acetylcholinerger striataler Interneurone ab und bremst als schwacher NMDA-Rezeptor-Antagonist den Einfluss glutamaterger Projektionen aus dem Kortex. Außerdem wirkt Amantadin indirekt agonistisch an Dopamin-Rezeptoren im Gehirn durch gesteigerte Dopaminfreisetzung sowie durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme in die präsynaptischen Nervenzellen. Amantadin kann in der Therapie Levodopa-induzierter Dyskinesien sowie in der Behandlung der akinetischen Krise, einem lebensbedrohlichen Zustand mit einer Stunden bis Tage dauernden Bewegungsblockade, hohem Fieber und starkem Schwitzen, eingesetzt werden. In der Frühphase der Erkrankung sollte es nicht angewandt werden. Weiterhin wurde eine möglicherweise positive Wirkung bei der Behandlung von Entzugserscheinungen Kokainabhängiger untersucht. Eindeutige – wissenschaftlich fundierte – Evidenz für diese These kann jedoch bis dato nicht gewährt werden. Daneben wurde Amantadin zur Behandlung der Fatigue bei multipler Sklerose eingesetzt, allerdings erklärte der G-BA es im Mai 2011 bei Fatigue für unwirksam. Weiterhin wird außerhalb der Zulassung Amantadin bei Bewusstseinsstörungen nach Hirnverletzung eingesetzt, in der Vorstellung, durch die dopaminergen Effekte das Arousal zu erhöhen. Kleinere Studien zeigten dabei teilweise positive Effekte, wobei Beginn, Dauer und vorliegende Erkrankung sich in den Studien stark unterschieden. Das Medikament unterliegt in Deutschland und Österreich der ärztlichen Verschreibungspflicht. Amantadin wirkt hemmend auf das uncoating, d. h. auf die Freisetzung der viralen Erbinformation in das Cytoplasma der Wirtszelle. Dabei blockiert Amantadin das in der Hülle enthaltene Ionenkanal-Protein M2. Allerdings wird dieser Effekt bei therapeutischer Dosierung des Wirkstoffs nur bei Influenza-A-Viren erreicht. Eine Inhibition von Influenzaviren Typ B und anderen behüllten Virusformen wird erst bei Konzentrationen jenseits der therapeutischen Breite erreicht. Bei einigen RNA-Viren verhindert Amantadin-Hydrochlorid das Eindringen und 'uncoating', d. h. die Freisetzung der viralen Nukleinsäure. Amantadin ist ein schwacher Antagonist des NMDA-Rezeptors , erhöht die Freisetzung von Dopamin und blockiert die Dopamin-Wiederaufnahme. Dies erlaubt eine schwache Wirksamkeit im Rahmen der Parkinson-Therapie. Weiterhin findet es Einsatz beim medikamenten-induzierten Parkinsonismus oder in Kombination mit L-DOPA, um L-DOPA-bedingte Dyskinesien zu behandeln. Amantadin hat in der EU und den USA keine veterinärmedizinische Zulassung. Amantadin wird in der Tiermedizin im Off-Label-Use als Schmerzmedikation bei Kleintieren eingesetzt, häufig in Kombination mit einem NSAID. Beim Pferd wird die Anwendung bei Equiner Influenza und der Borna Erkrankung beschrieben. Im Jahr 2005 wurde der Wirkstoff in Thailand und Vietnam – im Glauben damit gegen Influenza-A-Virus H5N1 schützen zu können – in großen Mengen Geflügel verabreicht . Die dortigen Virenstämme waren gegenüber Amantadin aber schon resistent. In Europa und den USA hat Amantadin keine Zulassung in der Veterinärmedizin. Eine Verwendung von Amantadin bei Lebensmittel liefernden Tieren ist daher unzulässig. In der Umwelt ist Amantadin persistent und mobil. Amant , Amixx , Hofcomant , PK-Merz , Symmetrel , tregor , zahlreiche Generika |
2024-12-03 23:50:23 | https://de.wikipedia.org/wiki/Erl%C3%B6serbund | Erlöserbund, lat. Congregatio Salvatoris Mundi, war eine deutsche römisch-katholische Ordensgemeinschaft bischöflichen Rechts. Das Mutterhaus stand in der Poppelsdorfer Allee in Bonn. Ziele der Kongregation waren die Frauenemanzipation und die Bildung der Frau. Sie betrieb Kindergärten, Haushaltsschulen, Studentinnenheime und Damenstifte, die sich durch landwirtschaftliche Betriebe finanzierten. Dadurch gab sie Frauen eine berufliche Perspektive, indem sie ihnen eine Berufsausbildung oder ein Studium ermöglichte. Der Erlöserbund wurde 1916 von Else Mayer und Alexandra Bischoff gegründet. Der Orden wurde, da es sich um einen „weltlichen“ Orden handelte, in der NS-Zeit nicht aufgelöst. Er gab Personen um Konrad Adenauer in dieser Zeit Zuflucht. Nach dem Krieg organisierte Else Mayer im Mutterhaus Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zum Thema Frauenemanzipation, die auch in Universitäts- und Regierungskreisen Beachtung fanden und die Gesetzgebung beeinflussten. Der Orden wurde erst 1956 von Joseph Kardinal Frings anerkannt. Grund für die späte Anerkennung war vermutlich die relativ progressive Haltung. Damals hatte er ungefähr 150 Mitglieder. 2005 wurde der Orden wegen Nachwuchsmangels aufgehoben und in die Else-Mayer-Stiftung umgewandelt. Diese führte den ursprünglichen Ordenszweck weiter und verlieh von 2006 bis 2018 den Else-Mayer-Preis. 2019 löste sich die Stiftung auf und übertrug ihr Vermögen dem Hildegardis-Verein. Dieser vergibt seitdem an studierende Frauen ein Else-Mayer-Darlehen. |
2024-12-03 20:09:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liebelei_(1913) | sowie Carl Alstrup, Oluf Billesborg, Ingeborg Olsen, Birger von Cotta-Schønberg, Maja Bjerre-Lind Liebelei ist ein dänischer Stummfilm aus dem Jahre 1913 von August Blom und Holger-Madsen nach dem gleichnamigen Schauspiel von Arthur Schnitzler. Nordisk-Star Valdemar Psilander spielte eine der vier Hauptrollen. Leutnant Fritz Lobheimer hat ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau. Wenig später lernt er das Mädchen Christine kennen und beide verlieben sich ineinander. Eines Tages entdeckt der betrogene Ehemann Beweise für die Untreue seiner Frau. Um Genugtuung zu erlangen und seine Ehre wiederherzustellen, fordert er den jungen Mann zum Duell. Lobheimers bester Freund Theo Kaiser versucht vergeblich das Duell zu verhindern. Ehe er eingreifen kann, stirbt sein Freund Fritz. In Einzelfällen nahmen sich die beiden Regisseure die inszenatorische Freiheit, eigene Ideen einzubringen. Ein Beispiel: „Die Duellszene wird durch eine wirksame ikonographische Lösung realisiert, die den Raum durch eine dreieckige Form dynamisiert.“ 1912 trat die dänische Produktionsfirma Nordisk mit Schnitzler in Kontakt, um die Bedingungen für eine Verfilmung seines Dramas Liebelei auszuhandeln. Der österreichische Schriftsteller selbst sollte das Drehbuch schreiben. In seinem Tagebuch notierte Schnitzler den Beginn der Arbeit am „Film Liebelei“ am 26. September 1912. Am 3. Januar 1913 schickte Schnitzler die erste Fassung des Manuskripts nach Kopenhagen an die Nordisk. In den folgenden beiden Monaten arbeitete er das Drehbuch noch detaillierter aus. Schnitzler griff für sein Drehbuch auf die Pläne zu einem „Volksstück“ zurück, als das er Liebelei ursprünglich geplant hatte: Anders als im 1895 uraufgeführten Drama, sollte der Film das Kennenlernen von Fritz und Christine in einer Tanzschule, Fritz bei seiner Geliebten und das Duell explizit zeigen. Auch das Ende erweiterte Schnitzler gegenüber der Bühnenfassung, wobei er zwei Varianten vorschlug: Entweder sollte Christine an Fritz’ Sarg niederstürzen oder – diese Variante bevorzugte er – zu spät zur Trauerfeier kommen, von Fritz’ Wohnung weiter zum Friedhof laufen und dort, nach dem Begräbnis, am noch offenen Grab zusammensinken. Für den Film wurde die erste Variante gewählt. Liebelei wurde nicht, wie regelmäßig zu lesen ist, am 22. Januar 1914 in Dänemark uraufgeführt. Eine Sonderaufführung im kleinen Kreis, dem auch Schnitzler angehörte, fand bereits am 20. Dezember 1913 statt. Anfang März 1914 wurde Liebelei offiziell auch in Deutschland erstmals gezeigt. Liebelei galt neben dem nahezu zeitgleich gedrehten und uraufgeführten Großfilm Atlantis als die zweite ambitionierte, dänische Literaturverfilmung der Nordisk im Jahre 1913. In seinen finanziellen und gestalterischen Mitteln war dieser Film im Vergleich zu Bloms Hauptmann-Verfilmung sehr viel bescheidener angelegt. In einer kleinen aber nicht unwichtigen Rolle als der Tod ist Carl Schenstrøm zu sehen, die lange und dürre Hälfte des späteren Komiker-Duos Pat & Patachon. Schnitzler selbst kommentierte den Film mehrfach. Überliefert ist sein Tagebucheintrag vom 20. Dezember 1913. Dort spricht er von „Im Ganzen mäßiger Genuß“. In einem Brief an die Nordisk vom 23. Dezember 1913 fiel sein Gesamturteil gnädiger aus: „…recht befriedigend, in manchen Momenten sogar sehr gut.“ Er kritisierte hingegen expressis verbis die „Geistererscheinungen“, die Duellszene und, wie er sich ausdrückte, den „zipelzapelige Straßenlauf“ Christines. Die darstellerischen Leistungen sah Schnitzler als „großenteils vorzüglich“ an, „besonders von Seiten der Herren“. Hingegen beklagte Arthur Schnitzler sich massiv über den Begleittext im Programmheft und distanzierte sich von diesem. Der Film ist als 15-minütiges Fragment erhalten. Liebelei steht für den Versuch, mit dem Autorenfilm die Kinematografie, die bis zu dieser Zeit kaum mehr als ein schlichtes Rummelplatzvergnügen angesehen wurde, qualitativ anzuheben und damit einem sich allmählich emanzipierenden Publikumsgeschmack nachzukommen. So entstanden im Jahr 1913 in diversen mitteleuropäischen Ländern ambitionierte Literaturverfilmungen: in Dänemark wurde, neben Liebelei, eine Adaption von Gerhart Hauptmanns Atlantis hergestellt, in Deutschland liefen die literarischen Werke Der Andere und Der Student von Prag an. In Österreich-Ungarn spielte der Theaterstar Alexander Girardi eine Auswahl seiner größten Theatererfolge in der ersten Großproduktion seines Landes, Der Millionenonkel. In Deutschland und Österreich-Ungarn wurde vermerkt, dass die dänische Liebelei-Filmversion dieses Ur-Wiener Stoffs ihren skandinavischen Hintergrund nicht verhehlen konnte. Schnitzler selbst notierte in seinem Tagebuch am 20. Dezember 1913: „Kopenhagen ist die Scene“. Alles in allem wurde der Film zwar kontrovers, aber nicht ablehnend aufgenommen. In der Vossischen Zeitung lobte man 1914 zwar die optische Illustration der Produktion, bemängelte aber die Unfähigkeit der Macher, die Komplexität der Schnitzler-Vorlage zu begreifen und filmisch umzusetzen. Bild & Film spottete sogar: „Das sentimentale Frauenpublikum allerdings wird sich vielleicht den Film gefallen lassen und vor Rührung sich eine Träne aus dem Auge wischen…“. Andere Blätter wie Der Tag und Lichtbild-Bühne sahen hingegen in dem Werk „neue Dichtung“. Drei weitere Einzelkritiken: In Der Tag ist zu lesen: „Dort wo die Naturaufnahmen aus der Umgebung Wiens und dem Prater mitsprachen, gab es sogar reiche, stimmungserweckende Wirkungen, die das Auge erfreuen konnten.“ Der Kinematograph schrieb: „Man hat wohl kaum einen Film gesehen, der so eindringlich die eigene, resignierte Stimmung der wienerischen Genußwelt wiedergibt, wie gerade diese ‚Liebelei‘.“ Die Neue Freie Presse befand: „Dieses Werk ist mit allen künstlerischen und technischen Mitteln ausgeführt, die kinematographische Erfahrung bisher gesammelt hat. Die Wiedergabe des kleinbürgerlichen Milieus bei dem alten Musiker sowie des eleganten Junggesellenheims bei Fritz, hübsche Straßenbilder und Naturaufnahmen, das stilgerechte Duell, last not least die vollendete Darstellung wirken zusammen, um ein sehenswertes Kunstwerk zu gestalten.“ |
2024-12-02 00:49:21 | https://de.wikipedia.org/wiki/William_Marvin | William Marvin war ein US-amerikanischer Jurist und Politiker und von Juli bis Dezember 1865 der siebte Gouverneur des Bundesstaates Florida. William Marvin wuchs im Staat New York auf und besuchte dort die örtlichen Schulen sowie später die Homer Academy. Nach einem Jurastudium wurde er 1833 als Rechtsanwalt zugelassen. Im Jahr 1835 wurde er von Präsident Andrew Jackson zum Bezirksstaatsanwalt von Key West im Florida-Territorium ernannt. Dort wurde er Mitglied der Territorialverwaltung sowie Mitglied der Kommission, die 1839 die Verfassung für den zukünftigen Bundesstaat Florida entwarf. Ebenfalls 1839 wurde er von Präsident Martin Van Buren zu einem Richter in Florida ernannt. Im Jahr 1847 berief ihn Präsident James K. Polk als Richter an das Bundesberufungsgericht für den südlichen Bereich Floridas. Diese Position behielt Marvin bis 1863. Zu dieser Zeit befand sich die Nation schon mitten im Bürgerkrieg. Marvin trat 1863 von seinem Richteramt zurück und kehrte für kurze Zeit in seine New Yorker Heimat zurück. Nach der Flucht und der anschließenden Verhaftung von Gouverneur Abraham K. Allison wurde Marvin von Präsident Andrew Johnson zum provisorischen Gouverneur von Florida ernannt. Er trat sein neues Amt am 13. Juli 1865 an. Seine Hauptaufgabe war die Wiederherstellung einer Regierung nach dem Ende des Bürgerkrieges. Zu diesem Zweck berief er eine Versammlung ein, die im Oktober zusammentrat, um über eine neue Verfassung zu beraten. Außerdem musste der Sezessionsbeschluss von 1861 widerrufen werden. Die neue Verfassung sah unter anderem die Schaffung des Amtes eines Vizegouverneurs vor. Diese Verfassung trat am 7. November in Kraft, wurde aber niemals vom Volk in einer Abstimmung gebilligt. Auch der Kongress lehnte unter dem Einfluss der radikalen Republikaner die Verfassung ab und stellte Florida, wie die anderen ehemaligen Konföderierten Staaten, im Rahmen der Reconstruction unter militärisches Besatzungsrecht. Erst 1868 wurde dann eine neue Verfassung entworfen. Marvin blieb noch bis zum 20. Dezember im Amt. An diesem Tag wurde er von David S. Walker abgelöst. Im Jahr 1866 wurde Marvin von den Bürgern Floridas in den US-Senat gewählt. Dort wurde ihm aber von den radikalen Republikanern, wie den meisten anderen Vertretern der Südstaaten auch, der Sitz verwehrt. Nach diesen Erfahrungen zog sich Marvin aus der Politik zurück. Er hatte kein weiteres öffentliches Amt mehr bekleidet. Er verließ Florida und zog nach Skaneateles in New York, wo er wieder als Rechtsanwalt arbeitete. Dort ist er im Jahr 1902 verstorben. Militärgouverneur : Jackson Florida-Territorium : Duval | Eaton | Call | Reid | Call | Branch Bundesstaat Florida : Moseley | Brown | Broome | M. Perry | Milton | Allison | Marvin | Walker | Reed | Hart | Stearns | Drew | Bloxham | E. Perry | Fleming | Mitchell | Bloxham | Jennings | Broward | Gilchrist | Trammell | Catts | Hardee | Martin | Carlton | Sholtz | Cone | Holland | Caldwell | Warren | McCarty | Johns | Collins | Bryant | Burns | Kirk | Askew | Graham | Mixson | Martinez | Chiles | MacKay | Bush | Crist | Scott | DeSantis |
2024-12-04 03:53:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Postmietbeh%C3%A4lter | Ein Postmietbehälter war eine am 1. April 1955 von der Deutschen Post der DDR eingeführte Verpackung für Postsendungen aus stabilem Karton aus Vollpappe mit abnehmbarem Deckel in unterschiedlichen Größen, die in den Postämtern zum Versenden von Paketen gegen ein Pfand von 50 Pfennigen geliehen werden konnte. Das Pfand erhielt jeder zurück, der einen PMB auf dem Postamt abgab. Zum Tag der Briefmarke 2009 gab es in Radebeul einen Sonderstempel, auf dem ein Postmietbehälter Typ C2 abgebildet war. |
2024-12-02 05:37:18 | https://de.wikipedia.org/wiki/Studentisches_Brauchtum | Zum studentischen Brauchtum gehören diverse, teilweise seit dem Mittelalter existierende Bräuche, Rituale, Verhaltensmuster, Sitten, Zeremonien und Feste, die das Studentenleben prägten und in unterschiedlicher Ausprägung an den meisten Universitäten auch heute noch existieren. Im deutschsprachigen Raum löste sich das studentenspezifische Brauchtum im Zuge der 1968er-Studentenbewegung weitgehend auf und öffnete sich der allgemeinen Jugendkultur. Besonders gepflegt wird es heute noch in traditionellen Studentenverbindungen. Das historische Brauchtum der Studenten wird von Studentenhistorikern erforscht und in Studentenmuseen dokumentiert. Seit dem Mittelalter bis tief in die 1960er Jahre war das Leben der Studenten stark von demjenigen anderer junger Menschen ihrer Altersgruppe abgesondert. Da die Universität so umfassende studentenspezifische soziale Rollenangebote machte, hat der Soziologe Klaus Allerbeck das damalige „Student Sein“ als „totale Rolle“ charakterisiert, die sich erst in den 1970ern zu einer sozial differenzierten Rolle unter anderen entwickelte. Entsprechend dieser totalen Rolle entwickelte sich ein entfaltetes spezifisch studentisches Brauchtum, das sich in zahlreichen besonderen Verhaltensweisen äußerte. Diese umfassten beispielsweise Zustimmungs- oder Ablehnungsformen wie Beifallklopfen, Scharren, Auszischen oder das Ausbringen von vivat bzw. pereat, Auszüge und Aufzüge, Komitat und Eingangsgeleit, Fackelzüge, Katzenmusik, Bierstaaten sowie die Pflege des gesellschaftlichen Lebens. Dazu gehören auch spezielle studentische Kartenspiele wie etwa Quodlibet. Auch eine Studentensprache mit eigenen Anreden gehörte dazu. Ebenso waren Studentenlieder und das studentische Fechten lange Zeit wichtige Elemente des studentischen Brauchtums in Mitteleuropa. Zum Studentenleben und seinen Bräuchen gehörten ebenso Studentengefängnisse wegen der eigenen Gerichtsbarkeit der Universitäten, Leichenbegängnisse für Professoren und Studenten, Studierendengemeinden, Studentensport, Studentenheime, studentische Mensen, Studentenzeitungen , Studententheater, -orchester , -chöre und -kabaretts. Im frühen 15. Jahrhundert wurde der bereits in Paris und Bologna bekannte Brauch der Deposition auch in Deutschland eingeführt. Diese war ein traditionelles, eher halboffizielles Initiationsritual für Studenten, der sich bis ins 18. Jahrhundert hielt. Das Ritual ging der Immatrikulation an einer Universität voraus und beinhaltete das Ablegen der Hörner vor Eintritt ins Studium. Im 16. und 17. Jahrhundert war das Leben der Studenten vom Brauch des Pennalismus geprägt, einem Dienstverhältnis zwischen jüngeren und älteren Studenten in den studentischen Landsmannschaften. Mit der zunehmenden Ausprägung eines studentischen Standesbegriffs im Heiligen Römischen Reich der Frühen Neuzeit, der seinen Ausdruck auch im Führen eines Degens fand, entwickelte sich ein studentisches Duellwesen, aus dem im 19. Jahrhundert schließlich die heutige Mensur hervorging. Eine im 18. Jahrhundert an deutschen Universitäten üblicher studentischer Brauch war das Hospitium, bei dem ein Student als Gastgeber fungierte und seine Kommilitonen trinken lassen konnte. Im 18. Jahrhundert entstand auch der Brauch des Landesvaterstechens, bei dem Studenten – ursprünglich zu Ehren ihres Landesfürsten – gemeinsam ihre Mützen mit der Klinge eines Degens durchbohren. Insbesondere im 19. Jahrhundert prägten Studentenverbindungen mit den ihnen eigenen Insignien wie Wappen und Zirkeln, dem öffentlichen Auftreten in Mütze und Band und besonderen Feiern wie den Kneipen und Stiftungsfesten das studentische Leben. Noch aus vorindustrieller Zeit stammte die soziale Schichtung vom Fuchs als „Einsteiger“, Burschen als „voll aktives“ Mitglied und Altem Herrn als „Ehemaliger“, der auch die Burse finanziell unterstützte. Das Comitat war ein studentischer Brauch, mit dem anerkannte Waffenstudenten aus ihrer Hochschulstadt verabschiedet wurden. Er endete mit dem Aufkommen der Eisenbahn Ende der 1850er Jahre. Die Erinnerungsfeste westfälischer Musensöhne waren Treffen von westfälischen Akademikern ähnlich dem Wartburgfest und Hambacher Fest, nur nicht so radikal und epochemachend wie diese, sondern eher mit einem schöngeistigen Charakter. Der feierliche Landesvater ist ein seit dem 18. Jahrhundert gepflegter studentischer Brauch, bei dem Studentenmützen mit der Klinge eines Degens oder Schlägers durchbohrt werden. Akademische Leichenbegängnisse waren Trauerzüge zur Ehrung verstorbener Professoren und Studenten. Der Brauch stammt aus dem 13. Jahrhundert und hielt sich an deutschen Universitäten vereinzelt bis in die Zeit der Weimarer Republik. Der Kandelmarsch ist eine hundertjährige Tradition an der Hochschule Esslingen, die hauptsächlich von den Studentenverbindungen Esslingens organisiert wird. Als „Kandel“ bezeichnet man im Schwäbischen den Bereich zwischen Bordstein und Straße, den Rinnstein. Der Bullerjahn war eine Studententradition in Göttingen, die nach dem Göttinger Musiker Rudolf Bullerjahn benannt wurde. Der Bullerjahn fand von etwa 1900 bis Anfang der 1970er Jahre jede Woche im Göttinger Ratskeller statt. Die Veranstaltung war weit über Göttingen hinaus bekannt und stellte eine große touristische Attraktion dar. Der Weender Bummel war ein regionaler studentischer Brauch, der im 19. Jahrhundert in Göttingen entstand und bis in die frühen 1930er Jahre hinein lebte. Zum Leipziger Studentenfasching gehören eine Reihe von Faschingsveranstaltungen in Leipzig, die ausschließlich von Studenten organisiert werden. Sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von bekannten, vor allem westdeutschen Sitzungs- und anderen Karnevalsveranstaltungen, insbesondere in der Entstehung und bei Gebräuchen. Der Ledersprung ist in Österreich eine Aufnahmezeremonie oder Ehrung für Angehörige und Freunde des Montanwesens. Er ist heute ein fixer ritueller Bestandteil des Studiums an der Montanuniversität Leoben und steht in der Tradition der dortigen Studentenverbindungen. Der Ritus des Ledersprunges soll das Zusammengehörigkeitsgefühl unter sämtlichen im Berg- und Hüttenwesen Beschäftigten zum Ausdruck bringen und stärken. Der Marktfrühschoppen in Marburg war eine jährlich am ersten Sonntag im Juli stattfindende Veranstaltung auf dem Marburger Marktplatz, die in erster Linie von Studentenverbindungen getragen wurde. Es wurde von den Veranstaltern als das „kürzeste Volksfest Deutschlands“ bezeichnet. Der Bützower Hoftag war ein Fastnachtsspiel von Studenten der Universität Rostock. In Bützow verulkte es wilhelminisches Gepränge. Das Tübinger Stocherkahnrennen ist ein traditionelles Bootsrennen studentischen Ursprungs auf dem Neckar. Als solches handelt es sich um ein lokal bedeutendes und überregional bekanntes touristisches Ereignis. Der Wiener Akademikerball ist ein seit 2013 jährlich stattfindender Ball in der Wiener Ballsaison, der von der Freiheitlichen Partei Österreichs , Landesgruppe Wien, organisiert wird. Er gilt als Nachfolger des Wiener Korporations-Balls, der von 1952 bis 2012 jährlich von farbentragenden und mehrheitlich schlagenden Hochschulkorporationen ausgerichtet wurde. Die Rudolfina-Redoute ist ein nach den stilistischen Vorbildern der Wiener Ballkultur ausgerichteter Maskenball in Wien. Sie findet traditionell am Faschingsmontag während der Wiener Ballsaison in der Wiener Hofburg statt und wird von der KÖStV Rudolfina Wien ausgerichtet. Die Redoute ist der größte Maskenball Wiens. Die Frackwoche ist ein alljährlich durchgeführter Anlass der Absolventen des ehemaligen Technikum Winterthur, das heute als eigenes Departement der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften geführt wird. Im Rahmen dieses Anlassens lassen sich alle Absolventen während 100 Tagen einen Bart wachsen und kleiden sich in der Woche vor der Diplomübergabe ausschließlich im Frack. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in Belgien Baptême. Das Boat Race ist eine jährlich auf der Themse in London ausgetragene Ruderregatta zwischen den beiden renommierten englischen Universitäten Oxford und Cambridge. Unter Bizutage versteht man in Frankreich und den frankophonen Ländern lokal unterschiedlich ausgestaltete Initiationsriten im Ober- und Hochschulmilieu, die bis in die Gegenwart häufig die Grenzen zu Misshandlung, Demütigung, sexuellen Übergriffen oder mitunter Schutzgelderpressung überschritten haben. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in Italien nonnismo. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in den Niederlanden ontgroening. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in Polen fala. Die Juwenalia sind ein polnischer studentischer Brauch im Mai vor den Abschlussprüfungen ein dreitägiges Fest zu veranstalten. Die Praxe ist ein Aufnahmeritual für die Erstsemesterstudenten an den Universitäten in Portugal. Während des Zeitraumes dieser werden die Erstsemester von den höheren Semestern schikaniert und häufig entwürdigende Tätigkeiten verlangt. Repúblicas sind Organisationen in Portugal und Brasilien, die Wohnmöglichkeiten für Universitätsstudenten in Selbstverwaltung bereitstellen. Tunas sind Vereinigungen von Studenten, wessen Mitglieder, die Tunos, zu festlichen Anlässen traditionelle, weitgehend schwarze Kleidung tragen und, auf Gitarre und Bandola begleitet, Lieder darbringen. Lundakarnevalen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Karneval, den die Studenten der Universität im schwedischen Lund alle vier Jahre durchführen. Quarnevalen ist ein traditionsreicher Umzug durch Stockholm, der seit 1910 veranstaltet wird. Er findet heute alle drei Jahre im Mai statt und versteht sich als Mischung einer schwedischen Parodie des Karnevals in Rio und Studentenulk, bei dem aber auch ernsthafte Themen angesprochen werden, wie etwa im Jahre 2005 die Schwedische U-Boot-Affäre. Auch in Spanien gibt es die Tunas. Majáles ist in Tschechien ein traditionsreiches Studentenfest, das im Mai gefeiert wird. In der Vergangenheit trug es häufig deutliche Zeichen des Aufbegehrens der Obrigkeit gegenüber. Das Fest wie auch die Umzüge fanden in der Regel in mehreren Städten statt. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in den Brasilien trote. Auch in Brasilien gibt es die Tunas und die Repúblicas. Auch im restlichen Lateinamerika gibt es die Tunas. Ähnliche Rituale, wie die Bizutage, sind in vielen anderen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen verbreitet, so in den USA hazing. Homecoming ist eine jährliche Tradition an einigen Universitäten, High Schools und Colleges in den USA. Eine White Coat Ceremony ist ein verhältnismäßig neues Ritual vor allem in medizinischen Studien auf der ganzen Welt. Typischerweise tragen die Studierenden während oder nach der Festveranstaltung einen Kittel, der als Symbol Namensgeber wurde. Die erste White Coat Ceremony weltweit fand an der Universität von Chicago 1989 statt die erste in ihrer heutigen Form jedoch am Columbia University College of Physicians and Surgeons. Während über 100 Medical Schools in den USA White Coat Ceremonies durchführen, werden sie in Europa erst seit wenigen Jahren abgehalten. Im Deutschland hielt die Fachschaft der Universität Köln am 13. Oktober 2010 ab. Die erste White Coat Ceremony in Österreich fand am 8. Oktober 2012 an der Medizinischen Universität Graz statt. |
2024-12-02 06:21:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/Aprobarbital | 5-Allyl-5-isopropylbarbitursäure N05CA05 Barbiturate, Hypnotika, Sedativa fest Gefahr 200 mg·kg−1 Aprobarbital ist ein Arzneistoff, genauer ein Barbiturat. Chemisch betrachtet ist es ein Barbitursäure-Derivat. Es wurde von Ernst Preiswerk in den 1920er-Jahren erstmals synthetisiert. Es hat sedative, hypnotische und antikonvulsive Wirkungen und wurde vor allem zur Behandlung von Schlafstörungen verwendet. Es ist heute durch andere Barbiturate verdrängt, in Deutschland sind keine Präparate auf der Basis von Aprobarbital mehr zugelassen. |
2024-12-04 04:47:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Biologie#Geschichte | Biologie oder historisch auch Lebenskunde ist die Wissenschaft von der belebten Materie, den Lebewesen. Sie ist ein Teilgebiet der Naturwissenschaften und befasst sich sowohl mit den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten des Lebendigen als auch mit den Besonderheiten der einzelnen Lebewesen: zum Beispiel mit ihrer Entwicklung, ihrem Bauplan und den physikalischen und biochemischen Vorgängen in ihrem Inneren. Im Fach Biologie wird in zahlreichen Teilgebieten geforscht. Zu den ganz allgemein auf das Verständnis des Lebendigen ausgerichteten Teilgebieten gehören insbesondere Biophysik, Genetik, Molekularbiologie, Ökologie, Physiologie, Theoretische Biologie und Zellbiologie. Mit großen Gruppen der Lebewesen befassen sich die Botanik , die Zoologie und die Mikrobiologie . Die Betrachtungsobjekte der Biologie umfassen u. a. Moleküle, Organellen, Zellen und Zellverbände, Gewebe und Organe, aber auch das Verhalten einzelner Organismen sowie deren Zusammenspiel mit anderen Organismen in ihrer Umwelt. Diese Vielfalt an Betrachtungsobjekten hat zur Folge, dass im Fach Biologie eine Vielfalt an Methoden, Theorien und Modellen angewandt und gelehrt wird. Die Ausbildung von Biologen erfolgt an Universitäten im Rahmen eines Biologiestudiums, von Biologie-Lehramtsstudierenden zumindest zeitweise auch im Rahmen der Biologiedidaktik. In neuerer Zeit haben sich infolge der fließenden Übergänge in andere Wissenschaftsbereiche sowie wegen des interdisziplinären Charakters der Forschung neben der Bezeichnung Biologie weitere Bezeichnungen für die biologischen Forschungsrichtungen und Ausbildungsgänge etabliert wie zum Beispiel Biowissenschaften, Life Sciences und Lebenswissenschaften. Überlegungen zum Leben gab es bereits um 600 v. Chr. bei dem griechischen Naturphilosophen Thales von Milet, der das Wasser als den Anfang – den Urgrund – aller Dinge bezeichnet haben soll. Von der Antike bis ins Mittelalter beruhte die Biologie allerdings hauptsächlich auf der Beobachtung der Natur, also nicht auf Experimenten. In die Interpretation der Beobachtungen flossen zudem häufig Theorien wie die Vier-Elemente-Lehre oder verschiedene spirituelle Haltungen ein, so auch der Schöpfungsmythos der biblischen Genesis, demzufolge „Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde“ formte und ihm „den Odem des Lebens in seine Nase“ blies – „und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ Erst mit Beginn der wissenschaftlichen Revolution in der frühen Neuzeit begannen Naturforscher, sich vom Übernatürlichen zu lösen. Im 16. und 17. Jahrhundert erweiterte sich zum Beispiel das Wissen über die Anatomie durch die Wiederaufnahme von Sektionen und Erfindungen wie das Mikroskop ermöglichten ganz neue Einblicke in eine bis dahin nahezu unsichtbare Welt. Der Brüsseler Arzt und Philosoph Johan Baptista van Helmont gelangte, Gedanken von Paracelsus weiterentwickelnd, im 17. Jahrhundert zu einer biologischen Lebens- und Krankheitsauffassung. Die Entwicklung der Chemie brachte auch in der Biologie Fortschritte. Experimente, die zur Entdeckung von molekularen Lebensvorgängen wie der Fermentation und der Fotosynthese führten, wurden möglich. Im 19. Jahrhundert wurden die Grundsteine für zwei große neue Wissenschaftszweige der Naturforschung gelegt: Gregor Mendels Arbeiten an Pflanzenkreuzungen begründeten die Vererbungslehre und die spätere Genetik und Werke von Jean-Baptiste de Lamarck, Charles Darwin und Alfred Russel Wallace begründeten die Evolutionstheorien. Die Bezeichnung Biologie, im modernen Sinne verwendet, scheint mehrfach unabhängig voneinander eingeführt worden zu sein. Gottfried Reinhold Treviranus und Jean-Baptiste Lamarck verwendeten und definierten ihn erstmals. Das Wort selbst wurde schon 1797 von Theodor Gustav August Roose im Vorwort seiner Schrift Grundzüge der Lehre von der Lebenskraft verwendet und taucht im Titel des dritten Bands von Michael Christoph Hanows Philosophiae naturalis sive physicae dogmaticae: Geologia, biologia, phytologia generalis et dendrologia von 1766 auf. Zu den Ersten, die „Biologie“ in einem umfassenden Sinn prägten, gehörte der deutsche Anatom und Physiologe Karl Friedrich Burdach. Mit der Weiterentwicklung der Untersuchungsmethoden drang die Biologie in immer kleinere Dimensionen vor. Im 19. Jahrhundert erhielt die Medizin mit der von Theodor Schwann begründeten tierischen Zellenlehre eine neue biologische Grundlage. Weitere Errungenschaften des Jahrhunderts waren die Anwendung der Deszendenztheorie, der vergleichenden Morphologie und Entwicklungsgeschichte auf die Anatomie sowie wegbereitende Erkenntnisse biochemischer und biophysikalischer Lebensvorgänge. Im 20. Jahrhundert kamen die Teilgebiete Physiologie und Molekularbiologie zur Entfaltung. Grundlegende Strukturen wie die DNA, Enzyme, Membransysteme und die gesamte Maschinerie der Zelle können seitdem auf atomarer Ebene sichtbar gemacht und in ihrer Funktion genauer untersucht werden. Zugleich gewann die Bewertung von Datenerhebungen mit Hilfe statistischer Methoden immer größere Bedeutung und verdrängte die zunehmend als bloß anekdotisch empfundene Beschreibung von Einzelphänomenen. Als Zweig der Theoretischen Biologie begann sich seit den 1920er Jahren zudem, eine mathematische Biologie zu etablieren. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts befassten sich Biologen neben Themen der Vererbung, Entwicklung und Beeinflussung des Menschen durch die Umwelt auch mit Fragen nach dem Wesen und Sinn des Lebens. So breitete sich der von Hans Driesch vertretene Neovitalismus aus. Jakob Johann von Uexküll stellte 1909 seine Umwelttheorie auf, Hans Spemann und seine Schüler lieferten ab 1921 bahnbrechende Untersuchungen zum Organisatoreffekt, es erfolgten experimentelle Studien zu den biologischen Trägern der Erbmasse in der Zelle und 1927 wurden Mutationen als Folge von Röntgenbestrahlung von Hermann Joseph Muller nachgewiesen. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts entwickeln sich aus der Biologie neue angewandte Disziplinen: Beispielsweise ergänzt die Gentechnik unter anderem die klassischen Methoden der Tier- und Pflanzenzucht und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, die Umwelt den menschlichen Bedürfnissen anzupassen. Die praktische Biologie und Medizin gehörten zu den Disziplinen, in denen im Deutschen Reich noch Ende des 19. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen Disziplinen am vehementesten Gegenwehr gegen die Zulassung von Frauen geübt wurde. So versuchten unter anderem E. Huschke, C. Vogt, P. J. Möbius und T. a.L. a.W. von Bischoff die geistige Inferiorität von Frauen nachzuweisen, um deren Zulassung zum Studium zu verhindern. Hingegen waren die beschreibenden biologischen Naturwissenschaften weiter. Hier zeigten sich die noch ausschließlich männlichen Lehrenden in einer Studie A. Kirchhoffs zumeist offen für die Zulassung von Frauen zum Studium. Die Biologie als Wissenschaft lässt sich durch die Vielzahl von Lebewesen, Untersuchungstechniken und Fragestellungen nach verschiedenen Kriterien in Teilbereiche untergliedern: Zum einen kann die Fachrichtung nach den jeweils betrachteten Organismengruppen eingeteilt werden. Andererseits kann sie auch anhand der bearbeiteten mikro- und makroskopischen Hierarchie-Ebenen geordnet werden. Die verschiedenen Systeme überschneiden sich jedoch, da beispielsweise die Genetik viele Organismengruppen betrachtet und in der Zoologie sowohl die molekulare Ebene der Tiere als auch ihr Verhalten untereinander erforscht wird. Die Abbildung zeigt in kompakter Form eine Ordnung, die beide Systeme miteinander verbindet. Im Folgenden wird ein Überblick über die verschiedenen Hierarchie-Ebenen und die zugehörigen Gegenstände der Biologie gegeben. In seiner Einteilung orientiert er sich an der Abbildung. Beispielhaft sind Fachgebiete aufgeführt, die vornehmlich die jeweilige Ebene betrachten. Sie ist die Wissenschaft und Lehre von den Mikroorganismen, also von den Lebewesen, die als Individuen nicht mit bloßem Auge erkannt werden können: Bakterien und andere Einzeller, bestimmte Pilze, ein- und wenigzellige Algen und Viren. Die Botanik ging aus der Heilpflanzenkunde hervor und beschäftigt sich vor allem mit dem Bau, der Stammesgeschichte, der Verbreitung und dem Stoffwechsel der Pflanzen. Die Zoologie beschäftigt sich vor allem mit dem Bau, der Stammesgeschichte, der Verbreitung und den Lebensäußerungen der Tiere. Die Humanbiologie ist eine Disziplin, die sich im engeren Sinn mit der Biologie des Menschen sowie den biologischen Grundlagen der Humanmedizin und im weiteren Sinn mit den für den Menschen relevanten Teilbereichen der Biologie befasst. Die Humanbiologie entstand als eigenständige Wissenschaftsdisziplin erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr verwandt ist die biologische Anthropologie, welche jedoch zur Anthropologie gezählt wird. Ziel der biologischen Anthropologie mit ihren Teilgebieten Primatologie, Evolutionstheorie, Sportanthropologie, Paläoanthropologie, Bevölkerungsbiologie, Industrieanthropologie, Genetik, Wachstum , Konstitution und Forensik ist die Beschreibung, Ursachenanalyse und evolutionsbiologische Interpretation der Verschiedenheit biologischer Merkmale der Hominiden. Ihre Methoden sind sowohl beschreibend als auch analytisch. Die grundlegende Stufe der Hierarchie bildet die Molekularbiologie. Sie ist jene biologische Teildisziplin, die sich mit Molekülen in lebenden Systemen beschäftigt. Zu den biologisch wichtigen Molekülklassen gehören Nukleinsäuren, Proteine, Kohlenhydrate und Lipide. Die Nukleinsäuren DNA und RNA sind als Speicher der Erbinformation ein wichtiges Objekt der Forschung. Es werden die verschiedenen Gene und ihre Regulation entschlüsselt sowie die darin codierten Proteine untersucht. Eine weitere große Bedeutung kommt den Proteinen zu. Sie sind zum Beispiel in Form von Enzymen als biologische Katalysatoren für beinahe alle stoffumsetzenden Reaktionen in Lebewesen verantwortlich. Neben den aufgeführten Gruppen gibt es noch viele weitere, wie Alkaloide, Terpene und Steroide. Allen gemeinsam ist ein Grundgerüst aus Kohlenstoff, Wasserstoff und oft auch Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel. Auch Metalle spielen in sehr geringen Mengen in manchen Biomolekülen eine Rolle. Biologische Disziplinen, die sich auf dieser Ebene beschäftigen, sind: Zellen sind grundlegende strukturelle und funktionelle Einheiten von Lebewesen. Man unterscheidet zwischen prokaryotischen Zellen, die keinen Zellkern besitzen und wenig untergliedert sind, und eukaryotischen Zellen, deren Erbinformation sich in einem Zellkern befindet und die verschiedene Zellorganellen enthalten. Zellorganellen sind durch einfache oder doppelte Membranen abgegrenzte Reaktionsräume innerhalb einer Zelle. Sie ermöglichen den gleichzeitigen Ablauf verschiedener, auch entgegengesetzter chemischer Reaktionen. Einen großen Teil der belebten Welt stellen Organismen, die nur aus einer Zelle bestehen, die Einzeller. Sie können dabei aus einer prokaryotischen Zelle bestehen , oder aus einer eukaryotischen . In mehrzelligen Organismen schließen sich viele Zellen gleicher Bauart und mit gleicher Funktion zu Geweben zusammen. Mehrere Gewebe mit Funktionen, die ineinandergreifen, bilden ein Organ. Biologische Disziplinen, vornehmlich auf dieser Ebene : Jedes Lebewesen ist Resultat einer Entwicklung. Nach Ernst Haeckel lässt sich diese Entwicklung auf zwei zeitlich unterschiedlichen Ebenen betrachten: Die Physiologie befasst sich mit den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen. Physiologisch geforscht und ausgebildet wird sowohl in den akademischen Fachrichtungen Biologie und Medizin als auch in der Psychologie. Als Begründer der Genetik gilt Gregor Mendel. So entdeckte er die später nach ihm benannten Mendelschen Regeln, die in der Wissenschaft allerdings erst im Jahr 1900 rezipiert und bestätigt wurden. Der heute weitaus wichtigste Teilbereich der Genetik ist die Molekulargenetik, die in den 1940er Jahren begründet wurde. Die Verhaltensbiologie erforscht das Verhalten der Tiere und des Menschen. Sie beschreibt das Verhalten, stellt Vergleiche zwischen Individuen und Arten an und versucht, das Entstehen bestimmter Verhaltensweisen im Verlauf der Stammesgeschichte zu erklären, also den „Nutzen“ für das Individuum. Das Fachgebiet Ökologie setzt sich mit den Wechselwirkungen zwischen den Organismen und den abiotischen und biotischen Faktoren ihres Lebensraumes auf verschiedenen Organisationsebenen auseinander. Eine Population ist eine Fortpflanzungsgemeinschaft innerhalb einer Art in einem zeitlich und räumlich begrenzten Gebiet. Die Populationsökologie betrachtet vor allem die Dynamik der Populationen eines Lebensraumes auf Grund der Veränderungen der Geburten- und Sterberate, durch Veränderungen im Nahrungsangebot oder abiotischer Umweltfaktoren. Diese Ebene wird auch von der Verhaltensbiologie und der Soziobiologie untersucht. Im Zusammenhang mit der Beschreibung und Untersuchung sozialer Verbände wie Herden oder Rudel können auch die auf den Menschen angewandten Gesellschaftswissenschaften gesehen werden. Die Lebewesen können sich positiv , negativ oder einfach gar nicht beeinflussen. Lebensgemeinschaft und Lebensraum bilden zusammen ein Ökosystem. Biologische Disziplinen, die sich mit Ökosystemen beschäftigen : Da die Evolution der Organismen zu einer Anpassung an eine bestimmte Umwelt führen kann, besteht ein intensiver Austausch zwischen beiden Fachdisziplinen, was insbesondere in der Disziplin der Evolutionsökologie zum Ausdruck kommt. Die Phylogenese beschreibt die Entwicklung einer Art im Verlauf von Generationen. Hier betrachtet die Evolutionsbiologie die langfristige Anpassung an Umweltbedingungen und die Aufspaltung in neue Arten. Auf der Grundlage der phylogenetischen Entwicklung ordnet die biologische Taxonomie alle Lebewesen in ein Schema ein. Die Gesamtheit aller Organismen wird in drei Gruppen, die Domänen, unterteilt, welche wiederum weiter untergliedert werden: Mit der Klassifizierung der Tiere in diesem System beschäftigt sich die Spezielle Zoologie, mit der Einteilung der Pflanzen die Spezielle Botanik, mit der Einteilung der Archaeen, Bakterien und Pilze die Mikrobiologie. Als häufige Darstellung wird ein phylogenetischer Baum gezeichnet. Die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Gruppen stellen dabei die evolutionäre Verwandtschaft dar. Je kürzer der Weg zwischen zwei Arten in einem solchen Baum, desto enger sind sie miteinander verwandt. Als Maß für die Verwandtschaft wird häufig die Sequenz eines weitverbreiteten Gens herangezogen. Als in gewissem Sinne eine Synthese von Ökologie, Evolutionsbiologie und Systematik hat sich seit Ende der 1980er Jahre die Biodiversitätsforschung etabliert, die auch den Brückenschlag zu Schutzbestrebungen für die biologische Vielfalt und zu politischen Abkommen über Schutz und Nachhaltigkeit bildet. In diesem Fachgebiet versuchen Bio-Ingenieure, künstliche lebensfähige Systeme herzustellen, die wie naturgegebene Organismen von einem Genom gesteuert werden. Die Theoretische Biologie befasst sich mit mathematisch formulierbaren Grundprinzipien biologischer Systeme auf allen Organisationsstufen. Die Systembiologie versucht, Organismen in ihrer funktionellen Gesamtheit zu verstehen. Sie folgt der Systemtheorie und nutzt neben mathematischen Modellen auch Computersimulationen. Sie überschneidet sich mit der Theoretischen Biologie. Die Biologie nutzt viele allgemein gebräuchliche wissenschaftliche Methoden, wie strukturiertes Beobachten, Dokumentation , Hypothesenbildung, mathematische Modellierung, Abstraktion und Experimente. Bei der Formulierung von allgemeinen Prinzipien in der Biologie und der Knüpfung von Zusammenhängen stützt man sich sowohl auf empirische Daten als auch auf mathematische Sätze. Je mehr Versuche mit verschiedenen Ansatzpunkten auf das gleiche Ergebnis hinweisen, desto eher wird es als gültig anerkannt. Diese pragmatische Sicht ist allerdings umstritten; insbesondere Karl Popper hat sich gegen sie gestellt. Aus seiner Sicht können Theorien durch Experimente oder Beobachtungen und selbst durch erfolglose Versuche, eine Theorie zu widerlegen, nicht untermauert, sondern nur untergraben werden . Einsichten in die wichtigsten Strukturen und Funktionen der Lebewesen sind mit Hilfe von Nachbarwissenschaften möglich. Die Physik beispielsweise liefert eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden. Einfache optische Geräte wie das Lichtmikroskop ermöglichen das Beobachten von kleineren Strukturen wie Zellen und Zellorganellen. Das brachte neues Verständnis über den Aufbau von Organismen und mit der Zellbiologie eröffnete sich ein neues Forschungsfeld. Mittlerweile gehört eine Palette hochauflösender bildgebender Verfahren, wie Fluoreszenzmikroskopie oder Elektronenmikroskopie, zum Standard. Als eigenständiges Fach zwischen den Wissenschaften Biologie und Chemie hat sich die Biochemie herausgebildet. Sie verbindet das Wissen um die chemischen und physikalischen Eigenschaften von den Bausteinen des Lebens mit der Wirkung auf das biologische Gesamtgefüge. Mit chemischen Methoden ist es möglich bei biologischer Versuchsführung zum Beispiel Biomoleküle mit einem Farbstoff oder einem radioaktiven Isotop zu versehen. Das ermöglicht ihre Verfolgung durch verschiedene Zellorganellen, den Organismus oder durch eine ganze Nahrungskette. Die Bioinformatik ist eine sehr junge Disziplin zwischen der Biologie und der Informatik. Die Bioinformatik versucht mit Methoden der Informatik biologische Fragestellungen zu lösen. Im Gegensatz zur theoretischen Biologie, welche häufig nicht mit empirischen Daten arbeitet, um konkrete Fragen zu lösen, benutzt die Bioinformatik biologische Daten. So war eines der Großforschungsprojekte der Biologie, die Genomsequenzierung, nur mit Hilfe der Bioinformatik möglich. Die Bioinformatik wird aber auch in der Strukturbiologie eingesetzt, hier existieren enge Wechselwirkungen mit der Biophysik und Biochemie. Eine der fundamentalen Fragestellungen der Biologie, die Frage nach dem Ursprung der Lebewesen , wird heute mit bioinformatischen Methoden bearbeitet. Die Mathematik dient als Hauptinstrument der theoretischen Biologie der Beschreibung und Analyse allgemeinerer Zusammenhänge der Biologie. Beispielsweise erweist sich die Modellierung durch Systeme gewöhnlicher Differenzialgleichungen in vielen Bereichen der Biologie als grundlegend. Fragen der Phylogenetik werden mit Methoden der diskreten Mathematik und algebraischen Geometrie bearbeitet. Zu Zwecken der Versuchsplanung und Analyse finden Methoden der Statistik Anwendung. Die unterschiedlichen biologischen Teildisziplinen nutzen verschiedene systematische Ansätze: Die Biologie ist eine naturwissenschaftliche Disziplin, die sehr viele Anwendungsbereiche hat. Durch biologische Forschung werden Erkenntnisse über den Aufbau des Körpers und die funktionellen Zusammenhänge gewonnen. Sie bilden eine zentrale Grundlage, auf der die Medizin und Veterinärmedizin Ursachen und Auswirkungen von Krankheiten bei Mensch und Tier untersucht. Auf dem Gebiet der Pharmazie werden Medikamente, wie beispielsweise Insulin oder zahlreiche Antibiotika, aus genetisch veränderten Mikroorganismen statt aus ihrer natürlichen biologischen Quelle gewonnen, weil diese Verfahren preisgünstiger und um ein Vielfaches produktiver sind. Für die Landwirtschaft werden Nutzpflanzen mittels Molekulargenetik mit Resistenzen gegen Schädlinge versehen und unempfindlicher gegen Trockenheit und Nährstoffmangel gemacht. In der Genussmittel- und Nahrungsmittelindustrie sorgt die Biologie für eine breite Palette länger haltbarer und biologisch hochwertigerer Nahrungsmittel. Einzelne Lebensmittelbestandteile stammen auch hier von genetisch veränderten Mikroorganismen. So wird das Lab zur Herstellung von Käse heute nicht mehr aus Kälbermagen extrahiert, sondern mikrobiell erzeugt. Weitere angrenzende Fachgebiete, die ihre eigenen Anwendungsfelder haben, sind Ethnobiologie, Bionik, Bioökonomie, Bioinformatik und Biotechnologie. |
2024-12-02 09:23:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Howard_Crosby | Howard Crosby, Pseudonym El-Mukattem war ein US-amerikanischer Klassischer Philologe, presbyterianischer Geistlicher und Hochschullehrer. Von 1870 bis 1881 war er Kanzler der New York University. Howard Crosby stammte aus einer alteingesessenen Familie. Sein Urgroßvater war William Floyd, ein Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. Seine Eltern waren der Farmer William Bedlow Crosby und Harriet Ashton Crosby. Howard Crosby lernte bereits im Alter von sechs Jahren Griechisch und studierte von 1842 bis 1844 an der New York University Klassische Philologie und Theologie. Danach unterbrach er seine Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen und zog sich auf die Farm seines Vaters zurück. 1851 wurde er als Professor of Greek an der New York University angestellt. 1859 wechselte er in derselben Eigenschaft an die Rutgers University, aber noch im selben Jahr legte er seine Professur nieder und bereitete sich auf den geistlichen Dienst vor. Er erwarb noch 1859 den theologischen Doktorgrad an der Harvard University. 1861 wurde er zum Priester der Presbyterian Church geweiht. Im selben Jahr lehnte er das Angebot des Präsidenten Abraham Lincoln ab, als Gesandter nach Griechenland zu gehen. Ab 1863 war Crosby Prediger an einer presbyterianischen Kirche in New York. Er veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten über das Alte und das Neue Testament und Bücher, in denen er Empfehlungen zur Lebensführung gab. Sein Ruf als Gelehrter führte dazu, dass er 1870 zum Kanzler der New York University ernannt wurde. Im Jahr 1870/71 war er Präsident der American Philological Association. 1871 verlieh ihm die Columbia University die philosophische Ehrendoktorwürde . Von 1872 bis 1880 gehörte Crosby dem Komitee zur Überarbeitung des amerikanischen Neuen Testaments an. Im Jahr 1873/74 leitete er als Moderator die 85. Generalversammlung der Presbyterian Church in den USA. 1881 trat Crosby nach elf Jahren als Kanzler der New York University zurück und widmete sich seinem Priesteramt und seinen Veröffentlichungen. Crosby engagierte sich auch für soziale Belange. Er begründete in New York unter anderem den YMCA und die Society for the Prevention of Crime. |
2024-12-04 01:15:35 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse_ATP_Challenger_2012 | Der Sparkasse ATP Challenger 2012 war ein Tennisturnier, das vom 5. bis 11. November 2012 in St. Ulrich in Gröden stattfand. Es war Teil der ATP Challenger Tour 2012 und wurde in der Halle auf Teppich ausgetragen. Das Teilnehmerfeld der Einzelkonkurrenz bestand aus 32 Spielern, jenes der Doppelkonkurrenz aus 16 Paaren. Zeichenerklärung Zeichenerklärung Nouméa | São Paulo | Heilbronn | Honolulu | Bucaramanga | Kasan | Burnie | Dallas | Quimper | Caloundra | Bergamo | Meknès | Wolfsburg | Cherbourg | Florianópolis | Singapur | Casablanca | Salinas | Kyōto | Santiago de Chile | Guadalajara | Pingguo | Rabat | Sarajevo | Dallas | Bath | Marrakesch | Rimouski | Barranquilla | Le Gosier | Tallahassee | Barletta | Saint-Brieuc | San Luis Potosí | Pereira | Mersin | Blumenau | León | Sarasota | Rom I | Santos | Kaohsiung | Savannah | Neapel | São Paulo | Tunis | Ostrava | Busan | Prag | Athen | Rio Quente | Rom II | Bordeaux | Fargʻona | Prostějov | Caltanissetta | Fürth | Nottingham I | Monza | Nottingham II | Košice | Mailand | Marburg | Braunschweig | Lima | Winnetka | Arad | Panama-Stadt | Bogotá | Scheveningen | San Benedetto | Timișoara | Anning | Bercuit | Binghamton | Granby | Pensa | Posen | Recanati | Astana | Lexington | Tampere | Wuhan | Orbetello | Oberstaufen | Vancouver | Peking | Manta | San Marino | Aptos | Pozoblanco | Samarqand | Sibiu | Cordenons | Qarshi | Segovia | Bangkok | Como | Shanghai | Genua | Alphen aan den Rijn | Brașov | Saint-Rémy | Banja Luka | Cali | Istanbul | Ningbo | Petingen | Sevilla | Todi | Stettin | Izmir | Trnava | Campinas | Orléans | Lermontow | Madrid | Mons | Sacramento | Belém | Quito | Taschkent | Tiburon | Rennes | San Juan | Rio de Janeiro | Villa Alende | Seoul | Buenos Aires | Porto Alegre | Genf | Charlottesville | Medellín | Montevideo | Eckenthal | Bratislava | Guayaquil | St. Ulrich in Gröden | Knoxville | Loughborough | São Leopoldo | Helsinki | Champaign | Yokohama | Marbella | Tjumen | Toyota | Challenger Tour Finals 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
2024-12-03 23:35:31 | https://de.wikipedia.org/wiki/Linksanteriorer_Hemiblock | Ein Linksanteriorer Hemiblock ist eine Störung der Erregungsleitung im Herzen. Er ist die häufigste Erregungsleitungsstörung auf Herzkammerebene und kann auch bei herzgesunden Menschen und Tieren auftreten. In der Mehrheit der Fälle ist er aber durch eine koronare Herzkrankheit mit Beteiligung der vorderen absteigenden Herzkranzarterie verursacht. Ein LAH verursacht selbst keine Beschwerden. Die Diagnose wird anhand des Elektrokardiogramms gestellt. Beim linksanterioren Hemiblock ist der vordere Faszikel des linken Tawara-Schenkels blockiert. Durch die Blockierung der schnellen Erregungsleitung durch den Tawara-Schenkel wird die Vorderwand des Herzmuskels über die langsameren Verbindungen der gewöhnlichen Herzmuskelzellen erregt. Im zeitlichen Verlauf depolarisieren die Herzmuskelzellen in der Vorderwand später als beim Gesunden. Die elektrische Herzachse wird nach links gedreht. Im EKG zeigt sich ein überdrehter Linkstyp sowie S-Zacken bis V6. Der QRS-Komplex kann signifikant verbreitert sein . |
2024-12-04 01:56:46 | https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Reuter | Heinz Reuter war ein österreichischer Meteorologe und Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien. Heinz Reuter wurde als Sohn des Gerichtsmediziners und Kommunalpolitikers Fritz Reuter in Wien geboren und studierte an der Universität Graz Mathematik und Physik, wo er 1937 zum Dr. phil. promoviert wurde. Am 1. August 1938 wurde er auf dem Fliegerhorst Wels als Meteorologe beim Reichswetterdienst angestellt und avancierte 1942 zum Wetterdienstleiter für Slowakei, Rumänien und Bulgarien, ehe er in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Von 1945 bis 1962 war Reuter beim wissenschaftlichen Dienst der ZAMG tätig und habilitierte sich 1947 an der Universität Wien, wo er ab 1955 als tit. ao. Prof., ab 1962 als ao. Prof. und ab 1967 als o. Prof. und Ordinarius für theoretische Meteorologie bis 1985 wirkte. 1976 kehrte er an die ZAMG zurück und trat die Nachfolge von Ferdinand Steinhauser als Direktor an. Diesen Posten bekleidete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1984. Heinz Reuter lebte mit seiner Gattin Paula, mit der er seit 1943 verheiratet war, in Wien und wurde am 18. Mai 1994 auf dem Friedhof Hietzing bestattet. Kurz nach seiner Berufung zum neuen Direktor der ZAMG am 1. Mai 1976 richtete er als Spezialist auf dem Gebiet der Synoptik und der theoretischen Meteorologie 1977 die neue Abteilung für Umweltmeteorologie an der ZAMG ein. Er befriedigte damit den rasch wachsenden Bedarf an Beratung und Beurteilung im Zusammenhang mit behördlichen Genehmigungsverfahren bei Errichtung und Betrieb industrieller Anlagen. In seine Amtszeit fiel auch der Empfang der ersten Meteosat-Bilder. Die ersten konnten am 22. August 1979 in der ZAMG empfangen werden und bereits ab 22. Oktober wurden davon Großaufnahmen im Wetterbericht des ORF im Fernsehen gesendet. Durch die von ihm präsentierten Wetterberichte im Fernsehen erlangte Reuter großen Bekanntheitsgrad. Die objektive Behandlung von Gitterpunktsdaten der vom Europäischen Zentrum für Mittelfristvorhersagen errechneten Vorhersagekarten wurde durch die Entwicklung des Programms MOD ermöglicht, wodurch eine längerfristige Vorschau auf das Wetter im Fernsehwetterbericht eingeführt werden konnte. |
2024-12-02 09:55:21 | https://de.wikipedia.org/wiki/Mater_Ter_Admirabilis | Der lateinische Titel Mater Ter Admirabilis beziehungsweise dessen deutsche Übersetzung Dreimal wunderbare Mutter ist ein Ehrentitel für die Gottesmutter Maria, der 1604 von Jesuitenpater Jakob Rem geprägt wurde. Heute ist der Marientitel hauptsächlich durch die Schönstattbewegung bekannt. Der Titel geht auf die Verehrung eines Marienbildes durch Pater Jakob Rem und die Mitglieder der katholischen Akademiker-Kongregation Colloquium Marianum in Ingolstadt im 17. Jahrhundert zurück. Das Bild ist eine Kopie der Ikone der Salus populi Romani und befand sich seit 1571 in der Konviktskapelle, seit 1881 im Münster. Am 6. April 1604 erkannte Rem beim Gebet der Lauretanischen Litanei in einer Vision, dass der Gottesmutter die Anrufung „Mater admirabilis“ besonders gefalle. Von da an ließ er diese Anrufung jeweils dreimal wiederholen, wodurch das Marienbild mit der Zeit die Bezeichnung Mater ter admirabilis bekam. Nach einer möglichen Deutung bezieht sich das dreimal wunderbar auf die Bezeichnungen Mariens als Mutter Gottes, Mutter des Erlösers und Mutter der Erlösten. Die Verehrung der Mater ter admirabilis breitete sich durch die Marianischen Kongregationen weiter aus. Das Bistum Konstanz wurde 1683 an „Maria, die dreimal wunderbare Mutter“ geweiht, das Bistum Eichstätt am 11. Oktober 1942. Seit 1915 wird Maria auch in der Schönstattbewegung als „Mater Ter Admirabilis“ verehrt. Die Internats-Sodalen verbanden sich durch das Liebesbündnis mit der heiligen Maria und nahmen sich vor, nach Heiligkeit zu streben und mit der Hilfe der Gottesmutter aus dem Gründungsort, einer kleinen, verlassenen Friedhofskapelle einen echten Wallfahrtsort zu machen. Dabei orientierten sie sich an der durch Jakob Rem begründeten Marienverehrung in Ingolstadt. Einer der bekanntesten Schüler Kentenichs und Verehrer der MTA war der Sodale Josef Engling, der die MTA sehr verehrte und im Ruf der Heiligkeit als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel. Als Kentenich ein Bild von Maria mit dem Jesuskind geschenkt wurde, sollen die jungen Leute zwar nicht sehr begeistert vom Stil des Bildes gewesen sein, es aber dennoch dankbar angenommen haben. Sie sollen sich binnen kurzer Zeit in die Ausstrahlung des Gemäldes „verliebt“ haben, das sie in ihrem Urheiligtum am Hochaltar montierten. Sie nannten die heilige Maria wie in Ingolstadt Mater Ter Admirabilis und das Bild wurde als das MTA-Bild der Schönstatt-Bewegung bekannt. Heute gilt das MTA-Bild als das wichtigste Symbol der Schönstatt-Bewegung und für viele Katholiken als Gnadenbild. Es ist in jedem Schönstattkapellchen als Altarbild zu sehen und in den Schönstatt-Familien, die versuchen eine modernere Art des katholischen Glaubens zu leben und zu entdecken, ist es üblich, eine zeitgemäßere Form des „Herrgottswinkels“ im Haus zu haben: das Hausheiligtum, das meist auch das MTA-Bild enthält. |
2024-12-03 19:38:21 | https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Akiko_Meyers | Anne Akiko Meyers ist eine US-amerikanische Violinistin. Die Tochter eines US-Amerikaners und einer japanischen Mutter begann mit vier Jahren das Violinspiel zu erlernen. Ihren ersten Orchesterauftritt hatte sie bereits mit sieben Jahren zusammen mit einem Orchester ihres Heimatortes San Diego. Im Alter von elf Jahren trat sie mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra auf, mit zwölf unter Zubin Mehta zusammen mit den New Yorker Philharmonikern. 1984 studierte sie bei Josef Gingold an der Indiana-Staatsuniversität und 1985 an der New Yorker Juilliard School. Gegenwärtig lebt sie in Los Angeles. Meyers besitzt zwei Geigen des Cremoneser Meisters Antonio Stradivari, nämlich die Royal Spanish von 1730 und die ex-Molitor von 1697. Die ex-Molitor, benannt nach dem französischen Grafen Gabriel Jean Joseph Molitor, war 2010 für 3,6 Millionen US-Dollar versteigert worden. Als lebenslange Dauerleihgabe spielt Meyers zudem die Guarneri ex-Vieuxtemps von 1741. |
2024-12-02 03:02:26 | https://de.wikipedia.org/wiki/Laborantenhaus_(Steinen) | Steinen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach im Südwesten Baden-Württembergs. Die Gesamtgemeinde Steinen entstand bei der Kommunalreform 1974/1975 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Endenburg, Hägelberg, Höllstein, Hüsingen, Schlächtenhaus, Steinen und Weitenau. Die Gesamtgemeinde Steinen liegt im Vorderen Wiesental des Südschwarzwalds. Mit dem Steinenbachtal als Nord-Süd-Achse bildet die Gemeinde Steinen einen geographischen Querriegel zum Wiesental. Insgesamt erstreckt sich die Gemeinde in der größten Nord-Süd-Ausdehnung über 14 km, die Höhendifferenz zwischen der Tallage in 319 Meter bis zum Wambacher Wasen in 987 Meter Höhe im Norden beträgt mehr als 600 m. Der Hauptort Steinen liegt auf 47° 39´ nördlicher Breite und 7°44´ östlicher Länge. Die Gemarkung Steinen erstreckt sich über mehrere natürliche Landschaften hinweg. Von Norden nach Süden kommend sind dies: Im Buntsandstein liegen auch die alten Steingruben, welche das Dorf einst weit über seine Grenzen bekannt gemacht hat, und denen es letztlich seinen Namen zu verdanken hat. Auch für den Wiederaufbau Basels nach dem Erdbeben von 1356 und den Bau des Basler Münsters spielten die Steinener Buntsandsteingruben eine wichtige Rolle. Die Steingruben wurden um 1900 aufgelassen und lassen sich heute beispielsweise am Schützenweg im Steinbrunnengebiet, beim Stutz sowie östlich des ehemaligen Schlosshölzle lokalisieren. Der Bereich um den südlichen Oberrheingraben liegt in einer mäßig aktiven Erdbebenregion. Im Schnitt kommt es im Oberrheingraben einmal im Monat zu einem Beben der Stärke 3 auf der Richterskala . Erdstöße der Größenordnung 4,5 kommen alle zwei bis drei Jahre vor. Das letzte mäßig starke Erdbeben in Steinen mit der Stärke 4,5 ereignete sich am 5. Mai 2009 um 03:39 Uhr MESZ mit Epizentrum in Weitenau . Hinweis: Genauere Ausführungen zur Geologie bei den Teilorten Hägelberg, Höllstein, Hüsingen und zum Weitenauer Bergland Die Gemeinde grenzt im Norden an Malsburg-Marzell, im Nordosten an die Gemeinde Kleines Wiesental, im Osten an die Stadt Schopfheim und an die Gemeinde Maulburg, im Süden an die Stadt Rheinfelden sowie im Westen an die Kreisstadt Lörrach und die Stadt Kandern. Die Gemeinde Steinen besteht aus den sieben Ortsteilen Endenburg, Hägelberg, Höllstein, Hüsingen, Schlächtenhaus, Steinen und Weitenau mit insgesamt 26 Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern. Die räumlichen Grenzen der Ortsteile sind identisch mit denen der ehemaligen Gemeinden gleichen Namens, ihre offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Mit Ausnahme der Ortsteile Höllstein und Steinen sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Die ersten Erwähnungen Steinens und einiger seiner heutigen Ortsteile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das ehemalige Kloster Weitenau auf halbem Wege zwischen den Ortsteilen Steinen und Schlächtenhaus wurde erstmals im Jahre 1100 urkundlich erwähnt. Erstmals wird der Ort Steinen in einer Urkunde des Klosters St. Blasien aus dem Jahre 1113 erwähnt , als der Edle Walcho von Waldeck seine Güter dort und an anderen Orten an das Kloster St. Blasien schenkte. Ebenfalls 1113 erscheint ein „Walcho von Staina“ als Zeuge in einer Urkunde, er ist wahrscheinlich identisch mit Walcho von Waldeck. Archäologische Befunde wie alemannische Reihengräber weisen jedoch auf eine frühere Besiedelung hin. Im 13. Jahrhundert gehörte es entweder den Edelherren von Rötteln in der Seitenlinie der Herren von Rotenberg, oder den Markgrafen von Hachberg und war dem Bannkreis der sanblasianischen Dinghöfe zugeordnet. Jedenfalls die Burg gehörte damals zu Rotenberg. Zu einem bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufstieg der Region kam es im 14. und 15. Jahrhundert durch die Verwertung der Vorkommen an rotem Buntsandstein. 1388 und 1469 ließ der jeweilige Bischof von Basel Steinbrüche bei Steinen zum Wiederaufbau des 1356 zerstörten Münsters aufkaufen. 1503 kam das Gebiet mit der gesamten Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg an die Markgrafschaft Baden und wurde dort dem Oberamt Rötteln zugeordnet. Steinen erhielt Anfang des 17. Jahrhunderts Marktrecht, Ende des 18. Jahrhunderts einen Vieh- und Krämermarkt und später auch einen Wochenmarkt. Infolge seiner Lage an zwei vielbefahrenen Landstraßen wurde das Dorf von vielen Kriegsereignissen in Mitleidenschaft gezogen. So erfuhr das Dorf vor allem 1676, 1678 und am 25. August 1689 Plünderungen durch die Franzosen. Bereits im 18. Jahrhundert begann Steinen sich als Sitz einer St. Blasischen Schaffnei als Kleinzentrum zwischen Schopfheim und Lörrach zu etablieren, was sich in der großen Zahl der Handwerker und dem Bau bürgerlicher Häuser und an den seit 1760 gepflasterten Gassen zeigte. Während der Badischen Revolution durchquerten im April 1848 die Truppen des Heckerzuges auf dem Weg zum Gefecht auf der Scheideck Steinen. Nach der Niederlage dort sammelten sich Teile des Heckerzuges bei Steinen und vereinigten sich dort mit einem weiteren Revolutionszug unter Joseph Weißhaar. Bundestruppen zerstreuten die Revolutionäre jedoch bald und vertrieben sie in Richtung Schweizer Grenze. Im 19. Jahrhundert änderte das alte und zum Teil auch ärmliche Bauerndorf mit seinen zum Teil schlechten Straßen und manchen primitiven Häusern seine Struktur. Die Ursache war der Beginn der Textilindustrie im Wiesental und in Steinen. Die Textilindustrie hatte in Steinen bereits 1816 als Heimarbeit und der ersten Handweberei von Merian & Köchlin begonnen und viele Einwohner beschäftigt. Mit der Erstellung der ersten Fabrikanlagen wurde das ehemalige Markgräfler Bauerndorf knapp 20 Jahre später durch die „Basler Herren“, unter anderem Oberst Geigy und Direktor Peter Köchlin, dem „König der Druckstoffe“, industrialisiert. 1836 gründete der Basler Oberst Wilhelm Geigy-Lichtenhahn in Steinen die Mechanische Spinnerei und Weberei Steinen mit 7392 Spindeln und 40 mechanischen Webstühlen. 1858 erwarb er die Baumwollhandweberei Peter Köchlin und Söhne, die er seit 1848 bereits gepachtet hatte, dazu. Der wirtschaftliche Aufschwung und die in den Wiesentalorten eingerichteten Textilfirmen machten vermehrten Transport und Fuhren mit Zugtieren auf den stellenweise oft in schlechtem Zustand befindlichen Straßen notwendig. So setzten sich vor allem die Herren der neu entstandenen Fabriken, in erster Linie der Gründer der Textilindustrie in Steinen, der schweizerische Oberst Wilhelm Geigy, für den Bau der Wiesentalbahn ein. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde Steinen am 10. Mai 1862 mit der Eröffnung der Wiesentalbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Als 1899 für den Betrieb einer neuen Spinnerei eine elektrische Kraft- und Lichtzentrale geschaffen wurde, bot die Firma dem Bürgermeisteramt an, auch die Straßenbeleuchtung und die Einrichtung der Hauslichter zu übernehmen: Die alten Petroleumlampen wurden abgebaut und Steinen wurde elektrifiziert. Die beiden Weltkriege hinterließen tiefe Spuren in der Bevölkerung: Zur Ehrung der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Steinen wurde 1935 die Gedächtnisanlage auf dem ehemaligen Kirchhof der Petruskirche nach den Plänen des Freiburger Architekten Hans Geiges errichtet. Hier wurden auf acht Sandsteintafeln die Namen der Gefallenen festgehalten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs musste das Mahnmal um weitere 13 Gedenktafeln erweitert werden. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich etwa 500 Soldaten in der Gemeinde Steinen. Im Ortskern und in den Teilorten befanden sich insgesamt fünf Baracken, die Teil einer Verteidigungslinie waren. Der Zweite Weltkrieg endete in Steinen bereits zwei Wochen vor dem offiziellen Kriegsende am 24. April 1945 mit der kampflosen Übergabe an französische Truppen. Die Franzosen errichten in der vormaligen NSDAP-Parteizentrale im heutigen Lindenhof ihre Kommandantur ein, von der aus die Besatzungsbelange fortan geregelt werden. Architektonisch betrachtet überstand Steinen den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet bis am 16. Dezember 1944 das „Kramerschen Haus“, welches bis 1849 Wohnsitz von Altvogt Scheffelt, später das alte Rathaus beherbergte, durch Bombenabwurf völlig zerstört wurde. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Auf dem ehemaligen Areal in der Eisenbahnstraße befindet sich heute die Metzgerei Hug und Parkplätze. Steinen bildete bereits seit dem 14. Jahrhundert gemeinsam mit den Orten Höllstein, Hüsingen und Hägelberg eine Vogtei. Am 1. Januar 1974 wurde Weitenau nach Steinen eingemeindet. Am 1. Oktober 1974 erfolgte die Eingemeindung von Endenburg. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Steinen, Hägelberg, Höllstein, Hüsingen und Schlächtenhaus neu gebildet. Durch diese Gemeindereform wurde Steinen die flächenmäßig sechstgrößte Gemeinde des Landkreises Lörrach. Die Bevölkerungsentwicklung zeigt zunächst eine Abnahme der Einwohnerzahl zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs, 1648, dann eine langsame Zunahme der Einwohner bis 1833. In den folgenden Jahrzehnten ist ein starker Bevölkerungsanstieg, besonders in Steinen, zu verzeichnen, hervorgerufen durch die beginnende Industrialisierung. *ev: Die Einwohnerzahlen der Jahre 1625 bis 1750 stammen aus den Kirchenbüchern. welche nur die evangelischen Einwohner verzeichneten. In der Summe der Einwohnerzahlen bis 1953 sind Weitenau, Schlächtenhaus und Endenburg nicht enthalten. Mit der Reformation von 1556 wurde Steinen wie das gesamte Markgräflerland evangelisch-lutherisch . Der Übertritt vom römisch-katholischen zum evangelischen Glauben nach lutherischer Lehre war aufgrund des Beitritts des Landesherrn Markgraf Karl II. zum Augsburger Bekenntnis möglich geworden, gemäß welchem es in den Händen des jeweiligen Fürstenherrn lag, nach welchen Glauben die Untertanen zu leben hatten. Noch heute gehört der überwiegende Teil der Bevölkerung der evangelischen Konfession an. Beim Zensus 2011 ergab sich folgende Verteilung der Konfessionen: 48,0 % evangelisch – 21,8 % katholisch – 30,3 % keine/sonstige Konfession. Heute gibt es im Kernort, in Höllstein und in Schlächtenhaus jeweils eine evangelische Gemeinde, die zur Badischen Landeskirche gehört. Die mit der Landeskirche verbundene Arbeitsgemeinschaft für Seelsorge e. V. betreibt in Hägelberg außerdem seit 1970 das Haus Frieden. Mit der Christus-Gemeinde besteht in Steinen eine Gemeinde der kleinen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden, die sich im 19. Jahrhundert der Union von lutherischem und reformiertem Bekenntnis im Großherzogtum Baden widersetzt hat. In Höllstein gibt es eine römisch-katholische Gemeinde, die für Steinen und Maulburg zuständig ist. Im Ort ist auch der Evangelische Verein für innere Mission Augsburger Bekenntnis e. V., der zur Evangelischen Allianz gehört, vertreten. Außerdem gibt es eine neuapostolische Gemeinde, eine evangelische Täufergemeinde und die Evangelische Freikirche Steinen e. V. im Ort. Der Gemeinderat in Steinen besteht aus 22 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis. Bei den vergangenen drei Europawahlen gab es in Steinen folgende Ergebnisse für die Parteien, die 2019 unter den 28 Parteien und Gruppierungen mindestens fünf Prozent der Stimmen erzielten: Am 3. April 2016 gewann Gunther Braun die Bürgermeisterwahl in Steinen mit 75,7 % der Stimmen. Im ersten Wahlgang am 13. März 2016 verpasste Braun mit 45 % die absolute Mehrheit knapp. Braun übernahm die Amtsgeschäfte vom bisherigen Bürgermeister Rainer König am 29. Juni 2016. Am 7. April 2024 wurde Braun mit 77,6 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Rainer König wurde 2000 Bürgermeister von Steinen. Am 17. Februar 2008 wurde Rainer König mit 81 Prozent für weitere acht Jahre gewählt. Der Kandidat der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf, Edmund Bronner, kam auf 18,6 Prozent. 16 Jahre lang, von 1984 bis 2000, war der gelernte Bauingenieur Herbert Stumböck Bürgermeister der Gemeinde Steinen. Während seiner Amtszeit brachte der gebürtige Schönauer die Gemeinde mit Tatendrang voran: Der Bau des Seniorenzentrums Mühlehof, der Halle in Schlächtenhaus und des Bürgerhauses in Hüsingen, aber auch der Grundschulneubau am Schulzentrum fielen unter anderem in seine lange Amtszeit. Unter Herbert Stumböck erhielt die Köchlinstraße ein völlig neues Gesicht, es verschwanden die morschen Reste der einstigen Textilindustrie. Auch die Firma Rotzler fand damals ihr neues Areal in der Lörracher Straße, während in der Köchlinstraße das Obdachlosenheim emporwuchs. 1969 bis 1983 war Johannes Pflüger Bürgermeister. Während seiner Amtszeit wurden ebenfalls größere Bauvorhaben verwirklicht: Das Schwimmbad, das Bildungszentrum mit Sporthalle und ein neuer Kindergarten im Fröbelweg. Karl Ludin, Bürgermeister bis 1968, übernahm die Amtsgeschäfte im Frühjahr 1954 von Paul Becker, der 1945 erster Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg geworden war. Paul Becker wurde am 4. Mai 1945 von der Militärregierung als stellvertretender Bürgermeister eingesetzt. Er konnte mit der Verwaltung im Frühjahr 1946 in das später durch Kauf erworbene Haus Stadler, das heutige Rathaus, übersiedeln. 1948 wurde Paul Becker auf 8 Jahre gewählt. Fast ein Vierteljahrhundert, von 1921 bis 1945, übernahm Webermeister Karl Strübe die Rathausgeschäfte. Der ehemalige Vogt Johann Michael Scheffelt hatte in der Mitte des 19. Jahrhunderts Steinens Wirtschaftsentwicklung maßgeblich vorangetrieben. Scheffelt war Mitglied im Landtag und hat sich in Steinen unter anderem um den Ausbau des Steinenbachs verdient gemacht. Im Zuge der Badischen Revolution und dem Einmarsch der Preußen 1849 wanderte er nach Amerika aus. Steinen pflegt seit 1983 eine Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Cornimont in den Vogesen. Der damalige Steinener Bürgermeister Johannes Pflüger und sein Cornimonter Amtskollege Gérard Braun besiegelten am 29. Mai 1983 auf dem Dorfplatz des Vogesenortes und Ende September 1983 nochmals in Steinen die Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden. Die Gemeinde Steinen würdigt die Partnerschaft mit dem Cornimont-Platz im Herzen des Dorfes. Als Gegenstück hierzu wurde auch in Cornimont im Oktober 2004 der „Square de Steinen“ eingeweiht. Der Schneiderhof wurde 1696 als typisches Schwarzwaldhaus erbaut und ist in seiner Ursprünglichkeit bis heute fast unverändert. Nach dem Tod der letzten Bewirtschafterin, Fräulein Berta Schneider, übernahm 1987 der gemeinnützige „Verein zur Erhaltung des Schneiderhofes in Kirchhausen e. V.“ den Schneiderhof und restaurierte ihn in den neun folgenden Jahren. Das Landesdenkmalamt stufte den Hof als „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, an dessen Erhaltung ein gesteigertes öffentliches Interesse besteht“ ein. Heute ist der Hof ein Museum in Kirchhausen-Endenburg, welches dem Besucher ein anschauliches Bild der Lebens- und Arbeitsweisen unserer Vorfahren vermittelt. Der Vogelpark Steinen in privater Trägerschaft zeigt auf 10 ha etwa 1000 Tiere, neben Vögeln auch Berberaffen und Kängurus. In der Falknerei kann man Flugvorführungen von Adlern, Falken und Eulen beobachten. Circa 60 % der Gemarkungsfläche der Gemeinde Steinen sind mit Laub- und Nadelwäldern bedeckt. Steinen bietet ein auf über 100 Kilometer gut ausgebautes und beschildertes Wander- und Radwegenetz zum Wandern, Nordic Walking oder Mountainbiken. Als Wanderziele bieten sich an: Der Vogelpark Steinen, der Schneiderhof in Kirchhausen, das ehemalige Kloster Weitenau, die Höllschlucht bei Schlächtenhaus/Endenburg, das Häfnet-Brünnele sowie der Waldlehrpfad in Endenburg. Auch der Hebel-Wanderweg führt entlang des Flusses Wiese durch Steinen. Bei einem Wettbewerb im Mai 2004 wurde die Gesamtgemeinde Steinen neben 4 weiteren Orten mit dem Prädikat Tor zum Naturpark Südschwarzwald ausgezeichnet. Diese Kommunen haben bei der Ausschreibung neben einer Reihe von besonderen Kriterien, vor allem auch durch besondere Konzepte zur werblichen Darstellung des Naturparks und der Gesamtregion überzeugt. Anlässlich des „Summerfeschts“ der Gewerbetreibenden Steinens am 26. und 27. Juni 2004, wurde das Torschild der Bevölkerung vorgestellt. In Steinen gibt es ein breites sportliches Angebot auf der Basis zahlreicher Vereine. Die größten Sportvereine sind: Die wichtigste Sportstätte ist das 1990 in Betrieb gegangene Wiesentalstadion im Ortsteil Höllstein. Der Sportplatz beinhaltet sowohl einen Naturrasen- als auch einen Tennenplatz, eine Kunststoffbahn und verschiedene Hochsprung- und Weitsprung- sowie Wurfsporteinrichtungen. Dort finden vor allem die Trainings und Spiele bzw. Wettkämpfe des FC Steinen-Höllstein und TuS Höllstein statt. Das Gelände wurde den Fußballern aus den Ortsteilen Steinen und Höllstein von der Firma Merian kostenlos überlassen, welches durch Vollzug des Meßbriefes im Juni 1988 in den Besitz der Gemeinde überging. Am 3. August 1989 erfolgte der Spatenstich. Das Schwimmbad liegt am westlichen Ortsrand des Ortsteils Steinen und verbucht jährlich ca. 80.000 bis 100.000 Besucher. Das Schwimmbad setzt sich aus einem Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche und einem Sportbecken mit Sprungturm sowie einer Kinderwasserlandschaft zusammen. Im Jahr 1994 wurde das gesamte Technik-Gebäude erweitert und die Wasseraufbereitungsanlage erneuert. Die sich neben Freibad und Tennishalle befindende Minigolf-Anlage wurde durch Bürgermeister König im Juli 2006 nach Renovierung neu eröffnet. Seit 2009 befindet sich die Anlage im Dornröschenschlaf und ist momentan nicht bespielbar. Die Gemeinde Steinen als Eigentümerin muss im Gemeinderat über die Zukunft des Areals beraten. Ein Haus von besonderer, bauhistorischer und heimatgeschichtlicher Bedeutung ist das „Vogtshaus“ mit Gebäudeteilen aus dem Jahre 1553, dessen Sanierung durch den Förderkreis Vogtshaus Steinen e. V. in den Jahren 1988–1994 bewerkstelligt wurde. Das Vogtshaus, früher gerne als die „Ritterburg“ bezeichnet, ist ein dreigeschossiges Steinhaus auf L-förmigem Grundriss. Im Winkel der beiden Hausflügel ist ein Treppenturm mit steinerner Spindeltreppe angebaut. Die ältesten Teile des heute erhaltenen Gebäudes stammen aus der Zeit vor 1553, stellten aber bereits einen Anbau an ein noch früheres Gebäude dar. Dieses wurde 1553/56 durch einen Neubau ersetzt und mit dem Anbau vereinigt. Nach einer längeren Bauunterbrechung wurde das Gebäude 1593/94 grundlegend renoviert und erweitert. Zu der heute erhaltenen vorbarocken Ausstattung gehören fein gearbeitete Steinmetzarbeiten, eine Wappentafel, ausgemalte Fachwerkfelder, gemalte Architekturrahmung und ein qualitativ hochwertiges Wandbild. Das spätmittelalterliche Bürgerhaus diente den „Haller-Vögten“ als Metzig, Herberge und Gemeindewirtschaft sowie als Amtshaus. Die Chronik berichtet, dass die Familie Haller fast dreieinhalb Jahrhunderte hindurch im Dorf die Richter, Stabhalter und andere Ämter der Vogtei stellte. Erstmals erwähnt wird die frühere Burg im Jahr 1278 als das Rotenbergische Ehepaar Dietrich V und Adelheid, welche einer jüngeren Seitenlinie der freien Herren von Rötteln entstammten, die Burg und weitere Güter dem Kloster St. Blasien vermachten. Wo sich die Burgstelle befand, lässt sich heute nicht zweifelsfrei klären, vermutlich auf dem Platz des heutigen Schlosses. Im Jahre 1563 wurde das damalige Wasser-Schloss von Gregorius Krafft von Dellmensingen von Grund auf erneuert, die eingemeißelte Jahreszahl 1563 über der Eingangstür und einem Fenstergewände an der Südseite zeugen von diesem Umbau. Im Jahr 1574 verkaufte er das Schloss an Wilhelm von Heidegg. Dieser trat sofort von dem Kauf zurück, als er von den massiven Schulden erfuhr, die auf dem Bau lasteten. Die sich anschließenden Prozesse wurden erst 1580 durch Vergleich beendet. Zwischen 1597 und 1605 lebten auf dem Schloss verschiedene Rötteler Obervögte. Nach der Zerstörung des Schloss Rötteln 1678 zog die markgräfliche Burgvogtei nach Steinen und residierte dort für mehrere Jahre. 1697 wurde das Schloss schließlich an Friedrich de Rougemont, dem Bürgermeister von La Chaux-de-Fonds verkauft. Dessen Witwe Rose de Rougemont verkaufte den Besitz 1716 und das Schloss wurde in der Folge durch Pächter verwaltet. Im November 1745 endet die eigentliche Geschichte des Schlosses: das baufällige Schlossgut zu Steinen und das umgebende Land wurden Stück für Stück vom Markgraf versteigert. Von jetzt an ist der alte Adelssitz ein Bürgerhaus: Schulmeister Ludwig Winter ersteigerte das Schloss für 1525 Pfd, den Rest erwarben 36 Einwohner. Das heutige Aussehen des Schlosses wird stark durch die Erneuerung des alten Wahrzeichens Steinens durch Wilhelm Friedrich Reinau nach 1888 bestimmt. Das Steinener Schloss findet auch Erwähnung im Badischen Sagenbuch: Die Sage „Die Häfnetjungfrau “ erzählt von der Hartherzigkeit und dem Hochmut früherer Schlossbesitzer. Johann Peter Hebel kannte das Schloss noch als Staffelgiebelhaus. Im Gedicht „Die Häfnetjungfrau“ heißt es: „’s stoht im Wiesethal und in den einseme Matte / No ne Huus, me seit em numme ’s Steinemer Schlößli … mit sine Staflen am Giebel …“ Seit 2015 wurde das denkmalgeschützte Schlössle durch den Bauherren Götz Rehn saniert. Unter anderem wurden im Dachgeschoss weitere Gauben eingebaut, um dadurch acht Mietwohnungen zu schaffen. Vermutlich wurde die erstmals 1112 schriftlich erwähnte Kirche bereits um 1050 als einfache Kapelle der Herrn des Dorfes erbaut. Bestandteile der im 14. Jahrhundert erbauten Nachfolgekapelle sind in der heutigen Petruskirche erkennbar. Das heutige Aussehen des Barockbaus mit spätgotischen Elementen der alten Kirche im Inneren wird durch die grundlegende Renovierung 1741–1759 bestimmt. Einige Jahre später wurde der Kirchturm ebenfalls von Grund auf neu errichtet. Die Grabplatte der Jungfrau Maria Reichin von Reichenstein, welche sich an der rechten Seite der Petruskirche befindet, stammt aus dem Jahr 1564. Der Dame wird nachgesagt, die sagenhafte Häfnetjungfrau zu sein. Die katholische Pfarrkirche Unbefleckte Empfängnis Mariä in Höllstein ist ein einschiffiger, rechteckiger Saalbau, an dessen Längsseite sich fünf rundbogige, hohe Fenster befinden. Er wurde wegen der steigenden Anzahl an katholischen Einwohnern während des Booms der Textilindustrie in den Jahren 1865 und 1866 vom Freiburger Architekt Ludwig Engesser erbaut. Die als Baudenkmal eingestufte spätklassizistische Villa, als Wohnhaus von Major Geigy-Lichtenhahn, des Gründers der Spinnerei Steinen, erbaut, stammt aus dem Jahr 1840 – der Blütezeit der Textilindustrie im Wiesental. Nach zehnjährigem Leerstand wurde die Villa im Jahr 2005 unter größtmöglicher Erhaltung der Bausubstanz saniert. Die zum historischen Ensemble gehörenden Gebäude, das ehemalige Gärtner- und Kutscherhaus, wurden 2005 neu errichtet. Bereits 1602 erhielt Steinen das Marktrecht und wurde Marktflecken. Der Ort hatte zu dieser Zeit samt Schloss und Mühlen nachweisbar 36 Häuser mit Gärten und Scheunen. Der Markt war sicherlich während der ersten Jahrzehnte des Dreißigjährigen Kriegs, welcher wieder starke Lücken in den Häuser- und Bevölkerungsstand riss, nur wenig besucht. Mit dem Markt erhielt Steinen so etwas wie eine Zentrumsfunktion in diesem Teil des Wiesentals. Der Marktplatz befand sich bald am heutigen Standort und die gute Absatzsituation, die die Bauern auf dem Steinener Markt vorfanden, trug mit dazu bei, dass das Dorf 1766 sogar das Recht erhielt, zusätzlich zum Wochenmarkt noch zwei Vieh- und Krämermärkte abzuhalten. Durch die Gründung der Textilfabriken in den Jahren 1834/1835 stieg die Einwohnerzahl sehr rasch um ca. 600 Personen, welche keine Selbstversorger waren und ihre Lebensmittel einkaufen mussten. Aus diesem Grund erhielt die Gemeinde Steinen im Oktober 1836 die Genehmigung, dienstags und freitags einen Wochenmarkt abzuhalten. Im April 1860 wurde der Marktplatz mit 32 steinernen Pfosten eingezäunt und mit Querstangen versehen. Vier Jahre später entstand hinter dem Marktplatz am Kanal ein öffentlicher, überdachter Waschplatz, zudem erstellte die Gemeinde an der Straße einen größeren Dachvorsprung zum Schutz vor Regen beim Verkauf der Marktwaren. Der Wochenmarkt hielt sich bis in den Ersten Weltkrieg hinein. Die Rationalisierungsmaßnahmen der letzten Kriegsjahre des Ersten Weltkriegs bedeuteten schließlich das vorläufige Ende des Wochenmarktes. Im Sommer 1974 wurde die Tradition des Wochenmarktes unter Bürgermeister Johannes Pflüger wieder aufgenommen. Heute findet auf dem ursprünglichen Platz, dem damaligen „Lindenplatz“, vor dem Gasthaus Löwen jeden Mittwoch und Samstag der Wochenmarkt statt. Das Gelände zwischen Bahnhofstraße, Egertenweg und Lörracher Straße – heute als „Quelle Areal“ bezeichnet – mit den beiden historischen Gebäuden dem „Gelben Haus“ und das ehemalige Turbinenhaus sind ein Relikt aus Steinens textiler Hochzeit und gehörten zur 1836 von Wilhelm Geigy gebauten „unteren Fabrik“ der mechanischen Spinnerei und Weberei Steinen. Im Jahr 1965 übernahm die Firma Merian das Gelände, seit 1970 war es im Besitz der Medima. Nach dem Medima-Konkurs in den 90er Jahren wurden die Gebäude vom Quelle-Versandhaus genutzt. Die Gemeinde Steinen erwarb schließlich im Dezember 2008 den größten Anteil des 3,5 Hektar großen Grundstücks für etwa zwei Millionen Euro aus der Karstadt-Quelle-Konkursmasse. Zeitweise war dort der Werkhof angesiedelt. Inzwischen hat die Umwandlung der brachliegenden Gewerbefläche in ein Wohngebiet begonnen. Im Jahr 2020 begann die Kommunale Wohnbaugesellschaft Steinen mit dem Bau von drei farbenfrohen Mehrfamilienhäusern mit jeweils 13 Wohnungen auf dem Areal der Alten Weberei. Nebenan sind einige Mehrfamilienhäuser sowie sechs Reihenhäuser entstanden. Das „Gelbe Haus“ war einmal das Verwaltungsgebäude der Alten Weberei, sind hier fünf Mietwohnungen sowie eine Wohngemeinschaft für demenzkranke Menschen entstanden. Das ehemalige Turbinenhaus bekommt Anbauten und wird zukünftig eine Kinderarzt-Praxis beherbergen. Ein ursprünglich 1760 errichtetes langgestrecktes, zweistöckiges Wohngebäude wurde mit Hilfe der Denkmalstiftung Baden-Württemberg saniert und im März 2022 als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Das einst von einem Chirurg und Bader erbaute Gebäude wurde ab 1921 von der Mechanischen Spinnerei und Weberei als Wohnbau für die Beschäftigten genutzt. Heute ist das Kulturdenkmal in Privatbesitz und wurde nach längerem Leerstand umfassend saniert. Textilfabrikant Albert Köchlin und seine Frau gründeten vor über hundert Jahren die erste Steinener Kinderkrippe im heutigen Wohnhaus „Lindenhof“ in der Kanderner Straße. Hier konnten die in der Fabrik arbeitenden Frauen ihren Nachwuchs betreuen lassen. Während des Zweiten Weltkriegs beherbergte der Lindenhof die NSDAP-Parteizentrale, nach der Besatzung durch französische Truppen die Kommandozentrale. Das älteste Gasthaus am Ort ist das Gasthaus „Ochsen“, der seine Konzession 1677 erhielt. 1694 folgte das Gasthaus „Hirschen“, der bis 1959 bestanden hat. Wenig später folgte der „Salmen“, der nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben wurde. Schließlich wurde 1739 der „Löwen“ und 1809 die „Sonne“ eröffnet. Das Gasthaus „Löwen“ wurde im Jahr 1623 erbaut und zählt somit zu den ältesten Gebäuden der Gemeinde. Jakob Sturm hatte es 1623 zum heutigen Staffelhaus umgebaut und in den Türsturz an der Ostseite des Gebäudes seinen Namen, das Familienwappen mit dem Zunftzeichen der Gerber neben der Jahreszahl eingemeißelt. Neben seiner Tätigkeit als Gerber übte Jakob Sturm von 1640 bis 1665 auch das Vogtamt aus. Einer seiner Nachkommen, sein Ur-Ur-Enkel Johannes Grether eröffnete im Januar 1739 im Haus die Wirtschaft mit dem Schild „Löwen“. Bevor der Gastronomie-Betrieb im März 2009 von den früheren Wirten der Tanne übernommen wurde, wurde das Gasthaus Löwen für fast 100 Jahre über drei Generationen von Familie Sütterlin geführt . Das älteste Gasthaus Steinens, der „Ochsen“, erhielt erstmals 1677 seine Konzession, und wurde seit 1714 für ca. 250 Jahre von der Familie Pflüger geführt. Das Gasthaus wird seit 1978 von den Nachfahren verpachtet. seit Mai 2021 von neuen Pächtern. Der ehemalige Ochsensaal, ein Tanzsaal des Gasthauses „Ochsen“, beherbergte von 1951 ca. 20 Jahre lang die Wiesen-Lichtspiele, ein Kino mit 250 Sitzplätzen. Heute befindet sich in dem ehemaligen Kinosaal ein Fotostudio. Im Jahr 1694 erteilte der Markgraf dem damaligen Vogt Johann Friedlin Foltz die Erlaubnis zu einem weiteren Gasthaus in Steinen. In ihrer Stellungnahme begründete die Gemeinde ihr Einverständnis mit der dritten Wirtschaft mit den hohen Weinpreisen der beiden andere Wirte. Nach den Revolutionsjahren 1848/1849 blühte das Wirtsleben des kleinen Dorfs wieder auf. Um dem aufstrebenden Dorf einen Beitrag zum damaligen modernen Gesicht zu verleihen, baute Johann Karl Gebhard im Jahr 1901 einen neuen „Hirschen“, einen imposanten Bau am Dorfeingang. Am 1. April 1959 endete die 265-jährige Geschichte des Gasthauses: gemäß seiner Einstellung zu den großen Lebensfragen im christlichen Sinn richtete Karl Gebhard seine Räume zu einem christlichen Erholungsheim ein und nannte es „Haus Frieden“. Am 15. April 1964 bezog die hiesige Sparkasse die unteren Räume im Südflügel des ehemaligen Gasthauses. Nach 56 Jahren zog die Sparkasse in ein Nachbargebäude ein, und ein Lebensmittelgeschäft bezieht die Räume im Herbst 2020. Gasthaus „Sonne“ ist die jüngste historische Wirtschaft in der Wiesentalgemeinde. Sie wurde 1809 von Johann Michael Scheffelt im alten Haus „Sonne“, dem späteren und im Zweiten Weltkrieg zerstörten Rathaus gegründet. Im Jahr 1843 entschloss sich Scheffelt zu einem Neubau auf der gegenüberliegenden Seite der Schopfheimer Straße , welcher ein Jahr später bezogen werden konnte. Der Bahnhof Steinen liegt an der Wiesentalbahn. Durch die Linien S 5 und S 6 der S-Bahn Basel ist Steinen an das Schienennetz angebunden: Hauptverkehrsachse des Wiesentals ist die Bundesstraße 317, die von Lörrach kommend zwischen den Ortsteilen Steinen und Höllstein Richtung Feldberg verläuft. Über den nordwestlichen Teilort Schlächtenhaus erreicht man über die L135 und dem Scheideckpass die Nachbargemeinde Kandern im Westen. Durch Steinen führt der 54 Kilometer lange Wiesental Radweg, der von Todtnau kommend quer durch den Landkreis Lörrach bis nach Basel führt. Das Schulzentrum Steinen beherbergt eine Grund-, Haupt-, Werkreal- und eine Realschule und Teile der Sonderschule Maulburg mit insgesamt 1013 Schülern im Schuljahr 2011/2012. Anlässlich des 100. Geburtstags Meret Oppenheims billigte der Gemeinderat im Juli 2013 die Umbenennung des Schulzentrums in Meret-Oppenheim-Schulzentrum. In den Ortsteilen Höllstein und Weitenau gibt es je eine Grundschule. 1984 wurde das Ausleitungskraftwerk am Fluss Wiese in Betrieb genommen und im Jahr 2007 mit einer neuen Fischtreppe versehen. Der mittlere Abfluss des Gewässers beträgt hier 10,62 m³/s. Das Wasser wird über einen Kanal mit einer Fallhöhe von 7,5 Meter durch zwei Kaplan-Kegelrad-Rohrturbinen geführt. Das Wasserwerk erzeugt bei einer installierten Leistung von 1000 Kilowatt eine mittlere Jahresstromproduktion von 3,3 Mio. Kilowattstunden ., was dem Stromverbrauch von über 1000 Haushalten entspricht. Nach dem Wasserkraftwerk Mambach ist jenes in Steinen das leistungsfähigste im Wiesental. Beide Kraftwerke werden durch die energieDienst AG betrieben. Die Firma Rotzler wurde 1919 von Ernst Rotzler in Steinen als Schmiede gegründet, die Pferde beschlug sowie Landtechnik reparierte. Der Firmengründer optimierte die Heuaufzüge und Dungkrane der Kunden und verlagerte seinen Fokus in der Folge auf die Entwicklung und Fertigung zuverlässiger Seilwindentechnik. Heute beschäftigt die Firma weltweit zirka 220 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer auf dem Gebiet der hydraulischen Seilwinden und Systemlösungen für mobile Anwendungen. Kandern | Lörrach | Rheinfelden | Schönau im Schwarzwald | Schopfheim | Todtnau | Weil am Rhein | Zell im Wiesental Aitern | Bad Bellingen | Binzen | Böllen | Efringen-Kirchen | Eimeldingen | Fischingen | Fröhnd | Grenzach-Wyhlen | Häg-Ehrsberg | Hasel | Hausen im Wiesental | Inzlingen | Kleines Wiesental | Malsburg-Marzell | Maulburg | Rümmingen | Schallbach | Schliengen | Schönenberg | Schwörstadt | Steinen | Tunau | Utzenfeld | Wembach | Wieden | Wittlingen Endenburg | Hägelberg | Höllstein | Hüsingen | Schlächtenhaus | Weitenau |
2024-12-04 11:11:25 | https://de.wikipedia.org/wiki/Annika_Norlin | Hello Saferide ist eine schwedische Indiepop-Band um die am 22. November 1977 in Östersund geborene Sängerin Annika Norlin. Bereits im Alter von acht Jahren schrieb Annika Norlin ihre ersten Lieder, schlug jedoch zunächst eine journalistische Laufbahn ein. 2004 erschien bei Groover Recordings die Compilation Jeans & Summer 2 in Schweden. Die positive Resonanz, die sie daraufhin erhielt, verhalf ihr zu einem Plattenvertrag. Sie brachte verschiedene Singles heraus und spielte Konzerte; da sie zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Band hatte, wurde sie zunächst von Freunden unterstützt. Schließlich brachte sie 2005 in Schweden ihr erstes Album Introducing… Hello Saferide heraus. Sie stellte nahezu zeitgleich ihre Band zusammen: Maia Hirasawa , Andreas Söderlund , Jens Lagergren und Fredrik Hultgren . Mit diesen bildet sie fortan die Band Hello Saferide; sie komponieren zusammen, bringen Singles heraus und gehen in Europa auf Tour. 2007 und 2010 veröffentlichte Annika Norlin unter dem Bandnamen „Säkert!“ jeweils ein Album in schwedischer Sprache. |
2024-11-30 18:30:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dallas_Area_Rapid_Transit | Die Dallas Area Rapid Transit, kurz DART, ist das Nahverkehrsunternehmen der texanischen Stadt Dallas und zwölf weiterer Gemeinden aus dem Umland. Neben Dallas sind die Städte Addison, Carrollton, Cockrell Hill, Farmers Branch, Garland, Glenn Heights, Highland Park, Irving, Plano, Richardson, Rowlett und University Park Mitglied des Unternehmens. Das Unternehmen betreibt seit dem 14. Juni 1996 eine normalspurige Stadtbahn mit derzeit vier Linien und in Zusammenarbeit mit der Fort Worth Transportation Authority eine als Trinity Railway Express bezeichnete Regionalbahn nach Fort Worth. Im Stadtzentrum von Dallas sind die Strecken straßenbahnähnlich gebaut. Finanziert wird die Bahn durch eine Sondersteuer, welche alle Einwohner von Dallas County zu entrichten haben. Die Planungen für die Bahn begannen bereits 1987. Baubeginn des 32 Kilometer langen Grundnetzes war 1992. Am 10. Januar und am 31. Mai 1997 wurden zwei weitere Abschnitte der Red Line in Betrieb genommen. Seit September 1999 verkehrt die Blue Line , die in der Innenstadt teilweise in einem Tunnel verläuft. Zwei weitere Abschnitte folgten am 6. Mai und am 18. November 2002. Damit hatte die Bahn innerhalb von sechs Jahren nach der Eröffnung ihr Netz mehr als verdoppelt und wurde nach San Diego zum zweitgrößten Stadtbahnbetrieb der USA. Die Länge des Netzes betrug damals 45 Meilen . Eine weitere Möglichkeit zur Netzvergrößerung wurde 2001 mit dem Kauf dreier Strecken von der Union Pacific Railroad geschaffen. Es handelt sich dabei um die Strecken von Plano nach Sherman, von Rowlett nach Rockwall und von Carrollton nach Denton. Da diese Strecken an vorhandene oder geplante Endpunkte der Bahn anschließen, kann mit dem Bau von kurzen Anschlussstrecken das Netz um weitere 120 Kilometer erweitert werden. Wie im Jahr 2009 beschlossen, wollte man bis 2013 zwei weitere Abschnitte mit 67 Kilometern Länge realisieren. Am 18. August 2014 ging die Verlängerung der Orange Line zum Flughafen Dallas/Fort Worth in Betrieb. Von dort kann seit 2019 über TEXRail der Trinity Metro wiederum Fort Worth erreicht werden. Die Stadtbahn umfasst seit 2014 ein Streckennetz von 150 Kilometer, die in vier Linien bedient werden. Vor den Wahlen 1983 gab es Planungen für ein Streckennetz von 160 Meilen Länge. Mit der Erweiterung der Green Line 2009/2010 und dem Anschluss der Orange Line an den Flughafen 2014 ist das vorgesehene Netz im Wesentlichen abgeschlossen. Es gab jedoch schon in den 1990er Jahren eine Vereinbarung, dass beim Vollausbau des Netzes die Stammstrecke aller Linien durch Downtown Dallas erwartbar zu knapp wird, sodass bei Erreichen entsprechender Fahrgastzahlen der Bau einer zweiten Strecke durch die Innenstadt erfolgen soll. Für die D2-Planungen wurden im Frühjahr 2008 erste Varianten vorlegt, und zu den letzten Verlängerungen jeweils wieder diskutiert. 2015 sprach sich der Stadtrat für eine Strecke an der Oberfläche entlang der Jackson Street aus, nach zahlreichen Protesten wird jedoch nun ein möglicher Tunnel diskutiert. Für die geschätzte eine Milliarde US-Dollar existiert keine Finanzierung, auch da der Ausbau von Regiobahnen höher gewichtet wird . Mit einem Bau des D2-Tunnels wird daher nicht vor 2025 gerechnet. Es gibt in Dallas zwei Straßenbahnlinien. Die ältere Strecke ist die M-line Trolley, eine Straßenbahn, die von der McKinney Avenue Transit Authority betrieben wird. Diese ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der DART, die gemeinsam mit der Uptown-Entwicklungsgesellschaft geführt wird. Auf dieser Linie werden Nachbauten historischer Wagen eingesetzt, deren Nutzung ist kostenfrei. Die neuere Strecke ist die Dallas Streetcar, auf der moderne Gelenktriebwagen verkehren. Der Bau begann im Mai 2013, die Inbetriebnahme erfolgte im April 2015. Auf der vier Kilometer langen Strecke gibt es bisher sechs Stationen. DART will die Bahn verlängern, um sie auch mit der M-line zu verbinden, an der Commerce Street könnte dabei außerdem ein Übergang zur Stadtbahn im D2-Tunnel entstehen. Gemeinsam mit Trinity Metro betreibt DART den Trinity Railway Express, der Dallas mit Fort Worth verbindet. Es verkehren Wendezüge mit Diesellokomotiven mit Bilevel-Doppelstockwagen. Im Jahr 2026 sollen Diesel-FLIRT von Stadler den Betrieb auf der Silver Line aufnehmen. Die Linie ist eine Tangentialverbindung entlang der Cotton Belt Rail Line im Norden des Ballungsraums. Am Endpunkt am Flughafen Dallas/Fort Worth kann zu TEXRail Richtung Fort Worth umgestiegen werden. Laut Zahlen von 2016 ist DART eines der verlustreichsten öffentlichen Regionalverkehrssysteme in den USA in vergleichbaren Städten. So fielen zum Beispiel pro Fahrt Kosten von 6,79 USD an , von denen nur 1,02 USD vom Fahrpreis gedeckt waren. Die Deckungslücke von 5,77 USD war ebenfalls die größte. Atlanta | Baltimore | Boston: Green Line, Mattapan Line | Buffalo | Charlotte | Cincinnati | Cleveland | Dallas: Stadtbahn, Straßenbahn, M-Line | Denver | Detroit | El Paso | Houston | Hudson–Bergen | Kansas City | Little Rock | Los Angeles | Memphis | Milwaukee | Minneapolis/St. Paul/Bloomington: Blue, Green | Newark | New Orleans | Norfolk | Oklahoma City | Philadelphia: Subway–Surface Trolley Lines, Media–Sharon Hill Line, Girard Avenue Line | Phoenix/Tempe/Mesa: Stadtbahn, Straßenbahn | Pittsburgh | Portland: Stadtbahn, Straßenbahn | Sacramento | Saint Louis | Salt Lake City | San Diego | San Francisco: Muni Metro, Streetcar F-Line, Cable Cars | San José | Seattle: Stadtbahn, Straßenbahn | Tacoma | Tampa | Trenton/Camden | Tucson | Washington, D.C. |
2024-12-01 22:33:21 | https://de.wikipedia.org/wiki/Masters_1999 | Das Benson & Hedges Masters 1999 war ein Snooker-Einladungsturnier der Saison 1998/99, das vom 7. bis 14. Februar 1999 im Wembley Conference Centre in London ausgetragen wurde. Es war die 25. Austragung des Masters. Durch einen 10:8-Sieg im Finale gegen Ken Doherty gewann John Higgins erstmals das Masters. Titelverteidiger Mark Williams verlor im Viertelfinale gegen Alan McManus. In der Wildcard-Runde besiegte James Wattana den Sieger der Benson & Hedges Championship David Gray mit 6:2, Mark King besiegte Wildcard-Spieler Jimmy White mit 6:5. 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 Weltranglistenturniere Grand Prix 1998 | UK Championship 1998 | Irish Open 1998 | Welsh Open 1999 | Scottish Open 1999 | Thailand Masters 1999 | China International 1999 | British Open 1999 | Snookerweltmeisterschaft 1999 Einladungsturnier Super Challenge 1998 | Scottish Masters 1998 | Malta Grand Prix 1998 | German Masters 1998 | Premier League Snooker 1999 | Nations Cup 1999 | Masters 1999 | Charity Challenge 1999 | Irish Masters 1999 Non-ranking-Turniere Merseyside Professional 1998 | Benson and Hedges Championship 1998 | Pontins Professional 1999 |
2024-12-04 03:26:12 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gum-Katalog | Der Gum-Katalog ist ein astronomischer Katalog von 84 Emissionsnebeln in der südlichen Hemisphäre. Er wurde am Mount Stromlo Observatory durch den australischen Astronomen Colin Stanley Gum von Daten auf Basis von Weitwinkelfotografie zusammengestellt. Gum veröffentlichte sein Werk im Jahr 1955 in einer Studie mit dem Titel A study of diffuse southern H-alpha nebulae, der eine Zusammenstellung von 84 Nebeln oder Assoziationen von Nebeln war. Ähnliche Zusammenstellungen sind der Sharpless-Katalog und der RCW-Katalog, wobei entsprechend viele Objekte in diesen ebenfalls angeführt sind. Der Gum-Nebel ist nach Colin Stanley Gum benannt, der ihn auch entdeckt hat und im Gum-Katalog die Nummer 12 trägt; dieser ist ein Emissionsnebel in den südlichen Sternbildern Segel des Schiffs und Achterdeck des Schiffs. Auszug von Beispielen des Gum-Katalogs aus dem Jahr 1955; Ein Klick auf das Bild liefert die Bildbeschreibung, die meisten stammen entweder von unterschiedlichen Amateurastronomen, der Europäischen Südsternwarte, der ESA oder der NASA PK 349+01 1, Butterfly Nebula, RCW 124 |
2024-11-22 20:04:52 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kopfb%C3%BCge | Ein Kopfband ist eine Strebe, die vom Zimmerer zwischen einem horizontalen Holz und einem vertikal stehenden Holz eingesetzt wird, um eine Versteifung der Konstruktion zu erzielen. Das Kopfband wirkt als baustatische Aussteifung und verhindert, dass eine Fachwerkwand oder eine Dachkonstruktion seitlich umklappen. Ein Kopfband erleichtert auch das Aufrichten von Holzkonstruktionen. Zusätzlich zur Aufnahme von horizontalen Kräften trägt das Kopfband auch vertikale Lasten ab und leitet diese in den Ständer. Wird statt der Strebe ein dreieckiges Holz eingesetzt, so heißt dieses Kopfwinkelholz. Zimmermannsmäßige Holzverbindungen werden in der Regel als Gelenke betrachtet. Durch ein Kopfband lässt sich eine biegesteife Ecke ausbilden. Ein Kopfband setzt sich aus einzelnen Stäben zusammen, deren einzelne Knoten in guter Näherung gelenkig verbunden sind. Wenn man jedoch das Gesamtsystem aus einer gewissen Entfernung betrachtet, so kann dieses System aus drei Stäben als Ganzes auch als biegesteifer Knoten angesehen werden. Kopfbänder sollten bei Zwischenstielen immer von beiden Seiten angeordnet werden. Bei einseitigen Kopfbändern oder bei nachträglich einseitig entfernten Kopfbändern entstehen Biegemomente in den Stielen, für die sie in der Regel nicht bemessen sind und die unbedingt vermieden werden sollten. Bei sehr flachen Dächern haben die Windrispen alleine keine ausreichend aussteifende Wirkung, so dass die Aussteifung des Daches in Längsrichtung maßgeblich durch die Kopfbänder gewährleistet wird. Im Längsverband eines Dachstuhles liegt die Mittel- oder Firstpfette auf Stielen auf. Die Pfette trägt die Sparren. Zusätzlich stützen die Pfetten an ihrem Ende auch den Giebel ab. Sofern der Giebel nicht durch längsliegende Wände ausgesteift wird, ist es üblich, ihn mit Mauerankern an den Pfetten zu befestigen. Kopfbänder werden meist unter einem Winkel von 45° zwischen Stielen und der Pfette eingesetzt. Die Anschlüsse der Kopfbänder an Ständer und Rähm bzw. Pfette erfolgte bei historischen Verbindungen entweder mit der älteren Verzimmerung der Verblattungen oder der jüngeren der Zapfenverbindungen. Kopfbänder mit Verblattungen waren hierzulande bereits während er römischen Kaiserzeit üblich, wie seltener archäologischer Fund aus der Saalburg belegt. Nachmittelalerlich erfolgte der Anschluss in der Regel nur noch mittels eines abgestirnten Strebezapfens . Der Zapfen befindet sich in der Mitte des Querschnitts und ist daher der nach dem Zusammenbau der Verbindung nicht mehr sichtbar. Heute werden die Anschlüsse oft auf einfache und schnelle Weise mit Nagelblechen oder mit hölzernen Laschen hergestellt. Wenn Kopfbänder in historischen Gebäuden an besonders sichtbaren Stellen – etwa an Balkonen, Erkern oder an Stützen repräsentativer Innenräume – eingebaut wurden, sind sie oft mehr oder weniger verziert worden. Die einfachste Zierform ist die Abfasung der Kanten, ansonsten „indem man sie nach irgend einer hübschen Linie ausschneidet oder schweift. Die Büge reicherer Bauten werden entsprechend façonniert, auf der Außenseite nach einer gefälligen Form ausgeschnitten, mit Nuten, Kehlen, Kannelierungen etc. versehen und Rosetten und Knöpfen etc. geschmückt“ . Ein Kopfband schränkt die Kopffreiheit im Dachraum ein und behindert so unter Umständen die Nutzung und den Ausbau des Dachbodens. |
2024-12-01 20:29:51 | https://de.wikipedia.org/wiki/Dun-le-Palestel | Dun-le-Palestel ist eine Gemeinde im Zentralmassiv in Frankreich. Sie ist der Hauptort des gleichnamigen Kantons in der Region Nouvelle-Aquitaine, im Département Creuse und im Arrondissement Guéret. Sie grenzt im Norden an Maison-Feyne, im Nordosten an Villard, im Südosten an Saint-Sulpice-le-Dunois, im Süden an Naillat, im Südwesten an Colondannes und im Nordwesten an Sagnat. Die vormaligen Routes nationales 713 und 151bis führen über Dun-le-Palestel. Ahun | Ajain | Anzême | Arrènes | Ars | Augères | Aulon | Auriat | Azat-Châtenet | Azerables | Banize | Bazelat | Bénévent-l’Abbaye | Bonnat | Bosmoreau-les-Mines | Bourganeuf | Bussière-Dunoise | Ceyroux | Chamberaud | Chambon-Sainte-Croix | Chamborand | Champsanglard | Châtelus-le-Marcheix | Châtelus-Malvaleix | Chavanat | Chéniers | Colondannes | Crozant | Dun-le-Palestel | Faux-Mazuras | Fleurat | Fransèches | Fresselines | Fursac | Gartempe | Genouillac | Glénic | Guéret | Jalesches | Janaillat | Jouillat | La Brionne | La Celle-Dunoise | La Cellette | La Chapelle-Baloue | La Chapelle-Saint-Martial | La Chapelle-Taillefert | La Forêt-du-Temple | La Pouge | La Saunière | La Souterraine | Lafat | Le Bourg-d’Hem | Le Donzeil | Le Grand-Bourg | Le Monteil-au-Vicomte | Lépinas | Linard-Malval | Lizières | Lourdoueix-Saint-Pierre | Maison-Feyne | Maisonnisses | Mansat-la-Courrière | Marsac | Mazeirat | Méasnes | Montaigut-le-Blanc | Montboucher | Mortroux | Mourioux-Vieilleville | Moutier-d’Ahun | Moutier-Malcard | Naillat | Noth | Nouzerolles | Nouziers | Peyrabout | Pontarion | Roches | Royère-de-Vassivière | Sagnat | Saint-Agnant-de-Versillat | Saint-Amand-Jartoudeix | Saint-Avit-le-Pauvre | Saint-Christophe | Saint-Dizier-les-Domaines | Saint-Dizier-Masbaraud | Sainte-Feyre | Saint-Éloi | Saint-Fiel | Saint-Georges-la-Pouge | Saint-Germain-Beaupré | Saint-Goussaud | Saint-Hilaire-la-Plaine | Saint-Hilaire-le-Château | Saint-Junien-la-Bregère | Saint-Laurent | Saint-Léger-Bridereix | Saint-Léger-le-Guérétois | Saint-Martial-le-Mont | Saint-Martin-Château | Saint-Martin-Sainte-Catherine | Saint-Maurice-la-Souterraine | Saint-Michel-de-Veisse | Saint-Moreil | Saint-Pardoux-Morterolles | Saint-Pierre-Bellevue | Saint-Pierre-Chérignat | Saint-Priest-la-Feuille | Saint-Priest-la-Plaine | Saint-Priest-Palus | Saint-Sébastien | Saint-Silvain-Montaigut | Saint-Sulpice-le-Dunois | Saint-Sulpice-le-Guérétois | Saint-Vaury | Saint-Victor-en-Marche | Saint-Yrieix-les-Bois | Sardent | Savennes | Soubrebost | Sous-Parsat | Tercillat | Thauron | Vareilles | Vidaillat | Villard |
2024-12-02 05:23:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Hopkinson | Francis Hopkinson unterzeichnete die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und ist damit einer der amerikanischen Gründerväter. Hopkinson studierte am College of Philadelphia und beschloss nach seinem Abschluss im Jahr 1763, sich auf einen juristischen Beruf vorzubereiten. Nachdem er 1765 zur Anwaltschaft zugelassen worden war, verbrachte er zwei Jahre in England. Nach seiner Rückkehr 1768 erhielt er eine einträgliche öffentliche Stellung im Staatsdienst New Jerseys, die er bis zu seiner Teilnahme am Kontinentalkongress 1776–1777 behielt. 1779 wurde er zum Richter im Marineministerium von Pennsylvania und 1790 zum Bundesbezirksrichter desselben Staates berufen. Er war gewähltes Mitglied der American Philosophical Society. Hopkinson ist der Autor mehrerer Lieder, vieler politischer, Gedichte, antibritischer Streitschriften und Komödien, die wegen ihrer humorvollen Satire eine weite Verbreitung fanden und kraftvoll halfen, den Geist der politischen Unabhängigkeit wach zu rütteln und voranzubringen, der in die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung mündete. Er gilt als erster in Amerika geborener Komponist und Verfasser eines überlieferten Liedes. Seine Hauptwerke sind The Pretty Story , The Prophecy und The Political Catchism . Von seinen Liedern sollten erwähnt werden: The Treaty, The Battle of the Kegs und The New Roof, a song for Federal Mechanics. Seine bekanntesten satirischen Stücke sind Typographical Method of conducting a Quarrel, Essay on White Washing und Modern Learning sowie das Pamphlet A letter written by a foreigner on the character of the English nation . Sein Werk Miscellaneous Essays and Occasional Writings wurde 1792 in Philadelphia in drei Bänden herausgebracht. Einige Historiker sind der Ansicht, dass Hopkinson und nicht Betsy Ross die offizielle „erste Flagge der Vereinigten Staaten“ entwarf. Er starb 53-jährig an einem Anfall. |
2024-12-02 10:21:00 | https://de.wikipedia.org/wiki/Wadim_Meller | Wadim Georgijewitsch Meller war ein ukrainisch-russischer Maler der UdSSR und Avantgarde-Künstler , Bühnenbilder, Buchillustrator und Architekt. Er war der erste Künstler, dem eine Goldmedaille bei der Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes zuerkannt wurde. Meller war der zweite Sohn eines hochgestellten Beamten des russischen Justizministeriums. Sein Vater, George Meller, stammte aus einer schwedischen Adelsfamilie, seine Mutter, Helena Caruso, die halb Italienerin und halb Griechin war, stammte ebenfalls aus dem Adel. Meller studierte zwischen 1903 und 1908 an der Universität Kiew. 1905 besuchte Meller Genf, wo er Privatunterricht bei Franz Roubaud nahm. 1908, mit der Empfehlung von Roubaud, begann sein Unterricht in einer Privatschule für Zeichnen und Malen von Heinrich Knirr in München. Dort traf Meller den Studenten Paul Klee, der ihn in die Gruppe Der Blaue Reiter einführte. Nach seinem Hochschulabschluss an der Kiewer Universität in Recht besuchte Meller zwischen 1908 und 1912 die Münchener Akademie der Bildenden Künste. In dieser Zeit traf Meller Wassily Kandinsky, mit dem er sich anfreundete. Erste Ausstellungen Mellers fanden nach seinem Umzug nach Paris statt. Dort wurde er Mitglied der Société des Artistes Indépendants. Meller studierte auch bei Antoine Bourdelle. Zwischen 1912 und 1914 nahm Meller zusammen mit Kasimir Malewitsch, Sonia Delaunay, Alexander Archipenko, Alexandra Exter an verschiedenen Ausstellungen teil, darunter: Salon des Indépendants, Spring Salon, Salon D' Automne . Nach seiner Rückkehr nach Kiew im Jahre 1917 arbeitete er an Staffelei- und Monumental-Malerei, Grafik- und Kostümdesign. Sein Übergang zur Bühnenbildgestaltung, die zu seinem künstlerischen Hauptgebiet wurde, erfolgte in den ersten Jahren nach der Revolution. Zwischen 1918 und 1921 arbeitete Meller gemeinsam mit der Bühnenbildnerin und Tänzerin Bronislava Nijinska, der Schwester von Vaslav Nijinsky, in ihrem Ballettstudio. 1922 lud Les Kurbas Meller an das gerade gegründete Beresil-Theater ein. 1925 nahm Meller gemeinsam mit Sonia Delaunay, Alexandra Ekster und Nathan Altman an der Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes in Paris teil. Dort erhielt er die Goldmedaille für sein Bühnendesign des Beresil-Theaters. Im gleichen Jahr nahm Meller auch an der International Theater Exposition in New York City teil. Meller wurde der führende Konstruktivist des ukrainischen Bühnenbilds. Dort arbeitete er in herausgestellter Position bis 1945. Ab 1925 unterrichtete Meller gemeinsam mit Wladimir Tatlin und Alexander Bogomasow an der Kiewer Kunstakademie. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Künstlervereinigung Vereinigung der revolutionären Künstler der Ukraine , gemeinsam mit Dawid Burljuk , Alexander Bogomasow , Wassili Jermilow, Wiktor Palmow und Alexander Chwostenko-Chwostow. Meller arbeitete als geschäftsführender Direktor des Instituts für monumentale Malerei und Plastik der Architekturakademie der Ukrainischen SSR , als leitender Künstler des Kiewer Komödientheaters und als leitender Künstler des Akademietheaters Iwan Franko . Er war mit der Künstlerin Nina Genke verheiratet. |
2024-11-24 16:40:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Diels | Rudolf Diels war ein deutscher Verwaltungsjurist und von April 1933 bis April 1934 der erste Chef der Gestapo. Diels war ab 1930 im preußischen Innenministerium tätig und arbeitete schon vor dem Regierungsantritt Hitlers 1933 mit Hermann Göring zusammen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde er Chef der preußischen politischen Polizei, aus der die Gestapo hervorging. Nachdem er im Zuge von Machtkämpfen zwischen Göring und Heinrich Himmler seinen Posten räumen musste, war er als Regierungspräsident in Köln und Hannover tätig. Nach dem Kriegsende trat Diels als Zeuge in den Nürnberger Prozessen auf. Der Sohn eines Großbauern aus Berghausen erhielt am 24. September 1918 sein Abiturzeugnis am Königlichen Gymnasium zu Wiesbaden. Anschließend meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und war am Ende des Ersten Weltkriegs wenige Wochen bei einer Fernmeldeeinheit im elsässischen Hagenau stationiert. Sein Studium der Staats- und Rechtswissenschaften begann er im Frühjahr 1919 an der Ludwigs-Universität Gießen und wechselte im Mai an die Philipps-Universität Marburg. Hier schloss er sich auch dem Corps Rhenania-Straßburg zu Marburg an. Nachdem er 1922 das erste juristische Staatsexamen bestanden hatte, war Diels als Regierungsreferendar in Kassel tätig. Das zweite Staatsexamen legte er 1924 ab, es folgten Anstellungen als Regierungsassessor in Neuruppin, Teltow und Peine. Im Jahr 1930 erhielt Diels einen Posten als Regierungsrat im preußischen Innenministerium unter Minister Carl Severing. Dort war er „Dezernent zur Bekämpfung der kommunistischen Bewegung“ in der politischen Abteilung der Polizei. Im gleichen Jahr heiratete Diels seine erste Frau Hildegard Mannesmann. Im Zuge des Preußenschlags konnte Diels durch Zuträgerdienste seine Karriere erheblich vorantreiben. Der Gruppe um Franz von Papen und Kurt von Schleicher spielte Diels Informationen über eine Besprechung zwischen Staatssekretär Wilhelm Abegg und den KPD-Politikern Wilhelm Kasper und Ernst Torgler zu. Diese Informationen – welche die tatsächliche Besprechung in verzerrter Form wiedergaben und auch in die Presse lanciert wurden – bildeten die Grundlage für die Behauptung, die preußische Regierung konspiriere mit den Kommunisten, und lieferten somit einen willkommenen Vorwand zur Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen . Demzufolge wurde Diels im August 1932 außerplanmäßig zum Oberregierungsrat befördert – ein solcher Rang war in seinem damaligen Alter ungewöhnlich, wobei einige ältere Beamten übergangen wurden. Gleichzeitig übernahm Diels die Leitung der politischen Abteilung der preußischen Polizei. Nach den Akten der Spruchkammer aus Diels’ Entnazifizierungsakten stand er bereits seit Anfang der 1930er-Jahre mit von Papen und den Nationalsozialisten in Verbindung, seit Ende 1932 knüpfte er direkt Kontakt zu Göring, dem er wiederum Informationen über Kommunisten und Sozialdemokraten zutrug. Unmittelbar nachdem Hitler Reichskanzler geworden war, machte sich Göring an die Reorganisation der Polizei. Am 15. Februar 1933 wurde Magnus von Levetzow neuer Polizeipräsident in Berlin, Diels’ Kompetenzen als Leiter der politischen Abteilung wurden erweitert. Göring verfolgte den Plan, die politische Abteilung aus der preußischen Polizei zu lösen und direkt seinem Innenministerium zu unterstellen, und erreichte sein Ziel mit der Gründung des Geheimen Staatspolizeiamtes am 26. April 1933. Rudolf Diels wurde am gleichen Tag als Inspekteur dessen Leiter. Im Juli 1933 wurde er zum Ministerialrat befördert. Obwohl Diels seine Tätigkeit in dieser frühen Phase der NS-Diktatur später als Widerstand darstellte, kooperierte er nachweislich willig mit den neuen Machthabern. Er übernahm SA-Führer in den Polizeidienst und förderte so die Verzahnung zwischen Gestapo und der Parteischlägertruppe SA, bei der er seit März 1932 Förderndes Mitglied war. Bei Göring setzte er sich für die Niederschlagung der Ermittlungen im Fall Albrecht Höhler ein. Höhler – seit 1930 wegen Totschlags an Horst Wessel inhaftiert – war im September 1933 von der SA entführt und ermordet worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg behaupteten Angehörige des betreffenden SA-Rollkommandos und der Gestapo-Beamte Pohlenz übereinstimmend, Diels sei bei dem Mord an Höhler persönlich anwesend gewesen und habe diese Tat sogar durch Ausstellung eines Überstellungsbefehls an die SA „juristisch legalisiert“. Es habe sich somit um keine regelrechte Entführung gehandelt. Ebenso wirkte Diels beim Aufbau des Instruments der Schutzhaft und bei den Judenverfolgungen mit. Noch nach dem Krieg äußerte er sich positiv über den NS-Terror gegen die Kommunisten. Konflikte, die Diels mit SA und SS austrug – beispielsweise um die frühen Konzentrationslager –, lassen sich nicht auf eine kritische Einstellung Diels gegenüber den Nationalsozialisten zurückführen, sondern primär auf Kompetenzstreitigkeiten. Ende 1933 geriet Diels in den Machtkampf zwischen Himmler und Göring. Er wurde von Göring als Leiter der Gestapo entlassen und sah sich zur Flucht in die Tschechoslowakei veranlasst. Seine Wohnung und seine Büroräume wurden von SS und SA durchsucht. Sein Amt übernahm kurzfristig auf Empfehlung des Kommissars z.B.V. Kurt Daluege der Polizeipräsident von Altona-Wandsbek Paul Hinkler. Erst auf Drängen Görings kehrte Diels nach Berlin zurück und wurde am 18. November 1933 zum Polizeivizepräsidenten von Berlin ernannt. Am 29. November konnte er sein vorheriges Amt als Inspekteur der Gestapo wieder antreten. Nach dem Krieg stellte sich Diels als von der SS verfolgt dar, was schwerlich damit in Einklang zu bringen ist, dass er am 15. September 1933 von Himmler als Rangführer im Dienstrang eines SS-Obersturmbannführers in die SS aufgenommen wurde und am 9. November 1933 ehrenhalber zum SS-Standartenführer befördert wurde. Offenbar hatte Diels Robert Kempner bei der Emigration geholfen und wurde demzufolge am 21. April 1934 in den einstweiligen Ruhestand versetzt, sein Nachfolger als Gestapo-Chef wurde Himmler. Am 9. Mai 1934 erhielt Diels einen Posten als Regierungspräsident in Köln. Die Säuberungsaktionen im Zuge der Röhm-Affäre im Sommer 1934 überstand Diels heil, da er sich der Protektion Görings sicher sein konnte. Wohl nach Konflikten mit dem Essener Gauleiter Josef Terboven ließ er sich im Juli 1936 als Regierungspräsident nach Hannover versetzen. Zum 1. Mai 1937 trat Diels in die NSDAP ein und wurde Gauführer der NS-Studentenkampfhilfe der Provinz Hannover. Am 16. August 1938 wurde in Konstanz seine Tochter Corinna Genest geboren, die aus einer Beziehung mit der Schauspielerin Gudrun Genest stammt und später selbst Schauspielerin wurde. Am 20. April 1939 wurde Diels zum SS-Oberführer ernannt und war im Stab des SS-Abschnitts IV tätig. Im Jahr 1941 wurde er – wieder dank Göring – im Zuge der Umorganisierung der Reichswerke Hermann Göring Vorstandsvorsitzender der Holdinggesellschaft Reichswerke AG für Binnenschiffahrt „Hermann Göring“. Ab dem 1. März 1942 arbeitete Diels im Stab des SS-Hauptamts, bis zum 30. November 1944 hatte er den SS-Ehrendegen und den SS-Totenkopfring erhalten. Diels’ erste Ehe war 1936 geschieden worden. Am 17. Januar 1943 heiratete Diels Ilse Göring. Diese war eine Tochter des Korvettenkapitäns Otto Burchard und dessen Frau Frieda Burchard geb. Göring und in erster Ehe mit einem Halbbruder ihrer Mutter und Bruder Hermann Görings, Karl Ernst Göring , verheiratet gewesen. Nach erneuten Schwierigkeiten mit der Gestapo Ende 1943 wurde er auf Betreiben Görings zu einer Kur nach Lugano geschickt. Offenbar versuchte er dort, Asyl zu beantragen, wurde von der Schweizer Fremdenpolizei aber abgewiesen. In Lugano traf Diels auch Hans Bernd Gisevius wieder, seinen früheren Konkurrenten um die Leitung der Gestapo und einen der Mitverschwörer vom 20. Juli 1944. Nach seiner Rückkehr wurde Diels zweimal von der Gestapo verhaftet. Diels wurde am 3. Mai 1945 festgenommen und bis 1948 interniert. Von Herbst 1945 bis Sommer 1947 trat er als Zeuge in den Nürnberger Prozessen auf. Am 29. Januar 1948 wurden in Nürnberg seine Zwillingstöchter Lieselotte und Renate geboren, die aus einer Beziehung mit einer Angestellten des Gerichts in Nürnberg stammten. Anschließend arbeitete Diels für die US-amerikanische Militärregierung – bereits 1948 hatte er Kontakte zum CIC aufgenommen. Aus seinem Entnazifizierungsverfahren ging Diels Mitte 1949 relativ unbeschadet hervor, da er Fürsprecher wie Paul Löbe und Ernst Torgler vorweisen konnte. Ungeachtet dessen wurde in der Sowjetischen Besatzungszone bereits am 5. Januar 1949 ein Haftbefehl gegen ihn erlassen, der jedoch in den Westzonen nicht vollstreckt wurde. Ebenfalls 1949 veröffentlichte Diels seine Autobiographie „Lucifer ante portas. Es spricht der erste Chef der Gestapo“, die als Vorabdruck in einer neunteiligen Serie im Nachrichtenmagazin Der Spiegel erschien und trotz ihres apologetischen Charakters als eine bedeutsame Quelle für das frühe NS-Regime gilt. Dem Publizisten und ehemaligen Spiegel-Redakteur Peter-Ferdinand Koch zufolge hatte Fritz Tobias die Kontakte von Diels – und auch von Paul Karl Schmidt – zum Spiegel hergestellt. Diels hatte einen guten Kontakt zu Rudolf Augstein und erheblichen Einfluss auf die politische Ausrichtung des Spiegels. Nach dem Ende seiner Internierung lebte Diels abwechselnd auf seinem Gutshof in Kaltenweide-Twenge bei Hannover, den er 1955 verkaufte, und dem elterlichen Bauernhof in Berghausen, den er fortan bis zu seinem tödlichen Unfall zwei Jahre später weiterbetrieb. Er wurde als 131er bis zu seinem Tod vom Land Niedersachsen besoldet. Im Zusammenhang mit der John-Affäre publizierte Diels 1954 ein wüstes Pamphlet gegen Otto John, das ihm ein dienstrechtliches Verfahren einbrachte. 1957 druckten die Illustrierten Stern und Weltbild Serien über den Reichstagsbrand und die Machtergreifung, die wesentlich auf Diels’ Informationen basierten und in denen die SA für den Reichstagsbrand verantwortlich gemacht wurde. Diels starb im November 1957 während eines Jagdausflugs, nachdem sich beim Herausnehmen seiner Jagdwaffe aus dem Auto ein Schuss gelöst hatte. Rudolf Diels charakterisierte sich nach Kriegsende stets als Gegner des Nationalsozialismus und verwies auf seine Verfolgung durch die SS, insbesondere durch Heydrich. Bestätigt ist, dass er vereinzelt NS-Verfolgten bei der Emigration half, was ihm während der Entnazifizierung durch entlastende Aussagen beispielsweise von Paul Löbe oder Carl Severing zugutekam. Allerdings räumte er auch ein: „Dem Drängen aus dem Kreise meiner Freunde, mich mit denen zu verbünden, die Hitler töten wollten, habe ich nicht nachgegeben, obwohl ich es schon aus persönlichster Notwehr hätte tun müssen.“ Andere bezeichnen Diels als Opportunisten, der sich den jeweiligen Gegebenheiten angepasst habe, wenn es der Karriere förderlich war. So stand Diels während der Weimarer Republik liberalen Kreisen nahe und verkehrte im Berliner Demokratischen Club, dessen Präsident der jüdische Vize-Polizeipräsident Bernhard Weiß war. Bereits vor der Machtergreifung hatte sich Diels mit Göring gutgestellt, dessen Schutz er bis zum Kriegsende genoss. Während seiner Amtszeit als Gestapa-Chef arbeitete Diels an gesetzlichen Regelungen zur Schutzhaft und zur Judenverfolgung mit, auch am Aufbau des Konzentrationslagers Sonnenburg war er beteiligt. Nach dem Fall des Dritten Reiches stand Diels bereits ab 1948/49 in den Diensten der alliierten Besatzungsverwaltung. Vertreter der These, der Reichstagsbrand sei von der SA inszeniert worden, haben Diels als Mitwisser dargestellt. Angeblich hätten sich bei dem belastenden Material, das er ins Ausland schaffte, auch Dokumente befunden, welche die „wahren Täter“ identifizierten. Diels selbst äußerte sich diesbezüglich widersprüchlich. Er habe bis 1949 geglaubt, die SA habe den Reichstag angezündet, später aber seine Meinung dahingehend geändert, dass der Holländer van der Lubbe der Alleintäter gewesen sei. Zu seinen Gründen für die jeweiligen Ansichten äußerte sich Diels nicht. Kurz vor seinem Tod soll er – so der Begründer der Alleintäterthese Fritz Tobias in den 1960er-Jahren – geplant haben, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte eine Rekonstruktion der damaligen Vorgänge zu erarbeiten. Dem widerspricht der amerikanische Historiker Benjamin Carter Hett. Er verweist darauf, dass Diels in einem Schreiben vom 22. Juli 1946 an die britische Delegation beim Internationalen Militärgerichtshof den früheren SA-Führer Hans Georg Gewehr als wahrscheinlichen Haupttäter bei der Brandstiftung nannte. Seine späteren, teils widersprüchlichen Aussagen in dieser Frage seien taktischer Natur gewesen. Am 28. März 1930 heiratete Diels in Berlin Hildegard Liese Mannesmann , eine Tochter des Industriellen Alfred Mannesmann. Diese Ehe wurde durch ein am 11. September 1936 rechtskräftig gewordenes Urteil des Landgerichts Berlin geschieden . 1943 heiratete Diels in zweiter Ehe Ilse Göring, geb. Burchhard , die Witwe von Hermann Görings älteren Bruder Karl Göring und zugleich Tochter von Hermann und Karl Görings Halbschwester Friederike Wilhelmine Göring verheiratete Burchard . Friedrich zu Solms-Laubach | Ludwig vom Hagen | Daniel Heinrich Delius | Franz Heinrich Gossen | Karl Ruppenthal | Karl von Gerlach | Gustav von Bonin | Karl Otto von Raumer | Heinrich von Wittgenstein | Eduard von Moeller | Johann Baptist Birck | Otto von Bernuth | Chlodwig von Sydow | Hugo Samuel von Richthofen | Max von Balan | Otto von Steinmeister | Karl von Starck | Philipp Brugger | Sigmund Maria Graf Adelmann von Adelmannsfelden | Hans Elfgen | Rudolf zur Bonsen | Rudolf Diels | Eggert Reeder | Karl Eugen Dellenbusch | Clemens Busch | Wilhelm Warsch | Walter Rieger | Franz Grobben | Heinrich Stakemeier | Günter Heidecke | Franz-Josef Antwerpes | Jürgen Roters | Hans Peter Lindlar | Gisela Walsken | Thomas Wilk Adolf Hilmar von Leipziger | Karl Heinrich von Boetticher | Adolf von Cranach | Wilhelm von Bismarck | Hans von Brandenstein | Ernst von Philipsborn | Kurd von Berg-Schönfeld | Friedrich von Velsen | Ulrich Stapenhorst | Rudolf Diels | Kurt Binding | Paul Kanstein | Hinrich Wilhelm Kopf | Wilhelm Ellinghaus | Theanolte Bähnisch | Friedrich Seitz | Hans-Adolf de Terra | Bernhard Baier | Wolfgang Senger | Eckart Lottermoser | Gottfried Jakob | Jan-Henrik Horn | Hans-Albert Lennartz | Werner Greifelt | Gertraude Kruse |
2024-12-02 09:37:20 | https://de.wikipedia.org/wiki/Schluchsee | Der Schluchsee ist ein Stausee in der Gemeinde Schluchsee bei St. Blasien im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg. Er liegt südöstlich des Titisees und ist, abgesehen vom Bodensee, der größte See in Baden-Württemberg. Der See dient seit den 1960er Jahren auch als Zufluss des Pumpspeicherkraftwerks des Schluchseewerks. Neben einem natürlichen Zufluss wird der See über verschiedene Kraftwerksstufen mit Wasser aus dem Rhein befüllt. In den alemannischen Dialekten der Region lautet der Name des See Schluechs oder Schlues . Auch die historischen Belege zeigen einen Diphthong: 983 lacus Sluochse, 1095 Schluochsee, 1125 predium Sluocse, 1312 der sê ze Sluoze. Der Name kann somit nicht wie vielfach behauptet von mhd. slûch ‘Schlauch’ kommen, da in diesem Fall in der heutigen Mundart und den historischen Quellen kein Diphthong vorhanden wäre. Albert Krieger leitet den Namen von mittelhochdeutsch sluocht ‘Schlucht’ her. Sicher ist aber auch diese Deutung nicht. Der Schluchsee war ursprünglich ein Gletschersee des Feldberg-Gletschers, dessen Spiegel rund 30 Meter unter dem des heutigen Sees lag, der erst durch Anstauung der Schwarza entstand. Dieser ist heute in Richtung Nordwest – Südost 7,3 Kilometer lang und 1,4 Kilometer breit, die tiefste Stelle auf dem Grund liegt 61 Meter unter der Seeoberfläche. Der Schluchsee ist Teil der Werksgruppe Schluchsee des Schluchseewerks, einer Abfolge von Stauseen unterschiedlicher Höhe, die durch Pumpwerke verbunden sind. Die Werkgruppe zieht sich von Häusern bis nach Waldshut. Der Schluchsee ist darin das Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks Häusern. Dieses Kraftwerk speist im Mittel eine Leistung von 100 Megawatt ins Stromnetz ein. Außer durch die natürlich zulaufende Schwarza, bzw. dem Ahabach und über den Windgfällweiher die Oberläufe der Wutach, der Seegraben und die Haslach wird auch Wasser aus dem Rhein bei Waldshut durch Pumpwerke in das Becken geleitet. Der Schluchsee hat ein Stauziel von 930 m ü. NN und ist damit der höchstgelegene Talsperrensee Deutschlands. Noch höher ist mit 1048 m ü. NN das Stauziel des Hornbergbeckens, das Oberbecken des Pumpspeicherwerks Wehr ist, jedoch hat dieses keine Talsperre. Bekannte Ortschaften um den Schluchsee liegen an seiner Nordostseite, darunter der Hauptort der Gemeinde Schluchsee etwas unterhalb der Seemitte sowie deren Ortsteile Aha im oberen, nordwestlichen Seebereich und Seebrugg an der Staumauer. Die Dreiseenbahn, das verlängerte Ende der Höllentalbahn, fährt vom Bahnhof Titisee aus am nördlichen Seeufer entlang bis zum Endbahnhof Seebrugg. Die 63,5 Meter hohe Staumauer wurde zwischen 1929 und 1932 durch Notstandsarbeiter errichtet. Zum Bau dieser Gewichtsstaumauer aus Beton mit hohem spezifischen Gewicht musste der Natursee zunächst um 13 Meter abgesenkt werden. Dazu sprengte man im Jahre 1930 einen Stollen in den Fels. Dabei fand man auch einen Einbaum, durch dessen Untersuchung man mittlerweile nachweisen konnte, dass der Schluchsee bereits um das Jahr 650 befahren wurde. Der Fund wurde zuerst im Freiburger Augustinermuseum und im Adelhausermuseum gelagert und kann mittlerweile im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz-Petershausen besichtigt werden. Am südwestlichen Talhang oberhalb der Bootsanlegestelle baute man während der Bauarbeiten im Steinbruchbetrieb Granit für das Einlaufbauwerk ab. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der Schluchsee im Zweiten Weltkrieg mit Torf abgedeckt wurde, um die Staumauer vor einer Bombardierung zu schützen. Tatsächlich stammt der Schluchseetorf von zwei Moorbereichen, die an den Urschluchsee vor dessen Aufstauung angrenzten. Bei starken Wasserschwankungen ist zu beobachten, dass Torfinseln an die Wasseroberfläche aufsteigen und in Richtung Staumauer treiben, wie zuletzt Anfang 2017. Auch gab es Anzeichen, dass zum Ende des Krieges der Staumauer ein ähnliches Schicksal wie der Ravennabrücke, nämlich die Sprengung drohte, was jedoch nicht erfolgte. Am 29. August 1983 wurde zu einer großen Revision der Staumauer und des Stollensystems mit dem Absenken des Sees begonnen. Das Absenken des Wassers auf das Niveau des ursprünglichen Sees dauerte rund fünf Wochen. Dadurch mussten der übliche Badebetrieb, die Seefischerei und der Segelsport pausieren. Das seltene Ereignis lockte viele Besucher an; erstmals seit langem wurden wieder Rudimente überfluteter früherer Bebauung sichtbar. Auch die alte Poststraße kam wieder zum Vorschein und wurde mit Kutschen befahren. Im Vorfeld konnten weit weniger Fische abgefischt werden als geplant. Durch den einsetzenden Sauerstoffmangel verendeten schätzungsweise 44 Tonnen Felchen, Hechte, Zander, Barsche, Aale und andere und damit der größte Teil der Bestände. In jüngerer Zeit kam es vermehrt zu Interessenkonflikten zwischen dem Schluchseewerk und der Gemeinde Schluchsee über den Wasserstand des Sees im Sommer. Während das Schluchseewerk an einer möglichst vorteilhaften wirtschaftlichen Nutzung des Stauwassers interessiert ist, womit auch eine zuweilen starke Absenkung des Seespiegels einhergeht, fürchtet die Gemeinde ein Ausbleiben von Touristen, wenn der See im Sommer über längere Zeit tief steht und dabei eher unansehnliche Uferpartien freigibt. Im Winter 2013/14 wurde der Wasserspiegel massiv abgesenkt. Das abgeflossene Wasser wurde zur Stromerzeugung benötigt, da der Solarstrom um diese Jahreszeit in der Regel geringer ausfällt als sonst. Zudem konnten durch den niedrigen Wasserstand Kontrollen an Staumauer und Ablauf vorgenommen werden. Beim Ortsteil Aha wurde durch die Pegelabsenkung das alte Schulhaus wieder sichtbar. Im Juni 2014 hatte der Wasserstand wieder Normalhöhe erreicht. Am 9. März 2017 lief die Nutzungsgenehmigung für das Schluchseewerk aus. Der Prozess zur Neubeantragung beim Regierungspräsidium Freiburg war zu diesem Zeitpunkt noch im Gange. Dabei kam es zu einem Konflikt mit der Gemeinde. Das Schluchseewerk wollte im Sommer den Wasserspiegel des Sees, dessen Sohle bei 888 Meter über dem Meer liegt, zwei Meter mehr als bisher auf 923 Meter absenken können. Dadurch würde horizontal der Uferstreifen ca. zehn Meter breiter werden, was sich nachteilig für Angler, Segler und Badegäste auswirken würde. Mit Auslaufen der Nutzungsgenehmigung erteilte das Regierungspräsidium eine Genehmigung zum Weiterbetrieb, bis die neue Nutzungsvereinbarung rechtskräftig ist. Im Januar 2018 genehmigte das Regierungspräsidium den Betrieb für weitere 60 Jahre und setzte die Mindeststauhöhe für den Sommer auf 924 Meter fest, wobei als Ausnahme an dreißig Tagen 923 Meter und an zehn Tagen 922 Meter erlaubt sind. Kumuliert über drei Jahre sind es 90 Tage 923 und 30 Tage 922 Meter. Gegen diese Entscheidung des Regierungspräsidiums hatte die Gemeinde Schluchsee im Februar 2018 Klage eingereicht. Im Mai 2021 zog die Gemeinde die Klage zurück, nachdem eine außergerichtliche Einigung mit der Schluchseewerk AG erzielt werden konnte. Danach verzichtet die Schluchseewerk AG in der touristischen Hochsaison von Mitte Juni bis Mitte September auf die Möglichkeit zur Absenkung des Wasserpegels. Im April 2021 begann eine Sanierung der Staumauer, die ursprünglich bis Ende Juli abgeschlossen sein sollte. Dabei wird die Fahrbahn über die Mauer erneuert. Außerdem wird die Betonoberfläche der Mauer oberhalb des Sommerabsenkziels saniert und auf der Luftseite der Staumauer findet eine vorsorgliche Sanierung statt, die künftig Erosion und Bewuchs in den vorhandenen Bauwerksfugen verhindern soll. Da die Schäden an Beton und Stahl unterhalb der Brüstungsmauer jedoch größer waren als erwartet, zogen sich die Arbeiten noch weitere Monate hin. Die Straße auf der Mauerkrone wurde Mitte November frei gegeben. Nach der neuen wasserrechtlichen Genehmigung muss außerdem das ganze Jahr über eine Mindestwasserabgabe von 211 Litern pro Sekunde in die Schwarza erfolgen. Um die beim Ablauf freiwerdende Energie zumindest teilweise zu nutzen, baute die Schluchseewerk AG für 1,4 Millionen Euro ein Mindestwasserkraftwerk , das im September 2022 fertiggestellt wurde. Nach Beginn des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 kündigte die Schluchseewerke AG an, dass es in Zukunft zu häufigeren Pegelschwankungen am See kommen werde. Wegen der rückläufigen Gaslieferungen aus Russland kommt dem als Stromspeicher genutzten See eine größere Bedeutung für die Stabilisierung des deutschen Stromnetzes zu als in der Vergangenheit. Der Betreiber des Pumpspeicherwerks gab auch bekannt, den See im nächsten Winter „möglichst vollständig“ füllen zu wollen, um „spätestens mit dem Rückgang der Solareinspeisung auch für längere Dunkelflauten vorbereitet“ zu sein. Angesichts der maximal im See speicherbaren Energiemenge von 104,6 Gigawattstunden gehen Experten allerdings davon aus, dass diese Menge eher für kurzfristige Systemstabilisierungen geeignet ist als zur Überbrückung länger dauernder Kapazitätsausfälle. Da der Wasserpegel des Stausees schwankt und Wasser aus tiefer gelegenen und damit wärmeren Fließgewässern zugeführt wird, friert er im Winter nur schwer zu. Das Betreten des Eises ist grundsätzlich verboten. Jedoch vereist das flache Westende zuweilen so stark, dass die Bedeckung trägt. Traditionell finden sich hier im Winter Eisfischer ein, die die Eisdecke durchbohren und Fische fangen. Anfang der 1980er Jahre war die Eisdecke zeitweise so dick, dass zumindest einmal ein Skijöring stattgefunden hat. Gegen Ende der Badesaison traten 2020 und 2021 Cyanobakterien im See auf, die aufgrund toxischer Stoffwechselprodukte eine Gefahr für Badende darstellen können. Wegen der Höhenlage ist das Wasser auch im Sommer relativ kühl. Der Schluchsee ist vor allem bei Badegästen und Seglern beliebt. Im Gegensatz zum Titisee hat er fast überall gut zugängliche Ufer, weshalb der Schluchsee im Sommer stark frequentiert wird. Die Wasserqualität des Schluchsees wird an zwei Badestellen regelmäßig von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg kontrolliert. Er ist für die weitere Umgebung – bis über die Schweizer Grenze hinaus – ein beliebtes Freizeitziel. An der Waldseite wird nackt gebadet. Im Bahnhofsgebäude Seebrugg befindet sich eine Tauchbasis für das Tauchen im Schluchsee. Der Schluchsee ist von einer Vielzahl von Wanderwegen umgeben. Der ganze See kann umwandert werden, diese etwa 18 Kilometer lange Tour ist weitgehend eben und für Kinderwagen geeignet. Die Wanderungen können von Mai bis Oktober mit Fahrten auf dem Ausflugslinienschiff MS Schluchsee kombiniert werden. Der Dreiseenradweg führt von Freiburg über den Titisee und den Windgfällweiher zum Schluchsee. Vom 2001 errichteten ca. 30,45 Meter hohen Riesenbühlturm auf dem Riesenbühl ist der größte Teil des Sees zu überblicken. Bundesweit berühmt wurde der Schluchsee unter dem Namen „Schlucksee“, weil die deutsche Fußballnationalmannschaft 1982 dort ihr Trainingslager zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Spanien aufschlug. Einzelne Spieler nutzten die Freiheiten, die ihnen Bundestrainer Jupp Derwall ließ, weidlich aus. Alkoholkonsum, Kartenspiel und andere Eskapaden warfen ein schlechtes Licht auf die späteren Vizeweltmeister. |
2024-12-02 05:49:06 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sydney_Chapman | Sydney Chapman war ein britischer Physiker, Astronom und Geophysiker. Chapman wollte zunächst Ingenieur werden und studierte am Royal Technical Institute in Salford. Ab 1904 setzte er sein Studium mit einem Stipendium an der University of Manchester fort, wo er von Horace Lamb und John Edensor Littlewood in Mathematik unterrichtet wurde. Nach seinem Abschluss als Ingenieur studierte er Mathematik und gewann 1908 ein Stipendium für das Trinity College in Cambridge. Er forschte unter Godfrey Harold Hardy in Analysis und Larmor über kinetische Gastheorie. Nach seinem Abschluss 1910 wurde er Senior Assistant des Astronomer Royal Frank Dyson im Royal Greenwich Observatory. Für seine dort ausgeführten Arbeiten erhielt er 1913 den Smith-Preis. Da er sich weniger als beobachtender Astronom denn als Theoretiker sah, kehrte er 1914 als Lecturer nach Cambridge zurück, wo er auch während des Ersten Weltkriegs blieb . 1919 wurde er als Nachfolger von Lamb Professor in Manchester und 1924 als Nachfolger von Alfred North Whitehead Professor für Mathematik am Imperial College London. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für das Militär u. a. über Bombenzünder und Operations Research. 1946 wurde er Sedleian-Professor in Oxford und gleichzeitig Fellow am dortigen Queen’s College. 1953 ging er in den Ruhestand und war daraufhin als Gastwissenschaftler international tätig, hauptsächlich in Alaska und in Boulder in Colorado am High Altitude Observatory, aber auch in z. B. Kairo, Istanbul, Tokio, Prag, in der Sowjetunion. Er war seit 1922 mit Katharine Steinthal verheiratet, mit der er eine Tochter und drei Söhne hatte. Chapman ist für seine Beiträge zur kinetischen Gastheorie und zur Erforschung des terrestrischen und interplanetarer Magnetfelder sowie der Ionosphäre bekannt. Er versuchte Veränderungen im Magnetfeld der Erde durch Gezeiteneffekte der Wirkung von Sonne und Mond zu erklären und stellte 1919 die erste Theorie über die Entstehung von Magnetstürmen auf. Von Chapman stammen auch wichtige Arbeiten zur Plasmaphysik. Chapman stellte 1930 ein erstes reaktionskinetisches Modell für die Ozonschicht auf und leitete 1932 die Verteilung der Ionisation in der Ionosphäre unter der Annahme monochromatischer ionisierender Strahlung der Sonne ab. Nach ihm wurde die Chapman-Schicht benannt . Ab den 1910er Jahren entwickelte er in Wechselwirkung mit dem Schweden David Enskog eine Verallgemeinerung der kinetischen Gastheorie von Maxwell und Boltzmann auf dichte Gase. Er schrieb darüber 1939 ein Buch mit Thomas George Cowling . Unabhängig von Andrei Nikolajewitsch Kolmogorow leitete er die Chapman-Kolmogorow-Gleichung her. Chapman war seit 1919 Fellow der Londoner Royal Society, deren Royal Medal er 1934 und deren Copley-Medaille er 1964 erhielt. 1928 erhielt er den Adams-Preis für Arbeiten zum Erdmagnetismus. Von 1929 bis 1931 war er Präsident der London Mathematical Society, deren De-Morgan-Medaille er 1944 erhielt. Im Jahr 1936 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt, 1946 der National Academy of Sciences. Er wurde 1949 mit der Goldmedaille der Royal Astronomical Society ausgezeichnet. 1951 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt. Seit 1953 war er Fellow der Royal Society of Edinburgh. Er erhielt 1956 den internationalen Antonio-Feltrinelli-Preis und 1969 die Emil-Wiechert-Medaille der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft. 1957 war er Präsident der Spezialkommission für das Internationale Geophysikalische Jahr. Die Chapman-Medaille, die seit 1973 von der Royal Astronomical Society verliehen wird, ist ihm zu Ehren benannt. Gleiches gilt für den Chapman Point, ein Kap in der Antarktis und den Mondkrater Chapman. |
2024-12-03 21:41:24 | https://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatische_Medizin | Psychosomatik ist ein Teilgebiet der Medizin, das die Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper untersucht. Als Krankheitslehre berücksichtigt Psychosomatik psychische Einflüsse auf somatische Vorgänge und umgekehrt. Die theoretischen Modelle zur Erklärung der dabei festgestellten Zusammenhänge variierten seit der Begründung der wissenschaftlichen Medizin durch Hippokrates von Kos um 400 v. Chr. erheblich. Friedrich Schiller wird aufgrund seiner Idee von der „Mittelkraft“ oft als ein Pionier der Psychosomatik beschrieben. Komplementär zur Psychosomatik befasst sich die Somatopsychologie mit den umgekehrten Zusammenhängen, d. h. mit den Auswirkungen von körperlichen Erkrankungen auf emotionale und kognitive Prozesse, wird begrifflich aber nicht immer von der Psychosomatik unterschieden. Die psychosomatische Medizin stellt die praktische Umsetzung der Psychosomatik in der Krankenbehandlung und Krankheitsprophylaxe dar. Sie befasst sich mit Krankheiten und Leidenszuständen, die von psychosozialen und psychosomatischen Faktoren maßgeblich verursacht werden. Ihre Aufgabe ist dabei die Erkennung, Behandlung , Vorbeugung und Rehabilitation dieser Leiden. Zum klinischen Anwendungsbereich der psychosomatischen Medizin zählen: Die psychosomatische Medizin beschäftigt sich auch mit somatoformen Störungen als Sonderformen psychosomatischen Geschehens, bei denen kein organischer Befund nachweisbar ist und psychische Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome eine bedeutsame Rolle spielen. Häufig vorkommende Beschwerden, die dieser Gruppe zugeordnet werden, sind unter anderem Schmerzen und funktionelle Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Bereiches und des Skelett- und Muskelsystems. Ein Stiefkind der psychosomatischen Medizin ist die psychosomatische Urologie. Im Urogenitalbereich, der Organe umfasst, die sowohl der Ausscheidung als auch der Sexualfunktion dienen, besteht ein komplexes Geflecht von möglichen funktionellen Störungen. Dieser Bereich ist daher für psychosomatische Dysfunktion und Schmerzsyndrome prädisponiert. Nur relativ wenige Spezialisten befassen sich mit dieser Materie. In der Verkennung der psychosomatischen Zusammenhänge ist die Prostatitis eine der häufigsten Fehldiagnosen in der Urologie. Ein Beispiel für einen psychophysiologischen Zusammenhang: Angst führt dazu, dass die Nebennieren Adrenalin ausschütten, wodurch über das vegetative Nervensystem unter anderem die Magen-Darm-Peristaltik gehemmt wird, was bei längerer Einwirkung zu Verdauungsstörungen führen kann. Vielen Redewendungen des Alltags liegt dieser Zusammenhang zugrunde: Etwas liegt einem „schwer im Magen“, eine Sache geht einem „an die Nieren“, der Schreck „fährt einem in die Glieder“, jemandem ist eine „Laus über die Leber gelaufen“. Zudem leitet sich das Wort Hypochonder vom Hypochondrium, der beidseits der Magengrube gelegenen Bauchregion unterhalb der Rippenbögen ab. Außerordentliche emotionale Belastungen können bei manchen Menschen eine Stress-Kardiomyopathie auslösen. Als Vermittler und neurobiologische Schnittstellen zwischen seelischen und leiblichen Vorgängen spielen das limbische System, der Thalamus als sensorisches Zentrum, das vegetative Nervensystem sowie die endokrinen Drüsen, die vom vegetativen Nervensystem Impulse für die Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen erhalten, eine wichtige Rolle. Diese Zusammenhänge und deren Wirkmechanismen gehören zu den Forschungsgebieten der Psychoneuroimmunologie und Psychoneuroendokrinologie. Die Ursprünge der Psychosomatik lassen sich bis an die Anfänge der Medizin zurückverfolgen. In der Philosophiegeschichte gilt die Auseinandersetzung um das Leib-Seele-Problem seit der Antike als eine zentrale Frage; Schipperges verwies auf die Ursprünge dieser Auseinandersetzung in den mesopotamischen Hochkulturen. Auch schon im Buch der Sprüche Salomos im Alten Testament wird „psychosomatische“ Heilkunde kurz erwähnt: „Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein zerschlagener Geist vertrocknet das Gebein.“ . Nach den Aufzeichnungen seines Sekretärs Dschuzdschani diagnostizierte auch Avicenna im 11. Jahrhundert in Kurganag bei Buchara psychische Gründe für somatische Beschwerden eines seiner Patienten. Als Wegbereiter der Psychosomatik in der Medizin gilt Georg Ernst Stahl. Das Wort Psychosomatik wurde 1818 von Johann Christian August Heinroth geprägt. Heinroth versuchte als „Psychiker“, jedes Krankheitsgeschehen in seinen psychischen wie somatischen und lebensgeschichtlichen Gesamtzusammenhängen zu verstehen. Dabei lag er mit seiner moralistischen Deutung von Krankheit allerdings nahe an mittelalterlichen religiös geprägten Krankheitskonzepten. Modernere Vorstellungen wurden etwa von Erich Stern publiziert. Starken Einfluss übte Pierre Janets Hysterieforschung in Deutschland aus . Janet legte erkenntnismäßige Grundlagen, die in der heutigen Psychoneuroimmunologie ihre Bestätigung finden. Missionarisch ähnlich eifrig, aber mit völlig entgegengesetzter Tendenz war ein Jahrhundert später Georg Groddeck. In einem von ihm in Baden-Baden gegründeten Sanatorium ergänzte er die Massagen des Körpers durch „Lockerungen von Seelenverkrampfungen“ mit Hilfe der Psychoanalyse. In seinem populärsten Werk, dem 1923 erschienenen „Buch vom Es“, verstand er die physischen Symptome von Krankheiten als Symbole, mit denen sich die von der öffentlichen Moral verdrängte und unterdrückte Macht des Lebens, das Es Ausdruck verschafft. Groddeck radikalisierte damit den Ansatz von Sigmund Freud in dessen Studien über Hysterie 1895: „Psychische Erregung, die nicht adäquat verarbeitet oder abgeführt werden kann, ‚springt‘ in einen Körperteil, wird also umgewandelt “. Das körperliche Leiden ist in dieser Vorstellung Symbol des unbewussten Konflikts bzw. Traumas. Ein Schüler Sigmund Freuds war Wilhelm Reich, der nach den körperlichen Wirkkräften suchte, die eine Widerspiegelung von Freuds Triebmodell sein sollten. Seine Arbeit führte später zur Entwicklung der Bioenergetik und zu den modernen körperpsychotherapeutischen Schulen, die sich auf die Behandlung psychosomatischer Leiden spezialisiert haben. Das psychoanalytische Erklärungsmodell wurde bestimmend für einen bis heute verbreiteten Zweig der psychosomatischen Medizin . Eine Fülle weiterer Impulse kamen aus Der in der Psychosomatik häufig verwendete Begriff der funktionellen Syndrome hat zu einem Umdenken in der Medizin und zur praktischen Anwendung verschiedener neuer und älterer Krankheitskonzepte geführt. Diese Vielzahl von theoretischen Konzepten kann als ein Ausdruck der lange Zeit nicht widerspruchsfrei beantworteten Fragen nach den Mechanismen gesehen werden, durch die Psychisches und Somatisches kausal miteinander verknüpft sind. Die neueren systemtheoretisch fundierten Modelle verzichten auf die Suche nach einfachen Ursache-Wirkungs-Ketten. Damit wird die Vorstellung aus der Pionierzeit aufgegeben, dass bestimmte „psychosomatische Krankheiten“ oder „Psychosomatosen“ von den übrigen Erkrankungen abzugrenzen wären. Axel Schweickhardt definierte 2005: „Psychosomatik bedeutet, dass Körper und Seele zwei untrennbar miteinander verbundene Aspekte des Menschen sind, die nur aus methodischen Gründen oder zum besseren Verständnis unterschieden werden. Dies bedingt keine »lineare« Kausalität in dem Sinne, dass psychische Störungen körperliche Krankheiten verursachen. Solches würde zu einem Dualismus führen, bei dem es Krankheiten mit psychischer Genese und Krankheiten mit somatischer Genese gäbe. Ein einheitliches Modell für die Wechselwirkungen zwischen Körper, psychischen Prozessen und Umwelt existiert nicht. Meist werden Teilaspekte beschrieben, die von unterschiedlichen Theorien aufgenommen werden.“ Konversionsmodell: Dieses wurde von Sigmund Freud entwickelt, der es in seinen Studien zur Hysterie beschrieben hat. Grundannahme ist, dass die Erregungssumme einer uns Lust bereitenden Vorstellung ins Körperliche umgesetzt wird, um diese unschädlich zu machen. De- und Resomatisierung: Dieses Modell wurde von Schur 1955 entwickelt. Es bezieht sich auf die in der Psychoanalyse beschriebenen leiblichen und seelischen, topischen und genetischen Progressionen sowie Regressionen. Hier wird angenommen, dass psychische Probleme durch den Körper ausgedrückt werden . Es wird ebenfalls angenommen, dass dies auch in der frühen Kindheit geschieht, wenn das Kind noch keine Möglichkeit hat, mit psychischen Problemen umgehen zu können. Die biografische Medizin eröffnet einen weiteren Zugang zur Psychosomatik. Sie konzentriert sich auf den zeitlichen Zusammenhang der Symptome mit einem ungelösten, verdrängten und aktualisierten Konflikt. Sie geht davon aus, dass sich in der Anamnese, die sich am subjektiven biografischen Kalender des Patienten orientiert , Erinnerungsspuren finden, die exakt die Erstmanifestation körperlicher und psychischer Symptome aufzeigen. Denn im lebensgeschichtlichen Kontext erscheinen die Phänomene vor dem Hintergrund persönlich wichtiger Daten . Betrachtet man aus der Sicht der biographischen Medizin also nicht nur den Querschnitt der Symptome , sondern auch den Schnittpunkt von persönlicher Biografie und Krankengeschichte , so zeigt sich das Krankwerden in der biografischen Situation, die wiederum stark von einer äußeren Krise beeinflusst sein kann. Die dreidimensionale Sicht einer Krise ist der Blick auf den Schnittpunkt von Krankengeschichte, Lebensgeschichte und Zeitgeschichte. Das neurophysiologische Modell: Seine Grundlagen wurden von Matthews und Mathews nach 2005 gelegt. Sie besagen, dass es ein neurologisches Areal gibt, in dem sich eine veränderte Wahrnehmung des eigenen Leibes niederschlägt, die sogenannte Körperkarte. Veränderungen dieser Karte sind unter anderem wesentlich für die verbreiteten Essstörungen und bei Störungen der Selbstwahrnehmung . Die Forschungen von Ronald Grossarth-Maticek beschäftigen sich mit den Wechselwirkungen zwischen physischen, biografischen und psychischen Faktoren und möglichen Synergieeffekten. Umfassende Erkenntnisse und Fortschritte auf dem Gebiet der psychosomatischen Medizin sind außerdem dem Neurobiologen und Arzt Joachim Bauer zu verdanken. Die psychosomatische Medizin ist ein relativ junges Fachgebiet. Die Entscheidung zur Einrichtung eines Fachgebietes Psychotherapeutische Medizin traf der 92. Deutsche Ärztetag in Köln im Jahr 1992. Im Mai 2003 erfolgte auf dem Ärztetag eine Umbenennung des Fachgebietes in Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seit etwa 1935 existiert die psychosomatische Medizin als eigenes Fach mit systematischer wissenschaftlicher Forschung. 1942 wurde die American Psychosomatic Society gegründet. In Deutschland wurde 1950 mit finanzieller Unterstützung der Rockefeller Foundation in Heidelberg die erste Abteilung für psychosomatische Medizin eingerichtet . 1951 gründete Johannes Cremerius die Psychosomatischen Beratungsstellen in der Medizinischen und der Pädiatrischen Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1953 folgte die Gründung einer Abteilung für stationäre Psychotherapie und Psychosomatik an der Universität Leipzig. Schon in den 1920er Jahren hatte sich dort eine psychoanalytisch arbeitende Gruppe um Therese Benedek gebildet. Wenig bekannt ist, dass der Mitteldeutsche Leipziger Rundfunk in seiner Pionierzeit in den 1920er Jahren die weltweit erste populärwissenschaftliche Sendung über Psychoanalyse und Psychosomatik ausstrahlte, die von Therese Benedek gestaltet worden war. Im Jahre 1962 wurde an der Universität Gießen auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Psychosomatik Horst-Eberhard Richter berufen. Richter baute das Psychosomatische Universitätszentrum auf, dessen Direktor er wurde. Im Jahr 1990 wurde im Deutschen Herzzentrum Berlin noch unter dessen damaligem Leiter Roland Hetzer der Funktionsbereich Psychosomatische Medizin für Kunstherz- und Transplantationspatienten eröffnet, den der Psychoanalytiker Wolfgang Albert aufbaute, seitdem leitet und dort seine Forschung betreibt. In der Bundesrepublik Deutschland verankerte die ärztliche Approbationsordnung von 1970 psychosomatische Medizin und Psychotherapie erstmals als scheinpflichtige Unterrichtsfächer in der medizinischen Lehre. Danach wurden an fast allen medizinischen Fakultäten in der Bundesrepublik Abteilungen für psychosomatische Medizin eingerichtet. In der DDR wurde 1978 der „Facharzt für Psychotherapie“ geschaffen. Im Jahre 1992 wurde in der Bundesrepublik Deutschland neben dem Nervenarzt und dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie die Gebietsbezeichnung „Arzt für Psychotherapeutische Medizin“ eingeführt und in den Leitlinien für die Ausbildung festgelegt: „Gesundheit und Krankheit müssen als ein komplexes, vielfach verwobenes Gefüge verstanden werden, in dem biologische, psychologische und soziale Elemente von Gesundheit und Krankheit als gleichwertige Bedingungen der menschlichen Existenzen zu begreifen sind.“ Der Deutsche Ärztetag änderte diese Bezeichnung 2003 in Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Nach der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer umfasst das Gebiet „die Erkennung, psychotherapeutische Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren einschließlich dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind“. Es gibt dabei weite Überschneidungen zu den Ausbildungsvorschriften der Psychologischen Psychotherapeuten auf der einen und der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie auf der anderen Seite. Auch in den übrigen Facharztweiterbildungen ist „Psychosomatische Grundversorgung“ obligatorischer Bestandteil der Weiterbildung . Alle niedergelassenen Ärzte, die Leistungen der psychosomatischen Grundversorgung für gesetzlich krankenversicherte Patienten abrechnen wollen, müssen eine Qualifikation nachweisen, die in einem 80-stündigen Kurs erworben werden kann. Eine verbreitete Methode der Fortbildung in Psychosomatik stellen die auf ein Konzept Michael Balints zurückgehenden Balint-Gruppen dar. Der psychosomatische Ansatz trifft auf ein medizinisches System, das in vielen Bereichen dem Kausalitätsprinzip des kartesianischen Weltbilds folgt und einer Krankheit jeweils eine bestimmte Ursache zuzuordnen versucht. Entsprechend wird der Begriff „psychosomatisch“ sowohl von Laien als auch von Vertretern der Medizin häufig nicht in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden, sondern mit „psychogen“ gleichgesetzt. Patienten, die an körperlichen Symptomen leiden, fühlen sich dann missverstanden und oft als „eingebildet Kranke“ oder Simulanten stigmatisiert. Oft dauert es lange, bis somatoforme Störungen als solche erkannt werden. Studien zeigten, dass manche Patienten über hundert ärztliche Kontakte und etwa sieben Jahre Patientenkarriere hinter sich hatten, ehe sie erstmals an einen Psychotherapeuten überwiesen wurden. Dies liegt unter anderem daran, dass die Patienten selbst die psychische Komponente ihrer Beschwerden nicht akzeptieren wollen und können – auch weil die Art und Weise ihrer Beschwerden mitunter allein auf körperliche „Fehlfunktionen“ hinzuweisen scheint. Andererseits kommt es auch vor, dass bei unzureichenden Untersuchungen und unvollständigen Diagnosen bei schwer erkennbaren körperlichen Schäden die chronischen Beschwerden als psychosomatisches Problem gedeutet werden. Dies kann beispielsweise bei Instabilität der Halswirbelsäule nach einem Kapselriss an einem Facettengelenk oder beim diffusen Beschwerdebild nach einer Verletzung der Flügelbänder passieren. Eine solche Gefahr besteht insbesondere dann, wenn der Leidensdruck durch die chronischen Schmerzen zu einer Depression führt, die dann fälschlich als Ursache betrachtet wird anstatt als Folge. Vielen Ärzten fehlt die entsprechende Ausbildung oder Erfahrung, richtungsweisende Signale des Patienten richtig einzuordnen. Aus diesen Gründen muss im Zweifelsfalle immer eine körperliche Abklärung der Beschwerden erfolgen. Außerdem müssen auch psychosomatische Erkrankungen stets auch auf der körperlichen Ebene behandelt werden. Darüber, dass die meisten Krankheiten multikausal bedingt sind, herrscht heute weitgehend Einigkeit. Über die Gewichtung psychischer und körperlicher Faktoren bei unterschiedlichen Krankheitsbildern gibt es jedoch immer wieder unterschiedliche Positionen zwischen körperlich orientierten Medizinern und Vertretern der klinischen Psychosomatik. Neue Forschungsergebnisse führen zu Verschiebungen der Gewichtung. Ein Beispiel dafür ist das Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür, das früher zu den „holy seven“ der psychosomatischen Krankheiten zählte. Seit der Erreger in der erkrankten Magenschleimhaut in der ersten Hälfte der 1980er Jahre entdeckt wurde, haben körperliche Faktoren ein hohes Gewicht in der Beurteilung dieser Krankheit gefunden. Eine einwöchige Behandlung mit Antibiotika in Kombination mit einer zweiwöchigen Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers führt in mehr als 90 % zu einer Ausrottung des Erregers und zu einer Heilung. Eine besondere Bedeutung der früher als „unfehlbares Merkmal“ des Ulcuspatienten gedeuteten „ausgeprägten Nasolabialfalte“ kann weder für die Diagnose der Erkrankung noch den Heilungserfolg beobachtet werden. Kritiker der verschiedenen psychosomatischen Vorstellungen verweisen darauf, dass diese oft gar nicht oder nur unzureichend durch empirische Studien abgesichert sind. Vertreter dieser Modelle oder Theorien erweckten jedoch den Anschein, dass es sich dabei um Tatsachen handele. Das Grundlagenwerk zur psychosomatischen Medizin von Thure von Uexküll stellt verschiedene Forschungsergebnisse zusammen und versucht auch berufspolitisch mehr Unterstützung im Sinne einer Abkürzung der langen Patientenkarrieren zu erreichen. Neben der ambulanten Behandlung durch Fachärzte für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, entsprechend weitergebildete Ärzte oder Psychologische Psychotherapeuten und körperpsychotherapeutisch qualifizierten Behandler, erfolgt die stationäre Behandlung in psychosomatischen Akutkrankenhäusern sowie psychosomatischen Rehakliniken. 2012 verfügte der stationäre Akutklinikbereich über insgesamt 21 psychosomatische Universitätsabteilungen sowie eine große Anzahl an psychosomatischen Abteilungen an weiteren Akutkrankenhäusern unterschiedlicher Trägerschaft. Das Angebot der psychosomatischen Rehabilitation umfasst 175 Fachabteilungen und ca. 16.000 Betten in den Rehabilitationskliniken sowie etwa 2500 Betten in den psychosomatischen Akuteinrichtungen . Jährlich werden in diesen Einrichtungen circa 125.000 stationäre Maßnahmen durchgeführt, Tendenz steigend. Die Hauptzielgruppe des psychosomatischen Rehabilitationsangebots geht aber über die klassischen psychosomatischen Indikationen hinaus. Patienten mit psychischen Störungen wie Depression, Angststörungen oder „Burnout-Syndromen“ sind in den Einrichtungen sogar häufiger vertreten. Das Spezifische an der psychosomatischen Rehabilitation ist also vielmehr ein therapeutisches Angebot, das sich auf die ganzheitliche und funktionsorientierte Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit orientiert. In diesem Sinne kann die Behandlung in psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen „als besondere Form der medizinischen Rehabilitation verstanden werden, bei der im Rahmen eines ganzheitlichen Rehabilitationskonzepts psychotherapeutische Maßnahmen einen besonderen Stellenwert haben“. Berufsverbände und Fachgesellschaften: |
2024-12-02 03:04:27 | https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(Baden-Durlach) | Markgraf Karl II. regierte die Markgrafschaft Baden-Durlach von 1552 bis 1577. Karl ließ am 1. Juni 1556 eine neue Kirchenordnung verkünden, mit der das lutherische Bekenntnis eingeführt wurde , und verlegte 1565 die Residenz von Pforzheim nach Durlach. Karl war der Sohn von Markgraf Ernst I. von Baden-Durlach und dessen zweiter Frau Ursula von Rosenfeld. Als Spross dieser morganatischen Ehe war seine Sukzessionsfähigkeit umstritten. Gleichwohl trat er im September 1552 die Nachfolge seines Vaters zunächst in der oberen Markgrafschaft an. Erst nachdem sein zwölf Jahre älterer Halbbruder, Bernhard IV., am 20. Januar 1553 starb und wenige Tage später am 6. Februar auch sein Vater, konnte Karl die Regierung der gesamten Markgrafschaft Baden-Pforzheim übernehmen. Nach dem Passauer Vertrag führten eine Anzahl von weltlichen Herrschaften im Südwesten Deutschlands die Reformation ein. Auch Markgraf Ernst von Baden-Durlach soll Pläne dazu gehabt haben, schreckte aber weiterhin vor einem möglichen Konflikt mit dem Regenten des katholischen Vorderösterreich, Erzherzog Ferdinand zurück, der wieder seine Ansprüche auf Gebiete des badischen Oberlandes anmeldete. Markgraf Karl II. – wie sein Vetter Markgraf Philibert von Baden-Baden – setzte sich auf dem Reichstag sehr für den Augsburger Religionsfrieden von 1555 ein, der es den weltlichen Reichsständen freistellte die Reformation einzuführen. Mit dieser Absicherung und auf Drängen von Herzog Christoph von Württemberg wagte es Karl dann die Reformation auch in der Markgrafschaft Baden-Durlach durch den Erlass einer neuen Kirchenordnung per 1. Juni 1556 einzuführen. Die Vorbereitung der Reformation und die Abfassung der Kirchenordnung wurde einer Kommission unter Vorsitz des Kanzlers der Markgrafschaft Baden , Martin Achtsynit, übertragen. Mitglieder der Kommission waren der Tübinger Theologen Jacob Andreae sowie die sächsischen Theologen Maximilian Mörlin und Johann Stössel sowie der Heidelberger Hofprediger Michael Diller. Nebst den Theologen gehörten der Kommission die markgräflich badischen Hofräte Johann Sechel und Georg Renz an. Achtsynit wurde auch erster Direktor des Kirchenrates; Karl selbst war Landesbischof der evangelischen Kirche und trat damit die Nachfolge der bisher jeweils für Teile seiner Herrschaft zuständigen Bischöfe von Straßburg, Speyer und Konstanz an. Die „Zerrissenheit innerhalb des evangelischen Bekenntnisses“ beeinträchtigte auch die Arbeit der Kommission. Letztlich übernahm man aus politischen Gründen weitgehend die Kirchenordnung Württembergs, die von Johannes Brenz 1553 konzipiert wurde. Für die noch im Herbst 1556 durchgeführte erste Kirchenvisitation stellte Württemberg auch noch Jacob Heerbrand zur Verfügung, der auch an der Schlussredaktion der Kirchenordnung beteiligt war. Für das badische Oberland ernannte Karl den Basler Theologen Simon Sulzer zum Generalsuperintendenten. Durch häufige Visitationen sollte sichergestellt werden, dass nur noch lutherische Pfarrer tätig waren und die Kirchenordnung eingehalten wurde. Zahlreiche katholische Pfarrer wurden ausgewiesen. Ferdinand von Österreich bestritt Karl förmlich das Recht, in seinen Breisgauer Herrschaften die Reformation einzuführen. Der Eifer, den Karl bei der Einführung der Reformation entwickelte, trug ihm im Volk auch den Beinamen „der Fromme“ ein. In der Folge trennte sich die „Ernestinische Linie“ kurz nach der Teilung des Landes in der Glaubensausrichtung. Als die beiden Markgrafschaften durch Erbfolge 1771 wieder unter Markgraf Karl Friedrich zusammenkamen, hatte dieser die Weitsicht und Souveränität, mehrere Glaubensrichtungen zuzulassen und zu Akzeptanz und Toleranz aufzurufen. Im Jahre 1561 bekannte sich der Markgraf zur unveränderten Augsburger Konfession, anlässlich eines von Kurfürst August von Sachsen veranstalteten Konvents der Protestanten in Naumburg. Ebenso wie sein Vetter Markgraf Philibert von Baden-Baden half er Karl IX. von Frankreich durch das Entsenden von Hilfstruppen im Krieg gegen die calvinistischen Hugenotten. Die Reformation hatte zur Folge, dass im Herrschaftsgebiet des Markgrafen von Baden-Durlach nur noch lutherische Pfarrer zugelassen waren. Der Kirchensatz war jedoch vielfach im Besitz von katholischen Klöstern und Orden, die nun einen lutherischen Pfarrer bestellen und bezahlen sollten, was natürlich Widerstand hervorrief. Im Augsburger Religionsfrieden war dieser Fall eigentlich klar geregelt. Sie durften einerseits ihre Besitzungen in evangelischen Gebieten behalten und nutzen, mussten jedoch für die evangelischen Pfarrer unterhalten. Aufgrund der oben beschriebenen Hoheitsansprüche der Habsburger auf die oberbadischen Herrschaften glaubten die Prälaten jedoch, die Unterhaltspflicht für Pfarrer und Kirchen in evangelischen nicht wahrnehmen zu müssen, Kirchenzehnter – jene Abgabe die für den Unterhalt der Pfarrer gedacht war – wollten sie gleichwohl behalten. Karl beschlagnahmte daher die Güter der Prälaten und finanzierte daraus den Unterhalt von Pfarrern und Kirchen. Johann Ulrich Zasius handelte mit Baden-Durlach einen Kompromiss aus, nach dem die beschlagnahmten Güter freigegeben, die für die Pfarrbesoldung nötigen Mittel aber einbehalten werden durften. Die österreichischen Behörden in Innsbruck anerkannten diesen Vertrag jedoch nicht und eskalierten die Auseinandersetzung. Nachdem sich einige Prälaten mit Baden-Durlach bilateral einigten, kamen die allgemeinen Verhandlungen auch wieder in Gang und führten am 24. April 1561 zum Vertrag von Neuenburg am Rhein der im Wesentlichen dem bereits von Zasius ausgehandelten Vertrag folgte. Der Markgraf verlegte 1565 die Residenz von Pforzheim nach Durlach. Dies geschah aufgrund eines Streites mit den Pforzheimer Bürgern, als diese an einer durch den Markgrafen veranstalteten Treibjagd beim Schützenfest nicht als Treiber fungieren mochten. In der Literatur wird allerdings darauf verwiesen, dass wohl eher rationale Gründe – namentlich die zentralere Lage Durlachs im badischen Unterland – für den Entscheid maßgeblich waren. In diesem Zusammenhang wurde das bestehende Jagdschloss in Durlach zur Karlsburg ausgebaut. Der Bauherr beaufsichtigte den Ausbau selbst und entlohnte die Arbeiter persönlich aus der mitgeführten Umhängetasche. Daraus entwickelte sich der liebevolle Spitzname „Karle mit der Tasch“. In der Folge wurde Durlach als Stadt ebenfalls renoviert, das Schloss erhielt einen Schlossgarten und die Stadt wurde mit weiteren Toren arrondiert und erhielt, wie zur damaligen Zeit bei Regentenstädten üblich, 1571 eine Münzstätte. Von seinen Söhnen blieb nur Georg Friedrich lutherisch, Ernst Friedrich konvertierte zum Calvinismus und Jakob III. wurde katholisch. Da Georg Friedrich am längsten lebte, blieb die Markgrafschaft letztlich lutherisch. Nach dem Tode des Markgrafen führte die Mutter sieben Jahre lang die Regierungsgeschäfte in einer Vormundschaftsregierung, bis die Söhne das regierungsfähige Alter erreichten. In erster Ehe heiratete der Markgraf am 10. März 1551 Kunigunde von Brandenburg-Kulmbach , die Tochter des Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor: In zweiter Ehe heiratete der Markgraf Karl II. am 1. August 1558 Anna von Veldenz , die Tochter des Pfalzgrafen Ruprecht von Veldenz. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor: |
2024-12-01 23:00:11 | https://de.wikipedia.org/wiki/Saratoga_County | Saratoga County ist ein County im Bundesstaat New York der Vereinigten Staaten. Bei der Volkszählung im Jahr 2020 hatte Saratoga County 235.509 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 112 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Verwaltungssitz ist Ballston Spa. Saratoga County liegt am Süd- und Westufer in der Biegung des Hudson River von Osten nach Süden, der zugleich die östliche und nördliche Begrenzung des Countys darstellt. Die südliche Grenze des Countys wird zum Teil durch den Mohawk River gebildet, der wenige Kilometer südöstlich in den Hudson River mündet. Größter See des Gebietes ist der Saratoga Lake; weitere wichtige Wasserflächen sind der östliche Ausläufer des Great Sacandaga Lake und der Round Lake. Das Gelände besteht in der Hauptsache aus hügeligen, zum Teil felsigen Unebenheiten, die im nördlichen Teil bis zu 250 Meter Höhe erreichen und stark eiszeitlich geprägt sind. Die Flächen sind weitgehend bewaldet, soweit sie nicht landwirtschaftlich genutzt oder bebaut sind. Das County hat eine Fläche von 2190,8 Quadratkilometern, wovon 87,6 Quadratkilometer Wasserfläche sind. Das Gebiet des heutigen Saratoga County wurde ursprünglich von Stämmen der Mohawks bewohnt. Die Holländer, von Süden über den Hudson River und nach Westen über den Mohawk River kommend, erforschten das Hinterland. Nach der militärischen Vertreibung der Holländer durch die Engländer wurde das Gebiet durch mehrere Verkäufe an Landerschließungs-Firmen, von denen der größte der Region, der Queensborough-Patent, am 26. Juli 1683 von den Mohawks vertraglich bestätigt wurde, für die Siedler vorbereitet. Die staatliche Verwaltung des Gebietes wurde am 1. November 1683 aufgenommen, das zu diesem Zeitpunkt große Teile des heutigen Bundesstaates New York einnahm und bei steigender Bevölkerungszahl der Regionen in eigenständige, kleinere Verwaltungseinheiten unterteilt wurde. Doch die Siedlerzahlen im Gebiet stiegen nur langsam an. Grund dafür war in erster Linie die Unsicherheit für die Siedler, da die Grenzziehung zwischen den englischen Gebieten im Süden und den französischen Regionen im Norden umstritten war und zu militärischen Konflikten führte, in die unterschiedliche Stämme der Ureinwohner eingebunden waren. Da auch die Zahl der militärischen Stützpunkte im Gebiet nur gering war, gab es für potentielle Siedler wenig Hoffnung auf Schutz. Erst die britische Eroberung Kanadas im Jahr 1760 und die Vereinbarungen im Pariser Frieden von 1763 sorgten für die notwendige Stabilität, die die Siedlerzahlen rasch steigen ließ. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden eine Reihe von militärischen Ereignissen im Gebiet ausgetragen. Die Schlacht von Saratoga, die im Herbst 1777 zwischen den Briten und den amerikanischen Revolutionären im Saratoga County ausgetragen wurde und mit der Niederlage der Briten endete, stellte den Wendepunkt im Bürgerkrieg dar. Am 7. Februar 1791 erfolgte die Gründung des Saratoga County durch die Abtrennung von Albany County. Mit der etappenweisen Eröffnung des Eriekanal zwischen 1819 und 1825, der im Süden des Countys parallel zum Mohawk River gebaut wurde und das westliche Hinterland sowie die Zuwegungen zu den Großen Seen erschloss sowie dem Bau des Champlainkanals vom Hudson zum Lake Champlain führten zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung des Gebietes; insbesondere entlang der beiden Flüsse entstanden eine Reihe von Industriezentren, die bis heute existieren. Unterstützt wurde die Entwicklung durch die Eröffnung mehrerer Eisenbahnverbindungen, so der Saratoga and Schenectady Railroad und der Rensselaer and Saratoga Railroad , aber auch einiger weiterer Strecken, die das Gebiet mit den großen Zentren New York City im Süden, Montreal im Norden und Buffalo im Westen verbanden. Zwischen 1861 und 1864 stellten die Bürger des Countys Truppen für den Bürgerkrieg, insbesondere für das 30. und 77. Infanterieregiment der New York Volonteers sowie das 25. Kavallerieregiment. Kämpfe fanden während des Bürgerkrieges nicht statt. Nach dem Bürgerkrieg setzte sich die Entwicklung des Gebietes als Industriezentrum kontinuierlich und friedlich fort. Der Börsenkrach und die Umstellungen des Zweiten Weltkriegs wurden ohne wesentliche Probleme durchstanden. Der in den 1960er Jahren erfolgte Bau einer mautfreien Schnellstraße, des Adirondack Northway, beschleunigte die Expansion von Wirtschaft und Bevölkerung stark. Diese Entwicklung setzt sich bis in die heutigen Tage fort. Im County liegt ein National Historical Park, der Saratoga National Historical Park. Sechs Orte haben den Status einer National Historic Landmark. 73 Bauwerke und Stätten des Countys sind insgesamt im National Register of Historic Places eingetragen . Zusätzlich zu den unten angeführten selbständigen Gemeinden gibt es im Saratoga County mehrere villages, darunter den Verwaltungssitz des Countys, Ballston Spa. 43.106135-73.855387Koordinaten: 43° 6′ N, 73° 51′ W Liste der Countys in New York Albany | Allegany | Bronx | Broome | Cattaraugus | Cayuga | Chautauqua | Chemung | Chenango | Clinton | Columbia | Cortland | Delaware | Dutchess | Erie | Essex | Franklin | Fulton | Genesee | Greene | Hamilton | Herkimer | Jefferson | Kings | Lewis | Livingston | Madison | Monroe | Montgomery | Nassau | New York | Niagara | Oneida | Onondaga | Ontario | Orange | Orleans | Oswego | Otsego | Putnam | Queens | Rensselaer | Richmond | Rockland | Saratoga | Schenectady | Schoharie | Schuyler | Seneca | St. Lawrence | Steuben | Suffolk | Sullivan | Tioga | Tompkins | Ulster | Warren | Washington | Wayne | Westchester | Wyoming | Yates |
2024-12-01 18:04:02 | https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_des_House_of_Lords | Dies ist eine Liste der Mitglieder des House of Lords. |
2024-12-03 14:21:14 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_M%C3%A4nner-Handballnationalmannschaft | Die kanadische Männer-Handballnationalmannschaft repräsentiert den Handballverband Kanadas als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Länderspielen im Handball gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. Die Canadian Team Handball Federation wurde 1962 gegründet ist seitdem Mitglied in der Internationalen Handballföderation und seit 2019 in der Handballkonföderation Nordamerikas und der Karibik . Zudem war sie Mitglied in der Pan-American Team Handball Federation. Die Mannschaft nahm bisher dreimal an Weltmeisterschaften teil , die beste Platzierung erreichte sie mit dem 15. Platz bei der WM 1978 in Dänemark. 1976 nahm die kanadische Nationalmannschaft der Männer das bisher einzige Mal an Olympischen Spielen teil. Bei den Spielen im heimischen Montreal erreichte sie einen 11. Platz. Größte Erfolge bei der Panamerikameisterschaft sind eine Silbermedaille 1979 und zwei Bronzemedaillen 1983 und 2004. Bei der Nordamerikanischen und karibischen Handballmeisterschaft gewann sie 2018 Silber. An der Handball-Panamerikameisterschaft der Männer nahm Kanada elfmal teil. Sie diente als Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Die Panamerikameisterschaften wurden 2020 abgelöst von den Nordamerikanischen und karibischen Handballmeisterschaften und den Süd- und zentralamerikanischen Handballmeisterschaften. Seit der Austragung 2020 ist jeweils die Siegermannschaft der Nordamerikanischen und karibischen Handballmeisterschaft für die Weltmeisterschaft im Folgejahr qualifiziert. Bei der vom Weltverband ausgerichteten IHF North American and Caribbean Emerging Nations Championship nahm Kanada bisher einmal teil. Grönland • Kanada • Mexiko • USA Grönland • Kanada • Mexiko • USA Antigua und Barbuda • Bahamas • Barbados • Britische Jungferninseln • Dominica • Dominikanische Republik • Grenada • Guadeloupe • Haiti • Jamaika • Kaiman-Inseln • Kuba • Martinique • Puerto Rico • St. Kitts und Nevis • St. Lucia • Trinidad und Tobago Antigua und Barbuda • Bahamas • Barbados • Britische Jungferninseln • Dominica • Dominikanische Republik • Grenada • Guadeloupe • Haiti • Jamaika • Kaiman-Inseln • Kuba • Martinique • Puerto Rico • St. Kitts und Nevis • St. Lucia • Trinidad und Tobago |
2024-12-02 09:22:15 | https://de.wikipedia.org/wiki/Faustfeuerwaffe | Handfeuerwaffe ist ein Begriff zur Typologie von Waffen. Die Bezeichnung steht für eine von einer einzelnen Person tragbare und ohne weitere Personen oder zusätzliche Hilfsmittel, wie z. B. Lafetten, einsetzbare Feuerwaffe mit einem allgemein unter 20 mm liegenden Kaliber. Im Bereich der Legaldefinitionen sind unterschiedliche Einteilungen für Kleinwaffen bekannt. In der deutschen Gesetzgebung unterscheidet man Langwaffen und Kurzwaffen . Die Unterscheidung wird vorgenommen: Die ältesten Feuerwaffen waren sehr klein und noch nicht richtig in Handfeuerwaffen und Geschütze aufzugliedern. Partington wies 1960 nach, dass der angebliche Ersteinsatz von Feuerwaffen 1325 vor Metz eine Fälschung darstellt. Die erste Darstellung einer Feuerwaffe durch Walter de Milemete datiert auf 1326. Dagegen beweist die Friauler Chronik, dass 1331 erstmals deutsche Ritter bei der erfolglosen Bestürmung der norditalienischen Stadt Cividale del Friuli solche Waffen einsetzten, wobei hier bemerkenswerterweise schon zwischen Handrohr und Geschütz unterschieden wurde. Die Rohre wurden aus Bronze gegossen; bei den Geschützrohren teils sogar geschmiedet. Anfangs wurden Steine und verdämmte Pfeile, um 1340 auch schon Bleikugeln verschossen. Die älteste bekannte Feuerwaffe ist die Heilongjiang-Büchse aus China, eine Handfeuerwaffe, die spätestens vor 1290 angefertigt wurde. Die ersten Handfeuerwaffen waren Vorderlader. Die um 1350 zuerst in Europa gebauten Handfeuerwaffen wurden in Analogie zu den Geschützen durch das Zündloch direkt mit einer glimmenden Lunte gezündet. Die Entwicklung der Handfeuerwaffen machte mit der Erfindung des Luntenschlosses einen ersten Fortschritt. Die Lunte glimmt nach dem Anzünden. Mittels eines Schnappmechanismus wird beim Betätigen des Abzuges die glimmende Lunte an das Schießpulver gedrückt und führt zur Zündung. Damit ist der Schütze nicht mit dem Zünden, sondern nur mit dem Zielen befasst. Die folgende Einführung des Visiers, von Kimme und Korn sowie der gezogenen Läufe um 1493 verbesserten die Zielgenauigkeit enorm. Da die gezogenen Läufe jedoch erhebliche Nachteile bei dem Ladevorgang hatten, war noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Glattrohr-Muskete das Standardgewehr. Ab 1517 wurde das relativ komplizierte Radschloss für Luxuswaffen verwendet, das den Vorteil hatte auf die brennende Lunte verzichten zu können. Bei der Schlacht von Cerignola bestimmte erstmals der Einsatz von Handfeuerwaffen den Gefechtsverlauf. Als Cortés 1519 aufbrach, das Reich der Azteken zu erobern, besaßen seine 508 Soldaten neben Bronzegeschützen auch 13 Arkebusen. Die Steinschlosswaffen ersetzten ab 1650 die Luntenschlossmechanik, indem ein Feuerstein den Zünd-Funken schlug. Beim Perkussionsschloss, 1807 erfunden, wird Knallpulver zum Zünden verwendet. Seit 1831 trat das Knallquecksilber allgemein als Zündmittel in Erscheinung, das, in Kupferzündhütchen in wenigen Milligramm eingebaut, durch seine Schlagempfindlichkeit eine Stichflamme auf das Pulver übertragen konnte. Damit war die Konstruktion der Einheitspatrone möglich, die aus einer im Boden mit Zündhütchen versehenen Kupfer- oder Messinghülse, dem Pulverinhalt und dem aufgesetzten Geschoss bestand. Damit war die Konstruktion der Hinterlader möglich geworden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das treffsichere Minié-Geschoss eingeführt. Ab 1848 erhielt die preußische Armee das Zündnadelgewehr, was sich als technischer Vorsprung insbesondere im Krieg von 1866 auswirken sollte. Spätere Entwicklungen führten in den USA zu den Repetiergewehren . Schaftmagazin-Gewehre wurden von Mauser und Mannlicher eingeführt. Der Ersatz des Schwarzpulvers durch die neuen, energiereicheren rauchschwachen Pulver ab 1890 ermöglichte höhere Schussweiten und machte den allgemeinen Einsatz der neuen Maschinengewehre durch die geringe Rauchentwicklung erst möglich. Selbstladegewehre kamen bereits im Ersten Weltkrieg zum Einsatz. Der vollautomatische Gasdrucklader kam mit dem deutschen Maschinenkarabiner als Sturmgewehr 44 zum Einsatz. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist das sowjetische Sturmgewehr AK-47 , das bis heute über 70 Millionen Mal hergestellt wurde. Der amerikanische Vertreter dieser Gattung ist das bereits im Vietnamkrieg verwendete M16. Der weltweit verbreitete deutsche Vertreter dieser Gattung ist das HK G3, ein Rückstoßlader mit Rollenverschluss. Erste Maschinengewehre, damals noch auf Lafette, wurden von Gatling und Maxim eingeführt. Der erste Großeinsatz von Maschinengewehren erfolgte im Ersten Weltkrieg. Maschinengewehre können ihrer Verwendung nach nur bedingt zu den Handfeuerwaffen gezählt werden – ihr Gewicht und die starke Rückstoßwirkung schließen den Einsatz als Handwaffe in der Regel aus. Oft wurden auch zwei Soldaten zur Bedienung eines MGs eingesetzt. Die Pistole, auch als Faustfeuerwaffe bezeichnet, wurde ursprünglich als Schusswaffe für Reiter entwickelt, erste, meist einschüssige Modelle tauchten um 1510 auf. Der Zwischenschritt einer mehrladigen Faustfeuerwaffe war der Revolver, der als Magazin eine sich drehende Trommel aufweist. Selbstladepistolen mit einem Magazin für Patronenmunition erschienen ab 1893. Bekannte Modelle sind die Pistole 08 und die Waffen von Glock, Carl Walther GmbH, Colt, Browning und Beretta sowie die von Heckler & Koch, sowie die Desert Eagle von Israel Military Industries. Eine Unterart der Pistolen ist der Revolver. Beim Revolver wird durch eine drehbare Trommel die Patrone dem Lauf vorgeschoben. Bei den Revolvern bestimmte der Lefaucheux-Stiftfeuerrevolver sowie als Perkussionsrevolver der Colt Paterson Revolver ab 1836, der Colt Walker Mod. 1847 und als Patronenrevolver der Colt Single Action Army im Kaliber 45 die Entwicklung. Die erste Maschinenpistole wurde 1915 vom Italiener Revelli entwickelt , die erste feldfunktionsfähige war die deutsche Bergmann MP18 des Suhler Konstrukteurs Hugo Schmeisser. Amerikanische Maschinenpistolen erlangten Berühmtheit durch Al Capone mit dem Modell 1928. Die heute verbreitetsten Maschinenpistolen sind die israelische Uzi und die deutsche MP5 von Heckler & Koch. Waffenteile sind alle Teile einer Waffe, die wesentlich für die Funktion der Waffe sind, um eine Patrone abzufeuern; dazu gehören auch u. a. Wechselsysteme und Einsteckläufe. Der Erwerb von sogenannten wesentlichen Waffenteilen ist in Deutschland nach heutigem Recht erlaubnispflichtig. Anbauteile dienen bei Sportpistolen häufig zur Verbesserung der Trefferergebnisse. Gummiüberzüge der Griffe verbessern die Führung der Waffe. Zusatzgewichte vermindern durch die höhere Masse der Pistole das Hochschlagen der Waffe durch den Rückstoß. Durch einen Magazintrichter kann das Magazin schneller gewechselt werden. Primär für Langwaffen kann als Anbauteil ein Zielfernrohr durch eine Brückenmontage oder ein Reflexvisier montiert werden, mit dem ein einfacheres und exakteres Zielerfassen möglich ist. Durch eine untenliegende Picatinny-Schiene kann ein Laserlichtmodul wie ein LLM01 sowohl an Lang- als auch an Kurzwaffen montiert werden. |
2024-12-02 00:31:10 | https://de.wikipedia.org/wiki/More_(Album) | Veröffent-lichung 13. Juni 1969 Neuauflagen: Format CD, LP, MC Genre Psychedelic Rock Titel 13 Länge 44:56 Produktion Pink Floyd Studio März 1969, Abbey Road Studios Music From the Film More ist ein Album der Gruppe Pink Floyd und gleichzeitig der Soundtrack zum Film More – mehr – immer mehr von Barbet Schroeder mit Mimsy Farmer, Klaus Grünberg und Heinz Engelmann. Aufgenommen im März 1969 in nur acht Tagen und veröffentlicht am 27. Juli 1969, war More Pink Floyds erster vollständiger Soundtrack zu einem Film. Es war auch das erste Album gänzlich ohne Syd Barrett. Zum ersten Mal tauchen auch folkige Stücke auf, wie zum Beispiel Green is the Colour, später wiesen Stücke wie Fat Old Sun oder If einen ähnlichen Stil auf. Die Stücke sind zum Teil Aufnahmen von bereits für den Film komponierter Musik, die Pink Floyd nach dem ersten Sehen der Rohfassung des Films neu interpretierten. Manchen Stücken merkt man an, dass sie nur als Szenenuntermalung gedacht sind. Einige Stücke wurden von Pink Floyd auch bei Konzerten gespielt. Die Band betrachtete die Arbeit an dem Soundtrack rückblickend als angenehme Abwechslung zur bisherigen Vorgehensweise, da ihre Plattenfirma EMI die Musik zu More als Spezialprojekt erachtete und der Band freie Hand ließ. |
2024-12-03 23:36:39 | https://de.wikipedia.org/wiki/Steckernetzteil#Steckernetzteil | Ein Netzteil wandelt die Spannung aus dem Stromnetz für einen Verbraucher um. Es kann als eigenständiges Gerät oder als Baugruppe ausgeführt sein. Ausgangsspannung und maximaler Ausgangsstrom können fest eingestellt oder variabel sein. Früher waren Netzteile aufgrund ihrer Vielzahl im Haushalt für einen nicht unerheblichen Stromverbrauch verantwortlich, daher nahm sich in den 2000er Jahren der Gesetzgeber dieses Problems an. Die EU und USA waren Vorreiter in der Einführung verbindlicher Grenzwerte. Laut EPA kann damit der Stromverbrauch bezogen auf die USA um 1 % gesenkt werden, das sind pro Jahr 32 Mrd. Kilowattstunden . Die Leerlaufverlustleistung von Netzteilen ist gesetzlich begrenzt worden: Externe Netzteile unter 50 Watt dürfen in der EU nur 0,3 Watt aufnehmen, größere Netzteile 0,5 Watt. In den USA und Kanada wurden sie analog auf 0,1 bzw. 0,21 Watt begrenzt. In Australien gibt es ähnliche, wenn auch weniger strenge Anforderungen. Da Gerätehersteller ihre Produkte weltweit vertreiben, werden oft unabhängig vom Abnehmerland Netzteile mit der höchsten geforderten Effizienzstufe beigelegt. Die Stufe wird auf dem Netzteil aufgedruckt, siehe Logo rechts. Geräte mit eingebautem Netzteil sind in der EU im Schein-Aus auf 0,5 Watt, im Bereitschaftsbetrieb mit zusätzlichen Funktionen, z. B. Uhrzeitanzeige, auf 1 Watt begrenzt. Laut einer Studie konnten damit in der EU die Leerlaufverluste von jährlich 51 auf 16 Mrd. Kilowattstunden reduziert werden. Der Wirkungsgrad ist abhängig von der Ausgangsleistung mit einer Formel vorgegeben. In der EU müssen beispielsweise ein Smartphonenetzteil mit 5 V und 1 A mindestens 68 Prozent und Geräte ab 50 Watt mindestens 87 Prozent Wirkungsgrad erreichen; in den USA gelten analog Werte von 74 Prozent und 88 Prozent. Die Netzteile müssen den jeweiligen Wirkungsgrad bei einer Last von 25 %, 50 %, 75 % und 100 % im Mittel einhalten. Netzteile unterteilen sich in Schaltnetzteile und solche mit Netztrafo ; daneben gibt es noch transformatorlose Netzteile, z. B. Kondensatornetzteile. Heute kommen zunehmend Schaltnetzteile zum Einsatz. Für verschiedene Einsatzzwecke gibt es verschiedene Ausführungen. Arten von Schaltnetzteilen: Arten von Trafonetzteilen: Netzadapter mit Spartransformator zur Anpassung der Netzspannung 230 V/127 V werden nicht als Netzteil bezeichnet. Klassische trafolose Netzteile arbeiten mit einem Kondensator als verlustlosem Vorwiderstand, um die Netzwechselspannung abzusenken. Labornetzteile mit einstellbarer Gleichspannung und einstellbarer Strombegrenzung arbeiten nach dem Prinzip linear geregelter Trafonetzteile oder sie sind als Schaltnetzteil ausgeführt. Die Energieübertragung erfolgt bei Schaltnetzteilen mit einer Frequenz von typischerweise einigen 10 kHz bis einigen 100 kHz, die damit deutlich höher liegt als die Netzfrequenzen von 50 bzw. 60 Hz. Das erlaubt den Einsatz kleinerer Transformatoren bei gleicher Leistung. Daher sind Schaltnetzteile nicht nur wesentlich leichter und kleiner als Trafonetzteile, sondern haben auch eine geringere Leistungsaufnahme im Leerlauf und einen höheren Wirkungsgrad im Betrieb. Obwohl sie einen höheren Bauteilaufwand haben, lösen sie aufgrund der gestiegenen Rohstoffkosten und Energiepreise Trafonetzteile weitestgehend ab. Außerdem sind in den meisten Ländern Leerlaufverlustleistung und Wirkungsgrad gesetzlich geregelt und einzig mit Schaltnetzteilen zu erfüllen. Praktisch alle Schaltnetzteile liefern eine geregelte Gleichspannung oder einen geregelten Gleichstrom. Sie sind meist kurzschlussfest und oft durch einen Weitbereichseingang an allen üblichen Netzspannungen der Welt von 85 V bis 250 V betreibbar. Durch die in ihrem Inneren vorkommenden hohen Schaltfrequenzen erzeugen sie jedoch trotz Entstörmaßnahmen mehr Störungen. Schaltnetzteile sind empfindlicher gegenüber kurzzeitiger Netzüberspannung als Netztransformatoren. Der schematisierte Aufbau eines Schaltnetzteiles lässt sich nebenstehender Abbildung entnehmen. Es handelt sich um ein potentialtrennendes Schaltnetzteil mit geregelter Ausgangsspannung. Die Sicherheitsbarriere zwischen Netzspannung und Ausgangsspannung wird durch den Transformator und den Optokoppler gebildet. Schaltnetzteile können auf Kosten der Spannungsstabilität auch ohne zwecks Regelung rückgeführter Ausgangsspannung gebaut werden. Dabei wird ein fly back-Transformator eingesetzt, und die Ausgangsspannung wird an der Primärwicklung oder einer Hilfswicklung ermittelt. Solche Netzteile können bei Einsatz eines einzigen monolithischen integrierten Schaltkreises einen gegenüber der oben beschriebenen Lösung stark reduzierten Bauteilaufwand haben. Im englischen auch Off-Line Switcher IC genannt, von off the mains voltage line. Dies ist eine sehr häufig bei kleinen Leistungen eingesetzte Schaltnetzteil-Variante. Sie besteht aus wenigen externen Bauelementen und einem speziellen monolithischen integrierten Schaltkreis , der Leistungs-MOSFET und Regelung vereint. Extern sind lediglich eine Drossel oder ein Transformator, zwei Kondensatoren für Aus- und Eingangsspannung, eine Diode und wenige weitere passive Bauteile erforderlich. Der maximale Ausgangsstrom beträgt typischerweise einige hundert Milliampere. Da eine Netztrennung innerhalb vieler Geräte nicht erforderlich ist, sind solche Netzteile nicht potentialtrennend. Meist wird die Netzspannung von 230 Volt gleichgerichtet und geglättet, womit der Effektivwert der Eingangsspannung für den Regler 325 V beträgt. Diese wird dann heruntergesetzt. Möglich wurden solche ICs Anfang der 90er Jahre, als man erstmals einen Hochvolt-MOSFET und die Ansteuerlogik auf demselben Die unterbringen konnte. Solche Netzteile sind aufgrund der Integration sehr ökonomisch. Hersteller solcher ICs für nicht potentialtrennende Kleinleistungs-Netzteile sind z. B. ST mit der VIPer-, VIPerPlus- und Altair-Serie, Power Integrations mit der LinkSwitch-TN2-, LNK304-, TNY- und TOP-Serie, NXP mit der STARplug-Serie , ONsemi mit der NCP- und FS-Serie. Hersteller monolithischer ICs für potentialtrennende Schaltnetzteile sind z. B. Power Integrations mit der TinySwitch-LT-Serie . Die Firma fertigt auch Schaltkreise mit eingebauter Potentialbarriere für das Rückführen der Ausgangsspannung . Kleinleistungs-Schaltnetzteile mit nur einem IC finden sich z. B. in weißer Ware, in Steckernetzteilen oder LED-Lampen. Sie sind oft knapp dimensioniert bzw. besitzen keinen geeigneten Eingangsfilter, um Netz-Überspannung abzuwehren und sind daher anfällig insbesondere für Stoßspannungen . Auch in LED-Leuchtmitteln werden überwiegend Tiefsetzsteller mit Konstantstromausgang verbaut. Sie besitzen keinen Transformator, nur eine Speicherdrossel. Sogenannte konventionelle Netzteile, oft als Trafonetzteil bezeichnet, haben einen Netztransformator, der aufgrund der niedrigen Arbeitsfrequenz von 50 oder 60 Hz groß gegenüber denjenigen in Schaltnetzteilen ist. Ihr Aufbau ist in nebenstehender Abbildung ersichtlich. Sie bestehen aus folgenden Bestandteilen: Solche stabilisierten Netzteile haben bei Volllast einen Wirkungsgrad unter 50 %. Bei einigen ist statt eines Linearregler ein Step-Down-Regler eingebaut, um den Wirkungsgrad zu erhöhen und die Verlustwärme zu reduzieren. Die kleinen konventionellen Netzteile mit Netztransformator sind oft auf geringes Gewicht und geringe Kosten ausgelegt: man versuchte, den Eisenkern maximal auszusteuern, der zudem oft von minderer Qualität war. Dadurch liegen die Leerlaufverluste solcher Netzteile oft im Bereich über 1 Watt. Das brachte sie in den Fokus von Energiesparmaßnahmen. 1998 rechnete der BUND in einer Medienkampagne vor, dass sich durch konsequentes Abschalten bzw. Ziehen aller im Stand-By arbeitender Netzteile und Steckernetzteile im deutschsprachigen Raum die Leistung eines mittleren Atomkraftwerk einsparen ließe. Verschiedene Ausgangsspannungen können durch Umschalten von Wicklungsanzapfungen des Netztransformators erzielt werden. Die Leerlaufspannungen unstabilisierter Geräte sind oft sehr viel höher als die angegebene Nennspannung. Die Transformatoren enthalten zum Brandschutz eine selbstrückstellende oder nicht rückstellbare Thermosicherung; Letztere werden nach Überlastung unbrauchbar. Trafonetzteile mit Wechselspannungsausgang bestehen lediglich aus einem Netztransformator. Eine traditionelle Variante ohne Potentialtrennung für Ausgangsströme bis etwa 100 mA ist das Kondensatornetzteil. Dieses nutzt den Blindwiderstand eines Kondensators als Vorwiderstand, um die Netzspannung zu verringern. Die Ausgangsspannung ist von der Last abhängig; falls diese nicht konstant ist, muss eine Spannungsbegrenzung vorhanden sein. Kondensatornetzteile besitzen zwingend einen in Serie zum Kondensator geschalteten Widerstand hoher Stoßspannungsfestigkeit, um die Last vor Netztransienten und Einschaltstromstößen zu schützen. Die Last muss zur Wirksamkeit des Schutzes einen Pufferkondensator besitzen. Kondensatornetzteile sind beispielsweise in manchen LED-Leuchtmitteln sowie für die Eigenversorgung in Dämmerungsschaltern und Bewegungsmeldern verbaut. Sie sind nicht potentialtrennend, daher liegt die gesamte Schaltung auf lebensgefährlichem Netzspannungspotential – diese Geräte müssen komplett berührungssicher sein. Netzteile werden, je nach Einsatzzweck und bereitzustellender Ausgangsleistung, in verschiedenen Bauformen angeboten: Steckernetzteile sind Netzteile, die mit dem Netzstecker eine Einheit bilden. Der Stecker zum Anschluss an das Wechselstromnetz ist in das Gehäuse des Netzteils integriert. Die abgegebene Kleinspannung wird über eine Leitung zum versorgenden Gerät geführt oder es gibt auf der Kleinspannungsseite eine Buchse, z. B. bei USB-Ladegeräten. Heute werden alle Steckernetzteile als Schaltnetzteile ausgeführt, da die gesetzlich geforderten Effizienzanforderungen nur mit einem solchen kostengünstig realisiert werden können. Bis Anfang der 2000er Jahre wurden für kleine Leistungen unter 5 Watt Trafonetzteile mit konventionellem Aufbau und darüber Schaltnetzteile eingesetzt, weil diese leichter sind und die Steckdose weniger mechanisch belasten. Beim Anschluss an das zu versorgende Gerät wird eine Vielfalt von Anschlusssteckern und Spannungen verwendet. Häufig führt der innere Kontakt positive Polarität, der äußere Masse. Bei vielen Geräten sind Hohlstecker und Klinkenstecker zu finden, wobei Erstere den Klinkensteckern vorzuziehen sind. Klinkenstecker verursachen beim Einstecken vorübergehend einen Kurzschluss und sollten immer nur bei stromlosem Netzteil gesteckt oder gelöst werden. Meist ist die Polarität durch zwei konzentrische Kreise mit „+“- und „−“-Zeichen auf dem Netzgerät markiert. Die Abbildung zeigt eine Auswahl von Steckverbindungen : Hohlstecker der Größe 5,5 × 2,1 mm und 5,5 × 2,5 mm sind ebenfalls anzutreffen. Meist sind sie mit Buchsen für 5,0 × 2,1 mm kompatibel. Bei Handynetzteilen ist für Smartphones der Micro-USB-Stecker EU-weit genormt . Der Nachfolgestandard USB-C ist zwar gesetzlich nicht normiert, de facto aber Standard – außer beim iPhone und iPad, wo der Lightning-Stecker seit 2012 zum Einsatz kommt, zwei Jahre bevor USB-C spezifiziert wurde. Aber auch dort findet am Netzteil USB-A Verwendung. Mit der Einführung des iPhone 15 im September 2023 verbaut auch Apple USB-C-Buchsen in seinen Smartphones. Seit Herbst 2016 verwendet der Konzern USB-C in Form von Thunderbolt 3 für seine MacBooks. Fortan gehören Netzteile mit USB-C-Ports zu deren Lieferumfang. Seit Ende der 2010er-Jahre werden von Apple darüber hinaus kompakte USB-C-Netzteile zum Laden von iPhones und iPads verkauft. Damit haben sich auch USB-C-auf-Lightning-Kabel verbreitet. Eine USB-2.0-Steckverbindung umfasst vier Leitungen plus einen Schirm. Die stabilisierte Spannung von 5 V wird an den äußeren Pins 1 und 4 eingespeist. Ausgänge des Standards USB 2.0 liefern maximal 500 mA, ab USB 3.0 maximal 900 mA. USB-Geräte mit integrierter Ladefunktion wie Mobiltelefone „erkennen“ das USB-Ladegerät an einem Widerstand im Netzteil, der zwischen den bei USB-Ladegeräten normalerweise nicht verwendeten Datenleitungen D+ und D− geschaltet ist. Beträgt der Widerstandswert zwischen den beiden Datenleitungen unter 200 Ω, geht der Laderegler im USB-Gerät davon aus, an einem dedizierten USB-Ladeanschluss wie einem USB-Ladenetzteil angeschlossen zu sein, welches mindestens 500 mA oder mehr liefern kann. Proprietäre Ladekabel der Firma Apple kodieren die Leistung eines Netzgerätes über eine Spannung, die an den Datenleitungen D+ und D− anliegt. Sind die Datenleitungen nicht beschaltet, können Geräte dieses Herstellers zwar am Netzgerät betrieben werden, aber die Aufladung des Geräteakkus funktioniert nicht. Diese Codierung ist nicht standardisiert und wurde schon einige Male von Apple verändert. Folgenden Spannungen an den Datenleitungen sind die entsprechenden Ladeströme zugeordnet. Die Spannungen von 2 V bzw. 2,75 V werden durch Spannungsteiler an der 5-V-Versorgungsleitung erzeugt, beispielsweise durch das Widerstandspaar 75 kOhm und 49,9 kOhm bzw. 43,2 kOhm und 49,9 kOhm. Folgende Produktkennzeichnungen werden verwendet: Der Spannungsangabe folgt die Angabe des maximal entnehmbaren Stromes bzw. der Ausgangsleistung. Weiterhin sind Symbole bzw. Piktogramme zu finden: Für mittlere Leistungen gibt es ein vielfältiges Angebot an Netzteilen mit gebräuchlichen Ausgangsspannungen in Form externer Einheiten, die über ein teilweise am Gerät steckbares Netzkabel gespeist werden und den Verbraucher über eine abgehende Leitung mit Gerätestecker versorgen. Die Verwendung externer Netzteile im Gegensatz zu im Gerät integrierten Netzteilen bietet Geräteherstellern einige wichtige Vorteile: Auch diese Bauform weist nur selten einen Netzschalter auf, so dass sich durch den Einsatz schaltbarer Steckdosenleisten einige Energie sparen lässt. Insbesondere Tintenstrahldrucker führen jedoch nach einer vollständigen Netztrennung oft einen aufwendigen Selbsttest durch, bei dem sehr viel Tinte unnötig verschwendet wird. Sogenannte Labornetzteile, auch Labornetzgeräte genannt, sind vielfältig verwendbare Geräte. Sie verfügen meist über eine stufenlos einstellbare Spannungsbegrenzung und eine ebenfalls einstellbare Strombegrenzung, ferner über eine Strom- und Spannungsanzeige. Bei größeren Leistungen sind Netzteile innerhalb von Geräten oder auch Schaltschränken oft als Baugruppe oder Einbaugerät ausgeführt. Die Anforderungen an den Berührungsschutz sind dann geringer. Die Integration des Netzteils erhöht anderseits jedoch die Sicherheitsanforderungen an das Gesamtgerät, da dieses nun z. B. hinsichtlich Berührungsschutz, Kriechspannungsabständen und Überspannungsfestigkeit oder Schutzerdung die Anforderungen erfüllen muss, die vorher nur an das separate Netzgerät gestellt wurden. Einbaugeräte oder eingebaute Netzteile werden auch oft verwendet, wenn mehrere Spannungen benötigt werden, wie beispielsweise in Computern, Fernsehern, Videorekordern, Faxgeräten oder Laserdruckern. Netzteile kommen auch an Bordnetzen , Notstromnetzen oder Insel-Solaranlagen zum Einsatz, um Spannungen zu transformieren. Sie werden jedoch meist nicht als Netzteil bezeichnet. Ein Beispiel sind in kräftigen Audioverstärkern eingebaute Gleichspannungswandler zum Betrieb am 12-V-Bordnetz des KFZ, die für die Endstufen Spannungen von etwa ± 40 V erzeugen. Bordnetze von Flugzeugen haben oft eine Netzfrequenz von 400 Hz, um in Netzteilen sehr kleine Transformatoren einsetzen zu können. Dieser Vorteil war vor dem Aufkommen von Schaltnetzteilen von Bedeutung. Gleichspannungswandler werden für kleine Leistungen als gekapselte Module zur galvanisch getrennten Versorgung von Baugruppen eingesetzt. Sie arbeiten zum Beispiel an 12 V oder 24 V Netzen, beispielsweise in Schaltschränken, oder auch eingelötet auf Leiterplatten. Typische Anwendungen sind Line-Interfaces von Telefon-Modems oder Netzwerkkarten, moderne PC-Mainboards und leistungsfähige Grafikkarten, die aus den vom PC-Netzteil gelieferten Spannungen ihre Betriebsspannungen möglichst nahe beim Verbraucher erzeugen . Wechselrichter erzeugen aus Gleichspannung eine Wechselspannung, zum Netzersatz und Betrieb von 230-V-Geräten, z. B. in Autos, Reisebussen, Reisezugwagen oder in Gleichspannungsnetzen von Solaranlagen. Ein weiteres Beispiel eines aus dem Gleichspannungsnetz betriebenen Wechselrichters ist der Rufspannungsgenerator im Telefonnetz. Er erzeugt in Deutschland aus batteriegestützten 48 V DC eine Wechselspannung von 60 V bei 25 Hz. Weichensteuerungen, Signallampen und Elektronik am Bahnstreckennetz der U-Bahn und Straßenbahn werden durch Netzteile versorgt, ebenso Elektronik in den Fahrzeugen. Sie arbeiten aus den 600 V Gleichspannung der Oberleitung bzw. der Stromschienen. |
2024-12-03 18:21:01 | https://de.wikipedia.org/wiki/Sport-Express | Sport-Express ist eine im August 1991 gegründete russischsprachige Tageszeitung, die sich ausschließlich mit Sport befasst. Themenschwerpunkte sind Fußball und Eishockey. Mit einer Reichweite von 700.000 gehört sie zu den reichweitenstärksten Tageszeitungen Russlands. Sport-Express wird in 29 Städten in Russland, Lettland, Belarus, Kasachstan und der Ukraine gedruckt. Zudem gibt es eine gleichnamige Tochterzeitung in New York, die jedoch nur wöchentlich erscheint. Die Zeitung kann als kostenloses E-Mail-Abo bezogen werden. Die Website der Zeitung bietet sämtliche Inhalte, eine tägliche Auswahl von ins Englische übersetzten Artikeln sowie je einen russisch- und englischsprachigen Sportnachrichtenticker. Sport-Express ist Mitglied der European-Sports-Magazines-Vereinigung. |
2024-12-03 20:06:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/1._divisjon_1977/78 | Die Saison 1977/78 war die 39. Spielzeit der 1. divisjon, der höchsten norwegischen Eishockeyspielklasse. Meister wurde zum insgesamt zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Manglerud Star Ishockey. Lamberseter und Jar IL stiegen in die zweite Liga ab. In der Hauptrunde absolvierte jede der zehn Mannschaften insgesamt 18 Spiele. Die sechs bestplatzierten Mannschaften qualifizierten sich für die Finalrunde, deren Erstplatzierter Meister wurde. Die übrigen vier Mannschaften mussten in der Abstiegsrunde antreten, deren beide Letztplatzierten in die zweite Liga abstiegen. Für einen Sieg erhielt jede Mannschaft zwei Punkte, bei einem Unentschieden gab es einen Punkt und bei einer Niederlage null Punkte. Sp = Spiele, S = Siege, U = unentschieden, N = Niederlagen Sp = Spiele, S = Siege, U = unentschieden, N = Niederlagen Sp = Spiele, S = Siege, U = Unentschieden, N = Niederlagen 1934/35 | 1935/36 | 1936/37 | 1937/38 | 1938/39 1939/40 | 1945/46 1946/47 | 1947/48 | 1948/49 | 1949/50 | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | 1953/54 | 1954/55 | 1955/56 | 1956/57 | 1957/58 | 1958/59 | 1959/60 | 1960/61 | 1961/62 | 1962/63 | 1963/64 | 1964/65 | 1965/66 | 1966/67 | 1967/68 | 1968/69 | 1969/70 | 1970/71 | 1971/72 | 1972/73 | 1973/74 | 1974/75 | 1975/76 | 1976/77 | 1977/78 | 1978/79 | 1979/80 | 1980/81 | 1981/82 | 1982/83 | 1983/84 | 1984/85 | 1985/86 | 1986/87 | 1987/88 | 1988/89 | 1989/90 1990/91 | 1991/92 | 1992/93 | 1993/94 | 1994/95 | 1995/96 | 1996/97 | 1997/98 | 1998/99 | 1999/00 | 2000/01 | 2001/02 | 2002/03 | 2003/04 2004/05 | 2005/06 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | 2010/11 | 2011/12 | 2012/13 | 2013/14 | 2014/15 | 2015/16 | 2016/17 | 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 2023/24 | 2024/25 |
2024-12-02 03:44:19 | https://de.wikipedia.org/wiki/Gautam_Buddha_Nagar | Gautam Buddha Nagar ist ein Distrikt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh in der Division Meerut und Teil der National Capital Region. Gautam Buddha Nagar liegt im äußersten Westen von Uttar Pradesh in der städtischen Agglomeration von Delhi, welches westlich an den Distrikt angrenzt. Der Distrikt erstreckt sich am Ostufer der Yamuna über eine Fläche von 1282 km². Greater Noida ist Verwaltungssitz des Distrikts. Der Distrikt ist in drei Tehsils gegliedert: Dadri, Jewar und Noida. Der Distrikt wurde nach Gautama Buddha, dem Begründer des Buddhismus benannt. Er wurde am 6. September 1997 aus Teilen der Distrikte Ghaziabad und Bulandshahr gebildet. Die Blöcke Dadri und Bisrakh kamen von Ghaziabad, während die Blöcke Dankaur und Jewar von Bulandshahr stammten. Zusätzlich kamen noch 18 weitere Dörfer von Bulandshahr zum neu gegründeten Distrikt und wurden in Dankaur und Jewar eingegliedert. Beim Zensus 2011 betrug die Einwohnerzahl im Distrikt Gautam Buddha Nagar 1.648.115. Beim Zensus 2001 lag die Einwohnerzahl noch bei 1.202.030. Damit wies der Distrikt zusammen mit dem benachbarten Distrikt Ghaziabad das höchste Bevölkerungswachstum in der Dekade 2001–2011 in Uttar Pradesh auf. Die Nähe zum Großraum Delhi mit der zunehmenden Industrialisierung und entsprechendem Zuzug waren der Hauptgrund für den starken Bevölkerungszuwachs. Auch die deutlich über dem Durchschnitt Uttar Pradeshs und auch Indiens liegende Alphabetisierungsrate von 80,1 % zeigten einen verhältnismäßig hohen sozioökonomischen Entwicklungsstand an. Agra | Aligarh | Ambedkar Nagar | Amethi | Amroha | Auraiya | Ayodhya | Azamgarh | Badaun | Baghpat | Bahraich | Ballia | Balrampur | Banda | Barabanki | Bareilly | Basti | Bhadohi | Bijnor | Bulandshahr | Chandauli | Chitrakoot | Deoria | Etah | Etawah | Farrukhabad | Fatehpur | Firozabad | Gautam Buddha Nagar | Ghaziabad | Ghazipur | Gonda | Gorakhpur | Hamirpur | Hapur | Hardoi | Hathras | Jalaun | Jaunpur | Jhansi | Kannauj | Kanpur Dehat | Kanpur Nagar | Kasganj | Kaushambi | Kushinagar | Lakhimpur Kheri | Lalitpur | Lucknow | Maharajganj | Mahoba | Mainpuri | Mathura | Mau | Meerut | Mirzapur | Moradabad | Muzaffarnagar | Pilibhit | Pratapgarh | Prayagraj | Raebareli | Rampur | Saharanpur | Sambhal | Sant Kabir Nagar | Shahjahanpur | Shamli | Shravasti | Siddharthnagar | Sitapur | Sonbhadra | Sultanpur | Unnao | Varanasi Central Delhi • East Delhi • Neu-Delhi • North Delhi • North East Delhi • North West Delhi • Shahdara • South Delhi • South East Delhi • South West Delhi • West Delhi Bhiwani • Charkhi Dadri • Faridabad • Gurugram • Jhajjar • Jind • Karnal • Mahendragarh • Nuh • Palwal • Panipat • Rewari • Rohtak • Sonipat Alwar • Bharatpur Baghpat • Bulandshahr • Gautam Buddha Nagar • Ghaziabad • Hapur • Meerut • Muzaffarnagar • Shamli |
2024-12-02 05:39:02 | https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Segeberg-Land | Das Amt Segeberg-Land war ein Amt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Der Verwaltungssitz befand sich in Bad Segeberg. Das Amt hatte eine Fläche von etwa 175 km² und rund 13.500 Einwohner in den 20 Gemeinden Das Amt Segeberg-Land entstand 1970 im Zuge einer Verwaltungsreform aus den Ämtern Pronstorf, Traventhal und Segeberg-Land. Mit Ablauf des 31. Dezember 2005 lösten sich die Ämter Segeberg-Land und Wensin auf und die Gemeinden bildeten ab dem 1. Januar 2006 das Amt Trave-Land mit Verwaltungssitz in Bad Segeberg. Blasonierung: „In Rot über einer erniedrigten, flachen silbernen Spitze, diese belegt mit einem wachsenden blauen Mühlrad, ein silberner Pferdekopf und eine einwärts gekehrte silberne Damwildschaufel nebeneinander.“ |
2024-11-24 08:22:34 | https://de.wikipedia.org/wiki/Morphologische_Klassifizierung_von_Galaxien | Die morphologische Klassifizierung von Galaxien ist ein von Astronomen genutztes System, um Galaxien aufgrund ihres visuellen Erscheinungsbildes in Gruppen einzuteilen. Hierfür werden unterschiedliche Verfahren genutzt, das bekannteste hiervon stellt die Hubble-Sequenz dar. Bei der Morphologie von Zwerggalaxien wird üblicherweise der Buchstabe d der Typbezeichnung vorangestellt: Zwerg-elliptische Galaxien fallen unter die Typen dSph, dE, dN bzw. dS0, zwerg-irreguläre Galaxien werden als dIr klassifiziert. Blaue kompakte Zwerggalaxien erhalten die Typbezeichnung BCD. Hubble-Sequenz: Ein 1926 von Edwin Hubble eingeführtes System. Umgangssprachlich wird es wegen seiner traditionellen Darstellungsform häufig Hubble tuning fork genannt. Es unterteilt Galaxien aufgrund ihres Aussehens in drei Klassen ein . Das De-Vaucouleurs-System ist eine Erweiterung des Hubble-Systems insbesondere für Spiralgalaxien und linsenförmige Galaxien. Es wurde von Gérard-Henri de Vaucouleurs 1959 im Handbuch der Physik publiziert. Die bisherige Aufteilung von Hubble wurde dabei beibehalten. Die elliptischen Galaxien werden durch E-, E0 bis E+ beschrieben. Dabei wird E- für eine nur schwach elliptische Galaxie, E+ für eine stark elliptische Galaxie verwendet. Allerdings kann auch die Klassifizierung nach Hubble E0 … E7 verwendet werden. Die linsenförmigen Galaxien und die Spiralgalaxien wurden in zwei „Familien“ aufgeteilt: reguläre Galaxien SA und Balkenspiralgalaxien SB. Die Linsenförmigen Galaxien werden entsprechend als SA0 und SB0 bezeichnet. Zusätzlich gibt es einen Übergangstyp bei nur schwach ausgeprägtem Balken. SAB bzw. SAB0. Mit den kleinen Buchstaben a, b, c, und d wird bei Spiralgalaxien beschreiben, wie groß der Bulge im Verhältnis zur Scheibe ist, und wie eng diese gewunden sind. Der Buchstabe m bezeichnet einen Übergangstyp zwischen Spiralgalaxien und den irregulären Galaxien magellanschen Typs. Bei linsenförmigen Galaxien wird analog zu den elliptischen Galaxien die Unterteilung S0-, S00 bis S0+ benutzt. Mit den Buchstaben und wird beschrieben, ob die Galaxie eine ringförmige Struktur aufweist bzw. die Spiralarme tangential am Bulge beginnen oder ob die Galaxie eher „s“-förmig ist, d. h. ob die Spiralarme im rechten Winkel am Bulge bzw. Balken beginnen. Ein äußerer Ring um die Galaxie wird durch ein vorgestelltes bezeichnet. Bei von der Kante betrachteten Spiralgalaxien ist die Klassifikation uneindeutig. De Vaucouleur verwendet daher den Zusatz sp für englisch spindle. NGC 4565 klassifizierte er in einem Katalog als SA:b sp , der Doppelpunkt und das Fragezeichen weisen dabei auf Unsicherheiten hin. Die irregulären Galaxien werden mit dem Buchstaben I bezeichnet. Ein nachgestelltes verweist wieder auf eine Galaxie des magellanschen Typs. In der von de Vaucouleurs untersuchten Stichprobe waren nur 3,4 % der Galaxien irregulär. Der Typ wurde nicht weiter unterteilt. De Vaucouleurs schlägt weiterhin vor, für Zwerggalaxien den vorangestellten Buchstaben zu verwenden. Falls etwa wegen unzureichender Auflösung eine Galaxie nicht eindeutig zugeordnet werden kann, sollen die entsprechenden Buchstaben entfallen. Kann also z. B. nicht festgestellt werden, ob eine Spiralgalaxie einen Balken hat, soll sie als S klassifiziert werden. Yerkes/Morgan-System: Zusammen mit Philip Keenan entwickelte William Wilson Morgan das MK-System, welches zur Klassifizierung von Sternen über ihr Lichtspektrum genutzt wird. Das Yerkes-Schema überträgt dies auf die Spektren aller Sterne einer Galaxie. Als weitere Kriterien zur Einordnung werden die reale und sichtbare Form und die zentrale Sternendichte einer Galaxie genutzt. |
2024-11-29 12:24:55 | https://de.wikipedia.org/wiki/Priesterbruderschaft_St._Pius_X. | Die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist eine Priestervereinigung katholischer Traditionalisten. Sie wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet, um sich vor allem der Ausbildung römisch-katholischer Priester zu widmen. Mit der wachsenden Zahl an Priestern gründete die Priesterbruderschaft Seelsorgezentren in der ganzen Welt, die sie Priorate nennt. In diesen Zentren leben jeweils mehrere Priester in einer Gemeinschaft und versorgen von dort aus die Gläubigen in den Kapellen des Priorats oder unterrichten an den mit der Bruderschaft verbundenen Schulen. Sie verwenden die Liturgie von 1962. Die Priesterbruderschaft betrachtet sich als Bestandteil der römisch-katholischen Kirche, lehnt aber insbesondere ab: das Zweite Vatikanische Konzil und insbesondere dessen Lehren über die Ökumene, Religionsfreiheit, Kollegialität der Bischöfe, die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen sowie die auf Anordnung des Konzils durchgeführte Liturgiereform. Diese Konzilslehren seien „modernistisch“ und stellten einen Bruch mit dem dar, was die Kirche bisher gelehrt habe. Sie strebt eine Erneuerung des Priestertums sowie die „Verbreitung und Wiederherstellung der authentischen katholischen Lehre“ an. Seit 2018 ist der Italiener Davide Pagliarani der Generalobere der Bruderschaft. Sie finanziert sich durch Spenden. Seit 1975 hat die Piusbruderschaft keinen kanonischen Status in der römisch-katholischen Kirche und betreibt ihre Einrichtungen wie Priesterseminare, Priorate und Kapellen ohne Erlaubnis und Kontrolle kirchlicher Behörden der römischen Kurie bzw. der jeweiligen Diözesanbischöfe. 1988 spendete Lefebvre den Bruderschaftsangehörigen Richard Williamson, Alfonso de Galarreta, Bernard Tissier de Mallerais und Bernard Fellay die Bischofsweihe, nachdem eine Einigung mit den römischen Behörden kurz zuvor knapp gescheitert war. Die nach katholischem Kirchenrecht illegalen Weihen führten zur Exkommunikation aller Beteiligten. Die Exkommunikation der vier Bischöfe wurde am 21. Januar 2009 von Papst Benedikt XVI. aufgehoben, was den Auftakt eines kurzzeitigen Verhandlungs- und Annäherungsprozesses bildete, der eine volle Wiedereingliederung der Bruderschaft ermöglichen sollte und 2011 trotz weitreichender Zugeständnisse des Papstes und Befürwortung durch den damaligen Generaloberen Fellay an der Verweigerungshaltung maßgebender Bruderschaftsmitglieder und der sie finanzierenden Anhängerbasis scheiterte. Seither stagnieren die Einigungsbemühungen und die kirchenrechtliche Stellung der Bruderschaft verbleibt gemäß dem Standpunkt der Amtskirche auf dem Status quo ante in einer Grauzone zwischen Schisma und stillschweigender Akzeptanz. In der Vergangenheit traten Priester und Anhänger der Bruderschaft mit antijüdischen Äußerungen öffentlich in Erscheinung. Ein im Januar 2009 ausgestrahltes Fernsehinterview des mittlerweile ausgeschlossenen Bischofs und Holocaustleugners Richard Williamson führte zu seiner Verurteilung wegen Volksverhetzung. Dies sorgte für eine schwere Krise im Pontifikat Papst Benedikts XVI., weil es kurz nach der Aufhebung seiner Exkommunikation durch den Papst ausgestrahlt wurde und Irritationen auslöste, die auf den Papst zurückfielen. 2020 feierte die Piusbruderschaft ihr 50-jähriges Bestehen. 2020 zählte die Priesterbruderschaft nach eigenen Angaben 680 Priester, davon 3 Bischöfe, 217 Seminaristen, 137 Ordensbrüder und 80 Oblatinnen. In einem Dritten Orden sind auch Laien als Tertiaren der Priesterbruderschaft zugeordnet. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat eine Anhängerbasis von rund 600.000 Laien . Während der Coronazeit stieg nach Darstellung der Piusbruderschaft die Anzahl ihrer Gottesdienstbesucher, die sich möglicherweise zum Teil von Vertretern der Amtskirche seelsorgerlich im Stich gelassen gefühlt hätten. Auf Initiative des später suspendierten Erzbischofs Lefebvre erlaubte Bischof François Charrière im Jahr 1970 in seiner Diözese vorläufig die Gründung eines Priesterseminars in dem Weiler Ecône im Kanton Wallis . Seither gründete die Piusbruderschaft ohne kirchliche Erlaubnis fünf weitere Priesterseminare: in Flavigny-sur-Ozerain , Goulburn , Winona , La Reja und das Internationale Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen, einem Ortsteil von Schierling in der Oberpfalz . Insgesamt unterhält sie 772 Messzentren, 167 Priorate, rund 100 Schulen und 2 sogenannte Instituts Universitaires in 63 Staaten auf allen Kontinenten. Ihr Generalhaus liegt in Menzingen im Schweizer Kanton Zug. In Deutschland betreibt sie etwa 50 als „Zentren“ bezeichnete Messstandorte, wobei die sogenannten Priorate von den von diesen aus betreuten Kapellen zu unterscheiden sind. In Deutschland hat die Priesterbruderschaft zwölf Kirchen erbaut und acht erworben. Die meisten davon befinden sich im süddeutschen Raum; für Ostdeutschland gibt es nur ein Priorat in Berlin und jeweils eine Kapelle in Dresden und Weimar. Zudem betreibt sie ein Kloster, ein Schwesternnoviziat, ein Altenheim und sieben Privatschulen, darunter das St.-Theresien-Gymnasium bei Bonn mit Mädcheninternat und zwei Grundschulen in Baden-Württemberg. Im Jahr 1997 erhielt sie für vier Schulen 1,1 Millionen Euro an staatlichen Geldern. Distriktoberer der deutschen Einrichtungen ist seit August 2019 P. Stefan Pfluger. Von 2013 bis 2019 wurde der deutsche Distrikt von Firmin Udressy geleitet. Von April 2005 bis Juni 2006 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der Realschule in Saarbrücken, nachdem Schüler Gewalt von einem Lehrer erfahren hatten. Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes erlaubte den Weiterbetrieb, da die Schulleitung auf die Verfehlungen dieses Lehrers angemessen reagiert habe. 2010 wurde dem angegliederten Internat vom Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales die Betriebserlaubnis entzogen. Grund war, dass mehr Internatsplätze vergeben wurden, als genehmigt waren. Außerdem wurden nicht genehmigte zusätzliche Wohngruppen festgestellt. Weil das Bildungsministerium durch die Vorfälle im Internat die Zuverlässigkeit des Schulträgers nicht mehr gegeben sah, verfügte sie anschließend auch die Schließung der Schule selbst. Die Anordnung der sofortige Schließung konnte jedoch erfolgreich angefochten werden. Der anschließende Verwaltungsprozess über die Frage der Schließung an sich endete zugunsten der Piusbruderschaft. Im Februar 2015 erhielt das Internat die Erlaubnis zur Wiedereröffnung. 2021 besuchen 22 Schüler die Grundschule und 54 die Realschule. In den Diözesen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz darf die Piusbruderschaft meist keine römisch-katholischen Kirchengebäude nutzen, auch nicht für Beerdigungen, Taufen, Eheschließungen oder Wallfahrten. In Lisieux und Lourdes wurden ihr 2005 und in den folgenden Jahren regelmäßig Hochämter in römisch-katholischen Kirchen gestattet. Mehrere tausend Gläubige nehmen jedes Jahr an der Wallfahrt nach Lourdes teil. 2002 wurde in der Ukraine die Priesterbruderschaft St. Josaphat mit dem Ziel der „Bekehrung des schismatischen Ostens zur Anerkennung des Papstes und der traditionellen katholischen Lehre“ gegründet. Ferner betreibt die Priesterbruderschaft St. Pius X. Evangelisationen in Ländern, denen Christenverfolgungen vorgeworfen wird, wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Simbabwe, wo die Arbeit der Bruderschaft unter Robert Mugabe erschwert wurde. Mit dem Sarto-Verlag betreibt der deutsche Distrikt der Priesterbruderschaft einen eigenen Verlag mit Online-Versandhandel. Lefebvre wurde im Juli 1962 zum Generaloberen der Spiritaner gewählt und in die Vorbereitungskommission des Zweiten Vatikanischen Konzils berufen. Dort kritisierte er die Kollegialiätsidee, die ökumenische Öffnung und die Religionsfreiheit, nicht aber die Liturgiekonstitution von 1963. Nach dem Konzil lehnte er jedoch die Liturgiereform ab, verschärfte seine übrige Kritik am Konzil und gab im September 1968 das Amt des Generaloberen auf. Kurz darauf baten Seminaristen des Französischen Priesterseminars in Rom Lefebvre um ein konservatives Seminar zum Beenden ihrer Studien, um unbedrängt an traditionellen Glaubensvorstellungen und Doktrinen festhalten zu können. Er verwies sie zunächst an die Universität Freiburg in der Schweiz. Nachdem er gebeten worden war, diese Seminaristen persönlich zu unterrichten, wandte er sich an den Diözesanbischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg, François Charrière. Dieser gestattete im Sommer 1969 die Gründung der Confraternitas Pius X. in seiner Diözese und genehmigte die Statuten für einen Zeitraum von sechs Jahren ad experimentum. Kardinal John Joseph Wright, Präfekt der Kongregation für den Klerus, gratulierte Lefebvre brieflich zur Gründung der Bruderschaft. Die Gründung der Bruderschaft erfolgte in der Rechtsform einer pia unio ). Auch wenn die tatsächliche Gestaltung der Statuten eher einer ordensähnlichen Gesellschaft des geweihten Lebens ohne Gelübde entsprach und ihrem Gründer im Ergebnis wohl auch eine solche vor Augen stand, blieb sie, solange sie von der Römischen Kirche anerkannt war, eben eine fromme Vereinigung. Als solche hatte sie keine Rechtspersönlichkeit und war kirchenrechtlich auch nicht fähig, Trägerin eines Priesterseminars zu sein. Ebenso wenig konnten Priester zu der Bruderschaft inkardiniert werden. 1971 lehnte Lefebvre die neue Messordnung, die Paul VI. am 3. April 1969 verkündet hatte, ab und betrachtete die Liturgiereform von 1969 nun als Einführung von Martin Luthers Abendmahlsverständnis in der katholischen Kirche. Die kirchlichen Veränderungen seit dem Konzil seien das Ergebnis eines Komplotts liberaler und antichristlicher Mächte. Außerdem führte Lefebrve in dem von ihm gegründeten und von der Piusbruderschaft geführten Seminar ab 1971 weiterhin Priesterweihen durch, was aus Sicht der Römischen Kurie kirchenrechtlich unzulässig war; denn Lefebvre war zu diesem Zeitpunkt weder Ortsoberer noch Vorsteher eines zur Inkardination von Priestern berechtigten Verbandes. Er hätte demnach die Kandidaten nur dann weihen dürfen, wenn die dazu ermächtigten Bischöfe oder Ordensoberen ein Weiheentlassschreiben erstellt hätten, was nicht der Fall war. Ohne dieses Weiheentlassschreiben waren die gespendeten Weihen unerlaubt, wenngleich sie sakramental gültig waren. Schließlich berief Kardinalstaatssekretär Jean-Marie Villot im Auftrag des Papstes eine Kommission ein, die die Angelegenheit untersuchen sollte. Dazu gehörten Kardinal Gabriel-Marie Garrone, Kardinal Wright und Kardinal Arturo Tabera. Am 21. November 1974 veröffentlichte Lefebvre folgende „Grundsatzerklärung“: „Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen Glaubens und der für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen Wir lehnen es hingegen ab, und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenz zu folgen, die klar im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen Reformen, die daraus hervorgingen, zum Durchbruch kam Keine Autorität, selbst nicht die höchste in der Hierarchie, kann uns zwingen, unseren Glauben, so wie er vom Lehramt der Kirche seit neunzehn Jahrhunderten klar formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern Da diese Reform vom Liberalismus und vom Modernismus ausgeht, ist sie völlig vergiftet. Sie stammt aus der Häresie und führt zur Häresie, selbst dann, wenn nicht alle ihre Akte direkt häretisch sind! Daher ist es jedem wachen und treuen Katholiken unmöglich, diese Reform anzunehmen und sich ihr, in welcher Weise auch immer, zu unterwerfen.“ Am 13. Februar und 3. März 1975 musste sich Lefebvre vor der Kardinalskommission in Rom für seine Haltung verantworten. Danach erteilte Kardinal Tabera Bischof Pierre Mamie, Charrières Nachfolger, brieflich die Anweisung, die Piusbruderschaft aufzulösen. Daraufhin entzog Mamie ihr am 6. Mai 1975 die Anerkennung als katholische Organisation. Lefebvre werde bis zum Widerruf seiner Erklärung vom 21. November 1974 keinerlei kirchliche Unterstützung erhalten. Dieser lehnte gegenüber der Apostolischen Signatur diese Entscheidungen ab, da die Kardinalskommission nicht befugt gewesen sei, seine Erklärung zu beurteilen. Diese sei persönlicher Art gewesen, so dass allenfalls er selbst dafür bestraft werden dürfe. Es gehe nicht an, deshalb die Piusbruderschaft und deren Priesterseminare aufzulösen. Die Apostolische Signatur lehnte diesen Rekurs Lefebvres am 10. Juni 1975 ab, da Papst Paul VI. die Entscheidung der Kardinalskommission in forma specifica befürwortet habe. Dies bestätigte dieser in einem persönlichen Brief an Lefebvre. Für den Vatikan war die Piusbruderschaft fortan keine römisch-katholische Organisation mehr. Lefebvre erklärte die angebliche Aufhebung der Piusbruderschaft für ungültig: Die Kardinalskommission habe ihre Kompetenz überschritten, da der Papst ihre spezifische Entscheidung erst nach Erlass des Rechtsaktes bestätigt habe. Er setzte seine Arbeit fort und ignorierte die Weisungen des Diözesanbischofs und Roms. Im Konsistorium am 24. Mai 1976 kritisierte Papst Paul VI. ihn deswegen öffentlich und appellierte an ihn und seine Anhänger, sich zu besinnen. Trotz zweifachen Verbots durch Erzbischof Giovanni Benelli weihte Lefebvre am 29. Juni 1976 Seminaristen der Piusbruderschaft zu Priestern. In der Predigt dazu bekundete er: „Es bereitet uns einen ungeheuren und unermesslichen Schmerz, feststellen zu müssen, dass wir mit Rom Schwierigkeiten haben – wegen unseres Glaubens! Wir befinden uns in einer wahrhaft dramatischen Situation. Wir müssen uns entscheiden. Es geht um einen sozusagen scheinbaren Gehorsam, denn der Heilige Vater kann von uns nicht mit Recht verlangen, unseren Glauben aufzugeben. Wir entscheiden uns dafür, unseren Glauben nicht aufzugeben, denn darin können wir uns nicht täuschen.“ Lefebvre wurde am selben Tag von seinem Amt suspendiert , so dass er von nun an nach wie vor gültige, aber keine rechtmäßigen Priesterweihen durchführen konnte. Kardinal Sebastiano Baggio, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe, forderte ihn eine Woche später auf, sich beim Papst für die verbotenen Priesterweihen zu entschuldigen. In seinem Antwortschreiben verweigerte Lefebvre dies. Paul VI. solle seinerseits „die richtige Auffassung der verfälschten Ideen wiederherstellen, die zu Idolen des modernen Menschen geworden sind: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie.“ Der Papst solle das „unglückselige Unternehmen eines Kompromisses mit den Ideen des modernen Menschen aufgeben“, das vor dem Konzil mit einer geheimen Übereinkunft zwischen hohen kirchlichen Würdenträgern und den Freimaurerlogen begonnen habe. Daraufhin suspendierte der Papst Lefebvre am 22. Juli 1976 a divinis und entzog ihm damit zwar nicht die Fähigkeit, Priester und Bischöfe zu weihen, die Firmung zu spenden oder die heilige Messe zu feiern, er untersagte ihm aber, diese Fähigkeiten auszuüben. Dennoch empfing er ihn am 11. September 1976 nochmals zu einer Audienz, die ergebnislos verlief. Lefebvre blieb Leiter der Piusbruderschaft, seit 1982 zusammen mit Franz Schmidberger als Generalvikar mit dem Recht auf Nachfolge. Er wurde zur Symbolfigur für konservative und radikale Gegner aller Kirchenreformen seit 1960 in der Tradition der rechtsextremen Action française, hat aber nie mit dieser Gruppierung zusammengearbeitet. Lefebvres Anhänger besetzten am 27. Februar 1977 die Kirche Saint-Nicolas-du-Chardonnet in Paris. Unter der Führung des Pariser Priesters François Ducaud-Bourget wurde der amtierende Priester aus der Kirche gewiesen. Die Kirche wird bis heute nur von der Piusbruderschaft genutzt und gilt in Frankreich als deren Hauptquartier. Behördlich wurde mehrmals bestätigt, dass die Besetzung rechtswidrig war, aber diese behördlichen Bestätigungen haben keine gerichtlichen Beschlüsse nach sich gezogen. Die Piusbruderschaft eröffnete in verschiedenen Staaten weitere kirchlich ungenehmigte Priesterseminare und Kapellen und führte weiterhin unerlaubte aber gültige Priesterweihen durch. Gültig sind die Priesterweihen, weil es nach katholischem Verständnis für die Erteilung einer Weihe ausreicht, dass der Weihespender gültig die Bischofsweihe empfangen hat. Letzteres ist bei allen Bischöfen der Priesterbruderschaft der Fall. Sie können daher gültig das Weihesakrament spenden. Dies entspringt der Lehre der Kirche über ihre Sakramente. Die Empfänger dieser Weihe sind also nach dem Verständnis der Kirche tatsächlich durch die Weihe Priester geworden. Rein rechtlich dagegen sind die Befugnisse von Bischöfen hinsichtlich der Spendung des Weihesakraments eingeschränkt. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, Weihen außerhalb des eigenen Gebiets ohne Zustimmung des jeweiligen Diözesanbischofs zu spenden . Auch ist es nicht erlaubt, ohne Weiteres Kandidaten zu weihen, die nicht Untergebene sind . Da die Piusbruderschaft keinen kanonischen Status besitzt, hat sie weder eine örtliche noch eine personale Zuständigkeit für die Erteilung von Weihen. Es werden von den eigentlich zuständigen Bischöfen aus demselben Grund auch keine Erlaubnisse erteilt. Schon aus diesem Grund sind die Weihen rechtlich unerlaubt, ohne die auf der Ausgestaltung der Sakramententheologie beruhende Gültigkeit zu berühren. Die Bruderschaft begründet ihr Vorgehen im Gegensatz zum Sedisvakantismus mit einer existierenden Kirchenkrise, aus dieser einen Notstand und damit ein Recht zum Ungehorsam gegenüber Rom und den lokalen Diözesanbischöfen ableitend. 1987 erklärte Lefebvre, er werde einen Nachfolger mit oder ohne Erlaubnis des Vatikans zum Bischof weihen. Denn dieser sei von antichristlichen Kräften besetzt: „Da dieses modernistische und liberale Rom sein Werk der Zerstörung der Herrschaft Unseres Herrn weiterverfolgt, sehe ich mich gezwungen die Gnade des katholischen Bischofsamtes weiterzugeben, damit die Kirche und das katholische Priestertum fortfahren zu bestehen.“ Der Vatikan verhandelte daraufhin mit Lefebvre und erreichte, dass er am 5. Mai 1988 ein Protokoll unterschrieb. Im ersten, doktrinalen Teil versprach er als Vertreter der Piusbruderschaft: Der zweite, juristische Teil sah vor, dass: Dieses Dokument unterschrieben Lefebvre und Kardinal Joseph Ratzinger – der spätere Papst – und sandten es an Papst Johannes Paul II. mit der Bitte um Zustimmung. Lefebvre ersuchte am 6. Mai in einem Brief an Kardinal Ratzinger um ein päpstliches Mandat für eine Bischofsweihe am 30. Juni. Sollte ihm dies verweigert werden, sehe er sich verpflichtet, bereits mit der Zusage eines Bischofs im Protokoll zur Bischofsweihe zu schreiten. Am 24. Mai stellte Kardinal Ratzinger dem Erzbischof in Aussicht, dass der Papst am 15. August einen Priester der Bruderschaft zum Bischof ernennen werde, falls man einen geeigneten Kandidaten finde. Im Gegenzug müsse Lefebvre auf der Basis des am 5. Mai von ihm unterzeichneten Protokolls um Aussöhnung mit dem Papst ersuchen und einen Brief mit Entschuldigungsbitten unterzeichnen. Lefebvre beharrte jedoch weiter auf einer eigenen Bischofsweihe am 30. Juni. Nachdem in den Gesprächen von Seiten Roms kein genauer Termin für die Bischofsweihe genannt wurde, sich abzeichnete, dass die vorgesehene Kommission nicht mehrheitlich aus Mitgliedern der Bruderschaft bestehen würde und die von Lefebvre für die Bischofsweihe vorgeschlagenen Kandidaten abgelehnt worden waren, weil sie nicht das gewünschte Profil hätten, teilte Lefebvre am 3. Juni 1988 in einem Brief dem Papst mit, er werde am 30. Juni die von ihm geplanten Bischofsweihen auch ohne päpstliche Erlaubnis durchführen. Papst Johannes Paul II. erinnerte Lefebvre am 9. Juni 1988 nochmals brieflich an die von ihm am 5. Mai unterzeichnete Vereinbarung und appellierte an ihn, nicht mit seinem Plan fortzufahren. Dieser werde als schismatischer Akt bewertet, dessen theologische und kanonische Konsequenzen Lefebvre bekannt seien. Als dieser darauf nicht antwortete, machte der Vatikan den Briefwechsel am 16. Juni 1988 öffentlich bekannt. Am 30. Juni 1988 weihte Lefebvre, assistiert vom emeritierten brasilianischen Bischof Antônio de Castro Mayer, die Priester der Piusbruderschaft Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta gegen das päpstliche Verbot zu Bischöfen. In der Predigt dazu begründete er den Abbruch der Verhandlungen mit Rom: „Was ist die Wahrheit für diese Menschen? Es ist die Wahrheit des Zweiten Vatikanischen Konzils, dieser konziliaren Kirche. Folglich ist für den Vatikan die heute einzige existierende Wahrheit, die konziliare Wahrheit, die Wahrheit des ‚Geistes des Konzils‘. Es ist der Geist von Assisi. Das ist heute ‚die Wahrheit‘. Diese Wahrheit wollen wir nicht, um alles in der Welt! Der feste Willen der gegenwärtigen römischen Behörden ist, die Tradition zu vernichten und alle in diesen Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils hineinzuziehen, in diesen Geist von Assisi. Darum haben wir es vorgezogen, uns zurückzuziehen. Diesem Geist konnten wir nicht zustimmen, das war unmöglich. Für uns war es nicht möglich, sich einer solchen Obrigkeit zu unterwerfen. Wir hätten der Amtsgewalt von Kardinal Ratzinger, des Präsidenten dieser römischen Kommission, die uns hätte leiten sollen, unterstanden. Wir wären ihm ausgeliefert gewesen. Wir wären in die Hände der Personen gefallen, die uns dem Geist des Konzils und dem Geist von Assisi unterwerfen wollen. Das ist unmöglich!“ Ein späterer Vermittlungsversuch des französischen Philosophen Jean Guitton scheiterte. Am 28. Juli 1991 weihte Bischof Tissier de Mallerais in Brasilien den Priester Licínio Rangel für die Priestervereinigung St. Johannes Maria Vianney ohne päpstliches Mandat zum Bischof. Rangel kehrte jedoch im Jahr 2001 aus dem Schisma zurück, seine Exkommunikation wurde aufgehoben. Als Reaktion auf die unerlaubten Bischofsweihen erließ die Kongregation für die Bischöfe am 1. Juli 1988 ein Dekret, das Lefebvre, de Castro Mayer und die vier frisch geweihten Piusbischöfe für exkommuniziert erklärte. Am folgenden Tag bestätigte Papst Johannes Paul II. dieses Dekret mit einem Apostolischen Brief. Der Vollzug illegitimer Bischofsweihen im Ungehorsam gegenüber dem Papst sei ein schismatischer Akt. Die Wurzel dieses Aktes sei ein unvollständiges und widersprüchliches Traditionsverständnis. Niemand, der sich dem universalen Lehramt der Kirche widersetze, das dem Bischof von Rom und dem Kollegium der Bischöfe zukomme, könne der Tradition treu bleiben. Der Papst forderte alle Katholiken mit irgendwelchen Kontakten zur Piusbruderschaft auf, dieser keine Unterstützung mehr zukommen zu lassen. Die Piusbruderschaft rechtfertigt ihr Handeln mit einer kirchlichen Notlage und bestreitet die Wirksamkeit der Exkommunikation wegen mangelnder causa iusta . Lefebvre legt in der Predigt bei der Bischofsweihe am 30. Juni den angeblichen Notstand in der Kirche dar. Der Glaube werde nicht mehr unverkürzt weitergegeben. Um die Weitergabe des Glaubens sicherzustellen, brauche es Priester und ohne Bischöfe kann es keine Priester geben. Darum weihe er jetzt Bischöfe. Die Piusbruderschaft lehnt die Rechtmäßigkeit der Exkommunikation ab mit dem Verweis auf Kanon 1323: Straffrei bleibt, wer bei Übertretung eines Gesetzes oder eines Verwaltungsbefehls aufgrund einer Notlage oder erheblicher Beschwernis gehandelt hat, sofern jedoch die Tat nicht in sich schlecht ist oder zum Schaden der Seelen gereicht. Der Vatikan sieht die Piusbruderschaft zwar nicht mehr als schismatisch an, sie habe aber weiterhin keinen „kanonischen Status“. Die Gefahr könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass ihre Mitglieder längerfristig zum Schisma tendierten. Die Piusbruderschaft bestreitet das Vorliegen und Anstreben eines Schismas, erkennt den Papst ausdrücklich an, betont ihre Loyalität ihm gegenüber und verrichtet weiterhin das im Messkanon enthaltene Gebet für ihn und den jeweiligen Ortsbischof einschließlich der dort vorgesehenen persönlichen Namensnennungen. Die Priesterweihen der Piusbruderschaft sind nach katholischem Kirchenrecht gültig, die Priester gelten jedoch wegen des Mangels einer gültigen Inkardination als suspendiert. Lefebvre beanspruchte das Recht, in die eigene Gemeinschaft inkardinieren zu können, nachdem Kardinal Antoniutti, Präfekt der Kongregation für die Ordensleute, zwei Ordenspriestern einen Indult erteilte, von ihrem Orden direkt in die Bruderschaft überzutreten, woraus Lefebvre ableitet, dass die Piusbruderschaft als inkardinationsfähig gelte. Auf eine schriftliche Anfrage an den Heiligen Stuhl antwortete Camille Perl 1995 als damaliger Sekretär der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, die Priester der Piusbruderschaft seien gültig geweiht, aber von ihren priesterlichen Aufgaben suspendiert, einige von ihnen seien sogar exkommuniziert. Besuche von Messen der Piusbruderschaft seien daher als moralisch unerlaubt anzusehen. 2002 und 2003 bezeichnete er die Messen erneut als gültig, aber unerlaubt, das heißt kirchenrechtswidrig. Es sei als sündhaft anzusehen, wenn Gläubige vorrangig aus dem Wunsch heraus daran teilnähmen, ihre Trennung von der Gemeinschaft mit dem Papst und jenen, die in der Gemeinschaft mit ihm stehen, zum Ausdruck zu bringen. Nähmen sie jedoch daran teil, um einfach die Liturgie nach der Messordnung von 1962 mitzufeiern, so sei dies keine Sünde. Ein Katholik könne mit der Teilnahme an einer solchen Messe genau genommen die Sonntagspflicht erfüllen. Auch eine bescheidene Spende bei den Kollekten erscheine gerechtfertigt. Gläubige hätten jedoch kein „Recht“ darauf, dass der jeweilige Ortsbischof ihnen die Mitfeier einer Messe nach dem Messbuch von 1962 ermögliche. Gläubige, die dennoch eine von Priestern der Bruderschaft gehaltene Messe besuchen, verstoßen nur dann gegen kirchliches Recht, wenn sie in der Piusbruderschaft „die einzig wahre Kirche sehen und dies im äußeren Bereich sichtbar machen“. Bischof Athanasius Schneider sagte dazu, dass es keine gewichtigen Gründe gäbe, um dem Klerus und den Gläubigen der Priesterbruderschaft die offizielle kanonische Anerkennung zu verweigern. Indessen sollten sie so angenommen werden, wie sie sind. Die von Johannes Paul II. eingesetzte Dialogkommission Ecclesia Dei unter Kardinal Dario Castrillon Hoyos führte unregelmäßige Gespräche mit der Priesterbruderschaft ohne greifbare Ergebnisse. Im August 2005 empfing Papst Benedikt XVI. Bernard Fellay und Franz Schmidberger zu einem freundschaftlichen Meinungsaustausch. Im Umfeld seines ersten Konsistoriums am 24. März 2006 verstärkte der Vatikan sein Bemühen, den Anhängern der Piusbruderschaft eine vollkommenere Gemeinschaft mit der Römischen Kirche zu ermöglichen. Der Papst erleichterte mit dem Motu Proprio Summorum Pontificum vom 7. Juli 2007 die Feier der Messe nach dem Messbuch von 1962. Zugleich ermächtigte er die Kommission Ecclesia Dei dazu, diese „außerordentliche Form des römischen Ritus“ zu organisieren. Kardinal Hoyos erklärte dazu, der Papst liebe den alten Ritus und wolle den Gläubigen der Piusbruderschaft damit volle Kirchengemeinschaft ermöglichen. Denn sie seien keine Schismatiker und Häretiker, nur ihre Bischöfe seien 1988 exkommuniziert worden. Der französische Kirchenhistoriker Luc Perrin sah wenig Aussicht auf Versöhnung, da die Piusbruderschaft nicht nur bei der Liturgie Entgegenkommen fordere. Er wies darauf hin, dass ihre Führung jedes Mal, als Einigung mit dem Heiligen Stuhl möglich gewesen sei, eine Periode des „kalten Krieges“ gegen diesen begonnen habe. Wegen fehlender dauerhafter Strukturen seien Verhandlungen stets fehlgeschlagen. Inzwischen seien sowohl bei nationalen Bischofskonferenzen als auch bei den Priestern der Piusbruderschaft enorme Widerstände gegen eine Einigung vorhanden. Am 15. Dezember 2008 schrieb Bernard Fellay im Namen aller vier Bischöfe der Piusbruderschaft an Ecclesia Dei, man sei bereit, der katholischen Kirche zu dienen, ihre Lehren, den Primat Petri und seine Vorrechte zu akzeptieren. Dies erfüllte eine Bedingung des Heiligen Stuhles zur Aufhebung der Exkommunikation. Die von Papst Paul VI. approbierte Form der Messfeier lehnt die Bruderschaft weiterhin kategorisch ab. Am 21. Januar 2009 hob der Präfekt der Kongregation für die Bischöfe, Giovanni Battista Kardinal Re, aufgrund einer „ausdrücklich vom Heiligen Vater Benedikt XVI. übertragenen Vollmacht“ und einer erneuten Bitte Bernard Fellays die Exkommunikation latae sententiae der vier irregulär geweihten Bischöfe auf. Er begründete diesen Schritt damit, dass er dem „spirituellen Unbehagen“ der exkommunizierten Bischöfe mit „väterlicher Einfühlsamkeit“ begegne und ihre kirchenrechtliche Lage überdenken wolle. Er glaube ihrer schriftlich zugesicherten Bereitschaft, mit dem Heiligen Stuhl ernsthaft über bestehende Differenzen zu reden, um „bald zu einer vollen und zufrieden stellenden Lösung des zugrunde liegenden Problems“ zu gelangen. Dieses „Geschenk des Friedens“ zum Ende der Weihnachtszeit solle die „Einheit in der Barmherzigkeit der Universalkirche“ fördern und „den Skandal der Spaltung“ überwinden. Wegen ihres zeitlichen Zusammentreffens mit dem Bekanntwerden der erneuten Holocaustleugnung von Richard Williamson erschien die Aufhebung der Exkommunikation als Rehabilitation von Ansichten, die führende Mitglieder der Piusbruderschaft vertreten. Dies rief anhaltende inner- und außerkirchliche Proteste hervor. Aus Protest gegen die päpstliche Wiederaufnahme eines Holocaustleugners in die römisch-katholische Kirche setzte das israelische Oberrabbinat die Beziehungen zum Heiligen Stuhl am 21. Januar 2009 unbefristet aus. Am 23. Januar 2009 warnte ihn die Anti Defamation League schriftlich vor der Wiederaufnahme Williamsons in die römisch-katholische Kirche, die negative Folgen für deren Verhältnis zum Judentum haben werde. Ebenso warnte der römische Oberrabbiner Riccardo Di Segni den Papst vor negativen Folgen für das jüdisch-katholische Verhältnis und sprach von einer „tiefen Wunde“, die eine „Beendigung des Schismas“ und die „Wiederaufnahme der Lefebvristen in die Kirche“ reißen würde. Der Zentralrat der Juden in Deutschland brach den Dialog mit der katholischen Kirche vorerst ab. Der israelische Minister für Religionsangelegenheiten, Jizchak Cohen, empfahl seiner Regierung am 31. Januar den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl. Diesen Vorschlag wies der israelische Außenminister jedoch zurück. Kritiker griffen meist nicht nur Aussagen aus der Piusbruderschaft, sondern auch die Papstentscheidung zur Aufhebung der Exkommunikation an. Der belgische Theologe Jean-Pierre Wils trat am 1. Februar 2009 deswegen aus der römisch-katholischen Kirche aus: Die Priesterbruderschaft sei eine „extrem reaktionäre und zutiefst antisemitische Gruppe, die mit Diktatoren und rechtsgerichteten Regimen sympathisiere“. Die Theologin Uta Ranke-Heinemann nannte die Zurücknahme der Exkommunikation einen „schweren Fehltritt“. Der Moraltheologe Prof. Eberhard Schockenhoff meinte, die katholische Kirche würde sich hiermit „einen rechtsradikalen Sumpf sozusagen ins Haus holen, sie würde ihm Heimatrecht innerhalb der katholischen Kirche verschaffen.“ Einige deutsche Bischöfe kritisierten die Kurie, nahmen aber Papst Benedikt in Schutz. Karl Lehmann äußerte am 2. Februar 2009, Benedikt XVI. habe die Holocaustleugnung Williamsons vor dem Aufhebungsdekret gar nicht kennen können. Kardinal Hoyos aber hätte sich zuvor ein zutreffendes Bild von Williamson machen müssen. Dessen Wiederaufnahme sei eine Katastrophe für alle Holocaust-Überlebenden, für die es eine klare Entschuldigung „von hoher Stelle“ geben müsse. Dem Konflikt mit der Piusbruderschaft lägen inhaltlich-dogmatische Fragen zugrunde; sie habe sich nie mit Dignitatis humanae, den Auswirkungen der französischen Revolution, der Ökumene und Kollegialität der Bischöfe abgefunden. Dies versuche sie durch Konzentration auf die lateinische Liturgie zu verschleiern. Am 15. Februar forderte Lehmann eine rasche Entscheidung des Heiligen Stuhls zur Piusbruderschaft; es sei „fast lächerlich“, abzuwarten, bis Williamson geprüft habe, „ob der Holocaust stattgefunden hat oder nicht“. Mit derartigen „höhnischen Reaktionen“ sei die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Der Weihbischof in Hamburg, Hans-Jochen Jaschke, schlug am 3. Februar 2009 vor, den Prozess der Wiedereingliederung vorläufig zu stoppen. Franz-Josef Bode meinte, der Papst dürfe Holocaustleugnung in der Kirche keinesfalls dulden. Ein Kirchengericht müsse den Fall Williamson klären; dieser müsse Buße leisten. Es sei jedoch kaum vorstellbar, dass die Piusbruderschaft von ihren bisherigen Äußerungen zu den kirchlichen Reformen abrücken werde. Dann bleibe dem Papst nur die erneute und diesmal endgültige Exkommunikation. Ähnlich äußerten sich die Bischöfe Werner Thissen und Gebhard Fürst. Reinhard Marx verlangte eine scharfe kirchliche Absage an den Antisemitismus, der Juden und Christen nie wieder entzweien dürfe. Der Präsident des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kasper, den Hoyos nicht vom Aufhebungsdekret informiert hatte, beklagte „Fehler im Management der Kurie“ und zu wenig „interne Kommunikation“. Die Aufhebung sei nur ein Dialogangebot an die Piusbruderschaft, keine vollgültige Wiederaufnahme. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, beklagte am 6. Februar 2009: Man habe „den Papst leichtfertig ins Messer laufen lassen“. Kardinal Hoyos hätte sich vor Bekanntgabe des Aufhebungsdekrets vergewissern müssen, „was für Personen“ die Betroffenen seien. Gerhard Ludwig Müller zufolge sollten die vier unerlaubt geweihten Bischöfe auf die Ausübung ihrer Weihevollmachten verzichten und könnten nur als einfache Priester eingesetzt werden. Am 5. März 2009 erklärte die Deutsche Bischofskonferenz, die Piusbruderschaft sei kein Teil der katholischen Kirche und könne dies nur werden, wenn sie alle Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils ohne Abstriche anerkenne. Nötig sei auch eine ernsthafte Distanzierung der ganzen Bruderschaft von Richard Williamson und von antisemitischen Haltungen. Dies sei jedoch zurzeit kaum zu erwarten. Kein Priester der Bruderschaft dürfe eine Messe feiern oder Sakramente spenden. Vergangene und angekündigte Priesterweihen dort verstießen gegen das Kirchenrecht; der Heilige Stuhl möge daher bald klären, welche Folgen dies hätte. Der Theologe Hans Küng begrüßte die eindeutige Bejahung des Ökumenismus in der Erklärung, kritisierte aber, die Bischöfe hätten eine Fehlentscheidung des Papstes erneut als Kommunikationsproblem verschleiert und versäumt, die erneute Exkommunikation der Piusbruderschaft von ihm zu fordern. David Berger bezeichnete die Piusbruderschaft am 30. November 2012 als sektiererische Gruppe. Für den Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth ist die Piusbruderschaft ein „Fall für den Verfassungsschutz“, da sie einen „katholischen Gottesstaat“ anstrebe. Ihre Beobachtung forderten auch Volker Beck , Klaus Uwe Benneter und Sebastian Edathy . Journalisten kommentierten dazu oft die Haltung des damaligen Papstes: „Benedikt wusste, was er tat und mit wem er es zu tun hatte. Niemand im Vatikan kennt die Piusbruderschaft länger und wohl auch besser als er“, schrieb Daniel Deckers in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Friedrich Wilhelm Graf schrieb in der Neuen Zürcher Zeitung: Wer glaube, der Papst habe nicht gewusst, was er mit der Aufhebung der Exkommunikation der schismatischen Bischöfe tat, könne sich durch die Lektüre der Schriften Joseph Ratzingers eines Besseren belehren lassen. Isolde Charim meinte: Die Piusbruderschaft habe für den Papst Vorbildcharakter, er setze mit ihrer Wiederaufnahme auf eine kämpferische Kernkirche von Überzeugten. Dem Philosophiehistoriker Kurt Flasch zufolge stimmen die Vorstellungen von der Kircheneinheit bei der Piusbruderschaft und Papst weitgehend überein. Die Aufhebung der Exkommunikation trotz im Vatikan bekannter antikonziliarer, antisemitischer und antimoderner Äußerungen sei daher gewollt, die möglichen Folgen seien bewusst missachtet worden. Der österreichische Politiker Ewald Stadler , ein jahrelanger Unterstützer der Piusbruderschaft, behauptete im Jahr 2009, diese wolle die Einheit mit Rom gar nicht; Williamson habe seine Holocaustaussagen bewusst getätigt, um den Einigungsprozess zu zerstören. Stadler verlangte ein Ultimatum des Vatikan an die Piusbruderschaft, um in die kirchliche Einheit zurückzukehren. Zugleich sollten die einzelnen Diözesen deren Laienmitgliedern die Wiedereingliederung erleichtern. In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion sah die Bundesregierung im Oktober 2010 keine hinreichenden verdachtsbegründenden Anhaltspunkte für eine verfassungsfeindliche Aktivität der Piusbruderschaft, so dass diese nicht vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird. Bernard Fellay verbot Williamson am 27. Januar 2009 bis auf weiteres, Stellungnahmen zu politischen und historischen Sachverhalten abzugeben. Er habe Williamsons Antisemitismus nicht bemerkt. Dieser sei nicht die Position der Bruderschaft. Am 29. Januar 2009 sagte Régis de Cacqueray de Valménier, Distriktleiter der Piusbruderschaft für Frankreich, die Kirchenkrise sei auf das Zweite Vatikanische Konzil selbst, nicht nur seine Auslegung zurückzuführen. Es sei daher an der Zeit, es Papst, Bischöfen und Priestern gegenüber zur Diskussion zu stellen. Der Kollegialitätsbegriff sei fragwürdig: Die Kirche sei eine Monarchie, an deren Spitze der Papst als König stehe. Am 1. Februar 2009 reagierte Bernard Tissier de Mallerais in Italien auf den Papstaufruf zur Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils wie folgt: „Wir ändern unsere Positionen nicht; sondern wir haben die Intention, Rom zu bekehren, das heißt, Rom zu unseren Positionen zu führen.“ Am 10. Februar erklärte Fellay auf schriftliche Anfrage, er habe Williamson sofort nach der Fernsehsendung vom 21. Januar aufgefordert, „diesen Unsinn zu korrigieren“, und am 31. Januar 2009 als Leiter des Priesterseminars in La Reja abgesetzt. Er bekräftigte, vorher nichts von Williamsons Aussagen zum Holocaust gewusst zu haben. Antisemitische Christen stellten ihr eigenes Heil in Frage, da Christus Jude gewesen sei. Das Christentum sei anderen Religionen überlegen, daher wünsche man sich einen Staat, der es bevorzuge. Zur innerchristlichen Ökumene gelange man nur, indem „sich die anderen Konfessionen zur Wahrheit der katholischen Kirche bekehren.“ Williamson hatte in einem öffentlichen Brief an Hoyos am 30. Januar bedauert, sein Interview sei „unbedacht“ gewesen, und beim Papst um Entschuldigung für die Folgen gebeten, aber seine Holocaustleugnung nicht zurückgenommen. Am 9. Februar erklärte er, er müsse die historischen Beweise für den Holocaust erst prüfen und werde dazu das Buch von Jean-Claude Pressac studieren. Das brauche Zeit. Am 18. Februar 2009 erklärte Matthias Gaudron im ZDF, die Piusbruderschaft habe Richard Williamson ein Ultimatum bis Ende Februar gesetzt, seine Behauptungen zu widerrufen. Er habe seiner Gemeinschaft damit Schaden zugefügt. Traditionelle Katholiken hätten keinen Grund, Hitler und das NS-Regime zu verharmlosen. Nach seiner staatlich erzwungenen Ausreise aus Argentinien bat Williamson am 26. Februar 2009 in einem offenen Brief an den Vatikan „alle, die sich aufgrund meiner Worte aufrichtig entrüstet haben, vor Gott um Vergebung.“ Er habe im schwedischen Fernsehen nur die 20 Jahre alte Meinung eines Nichthistorikers geäußert. Dies tue ihm angesichts der Folgen „besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich“ gegenüber nun leid. Die Aussagen selbst nahm er wiederum nicht zurück. Am 6. März 2009 kritisierte Franz Schmidberger die deutschen katholischen Bischöfe scharf: Sie verweigerten sich einem Dialog mit der Piusbruderschaft und lehnten mit ihrer Einstellung zur Rücknahme des Exkommunikationsdekrets implizit die päpstliche Autorität ab. Ihr Vorwurf des Antisemitismus oder Antijudaismus sei Verleumdung der Piusbruderschaft und ein Verstoß gegen das Gebot „Du sollst kein falsches Zeugnis geben!“ Die Piusbruderschaft habe sich sofort nach Bekanntwerden von Williamsons Äußerungen „klar und unmissverständlich von jeder Art von Verharmlosung der Naziverbrechen distanziert“. Die von Papst und Bischöfen geforderte Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils blieb aus. Am 27. Juni 2009 weihte die Bruderschaft trotz Interventionen seitens der deutschen Bischöfe und einer Erklärung des Vatikans, wonach die Weihen „durchweg als illegitim anzusehen“ seien, im Priesterseminar zu Zaitzkofen bei Regensburg drei Priester. Der Vorgang wiederholte sich 2010, als die Bruderschaft am 26. Juni 2010 erneut ohne kirchliche Erlaubnis drei Priester weihte. Am 28. Januar 2009 erklärte Papst Benedikt XVI. zum Gedenktag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz seine „volle und unbestreitbare Solidarität“ mit den Juden und bat: „Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder die Reduzierung.“ Er forderte die Piusbruderschaft auf, die weiteren notwendigen Schritte zur vollen Kirchengemeinschaft zu tun, das päpstliche Lehramt und das Zweite Vatikanische Konzil anzuerkennen. Nachdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel den Papst am 3. Februar zu einer Klarstellung bezüglich der Holocaustleugnung Williamsons aufgefordert hatte, verlangte das Staatssekretariat des Vatikans am Folgetag, Williamson müsse seine Aussagen zum Holocaust vollständig, eindeutig und öffentlich widerrufen. Andernfalls könne er keine Ämter in der katholischen Kirche übernehmen. Eine Frist dazu setzte es ihm nicht. Die „volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramts der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI.“ sei die „unerlässliche Bedingung“ für die „künftige Anerkennung der Bruderschaft St. Pius X.“ Die Aufhebung der Exkommunikation habe deren kirchenrechtliche Lage noch nicht verändert. Nach Presseberichten vom 4. Februar 2009 stuften Vatikanvertreter die Sendung des Williamson-Interviews vom 21. Januar 2009 intern als „gezieltes Komplott“ und „bewusst gestellte Falle“ ein, mit der bestimmte Medien dem Papst zu schaden versucht hätten. Dem widersprachen die schwedischen Journalisten, die das Interview geführt hatten. Nach einem internen Dossier soll der Papst dagegen von eigenen Mitarbeitern in eine vorbereitete Falle gelockt worden sein. Andere Vatikanvertreter sprachen von „ignoranter Schlamperei und mangelhafter Kommunikation in der Kurie“. Das Vatikanische Staatssekretariat habe die Veröffentlichung des Aufhebungsdekrets am 24. Januar noch vergeblich zu verhindern versucht. Dem widersprach Kardinal Hoyos: Er habe bis zum Dekret des Papstes nichts von antisemitischen Ansichten Williamsons bemerkt. Sein Mitarbeiter Camillo Perl erklärte, man habe politische Ansichten der Piusbischöfe nicht geprüft, da die meisten Kardinäle die Aufhebung ihrer Exkommunikation schon Ende 2007 befürwortet hätten, um das bereits eingetretene Schisma zu überwinden. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte am 6. Februar 2009, die Williamsonaffäre habe „Kommunikationsdefizite in der Kurie“ aufgedeckt. Jede Abteilung kommuniziere eigenständig, ohne immer mit der Presseabteilung des Vatikans zusammenzuarbeiten. Das Aufhebungsdekret sei mangelhaft vorbereitet worden; wäre die Klarstellung des Vatikanischen Sekretariats vom 4. Februar gleichzeitig erfolgt, hätte die Affäre vermieden werden können. Benedikt XVI. habe vor der Aufhebung der Exkommunikation nichts von den Aussagen Williamsons gewusst. In einem Brief vom 11. März 2009 an seine Mitbischöfe bedauerte der Papst, dass sein „Gestus der Barmherzigkeit“ durch die Holocaustleugnung durch Williamson überlagert worden sei. „Grenze und Reichweite“ der Aufhebung der Exkommunikation seien „bei der Veröffentlichung des Vorgangs nicht klar genug dargestellt worden“. Der Heilige Stuhl müsse in Zukunft aufmerksamer auf Nachrichten aus dem Internet achten. Dann erläuterte er seine Motive für das Aufhebungsdekret: Er denke dabei „zum Beispiel an die 491 Priester. Das Geflecht ihrer Motivationen können wir nicht kennen. Aber ich denke, daß sie sich nicht für das Priestertum entschieden hätten, wenn nicht neben manchem Schiefen oder Kranken die Liebe zu Christus da gewesen wäre“. Trotz mancher „Misstöne“ aus der Bruderschaft fragte er: „Aber sollte die Großkirche nicht auch großmütig sein können im Wissen um den langen Atem, den sie hat; im Wissen um die Verheißung, die ihr gegeben ist?“ Die Aufhebung der Exkommunikation betreffe nur die „disziplinäre Ebene“ und die vier Bischöfe als Personen. Davon sei „der doktrinelle Bereich zu unterscheiden, bei der Amt und Institution in Frage stehen“. In Bezug darauf gelte: „Solange die doktrinellen Fragen nicht geklärt sind, hat die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche und solange üben ihre Amtsträger, auch wenn sie von der Kirchenstrafe frei sind, keine Ämter rechtmäßig in der Kirche aus.“ Zur Klärung dieser wichtigen doktrinellen Fragen solle die Kommission Ecclesia Dei mit der Glaubenskongregation zusammengeschlossen werden. Außerdem würden deren kollegiale Organe, „besonders die regelmäßige Kardinalsversammlung an den Mittwochen und die ein- bis zweijährige Vollversammlung“ sowie „die Einbeziehung der Präfekten verschiedener römischer Kongregationen und des weltweiten Episkopats in die zu fällenden Entscheidungen“ die Prüfung aller Lehrdifferenzen mit der Piusbruderschaft garantieren. Er wies ferner auf Vorbehalte der Piusbruderschaft, aber auch mancher ihrer Gegner gegen die fortlaufende päpstliche und konzilische Lehrautorität hin: „Man kann die Lehrautorität der Kirche nicht im Jahr 1962 einfrieren – das muß der Bruderschaft ganz klar sein. Aber manchen von denen, die sich als große Verteidiger des Konzils hervortun, muß auch in Erinnerung gerufen werden, daß das II. Vaticanum die ganze Lehrgeschichte der Kirche in sich trägt. Wer ihm gehorsam sein will, muß den Glauben der Jahrhunderte annehmen und darf nicht die Wurzeln abschneiden, von denen der Baum lebt.“ Zur Klärung der doktrinellen Fragen diskutierte Rom mit den Piusbrüdern bis zum Jahr 2011. Nach Abschluss der Gespräche legte Rom der Bruderschaft am 14. Septebemr 2021 eine als lehrmäßige Präambel bezeichnete Erklärung vor, deren Unterzeichnung durch die Bruderschaft notwendig sei, um deren Treue zum Lehramt der katholischen Kirche zu garantieren. Ende November 2011 erklärte Bernard Fellay, dass die Erklärung in der vorliegenden Form für die Bruderschaft nicht annehmenbar sei, diese aber versuche, mit der Amtskirche im Hinblick auf Ergänzungen und Veränderungen der Präambel im Gespräch zu bleiben. Am 5. Dezember 2014 besuchte Kardinal Walter Brandmüller das Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen. Am 11. Februar 2015 traf sich Athanasius Schneider ORC, ein Mitglied des Engelwerkes und Weihbischof im Bistum Karaganda, zwecks Gesprächen über die Autorität des Vaticanums im Priesterseminar Winona mit dem damaligen Generaloberen der Piusbruderschaft, Bernard Fellay, nachdem er bereits am 16. Januar 2015 das Seminar der Bruderschaft in Flavigny-sur-Ozerain besucht hatte. Am 1. September 2015 schrieb Papst Franziskus: „Ich vertraue darauf, dass in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen“ und legte fest, dass Gläubige, die im Heiligen Jahr bei Priestern der Piusbruderschaft das Bußsakrament empfingen, dies gültig und erlaubt täten. Die Priesterbruderschaft drückte in einem Kommuniqué des Generalhauses dem Papst für seine väterliche Geste ihren Dank aus. Mit dem apostolischen Schreiben Misericordia et misera zum Abschluss des heiligen Jahres der Barmherzigkeit wurde unter anderem die zeitliche Beschränkung dieser Erlaubnis für die Gläubigen aufgehoben, „so möge keinem das sakramentale Zeichen der Versöhnung durch die Vergebung der Kirche je fehlen“. Anfang April 2017 erteilte Papst Franziskus den Gläubigen aus pastoralen Gründen die Erlaubnis, die Ehe auch in Gottesdiensten bei der Priesterbruderschaft St. Pius zu schließen, wobei die Assistenz von einem Diözesanpriester durchgeführt werden solle, jedoch auch vom Ortsbischof an einen Priester der Bruderschaft übertragen werden könne. Am Status der Bruderschaft ändere das nichts. Die kirchenrechtliche Gültigmachung von Ehen, die bei der Priesterbruderschaft St. Pius X. geschlossen wurden, erfolgt in der Praxis durch nachträgliche Eintragung in das Ehebuch der Wohnpfarrei. Im Mai 2021 übernahm die Priesterbruderschaft die Minoritenkirche in Wien, nachdem sie in Österreich lange auf der Suche nach einer zentral gelegenen Kirche gewesen war. Ende 2020 nahm der Verein Italienische Kongregation Maria Schnee als Eigentümer der Kirche Kontakt mit der Priesterbruderschaft auf und schlug vor, ihr die Verantwortung der Kirche zu übertragen. Am 20. Mai 2021 beschlossen die Mitglieder der Kongregation einmütig die Übertragung, und am 25. Mai unterschrieben beide Parteien den Schenkungsvertrag. Das Erzbistum Wien war an der Übertragung nicht beteiligt. Die Minoritenkirche ist das Zentrum für das Apostolat der Bruderschaft in der österreichischen Hauptstadt und dient für größere und wichtigere liturgische Feiern. Die Piusbruderschaft war immer wieder der Gefahr von Abspaltungen ausgesetzt, zum einen von solchen Mitgliedern, die in die volle Einheit mit der römischen Kirche zurückstrebten, zum anderen von solchen, die sich weigerten, die Rechtmäßigkeit der nachkonziliaren Päpste anzuerkennen. Als nordamerikanisches Schisma bezeichnete Schmidberger in seinen Erinnerungen die Abspaltung von neun Priestern der Bruderschaft im nordamerikanischen Distrikt. Dort war es zu Streitigkeiten über die Gültigkeit der liturgischen Reformen von Johannes XXIII. gekommen, die Lefebvre – anders als die von Paul VI. eingeführten Neuerungen – akzeptierte, und zur Frage der Rechtmäßigkeit der Pontifikate der nachkonziliaren Päpste. Lefebvre forderte Gehorsam, gerade auch in seiner Ablehnung sedisvakantistischer Positionen. Nachdem Lefebvre zunächst Donald Sanborn als Regens des Priesterseminars in Ridgefield abgesetzt und Richard Williamson mit dieser Aufgabe betraut hatte, kam es am 27. April 1983 zu einer Aussprache mit der Leitung des nordamerikanischen Distrikts, insbesondere dem Distriktsoberen, Clarence Kelly, und dem Ökonom des Distrikts, Anthony Cekada. Nachdem diese größere Freiheiten im Bereich der lehrmäßigen und geistigen Ausrichtung des Distrikts gefordert hatten, soll sich Lefebvre an die Versammelten gewandt und erklärt haben: „Seit mehreren Jahren habe ich immer wieder versucht, Ihre Haltung zurechtzubiegen, umsonst. Wir verstehen uns nicht; nehmen Sie Ihre Freiheit. So können wir nicht weiterarbeiten.“ Damit war der Bruch vollzogen. Neun Mitbrüder, allen voran P. Kelly als Distriktsoberer, verließen die Bruderschaft. Die meisten von ihnen fanden sich für kurze Zeit in der von Kelly neu errichteten Priesterbruderschaft St. Pius V. zusammen, wo es allerdings zu neuen Spaltungen kam. Zusammen mit den neun Priestern verlor der Distrikt auch ein Drittel seiner Seminaristen. Es folgten Rechtsstreitigkeiten um das Eigentum der Bruderschaft, die nach vier Jahren mit einem Kompromiss endeten. Neuer Oberer des Distrikts wurde zusätzlich zu seinen Aufgaben als Regens des Priesterseminars Richard Williamson. In Italien verließen 1985 vier Priester die Bruderschaft, die den amtierenden Papst nicht als rechtmäßiges Oberhaupt akzeptieren konnten. Es handelte sich hierbei um Francesco Ricossa, Franco Munari, Curzio Nitoglia und Giuseppe Murro. In der sedisvakantistischen Zeitschrift Einsicht wurde ein Widerruf der vier wegen verschiedener angeblicher Irrtümer, die sie in ihrer Zeit in der Priesterbruderschaft geäußert hätten, veröffentlicht. Der Text war zuvor schon an anderer Stelle publiziert worden. Nach ihrer Zeit in Econe gründeten die vier Priester das Institut der Mutter vom guten Rat und vertraten eine sedisprivationistische Position. In Sorge um die durch die Bischofsweihen 1988 vollzogene weitere Trennung von Rom verließ eine Gruppe von Priestern um Josef Meinrad Bisig die Piusbruderschaft. Sie wandten sich an Rom, wo ihnen vor allem Kardinal Ratzinger die notwendigen Kontakte vermittelte, um mit der Petrusbruderschaft wieder in die Gemeinschaft der Römisch-Katholischen Kirche zurückzukehren. Die Priesterbruderschaft St. Pius versteht sich als Hüterin einer „traditionellen, katholischen Weltsicht“. Ihr Zentrum sieht sie in der „Weitergabe des unverkürzt geoffenbarten Glaubens“. In die katholische Kirche sei der Modernismus eingedrungen. Die Priesterbruderschaft wirft dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das sie als „glückloses Reformkonzil“ bezeichnet, vor, Dinge gesagt zu haben, „die sich nicht mit der traditionell katholischen Lehre vereinbaren lassen“. Vor allem vier Punkte werden immer wieder angeprangert: eine falsch ausgelegte Religionsfreiheit, der Ökumenismus, die Kollegialität und die Liturgiereform von 1969. Unter Modernismus versteht die Piusbruderschaft die „irrige Überzeugung, dass der Mensch das oberste Maß aller Dinge sei“. Diese Weltsicht stehe „in direktem Widerspruch zum katholischen Glauben“. Den Modernisten wirft sie vor, sich auf den rein natürlichen und menschlich erfassbaren Teil der Realität zu begrenzen, während sie selber überzeugt sei, dass es auch eine höhere übernatürliche Wirklichkeit gibt. Die Priesterbruderschaft St. Pius lehnt das Streben nach Dialog und Kompromiss mit anderen Religionen ab, wenn dieses Streben „ohne Rücksicht auf die Wahrheit“ vor sich gehe. Sie ist überzeugt, dass nur der Katholizismus die „wahre und direkt von Gott geoffenbarte Religion“ sei; richtig verstandener Ökumenismus bestehe darin, „Gottes geoffenbarte Wahrheiten zu verteidigen und die Bekehrung zur wahren Religion zu fördern“. Die Kollegialität bedrohe „die klare hierarchische Struktur der Kirche“. Demokratische Prozesse seien nicht mit der Struktur der Kirche vereinbar. Die Piusbruderschaft hält an den liturgischen Büchern fest, die im Jahr 1962 in Geltung waren. Sie sieht in den liturgischen Änderungen in der katholischen Kirche, insbesondere im Novus ordo missae von 1969, eine Anpassung an den modernen Zeitgeist und lehnt diese Anpassung ab. „Die große ideologische Verschiebung seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil musste darum auch eine neue Gebetsordnung und eine geänderte Liturgie hervorbringen.“ In einer Predigt zu Allerheiligen 1990 im schweizerischen Ecône sagte Lefebvre: „Die Laizität ist der öffentliche Atheismus und das ist eine schwere Sünde. Der Atheismus beruht auf der Erklärung der Menschenrechte. Die Staaten, die sich seither zu diesem offiziellen Atheismus bekennen, befinden sich in einem Zustand dauernder Todsünde.“ Am 2. April 2006 erklärte der damalige Generalobere der Bruderschaft Bernard Fellay in einer Predigt: „Da erklärt uns, der moderne Staat habe sich seit dem 19. Jahrhundert, wo er von der Kirche verurteilt wurde, verändert. Heute sei der moderne Staat besser, versöhnlicher, weniger radikal und folglich musste die Kirche auf dem Konzil bezüglich des Verhältnisses zum Staat eine neue Haltung einnehmen. Und indem sich die Kirche eines der fundamentalen Prinzipien des modernen Staates zu eigen machte, nämlich die Neutralität, die Unparteilichkeit allen Religionen gegenüber, konnte die Kirche ihr Erbe wiederfinden. Anders ausgedrückt erklärt der Papst, 1700 Jahre der Kirchengeschichte sei außerhalb der Lehre Unseres Herrn abgelaufen; die Kirche habe während 1700 Jahren ihr Erbe verloren und jetzt wiederentdeckt, indem sie auf den katholischen Staat verzichtet. Wenn das kein Bruch sein soll, was ist es dann?“ Auch der damalige deutsche Distriktobere Franz Schmidberger lehnt in einem 2007 veröffentlichten Beitrag die religiöse Neutralität des Staates ab und plädiert für eine „christliche Gesellschaftsordnung“, in der etwa die Todesstrafe gälte, „keine zivile Ehescheidung“ vorgesehen sei, eine Unauflöslichkeit der Ehe als „einer ihrer Grundpfeiler“ bestehe, „den vorehelichen und außerehelichen Beziehungen“ der „Kampf“ angesagt werde und der „Vertrieb von empfängnisverhütenden Mitteln“ verboten werde, ebenso wie Zinsspekulation, Großbanken, Abtreibung, „Gotteslästerung, Homosexualität und Pornographie“. Er fordert, dass die „Gewalt in Staat und Gesellschaft“ „nicht vom Volke“, nicht „von der Basis“ ausgehen dürfe, „sondern von Gott folglich bezeichnet das Volk in Wahlen allein diejenigen, die es regieren sollen, verleiht ihnen aber nicht die Autorität; ebenso wenig kann es Regierungen beliebig absetzen.“ Statt eines Parteiensystems empfiehlt er, dass an deren „Stelle jene christlichen Männer treten, die sich durch sittliche Reife und Lebenserfahrung, durch Gerechtigkeitssinn und Sorge um das Gemeinwohl auszeichnen“. Die Priesterbruderschaft St. Pius sieht es als einen Missbrauch der menschlichen Freiheit an, wenn die Freiheit benutzt wird, um etwas zu wählen, „was der objektiven Ordnung und dem Willen Gottes entgegengesetzt“ ist. Jeder Mensch habe die Pflicht, „die Religion zu wählen, die mit der objektiven Wahrheit, mit Gottes Plan für das Universum und mit der Offenbarung übereinstimmt“. Schon in den 1970er Jahren soll Lefebvre in Predigten Aussagen getätigt haben, wonach die Militärjunta von Argentinien und die Diktatur in Chile unter Augusto Pinochet vorbildliche Regierungen seien. Lobende Worte fand er auch für die Diktatoren Francisco Franco, António de Oliveira Salazar und Philippe Pétain, dessen Vichy-Regime ein brisantes Verhältnis zum Nationalsozialismus hatte. Er wurde von reaktionären Aristokraten, die die Monarchie befürworteten, und von autoritär-republikfeindlichen Kreisen des Großbürgertums finanziell unterstützt. Die Piusbruderschaft nahm mehrfach an Pilgerfahrten zum Grab Pétains teil. Dabei verglich der französische Distriktobere der Bruderschaft, Abbé Regis de Cacqueray, 2007 den „Kampf von Pétain für Frankreich“ mit dem „Kampf Lefebvres für die katholische Kirche“. Die Pariser Kirche Saint-Nicolas-du-Chardonnet, die seit 1977 von Anhängern der Piusbruderschaft genutzt wird, hat sich seither zu einem Zentrum der extremen Rechten entwickelt. Führende Vertreter wie Jean-Marie Le Pen, der Gründer des Front National, haben diese oft besucht, für andere wurden nach ihrem Tod Gedenkmessen abgehalten. Philippe Laguérie, der von 1979 bis zu seinem Ausschluss 2004 Mitglied der Piusbruderschaft war, erklärte 1991, dass der Front National die Partei sei, die am wenigsten weit vom Naturrecht entfernt sei. 1996 zelebrierte er ein Requiem für den verurteilten Kriegsverbrecher Paul Touvier, der Opfer eines Komplotts geworden sei, und erklärte sich zum Anwalt Touviers vor Gott. Vor dem letzten Gericht gebe es „keine Medien, keine Medienkampagnen, keine Lobbys, keine Interessengruppen, weder Kommunisten noch Freimaurer, keine Nebenkläger und keine LICRA“. Der deutsche Distriktobere Markus Heggenberger war auch Referent des inzwischen aufgelösten Cannstatter Kreises der Stuttgarter FDP, den der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstufte. Am 2. Juni 2008 sollte der österreichische Rechtsextremist Richard Melisch in der Kirche des Priorats St. Athanasius in Stuttgart – seit 1984 Sitz des deutschen Distriktoberen – ein Referat zu den „Gefahren der Globalisierung“ halten. In der Einladung war von einem „Angriffskrieg“ der Globalisierer und einer „Allianz von Pentagon & Wall Street“ die Rede, die ihre „Welteroberungspläne“ schriftlich veröffentlicht hätten. Kurz vor Beginn wurde der Vortrag abgesagt. Im April 2010 sollte bei der Piusbruderschaft in Stuttgart der Rechtsextremist Walter Marinovic mindestens zweimal über die „Überfremdung und Islamisierung Europas“ referieren. Nach einem entsprechenden Beitrag des Fernsehmagazins Report Mainz wurde die Veranstaltung abgesagt. Nach Recherchen des Magazins war Marinovic bereits in der Vergangenheit bei der Bruderschaft aufgetreten. Am 15. Oktober 2013 stellte die Bruderschaft ihre Niederlassung im italienischen Albano Laziale zu einer Trauerfeier für den nationalsozialistischen Kriegsverbrecher Erich Priebke bereit. Die Totenmesse wurde nach Auseinandersetzungen zwischen rund 500 protestierenden Anwohnern und angereisten Neonazis abgebrochen. Die Behörden ordneten daraufhin an, Priebke an einem geheimen Ort beizusetzen. Pater Marco Bongi, der Distriktobere der Piusbruderschaft in Italien, begründete die Beerdigung damit, dass Priebke in den Nachkriegsjahren vom Protestantismus zur katholischen Kirche übergetreten sei und seine Kriegsverbrechen öffentlich bereut habe. Führende Vertreter der Priesterbruderschaft sind öfter mit antijudaistischen und antisemitischen Aussagen hervorgetreten. So schrieb Lefebvre am 31. August 1985 an Papst Johannes Paul II., die Feinde der Kirche seien z. B. Juden, Kommunisten und Freimaurer. Damit griff er das seit 1790 bekannte Motiv einer christentumsfeindlichen Allianz von Juden und Freimaurern auf. 1997 bezeichnete einer der Traditionalistenbischöfe, Bernard Tissier de Mallerais, Juden als Hauptaktivisten beim Kommen des Antichristen. Die belgische Webseite Joods Actueel zitierte eine Passage der US-amerikanischen Website der Piusbruderschaft, wonach das „internationale Judentum“ die christlich-katholische Ordnung zerstören wolle: „Das Geld, die Medien und die internationale Politik sind zu großen Teilen in den Händen der Juden.“ Das Southern Poverty Law Center zählte 2009 zahlreiche Beispiele judenfeindlicher Agitation innerhalb der Piusbruderschaft auf, unter anderem einen Artikel zweier Priester der Bruderschaft, der sich dafür aussprach, Juden in Ghettos zu isolieren, da Juden dafür bekannt seien, Christen zu töten. Der inzwischen von der Bruderschaft ausgeschlossene Richard Williamson vertrat in Reden und Predigten die antisemitische Theorie eines Weltjudentums. Die antisemitische Hetzschrift Protokolle der Weisen von Zion wurde von ihm mehrfach als authentische Informationsquelle bezeichnet. Ferner vertrat Williamson wiederholt israelfeindliche Positionen. Franz Schmidberger schrieb im Oktober 2008 an alle 27 deutschen römisch-katholischen Bischöfe: „Mit dem Kreuzestod Christi ist der Vorhang des Tempels zerrissen, der Alte Bund abgeschafft, wird die Kirche, die alle Völker, Kulturen, Rassen und sozialen Unterschiede umfasst, aus der durchbohrten Seite des Erlösers geboren. Damit sind aber die Juden unserer Tage nicht nur nicht unsere älteren Brüder im Glauben, wie der Papst bei seinem Synagogenbesuch in Rom 1986 behauptete; sie sind vielmehr des Gottesmordes mitschuldig, so lange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren. Im Gegensatz dazu behauptet das II. Vatikanum, man könne die Ereignisse des Leidens Christi weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen .“ Nachdem die Zeitschrift Der Spiegel diese Aussagen veröffentlicht hatte, korrigierte Schmidberger sich am 20. Januar 2009: „Die Aussage, die heutigen Juden trügen die Schuld ihrer Väter, muss auf jene Juden eingeschränkt werden, welche die Tötung Jesu Christi gutheißen. Sie ist in der zitierten Verallgemeinerung unrichtig.“ Er blieb aber dabei, dass Jesus Christus auch für die heutigen Juden der einzige Weg zum Heil, das Judentum also überholt sei. Schon weil Jesus und alle Apostel Juden waren, könne „kein aufrechter Christ Antisemit sein“. Der Distriktobere der Piusbruderschaft in Österreich, Helmut Trutt, bezeichnete den Verzicht auf Judenmission am 7. Februar 2009 als Irrlehre: Juden sei die Erlösung allein durch Jesus Christus ebenso wie Heiden zu vermitteln. Am 10. Februar 2009 berichtete der „Spiegel“ über antijudaistische Aussagen in der Piusbruderschaft, unter anderem in deren Mitteilungsblatt für den deutschen Sprachraum. Der der Piusbruderschaft nahestehende Philologe und Verfasser theologischer Essays Heinz-Lothar Barth vertritt die traditionelle Substitutionstheologie, wonach der neue Bund in Jesus Christus den alten Bund Gottes mit Israel aufgehoben habe, als Hintergrund der tridentinischen Messfeier. Im März 2007 begrüßte er deshalb deren Wiederzulassung durch Papst Benedikt XVI., zunächst mit einer unveränderten Karfreitagsfürbitte für die Juden nach Messbuch von 1962, und wies die innerkatholische Kritik daran zurück. Die Erklärung Nostra Aetate des Zweiten Vatikanischen Konzils hatte demgegenüber die Gottesmordtheorie und Substitutionstheologie verworfen und das aktive Bekämpfen des Antisemitismus und Antijudaismus zur christlichen Pflicht erklärt. Im Herbst 2011 stellte der Distriktssuperior für Frankreich Régis de Cacqueray die Frage, wie jemand glaube könne, dass Gott „an Gebeten der Juden Freude“ habe, die ihren Vätern, die seinen Sohn gekreuzigt hätten, die Treue hielten und den dreieinigen Gott verleugneten. Während einer Rede am 28. Dezember 2012 an der Our Lady of Mount Carmel Academy in New Hamburg bezeichnete der damalige Generalobere Bernard Fellay „die Juden, die Freimaurer, die Modernisten“ als „die Feinde der Kirche“. In Bezug auf die Juden wies Vatikansprecher Federico Lombardi Fellays Behauptung zurück. Am 12. November 2013 unterbrachen Anhänger der Piusbruderschaft eine katholisch-jüdische Gedenkveranstaltung anlässlich der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938, die in der Kathedrale von Buenos Aires abgehalten wurde. Der Distriktssuperior der Piusbruderschaft in Südamerika, Christian Bouchacourt, begrüßte die Störung der Veranstaltung und erklärte, katholische Kirchen dienten nicht dem Kult anderer Religionen. Mehrere christliche Organisationen in Argentinien übten daraufhin Kritik an der Piusbruderschaft. Das Erzbistum Buenos Aires teilte mit, die Veranstaltung sei keine Messe gewesen, sondern ein Akt der Erinnerung an den Beginn einer Tragödie. Die Piusbruderschaft wisse dies genau und habe mit anderen Absichten gehandelt. 1987 verteidigte der Priester Philippe Laguérie den Vorsitzenden des Front National, Jean-Marie Le Pen, mit den Worten, dieser sei ein Opfer des „jüdischen Finanzkapitals“, das Frankreich seit 45 Jahren tyrannisiere. Die Thesen der Holocaustleugner Henri Roques und Robert Faurisson seien „absolut wissenschaftlich“. Le Pen hatte zuvor den Holocaust in Frage gestellt. Im April 1989 leugnete Richard Williamson in seiner Predigt während der Messe im kanadischen Sherbrooke mit Bezug auf das Vernichtungslager Auschwitz den Holocaust. 2008 äußerte er sich ähnlich unter Berufung auf den Leuchter-Report. Am 27. Januar 2009 reagierte Schmidberger nach internationaler Presseberichterstattung auf Williamsons Holocaustleugnung wie folgt: „Die Verharmlosung der Judenmorde des NS-Regimes und dessen Greueltaten sind für uns inakzeptabel. Die Verfolgung und Ermordung von zahllosen Juden im Dritten Reich berührt uns äußerst schmerzlich, verletzt sie doch zutiefst das christliche Gebot der Nächstenliebe, die keine ethnischen Unterschiede kennt.“ Der Priester und damalige Regionalleiter der Piusbruderschaft in Nordost-Italien, Pater Florian Abrahamowicz, der 2007 durch eine tridentinische Messfeier für den damaligen Lega-Nord-Vorsitzenden Umberto Bossi bekannt wurde, bezweifelte im Januar 2009 den Vernichtungszweck der Gaskammern und die Gesamtzahl der Holocaustopfer: „Ich weiß, dass die Gaskammern zur Desinfektion benutzt wurden. Ich weiß nicht, ob darin Menschen zu Tode gekommen sind.“ Weiter behauptete Abrahamowicz, „wenn Williamson den Völkermord an den Armeniern geleugnet hätte, wäre nichts passiert“. Im Februar 2009 schloss ihn die Piusbruderschaft wegen dieser Äußerungen aus. Bischof Williamson selbst blieb hingegen zunächst Mitglied der Piusbruderschaft, 2012 wurde auch er aus der Priesterbruderschaft ausgeschlossen. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, warf im Zusammenhang mit Williamsons Äußerungen der gesamten Piusbruderschaft vor, offen ihren Antisemitismus zu propagieren. 2014 wurde Williamson vom Oberlandesgericht Nürnberg wegen Volksverhetzung rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt, 2019 bestätigte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Urteil. Schmidberger bezeichnete 1989 in einem Vortrag vor der Bewegung actio spes unica den Islam als „jene Religion, die unsere Väter mehrfach unter größtem Einsatz und dem Opfer ihres Lebens zurückgeworfen haben, da sie sich zum Ziel gesetzt hat, die Erde durch Feuer und Schwert dem Halbmond zu unterwerfen. Was dem Islam im 16. und 17. Jahrhundert mit Waffengewalt nicht gelungen ist, das schafft er heute in der nachkonziliaren Ära auf friedlichem Wege. Er besetzt Europa. Frankreich wird überschwemmt von Arabern, Deutschland von Türken, England und Skandinavien von Pakistani.“ Am 5. Februar 2009 erklärte er in einem Interview, der islamische Prophet Mohammed habe nachweislich mit einem acht- oder neunjährigen Mädchen „geschlechtlichen Umgang gepflegt“. Man könne ihn daher heute als „Kinderschänder“ bezeichnen. Am selben Tag bedauerte er diese Aussage, warf den Medien aber zugleich vor, Aussagen aus der Piusbruderschaft bewusst zu verzeichnen, und stellte Medienkontakte deshalb ein. Im April 2006 erklärte Tissier de Mallerais in einem Interview, das von Joseph Ratzinger 1968 veröffentlichte Buch Einführung in das Christentum sei „voller Häresien“. Die im Buch vertretenen Positionen seien „schlimmer als Luther, viel schlimmer“. Ferner erklärte er: „Sie können Vatikanum II nicht als ein katholisches Werk lesen. Es basiert auf der Philosophie des Immanuel Kant. Ich werde sagen, eines Tages sollte die Kirche dieses Konzil tilgen. Sie wird nicht mehr von ihm reden. Sie muss es vergessen. Die Kirche wird weise daran tun, dieses Konzil zu vergessen.“ Die Schulen der Bruderschaft sollen nach ihrem deutschsprachigen Mitteilungsblatt vom Juli 2005 „nicht nur Wissen vermitteln, sondern ebenso auf die Erziehung und Charakterbildung der Schüler Wert legen“. Der „katholische Lehrer“ müsse die „Hauptirrlehren unserer Zeit“ erklären, ohne diese „zu loben“ oder gar „anzunehmen“. Schüler müssten sich mit den Lehren von Martin Luther, René Descartes, David Hume, Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Jean-Paul Sartre in der Weise beschäftigen, wie sich Medizinstudenten mit Krankheiten beschäftigen: mit dem Ziel, diese Krankheiten dann bekämpfen zu können. Für ihre Bekenntnisschulen beruft sich die Piusbruderschaft auf die Erziehungsenzyklika Divini illius magistri von Papst Pius XI. Es sei wichtig, die Werte der „traditionellen katholischen Kirche“ an Kinder weiterzugeben. Ziel sei es, „frohe, selbstständige junge Menschen heranreifen zu lassen, die gelernt haben, ihr Leben auf der Grundlage christlicher Überzeugung und Selbstbeherrschung zu gestalten.“ Besonderer Wert werde auf „Ehrfurcht vor Gott und den Nächsten, Disziplin, Höflichkeit, Ordnung und die Vermittlung der abendländischen Kultur gelegt“. Wiederholt wandten sich Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. gegen Atomwaffen und angebliche Präventivkriege wie den Irakkrieg. Dabei wird in den FSSPX-nahen Zeitschriften, welche die moderne Kriegsführung verurteilen, darunter The Angelus, Remnant Newspaper und Civitas, häufig der „Geist der Moderne“, der die Menschen der Herrschaft Christi entrissen habe, für die Anhäufung von internationalen Konflikten verantwortlich gemacht. Zum Christopher Street Day veranstaltete die Piusbruderschaft am 28. Juli 2007 in Stuttgart eine Gegendemonstration. Ihre Anhänger versammelten sich mit Protestplakaten mit Aufschriften wie „AIDS – Geißel der Unzucht“ und beteten zur „Wiedergutmachung der Perversion und Übertretung des 6. Gebotes des Dekalogs: ‚Du sollst nicht Unzucht treiben.‘“ öffentlich den Rosenkranz. Peter Lang, Pater des Priorats St. Athanasius in Stuttgart-Feuerbach, erklärte: „Der Umzug und seine Teilnehmer zeigen ein Verhalten, das dem Menschen nicht angemessen ist, eine moralische Umweltverschmutzung.“ Niemand verteidige mehr „die christlichen Werte, wie Familie, Treue, Keuschheit. Dafür müssen unsere Kinder ansehen, wie pervers Erwachsene sein können.“ Auch gegen den CSD am 1. August 2009 in Stuttgart veranstaltete die Piusbruderschaft eine Mahnwache. Zum ebenfalls 2009 stattfindenden vierzigsten Jahrestag der Verkündung des zweiten Strafrechtsreformgesetzes vom 4. Juli 1969, welche sie fälschlicherweise mit der Reform des § 175 StGB in Verbindung brachte , zitierte sie unter der Überschrift „Jahrestag: Homosexualität ist eine Straftat“ den § 175 in der von den Nationalsozialisten 1935 verschärften Fassung, die bis 1969 in Kraft war. Daneben sprach sie von „homosexuellen Moralvergiftern“, „geschlechtlicher Perversion“ und „sodomitischen Umzügen“, dass in den letzten 40 Jahren ein unvorstellbarer Werteverfall stattgefunden habe und Adenauer sich im Grab umdrehen würde. Damit – besonders durch die Verwendung des Präsens in der Überschrift – erweckte sie den Eindruck, eine neuerliche strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen herbeizusehnen. In einem ursprünglich auf den Internetseiten der Priesterbruderschaft in Kanada veröffentlichten und inzwischen dort wieder gelöschten Hirtenbrief vom September 2001 sprach sich Richard Williamson gegen höhere Bildung und Selbstbestimmung für Frauen aus: „Fast kein Mädchen sollte zu irgendeiner Universität gehen. Aber wo finden weiterführende Mädchenschulen dann ihrerseits weibliche Lehrkräfte, wenn kein Mädchen mehr ein Studium absolviert? Man braucht keine Universität, um das meiste von dem zu lernen, was Mädchen unterrichtet zu werden brauchen, zum Beispiel Hauswirtschaft, Einrichtung und Unterhalt eines Heims, Pflege und Erziehung der Kinder, die geistige und soziale Vorbereitung auf die Ehe.“ In einer mit den Piusbrüdern verbundenen Schule in Kansas wurde einer Schiedsrichterin die Tätigkeit verboten, da Frauen keine Autorität gegenüber Männern ausüben sollten. Schmidberger sprach sich gegen die Gleichberechtigung aus: „Wir brauchen heute Männer, die Männer sein wollen, Frauen, die Frauen sind und Frau sein wollen, das heißt Gehilfin des Mannes und Mutter der Kinder.“ Die COVID-19-Pandemie wird von der Piusbruderschaft als „Lektion Gottes“ interpretiert. Bezüglich der Impfung gegen COVID-19 stellte der Distriktssuperior für Österreich, Stefan Frey, fest, man müsse von einer „moralischen Bedenklichkeit der derzeitigen Covid-Impfung sprechen und mahnen, sich der Impfung nicht zu unterziehen, ausgenommen im Fall einer echten Notlage“. Die Entwicklung von Impfstoffen, so Frey, hänge mit Abtreibungen zusammen. Wer sich impfen lasse, unterstütze „die abscheulichen Machenschaften einer skrupellosen Pharmaindustrie“. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. orientiert sich in ihrer Liturgie und Kirchenkunst verstärkt an Formen und am Stilempfinden des Historismus im 19. Jahrhundert. Der Neogotik und der Neoromanik wird besondere Wertschätzung zuteil, da diese Kunststile als fromm und vom modernen Zeitgeist unverfälscht empfunden werden. Christliche Kunstformen des 20. und 21. Jahrhunderts sind praktisch nicht existent. Ebenso wird in der musikalischen Gestaltung der Liturgie Wert auf traditionelles kirchliches Liedgut gelegt. Bereits im Jahr 1999 hatte die Piusbruderschaft den argentinischen Priester Carlos Urrutigoity wegen „subversiven Verhaltens“ ausgeschlossen, nachdem ihm sexueller Missbrauch eines Jugendlichen vorgeworfen worden war. Nach seinem Ausschluss aus der Piusbruderschaft war er im Bistum Ciudad del Este Generalvikar, bis er im Vorfeld einer Apostolischen Visitation abgesetzt wurde. Im Jahr 2018 erklärte P. Jurgen Wegner, Distriktsoberer in den Vereinigten Staaten von Amerika, anlässlich bekannt gewordener Missbrauchsfälle durch Priester in der römisch-katholischen Kirche: „Um die Ausbreitung der Sünde in ihren Reihen zu verhindern, hält sich die FSSPX an das seit langem bestehende und umsichtige Verbot der Kirche, Männer mit gleichgeschlechtlichen oder anderen unnatürlichen sexuellen Neigungen in eines ihrer Seminare, einschließlich des St. Thomas Aquinas Seminary in Virginia, aufzunehmen.“ Im Mai 2017 wurde Christophe R., ein Priester der Piusbruderschaft, in Frankreich wegen Vergewaltigung von drei Lehrerinnen in einer von den Piusbrüdern geführten Schule bei Paris im Jahr 2010 zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt. Der Fall sei innerhalb der Bruderschaft zwar geahndet, aber nicht an die Justiz gemeldet worden, erklärte Christian Thouvenot, Generalsekretär der Bruderschaft in der Schweiz. Man sei sich der Schwere der Fälle nicht bewusst gewesen. Im Jahr 2017 wurde der Walliser Bruderschaftspriester Frédéric A. in Belgien wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Justiz war der Fall von Seiten der Bruderschaft nicht gemeldet worden, da Juristen, die die Piusbruderschaft damals berieten, keine Verpflichtung dazu sahen. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. eröffnete im Jahr 2020 das Meldeportal Plan to Protect zur „Sicherheit aller, die unsere Kapellen, Schulen, Freizeiten, Ausflüge oder Veranstaltungen besuchen. Missbrauch jeglicher Art darf unter keinen Umständen toleriert werden“. Nach einem Bericht der Zeitung Le Temps vom 13. Januar 2024 weist eine Betroffeneninitiative darauf hin, dass es in der Bruderschaft etwa 60 „problematische Priester“ gebe, die in Europa und weltweit straffällig wurden; ein Täter solle in Gabun über 30 Kinder missbraucht haben, im Juni 2023 sei ein Mitglied von einem französischen Gericht wegen Missbrauchs und Übergriffen mit 27 jugendlichen Betroffenen zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Religionssoziologe Josselin Tricou erläuterte, dass die Piusbruderschaft externe Instanzen völlig ablehne, „da sie die Kirche für eine heilige, vollkommene und autarke Gesellschaft hält, die über alles verfügt, was sie braucht, um sich um sich selbst zu kümmern, wie etwa ein Strafrecht oder Gerichte“. Man sehe sich daher nicht verpflichtet, staatlichen Behörden Rechenschaft abzulegen. Missbrauch in den eigenen Reihen werde Einzeltätern angelastet, systemische Aspekte würden geleugnet. Der traditionalistische Priester Juan María Fernández y Krohn, der 1982 in Fátima einen gescheiterten Mordanschlag auf Papst Johannes Paul II. verübte, war bereits 1979 wegen „geistiger Instabilität“ und Kritik an Erzbischof Lefebvre aus der Piusbruderschaft ausgeschlossen worden. Am 24. Oktober 2012 wurde Bischof Richard Williamson wegen mangelnden Respekts vor der Leitung der Bruderschaft und Ungehorsams ausgeschlossen. Am 20. März 2015 distanzierte sich die Piusbruderschaft erneut von Williamson, nachdem dieser am Vortag den Priester Jean-Michel Faure im brasilianischen Nova Friburgo ohne päpstliche Erlaubnis zum Bischof geweiht hatte. Eigendarstellungen Geschichte Kritik |
2024-12-02 11:08:57 | https://de.wikipedia.org/wiki/Vratislavice_nad_Nisou | Vratislavice nad Nisou ist ein Stadtbezirk und Stadtteil von Liberec in Tschechien. Er liegt beiderseits der Lausitzer Neiße zwischen Liberec und Jablonec nad Nisou , etwa 3,5 km südöstlich des Liberecer Stadtzentrums. Der Ort Wratislawicz entstand vermutlich im 13. Jahrhundert links der Neiße durch böhmische Kolonisten. Ab 1460 ist die Siedlung urkundlich nachweisbar, die zu der Zeit eine gemauerte Kirche besaß. Im 16. Jahrhundert wanderten deutsche Siedler aus dem nördlichen Teil des Isergebirges ein, die am rechten Neißeufer einen weiteren Ort anlegten, der nach ihrem Heimatdorf Meffersdorf benannt wurde. Die Dörfer rechts und links des Flusses waren selbständige Orte und gehörten unterschiedlichen Herrschaften . Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Ortsname zu Maffersdorf; diese Bezeichnung wurde seit dem Dreißigjährigen Krieg auch auf das Dorf links der Neiße übertragen und die Bezeichnung Wratislawicz geriet in Vergessenheit. Maffersdorf rechts der Neiße, auch als Reichenberger Seite bezeichnet, wuchs beständig. 1701 erfolgte der Bau der neuen Pfarrkirche nach Plänen des Prager Baumeisters Marco Antonio Canevalle. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in beiden Teilen die Industrialisierung an. 1871 gründete Franz Peukert eine Firma, die er später zu einem renommierten Unternehmen für Fleischereieinrichtungen ausbaute. 1896 entstand die Porzellanfabrik Eduard Stiassny. Die von Ignaz Ginzkey gegründete und von seinem Sohn Wilhelm Ginzkey weitergeführte Teppich- und Deckenfabrik besaß Weltruf. Im Jahr 1924 lieferte die Firma Ginzkey an das New Yorker Hotel Waldorf-Astoria den größten Teppich der Welt. Seit der Entdeckung einer Heilquelle im Jahr 1862 wurde im Dorf links der Neiße bald der Badebetrieb aufgenommen. Der Badebesitzer Rudolf schloss sich 1913 mit dem Besitzer des zweiten, 1866 entstandenen Mineralwasserbrunnen Weber zusammen. 1918 kaufte jedoch der Besitzer des Kurbades in Bad Liebwerda das Heilbad in Maffersdorf auf, um den Konkurrenzbetrieb einzustellen. Die 1872 als Aktiengesellschaft gegründete Reichenberger Bierbrauerei und Malzfabrik in Maffersdorf rechts der Neiße war bekannt für ihr gutes Bier. Beide Gemeinden, die der böhmischen Bezirkshauptmannschaft Reichenberg angehörten, hatten 1880 zusammen 4.910 Einwohner. Am 14. Juli 1901 erfolgte die Vereinigung beider Gemeinden zum Marktflecken Maffersdorf, der 1939 6.234 Einwohner zählte. 1919 kam der Ort an die neu gegründete Tschechoslowakei; die Bezeichnung Vratislavice wurde wieder benutzt. 1938 wurde der Ort als Teil des Sudetenlands vom Deutschen Reich besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Vertreibung des fast ausschließlich deutschen Teils der Bevölkerung. 1956 wurde Vratislavice zur Stadt erhoben und 1980 nach Liberec eingemeindet. 1991 hatte der Ort 6054 Einwohner. Im Jahr 2001 bestand Vratislavice aus 1007 Häusern, in denen 6657 Menschen lebten. Vratislavice nad Nisou bildet den Stadtbezirk Liberec-Vratislavice nad Nisou und zugleich den Stadtteil Liberec XXX-Vratislavice nad Nisou sowie einen Katastralbezirk der Stadt Liberec. Er gliedert sich in die zehn Grundsiedlungseinheiten Císařský kámen , Nová Ruda-sever, Nová Ruda-střed, Prosečský hřeben , Tyršův vrch, U cihelny, U pivovaru, U vysílačky, Vratislavice-průmyslový obvod und Vratislavice-střed. Nach der Machtablösung der Kommunisten in der Samtenen Revolution bereitete der Übergang in die Marktwirtschaft einigen Betrieben große Probleme. Die 1872 gegründete Brauerei schloss 1998. Nach zweijähriger Stilllegung wurden die inzwischen von der Firma Hols aufgekauften Marken der Brauerei wiederbelebt und die neue Marke Konrad vorgestellt. Gebraut wird in Prag. 2003 betrug der Absatz der Brauerei Hols wieder 65.000 Hektoliter. Im Oktober 2004 entstand auf dem Brauereigelände ein Oldtimermuseum der Bürgervereinigung Auto-Museum. Es wurde 2022 aufgelöst. Mit dem am 25. November 1888 eröffneten Abschnitt der Lokalbahnstrecke der Reichenberg-Gablonz-Tannwalder Eisenbahn AG entstanden auf der Flur von Maffersdorf links der Neiße die beiden Bahnstationen Maffersdorf und Dörfel. Im Jahr 1951 wurde das bereits seit 1900 geplante Straßenbahnprojekt zwischen Liberec und Jablonec realisiert, das Vratislavice fortan mit beiden Städten verband . Nach 1970 erfolgte zeitweilig eine Einstellung des Straßenbahnverkehrs, da sich die Gleisanlagen in einem sehr schlechten Zustand befanden. Durch die Verkehrsbetriebe Liberec wird die Strecke heute wieder befahren. Während einer Sperrung zwischen 2021 und 2023 wurde ihr Abschnitt nach Liberec einschließlich der örtlichen Wendeschleife von Meterspur auf Regelspur umgebaut. Durch Vratislavice nad Nisou verläuft die Staatsstraße Silnice I/14, die Liberec über Tanvald mit Trutnov verbindet. Seit 2016 erinnert das Porsche-Museum an den berühmtesten Sohn des Ortes, den Fahrzeugkonstrukteur Ferdinand Porsche. Es wurde in seinem Geburtshaus in der Tanvaldská 38 eingerichtet und zeigt die Geschichte dieser Maffersdorfer Familie und die Erfindungen Porsches. |
2024-12-04 03:49:53 | https://de.wikipedia.org/wiki/Emslandlager_Oberlangen | 52.8577777777787.1813888888889Koordinaten: 52° 51′ 28″ N, 7° 10′ 53″ O Das Emslandlager Oberlangen in der heutigen Gemeinde Oberlangen, auch „Emslandlager VI“ genannt, wurde im Herbst 1933 errichtet. Es konnte bis zu 1.000 Gefangene aufnehmen, diente zunächst aber als Ausbildungslager der SA-Wachmannschaften. Anschließend wurde es zu einem Strafgefangenenlager umfunktioniert. Ab 1939 war es ein nationalsozialistisches Kriegsgefangenenlager. Im Herbst 1933 wurde das Lager VI Oberlangen als eines von später insgesamt 15 Emslandlagern errichtet. Es war zunächst als Konzentrationslager geplant, diente dann jedoch zur Ausbildung von SA-Wachmannschaften. Im April 1934 wurde es vom Reichsministerium der Justiz übernommen. Das Lager war für bis zu 1.000 Häftlinge ausgelegt. Diese sollten bei der Erschließung des Emslandes mitwirken. Dazu mussten sie Arbeiten zur Kultivierung des Moores verrichten. Schlechte hygienische Bedingungen sowie Misshandlungen durch die Wachmannschaften führten zum Tod vieler Gefangener. 1935 waren durchschnittlich 788 Gefangene inhaftiert, im Dezember 1936 war das Lager mit 1.000 Gefangenen belegt. Wegen der starken Auslastung wurde es 1937 ausgebaut, sodass das Lager nun Platz für 500 weitere Gefangene bot. Im September 1938 wurden einige Gefangene aus Oberlangen abgezogen, um an dem Bau des Westwalls in der Pfalz mitzuwirken. Bereits im Sommer 1939 betrug die Zahl der Gefangenen wieder etwa 1.000. Bis zum September 1939 wurden die Gefangenen von Justizbeamten, die meist Mitglieder der SA waren, bewacht. Sie waren schlecht ausgebildet und beherrschten lediglich den Umgang mit der Waffe. Im September 1939 wurde dem Oberkommando der Wehrmacht die Führung über das Lager erteilt, die es als Kriegsgefangenenlager nutzte. Das Emslandlager Oberlangen gehörte nun zum Wehrkreis IV, mit Hauptsitz in Münster. Es wurde dem Stammlager VI B Versen zugeordnet. Der Fähnrich Miroslav Zawodny berichtete: „Das Leben im Lager 6 in Oberlangen war wirklich sehr schwer. Sehr oft gab es kein Wasser in den Baracken zum täglichen Waschen. Warmes Wasser, um die Wäsche zu waschen, gab es überhaupt nicht. Es war keine Möglichkeit zum Baden, da es keinen Baderaum mit Duschen für uns Kriegsgefangene gab, auch keine Möglichkeit, um die Flöhe und besonders Läuse zu vernichten, da es keine Entlausungskammer im Lager gab. Im Winter wurde in den Baracken nicht geheizt, weil im Schlafraum kein Ofen war. Es gab keine Betten, keine Pritschen. Wir mussten anfangs direkt auf den Brettern des Fußbodens, einer neben dem anderen, schlafen, nur mit einer dünnen Decke und unserem Militärmantel zugedeckt. Mit der Zeit haben wir unsere Schlafplätze mit trockenem Heidekraut versorgt. In den Baracken war es so kalt wie draußen, nur nicht so windig und ohne Niederschläge. Sehr oft waren die Mäntel feucht, wenn es bei der Arbeit außerhalb des Lagers geregnet oder geschneit hatte.“ 1940/41 wurden 1.400 polnische Fähnriche inhaftiert. Die anderen Gefangenen wurden in Lager außerhalb des Emslands gebracht. Im Herbst 1941 war das Lager mit rund 2.000 sowjetischen Kriegsgefangenen belegt. Viele von ihnen starben im darauf folgenden Winter an der Kälte und an Hunger. Sie wurden in Massengräbern, 1 Kilometer nördlich des Lagers verscharrt. Im Mai 1942 wurde das Lager dem Stalag VI C Bathorn zugeordnet. 1943 wurde Oberlangen zum Offizierslager mit dem Emslandlager Wesuwe als Zweitlager. Am 1. September 1944 waren insgesamt 4.967 italienische Militärinternierte und 920 sowjetische Kriegsgefangene in Oberlangen inhaftiert. Nach dem Scheitern des Warschauer Aufstands 1944 wurden bis April 1945 Soldatinnen der Armia Krajowa, der polnischen Heimatarmee, nach Oberlangen gebracht. Im März 1945 waren dies 1.556 Gefangene. Am 12. April 1945 wurde das Lager mit 1.728 inhaftierten Frauen durch die 1. Polnische Panzerdivision unter General Stanisław Maczek befreit. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde mit dem Abriss des Gefangenenbereichs begonnen. Im Verwaltungsbereich wurden noch für einige Jahre Behelfswohnungen eingerichtet. Heute ist vom Lager nichts mehr zu erkennen. Lediglich der Luftschutzbunker des Lagers ist noch erhalten. Die Reste des Lagers wurden vollständig abgerissen. Das Gelände wird heute landwirtschaftlich genutzt. I Börgermoor | II Aschendorfermoor | III Brual-Rhede | IV Walchum | V Neusustrum | VI Oberlangen | VII Esterwegen | VIII Wesuwe | IX Versen | X Fullen | XI Groß Hesepe | XII Dalum | XIII Wietmarschen | XIV Bathorn | XV Alexisdorf |
2024-12-01 18:54:49 | https://de.wikipedia.org/wiki/AgResearch | Die AgResearch Limited ist das größte von acht neuseeländischen Crown Research Institutes. Das Institut ist tätig in den Schwerpunkten Landwirtschaft, angewandte Biotechnologie und Nahrungsmittel sowie Textilien. Nachhaltigkeit und Wohlstand in den Bereichen Agrarwirtschaft und Biotechnologie durch den Einsatz von Technologie und Wissenschaft zu schaffen, ist die Mission, die sich das Institut selbst gegeben hat. Als Vision verfolgt man in enger Zusammenarbeit mit der Industrie das Ziel, eine Wertsteigerung von 100 % in der Produktion von Milchprodukten, in der Fleischproduktion und in der Herstellung von Textilien, durch die Halbierung der Produktionskosten bis 2020 zu erreichen und Neuseeland frei von Seuchen zu machen. Der Hauptsitz des Instituts mit dem Forschungszentrum Ruakura Research Institute befindet sich in Hamilton. Drei weitere Forschungszentren gibt es mit dem Grasslands Research Institute in Palmerston North, dem Lincoln Research Institute in Christchurch und dem Invermay Agricultural Centre in Mosgiel, Dunedin. Forschungskooperationen gibt es mit dem Hopkirk Research Institute in Palmerston North, dem National Centre for Biosecurity and Infectious Disease in Wallaceville, Upper Hutt und der Molecular Biology Unit der University of Otago in Dunedin. Des Weiteren betreibt AgResearch derzeit 15 Forschungsfarmen, verteilt über das gesamte Land. In den 1980ern begann die neuseeländische Regierung die Bereiche Forschung und Wissenschaft neu zu strukturieren. 1989 wurde dafür das Ministry of Research, Science and Technology mit dem Ziel geschaffen, die Regierung zu beraten, Entscheidungsprozesse vorzubereiten, Mittelvergaben zu priorisieren und die Erfolgskontrolle einzuführen. Doch damit nicht genug. Man wollte für unterschiedliche Aufgabenbereiche einzelne Institute schaffen, die unter Regierungsaufsicht eigenständig und eigenverantwortlich wirtschaften, mit eigenen Richtlinien und Regeln arbeiten und erfolgsbezogen öffentliche und privatwirtschaftliche Aufträge erledigen. Mit dem Crown Research Institutes Act 1992 wurden zu diesem Zweck zunächst zehn Crown Research Institutes gegründet, von denen heute noch acht Institute existieren. AgResearch Limited, welches bis zum 30. Oktober 2000 noch New Zealand Pastoral Agriculture Research Institute Limited hieß, ist eines davon. Mit dem Companies Act 1993 wurden alle Institute zu Gesellschaften mit beschränkter Haftung umgewandelt. Das AgResearch ist heute, wie alle anderen Crown Research Institutes auch, der Crown Company Unit des Finanzministeriums und dem verantwortlichen Minister für Forschung, Wissenschaft und Technologie unterstellt. Beide verantwortlichen Minister werden auch jeweils immer als Shareholder der acht Crown Research Institutes registriert. AgResearch Limited besitzt folgenden Tochterunternehmen mit 100 % Beteiligung: und hält zahlreiche weitere Beteiligungen an anderen Unternehmen, die nicht Mehrheitsbeteiligungen darstellen. |
2024-12-03 14:58:58 | https://de.wikipedia.org/wiki/Trinitatis-Hospital | Das Trinitatis-Hospital war eine mittelalterliche Einrichtung der Kranken- und Armenfürsorge am Andreasplatz in Hildesheim. Es ersetzte das benachbarte kleinere, 1230 gestiftete Heilige-Geist-Hospital. 1329 entstand das neue gotische Hospitalgebäude, das zu den Sehenswürdigkeiten Alt-Hildesheims zählte. Beim Bombenangriff vom 22. März 1945 wurde es zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1966 widmete ihm die Deutsche Bundespost eine Briefmarke der Serie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten. Aus dem Trinitatis-Hospital stammt das gotische Altarretabel mit Marienkrönung und Heiligen, das sich jetzt in St. Bernward befindet. „1334 stiftete der Rath der Stadt Hildesheim das neue Spital zum heiligen Geiste am Andreas-Kirchhofe als städtische Armen- und Kranken-Anstalt. Schon vorher trug ein anderes Hospital bei St. Andreas den Namen ‚der heil. Geist‛; dieser Name nun verblieb auch der Neugründung. Daneben begegnet uns später die Bezeichnung ‚Dreifaltigkeits- oder Trinitatis-Hospital‛. Zum Unterschiede von dieser Stiftung hieß das kleinere Hospital in der Kramerstraße‚ der kleine heilige Geist‛.In dem 1334 neu entstehenden städtischen Hospitale sollten ‚die armen Siechen, die da liegen auf dem Kirchhofe und auf den Straßen, Speise, Herberge und Pflege‛ finden. Mit diesem neuen Hospitale wurde das Haus zu St. Katharinen, wo man arme Leute beherbergte und das Spital zu St. Andreas zusammengelegt‛; dafür sollten arme reisende Leute auch hier Aufnahme finden, wie sie vorher in St. Katharinen herbergen konnten. Ueber das dienende Personal im neuen Hospitale ward Folgendes bestimmt: ‚Wer zum Dienste der armen Siechen in das Haus des heil. Geistes tritt, der soll zum Zeichen des heil. Geistes und zum Zeichen der Weltentsagung ein graues Kleid tragen und darauf ein roth eingefaßtes Kreuz‛. Zum Meister des Hauses ward Johann von Bettmar bestellt, der aus Liebe zu Gott sein Geld zur Hospital-Gründung hergegeben hatte; ihm zur Seite stand ein Priester, der in der Spital-Kapelle den Gottesdienst hielt; er soll ein Drittel der Aufkünfte einer Stiftung genießen, die das Hospital zwei anderen Wohlthätern verdankte, nämlich dem Magister Albrecht von St. Andreas und Konrad von Ahrbergen. Neben dem Meister und dem Priester des Hospitals wurden noch zwei rechtschaffene Bürger in den Vorstand des Hauses gewählt. Alles, was der Meister, der Priester und die Kranken nach dem Tode hinterlassen, fällt dem Spitale und seinen armen Insassen zu.Das Gebäude des Hospitals mit seiner Kapelle ist noch erhalten. Es hat ein massives Untergeschoß mit spitzbogigem Thorweg; die kleinere Thür daneben, zwischen zwei Fenstern gelegen, führt zur Spital-Kapelle. Das obere Geschoß ist in Fachwerk gebaut und kragt über das Untergeschoß hervor. Eine Reihe von 14 Consolen mit gut geschnitzten Heiligenbildern stützt die Setzschwelle und eine gleiche Consolenreihe stützt das überhängende Dach. Bemalte Füllbretter stehen zwischen den Consolen und geben im Verein mit den geschnitzten Bildnissen dem einfachen Hause ein reicheres, anmuthiges Gepräge. Der gothische Flügelaltar der Kapelle steht jetzt im Roemer-Museum.Wie man den Hospitaliten bisweilen eine unerwartete Spende an Lebensmitteln zuzuwenden wußte, ersehen wir aus einer Urkunde von 1358. Darin gab Bischof Heinrich der Innung der Bäcker in Hildesheim – mit einer geringen Einschränkung – das ausschließliche Recht, Luffen und anderes Brod zu verkaufen. Daran knüpfte er die praktische Strafbestimmung: Handelt Jemand gegen diese Verordnung, so soll der Vogt alle seine Luffen und sein Brod entzwei schneiden und die eine Hälfte dem Heiligen-Geist-Hospitale, die andere dem Katharinen-Hospitale überweisen.“ 52.1521289.949453Koordinaten: 52° 9′ 7,7″ N, 9° 56′ 58″ O |
2024-11-30 22:37:56 | https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Sexualforschung | Die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung ist eine deutsche Fachgesellschaft für Sexualwissenschaft mit Wirkungsstätte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Verein ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Auf Betreiben des Sexualwissenschaftlers Hans Giese wurde sie im Jahr 1950 mit dem Ziel gegründet, sexualwissenschaftliche Forschung, Lehre und Praxis zu fördern. Erster Vorsitzender war Hans Bürger-Prinz, ehemaliges Mitglied der NSDAP und der SA und in der Zeit des Nationalsozialismus „Erbgesundheitsobergutachter“ am Erbgesundheitsgericht. Dort entschied er über die Zwangssterilisation von Personen, die als erbkrank eingestuft waren, und setzte sich dafür ein, dass „Erbkranke“ aus der Gesellschaft ausgesondert wurden. Als interdisziplinäre Institution beherbergt sie Vertreter einer Reihe unterschiedlicher Fächer: Medizin, Psychologie, Psychoanalyse, Pädagogik, Soziologie, Jura, Geschichte, Kulturwissenschaft und andere. Durch zahlreiche Forschungsberichte, Gutachten und öffentliche Stellungnahmen hat die DGfS in der Vergangenheit immer wieder die Gesetzgebung und höchstrichterliche Entscheidungen beeinflusst. Besonders gilt dies für die Reformen des Sexualstrafrechts sowie für das Transsexuellengesetz, das unter wesentlichem Einfluss des damaligen Vorsitzenden Volkmar Sigusch entstanden ist. Publikationen von Mitgliedern der DGfS berühren so unterschiedliche Themenbereiche wie die Theorie der Sexualität, die Geschichte der Sexualwissenschaft, klinische Forschung, Frauen- und Geschlechterforschung, sozialwissenschaftliche Forschung und sexualforensische Forschung. Ein zentrales Anliegen des Vereins ist es, die Behandlung von Patienten mit sexuellen Störungen und Konflikten zu verbessern. Hierzu wurden zwei Curricula entwickelt, auf deren Grundlage in verschiedenen Städten Fortbildungen durchgeführt werden. Die DGfS bemüht sich zudem intensiv um die Durchsetzung einer qualifizierten sexualwissenschaftlichen Fort- und Weiterbildung für Psychologen und Ärzte. Der Verein verfügt über zwei Publikationsorgane: Darüber hinaus werden Stellungnahmen an politische Institutionen und Gerichte sowie Erklärungen und Eingaben veröffentlicht. Darunter nehmen die sexualpolitischen Stellungnahmen einen besonderen Platz ein, mit denen die Fachgesellschaft beispielsweise 2004 zur Einführung einer nachträglich angeordneten Sicherungsverwahrung, 2009 zur Reform des Transsexuellengesetzes oder 2011 zur EU-Kinderpornographie-Richtlinie Stellung bezog. |
2024-12-02 11:46:17 | https://de.wikipedia.org/wiki/Willi-Graf-Gymnasium_(M%C3%BCnchen) | Das Städtische Willi-Graf-Gymnasium München ist ein 1972 gegründetes städtisches Gymnasium mit naturwissenschaftlich-technologischer und sprachlicher Ausrichtung im Südosten des Luitpoldparks im Münchner Stadtbezirk Schwabing-West. Im Schuljahr 2023/24 hatte es mehr als 1200 Schüler. Die Schule ist nach dem Mitglied der Widerstandsgruppe der Weißen Rose, Willi Graf, benannt. Auf dem Nachbargelände befindet sich das Städtische Sophie-Scholl-Gymnasium. Neben dem Schulleiter Dominik Blanz und der Stellvertretung Angelika Ketterer arbeiten Alexander Schöberl und Ursula Wodiczka als Mitarbeiter der Schulleitung. Im Februar 2010 wurden bei einer Pfefferspray-Attacke in der Mensa, die von einem Zehntklässler ausging, sieben Personen verletzt. Gegen den Täter wurde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Am 9. Dezember 2019 veranstaltete das Willi-Graf-Gymnasium eine Zusammenkunft von über 140 oberbayerischen Schulen, die dort die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ erhielten. Des Weiteren hielten unter anderem der bayerische Kultusminister Michael Piazolo und der Schulleiter Dominik Blanz Reden über das umweltpolitische Engagement der Schüler und deren Projekte. Im Mai 2022 bestand großer Platzmangel am Willi-Graf Gymnasium München. Einige Klassen mussten im Keller untergebracht werden, was laut Elternbeirat gesundheitliche Probleme zur Folge hätte. Es gibt verschiedene Hilfsangebote der Schule zur Unterstützung der Schüler wie das „Mentorenprogramm“, „Willi macht stark“ oder das Nachhilfeprogramm „Willi hilft dir“. Außerdem soll durch „support@WILLI“ Mobbing vorgebeugt werden. Seit 2019 ist die Schule außerdem Teil der „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. In der 5. Klasse findet einen fünftägige Klassenfahrt nach Maxhofen statt. Die 6. Klassen fahren im Winter für eine Schulwoche nach Wildschönau, um dort mit Hilfe der Lehrkräfte verschiedenen wintersportlichen Aktivitäten nachzugehen. In der 10. Klasse ist eine „Politische Woche“ vorgesehen, die besonderen Fokus auf das Erinnern an die NS-Zeit legt. 2022 wurde das städtische Gymnasium als ErasmusPlus-Schule akkreditiert. Einige während der Covid-19-Pandemie veranstaltete Projekte wurden im Juli 2022 durch das Bayerische Kultusministerium mit einer Urkunde und einem jeweiligen Preisgeld in Höhe von ca. 1000 € als „besonders kreativ und innovativ“ ausgezeichnet. Die Schule nimmt jährlich im März an dem internationalen Mathematikwettbewerb Känguru der Mathematik teil. Die Schule verleiht seit 2019 jährlich den Willi-Graf-Preis für besonderen Einsatz einzelner Schüler, Lehrer oder Gruppen. Seit 2022 ist das Gymnasium als Teilnehmer bei Jugend debattiert, einem Wettbewerb über das Debattieren, bei dem über 1000 Schulen bundesweit beteiligt sind, angemeldet. Die Schule bietet die fremdsprachlichen Fächer Englisch, Latein, Französisch und Spanisch an. Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft Adolf-Weber-Gymnasium | Albert-Einstein-Gymnasium | Asam-Gymnasium | Bertolt-Brecht-Gymnasium | Dante-Gymnasium | Elsa-Brändström-Gymnasium | Erasmus-Grasser-Gymnasium | Gisela-Gymnasium | Gymnasium Freiham | Gymnasium Fürstenried | Gymnasium München Feldmoching | Gymnasium München/Moosach | Gymnasium München-Nord | Gymnasium München Riem | Gymnasium München-Trudering | Gymnasium Neufreimann | Heinrich-Heine-Gymnasium | Karlsgymnasium | Käthe-Kollwitz-Gymnasium | Klenze-Gymnasium | Lion-Feuchtwanger-Gymnasium | Louise-Schroeder-Gymnasium | Ludwigsgymnasium | Luisengymnasium | Luitpold-Gymnasium | Maria-Theresia-Gymnasium | Maximiliansgymnasium | Max-Josef-Stift | Max-Planck-Gymnasium | Michaeli-Gymnasium | Münchenkolleg | Oskar-von-Miller-Gymnasium | Pestalozzi-Gymnasium | Rupprecht-Gymnasium | Sophie-Scholl-Gymnasium | St.-Anna-Gymnasium | Theodolinden-Gymnasium | Theresien-Gymnasium | Thomas-Mann-Gymnasium | Werner-von-Siemens-Gymnasium | Wilhelmsgymnasium | Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium | Willi-Graf-Gymnasium | Wittelsbacher-Gymnasium Gymnasien in freier Trägerschaft Bilinguales Gymnasium Phorms | Deutsch-Italienische Schule Leonardo da Vinci | Edith-Stein-Gymnasium | Helene-Habermann-Gymnasium | Isar-Gymnasium | Kleines privates Lehrinstitut Derksen | Lukas-Gymnasium | Lycée Jean Renoir | Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg | Neuhof-Gymnasium | Novalis-Gymnasium | Nymphenburger Gymnasium | Obermenzinger Gymnasium | Privates Gymnasium Huber | Privates Jules Verne Gymnasium | Privatgymnasium Dr. Florian Überreiter | Theresia-Gerhardinger-Gymnasium am Anger |
2024-12-01 19:55:22 | https://de.wikipedia.org/wiki/Newtown_AFC | Newtown Association Football Club ist ein Fußballverein aus Newtown in der Grafschaft Wales. Der Verein spielt in der walisischen ersten Liga. Die Reservemannschaft spielt derzeit in der Mid Wales Football League. Der Verein wurde im Jahre 1875 als Newtown White Stars gegründet und war eines der Gründungsmitglieder der Football Association of Wales. Der Club spielt in Latham Park, Newtown, der 5.000 Zuschauer aufnimmt. Das Team spielt im Heimtrikot in roten Hemden, roten Hosen und roten Stutzen. Die Newtown White Stars gewannen 1879 den Welsh Cup gegen Wrexham FC und nach ihrer Umbenennung als Newtown AFC 1895 wieder gegen Wrexham FC. Erst 60 Jahre später gab es mit dem walisischen Amateur-Cup 1955 wieder eine nationale Trophäe. Im Finale stand der Club dreimal. 1881 und 1886 verlor man gegen Druids FC, 1888 gegen FC Chirk AAA. Im Jahr 1992 wurde der Verein eher zurückhaltend Gründungsmitglied der Liga von Wales, in der er 1995/96 und 1997/98 Vizemeister wurde. International spielte er im Europapokal gegen Teams aus Lettland und Polen. Die Saison 2014/15 beendete Newtown auf dem 6. Platz, wodurch man berechtigt war an den Playoffs um die Teilnahme zur UEFA Europa League 2015/16 teilzunehmen. Dort setzte man sich durch und spielte dadurch nach 17 Jahren wieder europäisch. Gesamtbilanz: 14 Spiele, 3 Siege, 1 Unentschieden, 10 Niederlagen, 10:33 Tore Stand: 28. Juli 2022 Aberystwyth Town | Bala Town | Barry Town United | Caernarfon Town | Cardiff Metropolitan University | Colwyn Bay FC | Connah’s Quay Nomads | Haverfordwest County | Newtown | Pen-y-Bont FC | Pontypridd Town | The New Saints |
2024-12-04 04:39:16 | https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Andrejewitsch_Uspenski | Wladimir Andrejewitsch Uspenski war ein russischer Mathematiker, der sich mit mathematischer Logik und Algorithmentheorie beschäftigte. Uspenski studierte an der Lomonossow-Universität Moskau und promovierte 1955 bei Andrei Kolmogorow . Er war ab 1966 Professor an der Lomonossow-Universität, wo er Leiter der Fakultät für mathematische Logik und Theorie der Algorithmen war . Mit Eugene Dynkin verfasste er die dreibändigen Mathematischen Unterhaltungen , die 1955 auch auf Deutsch erschienen . Sie gingen aus einer Vorlesungsreihe für Studenten der Lomonossow-Universität hervor, die Dynkin 1945 bis 1947 leitete und die Uspenski als Hörer besuchte. Wladimir Uspenskis Bruder ist der Semiotiker Boris Uspenski. |
2024-12-02 02:55:07 | https://de.wikipedia.org/wiki/Kanton_Avesnes-sur-Helpe-Nord | Der Kanton Avesnes-sur-Helpe-Nord war bis 2015 ein französischer Kanton im Arrondissement Avesnes-sur-Helpe, im Département Nord und in der Region Nord-Pas-de-Calais; sein Hauptort war Avesnes-sur-Helpe. Vertreter im Generalrat war zuletzt von 1985 bis 2015 Alain Poyart. Der Kanton Avesnes-sur-Helpe-Nord war 128 km² groß und hatte 9.182 Einwohner . Der Kanton bestand aus dem nördlichen Teil der Stadt Avesnes-sur-Helpe und 13 weiteren Gemeinden: Aniche • Annœullin • Anzin • Armentières • Aulnoye-Aymeries • Aulnoy-lez-Valenciennes • Avesnes-sur-Helpe • Bailleul • Cambrai • Le Cateau-Cambrésis • Caudry • Coudekerque-Branche • Croix • Denain • Douai • Dunkerque-1 • Dunkerque-2 • Faches-Thumesnil • Fourmies • Grande-Synthe • Hazebrouck • Lambersart • Lille-1 • Lille-2 • Lille-3 • Lille-4 • Lille-5 • Lille-6 • Marly • Maubeuge • Orchies • Roubaix-1 • Roubaix-2 • Saint-Amand-les-Eaux • Sin-le-Noble • Templeuve-en-Pévèle • Tourcoing-1 • Tourcoing-2 • Valenciennes • Villeneuve-d’Ascq • Wormhout Anzin | Arleux | Armentières | Avesnes-sur-Helpe-Nord | Avesnes-sur-Helpe-Sud | Bailleul-Nord-Est | Bailleul-Sud-Ouest | La Bassée | Bavay | Bergues | Berlaimont | Bouchain | Bourbourg | Cambrai-Est | Cambrai-Ouest | Carnières | Cassel | Le Cateau-Cambrésis | Clary | Condé-sur-l’Escaut | Coudekerque-Branche | Cysoing | Denain | Douai-Nord | Douai-Nord-Est | Douai-Sud | Douai-Sud-Ouest | Dunkerque-Est | Dunkerque-Ouest | Grande-Synthe | Gravelines | Haubourdin | Hautmont | Hazebrouck-Nord | Hazebrouck-Sud | Hondschoote | Landrecies | Lannoy | Lille-Centre | Lille-Est | Lille-Nord | Lille-Nord-Est | Lille-Ouest | Lille-Sud | Lille-Sud-Est | Lille-Sud-Ouest | Lomme | Marchiennes | Marcoing | Marcq-en-Barœul | Maubeuge-Nord | Maubeuge-Sud | Merville | Orchies | Pont-à-Marcq | Le Quesnoy-Est | Le Quesnoy-Ouest | Quesnoy-sur-Deûle | Roubaix-Centre | Roubaix-Est | Roubaix-Nord | Roubaix-Ouest | Saint-Amand-les-Eaux-Rive droite | Saint-Amand-les-Eaux-Rive gauche | Seclin-Nord | Seclin-Sud | Solesmes | Solre-le-Château | Steenvoorde | Tourcoing-Nord | Tourcoing-Nord-Est | Tourcoing-Sud | Trélon | Valenciennes-Est | Valenciennes-Nord | Valenciennes-Sud | Villeneuve-d’Ascq-Nord | Villeneuve-d’Ascq-Sud |
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