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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Ausnahme der §§ 108h Abs. 1, 238, 239, 261, 261b, 284 Z 3 und 284b (die in der jeweils geltenden Fassung anzuwenden sind) – so anzuwenden, dass abweichend von § 253b Abs. 1 1. an die Stelle des 738. Lebensmonates das 60. Lebensjahr tritt, wenn und sobald der Versicherte 540 Beitragsmonate erworben hat, 2. an die Stelle des 678. Lebensmonates das 55. Lebensjahr tritt, wenn und sobald die Versicherte 480 Beitragsmonate erworben hat; dabei gilt § 231 Z 1 mit der Maßgabe, dass Zeiten der freiwilligen Versicherung den Ersatzzeiten vorgehen; weiters sind als Beitragsmonate zu berücksichtigen: – bis zu 60 Ersatzmonate für Zeiten der Kindererziehung (§§ 227a oder 228a dieses Bundesgesetzes oder §§ 116a oder 116b GSVG oder §§ 107a oder 107b BSVG), die sich nicht mit Beitragsmonaten decken, – Ersatzmonate wegen eines Anspruches auf Wochengeld (§ 227 Abs. 1 Z 3), die sich nicht mit Ersatzmonaten nach § 227a oder nach § 228a decken, – Ersatzmonate für Zeiten eines Präsenz- oder Zivildienstes (§ 227 Abs. 1 Z 7 und 8 dieses Bundesgesetzes oder § 116 Abs. 1 Z 3 GSVG oder § 107 Abs. 1 Z 3 BSVG), – Ersatzmonate wegen eines Krankengeldbezuges (§ 227 Abs. 1 Z 6),
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(9) Abweichend von § 108h Abs. 1 hat der Bundesminister für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz in der Verordnung nach § 108 Abs. 5 für die Kalenderjahre 2006 und 2007 die Pensionsanpassung so vorzunehmen, dass 1. nur jene Pensionen, die das Fünfzehnfache der Höchstbeitragsgrundlage nach § 45 nicht überschreiten, mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen sind; 2. alle übrigen Pensionen mit einem Fixbetrag zu erhöhen sind, der der Erhöhung des Fünfzehnfachen der Höchstbeitragsgrundlage nach § 45 mit dem Anpassungsfaktor entspricht. (10) Abweichend von § 227 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 142/2004 sind nach dem 31. Dezember 2004 gelegene Monate des Besuches einer Bildungseinrichtung nach Z 1 dieser Bestimmung weiterhin als Versicherungsmonate für die Erfüllung der Wartezeit für Leistungen aus dem Versicherungsfall des Todes zu berücksichtigen. (11) Abweichend von § 253 Abs. 1 in der am 31. Dezember 2004 geltenden Fassung bestimmt sich das Anfallsalter für weibliche Versicherte, die das 60. Lebensjahr am oder nach dem 1. Jänner 2024 vollenden, nach § 3 des Bundesverfassungsgesetzes über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten, BGBl. Nr. 832/1992. Es ist das in der rechten Spalte genannte vollendete Lebensjahr, wenn die Versicherte in dem in der
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
§ 108h Abs. 1 keine Anpassung erfolgt ist. (6) Die landesgesetzlichen Ausführungsbestimmungen zu den §§ 148, 189 Abs. 3 und 302 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 179/2004 bzw. in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 101/2007 sind innerhalb von sechs Monaten zu erlassen und mit 1. Jänner 2008 in Kraft zu setzen. (7) Die §§ 138 Abs. 1 und 2 sowie 162 Abs. 1, 3 und 3a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 101/2007 sind auf Personen anzuwenden, bei denen der Versicherungsfall nach dem 31. Dezember 2007 eingetreten ist. (8) Zur finanziellen Absicherung der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Hauptverband bis zum 30. Juni 2008 in der Trägerkonferenz konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostendämpfung in der gesetzlichen Krankenversicherung im Ausmaß von 150 Millionen Euro zu beschließen. Diese Maßnahmen sind in der Weise darzustellen, dass daraus entsprechend dem § 14 Abs. 1 BHG die finanziellen Auswirkungen für die Krankenversicherungsträger hervorgehen. Stellt die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen durch eine längstens bis zum 31. Oktober 2008 zu erlassende Verordnung fest, dass durch die beschlossenen Maßnahmen und auf Grund deren finanzieller Darstellung die Effizienzsteigerung und die Kostendämpfung nicht erreicht werden können, so treten 1. die §§ 51 Abs. 1 Z 1 lit. a bis f in der Fassung der Z 10, 12, 14, 16, 18 und 20, Abs. 3 Z 1 lit. a bis c in der
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(10) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sind im Kalenderjahr 2008 alle Pensionen, die mehr als 746,99 € RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 354 von 478 07.12.25, 22:01§ 635. § 636. § 637. monatlich betragen, nicht mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen, sondern wie folgt zu erhöhen: Beträgt die Pension monatlich 1. mehr als 746,99 € bis zu 1 050 €, so ist sie um 21 € zu erhöhen; 2. mehr als 1 050 € bis zu 1 700 €, so ist sie mit dem Faktor 1,020 zu vervielfachen; 3. mehr als 1 700 € bis zu 2 161,50 €, so ist sie um einen Prozentsatz zu erhöhen, der zwischen den genannten Werten von 2,0 % auf 1,7 % linear absinkt; 4. mehr als 2 161,50 €, so ist sie um 36,75 € zu erhöhen. (11) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen, die jeweils den Richtsatz nach § 293 Abs. 1 lit. a sublit. bb in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 101/2007 nicht erreichen, so ist ausschließlich die Summe dieser Pensionen nach Abs. 10 zu erhöhen, wobei der Erhöhungsbetrag auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(12) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz hat der Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz in der Verordnung nach § 108 Abs. 5 für die Kalenderjahre 2009 und 2010 die Pensionsanpassung so vorzunehmen, dass 1. jene Pensionen, die 60 % der Höchstbeitragsgrundlage nach § 45 nicht überschreiten, für das Kalenderjahr 2009 mit dem Faktor 1,034 und für das Kalenderjahr 2010 mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen sind und 2. alle übrigen Pensionen mit einem Fixbetrag zu erhöhen sind, der der Erhöhung von 60 % der Höchstbeitragsgrundlage nach § 45 mit dem Faktor 1,034 für das Kalenderjahr 2009 und mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2010 entspricht. Schlussbestimmungen zum Bundesgesetz BGBl. I Nr. 91/2008 (1) Die §§ 67a bis 67d samt Überschriften, 112a samt Überschrift, 545 Abs. 8 und 625 Abs. 12 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 91/2008 treten zu dem Zeitpunkt in Kraft, in dem der Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz durch Verordnung feststellt, dass die zur Verfügung stehenden technischen Mittel für die Vollziehung der Bestimmungen über die AuftraggeberInnenhaftung für die von den Krankenversicherungsträgern einzuhebenden Beiträge und Umlagen geeignet sind. Bis zur Erlassung dieser Verordnung hat der Hauptverband dem Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz ab 1. Jänner 2009 monatlich einen Bericht über die technische Umsetzung der Bestimmungen über diese AuftraggeberInnenhaftung zu erstatten.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
3. § 108h Abs. 1 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 1. Jänner eines jeden Jahres und an die Stelle des 1. Jänner dieses Jahres jeweils der 1. November 2008 tritt; 4. § 108h Abs. 2 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 31. Dezember des vorangegangenen Jahres der 31. Oktober 2008 tritt. (2) Pensionen mit einem Stichtag 1. November 2008 und 1. Dezember 2008 sind mit Wirksamkeit ab ihrer Zuerkennung nach den Bestimmungen für die Pensionsanpassung für das Jahr 2009 zu erhöhen. (3) Die Richtsätze nach § 293 Abs. 1 sind für das Kalenderjahr 2009 abweichend von § 293 Abs. 2 in Verbindung mit § 108 Abs. 6 bereits mit Wirksamkeit ab 1. November 2008 zu vervielfachen. (4) Die Anpassung der Renten aus der Unfallversicherung für das Jahr 2009 hat unter Bedachtnahme auf § 640 nach folgenden Maßgaben zu erfolgen: 1. § 108g Abs. 1 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 1. Jänner eines jeden Jahres der 1. November 2008 tritt; 2. § 108g Abs. 2 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 31. Dezember des vorangegangen Jahres der 31. Oktober 2008 tritt; 3. Renten, die im November und Dezember 2008 gebühren, sind nach ihrer Zuerkennung nach den
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
4. § 108h Abs. 2 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 31. Dezember des vorangegangenen Jahres der 31. Oktober 2008 tritt. (2) Pensionen mit einem Stichtag 1. November 2008 und 1. Dezember 2008 sind mit Wirksamkeit ab ihrer Zuerkennung nach den Bestimmungen für die Pensionsanpassung für das Jahr 2009 zu erhöhen. (3) Die Richtsätze nach § 293 Abs. 1 sind für das Kalenderjahr 2009 abweichend von § 293 Abs. 2 in Verbindung mit § 108 Abs. 6 bereits mit Wirksamkeit ab 1. November 2008 zu vervielfachen. (4) Die Anpassung der Renten aus der Unfallversicherung für das Jahr 2009 hat unter Bedachtnahme auf § 640 nach folgenden Maßgaben zu erfolgen: 1. § 108g Abs. 1 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 1. Jänner eines jeden Jahres der 1. November 2008 tritt; 2. § 108g Abs. 2 ist so anzuwenden, dass an die Stelle des 31. Dezember des vorangegangen Jahres der 31. Oktober 2008 tritt; 3. Renten, die im November und Dezember 2008 gebühren, sind nach ihrer Zuerkennung nach den Bestimmungen für die Anpassung der Renten für das Jahr 2009 zu erhöhen. Schlussbestimmungen zu Art. 1 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 129/2008
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Die §§ 108h Abs. 1, 607 Abs. 12 und 14 sowie 636 Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 129/2008 treten rückwirkend mit 1. August 2008 in Kraft. (2) Werden die Anspruchsvoraussetzungen für die vorzeitige Alterspension (vorzeitige Knappschaftsalterspension) nach § 607 Abs. 12 erst unter Berücksichtigung der im vierten und fünften Teilstrich dieser Bestimmung in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 129/2008 genannten Ersatzzeiten als Beitragszeiten erfüllt, so fällt die Leistung RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 355 von 478 07.12.25, 22:01§ 638. § 639. § 641. § 642. abweichend von § 86 Abs. 3 Z 2 jedenfalls auch dann mit dem Monatsersten an, an dem die Voraussetzungen erfüllt werden oder der der Erfüllung der Voraussetzungen nachfolgt, frühestens jedoch mit 1. August 2008, wenn die Leistung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2008 beantragt wird. Die Rechtskraft bereits ergangener Entscheidungen steht dem nicht entgegen. Zuschuss zu den Energiekosten
7,907
JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(6) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sind im Kalenderjahr 2011 nur jene Pensionen, die den Betrag von 2 310 € monatlich nicht übersteigen, zu erhöhen. Beträgt die Pension monatlich 1. nicht mehr als 2 000 €, so ist sie mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen; 2. mehr als 2 000 € bis zu 2 310 €, so ist sie um einen Prozentsatz zu erhöhen, der zwischen den genannten Werten von 1,2 % auf 0,0 % linear absinkt. (7) Auf Personen, die Anspruch auf Invaliditätspension nach § 254 Abs. 2 oder auf Berufsunfähigkeitspension nach § 271 Abs. 2 oder auf Knappschaftsvollpension nach § 279 Abs. 2 haben, ist weiterhin die am 31. Dezember 2010 geltende Rechtslage anzuwenden, wenn der Stichtag vor dem 1. Jänner 2011 liegt. (7a) Abweichend von § 292 Abs. 8 dritter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 111/2010 gilt für die Ermittlung der Ausgleichszulage als monatliches Einkommen 1. im Jahr 2011 ein Betrag von 19 %, 2. im Jahr 2012 ein Betrag von 18 %, 3. im Jahr 2013 ein Betrag von 16 % des jeweiligen Richtsatzes. (8) Auf Personen, die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine vorzeitige Alterspension nach § 607 Abs. 12
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(4) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sind im Kalenderjahr 2012 nur jene Pensionen, die den Betrag von 3 300 € monatlich nicht übersteigen, mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen. Beträgt die Pension monatlich 1. mehr als 3 300 € bis zu 5 940 €, so ist sie um einen Prozentsatz zu erhöhen, der zwischen den genannten Werten von 2,7 % auf 1,5 % linear absinkt; 2. mehr als 5 940 €, so ist sie um 1,5 % zu erhöhen. Ein besonderer Steigerungsbetrag (§ 248) ist jedenfalls mit dem Anpassungsfaktor zu vervielfachen. Schlussbestimmung zu Art. 3 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 17/2012 § 664. Die §§ 4 Abs. 1 Z 11 sowie Abs. 2 Z 2 und 3, 10 Abs. 5, 14 Abs. 1 Z 9, 35 Abs. 2, 44 Abs. 1 Z 8a, 51 Abs. 4, 138 Abs. 2 lit. e, 162 Abs. 5 Z 1, 252 Abs. 2 sowie 292 Abs. 4 lit. p und r in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 17/2012 treten mit 1. Juni 2012 in Kraft. Schlussbestimmungen zu Art. 48 Teil 1 des 2. Stabilitätsgesetzes 2012, BGBl. I Nr. 35 (77. Novelle) (1) Es treten in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 35/2012 in Kraft: 1. mit 1. Jänner 2013 § 8 Abs. 1 Z 3 lit. e; 2. rückwirkend mit 1. Jänner 2012 die §§ 447a Abs. 4 erster Satz und Abs. 6 sowie 447f Abs. 11; 3. rückwirkend mit 1. Jänner 2012 § 658 Abs. 4.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(3) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sind die Pensionen in den Kalenderjahren 2013 und 2014 so zu erhöhen, dass der dem jeweiligen Anpassungsfaktor (§ 108f) entsprechende Erhöhungsprozentsatz 1. im Kalenderjahr 2013 um einen Prozentpunkt und 2. im Kalenderjahr 2014 um 0,8 Prozentpunkte vermindert wird. (4) § 255 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 35/2012 ist nur auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Dezember 2012 liegt, und zwar so, dass an die Stelle des vollendeten 60. Lebensjahres in den Kalenderjahren 2013 und 2014 das vollendete 58. Lebensjahr und in den Kalenderjahren 2015 und 2016 das vollendete 59. Lebensjahr tritt. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 362 von 478 07.12.25, 22:01§ 668. § 669. (5) Abweichend von § 292 Abs. 8 dritter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 35/2012 gilt für die Ermittlung der Ausgleichszulage als monatliches Einkommen im Jahr 2015 ein Betrag von 14 % des jeweiligen Richtsatzes.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz und Abs. 2 ist die Pensionserhöhung für das Kalenderjahr 2018 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 1 500 € monatlich beträgt, um 2,2%; 2. wenn es über 1 500 € bis zu 2 000 € monatlich beträgt, um 33 €; 3. wenn es über 2 000 € bis zu 3 355 € monatlich beträgt, um 1,6%; 4. wenn es über 3 355 € bis zu 4 980 € monatlich beträgt, um einen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 1,6% auf 0% linear absinkt. Beträgt das Gesamtpensionseinkommen mehr als 4 980 € monatlich, so findet keine Erhöhung statt. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2017 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch mit Ausnahme der Kinderzuschüsse und der Ausgleichszulage und vor Anwendung von Ruhensbestimmungen. Ausgenommen sind auch Pensionen, die nach § 108h Abs. 1 letzter Satz für das Kalenderjahr 2018 nicht anzupassen sind, sowie befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2017 endet. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Ausgenommen sind auch Pensionen, die nach § 108h Abs. 1 letzter Satz für das Kalenderjahr 2018 nicht anzupassen sind, sowie befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2017 endet. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2017 darauf Anspruch hat. (3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, die zum Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 zählen, so ist der Erhöhungsbetrag nach Abs. 1 auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen. (4) Abweichend von den §§ 293 Abs. 2 und 700 Abs. 5 sind die Ausgleichszulagenrichtsätze für das Kalenderjahr 2018 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,022 zu vervielfachen. (5) Rechtsträger, die Leistungen nach Abs. 2 dritter Satz auszahlen, haben die Höhe dieser Leistungen dem zuständigen Pensionsversicherungsträger mitzuteilen. Der Pensionsversicherungsträger hat sodann diesen Rechtsträgern das Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 mitzuteilen. (6)(Verfassungsbestimmung) Die Anpassung für das Kalenderjahr 2018 von Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014 , erfasst sind, darf die Erhöhung nach Abs. 1 unter Heranziehung des Gesamtpensionseinkommens (Abs. 2) nicht überschreiten.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pensionserhöhung für das Kalenderjahr 2019 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 1 115 € monatlich beträgt, um 2,6%; 2. wenn es über 1 115 € bis zu 1 500 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 2,6% auf 2% linear absinkt; 3. wenn es über 1 500 € bis zu 3 402 € monatlich beträgt, um 2%; 4. wenn es über 3 402 € monatlich beträgt, um 68 €. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2018 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, Pensionen, die nach § 108h Abs. 1 letzter Satz für das Kalenderjahr 2019 nicht anzupassen sind, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2018 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2018 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen:
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, Pensionen, die nach § 108h Abs. 1 letzter Satz für das Kalenderjahr 2019 nicht anzupassen sind, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2018 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2018 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen: 1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2018 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 264 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 264 Abs. 6a gebührt hat; 2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2018 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 254 Abs. 6 und 7 ergebenden Teilpension gebührt hat. (3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, die zum Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 zählen, so ist der Erhöhungsbetrag nach Abs. 1 auf die einzelne Pension im Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen. (4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2018 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2019 zu vervielfachen.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pensionserhöhung für das Kalenderjahr 2020 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 1 111 € monatlich beträgt, um 3,6%; 2. wenn es über 1 111 € bis zu 2 500 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,6% auf 1,8% linear absinkt; 3. wenn es über 2 500 € bis zu 5 220 € monatlich beträgt, um 1,8%; 4. wenn es über 5 220 € monatlich beträgt, um 94 €. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2019 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2019 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2019 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pensionserhöhung für das Kalenderjahr 2021 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 382 von 478 07.12.25, 22:01§ 745. § 746. (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 1 000 € monatlich beträgt, um 3,5%; 2. wenn es über 1 000 € bis zu 1 400 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,5% auf 1,5% linear absinkt; 3. wenn es über 1 400 € bis zu 2 333 € monatlich beträgt, um 1,5%; 4. wenn es über 2 333 € monatlich beträgt, um 35 €. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2020 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, befristete Pensionen, deren
7,916
JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
2. mit 1. Jänner 2022 die §§ 108h Abs. 1a, 262a samt Überschrift und 286a samt Überschrift; 3. rückwirkend mit 1. Oktober 2020 § 741 Abs. 2 Z 4 sowie Abs. 4 Z 15 und 16; 4. rückwirkend mit 1. Juni 2020 § 733 Abs. 15. (2) § 236 Abs. 4b tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2021 außer Kraft. (3) § 108h Abs. 1a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 28/2021 ist nur auf Leistungen anzuwenden, deren Stichtag (§ 223 Abs. 2) nach dem 31. Dezember 2020 liegt. (4) Auf Personen, die die Anspruchsvoraussetzungen nach § 236 Abs. 4b in der am 31. Dezember 2021 geltenden Fassung spätestens am 31. Dezember 2021 erfüllen, ist die genannte Bestimmung weiterhin anzuwenden; die §§ 262a und 286a sind dabei nicht anzuwenden. (5) Die §§ 262a und 286a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 28/2021 sind auf Pensionen anzuwenden, deren Stichtag nach dem 31. Dezember 2021 liegt. Schlussbestimmungen zu Art. 1 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 158/2020 (1) Es treten in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 158/2020 in Kraft: 1. mit 1. Jänner 2021 die §§ 733 Abs. 7, 8a bis 9, 11 und 12, 734, 735 Abs. 2a und 3, 736 Abs. 2 und 5 bis 8 sowie 747 samt Überschrift;
7,917
JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(3) § 108h Abs. 1a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 28/2021 ist nur auf Leistungen anzuwenden, deren Stichtag (§ 223 Abs. 2) nach dem 31. Dezember 2020 liegt. (4) Auf Personen, die die Anspruchsvoraussetzungen nach § 236 Abs. 4b in der am 31. Dezember 2021 geltenden Fassung spätestens am 31. Dezember 2021 erfüllen, ist die genannte Bestimmung weiterhin anzuwenden; die §§ 262a und 286a sind dabei nicht anzuwenden. (5) Die §§ 262a und 286a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 28/2021 sind auf Pensionen anzuwenden, deren Stichtag nach dem 31. Dezember 2021 liegt. Schlussbestimmungen zu Art. 1 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 158/2020 (1) Es treten in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 158/2020 in Kraft: 1. mit 1. Jänner 2021 die §§ 733 Abs. 7, 8a bis 9, 11 und 12, 734, 735 Abs. 2a und 3, 736 Abs. 2 und 5 bis 8 sowie 747 samt Überschrift; 2. rückwirkend mit 1. November 2020 der Abs. 3; 3. rückwirkend mit 1. Mai 2020 die §§ 306 Abs. 4 und 306a samt Überschrift; 4. rückwirkend mit 1. Juli 2017 § 162 Abs. 3. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno...
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 1a bis 2a ist die Pensionserhöhung für das bzw. im Kalenderjahr 2022 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 1 000 € monatlich beträgt, um 3,0%; 2. wenn es über 1 000 € bis zu 1 300 € monatlich beträgt, um jenen Prozentsatz, der zwischen den genannten Werten von 3,0% auf 1,8% linear absinkt; 3. wenn es über 1 300 € monatlich beträgt, um 1,8%. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2021 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2021 endet, Pensionen, die nach § 108h Abs. 1a vorletzter Satz für das Kalenderjahr 2022 nicht anzupassen sind, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2021 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2021 endet, Pensionen, die nach § 108h Abs. 1a vorletzter Satz für das Kalenderjahr 2022 nicht anzupassen sind, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2021 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2021 darauf Anspruch hat und die Leistung für das bzw. im Jahr 2022 anzupassen ist. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen: 1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2021 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 264 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 264 Abs. 6a gebührt hat; 2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2021 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 254 Abs. 6 und 7 ergebenden Teilpension gebührt hat. Zum Gesamtpensionseinkommen zählen auch die Ruhe- und Versorgungsbezüge nach dem Bundestheaterpensionsgesetz, BGBl. Nr. 159/1958, und nach dem Bundesbahn-Pensionsgesetz, BGBl. I Nr. 86/2001, die im Dezember 2021 gebühren und der Pensionsanpassung zum 1. Jänner 2022 unterliegen. (3) Bezieht eine Person zwei oder mehrere Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, die zum
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Verhältnis der Pensionen zueinander aufzuteilen. Auf den so ermittelten Anteil des Erhöhungsbetrages ist § 108h Abs. 1a erster Satz entsprechend anzuwenden. (4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2021 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2022 zu vervielfachen. (5) Abweichend von § 293 Abs. 2 sind die Ausgleichszulagenrichtsätze einschließlich der Richtsatzerhöhung für Kinder für das Kalenderjahr 2022 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,030 zu vervielfachen. (6) Abweichend von § 299a Abs. 9 sind für das Kalenderjahr 2022 die Beträge nach § 299a Abs. 1 Z 2 und Abs. 2 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern mit dem Faktor 1,02546 zu vervielfachen. (7) Rechtsträger, die Leistungen nach Abs. 2 dritter Satz auszahlen, haben die Höhe dieser Leistungen dem zuständigen Pensionsversicherungsträger bis zum 31. Dezember 2021 im Wege der zu diesem Zweck beim Dachverband eingerichteten Meldeschiene mitzuteilen. Auf dieselbe Weise hat der Pensionsversicherungsträger sodann diesen Rechtsträgern das Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 mitzuteilen. Einmalzahlung 2022 (1) Allen Personen, die im Dezember 2021 Anspruch auf Ausgleichszulage nach § 292 haben, gebührt eine
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz und Abs. 1a bis 2a ist die Pensionserhöhung für das bzw. im Kalenderjahr 2023 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 5 670 € monatlich beträgt, um 5,8%; 2. wenn es über 5 670 € monatlich beträgt, um 328,86 €. Dies gilt auch in den Fällen des Abs. 6. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2022 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2022 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2022 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2022 darauf Anspruch hat und die Leistung für das bzw. im Jahr 2023 anzupassen ist. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen:
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Gesamtpensionseinkommen entspricht. Auf den so ermittelten Anteil des Erhöhungsbetrages ist § 108h Abs. 1a erster Satz entsprechend anzuwenden. (4) Bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2022 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, ist abweichend von den Abs. 1 und 2 die mit dem Hundertsatz von 60 bemessene Pension mit dem Anpassungsfaktor für das Kalenderjahr 2023 zu vervielfachen. (5) Rechtsträger, die Leistungen nach Abs. 2 dritter und letzter Satz auszahlen, haben die Höhe dieser Leistungen dem zuständigen Pensionsversicherungsträger bis zum 31. Dezember 2022 im Wege der zu diesem Zweck beim Dachverband eingerichteten Meldeschiene mitzuteilen. Auf dieselbe Weise hat der Pensionsversicherungsträger sodann diesen Rechtsträgern das Gesamtpensionseinkommen nach Abs. 2 mitzuteilen. (6) § 108h Abs. 1a ist so anzuwenden, dass die erstmalige Anpassung mindestens in jener Höhe gebührt, die sich aus der Vervielfachung mit dem Faktor 1,029 ergibt; auch Leistungen mit Stichtag im November und Dezember des der Anpassung vorangegangenen Kalenderjahres sind in diesem Ausmaß zu erhöhen. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 389 von 478 07.12.25, 22:01§ 776. § 779.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(6) § 108h Abs. 1a ist so anzuwenden, dass die erstmalige Anpassung mindestens in jener Höhe gebührt, die sich aus der Vervielfachung mit dem Faktor 1,029 ergibt; auch Leistungen mit Stichtag im November und Dezember des der Anpassung vorangegangenen Kalenderjahres sind in diesem Ausmaß zu erhöhen. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 389 von 478 07.12.25, 22:01§ 776. § 779. (7)(Verfassungsbestimmung) Die Anpassung für das Kalenderjahr 2023 von Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014 , erfasst sind, darf die Erhöhung nach Abs. 1 unter Heranziehung des Gesamtpensionseinkommens (Abs. 2) und unter Berücksichtigung des Abs. 3 nicht überschreiten. Umfasst sind jedenfalls jene auf landesgesetzlichen Regelungen basierenden Leistungen, für die nach § 10 Abs. 6 BezBegrBVG, BGBl. I Nr. 64/1997, eine Befugnis zur Festlegung eines Sicherungsbeitrages besteht. Direktzahlung für das Jahr 2023 (1) Personen, die im Jänner 2023 Anspruch auf eine oder mehrere Pensionen und ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben, gebührt eine Direktzahlung für das Jahr 2023. Die Direktzahlung beläuft sich bei Zutreffen der in der linken Spalte genannten monatlichen Höhe des Gesamtpensionseinkommens auf den in der rechten Spalte
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(3) § 108h Abs. 1a ist bei den Pensionsanpassungen für die Kalenderjahre 2024 und 2025 nicht anzuwenden. Schlussbestimmung zu Art. 2 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 81/2023 § 784. § 342 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 81/2023 tritt mit 1. August 2023 in Kraft und ist auf Auswahlverfahren anzuwenden, die ab diesem Zeitpunkt eingeleitet wurden. Übergangsbestimmung zur Beschaffung von Schutzausrüstung (1) § 741 samt Überschrift tritt mit Ablauf des 30. Juni 2023 außer Kraft. (2) Der Bund hat der Österreichischen Gesundheitskasse die ausgewiesenen tatsächlichen Kosten für die bis 30. Juni 2023 beschafften Produkte und für die bis 31. Dezember 2023 notwendige Logistik und Lagerhaltung aus dem COVID-19-Krisenbewältigungsfonds zu ersetzen. (3) Die beruflichen und gesetzlichen Interessenvertretungen der Leistungserbringer/innen nach § 741 Abs. 4 in der am 30. Juni 2023 geltenden Fassung sind ab 1. Juli 2023 berechtigt, über Produkte, welche den Bedarf der Leistungserbringer/innen übersteigen, zugunsten der Bundesländer, der Bundesministerien und sonstiger Bundeseinrichtungen, der Sozialversicherungsträger oder anderer Einrichtungen unentgeltlich zu verfügen. Die Interessenvertretungen haben die Österreichische Gesundheitskasse über die getroffenen Verfügungen zu informieren. Schlussbestimmungen zu Art. 4 des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 69/2023
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a sowie unter Bedachtnahme auf § 783 Abs. 3 ist die Pensionserhöhung für das bzw. im Kalenderjahr 2024 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 5 850 € monatlich beträgt, um 9,7%; 2. wenn es über 5 850 € monatlich beträgt, um 567,45 €. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2023 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2023 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2023 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2023 darauf Anspruch hat und die Leistung nach dem jeweiligen Materiengesetz für das bzw. im Jahr 2024 anzupassen ist. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen:
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a sowie unter Bedachtnahme auf § 783 Abs. 3 ist die Pensionserhöhung für das bzw. im Kalenderjahr 2025 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 6 060 € monatlich beträgt, um 4,6%; 2. wenn es über 6 060 € monatlich beträgt, um 278,76 €. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2024 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2024 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2024 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2024 darauf Anspruch hat und die Leistung nach dem jeweiligen Materiengesetz für das bzw. im Jahr 2025 anzupassen ist. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen:
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(1) Abweichend von § 108h Abs. 1 erster Satz sowie Abs. 2 und 2a ist die Pensionserhöhung für das bzw. im Kalenderjahr 2026 nicht mit dem Anpassungsfaktor, sondern wie folgt vorzunehmen: Das Gesamtpensionseinkommen (Abs. 2) ist zu erhöhen 1. wenn es nicht mehr als 2 500 € monatlich beträgt, um 2,7%; 2. wenn es über 2 500 € monatlich beträgt, um 67,50 €. Auf den so ermittelten Erhöhungsbetrag ist § 108h Abs. 1a erster Satz entsprechend anzuwenden. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2025 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2025 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2025 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2025 darauf Anspruch hat und die Leistung nach dem jeweiligen Materiengesetz für das bzw. im Jahr 2026 anzupassen ist. Zum
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Auf den so ermittelten Erhöhungsbetrag ist § 108h Abs. 1a erster Satz entsprechend anzuwenden. (2) Das Gesamtpensionseinkommen einer Person ist die Summe aller ihrer Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, auf die nach den am 31. Dezember 2025 in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand, jedoch vor Anwendung von Ruhens- und Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter Satz. Ausgenommen sind Kinderzuschüsse, die Ausgleichszulage, der Bonus nach § 299a, befristete Pensionen, deren Anspruchsdauer mit Ablauf des 31. Dezember 2025 endet, sowie Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember 2025 durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt. Als Teil des Gesamtpensionseinkommens gelten auch alle Leistungen, die vom Sonderpensionenbegrenzungsgesetz, BGBl. I Nr. 46/2014, erfasst sind, wenn die pensionsbeziehende Person am 31. Dezember 2025 darauf Anspruch hat und die Leistung nach dem jeweiligen Materiengesetz für das bzw. im Jahr 2026 anzupassen ist. Zum Gesamtpensionseinkommen sind heranzuziehen: 1. eine Hinterbliebenenpension in der Höhe, in der sie im Dezember 2025 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer Erhöhung nach § 264 Abs. 6 oder einer Verminderung nach § 264 Abs. 6a gebührt hat; 2. eine Invaliditäts(Berufsunfähigkeits)pension in der Höhe, in der sie im Dezember 2025 bei Zutreffen der Voraussetzungen unter Berücksichtigung einer sich nach § 254 Abs. 6 und 7 ergebenden Teilpension gebührt
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
§ 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes. (6) Ergibt die Neubemessung nach Abs. 1 oder 2 einen niedrigeren monatlichen Pensionsbetrag, als er nach den bisherigen Bestimmungen nach Ausscheiden allfälliger Kinderzuschüsse oder eines allfälligen Hilflosenzuschusses gebührte, so ist die monatliche Pension in dem sich nach den bisherigen Bestimmungen ergebenden Ausmaß weiterzugewähren. Führt die Anwendung der Ruhensbestimmungen unter Heranziehung der Berechnung nach Abs. 3 zu einem niedrigeren Pensionsbetrag, so ruht die neubemessene Pension nur so weit, daß der bisherige Pensionsbetrag nach Berücksichtigung der Ruhensbestimmungen gewahrt bleibt. (7) Die Neubemessung nach Abs. 1 und 2 ist von Amts wegen vorzunehmen. Auf Grund der Neubemessung ist eine Neufeststellung der Ausgleichszulage im Sinne des § 296 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes nicht vorzunehmen. Die sich bei der Neubemessung ergebenden Mehrbeträge vermindern jedoch eine zu der Pension gebührende Ausgleichszulage. Über die Neubemessung ist ein schriftlicher Bescheid nur zu erteilen, wenn der RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 415 von 478 07.12.25, 22:01Berechtigte dies bis 31. Dezember 1970 verlangt. Artikel II Übergangsbestimmungen
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
unbeschadet der nach § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes vorzunehmenden Anpassung mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1974 und ab 1. Juli 1975 jeweils mit dem 1,030fachen zu vervielfachen. Der Vervielfachung ist die Pension zugrunde zu legen, auf die nach den am 30. Juni 1974 bzw. am 30. Juni 1975 in Geltung stehenden Vorschriften Anspruch besteht, wobei im übrigen § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden ist, daß allenfalls gebührende Kinderzuschüsse, soweit sie nicht in der Höhe des Mindestbetrages gewährt werden, ebenfalls jeweils mit dem 1,030fachen zu vervielfachen sind. Die Vervielfachung erstreckt sich im gleichen Verhältnis auf alle Pensionsbestandteile. (4) Die Bestimmungen des Abs. 3 sind entsprechend auch auf die Hinterbliebenenpensionen anzuwenden, bei denen der Stichtag nach dem 31. Dezember 1972 liegt und die von Pensionen bemessen wurden, auf die Abs. 3 angewendet wurde bzw. anzuwenden gewesen wäre. (5) Die Pensionen aus der Pensionsversicherung, bei denen der Stichtag im Jahre 1973 liegt und auf die nicht bereits Abs. 4 anzuwenden ist, sind mit Wirksamkeit ab 1. Jänner 1974 mit dem 1,075fachen zu vervielfachen. Der Vervielfachung ist die Pension zugrunde zu legen, auf die nach den am 31. Dezember 1973 in Geltung stehenden Vorschriften Anspruch besteht, wobei im übrigen § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden ist, daß allenfalls gebührende Kinderzuschüsse, soweit sie nicht in der Höhe des
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Anspruch besteht, wobei im übrigen § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden ist, daß allenfalls gebührende Kinderzuschüsse, soweit sie nicht in der Höhe des Mindestbetrages gewährt werden, ebenfalls jeweils mit dem 1,030fachen zu vervielfachen sind. Die Vervielfachung erstreckt sich im gleichen Verhältnis auf alle Pensionsbestandteile. (4) Die Bestimmungen des Abs. 3 sind entsprechend auch auf die Hinterbliebenenpensionen anzuwenden, bei denen der Stichtag nach dem 31. Dezember 1972 liegt und die von Pensionen bemessen wurden, auf die Abs. 3 angewendet wurde bzw. anzuwenden gewesen wäre. (5) Die Pensionen aus der Pensionsversicherung, bei denen der Stichtag im Jahre 1973 liegt und auf die nicht bereits Abs. 4 anzuwenden ist, sind mit Wirksamkeit ab 1. Jänner 1974 mit dem 1,075fachen zu vervielfachen. Der Vervielfachung ist die Pension zugrunde zu legen, auf die nach den am 31. Dezember 1973 in Geltung stehenden Vorschriften Anspruch besteht, wobei im übrigen § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden ist, daß allenfalls gebührende Kinderzuschüsse, soweit sie nicht in der Höhe des Mindestbetrages gewährt werden, ebenfalls mit dem 1,075fachen zu vervielfachen sind. Die Vervielfachung erstreckt sich im gleichen Verhältnis auf alle Pensionsbestandteile. (6) Die Bestimmungen des Abs. 5 sind entsprechend auch auf Hinterbliebenenpensionen anzuwenden, bei denen
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Vorschriften Anspruch besteht, wobei im übrigen § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend mit der Maßgabe anzuwenden ist, daß allenfalls gebührende Kinderzuschüsse, soweit sie nicht in der Höhe des Mindestbetrages gewährt werden, ebenfalls mit dem 1,075fachen zu vervielfachen sind. Die Vervielfachung erstreckt sich im gleichen Verhältnis auf alle Pensionsbestandteile. (6) Die Bestimmungen des Abs. 5 sind entsprechend auch auf Hinterbliebenenpensionen anzuwenden, bei denen der Stichtag am 1. Jänner 1974 liegt und die von Pensionen bemessen wurden, auf die Abs. 5 anzuwenden gewesen wäre. (7) Der Betrag nach § 522k Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes erhöht sich ab 1. Juli 1974 auf 714 S. Der am 30. Juni 1975 nach § 522k Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in Geltung stehende Betrag ist mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1975 mit dem 1,030fachen zu vervielfachen. (8) Die Beträge der Richtsätze und der Richtsatzerhöhung nach § 293 Abs. 1 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes sind unbeschadet der nach § 293 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes vorzunehmenden Anpassung mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1975 mit dem 1,030fachen zu vervielfachen. Der Vervielfachung sind die Beträge zugrunde zu legen, die am 30. Juni 1975 in Geltung stehen. Die vervielfachten Beträge sind auf volle Schillinge zu runden. Die sich hienach ergebenden Beträge sind durch Verordnung des Bundesministers für soziale
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
auf § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes ab 1. Juni 1981 zu einem Drittel, ab 1. Jänner 1989 zu zwei Drittel und ab 1. Jänner 1995 in voller Höhe. Die Teilung erstreckt sich verhältnismäßig auf den als Grundbetrag und den als Steigerungsbetrag geltenden Betrag. (9) Die Abs. 5 und 8 gelten nicht für Witwerrenten bzw. Witwerpensionen, die auch bei Weitergeltung der am 31. Mai 1981 in Geltung gestandenen Fassung des § 216 bzw. des § 259 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes gebührt hätten. (10) Die Bestimmungen der §§ 261 Abs. 4, 284 Abs. 4 und 285 Abs. 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 16, 22 bzw. 23 sind nur in den Fällen anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Mai 1981 liegt. (11) Die Bestimmung des § 265 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 18 ist nur in den Fällen anzuwenden, in denen die Wiederverehelichung nach dem 31. Mai 1981 erfolgt. Artikel II Übergangsbestimmungen (Anm.: aus BGBl. Nr. 749/1988, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) § 239 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der am 31. Dezember 1987 in Geltung gestandenen
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(10) § 108h Abs. 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 20 ist auf Fälle, in denen der Stichtag für die entzogene (erloschene) Pension vor dem 1. Jänner 1965 liegt, mit der Maßgabe anzuwenden, daß vor der Vervielfachung mit dem Anpassungsfaktor (den Anpassungsfaktoren) die Neubemessungsvorschriften der 13. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 320/1963 , und der 14. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 301/1964, auf die Bemessungsgrundlage entsprechend anzuwenden sind. (11) Die Bestimmungen des Art. I Z. 23 und 31 gelten ab 1. Jänner 1969 auch für Versicherungsfälle, die vor dem 1. Jänner 1969 eingetreten sind. (12) Die Bestimmungen des Art. I Z. 46 sind ab 1. Jänner 1969 auch auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag vor dem 1. Jänner 1969 liegt bzw. der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1956 eingetreten ist. (13) Ab 1. Jänner 1969 sind die Renten aus der Unfallversicherung, wenn und soweit ein in der Satzung festgesetzter Durchschnittssatz die Bemessungsgrundlage bildet und ihnen ein vor dem 1. Jänner 1969 eingetretener Versicherungsfall zugrunde liegt, unter Anwendung des § 181 Abs. 1 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 27 neu zu bemessen. Dies gilt nach dem 31. Dezember 1968 entsprechend auch für die nach einem in der Satzung festgesetzten Durchschnittssatz bemessenen anderen Geldleistungen sowie bei der Feststellung (Neufeststellung) von Leistungen, die nach der Rechtslage am 31. Dezember 1968 mit einem in der Satzung
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(8) Abweichend von den Bestimmungen des § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes sind Pensionen RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 429 von 478 07.12.25, 22:01aus der Pensionsversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz mit einem Stichtag in den Jahren 1963 und 1964 am 1. Jänner 1966 mit dem Anpassungsfaktor 1,035 zu vervielfachen. Bei Hinterbliebenenpensionen ist jedoch die Vervielfachung mit dem Anpassungsfaktor 1,070 vorzunehmen, wenn diese Pensionen von der Pension bemessen wurden, auf die der Verstorbene am Stichtag Anspruch hatte. (9) Die Bestimmungen des Art. I Z. 21, 22, 23 lit. d und 24 sind nur auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Mai 1965 liegt. Liegt der Stichtag im Jahre 1965, sind an Stelle der Aufwertungsfaktoren nach § 108c des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes die Faktoren nach Anlage 5 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes heranzuziehen. (10) Die auf Grund der Bestimmungen des § 292 Abs. 2 lit. l des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 34 und auf Grund der Bestimmungen des § 89 Abs. 2 lit. k des Gewerblichen Selbständigen- Pensionsversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. II Z. 13 gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen. (11) Die mit Inkrafttreten der Bestimmungen des Art. I Z. 35 und Art. II Z. 14 auf Grund dieser Bestimmungen
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
vorzunehmenden Vervielfachung mit dem für 1984 festgesetzten Anpassungsfaktor (§ 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) hat bei Pensionen, zu denen am 31. Dezember 1983 nach den in diesem Zeitpunkt in Geltung gestandenen Vorschriften Wohnungsbeihilfe gebührt, mindestens 31 S zu betragen. (8) Abweichend von der Bestimmung des § 10 Abs. 1 Z 1 erster Satz zweiter Halbsatz des Notarversicherungsgesetzes, BGBl. Nr. 66/1972 , sind bei Einkünften aus unselbständiger Tätigkeit Abfertigungen, Beihilfen auf Grund der besonderen gesetzlichen Vorschriften über den Familienlastenausgleich und Auslagenersätze (zB Fahrtkostenvergütungen, Tages- und Nächtigungsgelder), soweit diese die tatsächlichen Aufwendungen oder die jeweils nicht einkommensteuerpflichtigen Pauschalbeträge nicht übersteigen, ausgenommen. Artikel IV Übergangsbestimmungen (Anm.: aus BGBl. Nr. 484/1984, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) An die Stelle des in § 73 Abs. 5 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 8 lit. b genannten Einbehaltes von 3 vH der Pension (der Pensionssonderzahlung) tritt für jede von der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaues zur Auszahlung gelangenden Pension und Pensionssonderzahlung mit Ausnahme von Waisenpensionen im Jahre 1986 der Hundertsatz von 1, im Jahre 1987 und bis 30. Juni 1988 der Hundertsatz von 2.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
Anpassung im Sinne des § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes jener Hundertsatz anzuwenden, der für das Jahr, in das der Stichtag fällt, gegolten hat. (12) Der Ermittlung des Einbehaltes gemäß § 73 Abs. 5 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 45 ist die jeweils gebührende Ausgleichszulage im Jahre 1973 nur mit einem Drittel, im Jahre 1974 nur mit zwei Dritteln ihres Betrages zugrunde zu legen. (13) Hat die Weiterversicherung in der Pensionsversicherung am 31. Dezember 1972 bestanden oder wird sie nachträglich für diese Zeit begründet, so gilt die um ein Sechstel ihres Betrages erhöhte letzte Beitragsgrundlage, sofern sie nicht unter Anwendung des Abs. 16 zustandegekommen ist, mit folgender Maßgabe als Beitragsgrundlage im Sinne des § 76a Abs. 1 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 48: a) wurde die Beitragsgrundlage nach den am 31. Dezember 1972 in Geltung gestandenen Vorschriften mit dem ihrer zeitlichen Lagerung entsprechenden Aufwertungsfaktor (§ 108c) aufgewertet oder begann die ihr zugrunde liegende Weiterversicherung im Jahre 1970, so ist diese Beitragsgrundlage mit 1,235 zu vervielfachen; b) begann die der Beitragsgrundlage zugrunde liegende Weiterversicherung im Jahre 1971, so ist diese Beitragsgrundlage mit 1,166 zu vervielfachen; c) begann die der Beitragsgrundlage zugrunde liegende Weiterversicherung im Jahre 1972, so ist diese
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(2) Abweichend von § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes ist die Anpassung der Pensionen im Jahr 1988 mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1988 vorzunehmen. (3) Abweichend von § 108g des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes ist die Anpassung der Renten im Jahr 1988 mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1988 vorzunehmen. Renten aus der Unfallversicherung, die nach festen Beträgen bemessen sind, sind nur dann anzupassen, wenn der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1988 eingetreten ist. (4) Abweichend von den §§ 105a Abs. 2, 262 Abs. 2, 283 und 522k Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes sind die dort genannten festen Beträge in Verbindung mit § 108i des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes im Jahr 1988 mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1988 anzupassen. (5) Pensionsberechtigte, die im Jänner 1988 ausschließlich wegen der Verschiebung der Anpassung auf den 1. Juli 1988 Anspruch auf Ausgleichszulage hätten, erhalten den Unterschiedsbetrag zwischen der Summe aus Pension, Nettoeinkommen (§ 292 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) und den gemäß § 294 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes zu berücksichtigenden Beträgen einerseits und dem Richtsatz (§ 293 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) andererseits für die Monate Jänner bis Juni 1988 als Zuschlag zur Pension. Dieser Zuschlag gilt für den Pensionsbezieher als Pensionsbestandteil, ist aber bei der Bemessung eines allfälligen Hilflosenzuschusses außer Betracht zu lassen.
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
§ 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes entsprechend anzuwenden ist. (3) Zu Renten aus der Unfallversicherung, die nicht nach festen Beträgen bemessen sind, die im Monat Juli bezogen werden und bei denen der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1989 eingetreten ist, gebührt eine außerordentliche Sonderzahlung. Die außerordentliche Sonderzahlung gebührt, wenn der Versicherungsfall vor dem 1. Juli 1988 eingetreten ist, in der Höhe von 7 vH, wenn der Versicherungsfall nach dem 30. Juni 1988, aber vor dem 1. Jänner 1989 eingetreten ist, in der Höhe von 3,5 vH der für den Monat Juni ausgezahlten Rente einschließlich der Zuschüsse. Zu Renten aus der Unfallversicherung, die nach festen Beträgen bemessen sind, die im Monat Juli bezogen werden und bei denen der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1990 eingetreten ist, gebührt eine außerordentliche Sonderzahlung in der Höhe von 7 vH der für den Monat Juni ausgezahlten Rente einschließlich der Zuschüsse. Zu a) allen Pensionen aus der Pensionsversicherung, für die der Stichtag (§ 223 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) vor dem 1. Jänner 1990 liegt, b) allen Hinterbliebenenpensionen, für die der Stichtag (§ 223 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) in der Zeit vom Jänner bis Juli 1990 liegt, wenn diese Pensionen von der Pension bemessen wurden, auf die der Verstorbene am Todestag Anspruch hatte, die im Monat Juli bezogen werden, gebührt eine außerordentliche Sonderzahlung. In den Fällen der lit. b gebührt die
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
§ 108h Abs. 4 zur Anwendung gelangt ist, sind mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1990 neu zu bemessen. Artikel VII Schlußbestimmungen RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 465 von 478 07.12.25, 22:01(Anm.: aus BGBl. Nr. 741/1990, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Abweichend von den Bestimmungen der §§ 108e und 108f des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes beträgt für das Jahr 1991 der Anpassungsfaktor (§ 108f des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) 1,050. (Anm.: Abs. 2 und 3 betreffen andere Rechtsvorschriften) (4) Abweichend von den Bestimmungen des § 108a des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes beträgt für das Jahr 1991 die Aufwertungszahl (§ 108a des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) 1,043. (Anm.: Abs. 5 und 6 betreffen andere Rechtsvorschriften) (7) Dem Artikel VII der 49. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 294/1990 , werden folgende Absätze angefügt: „(7) Auf Pensionen aus den Versicherungsfällen des Alters, mit Ausnahme des Knappschaftssoldes, für die der Stichtag (§ 223 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) in der Zeit vom Jänner bis Juli 1990 liegt, ist Abs. 3
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JFR_20231204_23G00197_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
§ 108h Abs. 4 zur Anwendung gelangt ist, sind mit Wirksamkeit ab 1. Juli 1990 neu zu bemessen.“ (Anm.: Abs. 8 und 9 betreffen andere Rechtsvorschriften) Artikel VIII. Wirksamkeitsbeginn. (Anm.: aus BGBl. Nr. 13/1962, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Dieses Bundesgesetz tritt, soweit nichts anderes bestimmt wird, am 1. Jänner 1962 in Kraft. (2) Es treten in Kraft a) rückwirkend mit dem 1. Jänner 1956 die Bestimmungen des Art. V Z. 67; b) rückwirkend mit dem 1. Juli 1958 die Bestimmung des Art. IV Z. 24; c) rückwirkend mit dem 1. Jänner 1961 die Bestimmungen des Art. IV Z. 13 lit. a, 17, 21, 37 lit. a, 50 bis 53, des Art. V Z. 69 lit. a, 71 und 78 (letztere nur hinsichtlich der Anlage 11 zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz) und des Art. VII Abs. 3, 8 und 9; d) mit dem Beginn der Beitragsperiode Jänner 1962 die Bestimmungen des Art. I Z. 21 bis 28; e) mit dem 1. Jänner 1963 die Bestimmungen des Art. V Z. 37; f) mit dem Ablauf des Tages der Kundmachung dieses Bundesgesetzes die Bestimmungen des Art. II Z. 23 und
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum04.12.2023GeschäftszahlG197/2023 uaSammlungsnummer20646LeitsatzAbweisung von Anträgen auf Aufhebung von Bestimmungen des ASVG, GSVG, BSVG und BundestheaterpensionsG betreffend die Aliquotierung der ersten jährlichen Anpassung von Pensionen; kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz; Modell der – in den Kalenderjahren 2024 und 2025 entfallenden – Aliquotierung im weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen; keine Bedenken dagegen, dass der Pensionsstichtag von Frauen auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze überwiegend in die zweite Jahreshälfte fallen wird; keine unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten, die bereits mit Ablauf des Monats, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden, auf schriftliche Erklärung hin in den Ruhestand gehen könnenRechtssatzAbweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 idF BGBl I 210/2021, des §41 Abs8 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §41 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG idF BGBl I 210/2021, des §11 Abs9 leg cit idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 leg cit idF BGBl I 175/2022, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG idF BGBl I 210/2021 sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG idF BGBl I 28/2021, des §775 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022 bzw idF BGBl I 176/2022, des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, des §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und des §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG idF BGBl I 28/2021, des §401 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG idF BGBl I 28/2021, des §395 Abs6 leg cit idF BGBl I 175/2022, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit idF BGBl I 175/2022 und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit idF BGBl I 175/2022.Abweisung der Anträge auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, näher bezeichneter Sätze in §41 Abs2 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §41 Abs8 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §41 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §11 Abs1 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021,, des §11 Abs9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, mehrerer Sätze in §37 Abs2 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 210 aus 2021, sowie des §37 Abs8 und 9 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G266/2023 ua, G1591/2023 ua, G2339/2023 ua und G3131/2023 ua auf Aufhebung des §108h Abs1a ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §775 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, eines Satzes in §775 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, bzw in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 176 aus 2022,, des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, des §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und des §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,. Abweisung der Anträge zu G1482/2023 ua und G2905/2023 ua auf Aufhebung des §50 Abs1a GSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §401 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §401 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §401 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, sowie den Antrag zu G2487/2023 auf Aufhebung des §46 Abs1a BSVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 28 aus 2021,, des §395 Abs6 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, eines Satzes in §395 Abs1 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und eines Satzes in §395 Abs3 leg cit in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 idF BGBl I 175/2022, §11 Abs10 BThPG idF BGBl I 175/2022 und §37 Abs9 BB-PG idF BGBl I 175/2022.Zurückweisung der zu G266/2023 ua protokollierten Anträge auf Aufhebung des §41 Abs9 PG 1965 in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,, §11 Abs10 BThPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022, und §37 Abs9 BB-PG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 175 aus 2022,.Mit dem Budgetbegleitgesetz 2003 wurde eine verzögerte Pensionsanpassung für den Erstbezug in Geltung gesetzt, indem in §108h Abs1 letzter Satz ASVG vorgesehen wurde, dass die erstmalige Anpassung erst mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des dem Stichtag zweitfolgenden Kalenderjahres vorzunehmen ist. Die Regelungen betreffend dieses "Wartejahrs" bewirkten, dass Personen, die im Jänner ihre Pension antraten, 24 Monate auf ihre erstmalige Pensionsanpassung warteten, Personen, die etwa im Dezember desselben Jahres ihren Pensionsantritt hatten, hingegen nur 13 Monate. Die gleiche Regelung wurde auch in §41 Abs2 PG 1965 aufgenommen. In den Materialien zum Budgetbegleitgesetz 2003 wurden diese budgetwirksamen Maßnahmen mit der mittel- und langfristigen Sicherung der Pensionen begründet. Gegen eine solche verzögerte Pensionsanpassung sind weder in der Judikatur noch in der Literatur verfassungsrechtliche Bedenken erhoben worden.Mit dem SVÄG 2020 hat der Gesetzgeber nunmehr ein – im Vergleich zum "Wartejahr" revidiertes – System geschaffen, in dem der Anpassungsfaktor unter Bezugnahme auf den jeweiligen Monat des Pensionsantrittes und der erstmaligen Anpassung differenzierter gestaltet wird. In diesem System beträgt der längste Zeitraum bis zu ersten Pensionsanpassung (für jene Personen, die im November ihren Stichtag haben) 14 Monate.Der Gesetzgeber belastet die angefochtenen Bestimmungen nicht mit Verfassungswidrigkeit, wenn er sich im Rahmen des ihm eingeräumten weiten rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes zur Erhaltung der Kaufkraft von Pensionen bei der erstmaligen Pensionserhöhung für ein Modell der verzögerten Anpassung in Form einer Aliquotierung entscheidet. Die dabei auftretenden Ungleichbehandlungen (Einbußen, wenn der Pensionsbeginn näher am Jahresende liege und der erste Anpassungsfaktor besonders hoch ist) sind auch Folge der jährlichen Pensionsanpassung mit 1. Jänner. Der VfGH vermag keine Verfassungswidrigkeit der angefochtenen Bestimmungen zu erkennen, zumal der Gesetzgeber infolge des Auftretens von Veränderungen der von ihm – unbedenklicherweise – für maßgeblich erachteten Parameter, die das Erreichen des angestrebten Zieles vereiteln, durch Gesetzesänderungen eingegriffen hat, um unerwünschte Auswirkungen abzumildern oder hintanzuhalten.Der VfGH hat nicht zu prüfen, ob der Gesetzgeber mit dem angefochtenen System die sachgerechteste Lösung getroffen hat. Anzumerken ist, dass sich das von den Antragstellern angestrebte Ergebnis (volle erstmalige Pensionsanpassung für alle Personen, unabhängig von ihrem Pensionsstichtag, jeweils mit Wirksamkeit ab 1. Jänner des Folgejahres) durch die unterschiedliche Wartedauer auf die erstmalige Erhöhung ebenso auf die weitere Bezugsdauer auswirken würde wie das an Stichtage anknüpfende System, das die angefochtenen Bestimmungen ausgestalten. Durch das derzeit in §108h Abs1 ASVG geregelte System erfolgt die Anpassung der Pensionen aus der Pensionsversicherung stets mit Wirksamkeit ab 1. Jänner, wobei dieser Anpassung gemäß §108h Abs2 ASVG (und nach dem Parallelrecht) jene Pension zugrunde zu legen ist, auf die nach den am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres in Geltung gestandenen Vorschriften Anspruch bestand (mit näher bezeichneten Ausnahmen). Daher wirkt sich eine (erstmalige) Pensionsanpassung für Personen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Vorjahres in Pension gegangen sind, zwangsläufig auch auf die weitere Bezugsdauer aus.Mit Erlassung des BVG-Altersgrenzen hat sich der Verfassungsgesetzgeber für eine stufenweise Angleichung des unterschiedlichen Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern entschieden, wodurch es – derzeit – zu einer ungleichen Behandlung von Frauen und Männern kommt. Der von den Antragstellern ins Treffen geführte Umstand, dass auf Grund der schrittweisen Erhöhung der Altersgrenze für die Alterspension der Pensionsstichtag von Frauen in den kommenden zehn Jahren vorwiegend – aber nicht zwangsläufig – in die zweite Jahreshälfte fallen wird, begegnet als Konsequenz dieser Verfassungsrechtslage keinen Bedenken. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang auch auf die Abmilderung der Aliquotierung bei der erstmaligen Pensionsanpassung 2023 sowie auf die gänzliche Aussetzung der Aliquotierung in den Kalenderjahren 2024 und 2025 hinzuweisen.Das Bedenken der Antragsteller zu G197/2023 ua betreffend die unsachliche Ungleichbehandlung von Universitätsprofessoren, -dozenten und -assistenten geht schon auf Grund der Möglichkeit ins Leere, dass Angehörige dieser Personengruppe regelmäßig durch schriftliche Erklärung, aus dem Dienststand ausscheiden zu wollen, ihre Versetzung in den Ruhestand – ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen und abschlagsfrei – bereits frühestens mit Ablauf des Monats bewirken können, in dem sie ihr 65. Lebensjahr vollenden.Schließlich teilt der VfGH auch die Bedenken des Antragstellers zu G266/2023 ua ob des Rechtes auf Unversehrtheit des Eigentums nicht: Regelungen über eine Pensionserhöhung greifen im Allgemeinen nicht in dieses Grundrecht ein und Art1 1. ZPEMRK garantiert nach der stRsp des EGMR kein Recht, Sozialleistungen oder Pensionszahlungen irgendeiner Art oder Höhe zu erhalten, solange dies nicht im innerstaatlichen Recht vorgesehen ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G197.2023
(2) Die nach Abs. 1 erhöhten Pensionen unterliegen ab 1. Jänner 1973 der Anpassung gemäß § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes. (3) Die Erhöhung nach Abs. 1 ist von Amts wegen vorzunehmen. Artikel XVII Übergangsbestimmung (Anm.: aus BGBl. Nr. 651/1989, zu BGBl. Nr. 189/1955) Die Bestimmungen des § 227 Abs. 1 Z 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Artikels VII dieses Bundesgesetzes sind nur auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Dezember 1989 liegt. Artikel XXI Schlußbestimmungen (Anm.: aus BGBl. Nr. 684/1978, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Im Art. VI Abs. 16 der 32. Novelle zum ASVG, BGBl. Nr. 704/1976 , ist der Ausdruck „nach diesem Bundesgesetz“ durch den Ausdruck „nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz“ zu ersetzen. (2) Art. VI Abs. 20 der 32. Novelle zum ASVG, BGBl. Nr. 704/1976, hat zu lauten:
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlE771/2023LeitsatzVerletzung im Recht auf Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist durch die ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens hinsichtlich der Abweisung eines (Nachbar-)Antrags auf Erlassung eines Abbruchauftrags; keine Rechtfertigung der überlangen VerfahrensdauerRechtssatzDas Verwaltungsverfahren begann mit dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 27.05.2011 und wurde mit Erkenntnis des LVwG Niederösterreich vom 25.01.2023 beendet. Die Gesamtverfahrensdauer beträgt damit elf Jahre und acht Monate. Wenngleich es Zeiträume gegeben hat, in denen die Beschwerdeführerin früher Säumnisbehelfe hätte ergreifen können, ist die Verfahrensdauer insgesamt als zu lange zu bewerten:Bereits die Erledigung des verfahrenseinleitenden Antrages vom 27.05.2011 dauerte, ohne hiefür ersichtliche Gründe, im verwaltungsbehördlichen Verfahren vier Jahre. Nachdem das LVwG mit Erkenntnis vom 17.12.2015 den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau (auf Grund eines Fehlers des Gemeindevorstandes) behoben hat, ließ der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wieder zwei Jahre verstreichen, bevor er - nach Aufforderung des LVwG gemäß §28 Abs7 VwGVG - einen Bescheid erließ. Gründe für die erneute Verfahrensverzögerung sind nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde I. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde römisch eins. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens ist damit dem Verhalten staatlicher Organe zuzuschreiben und schon deshalb als unangemessen lange zu bewerten, weil das hier zu beurteilende Verfahren weder im Hinblick auf die zu klärenden Sach- noch Rechtsfragen besondere Komplexität aufweist.Abweisung des Aufhebungsantrags, um die Rechtsverletzung nicht zu verschärfen unter Kostenzuspruch, Ablehnung der Behandlung der Beschwerde sowie Abtretung an den VwGH.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:E771.2023
§ 73. welcher Instanz das Verfahren wieder aufzunehmen ist. (2) Frühere Erhebungen und Beweisaufnahmen, die durch die Wiederaufnahmsgründe nicht betroffen werden, sind keinesfalls zu wiederholen. (Anm.: Abs. 3 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013) Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (1) Gegen die Versäumung einer Frist oder einer mündlichen Verhandlung ist auf Antrag der Partei, die durch die Versäumung einen Rechtsnachteil erleidet, die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu bewilligen, wenn: 1. die Partei glaubhaft macht, daß sie durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis verhindert war, die Frist einzuhalten oder an der ganzen Verhandlung teilzunehmen und sie kein Verschulden oder nur ein minderer Grad des Versehens trifft, oder 2. die Partei die Rechtsmittelfrist versäumt hat, weil der Bescheid keine Rechtsmittelbelehrung, keine Rechtsmittelfrist oder fälschlich die Angabe enthält, daß kein Rechtsmittel zulässig sei. (2) Der Antrag auf Wiedereinsetzung muß binnen zwei Wochen nach dem Wegfall des Hindernisses oder
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlE771/2023LeitsatzVerletzung im Recht auf Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist durch die ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens hinsichtlich der Abweisung eines (Nachbar-)Antrags auf Erlassung eines Abbruchauftrags; keine Rechtfertigung der überlangen VerfahrensdauerRechtssatzDas Verwaltungsverfahren begann mit dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 27.05.2011 und wurde mit Erkenntnis des LVwG Niederösterreich vom 25.01.2023 beendet. Die Gesamtverfahrensdauer beträgt damit elf Jahre und acht Monate. Wenngleich es Zeiträume gegeben hat, in denen die Beschwerdeführerin früher Säumnisbehelfe hätte ergreifen können, ist die Verfahrensdauer insgesamt als zu lange zu bewerten:Bereits die Erledigung des verfahrenseinleitenden Antrages vom 27.05.2011 dauerte, ohne hiefür ersichtliche Gründe, im verwaltungsbehördlichen Verfahren vier Jahre. Nachdem das LVwG mit Erkenntnis vom 17.12.2015 den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau (auf Grund eines Fehlers des Gemeindevorstandes) behoben hat, ließ der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wieder zwei Jahre verstreichen, bevor er - nach Aufforderung des LVwG gemäß §28 Abs7 VwGVG - einen Bescheid erließ. Gründe für die erneute Verfahrensverzögerung sind nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde I. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde römisch eins. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens ist damit dem Verhalten staatlicher Organe zuzuschreiben und schon deshalb als unangemessen lange zu bewerten, weil das hier zu beurteilende Verfahren weder im Hinblick auf die zu klärenden Sach- noch Rechtsfragen besondere Komplexität aufweist.Abweisung des Aufhebungsantrags, um die Rechtsverletzung nicht zu verschärfen unter Kostenzuspruch, Ablehnung der Behandlung der Beschwerde sowie Abtretung an den VwGH.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:E771.2023
Abs. 4 und 5, § 67d Abs. 2, § 67g, § 67h samt Überschrift, § 68 Abs. 2, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6, § 73 Abs. 1 und 3, § 76 Abs. 1 zweiter und dritter Satz, § 76 Abs. 5, § 76a, die Überschrift vor § 79b, die Neubezeichnung des § 79b Abs. 1 sowie die Überschrift vor § 80 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 treten mit 1. Juli 1995 in Kraft. (3) § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 tritt mit 1. Jänner 1996 in Kraft. RIS - Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 - Bundesrecht ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 21 von 23 07.12.25, 22:01Verordnungen auf Grund des § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 können bereits ab dem auf seine Kundmachung folgenden Tag erlassen werden; sie dürfen jedoch frühestens mit dem 1. Jänner 1996 in Kraft gesetzt werden. (4) § 63 Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Bescheide, die nach dem 30. Juni 1995 erlassen werden. § 67c Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Verwaltungsakte, die nach dem 30. Juni 1995 gesetzt werden. (Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 137/2001) (6) Die §§ 3 Z 3, 10 Abs. 1, 13 samt Überschrift, 14 samt Überschrift, 18 Abs. 3 und 4, 20, 34 Abs. 2, 35, 36 Abs. 2, 37 zweiter Satz, 39 Abs. 2 und 3, 41 Abs. 1, 42, 43, 44, 44a bis 44g samt Überschrift, 51a bis 51d
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlE771/2023LeitsatzVerletzung im Recht auf Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist durch die ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens hinsichtlich der Abweisung eines (Nachbar-)Antrags auf Erlassung eines Abbruchauftrags; keine Rechtfertigung der überlangen VerfahrensdauerRechtssatzDas Verwaltungsverfahren begann mit dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 27.05.2011 und wurde mit Erkenntnis des LVwG Niederösterreich vom 25.01.2023 beendet. Die Gesamtverfahrensdauer beträgt damit elf Jahre und acht Monate. Wenngleich es Zeiträume gegeben hat, in denen die Beschwerdeführerin früher Säumnisbehelfe hätte ergreifen können, ist die Verfahrensdauer insgesamt als zu lange zu bewerten:Bereits die Erledigung des verfahrenseinleitenden Antrages vom 27.05.2011 dauerte, ohne hiefür ersichtliche Gründe, im verwaltungsbehördlichen Verfahren vier Jahre. Nachdem das LVwG mit Erkenntnis vom 17.12.2015 den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau (auf Grund eines Fehlers des Gemeindevorstandes) behoben hat, ließ der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wieder zwei Jahre verstreichen, bevor er - nach Aufforderung des LVwG gemäß §28 Abs7 VwGVG - einen Bescheid erließ. Gründe für die erneute Verfahrensverzögerung sind nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde I. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde römisch eins. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens ist damit dem Verhalten staatlicher Organe zuzuschreiben und schon deshalb als unangemessen lange zu bewerten, weil das hier zu beurteilende Verfahren weder im Hinblick auf die zu klärenden Sach- noch Rechtsfragen besondere Komplexität aufweist.Abweisung des Aufhebungsantrags, um die Rechtsverletzung nicht zu verschärfen unter Kostenzuspruch, Ablehnung der Behandlung der Beschwerde sowie Abtretung an den VwGH.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:E771.2023
§ 58a, § 67a Abs. 1, § 73 Abs. 1 letzter Satz in der Fassung des Verwaltungsreformgesetzes 2001 treten mit 1. Jänner 2002, jedoch nicht vor dem der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Tag, in Kraft. Die §§ 39 Abs. 2a, 40 Abs. 1 letzter Satz, 58a und 73 Abs. 1 letzter Satz in der Fassung des Verwaltungsreformgesetzes 2001 sind auf Verfahren, die zum In-Kraft-Tretens- Zeitpunkt anhängig sind, nicht anzuwenden. 2. § 67h in der Fassung des Verwaltungsreformgesetzes 2001 tritt mit 1. Juli 2002, jedoch nicht vor dem vierten der Kundmachung des genannten Gesetzes folgenden Monatsersten, in Kraft. Er ist auf Verfahren, die zum In-Kraft-Tretens-Zeitpunkt anhängig sind, nicht anzuwenden. 3. § 36 Abs. 2 in der Fassung des Verwaltungsreformgesetzes 2001 tritt mit dem der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes folgenden Monatsersten, spätestens jedoch mit 1. November 2002 in Kraft. (12) § 78 Abs. 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 117/2002 tritt mit 1. Jänner 2003 in Kraft. § 67a Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 117/2002 tritt mit 1. Jänner 2003 in Kraft, ist jedoch auf in diesem Zeitpunkt beim unabhängigen Verwaltungssenat im Land anhängige Verfahren nicht anzuwenden.
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlE771/2023LeitsatzVerletzung im Recht auf Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist durch die ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens hinsichtlich der Abweisung eines (Nachbar-)Antrags auf Erlassung eines Abbruchauftrags; keine Rechtfertigung der überlangen VerfahrensdauerRechtssatzDas Verwaltungsverfahren begann mit dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 27.05.2011 und wurde mit Erkenntnis des LVwG Niederösterreich vom 25.01.2023 beendet. Die Gesamtverfahrensdauer beträgt damit elf Jahre und acht Monate. Wenngleich es Zeiträume gegeben hat, in denen die Beschwerdeführerin früher Säumnisbehelfe hätte ergreifen können, ist die Verfahrensdauer insgesamt als zu lange zu bewerten:Bereits die Erledigung des verfahrenseinleitenden Antrages vom 27.05.2011 dauerte, ohne hiefür ersichtliche Gründe, im verwaltungsbehördlichen Verfahren vier Jahre. Nachdem das LVwG mit Erkenntnis vom 17.12.2015 den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau (auf Grund eines Fehlers des Gemeindevorstandes) behoben hat, ließ der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wieder zwei Jahre verstreichen, bevor er - nach Aufforderung des LVwG gemäß §28 Abs7 VwGVG - einen Bescheid erließ. Gründe für die erneute Verfahrensverzögerung sind nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde I. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde römisch eins. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens ist damit dem Verhalten staatlicher Organe zuzuschreiben und schon deshalb als unangemessen lange zu bewerten, weil das hier zu beurteilende Verfahren weder im Hinblick auf die zu klärenden Sach- noch Rechtsfragen besondere Komplexität aufweist.Abweisung des Aufhebungsantrags, um die Rechtsverletzung nicht zu verschärfen unter Kostenzuspruch, Ablehnung der Behandlung der Beschwerde sowie Abtretung an den VwGH.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:E771.2023
Abschnittsbezeichnung „3. Abschnitt:“, § 73 Abs. 2 und 3 und § 78 Abs. 4 mit 1. Jänner 2014; gleichzeitig treten § 19 Abs. 1 zweiter Satz, die §§ 51a bis 51d samt Überschrift, § 53a Abs. 4, § 61a, der 2. Abschnitt des IV. Teiles samt Überschrift, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6 zweiter Satz, § 72 Abs. 4, § 76a und § 79a samt Überschrift außer Kraft. (21) § 53a Abs. 1 und § 53b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 161/2013 treten mit Ablauf des Monats der Kundmachung dieses Bundesgesetzes in Kraft. (22) § 13 Abs. 8, § 36a Abs. 2 und 3, § 39 Abs. 2a bis 5, § 40 Abs. 1, § 41 Abs. 2, § 51a samt Überschrift, § 58a und § 73 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 57/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. (23) § 7 Abs. 1 Z 1, § 10 Abs. 1, § 11 und § 49 Abs. 1 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2018 treten mit 1. August 2018 in Kraft. (24) § 21, § 33 Abs. 3, § 41 Abs. 2, § 43a, § 44, § 71 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 und § 78a Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 88/2023 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft. (25) § 55a samt Überschrift in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 157/2024 tritt mit Ablauf des
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlE771/2023LeitsatzVerletzung im Recht auf Entscheidung innerhalb einer angemessenen Frist durch die ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens hinsichtlich der Abweisung eines (Nachbar-)Antrags auf Erlassung eines Abbruchauftrags; keine Rechtfertigung der überlangen VerfahrensdauerRechtssatzDas Verwaltungsverfahren begann mit dem Antrag der Beschwerdeführerin vom 27.05.2011 und wurde mit Erkenntnis des LVwG Niederösterreich vom 25.01.2023 beendet. Die Gesamtverfahrensdauer beträgt damit elf Jahre und acht Monate. Wenngleich es Zeiträume gegeben hat, in denen die Beschwerdeführerin früher Säumnisbehelfe hätte ergreifen können, ist die Verfahrensdauer insgesamt als zu lange zu bewerten:Bereits die Erledigung des verfahrenseinleitenden Antrages vom 27.05.2011 dauerte, ohne hiefür ersichtliche Gründe, im verwaltungsbehördlichen Verfahren vier Jahre. Nachdem das LVwG mit Erkenntnis vom 17.12.2015 den Bescheid des Gemeindevorstandes der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau (auf Grund eines Fehlers des Gemeindevorstandes) behoben hat, ließ der Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wieder zwei Jahre verstreichen, bevor er - nach Aufforderung des LVwG gemäß §28 Abs7 VwGVG - einen Bescheid erließ. Gründe für die erneute Verfahrensverzögerung sind nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde I. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Nachdem die Angelegenheit nach erhobener Beschwerde der Beschwerdeführerin mit Erkenntnis des LVwG vom 21.11.2017 wegen Feststellungs- bzw Erhebungsmängeln zur neuerlichen Entscheidung an die Baubehörde römisch eins. Instanz zurückverwiesen wurde, ließ der Bürgermeister der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau wiederum die in §73 Abs1 AVG vorgesehene Frist von sechs Monaten verstreichen. Auch der im Devolutionsweg angerufene Gemeindevorstand der Marktgemeinde Weißenkirchen in der Wachau ließ die Entscheidungsfrist verstreichen. Gründe für diese erneuten Verfahrensverzögerungen sind wiederum nicht ersichtlich.Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verfahrens ist damit dem Verhalten staatlicher Organe zuzuschreiben und schon deshalb als unangemessen lange zu bewerten, weil das hier zu beurteilende Verfahren weder im Hinblick auf die zu klärenden Sach- noch Rechtsfragen besondere Komplexität aufweist.Abweisung des Aufhebungsantrags, um die Rechtsverletzung nicht zu verschärfen unter Kostenzuspruch, Ablehnung der Behandlung der Beschwerde sowie Abtretung an den VwGH.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:E771.2023
§ 58a und § 73 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 57/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. (23) § 7 Abs. 1 Z 1, § 10 Abs. 1, § 11 und § 49 Abs. 1 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2018 treten mit 1. August 2018 in Kraft. (24) § 21, § 33 Abs. 3, § 41 Abs. 2, § 43a, § 44, § 71 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 und § 78a Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 88/2023 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft. (25) § 55a samt Überschrift in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 157/2024 tritt mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft. (26) § 48 Z 3, die Überschrift zu § 53 und § 53 Abs. 3 in der Fassung des Informationsfreiheits- Anpassungsgesetzes, BGBl. I Nr. 50/2025, treten mit 1. September 2025 in Kraft. Artikel 5 Notifikationshinweis gemäß Artikel 12 der Richtlinie 83/189/EWG (Anm.: aus BGBl. I Nr. 5/2008, zu den §§ 2, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 33, 36a, 39a, 42, 44b, 44e, 48, 49, 67h, 74, 77, 78, 78a, 80a und 82a, BGBl. Nr. 51/1991)
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlG151/2023LeitsatzZurückweisung eines Individualantrags auf Aufhebung des PensionskassenG und des BetriebspensionsG wegen Zumutbarkeit des Rechtswegs vor den (ordentlichen) GerichtenRechtssatzBeim Pensionskassenvertrag handelt es sich um einen echten Vertrag zugunsten Dritter iSd §881 ABGB, bei dem der Schuldner - die Pensionskasse - dem Gläubiger und Versprechensempfänger - dem Arbeitgeber - verspricht, dem Dritten - einem Anwartschafts- oder Leistungsberechtigten - seine Pension bei Leistungsanfall auszubezahlen. Neben dem Leistungsberechtigen erwirbt also auch der Anwartschaftsberechtigte gegenüber der Pensionskasse aus diesem Vertrag zugunsten Dritter einklagbare Rechte.Für den VfGH ist nicht ersichtlich, weshalb es konkret für den Antragsteller nicht zumutbar wäre, den Klagsweg zu beschreiten und im gerichtlichen Rechtsstreit Bedenken gegen präjudizielle Vorschriften vorzubringen. Wollte man wegen des bloßen Prozessrisikos und damit allfällig verbundener Kostenfolgen oder wegen der mit gerichtlichen Verfahren im Regelfall verbundenen Zeitdauer grundsätzlich davon ausgehen, dass die Beschreitung des Gerichtsweges unzumutbar sei, verlöre die in Art140 Abs1 letzter Satz B-VG enthaltene Einschränkung ihren hauptsächlichen Anwendungsbereich. Der Partei war es - auch schon vor der mit 01.01.2015 in Kraft getretenen B-VG-Novelle - möglich, ihre verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die vom Gericht anzuwendenden Bestimmungen vorzutragen und das antragsberechtigte Gericht zur Antragstellung zu veranlassen. Jedes (ordentliche) Gericht ist verpflichtet, bei Bedenken ob der Verfassungsmäßigkeit der anzuwendenden Bestimmungen einen Antrag auf Normenprüfung zu stellen. Außerdem erkennt der VfGH gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG über die Gesetz- bzw Verfassungsmäßigkeit einer Bestimmung.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G151.2023
§ 881. § 882. oder teilweise an sich löst oder sich einen bestimmten Teil des Betrages versprechen läßt, der der Partei zuerkannt wird; 3. wenn eine Erbschaft oder ein Vermächtnis, die man von einer dritten Person erhofft, noch bei Lebzeiten derselben veräußert wird; 4. wenn jemand den Leichtsinn, die Zwangslage, Verstandesschwäche, Unerfahrenheit oder Gemütsaufregung eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten für eine Leistung eine Gegenleistung versprechen oder gewähren läßt, deren Vermögenswert zu dem Werte der Leistung in auffallendem Mißverhältnisse steht. (3) Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Vertragsformblättern enthaltene Vertragsbestimmung, die nicht eine der beiderseitigen Hauptleistungen festlegt, ist jedenfalls nichtig, wenn sie unter Berücksichtigung aller Umstände des Falles einen Teil gröblich benachteiligt. § 880. Wird der Gegenstand, worüber ein Vertrag geschlossen worden, vor dessen Uebergabe dem Verkehre entzogen; so ist es eben so viel, als wenn man den Vertrag nicht geschlossen hätte.
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JFR_20231201_23G00151_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlG151/2023LeitsatzZurückweisung eines Individualantrags auf Aufhebung des PensionskassenG und des BetriebspensionsG wegen Zumutbarkeit des Rechtswegs vor den (ordentlichen) GerichtenRechtssatzBeim Pensionskassenvertrag handelt es sich um einen echten Vertrag zugunsten Dritter iSd §881 ABGB, bei dem der Schuldner - die Pensionskasse - dem Gläubiger und Versprechensempfänger - dem Arbeitgeber - verspricht, dem Dritten - einem Anwartschafts- oder Leistungsberechtigten - seine Pension bei Leistungsanfall auszubezahlen. Neben dem Leistungsberechtigen erwirbt also auch der Anwartschaftsberechtigte gegenüber der Pensionskasse aus diesem Vertrag zugunsten Dritter einklagbare Rechte.Für den VfGH ist nicht ersichtlich, weshalb es konkret für den Antragsteller nicht zumutbar wäre, den Klagsweg zu beschreiten und im gerichtlichen Rechtsstreit Bedenken gegen präjudizielle Vorschriften vorzubringen. Wollte man wegen des bloßen Prozessrisikos und damit allfällig verbundener Kostenfolgen oder wegen der mit gerichtlichen Verfahren im Regelfall verbundenen Zeitdauer grundsätzlich davon ausgehen, dass die Beschreitung des Gerichtsweges unzumutbar sei, verlöre die in Art140 Abs1 letzter Satz B-VG enthaltene Einschränkung ihren hauptsächlichen Anwendungsbereich. Der Partei war es - auch schon vor der mit 01.01.2015 in Kraft getretenen B-VG-Novelle - möglich, ihre verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die vom Gericht anzuwendenden Bestimmungen vorzutragen und das antragsberechtigte Gericht zur Antragstellung zu veranlassen. Jedes (ordentliche) Gericht ist verpflichtet, bei Bedenken ob der Verfassungsmäßigkeit der anzuwendenden Bestimmungen einen Antrag auf Normenprüfung zu stellen. Außerdem erkennt der VfGH gemäß Art140 Abs1 Z1 litd B-VG über die Gesetz- bzw Verfassungsmäßigkeit einer Bestimmung.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G151.2023
59 von 82 07.12.25, 22:06Artikel 140. Auf Anträge gemäß Z 3 und 4 ist Art. 89 Abs. 3 sinngemäß anzuwenden. (1a) Wenn dies zur Sicherung des Zwecks des Verfahrens vor dem ordentlichen Gericht erforderlich ist, kann die Stellung eines Antrages gemäß Abs. 1 Z 4 durch Bundesgesetz für unzulässig erklärt werden. Durch Bundesgesetz ist zu bestimmen, welche Wirkung ein Antrag gemäß Abs. 1 Z 4 hat. (1b) Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Abs. 1 Z 3 oder 4 bis zur Verhandlung durch Beschluss ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat. (2) Wird in einer beim Verfassungsgerichtshof anhängigen Rechtssache, in der der Verfassungsgerichtshof eine Verordnung anzuwenden hat, die Partei klaglos gestellt, so ist ein bereits eingeleitetes Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit der Verordnung dennoch fortzusetzen. (3) Der Verfassungsgerichtshof darf eine Verordnung nur insoweit als gesetzwidrig aufheben, als ihre Aufhebung ausdrücklich beantragt wurde oder als er sie in der bei ihm anhängigen Rechtssache anzuwenden hätte. Gelangt der Verfassungsgerichtshof jedoch zur Auffassung, dass die ganze Verordnung 1. der gesetzlichen Grundlage entbehrt, 2. von einer unzuständigen Behörde erlassen wurde oder
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
187 von 478 07.12.25, 22:01§ 258. 3. mindestens 360 Versicherungsmonate, davon mindestens 240 Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit, erworben hat und 4. nur mehr Tätigkeiten mit geringstem Anforderungsprofil, die auf dem Arbeitsmarkt noch bewertet sind, ausüben kann und zu erwarten ist, dass ein Arbeitsplatz in einer der physischen und psychischen Beeinträchtigung entsprechenden Entfernung von ihrem Wohnort innerhalb eines Jahres nicht erlangt werden kann. (3b) Tätigkeiten nach Abs. 3a Z 4 sind leichte Tätigkeiten, die bei durchschnittlichem Zeitdruck und vorwiegend in sitzender Haltung ausgeübt werden. Tätigkeiten gelten auch dann als vorwiegend in sitzender Haltung ausgeübt, wenn sie durch zwischenzeitliche Haltungswechsel unterbrochen werden. (4) Als invalid gilt auch der (die) Versicherte, der (die) das 60. Lebensjahr vollendet hat, wenn er (sie) infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder Schwäche seiner (ihrer) körperlichen oder geistigen Kräfte außer Stande ist, einer Tätigkeit, die er (sie) in den letzten 180 Kalendermonaten vor dem Stichtag mindestens 120 Kalendermonate hindurch ausgeübt hat, nachzugehen. Dabei sind zumutbare Änderungen dieser Tätigkeit zu berücksichtigen. Fallen in den Zeitraum der letzten 180 Kalendermonate vor dem Stichtag 1. neutrale Monate nach § 234 Abs. 1 Z 2 lit. a oder Monate des Bezuges von Übergangsgeld nach § 306, so
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
§ 259. Die Bestimmungen über die Witwen(Witwer)pension nach den §§ 258, 264 und 265 sind auf hinterbliebene eingetragene PartnerInnen und eingetragene Partnerschaften nach dem EPG sinngemäß anzuwenden. Waisenrente. § 260. Anspruch auf Waisenrente haben nach dem Tode des (der) Versicherten die Kinder im Sinne des § 252 Abs. 1 Z. 1 bis 4 und Abs. 2. Über das vollendete 18. Lebensjahr hinaus wird Waisenrente nur auf besonderen Antrag gewährt. Alters(Invaliditäts)pension, Ausmaß (1) Die Leistungen aus den Versicherungsfällen des Alters und die Invaliditätspension bestehen aus dem Steigerungsbetrag, bei Vorliegen einer Höherversicherung auch aus dem besonderen Steigerungsbetrag gemäß § 248 Abs. 1. Der Steigerungsbetrag ist ein Prozentsatz der Gesamtbemessungsgrundlage (§ 240). (2) Die Höhe des Prozentsatzes gemäß Abs. 1 ist die Summe der erworbenen Steigerungspunkte. Für je zwölf Versicherungsmonate gebühren 1,78 Steigerungspunkte. Bleibt ein Rest von weniger als zwölf Versicherungsmonaten, so RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 189 von 478 07.12.25, 22:01§ 261c. § 262.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(8) Die Witwen(Witwer)pension nach § 258 Abs. 4 lit. a bis c darf den gegen den Versicherten (die Versicherte) zur Zeit seines (ihres) Todes bestehenden und mit dem im Zeitpunkt des Pensionsanfalles für das Jahr des Todes geltenden Aufwertungsfaktor (§ 108 Abs. 4) aufgewerteten Anspruch auf Unterhalt (Unterhaltsbeitrag), vermindert um eine der (dem) Anspruchsberechtigten nach dem (der) Versicherten gemäß § 215 Abs. 3 gebührende Witwen(Witwer)rente, nicht übersteigen. Eine vertraglich oder durch gerichtlichen Vergleich übernommene Erhöhung des Unterhaltes (Unterhaltsbeitrages) bleibt außer Betracht, wenn seit dem Abschluß des Vertrages (Vergleiches) bis zum Tod nicht mindestens ein Jahr vergangen ist. (9) Die Witwen(Witwer)pension nach § 258 Abs. 4 lit. d darf den vom Versicherten bzw. von der Versicherten in dem dort genannten Zeitraum, längstens jedoch während der letzten drei Jahre vor seinem (ihrem) Tod geleisteten durchschnittlichen monatlichen Unterhalt, vermindert um eine der (dem) Anspruchsberechtigten nach dem (der) Versicherten gemäß § 215 Abs. 3 gebührende Witwen(Witwer)rente, nicht übersteigen. Eine Erhöhung des Unterhaltes bleibt außer Betracht, wenn seit dem Zeitpunkt der Erhöhung bis zum Tod nicht mindestens ein Jahr vergangen ist. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 192 von 478 07.12.25, 22:01§ 265. § 269.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(9) Die Witwen(Witwer)pension nach § 258 Abs. 4 lit. d darf den vom Versicherten bzw. von der Versicherten in dem dort genannten Zeitraum, längstens jedoch während der letzten drei Jahre vor seinem (ihrem) Tod geleisteten durchschnittlichen monatlichen Unterhalt, vermindert um eine der (dem) Anspruchsberechtigten nach dem (der) Versicherten gemäß § 215 Abs. 3 gebührende Witwen(Witwer)rente, nicht übersteigen. Eine Erhöhung des Unterhaltes bleibt außer Betracht, wenn seit dem Zeitpunkt der Erhöhung bis zum Tod nicht mindestens ein Jahr vergangen ist. RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 192 von 478 07.12.25, 22:01§ 265. § 269. (10) Die Abs. 8 und 9 sind nicht anzuwenden, wenn 1. das auf Scheidung lautende Urteil den Ausspruch nach § 61 Abs. 3 des Ehegesetzes enthält, 2. die Ehe mindestens fünfzehn Jahre gedauert und 3. die Frau (der Mann) im Zeitpunkt des Eintrittes der Rechtskraft des Scheidungsurteiles das 40. Lebensjahr vollendet hat. Die unter Z 3 genannte Voraussetzung entfällt, wenn a) die Frau (der Mann) seit dem Zeitpunkt des Eintrittes der Rechtskraft des Scheidungsurteiles erwerbsunfähig ist oder
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(1) Der Bezieherin (Dem Bezieher) einer Witwen(Witwer-)pension (§ 258), ausgenommen die Bezieherin (der Bezieher) einer Witwen(Witwer-)pension nach § 258 Abs. 2, die (der) sich wiederverehelicht hat, gebührt eine Abfertigung in der Höhe des 35fachen der Witwen(Witwer-)pension, auf die sie (er) im Zeitpunkt der Schließung der neuen Ehe Anspruch gehabt hat, ausschließlich einer Ausgleichszulage, die in diesem Zeitpunkt gebührt hat. (2) Wird die neue Ehe durch den Tod des Ehegatten, durch Scheidung oder durch Aufhebung aufgelöst oder wird die neue Ehe für nichtig erklärt, so lebt der Anspruch auf die Witwen(Witwer)pension (Abs. 1) auf Antrag wieder auf, wenn a) die Ehe nicht aus dem alleinigen oder überwiegenden Verschulden der in Abs. 1 bezeichneten Person aufgelöst worden ist oder b) bei Nichtigerklärung der Ehe diese Person als schuldlos anzusehen ist. (3) Der Anspruch lebt in der unter Bedachtnahme auf § 108h sich ergebenden Höhe mit dem der Antragstellung folgenden Monatsersten, frühestens jedoch mit dem Monatsersten wieder auf, der dem Ablauf von zweieinhalb Jahren nach dem seinerzeitigen Erlöschen des Anspruches folgt. (4) Auf die wiederaufgelebte Witwen(Witwer)pension sind laufende Unterhaltsleistungen und die im § 2 des Einkommensteuergesetzes 1988 angeführten Einkünfte anzurechnen, die der Witwe (dem Witwer) aufgrund aufgelöster oder für nichtig erklärter, vor dem Wiederaufleben der Witwen(Witwer)pension geschlossener Ehen gebühren oder
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
Bezieher) einer Witwen(Witwer-)pension nach § 258 Abs. 2, die (der) sich wiederverehelicht hat, gebührt eine Abfertigung in der Höhe des 35fachen der Witwen(Witwer-)pension, auf die sie (er) im Zeitpunkt der Schließung der neuen Ehe Anspruch gehabt hat, ausschließlich einer Ausgleichszulage, die in diesem Zeitpunkt gebührt hat. (2) Wird die neue Ehe durch den Tod des Ehegatten, durch Scheidung oder durch Aufhebung aufgelöst oder wird die neue Ehe für nichtig erklärt, so lebt der Anspruch auf die Witwen(Witwer)pension (Abs. 1) auf Antrag wieder auf, wenn a) die Ehe nicht aus dem alleinigen oder überwiegenden Verschulden der in Abs. 1 bezeichneten Person aufgelöst worden ist oder b) bei Nichtigerklärung der Ehe diese Person als schuldlos anzusehen ist. (3) Der Anspruch lebt in der unter Bedachtnahme auf § 108h sich ergebenden Höhe mit dem der Antragstellung folgenden Monatsersten, frühestens jedoch mit dem Monatsersten wieder auf, der dem Ablauf von zweieinhalb Jahren nach dem seinerzeitigen Erlöschen des Anspruches folgt. (4) Auf die wiederaufgelebte Witwen(Witwer)pension sind laufende Unterhaltsleistungen und die im § 2 des Einkommensteuergesetzes 1988 angeführten Einkünfte anzurechnen, die der Witwe (dem Witwer) aufgrund aufgelöster oder für nichtig erklärter, vor dem Wiederaufleben der Witwen(Witwer)pension geschlossener Ehen gebühren oder darüber hinaus zufließen. Eine Anrechnung laufender Unterhaltsleistungen erfolgt nur in der Höhe eines Vierzehntels der
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
Bestimmungen des § 254 Abs. 1 erster bis dritter Satz, des § 258 Abs. 3, des § 343 Abs. 4 und des § 346 Abs. 1 Z. 2 lit. b des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes 1938, BGBl. Nr. 1; an Stelle dieser Bestimmungen sind bezüglich des Ausmaßes der Leistung § 28 Abs. 1 erster Halbsatz, § 33 Abs. 3 und § 127 Abs. 1 Z. 3 und 4 des Angestelltenversicherungsgesetzes 1928, BGBl. Nr. 232, anzuwenden. (3) Bei der Umrechnung der im Abs. 2 bezeichneten Renten und bei der Umrechnung sonstiger nach Abs. 1 in Betracht kommender Altrenten aus der Pensionsversicherung haben an die Stelle der im § 1 Abs. 1 des Rentenbemessungsgesetzes, BGBl. Nr. 151/1954 , genannten Beträge von 1800 S (Versichertenrente), 900 S (Hinterbliebenenrente) und 1080 S (Witwenvollrente aus der knappschaftlichen Rentenversicherung) die Beträge von 159,88 € (Versichertenrente) beziehungsweise 79,94 € (Hinterbliebenenrente) und 95,93 € (Witwenvollrente aus der knappschaftlichen Rentenversicherung) zu treten. (4) In Fällen der Wanderversicherung sind die von der Umrechnung nach Abs. 1 und 2 nicht erfaßten Teilleistungen in der bisherigen Höhe weiter zu gewähren. In der Zuständigkeit für die Feststellung und Zahlung der Leistungen tritt keine Änderung ein. (5) Die nach § 1 der Zweiten Verordnung über Leistungsverbesserungen in der Rentenversicherung vom 12. Oktober 1943, Deutsches RGBl. I S. 565, und nach dem Bundesgesetz über die Gewährung von Zusatzrenten zu
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
2. auf die gemäß § 258 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 14 der 36. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 282/1981 , gebührenden Witwerpensionen, in denen der Versicherungsfall nach dem 31. Mai 1981 eingetreten ist, mit Ausnahme der im Art. II Abs. 9 der 36. Novelle zum Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz bezeichneten Pensionen. Schlußbestimmungen zu Art. XXIX des Strukturanpassungsgesetzes, BGBl. Nr. 297/1995 (1) Es treten in Kraft: 1. rückwirkend mit 1. Jänner 1995 § 80a Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 297/1995; 2. mit 1. Juli 1995 § 351b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 297/1995; 3. mit 1. Jänner 1996 die §§ 253 Abs. 2, 253a Abs. 1 bis 3, 253b Abs. 1 Z 4 und Abs. 2 bis 4, 253c Abs. 7 und 8, 253d Abs. 2 und 3, 276 Abs. 2, 276a Abs. 1 bis 3, 276b Abs. 1 Z 4 und Abs. 2 bis 4, 276c Abs. 7 und 8, 276d Abs. 2 und 3 und 559 Abs. 2 und 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 297/1995. (2) Die in Abs. 1 Z 3 genannten Bestimmungen sind ab dem Inkrafttreten nur auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 30. Juni 1995 liegt. (3) Die §§ 253b Abs. 3 und 276b Abs. 3 in der am 31. Dezember 1995 geltenden Fassung sind für das Kalenderjahr 1995 anzuwenden.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(5) Die Bestimmungen des § 258 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 22 sind auf Antrag auch auf Versicherungsfälle anzuwenden, in denen der Stichtag vor dem 1. Jänner 1971 liegt bzw. der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1956 eingetreten ist. In den Fällen, in denen der Antrag bis 31. Dezember 1971 gestellt wird, gebührt die Leistung ab 1. Jänner 1971, sonst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. Ist aus dem gleichen Versicherungsfall bereits eine Abfindung nach § 269 Abs. 1 Z. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes gewährt worden, so gebührt die Leistung frühestens mit dem Monatsersten nach Ablauf von sieben Kalendermonaten ab dem Stichtag. (6) Die Bestimmungen der §§ 264, 266, 267, 289 Z. 2 und 522k Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 23, 26, 27, 28 und 34 sowie die Bestimmung des Art. I Z. 24 sind von Amts wegen auch auf Leistungsansprüche anzuwenden, die am 30. Juni 1971 bereits bestehen. Hiebei gilt jedoch § 264 Abs. 1 nur mit der Maßgabe, daß die Witwen(Witwer)pension 60 v. H. der Invaliditätspension beträgt, auf die der Versicherte bei seinem Ableben Anspruch gehabt hat oder gehabt hätte, wobei Kinderzuschüsse und Hilflosenzuschuß außer Ansatz bleiben. Wenn die Witwe ein waisenpensionsberechtigtes Kind hat oder wenn sie am Stichtag (§ 223 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes) das 40. Lebensjahr vollendet hat, beträgt die Witwen(Witwer)pension mindestens 30 v. H. der Bemessungsgrundlage, in der knappschaftlichen Pensionsversicherung
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(3) § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 46 ist auf Antrag auch in Fällen anzuwenden, in denen der Antrag auf Zuerkennung einer Witwenpension wegen Zutreffens der Tatbestände des § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes vor dem 1. Jänner 1975 rechtskräftig abgelehnt worden ist. Entsteht bei der Anwendung des § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 46 ein Anspruch auf Witwenpension, so gebührt diese, wenn der Antrag bis 31. Dezember 1975 gestellt wird, ab 1. Jänner 1975; wird der Antrag später gestellt, gebührt die Witwenpension ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (4) Die Bestimmungen des Art. I Z. 48 sind hinsichtlich der Bemessung der Ausgleichszulage auf Pensionsansprüche, die am 31. Dezember 1974 bereits zuerkannt sind, nur auf Antrag anzuwenden. In den Fällen, in denen der Antrag bis 31. Dezember 1976 gestellt wird, gebührt die Leistung bzw. die Erhöhung der Leistung ab 1. Jänner 1975, sonst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (5) Die auf Grund der Bestimmungen des Art. I Z. 49 gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen. (6) Anträge auf Gewährung von Zweckzuschüssen für die Errichtung und Erweiterung von im § 447c Abs. 1 lit. d des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 56 lit. c genannten Einrichtungen, für welche der
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
§ 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes vor dem 1. Jänner 1975 rechtskräftig abgelehnt worden ist. Entsteht bei der Anwendung des § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 46 ein Anspruch auf Witwenpension, so gebührt diese, wenn der Antrag bis 31. Dezember 1975 gestellt wird, ab 1. Jänner 1975; wird der Antrag später gestellt, gebührt die Witwenpension ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (4) Die Bestimmungen des Art. I Z. 48 sind hinsichtlich der Bemessung der Ausgleichszulage auf Pensionsansprüche, die am 31. Dezember 1974 bereits zuerkannt sind, nur auf Antrag anzuwenden. In den Fällen, in denen der Antrag bis 31. Dezember 1976 gestellt wird, gebührt die Leistung bzw. die Erhöhung der Leistung ab 1. Jänner 1975, sonst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (5) Die auf Grund der Bestimmungen des Art. I Z. 49 gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen. (6) Anträge auf Gewährung von Zweckzuschüssen für die Errichtung und Erweiterung von im § 447c Abs. 1 lit. d des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 56 lit. c genannten Einrichtungen, für welche der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in den Jahren 1973 und 1974 die Zustimmung gemäß § 31 Abs. 6 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes erteilt hat, können bis zum 30. Juni 1975 gestellt werden.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
Entsteht bei der Anwendung des § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 46 ein Anspruch auf Witwenpension, so gebührt diese, wenn der Antrag bis 31. Dezember 1975 gestellt wird, ab 1. Jänner 1975; wird der Antrag später gestellt, gebührt die Witwenpension ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (4) Die Bestimmungen des Art. I Z. 48 sind hinsichtlich der Bemessung der Ausgleichszulage auf Pensionsansprüche, die am 31. Dezember 1974 bereits zuerkannt sind, nur auf Antrag anzuwenden. In den Fällen, in denen der Antrag bis 31. Dezember 1976 gestellt wird, gebührt die Leistung bzw. die Erhöhung der Leistung ab 1. Jänner 1975, sonst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (5) Die auf Grund der Bestimmungen des Art. I Z. 49 gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen. (6) Anträge auf Gewährung von Zweckzuschüssen für die Errichtung und Erweiterung von im § 447c Abs. 1 lit. d des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z. 56 lit. c genannten Einrichtungen, für welche der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in den Jahren 1973 und 1974 die Zustimmung gemäß § 31 Abs. 6 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes erteilt hat, können bis zum 30. Juni 1975 gestellt werden. Artikel II
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(7) Die Bestimmungen der §§ 258, 264, 267 und 269 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 14, 17, 19 und 20 sind hinsichtlich des Anspruches auf Witwerpension nur anzuwenden, wenn der Versicherungsfall nach dem 31. Mai 1981 eingetreten ist. (8) Der unter Anwendung der im Abs. 7 bezeichneten Bestimmungen zu bemessende Betrag einer Witwerpension gemäß § 258 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 14 gebührt unter Bedachtnahme auf § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes ab 1. Juni 1981 zu einem Drittel, ab 1. Jänner 1989 zu zwei Drittel und ab 1. Jänner 1995 in voller Höhe. Die Teilung erstreckt sich verhältnismäßig auf den als Grundbetrag und den als Steigerungsbetrag geltenden Betrag. (9) Die Abs. 5 und 8 gelten nicht für Witwerrenten bzw. Witwerpensionen, die auch bei Weitergeltung der am 31. Mai 1981 in Geltung gestandenen Fassung des § 216 bzw. des § 259 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes gebührt hätten. (10) Die Bestimmungen der §§ 261 Abs. 4, 284 Abs. 4 und 285 Abs. 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 16, 22 bzw. 23 sind nur in den Fällen anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Mai 1981 liegt. (11) Die Bestimmung des § 265 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 18 ist nur
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
gemäß § 258 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 14 gebührt unter Bedachtnahme auf § 108h des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes ab 1. Juni 1981 zu einem Drittel, ab 1. Jänner 1989 zu zwei Drittel und ab 1. Jänner 1995 in voller Höhe. Die Teilung erstreckt sich verhältnismäßig auf den als Grundbetrag und den als Steigerungsbetrag geltenden Betrag. (9) Die Abs. 5 und 8 gelten nicht für Witwerrenten bzw. Witwerpensionen, die auch bei Weitergeltung der am 31. Mai 1981 in Geltung gestandenen Fassung des § 216 bzw. des § 259 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes gebührt hätten. (10) Die Bestimmungen der §§ 261 Abs. 4, 284 Abs. 4 und 285 Abs. 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 16, 22 bzw. 23 sind nur in den Fällen anzuwenden, in denen der Stichtag nach dem 31. Mai 1981 liegt. (11) Die Bestimmung des § 265 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. I Z 18 ist nur in den Fällen anzuwenden, in denen die Wiederverehelichung nach dem 31. Mai 1981 erfolgt. Artikel II Übergangsbestimmungen (Anm.: aus BGBl. Nr. 749/1988, zu BGBl. Nr. 189/1955)
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
Z. 23 dieses Bundesgesetzes gelten ab 1. Jänner 1965 auch für die im Abs. 1 erfaßten Witwenpensionen nach § 258 Abs. 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes. (5) Zu den neu bemessenen Pensionen treten ab 1. Jänner 1965 in vollem Ausmaß allfällige Kinderzuschüsse nach den hiefür geltenden Vorschriften mit der Maßgabe hinzu, daß der Kinderzuschuß mindestens 58 S zu betragen hat. (6) Die Höhe des Hilfslosenzuschusses bestimmt sich nach § 105a des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, unter Bedachtnahme auf die im Art. I Z. 13 lit. a dieses Bundesgesetzes verfügte Änderung. (7) Hinterbliebenenpensionen nach Pensionsberechtigten, deren Pension neu zu bemessen ist, sind, wenn der Tod des Pensionsberechtigten in der Zeit vom 2. Dezember 1964 bis 30. Juni 1965 eintritt, von der Pension zu berechnen, die dem Verstorbenen am 1. Juli 1965 gebührt hätte. (8) Leistungen nach § 529 Abs. 7, 8 oder 9 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes sind ab 1. Jänner 1965 mit dem 1,09fachen der für den Monat Dezember 1964 gebührenden Leistungsansprüche zu bemessen. Die Hälfte der neu bemessenen Leistung gilt als Grundbetrag. (9) Der sich aus der Anwendung der Abs. 1, 4, 6 und 8 ergebende Mehrbetrag gebührt ab 1. Jänner 1965 zur Hälfte und ab 1. Juli 1965 in voller Höhe. Artikel III
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
1. wenn die im § 258 Abs. 2 und 3 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz bezeichneten Voraussetzungen zutreffen, oder 2. wenn nicht ein Ausschließungsgrund nach § 258 Abs. 2 und 3 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz vorliegt, der Frau, deren Ehe mit dem Versicherten für nichtig erklärt, aufgehoben oder geschieden worden ist, wenn ihr der Versicherte zur Zeit seines Todes Unterhalt (einen Unterhaltsbeitrag) auf Grund eines gerichtlichen Urteiles, eines gerichtlichen Vergleiches oder einer vor Auflösung (Nichtigerklärung) der Ehe eingegangenen vertraglichen Verpflichtung zu leisten hatte, und zwar sofern und solange die Frau nicht eine neue Ehe geschlossen hat. Sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Witwenrente in diesen Fällen am 1. Jänner 1961 bereits erfüllt, so gebührt die Witwenrente ab diesem Tag, wenn der Antrag bis zum 30. Juni 1961 gestellt wird. Artikel IV. Schlußbestimmungen. (Anm.: aus BGBl. Nr. 320/1963, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Die auf Grund der Bestimmungen des Art. I Z. 12 und 13 dieses Bundesgesetzes gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
2. wenn nicht ein Ausschließungsgrund nach § 258 Abs. 2 und 3 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz vorliegt, der Frau, deren Ehe mit dem Versicherten für nichtig erklärt, aufgehoben oder geschieden worden ist, wenn ihr der Versicherte zur Zeit seines Todes Unterhalt (einen Unterhaltsbeitrag) auf Grund eines gerichtlichen Urteiles, eines gerichtlichen Vergleiches oder einer vor Auflösung (Nichtigerklärung) der Ehe eingegangenen vertraglichen Verpflichtung zu leisten hatte, und zwar sofern und solange die Frau nicht eine neue Ehe geschlossen hat. Sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Witwenrente in diesen Fällen am 1. Jänner 1961 bereits erfüllt, so gebührt die Witwenrente ab diesem Tag, wenn der Antrag bis zum 30. Juni 1961 gestellt wird. Artikel IV. Schlußbestimmungen. (Anm.: aus BGBl. Nr. 320/1963, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Die auf Grund der Bestimmungen des Art. I Z. 12 und 13 dieses Bundesgesetzes gebührende Ausgleichszulage ist von Amts wegen festzustellen. (2) Der Beitrag des Bundes zum Ausgleichsfonds der Krankenversicherungsträger (§ 447a Abs. 3 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, BGBl. Nr. 189/1955) ist für das Jahr 1964 nicht zu leisten.
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
(8) § 258 Abs. 2 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes gilt nicht, wenn a) der Eheschließung eine nach dem 1. Juli 1978 erfolgte Scheidung gemäß § 55 des Ehegesetzes in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 303/1978 vorangegangen ist und b) diese darauffolgende Ehe in der Zeit vom 1. Juli 1978 bis 31. Dezember 1981 geschlossen worden ist und der Altersunterschied der Ehegatten nicht mehr als 25 Jahre betragen hat. (9) Die Bestimmung des § 264 Abs. 1 lit. a des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Art. IV Z. 10 ist auf Antrag auch für rechtskräftig zuerkannte Hinterbliebenenpensionen anzuwenden, deren Stichtag im Kalenderjahr 1978 liegt. Wird der Antrag bis 31. Dezember 1980 gestellt, gebührt die neu berechnete Pension ab 1. Jänner 1979, in allen anderen Fällen ab dem der Antragstellung folgenden Monatsersten. (10) Leidet ein Versicherter am 1. Jänner 1979 an einer Krankheit, die erst auf Grund der Bestimmung des Art. V Z. 27 als Berufskrankheit anerkannt wird, so sind ihm die Leistungen der Unfallversicherung zu gewähren, wenn der Versicherungsfall nach dem 31. Dezember 1955 eingetreten ist und der Antrag bis 31. Dezember 1979 gestellt wird. Die Leistungen sind frühestens ab 1. Jänner 1979 zu gewähren. Wird der Antrag später gestellt, gebühren die Leistungen ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (11) Im Falle des durch eine Krankheit verursachten Todes des Versicherten, die erst auf Grund der Bestimmungen
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JFR_20231201_22V00211_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum01.12.2023GeschäftszahlV211/2022, G260/2022Sammlungsnummer20645LeitsatzAbweisung eines Gerichtsantrags auf Aufhebung von Bestimmungen der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich betreffend die Gewährung einer Witwen- bzw Witwerversorgung; gesetzlich hinreichend determinierte Ermächtigung des Satzungsgebers zur Erlassung von Vorschriften hinsichtlich der Höhe und Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen; kein Verstoß gegen den Vertrauensschutz mangels Erlassung einer Übergangsbestimmung; keine unsachliche Differenzierung der — im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum gelegenen — Hinterbliebenenversorgung betreffend den Ausschluss von Versorgungsleistungen ua auf Grund der (kurzen) Dauer der Ehe, dem Altersunterschied der Ehepartner bzw der Eheschließung nach Vollendung des 65. Lebensjahrs auf Grund des Regelungsziels, Versorgungsehen zu begrenzen und eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindernRechtssatzDer Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich idF ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Abs. 2a und 2b" in §73 Abs8a leg cit idF ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Der Antrag des LVwG Niederösterreich auf Aufhebung des §33 Abs2a und Abs2b der Satzung des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich in der Fassung ab 01.01.2020 (im Folgenden: Satzung WFF), der Wortfolge "sowie 33 Absatz 2 a und 2b" in §73 Abs8a leg cit in der Fassung ab 09.12.2016 sowie weitere Eventualanträge werden abgewiesen.Hinreichende gesetzliche Determinierung:Wenn das antragstellende Gericht auf VfSlg 17.476/2005 betreffend die Aufhebung der Ermächtigung in §102 Abs8 ÄrzteG 1998 und der darauf gestützten Satzungsbestimmung verweist, übersieht es, dass die gesetzlichen Grundlagen in §102 und §116 ÄrzteG 1998 ein hinreichend bestimmtes System dem Verordnungsgeber vorgeben, das den grundsätzlichen Rahmen für die im eigenen Wirkungsbereich zu erlassenden Bestimmungen festlegt. Aus der systematischen Einbettung der §§102 und 116 ÄrzteG 1998 ergibt sich eine hinreichende Determinierung des Satzungsinhaltes. §116 ÄrzteG 1998 sieht eine umfassende Verordnungsermächtigung vor, die auch auf §102 leg cit ausdrücklich Bezug nimmt und den Satzungsgeber dazu ermächtigt, "nähere Vorschriften" ua über die Höhe und die Festlegung der Voraussetzungen für die Gewährung von Versorgungsleistungen zu erlassen. Die maßgeblichen inhaltlichen Parameter finden sich in §102 ÄrzteG 1998, der festlegt, vom Vorliegen welcher Voraussetzungen der Satzungsgeber die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung abhängig machen kann. Diese Vorschrift enthält auch Anhaltspunkte dahingehend, dass das satzungsgebende Organ im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und in Zusammenschau mit dem Gebot des §108a Abs1 leg cit, Wohlfahrtsfondsbeiträge für die finanzielle Sicherstellung der Leistungen aus dem Wohlfahrtsfonds unter Berücksichtigung seiner Erfordernisse, seines dauernden Bestandes und seiner Leistungsfähigkeit einzuheben, die vom Gesetz grundsätzlich vorgegebene Hinterbliebenenversorgung entsprechend regelt. Es lassen sich aus den angefochtenen Gesetzesbestimmungen insgesamt – also aus dem vorgegebenen System – hinreichend Determinanten für die nähere Ausgestaltung des Regelwerks der Witwen- bzw Witwerversorgung auf Verordnungsebene gewinnen.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Die Bestimmung des § 80c ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Die Bestimmung des Paragraph 80 c, ÄrzteG 1998, die die Wahrung des Vertrauensschutzes ausdrücklich im Ärzterecht festschreibt, gewährt keinen über die Grundsätze der bisherigen Rsp des VfGH hinausgehenden Vertrauensschutz. Die Einführung der angefochtenen Satzungsbestimmungen in §33 Satzung WFF erfolgte ohne Übergangsregelung. Diese Novellierung trat mit einer Legisvakanz von rund sieben Monaten am 01.01.2020 in Kraft. Die Auswirkungen der im Vertrauen auf das Bestehen der rechtlichen Rahmenbedingungen getroffenen Dispositionen – die nach Ansicht des antragstellenden Gerichtes mit zunehmender Dauer einer Ehe im Hinblick auf ein potentielles Ableben eines Partners getroffen werden würden – gestalten sich lediglich auf Grund einer ausschließlich pro futuro geltenden Änderung der Rechtslage anders als erwartet. Es wird allenfalls die Hoffnung auf den Fortbestand der bisher geltenden Rechtslage betreffend die unbefristete Gewährung der Witwen- bzw Witwerversorgung nicht erfüllt; eine solche Erwartungshaltung ist aber verfassungsrechtlich nicht besonders geschützt. Der Zeitpunkt des Ablebens des Partners bzw der Partnerin – als anspruchsbegründendes, jedoch ungewisses zukünftiges Ereignis – unterliegt in der hier zu beurteilenden Konstellation keinem besonderen Vertrauensschutz.Kein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz:Es ist dem Satzungsgeber nicht entgegenzutreten, wenn er den Anspruch auf Witwen- bzw Witwerversorgung ua von der Dauer der Ehe und dem Altersunterschied zwischen den Partnern abhängig macht und diese Versorgungsleistung gemäß §33 Abs2a lita und litb Satzung WFF bei Vorliegen näher genannter Voraussetzungen, die etwa auf das Alter des überlebenden Ehepartners, die Dauer der Ehe sowie auf das Bestehen einer aufrechten Ehe im Todeszeitpunkt abstellen, zeitlich befristet gewährt. Bei dem in §33 Abs2a Satzung WFF vorgesehenen befristeten Anspruch einerseits und dem in §34 Abs1 leg cit normierten, an die Regelung des §102 Abs3 ÄrzteG 1998 bzw §258 Abs4 ASVG angelehnten unbefristeten Anspruch ehemaliger, jedoch noch unterhaltsberechtigter (Ehe‑)Partner andererseits handelt es sich um unterschiedliche Regelungen mit der Sache nach unterschiedlichen Regelungsgegenständen, die einem Vergleich nicht zugänglich sind.Auch §34 Satzung WFF bezieht sich auf den Ausschließungsgrund gemäß §33 Abs2 leg cit und macht damit das Bestehen eines Anspruchs auf Versorgungsleistung vom Alter des WFF‑Mitgliedes im Zeitpunkt der Eheschließung und der Dauer der Ehe abhängig. Außerdem sieht §34 Abs2 Satzung WFF eine Befristung der Hinterbliebenenversorgung vor, wenn der Anspruch auf Unterhaltsleistung des früheren Ehegatten bzw eingetragenen Partners nur befristet gewährt wurde.Es liegt keine unsachliche Differenzierung vor, insbesondere auf Grund des mit der Bestimmung des §33 Abs2a Satzung WFF verfolgten Regelungsziels, sogenannte Versorgungsehen zu begrenzen, um eine finanzielle Überlastung des Wohlfahrtsfonds zu verhindern und die Funktionsfähigkeit der kammereigenen ärztlichen Altersversorgung als gewichtiges öffentliches Interesse zu gewährleisten.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:V211.2022
gelten die Vorschriften des § 258 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes in der Fassung des Bundesgesetzes vom 1. Dezember 1970, BGBl. Nr. 385, mit der Maßgabe, daß an die Stelle der im Abs. 2 Z. 1 lit. b dieser Vorschriften geforderten Ehedauer von fünf Jahren eine solche von drei Jahren tritt. Artikel XI Schlußbestimmungen (Anm.: aus BGBl. Nr. 704/1976, zu BGBl. Nr. 189/1955) (1) Personen, die die Voraussetzungen des § 17 Abs. 1 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes für die Weiterversicherung in der Pensionsversicherung vor dem 1. Jänner 1977 erfüllt haben und am 31. Dezember 1976 nicht weiterversichert waren, können das Recht auf Weiterversicherung abweichend von der Bestimmung des § 17 Abs. 3 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes noch bis zum Ablauf des Kalenderjahres 1978 geltend machen. (Anm.: Abs. 2 aufgehoben durch BGBl. Nr. 684/1978) (3) Art. IV des Bundesgesetzes vom 28. April 1975, BGBl. Nr. 303, mit dem das Heimarbeitsgesetz 1960 geändert wird, wird aufgehoben. (4) Im Art. IV der 31. Novelle zum ASVG, BGBl. Nr. 775/1974, hat die lit. c des Abs. 2 wie folgt zu lauten: „c) mit dem Beginn des Beitragszeitraumes Jänner 1975 die Bestimmungen der Art. I Z. 10 bis 12, 13 lit. b und 14.“
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
17 von 23 07.12.25, 22:01§ 68. § 69. § 70. (1) Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, sind, wenn die Behörde nicht den Anlaß zu einer Verfügung gemäß den Abs. 2 bis 4 findet, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen. (2) Von Amts wegen können Bescheide, aus denen niemandem ein Recht erwachsen ist, sowohl von der Behörde, die den Bescheid erlassen hat, als auch in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in Betracht kommenden Oberbehörde aufgehoben oder abgeändert werden. (3) Andere Bescheide kann die Behörde, die den Bescheid in letzter Instanz erlassen hat, oder die sachlich in Betracht kommende Oberbehörde im öffentlichen Interesse insoweit abändern, als dies zur Beseitigung von das Leben oder die Gesundheit von Menschen gefährdenden Mißständen oder zur Abwehr schwerer volkswirtschaftlicher Schädigungen notwendig und unvermeidlich ist. In allen Fällen hat die Behörde mit möglichster Schonung erworbener Rechte vorzugehen. (4) Außerdem können Bescheide von Amts wegen in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
Abs. 4 und 5, § 67d Abs. 2, § 67g, § 67h samt Überschrift, § 68 Abs. 2, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6, § 73 Abs. 1 und 3, § 76 Abs. 1 zweiter und dritter Satz, § 76 Abs. 5, § 76a, die Überschrift vor § 79b, die Neubezeichnung des § 79b Abs. 1 sowie die Überschrift vor § 80 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 treten mit 1. Juli 1995 in Kraft. (3) § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 tritt mit 1. Jänner 1996 in Kraft. RIS - Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 - Bundesrecht ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 21 von 23 07.12.25, 22:01Verordnungen auf Grund des § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 können bereits ab dem auf seine Kundmachung folgenden Tag erlassen werden; sie dürfen jedoch frühestens mit dem 1. Jänner 1996 in Kraft gesetzt werden. (4) § 63 Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Bescheide, die nach dem 30. Juni 1995 erlassen werden. § 67c Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Verwaltungsakte, die nach dem 30. Juni 1995 gesetzt werden. (Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 137/2001) (6) Die §§ 3 Z 3, 10 Abs. 1, 13 samt Überschrift, 14 samt Überschrift, 18 Abs. 3 und 4, 20, 34 Abs. 2, 35, 36 Abs. 2, 37 zweiter Satz, 39 Abs. 2 und 3, 41 Abs. 1, 42, 43, 44, 44a bis 44g samt Überschrift, 51a bis 51d
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
§ 68 Abs. 2 und 3, § 69 Abs. 1 Z 3 und 4 in der Fassung der Z 29, § 69 Abs. 4, die Abschnittsbezeichnung „3. Abschnitt:“, § 73 Abs. 2 und 3 und § 78 Abs. 4 mit 1. Jänner 2014; gleichzeitig treten § 19 Abs. 1 zweiter Satz, die §§ 51a bis 51d samt Überschrift, § 53a Abs. 4, § 61a, der 2. Abschnitt des IV. Teiles samt Überschrift, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6 zweiter Satz, § 72 Abs. 4, § 76a und § 79a samt Überschrift außer Kraft. (21) § 53a Abs. 1 und § 53b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 161/2013 treten mit Ablauf des Monats der Kundmachung dieses Bundesgesetzes in Kraft. (22) § 13 Abs. 8, § 36a Abs. 2 und 3, § 39 Abs. 2a bis 5, § 40 Abs. 1, § 41 Abs. 2, § 51a samt Überschrift, § 58a und § 73 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 57/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. (23) § 7 Abs. 1 Z 1, § 10 Abs. 1, § 11 und § 49 Abs. 1 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2018 treten mit 1. August 2018 in Kraft. (24) § 21, § 33 Abs. 3, § 41 Abs. 2, § 43a, § 44, § 71 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 und § 78a Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 88/2023 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft.
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
17 von 23 07.12.25, 22:01§ 68. § 69. § 70. (1) Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, sind, wenn die Behörde nicht den Anlaß zu einer Verfügung gemäß den Abs. 2 bis 4 findet, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen. (2) Von Amts wegen können Bescheide, aus denen niemandem ein Recht erwachsen ist, sowohl von der Behörde, die den Bescheid erlassen hat, als auch in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in Betracht kommenden Oberbehörde aufgehoben oder abgeändert werden. (3) Andere Bescheide kann die Behörde, die den Bescheid in letzter Instanz erlassen hat, oder die sachlich in Betracht kommende Oberbehörde im öffentlichen Interesse insoweit abändern, als dies zur Beseitigung von das Leben oder die Gesundheit von Menschen gefährdenden Mißständen oder zur Abwehr schwerer volkswirtschaftlicher Schädigungen notwendig und unvermeidlich ist. In allen Fällen hat die Behörde mit möglichster Schonung erworbener Rechte vorzugehen. (4) Außerdem können Bescheide von Amts wegen in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
Abs. 4 und 5, § 67d Abs. 2, § 67g, § 67h samt Überschrift, § 68 Abs. 2, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6, § 73 Abs. 1 und 3, § 76 Abs. 1 zweiter und dritter Satz, § 76 Abs. 5, § 76a, die Überschrift vor § 79b, die Neubezeichnung des § 79b Abs. 1 sowie die Überschrift vor § 80 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 treten mit 1. Juli 1995 in Kraft. (3) § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 tritt mit 1. Jänner 1996 in Kraft. RIS - Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 - Bundesrecht ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 21 von 23 07.12.25, 22:01Verordnungen auf Grund des § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 können bereits ab dem auf seine Kundmachung folgenden Tag erlassen werden; sie dürfen jedoch frühestens mit dem 1. Jänner 1996 in Kraft gesetzt werden. (4) § 63 Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Bescheide, die nach dem 30. Juni 1995 erlassen werden. § 67c Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Verwaltungsakte, die nach dem 30. Juni 1995 gesetzt werden. (Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 137/2001) (6) Die §§ 3 Z 3, 10 Abs. 1, 13 samt Überschrift, 14 samt Überschrift, 18 Abs. 3 und 4, 20, 34 Abs. 2, 35, 36 Abs. 2, 37 zweiter Satz, 39 Abs. 2 und 3, 41 Abs. 1, 42, 43, 44, 44a bis 44g samt Überschrift, 51a bis 51d
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
§ 68 Abs. 2 und 3, § 69 Abs. 1 Z 3 und 4 in der Fassung der Z 29, § 69 Abs. 4, die Abschnittsbezeichnung „3. Abschnitt:“, § 73 Abs. 2 und 3 und § 78 Abs. 4 mit 1. Jänner 2014; gleichzeitig treten § 19 Abs. 1 zweiter Satz, die §§ 51a bis 51d samt Überschrift, § 53a Abs. 4, § 61a, der 2. Abschnitt des IV. Teiles samt Überschrift, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6 zweiter Satz, § 72 Abs. 4, § 76a und § 79a samt Überschrift außer Kraft. (21) § 53a Abs. 1 und § 53b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 161/2013 treten mit Ablauf des Monats der Kundmachung dieses Bundesgesetzes in Kraft. (22) § 13 Abs. 8, § 36a Abs. 2 und 3, § 39 Abs. 2a bis 5, § 40 Abs. 1, § 41 Abs. 2, § 51a samt Überschrift, § 58a und § 73 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 57/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. (23) § 7 Abs. 1 Z 1, § 10 Abs. 1, § 11 und § 49 Abs. 1 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2018 treten mit 1. August 2018 in Kraft. (24) § 21, § 33 Abs. 3, § 41 Abs. 2, § 43a, § 44, § 71 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 und § 78a Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 88/2023 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft.
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
17 von 23 07.12.25, 22:01§ 68. § 69. § 70. (1) Anbringen von Beteiligten, die außer den Fällen der §§ 69 und 71 die Abänderung eines der Berufung nicht oder nicht mehr unterliegenden Bescheides begehren, sind, wenn die Behörde nicht den Anlaß zu einer Verfügung gemäß den Abs. 2 bis 4 findet, wegen entschiedener Sache zurückzuweisen. (2) Von Amts wegen können Bescheide, aus denen niemandem ein Recht erwachsen ist, sowohl von der Behörde, die den Bescheid erlassen hat, als auch in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in Betracht kommenden Oberbehörde aufgehoben oder abgeändert werden. (3) Andere Bescheide kann die Behörde, die den Bescheid in letzter Instanz erlassen hat, oder die sachlich in Betracht kommende Oberbehörde im öffentlichen Interesse insoweit abändern, als dies zur Beseitigung von das Leben oder die Gesundheit von Menschen gefährdenden Mißständen oder zur Abwehr schwerer volkswirtschaftlicher Schädigungen notwendig und unvermeidlich ist. In allen Fällen hat die Behörde mit möglichster Schonung erworbener Rechte vorzugehen. (4) Außerdem können Bescheide von Amts wegen in Ausübung des Aufsichtsrechtes von der sachlich in
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
Abs. 4 und 5, § 67d Abs. 2, § 67g, § 67h samt Überschrift, § 68 Abs. 2, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6, § 73 Abs. 1 und 3, § 76 Abs. 1 zweiter und dritter Satz, § 76 Abs. 5, § 76a, die Überschrift vor § 79b, die Neubezeichnung des § 79b Abs. 1 sowie die Überschrift vor § 80 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 treten mit 1. Juli 1995 in Kraft. (3) § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 tritt mit 1. Jänner 1996 in Kraft. RIS - Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991 - Bundesrecht ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 21 von 23 07.12.25, 22:01Verordnungen auf Grund des § 79a in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 können bereits ab dem auf seine Kundmachung folgenden Tag erlassen werden; sie dürfen jedoch frühestens mit dem 1. Jänner 1996 in Kraft gesetzt werden. (4) § 63 Abs. 5 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Bescheide, die nach dem 30. Juni 1995 erlassen werden. § 67c Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 471/1995 gilt für Verwaltungsakte, die nach dem 30. Juni 1995 gesetzt werden. (Anm.: Abs. 5 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 137/2001) (6) Die §§ 3 Z 3, 10 Abs. 1, 13 samt Überschrift, 14 samt Überschrift, 18 Abs. 3 und 4, 20, 34 Abs. 2, 35, 36 Abs. 2, 37 zweiter Satz, 39 Abs. 2 und 3, 41 Abs. 1, 42, 43, 44, 44a bis 44g samt Überschrift, 51a bis 51d
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JFR_20231129_23G00323_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum29.11.2023GeschäftszahlG323/2023Sammlungsnummer20644LeitsatzKein Verstoß gegen den Vertrauensschutz durch Bestimmungen der Wr DienstO 1994 betreffend die Nichtanrechnung von Zeiten des Präsenzdienstes bei der Festsetzung des Besoldungsdienstalters; allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters durch spätere Vorrückung im rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers; Sachlichkeit der unionsrechtlichen Anpassungen des Dienstrechtes zur Verringerung des verwaltungstechnischen Aufwands, der Kosten sowie der komplexen Anrechnungsbestimmungen; kein Eingriff iSd §68 Abs1 AVG in das bescheidmäßig rechtskräftig festgesetzte Besoldungsdienstalter durch die gesetzliche NeufestsetzungRechtssatzAbweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 idF LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit idF LGBl 63/2019.Abweisung eines Antrags des Verwaltungsgerichts Wien (VGW — LVwG) auf Aufhebung des §15c Wr DienstO 1994 in der Fassung LGBL 69/2021 sowie von Teilen des §15a leg cit in der Fassung Landesgesetzblatt 63 aus 2019,.Keine Verletzung des Vertrauensschutzes:Das bloße Vertrauen auf den unveränderten Fortbestand der gegebenen Rechtslage als solches genießt keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz. Es bleibt dem Gesetzgeber grundsätzlich unbenommen, die Rechtslage auch zu Lasten des Betroffenen zu verändern, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Es steht dem Dienstgesetzgeber im Rahmen seines Gestaltungsspielraumes grundsätzlich frei, die gehaltsrechtliche Stellung von Bediensteten (somit auch die Anrechnung von Vordienstzeiten) mit Wirkung für die Zukunft, also gemessen an der Lebensverdienstsumme, zu verschlechtern. Zu berücksichtigen ist, dass die Neuberechnung nach §15c Wr DO 1994 mit einer Berücksichtigung bloß "berufseinschlägiger" Tätigkeiten – die eine Angleichung an §7 W‑BedG bezweckt – im Einzelfall sowohl zur Verbesserung als auch zur Verschlechterung der besoldungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf die Vorrückung führen kann. Eine rückwirkende Verschlechterung (im Sinne einer Rückzahlung) ist gemäß §15 Abs5 Wr. DO 1994 jedenfalls ausgeschlossen; auch die bestehenden Gehälter bleiben unberührt, weil eine allfällige Verschlechterung des Besoldungsdienstalters lediglich zu einer späteren Vorrückung in die nächsthöhere Gehaltsstufe führt. Darüber hinaus ist in dieser Bestimmung zur Vermeidung von Härtefällen als Begrenzung die Verringerung des Besoldungsdienstalters um höchstens zwei Jahre vorgesehen. Damit besteht jedenfalls ein angemessener Ausgleich zwischen den künftigen gehaltsrechtlichen Wirkungen einer allfälligen Verringerung des Besoldungsdienstalters und dem Interesse an der Wahrung des bestehenden Gehaltes, sodass sich die Regelung in dieser Hinsicht als sachlich erweist.Sachliche Rechtfertigung für die Neuberechnung für nach dem 31.07.2015 begründete Dienstverhältnisse gemäß §15c Abs1 Wr. DO 1994:Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, LGBl 28/2015) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Dem Gesetzgeber kommt bei der Festsetzung von Stichtagsregelungen, die notwendig ein gewisses Maß an Beliebigkeit aufweisen und insofern Härtefälle in Kauf nehmen müssen, unter gleichheitsrechtlichen Gesichtspunkten ein rechtspolitischer Gestaltungsspielraum zu. Dieser Gestaltungsspielraum ist nicht überschritten, wenn zur Harmonisierung der unionsrechtlich beeinflussten Anpassungen des Dienstrechtes, die mit einem sehr hohen verwaltungstechnischen Aufwand und hohen Kosten verbunden waren, und angesichts der komplexeren Anrechnungsbestimmungen vor dem 31.07.2015 (dem Inkrafttreten der Dienstrechts‑Novelle 2015, Landesgesetzblatt 28 aus 2015,) bei der Neufestsetzung gemäß §15c Wr DO 1994 nur auf jene Bediensteten abstellt, deren Vordienstzeiten nach dem 31.07.2015 angerechnet worden sind und die nicht in das Besoldungssystem der Dienstrechts‑Novelle 2015 übergeleitet worden sind.Kein Eingriff in die (materielle) Rechtskraft jenes Bescheides, mit dem das Besoldungsdienstalter festgestellt wurde, durch die Neufestsetzung gemäß §15c Abs1 Wr DO 1994:Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 iVm §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.Bei §15c Abs1 Wr DO 1994 handelt es sich um eine materiellrechtliche und keine verfahrensrechtliche Bestimmung, sodass eine Abweichung iSd Art11 Abs2 B‑VG von vornherein nicht in Betracht kommt. Vor diesem Hintergrund liegt die behauptete Abweichung von §68 Abs1 AVG auch deshalb nicht vor, weil durch die Erlassung der angefochtenen Bestimmung die materielle Rechtslage geändert worden ist, eine entschiedene Sache iSd §68 Abs1 AVG, der gemäß §1 Abs1 in Verbindung mit §13 DVG auch auf das Verfahren in Dienstrechtsangelegenheiten anzuwendenden ist, jedoch gerade eine unveränderte materielle Rechtslage voraussetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass §68 Abs6 AVG selbst ausdrücklich abweichende Regelungen durch den Materiengesetzgeber zur Zurücknahme und Einschränkung von Berechtigungen zulässt, die somit ohnehin auch nicht an Art11 Abs2 B‑VG zu messen wären.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G323.2023
§ 68 Abs. 2 und 3, § 69 Abs. 1 Z 3 und 4 in der Fassung der Z 29, § 69 Abs. 4, die Abschnittsbezeichnung „3. Abschnitt:“, § 73 Abs. 2 und 3 und § 78 Abs. 4 mit 1. Jänner 2014; gleichzeitig treten § 19 Abs. 1 zweiter Satz, die §§ 51a bis 51d samt Überschrift, § 53a Abs. 4, § 61a, der 2. Abschnitt des IV. Teiles samt Überschrift, § 70 Abs. 3, § 71 Abs. 6 zweiter Satz, § 72 Abs. 4, § 76a und § 79a samt Überschrift außer Kraft. (21) § 53a Abs. 1 und § 53b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 161/2013 treten mit Ablauf des Monats der Kundmachung dieses Bundesgesetzes in Kraft. (22) § 13 Abs. 8, § 36a Abs. 2 und 3, § 39 Abs. 2a bis 5, § 40 Abs. 1, § 41 Abs. 2, § 51a samt Überschrift, § 58a und § 73 Abs. 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 57/2018 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft. (23) § 7 Abs. 1 Z 1, § 10 Abs. 1, § 11 und § 49 Abs. 1 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 58/2018 treten mit 1. August 2018 in Kraft. (24) § 21, § 33 Abs. 3, § 41 Abs. 2, § 43a, § 44, § 71 Abs. 1 Z 1 und Abs. 2 und § 78a Z 2 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 88/2023 treten mit Ablauf des Tages der Kundmachung des genannten Bundesgesetzes in Kraft.
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JFR_20231128_23G00328_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
nach § 112 und § 112a sowie Zeiten der Erledigung von Rechtshilfeersuchen oder Ermittlungsanordnungen durch ausländische Justizbehörden sind nicht in die Frist einzurechnen. Wird ein nach § 197 abgebrochenes oder ein nach den §§ 190 bis 192 beendetes Verfahren fortgeführt oder ein Ermittlungsverfahren nach § 215, RIS - Strafprozeßordnung 1975 - Bundesrecht konsolidiert, Fassung ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 51 von 169 07.12.25, 22:20§ 110. § 352 Abs. 1 oder § 485 Abs. 1 Z 2 wiedereröffnet, so werden jene Zeiten, in denen das Verfahren unterbrochen oder eingestellt war, in die Fristen nach Abs. 1 und Abs. 5 erster Satz nicht eingerechnet. 8. Hauptstück Ermittlungsmaßnahmen und Beweisaufnahme 1. Abschnitt Sicherstellung, Beschlagnahme, Beschlagnahme von Datenträgern und Daten, Auskunft aus dem Kontenregister und Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte Definitionen § 109. Im Sinne dieses Gesetzes ist 1. „Sicherstellung“
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JFR_20231128_23G00328_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
§ 112. 2. zur Sicherung privatrechtlicher Ansprüche oder 3. zur Sicherung der Konfiskation (§ 19a StGB), des Verfalls (§ 20 StGB), des erweiterten Verfalls (§ 20b StGB), der Einziehung (§ 26 StGB) oder einer anderen gesetzlich vorgesehenen vermögensrechtlichen Anordnung erforderlich scheint. (2) Sicherstellung ist von der Staatsanwaltschaft anzuordnen und von der Kriminalpolizei durchzuführen. (3) Die Kriminalpolizei ist berechtigt, Gegenstände und Vermögenswerte (§ 109 Z 1 lit. a) von sich aus sicherzustellen, 1. wenn sie a. in niemandes Verfügungsmacht stehen, b. dem Opfer durch die Straftat entzogen wurden, c. am Tatort aufgefunden wurden und zur Begehung der strafbaren Handlung verwendet oder dazu bestimmt worden sein könnten, oder d. geringwertig oder vorübergehend leicht ersetzbar sind,
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JFR_20231128_23G00328_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
(2) § 112 und § 112a sind sinngemäß anzuwenden, wobei der Betroffene aufzufordern ist, jene Teile des Ergebnisses der Datenaufbereitung konkret zu bezeichnen, deren Offenlegung eine Umgehung seiner Verschwiegenheit bedeuten würde; zu diesem Zweck ist er berechtigt, Einsicht in dieses zu nehmen. (3) Über jede Sicherstellung eines Datenträgers nach § 115f Abs. 4 hat die Kriminalpolizei unverzüglich, längstens jedoch binnen 14 Tagen der Staatsanwaltschaft zu berichten (§ 100 Abs. 2 Z 2), welche im Nachhinein sogleich beim Gericht die Beschlagnahme von Datenträgern und Daten (§ 115f Abs. 1 bis 3) zu beantragen oder, wenn deren Voraussetzungen nicht vorliegen oder weggefallen sind, die Aufhebung der Sicherstellung anzuordnen hat. Wird die Bewilligung nicht erteilt, so haben Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei mit den ihnen zu Gebote stehenden rechtlichen Mitteln den der gerichtlichen Entscheidung entsprechenden Rechtszustand herzustellen und alle durch diese Ermittlungsmaßnahme gewonnenen Ergebnisse zu vernichten; einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen einen solchen Beschluss des Gerichts kommt aufschiebende Wirkung zu. Aufbereitung von Daten (1) Eine Originalsicherung (§ 109 Z 2c) ist herzustellen, eine Arbeitskopie (§ 109 Z 2d) zu erstellen und anhand dieser die Daten im Umfang der gerichtlichen Bewilligung aufzubereiten (§ 109 Z 2b). Das
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
bis 2e, § 110 Abs. 1 Z 1, Abs. 3 und 4, § 111 Abs. 2 und 3, § 112 Abs. 1 und 2, § 112a Abs. 1, § 113 Abs. 2 und 4, § 114 Abs. 1, 1a und 2, § 115 Abs. 1, § 115a Abs. 1, § 115e Abs. 1 und 2, §§ 115f bis 115l samt Überschriften, § 116 Abs. 5, 6 und 7, § 126 Abs. 2a, 3a, 3b und 4, § 157 Abs. 1 Z 2 und Abs. 2, § 174 Abs. 1, die Überschrift des 3. Teils, § 190, § 195 Abs. 2,§ 196a Abs. 2, das 10a. Hauptstück, § 281 Abs. 1 Z 3, § 284 Abs. 2, § 286 Abs. 1 und 2, § 294 Abs. 5, § 296 Abs. 3, § 345 Abs. 1 Z 4, §§ 367 bis 369, § 373b, § 377, § 379, § 408 Abs. 2, § 444 Abs. 2, § 466 Abs. 3, § 468 Abs. 1 Z 3 und § 471 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 157/2024 treten mit 1. Jänner 2025 in Kraft; gleichzeitig treten § 31 Abs. 1 Z 5, § 108a samt Überschrift und § 286 Abs. 1a außer Kraft. (57) § 47a Abs. 4, § 76 Abs. 2, § 115l Abs. 2, § 127 Abs. 1 und § 155 Abs. 1 Z 2 und Abs. 2 in der Fassung des Informationsfreiheits-Anpassungsgesetzes, BGBl. I Nr. 50/2025 , treten mit 1. September 2025 in Kraft. (58) § 516 Abs. 13 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 65/2025 tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft. Verweisungen (1) Verweisungen in diesem Gesetz auf andere Rechtsvorschriften des Bundes oder auf
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
nach § 112 und § 112a sowie Zeiten der Erledigung von Rechtshilfeersuchen oder Ermittlungsanordnungen durch ausländische Justizbehörden sind nicht in die Frist einzurechnen. Wird ein nach § 197 abgebrochenes oder ein nach den §§ 190 bis 192 beendetes Verfahren fortgeführt oder ein Ermittlungsverfahren nach § 215, RIS - Strafprozeßordnung 1975 - Bundesrecht konsolidiert, Fassung ... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 51 von 169 07.12.25, 22:20§ 110. § 352 Abs. 1 oder § 485 Abs. 1 Z 2 wiedereröffnet, so werden jene Zeiten, in denen das Verfahren unterbrochen oder eingestellt war, in die Fristen nach Abs. 1 und Abs. 5 erster Satz nicht eingerechnet. 8. Hauptstück Ermittlungsmaßnahmen und Beweisaufnahme 1. Abschnitt Sicherstellung, Beschlagnahme, Beschlagnahme von Datenträgern und Daten, Auskunft aus dem Kontenregister und Auskunft über Bankkonten und Bankgeschäfte Definitionen § 109. Im Sinne dieses Gesetzes ist 1. „Sicherstellung“
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
§ 112. 2. zur Sicherung privatrechtlicher Ansprüche oder 3. zur Sicherung der Konfiskation (§ 19a StGB), des Verfalls (§ 20 StGB), des erweiterten Verfalls (§ 20b StGB), der Einziehung (§ 26 StGB) oder einer anderen gesetzlich vorgesehenen vermögensrechtlichen Anordnung erforderlich scheint. (2) Sicherstellung ist von der Staatsanwaltschaft anzuordnen und von der Kriminalpolizei durchzuführen. (3) Die Kriminalpolizei ist berechtigt, Gegenstände und Vermögenswerte (§ 109 Z 1 lit. a) von sich aus sicherzustellen, 1. wenn sie a. in niemandes Verfügungsmacht stehen, b. dem Opfer durch die Straftat entzogen wurden, c. am Tatort aufgefunden wurden und zur Begehung der strafbaren Handlung verwendet oder dazu bestimmt worden sein könnten, oder d. geringwertig oder vorübergehend leicht ersetzbar sind,
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
(2) § 112 und § 112a sind sinngemäß anzuwenden, wobei der Betroffene aufzufordern ist, jene Teile des Ergebnisses der Datenaufbereitung konkret zu bezeichnen, deren Offenlegung eine Umgehung seiner Verschwiegenheit bedeuten würde; zu diesem Zweck ist er berechtigt, Einsicht in dieses zu nehmen. (3) Über jede Sicherstellung eines Datenträgers nach § 115f Abs. 4 hat die Kriminalpolizei unverzüglich, längstens jedoch binnen 14 Tagen der Staatsanwaltschaft zu berichten (§ 100 Abs. 2 Z 2), welche im Nachhinein sogleich beim Gericht die Beschlagnahme von Datenträgern und Daten (§ 115f Abs. 1 bis 3) zu beantragen oder, wenn deren Voraussetzungen nicht vorliegen oder weggefallen sind, die Aufhebung der Sicherstellung anzuordnen hat. Wird die Bewilligung nicht erteilt, so haben Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei mit den ihnen zu Gebote stehenden rechtlichen Mitteln den der gerichtlichen Entscheidung entsprechenden Rechtszustand herzustellen und alle durch diese Ermittlungsmaßnahme gewonnenen Ergebnisse zu vernichten; einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen einen solchen Beschluss des Gerichts kommt aufschiebende Wirkung zu. Aufbereitung von Daten (1) Eine Originalsicherung (§ 109 Z 2c) ist herzustellen, eine Arbeitskopie (§ 109 Z 2d) zu erstellen und anhand dieser die Daten im Umfang der gerichtlichen Bewilligung aufzubereiten (§ 109 Z 2b). Das
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
bis 2e, § 110 Abs. 1 Z 1, Abs. 3 und 4, § 111 Abs. 2 und 3, § 112 Abs. 1 und 2, § 112a Abs. 1, § 113 Abs. 2 und 4, § 114 Abs. 1, 1a und 2, § 115 Abs. 1, § 115a Abs. 1, § 115e Abs. 1 und 2, §§ 115f bis 115l samt Überschriften, § 116 Abs. 5, 6 und 7, § 126 Abs. 2a, 3a, 3b und 4, § 157 Abs. 1 Z 2 und Abs. 2, § 174 Abs. 1, die Überschrift des 3. Teils, § 190, § 195 Abs. 2,§ 196a Abs. 2, das 10a. Hauptstück, § 281 Abs. 1 Z 3, § 284 Abs. 2, § 286 Abs. 1 und 2, § 294 Abs. 5, § 296 Abs. 3, § 345 Abs. 1 Z 4, §§ 367 bis 369, § 373b, § 377, § 379, § 408 Abs. 2, § 444 Abs. 2, § 466 Abs. 3, § 468 Abs. 1 Z 3 und § 471 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 157/2024 treten mit 1. Jänner 2025 in Kraft; gleichzeitig treten § 31 Abs. 1 Z 5, § 108a samt Überschrift und § 286 Abs. 1a außer Kraft. (57) § 47a Abs. 4, § 76 Abs. 2, § 115l Abs. 2, § 127 Abs. 1 und § 155 Abs. 1 Z 2 und Abs. 2 in der Fassung des Informationsfreiheits-Anpassungsgesetzes, BGBl. I Nr. 50/2025 , treten mit 1. September 2025 in Kraft. (58) § 516 Abs. 13 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 65/2025 tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag in Kraft. Verweisungen (1) Verweisungen in diesem Gesetz auf andere Rechtsvorschriften des Bundes oder auf
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG328/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Wortfolgen einer Bestimmung der StPO betreffend die SicherstellungRechtssatzDer VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO idF BGBl I 29/2012 befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO idF BGBl I 29/2012 als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.Der VfGH hat sich bereits in VfSlg 20.001/2015 mit der Verfassungsmäßigkeit der Worte "konkret" im ersten und "solche" im zweiten Satz des §112 Abs2 StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, befasst und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass die damals erhobenen Bedenken, die mit den nunmehr geltend gemachten in weiten Teilen übereinstimmen, nicht zutreffen. Vor diesem Hintergrund lässt das Vorbringen des nunmehr gestellten Antrages die behaupteten Verfassungswidrigkeiten der Worte "konkret" in §112 Abs2 erster Satz sowie "solche" in §112 Abs2 zweiter Satz StPO in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 29 aus 2012, als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, zumal die in §112 Abs2 StPO normierte Bezeichnungsobliegenheit nach der Rsp des OGH erfüllt ist, wenn der Betroffene einen bestimmten Dateiordner unter (generalisierender, an der Formulierung der entsprechenden Sicherstellungsanordnung orientierter) Beschreibung des Inhalts der darin enthaltenen Dateien, die einen Konnex zu beruflicher Verschwiegenheit unzweifelhaft erkennen lassen, namentlich bezeichnet. Die so verstandene Bezeichnungspflicht greift weder in die Erwerbsfreiheit noch in das Recht auf ein faires Verfahren ein. Im Übrigen geht die Geltendmachung von bloßen Vollzugsmängeln ins Leere, weil die Entscheidung eines Gerichtes nicht Prüfungsgegenstand eines Verfahrens nach Art140 B-VG ist.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G328.2023
59 von 82 07.12.25, 22:06Artikel 140. Auf Anträge gemäß Z 3 und 4 ist Art. 89 Abs. 3 sinngemäß anzuwenden. (1a) Wenn dies zur Sicherung des Zwecks des Verfahrens vor dem ordentlichen Gericht erforderlich ist, kann die Stellung eines Antrages gemäß Abs. 1 Z 4 durch Bundesgesetz für unzulässig erklärt werden. Durch Bundesgesetz ist zu bestimmen, welche Wirkung ein Antrag gemäß Abs. 1 Z 4 hat. (1b) Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Abs. 1 Z 3 oder 4 bis zur Verhandlung durch Beschluss ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat. (2) Wird in einer beim Verfassungsgerichtshof anhängigen Rechtssache, in der der Verfassungsgerichtshof eine Verordnung anzuwenden hat, die Partei klaglos gestellt, so ist ein bereits eingeleitetes Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit der Verordnung dennoch fortzusetzen. (3) Der Verfassungsgerichtshof darf eine Verordnung nur insoweit als gesetzwidrig aufheben, als ihre Aufhebung ausdrücklich beantragt wurde oder als er sie in der bei ihm anhängigen Rechtssache anzuwenden hätte. Gelangt der Verfassungsgerichtshof jedoch zur Auffassung, dass die ganze Verordnung 1. der gesetzlichen Grundlage entbehrt, 2. von einer unzuständigen Behörde erlassen wurde oder
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
Übergangsgeld gemäß § 306, wenn die Pension gemäß § 86 Abs. 3 Z 2 letzter Satz nicht angefallen ist und sie nicht gemäß § 4 Abs. 1 Z 8 versichert sind, mit Ausnahme aa) der im § 1 Abs. 1 Z 18 B-KUVG genannten Personen und bb) der nach § 4 B-KUVG versicherten Personen, soweit ihre Pension nach diesem Bundesgesetz einen Bestandteil des Ruhe(Versorgungs)bezuges bildet, der von einer im § 4 zweiter Satz B-KUVG genannten Einrichtung gewährt wird; cc) der Personen, die einem Betrieb, für den zum 31. Dezember 2019 eine Betriebskrankenkasse errichtet war, zugehörig waren, wenn und solange sie im Erkrankungsfall gegenüber einer auf Betriebsvereinbarung beruhenden betrieblichen Gesundheitseinrichtung nach den §§ 5a und 5b Anspruch auf Leistungen haben, die den Leistungen nach diesem Bundesgesetz gleichartig oder zumindest annähernd gleichwertig sind; b) die Bezieher einer laufenden Geldleistung aus der zusätzlichen Pensionsversicherung bei den im § 479 genannten Instituten, sofern sie nicht bereits nach lit. a versichert sind, c) Personen, die aufgrund des Wehrgesetzes 2001 Präsenz- oder Ausbildungsdienst leisten – ausgenommen die in lit. e genannten Personen –, soweit sie nicht nach diesem oder einem anderen Bundesgesetz in der
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
Lohnsteuerprüfung (§ 86 EStG 1988) durchzuführen. Bei der Durchführung der Lohnsteuerprüfung ist das Prüfungsorgan der Österreichischen Gesundheitskasse als Organ des Finanzamtes tätig und unterliegt dessen fachlicher Weisung. Das für die Erhebung der Lohnsteuer zuständige Finanzamt ist von der Prüfung sowie auf Anfrage vom Stand des Prüfungsverfahrens zu unterrichten; nach Abschluss der Außenprüfung ist es vom Inhalt des Prüfungsberichtes oder der aufgenommenen Niederschrift zu verständigen. Das Finanzamt ist an das Prüfungsergebnis nicht gebunden. (3) Gemeinsam mit der Sozialversicherungsprüfung ist von der Österreichischen Gesundheitskasse auch die Kommunalsteuerprüfung (§ 14 des Kommunalsteuergesetzes 1993, BGBl. Nr. 819/1993 ) durchzuführen. Bei der Durchführung der Kommunalsteuerprüfung ist das Prüfungsorgan der Österreichischen Gesundheitskasse als Organ der erhebungsberechtigten Gemeinde tätig und unterliegt deren fachlicher Weisung. Die erhebungsberechtigte Gemeinde ist von der Prüfung sowie auf Anfrage vom Stand des Prüfungsverfahrens zu unterrichten; nach Abschluss der Außenprüfung ist sie vom Inhalt des Prüfungsberichtes oder der aufgenommenen Niederschrift zu verständigen. Die Gemeinde ist an das Prüfungsergebnis nicht gebunden. (4) Der Prüfungsauftrag ist von der Österreichischen Gesundheitskasse zu erteilen. (5) Die Österreichische Gesundheitskasse hat den Finanzämtern und den Gemeinden alle für das Versicherungsverhältnis und die Beitragsentrichtung bedeutsamen Daten zur Verfügung zu stellen. Diese Daten dürfen
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
§ 86. § 84d. Der Dachverband hat Vertreterinnen und Vertreter der Kranken- und Pensionsversicherungsträger nach diesem oder einem anderen Bundesgesetz oder des Dachverbandes nach Maßgabe des Art. 4 der Frühe-Hilfen- Vereinbarung 1. in die nationale Koordinierungsgruppe Frühe Hilfen nach Art. 4 Abs. 1 sowie 2. in die jeweilige regionale Koordinierungsgruppe nach Art. 4 Abs. 2 zu entsenden. Bei der Entsendung ist das Verhältnis der Finanzierungsverantwortung der einzelnen Träger zu berücksichtigen. Finanzielle Beteiligung der Kranken- und Pensionsversicherungsträger (1) Die Kranken- und Pensionsversicherungsträger nach diesem oder einem anderen Bundesgesetz sind in den Jahren 2024 bis 2028 verpflichtet, sich jeweils zur Hälfte an der Finanzierung der Frühen Hilfen im Ausmaß von jährlich maximal sieben Millionen Euro nach Maßgabe des Art. 13 Abs. 5 der Frühe-Hilfen-Vereinbarung zu beteiligen. (2) Die Festlegung der von den einzelnen Kranken- und Pensionsversicherungsträgern aufzubringenden Mittel erfolgt durch Beschluss der Konferenz (§ 441a). (3) Der Dachverband überweist den Betrag der Kranken- und Pensionsversicherungsträger nach Maßgabe des
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
Wegfallsbestimmungen sowie der Bestimmungen nach § 86 Abs. 3 Z 2 dritter und vierter Satz. Sie erfaßt im gleichen Ausmaß alle Pensionsbestandteile. (2a) Abweichend von Abs. 2 ist bei Hinterbliebenenpensionen, für die sich am 31. Dezember des vorangegangenen Jahres durch die Anwendung des § 264 Abs. 2 oder 6a kein Auszahlungsbetrag ergibt, die mit dem Hundertsatz von 60 RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 116 von 478 07.12.25, 22:01§ 108i. § 108l. § 110. bemessene Pension der Anpassung nach Abs. 1 zugrunde zu legen. (3) Zu der nach Abs. 1 und 2 gebührenden Pension treten die Kinderzuschüsse und die Ausgleichszulage sowie der Bonus nach § 299a nach den hiefür geltenden Vorschriften. (4) An die Stelle des Betrages der Bemessungsgrundlage aus einem früheren Versicherungsfall tritt der Betrag, der sich aus der Vervielfachung dieser Bemessungsgrundlage mit dem Anpassungsfaktor ergibt, der auf die entzogene (erloschene) Pension im Falle ihrer Weitergewährung anzuwenden gewesen wäre. Sind in zeitlicher Folge mehrere Anpassungsfaktoren anzuwenden, ist die Vervielfachung in der Weise vorzunehmen, daß ihr jeweils der für das
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
(5) In den Fällen des § 86 Abs. 6 wird das Leistungsfeststellungsverfahren abweichend von Abs. 1 von Amts wegen eingeleitet. Beachte für folgende Bestimmung Abs. 2: Zum Bezugszeitraum vgl. § 669 Abs. 5. Zurückweisung von Leistungsanträgen in der Unfall- und Pensionsversicherung. (1) Ist die Zuerkennung des Anspruches auf eine Versehrtenrente oder der Antrag auf eine Erhöhung der Versehrtenrente mangels einer entsprechenden Einbuße an Erwerbsfähigkeit abgewiesen oder eine solche Rente aus dem gleichen Grunde entzogen worden und wird vor Ablauf eines Jahres nach Rechtskraft der Entscheidung der Antrag auf Zuerkennung (Erhöhung) der Versehrtenrente neuerlich eingebracht, ohne daß eine wesentliche Änderung (§ 183 RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 243 von 478 07.12.25, 22:01§ 362a. § 363. Abs. 1 zweiter Satz) der zuletzt festgestellten Unfallsfolgen glaubhaft bescheinigt ist oder innerhalb einer vom Versicherungsträger gesetzten angemessenen Frist bescheinigt wird, so ist der Antrag zurückzuweisen. (2) Abs. 1 ist bei Ablehnung eines Antrages auf Zuerkennung von medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
Bundesgesetzes oder nach § 86 EStG 1988 für eine im geprüften Zeitraum nach dem GSVG bzw. nach dem BSVG versicherte Person einen Sachverhalt fest, der zu weiteren Erhebungen über eine rückwirkende Feststellung der RIS - Allgemeines Sozialversicherungsgesetz - Bundesrecht konsolidie... https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesno... 248 von 478 07.12.25, 22:01§ 412c. § 413. § 414. Pflichtversicherung nach diesem Bundesgesetz (Neuzuordnung) Anlass gibt, so hat der Krankenversicherungsträger oder das Finanzamt die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen ohne unnötigen Aufschub von dieser Prüfung zu verständigen. Die Verständigung hat den Namen, die Versicherungsnummer sowie den geprüften Zeitraum und die Art der Tätigkeit zu enthalten. (2) Erfolgt eine Verständigung nach Abs. 1, so sind die weiteren Ermittlungen vom Krankenversicherungsträger und von der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen im Rahmen ihres jeweiligen Wirkungsbereiches durchzuführen. Bindungswirkung, Bescheidzustellung (1) Wird nach Abschluss der Prüfungen nach § 412b das Vorliegen einer Pflichtversicherung 1. nach dem ASVG vom Krankenversicherungsträger und dem Dienstgeber oder
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
b) im Bereich der in Betracht kommenden Versicherung die §§ 86 Abs. 4, 97 bis 101, 102 Abs. 3, 103 bis 107a, 110 Abs. 1 Z. 2 lit. a und Abs. 2, 112 Abs. 2; 2. im Bereich der Krankenversicherung die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes über die Sachleistungen, ferner die §§ 126 bis 131; 3. im Bereich der Unfallversicherung die Bestimmungen der §§ 180, 183, 184, 189 bis 191, 193 bis 202, 207 Abs. 2, 211, 215 Abs. 2, 215a, 218 Abs. 1 zweiter Satz, 252; 4. im Bereich der Pensionsversicherung die Bestimmungen der §§ 86 Abs. 3, 87, 88, 222 Abs. 3, 252, 255, 260, 262, 264 Abs. 1, in den Fällen des § 522f jedoch nur der erste Satz, 264 Abs. 2 und 3, 265 bis 267 sowie die diesen Bestimmungen entsprechenden Bestimmungen im Abschnitt III und IV des Vierten Teiles, außerdem die §§ 292 bis 307. (4) Die Bestimmungen der §§ 215a Abs. 1 und 265 Abs. 1 sind nur anzuwenden, wenn die Wiederverheiratung nach dem 31. Dezember 1955 erfolgt ist. (5) In der Unfallversicherung ist, wenn der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1956 eingetreten ist, die Waisenrente für ein doppelt verwaistes Kind im einundeinhalbfachen Betrag der nach bisheriger Vorschrift gebührenden Waisenrente zu bemessen. Die erhöhte Waisenrente ist nur auf Antrag zu gewähren, und zwar ab 1. Jänner 1956, wenn
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
4. im Bereich der Pensionsversicherung die Bestimmungen der §§ 86 Abs. 3, 87, 88, 222 Abs. 3, 252, 255, 260, 262, 264 Abs. 1, in den Fällen des § 522f jedoch nur der erste Satz, 264 Abs. 2 und 3, 265 bis 267 sowie die diesen Bestimmungen entsprechenden Bestimmungen im Abschnitt III und IV des Vierten Teiles, außerdem die §§ 292 bis 307. (4) Die Bestimmungen der §§ 215a Abs. 1 und 265 Abs. 1 sind nur anzuwenden, wenn die Wiederverheiratung nach dem 31. Dezember 1955 erfolgt ist. (5) In der Unfallversicherung ist, wenn der Versicherungsfall vor dem 1. Jänner 1956 eingetreten ist, die Waisenrente für ein doppelt verwaistes Kind im einundeinhalbfachen Betrag der nach bisheriger Vorschrift gebührenden Waisenrente zu bemessen. Die erhöhte Waisenrente ist nur auf Antrag zu gewähren, und zwar ab 1. Jänner 1956, wenn die Voraussetzung für die erhöhte Rente vor dem 1. Jänner 1956 eingetreten ist und der Antrag bis 30. Juni 1956 gestellt wird, sonst mit dem Ersten des Kalendermonates, der auf die Erfüllung dieser Voraussetzung folgt. (Anm.: Abs. 6 aufgehoben durch BGBl. Nr. 31/1973) (7) Die Versicherungsanstalt des Österreichischen Bergbaues kann unter Bedachtnahme auf die Vorschriften des § 121 Abs. 3 durch die Satzung bestimmen, daß Mehrleistungen, die schon bisher in der Satzung vorgesehen waren, weiterhin beibehalten werden.
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
(4) § 86 Abs. 4 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 676/1991 gilt auch für Versicherungsfälle, die nach dem 31. Dezember 1955 eingetreten sind. Die Rechtskraft bereits ergangener Entscheidungen steht dem nicht entgegen. (5) Die §§ 162 Abs. 5 und 199 Abs. 3 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 676/1991 sind nur dann anzuwenden, wenn der Versicherungsfall nach dem 31. Dezember 1991 eingetreten ist. (6) Ist eine Person am 1. Dezember 1991 auf Grund der Folgen eines Unfalles, der erst gemäß § 175 Abs. 2 Z 2 bzw. Z 10 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 676/1991 als Arbeitsunfall anerkannt wird, völlig erwerbsunfähig, so sind ihr die Leistungen aus der Unfallversicherung zu gewähren, wenn der Versicherungsfall nach dem 31. Dezember 1955 eingetreten ist und der Antrag bis 31. Dezember 1992 gestellt wird. Die Leistungen sind frühestens ab 1. Jänner 1992 zu gewähren. Wird der Antrag später gestellt, so gebühren die Leistungen ab dem auf die Antragstellung folgenden Monatsersten. (7) Im Falle des durch einen Unfall verursachten Todes des Versicherten, der erst gemäß § 175 Abs. 2 Z 2 bzw. 10 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 676/1991 als Arbeitsunfall anerkannt wird, sind die Leistungen der Unfallversicherung an die Hinterbliebenen zu gewähren, wenn der Versicherungsfall nach dem 31. Dezember 1955 eingetreten ist und der Antrag bis 31. Dezember 1992 gestellt wird. Die Leistungen sind frühestens ab 1. Jänner 1992 zu gewähren. Wird der Antrag später gestellt, so gebühren die Leistungen ab dem auf die Antragstellung folgenden
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JFR_20231128_23G00700_01
GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
(4) Abweichend von § 86 Abs. 2 und 3 Z 1 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 201/1996 fallen Hinterbliebenenrenten (Hinterbliebenenpensionen) nach dem Tode eines Renten(Pensions)empfängers, der eine Vorschußzahlung gemäß Abs. 3 bezogen hat, mit Beginn des Kalendermonats, der dem Tod des Renten(Pensions)empfängers folgt, an. Für den Kalendermonat, in dem der Grund des Wegfalls der Hinterbliebenenrente (Hinterbliebenenpension) eintritt, gebührt anstelle des verhältnismäßigen Teiles der Hinterbliebenenrente (Hinterbliebenenpension) gemäß § 100 Abs. 1 lit. b letzter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 201/1996 eine Vorschußzahlung. Die Vorschußzahlung ist in der Höhe der erstmalig zur Auszahlung gelangenden Hinterbliebenenrente (Hinterbliebenenpension) einschließlich der Zuschüsse und Ausgleichszulage spätestens am Ersten des Kalendermonats, der dem Tod des Renten(Pensions)empfängers folgt, flüssig zu machen. Zu Vorschußzahlungen, die spätestens am 1. Mai oder am 1. Oktober flüssig zu machen sind, gebührt eine Sonderzahlung. Alle auf die Pension (Rente) anzuwendenden Bestimmungen gelten auch für die Vorschußzahlung. (5) Die §§ 154a Abs. 7, 155 Abs. 3, 302 Abs. 4 und 307d Abs. 6 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 201/1996 sind nur auf Fälle anzuwenden, in denen die Unterbringung nach dem 30. Juni 1996 beginnt. (6) Versicherte, die am 31. Dezember 1996 das 40. Lebensjahr bereits vollendet und bis zu diesem Zeitpunkt einen Antrag auf Erwerb von Ersatzzeiten gemäß § 227 Abs. 1 Z 1 oder § 228 Abs. 1 Z 3 gestellt haben, können diese auf
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
abweichend von § 86 Abs. 3 Z 2 jedenfalls auch dann mit dem Monatsersten an, an dem die Voraussetzungen erfüllt werden oder der der Erfüllung der Voraussetzungen nachfolgt, frühestens jedoch mit 1. August 2008, wenn die Leistung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2008 beantragt wird. Die Rechtskraft bereits ergangener Entscheidungen steht dem nicht entgegen. Zuschuss zu den Energiekosten (1) Personen, die im November 2008 eine Ausgleichszulage zu einer Pension aus der Pensionsversicherung nach diesem Bundesgesetz beziehen, gebührt in diesem Monat zur Pension ein Zuschuss zu den Energiekosten für die Monate Oktober 2008 bis April 2009. Dieser Zuschuss beträgt 210 €. Haben beide Eheleute Anspruch auf Ausgleichszulage und leben sie im gemeinsamen Haushalt, so gebührt der Zuschuss nur zur höheren Pension; haben BezieherInnen einer Witwen(Witwer)pension und von Waisenpensionen Anspruch auf Ausgleichszulage und leben sie im gemeinsamen Haushalt, so gebührt der Zuschuss nur zur Witwen(Witwer)pension. (2) Personen, die erstmalig im Zeitraum Dezember 2008 bis April 2009 eine Ausgleichszulage beziehen, gebührt der Zuschuss zu den Energiekosten im aliquoten Ausmaß, und zwar in der Höhe von 30 € je Monat ab dem erstmaligen Ausgleichszulagenbezug bis einschließlich April 2009. (3) Der Zuschuss zu den Energiekosten ist zu den im November 2008 laufenden Pensionen in diesem Monat, sonst
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GerichtVerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum28.11.2023GeschäftszahlG700/2023LeitsatzAblehnung eines Parteiantrags auf Aufhebung näher bezeichneter Teile von Bestimmungen des ASVG betreffend den Anfall der LeistungenRechtssatzVor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG idF BGBl I 59/2018 sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.Vor dem Hintergrund der stRSp des VfGH (zum rechtspolitischen Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers bei der Festlegung von Stichtagen) lässt das Vorbringen des Antrages die behauptete Verfassungswidrigkeit näher bezeichneter Wortfolgen in §86 Abs3 Z1 ASVG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, 59 aus 2018, sowie des Wortes "die" nach "sowie" und der Wort- und Zeichenfolge "§86 Abs3 Z1 und" in §716 Abs1 leg cit als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat.European Case Law IdentifierECLI:AT:VFGH:2023:G700.2023
(1) Die Abs. 2 bis 7 sowie die §§ 86 Abs. 3 Z 1 und 106 Abs. 1 letzter Satz in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 59/2018 treten mit Ablauf des Tages ihrer Kundmachung in Kraft. (Anm.: Abs. 2 und 3 aufgehoben durch Art. 1 Z 191, BGBl. I Nr. 100/2018) (4) Fällt der Beendigungszeitpunkt einer befristeten Bestellung eines/einer leitenden Angestellten oder leitenden Arztes/leitenden Ärztin sowie von deren ständigen Stellvertretern/Stellvertreterinnen eines der im Abs. 2 genannten Versicherungsträger oder des Hauptverbandes in die Zeit vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2019, so verlängert sich diese befristete Bestellung bis zum Ablauf des 31. Dezember 2019. (Anm.: Abs. 5 und 6 aufgehoben durch Art. 1 Z 191, BGBl. I Nr. 100/2018) (7) Kommt im Falle des Erlöschens eines befristet abgeschlossenen Gesamtvertrages nach § 342 oder eines anderen Gesamtvertrages oder einer sonstigen Vereinbarung mit Anbieter/inne/n von Gesundheitsdienstleistungen kein neuer Gesamtvertrag zustande, so bleibt der bisherige Gesamtvertrag bis zum Ablauf des 31. Dezember 2019 aufrecht. (8) Rückwirkend mit 1. Jänner 2014 treten die §§ 143a Abs. 1, 255b, 273b und 280b in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 59/2018 in Kraft. Schlussbestimmung zum Bundesgesetz BGBl. I Nr. 53/2018 § 717. § 42b Abs. 1 bis 4 und die Anlage 14 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 53/2018 treten mit
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