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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,822 | 1,615 | Venit filius hominis tradere animam ſuam in redemptionem pro multis; & hic eſt calix qui effundetur: | Venit filius hominis tradere animam suam in redemptionem pro multis; & hic est calix qui effundetur: | la | la | la | 0 | 5.8921 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,823 | 1,615 | Hoc eſt chirographum, quod manu noſtra propria ſcripſimus’, manus enim hominum flagellauerunt eum & crucifixerunt, & propter homines paſſus eſt, propter ſcelus populi mei percuſſi eum, ait Dominus’: Diſes iſt die Quittung Chriſti. | Hoc est chirographum, quod manu nostra propria scripsimus', manus enim hominum flagellauerunt eum & crucifixerunt, & propter homines passus est, propter scelus populi mei percussi eum, ait Dominus': Dises ist die Quittung Christi. | de | la | la | 0.333 | 4.6085 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,824 | 1,615 | Aber leyder/ noch ein andere Handtſchrifft iſt verhanden/ welche der Teuffel wider vns hat fuͤrzuweiſen/ vñ welche wir mit der Handt vnſerer boͤſen Wercken geſchriben. | Aber leider / noch ein andere Handschrift ist vorhanden / welche der Teufel wider uns hat vorzuweisen / und welche wir mit der Hand unserer bösen Werken geschrieben. | de | de | de | 1 | 5.4588 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,825 | 1,615 | Wehe vns/ wehe vns/ dann ſie begreifft ſehr ſchaͤndliche Fleck vnnd notas’ vnſerer Suͤnden/ vnnd von jhr redet der Apoſtel alſo: | Wehe uns / wehe uns / dann sie begreift sehr schändliche Fleck und Notas unserer Sünden / und von ihr redet der Apostel also: | de | de | de | 1 | 5.8201 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,826 | 1,615 | Delens quod aduerſus nos erat chirographum decreti, quod erat contrarium nobis’, & ipſum tulit de medio affligens’ illud cruci. | Delens quod aduersus nos erat chirographum decreti, quod erat contrarium nobis', & ipsum tulit de medio affligens ’ illud cruci. | la | la | la | 0 | 5.4043 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,827 | 1,615 | Diſe Handtſchrifft vnſerer Suͤnden wirdt der Teuffel wider vns fuͤrzaigen vor GOttes Angeſicht/ derwegen iſt ein notturft daß wir die darwider fuͤr vns auffgerichte vnd gemachte Quittung auffweiſen/ jhm den gecreutzigten CHriſtum vor die Naſen ſtellen/ vnd Gott dem Vatter ſie in abſchlag vnſerer Schulden fuͤrlegen/ ſo wirdt er darmit zufriden vnd ſeiner Gerechtigkeit ein genuͤgen geſchehen ſein/ dann diſer Paſſion iſt bey jhm ein redemption vnnd erloͤſung: | Diese Handschrift unserer Sünden wird der Teufel wieder uns vorzeigen vor Gottes Angesicht / derentwegen ist ein Notdurft dass wir die dawider für uns Aufgerichte und gemachte Quittung aufweisen / ihm den Gekreuzigten Christum vor die Nasen stellen / und Gott dem Vater sie in Abschlag unserer Schulden vorlegen / so wird er damit zufrieden und seiner Gerechtigkeit ein Genügen geschehen sein / dann dieser Passion ist bei ihm ein redemption und Erlösung: | de | de | de | 1 | 5.5241 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,828 | 1,615 | Wann du auch Gott dem Vatter diſe Quittung in abſchlag deiner ſchulden/ vermittelſt einer ſteten vnd andaͤchtigen betrachtung vnnd nachfolgung deß Paſſions ſeines Sohns/ fuͤrzeigeſt/ alsdann ſprich: Reſpice in faciem Chriſti tui, Deus in nomine tuo ſaluum me fac, & in virtute tua iudica me. | Wann du auch Gott dem Vater diese Quittung in Abschlag deiner Schulden / vermittels einer steten und andächtigen Betrachtung und Nachfolgung des Passions seines Sohns / vorzeigest / alsdann sprich: Respice in faciem Christi tui, Deus in nomine tuo saluum me fac, & in virtute tua iudica me. | de | de | de | 1 | 5.2329 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,829 | 1,615 | Vnd zweifle nicht an der nachlaſſung deiner ſchulden/ dann er hat ſie durch ſeinen Paſſion genugſamb abzahlt/ vnd diſer abzahlung Chꝛiſti wirſtu theilhafftig/ woferꝛn du die Quittung deß geereutzigten Chriſti auffweiſeſt vermittelſt der meditation, Betrachtung/ danckſagung/ nachfolgung vnd Bekehꝛung deines Lebens. | Und zweifle nicht an der Nachlassung deiner Schulden / dann er hat sie durch seinen Passion genugsam abzahlt / und dieser Abzahlung Christi wirst du teilhaftig / wofern du die Quittung des geereutzigten Christi aufweisest vermittels der Meditation, Betrachtung / Danksagung / Nachfolgung und Bekehrung deines Lebens. | de | de | de | 1 | 5.2852 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,830 | 1,615 | Von Gegenſchulden vnnd was Geſtallt wir vnſerm Naͤchſten verzeyhen vnnd vergeben ſollen. | Von Gegenschulden und was Gestalt wir unserem Nächsten verzeihen und vergeben sollen. | de | de | de | 1 | 7.7362 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,831 | 1,615 | FErꝛner ſeindt noch Schulden verhanden/ die nennet man Suͤndſchulden von denen im Gebett deß Vattervnſers: vergib vns vnſere ſchuld als wir vergeben vnſern ſchuldigern/ ꝛc. meldung beſchicht. | Ferner sind noch Schulden vorhanden / die nennt man Sündschulden von denen im Gebet des Vaterunsers: vergib uns unsere Schuld als wir vergeben unsern Schuldigern / etc. Meldung beschichte. | de | de | de | 1 | 5.1505 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,832 | 1,615 | Nit allein muß ein Wallfahrter ehe vnd beuoꝛ er ſich auff den Weg begibt/ Gott den Herꝛn bitten vmb vergebung ſeiner Suͤnden/ ſonder wir muͤſſen auch beynebens vns mit vnſeren Geltern vergleichen/ vnnd nicht allein jhnen das jenig/ was wir jhnen ſchuldig ſeindt/ bezahlen/ ſondern auch vnſern Schuldnern jhre Schuldt barmhertzigklich nachlaſſen/ damit du nicht ſambt jenem vnbarmhertzigen Knecht dem Peiniger vberantwort vnnd gezwungen werdeſt dein gantze Schuldt zubezalen. | Nicht allein muss ein Wallfahrer ehe und bevor er sich auf den Weg begibt / Gott den Herrn bitten um Vergebung seiner Sünden / sonder wir müssen auch beinahe uns mit unseren Geltern vergleichen / und nicht allein ihnen das jenig / was wir ihnen schuldig sind / bezahlen / sondern auch unsern Schuldnern ihre Schuld barmherzigecklich nachlassen / damit du nicht samt jenem unbarmherzigen Knecht dem Peiniger Überantwort und gezwungen werdest dein ganze Schuld zubezahlen. | de | de | de | 1 | 4.9656 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,834 | 1,615 | Diligite inimicos veſtros, benefacite his qui oderũt vos, & orate pro proſequentibus & calumniantibus vos. | Diligite inimicos vestros, benefacite his qui oderut vos, & orate pro prosequentibus & calumniantibus vos. | en | la | la | 0 | 5.9937 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,835 | 1,615 | Wann nun wir ſolches thun/ ſo erlangen wir daꝛdurch nit allein die verzeihung vnſer eygnen/ ſond’ auch vnſer feinde vñ ſchuldner ſuͤnden. | Wann nun wir solches tun / so erlangen wir dadurch nicht allein die Verzeihung unser eigenen / Sonde auch unser Feinde und Schuldner Sünden. | de | de | de | 1 | 6.6476 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,836 | 1,615 | Thun wirs aber nit/ vnd verzeyhen vnſerm Nechſten nit/ ſo widerꝛufet vñ widerholet Gott die allbereit zuuor vns vergebne ſchulden/ biß wir ſie auffn letzten Heller zahlen/ dann er ſelbſt ſagt: | Tun wir es aber nicht / und verzeihen unserem Nächsten nicht / so widerrufet und wiederholet Gott die allbereits zuvor uns vergebene Schulden / bis wir sie auf den letzten Heller zahlen / dann er selbst sagt: | de | de | de | 1 | 4.8165 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,837 | 1,615 | Mit der maß/ mit dern jr andern gemeſſen/ ſol euch hinwider gemeſſen werden. | Mit der Maß / mit deren ihr anderen gemessen / soll euch hinwider gemessen werden. | de | de | de | 1 | 7.0966 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,838 | 1,615 | Vom andern requiſito vnſers Geiſtlichen Wallfahrters/ vnnd was geſtallt er ſein Haußweſen diſponieren ſolle. | Vom anderen requisito unseres Geistlichen Wallfahrers / und was Gestalt er sein Hauswesen disponieren solle. | de | de | de | 1 | 7.5127 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,839 | 1,615 | ZVgleicher weiß wie einer/ der weit verraiſen will/ zuuor ein gute Ordnung vnder ſeinem Haußgeſindt machet/ vnd den Kindern/ Knechten vnnd Maͤgden befilcht/ was ſie thun vnnd verꝛichten ſollen/ Alſo auch muſtu/ O Chriſtlicher Wallfahrter/ der du kein bleibendes ort inn diſer Welt haſt/ dein Haußweſen diſponieren, vermuͤg der wort: Diſpone domui te, quia cras morieris & nõ viues. | Zugleiche weiß wie einer / der weit verreisen will / zuvor ein gute Ordnung unter seinem Haußgesindt macht / und den Kindern / Knechten und Mägden befilcht / was sie tun und verrichten sollen / Also auch musst du / O Christlicher Wallfahrer / der du kein bleibendes Ort in dieser Welt hast / dein Hauswesen disponieren, vermög der Wort: Dispone domui te, quia cras morieris & no viues. | de | de | de | 1 | 5.4418 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,840 | 1,615 | Nun moͤchteſt du aber ſpꝛechen: | Nun möchtest du aber sprechen: | de | lb | fr | 0.333 | 5.47 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,841 | 1,615 | ich bin ledig vnd allein/ vnd hab kein Haußweſen. | ich bin ledig und allein / und habe kein Hauswesen. | de | de | de | 1 | 5.3566 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,842 | 1,615 | Antwort: ein groſſes Haußweſen haſtu/ dann weil das Reich Gottes in vns iſt/ wie koͤnnen wir dann Koͤnige ſein/ ohne Haußgeſinde? | Antwort: ein großes Hauswesen hast du / dann weil das Reich Gottes in uns ist / wie können wir dann Könige sein / ohne Hausgesinde? | de | de | de | 1 | 5.0377 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,843 | 1,615 | Der Verſtandt/ die Gedaͤchtnus/ der Will/ die drey potentiæ animæ rationis, Die fuͤnff jnnerliche vnnd aͤuſſerliche ſinnen vnnd alle jhre organa vnd aͤuſſerliche Glider/ nem̃lich der Mundt/ die Zung/ die Haͤnd/ die Fuͤß/ alle vnſere gedancken/ begirlichkeitẽ/ affecten ſeindt vnſer Haußgeſindt/ Vnnd jhrer aller Koͤnigin iſt die Ratio. | Der verstand / die Gedächtnis / der Will / die drei potentiae animae rationis, die fünf innerliche und äußerliche sinnen und alle ihre organa und äußerliche Glider / nämlich der Mund / die Zunge / die Hände / die Füße / alle unsere Gedanken / begirlichkeiten / Affekten sind unser Haußgesindt / Und ihrer aller Königin ist die Ratio. | de | de | de | 1 | 5.3727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,844 | 1,615 | Tunc reges alios ſi rexeris te. | Tunc reges alios sie rexeris te. | la | la | la | 0 | 7.3688 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,845 | 1,615 | Wie aber das Haußgeſindt vngleich/ bißweiln zuͤchtig vnnd gehorſamb/ bißweiln aber vnzuͤchtig vnnd vngehorſamb iſt/ alſo gehorſamen die potentiæ der Seelen nicht allzeit jhrer Koͤnigin rationi. | Wie aber das Haußgesindt ungleich / bisweilen züchtig und Gehorsam / bisweilen aber unzüchtig und Ungehorsam ist / also gehorsamen die potentiae der Seelen nicht allzeit ihrer Königin rationi. | de | de | de | 1 | 6.3478 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,846 | 1,615 | Jm Reich der Seelen iſt ein doppelte Policey/ allermaſſen in den euſſerlichen Weltlichen Regimenten/ vnnd es widerfehꝛt der Rationi eben das jenig/ was einem Jrꝛdiſchen Koͤnig begegnet/ der zweyerley Vnderthanen hat/ Etliche ſeindt jhm vnderthenig vnd gehoꝛſamb ohne alle widerꝛed/ ſeindt eygne Leuth/ vnnd gehoͤren jhm ſambt Weib Kindern vnnd Guͤtern zu: vnnd ein ſolcher principatus heiſt deſpoticus oder dominatiuus: | Im Reich der Seelen ist ein doppelte Polizei / allermaßen in den äußerlichen Weltlichen Regimenten / und es widerfährt der Rationi eben das jenig / was einem irdischen König begegnet / der zweierlei Untertanen hat / Etliche sind ihm untertänig und Gehorsam ohne alle widerrede / sind eigene Leute / und gehören ihm samt Weib Kindern und Gütern zu: und ein solcher principatus heißt despoticus oder dominatiuus: | de | de | de | 1 | 5.4721 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,847 | 1,615 | Andere Vnderthanen aber ſeindt frey/ haben einen freyenzug/ vnd ſeindt gehorſamb in ſonderbaren fellen vnd geſetzen/ ſie geben jhm gleichwol den tribut, aber doͤrffen ſich doch bißweiln ſeinen gebotten vnd befelchen widerſetzen/ vnd ein ſolcher principatus wirdt genennt politicus oder regalis, Eben diſe meinung hats auch mit dem regimẽt vnſers jnnerlichen Haußgeſindts/ dern einer theil gehorſamet der Koͤnigin Rationi in allen dingen/ vñ dieſelbige ſeind die glideꝛ vnſers Leibs/ Animũ n. dominatur corpori noſtro, principatus deſpotico. | Andere Untertanen aber sind frei / haben einen Freienzug / und sind Gehorsam in sonderbaren Fällen und Gesetzen / sie geben ihm gleichwohl den Tribut, aber dürfen sich doch bisweilen seinen geboten und befehlen widersetzen / und ein solcher principatus wird genannt politicus oder regalis, eben diese Meinung hat es auch mit dem Regiment unseres innerlichen Haußgesindts / deren einer Teil Gehorsammet der Königin Rationi in allen Dingen / und dieselbige sind die Glieder unseres Leibs / Animu n. dominatur corpori nostro, principatus despotico. | de | de | de | 1 | 5.7779 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,848 | 1,615 | Imperat animus vt moueatur manus & tanta eſt facultas vt vix à ceruicio diſcernatur imperium. | Imperat animus ut moueatur manus & tanta est facultas ut vix à ceruicio discernatur imperium. | fr | la | la | 0 | 6.3847 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,849 | 1,615 | Der ander theil vnſers geſinds aber gehoꝛſamet nit alzeit/ ſondern bißweiln/ als da iſt der ſinnliche appetit/ vber welchen die ratio nur principatu politico od’ regali herꝛſchet/ derwegen kan er ſich jhrem Gebott widerſetzen/ wie zuſehen iſt wann die iraſcibilis vnd concupiſcibilis ſich der rationi widerſtreben/ deſſen beklagt ſich der Apoſtel/ ſprechendt: | Der ander Teil unseres Gesindes aber Gehorsammet nicht allzeit / sondern bisweilen / als da ist der sinnliche appetit / über welchen die ratio nur principatu politico oder regali herrschet / derentwegen kann er sich ihrem Gebot widersetzen / wie zusehen ist wann die irascibilis und concupiscibilis sich der rationi widerstreben / dessen beklagt sich der Apostel / sprechend: | de | de | de | 1 | 5.9371 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,850 | 1,615 | Video aliam legem in membris meis repugnantem legi mentis meæ. | Video aliam legem in membris meis repugnantem legi mentis meae. | en | la | la | 0 | 6.4182 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,851 | 1,615 | Dem erſten gehoꝛſamen theil deß geſindts aber mache vñ ſetze du ein Regel vnd ordnung wie vnd was geſtallt ſie ſtuͤndtlich leben vnnd ſich verhalten ſollen mit leſen/ beten/ arbeiten/ eſſen/ ſchlaffen: | Dem ersten gehorsamen Teil des gesinntes aber mache und setze du ein Regel und Ordnung wie und was Gestalt sie stündlich leben und sich verhalten sollen mit lesen / beten / arbeiten / essen / schlafen: | de | de | de | 1 | 6.1608 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,852 | 1,615 | Was aber den andern theil deß Geſindts/ nemblich die jnnerliche gedancken/ potentias vnd paſſiones belangt/ werden dieſelbigen ſehꝛ ſchwerlich componiert vnnd in vnum redigiert: | Was aber den anderen Teil des Gesindes / nämlich die innerliche Gedanken / potentias und passiones belangt / werden dieselbigen sehr schwerlich komponiert und in vnum redigiert: | de | de | de | 1 | 5.5682 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,853 | 1,615 | O wie ſelig were der Geiſtliche Centurio oder Hauptmann vnſer Geiſt/ vnſere ratio, wann ſie/ wie jener Hauptman/ ſo maͤchtig were inn dem Landt jhres Leibs/ daß ſie/ wann ſie ſprechen thete: Komm/ kaͤme: gehe hin/ ginge: Selig/ ſage ich/ were der jenig/ deſſen Geſindt jhm ſo gar gehorſamb vnnd willferig were/ aber leyder/ wir erfahren ein anders in vns/ dann cogitationes noſtræ diſſipatæ ſunt torquentes cor meum. | O wie selig wäre der Geistliche Zenturio oder Hauptmann unser Geist / unsere ratio, wann sie / wie jener Hauptmann / so mächtig wäre in dem Land ihres Leibs / dass sie / wann sie sprechen täte: Komme / käme: gehe hin / ginge: Selig / sage ich / wäre der jenig / dessen Gesinnt ihm so gar Gehorsam und willfährig wäre / aber leider / wir erfahren ein anders in uns / dann cogitationes nostrae dissipatae sunt torquentes cor meum. | de | de | de | 1 | 5.4074 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,854 | 1,615 | Daran aber ſeindt wir zum theil ſelbſt ſchuldig/ dann zugleicher weiß wie die vbel gezogene Huͤndel auff dem Kuͤß/ Bolſter vnnd Tiſch jhrer Herꝛn ſitzen/ vnnd wann etwann frembde Leuth verhanden ſeindt/ eben deßgleichen thun/ nit ohne ſchandt vnd ſpott jhrer Herꝛn/ die ſie alſo gewehnt haben/ alſo vnnd ebner Geſtallt ſouieren auch wir vnſere Gedancken vnnd begirden/ wir laſſen ſie an vnſerer ſeiten deß conſenſus oder verwilligung ſitzen/ vnd treiben ſie ſelten oder niemaln ab/ darauß aber folgt/ daß/ wann wir vns zum beten oder meditieren begeben vnd mit dem Himmliſchen Heer vermiſchen woͤllen/ als dann vnſere boͤſe Gedancken/ ſich gebreuchiger maſſen/ wie die vbelgezogne Huͤndlein/ vnberuffen vnnd vngeſtuͤmmiglich ein miſchen/ vnd andern dargegen mit fleiß herzu beruffenen Gedancken keins wegs gehoꝛſamen woͤllen. | Daran aber sind wir zum Teil selbst schuldig / dann zugleich weiß wie die übel gezogene Hündel auf dem Küsse / Bollster und Tisch ihrer Herrn sitzen / und wann etwan fremde Leute vorhanden sind / eben desgleichen tun / nicht ohne schont und Spott ihrer Herrn / die sie also gewähnt haben / also und ebener Gestalt souieren auch wir unsere Gedanken und Begierden / wir lassen sie an unserer Seiten des consensus oder Bewilligung sitzen / und treiben sie selten oder niemals ab / daraus aber folgt / dass / wann wir uns zum Beten oder meditieren begeben und mit dem himmlischen Heer vermischen wollen / als dann unsere böse Gedanken / sich gebreuchiger maßen / wie die übelgezogene Hündlein / unberufen und vngestümmiglich ein Mischen / und anderen dagegen mit Fleiß herzu berufenen Gedanken keins Wegs gehorsamen wollen. | de | de | de | 1 | 5.3902 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,855 | 1,615 | Beſchließlichen ſehen wir bißweiln/ daß/ wann ein Haußuatter ſein Geſind componiren vnnd reformiren will/ ſie ſich alsdann betruͤben/ aber dz der Haußuatter nichts darnach fragt: | Beschließlichen sehen wir bisweilen / dass / wann ein Haußuatter sein Gesinde komponieren und reformieren will / sie sich alsdann betrüben / aber dass der Haußuatter nichts danach fragt: | de | de | de | 1 | 5.9898 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,856 | 1,615 | Eben alſo ob ſchon du/ O Chriſtlicher Wallfahrter ſiheſt/ daß das jñerliche Geſindt deines Hertzens ſich vber deine gute Compoſition, verordnungen vnnd bezwingung betruͤbet/ ſo ſolleſtu doch dich nicht daran kehren/ noch dich durch jhꝛ wainen bewoͤgen laſſen/ ſondern gedencken/ daß es vil beſſer ſeye/ daß die Kinder wainen/ weder daß die Eltern wainen/ den Kopff kratzen vnd die Haͤnd zuſammen ſchlagen/ dann dardurch wirdt jhre trawrigkeit verkehrt werden in ein Frewd. | Eben also ob schon du / O Christlicher Wallfahrer siehst / dass das innerliche Gesinnt deines Herzens sich über deine gute Komposition, Verordnungen und Bezwingung betrübet / so sollest doch dich nicht daran kehren / noch dich durch ihr weinen bewögen lassen / sondern Gedenken / dass es viel besser sei / dass die Kinder weinen / weder dass die Eltern weinen / den Kopf kratzen und die Hände zusammen schlagen / dann dadurch wird ihre Traurigkeit verkehrt werden in ein Freude. | de | de | de | 1 | 5.3662 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,857 | 1,615 | Vberwinde dich/ O Pilgram/ vberwinde dich ſelbſt/ dann dem Vberwinder wirdt das verborgne Manna vnnd ein newer Nam gegeben/ es wirdt auch darauß der Frid/ ruhe ſicherheit vnnd frewd erfolgen: | Überwinde dich / O Pilgram / überwinde dich selbst / dann dem Überwinder wird das verborgene Manna und ein neuer Nam gegeben / es wird auch daraus der Frieden / ruhe Sicherheit und Freude erfolgen: | de | de | de | 1 | 5.5337 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,858 | 1,615 | delectationem non perdes ſed permutabis delectationes carnales breues ſunt & permitte triſtitijs: non ſic ſpirituales’ quæ inges. | delectationem non perdes sed permutabis delectationes carnales breues sunt & permitte tristitijs: non sic spirituales ’ quae inges. | it | la | ca | 0 | 6.8368 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,859 | 1,615 | Vom dritten requiſito deß Pilgrams. | Vom dritten requisito des Pilgrams. | en | eo | de | 0.333 | 5.7668 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,860 | 1,615 | DAS dritte requiſitum deß Wallfahrters iſt ein Taſche oder ein Lederſack/ darinn allerhandt notturfft/ nemblich ein Fewerzeug/ Gewuͤrtz/ Brot/ ꝛc. gelegt werden. | DAS dritte requisitum des Wallfahrers ist ein Tasche oder ein Ledersack / darin allerhand Notdurft / nämlich ein Feuerzeug / Gewürz / Brot / etc. gelegt werden. | de | de | de | 1 | 4.8889 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,861 | 1,615 | Durch diſen Lederſack wirdt verſtanden der lebendig Glaub/ welcher da machet/ daß der Menſch das Leben hat/ das iſt/ er gibt jhm den ſenſum vnd bewegnuß deren dingen/ ſo den Glauben betreffen/ nemblich den affect vnd die wirckung/ Wie derwegen der Menſch glaubt/ daß GOtt gerecht vnnd erſchroͤcklich ſeye/ alſo zittert vnnd foͤrchtet er ſich vor jhm/ vnnd er thut vnnd vollziehet das jenig was er glaubt Wie derwegen er glaubt/ daß es gut vnd verdienſtlich ſeye/ GOtt vor allen dingen lieben/ den Sabbath heiligen/ die Eltern ehren/ ꝛc. alſo thut ers: | Durch diesen Ledersack wird verstanden der lebendig Glaube / welcher da macht / dass der Mensch das Leben hat / das ist / er gibt ihm den sensum und bewegnuß deren Dingen / so den Glauben betreffen / nämlich den Affekt und die Wirkung / Wie derentwegen der Mensch glaubt / dass Gott gerecht und erschröcklich sei / also zittert und fürchtet er sich vor ihm / und er tut und vollziehet das jenig was er glaubt wie derentwegen er glaubt / dass es gut und verdienstlich sei / Gott vor allen Dingen lieben / den Sabbat heiligen / die Eltern ehren / etc. also tut er es: | de | de | de | 1 | 4.664 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,862 | 1,615 | Hergegen wie er glaubt/ daß das huriren/ ehebrechen/ ſtehlen/ ꝛc. boͤß ſeye/ alſo huͤtet er ſich daruor. | Hergegen wie er glaubt / dass das huriren / ehebrechen / stehlen / etc. böse sei / also hütet er sich davor. | de | de | de | 1 | 5.3598 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,863 | 1,615 | Diſes wird der lebendig Glaub genennt/ quæ potens eſt elicere debitas operationes’, quæ per charitatem operatur: | Dieses wird der lebendig Glaube genannt / quae potens est elicere debitas operationes', quae per charitatem operatur: | de | la | ca | 0.333 | 7.2041 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,864 | 1,615 | Hergegen wirdt ein todter Glaub genennt/ welcher nicht maͤchtig noch gnugſamb iſt die ſchuldige wirckung zuuerꝛichten: vermuͤg der Wort: ſi fides non habeat opera, mortua eſt in ſemetipſa, eſt ſicut corpus ſine ſpiritu. | Hergegen wird ein toter Glaube genannt / welcher nicht mächtig noch genugsam ist die schuldige Wirkung zuverrichten: vermög der Wort: sie fides non habeat opera, mortua est in semetipsa, est sicut corpus sine spiritu. | de | de | de | 1 | 5.7516 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,865 | 1,615 | Recht vnd wol wirdt der Glaub einem Lederſack verglichen/ erſtlich wegẽ der einigkeit/ dann die Pilgram pflegen bißweiln einen gemeinen groſſen Sack/ vnd dariñ jre ſachen/ die ſie nit alle Tag brauchen/ zulegen: vnd dem aller ſtaͤrckſten vnder jhnen anzuhencken/ damit ers fuͤr ſie alle mit einander trage vnnd einem jeglichen die notturfft herauß gebe: Aber doch hat ein jeglicher Pilgram ſeinen be- ſondern Sack oder Taſchen bey ſich. | Recht und wohl wird der Glaube einem Ledersack verglichen / erstlich wegen der Einigkeit / dann die Pilgram pflegen bisweilen einen gemeinen großen Sack / und darin ihre Sachen / die sie nicht alle Tag brauchen / zulegen: und dem aller stärksten unter ihnen anzuhängen / damit er es für sie alle miteinander trage und einem jeglichen die Notdurft herausgebe: Aber doch hat ein jeglicher Pilgram seinen be- sondern Sack oder Taschen bei sich. | de | de | de | 1 | 5.6973 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,866 | 1,615 | Durch den groſſen Sack wirdt bedeut der allgemeine Chriſtliche Glaub/ vnnd derſelb wirdt getragen durch einen der der ſtaͤrckeſt iſt/ fuͤr alle ſchwache Chriſten/ dann die ſchlechte vnd einfaͤltige Chriſten werden im glauben geſtaͤrckt vnd ſelig im Glauben der Vorſtehern. | Durch den großen Sack wird bedeute der allgemeine christliche Glaube / und derselbe wird getragen durch einen der der stärkest ist / für alle schwache Christen / dann die schlechte und einfältige Christen werden im Glauben gestärkt und selig im Glauben der Vorstehern. | de | de | de | 1 | 5.5145 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,867 | 1,615 | Dann die Vnderthanen muͤſſen im Glauben den maioribus oder Vorſtehern anhangen vnd folgen/ derwegen iſts gnug/ daß die minores nur ein kleines Saͤcklein oder Karnirl/ (nemblich jhren Glauben/ welcher gemeingklich in der Kirchen gepredigt wirdt/ vnnd einem jeglichen Chriſten zuwiſſen vonnoͤten iſt) glauben. | Dann die Untertanen müssen im Glauben den maioribus oder Vorstehern anhängen und folgen / derentwegen ist es genug / dass die minores nur ein kleines Säcklein oder Karnirl / (nämlich ihren Glauben / welcher gemeiniglich in der Kirchen gepredigt wird / und einem jeglichen Christen zuwissen vonnöten ist) glauben. | de | de | de | 1 | 5.3826 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,868 | 1,615 | Dann gnug iſts/ daß der gemeine Mann implicite in fide maiorum glaube/ aber die maiores ſein ſchuldig andere incredibilia explicitè zu glauben/ vnd die Warheit der Schrifft zuuerſtehen. | Dann genug ist es / dass der gemeine Mann implicite in fide maiorum glaube / aber die maiores sein schuldig andere incredibilia explicite zu glauben / und die Wahrheit der Schrift zuverstehen. | de | de | de | 1 | 5.3115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,869 | 1,615 | Das erſte aber/ welches in diſen Sack oder Taſchen gehoͤrt/ iſt der Fewrzeug/ dañ wie die Pilgram denſelben brauchen/ wann ſie in der Nacht auff ſtehen vnnd betten woͤllen/ damit ſie ſehen/ oder ſich beym Fewer wermen oder etwas kochen moͤgen/ Alſo haben wir im Sack vnſers Chriſtlichen Glaubens die principia vnd anfaͤng der erleuchtung vnnd entzuͤndung/ vnnd zwar erſtlich einen Fewerſtein oder Eckſtein/ welcher Chriſtus iſt/ deßgleichen vil andere kleine Stein oder heilige in den Tugenten polierte vnd geuͤbte Maͤñer. | Das erste aber / welches in diesen Sack oder Taschen gehört / ist der Feuerzeug / dann wie die Pilgram denselben brauchen / wann sie in der Nacht aufstehen und betten wollen / damit sie sehen / oder sich beim Feuer wärmen oder etwas kochen mögen / Also haben wir im Sack unseres christlichen Glaubens die principia und Anfänge der Erleuchtung und Entzündung / und zwar erstlich einen Feuerstein oder Eckstein / welcher Christus ist / desgleichen viel andere kleine Stein oder heilige in den Tugenden polierte und geübte Männer. | de | de | de | 1 | 5.0889 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,870 | 1,615 | Am andern einen Stahl/ das iſt/ die ſtarcke vnnd beharꝛliche meditation vnd Betrachtung. | Am anderen einen Stahl / das ist / die starke und beharrliche Meditation und Betrachtung. | de | de | de | 1 | 5.5632 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,871 | 1,615 | Drittens einen Schwammen oder Zunter deß Hertzens. | Drittens einen Schwammen oder Zunder des Herzens. | de | de | lb | 0.667 | 6.7247 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,872 | 1,615 | Darauß wirdt nun geſchlagen das Fewer/ welches vnſere Hertzen erleuchtet vnd anzuͤndet. | Daraus wird nun geschlagen das Feuer / welches unsere Herzen erleuchtet und anzündet. | de | de | de | 1 | 5.125 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,873 | 1,615 | Aber laider/ bißweiln iſt der Stahl/ oder der Zunter/ oder das Schwefelhoͤltzle/ oder der Fewerſchlager nichts werth/ oder das allbereite Liecht wirdt wider außgeloͤſcht/ vnd fellt dardurch alle andacht/ eyfer vnnd jnnbruͤnſtigkeit in Brunnen. | Aber leider / bisweilen ist der Stahl / oder der Zunder / oder das Schwefelhöltzle / oder der Feuerschlager nichts wert / oder das allbereite Licht wird wieder ausgelöscht / und fällt dadurch alle Andacht / Eifer und Inbrünstigkeit in Brunnen. | de | de | de | 1 | 5.007 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,874 | 1,615 | Das ander/ ſo in Sack oder Taſchen deß Glaubens vnſers Pilgrams gehoͤrt/ iſt das Gewuͤrtz/ nemblich/ Zimmet/ Mußcat/ Naͤgelein vnnd dergleichen/ mit denen er bißweiln die vngeſchmackige Speiſen anmachet vnnd verbeſſert/ oder ſich auff der Reiß ſtaͤrcket: | Das ander / so in Sack oder Taschen des Glaubens unseres Pilgrams gehört / ist das Gewürz / nämlich / Zimt / Muscat / Nelken und dergleichen / mit denen er bisweilen die ungeschmackige Speisen anmachet und verbessert / oder sich auf der Reise stärket: | de | de | de | 1 | 5.5572 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,875 | 1,615 | Zum zeichen/ daß wir Chriſtliche Wallfahrter inn der Taſchen vnſers Chriſtlichen Glaubens ein confortatiuum; ein digeſtiuum, ein conditiuum vnnd ſanatiuum, das iſt/ den gecreutzigten CHRiſtum/ haben. | Zum Zeichen / dass wir christliche Wallfahrer in der Taschen unseres christlichen Glaubens ein confortatiuum; ein digestiuum, ein conditiuum und sanatiuum, das ist / den Gekreuzigten CHRistum / haben. | de | de | de | 1 | 5.4512 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,876 | 1,615 | Dann er iſt diſes alles/ er iſt ein Wunderbarliche Kugel/ in welchem alle Schaͤtz der Weißheit vnnd ſcientzen verhanden/ Er iſt das guldene Trinckwaſſer wider alle Kranckheiten. | Dann er ist dieses alles / er ist ein Wunderbarliche Kugel / in welchem alle Schätze der Weisheit und scientzen vorhanden / Er ist das güldene Trinkwasser wider alle Krankheiten. | de | de | de | 1 | 5.5223 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,877 | 1,615 | Er iſt die quinta eſſentia aller Guͤter/ ſo da extrahiert vnnd gezogen iſt worden durch den allerhoͤchſten Alchimiſten/ der da maͤchtig iſt/ auß nichte etwas zumachen: er kan allerhandt vnheilbaren Kranckheiten der Seelen abhelffen vnnd alle ſchwachen confortiren vnd ſtercken. | Er ist die quinta essentia aller Güter / so da extrahiert und gezogen ist worden durch den allerhöchsten Alchimisten / der da mächtig ist / aus nichte etwas zumachen: Er kann allerhand unheilbaren Krankheiten der Seelen abhelfen und alle schwachen confortiren und Stärken. | de | de | de | 1 | 5.2896 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,878 | 1,615 | Ferꝛner iſt im Sack deß Pilgrams ein gutes kraͤfftiges Brot vnnd ein Flaſche mit Wein/ darmit er ſich vnderm Baum ſitzent labet vnnd ſtaͤrcket: | Ferner ist im Sack des Pilgrams ein gutes kräftiges Brot und ein Flasche mit Wein / damit er sich unterm Baum sitzend labet und stärket: | de | de | de | 1 | 5.5182 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,879 | 1,615 | Aber vnſer Chriſtlicher Wandersmann hat inn ſeinem Sack deß Glaubens das Brot der Engeln/ deß Lebens vnnd Verſtandts/ nemblich die heilige Euchariſtiam: Vermuͤg der Wort: Cibauit illum Dominus pane vitæ & intellectus & aqua ſapientiæ ſalutaris’ potauit eum: | Aber unser christlicher Wandersmann hat in seinem Sack des Glaubens das Brot der Engeln / des Lebens und Verstands / nämlich die heilige Eucharistiam: Vermüg der Wort: Cibauit illum Dominus pane vitae & intellectus & aqua sapientiae salutaris' potauit eum: | de | de | de | 1 | 5.5005 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,880 | 1,615 | Diſes iſt der frommen Chriſtlichen Pilgramen viaticum vnnd Zehrpſennig: | Dieses ist der frommen christlichen Pilgeramen viaticum und Zehrpsennig: | de | la | de | 0.667 | 7.4642 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,881 | 1,615 | Es iſt das Brot deß Lebens/ wer nun darvon iſſet/ der wirdt leben ewiglich: von diſem Brodt haben geſſen jene zwen Juͤnger/ welche gen Emaus gingen/ vnnd CHRJſtus der Pilgram brach jhnens/ dardurch wurden jhre Augen eroͤffnet vnnd dermaſſen erleucht/ daß ſie jhne erkennten. | Es ist das Brot des Lebens / wer nun davon isst / der wird leben ewiglich: von diesem Brot haben gegessen jene zwei Jünger / welche gen Emaus gingen / und Christus der Pilgram brach ihnen / dadurch wurden ihre Augen eröffnet und dermaßen erleuchte / dass sie ihn erkennten. | de | de | de | 1 | 5.305 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,882 | 1,615 | Nicht weit von diſem Brodt iſt das Geſchirꝛ oder die Flaſche mit dem Waſſer der Weißheit/ der rothe Wein deß Roſenfarben Bluts vnſers HERREN JESV CHRJSTJ/ welcher ſelbſt vnder den Geſtallten deß Brodts begriffen iſt/ wie der Leib/ dann ein ſolcher Leib hat Blut in den Adern. | Nicht weit von diesem Brot ist das Geschirr oder die Flasche mit dem Wasser der Weisheit / der rote Wein des Rosenfarben Bluts unseres HERREN Jesu Christi / welcher selbst unter den Gestallten des Brots begriffen ist / wie der Leib / dann ein solcher Leib hat Blut in den Adern. | de | de | de | 1 | 5.0202 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,883 | 1,615 | Mit diſem Wein ſeindt truncken woꝛden/ die Apoſtel/ als ſie froͤlich vor dem Concilio erſchinen/ Diſer Wein iſt das Waſſer der heylſamen weißheit/ welche Chriſtus iſt/ vnnd wer von diſem Brot jſſet vnnd von diſem Wein trincket/ der wirdt erquickt/ ob er ſchon noch ſo muͤd vnd krafftloß were. | Mit diesem Wein sind trunken worden / die Apostel / als sie fröhlich vor dem Concilio erschienen / dieser Wein ist das Wasser der heilsamen Weisheit / welche Christus ist / und wer von diesem Brot isst und von diesem Wein trinket / der wird erquickt / ob er schon noch so müde und kraftlos wäre. | de | de | de | 1 | 4.3135 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,884 | 1,615 | Was ſoll ich aber vilmehr ſagen? | Was soll ich aber vielmehr sagen? | de | en | de | 0.667 | 5.0954 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,885 | 1,615 | Jnn diſem Sack deß Glaubens haben wir alle Guͤter/ nemblich GOtt ſelbſt/ welcher alles guts iſt/ vermuͤg der Wort: | In diesem Sack des Glaubens haben wir alle Güter / nämlich Gott selbst / welcher alles Gutes ist / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 5.9266 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,886 | 1,615 | Oſtendam tibi omne bonum: | Ostendam tibi omne bonum: | la | vi | la | 0 | 5.9834 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,887 | 1,615 | Item: det vobis habitare Chriſtum per fidem in cordibus veſtris. | Item: det vobis habitare Christus per fidem in cordibus vestris. | la | la | la | 0 | 5.3493 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,888 | 1,615 | Wie derwegen die Pilgram auß jhrem Sack zechen vnnd leben/ alſo leben alle Chriſten/ ſo da Chriſtlich leben/ auß dem Sack deß Glaubens/ dann Iuſtus in fide ſua viuet: | Wie derentwegen die Pilgram aus ihrem Sack zechen und leben / also leben alle Christen / so da Christlich leben / aus dem Sack des Glaubens / dann Iustus in fide sua viuet: | de | de | de | 1 | 5.4689 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,889 | 1,615 | Die Weltmenſchen/ ſo da nicht wiſſen/ daß ſie Pilgrammen ſeindt/ leben entweder vom Fleiſch/ oder von jhren Reichthumben/ oder von jhren Eytelkeiten/ aber ein vollkommener Chriſt lebt vom Glauben/ das iſt/ nach dem Glauben regiert vnnd diſponiert er ſein Leben/ vnnd ſpricht: | Die Weltmenschen / so da nicht wissen / dass sie Pilgerammen sind / leben entweder vom Fleisch / oder von ihren Reichtümer / oder von ihren Eitelkeiten / aber ein vollkommener Christ lebt vom Glauben / das ist / nach dem Glauben regiert und disponiert er sein Leben / und spricht: | de | de | de | 1 | 4.5297 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,890 | 1,615 | quoniam tu es Domine ſpes mea. | quoniam tu es Domine spes mea. | la | es | la | 0 | 6.4175 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,891 | 1,615 | Jn allem meinem thun vnd laſſen/ in allem meinem leyden vnd noͤthen tu Domine es ſpes mea, biſtu O HErꝛ meine Hoffnung: | In allem meinem tun und lassen / in allem meinem leiden und Nöten tu Domine es spes mea, bist du O Herr meine Hoffnung: | de | de | da | 0.667 | 5.7653 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,892 | 1,615 | Es moͤgen ſich gleichwol andere verlaſſen worauff ſie woͤllen/ nemblich auff jhre Gelehrtheit/ Adel vnnd Hochheit: Mihi autem adhærere Deo bonum eſt, propter te omnia detrimentum feci, & vt ſtercora arbitror; ſi mihi præmia promittuntur, per te obtinenda ſperabo, ſi inſurgat aduerſum me prælium, ſi ſæuiat mundus ſi fremat malignus ſi ipſa caro aduerſus me concupiſcat, ego in te ſperabo. | Es mögen sich gleichwohl andere verlassen worauff sie wollen / nemblich auf jhre Gelehrtheit / Adel und Hochheit: Mihi autem adhaerere Deo bonum est, propter te omnia detrimentum feci, & ut stercora arbitror; sie mihi praemia promittuntur, per te obtinenda sperabo, sie insurgat aduersum me praelium, sie saeuiat mundus sie fremat malignus sie ipsa caro aduersus me concupiscat, ego in te sperabo. | da | la | co | 0 | 5.7962 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,893 | 1,615 | Diß heiſt vom Glauben leben/ vnnd diſer geſtallt leben alle wahre Chriſten vom Sack deß Glaubens. | Dies heißt vom Glauben leben / und dieser Gestalt leben alle wahre Christen vom Sack des Glaubens. | de | de | de | 1 | 6.947 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,894 | 1,615 | Vom vierdten requiſito deß Pilgrams/ nemblich dem Stab. | Vom vierdten requisito des Pilgrams / nämlich dem Stab. | de | de | de | 1 | 6.9618 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,895 | 1,615 | DAs vierdte fuͤrnembſte requiſitum eines Pilgrams iſt der Stab oder Steck/ daran er ſich helt/ damit er nicht falle/ nicht muͤd werde/ vnd ſich voꝛ dem Wolff/ Hund vnnd Gaͤnſen beſchuͤtze: Diſer Stab iſt an dreyen orten mit Eyſen vnnd ein ner ſpitzen verſehen/ wirdt auch dem Pilgram bißweiln geſtohlen oder verwechßlet. | Das vierte fürnehmste requisitum eines Pilgrams ist der Stab oder Steck / daran er sich hält / damit er nicht falle / nicht müde werde / und sich vor dem Wolff / Hund und Gänsen beschütze: Dieser Stab ist an drei Orten mit Eisen und ein einer spitzen versehen / wird auch dem Pilgram bisweilen gestohlen oder verwechselt. | de | de | de | 1 | 5.7796 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,896 | 1,615 | Der Stab eines Chꝛiſtlichen Pilgrams iſt die wahre hoffnung/ vnd hat alle jetzterzehlte eygenſchafften/ dann erſtlich wie der Pilgram ſich an Stab haͤlt damit er nicht falle/ alſo haͤlt ſich der Menſch an der hoffnung/ damit er nicht falle in die ewige Verdamnuß vnnd Hoͤlliſchen abgrundt: | Der Stab eines Christlichen Pilgrams ist die wahre Hoffnung / und hat alle jetzterzehlte Eigenschaften / dann erstlich wie der Pilgram sich an Stab hält damit er nicht falle / also hält sich der Mensch an der Hoffnung / damit er nicht falle in die ewige Verdammnis und Höllischen Abgrund: | de | de | de | 1 | 5.214 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,897 | 1,615 | Hergegen halten ſich die Weltmenſchen an roͤhrinen Stecken/ ſo außwendig gruͤn/ jnnwendig aber hol vnd leer ſeindt/ nemblich an der Ehꝛ/ Wolluſt/ Reichthumb vnd Freunden/ derwegen brechen vnd fallen ſie vnder jhnen/ vnnd wirdt von jhnen geſagt: | Hergegen halten sich die Weltmenschen an röhrinen Stecken / so auswendig grün / inwendig aber hole und leer sind / nämlich an der Ehre / Wollust / Reichtum und Freunden / derentwegen brechen und fallen sie unter ihnen / und wird von ihnen gesagt: | de | de | de | 1 | 5.9278 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,898 | 1,615 | Maledicti qui confiſi ſunt in homine, & poſuerunt carnem brachium ſuum. | Maledicti qui confisi sunt in homine, & posuerunt carnem brachium suum. | la | la | co | 0 | 5.8435 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,899 | 1,615 | Selig aber ſeindt die jhre Hoffnung nicht geſetzt haben in den ſchaͤtzen deß Gelts/ vnnd die nicht nachgangen ſeind dem Goldt: | Selig aber sind die ihre Hoffnung nicht gesetzt haben in den schätzen des Geldes / und die nicht nachgegangen sind dem Gold: | de | de | de | 1 | 5.3937 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,900 | 1,615 | O wie vil Seelen/ welche ſich auff die roͤhrine Staͤb verlaſſen haben/ ſchreyen an jetzo im Fegfewer: | O wie viel Seelen / welche sich auf die röhrine Stäbe verlassen haben / schreien an jetzt im Fegefeuer: | de | de | de | 1 | 6.0905 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,901 | 1,615 | Miſeremini mei, miſeremini mei ſaltem vos amici mei, quia manus’ Domini tetigit me. | Miseremini mei, miseremini mei saltem vos amici mei, quia manus ’ Domini tetigit me. | en | la | ro | 0 | 5.5735 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,902 | 1,615 | Aber ſolche jhꝛe Freund hoͤrens nicht/ vnnd gehen mit dauben Ohren fuͤruͤber: nolite ergo confidere in principibus neque in filiis hominum in quibus non eſt ſalus. | Aber solche jhre Freund Hörens nicht / und gehen mit dauben Ohren vorüber: nolite ergo confidere in principibus neque in filiis hominum in quibus non est salus. | de | de | de | 1 | 5.523 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,903 | 1,615 | Ferꝛner iſt diſer Stab der hoffnung tauglich die Woͤlff/ Huͤnd vñ Gaͤnß abzuwehꝛen/ das iſt/ er beſchuͤtzet vns vor der verſuchung deß Hoͤlliſchen Wolffs/ deß Hunds oder fleiſches vnd der Gaͤnß/ als verſpoͤtter diſer welt der hoͤlliſch Wolff ſuchet durch ſeine verſuchungen die fromme Chriſtliche Wallfahꝛter zuuerhindern daß ſie nit vortgehen/ ſondern verzweiflen oder ſtillſtehen/ oder der welt dienen vnd verlohren werden ſollen/ diſer Stab aber erhelt ſie/ vnnd ſie werder auß heiliger Schꝛifft gelehꝛt quod in ſilentio & in ſpe erit fortitudo eorum: | Ferner ist dieser Stab der Hoffnung tauglich die Wölf / Hünd und Gens abzuwehren / das ist / er beschützet uns vor der Versuchung des Höllischen Wolffs / des Hunds oder Fleisches und der Gens / als Spötter dieser Welt der höllisch Wolff suchet durch seine Versuchungen die fromme Christliche Wallfahrer zuverhindern dass sie nicht vortgehen / sondern verzweifle oder stillstehen / oder der Welt dienen und verloren werden sollen / dieser Stab aber erhält sie / und sie Werder aus heiliger Schrift gelehrt quod in silentio & in spe erit fortitudo eorum: | de | de | de | 1 | 5.323 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,904 | 1,615 | Derwegen ſchweigẽ ſie zu deß Sathans vnd boͤſer Menſchen verſuchungen ſtill/ beharꝛen im guten/ vñ werffen den Stab der hoffnung niemaln von ſich/ O Menſch veꝛlaſſe diſen Stab niemaln in diſem Leben/ ſonder ſprich: etiamſi occiderit mo in ipſum ſperabo: | Derentwegen schweigen sie zu des Satans und böser Menschen Versuchungen still / beharren im guten / und werfen den Stab der Hoffnung niemals von sich / O Mensch verlasse diesen Stab niemals in diesem Leben / sonder sprich: etiamsi occiderit mo in ipsum sperabo: | de | de | de | 1 | 5.8711 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,905 | 1,615 | Vnd du greißgꝛawer ſehꝛ alter/ laine dich an diſen Stab/ dann du kanſt ohne jhne nicht gehen: | Und du greißgrawer sehr alter / Leine dich an diesen Stab / dann du kannst ohne ihn nicht gehen: | de | de | de | 1 | 6.5968 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,906 | 1,615 | Ob ſchon deine gedancken zu dir ſprechen: Du biſt vil zu alt/ kanſt nit wallfahrten gehen/ ſonder muſt fallen vnd zu ſchanden werden/ ſo ſchreye du doch vñ ſpꝛich: in te Domine ſperaui non confundar in æternum: ſuſcipe me Domine ſecũdum cloquium tuum & viuam, & non cõfundas me ab exſpectatione mea: ſuſcipe me ſurſum, cape me per ſpẽ: ſuſcipe Domine ſpiritum meum, corpus confractum eſt. | Ob schon deine gedancken zu dir sprechen: Du bist viel zu alt / kannst nicht wallfahrten gehen / sonder musst fallen und zu Schanden werden / so schreie du doch und sprich: in te Domine speraui non confundar in aeternum: suscipe me Domine secudum cloquium tuum & viuam, & non cofundas me ab exspectatione mea: suscipe me sursum, cape me per spen: suscipe Domine spiritum meum, corpus confractum est. | de | la | co | 0.333 | 5.0344 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,907 | 1,615 | Drey Ring hat der Stab eines Pilgrams oben/ in der mitte vnd vnden/ Dañ ob er ſchon von gutem harten vnd wehꝛhafften Holtz iſt/ vnd nit leichtlich zerbꝛochen oder zerſpalt werden kan/ dann diſes Holtz ligt an einem ſehr guten ort/ nemlich in der Goͤttlichẽ guͤtigkeit/ dann bonus eſt Dominus ſperantibus in ſe. | Drei Ring hat der Stab eines Pilgrams oben / in der Mitte und unten / Dann ob er schon von gutem harten und wehrhaften Holz ist / und nicht leichtlich zerbrochen oder Spalt werden kann / dann dieses Holz liegt an einem sehr guten Ort / nämlich in der Göttlichen Gütigkeit / dann bonus est Dominus sperantibus in se. | de | de | de | 1 | 5.0935 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,908 | 1,615 | Es ligt auch mitten zwiſchen d’ Goͤttlichen barmhertzigkeit/ dann ſperantẽ in Domino miſericordia circumdabit, Derwegen kan er nicht zerſpalten noch verduͤrꝛen/ dann die Goͤttliche Barmhertzigkeit netzet vnnd befeuchtet jhne/ vermuͤg der Wort: | Es liegt auch mitten zwischen d' Göttlichen Barmherzigkeit / dann spanten in Domino misericordia circumdabit, Derentwegen kann er nicht zerspalten noch dürren / dann die göttliche Barmherzigkeit netzet und befeuchtet ihn / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 5.9144 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,909 | 1,615 | Benedictus vir qui confidit in Domino, & erit quaſi lignum quod tranſplan tatur ſuper aquas’. | Benedictus vir qui confidit in Domino, & erit quasi lignum quod transplan tatur super aquas'. | la | la | la | 0 | 5.1495 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,910 | 1,615 | Nicht deſto weniger wirdt durch den obriſten Ring bedeut die betrachtung der gutthaten GOttes: | Nicht desto weniger wird durch den obersten Ring bedeute die Betrachtung der Guttaten Gottes: | de | de | de | 1 | 6.6352 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,911 | 1,615 | Durch den mitteren die erwoͤgung deß guten vnd boͤſen/ vnnd durch den vnderſten die betrachtung der ſuffragiorum aller Heiligen im Himmel. | Durch den Miteren die erwögung des guten und bösen / und durch den untersten die Betrachtung der suffragiorum aller Heiligen im Himmel. | de | de | de | 1 | 6.1661 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,912 | 1,615 | Die vnderſte eyſene Spitz/ dardurch der Stab vnden verwart wirdt/ damit er ſich nit hinſtoſſe/ vnd mit dern wir die Woͤlff abtreiben vnnd die Schlangen zertretten/ bedeut das ſuffragium der allerheiligiſten Jusgfrawen Mariæ/ welche ein Spitz vnnd Stahel iſt/ vnnd vom Ring vmbgeben wirdt: von deren geſchriben ſtehet: terribilis vt caſtrorum acies ordinata. | Die unterste eisen Spitz / dadurch der Stab unten verwahrt wird / damit er sich nicht hinstoße / und mit deren wir die Wölf abtreiben und die Schlangen zertreten / bedeute das suffragium der allerheiligisten Jusgfrawen Marias / welche ein Spitz und Stachel ist / und vom Ring umgeben wird: von deren geschrieben steht: terribilis ut castrorum acies ordinata. | de | de | de | 1 | 5.9133 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,913 | 1,615 | Die Him̃liſche Heerſpitzen/ die heilige Engel vnd Menſchen oder Seelen ſeindt inn einem Zirckel oder Kugel geordnet/ vnd mitten in derſelben Heerſpitz iſt die allerheiligſte Jungkfraw Maria ein erſchroͤckliche Heerſpitz/ dann ſie foͤrchten ſich nicht vor dem groſſen Gewalt der ſichtbaren Feinde/ ſondern verſchwinden voꝛ jhrem namen. | Die himmlische Heerspitzen / die heilige Engel und Menschen oder Seelen sind in einem Zirkel oder Kugel geordnet / und mitten in derselben Heerspitz ist die allerheiligste Jungfrau Maria ein erschröckliche Heerspitz / dann sie fürchten sich nicht vor dem großen Gewalt der sichtbaren Feinde / sondern verschwinden vor ihrem Namen. | de | de | de | 1 | 5.1265 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,914 | 1,615 | Wann derwegen die alte liſtige ſchlang ſich vnderſtehen wolte herzu zu kriechen/ ſo zerknirſche jhr den Kopff mit der Krafft der ſpitze diſes ſtabs/ vertreibe darmit die hoͤlliſche Teuffel/ das bellen der Hunden vnd das pfeiſen der Gaͤnß/ das iſt/ allerhandt Verſuchungen. | Wann derentwegen die alte listige schlang sich unterstehen wollte herzu zu kriechen / so zerknirsche ihr den Kopf mit der Kraft der spitze dieses Stabs / vertreibe damit die höllische Teufel / das Bellen der Hunden und das Pfeifen der Gens / das ist / allerhand Versuchungen. | de | de | de | 1 | 5.0615 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,915 | 1,615 | Von deß Teuffels Stab der falſchen Hoffnung. | Von des Teufels Stab der falschen Hoffnung. | de | de | de | 1 | 6.1965 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,916 | 1,615 | AN ſtatt deß vorbemelten guten Stabs der wahren Hoffnung aber/ erwiſchet der Pilgram bißweilen den Stab der falſchen Hoffnung: | AN statt des vorbemehlten guten Stabs der wahren Hoffnung aber / erwischet der Pilgram bisweilen den Stab der falschen Hoffnung: | de | de | lb | 0.667 | 6.734 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,917 | 1,615 | Vnnd derſelb iſt erſtlich ein roͤhriner oder auß holen roͤhren der laͤren vnd zergaͤnglichen reichthumb/ ehꝛ vnnd wolluſt geſchnitzelt/ wer ſich aber an denſelben lainet vnnd auffhaͤlt/ confidit in nihil, derſelb verlaͤſt ſich vnd hoffet auff nichts. | Und derselbe ist erstlich ein röhriner oder aus holen röhren der leeren und gänglichen Reichtum / ehr und Wollust geschnitzelt / wer sich aber an denselben leinet und aufhält / confidit in nihil, derselbe verlässt sich und hoffet auf nichts. | de | de | de | 1 | 6.0241 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,918 | 1,615 | Am andern iſt deß Teuffels Stab gemalt vnd mit der Hoffnung deß langen Lebens angeſtrichen: | Am anderen ist des Teufels Stab gemalt und mit der Hoffnung des langen Lebens angestrichen: | de | de | de | 1 | 5.8593 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,919 | 1,615 | Dann wie einer in etwan einem Zim̃er ſeines Hauſes an die Wand allerhand ratſigen Zeug/ Kleidern/ Stifeln/ Sporen/ Woͤhr/ Spieß vnnd Stangen mahlet/ vnnd wann einer zu jhm kombt/ vnd jhne bittet/ daß er jhme doch etwas dergleichen leyhen woͤlle/ derſelb aber jhne ins Zimmer fuͤhret darinn nichts anders verhanden als gemahlte ding/ derwegen verlachet vnd verſpottet wirdt/ vnd mit laͤrer Handt wider hinweg gehen muß/ Alſo pflegen etliche Leuth auß eingebung deß Teufels/ jhnen ſelbſt ein langes Leben auff vil Jar im Kopff zuhaben vnd einzubilden/ vnnd zu ſprechen: Du kanſt gar wol noch zehen oder zwantzig Jar leben/ vnd folgendts dich zu Gott bekehꝛen/ ꝛc. Vilmals aber begibts ſich/ daß/ wann ein ſolcher Geſell nach demſelben ſtab deß langen Lebens greiffet/ er nichts warhafftes drinn findet/ ſonder ehender ſtirbt/ weder er vermeint hatte. | Dann wie einer in etwan einem Zimmer seines Hauses an die Wand allerhand ratschen Zeug / Kleidern / stiefeln / Sporen / Wöhr / Spieß und Stangen malt / und wann einer zu ihm kommt / und ihn bittet / dass er ihm doch etwas dergleichen leihen wolle / derselbe aber ihn ins Zimmer führt darin nichts anders vorhanden als gemalte Ding / derentwegen verlachet und verspottet wird / und mit Lehrer Hand wieder hinweggehen muss / Also pflegen etliche Leute aus Eingebung des Teufels / ihnen selbst ein langes Leben auf viel Jahr im Kopf zuhaben und einzubilden / und zu sprechen: Du kannst gar wohl noch zehn oder zwanzig Jahr leben / und folgend dich zu Gott bekehren / etc. Vielmals aber begibt sich / dass / wann ein solcher Gesell nach demselben stab des langen Lebens greifet / er nichts Wahrhaftes drin findet / sonder eher stirbt / weder er vermeint hatte. | de | de | de | 1 | 5.3218 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,920 | 1,615 | Als dann lachet jhne der Teufel auß/ vnnd ſpricht: | Als dann lachet ihn der Teufel aus / und spricht: | de | de | de | 1 | 5.2129 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,921 | 1,615 | Stulte hac nocte repetent animam tuam: als dann antworten jhm auch ſolche Leuth: poſuimus mendacium ſpom noftram. | Stulte hac nocte repetent animam tuam: als dann antworten jhm auch solche Leute: posuimus mendacium spom noftram. | de | la | fr | 0.333 | 7.2756 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,922 | 1,615 | Der dritte verfluchte Stab deß Teuffels iſt die Hoffnung auff die Goͤttliche Barmhertzigkeit/ dann vil Menſchen ſuͤndigen darauff/ vnd begeren jhr ſuͤndiges Leben biß in jhꝛ endt zubeharꝛen. | Der dritte verfluchte Stab des Teufels ist die Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit / dann viel Menschen sündigen darauf / und Begehren ihr sündiges Leben bis in ihr Ende zubeharren. | de | de | de | 1 | 4.6908 |
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