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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,620
1,615
Nicht ſoll man das Leibliche Angeſicht waſchen/ zieren vnnd anſtreichen/ wie etlich alte vnnd junge naͤrꝛiſche Weiber thun/ ſondern das jnnerliche Angeſicht ſoll man waſchen mit der reinẽ Laug/ welche gemacht iſt worden auß dem Aſchen vnnd Zaͤhern der contrition.
Nicht soll man das leibliche Angesicht waschen / zieren und anstreichen / wie etlich alte und junge närrische Weiber tun / sondern das innerliche Angesicht soll man waschen mit der reinen Laug / welche gemacht ist worden aus dem Aschen und Zäheren der contrition.
de
de
de
1
5.8661
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,621
1,615
Viertens muß das faſten beglaidt werden mit dem Allmuſen vermuͤg der Wort:
Viertens muss das fasten Begleit werden mit dem Allmusen vermög der Wort:
de
de
de
1
7.2524
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,622
1,615
Nolite theſaurizari vobis in terra, &c.
Nolite thesaurizari vobis in terra, etc.
en
en
nl
0
5.559
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,623
1,615
Dann etliche Menſchen faſten zu erhaltung jhrer Leibsgeſundtheit/ nach rath deß Medici, daſſelbe aber iſt nit verdienſtlich weil es nicht von Gottes wegen beſchicht.
Dann etliche Menschen fasten zu Erhaltung ihrer Leibsgesundheit / nach Rat des Medici, dasselbe aber ist nicht verdienstlich weil es nicht von Gottes wegen beschichte.
de
de
de
1
6.2423
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,624
1,615
Andere faſten/ damit ſie hernacher jhren Bauch GOtt deſto beſſer dienen vnnd deſto mehr freſſen vnnd ſauffen moͤgen/ dardurch wirdt der Leib faiſt/ aber der Geiſt mager.
Andere fasten / damit sie hernach ihren Bauch Gott desto besser dienen und desto mehr fressen und saufen mögen / dadurch wird der Leib feist / aber der Geist mager.
de
de
de
1
4.9181
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,625
1,615
Andere pflegen an den faſtagen deſto mehꝛ vnd koͤſtlicher/ vnd auff einmal ſo vil zueſſen/ als ſonſten auff zweymahl.
Andere pflegen an den Fastagen desto mehr und köstlicher / und auf einmal so viel zuessen / als sonsten auf zweimal.
de
de
de
1
6.2284
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,626
1,615
Andere faſten auß kargheit zu erſparung deß Vnkoſtens/ vnnd wie die Maulwerff/ ſo vnder der Erden begraben ligen/ nicht genug Erde eſſen doͤrffen/ alſo legen ſich ſolche Leuth mit hungerigem vnnd lehrem Bauch ſchlaffen/ damit jhnen an jhꝛen Guͤtern nichts ab gehe/ vnangeſehen geſchriben ſtehet:
Andere fasten aus Kargheit zu Ersparung des Unkosten / und wie die Maulwerff / so unter der Erden begraben liegen / nicht genug Erde essen dürfen / also legen sich solche Leute mit hungrigem und leerem Bauch schlafen / damit ihnen an ihren Gütern nichts abgehe / unangesehen geschrieben steht:
de
de
de
1
5.6727
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,627
1,615
Vir cui dedit Deus diuitias, ſubſtantiam & honorem, & nihil deeſt animæ ſuæ ex omnibus quæ deſiderat, nec tribuit ei Deus poteſtatem vt comedat ex eo.
Vir cui dedit Deus diuitias, substantiam & honorem, & nihil deest animae suae ex omnibus quae desiderat, nec tribuit ei Deus potestatem ut comedat ex eo.
la
la
la
0
5.034
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,628
1,615
Andere aber faſten mit Allmuſen vnnd Gebett/ vermuͤg der Wort:
Andere aber fasten mit Allmusen und Gebet / vermög der Wort:
de
de
de
1
7.0357
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,629
1,615
Bonum eſt ieiunium cum elemoſina & oratione quã theſauros auri condere.
Bonum est ieiunium cum elemosina & oratione qua thesauros auri condere.
it
la
pt
0
5.8787
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,630
1,615
Vnnd ſolche Leuth ſamblen Schaͤtz im Himmel/ vnnd ſeindt die jenigen/ von denen der HErꝛ ſagt: theſaurizate vobis theſauros.
Und solche Leute samblen Schätze im Himmel / und sind diejenigen / von denen der Herr sagt: thesaurizate vobis thesauros.
de
de
de
1
5.2355
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,631
1,615
Dann durch die Haͤnd der armen werden jhꝛe Reichthumb in den Himmel getragen vnd zum ewigen Leben verwahꝛt.
Dann durch die Hände der armen werden ihre Reichtum in den Himmel getragen und zum ewigen Leben verwahrt.
de
de
de
1
4.8119
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,632
1,615
Vom Allmuſen.
Vom Allmusen.
de
zh
de
0.667
7.8054
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,633
1,615
DAs dritte/ ſo zur ſatisfaction gehoͤrt/ iſt das Allmuſen/ darbey aber wirdt erfordert erſtlich ein froͤlichkeit deß Gemuͤts/ vermuͤg der Wort:
Das dritte / so zur Satisfaktion gehört / ist das Allmusen / dabei aber wird erfordert erstlich ein Fröhlichkeit des Gemüts / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.9936
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,634
1,615
In omni dato hilarem fac vultum:
In omni dato hilarem fac vultum:
it
it
co
0
9.2567
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,635
1,615
Item: Voluntariè ſacrificabo tibi:
Item: Voluntarie sacrificabo tibi:
pt
ht
hu
0
6.1727
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,636
1,615
Dann weil weder in der Hoͤllen noch im Fegfewer keine gutwillige Allmuſen beſchehen/ ſo ſeind ſie vnuerdienſtlich.
Dann weil weder in der Höllen noch im Fegefeuer keine gutwillige Allmusen geschehen / so sind sie unverdienstlich.
de
de
de
1
5.5006
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,637
1,615
Am andern muß das Allmuſen beſchehen von deinem eygnen gut/ dann wer es von dem ſeinigen nicht gibt/ der waſchet ſich im vnreinen Waſſer vnnd wirdt vil vnreiner:
Am anderen muss das Allmusen geschehen von deinem eigenen gut / dann wer es von dem seinigen nicht gibt / der waschet sich im unreinen Wasser und wird viel unreiner:
de
de
de
1
5.6545
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,638
1,615
Das Allmuſen iſt ein reines Waſſer/ aber wann es von geſtohlenen Guͤtern herꝛuͤhret/ ſo iſts kotig:
Das Allmusen ist ein reines Wasser / aber wann es von gestohlenen Gütern herrühret / so ist es kotig:
de
de
de
1
5.6698
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,639
1,615
Derwegen ſpꝛicht der Prophet:
Derentwegen spricht der Prophet:
de
nl
nl
0.333
5.7325
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,640
1,615
Ego Dominus diligens iudicium & odio habens rapinam in holocauſtum.
Ego Dominus diligens iudicium & odio habens rapinam in holocaustum.
la
la
la
0
5.3823
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,641
1,615
Es vermeinen etliche Wucherer vnnd Geltnarꝛen/ daß GOtt ein ſolcher Richter ſeye/ der ſich durch Gelt vnnd ſchanckungen beſtechen laſſe/ aber ſie jrꝛen ſich/ dann er ſpricht: Exiſtimaſti inique, quod ero tui ſimilis? arguam te & ſtatuam contra faciem tuam.
Es vermeinen etliche Wucherer und Geldnarren / dass Gott ein solcher Richter sei / der sich durch Geld und schanckungen bestechen lasse / aber sie irren sich / dann er spricht: Existimasti inique, quod ero tui similis? arguam te & statuam contra faciem tuam.
de
de
de
1
5.3634
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,642
1,615
Drittens gehoͤrt ein Lieb darzu/ dann ob ſchon einer alle ſeine Guͤter den Armen außtheilet/ vnd hat die Lieb nicht darbey/ ſo hilffts jm eben nichts.
Drittens gehört ein Liebe dazu / dann ob schon einer alle seine Güter den Armen austeilet / und hat die Liebe nicht dabei / so hilft es ihm eben nichts.
de
de
de
1
5.1753
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,643
1,615
Beſchließlichen muß es an gelegenen oꝛten vnd nicht offentlich zum ſchein/ wie die Heuchler es von der eyteln ehr wegen thun/ vñ derwegen nur zeitlich drumb belohnt werden/ ſondern heimblich/ das iſt/ im verborgenen deß Gewiſſens/ welches Gott ſihet vnd anſchawet/ beſchehen/ dañ wie der außgewoꝛfner Traidſamen mit der Erden bedeckt muß werden/ damit er von den voͤgeln nit gefreſſen werde/ vnnd deſto mehrere Fruͤchte bringe/ alſo muß das Allmuſen vor den Augen der Menſchen bedeckt werden/ damit es von den Teufeln nit verzehꝛt werde/ vnnd daß es hundertfaͤltige fruͤchte trage.
Beschließlichen muss es an gelegenen orten und nicht öffentlich zum Schein / wie die Heuchler es von der eyteln Ehre wegen tun / und derentwegen nur zeitlich darum belohnt werden / sondern heimlich / das ist / im Verborgenen des Gewissens / welches Gott sieht und anschauet / geschehen / dann wie der ausgeworfener Traitsamen mit der Erden bedeckt muss werden / damit er von den vögeln nicht gefressen werde / und desto mehrere Früchte bringe / also muss das Allmusen vor den Augen der Menschen bedeckt werden / damit es von den Teufeln nicht verzehrt werde / und dass es hundertfältige Früchte trage.
de
de
de
1
5.1262
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,644
1,615
Vom Gebett.
Vom Gebet.
hu
de
de
0.667
7.1216
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,645
1,615
DAS Gebett iſt das dritte requiſitum der Satisfaction, darzu aber gehoͤrt erſtlich ein wuͤrdige præparation vnd fuͤrbereitung/ vermuͤg der Wort: ante orationem præpara animam tuam:
DAS Gebet ist das dritte requisitum der Satisfaktion, dazu aber gehört erstlich ein würdige Präparation und Vorbereitung / vermög der Wort: ante orationem praepara animam tuam:
de
de
de
1
5.5242
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,646
1,615
Dann wie ein Lauteniſt oder Jnſtrumentiſt zuuor ſein Lauten recht ſtimmet/ alſo muß der Menſch zuuor ſein Gemuͤt componieren vnd ſtimmen/ damit nicht zu jhm geſagt werde:
Dann wie ein Lautenist oder Instrumentist zuvor sein Lauten recht stimmet / also muss der Mensch zuvor sein Gemüt komponieren und stimmen / damit nicht zu ihm gesagt werde:
de
de
de
1
5.817
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,647
1,615
Diß Volck ehꝛet mich mit den Lefftzen/ aber jhꝛ Hertz iſt weit von mir.
Dies Volk ehret mich mit den Lefzen / aber ihr Herz ist weit von mir.
de
de
de
1
4.318
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,648
1,615
Am andern muß das Gebett auff etwas guts angeſehen ſein/ nemblich auff die Goͤttliche Gerechtigkeit vnnd ſein Reich/ dann die zeitliche Guͤter ſeindt veraͤchtlich vor ſeinen Augen/ vnd er beſcheret ſie den Tuͤrcken/ Heyden/ Ketzern vnd Gottloſen.
Am anderen muss das Gebet auf etwas Gutes angesehen sein / nämlich auf die göttliche Gerechtigkeit und sein Reich / dann die zeitliche Güter sind verächtlich vor seinen Augen / und er beschert sie den Türken / Heiden / Ketzern und Gottlosen.
de
de
de
1
5.1376
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,649
1,615
Drittens muß es beſchehen im Standt der gnadẽ/ dañ Gott erhoͤꝛt die ſuͤnder nit vermuͤg der woꝛt:
Drittens muss es geschehen im Stand der gnaden / dann Gott erhört die Sünder nicht vermög der Wort:
de
de
de
1
6.3381
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,650
1,615
Si multiplicaueritis orationem, nõ exaudiam, manus n. veſtræ ſanguine plenæ ſunt, Item:
Si multiplicaueritis orationem, no exaudiam, manus n. vestrae sanguine plenae sunt, Item:
da
la
la
0
5.7694
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,651
1,615
Maledicam benedictionibus veſtris.
Maledicam benedictionibus vestris.
la
la
la
0
5.6563
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,652
1,615
Item: Scimus quod peccatores non exaudit Deus, &c. Derwegen muͤſſen wir Gottes Freunde ſein/ vnſer Gewiſſen reinigen/ vnd vnſern Nechſten verzeyhen/ ſoll anderſt vnſer Gebett erhoͤrt werden.
Item: Scimus quod peccatores non exaudit Deus, & c. Derentwegen müssen wir Gottes Freunde sein / unser Gewissen reinigen / und unsern Nächsten verzeihen / soll anders unser Gebet erhört werden.
de
de
de
1
5.3667
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,653
1,615
Vnnd diſes wirdt bedeut durch den ſchweiß CHriſti/ welchen er im Garten bettendt fuͤr vns geſchwitzt hat/ Alſo muͤſſen auch wir die feuchtigkeiten der Suͤnden außſchwitzen vnd von vns treiben.
Und dieses wird bedeute durch den schweiß Christi / welchen er im Garten bettend für uns geschwitzt hat / Also müssen auch wir die Feuchtigkeiten der Sünden ausschwitzen und von uns treiben.
de
de
de
1
5.5629
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,654
1,615
Viertens muß das Gebett demuͤtigklich beſchehen/ vnd zwar in den Kirchen vnnd anheimbs in einem ſonderbaren abgelegenen ort oder Kaͤmmerlein/ Jtem mit demuͤtigen Geberden kniendt/ dann etliche Heuchler prangen mit jhrem betten auff offnen Gaſſen/ vnd nur zum ſchein vor den Leuthen.
Viertens muss das Gebet demütigend geschehen / und zwar in den Kirchen und anheim in einem sonderbaren abgelegenen Ort oder Kämmerlein / Item mit demütigen Gebärden kniend / dann etliche Heuchler prangen mit ihrem betten auf offenen Gassen / und nur zum Schein vor den Leuten.
de
de
de
1
5.0827
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,655
1,615
Andere betten nur mit dem einen Knye nider knient/ aber ſie verſpotten Gott vnnd halten jhne nur fuͤr einen halben Gott.
Andere betten nur mit dem einen Knie niederkniet / aber sie verspotten Gott und halten ihn nur für einen halben Gott.
de
de
de
1
4.6711
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,656
1,615
Nicht weniger ſoll das Gebett beharꝛlich ſein/ vermuͤg der Wort: Bettet ohne vnderlaß.
Nicht weniger soll das Gebet beharrlich sein / vermög der Wort: Bettet ohne unterlass.
de
de
de
1
6.5143
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,657
1,615
Wann der Leopard das Wildt nit im erſten ſprung fahet/ ſo fraget er jm ferꝛner nicht nach/ ſondern laͤſts lauffen: Alſo wann etliche Menſchen nicht geſchwindt von Gott erhoͤrt werden/ laſſen ſie nach/ betten nimmer/ vnd woͤllen Gott den Herꝛn weiter nicht moleſtiren noch bemuͤhen.
Wann der Leopard das Wildes nicht im ersten Sprung fanget / so fraget er ihm ferner nicht nach / sondern lästs laufen: Also wann etliche Menschen nicht geschwind von Gott erhört werden / lassen sie nach / betten nimmer / und wollen Gott den Herrn weiter nicht molestieren noch bemühen.
de
de
de
1
5.8558
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,658
1,615
Zum ſechſten muß es jnnbruͤnſtig ſein vnd von gantzem Hertzen gehen/ Jnnmaſſen Dauid gethan vnd geſagt:
Zum sechsten muss es inbrünstig sein und von ganzem Herzen gehen / Inmassen David getan und gesagt:
de
de
de
1
5.5164
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,659
1,615
Clamaui in toto corde meo exaudi me Domine; Vil Leuth werden nit erhoͤrt/ weil ſie in wehrendem jhrem betten mit den Augen hin vnd wider auff die ſchoͤne Frawen ſchawen/ vnnd mit jhrem Hertzen vnd Gedancken anderſtwo ſeind/ alſo auß dem betten ein fluchen vnd ſchwetzen/ vnd auß der Kirchen ein bordell oder Huren vnd Kuppelhauß machen.
Clamaui in toto corde meo exaudi me Domine; viel Leute werden nicht erhört / weil sie in währendem ihrem betten mit den Augen hin und wieder auf die schöne Frauen schauen / und mit ihrem Herzen und Gedanken anderswo sind / also aus dem betten ein Fluchen und schwätzen / und aus der Kirchen ein Bordell oder Huren und Kuppelhaus machen.
de
de
de
1
5.0124
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,660
1,615
Beſchließlichen muß das Gebett beglaidt werden mit den Zaͤhren/ daruon aber ſoll in nachfolgendem Capittel gehandlet werden.
Beschließlichen muss das Gebet Begleit werden mit den Zähren / davon aber soll in nachfolgendem Kapitel gehandelt werden.
de
de
de
1
6.5996
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,661
1,615
Vom Weinen.
Vom Weinen.
fi
de
de
0.667
6.8388
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,662
1,615
DAs vierte/ welches den Wercken der Satisfaction wol anſtehet/ iſt das wainen:
Das vierte / welches den Werken der Satisfaktion wohl anstehet / ist das weinen:
de
de
de
1
5.7613
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,663
1,615
Auß vilen Vrſpruͤngen fleuſt der Bach der Zaͤhren/ erſtlich auß dem frembden mitleyden/ Jnmaſſen Chriſtus am Creutz vnnd zuuoꝛ vber die Statt Jeruſalem weinte.
Aus vielen Ursprüngen fließt der Bach der Zähren / erstlich aus dem fremden mitleiden / In Maßen Christus am Kreuz und zuvor über die Stadt Jerusalem weinte.
de
de
de
1
6.1041
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,664
1,615
Am andern wegen deß Paſſions Chꝛiſti/ Jnnmaſſen jene heilige Weiber denſelben beym gꝛab beweint:
Am anderen wegen des Passionschristi / Inmassen jene heilige Weiber denselben beim grab beweint:
de
de
lb
0.667
8.8607
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,665
1,615
Drittens wegen der abweſenheit deß geliebten/ Jnmaſſen Maria jhren geliebten beym Grab beweinte/ Jtem Dauid ſprechent:
Drittens wegen der Abwesenheit des geliebten / In Maßen Maria ihren geliebten beim Grab beweinte / Item David sprechend:
de
de
de
1
6.6789
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,666
1,615
Fuerũt mihi lachrimæ meæ panes die ac nocte, heu mihi quia incolatus.
Fuerut mihi lachrimae meae panes die ac nocte, heu mihi quia incolatus.
la
la
la
0
8.1314
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,667
1,615
Viertens wegen erjnnerung der empfangnen gutthaten/ jnmaſſen Auguſtinus geweint als er die dem Menſchlichen Geſchlecht erwiſene gutthaten betrachtete.
Viertens wegen Erinnerung der empfangenen Guttaten / in Maßen Augustinus geweint als er die dem menschlichen Geschlecht erwiesene Guttaten betrachtete.
de
de
lb
0.667
5.7003
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,668
1,615
Zum fuͤnfften wegẽ der entzuͤndung deß Goͤttlichen Worts/ Jnmaſſen jene Braut gethan/ ſpꝛechent: anima mea liquefacta eſt Sechſtens wegen der verlaͤngerung deß Reichs der Himmlen/ Jnmaſſen Maria Cant. 5. geweint/ ſpꝛechent: Nũciate dilecto: quia amore langueo.
Zum fünften wegen der Entzündung des göttlichen Worts / In Maßen jene Braut getan / sprechend: anima mea liquefacta est Sechstens wegen der Verlängerung des Reichs der Himmeln / In Maßen Maria Cant. 5. geweint / sprechend: Nuciate dilecto: quia amore langueo.
de
de
lb
0.667
5.5643
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,669
1,615
Beſchließlichen weinet man wegen der Suͤnden/ Jnmaſſen Petrus vnd Magdalena gethan vnd von jhꝛ geſagt woꝛden: cœpit rigare pedes eius.
Beschließlichen weinet man wegen der Sünden / In Maßen Petrus und Magdalena getan und von ihr gesagt worden: coepit rigare pedes eius.
de
de
de
1
6.7541
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,670
1,615
Alle dergleichen weinen dẽ hat der Herꝛ fuͤr ſelig geſchetzt/ ſprechendt:
Alle dergleichen weinen den hat der Herr für selig geschätzt / sprechend:
de
de
de
1
7.2761
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,671
1,615
Beati qui lugent quoniam conſolabuntur.
Beati qui lugent quoniam consolabuntur.
la
la
la
0
5.4929
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,672
1,615
Derwegen gehoͤren nicht in diſe Zahl die jenige Geltnarꝛen vnnd Wucherer/ ſo da weinen vnnd trawren auß lauter Geitz/ wann nemblich das Traidt wolgerathet.
Derentwegen gehören nicht in diese Zahl diejenige Geldnarren und Wucherer / so da weinen und Trauern aus lauter Geiz / wann nämlich das Trait wolgerathet.
de
de
de
1
6.2035
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,673
1,615
Noch auch die Liebnarꝛen/ ſo da weinen vnnd ſich ſchier zu todt kummern wegen jhrer Bulſchafft/ dann ſolches jhr weinen iſt eytel/ vnd wirt verkehrt in ein ewiges trawren/ heulen/ weinen vnnd Zaͤhnklappern: erit tibi fletus & ſtridor dentium.
Noch auch die Liebnarren / so da weinen und sich schier zu tot kümmern wegen ihrer Bulschafft / dann solches ihr weinen ist eitel / und wird verkehrt in ein ewiges Trauern / heulen / weinen und Zähnklappern: erit tibi fletus & stridor dentium.
de
de
de
1
6.4242
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,674
1,615
Das fuͤrnembſte vnnd notwendigſte aber/ welches der Menſch zubeweinen hat/ iſt ſein ſuͤnd/ dañ weil der Hirſch wuͤtet wañ er vmbgeben iſt von den wuͤtigen Hunden/ warumb wolte dann nit weinen die Menſchliche Creatur/ welche vmbgeben iſt mit grimmigen vnd wuͤtenden Teufeln?
Das fürnehmste und notwendigste aber / welches der Mensch zubeweinen hat / ist sein Sünde / dann weil der Hirsch wütet wann er umgeben ist von den wütigen Hunden / warum wollte dann nicht weinen die Menschliche Kreatur / welche umgeben ist mit grimmigen und wütenden Teufeln?
de
de
de
1
5.0856
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,675
1,615
Weil da weinet der Crocodil/ wann er vm̃bracht hat einen Menſchen/ warumb wolte nicht wainen ein Chriſt/ der durch die Suͤnd vmbbracht hat ſein Seel?
Weil da weinet der Krokodil / wann er umbracht hat einen Menschen / warum wollte nicht weinen ein Christ / der durch die Sünde umbrachte hat sein Seele?
de
de
de
1
5.5569
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,676
1,615
Weil die heilige Catharina von Senis drey gantze Taglang beweint hat ein einige laͤßliche Suͤnd:
Weil die heilige Katharina von Senis drei ganze Taglang beweint hat ein einige lässliche Sünde:
de
de
de
1
6.5801
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,677
1,615
Weil die Roͤmerin Paula jhre laͤßliche Suͤnd eben ſo bitterlich beweinte/ als werens Todtſuͤndt:
Weil die Römerin Paula ihre lässliche Sünde eben so bitterlich beweinte / als Wehrens Todtsündt:
de
de
de
1
6.1756
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,678
1,615
Weil der heilig Dominicus jmmerdar beweinte die boßheit der Suͤndern:
Weil der heilig Dominicus immerdar beweinte die Bosheit der Sündern:
de
de
de
1
5.775
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,679
1,615
Warumb fragen dann wir ſo gar wenig nach dem beweinen vnſerer Suͤnden?
Warum fragen dann wir so gar wenig nach dem Beweinen unserer Sünden?
de
de
de
1
5.7943
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,680
1,615
O wie vil beſſer vnnd rathſamer were es/ daß wir ſie allhie beweinten mit den Zaͤhern deß Waſſers/ denn dort mit den Zaͤhern deß Fegfewers/ Dann ob ſchon die leibliche Zaͤher nicht ſimpliciter notwendig ſeind zur vertilgung der ſchulden/ ſo ſeindt ſie doch ſehꝛ dienſtlich zur verzeihung der Straff.
O wie viel besser und ratsamer wäre es / dass wir sie allhier beweinten mit den Zäheren des Wassers / denn dort mit den Zäheren des Fegfewers / Dann ob schon die leibliche Zäher nicht simpliciter notwendig sind zur Vertilgung der Schulden / so sind sie doch sehr dienstlich zur Verzeihung der Strafe.
de
de
de
1
5.3271
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,681
1,615
Hoͤre/ was Eſaias darzu ſagt:
Höre / was Esaias dazusagt:
en
br
lv
0
6.6246
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,682
1,615
Super hoc accingite vos cilicijs, plangite & vlulate, Filia populi mei accingere licio & conſpergere cinere: luctum vnigeniti fac tibi: fac tibi plãctum amarum, ꝗa non eſt auerſa ira furoris Domini:
Super hoc accingite vos cilicijs, plangite & vlulate, Filia populi mei accingere licio & conspergere cinere: luctum vnigeniti fac tibi: fac tibi plactum amarum, a non est auersa ira furoris Domini:
hr
la
la
0
5.794
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,683
1,615
Als wolte er ſagen:
Als wollte er sagen:
de
de
de
1
3.3964
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,684
1,615
O du vndanckbare Creatur/ vil haͤrter biſtu dann Eyſen/ Marmelſtein vnnd Demandt/ weil du nicht kanſt weinen:
O du undankbare Kreatur / viel härter bist du dann Eisen / Marmorstein und Demandt / weil du nicht kannst weinen:
de
de
lb
0.667
5.6802
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,685
1,615
Weil du weineſt vnnd dich beklageſt/ wann dir groſſe Blatern auffgehen an deinem Leib warumb beweineſt du nicht deine verbrechen/ welche da ſeindt vergiffte vnd toͤdtliche Blatern der Seelen?
Weil du weinest und dich beklagest / wann dir große Blattern aufgehen an deinem Leib warum beweinest du nicht deine Verbrechen / welche da sind vergifte und tödliche Blattern der Seelen?
de
de
de
1
5.1914
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,686
1,615
Weil du weineſt vnd trawreſt wann du gefallen biſt in die vngnad eines weltlichen Fuͤrſten/ warumb weineſt vnnd ſeufftzeſt du nicht/ vmb daß du auff dich geladen haſt den Zorn deß ewigen GOTtes?
Weil du weinest und trauerst wann du gefallen bist in die Ungnade eines weltlichen Fürsten / warum weinest und seufzest du nicht / um dass du auf dich geladen hast den Zorn des ewigen Gottes?
de
de
de
1
4.1084
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,687
1,615
O Menſch bedecke dich mit dem haͤrinen Kleidt/ beſtrewe dich mit Aſchen/ heule bitterlich/ vnnd weine ſchmertzlich/ Jnnmaſſen ein getrewe Mutter zubeweinen pflegt jhren einigen Sohn/ dann nicht abgewendt iſt von dir der Zorn GOTtes:
O Mensch bedecke dich mit dem härenen Kleid / bestreue dich mit Aschen / heule bitterlich / und weine schmerzlich / Inmassen ein getreue Mutter zubeweinen pflegt ihren einigen Sohn / dann nicht abgewendet ist von dir der Zorn Gottes:
de
de
de
1
5.437
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,688
1,615
O vnbeſonnener Menſch: theſaurizas tibi iram in die iræ, Du ſambleſt dir auff deinen Kopff den Zorn Gottes/ vnd wilſt nit weinen/ vnangeſehen du ſo vil vrſachen haſt zu weinen/ Dann ſchaweſtu auffwertz/ ſo ſiheſt du/ daß du auß dem Himmelreich bandiert vnd vngewiß biſt/ ob du hinein wirſt kommen: Schaweſt du abwertz/ ſo ſiheſtu dein Grab vnd die Erd/ darinn du verkehrt wirſt werden: Wendeſt du dich zur lincken oder rechten ſeyten/ ſo ſih eſt du die gefahr/ darinnen du lebeſt:
O unbesonnener Mensch: thesaurizas tibi iram in die irae, Du samblest dir auf deinen Kopf den Zorn Gottes / und willst nicht weinen / unangesehen du so viel Ursachen hast zu weinen / Dann schasst aufwärts / so siehst du / dass du aus dem Himmelreich bandiert und ungewiss bist / ob du hinein wirst kommen: Schauest du abwärts / so siehst dein Grab und die Erde / darin du verkehrt wirst werden: Wendest du dich zur Linken oder rechten Seiten / so sie est du die Gefahr / darinnen du lebest:
de
de
de
1
5.5326
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,689
1,615
Vor dir haſtu den Todt/ hinder dir haſtu dein vollbrachtes boͤfes Leben vnnd Laſter/ die dich verfolgen: Du wanderſt mit aller macht vnd eyl zum Todt/ du wirſt getragen von vier ſchnellen Roſſen deiner widerwertigen humorn, welche den Wagen deines Leibs ziehen vnd dich zu dem Goͤttlichen Gericht bringen/ vnnd nichts deſtoweniger lacheſt du vnd biſt froͤlich vnd guter ding:
Vor dir hast du den Tod / hinter dir hast du dein vollbrachtes böses Leben und Laster / die dich verfolgen: Du wanderst mit aller Macht und Eile zum Tod / du wirst getragen von vier schnellen Rossen deiner widerwärtigen humorn, welche den Wagen deines Leibs ziehen und dich zu dem göttlichen Gericht bringen / und nichtsdestoweniger lachest du und bist fröhlich und guter Ding:
de
de
de
1
4.8392
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,690
1,615
Verurtheilt biſtu zum Todt/ vñ weiſt nit/ ob du heut oder morgen expedirt vnd dir der garauß gemacht ſoll werden/ vnd nit deſto weniger verzehreſtu dein zeit mit lachen.
Verurteilt bist du zum Tod / und weist nicht / ob du heute oder morgen expediert und dir der Garaus gemacht soll werden / und nicht desto weniger verzehrest dein Zeit mit lachen.
de
de
de
1
5.0672
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,691
1,615
Nit alſo O Menſch/ nicht alſo/ ſonder gehe in das jnnerſte deines Gewiſſens/ vnnd betrachte dein vergangenes Leben/ weil auch du gelacht haſt in deiner jugent/ ſo weine im alter/ vñ gedenck wie ein lange zeit deines Lebens du der welt gegeben vnd wie wenig du Gott gedient haſt.
Nicht also O Mensch / nicht also / sonder gehe in das innerste deines Gewissens / und betrachte dein vergangenes Leben / weil auch du gelacht hast in deiner Jugend / so weine im Alter / und gedenk wie ein lange Zeit deines Lebens du der Welt gegeben und wie wenig du Gott gedient hast.
de
de
de
1
4.7952
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,693
1,615
Laſſet vns anjetzo die zaͤheꝛ ſehẽ/ vñ mit denſelbigen vnſere Suͤnd waſchen/ damit wir durch die zaͤher der pœnitentz vnnd Buß gelangen moͤgen an das ort/ da nichts anderſt gehoͤrt wirdt als ein Him̃liſches muſieieren/ lachen/ jubiliren vnd frolocken.
Lasst uns jetzt die zäher sehen / und mit denselbigen unsere Sünde waschen / damit wir durch die zäher der Pönitenz und Buße gelangen mögen an das Ort / da nichts anders gehört wird als ein Himmlisches musieieren / lachen / jubilieren und frohlocken.
de
de
de
1
5.0391
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,694
1,615
Beſchließlichen ſagt der heilig Gregorius recht vnd wol/ daß die jenige gute Werck/ welche nicht beſprengt werden mit dem heiſſen Waſſer der Zaͤhern/ gleich ſeyen einem trucknen vnd duͤrꝛen Opfer/ aber wann ſie beglaidt werden mit etwan einem lachrimoſo profluuio, alsdañ ſeind ſie ein faiſtes angenemes Opffer vor Gott.
Beschließlichen sagt der heilig Gregorius recht und wohl / dass diejenige gute Werk / welche nicht besprengt werden mit dem heißen Wasser der Zäheren / gleich seien einem trocknen und dürren Opfer / aber wann sie Begleit werden mit etwan einem lachrimoso profluuio, alsdann sind sie ein feistes angenehmes Opfer vor Gott.
de
de
de
1
6.2097
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,695
1,615
O wie koͤſtlich ſeind die heilige Zaͤher/ ſie verſchmeltzen die Demantiſche Hertzen/ vnnd bewegen die Gemuͤter der Fuͤrſten/ vermuͤg der Wort Ouidij, da er ſpricht:
O wie köstlich sind die heilige Zäher / sie verschmelzen die Demantische Herzen / und bewegen die Gemüter der Fürsten / vermög der Wort Ouidij, da er spricht:
de
de
de
1
6.1541
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,696
1,615
Interdum lachrimæ pondera vocis habent:
Interdum lachrimae pondera vocis habent:
la
de
la
0.333
6.9616
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,697
1,615
Et lachrimæ proſunt, lachrimis adamanta mouebis.
Et lachrimae prosunt, lachrimis adamanta mouebis.
id
la
fr
0
8.4834
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,698
1,615
Sæpe per has flecti Principis ira ſolet.
Saepe per has flecti Principis ira solet.
en
en
ca
0
6.615
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,699
1,615
Hoͤre was der Eccleſiaſticus ſagt:
Höre was der Ecclesiasticus sagt:
en
la
fr
0
4.8569
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,700
1,615
nonne lachrimæ viduæ à maxillis aſcendunt vſque ad cœlum?
nonne lachrimae viduae à maxillis ascendunt vsque ad coelum?
fr
la
fr
0
7.2325
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,701
1,615
Et Dominus exauditor eorum delectabitur in illis:
Et Dominus exauditor eorum delectabitur in illis:
en
la
la
0
6.6797
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,702
1,615
O wunderbarliche Krafft der Zaͤhern/ welche von den Wangen der bußfertigen Menſchen herab biß in den Himmel durchtringen/ ja es frewet vnd erluſtiget ſich Gott dermaſſen mit jhnen/ daß er ſie von ſeinem Goͤttlichen Angeſicht ſetzet/ als werens koͤſtliche Berlein vnd Kleinoͤter/ vermuͤg der Wort:
O wunderbarliche Kraft der Zäheren / welche von den Wangen der bußfertigen Menschen herab bis in den Himmel durchdringen / ja es freuet und erlustiget sich Gott dermaßen mit ihnen / dass er sie von seinem göttlichen Angesicht setzet / als Wehrens köstliche Bärlein und Kleinöter / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.6153
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,703
1,615
Poſuiſti lachrymas in conſpectu tuo ſemper.
Posuisti lachrymas in conspectu tuo semper.
it
la
co
0
6.046
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,704
1,615
Guſman eꝛkundigt ſich bey dem Einſidler/ ob der jenig/ welcher mit Todtſuͤnden behafft iſt/ vnderlaſſen ſolle zubetten vnnd Allmuſen zugeben.
Gusman erkundigt sich bei dem Einsiedler / ob der jenig / welcher mit Todsünden behafte ist / unterlassen solle zubetten und Allmusen zugeben.
de
de
de
1
5.9353
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,705
1,615
DJe obberuͤhrte Woꝛt vnd vnderweiſung war gleich wol ſchoͤn/ aber doch weil ich darauß vermerckt/ daß die gute Werck vnnd ſonderlich das betten vnnd Allmuſen deſſen/ der mit Todtſuͤnden behafft iſt/ GOtt dem Herꝛen nicht angenemb ſeyen/ ſo entſetzte ich mich etlicher maſſen daruͤber vnnd fragte den Einſidler/ wie es dißfals gemeint were:
Die obberührte Wort und Unterweisung war gleich wohl schön / aber doch weil ich daraus vermerkt / dass die gute Werk und sonderlich das betten und Allmusen dessen / der mit Todsünden behafte ist / Gott dem Herren nicht angenehm seien / so entsetzte ich mich etlicher Maßen darüber und fragte den Einsiedler / wie es diesfalls gemeint wäre:
de
de
de
1
5.5115
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,706
1,615
Er gab mir nachfolgende erleuterung vnd ſprach:
Er gab mir nachfolgende Erläuterung und sprach:
de
de
lb
0.667
6.1676
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,707
1,615
Mein Sohn/ ich lobe dein gutes vorhaben/ daß nemblich du geſinnt biſt von Suͤnden abzuſtehen/ aber ob ſchon du wegen etwan einer Vrſachen vnderlieſſeſt dich zubekehren/ ſo ſolleſt du doch nicht vnderlaſſen gute Werck zubegehn/ zu betten/ zu faſten/ Allmuſen zu geben/ dann ob ſchon ſolche vnnd andere dergleichen gute Werck/ wann du mit Todtſuͤnden behafft biſt/ der ewigen Belohnung nicht wuͤrdig ſeindt/ ſo verdienen ſie doch durch ein ſonderbare conneuolentz, (welche von den Theologis de congruo genennt wirdt/) ſo vil/ daß GOTT dergleichen Leuthen etwann ein Belohnung darfuͤr gibt in diſer Welt.
Mein Sohn / ich lobe dein gutes vorhaben / dass nämlich du gesinnt bist von Sünden abzustehen / aber ob schon du wegen etwan einer Ursachen unterließest dich zubekehren / so sollest du doch nicht unterlassen gute Werk zubegehen / zu betten / zu fasten / Allmusen zu geben / dann ob schon solche und andere dergleichen gute Werk / wann du mit Todsünden behafte bist / der ewigen Belohnung nicht würdig sind / so verdienen sie doch durch ein sonderbare conneuolentz, (welche von den Theologis de congruo genannt wird /) so viel / dass GOTT dergleichen Leuten etwan ein Belohnung dafür gibt in dieser Welt.
de
de
de
1
5.348
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,708
1,615
Damit derwegen du nicht hinein lebeſt wie die verzweifelten thun/ ſo da gar nichts guts thun woͤllen/ ſamb hetten ſie an jhrer Seligkeit allerdings verzweifelt/ ſo ſolleſt du wiſſen/ daß dreyerley Menſchen verhanden ſeindt welche wegen jhrer guten Werck ergoͤtzt vnd belohnt werden.
Damit derentwegen du nicht hineinlebest wie die verzweifelten tun / so da gar nichts Gutes tun wollen / samt hätten sie an ihrer Seligkeit allerdings verzweifelt / so sollest du wissen / dass dreierlei Menschen vorhanden sind welche wegen ihrer guten Werk ergötzt und belohnt werden.
de
de
de
1
5.6102
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,709
1,615
Die erſten ſeindt die frommen vnnd tugentſamme Perſonen/ dieſelbigen empfahen von GOtt zu einer belohnung jhrer guten Werck das ewige Leben/ nach beſchaffenheit deß gradus oder deß Staffels der Lieb/ mit deren ſie ſolche gute Werck begehen/ vermuͤg der Wort Salomonis:
Die ersten sind die frommen und tugendsame Personen / dieselbigen empfangen von Gott zu einer Belohnung ihrer guten Werk das ewige Leben / nach Beschaffenheit des gradus oder des Stafels der Liebe / mit deren sie solche gute Werk begehen / vermög der Wort Salomonis:
de
de
de
1
5.6182
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,710
1,615
Seminanti iuſtitiã merces fidelis:
Seminanti iustitia merces fidelis:
it
ky
el-Latn
0
6.4558
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,711
1,615
Item: Dauid ſpꝛicht: Et retribuet mihi Dominus ſecundũ iuſtitiã meam & ſecundum puritatem manuum mearum retribuet mihi.
Item: David spricht: Et retribuet mihi Dominus secundu Justitia meam & secundum puritatem manuum mearum retribuet mihi.
la
la
la
0
4.7371
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,712
1,615
Item: Joannes ſpricht:
Item: Joannes spricht:
de
de
de
1
6.9343
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,713
1,615
Venio cito & merces mea mecum eſt; reddere vnicuiq; ſecundũ opera ſua.
Venio cito & merces mea mecum est; reddere vnicuiq; secundu opera sua.
la
la
co
0
6.5478
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,714
1,615
Die andern/ welche wegen jrer guten werck belohnt werden/ ſeindt die eytele liederliche Perſonen/ die werden mit der ewigen Straff belohnt/ dann alles was ſie guts wuͤrcken/ faften/ betten vnd Allmuſen geben/ das beſchicht zu erlangung deß Menſchlichen Lobs/ oder gunſts/ der wegen verdienen ſie kein ergoͤtzlichkeit/ ſonder ein Straff/ vñ wider einen ſolchen gottloſen affect redet der Herꝛ vnd ſpꝛicht:
Die anderen / welche wegen ihrer guten Werk belohnt werden / sind die Eitele liederliche Personen / die werden mit der ewigen Strafe belohnt / dann alles was sie Gutes wirken / saften / betten und Allmusen geben / das beschichte zu Erlangung des menschlichen Lobs / oder Gunst / der wegen verdienen sie kein Ergötzlichkeit / sonder ein Strafe / und wider einen solchen gottlosen Affekt redet der Herr und spricht:
de
de
de
1
5.4759
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,715
1,615
Si oculus tu us nequam fuerit, totũ corpus tenebroſum erit; ſi ergo lumen: quod in te eſt, tenebræ ſunt, ipſæ tenebræ quante erunt.
Si oculus tu us nequam fuerit, totu corpus tenebrosum erit; sie ergo lumen: quod in te est, tenebrae sunt, ipsae tenebrae quante erunt.
la
la
la
0
5.0439
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,716
1,615
Die dritten ſeindt die jenigen Suͤnder/ ſo in Todtſuͤnden ſiecken vnd nit deſto weniger von GOTTes wegen gute Werck vben zu der Ehꝛ vnd Glory Gottes vnnd vermittelſt der Gnad CHriſti/ ſeytemal er ſelbſt ſpricht:
Die dritten sind diejenigen Sünder / so in Todsünden sicken und nicht desto weniger von Gottes wegen gute Werk üben zu der Ehre und Glory Gottes und vermittels der Gnade Christi / sintemal er selbst spricht:
de
de
de
1
5.5421
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,717
1,615
Sine me nihil poteſtis.
Sine me nihil potestis.
la
id
sl
0
7.4576
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,718
1,615
Diſe Leuth werden mit etwan einer zeitlichen gnad belohnt/ vnnd fehig gemacht/ ein ſolche gnad/ durch welche ſie Gott angenemb werden/ zuerlangen/ dann die gute werck/ die wir im Standt der Todtſuͤnden begehen vnd doch von Gottes wegen/ damit nemblich er dardurch geehrt vnd gelobt werde/ beſchehen/ erlangen ein ſolche gnad von GOtt/ daß/ ob ſchon wir nicht propriè den Himmel verdienen/ doch durch die vorbemelte cõneuolenz welche in den Schulen congruitas genennt wirdt/ wir zu der Gnad diſponiert, bequem vnd fehig gemacht werden/ ja ſo gar koͤndten wir villeicht per accidens (wie die Philoſophi vnd Logici reden) zu der Glory der ſeligen gelangen.
Diese Leute werden mit etwan einer zeitlichen Gnade belohnt / und fähig gemacht / ein solche Gnade / durch welche sie Gott angenehm werden / zuerlangen / dann die gute Werk / die wir im Stand der Todsünden begehen und doch von Gottes wegen / damit nämlich er dadurch geehrt und gelobt werde / geschehen / erlangen ein solche Gnade von Gott / dass / ob schon wir nicht proprie den Himmel verdienen / doch durch die vorbemehlte coneuolenz welche in den Schulen congruitas genannt wird / wir zu der Gnade disponiert, bequem und fähig gemacht werden / ja so gar könnten wir vielleicht per accidens (wie die Philosophie und Logici reden) zu der Glory der seligen gelangen.
de
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de
1
5.4231
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,719
1,615
Dann wer etwas guts wuͤrcket/ der hat die Laiter deß Himmels in der Hand/ vnd Gott leinet an derſelben Laiter/ vnd iſt willig vnnd vrbietig den ſuͤnder zuempfahen vnd jm zu der bekehrung zuhelffen.
Dann wer etwas Gutes wirket / der hat die Leiter des Himmels in der Hand / und Gott leinet an derselben Leiter / und ist willig und erbötig den Sünder zuempfangen und ihm zu der Bekehrung zuhelfen.
de
de
de
1
5.1908
albertinus_landtstoertzer01_1615
2,721
1,615
Gewiß iſts/ daß die Suͤnd vns weit von Gott abſoͤndern/ allermaſſen hingegen die gute Werck ein vrſach ſeindt daß er ſich zu vns nahet/ dann es ſtehet geſchriben: longè à peccatoribus ſalus:
Gewiss ist es / dass die Sünde uns weit von Gott absondern / allermaßen hingegen die gute Werk ein Ursache sind dass er sich zu uns nahet / dann es steht geschrieben: longe à peccatoribus salus:
de
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1
5.0898