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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,620 | 1,615 | Nicht ſoll man das Leibliche Angeſicht waſchen/ zieren vnnd anſtreichen/ wie etlich alte vnnd junge naͤrꝛiſche Weiber thun/ ſondern das jnnerliche Angeſicht ſoll man waſchen mit der reinẽ Laug/ welche gemacht iſt worden auß dem Aſchen vnnd Zaͤhern der contrition. | Nicht soll man das leibliche Angesicht waschen / zieren und anstreichen / wie etlich alte und junge närrische Weiber tun / sondern das innerliche Angesicht soll man waschen mit der reinen Laug / welche gemacht ist worden aus dem Aschen und Zäheren der contrition. | de | de | de | 1 | 5.8661 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,621 | 1,615 | Viertens muß das faſten beglaidt werden mit dem Allmuſen vermuͤg der Wort: | Viertens muss das fasten Begleit werden mit dem Allmusen vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 7.2524 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,622 | 1,615 | Nolite theſaurizari vobis in terra, &c. | Nolite thesaurizari vobis in terra, etc. | en | en | nl | 0 | 5.559 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,623 | 1,615 | Dann etliche Menſchen faſten zu erhaltung jhrer Leibsgeſundtheit/ nach rath deß Medici, daſſelbe aber iſt nit verdienſtlich weil es nicht von Gottes wegen beſchicht. | Dann etliche Menschen fasten zu Erhaltung ihrer Leibsgesundheit / nach Rat des Medici, dasselbe aber ist nicht verdienstlich weil es nicht von Gottes wegen beschichte. | de | de | de | 1 | 6.2423 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,624 | 1,615 | Andere faſten/ damit ſie hernacher jhren Bauch GOtt deſto beſſer dienen vnnd deſto mehr freſſen vnnd ſauffen moͤgen/ dardurch wirdt der Leib faiſt/ aber der Geiſt mager. | Andere fasten / damit sie hernach ihren Bauch Gott desto besser dienen und desto mehr fressen und saufen mögen / dadurch wird der Leib feist / aber der Geist mager. | de | de | de | 1 | 4.9181 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,625 | 1,615 | Andere pflegen an den faſtagen deſto mehꝛ vnd koͤſtlicher/ vnd auff einmal ſo vil zueſſen/ als ſonſten auff zweymahl. | Andere pflegen an den Fastagen desto mehr und köstlicher / und auf einmal so viel zuessen / als sonsten auf zweimal. | de | de | de | 1 | 6.2284 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,626 | 1,615 | Andere faſten auß kargheit zu erſparung deß Vnkoſtens/ vnnd wie die Maulwerff/ ſo vnder der Erden begraben ligen/ nicht genug Erde eſſen doͤrffen/ alſo legen ſich ſolche Leuth mit hungerigem vnnd lehrem Bauch ſchlaffen/ damit jhnen an jhꝛen Guͤtern nichts ab gehe/ vnangeſehen geſchriben ſtehet: | Andere fasten aus Kargheit zu Ersparung des Unkosten / und wie die Maulwerff / so unter der Erden begraben liegen / nicht genug Erde essen dürfen / also legen sich solche Leute mit hungrigem und leerem Bauch schlafen / damit ihnen an ihren Gütern nichts abgehe / unangesehen geschrieben steht: | de | de | de | 1 | 5.6727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,627 | 1,615 | Vir cui dedit Deus diuitias, ſubſtantiam & honorem, & nihil deeſt animæ ſuæ ex omnibus quæ deſiderat, nec tribuit ei Deus poteſtatem vt comedat ex eo. | Vir cui dedit Deus diuitias, substantiam & honorem, & nihil deest animae suae ex omnibus quae desiderat, nec tribuit ei Deus potestatem ut comedat ex eo. | la | la | la | 0 | 5.034 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,628 | 1,615 | Andere aber faſten mit Allmuſen vnnd Gebett/ vermuͤg der Wort: | Andere aber fasten mit Allmusen und Gebet / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 7.0357 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,629 | 1,615 | Bonum eſt ieiunium cum elemoſina & oratione quã theſauros auri condere. | Bonum est ieiunium cum elemosina & oratione qua thesauros auri condere. | it | la | pt | 0 | 5.8787 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,630 | 1,615 | Vnnd ſolche Leuth ſamblen Schaͤtz im Himmel/ vnnd ſeindt die jenigen/ von denen der HErꝛ ſagt: theſaurizate vobis theſauros. | Und solche Leute samblen Schätze im Himmel / und sind diejenigen / von denen der Herr sagt: thesaurizate vobis thesauros. | de | de | de | 1 | 5.2355 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,631 | 1,615 | Dann durch die Haͤnd der armen werden jhꝛe Reichthumb in den Himmel getragen vnd zum ewigen Leben verwahꝛt. | Dann durch die Hände der armen werden ihre Reichtum in den Himmel getragen und zum ewigen Leben verwahrt. | de | de | de | 1 | 4.8119 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,632 | 1,615 | Vom Allmuſen. | Vom Allmusen. | de | zh | de | 0.667 | 7.8054 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,633 | 1,615 | DAs dritte/ ſo zur ſatisfaction gehoͤrt/ iſt das Allmuſen/ darbey aber wirdt erfordert erſtlich ein froͤlichkeit deß Gemuͤts/ vermuͤg der Wort: | Das dritte / so zur Satisfaktion gehört / ist das Allmusen / dabei aber wird erfordert erstlich ein Fröhlichkeit des Gemüts / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 5.9936 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,634 | 1,615 | In omni dato hilarem fac vultum: | In omni dato hilarem fac vultum: | it | it | co | 0 | 9.2567 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,635 | 1,615 | Item: Voluntariè ſacrificabo tibi: | Item: Voluntarie sacrificabo tibi: | pt | ht | hu | 0 | 6.1727 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,636 | 1,615 | Dann weil weder in der Hoͤllen noch im Fegfewer keine gutwillige Allmuſen beſchehen/ ſo ſeind ſie vnuerdienſtlich. | Dann weil weder in der Höllen noch im Fegefeuer keine gutwillige Allmusen geschehen / so sind sie unverdienstlich. | de | de | de | 1 | 5.5006 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,637 | 1,615 | Am andern muß das Allmuſen beſchehen von deinem eygnen gut/ dann wer es von dem ſeinigen nicht gibt/ der waſchet ſich im vnreinen Waſſer vnnd wirdt vil vnreiner: | Am anderen muss das Allmusen geschehen von deinem eigenen gut / dann wer es von dem seinigen nicht gibt / der waschet sich im unreinen Wasser und wird viel unreiner: | de | de | de | 1 | 5.6545 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,638 | 1,615 | Das Allmuſen iſt ein reines Waſſer/ aber wann es von geſtohlenen Guͤtern herꝛuͤhret/ ſo iſts kotig: | Das Allmusen ist ein reines Wasser / aber wann es von gestohlenen Gütern herrühret / so ist es kotig: | de | de | de | 1 | 5.6698 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,639 | 1,615 | Derwegen ſpꝛicht der Prophet: | Derentwegen spricht der Prophet: | de | nl | nl | 0.333 | 5.7325 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,640 | 1,615 | Ego Dominus diligens iudicium & odio habens rapinam in holocauſtum. | Ego Dominus diligens iudicium & odio habens rapinam in holocaustum. | la | la | la | 0 | 5.3823 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,641 | 1,615 | Es vermeinen etliche Wucherer vnnd Geltnarꝛen/ daß GOtt ein ſolcher Richter ſeye/ der ſich durch Gelt vnnd ſchanckungen beſtechen laſſe/ aber ſie jrꝛen ſich/ dann er ſpricht: Exiſtimaſti inique, quod ero tui ſimilis? arguam te & ſtatuam contra faciem tuam. | Es vermeinen etliche Wucherer und Geldnarren / dass Gott ein solcher Richter sei / der sich durch Geld und schanckungen bestechen lasse / aber sie irren sich / dann er spricht: Existimasti inique, quod ero tui similis? arguam te & statuam contra faciem tuam. | de | de | de | 1 | 5.3634 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,642 | 1,615 | Drittens gehoͤrt ein Lieb darzu/ dann ob ſchon einer alle ſeine Guͤter den Armen außtheilet/ vnd hat die Lieb nicht darbey/ ſo hilffts jm eben nichts. | Drittens gehört ein Liebe dazu / dann ob schon einer alle seine Güter den Armen austeilet / und hat die Liebe nicht dabei / so hilft es ihm eben nichts. | de | de | de | 1 | 5.1753 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,643 | 1,615 | Beſchließlichen muß es an gelegenen oꝛten vnd nicht offentlich zum ſchein/ wie die Heuchler es von der eyteln ehr wegen thun/ vñ derwegen nur zeitlich drumb belohnt werden/ ſondern heimblich/ das iſt/ im verborgenen deß Gewiſſens/ welches Gott ſihet vnd anſchawet/ beſchehen/ dañ wie der außgewoꝛfner Traidſamen mit der Erden bedeckt muß werden/ damit er von den voͤgeln nit gefreſſen werde/ vnnd deſto mehrere Fruͤchte bringe/ alſo muß das Allmuſen vor den Augen der Menſchen bedeckt werden/ damit es von den Teufeln nit verzehꝛt werde/ vnnd daß es hundertfaͤltige fruͤchte trage. | Beschließlichen muss es an gelegenen orten und nicht öffentlich zum Schein / wie die Heuchler es von der eyteln Ehre wegen tun / und derentwegen nur zeitlich darum belohnt werden / sondern heimlich / das ist / im Verborgenen des Gewissens / welches Gott sieht und anschauet / geschehen / dann wie der ausgeworfener Traitsamen mit der Erden bedeckt muss werden / damit er von den vögeln nicht gefressen werde / und desto mehrere Früchte bringe / also muss das Allmusen vor den Augen der Menschen bedeckt werden / damit es von den Teufeln nicht verzehrt werde / und dass es hundertfältige Früchte trage. | de | de | de | 1 | 5.1262 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,644 | 1,615 | Vom Gebett. | Vom Gebet. | hu | de | de | 0.667 | 7.1216 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,645 | 1,615 | DAS Gebett iſt das dritte requiſitum der Satisfaction, darzu aber gehoͤrt erſtlich ein wuͤrdige præparation vnd fuͤrbereitung/ vermuͤg der Wort: ante orationem præpara animam tuam: | DAS Gebet ist das dritte requisitum der Satisfaktion, dazu aber gehört erstlich ein würdige Präparation und Vorbereitung / vermög der Wort: ante orationem praepara animam tuam: | de | de | de | 1 | 5.5242 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,646 | 1,615 | Dann wie ein Lauteniſt oder Jnſtrumentiſt zuuor ſein Lauten recht ſtimmet/ alſo muß der Menſch zuuor ſein Gemuͤt componieren vnd ſtimmen/ damit nicht zu jhm geſagt werde: | Dann wie ein Lautenist oder Instrumentist zuvor sein Lauten recht stimmet / also muss der Mensch zuvor sein Gemüt komponieren und stimmen / damit nicht zu ihm gesagt werde: | de | de | de | 1 | 5.817 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,647 | 1,615 | Diß Volck ehꝛet mich mit den Lefftzen/ aber jhꝛ Hertz iſt weit von mir. | Dies Volk ehret mich mit den Lefzen / aber ihr Herz ist weit von mir. | de | de | de | 1 | 4.318 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,648 | 1,615 | Am andern muß das Gebett auff etwas guts angeſehen ſein/ nemblich auff die Goͤttliche Gerechtigkeit vnnd ſein Reich/ dann die zeitliche Guͤter ſeindt veraͤchtlich vor ſeinen Augen/ vnd er beſcheret ſie den Tuͤrcken/ Heyden/ Ketzern vnd Gottloſen. | Am anderen muss das Gebet auf etwas Gutes angesehen sein / nämlich auf die göttliche Gerechtigkeit und sein Reich / dann die zeitliche Güter sind verächtlich vor seinen Augen / und er beschert sie den Türken / Heiden / Ketzern und Gottlosen. | de | de | de | 1 | 5.1376 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,649 | 1,615 | Drittens muß es beſchehen im Standt der gnadẽ/ dañ Gott erhoͤꝛt die ſuͤnder nit vermuͤg der woꝛt: | Drittens muss es geschehen im Stand der gnaden / dann Gott erhört die Sünder nicht vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 6.3381 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,650 | 1,615 | Si multiplicaueritis orationem, nõ exaudiam, manus n. veſtræ ſanguine plenæ ſunt, Item: | Si multiplicaueritis orationem, no exaudiam, manus n. vestrae sanguine plenae sunt, Item: | da | la | la | 0 | 5.7694 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,651 | 1,615 | Maledicam benedictionibus veſtris. | Maledicam benedictionibus vestris. | la | la | la | 0 | 5.6563 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,652 | 1,615 | Item: Scimus quod peccatores non exaudit Deus, &c. Derwegen muͤſſen wir Gottes Freunde ſein/ vnſer Gewiſſen reinigen/ vnd vnſern Nechſten verzeyhen/ ſoll anderſt vnſer Gebett erhoͤrt werden. | Item: Scimus quod peccatores non exaudit Deus, & c. Derentwegen müssen wir Gottes Freunde sein / unser Gewissen reinigen / und unsern Nächsten verzeihen / soll anders unser Gebet erhört werden. | de | de | de | 1 | 5.3667 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,653 | 1,615 | Vnnd diſes wirdt bedeut durch den ſchweiß CHriſti/ welchen er im Garten bettendt fuͤr vns geſchwitzt hat/ Alſo muͤſſen auch wir die feuchtigkeiten der Suͤnden außſchwitzen vnd von vns treiben. | Und dieses wird bedeute durch den schweiß Christi / welchen er im Garten bettend für uns geschwitzt hat / Also müssen auch wir die Feuchtigkeiten der Sünden ausschwitzen und von uns treiben. | de | de | de | 1 | 5.5629 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,654 | 1,615 | Viertens muß das Gebett demuͤtigklich beſchehen/ vnd zwar in den Kirchen vnnd anheimbs in einem ſonderbaren abgelegenen ort oder Kaͤmmerlein/ Jtem mit demuͤtigen Geberden kniendt/ dann etliche Heuchler prangen mit jhrem betten auff offnen Gaſſen/ vnd nur zum ſchein vor den Leuthen. | Viertens muss das Gebet demütigend geschehen / und zwar in den Kirchen und anheim in einem sonderbaren abgelegenen Ort oder Kämmerlein / Item mit demütigen Gebärden kniend / dann etliche Heuchler prangen mit ihrem betten auf offenen Gassen / und nur zum Schein vor den Leuten. | de | de | de | 1 | 5.0827 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,655 | 1,615 | Andere betten nur mit dem einen Knye nider knient/ aber ſie verſpotten Gott vnnd halten jhne nur fuͤr einen halben Gott. | Andere betten nur mit dem einen Knie niederkniet / aber sie verspotten Gott und halten ihn nur für einen halben Gott. | de | de | de | 1 | 4.6711 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,656 | 1,615 | Nicht weniger ſoll das Gebett beharꝛlich ſein/ vermuͤg der Wort: Bettet ohne vnderlaß. | Nicht weniger soll das Gebet beharrlich sein / vermög der Wort: Bettet ohne unterlass. | de | de | de | 1 | 6.5143 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,657 | 1,615 | Wann der Leopard das Wildt nit im erſten ſprung fahet/ ſo fraget er jm ferꝛner nicht nach/ ſondern laͤſts lauffen: Alſo wann etliche Menſchen nicht geſchwindt von Gott erhoͤrt werden/ laſſen ſie nach/ betten nimmer/ vnd woͤllen Gott den Herꝛn weiter nicht moleſtiren noch bemuͤhen. | Wann der Leopard das Wildes nicht im ersten Sprung fanget / so fraget er ihm ferner nicht nach / sondern lästs laufen: Also wann etliche Menschen nicht geschwind von Gott erhört werden / lassen sie nach / betten nimmer / und wollen Gott den Herrn weiter nicht molestieren noch bemühen. | de | de | de | 1 | 5.8558 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,658 | 1,615 | Zum ſechſten muß es jnnbruͤnſtig ſein vnd von gantzem Hertzen gehen/ Jnnmaſſen Dauid gethan vnd geſagt: | Zum sechsten muss es inbrünstig sein und von ganzem Herzen gehen / Inmassen David getan und gesagt: | de | de | de | 1 | 5.5164 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,659 | 1,615 | Clamaui in toto corde meo exaudi me Domine; Vil Leuth werden nit erhoͤrt/ weil ſie in wehrendem jhrem betten mit den Augen hin vnd wider auff die ſchoͤne Frawen ſchawen/ vnnd mit jhrem Hertzen vnd Gedancken anderſtwo ſeind/ alſo auß dem betten ein fluchen vnd ſchwetzen/ vnd auß der Kirchen ein bordell oder Huren vnd Kuppelhauß machen. | Clamaui in toto corde meo exaudi me Domine; viel Leute werden nicht erhört / weil sie in währendem ihrem betten mit den Augen hin und wieder auf die schöne Frauen schauen / und mit ihrem Herzen und Gedanken anderswo sind / also aus dem betten ein Fluchen und schwätzen / und aus der Kirchen ein Bordell oder Huren und Kuppelhaus machen. | de | de | de | 1 | 5.0124 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,660 | 1,615 | Beſchließlichen muß das Gebett beglaidt werden mit den Zaͤhren/ daruon aber ſoll in nachfolgendem Capittel gehandlet werden. | Beschließlichen muss das Gebet Begleit werden mit den Zähren / davon aber soll in nachfolgendem Kapitel gehandelt werden. | de | de | de | 1 | 6.5996 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,661 | 1,615 | Vom Weinen. | Vom Weinen. | fi | de | de | 0.667 | 6.8388 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,662 | 1,615 | DAs vierte/ welches den Wercken der Satisfaction wol anſtehet/ iſt das wainen: | Das vierte / welches den Werken der Satisfaktion wohl anstehet / ist das weinen: | de | de | de | 1 | 5.7613 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,663 | 1,615 | Auß vilen Vrſpruͤngen fleuſt der Bach der Zaͤhren/ erſtlich auß dem frembden mitleyden/ Jnmaſſen Chriſtus am Creutz vnnd zuuoꝛ vber die Statt Jeruſalem weinte. | Aus vielen Ursprüngen fließt der Bach der Zähren / erstlich aus dem fremden mitleiden / In Maßen Christus am Kreuz und zuvor über die Stadt Jerusalem weinte. | de | de | de | 1 | 6.1041 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,664 | 1,615 | Am andern wegen deß Paſſions Chꝛiſti/ Jnnmaſſen jene heilige Weiber denſelben beym gꝛab beweint: | Am anderen wegen des Passionschristi / Inmassen jene heilige Weiber denselben beim grab beweint: | de | de | lb | 0.667 | 8.8607 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,665 | 1,615 | Drittens wegen der abweſenheit deß geliebten/ Jnmaſſen Maria jhren geliebten beym Grab beweinte/ Jtem Dauid ſprechent: | Drittens wegen der Abwesenheit des geliebten / In Maßen Maria ihren geliebten beim Grab beweinte / Item David sprechend: | de | de | de | 1 | 6.6789 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,666 | 1,615 | Fuerũt mihi lachrimæ meæ panes die ac nocte, heu mihi quia incolatus. | Fuerut mihi lachrimae meae panes die ac nocte, heu mihi quia incolatus. | la | la | la | 0 | 8.1314 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,667 | 1,615 | Viertens wegen erjnnerung der empfangnen gutthaten/ jnmaſſen Auguſtinus geweint als er die dem Menſchlichen Geſchlecht erwiſene gutthaten betrachtete. | Viertens wegen Erinnerung der empfangenen Guttaten / in Maßen Augustinus geweint als er die dem menschlichen Geschlecht erwiesene Guttaten betrachtete. | de | de | lb | 0.667 | 5.7003 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,668 | 1,615 | Zum fuͤnfften wegẽ der entzuͤndung deß Goͤttlichen Worts/ Jnmaſſen jene Braut gethan/ ſpꝛechent: anima mea liquefacta eſt Sechſtens wegen der verlaͤngerung deß Reichs der Himmlen/ Jnmaſſen Maria Cant. 5. geweint/ ſpꝛechent: Nũciate dilecto: quia amore langueo. | Zum fünften wegen der Entzündung des göttlichen Worts / In Maßen jene Braut getan / sprechend: anima mea liquefacta est Sechstens wegen der Verlängerung des Reichs der Himmeln / In Maßen Maria Cant. 5. geweint / sprechend: Nuciate dilecto: quia amore langueo. | de | de | lb | 0.667 | 5.5643 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,669 | 1,615 | Beſchließlichen weinet man wegen der Suͤnden/ Jnmaſſen Petrus vnd Magdalena gethan vnd von jhꝛ geſagt woꝛden: cœpit rigare pedes eius. | Beschließlichen weinet man wegen der Sünden / In Maßen Petrus und Magdalena getan und von ihr gesagt worden: coepit rigare pedes eius. | de | de | de | 1 | 6.7541 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,670 | 1,615 | Alle dergleichen weinen dẽ hat der Herꝛ fuͤr ſelig geſchetzt/ ſprechendt: | Alle dergleichen weinen den hat der Herr für selig geschätzt / sprechend: | de | de | de | 1 | 7.2761 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,671 | 1,615 | Beati qui lugent quoniam conſolabuntur. | Beati qui lugent quoniam consolabuntur. | la | la | la | 0 | 5.4929 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,672 | 1,615 | Derwegen gehoͤren nicht in diſe Zahl die jenige Geltnarꝛen vnnd Wucherer/ ſo da weinen vnnd trawren auß lauter Geitz/ wann nemblich das Traidt wolgerathet. | Derentwegen gehören nicht in diese Zahl diejenige Geldnarren und Wucherer / so da weinen und Trauern aus lauter Geiz / wann nämlich das Trait wolgerathet. | de | de | de | 1 | 6.2035 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,673 | 1,615 | Noch auch die Liebnarꝛen/ ſo da weinen vnnd ſich ſchier zu todt kummern wegen jhrer Bulſchafft/ dann ſolches jhr weinen iſt eytel/ vnd wirt verkehrt in ein ewiges trawren/ heulen/ weinen vnnd Zaͤhnklappern: erit tibi fletus & ſtridor dentium. | Noch auch die Liebnarren / so da weinen und sich schier zu tot kümmern wegen ihrer Bulschafft / dann solches ihr weinen ist eitel / und wird verkehrt in ein ewiges Trauern / heulen / weinen und Zähnklappern: erit tibi fletus & stridor dentium. | de | de | de | 1 | 6.4242 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,674 | 1,615 | Das fuͤrnembſte vnnd notwendigſte aber/ welches der Menſch zubeweinen hat/ iſt ſein ſuͤnd/ dañ weil der Hirſch wuͤtet wañ er vmbgeben iſt von den wuͤtigen Hunden/ warumb wolte dann nit weinen die Menſchliche Creatur/ welche vmbgeben iſt mit grimmigen vnd wuͤtenden Teufeln? | Das fürnehmste und notwendigste aber / welches der Mensch zubeweinen hat / ist sein Sünde / dann weil der Hirsch wütet wann er umgeben ist von den wütigen Hunden / warum wollte dann nicht weinen die Menschliche Kreatur / welche umgeben ist mit grimmigen und wütenden Teufeln? | de | de | de | 1 | 5.0856 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,675 | 1,615 | Weil da weinet der Crocodil/ wann er vm̃bracht hat einen Menſchen/ warumb wolte nicht wainen ein Chriſt/ der durch die Suͤnd vmbbracht hat ſein Seel? | Weil da weinet der Krokodil / wann er umbracht hat einen Menschen / warum wollte nicht weinen ein Christ / der durch die Sünde umbrachte hat sein Seele? | de | de | de | 1 | 5.5569 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,676 | 1,615 | Weil die heilige Catharina von Senis drey gantze Taglang beweint hat ein einige laͤßliche Suͤnd: | Weil die heilige Katharina von Senis drei ganze Taglang beweint hat ein einige lässliche Sünde: | de | de | de | 1 | 6.5801 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,677 | 1,615 | Weil die Roͤmerin Paula jhre laͤßliche Suͤnd eben ſo bitterlich beweinte/ als werens Todtſuͤndt: | Weil die Römerin Paula ihre lässliche Sünde eben so bitterlich beweinte / als Wehrens Todtsündt: | de | de | de | 1 | 6.1756 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,678 | 1,615 | Weil der heilig Dominicus jmmerdar beweinte die boßheit der Suͤndern: | Weil der heilig Dominicus immerdar beweinte die Bosheit der Sündern: | de | de | de | 1 | 5.775 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,679 | 1,615 | Warumb fragen dann wir ſo gar wenig nach dem beweinen vnſerer Suͤnden? | Warum fragen dann wir so gar wenig nach dem Beweinen unserer Sünden? | de | de | de | 1 | 5.7943 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,680 | 1,615 | O wie vil beſſer vnnd rathſamer were es/ daß wir ſie allhie beweinten mit den Zaͤhern deß Waſſers/ denn dort mit den Zaͤhern deß Fegfewers/ Dann ob ſchon die leibliche Zaͤher nicht ſimpliciter notwendig ſeind zur vertilgung der ſchulden/ ſo ſeindt ſie doch ſehꝛ dienſtlich zur verzeihung der Straff. | O wie viel besser und ratsamer wäre es / dass wir sie allhier beweinten mit den Zäheren des Wassers / denn dort mit den Zäheren des Fegfewers / Dann ob schon die leibliche Zäher nicht simpliciter notwendig sind zur Vertilgung der Schulden / so sind sie doch sehr dienstlich zur Verzeihung der Strafe. | de | de | de | 1 | 5.3271 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,681 | 1,615 | Hoͤre/ was Eſaias darzu ſagt: | Höre / was Esaias dazusagt: | en | br | lv | 0 | 6.6246 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,682 | 1,615 | Super hoc accingite vos cilicijs, plangite & vlulate, Filia populi mei accingere licio & conſpergere cinere: luctum vnigeniti fac tibi: fac tibi plãctum amarum, ꝗa non eſt auerſa ira furoris Domini: | Super hoc accingite vos cilicijs, plangite & vlulate, Filia populi mei accingere licio & conspergere cinere: luctum vnigeniti fac tibi: fac tibi plactum amarum, a non est auersa ira furoris Domini: | hr | la | la | 0 | 5.794 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,683 | 1,615 | Als wolte er ſagen: | Als wollte er sagen: | de | de | de | 1 | 3.3964 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,684 | 1,615 | O du vndanckbare Creatur/ vil haͤrter biſtu dann Eyſen/ Marmelſtein vnnd Demandt/ weil du nicht kanſt weinen: | O du undankbare Kreatur / viel härter bist du dann Eisen / Marmorstein und Demandt / weil du nicht kannst weinen: | de | de | lb | 0.667 | 5.6802 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,685 | 1,615 | Weil du weineſt vnnd dich beklageſt/ wann dir groſſe Blatern auffgehen an deinem Leib warumb beweineſt du nicht deine verbrechen/ welche da ſeindt vergiffte vnd toͤdtliche Blatern der Seelen? | Weil du weinest und dich beklagest / wann dir große Blattern aufgehen an deinem Leib warum beweinest du nicht deine Verbrechen / welche da sind vergifte und tödliche Blattern der Seelen? | de | de | de | 1 | 5.1914 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,686 | 1,615 | Weil du weineſt vnd trawreſt wann du gefallen biſt in die vngnad eines weltlichen Fuͤrſten/ warumb weineſt vnnd ſeufftzeſt du nicht/ vmb daß du auff dich geladen haſt den Zorn deß ewigen GOTtes? | Weil du weinest und trauerst wann du gefallen bist in die Ungnade eines weltlichen Fürsten / warum weinest und seufzest du nicht / um dass du auf dich geladen hast den Zorn des ewigen Gottes? | de | de | de | 1 | 4.1084 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,687 | 1,615 | O Menſch bedecke dich mit dem haͤrinen Kleidt/ beſtrewe dich mit Aſchen/ heule bitterlich/ vnnd weine ſchmertzlich/ Jnnmaſſen ein getrewe Mutter zubeweinen pflegt jhren einigen Sohn/ dann nicht abgewendt iſt von dir der Zorn GOTtes: | O Mensch bedecke dich mit dem härenen Kleid / bestreue dich mit Aschen / heule bitterlich / und weine schmerzlich / Inmassen ein getreue Mutter zubeweinen pflegt ihren einigen Sohn / dann nicht abgewendet ist von dir der Zorn Gottes: | de | de | de | 1 | 5.437 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,688 | 1,615 | O vnbeſonnener Menſch: theſaurizas tibi iram in die iræ, Du ſambleſt dir auff deinen Kopff den Zorn Gottes/ vnd wilſt nit weinen/ vnangeſehen du ſo vil vrſachen haſt zu weinen/ Dann ſchaweſtu auffwertz/ ſo ſiheſt du/ daß du auß dem Himmelreich bandiert vnd vngewiß biſt/ ob du hinein wirſt kommen: Schaweſt du abwertz/ ſo ſiheſtu dein Grab vnd die Erd/ darinn du verkehrt wirſt werden: Wendeſt du dich zur lincken oder rechten ſeyten/ ſo ſih eſt du die gefahr/ darinnen du lebeſt: | O unbesonnener Mensch: thesaurizas tibi iram in die irae, Du samblest dir auf deinen Kopf den Zorn Gottes / und willst nicht weinen / unangesehen du so viel Ursachen hast zu weinen / Dann schasst aufwärts / so siehst du / dass du aus dem Himmelreich bandiert und ungewiss bist / ob du hinein wirst kommen: Schauest du abwärts / so siehst dein Grab und die Erde / darin du verkehrt wirst werden: Wendest du dich zur Linken oder rechten Seiten / so sie est du die Gefahr / darinnen du lebest: | de | de | de | 1 | 5.5326 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,689 | 1,615 | Vor dir haſtu den Todt/ hinder dir haſtu dein vollbrachtes boͤfes Leben vnnd Laſter/ die dich verfolgen: Du wanderſt mit aller macht vnd eyl zum Todt/ du wirſt getragen von vier ſchnellen Roſſen deiner widerwertigen humorn, welche den Wagen deines Leibs ziehen vnd dich zu dem Goͤttlichen Gericht bringen/ vnnd nichts deſtoweniger lacheſt du vnd biſt froͤlich vnd guter ding: | Vor dir hast du den Tod / hinter dir hast du dein vollbrachtes böses Leben und Laster / die dich verfolgen: Du wanderst mit aller Macht und Eile zum Tod / du wirst getragen von vier schnellen Rossen deiner widerwärtigen humorn, welche den Wagen deines Leibs ziehen und dich zu dem göttlichen Gericht bringen / und nichtsdestoweniger lachest du und bist fröhlich und guter Ding: | de | de | de | 1 | 4.8392 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,690 | 1,615 | Verurtheilt biſtu zum Todt/ vñ weiſt nit/ ob du heut oder morgen expedirt vnd dir der garauß gemacht ſoll werden/ vnd nit deſto weniger verzehreſtu dein zeit mit lachen. | Verurteilt bist du zum Tod / und weist nicht / ob du heute oder morgen expediert und dir der Garaus gemacht soll werden / und nicht desto weniger verzehrest dein Zeit mit lachen. | de | de | de | 1 | 5.0672 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,691 | 1,615 | Nit alſo O Menſch/ nicht alſo/ ſonder gehe in das jnnerſte deines Gewiſſens/ vnnd betrachte dein vergangenes Leben/ weil auch du gelacht haſt in deiner jugent/ ſo weine im alter/ vñ gedenck wie ein lange zeit deines Lebens du der welt gegeben vnd wie wenig du Gott gedient haſt. | Nicht also O Mensch / nicht also / sonder gehe in das innerste deines Gewissens / und betrachte dein vergangenes Leben / weil auch du gelacht hast in deiner Jugend / so weine im Alter / und gedenk wie ein lange Zeit deines Lebens du der Welt gegeben und wie wenig du Gott gedient hast. | de | de | de | 1 | 4.7952 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,693 | 1,615 | Laſſet vns anjetzo die zaͤheꝛ ſehẽ/ vñ mit denſelbigen vnſere Suͤnd waſchen/ damit wir durch die zaͤher der pœnitentz vnnd Buß gelangen moͤgen an das ort/ da nichts anderſt gehoͤrt wirdt als ein Him̃liſches muſieieren/ lachen/ jubiliren vnd frolocken. | Lasst uns jetzt die zäher sehen / und mit denselbigen unsere Sünde waschen / damit wir durch die zäher der Pönitenz und Buße gelangen mögen an das Ort / da nichts anders gehört wird als ein Himmlisches musieieren / lachen / jubilieren und frohlocken. | de | de | de | 1 | 5.0391 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,694 | 1,615 | Beſchließlichen ſagt der heilig Gregorius recht vnd wol/ daß die jenige gute Werck/ welche nicht beſprengt werden mit dem heiſſen Waſſer der Zaͤhern/ gleich ſeyen einem trucknen vnd duͤrꝛen Opfer/ aber wann ſie beglaidt werden mit etwan einem lachrimoſo profluuio, alsdañ ſeind ſie ein faiſtes angenemes Opffer vor Gott. | Beschließlichen sagt der heilig Gregorius recht und wohl / dass diejenige gute Werk / welche nicht besprengt werden mit dem heißen Wasser der Zäheren / gleich seien einem trocknen und dürren Opfer / aber wann sie Begleit werden mit etwan einem lachrimoso profluuio, alsdann sind sie ein feistes angenehmes Opfer vor Gott. | de | de | de | 1 | 6.2097 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,695 | 1,615 | O wie koͤſtlich ſeind die heilige Zaͤher/ ſie verſchmeltzen die Demantiſche Hertzen/ vnnd bewegen die Gemuͤter der Fuͤrſten/ vermuͤg der Wort Ouidij, da er ſpricht: | O wie köstlich sind die heilige Zäher / sie verschmelzen die Demantische Herzen / und bewegen die Gemüter der Fürsten / vermög der Wort Ouidij, da er spricht: | de | de | de | 1 | 6.1541 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,696 | 1,615 | Interdum lachrimæ pondera vocis habent: | Interdum lachrimae pondera vocis habent: | la | de | la | 0.333 | 6.9616 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,697 | 1,615 | Et lachrimæ proſunt, lachrimis adamanta mouebis. | Et lachrimae prosunt, lachrimis adamanta mouebis. | id | la | fr | 0 | 8.4834 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,698 | 1,615 | Sæpe per has flecti Principis ira ſolet. | Saepe per has flecti Principis ira solet. | en | en | ca | 0 | 6.615 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,699 | 1,615 | Hoͤre was der Eccleſiaſticus ſagt: | Höre was der Ecclesiasticus sagt: | en | la | fr | 0 | 4.8569 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,700 | 1,615 | nonne lachrimæ viduæ à maxillis aſcendunt vſque ad cœlum? | nonne lachrimae viduae à maxillis ascendunt vsque ad coelum? | fr | la | fr | 0 | 7.2325 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,701 | 1,615 | Et Dominus exauditor eorum delectabitur in illis: | Et Dominus exauditor eorum delectabitur in illis: | en | la | la | 0 | 6.6797 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,702 | 1,615 | O wunderbarliche Krafft der Zaͤhern/ welche von den Wangen der bußfertigen Menſchen herab biß in den Himmel durchtringen/ ja es frewet vnd erluſtiget ſich Gott dermaſſen mit jhnen/ daß er ſie von ſeinem Goͤttlichen Angeſicht ſetzet/ als werens koͤſtliche Berlein vnd Kleinoͤter/ vermuͤg der Wort: | O wunderbarliche Kraft der Zäheren / welche von den Wangen der bußfertigen Menschen herab bis in den Himmel durchdringen / ja es freuet und erlustiget sich Gott dermaßen mit ihnen / dass er sie von seinem göttlichen Angesicht setzet / als Wehrens köstliche Bärlein und Kleinöter / vermög der Wort: | de | de | de | 1 | 5.6153 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,703 | 1,615 | Poſuiſti lachrymas in conſpectu tuo ſemper. | Posuisti lachrymas in conspectu tuo semper. | it | la | co | 0 | 6.046 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,704 | 1,615 | Guſman eꝛkundigt ſich bey dem Einſidler/ ob der jenig/ welcher mit Todtſuͤnden behafft iſt/ vnderlaſſen ſolle zubetten vnnd Allmuſen zugeben. | Gusman erkundigt sich bei dem Einsiedler / ob der jenig / welcher mit Todsünden behafte ist / unterlassen solle zubetten und Allmusen zugeben. | de | de | de | 1 | 5.9353 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,705 | 1,615 | DJe obberuͤhrte Woꝛt vnd vnderweiſung war gleich wol ſchoͤn/ aber doch weil ich darauß vermerckt/ daß die gute Werck vnnd ſonderlich das betten vnnd Allmuſen deſſen/ der mit Todtſuͤnden behafft iſt/ GOtt dem Herꝛen nicht angenemb ſeyen/ ſo entſetzte ich mich etlicher maſſen daruͤber vnnd fragte den Einſidler/ wie es dißfals gemeint were: | Die obberührte Wort und Unterweisung war gleich wohl schön / aber doch weil ich daraus vermerkt / dass die gute Werk und sonderlich das betten und Allmusen dessen / der mit Todsünden behafte ist / Gott dem Herren nicht angenehm seien / so entsetzte ich mich etlicher Maßen darüber und fragte den Einsiedler / wie es diesfalls gemeint wäre: | de | de | de | 1 | 5.5115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,706 | 1,615 | Er gab mir nachfolgende erleuterung vnd ſprach: | Er gab mir nachfolgende Erläuterung und sprach: | de | de | lb | 0.667 | 6.1676 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,707 | 1,615 | Mein Sohn/ ich lobe dein gutes vorhaben/ daß nemblich du geſinnt biſt von Suͤnden abzuſtehen/ aber ob ſchon du wegen etwan einer Vrſachen vnderlieſſeſt dich zubekehren/ ſo ſolleſt du doch nicht vnderlaſſen gute Werck zubegehn/ zu betten/ zu faſten/ Allmuſen zu geben/ dann ob ſchon ſolche vnnd andere dergleichen gute Werck/ wann du mit Todtſuͤnden behafft biſt/ der ewigen Belohnung nicht wuͤrdig ſeindt/ ſo verdienen ſie doch durch ein ſonderbare conneuolentz, (welche von den Theologis de congruo genennt wirdt/) ſo vil/ daß GOTT dergleichen Leuthen etwann ein Belohnung darfuͤr gibt in diſer Welt. | Mein Sohn / ich lobe dein gutes vorhaben / dass nämlich du gesinnt bist von Sünden abzustehen / aber ob schon du wegen etwan einer Ursachen unterließest dich zubekehren / so sollest du doch nicht unterlassen gute Werk zubegehen / zu betten / zu fasten / Allmusen zu geben / dann ob schon solche und andere dergleichen gute Werk / wann du mit Todsünden behafte bist / der ewigen Belohnung nicht würdig sind / so verdienen sie doch durch ein sonderbare conneuolentz, (welche von den Theologis de congruo genannt wird /) so viel / dass GOTT dergleichen Leuten etwan ein Belohnung dafür gibt in dieser Welt. | de | de | de | 1 | 5.348 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,708 | 1,615 | Damit derwegen du nicht hinein lebeſt wie die verzweifelten thun/ ſo da gar nichts guts thun woͤllen/ ſamb hetten ſie an jhrer Seligkeit allerdings verzweifelt/ ſo ſolleſt du wiſſen/ daß dreyerley Menſchen verhanden ſeindt welche wegen jhrer guten Werck ergoͤtzt vnd belohnt werden. | Damit derentwegen du nicht hineinlebest wie die verzweifelten tun / so da gar nichts Gutes tun wollen / samt hätten sie an ihrer Seligkeit allerdings verzweifelt / so sollest du wissen / dass dreierlei Menschen vorhanden sind welche wegen ihrer guten Werk ergötzt und belohnt werden. | de | de | de | 1 | 5.6102 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,709 | 1,615 | Die erſten ſeindt die frommen vnnd tugentſamme Perſonen/ dieſelbigen empfahen von GOtt zu einer belohnung jhrer guten Werck das ewige Leben/ nach beſchaffenheit deß gradus oder deß Staffels der Lieb/ mit deren ſie ſolche gute Werck begehen/ vermuͤg der Wort Salomonis: | Die ersten sind die frommen und tugendsame Personen / dieselbigen empfangen von Gott zu einer Belohnung ihrer guten Werk das ewige Leben / nach Beschaffenheit des gradus oder des Stafels der Liebe / mit deren sie solche gute Werk begehen / vermög der Wort Salomonis: | de | de | de | 1 | 5.6182 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,710 | 1,615 | Seminanti iuſtitiã merces fidelis: | Seminanti iustitia merces fidelis: | it | ky | el-Latn | 0 | 6.4558 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,711 | 1,615 | Item: Dauid ſpꝛicht: Et retribuet mihi Dominus ſecundũ iuſtitiã meam & ſecundum puritatem manuum mearum retribuet mihi. | Item: David spricht: Et retribuet mihi Dominus secundu Justitia meam & secundum puritatem manuum mearum retribuet mihi. | la | la | la | 0 | 4.7371 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,712 | 1,615 | Item: Joannes ſpricht: | Item: Joannes spricht: | de | de | de | 1 | 6.9343 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,713 | 1,615 | Venio cito & merces mea mecum eſt; reddere vnicuiq; ſecundũ opera ſua. | Venio cito & merces mea mecum est; reddere vnicuiq; secundu opera sua. | la | la | co | 0 | 6.5478 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,714 | 1,615 | Die andern/ welche wegen jrer guten werck belohnt werden/ ſeindt die eytele liederliche Perſonen/ die werden mit der ewigen Straff belohnt/ dann alles was ſie guts wuͤrcken/ faften/ betten vnd Allmuſen geben/ das beſchicht zu erlangung deß Menſchlichen Lobs/ oder gunſts/ der wegen verdienen ſie kein ergoͤtzlichkeit/ ſonder ein Straff/ vñ wider einen ſolchen gottloſen affect redet der Herꝛ vnd ſpꝛicht: | Die anderen / welche wegen ihrer guten Werk belohnt werden / sind die Eitele liederliche Personen / die werden mit der ewigen Strafe belohnt / dann alles was sie Gutes wirken / saften / betten und Allmusen geben / das beschichte zu Erlangung des menschlichen Lobs / oder Gunst / der wegen verdienen sie kein Ergötzlichkeit / sonder ein Strafe / und wider einen solchen gottlosen Affekt redet der Herr und spricht: | de | de | de | 1 | 5.4759 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,715 | 1,615 | Si oculus tu us nequam fuerit, totũ corpus tenebroſum erit; ſi ergo lumen: quod in te eſt, tenebræ ſunt, ipſæ tenebræ quante erunt. | Si oculus tu us nequam fuerit, totu corpus tenebrosum erit; sie ergo lumen: quod in te est, tenebrae sunt, ipsae tenebrae quante erunt. | la | la | la | 0 | 5.0439 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,716 | 1,615 | Die dritten ſeindt die jenigen Suͤnder/ ſo in Todtſuͤnden ſiecken vnd nit deſto weniger von GOTTes wegen gute Werck vben zu der Ehꝛ vnd Glory Gottes vnnd vermittelſt der Gnad CHriſti/ ſeytemal er ſelbſt ſpricht: | Die dritten sind diejenigen Sünder / so in Todsünden sicken und nicht desto weniger von Gottes wegen gute Werk üben zu der Ehre und Glory Gottes und vermittels der Gnade Christi / sintemal er selbst spricht: | de | de | de | 1 | 5.5421 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,717 | 1,615 | Sine me nihil poteſtis. | Sine me nihil potestis. | la | id | sl | 0 | 7.4576 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,718 | 1,615 | Diſe Leuth werden mit etwan einer zeitlichen gnad belohnt/ vnnd fehig gemacht/ ein ſolche gnad/ durch welche ſie Gott angenemb werden/ zuerlangen/ dann die gute werck/ die wir im Standt der Todtſuͤnden begehen vnd doch von Gottes wegen/ damit nemblich er dardurch geehrt vnd gelobt werde/ beſchehen/ erlangen ein ſolche gnad von GOtt/ daß/ ob ſchon wir nicht propriè den Himmel verdienen/ doch durch die vorbemelte cõneuolenz welche in den Schulen congruitas genennt wirdt/ wir zu der Gnad diſponiert, bequem vnd fehig gemacht werden/ ja ſo gar koͤndten wir villeicht per accidens (wie die Philoſophi vnd Logici reden) zu der Glory der ſeligen gelangen. | Diese Leute werden mit etwan einer zeitlichen Gnade belohnt / und fähig gemacht / ein solche Gnade / durch welche sie Gott angenehm werden / zuerlangen / dann die gute Werk / die wir im Stand der Todsünden begehen und doch von Gottes wegen / damit nämlich er dadurch geehrt und gelobt werde / geschehen / erlangen ein solche Gnade von Gott / dass / ob schon wir nicht proprie den Himmel verdienen / doch durch die vorbemehlte coneuolenz welche in den Schulen congruitas genannt wird / wir zu der Gnade disponiert, bequem und fähig gemacht werden / ja so gar könnten wir vielleicht per accidens (wie die Philosophie und Logici reden) zu der Glory der seligen gelangen. | de | de | de | 1 | 5.4231 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,719 | 1,615 | Dann wer etwas guts wuͤrcket/ der hat die Laiter deß Himmels in der Hand/ vnd Gott leinet an derſelben Laiter/ vnd iſt willig vnnd vrbietig den ſuͤnder zuempfahen vnd jm zu der bekehrung zuhelffen. | Dann wer etwas Gutes wirket / der hat die Leiter des Himmels in der Hand / und Gott leinet an derselben Leiter / und ist willig und erbötig den Sünder zuempfangen und ihm zu der Bekehrung zuhelfen. | de | de | de | 1 | 5.1908 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 2,721 | 1,615 | Gewiß iſts/ daß die Suͤnd vns weit von Gott abſoͤndern/ allermaſſen hingegen die gute Werck ein vrſach ſeindt daß er ſich zu vns nahet/ dann es ſtehet geſchriben: longè à peccatoribus ſalus: | Gewiss ist es / dass die Sünde uns weit von Gott absondern / allermaßen hingegen die gute Werk ein Ursache sind dass er sich zu uns nahet / dann es steht geschrieben: longe à peccatoribus salus: | de | de | de | 1 | 5.0898 |
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