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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,025 | 1,615 | Ferꝛner vnd zum vierdten wie man in newwen Schuhen nicht wol raifen oder vberland gehen kan/ Dann gemeingklich trucken vnnd ſchinden ſie die Fuͤß/ vnnd machen hinckende Leuth/ Alſo ſehen wir daß man inn newen Conſiliis, Raͤthen vnd Tugenten auffm weg der Goͤttlichen Gebott nit fridlich vnd lieblich vort gehe/ Was ſeindt aber das fuͤr newe Conſilia vnnd Tugendten? | Ferner und zum vierten wie man in newwen Schuhen nicht wohl Reifen oder Überland gehen kann / Dann gemeiniglich trocken und schinden sie die Füße / und machen hinkende Leute / Also sehen wir dass man in neuen Consiliis, Räten und Tugenden aufm weg der göttlichen Gebot nicht friedlich und lieblich fort gehe / Was sind aber das für neue Consilia und Tugenden? | de | de | de | 1 | 5.7369 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,026 | 1,615 | Es ſeindt die newe vnbeſcheidene Raͤth/ determinationes, decreta oder entſcheidungen etlicher Theologorum vnnd Iuriſten, ſo da kein ſcientz noch conſcientz haben/ boͤſes fuͤr guts ſagen/ die vngerechte contract iuſtificiren, die Suͤnd verthaͤdigen vnnd entſchuldigen. | Es sind die neue unbescheidene Rät / determinationes, decreta oder Entscheidungen etlicher Theologorum und Juristen, so da kein scientz noch conscientz haben / böses für Gutes sagen / die ungerechte Kontrakt justifizieren, die Sünde verteidigen und entschuldigen. | de | de | de | 1 | 6.495 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,027 | 1,615 | Wir ſehen daß bißweiln einer der gern auffm Weg deß Herꝛen gehen wolte vnd doch einen Stachel im Gewiſſen empfindet/ Zum Schuſter/ das iſt/ zum Theologo oder Iuriſten kombt/ vnnd ſpricht: Mein Herꝛ/ gebt mir einen rath/ es trucket mich mein Gewiſſen/ ꝛc. Darauff zeucht alsbaldt der Doctor Schuſter auß ſeiner Bibliotec der vnderſchidtlichen modernorum newen Doctorum newe Schuch herfuͤr vnnd ſpricht: | Wir sehen dass bisweilen einer der gern aufm Weg des Herren gehen wollte und doch einen Stachel im Gewissen empfindet / Zum Schuster / das ist / zum Theologo oder Juristen kommt / und spricht: Mein Herr / gebt mir einen Rat / es drückt mich mein Gewissen / etc. Darauf zieht alsbald der Doktor Schuster aus seiner Bibliothek der unterschiedlichen modernorum neuen Doctorum neue Schuh herfür und spricht: | de | de | de | 1 | 6.1285 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,028 | 1,615 | das ſagt diſer/ das ſagt jener/ ꝛc. Vnangeſehen auch der client es nicht glauben will/ vnnd empfindet daß jhne die Schuch ſeines Gewiſſens trucken/ nit deſto weniger wirdt er vberꝛedt/ daß jhm ſolche Schuch gerecht vnd ſehꝛ gut ſeyen. | das sagt dieser / das sagt jener / etc. Unangesehen auch der Klient es nicht glauben will / und empfindet dass ihn die Schuh seines Gewissens trocken / nicht desto weniger wird er überredet / dass ihm solche Schuh gerecht und sehr gut seien. | de | de | de | 1 | 5.211 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,029 | 1,615 | Wir ſehen bißweiln daß ein Religios kombt vnnd ſpricht: | Wir sehen bisweilen dass ein Religiös kommt und spricht: | de | de | de | 1 | 6.5894 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,030 | 1,615 | Jch bin gleichwol ein Muͤnch/ vnnd hab die Kenſchheit vnnd Armut verlobt/ aber doch hab ich in meinem Schaffner/ Kaſtner oder Kelnerambt etwas erobert/ welches ich im fall der noth fuͤr mich vnd meine Freunde behalten wolte/ wils aber gern wider von mir geben/ wann mein Superior es wirdt begeren? | Ich bin gleichwohl ein Münch / und habe die Kenschheit und Armut verlobt / aber doch habe ich in meinem Schaffner / Kastner oder Kelnerambt etwas erobert / welches ich im Fall der Not für mich und meine Freunde behalten wollte / will es aber gern wieder von mir geben / wann mein Superior es wird Begehren? | de | de | de | 1 | 5.6363 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,031 | 1,615 | Darauff antwortet der D. Schuſter: Warumb nicht? | Darauf antwortet der D. Schuster: warum nicht? | de | de | de | 1 | 5.8695 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,032 | 1,615 | Es kan gar wol ſein/ wann der Prælat darumb weiſt/ es thuns wol andere/ ſo da gelehrt ſeindt/ ſie wurdens auch nicht thun woferꝛn es vnrecht were/ derwegen lege die Schuch nur an/ vnnd gehe vort darmit/ dann ſie ſeindt dir an beyden Fuͤſſen gerecht. | Es kann gar wohl sein / wann der Prälat darum weist / es Tuns wohl andere / so da gelehrt sind / sie wurden auch nicht tun wofern es Unrecht wäre / derentwegen lege die Schuh nur an / und gehe fort damit / dann sie sind dir an beiden Füßen gerecht. | de | de | de | 1 | 6.1824 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,033 | 1,615 | Was geſchicht aber? | Was geschieht aber? | de | de | de | 1 | 5.2679 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,034 | 1,615 | Keinen friden wirdt er haben/ jmmerdar ſticht vnnd nagt jhm ſein Gewiſſen/ dann er weiſt daß es wider ſein gethanes Geluͤbdt vnnd Regel iſt. | Keinen Frieden wird er haben / immerdar sticht und nagt ihm sein Gewissen / dann er weist dass es wieder sein getanes Gelübde und Regel ist. | de | de | de | 1 | 5.2054 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,035 | 1,615 | Es kombt ein Prieſter zum D. Schuſter vnnd ſpricht: Mein Herꝛ/ ich hab gleichwol ſelbſt ein feines Patrimonium vnnd darzu ein Pfruͤndt: | Es kommt ein Priester zum D. Schuster und spricht: Mein Herr / ich habe gleichwohl selbst ein feines Patrimonium und dazu ein Pfründt: | de | de | de | 1 | 5.3193 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,036 | 1,615 | Jch wolte aber gern noch ein anders beneficium darzu haben/ damit ich meinen Standt deſto ehrlicher fuͤhren/ vnnd auffm weg der Goͤttlichen gebotten wandern moͤge: ſeind mir aber diſe ſchuch gerecht? | Ich wollte aber gern noch ein anders beneficium dazu haben / damit ich meinen Stand desto ehrlicher führen / und aufm weg der Göttlichen geboten wandern möge: sind mir aber diese Schuh gerecht? | de | de | de | 1 | 6.315 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,037 | 1,615 | Der D. Schuſter antwoꝛtet: | Der D. Schuster antwortet: | de | jv | lb | 0.333 | 7.6332 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,038 | 1,615 | Ja freylich/ warumb nit? | Ja freilich / warumb nicht? | en | de | mt | 0.333 | 8.2432 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,039 | 1,615 | Dein Standt vñ gelehꝛtheit erforderts/ du biſt deſſen vnnd eines mehreren wuͤrdig. | Dein Stand und Gelehrtheit erfordert / du bist dessen und eines mehreren würdig. | de | de | de | 1 | 6.7461 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,040 | 1,615 | Was geſchicht aber? niemaln hat er ein ruhe in ſolchen Schuhen/ dann es beiſt jhne ſein Gewiſſen/ vnnd ſpricht heimblich in ein Ohr zu jhm: Der heilig Martinus, Bernardus, Auguſtinus, Hieronymus, Petrus vnd Paulus ſeind auch gelehrt vnd in dignitate geweſt/ haben aber ſich nicht vberhaͤufft mit Beneficiis. | Was geschieht aber? niemals hat er ein ruhe in solchen Schuhen / dann es beißt ihn sein Gewissen / und spricht heimlich in ein Ohr zu ihm: Der heilig Martinus, Bernardus, Augustinus, Hieronymus, Petrus und Paulus sind auch gelehrt und in dignitate gewesen / haben aber sich nicht überhäuft mit Beneficiis. | de | de | de | 1 | 4.7857 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,041 | 1,615 | Es kombt ein Lay zum D. Schuſter vnnd ſpricht: | Es kommt ein Lay zum D. Schuster und spricht: | de | de | de | 1 | 6.8484 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,042 | 1,615 | Mein Herꝛ ich begere den weg der Goͤttlichen gebotten zuwandern/ ich moͤchte aber gern wiſſen ob meine Schuch gerecht ſeyen/ dann auff diſe vnnd jene weiß contrahire ich vnnd nimb fuͤr hundert/ ſechs/ acht/ zehen vnnd zwantzig Gulden/ aber doch gib ich reiche Allmuſen vnnd laſſe vil ſchoͤne Altaͤr bawen ꝛc. | Mein Herr ich begehre den weg der Göttlichen geboten zuwandern / ich möchte aber gern wissen ob meine Schuh gerecht seien / dann auf diese und jene weiß kontrahiere ich und nimm für hundert / sechs / acht / zehn und zwanzig Gulden / aber doch gib ich reiche Allmusen und lasse viel schöne Alter bauen etc. | de | de | de | 1 | 5.8876 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,043 | 1,615 | Der D. Schuſter antwortet/ Ja es kan wol ſein/ nach beſchaffenheit der ſachen/ zumaln wañ den Leuten mit ſolchem anlehen wol gedient wirdt/ vnnd ſie das intereſſe gern hergeben/ damit du deß ſchadens enthebt werdeſt. | Der D. Schuster antwortet / Ja es kann wohl sein / nach Beschaffenheit der Sachen / zumal wann den Leuten mit solchem anlehne wohl gedient wird / und sie das Interesse gern hergeben / damit du des Schadens enthebt werdest. | de | de | de | 1 | 5.6399 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,044 | 1,615 | Aber O ſchoͤnes intereſſe darauß dir das hoͤlliſch intereſſe erfolget. | Aber O schönes Interesse daraus dir das höllisch Interesse erfolget. | de | de | vi | 0.667 | 8.2569 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,045 | 1,615 | Es kombt ein ergerlicher Concubinarius zum D. Schuſter ſprechendt: | Es kommt ein ärgerlicher Concubinarius zum D. Schuster sprechend: | de | de | de | 1 | 6.4689 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,046 | 1,615 | Jch hab gleichwol bey meiner Koͤchin zwey Kinder erworben/ aber an jetzo hab ich nimmer mit jhr zuſchaffen/ ſondern ich lebe mit jhr wie ein Bruder mit ſeiner Schweſter/ kan ich derwegen alſo verfahren? | Ich habe gleichwohl bei meiner Köchin zwei Kinder erworben / aber an jetzt habe ich nimmer mit ihr zuschaffen / sondern ich lebe mit ihr wie ein Bruder mit seiner Schwester / kann ich derentwegen also verfahren? | de | de | de | 1 | 4.9545 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,047 | 1,615 | Der D. Schuſter antwortet: Ja. | Der D. Schuster antwortet: Ja. | de | de | de | 1 | 6.391 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,048 | 1,615 | Aber kein ruhe hat er in ſolchen Schuhen/ Dann ſein Gewiſſen ſpricht zu jhm: Sihe/ du biſt nicht ſicher/ du haſt ein groſſe anlaß zum ſuͤndigen bey dir/ Fewer vnd Stroh wann es zuſam̃en kombt/ brinnt gern: | Aber kein ruhe hat er in solchen Schuhen / Dann sein Gewissen spricht zu ihm: Siehe / du bist nicht sicher / du hast ein große Anlass zum sündigen bei dir / Feuer und Stroh wann es zusammen kommt / brennt gern: | de | de | de | 1 | 5.846 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,049 | 1,615 | Gib ferꝛner kein aͤrgernuß/ laß die Huer fahren. | Gib ferner kein Ärgernis / lass die Huer fahren. | de | de | de | 1 | 7.0504 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,050 | 1,615 | Es kombt ein Freſſer zum D. Schuſter ſprechendt: | Es kommt ein Fresser zum D. Schuster sprechend: | de | de | de | 1 | 6.7451 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,051 | 1,615 | Es iſt gleichwol an jetzo inn der Faſten zeit/ zu dern man faſten/ betten vnnd Buß thun ſoll/ aber doch vermeine ich/ daß ich gar wol koͤnne ſelig werden/ wañ ich ſchon in dem Nonnen Cloſter ein Taͤntzl thue/ vnnd mit den Muͤnchen biß vber halbenacht ſauffe/ dañ diſes ſeind nit newe Schuch/ ſonder alte: | Es ist gleichwohl an jetzt in der Fasten Zeit / zu deren man fasten / betten und Buße tun soll / aber doch vermeine ich / dass ich gar wohl könne selig werden / wann ich schon in dem Nonnen Kloster ein Täntzl tue / und mit den München bis über Halbenacht saufe / dann dieses sind nicht neue Schuh / sonder alte: | de | de | de | 1 | 5.7734 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,052 | 1,615 | dann vor deß H. Gregorij zeiten iſts alſo geweſen? darauff antworten etliche Doctores calciatores od’ Schuſteꝛ/ daß es wol ſein koͤnne/ ſeytemal der allgemeine Jrꝛthumb ein ius vnd gerechtſame machet. | dann vor des H. Gregorij Zeiten ist es also gewesen? darauf antworten etliche Doctores calciatores oder Schuster / dass es wohl sein könne / sintemal der allgemeine Irrtum ein Jus und Gerechtsame macht. | de | de | de | 1 | 6.2028 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,053 | 1,615 | Aber mein Bruder Pilgram du wirſt verfuͤhrt/ dann obs ſchon wahꝛ iſt/ daß es ein alte corruptela iſt/ vñ daß es alte Schuch ſeyen/ ſo ſeindt ſie doch allzeit von den alten Heiligen reprobirt, verworffen vnd widerſprochen worden. | Aber mein Bruder Pilgram du wirst verführt / dann obs schon wahr ist / dass es ein alte corruptela ist / und dass es alte Schuh seien / so sind sie doch allzeit von den alten Heiligen reprobiert, verworfen und widersprochen worden. | de | de | de | 1 | 5.7875 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,054 | 1,615 | Diſe conſuetudo vnd gewonheit entſchuldiget vnnd enthebt dich gleichwol der zeitlichen/ aber nit der hoͤlliſchen Straff: Gregorius hat gleichwol dergleichen Laſter geduldet wegen der damals beſorgten gefahꝛ deß ſchiſmatis vnd ergernuß: | Diese consuetudo und Gewohnheit entschuldiget und enthebt dich gleichwohl der zeitlichen / aber nicht der höllischen Strafe: Gregorius hat gleichwohl dergleichen Laster geduldet wegen der damals besorgten Gefahr des schismatis und Ärgernis: | de | de | de | 1 | 6.0773 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,055 | 1,615 | Derwegen kan man nit ſagen/ daß es recht ſeye vnd vngeſtrafft hingehe. | Derentwegen kann man nicht sagen / dass es recht sei und ungestrafft hingehe. | de | de | nl | 0.667 | 4.7224 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,056 | 1,615 | Zum fuͤnfften wie der Pilgram auf den alten Schuhen am aller ſanfteſten gehet/ vñ von den naͤthen nicht getruckt wirdt/ Alſo gehet man auff dem Weg deß HERREN in den Schuhen der alten Tugendten vnnd der alten Raͤthen ſehr ſanfft vnnd lieblich/ dann ſie nemen die Doͤrner vnd Stachl der vbrigen Suͤnden hinweg. | Zum fünften wie der Pilgram auf den alten Schuhen am aller sanftesten geht / und von den nähten nicht gedruckt wird / Also geht man auf dem Weg des HERREN in den Schuhen der alten Tugenden und der alten Räten sehr sanft und lieblich / dann sie nehmen die Dornen und Stachel der übrigen Sünden hinweg. | de | de | de | 1 | 5.5235 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,057 | 1,615 | Die alte Schuch aber ſeind die definitiones, determinationes vnnd Raͤth der alten erfahrnen Vaͤtter/ welche reden haben koͤnnen ex ſententia vnd nicht auß der bloſſen ſcientia vnd gelehrthrit/ in diſen alten Schuhen wandert man ſanfft/ lieblich vnnd ſich erlich/ vnnd in demſelbigen ſollen auch wir wandern/ nemlich in den determinationibus vnnd Exempſariſchen Leben der alten/ dann ſie verbieten die ſcrupulos, welche andere/ ſo in den newen Schuhen gehen/ außſtehen. | Die alte Schuh aber sind die definitiones, determinationes und Rät der alten erfahrenen Väter / welche reden haben können ex sententia und nicht aus der bloßen scientia und gelehrthrit / in diesen alten Schuhen wandert man sanft / lieblich und sich ehrlich / und in demselbigen sollen auch wir wandern / nämlich in den determinationibus und Exempsarischen Leben der alten / dann sie verbieten die scrupulos, welche andere / so in den neuen Schuhen gehen / ausstehen. | de | de | de | 1 | 5.5459 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,058 | 1,615 | Der alten gebrauch war/ daß ſie alzeit den gewiſſeſten vnd ebneſten weg erwoͤhlten/ aber vnſere jetzige nouizen vnnd junge Lappen ſeind nicht darmit zufriden/ daß man jhnen denſelben zeiget/ ſonder fragen jmmerdar/ ob diſer oder jener der ſicherſte ſeye: Darauß aber erfolgen ſo vil diſtinctiones vnd diuiſiones, deren ſo erſt die pronuncialia cauſalia lernen. | Der alten Gebrauch war / dass sie allzeit den gewissesten und Ebnesten weg erwählten / aber unsere jetzige nouizen und junge Lappen sind nicht damit zufrieden / dass man ihnen denselben zeiget / sonder fragen immerdar / ob dieser oder jener der sicherste sei: daraus aber erfolgen so viel distinctiones und diuisiones, deren so erst die pronuncialia causalia lernen. | de | de | de | 1 | 5.865 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,059 | 1,615 | Aber O naͤrꝛiſcher Pilgram/ warumb wanderſtu nicht die alte ſichere weg die du kenneſt vnd weiſt? | Aber O närrischer Pilgram / warum wanderst nicht die alte sichere weg die du kennest und weist? | de | de | de | 1 | 7.4306 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,060 | 1,615 | Weiſtu ſie aber nicht/ warumb folgeſt du nit dem befelch Jeremiæ vnnd fragſt nach den alten wegen/ vnd was der gute vnd beſte weg ſeye? | Weist sie aber nicht / warum folgest du nicht dem Befehl Jeremiae und fragst nach den alten wegen / und was der gute und beste weg sei? | de | de | de | 1 | 5.5295 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,061 | 1,615 | Warumb wanderſtu nicht denſelben/ damit du deiner Seelen ein ruhe vnnd erquickung finden moͤgeſt. | Warum wanderst nicht denselben / damit du deiner Seelen ein Ruhe und Erquickung finden mögest. | de | de | de | 1 | 5.3925 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,062 | 1,615 | Villeicht ſprichſtu: | Vielleicht sprichst: | de | de | de | 1 | 9.6621 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,063 | 1,615 | Jch empfinde auff diſem weg keinen ſcrupl/ ſondern hab guten friden/ vnnd nur ein einiges anligen: | Ich empfinde auf diesem weg keinen scrupl / sondern habe guten Frieden / und nur ein einiges Anliegen: | de | de | de | 1 | 6.9151 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,064 | 1,615 | Antwort: Jch glaubs/ aber villeicht iſt derſelb einig ſcrupl dermaſſen groß/ daß du andere kleine nicht kanſt empfinden/ allermaſſen einer/ der/ als lang er einen Stein im Schuch hat/ den Sandt nicht empfindet/ aber wann der Stein darauß geworffen iſt worden/ alsdann empfindet ers. | Antwort: Ich glaube es / aber vielleicht ist derselbe einig scrupl dermaßen groß / dass du andere kleine nicht kannst empfinden / allermaßen einer / der / als lang er einen Stein im Schuh hat / den Sandte nicht empfindet / aber wann der Stein daraus geworfen ist worden / alsdann empfindet er es. | de | de | de | 1 | 5.7531 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,065 | 1,615 | Das neundte requiſitum von den Haͤndtſchuhen deß Pilgrams. | Das neundte requisitum von den Händtschuhen des Pilgrams. | de | de | de | 1 | 7.0761 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,066 | 1,615 | DJE Haͤndtſchuch ſeindt die neunte Notwendigkeit deß Pilgrams/ durch welche die Jndulgentiæ der Kirchen bedeut werden: | Die Handschuhe sind die neunte Notwendigkeit des Pilgrams / durch welche die Jndulgentiae der Kirchen bedeute werden: | de | de | de | 1 | 6.8578 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,067 | 1,615 | Diſe Jndulgentzen aber ſeind nichts anders/ als ein nachlaſſung der ſchulden der laͤßlichen/ aber nit der Todtſuͤnden/ dann inn der Hoͤllen iſt kein Erloͤſung/ vnnd diſe Ablaß werden den Haͤndtſchuhen verglichen/ Erſtlich wegen der compoſition, dann wie die Haͤndtſchuch ſelten gemacht werden auß gantzen ſtucken/ oder newen Tuͤchern/ ſondern nur von den vber werlein oder vberblibenen Flecken/ alſo erfolgen die Ablaß auß den reliquiis der genugthuenlichen wercken Chꝛiſti vnd der Heiligen/ deren ſie anjetzo nit beduͤrffen/ vñ die ſie gleichſamb in Spittelkorb gelegt haben/ darauß fuͤr vns die Haͤndtſchuch der Jndulgentzen gemacht wurdẽ. | Diese Indulgenzen aber sind nichts anders / als ein Nachlassung der Schulden der lässlichen / aber nicht der Todsünden / dann in der Höllen ist kein Erlösung / und diese Ablass werden den Händschuhen verglichen / Erstlich wegen der Komposition, dann wie die Handschuhe selten gemacht werden aus ganzen stucken / oder neuen Tüchern / sondern nur von den über Wehrlein oder überblieben Flecken / also erfolgen die Ablass aus den reliquiis der genugthuenlichen Werken Christi und der Heiligen / deren sie jetzt nicht bedürfen / und die sie gleichsam in Spittelkorb gelegt haben / daraus für uns die Handschuhe der Indulgenzen gemacht wurden. | de | de | de | 1 | 5.3757 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,068 | 1,615 | Jn diſem Korb hat der H. Taufer Joannes gelegt ſein Kamelhaut/ ſtrenges bußfertiges inn der Wuͤſte gefuͤhrtes Leben/ deſſen er gleichwol nicht alles bedoͤrfft hette/ deßgleichen hat der heilig Martinus ſeinen halben Mantel/ der heilig Franciſcus ſeinen Rock/ der heilig Dominicus ſeinen Mutzen/ der heilige Bartholomæus ſein geſchundene Haut/ Laurentius ſein auffm Roſt gebratenes fleiſch oder verbrẽtes gereuchtes Leder/ die heilige Agnes jre reine wirckungen/ die allerheiligſte Jungfraw Maria das gantze ſeidene Kleid oder die gantze Ball jhrer Jungkfrawſchafft vnd CHRJSTVS Gott vnd Menſch den roten Sammet ſeines bitteren leydens in diſen Korb gelegt/ Haͤndſchuch der Jndulgentzen fuͤr vns arme duͤrfftige darauß zumachen. | In diesem Korb hat der H. Taufer Joannes gelegt sein Kamelhaut / strenges bußfertiges in der Wüste geführtes Leben / dessen er gleichwohl nicht alles bedürft hätte / desgleichen hat der heilig Martinus seinen halben Mantel / der heilig Franciscus seinen Rock / der heilig Dominicus seinen Mutzen / der heilige Bartholomaeus sein geschundene Haut / Laurentius sein aufm Rost gebratenes Fleisch oder Brettes Geruches Leder / die heilige Agnes ihre reine Wirkungen / die allerheiligste Jungfrau Maria das ganze seidene Kleid oder die ganze Ball ihrer Jungfrauschaft und Christus Gott und Mensch den roten Samt seines bitteren Leidens in diesen Korb gelegt / Händschuch der Indulgenzen für uns arme dürftige daraus zumachen. | de | de | de | 1 | 5.1453 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,069 | 1,615 | Am andern wie vermittelſt der Haͤndſchuhen die Haͤnd der jungen Schulerbuben beſchuͤtzt werden/ wann ſie wegen jhrer verbrechen mit der ferula in die Haͤnd geſchlagen werden/ Alſo weil wir geſtroft werden muͤſſen entweder allhie oder im Fegfewer/ ſo interponiren wir zwiſchen vns vnd zwiſchen der Schuldt die paſſiones, leyden vnd verdienſt Chriſti vnd der Heiligen/ damit wir nicht beſchaͤdigt werden. | Am anderen wie vermittels der Händschuhen die Hände der jungen Schulerbuben beschützt werden / wann sie wegen ihrer Verbrechen mit der ferula in die Hände geschlagen werden / Also weil wir gestraft werden müssen entweder allhier oder im Fegefeuer / so interponieren wir zwischen uns und zwischen der Schuld die passiones, leiden und verdienst Christi und der Heiligen / damit wir nicht beschädigt werden. | de | de | de | 1 | 5.5046 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,070 | 1,615 | Wie auch ein Mutter/ wann ſie ſihet/ daß jhꝛ Sohn vom Vatter geſtrichen wirdt/ pflegt fuͤr jne zu bitten vnd ſich zwiſchen der Ruten zulegen/ vñ auff ſich ſchlagen zulaſſen/ alſo interponirt ſich die heilige Mutter die Kirch/ vermittelſt der Jndulgentzen/ Vnd ſie legt die genugthuenliche werck der Heiligen zwiſchen der Hand der Knaben vnnd deß Præceptoris ferulæ oder Ruthen: alſo vnd ebner geſtalt intercediert Chriſtus vnd alle Heiligen fuͤr vns/ vermittelſt jrer genugthuung/ dann von Chriſto ſtehet geſchriben: | Wie auch ein Mutter / wann sie sieht / dass ihr Sohn vom Vater gestrichen wird / pflegt für jene zu bitten und sich zwischen der Ruten zulegen / und auf sich schlagen zulassen / also interponiert sich die heilige Mutter die Kirche / vermittels der Indulgenzen / Und sie legt die genugthuenliche Werk der Heiligen zwischen der Hand der Knaben und des Praeceptoris ferulae oder Ruten: also und ebener Gestalt interzediert Christus und alle Heiligen für uns / vermittels ihrer Genugtuung / dann von Christo steht geschrieben: | de | de | de | 1 | 5.3628 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,071 | 1,615 | Diſciplina paci, noſtræ ſuper eum. | Disciplina paci, nostrae super eum. | da | da | vi | 0 | 5.9142 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,072 | 1,615 | Item: ipſe vulneratus eſt propter delicta noſtra: | Item: ipse vulneratus est propter delicta nostra: | it | la | ca | 0 | 5.1791 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,073 | 1,615 | Derwegen bitten wir jne taͤglich ſpꝛechendt: | Derentwegen bitten wir jene täglich sprechend: | de | de | de | 1 | 6.2615 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,074 | 1,615 | pone amaram paſſionem & mortem inter animas noſtras & tremendum iudicium tuum. | pone amaram passionem & mortem inter animas nostras & tremendum iudicium tuum. | la | la | la | 0 | 5.3603 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,076 | 1,615 | Ferꝛner wie du/ wann du Haͤndtſchuch anlegen wilſt/ muſt deine Haͤnd auffthun vñ außſtrecken/ alſo muſtu zu erlangung der Ablaͤß dein Hertz in der contrition darſtrecken/ deinen Mundt in der Beicht auffthun/ vnnd dein Hand in der vollziehung darbieten. | Ferner wie du / wann du Handschuhe anlegen willst / musst deine Hände auftun und ausstrecken / also musst du zu Erlangung der Ablass dein Herz in der contrition darstrecken / deinen Mund in der Beichte auftun / und dein Hand in der Vollziehung darbieten. | de | de | de | 1 | 4.9154 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,077 | 1,615 | Viertens wie wir die Haͤndtſchuch gleichwol nit verachten/ aber doch vns vil auff ſie verlaſſen/ dañ wañ man einem ein bar Haͤndſchuch gibt/ ſo ſpricht er: | Viertens wie wir die Handschuhe gleichwohl nicht verachten / aber doch uns viel auf sie verlassen / dann wann man einem ein bar Händschuch gibt / so spricht er: | de | de | de | 1 | 5.9761 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,078 | 1,615 | Ja/ ich will ſie annemen/ villeicht moͤchte ich ſie brauchen: | Ja / ich will sie annehmen / vielleicht möchte ich sie brauchen: | de | de | de | 1 | 5.4459 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,079 | 1,615 | Wirts aber nit kalt/ ſo ſchaden ſie mir dañoch nichts. | Wirts aber nicht kalt / so schaden sie mir dannoch nichts. | de | de | de | 1 | 6.8141 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,080 | 1,615 | Eben alſo ſolleſtu/ O Chriſtlicher Pilgram die Ablaß nit leichtlich in Wind ſchlagen oder verachten/ ſondern andaͤchtiglich annemmen/ im Glauben/ Hoffnung vnd Lieb Chriſti/ der den Menſchen die macht ſolcher geiſtlichen Schluͤſſeln gegeben. | Eben also sollest / O Christlicher Pilgram die Ablass nicht leichtlich in Wind schlagen oder verachten / sondern andächtig annehmen / im Glauben / Hoffnung und Liebe Christi / der den Menschen die macht solcher geistlichen Schlüsseln gegeben. | de | de | de | 1 | 6.0159 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,083 | 1,615 | Vom zehenden requiſito deß Pilgrams/ nemblich der ringfertigkeit. | Vom zehenden requisito des Pilgrams / nämlich der ringfertigkeit. | de | de | de | 1 | 6.4684 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,084 | 1,615 | DJE ringfertigkeit iſt auch ſehr notwendig einem Wandersmann/ damit er deſto leichter vnd ringfertiger vortwandern moͤge/ derwegen ſoll er ſich mit keinen vbrigen Kleidern vnd ſachen beſchweren/ ſondern wofern er je zuuil haͤtte zu ſich genommen/ mag ers auff etwan einen Karꝛen oder Wagen werffen: | Die Ringfertigkeit ist auch sehr notwendig einem Wandersmann / damit er desto leichter und ringfertiger fortwandern möge / derentwegen soll er sich mit keinen übrigen Kleidern und Sachen beschweren / sondern sofern er je zuuil hätte zu sich genommen / mag er es auf etwan einen Karren oder Wagen werfen: | de | de | de | 1 | 5.6028 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,085 | 1,615 | Eben auff diſen ſchlag ſoll vnſer Chriſtlicher Pilgram ſich mit dem Viatico oder Zehrgelt nicht vberladen/ zumaln wann er nahe bey der Thuͤr deß Todts/ welche jhne zum Vatterlandt laitet/ iſt/ das iſt/ wann er nunmehr alt worden. | Eben auf diesen Schlag soll unser Christlicher Pilgram sich mit dem Viatico oder Zehrgelt nicht überladen / zumal wann er nahe bei der Tür des Tods / welche ihn zum Vaterland leitet / ist / das ist / wann er nunmehr alt worden. | de | de | de | 1 | 6.0611 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,086 | 1,615 | Diſer geſtallt iſt der Ertzpilgram Chriſtus in der Armut gewandert vnd vmbgezogen/ deßgleichen Petrus vnnd andere/ ſprechendt: ſihe/ wir haben alles verlaſſen/ vnd ſeind dir nachgefolgt. | Dieser Gestalt ist der Ertzpilgram Christus in der Armut gewandert und umgezogen / desgleichen Petrus und andere / sprechend: siehe / wir haben alles verlassen / und sind dir nachgefolgt. | de | de | de | 1 | 4.8239 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,087 | 1,615 | Habentes alimenta & veſtimenta, his contenti ſimus’: | Habentes alimenta & vestimenta, his contenti simus ’: | en | la | la | 0 | 6.4319 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,088 | 1,615 | Wir ſeindt gleichwol Menſchen/ vnd bedoͤrffen vil zuerhaltung vnſers Lebens/ nemblich der alimentorum, aber nit der delectamentorũ vñ irritamentorum gulæ, nicht bedoͤrffen wir auch der Zierd/ Pomps/ Prachts vnd Koͤſtlichkeit der Kleidern/ damit man vns vor Augen habe/ ehre vnd herfuͤr ziehe/ ſondern nur einer ehrlichen bedeckung vnſers Leibs. | Wir sind gleichwohl Menschen / und bedürfen viel zuerhaltung unseres Lebens / nämlich der alimentorum, aber nicht der delectamentoru und irritamentorum gulae, nicht bedürfen wir auch der Zierde / Pomps / Prachts und Köstlichkeit der Kleidern / damit man uns vor Augen habe / ehre und herfür ziehe / sondern nur einer ehrlichen Bedeckung unseres Leibs. | de | de | de | 1 | 5.253 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,089 | 1,615 | Wirſtu aber ſehr reich/ vnd weiſt nicht/ wie du mit deinen Reichthumben vmbgehen ſolleſt/ (dann mancher wirdt reich vnd weiſt ſchier ſelbſt nicht wie: | Wirst du aber sehr reich / und weist nicht / wie du mit deinen Reichtümer umgehen sollest / (dann mancher wird reich und weist schier selbst nicht wie: | de | de | de | 1 | 5.5722 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,090 | 1,615 | Es fleuſt jhm alles wir ein Waſſerbach reichlich zu) ſo frage den heiligen Dauid/ was du thun ſolleſt/ der wirdt dirs ſagen. | Es fließt ihm alles wir ein Wasserbach reichlich zu) so frage den heiligen David / was du tun sollest / der wird dir es sagen. | de | de | de | 1 | 6.361 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,091 | 1,615 | Diuitiæ (ſpricht er) ſi affluant noli cor apponere: | Diuitiae (spricht er) sie affluant noli cor apponere: | fr | da | ro | 0 | 7.276 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,092 | 1,615 | Als wolte er ſagen/ Fleuſt dir Gelt vnd Gut zu/ ſo lege dein hertz nicht dran/ ſondern brauche ſie wie ein Bachwaſſer/ waſche deine Haͤnd drinn vor deiner Thuͤr/ laß das vbrige fort flieſſen/ ſchieſſe keinen Rigel oder verhinderung fuͤr/ vnnd verſchwoͤlle es nicht: | Als wollte er sagen / Flust dir Geld und Gut zu / so lege dein Herz nicht dran / sondern brauche sie wie ein Bachwasser / wasche deine Hände drin vor deiner Tür / lass das übrige fort fließen / schieße keinen Rigel oder Verhinderung für / und schwölle es nicht: | de | de | de | 1 | 5.8058 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,093 | 1,615 | Huͤte dich auch/ daß du inn demſelben Bach ſambt dem Pharaone/ vnnd ſeinem Hofgeſind nicht erſauffeſt. | Hüte dich auch / dass du in demselben Bach samt dem Pharaone / und seinem Hofgesinde nicht ersauffest. | de | de | lb | 0.667 | 5.8026 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,094 | 1,615 | Noli cor apponere, nicht lege dein Hertz an deine Guͤter vnnd Reichthumben/ ſondern ziehe es daruon ab/ damit du deine Haͤnd deſto beſſer brauchen koͤnneſt/ dann qui cor habent diuitiis adhærens manuum opponere nequeunt. | Noli cor apponere, nicht lege dein Herz an deine Güter und Reichtümer / sondern ziehe es davon ab / damit du deine Hände desto besser brauchen könnest / dann qui cor habent diuitiis adhaerens manuum opponere nequeunt. | de | de | de | 1 | 5.86 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,095 | 1,615 | So brauche derwegen deine Haͤnd: | So brauche derentwegen deine Hände: | de | de | de | 1 | 7.2935 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,096 | 1,615 | Wann ein Pilgram ſihet/ daß er ſich vberladen hat/ ſo ſchawet er/ daß er ſeinen maiſten Puͤntel etwann auff einen ſichern Karꝛen oder Wagen bringe/ damit er ſambt ſeinen Gefehrten deſto ringfertiger vortlauffen moͤge. | Wann ein Pilgram sieht / dass er sich überladen hat / so schauet er / dass er seinen meisten Püntel etwan auf einen sicheren Karren oder Wagen bringe / damit er samt seinen Gefährten desto ringfertiger fortlaufen möge. | de | de | de | 1 | 5.3231 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,097 | 1,615 | Eben diſes thu auch du reicher Pilgram/ vnnd wirff erſtlich deine vbrige Reichthumben auff einen Karꝛen/ das iſt/ auff die Armen vnnd duͤrfftigen. | Eben dieses tue auch du reicher Pilgram / und wirf erstlich deine übrige Reichtümer auf einen Karren / das ist / auf die Armen und dürftigen. | de | de | de | 1 | 5.8138 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,098 | 1,615 | Die Armen/ die Armen ſeindt die Karꝛen oder Waͤgen/ welche wir allzeit bey vns haben/ in den Haͤuſern/ vor den Haͤuſern auff den Waͤgen vnnd Straſſen: | Die Armen / die Armen sind die Karren oder Wägen / welche wir allzeit bei uns haben / in den Häusern / vor den Häusern auf den Wägen und Straßen: | de | de | de | 1 | 4.2759 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,099 | 1,615 | O wie vil dergleichen Karꝛen vnd Wagen ſihet man hin vnnd wider kirꝛen vnd krachen/ ſeytemal ſie je kein ſchmeꝛ haben/ jhre Aext zu ſchmiren/ Dann es ſeindt die Armen mager vnnd duͤrꝛ/ haben nichts ſich darmit zu ſchmiren/ derwegen kirꝛen vñ ſchreyen ſie wie die vngeſch mirte Waͤgen/ vnnd beklagen jetzt die groſſe kaͤlte/ bald den hunger/ vnd ruffen panem propter Deum: dermaſſen lang vnnd laut laͤſt man auch ſie bißweiln kirren vnd ſchreyen/ daß ſie auß lauter ſchwachheit den Athem kaum ziehen koͤnnen/ ja labloß ſterben vnd verderben. | O wie viel dergleichen Karren und Wagen sieht man hin und wieder kirren und krachen / sintemal sie je kein Schmer haben / ihre Axt zu schmieren / Dann es sind die Armen mager und dürr / haben nichts sich damit zu schmieren / derentwegen kirren und schreien sie wie die vngesch mirte Wägen / und beklagen jetzt die große Kälte / bald den Hunger / und rufen panem propter Deum: dermaßen lang und laut lässt man auch sie bisweilen kirren und schreien / dass sie aus lauter Schwachheit den Atem kaum ziehen können / ja labloß sterben und verderben. | de | de | de | 1 | 5.1245 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,100 | 1,615 | Diſes ſeindt die Karren vnd Waͤgen/ die vns Gott auffm weg diſes Lebens zuſchicket/ damit wir den ſchweren Puͤntel vnſerer Vberfluͤſſigkeiten darauff werffen/ vnnd vns beynebens huͤten ſollen vor denen nicht laut kirrenden noch Krachenden/ ſondern ſtillen wol geſchmirten Waͤgen vnd Karꝛen ſo da ſeindt vnſere reiche Freunde vnnd die Fuchsſchwentzler/ Schalcksnarꝛen/ Schmorotzer vnnd Kautzenſtreicher/ welche nicht kirren/ ſondern ſchnauffen vnnd auß lauter faiſtigkeit kaum gehen koͤnnen. | Dieses sind die Karren und Wägen / die uns Gott aufm weg dieses Lebens zuschickt / damit wir den schweren Püntel unserer Überflüssigkeiten darauf werfen / und uns beinahe hüten sollen vor denen nicht laut kirrenden noch krachenden / sondern stillen wohl geschmierten Wägen und Karren so da sind unsere reiche Freunde und die Fuchsschwänzler / Schalksnarren / Schmarotzer und Kautzenstreicher / welche nicht kirren / sondern schnaufen und aus lauter faistigkeit kaum gehen können. | de | de | de | 1 | 5.2126 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,102 | 1,615 | Wurſt vmb Wurſt: | Wurst um Wurst: | en | vi | mt | 0 | 4.8409 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,103 | 1,615 | Aber die Arme duͤrꝛe vnnd magere Karꝛen/ nemblich die Armen vnd duͤrfftigen/ laſſen wir daheimb: | Aber die Arme dürre und magere Karren / nämlich die Armen und dürftigen / lassen wir daheim: | de | de | de | 1 | 5.8953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,104 | 1,615 | Die Hailſchleicher/ Fuchsſchwentzler vnd Dellerſchlecker/ ſo vns gnad Herꝛ/ gnad Juncker nennen/ den Hut vor vns abziehen vnd nachtragen/ vnſere Haͤnd kuͤſſen vnd bußlen/ ſich vor vns biegen/ bucken/ knippen vnd knappen/ vns inn allen dingen das placebo Domino ſpilen/ vnd alles recht heiſſen/ pflegen wir zuladen/ verehren vnd zubegaben mit vnſerm vberfluͤſſigen Gelt vnd Gut: Denſelbigen ſchicken wir beſcheid eſſen von vnſer Tafel/ im wenigſten betrachtendt/ daß geſchriben ſtehet: cum feceris prandium noli vocare diuites ſed pauperes, &c. | Die Heilschleicher / Fuchsschwänzler und Dellerschlecker / so uns Gnade Herr / Gnade Junker nennen / den Hut vor uns abziehen und nachtragen / unsere Hände küssen und bußlen / sich vor uns biegen / buken / knien und knappen / uns in allen Dingen das placebo Domino spielen / und alles recht heißen / pflegen wir zuladen / verehren und zubegaben mit unserem überflüssigen Geld und Gut: Denselbigen schicken wir bescheid essen von unser Tafel / im wenigsten betrachtend / dass geschrieben steht: cum feceris prandium noli vocare diuites sed pauperes, etc. | de | de | de | 1 | 5.3563 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,105 | 1,615 | Ja (ſpꝛechen ſie) ich hab diß jar ſo vil Wein vnd Traid eingefaͤchſt vnd geaͤrndt/ daß ichs in meinen Keller vnnd Kaſten nicht alles kan einbringen/ wo ſoll ich dañ darmit hin? | Ja (sprechen sie) ich habe dies Jahr so viel Wein und Getreide eingefächst und geärndt / dass ich es in meinen Keller und Kasten nicht alles kann einbringen / wo soll ich dann damit hin? | de | de | de | 1 | 5.719 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,106 | 1,615 | Soll ichs auff die Gaſſen verwerffen? | Soll ich es auf die Gassen verwerfen? | de | de | de | 1 | 4.6879 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,107 | 1,615 | Antwort: Es maͤnglen dir keine Kaͤſten/ Keller noch Traidtſchewren/ dañ ſihe nur ein wenig vmb dich/ ſo wirſtu einen gantzen hauffen Karꝛen vnnd Wagen/ nemblich die Armen/ finden/ auff denen du es alles legen/ werffen vnd auffbehalten kanſt/ dann wann du diſe dir von GOTT zugeſchickte Waͤgen laͤr abziehen laſſeſt/ wirdt er zu dir ſprechen: Eſuriui, &c. Jch bin hungerig geweſt vnd jhr habt mich nicht geſpeiſt/ ꝛc. Derwegen ite, gehet jhr Vermaledeyten ins hoͤlliſche ewige Fewer. | Antwort: Es Mängeln dir keine Kästen / Keller noch Traidtschewren / dann siehe nur ein wenig um dich / so wirst du einen ganzen Haufen Karren und Wagen / nämlich die Armen / finden / auf denen du es alles legen / werfen und aufbehalten kannst / dann wann du diese dir von GOTT zugeschickte Wägen leer abziehen lassest / wird er zu dir sprechen: Esuriui, & c. Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeist / etc. Derentwegen ite, geht ihr Vermaledeiten ins höllische ewige Feuer. | de | de | de | 1 | 5.169 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,108 | 1,615 | Beſchließlichen entlade dich nicht allein deiner eygnen vbrigen reichthumben vnd guͤter/ ſondern auch der frembden mit vnrecht/ liſt oder Gewalt eroberte Guͤter/ fuͤrnemblich vnnd jnnſonderheit aber deren/ mit vngerechtem Titel oder mit Gewalt erlangten Geiſtlichen Guͤter/ dann weil/ vermuͤg der Menſchlichen Gerechtigkeit/ der jenig gehenckt oder mit dem Strang gerichtet wirdt/ welcher ſeinem nechſten das ſeinige diebiſcher weiß geſtohlen/ deßgleichen die Rauber vnnd ſtraſſender/ ſo iſt leichtlich zuerachten wz der jenig verdiene/ der da Gott dem Herꝛen oder ſeiner Kirchen das ſeinige mit liſt oder Gewalt nimbt vnnd vorenthalten thut: | Beschließlichen entlade dich nicht allein deiner eigenen übrigen reichtumben und Güter / sondern auch der fremden mit Unrecht / List oder Gewalt eroberte Güter / vornehmlich und in Sonderheit aber deren / mit ungerechtem Titel oder mit Gewalt erlangten geistlichen Güter / dann weil / vermög der menschlichen Gerechtigkeit / der jenig gehängt oder mit dem Strang gerichtet wird / welcher seinem nächsten das seinige diebischer weiß gestohlen / desgleichen die Räuber und strassender / so ist leichtlich zuerachten was der jenig verdiene / der da Gott dem Herren oder seiner Kirchen das seinige mit List oder Gewalt nimmt und vorenthalten tut: | de | de | de | 1 | 5.8401 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,109 | 1,615 | Nicht allein haben die jenigen/ ſo die Kirchen/ Cloͤſter vnd Stifft einziehen/ vnd dern Guͤter beſitzen/ keinen nutz/ gewinn noch ſegen darbey/ dann Kirchengut verzehꝛt weltliche haab/ gut vñ muth/ ſondern woferꝛn ſie dieſelbige behalten/ vnd druͤber ſterben/ ſo muͤſſen ſie ewiglich auff jhren Seelen verbrennen/ derwegen O reicher Wucherer/ O Kirchenrauber/ der du vermeinſt auff dem weg deß Herꝛen zu wandern/ vnnd ſelig zu werden/ entlade/ entringere vnnd entbloͤſſe dich ſolcher erwucherten Reichthumben vnnd geraubten Kirchenguͤter/ werffe ſie auff den kirꝛenden ſeufftzenden vnnd ſchreyenden Karꝛen jhrer wahꝛen vnnd eygnen Herꝛen/ reſtituire vnd erſtatte ſie alsbaldt CHriſto vnnd ſeiner Kirchen vor deinem Endt/ Ecce enim veniet Dominus, & proijciet ſeruum infidelem in ignem æternum quo vſque ſoluat nouiſſimum quadrantem. | Nicht allein haben diejenigen / so die Kirchen / Klöster und Stift einziehen / und deren Güter besitzen / keinen Nutz / Gewinn noch Segen dabei / dann Kirchengut verzehrt weltliche Hab / gut und Mut / sondern wofern sie dieselbige behalten / und drüber sterben / so müssen sie ewiglich auf ihren Seelen verbrennen / derentwegen O reicher Wucherer / O Kirchenrauber / der du vermeinst auf dem Weg des Herren zu wandern / und selig zu werden / entlade / Entringere und entblöße dich solcher erwucherten Reichtümer und geraubten Kirchengüter / werfe sie auf den kirrenden seufzenden und schreienden Karren ihrer wahren und eigenen Herren / restituiere und erstatte sie alsbald Christo und seiner Kirchen vor deinem Ende / Ecce enim veniet Dominus, & proijciet seruum infidelem in ignem aeternum quo vsque soluat nouissimum quadrantem. | de | de | de | 1 | 5.351 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,110 | 1,615 | Vom eylfften requiſito der Warnemmung der Wegweiſern eines Pilgrams. | Vom elften requisito der Warnemmung der Wegweisern eines Pilgrams. | de | de | de | 1 | 6.5651 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,111 | 1,615 | FErmer vnnd zum eylfften muß ein Wandersman fleiſſig obacht geben/ auff die Wegweiſung/ dern dann fuͤrnemblich drey ſeindt/ erſtlich ein groſſer Steinhauffen/ oder die Creutzſtoͤck/ oder Saͤulen/ oder die hoͤltzine Haͤnd/ welche man gemeinglich an den Straſſen findet: | Farmer und zum elften muss ein Wandersmann fleißig Obacht geben / auf die Wegweisung / deren dann vornehmlich drei sind / erstlich ein großer Steinhaufen / oder die Kreuzstöcke / oder Säulen / oder die höltzine Hände / welche man gemeiniglich an den Straßen findet: | de | de | de | 1 | 5.7609 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,112 | 1,615 | Am andern hat man bißweiln etwann ein Mappam oder Zettel/ darinn alle Staͤtt vnnd Doͤrffer/ durch welche man reiſen muß/ verzeichnet vnd geſchriben ſtehen: | Am anderen hat man bisweilen etwan ein Mappam oder Zettel / darin alle Stät und Dörfer / durch welche man reisen muss / verzeichnet und geschrieben stehen: | de | de | de | 1 | 6.1597 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,113 | 1,615 | Drittens findt man ſonderbare zeichen/ ſo in den Baͤumen deß Gehoͤltzes gehawen worden: | Drittens findet man sonderbare Zeichen / so in den Bäumen des Gehölzes gehauen worden: | de | de | de | 1 | 5.3014 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,114 | 1,615 | Durch diſe zeichen kan ſich der Pilgram deß rechten Wegs informieren vnnd berichten/ vnnd deſto frewdiger vnnd ſicherer vortgehen: | Durch diese Zeichen kann sich der Pilgram des rechten Wegs informieren und berichten / und desto freudiger und sicherer vortgehen: | de | de | de | 1 | 5.7982 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,115 | 1,615 | Das thut aber der Eſel nicht/ ſondern wann er einen hauffen ſtein/ ein ſaul/ ein Crucifix od’ Hand ſicht/ alsdann ſpringt er abwegs/ die zeichen aber verſteht er nicht/ vnnd waiſt nicht was ſie bedeuten/ vnnd ob jhm ſchon ein Zedel fuͤrgelegt wurde/ ſo koͤndte er ſie doch nicht leſen/ ſonder wurde ſie mit Fuͤſſen tretten: | Das tut aber der Esel nicht / sondern wann er einen Haufen Stein / ein Soul / ein Kruzifix oder Hand Sicht / alsdann springt er Abwegs / die Zeichen aber versteht er nicht / und weist nicht was sie bedeuten / und ob ihm schon ein Zedel vorgelegt wurde / so könnte er sie doch nicht lesen / sonder wurde sie mit Füßen treten: | de | de | de | 1 | 5.3678 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,116 | 1,615 | Selig aber iſt der Pilgram/ der diſe zeichen auffm weg ſeiner Wanderſchafft fleiſſig betrachtet vnd ſie Menſchlicher/ aber nicht Eſeliſcher weiß brauchet. | Selig aber ist der Pilgram / der diese Zeichen aufm weg seiner Wanderschaft fleißig betrachtet und sie Menschlicher / aber nicht Eselischer weiß brauchet. | de | de | de | 1 | 7.0115 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,117 | 1,615 | Durch das erſte directorium oder wegweiſung/ nemblich den Steinhauffen/ Creutz vnd Hand wirdt bedeut das harte/ rechte vnd gecreutzigte Leben der Heiligen. | Durch das erste directorium oder Wegweisung / nämlich den Steinhaufen / Kreuz und Hand wird bedeute das harte / rechte und gekreuzigte Leben der Heiligen. | de | de | lb | 0.667 | 6.1386 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,118 | 1,615 | Jn was fuͤr einem Standt nun der Menſch diſes zeichen findet/ der ſoll wiſſen/ daß er auffm rechten weg zum Vatterlandt ſeye/ dann die harte Stein der truͤbſaln vnnd widerwertigkeiten/ Jtem die Haͤnd vnd werck der Heiligen/ Jtem das zeichen deß Creutzes CHriſti ermahnen vnd erjnnern vns/ daß wir vns mit dem Leben deß gecreutzigten Chriſti vnd ſeiner Heiligen conformiren vnnd vergleichen/ ſonderlich aber ſein Creutz vmbfahen ſollen/ dann ob ſchon vnſere Werck noch ſo hart/ gerecht vnd gut ſeindt/ jedoch woferꝛn das Creutz nicht præeminirt vnd fuͤrſchlegt/ ſo iſts alles vergebens. | In was für einem Stand nun der Mensch dieses Zeichen findet / der soll wissen / dass er aufm rechten weg zum Vaterland sei / dann die harte Stein der Trübsalen und Wiederwertigkeiten / Item die Hände und Werk der Heiligen / Item das Zeichen des Kreuzes Christi ermahnen und erinnern uns / dass wir uns mit dem Leben des gekreuzigten Christi und seiner Heiligen konformeren und vergleichen / sonderlich aber sein Kreuz umsahen sollen / dann ob schon unsere Werk noch so hart / gerecht und gut sind / jedoch wofern das Kreuz nicht praeeminirt und vorschlägt / so ist es alles vergebens. | de | de | de | 1 | 4.995 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,119 | 1,615 | Diſen Steinhauffen vnd diſes Creutz haben jene heiligen peregrinanten vñ Walfahrter Stephanus vnnd Paulus gemacht/ als ſie verſteiniget wurden: | Diesen Steinhaufen und dieses Kreuz haben jene heiligen peregrinanten und Wallfahrter Stephanus und Paulus gemacht / als sie versteinigt wurden: | de | de | de | 1 | 5.7845 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,120 | 1,615 | Die Haͤnd haben die heilige Doctores vnd Lehrer gelehrt vnd gemacht/ fuͤrnemblich aber der heilig Ambroſius vnd andere Heiligen. | Die Hände haben die heilige Doctores und Lehrer gelehrt und gemacht / vornehmlich aber der heilig Ambrosius und andere Heiligen. | de | de | de | 1 | 5.8283 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,121 | 1,615 | Die Creutz haben auffgericht die zwen gecreutzigten Petrus vnd Andreas/ ſo gar auch Chriſtus ſelbſt/ der ſich vnd das Creutz/ vnd nit allein ſein Hand/ ſondern/ an ſtatt der Hand/ ſich ſelbs gantz vñ gar auffgericht/ vnnd erhoͤhet hat/ vnnd noch jmmerdar ſchreyet/ daß wir durchs Creutz zu jhm gehen ſollen/ da er ſpricht: qui vult venire poſt me, tollat crucem ſuam & ſequatur me. | Die Kreuz haben aufgerecht die zwei Gekreuzigten Petrus und Andreas / so gar auch Christus selbst / der sich und das Kreuz / und nicht allein sein Hand / sondern / anstatt der Hand / sich selbst ganz und gar aufgerecht / und erhöhet hat / und noch immerdar schreiet / dass wir durchs Kreuz zu ihm gehen sollen / da er spricht: qui vult venire post me, tollat crucem suam & sequatur me. | de | de | de | 1 | 4.9176 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,122 | 1,615 | Derwegen O Pilgram/ woferꝛn dir auffm weg der Seligkeit die vorbemelte Steinhauffen/ Creutz vnnd Haͤnd begegnen/ ſo erſchricke nicht/ ſpring nicht ſambt dem Eſel/ ab dem Weg/ naige vnd lende dich nicht zu den gruͤnen Wiſen vnd Feldern der Weltlichen Wolluͤſt vnnd Troſts/ thut nicht wie die ſtuͤtzige Lehen Roß/ welche nicht vort woͤllen/ ſondern niderfallen vnd verꝛecken. | Derentwegen O Pilgram / wofern dir aufm weg der Seligkeit die vorbemehlte Steinhaufen / Kreuz und Hände begegnen / so erschrick nicht / spring nicht samt dem Esel / ab dem Weg / neige und Lende dich nicht zu den grünen Wiesen und Feldern der weltlichen Wollüste und Trosts / tut nicht wie die stützige Lehen Ross / welche nicht fort wollen / sondern niederfallen und verrecken. | de | de | de | 1 | 5.8016 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,123 | 1,615 | Nicht murꝛe wider die harte Stein vnnd Schrofen der Widerwertigkeiten/ ſo dir auffm weg der Tugenten begegnen/ ſondern lobe vnnd dancke Gott/ daß du auffm rechten weg biſt/ vnnd ſprich: propter verba labiorum tuorum ego cuſtodiui vias duras: ſprich auch: hæc eſt via, ambulate per eam. | Nicht murre wider die harte Stein und Schrofen der Widerwertigkeiten / so dir aufm weg der Tugenden begegnen / sondern lobe und danke Gott / dass du aufm rechten weg bist / und sprich: propter verba labiorum tuorum ego custodiui vias duras: sprich auch: haec est via, ambulate per eam. | de | de | de | 1 | 5.3028 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,124 | 1,615 | Das ander directorium ſeind die zeichen: | Das ander directorium sind die Zeichen: | de | de | de | 1 | 7.835 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,125 | 1,615 | Alle Creaturen ſeind zeichen/ ſo vns zu Gott zeigen/ weiſen vnd vns ermahnen auff jhne zugedencken/ vnnd vns vber ſein groͤſſe/ macht/ ſchoͤnheit/ weißheit vnnd guͤtigkeit zuuerwunderen/ vermuͤg der Wort: Inuiſibilia Dei à creatura mundi per ea quæ facta ſunt, intellecta proſpiciuntur. | Alle Kreaturen sind Zeichen / so uns zu Gott zeigen / weisen und uns ermahnen auf ihn zugedenken / und uns über sein Größe / macht / Schönheit / Weisheit und Gütigkeit zuverwundere / vermög der Wort: Inuisibilia Dei à creatura mundi per ea quae facta sunt, intellecta prospiciuntur. | de | de | de | 1 | 5.5906 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,126 | 1,615 | Diſe Creaturen ſeind natuͤrliche zeichen vnnd gleichſamb natuͤrliche Buͤcher/ dañ alle Creaturen reden mit vns/ verkuͤnden vns Gottes Lob/ vnd vnderweiſen vns. | Diese Kreaturen sind natürliche Zeichen und gleichsam natürliche Bücher / dann alle Kreaturen reden mit uns / verkünden uns Gottes Lob / und unterweisen uns. | de | de | de | 1 | 4.9526 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,127 | 1,615 | Als derwegen Ariſtoteles gefragt ward/ von weme er ſo vil ding gelernt hatte? | Als derentwegen Aristoteles gefragt wurde / von wem er so viel Ding gelernt hatte? | de | de | de | 1 | 5.2617 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,128 | 1,615 | Antwortet er: | Antwortet er: | de | no | de | 0.667 | 4.1048 |
Subsets and Splits
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