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21.8
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,229
1,615
Es iſt aber kein correctio, ſonder ein corruptio.
Es ist aber kein correctio, sonder ein corruptio.
de
de
de
1
3.7719
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,230
1,615
Noch andere haben den Wurm der Jgnorantz vnder der Zungen/ vnd weil ſie auff jhre Predig nit vil ſtudiert haben/ vnnd nichts anders wiſſen fuͤrzubringen/ ſo begeben ſie ſich an ſtatt deß docirens vnd lehrens auffs calumnieren, ſchelten vnd kalmeuſen.
Noch andere haben den Wurm der Ignoranz unter der Zungen / und weil sie auf ihre Predig nicht viel studiert haben / und nichts anders wissen vorzubringen / so begeben sie sich anstatt des docirens und Lehrens aufs calumnieren, schelten und Kalmusen.
de
de
de
1
5.3276
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,231
1,615
Eben diſen Wurm der Jgnorantz haben auch etliche Prælaten/ jnnmaſſen jener geweſt/ welcher baldt nach beſchehener ſeiner wahl vnnd innſtallirung anfing zu kaͤrglen/ den Bruͤdern jhren Tiſch/ Wein vnd Brodt zuſchmaͤlern vnd abzubrechen/ vnd ſie ſonſten mit dem ſtraffen hart zuhalten/ wardt derwegen abgeſetzt/ wie ein nouitius geſtrafft/ vnnd jhm zu erkennen gegeben/ wie vnnd was geſtallt er andere regiren vnd halten ſolte.
Eben diesen Wurm der Ignoranz haben auch etliche Prälaten / inmassen jener gewesen / welcher bald nach geschehener seiner Wahl und Installierung anfing zu kärglen / den Brüdern ihren Tisch / Wein und Brot zuschmälern und abzubrechen / und sie sonsten mit dem strafen hart zuhalten / wurde derentwegen abgesetzt / wie ein nouitius gestraft / und ihm zu erkennen gegeben / wie und was Gestalt er andere regieren und halten sollte.
de
de
de
1
5.6932
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,232
1,615
Nach ſolchem ward er wider in vorigen ſtandt geſetzt/ vnnd diſer geſtallt benam man jhm den Wurm der Jgnorantz vnd vnbeſcheidenheit.
Nach solchem wurde er wieder in vorigen stand gesetzt / und dieser Gestalt benahm man ihm den Wurm der Ignoranz und Unbescheidenheit.
de
de
de
1
5.6116
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,233
1,615
Nicht ſicher iſts von den Dorff Ruͤdten regirt zu werden/ die Kinder der Edelleuthen ſeindt in jhren Regierungen vil guͤtiger/ dann ſie ſeindt von jugent auff bey hoͤflichen Leuthen erzogen:
Nicht sicher ist es von den Dorf Rüden regiert zu werden / die Kinder der Edelleuten sind in ihren Regierungen viel gütiger / dann sie sind von Jugend auf bei höflichen Leuten erzogen:
de
de
de
1
5.4958
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,234
1,615
Das thun aber die Bawrenbengel vnnd grobe Toͤlpel nicht/ Miſeri miſeris miſereri nolũt; aſperius enim nihil eſt humili dum ſurgit in altum, Cuncta ferit dum cuncta timet, deſeuit in omnes.
Das tun aber die Bawrenbengel und grobe Tölpel nicht / Miseri miseris misereri nolut; asperius enim nihil est humili dum surgit in altum, Cuncta ferit dum cuncta timet, deseuit in omnes.
de
la
co
0.333
5.4086
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,235
1,615
Der ander groſſe Hundt/ der zu meiden/ iſt ein ſtummer Hundt/ der da gar nicht bellet/ noch beiſſet/ vnnd heiſt remiſſio oder ein vnachtſambkeit/ dergleichen Leuth fragen nichts nach dem heyl jhres Nechſten/ jhr zelus oder eyfer ligt auffm Bauch auff der Erden: nemmen ſich vmb das heyl jrer Weib/ Kinder vnd Geſinds nichts an/ vnd ob ſchon ſie bißweiln bellen/ ſo laſſen ſie doch baldt nach/ laſſen ſich geſchwindt abtreiben/ ſchweigen/ ruͤhren den Wadel/ legen ſich voꝛ jhnen nider/ vnnd beiſſen nit.
Der ander große Hund / der zu meiden / ist ein stummer Hund / der da gar nicht bellet / noch beißet / und heißt remissio oder ein Unachtsamkeit / dergleichen Leute fragen nichts nach dem Heil ihres Nächsten / ihr zelus oder Eifer liegt aufm Bauch auf der Erden: nehmen sich um das Heil ihrer Weib / Kinder und Gesindes nichts an / und ob schon sie bisweilen bellen / so lassen sie doch bald nach / lassen sich geschwind abtreiben / schweigen / rühren den Wadel / legen sich vor ihnen nieder / und beißen nicht.
de
de
de
1
4.9499
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,236
1,615
Daran aber iſt nichts anders ſchuldig/ als entweder die zuuil groſſe demut/ durch welche aber geſchwecht wirt jhre authoritet, oder die forcht/ dañ ſie foͤrchten ſich entweder vor der darauß entſtehenden aͤrgernuß oder der betrohung.
Daran aber ist nichts anders schuldig / als entweder die zuuil große Demut / durch welche aber geschwächt wird ihre Autorität, oder die fürchtet / dann sie fürchten sich entweder vor der daraus entstehenden Ärgernis oder der Bedrohung.
de
de
de
1
5.8927
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,237
1,615
Oder aber die Lieb iſt ſchuldig dran/ dann etliche woͤllen den Fuchs nit beiſſen/ noch jemande belaidigen/ damit ſie nicht priuirt vnd jhnen jhr zeitliche nahrung entzogen werde/ derwegen ſeind ſie bey menigklich wol dran: ſchmaichlen vnnd ſprechen:
Oder aber die Liebe ist schuldig dran / dann etliche wollen den Fuchs nicht beißen / noch jemand beleidigen / damit sie nicht priuirt und ihnen ihr zeitliche Nahrung entzogen werde / derentwegen sind sie bei menniglich wohl dran: schmeichle und sprechen:
de
de
de
1
5.9637
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,238
1,615
Per me equidem ſint omnia protinus alba.
Per me equidem sint omnia protinus alba.
la
en
la
0
5.4017
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,239
1,615
Den gantzen Tag fuchsſchwaͤntzlen ſie/ koͤnnen alles mitigiren, coloriren, linderen/ faͤrben vnnd entſchuldigen:
Den ganzen Tag fuchsschwänzeln sie / können alles mittigeren, kolorieren, linderen / färben und entschuldigen:
nl
de
de
0.667
5.4999
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,240
1,615
Seindt Dorff- vnnd Schlafhund/ vnnd ligen nur auff dem Sack/ aber dem Wolff fragen ſie nichts nach.
Sind Dorff- und Schlafhund / und liegen nur auf dem Sack / aber dem Wolff fragen sie nichts nach.
de
de
de
1
6.2575
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,241
1,615
Dergleichen Schlafhuͤnd vnd Sackhuͤnd find man ſehr vil auff den Pfarꝛen vnd in den Religionen/ Kein ſolcher aber war Petrus/ er lag nit auffm Sack/ ſonder ſpꝛach: ſihe/ wir verlaſſen alles/ Goldt vñ Silber hab ich nit/ ꝛc. Deßgleichen lagen der H. Franciſcus, Dominicus, Bernardus, Benedictus vnd Auguſtinus auff keinem ſolchen Sack/ ſie waren nit Polſterhuͤndl/ ſondern Schafhund/ vnd huͤteten die Schaf Chriſti.
Dergleichen Schlafhünd und Sackhünd finde man sehr viel auf den Pfarren und in den Religionen / Kein solcher aber war Petrus / er lag nicht aufm Sack / sonder sprach: siehe / wir verlassen alles / Gold und Silber habe ich nicht / etc. Desgleichen lagen der H. Franciscus, Dominicus, Bernardus, Benedictus und Augustinus auf keinem solchen Sack / sie waren nicht Polsterhündl / sondern Schafhund / und hüteten die Schaf Christi.
de
de
de
1
5.2477
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,242
1,615
Der viert Hund iſt mittelmeſſig vnnd ein zim̃lichs Huͤndlin vnd ſehr wachtſamb/ dardurch wirdt bedeut der beſcheidne eyfer/ wann nemblich der Menſch die zeit/ das ort vnd die Perſon warnimbt.
Der viert Hund ist mittelmäßig und ein zimmlichs Hündlein und sehr wachtsamb / dadurch wird bedeute der bescheidene Eifer / wann nämlich der Mensch die Zeit / das Ort und die Person wahrnimmt.
de
de
de
1
6.4916
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,243
1,615
Keinen koͤſtlichern Hund koͤndt ich dir O Chriſtlicher Pilgram wuͤnſchen/ als einen der da ſchwartz iſt vermittelſt deß guten eyfers/ der zwey Augen der ſcientz vnd beſcheidenheit hat/ vñ der ſtarcke Schenckel der ſtandthafftigkeit hat.
Keinen köstlicheren Hund könnte ich dir O Christlicher Pilgram wünschen / als einen der da schwarz ist vermittels des guten Eifers / der zwei Augen der scientz und Bescheidenheit hat / und der starke Schenkel der Standhaftigkeit hat.
de
de
de
1
5.9214
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,244
1,615
Selig iſt der Pilgram der einen ſolchen Hund zum geferten hat/ jnnmaſſen Tobias einen gehabt/ vnd durch jhne mit gluͤck vnnd heyl widerumb heimb zu ſeinem alten Vatter gefuͤhrt iſt worden.
Selig ist der Pilgram der einen solchen Hund zum Gefährten hat / inmassen Tobias einen gehabt / und durch ihn mit Glück und Heil wiederum heim zu seinem alten Vater geführt ist worden.
de
de
de
1
5.6393
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,245
1,615
Das vierzehente requiſitum von deß Pilgrams Teſtaments auffrichtung.
Das vierzehnte requisitum von des Pilgrams Testaments Aufrichtung.
de
de
de
1
6.0039
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,246
1,615
WJe einer der ſehr weit verꝛaiſen will/ zuuor pflegt ein Teſtament oder ſeinen letzten willen auffzurichten/ alſo muͤſſen auch wir/ die wir allhie auff Erden kein bleibende ſtatt haben/ thun/ vnd erſtlich vber vnſere zeitliche Guͤter diſponiren, vnnd ſie dermaſſen veroꝛdnen/ damit ſie jhren rechten Erben zu theil werden/ vnd zwiſchen denſelbigen ins kuͤnfftig kein ſtritt oder weitleuffigkeit entſtehe/ vnnd damit dadurch die ehr vnd glory GOttes befuͤrdert werde/ vermuͤg der Wort:
Wie einer der sehr weit verreisen will / zuvor pflegt ein Testament oder seinen letzten Willen aufzurichten / also müssen auch wir / die wir allhier auf Erden kein bleibende statt haben / tun / und erstlich über unsere zeitliche Güter disponieren, und sie dermaßen verordnen / damit sie ihren rechten Erben zuteilwerden / und zwischen denselbigen ins künftig kein stritt oder Weitläufigkeit entstehe / und damit dadurch die Ehre und Glorie Gottes befördert werde / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.4426
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,247
1,615
Omnia in gloriam Dei facito.
Omnia in gloriam Dei facito.
la
it
it
0
5.9752
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,248
1,615
Item: non nobis, Domine non nobis, ſed nomini tuo da gloriam.
Item: non nobis, Domine non nobis, sed nomini tuo da gloriam.
it
it
it
0
4.3029
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,249
1,615
Fuͤrnemblich aber muſtu ſehꝛ behutſamblich inn diſem fall handlen/ vnnd ſehen/ daß du deinen Freunden nicht etwas/ was du ſchuldig biſt zu reſtituiren vnnd zuerſtatten/ vermacheſt/ ſonder verordneſt/ daß es jhren rechten Herꝛen widerumb zugeſtellt oder erſtatt werde.
Vornehmlich aber musst du sehr behutsambleich in diesem Fall handeln / und sehen / dass du deinen Freunden nicht etwas / was du schuldig bist zu restituieren und zuerstatten / vermachest / sonder verordnest / dass es ihren rechten Herren wiederum zugestellt oder erstatte werde.
de
de
de
1
5.8032
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,250
1,615
Am andern verſorge vnnd diſponire die Begraͤbnuß deines Leibs/ damit derſelb ehꝛlich vnnd an ein heiliges geweyhtes orth gelegt/ darneben aber aller eytler Pomp vnd Pracht vermitten werde/ thu nicht wie etliche/ welche vil lieber mit zurichtung vnnd bereitung eines koͤſtlichen Grabs vil ſpendiren, dann jhre Schulden zahlen/ vnnd frembde oder vbelgewonnene Guͤter reſtituieren woͤllen.
Am anderen versorge und disponiere die Begräbnis deines Leibs / damit derselbe ehrlich und an ein heiliges geweihtes Ort gelegt / daneben aber aller eitler Pomp und Pracht vermitten werde / tue nicht wie etliche / welche viel lieber mit Zurichtung und Bereitung eines köstlichen Grabs viel spendieren, dann ihre Schulden zahlen / und fremde oder übelgewonnene Güter restituieren wollen.
de
de
de
1
6.0039
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,251
1,615
O groſſe Thorheit:
O große Torheit:
pt
zh
ht
0
7.3998
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,252
1,615
Vil lieber woͤllen ſie/ daß jhꝛe Seelen in der Hoͤllen werden gemartert/ weder daß jhꝛe Leiber gelegt werden in ſchlechte Graͤber.
Viel lieber wollen sie / dass ihre Seelen in der Höllen werden gemartert / weder dass ihre Leiber gelegt werden in schlechte Gräber.
de
de
de
1
5.1991
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,253
1,615
Nicht genug iſts/ daß ſie jhre jugent vnd Mannlichs alter zugebracht haben/ in Thoꝛheiten vnd eytelkeiten/ ſondern ſie laſſen auch dieſelbe erſcheinen/ ſo gar nach jhꝛem todt/ mit jren todten ſtinckenden vnd verfaulten Leibern/ ꝛc.
Nicht genug ist es / dass sie ihre Jugend und Mannliches alter zugebracht haben / in Torheiten und Eitelkeiten / sondern sie lassen auch dieselbe erscheinen / so gar nach ihrem tot / mit ihren toten stinkenden und verfaulten Leibern / etc.
de
de
de
1
4.8948
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,254
1,615
Beſchließlichen verteſtiere vnnd verſorge dein Seel/ vermittelſt deß vilfaͤltigen gedenckens an den Todt/ das viuax mortis memoria dat contemptum mundi, dat euitationem peccati, dat ſcientiam & ſecuritatem bene moriendi.
Beschließlichen vertestiere und versorge dein Seele / vermittels des vilfältigen gedenckens an den Tod / das viuax mortis memoria das contemptum mundi, das euitationem peccati, das scientiam & securitatem bene moriendi.
ds
de
de
0.667
5.2934
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,255
1,615
Jtem vermittelſt/ der demuͤtigen appellierung von der Gerechtigkeit Gottes zu ſeiner Barmhertzigkeit/ Jtem vermittelſt deß vnauffhoͤrlichen Gebetts/ vnnd vilfaͤltigen Beicht vnnd Communion:
Item vermittels / der demütigen Appellierung von der Gerechtigkeit Gottes zu seiner Barmherzigkeit / Item vermittels des unaufhörlichen Gebets / und vielfältigen Beichte und Kommunion:
de
de
de
1
5.2498
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,256
1,615
Vnd diſes alles thue bey zeiten/ damit du nit etwan vom Todt vbereylt werdeſt/ vnd ohne Teſtament verſcheideſt.
Und dieses alles tue beizeiten / damit du nicht etwan vom Tod übereilt werdest / und ohne Testament verscheidest.
de
de
de
1
5.7158
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,257
1,615
Keins wegs aber laſſe dich an der verordnung deß Teſtaments hindern oder abhalten/ die Hoffnung deß laͤngeren Lebens/ Nicht ſprich:
Keins Wegs aber lasse dich an der Verordnung des Testaments hindern oder abhalten / die Hoffnung des längeren Lebens / Nicht sprich:
de
de
de
1
6.2986
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,258
1,615
Ob ich ſchon alt bin/ ſo bin ich doch noch ſtarck/ das eſſen vnnd trincken ſchmeckt mir/ GOtt lob/ noch wol: Jch empfinde auch keine zeichen einiger Schwachheit/ alles was ich in der jugent gethan/ dz kan ich noch thun.
Ob ich schon alt bin / so bin ich doch noch stark / das essen und trinken schmeckt mir / Gott Lob / noch wohl: Ich empfinde auch keine Zeichen einiger Schwachheit / alles was ich in der Jugend getan / das kann ich noch tun.
de
de
de
1
4.4708
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,259
1,615
Jch kan noch wol manchen Jungen vberleben.
Ich kann noch wohl manchen Jungen überleben.
de
de
lb
0.667
7.0222
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,260
1,615
Du jrꝛeſt dich aber/ mein Bruder/ du jrꝛeſt dich/ glaub vnd vermeine nicht/ daß du darumb deſto weiter vom Todt ſeyeſt/ ſonder nimb ein Exempel vnnd Lehr an einer Kertzen/ dieſelbe brinnt vnd fladert gleichfals biß zum endt/ wann kaum ein einiges Bißl Wachs mehr verhanden iſt:
Du irrest dich aber / mein Bruder / du irrest dich / glaube und vermeine nicht / dass du darum desto weiter vom Tod seiest / sonder nimm ein Exempel und Lehre an einer Kerzen / dieselbe brennt und fladert gleichfalls bis zum Ende / wann kaum ein einiges Bißl Wachs mehr vorhanden ist:
de
de
de
1
5.6432
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,261
1,615
Vil heller brinnt ſie alsdann/ weder erſt anfangs/ als man ſie anzuͤndete: Eben diſes/ mein Bꝛuder/ kan auch dir begegnen/ dann ſehꝛ vil Menſchen werden beruͤhrt vom Schlag/ vil ſterben deß gehen Todts/ welche alters vnd geſundtheit halben gar wol noch laͤnger hetten leben/ gute chiera machen/ den taratantara vnnd boire à la fontaine ſingen koͤnnen/ ꝛc.
Viel heller brennt sie alsdann / weder erst anfangs / als man sie anzündete: Eben dieses / mein Bruder / kann auch dir begegnen / dann sehr viel Menschen werden berührt vom Schlag / viel sterben des gehen Tods / welche alters und Gesundheit halben gar wohl noch länger hätten leben / gute chiera machen / den taratantara und boire à la fontaine singen können / etc.
de
de
de
1
6.3786
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,262
1,615
Das fuͤnfzehende requiſitum vom fruͤh auffſtehn deß Pilgrams.
Das fünfzehende requisitum vom früh auffstehn des Pilgrams.
de
de
gd
0.667
7.0462
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,263
1,615
DAs fuͤnffzehende requiſitum vnnd notwendigkeit deß Pilgrams iſt/ daß er deß morgens in aller fruͤhe auffſtehe zum wanderen/ vñ nit warte biß zu der mittaͤgigen Hitz/ in ſeiner jugendt ſoll er anfahen andaͤchtig/ fromb vnnd tugentſamb zu ſein/ vermuͤg der Wort: bonum eſt viro, cum portauerit iugum ab adoleſcentia ſua Item: memento Creatoris tui in diebus iuuentutis tuæ, &c. Gedenck an deinen Erſchaffer in deiner jugendt/ ehe dañ die zeit deines vngluͤcks komme/ vnd die Jahꝛ herzu tretten/ dauon du ſagen wirſt/ ſie gefallen mir nit.
Das fünfzehnte requisitum und Notwendigkeit des Pilgrams ist / dass er des morgens in aller frühe aufstehe zum Wandern / und nicht warte bis zu der mittägigen Hitze / in seiner Jugend soll er anfangen andächtig / fromm und tugendsam zu sein / vermög der Wort: bonum est viro, cum portauerit iugum ab adolescentia sua Item: Memento Creatoris tui in diebus iuuentutis tuae, & c. Gedenk an deinen Erschaffer in deiner Jugend / ehe dann die Zeit deines Unglücks komme / und die Jahr herzu treten / davon du sagen wirst / sie gefallen mir nicht.
de
de
de
1
5.2255
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,264
1,615
Ein groſſe vnuerſchambtheit were es/ wañ einer einen Koͤnig zu gaſt lude auff Fiſchſchuppen/ auf zernagte Bein vñ Oepfelſchel:
Ein große vnuerschambtheit wäre es / wann einer einen König zu gast lude auf Fischschuppen / auf zernagte Bein und Oepfelschel:
de
de
de
1
7.4212
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,265
1,615
Was iſt aber ein muͤdes alter anderſt/ als ſchuppen der jugent/ als ein zernagtes Bein/ vnd als ein verfaulte Scheel? was kan vnuerſchambters ſein/ als dz du O ſuͤnder dem Teufel begerſt zu dienen in der jugent/ damit du heꝛnacher Gott dienen moͤgeſt im alter?
Was ist aber ein müdes alter anders / als schuppen der Jugend / als ein zernagtes Bein / und als ein verfaulte Scheel? was kann unverschämtes sein / als das du O Sünder dem Teufel begehrst zu dienen in der Jugend / damit du hernach Gott dienen mögest im Alter?
de
de
de
1
4.5521
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,266
1,615
Nit alſo/ O Pilgram nit alſo/ ſonder ſtehe deß morgens fruͤh auff/ vnd opffere der Goͤttlichen Majeſtaͤt das beſte deines alters/ vnd diene jhm zeitlich in der jugent/ ehe vnd beuor die Fenſter deiner Augen im Todt erfinſteren/ wann du eingehen wirſt muͤſſen ins Hauß der ewigkeit.
Nicht also / O Pilgram nicht also / sonder stehe des morgens früh auf / und opfere der göttlichen Majestät das beste deines alters / und diene ihm zeitlich in der Jugend / ehe und bevor die Fenster deiner Augen im Tod erfinsteren / wann du eingehen wirst müssen ins Haus der Ewigkeit.
de
de
de
1
6.0124
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,267
1,615
Gewiß vñ vnfehlbar iſts/ daß die jenigen ſo von jugent auff Gott dienen/ deſto weniger im Fegfewer geſtrafft/ vñ deſto vberfluͤſſiger im Him̃el ergetzt werden ſollen.
Gewiss und unfehlbar ist es / dass diejenigen so von Jugend auf Gott dienen / desto weniger im Fegefeuer gestraft / und desto überflüssiger im Himmel ergötzt werden sollen.
de
de
de
1
4.5694
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,268
1,615
Ehꝛlich vñ ruͤhmlich iſts auch/ daß man Gott von jugent auff diene/ dañ wie ein edler Juͤngling vil lieber einem Koͤnig vm̃ſonſt dienet/ weder einem Bawren vmb einen groſſen Soldt/ alſo ſoll vnſere edle vnd nach dem Ebenbildt GOTtes erſchaffene vnnd thewer erkauffte vnnd erloͤſte Seel vil lieber dienen dem allerhoͤchſten vnd him̃liſchen Koͤnig der jhne erſchaffen vnd jhm alle notturfft beſcheret/ vnnd der jhm ſo gar das ewige Leben ertheilet/ weder dem Teuffel/ der Welt/ vnd dem Fleiſch/ dern Soldt der Todt iſt.
Ehrlich und rühmlich ist es auch / dass man Gott von Jugend auf diene / dann wie ein edler Jüngling viel lieber einem König umsonst dient / weder einem Bauern um einen großen Sold / also soll unsere edle und nach dem Ebenbild Gottes erschaffene und teuer erkaufte und erlöste Seele viel lieber dienen dem allerhöchsten und himmlischen König der ihn erschaffen und ihm alle Notdurft beschert / und der ihm so gar das ewige Leben erteilet / weder dem Teufel / der Welt / und dem Fleisch / deren Sold der Tod ist.
de
de
de
1
4.5458
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,269
1,615
Ein ſchand iſts dem Pilgram/ daß er vnangeſehen geweckt worden/ dannoch nit fruͤh auffſtehet/ wann die Sonn ſcheint vnnd ſeine andere Gefehrten allbereit auffm weg ſeindt/ vnnd waidlich vortwandern.
Ein Schande ist es dem Pilgram / dass er unangesehen geweckt worden / dennoch nicht früh aufstehet / wann die Sonne scheint und seine andere Gefährten allbereits aufm weg sind / und weidlich fortwandern.
de
de
de
1
5.3423
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,270
1,615
Die Hanen kraͤhen vnd wecken vns auff/ dann die Sum̃ der Prediger iſt außgangen inn alle Landt: Alsbaldt der Han kraͤthe/ ging Petrus hinauß/ weinte bitterlich/ wanderte in eine Spelunck vnd thaͤte Buß:
Die Hanen krähen und wecken uns auf / dann die Summ der Prediger ist ausgegangen in alle Land: alsbald der Haben krähte / ging Petrus hinaus / weinte bitterlich / wanderte in eine Spelunke und täte Buße:
de
de
de
1
5.5243
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,271
1,615
Aber leyder/ wir ſchlafen vnd faulentzen im Lotterbeth.
Aber leider / wir schlafen und faulenzen im Lotterbete.
de
de
de
1
7.8615
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,272
1,615
Nicht allein die Hanen/ die Prediger vnd vnſere Geſellen wecken vns auff/ ſondern auch vnſer Herꝛ vnnd GOtt ſelbſt beruͤhrt vns mit ſeiner Handt: Warumb ſchreyen derwegen wir nicht:
Nicht allein die Hanen / die Prediger und unsere Gesellen wecken uns auf / sondern auch unser Herr und Gott selbst berührt uns mit seiner Hand: Warum schreien derentwegen wir nicht:
de
de
de
1
5.2047
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,273
1,615
Manus Domini tetigit me, & contremiſcit venter tuus ad tactum eius?
Manus Domini tetigit me, & contremiscit venter tuus ad tactum eius?
la
la
la
0
6.6716
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,274
1,615
Eben ſo offt ruͤhret er vns an zum auffwecken/ als offt er vns etwan ein widerwertigkeit vnnd Kranckheit zuſchicket/ Aber wehe denen/ ſo nicht erwachen vnnd munter werden/ es ſey dann/ daß es donnere/ plitze/ vnnd mit dem Stral deß gehen Todts/ von mir ins ewige Fewer einſchlaͤgt/ dann als dañ wirds zu ſpat ſein/ vnd ſie werden alsdann die Augen auffthun wie der reiche Mann in der Hoͤllen.
Ebenso oft rühret er uns an zum Aufwecken / als oft er uns etwan ein Widerwärtigkeit und Krankheit zuschickt / Aber wehe denen / so nicht erwachen und munter werden / es sei dann / dass es donnere / blitze / und mit dem Strahl des gehen Tods / von mir ins ewige Feuer einschlägt / dann als dann wird es zu spät sein / und sie werden alsdann die Augen auftun wie der reiche Mann in der Höllen.
de
de
de
1
4.5815
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,275
1,615
Derwegen O Prilgram/ ſurge qui dormis & exurge, & illuminabit tibi Chriſtus’.
Derentwegen O Prilgram / surge qui dormis & exurge, & illuminabit tibi Christi.
fr
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la
0
7.1346
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,276
1,615
Weil du empfundeſt daß dich die Sonn der Goͤttlichen gnad vñ barmhertzigkeit noch beſcheinet/ ſo thu du erſtlich deine Augen auff/ vermittelſt der erkaͤntnuß deiner Suͤnden vnd gefahr darinn du von jhꝛentwegen ſteckeſt woferꝛn du darinn ſtuͤrbeſt/ Jnnmaſſen Dauid gethan/ ſprechendt:
Weil du empfandest dass dich die Sonne der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit noch bescheinet / so tue du erstlich deine Augen auf / vermittels der Erkenntnis deiner Sünden und Gefahr darin du von ihretwegen steckest wofern du darin stürbest / Inmassen David getan / sprechend:
de
de
de
1
6.0326
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,277
1,615
Quoniam iniquitatem meam ego cognoſco amplius laua me ab iniquitate mea.
Quoniam iniquitatem meam ego cognosco amplius laua me ab iniquitate mea.
en
la
la
0
5.2927
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,278
1,615
Am andern erigete, erhebe dich vermittelſt der contrition.
Am anderen erigete, erhebe dich vermittels der contrition.
de
de
de
1
6.461
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,279
1,615
Drittens lege das Hemmet der gnaden an/ vermittelſt deß guten fuͤrſatzes/ vermuͤg der Wort:
Drittens lege das Hemd der Gnaden an / vermittels des guten Vorsatzes / vermög der Wort:
de
de
de
1
6.6887
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,280
1,615
Induite vos ſicut electi Dei: Item, Induimini Ieſum, &c. Viertens begib dich auß dem Beth der boͤſen geſellſchafft vnd anlaß/ auffs wenigſt ſeye nit ſo gar vnempfindelich/ daß du die Wantzen oder Floͤch/ das iſt/ die armſeligkeiten/ welche die in ſuͤnden ligende Suͤnder leyden/ nit empfindeſt.
Induite vos sicut electi Dei: Item, Induimini Iesum, & c. Viertens begib dich aus dem Bett der bösen Gesellschaft und Anlass / aufs wenigste sei nicht so gar unempfindlich / dass du die Wanzen oder Flöhe / das ist / die Armseligkeiten / welche die in Sünden liegende Sünder leiden / nicht empfindest.
de
de
de
1
5.4284
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,281
1,615
Zum fuͤnfften ſpeye auß/ oder reinige dich/ vermittelſt der Beicht/ vnnd werffe von dir den Schleim vnd ſchulnuß der ſuͤnden/ damit der Magen deines Gewiſſens geſaͤubert werde.
Zum fünften speie aus / oder reinige dich / vermittels der Beichte / und werfe von dir den Schleim und schulnuß der Sünden / damit der Magen deines Gewissens gesäubert werde.
de
de
de
1
5.2774
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,282
1,615
Nach ſolchem allem lege an die ſchuh aller tugenten/ vnd verſihe dich mit dem Sack deß Glaubens vnd allen andern notwendigkeiten/ vnnd wann du alſo ſtaffirt vnnd fertig biſt/ ſo begib dich auff den weg deß wirckens der Goͤttlichen Gebotten vnnd Chriſtlichen Lebens: Alsdann/ alsdann wirſtu in der kuͤhle vnnd wehrendem Thaw der zeit der gnaden/ ein ſtarcke vnnd gluͤckliche Tagreiß verrichten/ vnd zum verlangten Port gereichen.
Nach solchem allem lege an die Schuh aller Tugenden / und versiehe dich mit dem Sack des Glaubens und allen anderen Notwendigkeiten / und wann du also staffiert und fertig bist / so begib dich auf den Weg des Wirkens der Göttlichen geboten und christlichen Lebens: Alsdann / alsdann wirst du in der kühle und währendem Tau der Zeit der Gnaden / ein starke und glückliche Tagreise verrichten / und zum verlangten Port gereichen.
de
de
de
1
5.0871
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,283
1,615
Vom ſechzehenden requiſito oder notwendigkeit deß Pilgrams.
Vom sechzehenden requisito oder notwendigkeit des Pilgrams.
de
de
de
1
6.9186
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,284
1,615
ZVm ſechzehenden muß der fuͤrſichtig Pilgram langſamb wanderen/ dann wer ſich aufangs vbereylt/ der wirdt baldt muͤd vnd bleibt dahinden/ aber wer langſamb gehet/ der kombt allgemach weit:
Zum sechzehnten muss der vorsichtig Pilgram langsam wandern / dann wer sich aufangs übereilt / der wird bald müde und bleibt dahinten / aber wer langsam geht / der kommt allgemach weit:
de
de
de
1
5.8626
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,285
1,615
Derwegen muſtu O Chriſtlicher Pilgram auffm weg deß Herꝛen beſcheidenlich vortgehen/ faſten/ wachen/ vñ dein Fleiſch kaſteyen: Regiere das Pferdt deiner vngeſtuͤmmigkeit mit dem Zaum deß verſtandts/ dann wer ſein Pferdt deß morgens fruͤ vberhuyet oder vbereylt/ der verbringt ſchwerlich ein gute Tagreiß.
Derentwegen musst du O Christlicher Pilgram aufm weg des Herren bescheidenlich vortgehen / fasten / wachen / und dein Fleisch kasteien: Regiere das Pferd deiner vngestümmigkeit mit dem Zaum des Verstands / dann wer sein Pferd des morgens früh vberhuyet oder übereilt / der verbringt schwerlich ein gute Tagreise.
de
de
de
1
6.1758
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,286
1,615
Gedenck daß vnſere Werck kein Werck eines einigen tags ſeyen/ ſonder daß es lange zeit darzu erfordert werde/ dann vnſere Wallfahrt wehret vnſer gantzes lebenlang.
Gedenk dass unsere Werk kein Werk eines einigen tags seien / sonder dass es lange Zeit dazu erfordert werde / dann unsere Wallfahrt wehret unser ganzes Leben lang.
de
de
de
1
6.7585
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,287
1,615
Gedenck/ daß ſolche vngeſtuͤmme Pilgram nit loͤblich ſonder veraͤchtlich/ ſchaͤdlich/ naͤrꝛiſch vnnd vermeſſen ſeind.
Gedenk / dass solche ungestüme Pilgram nicht löblich sonder verächtlich / schädlich / närrisch und vermessen sind.
de
de
vi
0.667
5.6244
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,288
1,615
Erſtlich ſeindt ſie ſchaͤdlich GOtt dem HErꝛen/ dem Nechſten/ dem Geiſt vnnd dem Leib:
Erstlich sind sie schädlich Gott dem Herren / dem Nächsten / dem Geist und dem Leib:
de
de
de
1
5.9455
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,289
1,615
Qui enim indiſcretionis √itio ieiunia & vigilias, ſic agit, vt deficiente ſpiritu vel corpore languente ſpiritualia impediantur, aufert corpori ſuo boni operis effectum, ſpiritui affectum, proximo exemplum, Deo honorem.
Qui enim indiscretionis √ itio ieiunia & vigilias, sic agit, ut deficiente spiritu vel corpore languente spiritualia impediantur, aufert corpori suo boni operis effectum, spiritui affectum, proximo exemplum, Deo honorem.
it
la
la
0
5.0013
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,290
1,615
Das Chꝛiſtliche Leben iſt das Creutz/ vnd daſſelbe iſt die Laiter der Suͤnden/ derwegen ſpricht der Prieſter in der Kirchen ſurſum corda.
Das christliche Leben ist das Kreuz / und dasselbe ist die Leiter der Sünden / derentwegen spricht der Priester in der Kirchen sursum corda.
de
de
de
1
5.1742
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,291
1,615
Aber wehe den Menſchenkindern/ ſo eines ſchweren Hertzens ſeindt/ vnnd mit vnbeſcheidenheit hinauff ſteigen woͤllen/ dañ wann er auß ſchwachheit fellt/ ſo kombt er widerumb zum anfang der Laiter; Nemo repente fit ſummus, aſcendendo non volando appræhenditur ſummitas ſcalæ.
Aber wehe den Menschenkindern / so eines schweren Herzens sind / und mit Unbescheidenheit hinauf steigen wollen / dann wann er aus Schwachheit fehlt / so kommt er wiederum zum Anfang der Leiter; Nemo repente fit summus, ascendendo non volando appraehenditur summitas scalae.
de
de
de
1
5.5298
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,292
1,615
Am andern ſeind ſie naͤrꝛiſch/ vnnd wie die Dorff knaben in der proceſſion das Wachsliecht hinder dem Creutz tragen/ alſo pflegen etliche nouitzen das Creutz der pœnitentz ohne Liecht deß guten raths zu tragen vnd den vnſchuldigen/ das iſt/ den newen Menſchen; an ſtatt deß Moͤrders/ das iſt/ deß alten Menſchen/ creutzigen: Alsdann aber creutzigen ſie den newen Menſchen/ wann ſie wegen der vbermeſſigen affliction nichts guts wircken koͤnnen:
Am anderen sind sie närrisch / und wie die Dorf Knaben in der Prozession das Wachslicht hinter dem Kreuz tragen / also pflegen etliche nouitzen das Kreuz der Pönitenz ohne Licht des guten Rats zu tragen und den unschuldigen / das ist / den neuen Menschen; anstatt des Mörders / das ist / des alten Menschen / kreuzigen: Alsdann aber kreuzigen sie den neuen Menschen / wann sie wegen der übermäßigen affliction nichts Gutes wirken können:
de
de
lb
0.667
5.2155
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,293
1,615
Wie ſich etliche Reutter mit vil zu ſchweren Waffen beladen vnd dardurch vom feindt vberwunden werden/ alſo koͤndten etliche Menſchen den Teuffel leichtlich vberwinden durch ein mittelmaͤſſiges faſten vnnd wachen/ aber weil ſie ſich vil zu vil vnderſtehẽ/ vnd auß einem vnzeitigen eyfer/ den Wercken der heiligen Einſidler nachfolgen woͤllen/ ſo werden ſie letztlichen betrogen.
Wie sich etliche Reutter mit viel zu schweren Waffen beladen und dadurch vom Feind überwunden werden / also könnten etliche Menschen den Teufel leichtlich überwinden durch ein mittelmäßiges fasten und wachen / aber weil sie sich viel zu viel unterstehen / und aus einem unzeitigen Eifer / den Werken der heiligen Einsiedler nachfolgen wollen / so werden sie letztlichen betrogen.
de
de
de
1
5.2421
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,294
1,615
Dann zugleicher weiß wie der Jaͤger einen Affen betreugt/ in deme er jhme groſſe vnnd weite ſchuch oder Stifeln zeiget/ Alſo begert der Teufel die Menſchen zubetriegen/ vnd zeiget jhnen groſſe vnnd weite Schuch der Tugenten der alten Vaͤtter/ das iſt/ die leibliche vnd geiſtliche vbungen.
Dann zugleich weiß wie der Jäger einen Affen betrugt / in dem er ihm große und weite Schuh oder stiefeln zeiget / Also begehrt der Teufel die Menschen zubetrügen / und zeiget ihnen große und weite Schuh der Tugenden der alten Väter / das ist / die leibliche und geistliche Übungen.
de
de
de
1
4.9205
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,295
1,615
Darwider aber gibt der heilig Bernardus einen guten rath vnnd ſpricht:
Dawider aber gibt der heilig Bernardus einen guten Rat und spricht:
de
de
de
1
6.0224
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,296
1,615
Bonæ voluntati non ſemper credendum eſt, ſed regenda & frenanda, maxime in incipiente, vt maneat in ſuo tenore, quia tunc ſuauiter incedit: ſi autem impellitur ad velocem tranſitum, tunc cadit aut deficit.
Bonae voluntati non semper credendum est, sed regenda & frenanda, maxime in incipiente, ut maneat in suo tenore, quia tunc suauiter incedit: sie autem impellitur ad velocem transitum, tunc cadit aut deficit.
la
la
la
0
5.0837
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,297
1,615
Einsmals fragt ein junger Religios einen alten vnnd ſprach: ſag mir/ wie vnd was geſtallt ich Gott finden koͤnne?
Einsmals fragt ein junger Religiös einen alten und sprach: sage mir / wie und was Gestalt ich Gott finden könne?
de
de
de
1
6.44
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,298
1,615
Jſt er zu finden im faſten/ wachen/ betten vnd kaſteyen/ oder in der barmhertzigkeit?
Ist er zu finden im Fasten / wachen / betten und kasteien / oder in der Barmherzigkeit?
de
de
de
1
5.1136
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,299
1,615
Der alt antwoꝛtet vnd ſprach:
Der alt antwortet und sprach:
de
de
de
1
7.4876
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,300
1,615
Zufinden iſt er in denen dingen/ die du jetzt gemelt haſt/ aber doch beynebens vermittelſt der diſcretion vnd beſcheidenheit/ dann vil Leut haben jhr Fleiſch gepeinigt/ aber weil ſie es thaten mit vnbeſcheidenheit/ ſo ſeind ſie laͤr abgezogen/ derwegen gebrauche dich in ſolchem fall deß raths der weiſen vnnd erfahꝛnen:
Zu finden ist er in denen Dingen / die du jetzt gemeldet hast / aber doch beinahe vermittels der Diskretion und Bescheidenheit / dann viel Leute haben ihr Fleisch gepeinigt / aber weil sie es taten mit Unbescheidenheit / so sind sie leer abgezogen / derentwegen gebrauche dich in solchem Fall des Rats der weisen und erfahrenen:
de
de
de
1
4.9872
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,301
1,615
Findeſt du aber ſo baldt keinen guten Rathgeber/ ſo demuͤtige dich/ vnd erhebe dein gemuͤth zum Herꝛn/ vermittelſt deß andaͤchtigen Gebetts/ ſo wirdt er dich ohne zweifel erleuchten vnnd zuerkennen geben was du fuͤr einen weg wanderen ſolleſt/ vermuͤg der Wort:
Findest du aber so bald keinen guten Ratgeber / so demütige dich / und erhebe dein Gemüt zum Herrn / vermittels des andächtigen Gebets / so wird er dich ohne Zweifel erleuchten und zuerkennen geben was du für einen weg wandern sollest / vermög der Wort:
de
de
de
1
5.2562
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,302
1,615
Si quis indigeat ſapientia poſtulet à Deo, &c.
Si quis indigeat sapientia postulet à Deo, etc.
fr
fr
fr
0
4.958
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,303
1,615
Vom ſibenzehenden requiſito.
Vom sibenzehenden requisito.
it
de
de
0.667
7.0661
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,304
1,615
DJe verachtung der Spoͤtter iſt das ſibenzehende requiſitum vnſers Chriſtlichen Pilgrams/ Ob ſchon er auff ſeiner Pilgerfahrt verlacht wirdt/ ſoll er ſich doch darumb nit aufhalten oder wider zu ruck gehen/ ſonder deſto froͤlicher ſein vnd ſpꝛechen: aduena ego ſum & peregrinus, non habeo hic ciuitatem permanentem ſed futuram inquiro.
Die Verachtung der Spötter ist das sibenzehende requisitum unseres Christlichen Pilgrams / Ob schon er auf seiner Pilgerfahrt verlacht wird / soll er sich doch darum nicht aufhalten oder wieder zu Ruck gehen / sonder desto fröhlicher sein und sprechen: aduena ego sum & peregrinus, non habeo hic ciuitatem permanentem sed futuram inquiro.
de
de
de
1
5.5598
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,305
1,615
Nichts newes iſts/ alſo verlacht vnnd verſpott zu werden/ dañ certum eſt quod omnes qui volunt piè viuere, in Chriſto Ieſu, perſecutionem patiuntur.
Nichts newes ist es / also verlacht und verspotte zu werden / dann certum est quod omnes qui volunt pie vivere, in Christo Jesu, persecutionem patiuntur.
la
la
co
0
5.0147
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,306
1,615
Wann ein religios ſein Regel ſteiff helt/ ſehꝛ keuſch/ ſtill/ eingezogen vnd gehoꝛſamb iſt/ ſo wirdt er bißweiln von andern verlacht vnnd ein deuotarius genennt/ vnnd ſie ſprechen: venite circumueniamus illum, quoniam inutilis eſt nobis & operibus noſtris.
Wann ein religios sein Regel steif hält / sehr keusch / still / eingezogen und Gehorsam ist / so wird er bisweilen von anderen verlacht und ein deuotarius genannt / und sie sprechen: venite circumueniamus illum, quoniam inutilis est nobis & operibus nostris.
de
la
de
0.667
5.4083
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,307
1,615
Wann ein Canonicus, Præpoſitus oder Decanus ein eyfriges/ jnnbruͤnſtiges andaͤchtigs leben fuͤhret/ ein demuͤtige Kron vnnd Prieſterliche Kleider traͤgt/ die gemeinſchafft der Weibern vnd Gaſtereyen meidet/ ſein vbriges einkommen den Armen gibt/ den Choꝛ- vnd Gottsdienſt fleiſſig beſuchet/ die Laſter ſtraffet vnnd außreutet/ alsdann wirdt er bißweiln von andern verlacht/ vnnd ſie ſprechen:
Wann ein Kanoniker, Praepositus oder Decanus ein eifriges / inbrünstiges andächtiges leben führt / ein demütige Krone und priesterliche Kleider trägt / die Gemeinschaft der Weibern und Gastereien meidet / sein Übriges einkommen den Armen gibt / den Chor- und Gottsdienst fleißig besuchet / die Laster straft und ausreutet / alsdann wird er bisweilen von anderen verlacht / und sie sprechen:
de
de
de
1
4.738
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,308
1,615
Sehet vnſeren quotidianum, Er ligt im Chor wie ein Lauß auffm Grindt/ er will alles reformieren, vnnd alle Berg eben machen:
Sehet unseren quotidianum, er liegt im Chor wie ein Laus aufm Grind / er will alles reformieren, und alle Berg eben machen:
de
de
de
1
5.4174
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,309
1,615
Er iſt ſehr ſingularis vnd eygenſinnig.
Er ist sehr singularis und eigensinnig.
de
la
is
0.333
4.49
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,310
1,615
Jn ſumma/ man wirdt jhm Spinnenfeind/ jederman wil vber jhne her/ vnd wie die Voͤgel vmb den Kautzen fliegen/ alſo fliegen ſie vmb jhne herumb/ geben jhme ein bick.
In summa / man wird ihm Spinnenfeind / jedermann will über ihn her / und wie die Vögel um den Kauzen fliegen / also fliegen sie um ihn herum / geben ihm ein bick.
de
de
de
1
5.4613
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,311
1,615
Aber O heiliger ſingularitas, vil beſſer biſtu/ dann die politiſche pluralitas, welche fuͤnff gerad ſein/ vnnd alles hingehen laſſen.
Aber O heiliger singularitas, viel besser bist du / dann die politische pluralitas, welche fünf gerade sein / und alles hingehen lassen.
de
de
gd
0.667
6.2429
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,312
1,615
Vil ſeindt beruffen/ aber wenig ſeindt außerwoͤhlt/ ſehr weit vnnd breit iſt der Weg zum verderben/ vnd vil Leut wandern jhne/ Aber ſehr eng iſt der weg zum Leben/ vnd wenig Menſchen finden jhne.
Viel sind berufen / aber wenig sind auserwählt / sehr weit und breit ist der Weg zum Verderben / und viel Leute wandern ihn / Aber sehr eng ist der weg zum Leben / und wenig Menschen finden ihn.
de
de
de
1
4.4795
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,313
1,615
Beſchließlichen/ wann ein Lay oder Weltlicher taͤglich Meß hoͤret/ Wochentlich oder Monatlich beichtet/ ſich ſchlechtlich kleidet/ vnnd vil bettet/ ſo wirdt er verlacht/ dann deridetur iuſti ſimplicitas.
Beschließlichen / wann ein Lay oder Weltlicher täglich Messe höret / Wöchentlich oder monatlich beichtet / sich schlachtlich kleidet / und viel bettet / so wird er verlacht / dann deridetur iusti simplicitas.
de
de
de
1
5.8898
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,314
1,615
Aber du/ O Pilgram/ laß die Huͤndt bellen vnnd die Gaͤnß pfeiſen/ ſie werden ſchon auffhoͤren.
Aber du / O Pilgram / lass die Hint bellen und die Gens pfeifen / sie werden schon aufhören.
de
de
de
1
5.7126
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,315
1,615
Nicht foͤrchte dich vorm Schatten/ das iſt/ vor der zeitlichen widerwertigkeit/ dann ſie ſeindt keine wahꝛe widerwertigkeiten/ ſondern nur ein Schatt der zukuͤnfftigen truͤbſeligkeiten.
Nicht fürchte dich vorm Schatten / das ist / vor der zeitlichen Widerwärtigkeit / dann sie sind keine wahre Wiederwertigkeiten / sondern nur ein Schatte der zukünftigen Trübseligkeiten.
de
de
de
1
5.3609
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,316
1,615
Gedenck an Chriſtum/ welcher/ vnangeſehen der vilen vnd groſſen verſpottungen/ vom Creutz nicht hinunder geſtigen/ Jtem an die Magdalenam/ welche nicht nachließ CHriſtum zuſalben/ vnangeſehen Judas darwider murrete.
Gedenk an Christus / welcher / unangesehen der vielen und großen Verspottungen / vom Kreuz nicht hinuntergestiegen / Item an die Magdalenam / welche nicht nachließ Christum zusalben / unangesehen Judas dawider murrte.
de
de
de
1
5.3931
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,317
1,615
Biſtu derwegen auffm weg der pœnitentz vnnd Buß/ ſo verfahre vnnd frage nichts nach eines jeden boͤſen Geiſts eingeben vnnd verhinderung/ Dann es werden die Taͤg kommen dz ſie jren Lohn empfahen/ vnd als dann erfahren werden was ſie gethan haben/ wann nemblich ſie in der Hoͤllen heulen vnd ſprechen werden: hi ſunt quos, &c.
Bist du derentwegen aufm weg der Pönitenz und Buße / so verfahre und frage nichts nach eines jeden bösen Geists eingeben und Verhinderung / Dann es werden die Tage kommen dass sie ihren Lohn empfangen / und als dann erfahren werden was sie getan haben / wann nämlich sie in der Höllen heulen und sprechen werden: hi sunt quos, etc.
de
de
de
1
5.2817
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,318
1,615
Vom achzehenden requiſito.
Vom achzehenden requisito.
es
de
de
0.667
7.4142
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,319
1,615
DAs achzehende requiſitum deß Pilgrams iſt/ daß er ſich wegen der ſchoͤnen vñ luſtigen gegendt/ Felder/ Wiſen vnd Waͤld nicht auffhalte/ ſonder jmmerdar vort paſſire.
Das achzehende requisitum des Pilgrams ist / dass er sich wegen der schönen und lustigen Gegend / Felder / Wiesen und Welt nicht aufhalte / sonder immerdar fort passiere.
de
de
lb
0.667
5.4937
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,320
1,615
Eben alſo ob ſchon vnſer Chriſtlicher Pilgram die Taͤntz/ Bancket/ Hochzeiten vnd Fechtſchulen ſihet/ ſo helt er ſich doch nit auff/ ſonder gedencket daß er ein Wandersman vnd weit zu reiſen vorhabens ſeye.
Eben also ob schon unser Christlicher Pilgram die Täntz / Bankett / Hochzeiten und Fechtschulen sieht / so hält er sich doch nicht auf / sonder gedenkt dass er ein Wandersmann und weit zu reisen Vorhabens sei.
de
de
de
1
6.2358
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,321
1,615
Er betrachtet wo er ſeye/ nemlich in exilio im Elendt/ im Jam̃erthal vnd im Schatten deß Todts.
Er betrachtet wo er sei / nämlich in exilio im Elend / im Jammertal und im Schatten des Tods.
de
de
de
1
5.1876
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,322
1,615
Dann lieber/ was iſt in der Welt/ das nit zubeweinen were? ſiheſtu auffwertz/ ſo ſiheſtu das Him̃liſche Vatterlandt/ darauß du verſtoſſen biſt/ vnnd nicht weiſt ob du widerumb hinein kom̃en werdeſt.
Dann lieber / was ist in der Welt / das nicht zubeweinen wäre? siehst aufwärts / so siehst das himmlische Vaterland / daraus du verstoßen bist / und nicht weist ob du wiederum hineinkommen werdest.
de
de
de
1
5.2348
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,323
1,615
Schaweſt du niderwertz/ ſo ſiheſtu dein Grab vnd die Erd/ in welche du widerumb verkehrt muſt werden.
Schauest du niederwärts / so siehst dein Grab und die Erde / in welche du wiederum verkehrt musst werden.
de
de
de
1
6.5412
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,324
1,615
Schaweſt du zu der rechten deß wolſtandts vnnd zur lincken deß vblen ſtandts/ ſo ſiheſtu/ daß tauſent zur lincken/ vnd zehen tauſent zur rechten fallen.
Schauest du zu der rechten des Wohlstands und zur Linken des vblen Stands / so siehst / dass tausend zur Linken / und zehntausend zur rechten fallen.
de
de
lb
0.667
5.3387
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,325
1,615
Schaweſtu fuͤr dich/ ſo findeſtu vnderſchidliche vrſachen zu weinen/ vnd zuſprechen:
Schasst für dich / so findest du unterschiedliche Ursachen zu weinen / und zusprechen:
de
de
de
1
6.6188
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,326
1,615
Infixus ſum in limo profundi vſque ad genua.
Infixus sum in limo profundi vsque ad genua.
it
la
yo
0
7.28
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,327
1,615
Ferner betrachtet er/ daß er im Landt deß Schattens deß todts ſeye:
Ferner betrachtet er / dass er im Land des Schattens des Tods sei:
de
de
lb
0.667
5.115
albertinus_landtstoertzer01_1615
3,328
1,615
Wo nun der ſchatten eines Menſchen iſt/ da iſt der Menſch nit weit dauon/ wo derwegen der ſchatten deß Todts iſt/ da iſt der Todt auch nit weit: Nahe bey vns iſt nicht allein der natuͤrlich/ ſonder auch der Geiſtlich vnd Hoͤlliſch Todt.
Wo nun der schatten eines Menschen ist / da ist der Mensch nicht weit davon / wo derentwegen der schatten des Tods ist / da ist der Tod auch nicht weit: Nahe bei uns ist nicht allein der natürlich / sonder auch der Geistlich und höllisch Tod.
de
de
de
1
4.3071