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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,329 | 1,615 | Der natuͤrlich Todt iſt nah bey vns/ dann mitten in vnſerm leben ſeind wir im todt/ vnnd vnſer leben iſt ein jmmerwehꝛendes ſterben. | Der natürlich Tod ist nah bei uns / dann mitten in unserem Leben sind wir im tot / und unser Leben ist ein immerwährendes sterben. | de | de | de | 1 | 4.7696 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,330 | 1,615 | Der Geiſtlich todt iſt den from̃en nahe/ dann wir eſſen Strick/ wir trincken Strick/ wir kleiden vns mit Stricken/ vnnd alles ſeindt Strick: | Der Geistlich tot ist den frommen nahe / dann wir essen Strick / wir trinken Strick / wir kleiden uns mit Stricken / und alles sind Strick: | de | de | de | 1 | 5.4683 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,331 | 1,615 | Der hoͤlliſch Todt iſt den Gottloſen nahe/ Nur ein Glaͤſerne Maur iſt zwiſchen jhnen vnd dem ewigen Todt vnd Thor der Hoͤllen/ vermuͤg der Wort: appropinquauerunt vſque ad portam mortis: Item, tympanum & cytharam tenent, & in puncto deſcendunt ad inferna. | Der höllisch Tod ist den Gottlosen nahe / Nur ein gläserne Mauer ist zwischen ihnen und dem ewigen Tod und Tor der Höllen / vermög der Wort: appropinquauerunt vsque ad portam mortis: Item, tympanum & cytharam tenent, & in puncto descendunt ad inferna. | de | de | de | 1 | 5.42 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,332 | 1,615 | Nicht weniger betrachtet er das ort/ dahin er in ſeiner Wanderſchafft ziehlet/ nemblich zum Vatterlandt/ zum ewigen Leben/ zum him̃liſchen Leben vnd zur ewigen frewd vnnd Seligkeit. | Nicht weniger betrachtet er das Ort / dahin er in seiner Wanderschaft zielet / nämlich zum Vaterland / zum ewigen Leben / zum himmlischen Leben und zur ewigen Freude und Seligkeit. | de | de | de | 1 | 4.6381 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,333 | 1,615 | Diſes betrachtete einsmals ein anſehenlicher vnnd edler Herꝛ/ welcher auffm weg deß HErꝛen ſtill ſtundt/ vnd nicht vortging/ ſondern ſich auff einem froͤlichen Pancket/ vnnd beym guten muth auffhielte: | Dieses betrachtete einsmals ein ansehenlicher und edler Herr / welcher aufm weg des Herren still stand / und nicht vortging / sondern sich auf einem fröhlichen Bankett / und beim guten Mut aufhielte: | de | de | de | 1 | 5.5213 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,334 | 1,615 | Letztlichen aber bedachte er ſich/ betrachtete die kurtze zeit diſes Lebens/ ging geſchwind heim̃/ zohe ſeine koͤſtliche Hochzeitliche Kleider ab/ vnnd ſprach: Wo iſt an jetzo der Pracht/ die Frewd/ die Geſellſchafft? | Letztlich aber bedachte er sich / betrachtete die kurze Zeit dieses Lebens / ging geschwind Heim / zog seine köstliche hochzeitliche Kleider ab / und sprach: Wo ist an jetzt der Pracht / die Freude / die Gesellschaft? | de | de | de | 1 | 5.0764 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,335 | 1,615 | Alles iſt verſchwunden: | Alles ist verschwunden: | nl | zh | de | 0.333 | 5.4002 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,336 | 1,615 | Baldt darauff begab er ſich in den Barfuͤſſer Orden. | Bald darauf begab er sich in den Barfusser Orden. | de | de | de | 1 | 5.0909 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,337 | 1,615 | Beſchließlichen betrachtet er das mittel dardurch er zu der Thuͤr deß Vatterlandts gelangen muß/ nemblich durch die Thuͤr oder Clauſe deß Todts/ allda man jhne embloͤſſen wirdt/ aller ſeiner Guͤter/ Ehr/ Glory/ Wolluſt/ Frewde/ Goldts vnnd Silbers/ daſelbſt wartet der Geſtreng Richter/ deßgleichen die erſchroͤckliche Schoͤrganten/ Puͤtl/ verfluchte Gerichtsdiener/ Dieb/ Rauber vnnd Moͤrder. | Beschließlichen betrachtet er das Mittel dadurch er zu der Tür des Vaterlands gelangen muss / nämlich durch die Tür oder Klause des Tods / allda man ihn emblössen wird / aller seiner Güter / Ehre / Glory / Wollust / Freude / Golds und Silbers / daselbst wartet der Gestreng Richter / desgleichen die erschröckliche Schörganten / Pütl / verfluchte Gerichtsdiener / Dieb / Räuber und Mörder. | de | de | de | 1 | 5.5122 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,338 | 1,615 | Weil dann du weiſt/ daß du zu diſem Thor eyleſt/ wie kanſt vnnd magſtu froͤlich ſein? | Weil dann du weist / dass du zu diesem Tor eilest / wie kannst und magst du fröhlich sein? | de | de | de | 1 | 4.9358 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,339 | 1,615 | Wie magſtu dich auffhalten auff den Taͤntzen/ Wolluſtbarkeiten vnd zergaͤngklichen eytelkeiten diſer welt? | Wie magst du dich aufhalten auf den Tänzen / Wohllustbarkeiten und gänglichen Eitelkeiten dieser Welt? | de | de | de | 1 | 5.1899 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,340 | 1,615 | Zugleicher weiß wie der jenig/ welcher zum Galgen gefuͤhrt wurde/ vnnd doch begerte daß man ſtill halten/ vnd jm verwilligen wolte/ einen Tantz zuſchawen/ fuͤr einen groſſen Narꝛen gehalten wurde werden/ Alſo biſtu ein vil groͤſſerer Narꝛ/ in deme du auffm Wagen deß Todts ſitzeſt/ vnnd ohne vnderlaß zum Todt gefuͤhrt wirſt/ vnd nicht deſto weniger dich begereſt aufzuhalten beym tantz vnd Muſic der ſo bald verſchwindenden wolluͤſten diſer Welt. | Zugleich weiß wie der jenig / welcher zum Galgen geführt wurde / und doch begehrte dass man still halten / und ihm bewilligen wollte / einen Tanz zuschauen / für einen großen Narren gehalten wurde werden / Also bist du ein viel größerer Narr / in dem du aufm Wagen des Tods sitzest / und ohne unterlass zum Tod geführt wirst / und nicht desto weniger dich begehrest aufzuhalten beim Tanz und Musik der so bald verschwindenden Wollüsten dieser Welt. | de | de | de | 1 | 5.1145 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,341 | 1,615 | O wie groſſe Vrſach haben wir/ ſambt Chriſto vnſer armſeligkeit zubeweinen/ dann als er am Palmtag mit groſſem Triumph vnnd meniglichs frolocken/ ſeinen Koͤnigklichen Einritt zu Jeruſalem halten wolte/ Nihilominus gaudio ſibi propoſito ſuſtinuit crucem, properauit ad paſſionem & mortem: fing er an vber die Statt Jeruſalem vnd jhre zerfloͤrung zuweinen. | O wie große Ursache haben wir / samt Christo unser Armseligkeit zubeweinen / dann als er am Palmtag mit großem Triumph und meniglichs frohlocken / seinen königlichen Einritt zu Jerusalem halten wollte / Nihilominus gaudio sibi proposito sustinuit crucem, properauit ad passionem & mortem: fing er an über die Stadt Jerusalem und ihre zerflörung zuweinen. | de | de | de | 1 | 5.6734 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,342 | 1,615 | Eben diſes thue auch du Pilgram/ betrachte die zerſtoͤrung deiner Statt/ ſo wirſtu ohne zweifel ſehen/ daß dir eden ein ſo groſſe gefahr beuor ſtehe. | Eben dieses tue auch du Pilgram / betrachte die Zerstörung deiner Stadt / so wirst du ohne Zweifel sehen / dass dir Eden ein so große Gefahr bevor stehe. | de | de | de | 1 | 5.7778 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,343 | 1,615 | Dann erſtlich veniet in te dies’: es wirdt vber dich kommen der Tag/ nemblich im Alter: | Dann erstlich veniet in te dies: es wird über dich kommen der Tag / nämlich im Alter: | de | de | de | 1 | 6.5744 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,344 | 1,615 | Dann alslang der Menſch jung iſt/ iſt alles fuͤr jhne/ aber wann er alt wirdt/ iſt alles wider jhne: | Dann so lang der Mensch jung ist / ist alles für ihn / aber wann er alt wird / ist alles wider ihn: | de | de | da | 0.667 | 4.3993 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,345 | 1,615 | Die Augen ſeind wider jhne/ dann er ſihet nit: | Die Augen sind wider ihn / dann er sieht nicht: | da | de | de | 0.667 | 6.1269 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,346 | 1,615 | Die Ohren ſeind wider jhne/ dann er hoͤret nicht. | Die Ohren sind wider ihn / dann er höret nicht. | de | de | de | 1 | 5.7851 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,347 | 1,615 | Die Zaͤhn thun jhm wehe/ der Kopff vnnd die Haͤnd zittern/ vnnd der Magen iſt nichts werth. | Die Zähne tun ihm wehe / der Kopf und die Hände zittern / und der Magen ist nichts wert. | de | de | de | 1 | 3.9949 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,348 | 1,615 | Der Tag iſt wider jhne/ dann er kan nicht arbeiten: Deßgleichen die Nacht/ dann er kan nicht ſchlafen: | Der Tag ist wider ihn / dann er kann nicht arbeiten: Desgleichen die Nacht / dann er kann nicht schlafen: | de | de | de | 1 | 4.0229 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,349 | 1,615 | Weil dann dem allem alſo/ warumb hoͤrſtu nit den Weiſen Mann/ der da ſchreyet: | Weil dann dem allem also / warum hörst nicht den Weisen Mann / der da schreiet: | de | de | lb | 0.667 | 6.0602 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,350 | 1,615 | Memento creatoris tui in iuuentute tua, antequam veniat dies afflictionis & appropinquent anni, de quibus dicas, non mihi placent. | Memento creatoris tui in iuuentute tua, antequam veniat dies afflictionis & appropinquent anni, de quibus dicas, non mihi placent. | la | la | la | 0 | 5.3296 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,351 | 1,615 | Am andern circumdabunt te inimici vallo. | Am anderen circumdabunt te inimici vallo. | it | it | yo | 0 | 7.7754 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,352 | 1,615 | Mit einem Wall oder Geſchuͤtt/ oder Schantz werden dich deine Feinde vmbgeben: | Mit einem Wall oder Geschütte / oder Schanz werden dich deine Feinde umgeben: | de | de | de | 1 | 6.4039 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,353 | 1,615 | Die ſchmertzen deß Todts werden den ſterbenden Menſchen befangen. | Die Schmerzen des Tods werden den sterbenden Menschen befangen. | de | de | lb | 0.667 | 4.6563 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,354 | 1,615 | Weil es ein groſſer ſchmertzen iſt/ wann dir ein Finger/ Hand oder Schenckel abgeſchnitten wirdt/ was vermeinſtu was es fuͤr ein ſchmertzen ſein werde/ wann die Seel auß allen deinen Gebeinen/ Neruen vnd Adern/ wurtz außgeriſſen wirdet. | Weil es ein großer Schmerzen ist / wann dir ein Finger / Hand oder Schenkel abgeschnitten wird / was vermeinst was es für ein Schmerzen sein werde / wann die Seele aus allen deinen Gebeinen / Neuen und Adern / Wurz ausgerissen werdet. | de | de | de | 1 | 5.1471 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,355 | 1,615 | Drittens circumdabunt te inimici tui, vmbringen vnnd vmbgeben werden dich deine feinde die Teufel/ damit dein armſelige vnnd ſchmertzhafftige Seel nicht entwiſche. | Drittens circumdabunt te inimici tui, umbringen und umgeben werden dich deine Feinde die Teufel / damit dein armselige und schmertzhafftige Seele nicht entwische. | de | de | de | 1 | 6.1524 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,356 | 1,615 | Wañ ein Rephun in einer Stauden ligt/ alsdann ſtehen vil Hund herumb/ Deßgleichen halten ſich die Falcken oben im Lufft auff/ vnd vil Menſchen ſchlagen vnnd ſtechen mit jhren Stoͤcken oder Pruͤglen in die Stauden/ darinn der arm Vogel ligt/ vnd nit bleiben kan/ Letztlichen aber muß er hinauß/ vnnd wirdt geſchwindt gefangen: | Wann ein Rephun in einer Stauden liegt / alsdann stehen viel Hund herum / Desgleichen halten sich die Falken oben im Luft auf / und viel Menschen schlagen und stechen mit ihren Stöcken oder Prügeln in die Stauden / darin der arm Vogel liegt / und nicht bleiben kann / Letztlich aber muss er hinaus / und wird geschwind gefangen: | de | de | de | 1 | 5.2 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,357 | 1,615 | Vnſer Leib iſt die Staud/ vnſere Seel iſt das darinn ſtehende Rephun: | Unser Leib ist die Staude / unsere Seele ist das darin stehende Rephun: | de | de | gd | 0.667 | 5.8616 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,358 | 1,615 | Die Hund ſeindt die Teufel/ ſo herumb ſtehen: | Die Hund sind die Teufel / so herumstehen: | de | de | af | 0.667 | 7.9016 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,359 | 1,615 | Die Falcken ſeindt die boͤſe Geiſter/ ſo im Lufft ſeindt/ die mit Steckenſtehende Menſchẽ ſeind die ſtehende ſchmeꝛtzẽ/ damit die Seel hinauß gehe/ dann ſie kan nimmer bleiben: | Die Falken sind die böse Geister / so im Luft sind / die mit Steckenstehende Menschen sind die stehende Schmerzen / damit die Seele hinausgehe / dann sie kann nimmer bleiben: | de | de | de | 1 | 6.1624 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,360 | 1,615 | Diſes iſt der Standt der armen Seelen/ vnd nicht deſto weniger weinen wir nicht/ ſondern lachen jmmerdar/ ſamb were das ſterben ein kurtzweil oder Kinderſchertz. | Dieses ist der Stand der armen Seelen / und nicht desto weniger weinen wir nicht / sondern lachen immerdar / samt wäre das sterben ein kurzweil oder Kinderscherz. | de | de | de | 1 | 6.0127 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,361 | 1,615 | Viertens coanguſtabunt te vndique: | Viertens coangustabunt te vndique: | de | lb | la | 0.333 | 8.8487 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,362 | 1,615 | Engſtigen werden dich an allen orthen die Richter/ die Anklaͤger vnnd Zeugen. | Ängstigen werden dich an allen Orten die Richter / die Ankläger und Zeugen. | de | de | de | 1 | 5.193 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,363 | 1,615 | Die Teuffel werden dich verklagen/ dein Seel aber wirdt erſtummen/ Die Engel werden antworten vnd Gott fellt das Vrtheil: | Die Teufel werden dich verklagen / dein Seele aber wird Erstammen / Die Engel werden antworten und Gott fällt das Urteil: | de | de | de | 1 | 6.7685 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,364 | 1,615 | O angſt/ O noth. | O Angst / O Not. | en | tl | yo | 0 | 7.1577 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,365 | 1,615 | Zum fuͤnfften ad terram proſternent te: | Zum fünfften ad terram prosternent te: | de | de | co | 0.667 | 7.0782 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,366 | 1,615 | Niderwerffen werden ſie dich zur Erden der armſeligkeit vnnd Finſternuß/ allda der Schatten deß Todts/ vnnd kein ordnung ſondern ein ewig wehrender Schrecken verhanden. | Niederwerfen werden sie dich zur Erden der Armseligkeit und Finsternis / allda der Schatten des Tods / und kein Ordnung sondern ein ewig währender Schrecken vorhanden. | de | de | de | 1 | 5.5828 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,367 | 1,615 | Sechſtens & filios tuos qui in te ſunt, nit allein du/ ſonder auch die Erben deiner gewucherten vnd geraubten Guͤter werden ſam̃t dir zerſtoͤrt vnd vertilgt werden. | Sechstens & filios tuos qui in te sunt, nicht allein du / sonder auch die Erben deiner gewucherten und geraubten Güter werden samt dir zerstört und vertilgt werden. | de | de | de | 1 | 5.4155 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,368 | 1,615 | Beſchließlichen non relinquetur lapis ſuper lapidem: | Beschließlichen non relinquetur lapis super lapidem: | de | de | fr | 0.667 | 7.2803 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,369 | 1,615 | Alle deine Guͤter/ Reichthumb/ Herꝛſchafften/ Pallaͤſt/ Schloͤſſer/ Haͤuſer vnd Gebew ſollen zerſtrewt/ verderbt vnd vnſichtbar werden. | Alle deine Güter / Reichtum / Herrschaften / Paläste / Schlösser / Häuser und Gebäude sollen zerstreut / verderbt und unsichtbar werden. | de | de | de | 1 | 4.7598 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,370 | 1,615 | Vidi impium ſuper exaltatum & eleuatum. | Vidi impium super exaltatum & eleuatum. | la | la | la | 0 | 6.3911 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,371 | 1,615 | Vom neunzehenten requiſito. | Vom neunzehenten requisito. | es | de | de | 0.667 | 7.0308 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,372 | 1,615 | ZVm neunzehenden/ wie einem Wallfarter vonnoͤten iſt/ daß er ſein Gelt oder Schatz verborgen halte/ damit er deſſen nit beraubt werde/ alſo ſolleſt auch du mein Bruder Pilgram deinen Geiſtlichen Schatz verbergen. | Zum neunzehnten / wie einem Wallfahrter vonnöten ist / dass er sein Geld oder Schatz verborgen halte / damit er dessen nicht beraubt werde / also sollest auch du mein Bruder Pilgram deinen geistlichen Schatz verbergen. | de | de | de | 1 | 5.4932 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,373 | 1,615 | Dein Geiſtlicher Schatz aber iſt nichts anders/ als die tugenten vnd tugentſame werck/ dieſelbige ſolleſtu verbergen/ Erſtlich vor den Menſchen/ das iſt/ du muſt die tugenten vnd gute werck nicht vben vnnd wircken wegen der ehr/ lobs vnnd glery der Menſchen/ dann es ſtehet geſchriben: attendite ne iuſtitiam veſtram faciatis coram hominibus, vt videamini ab illis, &c. | Dein Geistlicher Schatz aber ist nichts anders / als die Tugenden und tugendsame Werk / dieselbige sollest verbergen / Erstlich vor den Menschen / das ist / du musst die Tugenden und gute Werk nicht üben und wirken wegen der Ehre / Lobs und glery der Menschen / dann es steht geschrieben: attendite ne iustitiam vestram faciatis coram hominibus, ut videamini ab illis, etc. | de | de | de | 1 | 5.2638 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,374 | 1,615 | Dann ob ſchon du bißweiln pꝛedigeſt/ beichteſt/ communieireſt/ Meß vnnd Predig hoͤreſt/ ſo ſoll doch ſolches nicht beſchehen vmb geſehen zu werden/ ſonder wegen deß gehorſambs gegen Gott vnd der Kirchen/ jtem andern ein guts exempel dardurch zugeben. | Dann ob schon du bisweilen predigest / beichtest / communieirest / Messe und Predig hörest / so soll doch solches nicht geschehen um gesehen zu werden / sonder wegen des Gehorsams gegen Gott und der Kirchen / item anderen ein gutes Exempel dadurch zugeben. | de | de | de | 1 | 5.7042 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,375 | 1,615 | Dann ob wol Chriſtus ſpricht: ſic luceat lux veſtra coram hominibus, &c. ſo redet er doch dißfals nit zu dem gemeinen Mann/ zu den ſchlechten/ einfaͤltigen vnnd erſt anfahenden Menſchen/ ſonder zu den vollkom̃nen Maͤnnern/ zu den gelehrten Prælaten vnnd Vorſtehern/ derſelben Liecht ſoll ſcheinen vnd glantzen vor den Menſchẽ/ vermittelſt deß guten exempels. | Dann ob wohl Christus spricht: sic luceat lux vestra coram hominibus, & c. so redet er doch diesfalls nicht zu dem gemeinen Mann / zu den schlechten / einfältigen und erst anfachenden Menschen / sonder zu den vollkommenen Männern / zu den gelehrten Prälaten und Vorstehern / derselben Licht soll scheinen und glantzen vor den Menschen / vermittels des guten Exempels. | de | de | de | 1 | 4.9224 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,376 | 1,615 | Weil auch bißweiln ſie nit ein lux, ſonder luxuria, od’ luxus mundi ſeind/ vnnd derwegen vns zur ewigen verdamnuß leuchten/ ſo iſt ein notturfft/ dz ſolche Liechter oder Kertzen bißweiln gebutzt werden durch viſitationes, tribulationes, detractationes, &c. damit ſie deſto klarer brinnen/ dann ſonſten moͤchten ſie erfinſteren oder gar erloͤſchen: | Weil auch bisweilen sie nicht ein lux, sonder luxuria, oder luxus mundi sind / und derentwegen uns zur ewigen Verdammnis leuchten / so ist ein Notdurft / dass solche Lichter oder Kerzen bisweilen geputzt werden durch visitationes, tribulationes, detractationes, & c. damit sie desto klarer brennen / dann sonsten möchten sie erfinsteren oder gar erlöschen: | de | de | de | 1 | 5.4899 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,377 | 1,615 | Aber ſie gar außloͤſchen iſt gefaͤrlich/ dann ſie moͤchten ſehr vbel ſtincken/ vñ im guten mißgeberen: | Aber sie gar auslöschen ist gefährlich / dann sie möchten sehr übel stinken / und im guten Missgebären: | de | de | de | 1 | 6.2746 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,378 | 1,615 | Dann wann die Prælaten oder andere Geiſtlichen/ ſo da andern zum exempel auffm Leuchter geſetzt ſeind/ fallen vnd durch die Suͤnd verloͤſchen/ alsdann ſtincken ſie vber alle maſſen vbel/ vnd werden die Vnderthanen wercklich geaͤrgert. | Dann wann die Prälaten oder andere Geistlichen / so da anderen zum Exempel aufm Leuchter gesetzt sind / fallen und durch die Sünde verlöschen / alsdann stinken sie über alle Maßen übel / und werden die Untertanen werklich geärgert. | de | de | de | 1 | 5.0213 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,379 | 1,615 | Sonſten aber wer ſein Gerechtigkeit vor den Menſchen thut/ damit er geſehen werde/ der hat deſſen keinen lohn im Himmel/ ſonder wirdt deſſen beraubt/ ja auch bißweiln geſchlagen vnd vm̃bracht. | Sonsten aber wer sein Gerechtigkeit vor den Menschen tut / damit er gesehen werde / der hat dessen keinen Lohn im Himmel / sonder wird dessen beraubt / ja auch bisweilen geschlagen und umbracht. | de | de | de | 1 | 5.9054 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,380 | 1,615 | Er verleurt dardurch den verdienſt/ vnd begehet bißweiln ein laͤßliche Suͤnd/ vnd wirdt darumb geſtrafft im Fegfewr/ bißweiln aber ein Todtſuͤnd/ vnnd wirdt vmbbracht in der Hoͤllen: | Er verliert dadurch den verdienst / und begehet bisweilen ein lässliche Sünde / und wird darum gestraft im Fegfewr / bisweilen aber ein Todsünde / und wird umbrachte in der Höllen: | de | de | de | 1 | 5.7779 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,381 | 1,615 | Alſo/ daß er dardurch keinen lohn empfahet im Himmel/ ſonder auff Erden im Fewr vnd in der Hoͤllen. | Also / dass er dadurch keinen Lohn empfängt im Himmel / sonder auf Erden im Feuer und in der Höllen. | de | de | de | 1 | 5.2745 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,382 | 1,615 | Am andeꝛn muſtu dein Schatzgelt der gutẽ werck verbergen vor dir ſelbſt/ damit du ſelbſt ſie nit ſeheſt vnnd in gefahꝛ geratheſt beraubt zuwerden/ jnnmaſſen denen widerfehrt/ die in jhren guten Wercken glorieren/ wie die Pfawen/ welche mit der ſchoͤnheit jhres Schwantzes ſtoltziren vnd prangen/ aber die ſchaͤndtlichheit jhres Geſaͤſſes vnnd Fuͤſſen nicht warnemmen. | Am andern musst du dein Schatzgelt der guten Werk verbergen vor dir selbst / damit du selbst sie nicht sehest und in Gefahr geratest beraubt zuwerden / inmassen denen widerfährt / die in ihren guten Werken chlorieren / wie die Pfauen / welche mit der Schönheit ihres Schwanzes stolzieren und prangen / aber die schändtlichheit ihres Gesäßes und Füßen nicht wahrnehmen. | de | de | de | 1 | 5.3676 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,383 | 1,615 | Einsmals merckte ein Landtsknecht/ daß ein Bettler mit ſeinem Mantel diſputirte vnd jhne gleichſamb peinlich beſprachte/ damit er die warheit auß jhm braͤchte: | Einsmals merkte ein Landsknecht / dass ein Bettler mit seinem Mantel disputierte und ihn gleichsam peinlich bespracht / damit er die Wahrheit aus ihm brächte: | de | de | de | 1 | 4.9892 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,384 | 1,615 | Letztlichen antwortete er jhm ſelbſt an ſtatt deß Mantels vnd bekente/ daß vber ſibenzig Thaler drinn verborgen oder vernehet weren. | Letztlich antwortete er ihm selbst anstatt des Mantels und bekennte / dass über siebzig Taler drin verborgen oder vernähet wären. | de | de | lb | 0.667 | 6.1797 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,385 | 1,615 | Als der Landtsknecht ſolches gehoͤꝛt/ ging er dem Bettler gleichſamb von vngefahr entgegen/ ſtellte ſich mitleidig gegen jhm/ vnnd ſprach: | Als der Landsknecht solches gehört / ging er dem Bettler gleichsam von ungefähr entgegen / stellte sich mitleidig gegen ihm / und sprach: | de | de | de | 1 | 4.6812 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,386 | 1,615 | Mein armer Mann/ gib mir deinen geflickten Mantel ich will dir einen gantz guten darfuͤr geben. | Mein armer Mann / gib mir deinen geflickten Mantel ich will dir einen ganz guten dafür geben. | de | de | de | 1 | 5.0306 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,387 | 1,615 | Der Bettler reichte jhm den Mantel alsbald dar/ vnd vermeinte daß jhms nur ſchertz were/ ſeytemal die Landtskurcht nit ſo freygebig zuſein pflegen mit Allmuſen. | Der Bettler reichte ihm den Mantel alsbald dar / und vermeinte dass ihms nur Scherz wäre / sintemal die Landtskurcht nicht so freigebig zu sein Pflegen mit Allmusen. | de | de | de | 1 | 6.0483 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,388 | 1,615 | Er hette auch gern wider zuruck gezuckt/ aber der Landtsknecht nam jhm ſeinen Mantel ſambt dem darin vernehten Gelt. | Er hätte auch gern wieder zurückgezuckt / aber der Landsknecht nahm ihm seinen Mantel samt dem darin vernähten Geld. | de | de | de | 1 | 4.8653 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,389 | 1,615 | O wie vil dergleichen Narꝛen findt man/ welche/ ob ſchon ſie jhre gute Werck nit den Menſchen zeigen/ ſie doch jhnen ſelbſt zeigen vnnd ſich derſelbigen wie der Pfaw ſeines Schwantzes beruͤhmen. | O wie viel dergleichen Narren findet man / welche / ob schon sie ihre gute Werk nicht den Menschen zeigen / sie doch ihnen selbst zeigen und sich derselbigen wie der Pfaff seines Schwanzes berühmen. | de | de | de | 1 | 5.4093 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,390 | 1,615 | O groſſe thorheit/ wir breiten diſen Mantel vor der Sonnen vnſerer erkaͤntnuß auß/ vnd glorieren druͤber. | O große Torheit / wir breiten diesen Mantel vor der Sonnen unserer Erkenntnis aus / und chlorieren drüber. | de | de | lb | 0.667 | 6.1372 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,391 | 1,615 | Dein geflickter/ ſchaͤndtlicher/ ſtinckender Bettelmantel ſeind deine gerechtigkeiten: | Dein geflickter / schändlicher / stinkender Bettelmantel sind deine Gerechtigkeiten: | de | de | de | 1 | 5.1666 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,392 | 1,615 | Was aber fuͤr gerechtigkeiten? iuſtitiæ noſtræ quaſi pannus menſtruatæ. | Was aber für gerechtigkeiten? iustitiae nostrae quasi pannus menstruatae. | de | la | ro | 0.333 | 5.6749 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,393 | 1,615 | O Menſch/ weil ſolche Gerechtigkeiten vor GOttes Angeſicht ein pannus menſtruatæ ſeind/ wie werden dañ vnſeꝛe vngerechtigkeiten beſchaffen ſein? | O Mensch / weil solche Gerechtigkeiten vor Gottes Angesicht ein pannus menstruatae sind / wie werden dann unsere Ungerechtigkeiten beschaffen sein? | de | de | de | 1 | 5.7793 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,394 | 1,615 | Das aller aͤrgiſt aber iſt/ daß du in ſolchem Mantel wenig Goldtſtuck haſt/ vermuͤg der Wort: pauca nomina habes in Sardis: vnnd nicht deſtoweniger beruͤhmeſtu dich deſſen/ vnnd ſiheſt nit auff den geſtanck vnnd vnflaͤtereyen deiner armſeligkeiten. | Das aller ergießt aber ist / dass du in solchem Mantel wenig Goldstuck hast / vermög der Wort: pauca nomina habes in Sarde: und nicht desto weniger berühmest dich dessen / und siehst nicht auf den Gestank und vnflätereyen deiner Armseligkeiten. | de | de | de | 1 | 6.1953 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,395 | 1,615 | Aber Gott ſtehet hinder der Wandt vnnd ſchawet durch die cancellos oder Gaͤtterle/ nicht ohne vnſere groſſe gefahr. | Aber Gott steht hinter der Wandte und schauet durch die cancellos oder Gätterle / nicht ohne unsere große Gefahr. | de | de | de | 1 | 6.4606 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,396 | 1,615 | Beſchließlichen wirſtu O Chriſtlicher Pilgram/ diſes deines Schatzgelts beraudt durch den Lucifer einen Koͤnig der Hoffart/ Dann er geſellet ſich wie ein liſtiger vnd verſchlagener Dieb zu dir/ jetzt im anfang/ ſolgents in der mitte/ vnnd letztlichen zu end deiner Reiß/ vnd ſuchet jedes mals alle muͤgliche mittel vnnd weeg dein Seel zu toͤdten/ vermittelſt der hoffart/ eyteln ehrſucht/ oder boͤſen intention oder Leibswolluͤſt/ wann auch ſchon er in dem einen vberwunden vnnd abgewiſen iſt worden/ ſo bricht er doch anderſtwo/ wie die Hydra, herfuͤr/ ꝛc. | Beschließlichen wirst du O Christlicher Pilgram / dieses deines Schatzgelds braut durch den Luzifer einen König der Hoffart / Dann er gesellet sich wie ein listiger und verschlagener Dieb zu dir / jetzt im Anfang / Soligents in der Mitte / und letztlichen zu Ende deiner Reise / und suchet jedes Mals alle mögliche Mittel und Weg dein Seele zu töten / vermittels der Hoffart / eyteln ersucht / oder bösen Intention oder Leibswollüste / wann auch schon er in dem einen überwunden und abgewiesen ist worden / so bricht er doch anderswo / wie die Hydra, herfür / etc. | de | de | de | 1 | 5.8093 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,397 | 1,615 | Vom zwaintzigſten requiſito. | Vom zwanzigsten requisito. | eu | pl | de | 0.333 | 6.5729 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,398 | 1,615 | ZVm zwaintzigſten iſt ein notturfft/ daß der Pilgram ſich in den Herbergen weißlich verhalte/ erſtlich mit den Speiſen folgents gegen der Wirthin vnd jhꝛem Geſindt/ vnd drittens gegen dem Wirth. | Zum zwanzigsten ist ein Notdurft / dass der Pilgram sich in den Herbergen weißlich verhalte / erstlich mit den Speisen folgend gegen der Wirtin und ihrem Gesinnt / und drittens gegen dem Wirt. | de | de | de | 1 | 5.3038 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,399 | 1,615 | Was erſtlich die Speiß belangt/ zugleicher weiß wie ein meſſiger Wandersman nichts darnach fragt/ ob man jhm ſchon nicht allerhand koͤſtliche Speiſen vnnd vnderſchidliche Wein fuͤrſetzet/ ſeytemal er weiſt/ daß ers ſehr thewr zahlen wirdt muͤſſen/ Alſo ſoll vnſer Chriſtlicher Pilgram ſich deſſen nit vberheben/ daß jhm der allerhoͤchſt Wirth Gott/ groſſe Gaben vnnd Gnaden deß Leibs vnd der Seelen beſcheret/ ſeytemal er weiſt daß er ſich eygentlich verꝛechnen/ wirdt muͤſſen/ ob er nemblich ſie zu der ehr Gottes vnd deß Nechſten heyl verwendt vnd gebraucht habe/ dann es ſieht geſchriben/ daß GOTT alles vor Gericht bringen werde. | Was erstlich die Speise belangt / zugleich weiß wie ein mäßiger Wandersmann nichts danach fragt / ob man ihm schon nicht allerhand köstliche Speisen und unterschiedliche Wein vorsetzet / sintemal er weist / dass er es sehr teuer zahlen wird müssen / Also soll unser Christlicher Pilgram sich dessen nicht überheben / dass ihm der allerhöchst Wirt Gott / große Gaben und Gnaden des Leibs und der Seelen beschert / sintemal er weist dass er sich eigentlich verrechnen / wird müssen / ob er nämlich sie zu der Ehre Gottes und des Nächsten Heil verwend und gebraucht habe / dann es sieht geschrieben / dass GOTT alles vor Gericht bringen werde. | de | de | de | 1 | 5.1599 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,400 | 1,615 | Was am andern die Wirthin vnnd das Geſindt belangt/ wie ein Wandersman nicht vil nach dem Gunſt der Wirthin fragt/ auch nicht vil drauff legt/ dann er gedenckt: heut bin ich hie/ morgen anderſtwo/ Eben alſo ſolleſtu Chriſtlicher Pilgram nicht vil nach dem Gunſt der Welt vnnd lieb der Menſchen fragen/ dañ der Menſchlich gunſt iſt gemeinglich falſch/ betrieglich/ vnbeſtaͤndig vnnd vnnuͤtzlich. | Was am anderen die Wirtin und das Gesinnt belangt / wie ein Wandersmann nicht viel nach dem Gunst der Wirtin fragt / auch nicht viel drauflegt / dann er gedenkt: heute bin ich hie / morgen anderswo / Eben also sollest christlicher Pilgram nicht viel nach dem Gunst der Welt und lieb der Menschen fragen / dann der menschlich Gunst ist gemeiniglich falsch / betrüglich / unbeständig und unnützlich. | de | de | de | 1 | 5.569 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,401 | 1,615 | Die lieb der Welt iſt ein diſtractio vnnd abziehung deß Hertzens von Gott: Sie iſt ein pur lautere ſchmaichlerey/ ein ſimulatio, ein diſſimulatio, ein betruͤbung/ ein Strick oder Netz der verſuchungen/ vnnd ein maͤhſeligs verdaͤchtiges weſen. | Die lieb der Welt ist ein distractio und Abziehung des Herzens von Gott: sie ist ein pur lautere Schmeichlerei / ein simulatio, ein dissimulatio, ein Betrübung / ein Strick oder Netz der Versuchungen / und ein mähseligs verdächtiges Wesen. | de | de | de | 1 | 5.0223 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,402 | 1,615 | Was ſoll ich aber vil ſagen von etlichen naͤrꝛiſchen Wandersleuthen/ ſo ſich in die Wirthin oder jhre Tochter dermaſſen verlieben vnd vernarꝛen/ daß ſie Roß vnnd Harniſch bey jhnen verzehren/ das iſt/ daß ſie Leib vnd Seel/ Ehr vnd Reichthumb in der Herberg diſer Welt im ſtich laſſen/ wegen einer einigen ſchnoͤden wolluſt: | Was soll ich aber viel sagen von etlichen närrischen Wandersleuthen / so sich in die Wirtin oder ihre Tochter dermaßen verlieben und vernarren / dass sie Ross und Harnisch bei ihnen verzehren / das ist / dass sie Leib und Seele / Ehre und Reichtum in der Herberge dieser Welt im Stich lassen / wegen einer einigen schnöden Wollust: | de | de | de | 1 | 4.8163 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,403 | 1,615 | Derwegen werden ſie einsmals ſambt jenen verdampten in der Hoͤllen ſich deſſen beklagen vnnd ſprechen: quid nobis profuit ſuperbia, &c. | Derentwegen werden sie einsmals samt jenen verdammten in der Höllen sich dessen beklagen und sprechen: quid nobis profuit superbia, etc. | de | de | de | 1 | 6.18 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,404 | 1,615 | Drittens ſouil den Wirth betrifft/ ſehen wir/ daß ein verſtaͤndiger Wandersman nit gern mit jhm greint vnnd zanckt wegen der rechnung/ ſonder ſich vil lieber betriegen laſſen/ weder einen vil groͤſſern ſchaden leyden will/ derwegen ſpricht er bey jhm ſelbſt: da obulum ne perdas talentum. | Drittens souil den Wirt betrifft / sehen wir / dass ein verständiger Wandersmann nicht gern mit ihm greint und zankt wegen der Rechnung / sonder sich viel lieber betrügen lassen / weder einen viel größeren schaden leiden will / derentwegen spricht er bei ihm selbst: da obulum ne perdas talentum. | de | de | de | 1 | 6.4415 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,405 | 1,615 | Eben diſes ſoll vnſer Chriſtlicher Pilgram auch thun/ vnnd nit vil mit den Wirthen/ das iſt/ mit den Weltmenſchen/ ſo jhne belaidigen/ ſchelten oder ſchmehen/ zancken/ ſonder an die Wort Chꝛiſti gedencken/ da er ſpꝛicht: ſi quis te percuſſerit te in dexteram maxillam, &c. | Eben dieses soll unser Christlicher Pilgram auch tun / und nicht viel mit den Wirten / das ist / mit den Weltmenschen / so ihn beleidigen / schelten oder schmähen / zanken / sonder an die Wort Christi Gedenken / da er spricht: sie quis te percusserit te in dexteram maxillam, etc. | de | de | de | 1 | 5.4348 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,406 | 1,615 | Item: pacem do vobis, pacẽ relinquo vo- bis: | Item: pacem da vobis, pacen relinquo vo- bis: | en | eo | la | 0 | 5.2107 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,407 | 1,615 | Dann wer ſo offt geſagt hat: pax vobis: der will vnd lehret vns/ daß wir frid halten ſollen mit den Wirthen diſer Welt/ ꝛc. | Dann wer so oft gesagt hat: pax vobis: der will und lehrt uns / dass wir Frieden halten sollen mit den Wirten dieser Welt / etc. | de | de | de | 1 | 4.6562 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,408 | 1,615 | Vom ein vnd zwaintzigſten requiſito. | Vom ein und zwanzigsten requisito. | es | de | de | 0.667 | 6.6201 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,409 | 1,615 | VBer oberzehltes alles/ wann ein Wandersman vom vilen gehen letztlichen muͤd vnnd heiß worden/ pflegt er ſich vnder etwan einen Baum nider zulegen vnd zuerquicken/ junmaſſen Helias gethan/ als er dem Zorn vnnd wuͤtigkeit der Koͤnigin Jſabels entflohen war. | über oberzähltes alles / wann ein Wandersmann vom vielen gehen letztlichen müde und heiß worden / pflegt er sich unter etwan einen Baum niederzulegen und zuerquicken / junmassen Helias getan / als er dem Zorn und Wütigkeit der Königin Jsabels entflohen war. | de | de | de | 1 | 6.3457 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,410 | 1,615 | Durch die Jſabel wirdt bedeut die Welt vnd jhre boßheit/ dieſelbe verjaget den Eliam/ das iſt/ einen eyfrigen frommen Chriſten oder Chriſtlichen Pilgram: | Durch die Jsabel wird bedeute die Welt und ihre Bosheit / dieselbe verjaget den Eliam / das ist / einen eifrigen frommen Christen oder Christlichen Pilgram: | de | de | de | 1 | 6.0377 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,411 | 1,615 | Vnnd er fliehet vor jhrem Angeſicht wie vor einer Schlangen/ vermuͤg der Woꝛt: quaſi à facie colubri fuge peccatum. | Und er fliehet vor ihrem Angesicht wie vor einer Schlangen / vermög der Wort: quasi à facie colubri fuge peccatum. | de | de | de | 1 | 6.6446 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,412 | 1,615 | Alsbaldt einer ein Schlang ſihet/ ſo wendet er jhr den Rucken/ vnnd keins wegs ſtehet er ſtill vnnd ſchawet ſie an: | alsbald einer ein Schlange sieht / so wendet er ihr den Rucken / und keins Wegs steht er still und schauet sie an: | de | de | de | 1 | 5.3734 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,413 | 1,615 | Eben alſo wende auch du dein Angeſicht von denen laſter hafftigen oder verdaͤchtigen Creaturen oder dingen/ ſo dich verſuchen/ anfechten vnnd verfuͤhren koͤnnen/ ſonder fliehe vor jhnen/ damit du nicht inficiert vnd vergifftet werdeſt. | Eben also wende auch du dein Angesicht von denen Laster haften oder verdächtigen Kreaturen oder Dingen / so dich versuchen / anfechten und verführen können / sonder fliehe vor ihnen / damit du nicht infiziert und vergiftet werdest. | de | de | de | 1 | 5.6018 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,414 | 1,615 | Vnder andern vergifften Schlangen oder boͤſen dingen aber iſt keins ſchaͤdlicher/ als eben ein Jezabel/ derwegen fliehe/ wie Helias/ vor jhrem Angeſicht. | Unter anderen vergiften Schlangen oder bösen Dingen aber ist keins schädlicher / als eben ein Jezabel / derentwegen fliehe / wie Helias / vor ihrem Angesicht. | de | de | de | 1 | 6.1242 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,415 | 1,615 | Villeicht aber ſprichſtu: | Vielleicht aber sprichst: | de | de | de | 1 | 8.3907 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,416 | 1,615 | Wann ich mein Concubin nimmer hab/ wer wirdt mir kochen? | Wann ich mein Concubin nimmer habe / wer wird mir kochen? | de | de | de | 1 | 6.4915 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,417 | 1,615 | wer wirdt mir bethen? | wer wird mir beten? | de | de | de | 1 | 6.7999 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,418 | 1,615 | wer wirdt mir hauſen? | wer wird mir hausen? | de | de | nl | 0.667 | 6.3769 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,419 | 1,615 | wer wirdt mir waſchen: ich kan jhrer je nicht entrathen/ ich muß je ein trewes Menſch haben? | wer wird mir waschen: Ich kann ihrer je nicht entraten / ich muss je ein treues Mensch haben? | de | de | de | 1 | 6.2429 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,420 | 1,615 | Antwoꝛt: Wer wirdt mit dir zur Hoͤllen fahren? wer wirdt dich an Leib vnnd Seel verderben? dein Jezabel/ dein Koͤchin/ dein Koͤchin wirdts thun/ derwegen fliehe ſambt dem Helia vor dem Angeſicht diſer deiner Jezabel. | Antwort: Wer wird mit dir zur Höllen fahren? wer wird dich an Leib und Seele verderben? dein Jezabel / dein Köchin / dein Köchin Wirts tun / derentwegen fliehe samt dem Helia vor dem Angesicht dieser deiner Jezabel. | de | de | de | 1 | 5.1903 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,421 | 1,615 | Das ander/ welches Helias gethan/ war/ daß er/ nach dem er ſehr muͤd vnd ohnmaͤchtig worden/ ſeiner Seelen halben bate/ daß er ſterben moͤchte. | Das ander / welches Helias getan / war / dass er / nach dem er sehr müde und ohnmächtig worden / seiner Seelen halben bat / dass er sterben möchte. | de | de | de | 1 | 5.2478 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,422 | 1,615 | Eben diſes widerfehrt bißweiln den Pilgramen diſer Welt/ daß ſie ſich durchs ſtarcke vnnd lange gehen erhitzen/ abarbeiten vnd abfaſten/ daß ſie dardurch die andacht vnnd jnnbruͤnſtigkeit deß eyfers verlieren/ derwegen ſoll man den Leib dermaſſen mit der Speiß tractiren vnnd erquicken/ damit nicht letztlichen der Todt drauß erfolge: vnnd dermaſſen ſoll man ſich vben in Geiſtlichen dingen/ daß die Leibskraͤffte nicht gar zu ſehr geſchwecht/ vnnd das Gemuͤth von GOtt nicht abgewendt werde. | Eben dieses widerfährt bisweilen den Pilgeramen dieser Welt / dass sie sich durchs Starke und lange gehen erhitzen / abarbeiten und abfasten / dass sie dadurch die Andacht und Inbrünstigkeit des Eifers verlieren / derentwegen soll man den Leib dermaßen mit der Speise traktieren und erquicken / damit nicht letztlichen der Tod daraus erfolge: und dermaßen soll man sich üben in geistlichen Dingen / dass die Leibskräfte nicht gar zu sehr geschwächt / und das Gemüt von Gott nicht abgewendet werde. | de | de | de | 1 | 4.939 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,423 | 1,615 | Drittens/ wie Elias durch den Engel mit geroͤſtetem Brot geſpeiſt/ vnnd mit Waſſer gelabt ward/ alſo ſolleſt du Pilgram/ wann dein Seel muͤd vnnd ohnkraͤfftig worden/ dich mit dem allerheiligſten Brot deß Leibs vnnd Bluts CHRJ- STJ erquicken/ vnnd auß dem Kelch das heylſame Waſſer der Weißheit deß Goͤttlichen Worts/ welches in H. Schrifft zufinden/ trincken/ damit dein verlohrner eyfer der andacht in dir wider erſetzt werde. | Drittens / wie Elias durch den Engel mit geröstetem Brot gespeist / und mit Wasser gelabt wurde / also sollest du Pilgram / wann dein Seele müde und unkräftig worden / dich mit dem allerheiligsten Brot des Leibs und Bluts CHRJ-STJ erquicken / und aus dem Kelch das heilsame Wasser der Weisheit des göttlichen Worts / welches in H. Schrift zu finden / trinken / damit dein verlorener Eifer der Andacht in dir wieder ersetzt werde. | de | de | de | 1 | 4.8144 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,424 | 1,615 | Viertens/ wie Elias ſich vnderm Wacholder nider legte ehe vnnd beuoꝛ er geſpeiſt wordẽ/ alſo lege auch du dich vnder den Wacholder/ das iſt/ vnder der pœnitentz, ſo da beſorengt iſt mit dem Waſſer der contrition. | Viertens / wie Elias sich unterm Wacholder niederlegte ehe und bevor er gespeist worden / also lege auch du dich unter den Wacholder / das ist / unter der Pönitenz, so da besorgt ist mit dem Wasser der contrition. | de | de | de | 1 | 5.7688 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,425 | 1,615 | Beicht vnnd Gnugthuung. | Beichte und Genugtuung. | de | de | lb | 0.667 | 3.4978 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,426 | 1,615 | Dann wie der Wacholder rauch vnnd ſtechendt iſt/ alſo iſt die pœnitentz rauch in der contrition, ſie ſticht vns in der ſatisfaction, das faſten ſticht den Leib/ vnnd das Allmuſen krencket das Hertz/ ehe es dem Armen gegeben wirdt/ vnd das Gebett ſticht den muͤſſiggang. | Dann wie der Wacholder rauch und stechend ist / also ist die Pönitenz rauch in der contrition, sie sticht uns in der Satisfaktion, das Fasten sticht den Leib / und das Allmusen kränket das Herz / ehe es dem Armen gegeben wird / und das Gebet sticht den Müßiggang. | de | de | de | 1 | 4.3529 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,427 | 1,615 | Wie der Wacholder ſicher iſt vnd keine Schlangen leidet/ dannenhero die Wandersleut ſicherlich vnder jhm ſchlafen/ alſo ſchlafen die Chriſtliche Pilgram ſicherlich vnder dem Baum der pœnitentz, der alle boͤſe affecten vertreibt/ vnnd alle vnreine Gedancken verhuͤtet: | Wie der Wacholder sicher ist und keine Schlangen leidet / dannenher die Wandersleut sicherlich unter ihm schlafen / also schlafen die Christliche Pilgram sicherlich unter dem Baum der Pönitenz, der alle böse Affekten vertreibt / und alle unreine Gedanken verhütet: | de | de | de | 1 | 5.8541 |
albertinus_landtstoertzer01_1615 | 3,428 | 1,615 | Derwegen lege auch du Pilgram/ dich kecklich vnder diſen Baum nider/ vnnd betrachte Chriſtum/ der vnder demſelben ligt vnnd allerdings mit Doͤrnern vmbgeben iſt/ deſſen Haupt mit einer Doͤrnern Cron/ deſſen Fuͤß vnnd Haͤnd mit Negeln/ deſſen gantzer Leib mit Blutigen ſtreimen/ deſſen Seyte mit der Lantzen/ vnnd deſſen gantze Seel mit ſchmertzen vnd traurigkeit erfuͤllt iſt. | Derentwegen lege auch du Pilgram / dich kecklich unter diesen Baum nieder / und betrachte Christus / der unter demselben liegt und allerdings mit Törnern umgeben ist / dessen Haupt mit einer Törnern Krone / dessen Füße und Hände mit Nägeln / dessen ganzer Leib mit blutigen Striemen / dessen Seite mit der Lanzen / und dessen ganze Seele mit Schmerzen und Traurigkeit erfüllt ist. | de | de | de | 1 | 4.6465 |
Subsets and Splits
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